Nr. 211. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1.10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen = in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amf I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: „ Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. " Paris, den 6. September. Mittwoch, den 9. September 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: " " B Wozu der Patriotismus dient.usammengekommen waren, um den Kongreß zu schließen, das ihnen die Luft zur Propaganda unter den Bergarbeitern fü felbe patriotische Gesindel die Fenster der Wohnungen von immer vertrieben zu haben. Aber am folgenden Sonntag gingen Delory und Delesalle mit Steinen einwarf und die Vorder- Ghesquière und Duvernay, beide Generalräthe, nach Wahignies, Liebknecht, Singer und Fischer werden sich noch der Worte seite des Hotels zerstörte, in welchem die französischen Delegirten in der Nähe von Billy Montigny, um eine Versammlung abLafargue's bei ihrem Empfang auf der Mairie von Lille er abgestiegen waren und welches einem Sozialisten gehört, zuhalten. Die" Patrioten", die am Bahnhof auf sie gewartet innern, während die von den Fabrikanten und Pfaffen bezahlte der als Unteroffizier den Krieg von 1870-71 mitgemacht hatten, pfiffen zwar, ließen sie aber unbelästigt zur Versammlung und von der Polizei beschütte Radaubande auf der Straße hat. Während nun die Kapitalisten und Pfaffen von gehen, die auch nicht gestört ward. Allein am Abend, als die zwei brüllte: Nieder mit den Preußen! Es lebe Frankreich! Ab- Lille in dieser Weise ihren glühenden Patriotismus be- Genossen über das Feld weg zurückkehrten, wurden sie von dankung! Abdankung!*) thätigten, empfingen in Paris die patriotischen Pfaffen Patrioten, die von Gendarmen begleitet waren, übers Kamerad Liebknecht, sagte Lafargue, Du mußt Dich des mit dem Entzücken mystischer Freude einen Trupp deutscher fallen. Duvernay wurde in einen Graben geworfen und herzlichen Empfanges erinnern, den Dir im Jahr 1892 das Katholiken, mit Priestern und Kaplänen an der Spize, die in Ghesquière durch mehrere Mefferstiche verwundet. Auf ihn Voitvon Marseille bereitete, Dir der Du mit der Kirche zum heiligen Herzen" auf dem Montmartre in ihrer hatte die patriotische Mordbande) es hauptsächlich abgesehen. Deinem und unserem Freund Bebel und den übrigen nationalen deutschen Sprache predigten. Zum Glück sind seine Wunden, obgleich schwer, doch nicht tödtlich. Kameraden der deutschen Sozialdemokratie Deine Freiheit Die Pfaffen und die Kapitalisten wollten durch diesen Lärm Schlagt die Hunde todt!" Sie haben es verdient," schrie einer geopfert haft, um die Erdrückung des republikanischen Frank- und diese Gewaltstreiche die Wähler eines Bezirks von Lille der Bandenführer. Die Gendarmen rührten sich nicht. reich zu verhindern. Du mußt Dich auch des be- beeinflussen, der einen Generalrath zu wählen hatte. Die Arbeiter- Duvernay erzählte diese Schandthaten am folgenden Tag in geisterten Empfanges erinnern, den der Gemeinde bevölkerung von Lille beantwortete die patriotischen Herausforde der Sigung des Generalraths und fragte den anwesenden rath von Paris in feinem Stadthaus den deutschen rungen derart, daß sie beim ersten Wahlgang den Internationalisten Präfekt, ob die Gendarmen Befehl empfangen hätten, die französi Delegirten zum Internationalen Arbeiterfongreß des Jahres Ghesquière wählte. Der erbärmliche Fehlschlag ihres Manövers schen Sozialisten für Rechnung der Grubenbesitzer ermorden zu lassen, 1889 zu theil werden ließ, und es muß Dir seltsam entmuthigte jedoch die Pfaffen und Kapitalisten des Nordens nicht. Die großentheils Ausländer- Belgier- find; er gab Namen. Der vorkommen, hier in Lille, in dieser Arbeiterstadt, die soeben Seit sie im vergangenen Monat Mai die Gemeinde- Verwaltung Präfett Vel- Durand, der sich weiland als Sous- Präfekt bei der von der Arbeiterpartei erobert worden ist, dieses Gebrüll des von Lille, Hellesmes, Croix u. s. w. in die Hände der Sozialisten Megelei von Fourmies feine Sporen verdient hat, blieb so uns chauvinistischen Heuchelpatriotismus zu hören, gegen den der fallen gesehen, sind sie vor Wuth ganz aus dem Häuschen und beweglich wie seine Gendarmen und antwortete ausweichend. gleichzeitig ertönende Gefang der Internationalen"**) zornigen wollen um jeden Preis der sozialistischen Propaganda Einhalt Gut, so gehen wir bewaffnet!" erwiderte ihm Duvernay. Protest erhebt. thun, die sie aus all ihren politischen Positionen zu vertreiben Diese Szenen tumultuarischer Gewaltthat, die von den Arbeits Glaubt nicht, deutsche Freunde, daß diese Niedertracht Euch droht, von denen aus sie die Arbeiterklasse so lange beherrschten. Vom gebern ohne Bedenken in Szenen des Mordes verwandelt würden, gilt, der deutschen Sozialdemokratie, die Ihr hier vertretet sie Präfekten des Nord- Departements unterstützt, der die Regierung wenn nur die Straflosigkeit ficher wäre, werden die gilt uns, der französischen Sozialdemokratie, vertritt, haben sie sich entschlossen, zur Gewalt ihre Zuflucht zu sozialistische Propaganda natürlich nicht aufhalten. Sie haben der die Kapitalisten und Pfaffen, durch gemeinsamen nehmen. Vor drei Wochen begaben sich Delory und Ghesquière, im Gegentheil statt der von den Urhebern beabsichtigten, die Haß geeinigt, geeinigt, den Tod geschworen haben, die fie von Evrard, dem Sekretär der Gewerkschafts- Kammer, begleitet, umgekehrte Wirkung gehabt; sie haben die Bergarbeiter dermaßen heute bedrohen und morgen ermorden zu können zu einer Versammlung nach Billy- Montigny, einem Bergarbeiterdorf empört, daß auf ihrem jüngsten Rongreß, in Lens, der Vorschlag hoffen. Horcht! Der Ruf, der in dem Lärm bei Arras. Der Bürgermeister des Drts, der Grubenbesißer und ein gemacht wurde, unter der Leitung des Syndikats eine braußen vorherrscht, ist Abdankung!( démission). Delory, der Bruder des Ex- Handelsministers Lourties ist, bot die Gendarmerie auf, Reihe von Versammlungen mit Rednern der Arbeitererste sozialistische Maire, den Lille hat, soll abdanken. Und nicht um die Ordnung zu bewahren, sondern um die, welche partei zu veranstalten. Und obgleich den Delegirten vor Delefalle, der zweite Adjunkt des Maires, soll ebenfalls seinen Unordnungen hervorriefen, zu beschützen. Die drei Genoffen gestellt wurde, daß sie durch Annahme dieses Antrages die gefeßPlay räumen. Er ist ein großer Verbrecher in den Augen der wurden, als sie am Bahnhof ausstiegen, von einer Bande mit liche Existenz des Syndikats gefährdeten denn nach dem Herren Patrioten, denn er hat die Geschäftsbücher der dem Ruf: Nieder mit den Preußen! Mieder mit den Vaterlands- reaktionären Gefeh, das wir den Herren Kammer- Bourgeois fapitalistisch pfäffischen Gemeindeverwaltung zu prüfen, die losen!" empfangen. Man ging mit Stöcken und Steinen auf sie verdanken, darf keine Gewerkschaft( Syndikat) sich mit Politik durch die Sozialisten gestürzt worden ist. Vorige Woche hat er los und zerstörte die Scheune, in welcher die Versammlung beschäftigen, oder mit einer politischen Partei in Verbindung seinen ersten Bericht über eine der Geschäftsoperationen dieser stattfinden sollte, unter den Augen der ruhig zusehenden Polizei, treten, so stimmten doch von 72 Delegirten 28 für diesen ehrenwerthen und patriotischen Gemeindeverwaltungen nieder die den Befehl bekommen hatte, die Sozialisten todtschlagen zu Antrag. gelegt, und es ist ein kleines Panama, bas er enthielt lassen. Der Polizeikommiffär, ber es versuchte, seine Pflicht zu Da die Kapitalistenpresse die Unverschämtheit hat, dieses hunderttausende und hunderttausende von Franks gestohlen und thun und seine Amtsschärpe anlegte, um den Wüthenden, von Votum als eine Niederlage der Sozialisten zu bezeichnen, so unterschlagen!" Patriotismus und Schnaps Betrunkenen Einhalt zu thun, laufen bei dem„ Reveil du Nord", bem sozialististischen Zentral Was Lafargue damals sagte, erwies sich als so wahr, daß wurde geschlagen und mit Füßen getreten. Niemand organ Nordfrankreichs, Tag für Tag Briefe von Bergarbeitern die patriotischen Manifestationen auch nach der Abreise von wurde verhaftet doch nein, ich irre mich und Syndikatssekretären ein, welche erklären, warum auf dem Liebknecht, Singer und Fischer andauerten, und daß den darauf die Gendarmen führten einen Bergarbeiter ab, der Sozialist war; Kongreß so gestimmt werden mußte, und welche sozialistische folgenden Sonnabend, während die Sozialisten im Liller Theater freilich man wagte nicht, ihn in Haft zu nehmen. Evrard, ein Redner zu Versammlungen einladen. alter Soldat von 1870/71, der das ganze Grubenpersonal fennt, Dieser Patriotenrummel ist zu durchsichtig und anrüchig, um veröffentlichte zwei Tage nach diesem Vorgang die Namen der jemanden täuschen zu können, und, wie der Nationalrath der Partei Obersteiger und Steiger, welche den Ueberfall auf die in seinem letzten Manifest sagte: der Chauvinismus und Sozialisten befehligt hatten, und da stellte sich heraus, daß diese der Anarchismus, diese zwei Ießten Waffen patriotischen Franzosen" Belgier waren. Der Bürgermeister der kapitalistischen Gesellschaft in ihrem hoffnungsCourties war auf seine Heldenthat so stolz, daß er die Frechheit Tosen Kampf gegen den vorstürmenden Sozialismus, sind ihr hatte, einen Brief drucken zu lassen, in dem er sagte: So in den Händen zerbrochen worden der Chauni. empfangen die patriotischen Grubenarbeiter die Vaterlandslosen nismus in Lille, der Anarchismus in London. von Lille, die mit den Liebknecht und Konsorten aus Deutschland in Champagner Brüderschaft getrunken haben!" # *) Delory, der sozialistische Maire, sollte zur Abdankung gezwungen werden das war der Zweck, den der Skandal hatte; die Preußen" waren nur der Vorwand. Und da der Bwedt nicht erreicht ward, mußte die reaktionäre Regierung hintennach Delory seines Amtes entheben, weil er den Krawall ohne Blutvergießung unterdrückt hatte. **) Die Arbeiter auf der Straße sangen die herrliche, namentlich in Nordfrankreich und Belgien allgemein verbreitete Hymne der Internationalen, deren Text und Melodie ja auch in Deutschland nicht unbekannt ist leider nicht genug bekannt. 68] Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. Die Kapitalisten glaubten die Sozialisten eingeschüchtert und *) echte Mordspatrioten! Gallus. nothwendig, wird nicht verlangt. Können wir frei genannt waren, obgleich sie um so mehr an einem Manne bes werden? fönnen wir uns rühmen, Republikaner zu sein, fremden mußten, der im gewöhnlichen Leben so ruhig war, wenn ein Ausländer uns so aufgedrungen wird? Nein, und seine Leidenschaften so sehr in der Gewalt hatte. Je Roman von Edward Lytton Bulwer. wir wollen frei sein in der Wirklichkeit, wie dem Namen mehr aber das Glückt ihn begünstigte und je mehr seine Allerdings, Nina, allerdings. Der Himmel wird den nach. Außerdem," fuhr der Tribun in ruhigerm Tone Macht zunahm, desto häufiger und angreifender wurden beschützen, den er mit so erhebenden Visionen der Erlösung fort, scheint mir dieses nicht sowohl kühn, als auch politisch auch diese Anfälle, als ob die überreizte Stimmung des des Landes, der wahren Kirche, der Freiheit und des zu sein. Das Volk verlangt fortwährend Wunder Tribunen den Beweis eines geheimnißvollen Schutzes, der Fortschrittes ihrer Kinder beglückt hat. Darauf hoffe ich. von mir; wie kann ich es auf edlere Weise befriedigen, als mächtiger sei, als der Muth oder die Klugheit des Menschen, Viele toskanische Städte haben schon Verträge für die wenn ich sein unveräußerliches Recht behaupte, sich seinen in seinem Glücksstern erblickte. Nina näherte sich ihm Bildung dieses Bundes geschlossen; von keinem einzigen eigenen Herrscher wählen zu dürfen? Dieses Wagestück besorgt und suchte ihn zu beruhigen. Tyrannen aber, außer von Johann di Vico, erhielt ich wird die Barone und selbst die Ausländer mit Schrecken andere Antworten als schöne Rebensarten und schmeichelnde erfüllen. Es wird Italien ein glänzendes Beispiel geben, Versprechungen. Die Zeit scheint jetzt reif für die größte es wird der erste Funke sein, der eine allgemeine Flamme aller Unternehmungen." erweckt. Es soll ausgeführt werden, und auf eine Weise, wie sie eine solche That erheischt." ,, Und welche ist das?" fragte Nina verwundert. Widerstand gegen jede fremde Einmischung. Mit Cola," sagte Nina zögernd ,,, Dein Geist erhebt sich oft welchem Recht giebt eine Versammlung fremder Fürsten zu Höhen, in die der meinige nicht zu folgen vermag; aber Rom einen König in irgend einem deutschen Kaiser? Das sei nicht zu fühn." römische Volk muß selbst den Statthalter Roms wählen. Sollen wir über die Alpen gehen, um die Nachkommen der Gothen als unsere Gebieter anzuerkennen?" Nina schwieg. Der Gebrauch, das Oberhaupt durch eine Wahlversammlung jenseits des Rheins zu ernennen, indem nur die Zeremonie seiner späteren Krönung der angeblichen Bewilligung der Römer vorbehalten wurde, war, so demüthigend er auch für jenes Volk sein mußte, indem er allen Begriffen einer wirklichen Unabhängigkeit wider sprach, zu jener Zeit so unbestritten und allgemein zu gestanden, daß Rienzi's Aeußerung Nina aufs höchste in Erstaunen setzte, da sie auf jeden anderen, noch so tühnen Plan vorbereitet war. " Predigtest Du aber nicht soeben eine ganz andere Lehre? Mußte ich nicht, um stark zu sein, scheinen?" " M Bevor jedoch der Tribun sich wieder ganz erholt hatte, hörte man ein leises Klopfen an der Thüre, und dieser Ton schien ihn wieder in das Bewußtsein zurückzurufen. " Herein!" sagte er, indem er sein Antlig erhob, in das die gewohnte Farbe schnell zurückkehrte. Ein Offizier berichtete, indem er die Thüre halb öffnete, daß den Tribun ein Mann erwarte, nach dem er geschickt habe. Jch komme! Inniggeliebte meines Herzens", flüsterte stark er Nina zu, wir wollen heute Abend allein zusammen speisen, und noch weiter über diese Angelegenheit uns unter " Möge das Schicksal Dich behüten," sagte Nina mit halten." Darauf verließ er das Zimmer und ging nach einem ahnenden Seufzer. feinem Rabinet, welches an der andern Seite des Audienz„ Das Schicksal," entgegnete Rienzi, es giebt fein faales lag. Hier fand er Cecco del Vecchio. Schicksal. Visionen in der Nacht, Vorbedeutungen und Wie, mein braver Bursche", sagte der Tribuni, indem innere Offenbarungen bei Tage, selbst mitten in dem Treiben er mit wunderbarer Leichtigkeit auf jenen Ton freundlicher der Menschen, ermuthigen mich, auf meinem Pfade zu be- Vertraulichkeit einging, den er immer gegen die Menschen harren, und mein Ziel fühn zu verfolgen. eßt, felbft aus der untern Klasse annahm, und der einen so großen jetzt scheint eine Stimme mir zuzuflüstern: Laß' nicht ab, Gegensatz zu der ihm nicht weniger natürlichen stolzen zittere nicht, schwanke nicht, denn das Auge des Allsehenden Majestät bildete, die sein Benehmen gegen die Vornehmen ist auf Dich gerichtet, und die Hand des Allmächtigen wird bezeichnete. Nun, Cecco, Du hast Dich in dieser aba Dich beschützen." spannenden Hize gut gehalten; wir Arbeiter, denn wir arbeiten beide, sind zu beschäftigt, um wie die Müßiggänger während der ungesunden Hize des römischen Sommers frant zu werden. Ich habe nach Dir geschickt, Cecco, weil ich wissen möchte, wie Deine Handwerksgenossen die Hin richtung des Orsini aufnehmen werden." ( Fortsetzung folgt.) Wie?" sagte sie nach einer langen Pause, verstehe ich recht? Kann es Deine Absicht sein, dem Kaiser Trozz Indem Rienzi so sprach, wurde sein Antlig bleich, zu bieten?" sein Haar schien sich zu sträuben, seine Glieder zitterten, und " Nun höre, in diesem Augenblicke stehen zwei Präten- er sant auf einen Sessel, sein Gesicht mit den Händen bedenten auf den römischen Thron, auf die taiserliche Krone beckend. Italiens fich gegenüber, ein Böhme und ein Bayer. Unsere Ein Schauder durchrieselte Nina, obgleich ihr diese seltEinwilligung, Roms Einwilligung zu ihrer Wahl ist nicht| sa men und übernatürlichen Aufregungen nichts Ungewohntes Des Politische Uebersicht. Berlin, 8. September. " Weiter meldet ein Telegramm der Bossischen Zeitung" aus Paris, d. d. 8. September: Die Abgeordneten Guesde und Chauvin kündigen dem Minister Barthou schriftlich an, daß sie von ihm wegen der Ausweisung Bebel's und Bueb's in der Rammer Rechen fchaft verlangen werden. = der Gewerbe Ordnung zur Organisation des Handwerks ein. An das Referat schloß sich eine lebhafte Diskussion an, in welche auch die Vertreter der Regierung eingriffen. Zur Spezialdiskussion sind bereits zahlreiche Abänderungsanträge eingebracht worden. Wie bei der vorjährigen Konferenz am 29. bis 31. Juli follen die Ergebnisse später veröffentlicht werden. Die Konferenz wird drei Tage in Anspruch nehmen. des. Ein Breslauer Nachklang. Während man sich noch um den Wortlaut des unglücklichen Zaren- Toastes streitet, für den sich inzwischen sogar eine dritte Lesart gefunden hat, die aber nicht besser ist als die zwei anderen, erhalten Der Rubel auf Reisen. Die gefangenen' Anstifter Die Errichtung einer besonderen Dis. wir aus Görlig Nachricht von einem neuen Trinkspruch des letzten Bomben Putsches in Konstantinopel wurden iplinartammer für die Beamten der Deutschen des deutschen Kaisers einem Trinkspruch, der gestern bekanntlich von den barbarischen und heidnischen Türken Kolonien steht dem Vernehmen der National- Zeitung" nach Abend bei der Paradetafel des V. Armeekorps ausgebracht nicht erschossen, wie das in dem zivilifirten und christlichen unmittelbar bevor. Gegenwärtig sind auf grund des Reichswurde und aus dem folgende Schlußsätze hervorzu- Europa unzweifelhaft geschehen