Abend- Ausgabe Nr. 576 B 280 49. Jahrg. �Refcotflon und e r l o g> Berlin SW 68, Lindenstr. 3 A 7 Ami T)6nt)off 292 dit 29? ?-l«zrammadr«fsei Virlin Jeutvatovsa« der Sozialdemokeatifchen Oavtei Deutschlands BERLIK ER VOLKS BLATT MITTWOCH 7. Dezember 1932 In Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Dienst an Schleicher Die BoHtih der Kommunisten Die kommunistische Presse verbreitet heute morgen die Lüge, daß die Sozialdemo- traten gestern im Reichstag g e g e n die Auf- setzung der Mißtrauensanträge auf die Tagesordnung der heutigen Sitzung gestimmt hätten. Das Gegenteil ist die Wahrheit. Noch ehe sich die Kommunisten überhaupt geäußert hatten, war von Lobe beantragt worden, die„Entgegennahme einer Er- klärung der Reichsregierung" auf die Tagesordnung zu setzen Zu dieser Erklärung der Reichsregierung hatte die sozialdemokratische Reichstagsfraktion einen M i ß l r a u e n s a n l r a g gestellt, der also mit zur Debatte und Abstimmung stände. Die Sozialdemokratie hatte also als Oppo- sitionsparlei die Initiative übernommen und den ersten Stoß geführt. Wollten die Kom- munisten die Opposition unterstützen, so mußten sie ohne weiteres für den sozial- demokratischen Antrag stimmen. Die Anhänger der KPD. sollen aber nicht wissen, daß die Sozialdemokratie in Oppo- sition steht, sie sollen in dem Glauben ge- halten werden, daß die Sozialdemokratie eine Regierungspartei sei. Es mußte also irgendeine Schiebung vorgenommen werden, um die Sozialdemokratie zu„entlarven". Zu diesem Zweck beantragte Torgler Ab- stimmung über die Mißtrauensanträge ohne Debatte! Der Streit zwischen den beiden Oppo- sstionsparleien ging also um die Frage, ob mit oder ohne Debatte über das Mißtrauensvotum abgestimmt werden solle. Die Sozialdemokraten waren für die Debatte und für die vorherige Llbstimmung über einige wichtige Anträge, besonders zu- gunsten der W i n t e r h i l f e, die bei einem sofortigen Aufsliegen des Reichstags un- erledigt unter den Tisch gefallen wären. Die Sozialdemokraten wollen es nicht zur Regel machen, daß man der Regierung, ehe sie zum Wort gekommen ist. schon ein Miß- trauensvotum ausstellt, worauf die Regie- rung den Reichstag nach Hause schickt. Das kann man in einer besonderen Situation einmal machen— wie es bei Papen ge- schehen ist—; als Regel wäre das weiter nichts als Arbeit für die 5llassendiktatur der Bourgeoisie. Uebrigens war vorauszusehen, daß die bürgerliche Mehrheit von F r i ck bis Esser den oppositionellen Vorstoß der Sozialdemo- kratie zurückweisen würde. Weder der sozial- demokratische Antrag auf Mißtrauensabstim- mung m i t Debatte noch der kommunistische Antrag auf Mißtrauensabstimmung ohne Debatte hatte Ausstcht auf Annahme. Welchen Zweck hatte also der kommunistische Vorstoß gegen die sozialdemokratische Opposition? Er war eben nichts anderes als der Versuch eines B e t r u g e s an den Arbeitern, die glauben sollen, es gäbe außer der KPD. im Reichstag keine Opposition. Im Reichstag sitzen 221 Abgeordnete, die von sozialistischen Arbeitern gewählt sind. Diese 221 könnten zusammen eine starke oppositionelle Macht bilden. Die Kommu- nisten haben gleich in der ersten Sitzung ge- zeigt, daß sie diese Stärke der Opposition gar nicht wollen, daß sie vielmehr gewillt sind, die Bildung einer oppositionellen Ein- h e i t s fr o n t mit allen Mitteln zu vereiteln. Zu diesem edlen Zweck scheuen sie auch nicht vor den schmutzigsten Manövern zurück. Sie kämpfen nicht gegen Schleicher, sie kämpfen nicht gegen Hitler, sie kämpfen nur gegen die Sozialdemokratie, die ihnen als Oppo- sitionsparlei doppelt verhaßt und doppelt gefährlich ist. Reichstagsarbeit von heute VertreUm? des Reichspräsidenten— Aufhebung der Sozialverordnungen! Nach dem Beschluß der bürgerlichen Mehrheit in der Dienstagsitzung wird der Reichstag heute nachmittag 2 Uhr mit der Beratung des van den Nationalsozialisten eingebrachten Gesetz- entwurss über die Stellvertretung des Reichspräsidenten beginnen. Die Bor- tage hat nur zwei Paragraphen. Der erste ent- hält eine Aenderung des Artikels 51 der Reichs- verfassuiig, wonach im Falle der Behindc- rung des Reichspräsidenten oder bei einer vorzeitigen Erledigung der Präsidentschast bis zur Durchführung der neuen Wahl die Ber- tretung des Reichspräsidenten durch den Prä- jidenten des Reichsgerichts erfolgt. Der zweite Paragraph bestimmt, daß das Gesetz mit dem Tag der Derkllndung in Kraft tritt. Im Aeltestenrat ist für diesen Punkt ein« Redezeit von einer Viertelstunde für jede Fraktion ver- einbart worden. Für die s o z i a l d e m o k r a- tische Fraktion wird, wenn es erforderlich sein sollte, der Abgeordnete Dr. B r e l t s ch e i d das Wort nehmen. Der zweite Punkt der heutigen Tagesordnung enthält die von den Parteiev eingebrachten An- träge zur Aenderung oder Außer« kraftsetzung der wirtschaftlichen und sozial- politischen Notverordnungen, die unter dem Kabi» nett Papen erlassen worden sind Schließlich wird auch die Frage der Gewährung einer Winterhilfe für Erwerbslose und sozial Hilfsbedürftige verhandelt. Die Sozialdemokratie fordert die Gewährung von je zwei Kilogramm Brot wöchentlich, 20 Zentner Kohlen und Ys Kilogramm verbilligten Fleisches wöchentlich Diese Mengen sollen bei größeren Haushaltunegn vermehrt werden. Für den sozialpolitischen Teil dieser Debatte hat die sozialdemokratische Fraktion den Abgeordneten August Karsten bestimmt, den Vorsitzenden des Zentralverbandcs der Arbeits« invaliden, der als ausgezeichneter Kenner der sozialpolitischen Verhältnisse bekannt ist. Reb- ncr für den wirtschaftspolitischen Teil der Debatte ist Anton Reitzner, der junge Führer des Gesamtverbandes der Arbeitnehmer der ösfent- lichen Betriebe und des Personen- und Waren- Verkehrs, eine der größten und erfolgreichsten gewerkschaftlichen Organisation der Welt. Die Redezeit hei dieser Materie wird voraussichtlich eine Stund« für jede Fraktion betragen. Zuletzt soll noch die Beratung der Anträge über die Gewährung einer Amnestie erfolgen. Bis zum Mittag lag allerdings erst der von der Sozialdemokratie vorge- schlagene Gesetzentwurf vor, der Straferlaß für politische Vergehen sowie für Straftaten aus Oer Hamburger Bruder Bei den Präsidentenwahlen zum Reichstag fiel der Deutschnationale Graef aus. REICH STAör- DIUM „Weh, er nimmt uns nicht mit!" wirtschaftliä)«r Rot gewähren will. Für die sozial- demokratische Fraktion wird dazu Abgeordneter M a r u m sprechen. Als Redezeit ist im Aeltestcn- rat je eine halbe Stunde vereinbart worden. Lehriktkührer Hugenberg! Zu Beginn der heutigen Reichstagssihung teilt der Rcichstagspräsidenl unter stürmischer heiter- kell mit. daß Dr. h u g e n b e r g mit ZSI Stim- mcn zum Schriftführer gewählt worden ist. Das Resultat, ein Trostpreis für den Durchfall des Herrn Graes bei der Präsi- dcnlenwahl, erregt im Haus minutenlange stürmische Heiterkeit. * Die Wahl L ö b e s als Vizepräsidenten des Reichstags hat die Nazis in fürchterliche Ver- legenheit gebracht. Im Aeltestenrat fochten sie deshalb heute das von der Reichstagsverwaltung amtlich ermittelte Ergebnis an. Demgegenüber wurde festgestellt, daß bei allen Abstimmungen stets das von der Rcichstagsoerwaltung amtlich festgestellte Ergebnis maßgebend sei. Mit dem Abg. D i t t m a n n(Soz.) stellten sich deshalb auch die Abgeordneten Esser(Z.), Leicht lBayr. Vp.) und Torgler lKomm.) aus den Standpunkt, daß kein Anlaß zur Vor- nähme einer Neuwahl gegeben sei. Nur der Abg. D i n g e l d e y(D. Vp.) trat für Wieder- halung der Wahl ein, damit jeder Zweifel über die Rechtmäßigkeit der Wahl ausgeschaltet werde. Die Nationalsozialisten beabsichtigen, in der heutigen Reichstagssitzung durch eine Entscheidung der Mehrheit bestimmen zu lassen, ob die Wahl rechtmäßig vorgenommen ist. Nach dem Verlauf der Sitzung des Aeltestenrats ist aber nicht anzu- nehmen, daß eine Mehrheit bereit ist, sie vor den Folgen der eigenen Torheit zu bewahren. Unter den dem Reichstag zugeleiteten Druck- lachen befindet sich auch eine noch von Papen gezeichnete llcbcrsicht der Maßnahmen, die seit der Auslöfung des vorigen Reichstags aus Grund des Art 48 der Reichsversasiung erlassen worden sind. Der Katalog enthält allein für diese kurze Zeit IS Verordnungen und einen Erlaß. Schweres Explosionsunglück Hatzende Sauerstoffflasche tötet 7 Arbeiter Rathenow. 7. Dezember. In dem großen Werk der IVZ.-Farben- induftrie in Premnitz(Westhavelland) ereignete sich heute vormittag ein schweres tvxplofi ans unglück, bei dem mehrere Ar- beiter den Tod fanden und lveitere schwer verletzt worden sind. Der Schlosscrmeister Tie aus Rathenow war mit seinen Ar- beitern an einem Neubau beschäftigt. Bei der Beförderung einer Sauer st off- flasche ließen die Lehrlinge die Flasche fallen. Di« Flasche stand unter hohem Druck und explodierte. Tie t?xplosion hatte verheerende Wir- tungen. Die Gase, die über dem Werk liegen, verbanden sich mit dem Sauerstoff. Durch den gewaltigen Druck platzten alle Fensterscheiben in der Umgebung. Weiter stürzte eine Mauer ein und begrub viel« Arbeiter unter sich. Bisher sind sechs Tote geborgen worden. Es muß angenommen werden, daß die Zahl der Toten sich noch erhöht. Räch einer weiteren Meldung aus Rathenow sollen siebe» Tote geborgen sein. Wahrscheinlich ist«och ein weiteres Menschenleben zu beklagen. Außerdem wurde eine Anzahl von Personen ver- letzt. Dem Bernehmen nach soll es sich jedoch, soweit sich dies bisher übersehen läßt, um leichtere Verletzungen handeln. Neues Flugunglück Italienerin tödlich abgestürzt Rom. 7. Dezember. Die llalienlsche Europasliegeria Baby An- g e l i n i. die in diesem Herbst einen Earoparund- flug mochte und dabei auch Berlin berührte, ist bei Beginn ihres geplanten Asrikajluges zwischen Bengasi und Tobruk tödlich ver- u n gl ü ckt. Baby Angelini, die im Anfang der zwanziger Jahre stand, war am 3. d. M. von Bengasi ab- geflogen und wurde noch am gleichen Tage von Tolruk als vermißt gemeldet. Nach mehrtägigen Nachforschungen mit Flugstafseln und einheimi- schen Kolonnen ist das Flugzeug tn der Nähe von lladi Bhelda bei Eirene gefunden worden. Man nimmt an, daß die Fliegerin die Richtung verloren Hot, nach der Mitlelmeerküste zurück- fliegen wollte und einem Motordefekt zum Opfer gefallen ist. * Die am Diensrag bei ihrem ersten Flug in Staaken abgestürzte Fliegerin Fräulein von Löben ist im Spandauer Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Hugenberg schnaubt Wut! Lieber den Durchfall Das Ergebnis der gestrigen Reichstags- sitzung ist ein neues Präsidium, in dem nicht mehr der Deutschnationale Graef, sondern der Sozialdemokrat L ö b e sitzt. Aus Aerger darüber ist man jetzt bei Hugenberg so anti- parlamentarisch, daß schon das einmalige Erscheinen des Reichstags Wutausbrüche hervorruft. Grün vor Galle mettert im„Berliner Lokalanzeiger" der sonst so muntere Spaßmacher H u s s o n g: Es ist alles wieder da. Abstimmungen> und Stichwahlen und Entscheidung durchs Los. Miß- trauensanträge und„Verwechselt, verwechselt das Bäumelein!" und Geschäftsordnungsdebatten. Hammelsprung und abgelehntes Mißtrauen und Kuhhandel. Daß dabei Löbe doch noch Vizepräsident geworden ist, kann Husiong nach nicht recht glauben. Wäre dem allen wirklich so— und es ist so—: Dann hätte der heute so geschäftige 5?err F r i ck aus schierer, purer Abneigung gegen die Nase de» JVrrn#(Sraef genau bas erreicht, was zu ver» meiden das A und O aller nationalsozialistischen Taktik und Strategie war und sein mußte: Er hat dem geöltesten Virtuosen des marxistischen Parlamentarismus:n den Sattel geholfen. Fanatischer noch als im„Lokalanzeiger" bricht in der„Deutschen Zeitung" der Parla- mentshaß durch: Wer die Eröffnungssitzung des neuen Reichs- tages miterlebte und nicht mit Schaudern emp- fand, daß wir über Nacht wieder bis an den Leib in den parlamentarischen Schlamm hineingerutscht sind— der merkt es nie... Wohin diese Wiederbelebung des Parlamen- tarismus unter planmäßiger Mitbelastung der größten nationalen Bewegung nach der Absicht des Zentrums und seiner sozialdemokratischen Freunde führen soll, braucht an dieser Stelle nicht näher ausgeführt zu werden: Zur Zerstörung der letzten nationalen Möglichkeiten überhauptl Das alldeutsche Grü�zpchen um Claß und Hugenberg ist heute noch diktaturwütiger als die Nationalsozialisten selbst. Verleumdung gegen Otto Wels Deutschnationale faseln von„Landesverrat" Naziliebe zurBersaffung Die Stellvertretung des Reichspräsidenten Die Nationalsozialisten haben im Reichstag einen Gefetzentwurf über die Stellvertretung des Reichspräsidenten eingebracht. Nicht d e r R e i ch s- kanzler, sondern der Präsident des Reichs- gerichts soll im Falle der Behinderung oder des Todes den Reichspräsidenten vertreten. Die Be- gründung der Nationalsozialisten ist kurz und einfach:„zur Vereitelung der Staats- streichpläne der Reaktion". Auf wen wird dabei gezielt, auf cherrn von Schleicher oder auf den Exkron- Prinzen? Wäre dieser Gesetzentwurf von den Nationalsozialisten vorgelegt worden, wenn Hitler Reichskanzler geworden wäre, und hat nicht Hitler selbst mit seiner Kandidatur für die Reichskanzlerschaft reaktionäre Staats- streichpläne verfolgt? Es ist ein als Vertuschungsmanöver gedachter Gesetzentwurf, der nicht aus der Liebe zur Verfassung geboren ist. Aber nun werden die Nazis darauf festgebunden werden! Himmelfahrt in Oöerberg Rro�etü in Eberswalde Heute beginnt vor der Großen Strafkainmer in Eberswalde eine Verhandlung wegen der Zu- fammenstöße, die am Himmelfahrtstag« dieses Jahres in Oderberg(Mark) zwischen Arbeitern und Berliner Nationalsoziali st en stattfanden. Angeklagt sind neun Ratio- n a l s o z i a l i st e n aus Berlin wegen Land- friedensbruchs sowie 13 Einwohner Oderbergs wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Nötigung. Am Nachmittag des Himmelfahrtsiages hatten sich zwei Berliner Gruppen von Nationalsozialisten auf Lastkraftwagen in Oderberg eingefunden. Es kam in dem Arbeiterlokal Zimmermann zu einer kleinen Reiberei und hierauf zu einem Sturm der Nationalsoziali st en auf dieses Lokal, bei dem erheblicher Sachschaden verursacht und auch ein Besucher des Lokals schwer verletzt wurde. Im Anschluß hieran setzten sich dann auf dem Marktplatz die Angriffe der Nationalsozialisten auf die Oderberger Bevölkerung fort. Aber das außer- ordentlich scharfe Vorgehen der Polizei gegen die «inheimischen Arbeiter anstatt gegen die o r t s- fremden SA.- Leute rief seiner Zeit mit Recht Empörung hervor. Die Anklage wirft den Nationalsozialisten Landfriedensbruch bei dem Sturm auf das Arbeiterlokal vor, den Oderbergern schweren Land- friedensbruch bei den Zusammenstößen aus dem Marktplatz sowie Widerstandshandlungen gegen- über den Polizeibeamten. Von den ganzen Vorgängen sind die ersten Vor- falle bei dem Wüten der Nazis in dem Arbeiter- lokal die wichtigsten, da durch diesen Sturm die späteren Vorfälle auf dem Btarktplatz zweifellos provoziert worden sind. Für die Hauptverhand- lung ist eine ganze Reihe von Tagen vorgesehen: etwa 8g Zeugen sind zu vernehmen. Besonders be- merkenswert ist, daß, abgesehen von einem Ar- beiter, kein Beteiligter bei den ganzen Zwischen- fällen erhebliche Verletzungen erlitten hat. Am bedauerlichsten ist, daß ein Verhafteter, nämlich der ß 8 j ä h r i g e Arbeiter Rau, in der Untersuchungshaft erkrankte und Anfang Juni d. I. verstarb, nachdem er wenige Stunden vorher entlassen worden war. Während von den Oder- bergern insgesamt vier Beschuldigt« in Haft ge- nommen wurden, war von den National- jozialisten niemand verhastet worden. Nebel Wer Berlin Ein ungewöhnlich starker Nebel erzeugte heute vormittag in Berlin eine ganz anormale Finsternis, so daß in ollen Hänsern selbst in der 11. Vormittagsstunde noch Licht gebrannt werden mußte und auch viele Verkehrsmittel ihre Lampen einschalteten, ver Verkehr konnte jedoch Vor der 5. Strafkammer des Landgerichts> haben sich heute wegen übler Nachrede in bezug auf Otto VZ e l» der verantwortliche Redakteur der„Deutschen Zeitung" Zeih und der Redakteur des hugenbergschen„Deutschen Schnelldienstes", Alfred IV. k a m e s, zu verantworten. Gegenstand der klage gegen Zeitz bildet ein Artikel der„Deutschen Zeitung" vom 11. Zuli mit der lleberschrift„Panzer- kreuzerskandal der SPD.— Die Londoner Verhandlungen des Herrn Wels", der die Unterredung Otto Wels' mit henderfon über die finanzielle hilscleislung an Deutschland zum Gegenstand hämischer Verdächtigungen mochte. 3m Verlaus dieser Unterhaltung war u. a. auch die Panzerkrenzerfrage gestreift worden. 3n dem Artikel heißt es nun, die Oefsentlichkeit bedürfe. einer Aufklärung in dieser Angelegenheit, einer „Ausklärung darüber, ob und w i e die deutsche Sozialdemokratie sich in den letzten Wochen wieder einmal hart an der Grenze des Landesverrats bewegt hat". 3n diesem Sah sieht Wels mit Recht den Vorwurf des Landes- Verrats und stellte SIrasanlrag wegen veleidigung. Der Artikel des„Schnelldienstes", mit der Ueber- schrift„Führung" erhob im gleichen Zusammen- hang gleichfalls den Vorwurf des Landesverrats und rief nach dem Staatsanwalt. Velde Angeklagte lassen sich in der heutigen Verhandlung durch den Reichstagsabgeordneten E v e r l i n g vertreten, den Nebenkläger Wels vertritt Rechtsanwalt Landsberg. Landgerichtsdirektor L ö s ch h o r n richtet an die Parteien die Frage, ob nicht ein Vergleich möglich wäre. Wels: Ich verzichte auf einen Ver» gleich. Nachdem die rechtsstehenden Zeitungen und zahlreiche Flugblätter mich anderhalb Jayre des Landesverrats bezichtigt haben, wünsche ich ein Urteil gesprochen. Der Angeklagte Zeitz verliest eine ausführliche Darstellung der außenpolitischen Lage Deutsch- lands zur Zeit des Besuches Brünings in Checquers und schildert die Stellung der Sozial- demokratischen Partei in der Frage des Panzer- kreuzers und der Zollunion, wie die„nationalen" Kreise sie ausfassen. Er erklärt, den Reichstags» abgeordneten Wels nicht beleidigt und gegen ihn den Vorwurf des Landesverrats nicht erhoben zu haben. Rechtsanwalt Landsberg hält ihm ent- gegen, daß der Angeklagte in einer Vergleichs- erklärung, die er abzugeben bereit war, u. a. gesagt hat, daß er den ausgesprochenen verdacht des Landesverrats nicht mehr aufrechterhalten könne. Also hatte er den Verdacht des Landes» verrats in dem Artikel doch ausgesprochen. Der Angeklagte K a m e s macht gleichfalls längere Ausführungen, in denen er zu beweisen versucht, daß die Stellung der Sozialdemokratie in den Fragen der Zollunion mit Oesterreich und des Panzerkreuzers den Verdacht gerechtfertigt er- scheinen lassen mußte, daß Wels bei seiner Unter- redung mit Henderson in London eine Kom- promißlösung in bezug auf die politischen Farbe- rungen Frankreichs, mit der sie die finanziell« Hilfeleistung an Deutschland verband, vorgeschla- gen habe. Nachdem aber Wels erklärt habe, daß er bloß bemüht gewesen sei, die englische Regierung zu einer finanziellen Hilfeleistung für Deutschland zu veranlassen, und daß er keinerlei Zusicherungen gemacht habe, so stehe er nicht an zu erklären, daß er ein Opfer irriger Nachrichten geworden sei. Rechtsanwalt Otto Landsb-rg stellt fest, daß der Angeklagte Kames nach Erhalt der Anklage- schrift beim Oberreichsanwall in Leipzig gegen Wels eine Strafanzeige wegen Landesverrats erstattet habe. Rechtsanwalt E v e r l i n g versucht nun in jeder Weise die Fortsetzung der Verhandlung zu unter- binden. Er erklärt, an der Sitzung seiner Fraktion teilnehmen zu müssen, stößt aber auf den Wider- stand von Wels und Landsberg, die die Verhand- lung unbedingt heut« zu Ende geführt haben wollen, um so mehr als die Möglichkeit der An- nähme eines Amnestiegesetzes in der heutigen Reichstagssttzung gegeben sei. Rechtsanwalt E v e r l i n g unternimmt nun einen zweiten Vorstoß. Auf seinen Antrag wird der Schriftleiter der„Deutschen Zeitung" N e h r i n g vernommen, der erklärt, den Artikel versaht und in Druck gegeben zu haben. Der Angeklagte Zeitz habe ihn überhaupt nicht zu Gesicht bekommen. Rechtsanwalt Landsberg hält dem Angeklagten Zeitz vor. daß er bis jetzt nie den Einwand gemacht habe, nicht die preßgefetzliche Vcrant- wortung zu tragen. Es unterliege keinem Zweifel, wie vom Standpunkt eines ehrenhasten Journalisten sein jetziges Verhalten zu werten sei. Rechts- onwalt E v e r l i n g erklärt, daß er den Ein- spruch der Verjährung machen würde, da der Vormann genannt sei und der Angeklagte Zeitz deshalb aus dem Prozeß ausscheide. Endlich kann Wels als Zeuge vernommen werden. Er führt aus: Die finanzielle Lage Deutschlands war im Juli 1931 so, daß die Gefahr bestand, man würde nicht die Mög- lichkeit haben, den Beamten die Gehälter zu zahlen und die Erwerbslosen zu unterstützen. Es waren innere Erschütterungen zu befürchten, die zu einem wirtschaftlichen Zusam- menbruch führen konnten. Das Primäre war, eine Außenanleihe zu erhalten. Brüning fuhr nach Eitstand und hatte in Chequers die Unterredung mit Macdonald. Er brachte u. a. die Erkenntnis mit, daß eine persönliche Bekannt- schaft mit den Führern der englischen Arbeiter- regierung sehr erwünscht sei. Bei einer Unterredung regte Brüning an. ob ich nicht nach England fahren wollte, um dort durch eine persönliche Rücksprache mit Henderson die finanzielle Hilfeleistung Englands für Deutschland zu fordern. Er sagte dabei, daß die hauplsächlichsten Steine des Anstoßes für eine Kreditanleihe die Frage der Zollunion und des Panzerkreuzes darstellten. Ich würde deshalb gezwungen sein, auch diese Fragen zu berühren. Brüning kannte die Stellung der Sozialdemokratie sowohl zur Zollunion, als auch zum Panzerkreuzerbau. Die Sozial- demokratie, die die hauptsächlichste Verfechterin des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland ist, war der Ansicht, daß das Problem der Zollunion nur in einem politisch geeigneten Augenblick auf- gerollt werden dürfe. Sie war ferner der Ansicht, daß die primäre Ausgabe sei, dem Volke Arbeit und Brot zu verschossen. Nur auf diese Weis« konnten Unruhen im Innern des Landes verhütet und der wirtschaftliche Zu- sammenbruch abgewendet wenden. Als im Juli der Zusammenbruch der Banken und der Spar- kassen drohte, entschloß ich mich, nach England zu gehen. Ich erhielt von Brüning durch einen Boten Material wirtschaftlicher Natur zugeschickt. Als Dolmetscher begleitete mich Viktor Schiff. Die Unterredung mit Henderson fand im Foreign Office statt. Es nahmen daran teil Henderson und besten parlamentarischer Sekr«- tär Philipp Baker. Ich schilderte Henderson die finanziellen Schwierigkeiten Deutschlands, die Ge- fahr des wirtschaftlichen und politischen Zusammen- bruchs, was nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern im Interesse der gesamten Welt oermieden werden müsse. Henderson erwiderte darauf:„Die Dinge kenne ich ganz genau. Auch die Wirtschaft- liche Lage Deutschlands ist mir bekannt. Wie können Sie aber von uns fordern, daß wir uns in Paris und bei anderen Mächten wegen einer Hilfeleistung für Deutschland verwenden, wenn uns dort immer wieder dieselben Gründe ent- gegengehalten werden. Allein schon die Zollunion bedroht den Frieden Europas." Ich versuchte, ihm das auszureden. Ich er- innerte ihn daran, daß wir mit ihm gemeinsam im Jahre 1919 den Vorschlag einer Ostgrenzen- regelung gemacht haben. Henderson meinte in einer gewissen Erregung:„Das ist alles sehr richtig. Wie kann ich mich aber z. B. bei Hoover bemühen und mich ihm gegenüber auf die Not Deutschlands berufen, wenn dort