wäre, sondern allerdings beamtengesetzes 22 Disziplinarkammern für bestimmte Bezirke heben find: wohl mit Rücksicht auf die mächtigen Gönner auf einem errichtet; über ihnen steht als Berufungsinstanz der Disziplinar Ganz besonders aber spreche ich Ihnen und dem Korps meine fremden Fahrzeug außer Landes geschickt. Von Athen, wo hof in Leipzig. Disziplinarverhandlungen gegen Kolonialbeamte freudige Anerkennung aus, daß es Ihnen vergönnt gewesen ist, der betreffende Dampfer anfuhr, wird nun der Inter- fanden bisher in erster Instanz vor einer der territorialen unter den Augen meines geliebten Nachbars und Vetters, Sr. Maj. des Kaisers von Rußland, in dieser vorzüglichen Verfassung nationalen Correspondenz" unterm 2. September geschrieben: Disziplinarkammern, gegen Leist und Wehlan vor der in Potsdam, Der französische Dampfer„ Gironde", der die 17 Armenier statt. Die Errichtung einer besonderen Disziplinarkammer für zu erscheinen. Wir stehen noch alle unter dem Zauber der jugendfrischen Gestalt des ritterlichen Kaisers, und sein Bild schwebt vor an Bord hat, die den Angriff auf die Ottomanbank ausführten, Kolonialbeamte wird den Vortheil mit sich bringen, daß dieselbe unseren Augen, wie er an der Spitze des Regiments seines ver- machte anderthalb Tage im Piräus, dem Hafen von Athen, Nast. wenigstens zum theil aus Personen gebildet werden kann, welche ewigten Herrn Vaters vorbeizog. Er, der Kriegsherr über das ge- Die hiesigen Armenier hatten daher Gelegenheit, sich die plötzlich mit den Verhältnissen in den Kolonien bekannt und mit Kolonialwaltigste Heer, will doch seine Truppen nur im so berühmt gewordenen Männer genau zu betrachten. Aber ob- angelegenheiten regelmäßig dienstlich beschäftigt sind. Dies ist bisher so ziemlich der einzige Erfolg der vor der Dienst der Kultur verwendet wissen und zum gleich sich auch unter der hiesigen armenischen Kolonie viele weitSchuß des Friedens. In völliger Uebereinstimmung mit gereifte Leute befinden, so waren doch die 17 angeblichen Ver- Potsdamer Disziplinarkammer geführten Verfahren gegen die Geburtsort völlig unbekannt. Zeist und Wehlan. mir geht sein Streben dahin, die gesammten Völker schwörer nach Namen und einem angesehenen Ein einziger konnte Beziehungen zu -Der§ 17 des Preßgeseges, der vorzeitige Vers europäischen Welttheils zusammenzu= führen, um sie auf der Grundlage gemeinsamer Intereffen zu Armenier in Paris nachweisen; trotzdem ist es unzweifel- öffentlichung amtlicher Schriftstücke eines Strafprozesses durch Sammeln zum Schuge unserer heiligsten Güter. Daß haft, daß sie während der letzten Jahre in verschiedenen die Preffe unter Strafe ftellt, ist nach einem Erkenntnisse des dieses Armeekorps auch in Zukunft in reger, angestrengter europäischen Ländern gelebt haben. Einige sprachen franzöfifch, Reichsgerichts auch für gerichtliche Strafbefehle giltig. Ihrem Friedensarbeit die gleichen Stefultate liefern möge, wie es andere englisch oder deutsch, andere italienisch und griechisch; Wesen nach, so sagt das Reichsgericht, ist die Strafverfügung heute der Fall gewesen ist, darauf trinke ich mein Glas. Das russisch verstanden fie fast sämmtlich. Sie er ein bedingtes richterliches Urtheil. Daß gerichtliche Straf und fünfte Armeekorps Hurrah! Hurrah! Hurrah!" zählten sehr viel von ihrem Aufenthalt in der Ottomanbant, befehle Bestandtheile von Strafprozessen find In diesen Säßen ist die optimistische Auffassung der über ihre Dynamitbomben und über das von ihnen vertretene halb der Vorschrift des§ 17 des Preßgesetzes unterliegen, die Fragen, wie sie sich das kann nicht zweifelhaft sein. Wie bei den amtsrichterReformprogramm; aber auf die Fragen, wie sie sich das fann russischen Politik das bemerkenswerthefte. Der deutsche Dynamit beschafft und wie sie nach Konstantinopel gekommen, lichen Strafbefehlen ist aber auch bei den polizeilichen Raiser glaubt also nicht blos, daß Rußland das" gewaltigste gaben sie nur verlegene und ausweichende AntStrafverfügungen in allen Fällen die Möglichkeit eines fünftigen Heer" hat, sondern auch, daß der Bar sein gewaltigstes worten. Sie gestanden zu, daß sie sich mit den bekannten richterlichen Urtheils gegeben. Durch§ 17 des Preßgesetzes foll Heer nur im Dienste des Friedens und der Kultur ver- ausländischen Komitees nicht besprochen hatten; sie erklärten aber gerade die Unbefangenheit der bei den Gerichtsverhandlungen wenden wolle. Der Glaube wird von wenigen getheilt werden. auch, daß sie der übrigen armenischen Bevölkerung Konstanti betheiligten Personen gegenüber einseitigen Darstellungen gesichert Das russische Heer wird von keinem ernsthaften nopels von ihrem Vorhaben keine Renntniß gegeben hatten. weiden und dieser Gesichtspunkt trifft bei den polizeilichen Straf Militär dem deutschen an Gewaltigkeit" gleichgestellt, Andererseits aber ging aus ihren Erzählungen hervor, daß fie verfügungen in demselben Maße zu, wie bei den amtsrichier obgleich es auf dem Papier mehr Soldaten zählt, und die erst einen oder zwei Tage vorher in Konstantinopel eingetroffen lichen Strafbefehlen. Die ersteren müssen deshalb gleich den waren, und zwar mit der Orientbahn. Sie tamen also mit letteren dem Schuße des§ 17 unterstehen, solange die Frist vermeinten Kultur- und Friedensbestrebungen des Baren bem festen Plane an, in die Ottonianbank einzubringen, über zur Stellung des Antrages auf gerichtliche Entscheidung nicht stimmen sehr schlecht zu den Vorkommnissen in Asien und stimmen sehr schlecht zu den Vorkommnissen in Asien und deren örtliche Verhältnisse sie offenbar schon vorher unter- abgelaufen ist. der Türkei, wo Rußland es ist, das überall Aufstände richtet worden waren. Der Führer erklärte auch, er- Vom AhIwardt weiß die„ Germania", der wir die und den Krieg vorbereitet. habe für das Unternehmen über 30 000 Fr. ausgegeben, Verantwortung hierfür überlassen, folgendes zu berichten: Was endlich die Wahrung der heiligsten Güter" doch sagte er nicht, wem er dies Geld" Zur Rückkehr des Abg. Ahlwardt und dessen Mandats. betrifft, so ist sie auch unsere Sache, und erhalten habe. Er machte nur sehr unglaub niederlegung wird noch berichtet, seine Wähler hätten ihm neben der Freiheit, der Bildung und dem würdige Andeutungen darüber, daß er aus einer 5000 Mark geboten, falls er sein Mandat niederlegen würde. materiellen Wohlbefinden Aller streben wir selbstverständ reichen Familie stamme, über die er jedoch keine näheren An. Sollte der Handel jetzt zu stande gekommen sein, so werden die lich auch nach dem Frieden. Allein die" Friedensarbeit"" Verschwörer", sie hofften in Marseille das Geld zu erhalten, zahlen; sonst ristiren sie, daß Ahlwardt das Geld und lich auch nach dem Frieden. Allein die Friedensarbeit" gaben machen konnte. Bezüglich ihrer Zukunft erklärten die Geldgeber gut thun, den Kaufpreis nicht vor der Zeit auszu wird nicht von mehr oder weniger vielen Armeekorps besorgt; um nach Amerika auswandern zu können. Jedenfalls Mandat behält." fie hat im Gegentheil damit zu beginnen, daß die Armeekorps trugen fie große Zuversicht zur Schau, waren- Die Abbrödelung in ber christlich- sozialen allmählich abgeschafft werden, bis wir den Militarismus fämmtlich gut gekleidet und schienen noch größere Geld. Partei macht weitere Fortschritte. Dem Reichsboten" zufolge und die Kriegsgefahr ganz los sind. Und diese Friedensmittel bei sich zu führen. Im allgemeinen gewannen hat der Pfarrer Julius Werner- Beckendorf dem Präsidenten der die ben Eindruck, daß arbeit, die uns die heiligsten Güter wahrt, und die, welche die hiesigen Armenier Leute christlich- sozialen Partei mitgetheilt, er stehe zwar nach wie vor uns noch vorenthalten sind, erkämpft, wird wirksam besorgt von irgend einem Unbekannten" für das auf dem Boden der Grundsäge, die Stöcker als Bahnbrecher der vor allem von einer Partei: von verschiedenen angeworben und Bewegung vertreten, doch könne er die von dem Präsidenten in nationalen, völkerbefreienden Punkten aus nach Bulgarien, vermuthlich nach Philippopel, ber legten Beit befolgte Tattit nicht billigen, und erkläre daher völkerbefreienden Sozial- dirigirt wurden, um von dort aus nach Konstantinopel zu feinen Austritt aus dem Borstand der Gesammtpartei. demokratie, der unser Toast gilt. fahren und den Putsch auszuführen. Der furchtbaren Verant - Auch ein unzufriedener Agrarier ist der Gegen die unlantere Konkurrenz der fremden wortung, die sie hierbei auf sich geladen haben, waren sich die Butter und Fetteinfuhr eifert irgend ein Edelster Theilnehmer mit Ausnahme geheimnißvollen Freiherr von Hammerstein 2orten. Er flagt in einem wieder in der Kreuz- Zeitung". Diese Edelsten", die eine so Führers vermuthlich gar nicht bewußt. Der Führer führte Briefe an einen landwirthschaftlichen Verein, der ihn zum Ehrenfeine und zerbrechliche Ehre haben, daß sie jeden, der ihr nur das revolutionäre Reformprogramm, das nach mitgliede ernannt hat, daß das Amt des Landwirthschaftseinen zweifelnden Blick zuwirst, gleich vor die Pistole" fordern den Schreckenstagen von Philippopel aus an europäische Blätter ministers ein forgenvolles und in gegenwärtiger Zeit besonders und hochnäßig auf das bürgerliche Krämervolt herabsehen, sie verfandt wurde, gedruckt bei sich. Danach war auch dieses schon halten es mit ihrer Kavaliers Ehre" vereinbar, schlimmer als vorher fertiggestellt worden." der schlimmste jüdische Krämer für ihre junterliche Krämerwaare Wenn man in Marseille, wo die sonderbaren Revofich ins Zeug zu legen und die Konkurrenzwaare schlecht zu lutionäre mittlerweile eingetroffen sind, nachforschen wollte, machen. Die Margarine, das amerikanische Schmalz- werden woher das Geld der Herren stammt, so würde man ver als etelhaftes giftiges Beug hingestellt und der Schuß muthlich an die nämliche Quelle gelangen, aus der die des Staates gegen die unlautere Konkurrenz" angerufen, mit dem russischen Bar auf Reisen geschickten Rubel her damit das Volk die junkerliche Butter über den Preis rühren. Und unter den Herren selbst würde man sicherlich bezahlen muß. Doch das sind ja bekannte Dinge. Erwähnt sei hier blos, daß die englische Butter, die nicht durch Schuh- den einen und anderen finden, der weiland bei den zölle und Margarinegefeße geschützt" ist, wie die deutsche russischen Polizei Dynamitthaten in Bulgarien, vielleicht Butter, durchschnittlich nicht blos billiger ist, sondern auch dem auch bei der Ermordung Stambulow's mitgewirkt hat. Publikum in weit besserer Qualität zugeht, als dies von der deutschen Butter gesagt werden kann. Jeder Reisende wird z. B. bezeugen, daß man in London durchschnittlich viel Qualität der Waaren. " von der interUnternehmen 0 " des schwieriges sei.das Halle a. S., 7. September 1896.( Boltsblatt.") Zur Frage der Bürgerentrechtung sei noch folgendes mitgetheilt. Im vorigen Jahre erhielten weit über tausend Einwohner ein Schreiben des Magistrats, unterzeichnet Staude, welches mit den Worten anfing: Sie haben dadurch, daß Sie seit mehr als einem Jahre Einwohner des Bezirks der Stadt Halle a. S. und Mitglied der Stadtgemeinde gewesen und zu einem Einkommen von mehr als 660 M. zur Einkommensteuer veranlagt sind, das Bürgerrecht hiesiger Stadt erworben und sind daher. Zahlung des Bürgerrechtsgeldes verpflichtet. zur Auch eine ganze Anzahl von Leuten sind damals mit diesem Deutsches Reich. Schreiben bedacht worden, die zwar über 660 M. Einkommen Der Entwurf einer neuen Fassung des hatten, also zur Steuer veranlagt" werden mußten, die aber inbessere Butter bekommt, als in Berlin. Und die Engländer Invaliditäts- und Altersversicherung3 Gefolge der starken Kinderzahl und der daraus sich ergebenden haben keine Schutzölle. Gerade die Schutzölle verderben die se zes bringt auch eine Aenderung der Rentenberechnung. Daß gefeßlichen Abzüge von dem veranlagten Einkommen von Zahlung eine neue 5. Klasse für Arbeiter mit einem Einkommen von einer Einkommensteuer entbunden waren. In mehreren dieser Die Ausweisung unserer Genossen Bebel und Bueb mehr als 1150 m. bazu gekommen ist und daß die Beiträge für Fälle hat der Magifirat trotz der fehlenden Verpflichtung zum aus Frankreich wird von der französischen Rapitalistenpresse diese fünf Klassen 14, 20, 24, 80 und 36 Pf. wöchentlich be- Steuerzahlen die 3 M. Bürgergeld zwangsweise eintreiben laffen. natürlich mit Jubel begrüßt, von der radikalen und sozialistischen tragen, haben wir schon berichtet. Die Rentenberechnung soll Obwohl nun in diesem Jahre bei den meisten der mit Entziehung nun abweichend von dem früheren Verfahren folgender des Bürgerrechts Bedrohten das sollen nach Angabe des„ Gen. Presse als eine niedrige Kniebeugung vor dem Ausland gebrand- maßen vor sich gehen: Das Reich zahlt wie bisher einen Anz." rund 1500" ſein nicht die geringste Aenderung im markt und gegen die chauvinistischen Maul- Patrioten ausgenugt. Wenn deutsche Bourgeoisblätter behaupten, die fran- festen Zuschuß von 50 M. zu jeder bewilligten Rente. Ebenso Einkommen gegen das Vorjahr zu verzeichnen ist, sollen sie ihres zöfifchen Sozialisten seien von dem Besuch der deutschen Genossen zahlt die Versicherungsanstalt 60 M. fest zu jeder Invaliden Bürgerrechtes entkleidet werden. Nun, die Stadtverordneten nicht sonderlich erbaut gewesen, und die nach St. Dié ein- oder Altersrente, das macht zusammen 110 M. jährlich. Je nach werden über die Sache zu entscheiden haben. St. Johann, 5. September. Gestern Abend trat hierselbst geladenen französischen Abgeordneten Guesde und Chauvin seien der Dauer, die der betr. Versicherte schon geklebt" hat, erhöht absichtlich nicht gekommen, so ist das eine grobe Tendenzlüge. Moche um 3, 6, 9, 12 ober 15 Pf. jährlich. Invaliditäts- und size des Handelskammer- Präsidenten Freiherrn v. Stumm absichtlich nicht gekommen, so ist das eine grobe Tendenzlüge. sich nun diese Rente in der 1. bis 5. Klaffe für jede geklebte auf Einladung der Saarbrücker Handelskammer unter dem VorDie beiden Genannten waren am Rommen verhindert und Die beiden Genannten waren am Kommen verhindert und schickten dem Maire von Wissenbach, der die Versammlung er- Altersversicherung werden dabei, abweichend von dem bisherigen eine außerordentlich stark besuchte Versammlung GewerbeVerfahren, gleich behandelt. und Handelstreibender zusammen, um sich auszusprechen laubt hatte, nachstehendes Schreiben zur Uebermittelung an die Die niedrigsten Invalidenrenten werden also jährlich über 1. Ausnahmen vom Verbot des Detailreifens, Bersammelten: betragen( nach 220 Wochen Wartezeit): 2. Bäckerei Verordnung, 3. Ach tuhraden In Lohnklaffe I schluß. Freiherr v. Stumm nahm zu jedem ber drei Puntte zunächst das Wort. Nach der Neuen Saarbrüder Beitung" hatten die Berathungen folgendes Ergebniß: Alle Ausnahmevorschläge hin. sichtlich des Verbotes des Detailreisens wurden Brüder aus dem Elsaß! Im letzten Augenblicke verhindert, Eurer Einladung nach den Höhen von Saint Dié zu folgen, senden wir Euch mit dem Ausdrucke des lebhaftesten Bedauerns herzliche Grüße der französischen Arbeiterpartei. Indem Ihr Euch dem Sozialismus augewandt habt, der immer mehr die große Masse der Arbeiter der ganzen Welt umfaßt, indem Ihr in Massen für Bueb und für Bebel stimmtet, habt Ihr auch Euer Geburtsland nicht vergessen. " II III " " " " IV V 116,60 Mart 123,20 129,80 186,40 143, " " " " " 3 Die niedrigsten Alterarenten betragen( nach 1200 Wochen abgelehnt. Eodann nahm die Handelskammer Stellung Wartezeit): In Lohnklasse I 146 Mart II 182 " " " " III IV 218 " " 254 290 " II. in Lohntlasse I. pro Tag auf ca. 82 Pig. 34 " " " " " III. IV. V. " " " 353/4 " " " " 371/2 " " 39 gegen die Bäckerei Verordnung im Sinne der Aufhebung derselben, nachdem Freiherr v. Stumm ausgeführt, daß sie zu juristischen Bedenken berechtige, da der Bäckereibetrieb auf teinen Fall den gesundheitsschädlichen Betrieben zuzuzählen sei. Die Debatte über den von der Reichskommiffion für Arbeiterstatistik empfohlenen Ach tuhr Ladenschluß eröffnete Freiherr v. Stumm mit dem Hinweis, daß dieser Vorschlag infolge einer Reihe neuerer Vorgänge, seiner eingehenden Erörterung, sowie des bekannten Ministerwechsels allerdings nicht mehr als in gefährlicher Nähe befindlich angesehen werden könne. Die Abstim mung ergab Ablehnung aller auf den Achtuhrschluß bezüglichen Vorschläge. Im Gegentheil, Ihr habt Euch seiner erinnert! Ihr habt Euch zurückverfeht in das Jahr der Losreißung, in die Zeit, wo die einzigen, die Euch bis zum letzten Augenblicke vertheidigten, die französischen Sozialisten waren, die mit Malon Die Altersrentenberechnung ist gegen früher etwas günstiger; lieber die Bordeauxer Versammlung verlassen hatten, als einen erniedrigenden Frieden zu unterzeichnen; Ihr habt aber wie jeder weiß, erreichen nur ganz wenig Arbeiter das 70. Lebensjahr, nach dessen Ablauf sie ja überhaupt erst AltersEuch zurückversetzt in die Beit, in der die deutschen Sozialisten sich ins Gefängniß werfen ließen, weil sie die rente bekommen. Die niedrigste Invalidenrente nach 220 Wochen Annexion Eures Landes--- mißbilligten. Ihr habt anderer- Wartezeit stellt sich feits begriffen und feierlich erklärt, daß Eure Befreiung nicht durch einen neuen Krieg herbeigeführt werden tann, durch einen Krieg, der die Kluft nur vertiefen Markirch, 7. September.