der Bau eines Panzerkreuzers, für den viele Dutzende von Mil- lionen ausgegeben werden, wichtiger erscheint als., die Volksnot!" Ich sagte daraus:„Die Stellung unserer Partei � zur Frage des Panzerkreuzers ist ja hinlänglich bekannt. Man müsse aber Brünings Lage berück- sichtigen. Die politischen Machtoerhältniste in Deutschland seien augenblicklich derartig, und auch die Haltung de? Reichspräsidenten als früheren Militär bedeute einen derart entscheidenden Faktor, daß Brüning der nationalen Opposition keinen Widerstand leisten konnte, ohne Gefahr zu laufen, gestürzt zu werden. Um diesen Sturz zu vcrhin- dern, war auch die Sozialdemokratie gezwungen, die zweite Rate passieren zu lassen. Nur so konnte sie politische Erschütterungen oermeiden. Die Vernehmung Otto Wels' dauert an. ziemlich planmäßig durchgeführi werden, nur Im Luftverkehr entstanden erhebliche Verzögerungen. zumal die wctlernachrichteu oou den Strecken nach Osten und Süden außerordentlich schlecht lauten. Das Nebelgebiet ist außerordentlich um- fangreich und erstreckt sich im Westen bis zur Elbe, im Norden bis nach Stettin, im Südwesten und Süden bis zum Thüringer Wald und zum Erzgebirge uno im Osten bis nach Schlesien. Die Wolkendecke, die dicht über der Erde lag, hatte eine Höhe von nicht weniger als 4000 Metern. Sie ist die Folgeerscheinung einer großen Schnee- front, die in der letzten Nacht über Mitteldeutsch- land gezogen ist und in ollen Höhen von drei- hundert Metern an Schneefälle erzeugt«. Die Kriegsschuldenkrise Kabinett Herriot in Gefahr Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 7. Dezember. Macdonald und Herriot sind heute früh in Paris eingetroffen. Mit dem Schatzkanzler Neville Chamberlain will Macdonald über die fällige Schuldenrate an Amerika beraten, dann werden beide mit der französischen Re- gierung ein gleiches Vorgehen Frankreichs und Englands gegenüber Amerika zu verabreden suchen. Die französische Kammer wird sich am Freitag mit dem Schuldenproblem befassen. Herriot wird am Donnerstagvormittag den Finanzaus- schuß und am Nachmittag den Auswärtigen Aus- schuß über die Absichten der Regierung unter- richten. Sollte England zahlen und Frankreich dann ebenfalls, so dürste das Kabinett Herriot von der Kammer g e st ü r z t werden, selbst wenn Herriot erklärt, daß die am 15. Dezember fällig« Rate die letzte sein werde, die Frankreich bezahlt._ Auch Hiller berichtigt „Idier werden noch Berichtigungen angenommen" Aus Weimar läßt Adolf Hitler uns durch seinen Rechtsanwalt folgende Berichtigung zugehen: 1. Unwahr ist, daß Adolf Hitler am 29. No- vember 1932 abends zusammen mit Stabschef Rödm den Berliner O-Zug bestieg und den Auftrag gab, ihn kurz vor Berlin zu wecken. Wahr ist, daß Stabschef Röhm sich überhaupt nicht in der Begleitung Adolf Hitlers befand. Wahr ist, daß Adolf Hitler gar nicht nach Berlin zu fahren beabsichtigte, sondern nach Jena bzw. Weimar. 2. Unwahr ist, daß Reichstagspräsident Göring in Jena unerwartet den Zug bestieg, mit der Faust an die Tür des Abteils donnerte und Adolf Hitler veranlaßt«, nicht nach Berlin, sondern nach Weimar zu fahren. Wahr ist, daß Reichstagspräsident Göring am Abend vorher von München aus telephonisch von der Reise Adolf Hitlers nach Weimar benach- richtigt worden war. und Berlin erst am folgenden Vormittag, also zu einer Zeit, als Adolf Hitler schon in Weimar war, oerlassen hat, um sich nach Weimar zum Vorttag zu Adolf Hitler zu begeben. 3. Unwahr ist, daß sich auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin Gregor Straßer und Dr. Frick zum Empfang Adolf Hitlers eingefunden hatten. Wahr ist, daß beide Herren ebenfalls am Abend vorher über die Reise Adolf Hitlers und darüber verständigt worden waren, daß Adolf Hitler sie am anderen Mittag in Weimar zur Besprechung erwartete. Um den Z II nicht noch weiter strapazleren zu lassen, erllären wir schon im voraus, daß keiner der Leute überhaupt unterwegs war. Tie haben alle den Schlaf de» Gerechten geschlafen... Abschiebsiied Die geliebte TVompete Nach dem Geständnis, das der Musiker G r o n» w a l d gestern abend der Mordkommission ab- gelegt hatte, brach er völlig zusammen. G. hatte zugegeben, in der Trunkenheit und in der Wut seine Frau getötet zu haben. Als er sein Gewissen erleichtert hatte, wurde er sehr ttaurig und wandte sich in dieser Stimmung mit einer zaghaften Frage an die Kommisiare der Mordkommission. G., der als Musiker die Trompete bläst, wollte noch ein einzigesmal auf seinem Instrument blasen. Er wies darauf hin, daß er sich doch jetzt von seinem„Ein und Alles" trennen müsse und bat, noch ein letztesmal musizieren zu dürfen. Das war nämlich vor jenem Augenblick, da G. ins Gefängnis gebracht werden sollte. Cr bot den Chef der Mord- kommission, Kriminalrat G e» n a t, um die Er- laubnis, die ihm auch gegeben wurde. Ein Beamter der Mordkommission fuhr in die Wohnung in der Reichenberger Straße und holte die Trompete des Mörders. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich der Mann beruhigt hatte und beginnen konnte. Er stellte sich im Zimmer auf, setzte das Instrument an und blies jetzt ein Lied aus Verdis„Rigoletto". Eine Stunde später wurde er ins Polizeigefängnis gebracht, um dem Untersuchungsrichter vorgeführt zu werden. Italienische Riesenschiffe sind der neue Reklame- trick des Originalfaschismus. Fahren sie aus, wird aller Welt ihr Ruhm verkündet. Bleiben sie dann hängen, so schweigt man in allen Tönen. So war es mit dem„Rex", der in Gibraltar liegen blieb, so ist es jetzt mit dem„Tonte d i S a v o i a", der stundenlang hilflos auf dem Ozean liegen mußt«, ehe notdürftige Reparatur ihm weiterzufahren gestattete. Rundfunk- Unterhaltung Für Kaffeeklatsch und Stammtisch Die Funkstunde kündigte großartig eine Tendung an:„D i e n st an der Erde: Preußen sorgt für sein östliches Land. Ein geschichtlicher Aufriß einer deutschen Frag« von R e i n h o l d S ch n e i d e r." Es war bei Licht besehen, Untertanenbildung nn Dienst von Kirche und König. Es wurde mit historischen Dokumenten gearbeitet, um die hingebungsvolle Liebe der preußischen Herrscher zu ihrem ostpreußischen Lande zu beweisen: dabei kain unter anderem auch ein Pries Friedrichs II. zur Ver- lesung, den er als Kronprinz aus Ostpreußen an Voltaire richtete, ein begeisterter Hymnus aus das Land, die Bevölkerung und seinen Vater. Die Sätze, in denen er seinem Großvater Friedrich I- saische Größe und hohlen Pomp nachsagt, sielen allerdings fort. Aber— der ganze Brief, datiert vom 27. Juli 1739, ist eine Fälschung! Begangen allerdings von Friedrich selber, der diesen Brief einem Schreiben an seinen Freund Jordan beilegte, mit dem Austrag, ihn abschreiben und an Voltaire befördern zu lassen. Hier, gegen Jordan, enthüllt er seine wahre Meinung.„Das Land ist viel geeigirerer, Bären Obdach zu gewähren, als eine Stätte zur Pflege der Wissenschaften zu sein. Die Einwohner sind gewandte Schmeichler und Kriecher und dabei doch stolz, hochmütig und an- rnaßend, ebenso unerträglich in ihrer Demut wie in chrer Frechheit." In einem späteren Brief (8. August) schreibt Friedrich an Jordan, zwischen einem litauischen Mädchen und einer Stute sei nur ein Unterschied wie von ernem Tier zum anderen. Doch dergleichen steht nicht in Schulbüchern: es steht auch nicht in den Rund- funksendungen. Hier wird nur heroischer Lorbeer gewunden. Da gräbt im Programm der Deutschen Welle ein Professor C b h a r d t mit dein ver- pslichtenden Vornamen Bodo deutsche Ritter- bürgen aus und sordert auf,„Opfer zu bringen für diese Dokumente einer heldenmütigen Ver- gangenheit". Auch sonst konnte man im Lause der letzten Tag« allerlei Ausschlußreiches aus dem Programm der Deutschen Welle fischen.„Preußen- tum ist deutsche Jugend...",„sein Leben für des deutschen Reiches Herrlichkeit einzusetzen bereit sein...",„Preußen ist dazu da, im Reiche Ordnung zu schaffen".(Vortrag von W. Stapel „Reich und Preuhentu m"). Wenn mit dergleichen Sendungen der Krieger- vereins-Stanimtisch erfreut wird, so dürfen auch die zugehörigen Kaffeekränzchen nicht zu kurz kommen. Für sie ist zweifellos die Funkstunden- „Ketzeyei am Wochenende" bestimmt, in der veuerdings Gelegenheitsdichtcr für alle vor- kommenden Fälle neckische Verse aus den Rund- funk verzapfen. Die ernsthafteren Sendungen oerschwinden neben dergleichen Quark. Ein Mehrgespräch zwischen Arbeitslosen, das am Sonntag im Programm der Funkstunde stattfand, hatte vor den meisten ähnlichen Darbietungen der letzten Zeit immerhin größere Ehrlichkeit voraus. Die jungen Arbeitslosen hätten allerdings sicherlich ein beut- licheres Bild vom Arbeitsdienst gegeben, wenn man nicht einen Studenten unter sie gestellt hätte, für den Arbeitsdienst im Grunde doch etwas ganz anderes bedeutet als für sie. Ein« wirklich originelle und gehaltvoll« Dar« bietung war Jochen Kleppers„Wir vor der Rampe", in der die Masse Mensch im Alltag und bei festlicher Gelegenheit sehr an- schaulich auf Schallplatten ausmarschierte. Aber wie viele Hörer bringen nach 19 Uhr abends Zeit und Spannung für solche Sendung auf?— 1z. Die fleißigen roten Falken Kinderfreunde an der Arbeit— Automobilwerkstätten und Kleiderstuben Die Kinderfreunde betrachten es von je- her als eine ihrer besonderen Erziehungsaufgaben, die in ihren Gruppen erfaßten Kinder an soziale Handlungen zu gewöhnen. Durch praktische Solidaritätsübungen soll die sozial« Willig- k e i t des Kindes gestärkt werden. Es soll Freude an gegenseitiger Hilfe gewinnen und bereit sein, auch Verantwortung für seine Mitmenschen zu tragen. In diesen Wochen wird bei den Kinderfreunden eine Aktion durchgeführt, die«ine praktische soziale Hilfeleistung vom Kinde zum Kinde dar- stellt. Unter der Parole:„Kinder helfen Kindern" wird in allen Berliner Kinder- sreundegruppen Spielzeug hergestellt. Wir wissen, daß eine große Zahl arbeitsloser Elter» den Kindern zu Weihnachten kein Spielzeug schen- ken können. Die Kindersreunde wollen helfen! Es sollen brauchbare Dinge zustande kommen. Aus gutem Material werden hergestellt: Eisen- bahnen, Autos, Bausäcke, Kasperlepuppen und Kasperletheater, Tiere aus Stoff und Holz. Tausend« schaffender Kinderhände sind tüchtig an der Arbeit. Ueberall wird gesägt, gehämmert, ge- knetet, gepinselt und genäht. Die Kinder sind mit echter Begeisterung bei der Sache, wissen sie doch, daß sie mit jedem fertigen Stück einem ihrer jüngeren Kameraden Freude bereiten werden. Eine Lust ist es, durch die Gruppenwerk- stätten zu wandern. Die Neuköllner haben es sich übernommen, 5699 Bausteine herzu- stellen. Da sitzen die Falken an großen Tischen. Jeder hat einen Berg Klötzchen verschiedenster Formen vor sich zu liegen. Die vielen Steine werden mit Sandpapier glattgeschlissen, dann bunt gebeist und zuletzt gewachst. Die Baustein- säckchen werden in Treptow genäht. Aus jeden Sack wird in feiner Schrift gepinselt:„Kinder- f r e u n d e b a u s a ck". Im Berliner Osten be- finden sich die A u t o m o b i l w e r k st ä t t e n. Hier wird sogar am lausenden Band gearbeitet. Die einen machen die Bretter glatt, die anderen leimen und hämmern die Kästen zusammen, die dritten bauen Untergestell und Räder usw., zu- legt erhalten die Wagen ihren versandinäßigen Anstrich.. Die Eisenbahnen werden im Norden und Nordosten gebaut. Selbst in den auswärts gelegenen Orten, so in Reinickendorf und Buch, sind Teilwerkstätten. In den südlichen und west- lichen Gruppen aber sind die schönen Kunst« zu Hause. Hier entstehen die Kasperlepuppen und Theater dazu, Tiere aus Stoff und Holz. Zu jodem Kasperletheater gehören 6 Kasperle- puppen. Es müssen schon eine Meng« Köpf« ge- formt und eine Anzahl bunter Kleider genäht werden, wenn hundert Theater in dieser Woche spielfertig dastehen sollen. Am 19. Dezember muß alles Spielzeug fertig fein. Dann werden die vielen Autos, die Eisenbahnen, die Tausende von Bausäcken, die Kasperlepuppen in die Aus- ftellung gebracht:„Kinder helfen Kindern", die vom 12. bis 29. Dezember im Haus des Metall- arbeiterverbandes, Alte Jakobstraße Ecke Gitschiner Straße(Nähe Hallesches Tor) stattfindet. Eine Schau für alle Eltern, eine Schau der Kinder über ihre geleistete Arbeit. Jeder sollte sich die Ausstellung ansehen. An jedem Nachmittag finden Kasperlevorstellungen für die Kinder statt und abends fröhliche Stunden für Erwachsen«. Am 29. Dezember beginnt die Verteilung des Spielzeugs durch die Arbeiter- w o hlf a h r t. Manchem Arbeiterkind und mancher Arbeitslosenfamilie wivd eine kleine Freude bc- reitet, geschaffen durch die Solidaritätshilfe der Kinderfreunde. Puppenspiel:„Schluck und Jau" Gerhart- Hauptmann-Ausstellung Das Handpuppenspiel ist so ziemlich vollständig aus dem künstlerischen Leben verschwunden. Wenn Jörg Breuer und Margot Schmolle vom Bühnenvolksbund Breslau sich bemühen, dem guten und von kulturellem Willen beseelten Puppenspiel ein bescheidenes Plätzchen an der Sonne der öffentlichen Aufmerksamkeit zurllckzu- erobern, so ist das eine dankenswerte, wenn auch nicht mit Sicherheit eine dankbare Aufgabe. Denn die Gemeinde, die sich gestern in einem Zimmerchen der Gerhart-Hauptmann-Ausstellung einfand, war leider recht klein. Geboten wurde Hauptmanns„Schluck und Jau", dieses für ein Puppenspiel sicherlich be- sonders geeignete derbe und übermütige und in manchen Partien den Firandello vorausahnende Stück vom Tagedieb und armen Schlucker Jau, der aus der Juxlaune seiner Herren heraus einen Tag lang Fürst sein darf und zwischen Traum und Wahrheit grausam hin- und hergeworsen wird!'Ausgezeichnetes handwerkliches Können be- wiesen die von den Aufführenden selbst geschnitzten Puppenköpfe. Die Stimme des männlichen Sprechers war ihrer Aufgabe voll gewachsen in der Charakterisierung der beiden vagabundierenden Hauptgestalten, die echtesten, herbsten und tönend- sten(aber nach kurzer Gewähnung auch für Ber- liner Ohren durchaus verständlichen) schlesischen Dialekt sprachen. Nicht ganz so vorteilhaft kamen die hochdeutschen und die Frauenstimmen heraus. Die Bühne hätte man sich noch etwas größer und tiefer denken können. Für die nächsten Tage sind weitere Borführun- gen dieses Hauptmannfchen„Spiels zu Scherz und Schimpf" vorgesehen. Ihnen(und auch der nur noch bis Sonntag ihre Pforten offen haltenden Gerhart-Hauptmann-Ausstellung, Platz der Repu- blik 4) ist dringend besserer Besuch zu wünschen, als er gestern zu verzeichnen war. H. B. Zwei Kulturfilme Deutsche Meere Dr. Hans Cürlis als ReMeur und Walter T ü r ck als Photograph haben in ersprießlicher Kabarett im Dezember Kabarett der Komiker— Schäffers— Bendow Theater-Zusammenbruch Erklärung des Polizeipräsidiums Das Theater am Schiffbauerdamm ist von der Polizei geschloffen worden. Damit ist das eingetreten, was Eingeweihte seit Tagen be- fürchtet hatten. Direktor Bernd Hosmann, dem die Hauptschuld an dem Zusammenbruch des Theaters treffen soll, ist mit unbekanntem Ziel aus Berlin abgereist und ihm trauern nicht nur die um ihre Gagen gebrachten Schau- spieler, sondern auch eine Reihe anderer Geschädig- ter nach. Es ist mit einer Strafanzeige zu rechnen. Das Berliner Polizeipräsidium er- klärt zur Angelegenheit folgendes: Der Direktor des Theaters am Schiffbaucrdamm, Bernd Hof- mann, hat nach eigenen Angaben am 29. Novem- ber 1932 seine Spielzeit mit dem Stück„Meineid" beendet und gebeten, zur Befriedigung der An- spräche des Personals die bei dem Polizeipräsi- dium hinterlegte Kaution(mehrere tausend Mark) heranzuziehen. Für die Zeit vom 5. bis 7. Dezember 1932 hat er noch, dringend unterstützt durch den Obmann des Schauspieler-Ensemblss, um weitere Spielerlaubnis für das bereits geprobte Stück„General Suter" gebeten, die ihm unter der Bedingung erteilt wurde, daß er die von ihm an- gegebenen Gagen und Lohnaufwendungen durch eine besondere Kantion sichern müßte. Für den ersten Tag stellte Direktor Bernd Hosmann diese Kaution, erklärte sich jedoch mit Ablauf des 5. De- zcmber außerstande, weitere Sicherheiten für die beiden nächsten Spieltag« zu stellen. Wie wir weiter erfahren, sind die zuständigen Stellen bemüht, in die teilweise reichlich ungeklärte Angelegenheit Klarheit zu bringen. Im Echiller-Theater sindet die erste Aufführung von „Dr. D o l« t l l e S A b e n I e u« r" mit Alfred Braun am Sonniaa, i Uhr nachmittags, statt. Tie Ausführung steht unter dem Protektorat des Tierschutzverems. Vor den Türen steht die Not, drinnen aber tut man, als ob sich nichts geändert hätte, als ob nicht eine Welt vor dem Zusammenkrachen steht. Man � will sich amüsieren, man will vergessen: die wehe Stimmen des Elends dringen hier nicht herein. Man witzelt, man ironisiert, man persi- fliert, man spottet. Die Technik des Amüsements ist hochentwickelt, all die kleinen Künste, die das Kabarett ausmachen, sind in Blüte. Die Artisten arbeiten unverdrossen an neuen Nummern und sind immer noch aus der Höhe. Aber kein Schrei ertönt, keine Kraft wird aufgerufen oder ange- feuert, Wandel zu schaffen. Man will leben und des Lebens sich freuen. Kabarett der Komiker „Franken st eins unheimliche Ge- schichten" stehen weiter aus dem Programm und sind die den Abend beherrschende große Nummer. Man bewundert immer wieder die Behendigkeit von Curt B o i s und die guten Leistungen der anderen Mitspieler, aber leise drängt sich der Zweifel auf, ob man nicht ein wenig überparodiert, ob der Kitsch des Grusel- films, der hier zur Zielscheibe genommen wird, sich nicht schon selber erledigt. Reine Freude hat man an den beiden Conferenciers Maria Ney und Fritz G r ü n b a u m. Die beiden halten nachgerade richtige Kollegs ob. Die unerschütter- liche Ney traktiert die Erotik mit einer Gelassen- heit, als ob es sich um Küchenrezepte handelte, und der immer geist- und witzvolle Grünbaum gibt seine skeptische Philosophie zum besten. Der Rest ist Variete. Die B u r l e y s würzen ihre Kraftleistungen mit viel Humor, besonders die Frau ist knorke. Ulkig ist auch die Rollschuherei der Lindgreens ausgemacht. Auf rollender Kugel tanzen— gegen die Tücke des Objekts— Pra und Ottare. Die Feierlichkeit und Wildheit des spanischen Tanzes, aber ohne be- sondere persönliche Note, zelebriert Angelita B« l« z. r. Der Weihnachtsmann bei Schäiiers In Schäffers„Kabarett für alle" weih- nachtet es stark. Willy Schäffers und Helmut Krüger, der das Programm mit zündendem Witz conferenciert, gehen als Weihnachtsmänner durch das Publikum und bescheeren. Auf der Bühne wird den Herrschaften, die uns ungerufen beherrschen möchten, auch wacker bescheert. Claire W a l d o f f, die wieder ihre besten Sachen bringt, von der„Zwiebelkur" bis zu den Ver- Wandlungen, und Schäffers unterbreiten uns, als Weihnachtsengel kostümiert, einen Wunschzettel, der Hand und Fuß hat. K r e h a n malt uns ein ganzes Weihnachtsbildcrbuch voll. Dazwischen aber tummeln sich reizende junge Tänzerinnen und Sängerinnen(Grete Weiser, Lcs Du- r o y s, Olga B a s f o f f, die Javanerin Maina). Paul Vermehren singt englische Songs, Francis D o r n y gibt unerhörte Leistungen auf der Mundharmonika. Dazu noch allerlei(nicht immer gelungene) Sketsches, und so wird's nach Mitternacht. ck. Besuch hei Bendow Es ist kein sonderlich aufregendes, aber es ist ein sehr liebevoll zusammengestelltes und von vielen kleinen originellen Ideen gewürztes Pro- gramm, das draußen am Brunnen vor dem Kott- busser Tor bei Wilhelm Bendow im Dezember sich abrollt.„Von A bis Z" nennt sich die Varieterevue, die es zu sehen gibt: und ebensoviel Nummern wie das Alphabet Buchstaben hat, werden geboten. Bindows Rezept: Soviel wie möglich, aber jede einzelne Darbietung so kurz wie möglich. Besonders gepflegt wird der Sketfch. „Die Friedenskonferenz" ist schon etwas abgespielt. Sie spukt seit Jahren in den Kabaretts herum. Der hübscheste Einfall war„Beim G e- dächtniskünstler" zu finden.„Limousine z u v e r k a u f e n" ist ein wirksamer, wenn auch alt- modischer Verwechslungsspaß.„Ins Jenseits geschickt" und„Laut und leise" sind im Einfall ein bißchen dünn. Sehr nett die dramati- sierten Volkslieder. Darstellerisch ruhte das Programm auf den Schultern des süßelnden Wilhelm Bendow und des raunzenden Max Ehrlich, die in ihrer gegensätzlichen Art sich ausgezeichnet ergänzen. Eine besonders eindring- liche Ehrlich-Leiftung: seine Stippvisite als Heinrich Zille. Von den übrigen Schauspielern fallen zwei Frauen aus: Elisabech Gray, frisch, hübsch und furchtbar jung, und Ines S t e i n w e g. Auch Artistik gab es zu sehen. H.B. Zusammenarbeit schon manchen guten Kultursilm geschaffen. Diesmal machen sie mit ihren Zu- schauern Spaziergänge an Nord- und Ostsee (G l o r i a- P a l a st). Willkürlich, aber in ein- prägsam schönen Bildern lernt nian die deutschen Meeresküsten kennen. Die Entstehung der Küsten und deren Verfall wird veranschaulicht. Wir sehen die Wanderdünen auf der Kurischen Nehrung. Die angeblich letzten Elche in Europa werden uns vorgestellt(Rußland und Skandinavien haben noch mehr davon). Ganz nett sind die Unterschiede herausgearbeitet zwischen der Ostsee, dem großen Binnenmeer und der Nordsee, dem weitofsenen Tor in die Welt. Allüberall wird uns die Landschaft in vollendeter Herrlichkeit gezeigt, die wirtschaftlichen Möglich- leiten werden knapp angedeutet und die Not des Volkes wird übergangen. e. b. Kanada. Die D e g e t o überraschte uns Sonntag in ihrer Matinee im C a p i t o l mit einem hervorragenden Länderfilm. Kanada, so groß wie Europa, aber mit nur 19 Millionen Einwohnern, dos mutet an wie ein„Land der Zukunft", zumal es noch frucht- baren Boden und große Siedlungsniöglichkeiten hat. Der Film ist hergestellt aus dem überaus reichen Bildmaterial, das das kanadisch« Ministe- rium zum Verfügung gestellt hotte. Dr. Lichtwark von der Homburger Urania hat in geschickter Weis« daraus Bildkapitel zusammengestellt. Man be- kommt eine vorzügliche Anschauung von der Gliederung des Landes, von seinen Städten und Landschaften, man lernt seine Großtier- und Vogelwelt kennen, ficht, welche«norm« Roll« dos Holz in seiner Wirtschaft spiell, kann sich an den Kunststücken der Cowboys erfreuen und genießt Landschaftsszenerien, insbesondere Wasserfälle, von unerhörter Großartigkeit. Der Film dient freilich nur der rein künstlerischen Freude, eine Auswan» derung nach Kanada ist heutzutage genau so erschwert wie in weniger schön« Gegenden. Die soziale Seite des kanadischen Problems zeigte der Film freilich nicht, auch dort gibt es Arbeitslosig- keit, auch, dort wissen die Farmer mit ihrem Reich- tum nicht wohin. r. „Gehetzte Menschen" Atrium Für das Publikum bekommt der Titel tiefere Bedeutung; denn es muß eine unheilvolle Hotz über sich ergehen lassen. Der Wechsel von Land- schafts- und Stadtbildern und jagenden Menschen ist derartig unruhig, daß die Augen unwillig werden. Dazu ist die Musik so aufdringlich laut, daß man nach Wattebauschen als Ohrenschutz verlangt. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Tischler- meister, der, ohne daß seine Umgebung es weiß. nach zehnjähriger Strafverbühung aus dem Bagno entwich. Er feiert gerade Hochzeit, hei- ratet des Bürgermeisters Tochter, die seinem früh mutterlos gewordenen Kinde eine gute Mutter sein will. Nach einem Bilde wird die Polizei auf ihn aufmerksam. Er flieht mit seinem Kinde und entdeckt auf einem Rummel seine frühere Geliebte, die damals den Mord beging, für den er un- schuldig büßte. Im Film geht er mit seinem Kinde in den hellen Tag. In Wirklichkeit jedoch würden die Komplikationen jetzt erst beginnen. Das Manuskript ist nach einem Roman von Alfred Machard gearbeitet. Der wird natürlich Erklärungen, Entwicklungen, Uebergänge haben. Hier im Film jedoch geschieht alles Knall auf Knall. Das Kind Hans F e h e r hat sehr gute Momente, aber der Regisseur Friedrich Feher stellt es zu gewollt heraus und raubt dadurch jede� gefühlsmäßige Wirkung. Den Vater spielt Eugen K l ö p f e r, der für Rollen von Bedeutung in hohem Maße geeignet ist. Aber unter dieser Regie wirkt alles gekünstelt und nichts künstlerisch. «.d. Nationalsozialismus? Das Urteil der Geschichte Im Rowohlt-Verlage erscheint soeben eine „Geschichte des Nationalsozialis- m u s" von K o n r a d Heiden. Heiden darf das Verdienst in Anspruch nehmen, eins der besten Lücher über den Werdegang des deut- schen Faschismus geschrieben zu haben. Manche werden es für unmöglich halten, heute schon die Geschichte einer Bewegung zu schreibe», deren Zukunft noch im Dunkel liegt. Aber ist diese Zu- kunft wirklich noch so dunkel? Wer Heidens Arbeit aufmerksam durchliest, wird die wirtschaftlichen und gesellsäzafllichen Schranken, die der national- sozialistische!, Bewegung gesetzt sind, klar erkennen. Der Politster muß dieses Buch lese»! hier wird eine politische Bewegung von chrcn Anlangen her »'erständlich gemacht, ihre Geschichte wird nur bis zum Ich September 1930 verfolgt. Der Hiller- Putsch von 1923 wird bis in die letzten Hinter- gründe erleuchtet; das Spiel und Gegenspiel der nationalsozialistischen Führer deckt Heiden ebenso meisterlich auf wie die soziologischen Gesetze, die die nationalsozialistischen Massen bestimmen. Man kann viel aus diesem Buch lernen. Der Irrationa- lismus des deutschen Faschismus ist übertrieben worden; Heiden führt ihn in nicht unerheblichem Umfange auf politische Technik zurück. Man wird diese Technik studieren müssen, ja mehr als dies: nian wird alle Probleme einer Massen- organisation an diesem Material neu durchdenken müssen. Konrad Heiden hat sein Buch nicht parteiisch geschrieben. Wenn sein Urteil dennoch vernichtend für die NSDAP, ausklingt, so liegt dies allein an der strengen Sachlichkeit, mit der er die Dinge vorträgt. Die Geschichte ist keine Partei, aber ihr Urteil ist unwiderruflich. Man kann dem Verfasser vielleicht nichts Labenderes sagen, als daß er diese Unwiderruflichkcit des geschichtlichen Urteils ahnen läßt. J. P. M. Vergebliche Opfer Konfektionsarbeiterstreik beendet Der Streik der Konfektionsarbeiter der Firma Bernhard K a s z in der Kaiser- Wilhelm-Straße, ai, dem 422 Arbeiter und Arbeiterinnen beteiligt waren, ist noch 4'�wöchiger Dauer ergebnislos abgebrochen worden. Die Finna hatte darauf spekuliert, daß viele der zum größten Teil unorganisierten Streikenden stach vierwöchigem Kampf mürbe sind und sich bcrcitfindcn würden, zu den von ihr gestellten Bedingungen die Arbeit wieder aus- zunehme». Diese An ahme erwies sich leider als richtig; der schriftlichen Aufforderung der Firma, sich ain Dienstag zur Rücksprache über die eventuelle Wiederaufnahme der Arbest bei ihr eir��nden, kam fast die Hälfte der Streikenden nach. Das bewog den übrigen Teil der ausständigen Belegschaft, sich der Firma ebenfalls zur Ver- fügung zu stellen. E? wurde zunächst nur ein geringer Teil der streikenden Arbeiter und Ar- beiterinnen zur Arbeitsaufnahme verpflichtet, der zur Borbereitung des Wiederiugangfetzens der Konfektionsabteilung notwendig ist. Darüber, wer außerdem von der streikenden Belegschaft wieder eingestellt wird, und zu welcher Zeit diese Wieder- einstellung erfolgen soll, entscheidet die Firmen- leitung»ach ihrem Ermessen. Mst der Lohnkürzung, um die der Kampf ent- bräunt war, nrnß sich die Belegschaft leider auch abfinden. Hoffentlich wird die Arbeiterschaft der Firma Bernhard Kasz, die zu etwa SS Proz. aus unorganisierten Arbeiterinnen besteht aus dieser Niederlage die Crkemunis gewonnen haben, daß es sich ohne starke gewerkschasllchc Rückendeckung sehr schlecht gegen den wirtschaftlich Stärkeren ankämpfen läßt. Wahlerfolg bei der Lchlafwaxen-Gesellscbaft Am Montag wählten die gewerblichen Arbeit- nehmcr der Internationalen Schlafwagen-Gesell- schoft den A r b e i t e r r a l. Gewählt wurde die Liste der freien Gewerkschaft, auf die D i r e k- t i o n s l i st e entfällt kein S i iz Die Angestellten der Firma müßten sich die Stimmabgabe der gewerblichen Arbeitnehmer zum Vorbild dienen lassen und ebenfalls die G e- merkschaftsliste wählen, auch wenn es der Direktion nicht gefälll. Gerade weil die D i r e k- t i o n die Wahl in jeder Weise zu. beeinflussen sucht, um den Betriebsrat zu einem gefügigen Werkzeug für ihre Zwecke zu machen, müssen die Angestellten e rst recht dafür eintreten. daß in der Betriebsvcrtrctung eine wirkliche Ver- tretung der Arbeiter und der Angestellten gc- schaffen wird. Die Hafenarbeiter von Le havre sind am Sonn- abend geschlossen in den Streik getreten, well ihr Tagelohn ob 5. Dezember um 2,50 Frank gekürzt werden soll. Arbeitslose in England wurden am 21. Novem- ber 2 7 9 9 8 0 6 gezählt, 52 800 mehr als am 24. Oktober. Die stillgelegte Schissstonnage in Hamburg ist ain 1. Dezember gegenüber dem l. November von 642 000 auf 612 000 Bruttoregistcrtonncn g e- s u n k e n. welter für Berlin: Bewölkt ohne erhebliche Niederschläge, späterhin aufheiternd. Temperaturen um 0 Grad, mäßige nordöslliche Winde.— Für Deutschland: Bon Nordwesten noch Nordosten fort- schreitende Wetterbesserung, namentlich im Süd- ästen und Osten noch geringe Niederschläge. Ueberall Temperaturen um 0 Grad. I�Isu aufgenommen: IRaüw auch qeqen Monatsraten WxiCiiixilz Berlin W8 Leipziger Str. 122-25 Xliealet. Ltdilspiele ustv mau Thcafcr .Mittwoch, den 7. Dezember Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Der fliegende Holländer Staatliches Schauspielhaus 19-/, Uhr Faust I. Teil VOLKSBUHNE Theater am BUIewpiatz Norden 6«3d. Täglich 8% Uhr Das neue Paradies von JolU» Hay Regie: Heinz Hilpert P'hau (Am Jm. (ArläM-jEe \�JTu : mttßäM&rl&pViyrt BETRIEB KEMPIHSKIf' »v.uhr cäsOHRheater Lothringer Strogc 57, iniiiiuininmiiiiniiittiiiiiiinn mniiHiiniifnirniiifniinininiin Sonntags auch oacbxnltiags 4 Uhr ScU laarer- Powse Alles um Lotti mit Oesang und Tan* Für die Leser Gutschein 1—4 Personen. Parkett nur 0.50, Fauteuil nur 0.75. Sessel 1.25 M. Aach Sonntags abends. Stadl. Oper Charlotienburg Fraunhofer 0231 Mittwoch, 7. Dez. 19 Uhr Turnus IV PeiruschKa Abramowitsch, Groke, Frank Dirigent. Ladwig Glannl Sdiicdii Fidesber. Hüsch, Friedrich Dirig.: Teichmann Rurfürstend.-Tfi Kurfürstendamm 209 TeLBIsm. 1400 Tägl. Uhr MMe Reise von Bertodi und Sdnvabsth Musik: KünneKe Regle; Peukcrt Han« Schindler mit seinen Jarz-Symphonlkem Vorverkauf onmiterbrcdien N'\Wmter� kiris Garfen � 3 Codonas 6 von der Staatsoper\ \aitto Truppe H Baltlors Augsoly usw. j Sonnabend und Sonntap auch 4 Uhr zu kl. Preisen Flora 3434. Rauchen erl. Das führen de Variei'c Komodiennaus Schiifbauerdamm 23 Tel. DZ« 6304-05 Täjrlioh 8 rin Gestern und heute Stettiner Sänger Reichshallen-Theater Dönlioffpiatr Direktion Mcystl 8.15 Sonntag 3.30 zu ermäßigten Preisen. Gefährliche flachharrchaft und das neue Weihnachtsprogramm 5 t h i I ra r Bismarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl) 6716 Zum 55. Male Robert und Bertram Alfred ärion. Pul Htidt- mann, Senla SSnslaad Sonntag, II. Dez 4 Uhr Alfred Braun Or. Do Uttels Abenteuer IlZHEIZÖ Willi Scltaeffers Nürnberger Str. SO Kabarett für Alle « Uhr Täglich 2-- 9 Uhr DusensttionelleEabarett-PrograffliB Abendpreise I— 3 MlL Nachm. GedecS 1,25 Sonnabeno 1 1 V« Uhr: Nachtvorsteltunc Kinderland 1933 Das beste und billigste Weihnachtsbuch für unsere Kinder ist neu erschienen. Der Preis ist in diesem Jahr herab» gesetrt von 1.50 RM auf 1.00 RM Es ist bei allen Zeitungs» boten, Vorwärts»Abgabe» stellen und Parteibuch. handlungen oder direkt bei der Vorwärts Buch» druckcrei, Berlin SW68, Lindenstraße 5, zu haben «ose■ Theatei irulä Frnkfiirtii Strsle 131 I-l. Vtldnel E � 34ZZ 5.15, 8.30 Uhr Böhmische Musikanten Deutsches Theater Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr Harmonie von Franz Molnar Inszen. Max Reinhardt Max Pallenberg, Karlweis.Etlinger. Vdüentin, Hertha Thiele, Tcrwin Lore Mosheim Kammerspieie Heute 8 Uhr Erstaufführung .MI MM" von Frantiuk Ucgr Roß: Rudolf Beei Paol Hörtlger. Ehmi Besse!. liebenciner, Mcixner. Mainnr, Hörrmann. Behal B. B. B. Bendows Bunte Bfibne Kottbosser Straße 6 Oberbaum 3ä00 ii ..von fl-Z läglich Äl'4 Uhr ionni. nachm. SV; Blumen iiuimuiifmimmiiiiiiiimii Paul Golletz Morlannanatr. 9 F 8, Oberbaum 1803 Rundfunk am Abend Mittwoch, 7. Dezember Berlin; 16.00 Fußhall-Länderkampf Oesterreich— England. 16.5Ö..Autodiebe und Auto prozesse"(Dr. G. Goerisch, E. Simsou). 17.10 Eine Reise in die Urzeit Afrikas ftl. Reck). 17.30 Neues von der Wünschelrute(A. Nippoldt). 17.4 1 Die junge Ge- neration. 18.05 Lieder. 18.30 Junge Mädchen (A. Eggebrecht). 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Gelobtes Leben(A. Mie.ge.l). 19.25 Bestall plattenstunde. 20.00 Aus der Philharmonie: Sinfoniekonzert. 20.30 Wir stellen vor. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk- 16.30 Aus Hamburg: Nachmittagskonzerf- 17250 Wieviel Menschen kann die Erde ernähren?(Prof. W egener). 18.00 Worpswede(Prof. Dr. G. Biermann). 18.30 Volkswirtschaftsfunk. 18D5 Wetterbericht. 19.00 Englischer Sprachunterricht- 19.33 Stunde des Beamten. 20.00 Aus Stuttgart; Ordheste.rkonzert. 20.30 Aus Stuttgart: Intermezzo;..Reinecke der Fuchs." 21.30 Aus Stuttgart: Tänze aus aller Herren Ländern. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45 See-Wetterbericht. Aus Leipzig: Max- von-Schillings-Stunde. Sonst: Berliner Programm Vollständiges Europaprogramm im„Volksfunk", monatl.% Pf., durch alle„Vorwärts- Boten oder die Postanstalten. Bcrantworllicki für Politik: Rudolf Brendeuiübl; Wirtschaft: Ö. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner; Feuilleton: Herberi�Le- vere"; Lokales und Sonstiges: Fritz Aarstädt: Slnzeigcn: Otto H e n g st: sämtlich in Berlin' Verlag: Vorwarts-Berlag G ur. b H. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei u. Berlogsauflalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 08, Lindenftr 3' Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden m jeder Mörgcn-Ausgabe des„Vorwärts" veröffentlicht. Hierzu 1 Beilage. AUGUST BEBEL, Aus meinem Leben Alle drei Teile in einem Band Ganzleinen, trüber 8.50 iew 3.7 BEBEL, Die Frau und der Sozialismus jubiläumsausgabe- Leinen, trüber 7 50 je« Liner der grodtcD üiditci deutscher Zunge, dessen Lebeos- werk unvergesscD bleibt. Line t reude lür den bücfaerlieb tiaber sind unsere herrorrageod ausgesiatteteo Auspabcri Das Werk. Zehn Bände trüber 120— ictst 4&.— Dafnis-l ieder Früher 9.— setzt 3.�5 Buch der Zeit trüber 9.— jetzt 3. Ä> Blechsdimiede. Zwei Baude Fnilier26.— jetzt 10.00 AuHerdem leüe des„Phaulasus" in fcinzelbandei» von M. 0.50 au Das törichte Herz. Roman Früher 5,25 (eht 1.65 Geschichte einer armen Johanna Tioman trütier 4.50 setzt 1.65 Peregrins Heimkehr. Roman Früher 8.— setzt 52.— Romane, Unterhaltung HANS SCHLEGÜ, Spanisciie Novellen trüber 2.80 letzt O.öa UAUDlSTtl, Wegen Trauer gesclilossen trüber 2.50 ehl«.6« ä OHKUl(�uersdiläger iKumserbucbi trüber 4.— letzt 1.65 HULtK, Der graue t ilm trübet 5,50 letzt 6.65 t'ERCH, l.iehesopler Früher 5,50 ietzl M. 65 SLLINC.'tR, Der Radien Früher 2— ietzl 6.60 liONN EL V CK t, Lokomoti vlübrergesdi lebten Früher 2.80 jetzt 1.56 FAUST. Die letzte Sdiübt trübet 2.80 iCBi I 56 CO I TCtTREU Haben Sie gelesen, dal!..' Früher 2.80 letzt 1.56 BIGLNG, Huacb. der I iget trübe, 2.80 etzt l.56 ÜktANl). Ulenbrnulc tili AN 1). Islandreise DAN TZ, Peter Mol! DAN IZ, Wollmieze Kommen Sie zu uns Kein Kaufzwang Sehen Sie sich unsere große Ausstellung an Buchhandlung J.H.W. Dietz Nfl. 