( Gig. Ber.) Die für gestern nach den würde, welche schon jetzt zwei Nationen trennt, die auf dem Diedeler Höhen angekündigte französisch- elsäßische BoltsWege zur Zivilisation und Humanität auf ihre gegenseitige Man sieht also, daß die Wünsche" der" Arbeiter über die Ge versammlung führte eine große Anzahl Genoffen aus dem ganzen Unterstügung angewiesen sind. Aber in dem gleichen Triumphe Elsaß her. Wohl gegen 2000 Personen mögen es gewesen sein, welche die Morgenzüge aus Schlettstadt her in unser sonst so stilles des organisirten Proletariats auf beiden Seiten der Vogesen staltung des Tarifs unberücksichtigt geblieben find. wird das arbeitende Volt befreit werden und gleichzeitig Die allgemeine Handwerker Ronferenz Vogesenstädtchen brachten. In großer Anzahl war natürlich Elsaß Lothringen das freie Verfügungsrecht über sich selbst wurde heute Vormittag 91/2 Uhr bei Dräfel, Neue Friedrichstraße, auch die Polizei vertreter. Uniformirte waren zwölf anwesend, gegeben werden. Elsaß Lothringen wird dann die natürliche eröffnet. Seitens der Regierung waren erschienen Geh. Ober- auch eine Anzahl Detektive und Polizei Agenten beehrten und nothwendige Berbindungsbrücke zwischen dem befreiten Regierungsrath Dr. Sieffert aus dem Handelsministerium und uns mit ihrer Anwesenheit. Wohin sich auch unsere Gäste Frankreich und Deutschland sein. Geh. Regierungsrath Gruner aus dem Reichsamt des Innern. begaben, auf die Straße, auf die Pläge, in die Wirthschaften, Bon bekannten Führern der Handwerker Bewegung waren an- oder Privathäuser, überall folgten ihnen Polizisten und wesend der konservative Landtags- Abgeordnete Felisch, die fleri Gendarmen in angemessener Entfernung. Um halb 1 Uhr sich die Theilnehmer nach dem Verlalen Agg. Megner und Euler, die Obermeister Faster, Beutel, ungefähr begaben Bernard und Schumann( Berlin), Zander( Halle), Möller u. a. sammlungsort auf der französisch- deutschen Grenze. Dort anges Der Vorsitzende des Zentralausschusses des deutschen Innungs- tommen, wurden sie von über 30 französischen Gendarmen und verbandes, Fafter, führte den Borsiz und leitete die Berhand Bollbeamten empfangen, welche die Straße nach der Versamm lungen durch ein Referat über die Vorlage betr. die Abänderung lungsstätte absperrten, trotzdem eine französische Behörde die Ehre Euch! Es lebe das sozialistische Elsaß! lebe die internationale Republik! Es Für den Nationalrath der französischen Arbeiterpartei: Die Delegirten Jules Guesde, René Chauvin, Abgeordneter für das Nord- Abgeordneter des Seine Departement. Departement. Tmehmigung zur Versammlung ertheilt hatte. Kurze Zeit nach der Ankunft des Großtheils der Versammlungstheilnehmer erschienen auch die beiden elsässischen Reick>stags°Abgeordnoten, die Genossen Äcbel und Bueb. Als sie die Grenze überschreiten wollten, kam ihnen der französische Polizeikommissür von St. Die entgegen, der denselben den Answeisnngsbefehl einhändigte und mittheilte, daß sie auf grund des Art. 7 des Gesetzes vom 13. November 1849 auf Verfügung des Ministeriums des Innern ans Frankreich aus- gewiesen seien, weil durch ihre Anwesenheit die öffentliche Ordnung gefährdet werde. Die Ausweisung rief unter den Zln- wesendcn große Entrüstung'gegen die französischen Gendarmen her- vor. Die Entrüstung über die Ausweisung ist aber ungerecht, den» sie ist für die Sozialdemokratie mehr Werth, als es die imposanteste Versammlung je sein könnte. Sie hat uns gezeigt, daß die französische Regierung die Geschäfte des Kapitalismus gerade so gut besorgen kann, wie die preußisch-dentsche Polizei. Die Sache hat insofern noch eine heitere Seite, daß die Aus- Weisung gerade Genoffe Bebel betraf, der seinerzeit im Parlament gegen die Annexion von Elsaß-Lothringen stimmte. Vinn hat ihm die französische Regierung den Dank gegeben und Anerkennung vom Hause Hohenlohe wird dem Ministerium Meline nicht vorenthalten bleiben. Noch interessanter wird die Ausweisung dadurch, daß auch ein echter Elsässer, Genosse Bueb— von derselben betroffen wurde. Demnach verzichtet die französische Regierung auf die s o z i a l d e m o k r a t i s ch e n Elsaß-Lothringer. Das ist ein Wink, Elsaß-Lothringen einfach sozialdemokratisch werden zu lassen und sofort werden in Frankreich alle Revanche- gelüste verstummen. Frankreich wird dann für alle Zeit auf die Wiedergewinnung Elsaß-Lothringens verzichten. Die beiden Aus- gewiesenen nehmen diese Maßregel auch gar nicht so tragisch und blieben froh und heiter. Leider waren die beiden französi- . sehen Genossen— Guesde und Chauvin— am Erscheinen ver- hindert. Nach kurzer Rast wurde der Rückweg nach Markirch an- getreten, woselbst sich die Theilnehmer MS zum Abgang des Zuges in die einzelnen Wirthschaften zerstreute». Die Markircher Arbeiter ließen es sich nicht nehmen, vor Abgang des Zuges massenhaft zu er- scheinen. Aus über 1S00 Personen wurde die Zahl der Anwesenden geschäht, die in ein brausendes Hoch auf die internationale Sozialdemokratie einstimmten, als der Eisenbahnzug mit den aus- wärtigen Gasten die Bahnhofshalle verließ. Die Sozial- denwkratie des Elsasses hat einen erfolgreichen Agitationstag hinter sich.— Schweiz. — Ueber die Proportional wähl, nach der am Sonntag, den 30. August, im K a n t o n S o l o t h u r n die Gemeindebehörde» bestellt wurden, schreibt die„Oltener Tagwacht": „Soweit uns bekannt, ist die Arbeiterpartei überall, wo sie eigene Listen aufgestellt hatte, zu einer Vertretung gekommen. Dagegen erhielt sie keine Vertretung in denjenigen Gemeinden, wo sie mit anderen Parteien ein Kompromiß einging. Ein Fingerzeig für die Zukunft." Außer den bereits erwähnten Gemeinden Solothurn, Ölten und Grenchen ist ans den. zahlreichen Gemeinde», in denen durch die Proportionalwahl die Arbeiter zum ersten Male eine Ver- tretung erhielten, noch erwähnenswerth die Gemeinde Deren- dingen, in der 6 Arbeiter, S Freisinnige und 3 Oppositionelle gewählt wurden.— Frankreich. Paris, 3. September.(Eig. Bericht.1 Das Votum des Pariser G e m e i n d e r a t h e s für die Theilnahme an den Zarenfesten wird hier lebhaft kommentirt insbesondere des- halb, weil nur zwei sozialistische Gemeinderathsmitglieder dagegen gestimmt habe». Das Bureau des Rathes, welches spontan, ohne dazu von der Regierung eingeladen worden zu sein, die Initiative ergriffen hatte, ging einmüthig vor, trotzdem es vier aus- gesprochene Sozialisten zu seinen Mitgliedern zählt. Paul Brousse, einer der sozialistischen Vizepräsidenten des Gemeinde- rathes, erklärt in der heutigen„Petite Republiaue" die Haltung der sozialistischen Gemeindevertreter durch diplomatisch- patriotische und innerpolitische, parteitaktische Rücksichten. Er bezweifelt zwar nach wie vor die Existenz eines russisch-fran- zösischen Vertrages, aber gerade deshalb dürfe der Gemeinderath keinen Mißton in die Feier bringen, damit die Regierung eventuell nicht„wenigstens einen Theil der Verantwortlichkeit" soffenbar für das Nichtzustandekommen eines formellen Ver- träges!) auf ihn abwälzen könne... Die Regierung legte jedoch aus diese Möglichkeit so wenig Werth, daß sie hartnäckig sich weigerte, dem Gemeinderath offizielle Mitthcilnng von der bevorstehenden Zarenankunft zu machen. Und auch nachdem das Bureau, des vergeblichen Harrens müde, den ersten Schritt gethan halte, um seine Bereitwilligkeit, am Zarenempfang mitzuwirken, dem Minister des Aeußeren kundgegeben, wurde dem Gemeinderath vorläufig nur die Rolle des Straßen- und Stadtgebäude-Deko- rateurs reservirt. Ob es ihm aber vergönnt sein wird, die Bande der rnssisch-französischen Freundschaft in etwas aktiverer Weise befestigen zu helfen, das hängt, wie alle anderen Einzelheiten der Empfangsfeier, ausschließlich— vom Zaren ab. Die sozialistische Partei, meint Brousse ferucr. müsse auch für die schwierigsten Fragen der auswärtigen Politik praktische, der thalsächlichen Weltlage angepaßte Lösungen finden, da sie ja sich anschicke, die polilische Macht zu erobern. Sie würde Bankrott mache». wenn sie auch fernerhin auf dem Gebiete der auswärtigen Politik mit„hohlen Deklamationen" sich begnügen und„rein sentimentalen Eingebungen" gehorchen wollte... Die sozialistischen Gemeindevertreter von Paris glauben also an die Möglichkeit eines Bundes zwischen dem zarischen Rußland und einer sozialistischen Republik! Die berufenen politische» Vertreter des französischen Proletariats, die sozialistischen Deputirteu, denken darüber anders. Trotzdem sie unter dem radikalen Ministerium ein Glied der Rcgierungs- Majorität bildeten, lehnten sie die Kredite für die Kosten der Dele- gation zur Zarenkrönung ab. Brousse gehört zu der gemäßigtste»— und schwächsten— Fraktion des französischen Sozialismus. Seine Ausführungen drücken aber in diesem Falle die Meinung seiner Gemeinderaths- Kollegen von den übrigen sozialistischen Richtungen aus, mit Ausnahme der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, die im Pa- riser Gemeinderath nicht vertreten ist. und der Allemanisten, deren einziger Vertreter, Chausse, nebst einem unabhängigen Sozialisten gegen die Betheiligung an der Zarenfeier stimmte. Die allema nistische Partei» Organisation hat außerdem gegen die Zarenfeier Stellung genommen durch ein in ihrem Partei-Orgau, das aus diesem Anlaß auf rothem Papier gedruckt wurde, erschienenes„Manifest an die Arbeiter". I« sehr energischen Ausdrücken wird darin die„ebenso lächerliche wie erniedrigende" Liebedienerei der auch-republikani- schen Regierung gebrandmarkt, die Bedeutungslosigkeit der Zaren- freundschaft für Frankreich und die Gefährlichkeit des Zarismus für den„Herd der Revolution" betont. Schließlich werden die Arbeiter aufgefordert, den Schaustellungen während des Zaren- besuches fern zu bleiben. Falls sie aber„aus leerer Neugier, unseren Abmahnungen zum Trotz" sich zu einem lebendigen Spalier hergeben sollten, dann„mögen sie nicht dem Despoten zujubeln, der sich anschickt, unser Gold mitzunehmen und über unsere Naivetät zu spotten, sondern den russischen Arbeitern, die es versuchen, durch den Streik sich von der ökonomischen und politischen Knechtschaft zu befreien". Der Schlußsatz verräth das geringe Vertrauen der Verfasser des Manifestes in dessen Wirksamkeit. Um so anerkennenswerther ist es, daß sie, im Gegensatz zu den Gemeinderaths-Sozialisten, keine Rücksicht auf die vorherrschende Stimmung der Pariser Bevölkerung ge- nommen haben. England. London, 3. September. Wie verlautet, werden Major Willoughby, MajorWhiteund KapitänWhite, welche mit Jameson verurtheilt worden waren, mit allen gewöhnlichen Privilegien in den Ruhe st and versetzt.— Spanien. Madrid, 7. September. Die Deputirtenkammer nahm endgiltig den Gesetzentivurf betreffend den Schutzzoll auf Eisenbahn-Material an. Ministerpräsident Canovas verlas das königliche Dekret, betreffend die Vertagung der Kammer auf unbestimmte Z e i t.— Madrid, 7. September. Bei den gestrigen General- raths-Wablen erhielten die Ministeriellen eine b e- deutende Majorität. Hieran ist nichts erstaunliches: die spanischen Machthaber haben es stets verstanden, durch Druck der Behörden, Waffengewalt und. wenn es nicht anders ging. durch direkte Fälschung die Wahlen zu Regierungssiegen zu gestalten. Diese geben deshalb gar keinen Anhalt für die Stimmung im Lande. Während der Wahlen in Barcelona kam es zu Streitig- keiten, bei welchen eine Wahlurne zerbrochen wurde und mehrere Revolverschüsse gewechselt wurden. Drei Personen wurden getödtet.— Rußland. Wegen D e m o n st r a t i o n e n gegen den Kaiser von Oe st erreich sind der Oberst und eine Anzahl Offiziere des russischen 3ö. Dragoner-Regiments, dessen Chef der Kaiser von Oesterreich ist, aus dem Dienst entlassen worden.— Bulgarien. Sofia. 7. September. Die M u n i z i p a l w a h l e n in mehr als 4009 Landgemeinden sind beendet. Der Sieg der Regierung übersteigt alle Erwartung. Die Opposition unterlag in zahlreichen Ortschaften und errang nur eine geringe Quote des Gesammtergebnisses. Es ist festgestellt, daß die Wahlen sich noch nie unter so unbedeutenden Ruhe- störungen vollzogen haben. Als Stambulow, dessen Anhänger jetzt so vollständig aus den Kopf geschlagen wurden, noch am Ruder war, versandte er eben solche Depeschen. Das Wahlmachen verstehen die Minister aller Richtungen rn Bulgarien aus dem ff. Daß es dabei nicht ohne wenig sanften Zwang abgeht, gehört zu den landesüblichen Ge- wohnheiten.— Montenegro. — Der russische Must ermensch, Für st Nikita von Montenegro, Liebling des Zaren und künstiger Verwandter des italienischen Königs Umberto, hat dieser Tage ein merk- würdiges— Glück gehabt. Ein Montenegriner, namens Bagkowitsch, der ihn in einer Broschüre der Anstiftung zu politischen Morden angeklagt und die Anklage mit wuchtigem Material versehen hatte, ist gestern in Serbien, wo er ein Unter- kommen gefunden hatte, von einem anderen Montenegriner er- mordet worden. Das ist montenegrinische Sitte.„Man muß das Glück korrigiren." Gegenüber der Türkei sind aber die frommen Montenegriner bekanntlich Hauptträger der russischen Kultur und die glühendsten Apostel des Rubel-Christenthums.— Türkei. Koustantinopel.(„Frankfurter Ztg.") Der Kriegsminister ordnete an, daß außer der Infanterie und der Kavallerie fast die gesammte Artillerie am Patrouillendienst theilnehmen soll. Die Truppen, welche patrouilliren, haben die Hohe Zahl von 8000 Mann erreicht.— Tie ottomanische Bahnverwaltung be- ginnt nun doch mit der Entlassung der armenischen Bediensteten. Gestern wurde 200 Angestellten gekündigt.— Die Armenier flüchten noch immer in die Bolschaften, da ihr Leben noch immer gefährdet ist. Vor der österreichischen Botschaft lagerte gestern ein Trupp von 60 Armeniern, die unter keinen Umständen ab- ziehen wollten. Sie wurden mit anderen Armeniern auf ein Lloydschiff gebracht, um ins Ausland transportirt zu werden. Die Polizei inhibirte die Abfahrt und verlangte die Auslieferung der Armenier, die türkische Unterthanen sind.— Amerika. Rio de Aaneiro, 8. September.(„New Jork Herald".) Der frühere Minister des Auswärtigen Carvalho wurde auf dem Bahnhofe von einem Deputirten in Anwesenheit des Präsidenten Moraes erschossen. Drei Kugeln trafen die Brust Carvalho's.— �atkoi�Narfxvirizten. Eine Konferenz badischer sozialdemokratischer Ge- nieinde- Anöschust- Mitglieder, deren Zusammentritt vom letzten badischen Parteiag zu Heidelberg beschlossen worden war, wurde am 6. September dieses Jahres in Karls- ruhe abgehalten. Man schreibt uns darüber von dort: Anwesend waren S7 Gemeindevertreter, sowie der Vorsitzende der Landesorganisation, Genosse H a u g aus Freiburg. Landtags-Abgeordneler Dreesbach referirte über das Thema: „Das Programm der Bürgerausschuß-Wahlen und die Stellung der sozialdemokratischen Körperschaften dazu." Es sei unsere Pflicht, in den verschiedenen parlamentarischen Körper- schaften uns eine Vertretung zu sichern. Leider komme bei dem elenden Dreiklassensystem der badischen Gemeindewahle» die 3. Wählerklasse immer zu kurz. Wäre dies« Klassen-Ein- theilung wenigstens konsequent, so müßte sie auch auf den Stadt- rath ausgedehnt werden. Redner besprach sodann die Haupt- sächlichsten Forderungen, die in der Genieindevertretung zu stellen seien, und nannte als solche: Vornahme der Wahl an einem Sonntag, Selbstverwaltung der Gemeinde, Abschaffung aller städtischen Verbrauchssteuern, Sparsamkeit in der Gemeinde- Verwaltung. Herabsetzung der Gehälter der oberen Beamten und Erhöhung der Gehälter der Subalternbeamten, östündige Arbeitszeit für die Gemeinde-Arbeiter. sowie jährlich Slägige Ferien für dieselben. Bekämpfung des Bureaukralismus in der städtischen Verwaltung, Einheitsschule, Unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lehrmittel, Errichtung von Schulküchen, die den Schülerinnen der oberen Klassen als Kochschulen dienen. Redner bespricht noch des Näheren die Stellung zum Gesundheitswesen, zur Krankenpflege, zum Armen- und zum Verkehrswesen sowie zur Arbeiterfürsorge und zur Ver- gebung städtischer Arbeiten. Genosse Strotz aus Pforzheim stellte dann den Antrag, die sozialdemokratischen Vertreter der Gemeinden sollten in der Gemeindeverwaltung baldigst Stellung nehmen zu dem vom Bundesrath geplanten Gesetz, wonach die Gemeinden verpflichtet werden solle», bei der Anstellung niederer Gemeindebediensteter in erster Reihe die Militäranwärter zu berücksichtigen. Der Antrag wurde angenommen. Ein von Mannheimer Genossen aus- gearbeiter Programmcntwurf für unsere Stellung zu den Ge- meindewahlen wurde mit kleinen Abänderungen ebenfalls an- genommen. Zum Vorort für einen aus drei Mitgliedern be- stehenden Ausschuß wurde Mannheim gewählt. Mit einem warmen Appell, bei den kommenden Bürgerausschußwahlen dafür zu agitiren, daß wir Erfolge erzielen, wurde die Konferenz ge- schloffen. Die Magdeburger„Volksstimme" erscheint vom 1. Ok- tober an außer mit der„Neuen Welt" und dem Romanbogen noch mit den Beilagen„Der Landbote" und„Die Frauenpost". die wöchentlich einmal gegeben werden. Der„Landbote" bestand bereits, ist aber vergrößert worden; die„Frauenpost" ist neu. I» Würzen sprach am Sonntag in einer öffentlichen Parteiversammluug des 11. sächsischen Reichstags- Wahlkreises Reichstags-Abgeordneter Dr. L ü t g e n a u aus Dortmund unter stürmischem Beifall über das Thema„Politische und wirthschastliche Tagesfragen". Es wurde eine Resolution angenommen, worin sich die Versammlung mit den Ausführungen des Referenten einverstanden erklärte, besonders mit jenen, die die Thätigkeit unserer Fraktion im Reichstage betrafen; Hinsicht- lich des Berichts über den Londoner Internationalen Kongreß erklärte die Versammlung, daß sie dem Verhalten der Mehrheit ves Kongresses zustimme. Als Delegirter zum Gothaer Kongreß wurde Genosse Riem aus Würzen, als dessen Stellvertreter Genosse Stephan aus Oschatz gewählt. Ans der Schweiz. Die„Berner Tagwacht" erscheint von Nr. 45 an dreimal wöchentlich, anstatt zweimal bisher. Todtculistc der Partei. Dem Parteigenossen Hermann Eichhorn in Dresden, dessen Tod wir gestern kurz meldeten, widmet die„Sächsische Arbeiter-Zeitung" emen Nachruf, dem wir folgendes entnehmen: Mit diesem Genossen ging ein Mann von uns, der allzeit den Genossen ein leuchtendes Bei- spiel sein wird. Von Beruf Steinmetz, schloß sich Genosse Eichhorn frühzeitig seiner Organisation an und wirkte hier un- ablässig nicht nur für Hebung seiner Klasse, sondern auch für den Anschluß an die politische Bewegung, denn er war in seinem Streben nie einseitig, vielmehr verkörperte er in sich die Gemein- samkeit der gewerkschaftlichen und politischen Thätigkeit. Bis zum Jahre 1882 war Eichhorn in Dresden thätig, dann ging er nach Leipzig, um dort in gleicher Weise für seine Ueberzeugung zu arbeiten. Das Sozialistengesetz herrschte, jedwede Thätigkeit für die Partei war mit schwere» Nachtheilen— sei es Strafe. sei eS Ausweisung— bedroht, aber er ließ sich dadurch nicht abhalten. Für ihn stand stets das Partei-Jnteresse über seinem eigenen Interesse. Im Jahre 1887 kehrte Genosse Eichhorn nach Dresden zurück. Keine Stunde hat er hier der Partei fern- gestanden. In zahlreichen Kommisstonen und Parteikorpo- rationen, in die ihn das Vertrauen der Parteigenossen gesandt, wirkte er unermüdlich mit seine» reichen Erfahrungen. So manche Woche mag er Abend für Abend feine wenigen freien Stunden der Partei gewidmet haben und am Tage mußte er wieder schwer arbeiten. Bei seiner Beschäftigung ver- fiel er auch dem unheimlichen Verfolger der Steinarbeiter, der Schwindsucht. Ihre Spure» machten sich schon längst bemerk- bar. Da kam der„Waldschlößchen"-Boykott und Eichhorn wurde ein Opfer desselben. Als Vorsitzender des Sozialdemokratischen Vereins Dresden- Altstadt hatte er mit der Direktion genannter Brauerei zu verhandeln.' Sehr gewagte Aus- legung einer Stelle im Briefe der Genossen gab An- laß zu seiner Verhaftung. Gleich ihm wurde Genosse Findeisen verhaftet. Das Gericht erhob die bekannte Anklage wegen„Erpressung". Und nun kommt ein dunkler Fleck in unserer sächsischen Rechtspflege. Unser armer Genosse Eichhorn saß schwer krank im Gefängniß, alle Versuche, ihn frei zu bekommen, schlugen fehl, ja die Hast des todtkranken Mannes wurde noch verlängert, weil sich ein Belastungszeuge, der Rechtsanwalt Gerlach, zu seiner Erholung in einem Tiroler Bade aufhielt. Nach einer 13wöchentlichen Marter endete die Hast endlich mit Freisprechung. Wohl widmete sich Eichhorn nach der Freilassung mit demselben Eifer der Partei und insbesondere dem sozialdemokratischen Verein Dresden-A., dessen pflichteifriger, treuer und außerordentlich tüchtiger Borsitzender und Berather er drei volle Jahre war. Aber seine Gesundheit war durch die Untersuchungshaft für immer gebrochen. Mühselig und krank nahm er noch vor fünf Wochen an Berathungen über Zeitnngs-Angelegenheiten theil; er gehörte der Zeitungs-Kommission ebenfalls 3 Jahre an. Dann sank er auf das Krankenlager, um nicht wieder auf- zustehen. So bietet sich uns in dem verstorbenen Genossen ein Bild treuester Pflichterfüllung. Möchten alle Genossen ihm nach- streben! Polizeiliches, Gerichtliches». — In den Lokalitäten des in Aachen erscheinenden „ V o l k s f r e u n d s" wurde nach den Manuskripten zweier Artikel gehaussucht, durch die sich der Polizei-Jnfpektor Bünther beleidigt fühlt. Die Artikel betrafen die Neuregelung der Polizei« stunde für den Gastwirthschaftsbetrieb. Die Exemplare der Nummer, worin diese Artikel standen, wurden beschlagnahmt. — Wie bereits gemeldet, wurde der verantwortliche Re- dakteur der„Fränkischen Tagespost", Genoffe Gärtner, wegen Beleidigung vom Nürnberger Schöffengericht zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Sachverhalt ist kurz folgender: In Nr. 49 der„Fränk. Tagespost" vom 27. Fe- bruar 1396 erschien ein Artikel, worin von einem Tischlermeister behauptet wurde, daß das freie Spiel der Kräfte sich bei diesem nach Befähigungsnachweis schreienden Jnnungsmeister in schönster Weise eutfalte. Bis nachts 9 und 10 Uhr, ja manchmal noch länger, lasse er seine Gehilfe», meistens junge Leute von 17 bis 20 Jahren, arbeiten und zwar von morgens 6 Uhr an. Natür- lich müßten auch die Lehrjungen, deren der Meister immer eine Anzahl habe, so lange in der Werkstätte bleiben. Abgesehen davon, daß die von abgerackerten Proletariern bei Licht hergestellten Arbeiten von jedem Fachmann als Murkserei bezeichnet werden müßten, dürfte es sich ein anständiges Publikum wohl zweimal überlege», Arbeiten zu be- stellen bei einem Unternehmer, der seine Arbeiter in solch un- erhörter Weise ausbeute.— Der Artikel hatte eine Anklage zur Folge und fand am letzten Freitag die Verhandlung statt. Gärtner trat den Wahrheitsbeweis a». Als erster Zeuge wurde Eitzinger, Vorstand des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes, ver- nommen. Derselbe sagte aus, daß kurz vor Weihnachten die Arbeiter die Arbeit niederlegten, weil der Meister in keine Ver- kürzung der Arbeitszeit willigte und die üblichen Prozente nicht bezahlte; in öffentlicher Versammlung sei festgestellt, daß er seine Lehrjungen nicht einmal in die Fortbildungsschule schicke; der Meister habe seinerzeit Fenster für das Gewerbemuseum geliefert; dieArbeit wäre aber so verpfuscht gewesen, daß die Fenster zurück- gewiesen worden seien; die Werkstätte sei als die schlechteste in ganz Nürnberg bekannt. Zeuge Schreiner Stein bestätigt, daß bis 9 Uhr gearbeitet und keine Prozente für die Ueberstunden bezahlt wurden. Die Zeugen Eichinger und Fleischauer bestätigen dies ebenfalls; Zeuge Grünbauer, der sehr reservirt aussagt, muß zugeben, daß die Lehrjungen die gleiche Zeit arbeiten mußten, wie die Gehilfen, und daß nicht einmal eine Vesperpause eingehalten wurde. Mehrere Gehilsen des Meisters gaben dagegen an, daß nur bis 7 Uhr, höchstens 8 Uhr gearbeitet wurde und daß man die gelieferten Arbeiten nicht als „Murkserei" bezeichnen könnte. Daß die Arbeiten vom Gewerbe- museum zurückgewiesen worden sind, konnte aber nicht widerlegt werden. Das Urtheil lautete, wie schon erwähnt, für Gärtner auf 3 Monate Gefängniß. Als erschwerend wurde angenommen, daß der Artikel geeignet war, den stnanziellen Ruin des Meisters herbeizuführen. Selbstverständlich hat Genosse Gärtner gegen das merkwürdige Urtheil Berufung eingelegt. GeiverKMaftlufzes.. Eäuinültche Mitthellungi!» von Organlsalionen, vor allem solche über «uSsländi oder Aussperrungen, müssen stet» den Stempel der betressenden Organlsalton tragen. Stand der Lohnbewegung der Drechsler Verlins. Bis Dienstag Abend 7 Uhr waren die Forderungen in 126 Werk- stätte» von 594 Gehilsen gestellt. In 64 Werkstätten mit 352 Gehilfen sind sie beivilligt, während 242 Gehilsen der übrigen Werkstätten im Streik stehen. In der Kronlcuchterfabrik von D. Schlesinger in Berti», Wasserthorstraße 51, haben gestern 23 Schlosser die Arbeit niedergelegt, ,veil der dortige Vertrauensmann des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes entlassen worden war. Zu- zug ist fernzuhalten. In der Maschinenfabrik von Richard Otto Krüger in Berlin, Alte Jakobstraße 1o, wurden 2 Eisendreher und 3 Schlosser entlassen, weil sie am Montag nicht über Feierabend arbeiten wollten. Ueber die Wttrttembergische Metallwaaren- Fabrik in Berlin, Iorkstr, 11, machte in Nr. 210 des„Vorwärts" die " A = Boziales. Berliner Ortsverwaltung des deutschen Me.p Auch eine Polizeibeleidigung. Sein lautes Organ tallarbeiter Verbandes bekannt, daß dort die Polirer hatte dem Steinfeger Otto Müller eine Anflage wegen wegen einer 33 prozentigen Lohnreduktion die Arbeit eingestellt Ueber die Erhebungen des Berliner Gewerbegerichts Be a mtenbeleidigung zugezogen, welche gestern vor der hätten. Demgegenüber ersucht uns die Direktion der in der Berliner Konfektion liegt jetzt, wie schon erwähnt Berufungsinstanz verhandelt wurde. Im Mai d. J. wurden in der genannten Fabrit mitzutheilen, daß diese Angabe auf Er wurde, der vom Fabrikanten D. Weigert erstattete amtliche Rottbuserstraße Pflasterarbeiten ausgeführt, die der Angeklagte zu findung beruhe. Die Direktion giebt die Erklärung ab, 1. daß Bericht in einer außerordentlichen Beilage zur Sozialen Praxis" leiten hatte. Am Morgen des 17. Mai erhielt das betreffende Polizeiunsere Akkordlöhne für Drehbankpolirer seit Jahren fest vor. In 65 Terminen wurden im ganzen 22 Konfektionäre, revier die Anzeige, daß nach etwa einer halben Stunde die und dabei die stehen, 2. daß wir weder früher noch jetzt eine Reduktion 183 Zwischenmeister, 186 Arbeiter und 325 Arbeiterinnen in Raiserin nach der Ausstellung fahren diefer Löhne ausgeführt oder nur angestrebt haben, kontradiktorischem Verfahren vernommen. Auf grund des ganz Rottbuserstraße passiren würde. Sofort mußten die Schutz3. daß 2 Drehbantpolirer am Montag, den 7. September, von detaillirt mitgetheilten Materials tommt der amtliche Bericht zu leute für Freihaltung der Straße sorgen. Zwei Haufen uns ausgetreten sind, nicht, weil wir eine Lohn dem Schluß, daß der Verdienst des selbständigen Heimarbeiters mit Pflastersteine lagen in der Rottbuserstraße, wodurch der reduktion eintreten lassen wollten, sondern weil 18 Pf. pro Stunde geringer ist als der des Werkstatt- Lohnarbeiters Verkehr des faiserlichen Wagens gestört werden mußte. wir eine Erhöhung der bestehenden Attorblöhne mit 191/4 Pf., welcher wiederum weniger verdient als sein im Der Angeklagte erhielt von einem Schuhmann die Ans bezw. einen Uebergang zur Wochenlohnarbeit ablehnten." festen Lohn stehender Kollege mit 226/10 Pf. pro Stunde. Auch weisung, das Hinderniß forträumen zu lassen. Er antwortete dem bei den Löhnen der Arbeiterinnen wird aus den amtlichen Er- Beamten in lautem Zone: die Steine werden fortgeschafft werden!" Eine Agitationstour unter den Handlungsgehilfinnen hebungen die Thatsache konstatirt, daß die in Betriebsstätten und beauftragte dann auch zwei Arbeiter, sie zu beseitigen. der Provinz Sachsen und des Königreichs Sachsen Arbeitenden, so unzureichend ihre Löhnung( 9,60 m. pro Woche) Der Schuhmann befürchtete, daß die Fortschaffung nicht rechts tritt am 13. September Fräulein RI ara Haase aus Berlin auch ist, immer noch einen höheren Lohn beziehen als die zu Hause zeitig bewirkt werden könnte, er machte seinem Vorgesetzten, dem im Auftrage der Agitationskommission der Handlungsgehilfen Arbeitenden, deren Lohndurchschnitt nur 6,88 M. beträgt, ein Polizeilieutenant Kolb, davon Mittheilung. Als dieser sich an Deutschlands an. Moment, das gewiß die Vorzüge der Betriebsstätten für die den Angeklagten wandte, wurde ihm mit den Worten ents Der Flößerftreit im Nehedistrikt dauert fort. Nach der Arbeiter deutlich genug herausspringen läßt. Die Arbeitszeit gegnet: Belästigen Sie mich nicht, hier habe ich zu Köln. 3tg." wird, da die Holzspediteure die Forderungen der betrug 10 bis 16 Stunden pro Tag im Durchschnitt. Auch hier befehlen!"" Der Lieutenant behauptete im Termine, daß der Flößer angeblich nicht erfüllen fönnen und deshalb ein Erfolg tritt die gleiche Erscheinung wie bei den Löhnen der Arbeiter Angeklagte ihn in beleidigender Weise angebrüllt habe. der Verhandlungen nicht abzusehen sei, ein Theil der Holz- für Jackets, Röcke, Paletots 2c. zu tage, daß nämlich die Uebrigens seien die Steine rechtzeitig fortgeschafft worden. Der traften wahrscheinlich in den oftdeutschen Wasserläufen über- Höhe der Unkosten zu den Arbeitslöhnen in feinem rich Angeklagte erwiderte, daß er einmal ein so lautes Organ befize, wintern müssen. tigen Verhältniß steht, da erstere stets sich gleich ge- er fei gewöhnt, bei der Arbeit laut zu sprechen. Eine beleidigende Der Handschuhmacher Streit in der Krocker'schen blieben, lettere aber fortlaufend herabgedrückt herabgedrückt worden Absicht habe ihm ferngelegen. Der Staatsanwalt hielt Fabrik in Burg dauert fort. Gegen die Ausständigen ist fol- find. Dieser fortlaufende Lohndruck hat bei all' diesen Arbeiter die vom Schöffengericht erkannte Freisprechung nicht für gende schwarze Liste erlassen worden: Verein deutscher Kategorien nothgedrungen dahin geführt, daß sie, um das zum gerechtfertigt, er beantragte unter Aufhebung des ersten Urtheils Glacee- Handschuhfabrikanten. Eßlingen, 25. Juli 1896. Geehrte Lebensunterhalt Nöthigste zu erringen, ihre Arbeitszeit in gesund auf eine Geldstrafe von 30 M. zu erkennen. Der Gerichtshof Herren! Laut Bericht des Herrn Wilhelm Krocker in Burg bei heitsschädlicher Weise auszudehnen gezwungen wurden. In ein hielt das Verhalten des Angeklagten zwar für unpassend, geMagdeburg haben untenstehende 20 Handschuhmacher am 21. b. M. gehender Weise beschäftigt sich der amtliche Bericht dann mit wann aber nicht die Ueberzeugung, daß demselben das Be gekündigt unter Angabe des Grundes: Maßregelung einer dem Widerstand und den Angriffen der Konfektionäre gegen das wußtsein einer Beleidigung inne gewohnt hatte. Die Berufung Näherin! Indem wir die verehrlichen Mitglieder hiervon in Gewerbegericht. Zum Schluß mag es gestattet sein, heißt es des Staatsanwalts wurde deshalb verworfen. Renntniß sezen, machen wir Sie auf den§ 4 der Leipziger Be- dort, ein Wort über die mehrfach wiederholten Angriffe auf Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich; Standes Schlüffe vom 29. April 1889 aufmerksam, welcher lautet: die Thätigkeit des Einigungsamtes zu erwidern: Statt in ge Streifende Gehilfen aus solchen Fabriken, die dem Verein an meinsamer Arbeit mit dem Einigungsamte bestrebt zu sein, die unterschiede finden nicht statt. Diese Bestimmung findet gehören, dürfen bei keinem Vereinsmitgliede Kondition finden." Grundlagen für einen dauernden Frieden zu schaffen, haben die sich bekanntlich in den meisten deutschen Verfassungen. Nun Für den Vereinsvorstand: Der Vorsitzende Daniel Jeitteles." Ronfektionäre es vorgezogen, in ihren Eingaben und durch ihr wird der Voss. 3tg." aus Leipzig geschrieben: Wie berichtet, ( Hierauf folgen die Namen von 17 Handschuhmachern und drei Organ, den„ Konfektionär", die Thätigkeit des Einigungsamtes ist der Herausgeber der Berliner Heirathszeitung" Podszus Dresseuren.) herabzusetzen und gegen die Erhebungen desselben den Vorwurf vom hiesigen Landgericht wegen Beleidigung zu sechs Wochen Gegen den guten Zusammenhalt der wohlorganisirten Hand- der Einseitigkeit vorzubringen und schließlich das Einigungs Gefängniß verurtheilt worden, weil er der Wittwe eines soeben Schuhmacher wird sich diese schwarze Liste voraussichtlich als amt fogar der Verschleppung der Verhandlungen zu beschuldigen. erst verstorbenen Landgerichts- Präsidenten eine Nummer des nuglos erweisen. Wenn die Konfektionäre sich für befugt erachteten, den Erhebungen Blattes mit Empfehlung der besten Partien" zugesandt hatte. des Einigungsamtes den Vorwurf der Einseitigkeit zu machen, In der Urtheilsbegründung wird u. a. ausgeführt:" Nach den dann hätten sie zum mindesten diesen Vorwurf auch begründen Anschauungen des Standes, dem die Klägerin angehöre, müssen. Hierzu bot sich ihnen die beste Gelegenheit, indem sie vor widerstreite es den guten Sitten, wenn in den ersten Tagen nach dem dem Gewerbegerichte erschienen und ihre abweichenden Ansichten Tode des Mannes die Wittwe sich mit der Wiederverheirathung bes deponirten. Daß sie dies nicht gethan, sondern dem gegebenen Worte beschäftige und an diese dente." Wir gönnen dem Herrn Podszus zuwider vor dem Gewerbegerichte ausgeblieben sind, beweist die die Bestrafung für die an den Tag gelegte Gefühlsrohheit von ganzem Herzen. Aber es muß bei der Begründung des Urtheils Grundlosigkeit ihrer Behauptung. auffallen, daß das Gericht die guten Sitten, welche die Gedanken an eine Verheirathung in den ersten Tagen nach dem Tode des Mannes verbieten, nur in dem Stande" vorausseßt, dem die Klägerin angehört." = Der Streit Lockout der Flensburger Werft arbeiter dauert fort. Unterstügung ist dringend nöthig. Da auch Mitglieder des christlich- sozialen Arbeitervereins ausgesperrt find, hat der christlich- soziale Arbeiterverein in Altona 100 m. für die Bewegung gespendet. " Soziale Rechtspflege. " Versammlungen. Ein Mitglied der Ordnungspartei" veröffentlichte in den Flensburger Nachrichten" ein Eingesandt, um seinem Groll Das Einigungsamt giebt diese Erklärung im Namen jedes darüber Ausdruck zu geben, daß die bessergestellten Arbeiter, die einzelnen Mitgliedes desselben ab. Es ist sich bewußt, im vollen nach Angabe dieses tapitalistischen Stribenten es bei Afford Maße seine Schuldigkeit gethan zu haben; an diesem Bewußt arbeit auf 40-50 Pf. Stundenlohn bringen, mit ihren schlechter fein erfüllter Pflicht ändert jede fleinliche Bemängelung seitens gestellten Arbeitskollegen gemeinsame Sache gemacht haben. Im durchaus nicht unparteiischer intereffirter Kreise nichts. Das Gegentheil, dafür verdienen die bessergestellten nur Lob, und es Ginigungsamt ist überzeugt, daß es sich durch sorgfältige Klargehört die ganze bürgerliche Selbstfucht dazu, um das nicht einstellung der, wie es sich ergeben hat, der Aufhellung dringend bedürftigen Arbeitsverhältnisse der Konfektionsbranche ein Ber- Gegen den Gesetzentwurf betreffend die Zwangs zusehen. Wie uns das Streitfomitee mittheilt, sind 527 Arbeiter der dienst erworben hat, und weist jeden ihm gemachten Vorwurf organisation des Handwerks sprach sich eine von etwa verschiedenen Branchen der Werft auf die schwarze Liste des der Einseitigkeit oder Verschleppung auf das entschiedenste zurück. 