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Die luiigen vou 1848 Früuer 2FO ietzl 1.46 Früher 2.80 ietzl 1.16 Früher 4.20>etzl Ä.Ä5 Früher 2 40 jetzt 1.66 IJAN 1 Z. Feter Sloli, der ebrling Früher 2.40 ent t.66 Früher 5— ietzl 38.— GERLACH lutigkämpleriniien Früher 5.50 ietzl 1.846 BEILAGE UomNZ MITTWOCH, 7. DEZ. 1932 Jo/ef Walmer: 3ohmm Augufi Suter/ Hier ist die Geschichte o o in General Johann August Suter, an der sich die Dramatiker oer gehl idi oer suchen. Wo heute die großen Sladt- San gran.jisfo Sakromento, Los Angeles stehen, wo die amerika- nische Zivilisatlon gewachsen ist wie sonst nur die Phantasiestädte des Films, war vor kauni 90 Jahren noch der berichnite und berüchtigte wilde W e st e n. Dem Namen nach gehörte dieses Land — Kalifornien— den Merikonern, in Wirk- lichkeit jagten und fischten dort wilde Indianer- stamme und keine Seele getraute sich in diese übel beleumdeten Gegenden, aus denen es keine Rück- kehr gab, wie die Trapper und Fellhändler be- haupteicn, die es auch nur vom Hörensagen wußten. Um so größer war dos Interesse an diesem Land« in einein Manne, der— den spanischen Konquistadoren nicht unähnlich— diese Wildnis mit eiiier von den Sondwichinseln her- geholten Schar Kanälen zivilisierte. Er wurde zum reichsten Mann in diesem Lande, um dann durch einen Zusall alles zu verlieren. Der Zufall. der ihn ruinierie, uwr: die Auffindung von Gold! der Mann, dessen Unglück das Gold wurde, hieß: Johann August Suter. Suter, am 1ö. Februar 1803 geboren, stammte aus einer Schweizer Papiermüllerfomilie. Als er seine Frau und seine vier Kinder verließ, verweigerte ihm der Schulze seiner Heimatstadt Rünenberg den Paß. Bei Nacht und Nebel ging er über die französische Grenze. Ohne einen Pfennig im Sack schloß er sich Handwerks- b u r s ch e n an, die er irgendwo im Burgundischen ausraubte, während sie schliefen. Nachdem er noch einem Papierhändler in Paris, der vom alten Suter Papier bezog, mit gefälschtem Kreditbrief Geld entlockt hatte, schiffte er sich nach New Port ein, wo er am 7. Juli 1831 ameri- konischen Boden betrat. Vierzehn Jahre später sollte seine Frau die erste Nachricht von ihm bc- kommen. Im Ansang geht es ihm nicht gut. Er hat jeden Monat einen anderen Beruf, aber er lernt englisch, französisch, den Negerslang und einige Indianer- sprachen. Zwei Jahre lang betreibt er in der Bor- stadt Fordham eine Branntwcinschenke, l die nur durch einen seltsamen Gast ausgezeichnet ist: Edgar Allan Poe. Immer an der Theke, erfährt er aus den Ge- sprächen der Leute alles, was sie über den Middlc- - West wissen: er hört von Abcnteurerzügen durch die Savannen, hört von einem unübersteigbaren Gebirge. Manchmal beteiligt er sich— nur mit Geld— an einer Warenkarawane zu den Jndia- nern. Und nach einigen Jahren verkaust er alles und zieht nach Saint Louis, der Hauptstadt von Missouri, wo er Boden kaust und Zucker- rohr zu pflanzen beginnt. Das ist'ein gutes Geschäft. Suter führt ein offenes Haus, ihm fällt auf, daß in den Erzählun- gen der Borüberkommcnden ein Wort immer wiederkehrt: der W e st e n. Was ist dieser Westen? Ist er nur die Heimat von Indianern und Bison- Herden? Aber diese Indianer sprechen doch alle von einem Zauberland, von Goldstädten— was steckt dahinter? Suter, ein Tatmensch, verkauft seine Farm, kauft Planwagen, Waffen. Waren und zieht schließlich im Juni 1838 mit einer Truppe los. Er kennt den Weg nach Kalisornien nicht. Niemand kennt ihn. Ende September kommt er hoch im Norden, in Fort Vancouver, an. dem Zentrum des Pelzhandels. Es gibt kein Schiff nach Kalisornien, aber eines fährt nach den Sondwichinseln. Kurz entschlosien, fährt Suter allein nach Honolulu. Dort gründet er mit Bekannten aus New Park die Sutersche Pacific Träte Co. und zahlt als Anteil 7SOOO Hollandgulden ein. Eingeborene Kanaken sollen ihm noch Kalisornien nachgeschickt werden, mit ihnen wird er Neu-Helvetien gründen. Ein Walfischsänger bringt ihn über Alaska an den Strand, wo einmal San Francisco stehen wird. 1839 ist Kalifornien noch mexikanische Kolonie. Achtzehn Missionen gibt es, sonst nur Indianer. Das ehemals blühende Land ist durch die Wirren in Mexiko ganz zugrunde gerichtet. Suter stellt sich mit 150 Kanaken dem Gouverneur A l v a- r a d o vor, entwickelt seinen Plan zur Zivilisierung des Landes und erhält eine Konzession für vorläufig zehn Jahre. In diesen zehn Iahren sind Glück und Untergang Suters beschlossen. Mit 30 Tonnen Lebensmitteln, Waffen, Saatgetreide, 50 Pferden, 75 Maultieren, 5 Stieren. 200 Kühen und 5 Schafherden beginnt er. Jeder Pflüger trägMein Gewehr auf dem Buckel. Mormonen eilen Suter zu Hilfe. Kanaken- scharen folgen nach. Suler baut, rodet, pflügt, eggt und sät. Suter errichtet Sägewerke und Speicher. Die Ernte beträgt 530 Proz. des Saatgutes. Nach zwei Iahren gibt es in Neu-Helvetien 4000 Rinder, 1200 Milchkühe, 1500 Pferde und Maultiere, 12 000 Schafe. Das Glück schüttet sein ganzes Füll- Horn über Suter. Cr beginnt zu politisieren. Suter will Kalisornien den Bereinigten Staaten zuschanzen. Er verlangt dafür die H ä l s t e d e s B o d e n s. Er hält ständig einen Agenten in Washington. Er hat eine Privat- a r m e e e. er führt Krieg mit Indianern und Desperados. Er baut ein Fort mit Wällen und Geschützen, in der Bucht liegen zwei Kanonen- boote. Indessen ist Kalisornien von Mexiko an die Der- einigten Staaten nach einem Krieg abgetreten worden. Suler ist der mächtigste Mann im Lande, er hat in der ganzen Melk Bankkonli. Von 60 Ochsenpoaren läßt er über den ganzen amerikanischen Kontinent die Einrichtung einer Dompfmühle noch Kalifornien schleppen. Wäre sie doch nie angekommen! Suter hat an seine Frau geschrieben. Mit drei Söhnen und der Tochter kommt sie nach Amerika Suter hat ein Klavier bestellt, hat einen Weinkeller angelegt, ein Schloß ge- baut. Die Ehre seines Namens ist wieder hergestellt. Er ist 45 Jahre alt und der berühmteste Mann Amerikas. An einem Ianuartag des Jahres 1848 tritt der Zimmermann M a r s h a l l, der das Fundament für die neue Dompfmühle aushebt, in Suters Arbeitszimmer. Er legt ein Stück gelben Metalls vor, es wird in Scheidewasser geprüft, es ist— Gold! Und dos ist das Ende. Denn es gelingt nicht, die Entdeckung des Goldes im Flusse geheimzuhalten. Die Arbeiter verlassen die Werkstätten, die Pflüger die Felder, alles ist vom G o l d f i e b e r ergriffen. Das unbehütete Vieh bricht aus den Hürden, RaubundBrand sind an der Tages- ordnung, die wildesten Instinkte entsesseU.„Hätte ich", schreibt Suter,„meinen Plänen folgen können, ich wäre der reichst« Mann der Erde geworden. Die Entdeckung des Goldes hat mich ruiniert." Suter, der vom Gouverneur Schutz seiner Län- Lieber Bruder, auch mich hat es jetzt erwischt: seit einigen Wochen habe ich keine Arbeit mehr. Nun fahre ich mit meiner Karre herum und suche. Da ich noch ein paar Sparpfennige habe, ist die Sache zunächst nicht aufregend. Fatal wird es erst werden, wenn die alle sind! denn in den USA. gibt es. wie du weißt, keine Arbeits- losenunterstützung bzw. Versicherung. Einstweilen, bis ich zu einer Wohltätigkeitsorganisation wan- dern muß, fahre ich in den USA. herum und sehe mir das Getriebe in den verschiedenen Staaten an. Durch Zusall geriet ich, als ich mich von B a l t i° m o r e aufmachte, in den Strom der Gold- s u ch e r. Bei uns ist nämlich wieder einmal das Goldfieber ausgebrochen. D. h. von einem Fieber wie in den Iahren 1873 und 1893 kann man kaum sprechen. Die Leute wissen schon, daß sie keine Blumentöpfe mehr gewinnen können. Sie sind sich über den derzeitigen Stand der Wirtschaftsentwick- lunq in dieser Beziehung wenigstens klar. Sie wissen, daß die lukrative Goldgewinnung großen Stiles heute eine Angelegenheit des Großkapitals, eine Sache und und Privileg von Geldkonsortien ist, daß man dazu ein großes Bankkonto und ein Büro in der New-Borker City braucht. Mit Pickel und Schaufel kann man sich höchstens und bestenfalls einen Papierdollar täglich ergraben. Die neuen Golddiggers wissen das. Aber sie sagen sich: wir haben Zeit, ob wir das Ar- beitslosenheer in Washington oder Chikago ver- mehren oder ob wir in Nebraska oder Arizona Gold graben bleibt sich gleich: vielleicht finden wir beim Golddiggen doch mal ein Nugget. das mehr als einen Dollar wert ist. Und so tippeln und fahren sie los: abgebaute Lehrer, ver- krachte Gewerbetreibende, ausgestellte Arbeiter, entlassene Angestellte. Bor allem aber— und das ist das absolut neue Moment in der Gold- sucherei: Frauen. Das Gros der Goldsucher sieht heute nicht mehr so aus wie die Diggers von l870. Da gondeln in einer noch recht anständig aussehenden Ford-Limousine zwei junge Leute da- her, als kämen sie gerade von einer netten Familienfeier beim Onkel Prohibitionsagent. Er hat einen gut sitzenden hellen Straßenanzug an und sie ein buntes, halbseidenes Fähnchen. Ein Pärchen, das sich in den Alleghany-Bergen ein einsames Plätzchen sucht, um to have a good tirne-? Rein, keineswegs: auf dem Verdeck hes dereien verlangt, bekommt Regimenter von Soldaten geschickt. Sie werfen die Ge- wehre weg und graben nach Gold. Von der Besatzung eines Kriegsschiffes kehrt keiner an Bord zurück. Der Staat ist ohnmächtig, der Staat kann Suter keine» Schutz gewähren. Zur Zeit, da Anna Suter mit den Kindern im März 1850 ankommt, ist Suters Besitz in voller Auflösung. Die Frau stirbt bald darauf. Mit Indianern, die ihm der Missionar Gabriel zuführt, macht Suter sich an den Wiederaufbau. Er baut Burgdorf für seinen Sohn Viktor, Grenzach für A r t u r. Seine Tochter Minna wird die Ermitage erben, Suters Schloß uich feine Ländereien. Emil, der älteste, soll die Rechte studieren. Er wird seinem Vater wieder zu seinem Besitz verhelfen. Denn die Hälfte des Goldes aus Suters Boden gehört nach amerikanischem Gesetz ihm.— Er wird es nie bekommen. Der Prozeß, den Suter anstrengt und den fein Sohn, inzwischen Advokat geworden, führt, ist gegen 1 7 221 Personen gerichtet, die sich aus Suters Gütern eingerichtet hoben. Der Staat Kali- fornien soll 25 Millionen Dollar zahlen, weil er sich in de» Besitz der Straßen, Wege, Kanäle, Schleusen, Brücken und Mühlen Suters gesetzt hat: die Regierung in Wo- shington soll 50 Millionen zahlen, weil sie in Suters Reich nicht Ruhe und Ordnung aus- rcchterhalten konnte, so daß er um seinen Anteil am Golde gekommen ist. Der Prozeß dauert Jahre. Am Ende des vierten Jahres zünden die Gegner die Konz- leien des Advokaten Emil Suter an, die Akten ver- brennen, das Volk tanzt einen Freudentanz um die Brandstätte. Am 9. September 1854, dem vierten Jahrestag der Vereinigung Kaliforniens mit den USA., jubelt das gleiche Volk Suter zu, der— zum General befördert— an der Spitze der Regimenter reitet. Der Bürgermeister von San Francisco schließt seine Bonkettredc mit einem Hoch auf den „unsterblichen Suter".. ,. Wagens siehst du Material zum Zeltbau verstaut und ein paar Schaufeln, Hacken und Siebe. S i e jähren zum Golddiggen. In einem„Saloon", in dem ich einkehre, er- zählt man mir, daß im letzten Monat schätzungsweise 5000 Diggers vor- beigekommen sind. Der Wirt schmunzelt, während er erzählt, erstens weil seine Kneipe seit Jahren nicht mehr soviel Gäste gesehen hat und zweitens, weil er die hoffnungsvollen Sucher be- dauert:„In den Alleghany gibt es feit 30 Iahren keine Quadratmeile, die noch nicht von den Gold- konzernen untersucht und, soweit für goldhaltig befunden, aufgekauft ist. Die richtigen Goldsucher sitzen in der Park-Avcnue in New Park!" Aber wenn man das den Diggers auch hundert- mal sagt, wenn auch das USA.