120 Personen besuchte Versammlung aus, welche der Zentralrath Verbandes der Eisenindustriellen gefeßt, während bei der neulichen Russische und galizische Landarbeiter sind in Preußen Generalsekretär, Schuhmacher 2. Winter, referirte über die neue der deutschen Gewerkvereine am Montag einberufen hatte. Der Berhandlung der Arbeitervertreter mit dem Werftvorstand ver- in den lezten Jahren in folgender Zahl zugelaffen worden: Innungsvorlage und kam zu dem Schluß, daß diefelbe nicht fichert worden war, daß keinem der Ausständigen etwas in den 1892: 19 505, 1893; 21 979, 1894: 26 075, 1895: 27 249. geeignet sei, das Handwerk gegen die Macht des Großbetriebes Weg gelegt werden solle. Am 5. September wurden auf der zu schützen. Nur die Selbsthilfe, welche sich in freien Organisas Werft überall die Maschinen wieder in Betrieb gesetzt. Die Arbeiter sind bedroht worden, wenn sie ihre Thätigkeit nicht tionen bethätigt, könne die Interessen der Handwerker fördern. Denen aber, welche nicht auf die eigene Kraft vertrauen, wieder aufnähmen, brauchten sie nicht wieder zu kommen. In den Feine Behandlung. Die Kartonirerin E., welche 71/4 Jahre sondern nur alles Heil von der Unterstügung durch die Regierung meisten Fällen ist diesem Anfinnen keine Folge gegeben worden; nur lang in der Wäschefabrit von S. Blumenau und Sohn erwarten, müsse man zurufen:" Ihr seid noch nicht reif" An solche nahmen die Arbeit auf, die auch sonst gegen die Interessen in der Leipzigerstraße 59 beschäftigt war, fündigte am das Referat schloß sich eine längere Diskussion, in der die Be ihrer Kameraden zu handeln pflegen. Die organisirten streitenden 18. August ihre Stellung, weil sich ihr Gelegenheit bot, ihre strebungen der Zünstler einmüthig verurtheilt wurden. Nach und ausgesperrten Arbeiter stehen noch ebenso fest zusammen, Arbeitskraft vortheilhafter wie dort zu verwerthen. Anläßlich dem die Herren Goldschmidt und kopsch sich noch wie zu Anfang der Bewegung und sie werden aushalten, bis es der Kündigung kam es zu einer beiderseits etwas erregt geführten einige nicht allzu geistreiche Seitenbiebe gegen die Sozial zu einer solchen Verständigung gekommen ist, derer sie sich nicht Auseinandersetzung zwischen Fräulein E. und dem Chef Max demokratie geleistet, gelangte eine Resolution zur Aumahme, zu schämen brauchen. Die Bewegung ist also noch nicht zu Ende, Blumenau, in deren Verlauf erstere sich über die Behandlung durch welche die Wersammlung den Bundesrath ersucht, die wie aus einer Notiz in der Arbeiterpresse geschlossen werden beschwerte, der sie im Geschäft ausgefeßt gewesen sei. Unter Vorlage nicht vor den Reichstag zu bringen, und falls dies doch fonnte, und das Streitkomitee ersucht deshalb alle Arbeiter anderem führte sie an, daß der Bruder des Chefs ihr unberech geschehen sollte, vom Reichstage eine Ablehnung derselben erblätter, derartigen Angaben fünftig die Aufnahme zu versagen, tigter Weise vorgeworfen habe, fie lüge frech. Darauf äußerte wartet, da nicht die bureaukratische Zwangsorganisation, sondern wenn sie nicht von der Streikkommission unterzeichnet waren. Blumenau, es werde schon so sein, wenn sein Bruder das sage. nur die freie genossenschaftliche Organisation und regsame Selbst Ueber den Stand des Boykotts gegen die Böllberger Fräulein E., nunmehr aufs äußerste erregt, entgegnete:" Dann bethätigung als Mittel zur Hebung der Lage des Handwerks ana Mühle ist zu berichten, daß in Halle nach Angabe des dor lügen Sie!" worauf Blumenau fie sofort entließ. Die Folge gesehen werden könne. tigen Volksblatts" bereits eine größere Zahl Bäckermeister erklärt davon war ein Prozeß vor dem Gewerbegericht, Fräulein haben, daß sie kein Mehl aus dieser Mühle führen. Blumenau Firma " Die Maler und Auftreicher Kölnd nahmen in einer start besuchten öffentlichen Versammlung den Antrag ihrer aus Mit gliedern ber Gewerkschaft wie des Gesellenvereins bestehenden Lohnkommission an, wonach an die Unternehmer folgende Forde rungen gestellt werden sollen: E. beantragte, die wo zu Wilmersdorf. Am 2. September referirte Genosse Paul Jahn im Arbeiter Verein über den modernen Rechtsstaat. Diskussion fand nicht statt. Unter Verschiedenem beschloß der Verein, im Orte mehr Agitation zu betreiben und sich alle vier Wochen einen Vortrag halten zu lassen und zwar jeden Mitt einer vierzehntägigen Lohnentschädigung und zur Bezahlung der gefeßlichen zweiten Feiertage der letzten zwei Jahre zu verurtheilen. Auf die letzte Forderung verzichtete Klägerin, nachdem sie belehrt worden war, daß sie die Feiertage nachträglich nicht bezahlt verlangen könne, wenn sie sich die entsprechenden Abzüge woch nach dem ersten. Schöneberg. Jm Arbeiter- Bildungsverein fam in der 1. Die Arbeitszeit beträgt 91/2 Stunden und liegt zwischen vom Wochenlohn solange habe gefallen laffen. Als Proben des 7 Uhr morgens und 7 Uhr abends, einschließlich 1/2 Stunde Früh guten Tous, wie ihn der Beklagte pflegte, führte Fräulein E. die letzten Versammlung ein Artikel über Lassalle" zur Verlesung, Stückspause, 11/2 Stunde Mittagszeit und 12 Stunde Vesperzeit. Ausdrücke freches Frauenzimmer" und: Halten Sie woran sich eine kurze Diskussion knüpfte. Ein neues Mitglied Alsdann wurde bekannt gegeben, daß in 2. Der Mindestlohn beträgt pro Stunde 40 Pf. Diejenigen die Schnauze" an. Die Kammer I unter dem Vorsitz des fand Aufnahme. Gehilfen, welche vor Aufstellung des Tarifs bei länger Assessors Hellwig tam in der Sigung vom 8. September nächster Zeit eine öffentliche Versammlung in einem neuen Lofal wie 92 Stunden Arbeitszeit mehr wie 3,80 m. verdient haben, zu einem der Klägerin ungünstigen Resultat und der Vorsitzende stattfinden werde. verdienen bei 91/2 stündiger Arbeitszeit mindestens dasselbe wie rieth ihr deshalb nach Scheiterung des üblichen Vergleichsversuchs früher. 3. Ueberstunden von 7 Uhr Abends werden mit Auf zur Zurücknahme der Klage. Klägerin folgte dem Rathe. fchlag von 25 pet. bezahlt, Nachtstunden von 10 Uhr abends bis Dieser Ausgang der Sache erscheint denn doch etwas sonderbar, Depelchen und letzte Nachrichten. 7 Uhr morgens mit 35 pCt. Aufschlag und Sonntagsstunden mit wenn man erwägt, daß in der vom Beklagten beliebten Be= 50 pCt. 4. Gänzliche Abschaffung der Affordarbeit. 5. Bei stätigung des Vorwurfs, Klägerin lüge frech, eine äußerst Arbeiten außerhalb des Stadtkreises Köln, jedoch inner- grobe Beleidigung liegt. Wiegt nicht diese Beleidigung die halb des Festungsrayons, wird Mittagessen und Fahr- gleich darauf von Fräulein E. dem Beklagten in den Worten, Bei vergütung bewilligt. sonstigen auswärtigen Ar dann lüge er, zugefügte Beleidigung voll und ganz auf? beiten wird volle Station und Hin und Rückfahrt 3. Klasse bewilligt. 6. Bei Gerüstbau und Arbeit wird eine Zulage von 50 Pf. pro Tag gewährt. 7. An den Tagen vor Ostern und Pfingsten ist um 5 Uhr Feierabend, jedoch ohne Lohnabzug. 8. Die Lohnauszahlung muß längstens 1/2 Stunde nach Feier abend erledigt sein, jede weitere Zeit wird als Ueberstunde bezahlt. Gerichts- Beitung. Frankfurt a. M., 8. September.( B. S.) Die„ Franks. 3tg." meldet aus New- York: Bei den Staatswahlen in Arkaufas haben die Demokraten eine Mehrheit von 60 000 Stimmen erzielt. Sie haben dabei aber einen folossalen Wahlbetrug begangen, um den Eindruck der Staatswahl in Vermont zu verwischen, wo die Republikaner bekanntlich große Erfolge erzielten. Marseille, 8. September.( B. H.) Bereits heute oder morgen werden die hier angekommenen Flüchtlinge nach NewYork transportirt werden. bei aus dem Eine befremdliche Entscheidung des Reichsgerichts zu dem§ 12 des Nahrungsmittelgesetes wird von der London, 8. September.( B. S.) Wie in einer Versammlung Jur. Wochenschr." veröffentlicht. Eine Frau war auf grund der Dockarbeiter gestern mitgetheilt wurde, haben sich die Hafens des§ 12 angeklagt worden, weil sie ihrer Dienstmagd zum Effen arbeiter von 32 Syndikaten, darunter auch die New- Yorker, dem Die Forderungen unter 1-4 und 6-8 wurden einstimmig ein Stück Speck gereicht hatte, welches vorher von einem anderen Dockarbeiter- Verband angeschlossen, sodaß gegenwärtig rund den Hals 11/4 Million Arbeiter zum Streit bereit sind. angenommen, die 5. Forderung mit Mehrheit. Menschen zur Beseitigung von Schmerzen um Madrid, 8. September.( W. T. B.) Nach einem PrivatUeber den Dachdecker- Streik in Wiesbaden wird in der gelegt worden war.(!) Die Angeklagte war verurtheilt worden, Frankfurter, Boltsstimme" berichtet, daß am vorvorigen Montag, weil nach Ansicht des Gerichts der Genuß solchen Fleisches telegramm aus Havannah verhaftete die Polizei eine Anzahl wo der Streit begann, 69 Dachdecker die Arbeit niederlegten, bei Kenntniß des früheren Gebrauchs desselben" geeignet fei, Perfonen, welche dem Aufstande Vorschub geleistet hatten und bei dem Genießenden ein andauerndes törperliches feste fie ins Gefängniß. 25 reiften ab, 15 nahmen die Arbeit später wieder auf, die Barcelona, 8. Sept.( W. Z. B.) Die Mitschuldigen an dem anübrigen sind fest entschloffen, auszuhalten, bis die Forderungen Unbehagen hervorzurufen. Das Reichgericht erklärte bewilligt sind. Verlangt wird: der Behnstundentag an stelle der dies für eine rechts irrthümliche Auslegung des§ 12 archistischen Romplott, durch welches die letzte Explosion in der jetzt elfstündigen Arbeitszeit; 1stündige Mittagspause unter des Nahrungsmittel- Gesetzes. Von der Gesundheitsgefährlichkeit Rue Cabios nuevos hervorgerufen worden war, sind nunmehr Beibehaltung der stündigen Frühstückspause, jedoch unter eines Nahrungsmittels im Sinne des§ 12 fönne nur dann ausfindig gemacht und ins Gefängniß gebracht worden. Das Wegfall der Vesperpause; Erhöhung des jetzigen Arbeitslohns die Rede sein, wenn dem Nahrungsmittel eine objektive Haupt derselben ist der 27jährige Thomas Asheri die geeignet sei, die Gesundheit Marseille. 70 andere Anarchisten nahmen an dem Komum 50 Pf. täglich( der jetzige Tagelohn beträgt durchschnittlich Eigenschaft anhafte, Es war theil. worden, beschlossen dessen, der es genieße, zu beschädigen. Im vorliegenden Falle plott 3,50 M.); 25 pot. Zuschlag für Ueberstunden; Entlassungen fet es aber nur der Durch die Vorstellung des früheren Gebrauchs Vorüberzuge der Prozession drei Bomben zu werfen, doch wollte dürfen innerhalb 6 Monaten nicht vorgenommen werden. Die Töpfer in Gera beschlossen Abschaffung der Akkord- hervorgerufene Gfel, nicht eine objektive Beschaffenheit des im entscheidenden Augenblick niemand handeln. Hierauf wurden arbeit und Einführung eines Minimallohns zu fordern. Die Fleisches, wodurch nach Ansicht des Vorderrichters ein törper- zwei Bomben in der Rue Fillevar niedergelegt, wo sie von der liches Unbehagen hervorgerufen werden könne. Dies sei eine Polizei aufgefunden wurden. Asheri schalt seine Gefährten feige Biegler unterstüßen die Bewegung. unrichtige Auffassung des Begriffs der Gesundheitsgefähr- und schleuderte am nächsten Sonntag, als die Monstrang vorüber Die Buchbinder Münchens beschlossen, gleich den Fachlichkeit. Das ist wieder einmal ein Urtheil, das ganz auf der getragen wurde, in der Rue Cambios die dritte Bombe. Die genoffen anderer Städte, ebenfalls Verkürzung der Arbeitszeit, Höhe der modernen Rechtsprechung steht! Ein abscheulicheres Ver- Anarchisten legten ein vollständiges Geständniß ab. Erhöhung des Lohnes, Aufschlag für Ueberstunden 2c. zu fordern. gehen gegen das Nahrungsmittelgeseß, als das hier beschriebene Konftantinopel, 8. September.( B. T. B.) Ueber 600 Ar Die Buchbinder Mannheims beschlossen die Niederlegung läßt sich kaum denten; aber die erfolgte Verurtheilung beruht menier, welche sich bisher in bie russische Botschaft, in die der Arbeit für den Fall, daß die Lohnkommission alle sonstigen auf einem Irrthum, weil dem ekelhaften Stück„ Nahrungs- Schiffsagenzie und auf das Schiff Ratharina" geflüchtet hatten, Mittel zur Durchführung der Forderungen als erschöpft be- mittel", angeblich nicht die„ objektive" Eigenschaft anhaftet, die wurden russischerseits in einem Han untergebracht und wird trachtet. In die Bewegung sind auch die Buchbindereien Gesundheit zu beschädigen. Wir möchten wissen, welche Folgen die von türkischer Seite geführte Untersuchung, ob sie hier be Ludwigshafens und Frankenthals einbezogen. Eine ein Reichsgerichtsrath an sich verspürt hätte, wenn ihm zu schäftigt find oder nicht, überwacht. Im ersteren Falle sollen sie Anzahl Firmen in Ludwigshafen und Mannheim haben bereits gemuthet worden wäre, das beschriebene Stück Spect hinunter hier bleiben, im legteren Falle heimgeschickt werden. Ein Ravalleries bewilligt. zu würgen. regiment wird von Adrianopel hierher beordert. Werantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 211. Lokales. Mittwoch, den 9. September 1896. wende! genommen wurde. " 13. Jahrg. Kirchen mehren sich bekanntlich auch die wohlbegründeten Klagen Zwei Beutel mit 2700 Mark Silbergeld wurden dem der Diener Gottes" darüber, daß die Bevölkerung sich mehr Bierfahrer Paul Nittmann, der für das Münchener Brauhaus Achtung, Parteigenossen! Bekanntlich ist auf der und mehr vom chriftlichen Glauben ab- und dem„ Umsturz" zu- thätig ist, im Grünen Weg vom Bierwagen gestohlen. Ein Brandenburger Parteikonferenz die Lokalfrage zur Erfrüherer Mitfahrer des Kutschers hatte, während Nittman in ledigung angesetzt. Selbstverständlich ist die letzte Lokalliste auch Bevölkerungsstatistik. Wie noch erinnerlich sein wird, mit seiner Beute in ein Haus geflüchtet. Die beiden Beutel mit einem Restaurant beschäftigt war, das Geld entwendet und war gegenwärtig maßgebend und nach wie vor zu beachten. ergab zu allgemeiner Ueberraschung die lehte Volkszählung, daß dem Gelde wurden unversehrt im Keller des Hauses aufgefunden. Die Lokalkommissionen werden ersucht, bis spätestens 85 600 Berliner verschwunden waren, d. h. daß die Zahl der Der Dieb war durch das Hinterhaus auf das Dach geflüchtet. den 18. September dem Unterzeichneten diejenigen Ortschaften wirklich ermittelten Einwohner um 85 600 zu niedrig war gegen: Er tam auf den Dächern der Nachbarhäuser bis zur Stoppens zu bezeichnen, wo teine Versammlungen abgehalten über der fortgeschriebenen" Biffer. Dieser Fehlbetrag wird jetzt straße, dort sprang er vom zweiten Stock auf einen im Hofe werden können resp. wo die Wirthe sich weigern, für unsere von der Deputation für Statiftit in ihrem Jahresbericht stehenden Kremser und lief bis zum Rüstriner Plaz, wo er fest Zwecke ihre Säle herzugeben. Um genaue Angabe folgendermaßen erklärt: Die Ursache ist darin zu suchen, daß der Namen und Ortschaften wird gebeten. Im Auftrage der die polizeilichen Abmeldungen innerhalb der letzten Volkszählungs Lokalkommission: Karl Scholz, Wrangelstr. 32. periode unvollständiger geworden sind; dies liegt vermuthlich Ein Bild des Jammers. Die Deutsche Tageszeitung" darin, daß der Ab- und Zuzug nach und von den Vororten berichtet: Aufsehen verursachte gestern Vormittag eine Szene, _ Ueber die Prüfungswirthschaft in den Berliner Ge- in der letzten Zeit weniger vollständig angezeigt ist. Die Fort- welche sich in der Schüßenstraße abspielte. Auf dem meindeschulen bringt die„ Päd. 3tg." einen längeren Aufsaß, ſchreibung beruhte auf einer regelmäßig erfolgenden zurechnung Bürgersteige in der Nähe der Potsdamerstraße brach plötzlich ein der die Schäden der Prüfungen, nicht nur der sogenannten der Geburten und Zuzüge, sowie Abrechnung der Sterbefälle und junger anständig gekleideter Mann bewußtlos zusammen und „ öffentlichen", sondern auch der Versehungsprüfungen( und Abzüge bei jedem einzelnen Altersjahr der am 1. Dezember 1890 es gelang mit größter Mühe, den Erkrankten ins Leben zurückauch der amtlichen Revisionen), mit scharfen Worten vorgefundenen Bevölkerung, wobei die Unvollständigkeit der Ab- zubringen. Auf Befragen erzählte der junge Mann, daß er and oft mit treffendem Spott geißelt. Der Verfasser be- meldungen durch eine für jedes Alter besonders berechnete Er- Musiker sei, er wäre einige Zeit wegen Erkrankung in der fürchtet von den zahlreichen Prüfungen eine Veräußerlichung höhung der Fortzüge berücksichtigt wurde. Der Maßstab Charitee gewesen und von dort wie er übrigens durch Entder Schularbeit. Menschliche Schwäche, meint er, verleitet dieser Erhöhung wird den Erfahrungen der legten laffungsschein bewies- am Morgen vorher als geheilt entmanchen Lehrer dazu, aus der öffentlichen Prüfung eine vorher Volkszählungs- Periode entnommen und betrug, da diese Er- laffen worden, ohne einen Pfennig Hilfsmittel zu befizen. Der einstudirte Vorführung" zu machen und die Versehungsprüfung fahrung am 1. Dezember 1890 zu günstigen Ergebnissen führte, durch Krankheit Geschwächte ist ohne Obdach, ohne etwas zu ( damit sie seinen Ruf als geschickter Lehrer" stärkt und befestigt) nur 12919 im Durchschnitt des männlichen und 2695 im Durch effen den ganzen Tag hindurch und auch die folgende Nacht auf durch ödes Einpauten toten Wissens vorzubereiten. Neu schnitt des weiblichen Geschlechts. Nunmehr aber mußte eine der Straße verblieben, bis er an genannter Stelle, vollkommen find diese Vorwürfe nicht; ähnliche Einwendungen gegen Erhöhung des Buschlags auf 22 245 und 16,179 v. H. eintreten, erschöpft, zusammenbrach. Durch eine sofort veranstaltete Samm die Prüfungen find schon recht oft, und und meist von ohne freilich die Gewähr zu bieten, daß nicht nach Ablauf lung wurden sieben Mark zusammengebracht, welche, dem Lehrern selber, gemacht worden. Immerhin ist es inter- weiterer fünf Jahre das nächste Zählungsergebniß den gewählten Aermsten eingehändigt, ihn in die Lage versetten, seine in essant, daß der Verfasser des erwähnten Aussages hinsicht Buschlag als zu hoch oder zu niedrig erweisen könnte. Unter