-Büro of Mines vor dem„Rush" warnt, es nützt nichts:„Die Mincrs werden schon nicht alles umgebuddelt haben, weniger als nichts werden wir auch beim Goldsuchen nicht haben, und übrigens hat erst kürzlich wieder in der Zeitung gestanden, daß ein Digger in Wyoming ein Nugget im Werte von 1000 Dollar gefunden hat...!" Die einzigen, die an dem neuen Goldrush wirk- lich verd'enen, sind die K o n j u n k t u r h y ä n e n. Sie, die überall auftauchen, wo sich etwas rührt, baben natürlich auch hier schon ein lukratives Be- tätigungsfeld gefunden. Wie die Pilze schießen überall„G o l d s u ch e r s ch u l e n" aus dem Boden, die den zukünstigen Goldsucher mit geolo- gischen und sonstigen einschlägigen Kenntnissen und Ratschlägen versehen: ebenso gibt es schon eine aus dem Boden gestampfte Ausrüstung»- i n d u st r i e. Für ein paar Dollar kannst du dir im nächsten Magazin schon eine komplette Digger- ausrüstung kaufen. Ich bin drei Tage in den Minenbezirken der Alleghany? herumgefahren und habe mir die Diggerei in der Nähe angesehen. Es ist ein ziemlich t r o st l o s e s Bild. Die meisten haben sich an den Usern der Flüsie niedergelassen, um den Flußsand zu durchforschen. Es ist das relativ einfachste, erfordert weder viel Kenntnisse noch viel Ausrüstung. Aber es kostet desto mehr Zeit und Geduld. Von früh morgens bis spät abends stehen die Diggers im Wasser und sieben und sieben Manche von denen, die ich frug, hatten seit Wochen gearbeitet und noch gar nichts gefunden: der größte Teil hatte Gold- Am 15. März 1855 erlebt Suter einen neuen Triumph. Richter T h o n, p s o n anerkennt Suters Ansprüche: der Staat wird oerurteilt, Suter alles zurückzugeben. Run ist Suler wirklich der reichste Mann der Meli. Aber— nichl länger als ciuen Tag. Er nimmt sich nicht die Zeit, seinen Kindern Lebe- wohl zu sagen, er springt in den Sattel und reitet— nach Washington. Das Urteil hat er in der Tasche. Nach einem Galopp von zwei Tagen und einer Nacht langt er beim Missionsposten Ga- b r i e l s an. Kein Stern steht am Himmel, aber Feuerschein bedeckt den Horizont. 5lein Zweifel. „das Gesindel hat die Ermitage angezündet". Das Volk hat sich das Urteil Thompsons nicht gefallen lassen. General Suter besitzt nun nicht mehr, als in sckinen Satteltaschen ist. Bater Gabriel wird sein guter Engel. Er spricht dem alt gewordenen Manne Trost zu. Da Suter nach Monaten wieder nach San Francisco kommt, erkennt den Greils kein Mensch mehr. Er kehrt bei Thompson'cin und hört: Viktor ist aus der Fahrt nach Europa durch Schisfbruch ums Leben gekommen, Emil hat Selbst- m o r d begangen. A r t u r ist bei der Verteidigung seiner Farm gefallen. Nur Minna ist ge- blieben, sie wird zu Weihnachten einen jungen Zahnarzt heiraten. Jahr« vergehen. Der Staat hat dem General Suter eine Pension von 3 000 Dollar jährlich zugesprochen. Suter, sein Urteil immer in der Tasche, lebt jetzt in Washington. Der Kon- greß soll ihn anhören. Der General verlangt nur noch eine Million Dollar, zwei Jahre später be- gnügt er sich mit der Hälfte. 1870 verlangt er nur noch 100 000 Dollar,„um nicht arm in die schweizerische Heimat zurückzukehren und der Armenpflege zur Last fallen zu müssen". Von Staatsamt zu Staatsamt schleppt er sich. eine lächerliche Figur für ganz Washington. Eines Tages— im Jahre 1880— begegnet ihm ein seltsamer Aufzug: ein schreiender Verrückter wird von drei Pflegern ins I r r e n h a u s geführt. Der Verrückte erkennt den General:„Herr! Herr!" schreit er,„überall ist Gold. Ich habe es Ihnen gesagt!" Der Narr ist der Zimmermann Mar- shal. Endlich, im Jahre 1880, will der Kongreß Suter eine Entschädigung zahlen, er erlebt sie nicht mehr: am 17. Juni 1880, um 3 Uhr nachmittags, ist Suter gestorben. An einem strahlenden Sonn- staub im Tageswerte bis zu 50 Cents, der Rest bis zu ein und zwei Dollar erbeutet. Einige fand ich, die die schwere und nasse Arbeit krank g e- macht hatte und die nun ohne Arzt und Hilfe in der Wildnis lagen. Auf der Weiterfahrt nach New Pork begegneten mir immer neue Diggerfcharen. Wenn ich mich mal mit einer Gruppe unterhielt, kriegte ich immer den gleichen Einwand aus meine War- nungen zu hören:„W ir versäumen ja nichts, und ob es uns hier oder dort s ch l e ch t g e h t i st g l e i ch!" Well. In N e w P o r k bin ich dann durch die G o l d- st r a h e n gegangen, durch die Wohnviertel der großen amerikanischen Goldhyänen, durch die Park-Avenue, durch die Fisht Avenue. Hier wohnen die„oberen Zehntausend". Es sind wirk- lich zehntausend. Sie sind, wie ich mir von einem Rew-Porker Freund, einem Beamten am Sta- tlstischen Amt, habe sagen lassen, zusammen u n- gefähr 4 Billionen Dollar wert. Der Durchschnittsjahresverbrauch dieser 5000 Millio- närsfamilien ist 60 000 Dollar. Mit rund 200 000 Goldmark„fristet" so ein armer Millionär jähr- lich sein Leben. Fast 1000 Mark im Tage braucht er, um standesgemäß leben zu können. Früher, vor dem berüchtigten„Schwarzen Freitag", hat er das Doppelte verbraucht. Jetzt, unter der Wirtschaftskrise, mutz er sich einschränken. Ich stand vor einem der Paläste, mit prunkhaft- kitschigem Marmorportal, Bronzeverzierungen, protzig-breiten Marmortreppen, und dachte an die schwer schuftenden, kranken und hungernden Gold- digger in den Alleghamzbergen. Sie haben die Luxusjachten, die Paläste, Rollsroyces, die Gold- depots dieser großen Monneymaker erschuftet und bezahlt. Dafür dürfen sie jetzt in Colorado und in Arkansas und Arizona Gold waschen und hun- gern. Das alte Spiel der kapitalisti- schen Wirtschaft:„das große Nugget mir, das kleine Nugget dir!" wird weitergespielt, frei- lich nunmehr in einer schon beinahe grotesken Art. Mir dem Schwinden der Prosperity beginnt nämlich das kleine Nugget der Arbeitnehmer sich allmählich in das absolute Nichts aufzulösen, während das große Nugget der Monneymaker— Arbeitgeber kann man nicht mehr gut sagen— immerhin noch 4 Billionen Dollar schwer ist und z. B. vor kurzem einem der Park-Avenue-Papas immer noch gestattete, seiner Tochter einen Ver- lobungsabend anzurichten, der nicht w e» niger als 40000 Dollar kostete: die Deko- ration der Räume verschlang allein 5000 Dollar. Golddigger an den Flüssen der USA. und Park- Avenue in New Dork: der eindringlichste An- schauungsunterricht, den sich die Wirklichkeit aus- denken konnte. Qoldfieber in HISA. fßrief eines deulfchen Jlrbeilers/ Vliigeleill von Jteinsi f'isgrnber Was die Sportler leisten Eine lehrreiche Gegenüberstellung Fast zu gleicher Zeit bringen die Arbeitersport- ler wie auch die in den bürgerlichen Verbänden Organisierten die Listen ihrer Spitzen- l e i st n n g e n heraus. Die Angaben beziehen sich insbesondere auf die Disziplinen in der Leicht- athletik. Eine Gegenüberstellung der Leistungen unserer Arbeitersportler mit denen der Bürger- lichen zeigt zwar erhehliche Unterschiede, beweist aber dennoch, daß das ungeheure Tamtam, das die Sensotionsblätter um die bürgerlichen Sport- ler machen, oft genug eben nur Stimmungsmache und Reklame ist. Im Hundertmeterlauf erreichte der Arbeitersportler Neumann-Bochum die Zeit von 10.7 Sekunden, während Jonath-Bochum von der anderen Fakultät als deutsche Höchstleistung 10.3 Sekunden benötigte. Hier ist der Unterschied erheblich: immerhin ist der Hundertmeterlauf eine von den meisten Sportlern so stark umworbene Uebung, daß hier tatsächlich nur die Allerbesten Aussichten auf Höchstleistungen haben. Borch- meyer-Bochum lief die 2 0 0 M e t e r in 21,2 Sek., während der beste Arbeitersportler, wiederum Reumann, 22,3 benötigte. Derselbe Neumann ist im Vorjahre bereits 22.1 Sek. gelaufen: diese Höchstleistung hat sich also für das Jahr 1932 im Arbeitersport nicht halten können. Für die 4 0 0- Meter-Strecke brauchte der Arbeitersportler Hoch-Wien 51,8 Sek., im Porjahre wurde die Höchstleistung mit 51,2 Sek. gehalten. Metzner- Frankfurt a. M. brauchte für diese Strecke nur 47,8 Sek. Die Höchstleistung über 800 Meter hält bei den Bürgerlichen Dr. Peltzer mit 1,53,8 Min., während die entsprechende Zahl bei dem Arbeitersportler Schirdewahn-Feuerboch voll« 2 Min. beträgt. Für die längeren Strecken, zu- nächst den 1 5 0 0> M e t e r» L a u f. ist der alte Wagener-Leipzig seit Iahren im Arbeitersport der Rekordhalter. Er lief die 1500 Meter 1932 in 4,07,0 Min., während sein Gegenspieler von den Bürgerlichen, Wichmann-Berlin, 3,58,2 Min. be- nötigte. Die Zeiten für den öOOO-Meter- Lauf sind bei dem Bürgerlichen Holthuis-Wcener 15,08,0 Min., bei den Arbeitersportlern 15,39,7: Weigel-Wien ist hier der schnellste Läuser. Im Hürdenlauf über 110 Meter hält die Höchst- leistung Pflüger-Botnang mit 15,6 Sek., von den Bürgerlichen Weltscher-Frankfurt a. M. mit 14,8. Interessant sind auch die Ergebnisse in den Sprungkonkurrenzen. Hier hält im Weit- s p r u n g mit 7,09 Meter Wagner-Dresden bei den Arbeitersportlern die Höchstleistung, bei den anderen Biebach-Halle mit 7,42 Meter. Der Arbeitersportler Wilde-Benickenbeck erreichte im Hochsprung 1,82 Meter, Boneder-Regensdurg 1,92 Meter. Im Stabhochsprung erreichten die Bürgerlichen 35 Zentimeter mehr als die Arbeitersportler. Die Zahlen sind hier für Wegener-Halle 4 Meter, Huber-Rosenau 3,65. Das Diskuswerfen sieht den Arbeitersport- ler Wotabek-St. Pölten mit 42,85 Meter als Rekordhalter: sein Gegenspieler Sievert-Eims- büttel warf 48,23 Meter. Bei den Leistungen ist die Trainingsweise zu berücksichtigen. Wer bei den bürgerlichen Sport- lern Aussicht hat, ein Spitzenkönner zu werden, der wird vom Berein sowohl wie auch vom Verband mit allen möglichen Mitteln trainiert. Ost erfolgt Freistellung von der Arbeit, oft sind die Leute als Sportlehrer angestellt, so daß sie eigentlich nur gute Arbeiter in ihrem Berus sind. wenn sie Spitzenleistungen vollbringen. Wie e« bei den Arbeitersportlern ist, brauchen wir nicht erst hervorzuheben. Bei entsprechendem Training würden unsere Leute sicher das gleiche wie die anderen leisten. ten den dritten Sieg in dieser Serie. Die einzelnen Ergebnisse sind: Nitt« gegen Karlshorst, Männer N: Mitte am Barren Ivö. am Pierd 123, am Reck 131, Eymnastil 33, insgesamt 123 PunÜe. Karlshorst am Barren 131, am Pjerd 12g, am Reck 133. Snmnastii 3«, insgesamt 132 Punkte.— Mlttc gegen Karlshorst. Männer C: Mitte am Barren 133, am Pferd 1S2, am Reck 133, Eymnastil 33, insgesamt 32a Punkte Karlshorst am Barren 133, am Pserd 13g, am Reck 117. Gnmnastik 33, insgesamt ISI Punkte.— Mitte gegen Norden I, Frauen B; Mitte am Barre» 11g, am Pserd III, am Reck III, Gnmnastik 31. insgesamt 131 Punkte. Norden i am Barren IM. am Pferd 113, am Reck 131, Gnmnastik 32, insgesamt 302 Punkte. Wird Berlin es schaffen? Zur Bundesmeisterschaft des Arbeiter-Schachbundes 1. Kreis Berlin 2.„ Harburg 3.„ Elberfeld 4.„ Offenbach 5.„ München Nachdem nun die Wettkämpf« um die Kreis- msisterschaften des Deutschen Arbeiter- Schachbundes beendet sind, findet im Früh- jähr nächsten Jahres die Vorrunde um die Bun- desmei st erschuft statt. Don den 41 Bezirks- meistern fetzten sich nachstehende Städtemann- schaften als Kreismeister durch: 6. Kreis Dresden 7.„ Breslau 8.„ Jena 9.„ Hannover 10.„ Danzig. Die Zusammenstellung ist sehr interessant. Wir vermissen Mannschaften darin, die es in früheren Bundeswetlkämpsen sogar bis in die Endrunde bringen konnten, z. B. Hamburg, Essen und Mannheim. Doch die Entscheidungen sind gefallen. Jetzt wird die Frage akut: Wie wird es weiter werden? Zehn Kreismeister werden in drei Runden die Bundeswetttämpfe bestreiten. Kenner blicken bei der Behandlung der Frage nach dem Sieger nach München, doch glauben die Berliner noch ein Wörtchen mitreden zu können. Das jeden Montag in Ewalds Aereinshaus, Skalltzer Straße 126(Nähe Hochbahnhos Kott- busser Tor) laufende Meifterturnier der Freien Arbeiter-Schachvereinigung Groß-Berlin, daß die Berliner Kämpfer ermitteln wird, nähert sich.n der Vorentscheidung dem End«. Den Stand der bisherigen Spiele zeigen folgende Tabellen: .�-Gruppe: 1. Vogt(Berliner Meister 31) P.(1 Hängepartie): 2. Jeschke 5H P., 3. Na- wothnig 4% P.(2 H), 4. Steinack, Willi Z'A P.. 5. Wolski 3 P.(1 H.). 6. Daily 3 P.; 7. Kinzel 3 P.. 8. Mellnitz P.(1 H) 9. Wiese 2 P. (1 H.), 10. Cyber 2 P., 11. Kettler 2 P. und 12. Künert, Herbert. VA P. L-Gruppe: 1. Berndt 554 P., 2. Witte 5 P., 3. bis 5. Steinack, Kurt, Nadoll und Kahlert je 414 P., 8. Weitzel 4 P., 7. Hoffmann 3 P., 8. Gerstenberger 254 P., 9. bis 10. Schaadl und Wulf je 2 P.(1 H.) und 11. Sielaff A P. E-Gruppe: 1. Borges 554 P., 2. Grögcr 454 P., 3. Fritsche 4 P.. 4. Nielsen 354 P., 5. Steinberg 354 P.(1 S).\ 6. Pietzke 344 P., 7. Kuhnert, Hans 3 P.(2 H.), 8. Ehrich 3 P., 9. Steinack. Heinz, 3 P., 10. Hanke 254 P. und 11. Malchow 2 P.(1 H.). Die Geräteserie Karlshorst schlägt Mitte Bei den Serienwettkämpfen im Geräte- turnen der letzten Woche gab es insofern eine Ileberraschung, als der Bezirk Mitte der FTWB. in der Mittclstufenklosse vom Bezirk Karlshorst. wenn auch nur knapp, geschlagen wurde. Erklär- lich erscheint die Niederlage, wenn iMn bedenkt, daß bei den Äärlshorstern ein sehr guter Ober- stufenturner mitwirkte. Da er aber der einzige in Karlshorst ist, so lann gegen sein Verbleiben in der Mittelstufe nichts gesagt werden, da ja seine Hebungen nicht»ach der Schwierigkeit, sondern nur nach Ausführung und Aufbau gewertet wer- den. Der äußerst interessante Kamps hatte zahl- reiche Zuschauer zur Halle in der Gartenstrahe gelockt. Am Barren ging Mitte noch mit fünf Punkten in Führung: aber bereits am Pferd hatte Karlshorst alles wieder aufgeholt. Mtt 432 zu 423 Punkten bleiben die Karlshorster knappe Sieger.— In der Ansängerklasse konnten die Karlshorster an Mitte nicht heran. Wohl gaben sich alle Turner die größte Mühe, aber Mitte stellte die ausgeglichenere Mannschaft und blieb mtt 520 zu 494 Punkten siegreich. Mitte« Frauen hatten Norden I zu Gast und wie vorauszusehen war. gewann Norden glatt. Bei Mitte fehlt eben noch das flüssigere Turnen und der exakte Abgang. Wenn man vom Barren herunterfällt wie ein Mehlsack, dann nutzt auch die schönst« Uebung nichts. Norden I holte sich mit 502 zu 434 Punk- Kurz und gut Interessantes aus aller Welt Ringkämpfe im Zirkus Rusch. Weltmeister Grüneisen, der am Vorabend mit seinem stärksten Gegner, dem Spandauer Pohlfuh erstmalig unentschieden rang, mußte gestern wieder gegen den überaus gewandten Nachwuchsringer Mosig zum Entscheidungskamps antreten. G. konnte mit seiner Ringkunst den Breslauer Mosig trotz hervorragen- der Gegenwehr in der 46. Minute durch einen Ueberschlag bezwingen. Der Bremer Wolke warf Fischer in der 11. Minute und Krummin siegte über Paßinann nach 17 Minuten Ringzeit. Die beiden Schweren Griki? und Weinura trennte ein Unentschieden. Heute stehen wieder gute Paarun- gen auf dem Programm. Berliner Arbeiterringer in der Rheinpsalz. Die Berliner Städtemannschaft der bundestreuen Arbeiterrtnger, die zu einer mehrtägigen Tournee durch die Rheinpfalz verpflichtet wurde, muhte in jedem Kampf ihr ganzes Können hergeben, um sich gegen die kampfstarken Gegner zu behaupten. Der erste Städtkampf fand vor völlig überfülltem Haus in Oppau statt, hier siegten die Berliner mit 15: 13 Punkten. Im Federgewicht mußte Schlicketsen die Punkte dem Gegner aus Oppau abtreten, Hüffner holte die Punkte im Bantaw- gewicht für Berlin. Der Halbschwere Lorbeer konnte die erste Begegnung siegreich beenden und in der zweiten Runde erreichte er ein Un- entschieden. Hartmann, A. Wittkamm, Höhne und Wörth gingen in beiden Runden über die Zeit. Die Berliner statteten den Massengräbern der 800 Toten von der Explosionskatastrophe des Anilinwerkes in Oppau am 21. September 1921 einen Besuch ab. Nach dem überaus schweren Treffen in Oppau mußten die Berliner am Sonn- abend gleich ihre größte Kraftprobe bestehen, und zwar gegen den Bundesmeister im Mannschasts- ringen, dem Kraftsportklub Friesenheim. In dieser Meistermannschaft vertraten einig« Olymplade- teilnehmer und-steger die Farben der Friesen- heimer. Die Berliner konnten gegen den in vielen nationalen und internationalen Kämpfen erprobten Meister ihren Sieg in Oppau nicht wieder- holen und unterlagcn mit 454; 2354 Punkten. In Frankenthal erreichten die Berliner ein 10: 18- Punktergebnis. „Bretter raus und mitgesaust." Das Reisebüro des Touristenvereins„Die Naturfreunde" hat in einem kleinen, geschmackvoll aufgemachten Prospekt sein« diesjährige Ski- und Winterreisen an- gekündigt. Wir verzeichnen daraus: Weihnachts- Wanderung nach dem Harz, 24. bis 26. Dezember, Wernigerode, Brocken, Oderbrück, Goslar. 24. De- zember bis 1. Januar Skisahrt ins Riesengebirge. 24. Dezember bis 8. Januar Skifahrt ins Riesen- gebirge. 28. Januar bis 12. Dezember Skisahrt in die Steiermark. 28. Januar bis 12. Februar Skifahrt ins Erzgebirge. 18. Februar bis 5. März Skifahrt in die Kitzbüheler Alpen. 18. Februar bis 5. März Skifahrt ins Riesen- gebirge. Alle näheren Angaben sind im Reise- büro, Berlin N. 24, Johannisstr. 14/15(Telephon: Norden V 1 4177), zu erlangen. Die Frau im Arbeikersport. Den schönsten Film des Arbeiter-Turn- und Sportbundes zeigt Volks- spart Wedding heute, Mittwoch, 20 Uhr, in der Aula Pank- Ecke Wiesenstr. Interessenten können noch Karten zu 25 Pf. an der Schule erhalten. UZerbe-Boxkämpse. Donnerstag. 8. Dezember, 20 Uhr. kommen in der Turnhalle Bromberger Straße 14(nahe Bahnhof Warschauer Straße) Werbe-Boxkämpse der Arbeiterathleten zum Austrag. Außer einem Schülertournier kommen noch vier Kämpfe von Fortgeschrittenen zur Durch- führung._ 10. Dezember: Städtewettkampf! Am 10. Dezember, 20 Uhr, findet auf dem Ge- biete des Kunstturnens die größte Beranstaltung des Jahres statt. Im Saalbau Friedrichshain werden die Kreismannschaften von Thüringen und Berlin sowie die Städtemannschast von Chemnitz im Arbeiter-Turn- und Sportbund gegeneinander antreten. Das Tressen wird schon aus dem Grunde ein seltenes Erlebnis sein, da die Olympia- meister der Wiener Olympiade in der thüringi- schen Mannschaft unter den Teilnehmern zu finden sind. Alle Wiensahrer werden es mit Freude begrüßen, dies« Könner des Geräteturnens sehen zu können. Aber auch diejenigen, die in Wien nicht dabei waren, sehen dem Kommenden voll Erwartung entgegen, um das, was sie in den Be- richten aus Wien über diese Großen des Kunst- turnens gelesen haben, selbst zu erleben. Die Mannschaften werden wir in den nächsten Tagen bekanntgeben. Frei« Tnrncrschait Sr»�.B«rli». Große Frauenausschuß- sitzung Donnirslaa, 3. Dezember, 19u Uhr, Nreisgeschäfls- stelle, ElsSsscr Sic. SV. Anwesenheit interessierter®c- nossinnen erwitnscht.— Bezirt fflUtc. Heute, Dienstag, fällt der Turnbetrieb aus. Dasiir gemeinsamer Badeabens Gartenstrastc.— Ruderbezirt. Donnerstag, 8. Dezember, 2ll Uhr. Sitzung, Näpenicker Str. 137.— Rauubezirt. Donnerstag. 8. Dezember, lb>z Uhr, Generalversammlang bei Ewald, Skalitzer Str. I?».— Bezir! Lichtenberg. Funk- tionärsttzunq am 8. Dezember sälli aus. Dafür Montaa, 17. Dezember, im Bereinslokal.—«czirl vstca. Funk. tionärsitzung Freitag, V. Dezember, 21>2 Uhr, bei Bauer, Tilstter Str. 27. Reichsbanuei-Waflersvort-Abteilnug, Zug itöpeaick. Donnerstag, 8. Dezember, 21 Uhr, üastenrudern bei Sanb. Stadtbahnbogen Bahnhof Tiergarten, Bach- Gcke Sux. havcner Straße. Sonntag, 11, Dezember, ll Uhr, ikrgän- zungssport, Bootshaus, spätestens 10 Uhr Sportplatz Ndvenick. 13 Uhr Zugversammlung im Bootobaus. An. schließend Portrag des Genossen Buck über„Aufbau de» ATSB." Gäste willkommen.— z»g Tegel. Donnerstag, 8. Dezember, Raftenrubern bei Sanb, am Bahnbos Tier- garten, 21 Ubr. N-uanm-lbungen dalelbst, sonst tägliä, im Bootshaus Tegel. Userstr. 1, oder bei Ortmann, Siglo- mundhos 8, b. Liepe. Sonntag, 11. Dezember, 10 Ujji, Handballspiel, Sportplatz SGarnweberstraße. Aartrllbezirke Webbing. Reinickendorf und Pank»». Uebungsabenb der Sportlerhundertschaften Donnerstag. 8. Dezember, A> Uhr, in der TarnhaUc Müller-. Elke Trift itraße. Turnklcidung ist mitzubrinaen. Bezirtelortell Webbing. Filmvorführung:„Die Frau im Arbeitersport" beule. 20 Uhr, Aula Pank, Ecke Wiesen- straße, Eintritt 23 Ps, Teilnehmcrzahlen zum ..Neue Festkultur" müssen umgehend gemeldet Termin wird noch angesetzt. Portrag «erden. rKt K iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiMiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiminmiiiiiii Kreuzworträtsel Waagerecht: 1. chemisches Element: 4. Bogel: 6. weiblicher Vorname; 7. Pelzart: 9. vulkanisch« Mass«: 11. männliches Rind: 12, deutscher Romanschriftsteller: 14 türkischer Vorname: 15. geographische Bezeichnung: 16. rö- mischer Kaiser: 19. inneres Organ: 21. französi- scher Marschall: 22. freudige Emvsindung: 23. griechischer Buchstabe: 25. menschttche Ber- nnlagung: 26. Einfassung.— Senkrecht*. 1. Geschwulst: 2. altes Weinmaß: 3. Längenmaß: 4. altspanische Münze: 5 Nebenfluß der Donau: 7. orientalischer.Herrichertitel: 8. Hoher- prjefter: 10. nrientalischcr Dichter des Mittel. alters: 11. Dudeljackgebläse: 13. salzhaltiges Wasser: 15. Tanzschritt: 17. Gartenanlage: 18. Teil der Kirche; 19 Haarfarbe: 20. Element: 24. Stadt an der Ctsch.— Kr.— Rätselgleichung a+ b+(e— 3) 4-(d— 21+(e_ 1) 4.(|_ 1) = x. a— französischer Artikel: b=: chemischer Grundstoss: c— Göttin: d= Teil de, Kopses: e Nahrungsmittel: i= Getränt:%~ Werkstatt. H.S. Silbenrätsel a ar bin bo chiv dat de de del M e ei eis el en ftn ge ge gies in k« ko la lie mar nel nen ner nes nie nik nis 0 pie r« rei ro scho se sei sel sel sen ser son ster ster stuhl ta tel to tri u vo wie wis zi zi.— Aus obigen Silben stich 19 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten, deren dritte Buchstaben von unten nach oben gelesen, einen Sinnspruch ergeben (dt— 1 Buchstabe). Bedeutung der einzelnen Wörter; 1. Kleines Raubtier; 2. Ort im Harz: 3. Blum«: 4. Körperorgan: 5. Mönchsorden; 6. Hafenstadt a. d. Ostsee: 7. weibl. Borname 1 8. Mem'chenrasse: 9. Südsnicht: 10. Aufbewah- rungsort amtlicher Schriftstücke: 11. Humor, deut- scher Dichter: 12. Naturerscheinung: 13. indu-. strielles Unternehmen: 14. Garrenmöbel: 15. Pflan- zenkunde: 16. erfrischendes Getränk: 17. Musik- stück: 18. Hirngespinst: 19. Stofsort. stst. Welche Städte sind es? Loden, Leine, Riese, Eisen, Eulen, Herper, Rochen, Rebus, Dürer. Die obigen Wörter sind in«tädtenamen umzuwandeln. Zu diesem Zweck entnehme man jedem Wort einen Buchstaben und ersetze diesen durch einen anderen. Die Ansangs- buchstaben der Städte ergebe:*, von oben nach unten gelesen, eine Landschaft in der Mark Brandenburg. Verwandlungsrätsel Au» dem Wort Ozean ist das Wort Stint durch mehrere Verwandlungen zu bilden. Die jeweils zu verändernden zwei Buch- ftaben sind durch Kreuz« markiert. Wie lauten die Zwifchenwörtsr? nie. Mlösuugev der letzten Rätselecke Schachbrett-Rätsel: 1. Hannover: 2. Neunauge; 3. Harmonie: 4. Dortmund: 5. Sper- ling; 6. Fasching: 7. Rußland: 8. Nürnberg.— Diagonale: H e rtlin g. Magische Figur: 3. Zlkazie; 4. Satire. 1. Brokat: 2. Rogat«: kk. Königszug Rösselsprung: Was die Natur dir hat gegeben, Benutz' dein zugewoznes Teck. Benutz' es durch dein ganzes Leben Zu beiner Brüder Gluck und Hell. E. Rittershaus. Silbenkreuz: 1"+' 2 Sender: 3+ 4 Kelle; 5+ 6 Eifel; 7+ 8 Schauen: 4+ 2 Leder; 5+ 1 Eisen: 6+1 Felsen; 7+3 Schaukel: 5+ 4 Eile; 7+ 2 Schauder: 4+1 Oe'en; 7+ 6 Schaufel: 8+ 3 Verwandter; 6+ 2 Felder; 1+ 3 Senkel. Schieberätsel: Argentinien. Abzählrätsel(durch 6 abzuzählen): Ein rechter Mann hat zwei Gesichter, die er hält, das eine auf sein Haus, da» andere auf die Welt. Da» freundliche Gesicht, das wendet er ins Hau», da» ernste aber kehrt er in die Welt hinau».