Stettin wohnenden Eltern aufzusuchen. Derartige Vorfälle gelich der Einstudirung öffentlicher Prüfungen meint, die Aus- solchen Umständen will die Deputation alljährlich durch selbst- hören bekanntlich durchaus nicht zu den Seltenheiten. nahmen werden nicht sehr zahlreich" sein. Bemerkenswerth ist ständige Ermittelungen die Einwohnerschaft wenigstens Verschwunden ist seit etwa 8 Tagen das 19 Jahre alte ferner folgender Passus über das Einpaufen zur Versetzungs- nach den Alters- und Zivilstandsklassen jedes Geschlechts fest Dienstmädchen Gertrud Boganga, das bei einem Rechtsanwalt in prüfung:„ Es gilt, die Aufmerksamkeit, das Wohlwollen stellen und hierzu bei der großen Belastung des Publikums durch der Friedrichstraße in Stellung war. ber Borgesetzten und damit vielleicht ein besseres Ein- derartige Zählungen, wenn möglich, die schon üblichen Erhebungen Eine schwere Blutvergiftung durch einen Insektenstich auch wohl eine Beförderung erlangen. Der Steuerverwaltung benutzen. Jedenfalls ist es nothwendig, hat eine in der Potsdamerstraße wohnende Frau M. erlitten. Die Schüler sind das Material" dazu. Material" dazu. Deshalb werden daß die für die zahlreichen Relativberechnungen als Grundlagen Diefelbe befand sich am Sonntag in einem Bergnügungslokal die begabten und Fleißigen mit allen Mitteln gefördert dienenden Bevölkerungszahlen möglichst annähernd richtig sind, und wurde hier von einem Insekt in die rechte Wange gestochen. und glücklich, wer aus folchen eine Art Renommirklasse für und daß auch Maßnahmen getroffen werden, um für die zwischen Sie legte jedoch der Verlegung keinerlei Bedeutung bei, auch sich zusammenstellen kann. Diejenigen Kinder aber, denen das zwei Volkszählungen liegenden Jahre die Bevölkerungszahl ge- noch nicht, als das Gesicht mäßig zu schwellen begann. Als fich Loos in keiner Weise aufs lieblichste gefallen ist, die gerade einer wisser Gebietstheile nach den wesentlichen Gesichtspunkten festzu- jedoch die Geschwulst bis zum folgenden Tage über die ganze liebevollen und geschickten Führung bedürften, sie erscheinen als stellen. linke Seite erstreckte, wurde ein Arzt geholt, der eine hochgradige Blutvergiftung erkannte und die schleunigste Ueberführung der M. nach dem Krankenhause Friedrichshain veranlaßte. tommen, " zu eine Laft, werden nur zu oft danach behandelt und bei der ersten besten In der Ueberführung der mit direkten Fahrkarten Gelegenheit abgeschoben. Die Erfahrungen bei den Umschulungen 1. bis 3. Klasse über Berlin hinaus versehenen Reisenden vom bezeugen nur zu oft diese Herzlosigkeit." Daß manche Lehrer Ankunftsbahnhofe nach dem Abfahrtsbahnhofe in Berlin, soweit schwer zu behandelnde oder wenig Erfolg versprechende Kinder nicht die Beförderung über die Stadtbahn erfolgt, tritt am fich möglichst vom Halfe zu schaffen suchen und dazu die be- 1. Oktober eine Aenderung infofern ein, als von diesem Tage tannten Umschulungen benutzen, das ist ebenfalls ab die Reisenden für ihre Ueberführung selbst zu sorgen haben. schon früher behauptet worden. Hier wird sogar gefagt, Auf Verlangen können diese Reifenden den bahnseitig zu stellenden es geschehe„ nur zu oft"! Da möchten wir uns zwei Omnibus gegen vorherige Entnahme besonderer Omnibuskarten Fragen erlauben: 1. Wie sind solche Zustände möglich bei der vom Zugführer benutzen. Das direkt über Berlin hinaus abangeblich so überaus musterhaften, jebe Parteilichkeit aus gefertigte Reisegepäck wird in Berlin nach wie vor bahnfeitig, schließenden Organisation unserer städtischen Verwaltung? und zwar je nach dem gewählten Wege entweder mit der Stadt 2. Warum legt die Lehrerschaft diesen pflichtvergessenen Elementen bahn oder mittels Omnibus übergeführt. in ihrer Mitte nicht selber das Handwerk? Wenn der Zar von Rußland reist. Das Barenpaar hat in der Nacht zum Dienstag Berlin paffirt. Mit welchen Borsichtsmaßregeln das geschah, davon giebt ein Bericht eines hiesigen Lokalblattes Kunde: Der Komiker Theodor Müller vom Bentral- Theater, der fich feit einigen Wochen irrfinnig im Krankenhause im Friedrichs hain befand, ist dort, 64 Jahre alt, dieser Tage gestorben. Theodor Müller war in seinem Fache ein überaus tüchtiger Künstler und hat hier jahrelang durch seinen trocknen Humor Jung und Alt zu entzücken gewußt. im Landwehr- Kanal, gegenüber dem Grundstück Rottbuser Ufer 12, Polizeibericht vom 8. September. Gestern früh wurden die Leiche eines etwa 35 jährigen Mannes und nachmittags im Spreekanal die bereits start verweste Zeiche eines neugeborenen Rindes angeschwemmt. Nachmittags gerieth vor dem Hause Unter den Linden 59a die tier Luise Klipphan unter die Räder einer Droschte und erlitt Die 63 Jahre alte, verehelichte Boſamenerhebliche Verlegungen an der Hand, an der Schulter und der Hüfte. Bei dem Versuche, aus einem vorüberkommenden Strohwagen der Großen Berliner Pferdeeisenbahn= Gesellschaft Stroh herauszuzupfen, wurde in der Hirtenstraße der noch nicht ganz dreijährige Sohn des Schuhmachers Forkert überfahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. In der Potsdamerstraße stürzte nachmittags der 67 Jahre alte Tischler Ernst Töpfer von dem Verdeck eines Omnibus der Linie Kurfürstenstraße- Stettiner Bahnhof herab und zog sich erhebliche Verlegungen im Gesicht und an der linken Schulter zu. -Vor dem Hause Strausbergerstr. 2 fiel abends der 66 jährige Hospitalit Karl Hölke ohnmächtig zur Erde und trug eine beHeute Nacht Mit größter Verschwiegenheit hatte man die Reise des Baren und der Zarin von Görlitz nach Kiel vorbereitet, und außer wenigen Beamten wußte niemand, daß die Route über Ein internationaler Kongres für Frauenwerke und Berlin gewählt war. Nachdem man noch im Laufe des gestrigen Frauenbestrebungen wird vom 19. bis 26. September im erst am Abend festgesetzt, daß der aus zwei Maschinen und u. a. bürgerliche Frauen aus Italien, Bosnien und Armenien stürzte der 14 jährige Arbeitsbursche August Wassermann an der zwölf Wagen bestehende Hofzug, auf dessen erste Lokomotive in genannt. Ecke der Mohrenstraße und des Wilhelmplates von einem mit Ans den Nachbarorten. Niederschönweide ein Eisenbahn Betriebs Juspektor und ein Revision der Bade- Anstalten. Der Polizeipräsident Kisten beladenen, schnell um die Ecke biegenden Wagen herab Lokomotivführer der Stadt- und Ringbahn als 2ootsen(!) v. Windheim hat auf Anregung der Freiwilligen Hygiene- und erlitt eine erhebliche Verletzung am Knie. zur Fahrt bis Spandau aufstiegen, um 11 Uhr 47 Minuten auf Kommission der Aerzte Berlins" im Interesse des öffentlichen dem Fernbahnhof der Station Friedrichstraße eintreffen sollte. Wohls eine Revision der Bade- Anstalten Berlins ausführen Diese Beit wurde auch pünktlich eingehalten. Die Fernbahnhöfe laffen. Bisher hatte man nur vom bautechnischen Standpunkte des Schlesischen Bahnhofs und der Station Alexanderplatz wurden aus die Bade- Einrichtungen beurtheilt, so daß Ansichten der uns allen, die wir durch das Abgeben unserer Stimme für den An die Arbeiterschaft von Weißensee und Umgegend. während des Passirens des Hofzuges polizeilich gesperrt. Auf Aerzte sich dabei noch nicht geltend machen fonnten. dem Fernbahnhof Friedrichstraße war der Vorortzug nach Kandidaten der sozialdemokratischen Partei bei den vorkommenden Lichtenberg feit etwa zehn Minuten abgefahren, als Vollständig niedergebrannt ist gestern früh ein großer mit Wahlen uns als Sozialdemokraten bekennen, erwächst die eherne Polizeilieutenant von Arnoldi mit einer Anzahl von Schutz- Faftagen angefüllter Schuppen der Aktienbrauerei Hohen- Pflicht, für die weiteste Verbreitung unserer Ideen Sorge zu Ieuten den Bahnhof räumen und absperren Schönhausen. Um 10 Uhr wurde das Feuer bemerkt, es griff tragen. Das hierzu erforderliche Wissen können wir uns dadurch Tieß. Auch der Stationsvorsteher von Winterfeld traf schnell um sich und vernichtete in kurzer Zeit das etwa 10 Meter aneignen, indem wir der am hiesigen Orte bestehenden politischen Vorsorge, daß nur die diensthabenden Beamten auf breite und 40 Meter lange Holzgebäude. Organisation, dem Weißenseer Arbeiterverein beitreten. Derselbe dem Bahnsteige anwesend waren. Auf dem Stadtbahnhof Unterschlagungen in bedeutender Höhe hat ein An- hat sich die Aufgabe gestellt, seine Mitglieder durch Belehrung und mischten sich in das wenig zahlreiche Publikum etliche Schuh- gestellter der Firma A. und B. Elkisch in der Neuen Friedrich- durch Förderung ihrer Interessen für den politischen Kampf reif zu Teute. Schließlich trafen auf dem Fernbahnhof noch der Polizei- straße, die ein umfangreiches Geschäft in Strickgarnfabrikaten machen. Es ist daher Pflicht eines jeden Arbeiters, welcher mit präsident v. Windheim, der Polizei- Oberst Krause und dessen betreibt, verübt. Die Höhe der Unterschlagungen ist noch nicht nannten Verein beizutreten. Zur Aufnahme neuer Mitglieder den Zielen der Sozialdemokratie sympathifirt, dem oben ge erfter Adjutant Hauptmann Bichmann ein." festgestellt. Nachdem diese Vorsichtsmaßregeln getroffen waren, kam der und Entgegennahme von Beiträgen find folgende Zahlstellen errichtet: 1. Abtheilung: Albrecht, Generalstraße, Ecke Heinersdorfer Weg; 2. Abtheilung: Kirschner, Rölkestraße 138; 3. Abtheilung: Frenz, Könige- Chaussee- und LehderstraßenEcke; 4. Abtheilung: Brennert, Königs- Chauffee 46; 5. Abtheilung: Sorrer, Straßburgstraße 56; für Wilhelmsberg: Krause( Restaurant Freischütz). Hofzug pünktlich an. Derartige Maßregeln sind durchaus er- Im Eisenbahnwagen ist ein Frrsinniger, der sich in dem flärlich, wenn man in betracht zieht, daß in dem Stammlande in Berlin um 11 Uhr 26 Minuten eintreffenden Zuge der Berlindes rohesten Despotismus mehr als ein geliebter Landesherr Hamburger- Eisenbahn befand, plötzlich tobfüchtig geworden. Den von„ getreuen Unterthanen" gewaltsam vom Leben zum Tode Mitreisenden blieb daher weiter nichts übrig, als zwischen befördert worden ist. Der unglückliche Mann, der in solchen Paulinenaue und Nauen die Nothbremse zu ziehen, worauf der Erinnerungen lebt, kann selbst im Auslande nicht furchtlos reisen. Bug zum Stehen gebracht wurde. Der Irrsinnige widersetzte sich jedoch seiner Festnahme auf das äußerste, so daß es erst den verIn ihrem Wüthen gegen den Maximalarbeitstag einten Anstrengungen von drei Passagieren gelang, denselben zu nachdem die Beschwerden der Einwohner bisher keine Abhilfe Die unzulängliche Kanalisation in Schöneberg hat, werden von den völlig topflos gewordenen Bäckermeistern die überwältigen. In Nauen wurde dann der Bedauernswerthe aus gebracht haben, den dortigen Haus- und Grundbesigerverein ver tollsten Dinge ins Feld geführt. So behauptet das Organ der gesetzt und dem Krankenhause zugeführt. hiesigen Bäcker- Junung, daß von den 1400 Berliner Bäckereien anlaßt, bei der Gemeindeverwaltung zu beantragen, so schleunig nur in etwa 25, in denen Schichtwechsel stattfindet, die zwölfDie Unfitte der Berliner Kinderwelt, auf der Straße wie möglich den Bau einer systematischen Entwässerungsanlage stündige Arbeitszeit möglich sei. Damit soll also die Unmöglich hinter Wagen herzulaufen, hat einen tödtlichen Unglücksfall mit Riefelfeld in Angriff zu nehmen. Wie von den Hausbefizern keit der Durchführung des Marimalarbeitstages dargethan herbeigeführt. Der 4 Jahre alte Sohn Erich der Schuhmacher erklärt wird, sind die gesammten Röhren der jetzigen Kanaliwerden. Das löbliche Innungsorgan fügt aber in demselben Forckert'schen Eheleute aus der Weydingerstr. 11 spielte am fation nicht nur viel zu eng, sondern auch überall in den Athemzuge hinzu:" Leider ist zu befürchten, daß die Zahl Montag Nachmittag um 514 Uhr in der Hirtenstraße, als ein" Muffen" undicht, so daß bei starken Regenfällen aus den überdieser Schicht bäckereien, weil sie leistungsfähiger mit Stroh beladener Wagen vorüberfuhr. Erich Forckert lief füllten Röhren das Wasser in den Boden fließt, diesen vollständig find, zum Schaden der Kleinbetriebe ständig wachsen wird, dem Wagen nach und zupfte Theile der Ladung heraus. Dabei durchtränkt und schließlich durch die Grundmauern in die Häuser wenn nicht bald die unglückselige Verordnung wieder zurück- gerieth er unter das rechte Hinterrad, wurde über die Brust ge- eindringt. Auf solche Weise sind bei den schweren Niederschlägen gezogen wird." Unglücklicher ist die Nothwendigkeit einer Be- fahren und war sofort eine Leiche. Die Laft hatte ihm die Brust dieses Sommers auch in den hochgelegenen Straßen des Ortes feitigung des Maximalarbeitstages noch nicht begründet worden. eingedrückt. Ein hinzugerufener Arzt konnte nur den Tod fast alle Kellerräume ein bis zwei Fuß tief unter Wasser gesetzt Man sieht, die fleischigen Bäckermeister sind ganz aus dem feststellen. Häuschen und in ihren Verstandsfästen wirbelt es wie in ihren Eine von einem Knaben verübte Blutthat hat eine Folgen einer Arbeitseinstellung. Unter dieser Stich Mehlkästen. Ein wahres Glück, daß die Bäckerei- Arbeiter flaren Arbeiterfamilie in tiefste Betrübniß versetzt. Am letzten Sonntag Für die königliche Geschoßfabrik in Spandau wird ein Bau zur marke bringen bürgerliche Blätter folgende Moralbetrachtung: Kopf und faltes Blut bewahren, sonst wäre es um die Frühstücks- spielte zur Nachmittagszeit das sechsjährige Söhnchen des in Schmiede errichtet; dabei waren in voriger Woche zur Handder Memelerstraße 7 wohnenden Schlossers Oskar Kümpfel mit Die Verhandlungen der preußischen Webschul- Direktoren andern Kindern am Spreeufer in der Gegend hinter der babung einer Handramme ca. 30 Arbeiter angenommen worden, und Lehrer über Lehrpläne, Lehrmethode und Lehrmittel der Warschauer Brücke, als plötzlich ein Trupp größerer Knaben die sich sämmtlich bereit erklärten, für 2 Mart 75 Pfennige Webeschulen haben am Montag im Rathhause zu Berlin be- auf die fleine Gruppe zugeschritten fam. Einer der Rangen Tagelohn zu arbeiten. Nach dreitägiger Beschäftigung forderten gonnen. Anwesend waren 14 Direktoren und 16 Lehrer; den zog im Marschiren plötzlich eine Schußwaffe hervor und feuerte sie 3 M. Lohn pro Tag und legten die Arbeit nieder, als ihnen Vorsitz führte Geh. Regierungsrath Simon aus dem Handels- mitten in die Kinder hinein. Der Schuß traf den kleinen Rümpfel eine Dampframme herbei, und als die streifenden Arbeiter dies nicht bewilligt wurde. Der Unternehmer schaffte dann sogleich ministerium; das Kuratorium der Berliner höheren Webeschule in die linke Seite; während mitleidige Menschen sich schnell um war durch den Geh. Regierungsrath Dr. Bertram und den Verwundeten zu schaffen machten, hatte der Verüber der That am nächsten Tage kamen, um eventuell auch für den alten Lohn Kommerzienrath Spindler vertreten. Nach Schluß der Besammt seinen Kumpanen das Weite zu suchen gewußt. Auch jetzt zu arbeiten, waren sie ganz entbehrlich geworden. Stundenlang rathungen werden die Strickwaaren- Fabrik von Felix Lande und fehlt noch jede Spur von dem Thäter. Der kleine Stümpfel wurde standen sie vor dem Fabrikthor und warteten vergeblich auf im Anschluß daran die höhere Webeschule, dann die Gewerbe- ins Krankenhaus gebracht, wo sofort eine Operation an ihm voll- Philistermoral, die aus dieser Mittheilung hervorquellen soll, ift voll- Wiedereinstellung, um dann betrübt von dannen zu gehen." Die Ausstellung besichtigt. zogen wurde. Das Kind schwebt in Lebensgefahr. natürlich, daß der Arbeiter seinem Unternehmer dafür danken semmeln schlecht bestellt. worden. 115 christliche Kirchen und Gebethäuser giebt es gegen Beim Reiten in der Fahrschule am Zoologischen Garten muß, daß er ihm die Gnade der Ausbeutung zu theil werden wärtig in Berlin, darunter 15 katholische. Unter dem gegen stürzte der Arzt Dr. May Bürger gestern vom Pferde und brach läßt, und daß es fündhaft sei, gegen 2,75 M. anzuftreiken. Der wärtigen Kaiser sind 23 evangelische und 5 katholische Kirchen beide Beine. Der Verunglückte wurde nach der Charitee be- Arbeiter zieht aus diesem drastischen Fall die Lehre, daß er sowie eine Synagoge errichtet worden. Mit der Bunahme der fördert. willenlos auf Gnade und Ungnade dem Kapital überantwortet tst, sobald er versäumt, fich mit seinesgleichen zum Kampf um die Existenz zu organisiren, und daß es seine Pflicht ist, eine Gesellschaftsordnung schaffen zu helfen, in der er frei von der Herrschaft des Kapitals dasteht. " [ aber einem Rap den Namen„ Rap Richthofen" beigelegt. G gelang ihm, eine ungefähre Karte des Franz Josephs- Landes in seinen Umrissen zu entwerfen. Jackson hat mehr als 1000 photographische Aufnahmen auf seiner Nordpolfahrt gemacht. Die Thierbilder sind vielleicht die werthvollsten. Ein Privat Telegramm aus Riel meldet uns: Die Manöverflotte, die heute Morgen hier von Stagen zum Zarenempfang eingelaufen ist, sollte früh den Kanal paffiren. Der Kanal war jedoch gesperrt. 3wei Dampfer sind bei Grünenthal und Königsförde gestrandet; das vor letzterem Orte verunglückte Schiff ist der Johann Sim, der von Petersburg nach Hamburg bestimmt war. Es liegt quer über dem Kanal. Bergungsdampfer und Prähme assistiren. " AugsGewerbe- Ausstellung 1896. Andree, welcher am vergangenen Sonnabend mit dem Dampfer" Virgo" nach Stockholni zurückgekehrt ist, hat sich einem Auf drei Beschwerden des Arbeitsausschusses gegen Redakteur" der„ Göteborg Hand." gegenüber wie folgt ausben Amtsvorsteher von Treptow, Herrn Hoffmann, hat der Land- gesprochen: Der Ballon war gefüllt vom 27. Juli bis zum Deutsche in der Schweiz. Man schreibt uns auch Zürich: rath Herr Stubenrauch bereits geantwortet. Die bemerkens- 17. August, morgens 6 Uhr. Man beabsichtigte, den Ballon Die deutsche Bourgeoisie kommt dieses Jahr karawanenweise in wertheiten Stellen des Schreibens lauten: 1. Auf die Beschon am 14. Auguft einzupacken, beschloß aber, noch zwei Tage die Schweiz. Zuerst tam der Hamburger Hausbesiker= schwerde vom 26. v. M., betreffend die Anbringung von zu warten, um zu sehen, ob nicht im letzten Augenblick ein verein in Begleitung seiner weiblichen Angehörigen, zusammen metallenen Fangtellern an den auf dem Ausstellungsterrain be- günstiger Wind die Abfahrt ermöglichen werde. Aber am 17. etwa 200 Personen; dann folgte unter Führung des Geheimen findlichen elektrischen Bogenlampen habe ich die ans fonnte man nicht länger warten, und ein Glück war es, daß Ober- Regierungsrathes Dr. Post in Berlin die au 3 38 Herren gegriffene Verfügung des Herrn Amtsvorstehers auf das Wetter schön blieb, sonst hätte dieser Aufschub leicht theuer bestehende Zentralstelle für Arbeiter- Wohlfahrts. gehoben." 2. Auf die Beschwerde vom 26. 10. M., zu stehen kommen tönnen unter den heftigen und schnellen einrichtungen des Deutschen Reiches, welche eine betreffend Beleuchtung des Ueberganges von der Sonder- Aus- Wetterveränderungen, welche in einer so vorgerückten Infpettionsreise durch die Schweiz" macht. stellung Nordpol nach dem Hauptausstellungs- Gebiet erwidere ich Jahreszeit oft auf diesem Breitengrade vorkommen. Das Ballon- Pfarrer Walder und Fabritiuspettor Dr. Schuler dem Arbeitsausschuß, daß der in Rede stehenden Verfügung des haus ist stehen geblieben und mit Balken gehörig abgestützt begleiten die Herren. Bei dieser Reise gehen die Mittel für manche Herrn Amtsvorstehers falsche Voraussetzungen zu grunde gelegen worden, um den Winterſtürmen Widerstand leisten zu können. schöne Wohlfahrtseinrichtung" drauf. Freilich ist den armen haben." 3. Die Beschwerde vom 27. August betreffend die Es ist alles gethan, damit der Expedition im nächsten Jahre Herren auch eine vergnügliche Schweizerreife zu gönnen. Wiederherstellung der Wasserspülung u. f. w. babe ich für be- teine Zeit verloren geht und damit die Luftfegler größere Mitte Juli nun tamen etwa 500 Herren mit ihren Damen aus gründet erachtet." Einschließlich der Entscheidung des Sonntags. Aussichten haben, fortzukommen, als in diesem Jahre. Alle Sachsen und betheiligten sich sogar am tantonalen Turnerfest verkaufs der Kataloge sind nun bereits sechs Anordnungen des Apparate arbeiten ausgezeichnet und in technischer Beziehung in Rüsnacht. Die Herren mit ihren gut gespickten Portemonnaies Amtsvorstehers Herrn Hoffmann von seiten seiner vorgefeßten ist nichts verfehlt; das Auspacken des Ballons und die werden natürlich überall gut aufgenommen, was wir ihnen Behörde aufgehoben worden. Füllung gingen nach der Berechnung, ebenso die Entleerung gönnen; wir wünschten nur, daß auch die deutschen und das Einpacken. Die Leckage des Ballons war un- Arbeiter, die so hervorragend am schweizerischen Nationalbedeutend und wurde leicht gedichtet. Alles ging gut und es wohlstand mitarbeiten, stets anständig behandelt und nicht als fehlte absolut nichts anderes als der erforderliche Südwind. arbeitsscheue Ausländer" zc. beschimpft würden. Andree zeigte die Windrichtungen an denjenigen Tagen, Telephonverbindung mit der Zugspitze. Der während" Virgo" an der Dansko lag. Nord, Nordnordwest, burger Abendzeitung" zufolge ist Dienstag Morgen 9 Uhr das Nordwest," Ost, West u. s. w., aber nur wenige Tage füdliche Telephon von der Zugspitze durch den Telegraphen- Oberinspektor Winde und diese von möglichst niedriger Windstärke. Eine Beringer mit Gesprächen an verschiedene Beitungsredaktionen Windstärke von 4 Meter war erforderlich, damit der Ballon eröffnet worden. Das Telephon funktionirt sehr gut. Bei der mit einiger Fahrt nordwärts treiben konnte, aber die südlichen Knorrhütte war ein Sängerchor versammelt, welcher Lieder vor Winde näherten sich der Windstille und herrschten nur wenige trug, die durch den Apparat deutlich zu verstehen waren. Stunden. Die Expedition befand sich auf dem 79 Grad 48 Min. nördlicher Breite. Nur bis zu 3 Grad nördlicher war Aus Venedig wird berichtet: Der aus Trapani kommende das Polargebiet bekannt. Der Ballon sollte 330 Kilometer nordösterreichische Dampfer" Maria Caesar" kollidirte mit einem wärts zurücklegen, ehe er unbekannte Gegenden erreichte. Es wäre italienischen Schiff, wobei das letztere sant. Die Mannschaft deshalb ganz hoffnungslos gewesen, die Fahrt anzutreten mit fonnte gerettet werden. einem schwachen, unbeständigen südlichen Wind, welcher vielleicht Die belgische Staatsbahn- Verwaltung wird voraussicht aufgehört hätte, ehe der Ballon einen Grad nördlicher ge- lich die erste in Europa sein, welche auf ihren Strecken elektrische kommen wäre; man hätte riskirt, überall sonst hinzu- Wagen laufen läßt. Gelegentlich der nächstjährigen Brüffeler kommen, nur nicht nach dem Nordpol, und man hätte sich Ausstellung sollen, der„ Kölnischen Volts- Beitung" zufolge, fünf der Gefahr ausgesetzt, Ballon und Instrumente auf einer selbständig laufende elektrische Wagen auf der Strecke Brüsselsolchen unnüßen und zwecklosen Fahrt zu verlieren. Eine uner- Tervueren( 15 Kilometer) laufen, um den Ausstellungsbesuchern wartete Bestätigung der Richtigkeit seines Beschlusses, die Reise von zwei zu zwei Minuten Gelegenheit zu geben, den im tönigaufzuschieben, ist Andree von einem Kapitän geworden, welcher lichen Schloßpart von Tervueren gelegenen Theil der Ausstellung in der Zeit vom 30. Juli bis zum 16. August auf dem Meere zu erreichen. Diese elektrischen Wagen sollen mit anderthalb nördlich von Spitzbergen bis hinauf zur Eistante gekreuzt hat, facher Schnellzugseile fahren, die Strecke von 15 Kilometern also und welcher darthut, daß die Windverhältnisse die ganze Zeit in zehn Minuten zurücklegen. über für die Ballonexpedition die ungünstigsten waren. Uebrigens Der öftliche Theil der fibirischen Eisenbahn, die so= denkt Andree schon an seine nächste Expedition. Vorausgesetzt, genannte ufurische Bahnstrecke, ist kürzlich durch Unwetter arg daß ein schwedisches Marinefahrzeug die Expedition unentgeltlich beschädigt worden. Ein Gewittersturm ist am 19. August über nach Spitzbergen bringt, werden sich die Kosten auf 45 000 Kronen einen großen Theil Ostsibiriens niedergegangen und hat überall belaufen. Von dieser Summe hat bereits der Großhändler auf seinem Wege arge Verwüstungen angerichtet. Nach dem AufAyel Burmann in Stockholm 10 000 kronen zur Verfügung hören des Sturmes fand ein Wolfenbruch statt und volle zwei gestellt. Tage strömte der Regen mit solcher Heftigkeit herunter, daß ,, Das zurückgebliebene Berlin". Herr Amtsvorsteher Hofmann von Treptow befand sich dieser Tage in gewaltiger Aufregung. Im Bergnügungspart sollte am Sonnabend ein drittes Volksfest stattfinden und er ließ deshalb den Vorsitzenden der Fest: tommission schleunigst zu sich kommen, um wegen Abhaltung des Festes mit fenem zu unterhandeln. Sie haben ja auch Kapellen" meinte der Amtsvorsteher, da müssen Sie für jede derfelben fowie für die Kapellen, die bereits beim zweiten Wolksfest mit wirften, je 3 M. Bergnügungssteuer zahlen. Außerdem findet diesmal eine große Illumination statt. Das ist ein Extravergnügen und foftet 1,50 M. Steuer. Das vorige Mal halten Sie auch Illumination( es brannten ungefähr ein Dutzend Lampions), kostet auch 1,50 M., zusammen sind demgemäß 18 M. zu entrichten." Als der Belehrte die Aeußerung machte, daß in Berlin die Steuerverhältnisse doch andere seien, daß, wenn man für ein Unternehmen eine Steuer bezahle, dann machen könne, was man wolle, ohne noch weiter mit Steuern beläftigt zu werden, erklärte der Herr Amtsvorsteher ganz jovial;" Nun ja, in Berlin sind sie auch noch weit zurück." Kunst und Wissenschaft. Naufen und Jackson. Der Windward" ist mit vier Mit gliedern der Jackson'schen Nordpol Expedition in London angekommen. Der Botaniker der Expedition, Harry Fisher, giebt dem Vertreter des Renter'schen Bureaus die folgende Schilderung des Zusammentreffens Dr. Nansen's und Jackson's: Technit. Versammlungen. Briefkasten der Redaktion. Wir hatten eben unsere Mittagszeit am 17. Juni in Elmwood beendigt und saßen alle um den Tisch, welcher mitten in unserem behaglichen Blockhaus stand. Der Tag war trübe und neblig, aber nicht sehr falt. Lachend und scherzend saßen wir da und rauchten. Plötzlich steckte unser Astronom Armitage, welcher im Obfervatorium gewesen war, seinen Kopf durch die Thür In Düffeldorf starb, der Bossischen Zeitung" zufolge, am alle Flüsse aus ihren Betten traten und taufende von Quadrat und rief: Wie viel seid Ihr? Ich sehe einen Menschen auf Sonntag im 59. Lebensjahre Dr. Paul Eduard Liese- tilometern Landes unter Waffer gesetzt wurden. Durch dieses dem Treibeis." Wir zählten und fanden, daß alle da waren. gang, der sich um die wissenschaftliche und praktische Aus- Unwetter wurde nun auch der Eisenbahnkörper der sibirischen Dann zerbrachen wir uns den Kopf, wer der Mensch wohl sein bildung der Photographie verdient gemacht hatte. Liesegang Bahn so arg beschädigt, daß man sich genöthigt gesehen hat, jeden könne. Jackson stand sofort auf und sagte:" Mag er sein, wer veröffentlichte feit dem Ausgange der 50er Jahre eine beträcht Berfehr auf der Bahn einzustellen. Bahlreiche größere und kleinere er will, ich gehe." Und mit den Worten lief er von dannen. Wir übrigen suchten Teleskope und Operngucker hervor. liche Reihe von Hand- und Hilfsbüchern über photographische Brücken drohen einzuftürzen. Einige stiegen auf den Felsen, um nach dem Fremdling auszuspähen. Der Gedanke, daß es Nansen sein könne, fiel feinem ein, ehe 20 Minuten verronnen waren. Da sprachen Armitage A. R. Die Mittheilung über die Verpflegungsstation ift und ich die Vermuthung aus, daß es vielleicht Nansen wäre. Köpenick. Am 1. d. M. hielt der hiesige sozialdemokratische für weitere Kreise ohne Interesse. Um diese Zeit sahen Jackson und der Fremdling wie zwei Arbeiterverein seine Monatsversammlung ab. Auf der Tages- M. u. D. Die Arbeiterin wird von neuem Mitglied, ohne dunkle Flecke aus. Beide gestikulirten heftig. Sie famen einander immer näher, und bald sahen wir ein, daß es der uor- ordnung stand 1. Vorlesung über Materialismus von Dr. Büchner. daß Sie etwas zurückzuzahlen hätte.- N. A. Zwei Jahre. M. M. 22. Behält der Arbeitgeber die Invaliditätskarte wegische Forschungsreifende sein müsse. Gr trug ein Gewehr in 2. Distuffion. 3. Lotalfrage. Punkt 1 wurde mit großer Aufder einen Hand und einen Bambusstock in der anderen. Er merksamkeit diskutirt. Zu Bunft 3 kam nach furzer Debatte zurück, so steht es dem Arbeiter frei, die Polizeibehörde zu er folgende Resolution zu stande: Der sozialdemokratische Arbeiter: fuchen, die Invaliditätsmarke dem Arbeitgeber fortzunehmen und sprang mit wunderbarer Behendigkeit von einer Eisscholle auf die verein für Köpenick und Umgegend erwartet von der Provinzial bem Arbeiter zu übergeben, sowie ferner Strafantrag gegen den andere. Dann machten wir uns auch alle auf den Weg nach der Stelle, wo Jackson und der Fremdling waren. Als der letztere onferenz der Provinz Brandenburg, daß das freie Bestimmungs: Arbeitgeber zu stellen. Der Strafantrag muß innerhalb brei recht in der Boykottirung der Lokale jedem Drt überlassen bleibe Monaten gestellt werden. 50. J. J. 1. Ja. 2. Der Graf nahe genug war, rief Jackson aus:„ Das ist Dr. Nansen." Und und wie die Genossen der einzelnen Orte die Taktik einrichten hat Kapital und Zinsen zu zahlen. M. H. 144. Ja. wir schrieen alle, bis wir heiser waren. Als wir hörten, wie wollen. Wir erwarten von sämmtlichen Genossen, sich den Be- C. S. Zur Verlängerung oder Einlösung ist man verpflichtet. weit Dr. Nansen nach Norden gedrungen war, schrieen wir schlüssen, die in Volksversammlungen in Sachen der Lokalfrage Das Unterlassen dieser Pflicht zieht Strafe nicht nach sich.-B. A.100. dreimal Hurrah. Dann fand sich Zeit, Nansen näher anzuschauen. Sein gefaßt werden, zu unterwerfen, um dieselben voll und Der Miethsvertrag läuft weiter, wenn das Haus verkauft wird. zur Geltung zu bringen. Am 22. d. M. findet die nächste Markusftr. 25. Der Vertrag ist trotzdem giltig. Die bes nächster Verwandter würde ihn nicht wiedererkannt haben. Bereinsversammlung statt, in welcher„ Darwin oder Moses" treffenden Arbeiten können Sie ausführen lassen und dann auf Sein blondes Haar und sein blonder Bart waren dunkelbraun eine Schulfrage, zum Vortrage gelangt. geworden, und auf seinem Gesicht und seinen Händen gab es feinen weißen Fleck. Er sah fast wie ein Neger aus. Sein Gesicht war schwarz vom Rauch des Fischthranes. Sein Anzug, den er fünfzehn Monate getragen hatte, war steif von Blut und Del, womit auch sein Geficht besudelt war. Die Begrüßungsszene zwischen Nansen und Jackson steht in ihrer Art vielleicht einzig da. Nachdem sich beide die Handschriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. gedrückt, hub Jackson an:" Es freut mich ungeheuer, Sie zu fehen!" Naufen: Auch mich, Sie zu sehen!" Jackson:„ Haben Sie ein Schiff hier?" Nansen: Nein." Jackson: Wie Viele sind Sie?" Nansen: Ich habe hier einen Gefährten, dort in einiger Entfernung." Während der Zeit schaute Jackson Nansen stetig ins Geficht. Immer mehr kam er zu der Ansicht, daß es Nansen sein müsse. Endlich rief er aus: Sind Sie nicht Nansen?"" Ja, ich bin Nansen." Jackson: Bei allen Göttern, das freut mich riesig, Sie zu sehen. Darauf folgte ein noch herzlicheres Händeschütteln. Danke Ihnen sehr, sehr gütig." " " 1 Ersatz flagen. W. W., Wilmersdorf. 1. Ja. 2. Nein Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch Abend von 9-10% Uhr: Südof chule, Waldemarstraße 14: Gefchichte.( Neuere Geschichte von der Reformation bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Entwickelung des Sozialismus und der politischen Parteien Deutschlands) Herr Dr. C. Pinn. Nordschule, Müllerstraße 179 a: Deutsch.( Literatur es neunzehnten Jahrhunderts. Auffaylehre.) Herr Heinrich Schulz. Die un Schulräume sind zur Benutzung der Bibliothet und des reichhaltigen ZeitArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Pasewalkersir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Arbeiter- Randherbund Berlins und Umgegend. Menderungen straße Nr. 7, 1 Tr. im Vereinskalender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine FrankfurterBund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Hermann Alle Buschriften, den Bund betreffend, find zu richten an Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Große öffentliche Versammlung der Händler und Händlerinnen Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 10. Sept., abends 8 Uhr, im Englischen Garten", Alexanderstr. 37c, oberer Saal. Tagesordnung: Bortrag Des Genossen Jahn über:" Heuchelei und Betrug in Handel und Wander, und über die Mißstände in der Engros- Zentral- Markthalle". Kollegen und Kolleginnen erscheint alle vollzählig. Longfellow, English Conversational-& Reading- Club. Meeting every Wednesday, 9 o'clock at Tettenborns, 91 Wall- Street. Guests are welcome. Witterungsübersicht vom 8. September 1896. Stationen. Swinemünde Hamburg Berlin Wiesbaden München Wien. Haparanda. Petersburg Cork. Aberdeen. Paris. • • Barometeritand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke Na||||( Stala 1-12) etter Temperatur ( 50.= 4° R.) 767 • 766 D 2 heiter wolkenlos 12 766 SD 763 Still wolkig bedeckt 117 13 14 5 halb bedeckt 11 Still bedeckt 7 758 DSD 764 G 2 . 760 A Regen halb bedeckt 12 wolkig 15 15 ต ด ฯ Was das Ergebniß der Jackson'schen Fahrt betrifft, so ist es, fährt Herr Fisher fort, geographisch von hoher Bedeutung: Bisher bildete der von Payer angenommene und von ihm benannte Austriasund das Hauptwasser zwischen diesen Inseln. Die große See, welche da liegt, Bayer Land vermuthet hatte, und welche ich Queen Biftoriafee" Der dänische Schiffsunglück im Nordostsee- Kanal. taufte, ist das größte Gewässer in jenen arktischen Gegenden. Sie erstreckt sich wahrscheinlich bis zum 3. Grad nödlicher Breite. Dampfer Johann Sim" ist bei km 77 im Ranal gefunken. Der ziemlich frischen östlichen Winden. Die Richthofen'sche Bergspige existirt nicht. Dafür hat Jackson Kanal ist bis auf weiteres gesperrt. 0 ט 1 Vermischtes. 525 Wetter Prognose für Mittwoch, den 9. September 1896. Trocken und vorwiegend heiter, ein wenig wärmer bei Berliner Wetterbureau. Möbel- Tischlerei G.A.Noack, Siglermeister. Spezialität: Wohnungs- Einrichtungen direkt vom Tischlermeister zum Preise von Sie kaufen Wohnungs- Einrichtungen M. 240,- 340,-; 450,-; 500,- 600,-; 750,- bis 2000,- u. Keine Scheinwerkstätten! Berlin, Verkaufsmagazin: Louisen- Ufer 22, Oranienplatz. Fabrik: Fruchtstr. 31. Garantie für gediegene und dauerhafte Ausführung. Gegründet 1880. Lexika ono u Meyer, 4 Bäle au Bersammlungen Brehm's Thierleben und Bücher jeder Wissenschaft tauft Antiquariat Kochstr. 56. Achtung! 116M und Festlichkeiten unentgeltlich zu vergeben. chstr. Englischer Garten", Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theil. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Bahn ziehen, Bahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Gudrel, Laufiherplatz 2, Elfafferftr. 12, Stegligerstr. 71, I. 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Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten- Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Bureaukrat. 2 Ag 42 wilde Weiber aus Dahomey. Castan's Panopticum. Neu!! Neu!! Neu!! 141 hochsensationelle Donnerſtag, abends 8 Uhr: Der Neuheiten Bureaukrat. ** Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direktion: Richard Schultz. Mittwoch, den 9. September 1896: Eine tolle Nacht. Novität! Voranzeige. Novität! In Vorbereitung: Eine wilde Sache. Große burleske Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von M. Mannstädt und Julius Freund. Musit von Julius Einödshofer. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chausseestr. 25/26. Direktion: Max Samst. Der Hüttenbesizer. Schauspiel in 5 Akten nach dem gleichnamigen Roman von George Ohnet. Anfang 8 Uhr. Morgen: Der Hüttenbesitzer. Oftend- Theater. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion: Karl Weiss. Mittwoch, 8. September 1896: die ein Jeder sehen muss! Kaufmann's Variété Königs- Kolonnaden( Stadtbahnhof Alexander- Platz). Heute: Auftreten von: Yean u. Osrani mit ihrer urfom. Pantomime: ,, Retour du bal". Grandjeau& May. in Spaziergang auf dem Drahtseil. The Original Hill& Hull, Grotesque- Excentriques. Mr. P. Carro, Ventriloquist. 3, 5 und 7 Uhr: Drei grosse historische Umzüge. Zwei altdeutsche Musikkorps. Süddeutsches Doppelquartett ,, Alemania". Neichshallen. Leipziger Straße, am Dönhoffsplay. Täglich bis 30. September: Norddeutsche Sänger Stürmischer Heiterfeits erfolg Don Eingezogen ud oder: Reservistenfreuden. Dazu zum 128. Male: Die Ulfparodie: Alle fünf Barrisons. Anfang Sonntag 37 Uhr. Entree 50 Pf. W. Noack's Sommer- Theater. Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert und Theater- Vorstellung. Neu! Neu! Bandifenffreiche. Operette in 1 Att von Suppé. Sportmädel. Burleste mit Gesang und Tanz von Gericke. 000019000 Buchhandlung Vorwärts Berlin SW., Benth- Straße 2. Preis- Herabsehung. Um für das in unserem Verlage erschienene Buch: Das Vereins- u. Versammlungsrecht in Deutschland die weiteste Verbreitung zu ermöglichen, haben wir uns entschlossen, die Rest- Auflage zu herabgesetzten Preisen zu verkaufen. Statt des früheren Ladenpreises von M. 3,- bez. M. 2,50 liefern wir jetzt Gebundene Exemplare zu M. 1,20, Porto 20 Pf. Broschirte Exemplare zu M. 1,-, Porto 20 Pf. Das Buch, das von der Partei- und Fachpresse allgemein als das beste existirende gerühmt wurde, enthält ausführliche Er läuterungen zum preußischen Vereinsgesetz und eine Uebersicht des Vereins- und Versammlungsrechts im ganzen Reiche. Ju Anhang wird eine tabellarisch geordnete übersichtliche Gegenüberstellung des Textes der in den einzelnen Bundesstaaten bestehenden Bestimmungen über Vereins- und Versammlungsrecht nebst alphabetischem Sachregister gegeben. Das Buch ist ein unentbehrlicher Rathgeber für Vereinsvorstände 2c., das in keiner Arbeitervereins- Bibliothek fehlen sollte. Tag für Tag kommen von Vereinen, Vertrauens männern, Gewerkschaftsvorständen Klagen über Mißgriffe und Ver gewaltigungen seitens einzelner Behörden und Beamten; die Redaktionen der Parteiblätter haben ununterbrochen Rath und Ausfunft zu ertheilen, wie sich die Genossen und Vereine gegenüber Versammlungsverboten, Auflösungen, Vereinsschließungen zc. zu verhalten haben. Üeber alle diese Punkte giebt das Buch an der Hand des Wortlautes der einzelnen Vereinsgefeße und in Erläuterungen über die im Laufe der Jahre von den Gerichtsbehörden in ihren Urtheilen geübte Praxis flaren und unzweideutigen Bescheid und ermöglicht es somit den Genossen, die Klippen und Fußangeln der reaktionären Vereinsgesetze zu vermeiden. Bei der beschränkten Anzahl der vorhandenen Exemplare bitten wir um baldige Aufgabe der Bestellungen. 288/1 Belle- Alliance- Theater. R. Wagner, Ziederfänger. Elli Vernon, Sonntag, den 13. September 1896, nachmittags 2, Uhr: Kostüm- Soubrette. Geschw. Vanoni, Duettisten. Paulsen, InstrumentalHumorist. Bruno Brauns und Miss Lydia, Jongleure und Equilibristen. ApolloTheater. Friedrichstr. 218. Dir.: F. Glück. Paola del Monte. Otto Reuter. Syran u. Syré, Bauber- Parodisten. 7 Troubadours Geschw. Blanche, Humorist. Gesangs- Duettisten. Das Kongo- Gigerl. Heinrich Kalnberg u. f. w. Anfang präzise 71/2 Uhr. Die Direktion. Puhlmann's Der deutsche Michel. Vaudeville- Theater. Volksstück mit Gesang in 4 Akten von R. Kneisel. Anfang 71/2 Uhr. Rasseneröffnung 6 Uhr. Thalia- Theater ( vormals: Adolf- Gruft Theater) Dresdenerstr. 72/73. Direktion: W. Hasemann, fönigl. preuß. Rommissionsrath. Mittwoch, 16. September 1896: Eröffnungs- Vorstellung. Buni 1. Male: Cousin Cousine. Vaudeville in 3 Aften von Maurice Ordonneau und Henri Kéroul. Musik von Gaston Serpette. Deutsch von Bolten- Bäckers. Viktoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112 Heute: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, US Röhl und Schrader. Anfang präzise 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf.( siehe Platate). Zum Schluß: Unsere Feuerwehr. Letzte Woche der täglichen Soiréen in der Viktoria- Brauerei. Sonntag, 18. September: Letzte Sonntags- Soirée daselbst; von da an finden die Soiréen der Stettiner Sänger nur Montags und Freitags in der Victoria- Brauerei statt. Schönhauser Allee 148. Großes Spezialitäten- Programm. 24 Nummern. Schlager auf Schlager. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Reserv. Platz 50 Pf. Spezial- Ausstellung KAIRO Heute Mittwoch: Combinirter 1 MarkTag. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Wintler u. Fröbel. Wiederholung u. f. w. u. s. 1. it. s. w. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52 53. Annenstrasse 42| 43. Vornehmster Volksvorstellung unter Regie von Julius Türk Zum zweiten Male: FAUST, Tragödie in 5 Aften von Goethe. 1 Musit unter Leitung des Kapellmeister Julius Köhler. Eintrittskarten à 60 Pf. sind in allen Zahlstellen zu haben. Abonnementskarten à 1,60 m., giltig für drei Vorstellungen, find ebens falls dort zu haben. 296/12 Den geehrten Vorständen der Vereine zur geft. Renntnik, daß der Saal in Kaufmann's Variété, Königskolonnaden 3, zu Matineen und sonstigen Vergnügungen, unter Mitwirkung der Mitglieder meiner Spezialitäten- Bühne, zur Verfügung steht. Gute Küche u. bestens gepflegte Biere. 2 Vorstellungen täglich Bolossy Kiralfy's„, Orient" Nachm. Abends 9-11 Uhr. 8 Olympia Riesentheater. Grösstes Schaustück der Welt! Ca. 1000 Mitwirkende! Metall- Gesangverein Sangeslust I Familien- Aufenthalt. Verband aller in der Metall- mitat. b. Arb.- S.- Bundes) sucht Mit Vorstellung. Durchweg neues Programm. Grand- Konzert der neu engagirten Haus- Kapelle unter Leitung des Kapellmeisters Martin. Wochentags 8 Uhr. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. Feldschlößchen 142 Müllerstraße 142. Telephon: Amt Moabit 1213. Sonntag, den 6. September cr.: Grosses Konzert und Brillant- Pracht- Feuerwerk. Anfang 4 Uhr. Enfree 20 Pf. Säle zu Festlichkeiten u. f. w. Theodor Boltz, Dekonom. Arbeitsmarkt. Solzarbeiter! Die Lohndifferenzen bei iehle, Schwedterstr. 5, sind noch nicht erlebigt. Burug fernhalten! Simsmacher, der mit so kolossalem Beifall auf- zirka 50 Mann, werden bei Veltener genommenen Lohntarif sofort verlangt und finden dauernde Beschäftigung auf Mücke's Gröffnungs- Festvorstellung werke, Lindow i. d. Mart, Bahn30 Künstler. Sensationelle Leistungen. Tata- Toto urdrastische Bantomime Anfang 71/2 Ubr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Play 50 Pf. station. Fahrpreis hin u. zurück 2,20. Arbeitsburschen, von 14 bis Industrie beschäftigten Arbeiter glieder. Uebungstunden jed. Donnerstag Berlins u. Umgegend. Todes- Anzeige. Am 6. September starb unser Mitglied, der Dreher Emil Meier. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. September, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause in Friedrichsberg, Blumenthalstr. 45, nach dem GemeindeFriedhof in Friedrichsberg statt. um rege Betheiligung ersucht 249/18 Der Vorstand. Beste Gegend Rottbuserthor ist ein Hutbayar umständehalber sofort zu verkaufen, bei Sicherheit genügt Hälfte Anzahlung. Offerten nimmt d. Exp. unter K. Th. entgegen. 2466 von 9-11 Uhr bei Reimann, But 280b buferstraße 30. Fruchtweine Johannisbeerwein, weiß und roth, Stachele beerwein, Heidelbeerwein à Fl.( Str.) 75 Pf. à Liter 1 Mart ertl. pro Glas. DEUTSCHES REICH 10 PFENNIG 1/10 Liter. 1896 Rosthalle der Berliner Groß- Destillateure Berliner Gewerbe- Ausstellung Elektr. Eisenbahn- Haltestelle, Marineschauspiele. Eugen Neumann& Co. Belle- Alliancepl. 6 a, N. Friedrichstr. 81, Oraniens traße 8, Genthinerstr. 29. Botsdam: Bäckerstr. Charlottenburg: Kaiser Friedrichstr. 48. Detail- Verkaufsläden: Amandus Wronkow Oranienstraße 162. Total- Ausverkauf zu außerordentlich billigen Preisen wegen gänzlicher Aufgabe des Geschäfts. Kleiderstoffe, Trikotagen, Wäsche, Teppiche, Gardinen, Möbel- Stoffe, Manufakturwaaren, Korsets etc. Eröffnung: Mittwoch 5 Mhe. 16 Jahren, verl. Grassau& Heinrich, Möbel- u. Polsterwaaren eigener Fabrik Engel- Ufer 1b u. Andreasstr. 32. 2826 Tischler Lehrling verlangt August offerirt bei geringstem Nußen mit bedeutenden Zahlungss erleichterungen Spangenberg, Neanderstr. 8. Paul Scholz, Küftriner Plak, Ostbahn= Gebäude. Schloffer, Maschinenbauer und Berufgen. Sozialdem. Wahlverein für den 3. Berliner Donnertag, den 10. September 1896, abends 8 hr, in T. Keller's Feftfälen, Koppenr. 29: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Der Stand der Neunstunden- Bewegung und unsere weiteren Maßnahmen. Die Werkstatt- Vertrauensmänner werden ersucht, bereits 1/28 Uhr zu erscheinen, um der Lohnkommission Bericht zu erstatten. Laut Beschluß der Versammlung vom 6. September hat jeder in Arbeit stehende Kollege während der Dauer der Lohnbewegung pro Woche mindestens 1 Mark an den Streitfonds zu zahlen. Sammellisten und Marken sind in der Versammlung zu haben. 115/12 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Maether, N., Anklamerstraße 44. Achtung, Drechsler! Sämmtliche Kollegen werden ersucht, sich während des Streits bei Annahme von Arbeit auf dem Streitbureau, Annenstr. 16, Hof part., zu er tundigen, ob in der Werkstatt die Forderungen bewilligt find. 7615 Auch die Kollegen, welche die Forderung im Frühjahr bewilligt erhalten haben, werden ersucht, dies dem Streitbureau mitzutheilen. Die Lohukommission. Verband aller in der M. J. Hahlo, Patentanwalt, Berlin NW., Karlstrasse 8. Patentnachsuchung und Verwerthung.[ 58240* Rath, Auskunft und konferenzen kostenfrei. Erste Referenzen im In- u. Auslande. Metallindustrie beschäftigten Arbeiter falschefentiarrhea Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 9. September 1896, abend 8½ Uhr, im Lokal ,, Marienbad", Badstr. 35/36: Bezirks- Versammlung für den Norden. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Joh. Sassenbach über: ,, Der Jesuitenstaat in Paraguay". 2. Diskussion. 3. Verbands Angelegenheiten und Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Gäste willtommen. Der Vorstand. 249| 17 Maler und Berufsgenossen Berlins. Donnerstag, den 10. September, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Aleranderir. 27 c: Grosse öffentliche Versammlung. B Tages Ordnung: " Die 1. Vortrag des Genossen Stadtverordneten Borgmann über: englische Gewerkschaftsbewegung". 2. Diskussion. 3. Die GewerbegerichtsWahlen und unsere Betheiligung an denselben. Die Kollegen werden ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vertrauensmann. 127/17 Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 10. September 1896, abends 8½ Uhr, bei Möhring, Märkischer Hof, Admiralstr. 18c: Grosse Versammlung. Tages Ordnung: W Der Kampf um das Vereins- und Koalitionsrecht. Referent: Genosse 240| 19 Max Schippel. Alle Musikvereine Berlins und Umgegend werden hierdurch zu einem am Sonntag, den 27. September 1896, in Keller's fetsälen, Koppenstraße, stattfindenden ,, Musiker- Wettstreit" ganz ergebenst eingeladen. E3 tommen werthvolle Preise zur Vertheilung. Meldungen nimmt ent gegen und ertheilt Auskunft über alles Nähere 266/17 Paul Mack, tralau 8, Vorsitzender des Stralauer Orchestervereins Harfe". Konzerthaus„, Sanssouci", 4a Kottbuserstrasse No. 4a. Klagen, Eingaben. Sonntag, den 13. September cr., nachmittags 5 Uhr: Bugger, Steglitzerstr.65. Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert Möbel, Spiegel, Polsterwaaren GN Reelle Waare. Franz Tutzauer Ganze Tischlermeister, Blücherstr. 14. WohnungsEinrichtungen in Nussbaum u. Mahagoni NO zu soliden Preisen. Fahrräder prima Fabrikat, niedrigste Kaffepreise, verbunden mit humoristischer Soirée veranstaltet von den Gesang- Vereinen ,, Collegia" und Männerchor ,, St. Urban". ( Mitglied des Arb-.S.- B.) = ( Zur Aufführung gelangen nur neue gute Kompofitionen.) Auch wird der sehr beliebte Gesangs Komiter Herr Oestreich zur Unter haltung des Abends sein neuestes Programm zum Vortrag bringen. Unter anderem gelangen zur Aufführung: Bom Gesangverein Collegia". Vom Männerchor St. Urban". Eine " Theilzahlungen bei 50 M. Anzahlung fröhliche Sängerfahrt. und wöchentlich 5 M. gestattet. Kleine Hamburgerstr. 24/25. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren reell, zu soliden Preisen, empfiehlt H. Strelow, Tischlermſtr. Rixdorf, 5784L* Richardstr. 116, am Denkmal. Resterhandlung. ( Humoristische Szene.) " 1000 Mt. Belohnung. • Ensemble- Spiel mit Gesang. ( Repertoir Nr. der Stettiner Sänger.) Konzert Musik: Kapelle der Zivil Berufsmusiker unter Leitung des Herrn Loppe.- Gesangs Direktion: Herren Suchsdorf und Wazl. Nach dem Konzert: Tanz. Kaffeneröffnung 4 Uhr. Anfang des Konzerts 5 hr. Programmbillets à 30 Pfg. sind vorher in allen bekannten Lokalen fowie abends zu selbigem Preise an der Kaffe zu haben. Allen Anwesenden einen recht gemüthlichen Abend versprechend, ladet zu regem Besuch ein 248| 12 Das Komitee. 3ur Beachtung! Den Gesangvereinen, die in Luckenwalde zum Sängerfeste anwesend waren, zur Kenntniß, daß die Luckenwalder Gesangvereine ,, Sängerlust" und Freiheitsklänge III" am Sonntag früh 71/2 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof eintreffen und zum Frühs schoppen bei Zubeil, Lindenstr. 106, geleitet werden, nachdem die Auss stellung besuchen und abends im obigen Konzert mitwirken. Sangesbrüder, welche das Sängerfest in Luckenwalde mitgemacht haben, werden nicht ver bis zum feinsten Rammgarn, auch pass. fehlen, zum Empfang der Luckenwalder Sangesbrüder auf dem Bahnhof zur zu Einfegnungs- Anzügen. Große Auswahl in Paletotstoff, sowie zu Mänteln, Beit anwesend zu fein. Jaquets, Plüsch, Atlas, Seide.[ 58232* Kontobuch- Arbeiter u. Arbeiterinnen. 6. = Mittwoch, den 9. September, abends 82 Uhr im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. 16: Oeffentl. Versammlung der in Kontobuch- Fabriken besch. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tagesordnung: 66 billig Reste zu Knaben- Anzügen von 1 M. Große Anzüge von 7 M. an, Auf Wunsch alles zugeschnitten, auch angefertigt. Fertige Knaben- Anzüge. 1. Bericht der Lohnkommission über die aufzustellenden Forderungen. 66. Karle, Waldemarstrasse 66. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 27/10 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lohnkommission. Schöneberg. Donnerstag, den 10. September 1896, abends 8 Uhr, im Saale von Obst, Grunewaldstr. 110: Oeffentliche Versammlung für Männer n. Frauen. P Teleph. Amt IV. 1597. W. Noack's Feftfäle Brunnenstr. 16. Am Sonnabend, den 13. September 1896: 161/6 ortièren Gr. Konzert und Spezialitäten- Vorstellung Restbestände 2 bis 8 Chals, à 2,50, 3, 4, 6 bis 15 Mart. Probe- Chals bei näherer Angabe franco zu Diensten. Portièren- Abarrangirt vom Fachverein der Stellmacher Berlins und Umgegend zum Besten der arbeitslosen Kollegen. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Zagesordnung: 1. Bericht des Reichstage- Abgeordneten Fritz Pracht- Katalog bitbungen gr. u. fr. Quergebäude II, 1, p. 2hrens, Graubengerfir. 14, Quergebäude II: Zubeil über:" Die Thätigkeit des Reichstages". 2. Bierteljahrsbericht ber Teppich- Emil Lefèvre,. mrbeitstoft Sollegen haben freien Butritt und an invaliditätsParteispedition für Schöneberg.- Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 206 15 Warenhaus Der Einberufer. haben. Tanz. Berlin S., Oranienstraße 158. farte legitimirt. Milchtöpfe, Der Vorstand. bestes Fabrikat, bemalt, mit vergoldetem Henkel, runde Form 11 Grössen 13, 18, 24, 28, 33, 36, 45, 55, 68, 85 Pf., 1 M Ausserdem noch 5 andere Formen in verschiedenen Grössen zu entsprechend billigen Preisen. Steingut A Wertheim 3 Nur für Tage giltig Ausnahme Treise Mittwoch Donnerstag Freitag. 9. 10. II. Sept. Proben und Preislisten portofrei. Versand- Abteilung Berlin W., Leipziger- Strasse 111. Porzellan Butterglocken, blau Zwiebelmuster, 48 Pf. Pf. Waschservice, grosse Form, 2 Speiseteller, weiss, glatt, flach und tief, 6 Pf. " einfarbig, Mk 2,50 Mk. bunte Ranken, 4,50 Mk. Eimer, weiss, 1,50 Mk. durchbrochenem Rokokoform, Streublumen, Dessertteller mit Rand, Blumenmuster Tassen, weiss, 7 Pf. klein 15 u. 20 Pf., gross 30 Pf. Kaffeeservice, Blumenmuster, Kuchenteller Schalen m. durchbroch. Rand 60 Pf. 99 19 99 für 6 12,50 50 Mk. 8 Teile" 2,65 Mk., 9 Teile 4 Mk. für 12 Pers., 16 Teile 7 Mk. Blumenranken, 25 Mk. 75 P. Tafelservice, 40 Teile f. 6 Pers. Wassergläser, geschliffen, 18 Pt. Bierbecher mit Goldrand 20 Pt Emaille II. Qualität. Teller, weiss oder blau, 8, 10, 12, 15 P. Maschinentöpfe, weiss, 8, 10, 12, Tassen mit Untertasse, weiss. 13, 15, 18, 15, 18 Pf 20 P. Kasserollen, ohne Ring, blau od. grau 12, 15, Trinkbecher, weiss od. marmorirt 12 u. 15 Pf. 20, 25, 30, 35 Pf. Schaffnerkannen, blau od. marmorirt, 35, Konsole mit Mass, blau oder marmorirt 40 Pf. blau oder marmorirt, 18 Pf. 40, 48 P. Seifennäpfe, mit Becken Eimer, Durchm. 28 cm, blau 80 Pf., marm. 85 P. Spucknäpfe, blau oder marmorirt 32 Pf. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin.