Abend-Ausgabe Nr. 582 B 283 49. Jahrg. Redoktton und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 {yetnfpttdKt A � Qlmt Dönhois 092 ble 097 Itlcgrommobteliti©ojlatbtmotrol D-rlw BERLINER VOLKS BLATT SONNABEND 10. Dezember 1932 In Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Jsnteawvgan der GozialdemokvatifOen Kartei Deutkchtands saa Na wenn schon! Warum soll Heinz Neumaon nicht mit Schleicher geredet haben? Niccolo M..... hat neulich Hier im„Vorwärts", in einein Charakterbild Schleichers, die Bemerkung gemachi, der Herr General plaudere gelegentlich auch gerne mir k o m m u n i ft i j ch e n F ü h- rern. Diese harmlose Andeutung, die nur der Charakterisierung Schleichers dienen sollte, hat in der kommunistischen Presse wahre Wu�ausbrüche hervorgerusen. Der �mutmaßliäie Urheber wurde ein„abgeseimter Lügner ilnd Schuft" genannt. Später wurde im Reichstag Heinz R e u m a n n als einer der kommunistischen Führer bezeichnet, die Mit Schleicher gesprochen haben sollen, was einen neuen Entrüstungssturm zur Folge hatte. Feierlich verkündete die ÄPD.-Presse, dies sei eine fürchterliche Verleumdung Heinz Reumann habe niemals mit Schleicher gesprochen. Heinz Neumann ist heute nur noch ein ab- gesägter Führer der KPD. Aber die Be- schuldigung. ein kommunistischer Fübrer könnte einmal mit Schleicher geredet haben. befleckt den tugendsamen Ruf dieser revolu- tionüren Partei so sehr, daß sie dergleichen selbst aus einem Abgesägten nicht sißen lassen kann. Tante Ulrike kann nicht entrüsteter gewesen sein, als man ihr nachsagte, sie sei einmal in später Abendstunde am Arm eines Soldaten gesehen worden. Aufrichtig gesagt, uns interessiert gar nicht, ob. wann, wo, wie oft Heinz Neumann mit Schleicher gesprochen hat. Desto mehr interessiert uns der komische Eifer, mit dem die KPD. die Möglichkeit eines solchen Vor- kommnisses bestreitet. Lassalle sprach mit Bismarck, ohne daß dadurch sein Ruhm, Erwecker der deutschen Arbeiterklasie zu sein, den geringsten Schaden litt. Karl Marx war sogar— kommunistische Weltrevolution verhülle dein Hauptl— Schwager des reaktionären preußischen Polizeiministers von W e st p h a l e n! Das hat ihn nicht gehindert, das Kapital zu schreiben. Woraus zu schließen ist: Heinz Neumann könnte ein sehr guter Revolutionär sein, auch wenn er einmal mit Schleicher gesprochen haben sollte. Von einem politischen Führer, gleichviel welcher Partei, muß man soviel Intelligenz verlangen, daß er sich mit einem schlauen Gegner unterhalten kann, ohne sich zu blamieren, und man muß von chm soviel Ueberzeugungstreue verlangen, daß er mit einem Minister sprechen kann, ohne sein Seelenheil zu gefährden. Wenn die KPD. ihren Führern nicht soviel Geisteskraft und Cl>araklerftärke zutraut, wie dazu nötig ist, dann kann sie einem leid tun. Wir glauben also, daß man einem koin- munistischen Führer keinen Vorwurf machen kann, wenn er sich einmal mit einem Minister unterhält, und wir halten es für nicht klug, wenn die KPD. in der Tatsache einer solchen Unterhaltung einen Makel erblickt, der unter allen Umständen versteckt und abgeleugnet werden muß. Nein, es ist nicht klug, es ist nicht geschickt, und es ist auch nicht mutig: es ist nur ein Ausbruch dummer Philisterangst. Revolutionäre wollen das sein? Kleine Spießbürger sind es! Steine gegen Gesandtschaft ZZon zwei unbekannten Radfahrern wurde in der vergangenen Nacht kurz nach 2 Uhr ein? Fensterscheibe im ersten Stock der I u a o s l a- wischen Gelai dtschast m der Regenten- straße 17 mit zwei in Aeitungspapier cinge- wickelten Steinen eingeworfen. Um eine Wieder- holung des Varsalls zu verhindern, ist jetzt cm Polizeiposten vor dem Gebäude stationiert worden. Die Amnestie in Moabit Intensive VorLereitunxen— Aber die Ausführungsbestimmungen müssen abgewartet werden In den Moaditer Kriminaigerichtsgebäude» bildet die A m n e st i« das Hauplthema des Tages. Die Staatsanwaltschatten bei den drei Land- gcrichten können erst recht an die Arbeit gehen, wenn die Ausführungsbestlmmungen vom Reichs- justizministerium vorliegen werden. Vorläufig finden intensive Besprechungen statt und es werden die Vorbereitungen getroffen, damit die Durchführung der Amnestie reibungslos und schnell vor sich gehen kann. Es ist selbstverständlich noch eine ganze Keihe von Unklarheiten zu beseitigen. Vollkommen ausgeschlossen erscheint es jedoch, daß diesmal, w>e letztens bei der An- nähme des Landtagsbeschlusses über die Frei- lassung von politischen Gefangenen, angesichts der bevorstehenden Amnestie die Vorarbeiten der Staatsanwaltschaft vergeblich gemacht würden. Ein Einspruch durch den Reichsrat ist kaum zu erwarten, das Amnestiegefetz. mit Aweidrittel- Mehrheit angenommen, dürft« endgültig feststehen. In den G e r i ch t s s ä l e n wirft die Amnestie bereits ihre Schattelt voraus. So wurde z. B. heute eine Verhandlung gegen Nationalsozialisten wegen Laird'riedensbruchs aufgehoben. Auf- gehoben worden iit auch die am Montag angejetzl« Verhandlung gegen Rosen, der wegen seines Attentats auf den R er ch s b a n k p r S fi- denten Do Luther von der ersten Instanz zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Das- selbe Geschick dürfte eine große Anzahl von Ter- minen wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung aus politischen Beweggründen und politischer Beleidigung tresten, die bereits in den nächsten Wochen anberaumt waren. Auch der Felseneckprozeß dürste auf Antrag der Verteidigung bis zur Durchführung der Amnestie vertagt werden. Der Vorsitzende hat die Angckiagten bereits daraus aufmerksam gemacht, daß sie unter Um- ständen bloß wegen Körperverletzung verurteilt werden könnten. Die Anklage wegen gemein- schastlichen Totschlags kann eben nach dem Ver- laus der Beweisaufnahme nicht mehr gut ausrecht erhalten werden. Liegt aber nur Landsriedens- bruch und Körperverletzung vor, so muß das Verfahren auf Grund der Amnesie eingestellt werden. Verwickelter liegen die Dinge in den Fällen des schweren Landsriedensbruchs. Die A n t i t e r r o r- Notverordnung ist leider vom Reichstag nicht aufgehoben wordeil. Es droht deshalb wegen schweren Landsriedensbruchs, also selbst bei den geringsten Gewalttätigkeiten gegen Personen immer noch 10 Zahre Zuchthaus, die auf Grund der Amnestie in 2� Jahre Gefängnis umgewandelt werden müssen. Selbst bei ganz geringfügigen Körperverletzungen kann also ein Landsriedensbruch als schwerer Land- stiedensbruch gewertet werden. Staatsanwaltschaft und Gericht werden in diese» Fällen sehr weitherzig zu verfahren haben. Uebrigens liegt auch schon bei der Staatsanwalt- schast ein Antrag auf Haftentlassung der 17 Reichsbannerleutc, die im Zu- sammenhang mit den Vorgängen in Königswuster- Hausen festgenommen wurden— ein Jnhastierter ist gestern unabhängig von der Amnestie entlasten worden. Noch unseren Informationen dürste auch die Entlastung der übrigen bevorstehen. Selbstverständlich dürsten auch die vom Sonder- geeicht bereits angesetzten Termine ausfallen. Es wäre sinnlos, neue Sondergerichtsverhandlungen abzuhalten, da die Einstellung dieser Verfahren unumgänglich ist. Amnestie im Reichsrat Der Reichsrat wird sich bereits in seiner nächsten Vollsitzung, die am Donnerstag nächster Woche stattfindet, mit der vom Reichstag be- schlostene» Amnestievorlage beschäftigen. Aus die Tagesordnung dieser Sitzung werden außerdem auch die vom Reichstag ebenfalls beschlostenen Gesetzentwürfe über die Stellvertretung des Reichspräsidenten und über die Aushebung der sozialpolitischen Bestimmungen der Notverordnung vom 4. September d. I. gesetzt werden. Von Treue fast erdrückt? Der Osaf kann sich kaum retten Nachdem der Abfchiedsbrief Gregor Straßers an Hitler, und das„Urlaubs- gesuch" Gottfried Feder? bekannt geworden sind, bemüht sich die Propaganda- leitunq der Nazipartei krampfhaft darum, den Eindruck dieser Zerfallserscheinungen zzu vermischen. Zu diesem Zweck hat die N S D Ä P.- F r a k t i o n in der Nacht zum Sonnabend noch ein Rührstück aufgeführt, über das parteiamtlich der fol- gende Bericht ausgegeben wird: „Die heute nach Beendigung der Reichstags- tagung abgehaltene Sitzung der nationalfoziali- stischen Reichstagsfraktion. an der Adolf Hitler teilnahm, gestaltete sich zu einer überaus ein- drucksvollen Treuekundgebung der gesamten Fraktion für den Führer. Di« Sitzung erbrachte den untrüglichen Beweis, daß die nationalsozialistische Bewegung durch keinerlei Ereignisse, von welcher Seite auch immer sie kommen mögen, auch nur berührt werden kann. Nachdem der Fraktionsvorsitzende Dr. F r t ck die Behauptungen einer gewisten Presse, wonach er und andere Mitglieder der Fraktion dem Führer die Gefolgschaft versagt hätten, als gemeine Lügen gebrandmarkl hatte, wiederholte er namens der gesamten Fraktion das Gelöbnis u n- wandelbarer Treue zum Führer und Schöpfer der Bewegung. Adolf Hitler. Der Führer hielt sodann eine Ansprache an die Fraktion, die in die Feststellung ausklang. daß die K r a f t u n d S t ä r k e der NSDAP, in erster Linie inderTreue liege, im Zusammen- halt aus Leben und Tod. woran alle Angriffe zer- schellen müsten. Der Reichstagsabgeordnele G ö r i n g erklärte unter stürmischer Zustimmung der Fraktion, daß sich in dieser Sttmde nicht nur die Führer und Abgeordneten der NSDAP., sondern die g e- samt« Bewegung, auch seelisch um ihren Führer schare. Die gesamte Fraktion umringte darauf spontan den Führer und brachte ihm außerordentlich stürmische Ovationen dar. Jedes einzelne Mitglied empfand das Bedürfnis, dem Führer auch noch persönlich das Gelöbnis der Treue in die Hand abzulegen. Darüber hinaus gab die Reichstagsfraktion auch noch formell die einmütige Erklärung ab, daß sie geschloffen hinter ihrem Führer Adolf Hitler stehe." Die Tonart solcher Siegesberichte ist jedem Politiker aufs beste bekannt. Man denke nur an all die„einmütigen" Vertrauens- und Treuekundgebungen, die dem„Führer" der Deutschen Volkspartei Scholz oder Dingeldey„spontan" und begeistert dar- gebracht wurden, bis— na das Ende kennt man ja! Es sei noch ergänzend vermerkt, daß nach Gefechtspause dem offiziellen Bericht nur die Abg. Straßer und der gleichfalls erkrankte Abg. Lenz bei der stürmischen Ovation vor dem und um den Osaf gefehlt haben. Unnötig, zu sagen. daß prompt und befehlsgemäß auch die Preußenfraktion der Hitlerei mit einer Treuekundgebung aufwartet! .M"! „Halt— Abstimmung gegen einen sozialdemokratischen Antrag!" Inzwischen gibt Adolf Hitler höchstselbst folgende„Verfügung" heraus: l. Ich übernehme bis auf weiteres vom heutigen Tage ab die Leitung der politischen Organisation selbst. 2. Ich ernenne zu meinem Stabsleiter für die politische Organisarion den bisherigen Reichsinspektor II, Parteigenossen L e y. 3. Am Ntittwoch, dem 14. Dezember 1932, gebe ich die neuen Richtlinien und Anordnungen ent- sprechend dem Ausruf vom 6. Dezember 1932 zur Herstellung einer erhöhten Schlagtraft der Be wegung bekannt. Berlin, den 9. Dezember. A d o l s Hitler. Das ist die Sprache des Imperators, die wir aus wilhelminischen Zeiten kennen. Und man kennt auch das Schicksal dieser wilhel- minischen Zeit... EmpfangbeiHindenburg Reichstagspräsidium stellt sich vor Sonnabend mittag 12 Uhr fand der übliche Besuch des neugewählten Reichstagspräsi- d i u m s beim Reichspräsidenten von Hindenburg statt. Während die Vizepräsidenten Ester und Löbe in dem Dienstauto des Reichstages mit schwarzrotgoldener Fahne vorfuhren, bediente sich Herr G ö r i n g seines Privatwagens, der von SS.-Leuten gefahren und mit Haken- kreuzslaggen versehen war. Der Reichspräsident wies in der kurzen Um«» Das Schalt rollt weg Die Folge des Rollsystems redung öartKif hi», wie wünschenswert es sei, daß sich die Parteien des Reichstages zu sachlicher Arbeit bereitfinden und daß sie vor allem die Würde des Reichstages wahren, damit gemeinsam zum Besten des deutschen Volkes ge- arbeitet werden könne. In der daraus folgenden Unterhaltung wurden politische Angelegenheiten nicht mehr berührt Lehrer gegen Nazihetze trampt gegen einen nationalistischen Erlaß Das Thüringer Slaatsministerium hat beschlossen, gegen den Studienrat Dr. Fiedler vom Resormgymnasium Altenburg dag D i e n st st r a s. verfahren einzuleiten, weil sich Fiedler weigert, den in der Bekanntmachung des Dolksbil- dungsministeriums vom i0. Oktober IllZZ all- gemein angeordneten Wechselspruch gegen den Der- falller Kriegsschuldartikel, wie vorgeschrieben, am Schluß der letzten Wochenstunde sprechen zu lassen. Zn der Begründung sagt die Regierung, daß sie es als eine Gefährdung der Ordnung und des An- jehens der Schule betrachtet, wenn oberbehördliche Anordnungen nicht besolgt werden. Fiedler ist vorläusig seines Amtes enthoben worden. Fiedler ist parteilos. Er weigert sich, den Wechselspruch sprechen zu lassen, weil er die Seelen der Kinder nicht vergiften will. Wit Fiedler ist die gesamte thüringische Lehrerschaft gegen das nationalsozialistische Bolksbildungsminlsterium. Die LeHrerschasl betrachtet das verlangen des Volkebil- dungsminiflers als einen Verstoß gegen Ar'ikel 14; der Reichsversassung. Bildung Der literarische Nazi-Chefredakteur Der Chefredakteur des nationalsozialistischen „Westdeutschen Beobachters'", Dr. Peter Win- k e l n k e m p e r, wollte chugenberg anulken. Da setzte er sich hin, sammelte die Bruchstücke seiner literarischen Bildung und schrieb: „Wohl hat die Volksvertretung in geziemen» dem Mitgefühl den namenlosen Schmerz des untröstlichen Geheimrates mit der Toga des Schriftführeramtes zu lindern versucht, aber dennoch soll gestern aus dem Munde des altern- den Mannes jenes Lied erklungen sein, das einstens der gefallene Zar Nikolaus so ergreifend sang: „Einst spielt ich mit Zepter und Krone und Schweis..!" Ist er nicht gebildet, der Dr. Peter Winkeln- kemper? Es war vor kurzem Nikolaustag, und der Nikolaus wollte ihm nicht aus dem Gs- dächtnis. Es gab auch einen Zaren Nikolaus — und richtig, von einem Zaren hatte er doch einmal ein Lied gehört? Wie war es doch gleich?„Einst spielt ich mit Zepter und Krone... wie ging es doch weiter? Dr. Winkelnkemper, Chefredakteur des„Westdeutschen Beobachters", hatte nun endlich die Gedanken seines glänzenden Leitartikels beisammen. Der Geist überkam ihn, L o r tz i n g und Goethe im Olymp oerhüllten schaudernd ihr chaupt und wandten sich ab, während er schrieb. Ergreifend schön ließ er für den Opernzaren Peter den gefallenen Zaren Niko- laus singen: „Einst spielt ich mit Zepter und Krone und Schweif...1" Mein Sohn, es war ein Nebelstreif! Gm einfaches Rezept Wie der„�.nxriff" die Hitler- Niederlage in Thüringen hinweglügt Täglich erzählt der„Angriff" seinen Lesern, es sei nicht wahr, daß di« NSDAP, in Thüringen eine Wahlniederlage erlitten Hab«. Er spricht vom„Lügengeseires der Journaille". Nach diesem Geschimpfe oerspricht er die Wahrheit zu sagen. Die sieht so aus: Er zählt auf, in welchen Orten die NSDAP, über SO, 40, 30 und 20 Proz. der Stimmen erhalten hat. Nichts weiter. Keine Bergl«ichsziffern. Kein Gegenresultat. Kein Der- gleich mit anderen Parteien. Die dreisten Lügner vom„Angriff" wissen, wie sie ihre Leser betrügen! Das Wahlresultat ist ganz eindeutig! Wir veröffentlichen noch einmal das Gesamtergebnis: Es erhielten von der Gesamtstimmenzahl in Thüringen: am 6. November am 4. Dezember NSDAP..... 38 Proz. 33 Proz. Bürgerliche... 19„ 24,5„ SPD....... 23„ 23,5.. KPD....... 20„ 20.. Während also der Anteil der Nationalsozialisten an der Gesamtstimmenzahl von 38 Proz. auf 33 Proz. gefallen ist, ist der Anteil der Bürger- lichen von 19 aus 24,5 Proz. gestiegen! Die Nationalsozialisten haben also zugunsten der bürgerlichen Parteien eine schwere Niederlage er- litten. Di« Sozialdemokratie hat ihren Anteil an der Gesamtstimmenzahl gesteigert, während die KPD. stehengeblieben ist. Gegenüber diesen unbestreitbaren Zahlen hat der„Angriffs ein einfaches Rezept: er verschweigt sie hartnäckig. Das Rollsystem, d. h. die durch den Ueber- gang von der monatlichen Voraus- Zahlung zur nachträglichen Gehalts- Zahlung herbeigeführte Gehaltskürzung, hat mit verschwindenden Ausnahmen nun bald über- all im Reich Eingang gefunden. Die betroffenen Beamten erhalten, wenn das Rollsystem im Ler- lauf eines Rechnungsjahres für ein Monatsgehalt durchgeführt wird, in diesem Jahr a n st a t t 12 nur 11 Monatsgehälter, erleiden also zu den schon bestehenden Gehaltskürzungen einen weiteren tatsächlichen Verlust an ihren bereits gekürzten Bezügen. Am stärksten werden dadurch natürlich die Angehörigen der unteren Be- soldungsgruppen belastet. Die schlimmsten Verhältnisse auf diesem Gebiet bestehen gerade in den deutschen Ländern, die von rein oder überwiegend nationalsoziali st i- schen Regierungen geleitet werden. So hat z. B. Oldenburg am 1. November 1931 eine Sondergehaltstürzung von 4 bis gestaffelt 15 Proz. über die Reichskurzungen hin- aus eingeführt, die erst mit der am 1. Januar 1932 in Kraft getretenen neuen Reichsnotverord- nungskürzung verrechnet wurde. Vom 1. Oktober 1932 ab hat Oldenburg abermals eine g e- staffelte Gehaltskürzung von 3 bis 20 Proz. über die Reichskllrzungen hinaus für seine Staats- und Gemeindebeamten eingeführt und außerdem durch Verordnungen vom Juli, August und Dezember 1932 dem Roll- system in immer verschärfterer Form Eingang verschafft. Anstatt daß die Gehälter in drei Raten am 1., 21. und letzten des Monats gezahlt werden, ist nach einer soeben ergangenen Anordnung eine weitere Hinausschiebung der Zahlungs- termme in der Weise vorgesehen, daß in der Zeit von Januar bis April 1933 weitere zwei Drittel eines Monatsgehalts„gerollt" werden. Auch in Anhalt, das dank der sorgsamen Finanzverwaltung der früheren Regierung Deist- Der Schutzpolizeibeamte N. hatte eine An- stellung aus Lebenszeit. Daß sein Eheleben nicht glücklich war, er seine Frau mit Eifersucht ver- folgte, sie, wenn er betrunken war, prügelte und einmal sogar mit dem Tranchiermesser bedrohte, mag schließlich seine Privatangelegenheit sein. Was er sich aber Silvester vorigen Jahres zu- schulden kommen ließ, fällt aus dem Rahmen seines Privatlebens. Mit seiner Frau besucht« er zuerst ein Lokal, dann in Gesellschaft eines Be- kannten ein zweites. Wenn man mit einer ver- heirateten Frau tanzen will, fragt man den Mann um Erlaubnis, und wenn dieser es gestattet, so tanzt man eben. So war es auch hier. Als aber der Tanz zu Ende war, schimpfte der bereits reichlich alkoholisierte Schupo aus die Frau und schlug auf seinen Bekannten ein. Der Wirt setzte ihn nun an die Lust. Die Frau blieb noch ein wenig da. Kurze Zeit darauf folgte sie ihm: draußen erhielt sie von ihrem Mann einen Schlag mit dem Revolverkolben, so daß sie zu Boden stürzte. Unter Drohungen, sie zu ersch'eßen, zwang sie der brutale Ehemann, aufzustehen und drängte sie mit Kolbenschlägen bis zur Tür des Hauses, in dem er wohnte. Ein Passant sah, wie die am Kopfe Blutende von dem Mann gegen di« Eisen- tür gestoßen wurde: er mischte sich ein, die Frau flüchtete in das Nachbargrundstück und wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Ehemann griff nun den Retter der Frau an, geriet aber an den Un- rechten: er erhielt einen Schlag, der ihn zu Boden streckte. Als er wieder zu sich kam, rannte er mit dem Revolver in der Hand die Straße entlang, bedrohte die Passanten, stieß u. a. auch aus einen Mann, der mit Frau und Kind des Weges kam, bedrohte auch diesen mit Erschießen und versetzte ihm derartige Schläge gegen Kopf und Auge, daß der Mann für drei Wochen ins Krankenhaus mußte. Das Sonntagswetter Für den morgigen Sonntag gibt der Amtliche Berliner Wetterdienst folgende Prognose: Bei zunehmenden aus Nordost drehenden Winden bewölkt bis trübe und möglicherweise leichte Schneefälle bei etwas höheren Temveroknren als am Sonnabend. Das trockene und leichte Frostwetter der letzten Tage war durch ein starkes Hochdruckgebiet be- dingt, das zwischen Schottland und Island lag. Ein Ausläufer dieses Hochs erstreckte sich von der Nordsee über Deutschland bis hinunter nach Süd- rußland. Diese Situation hat sich geändert, und für das Wetter in unserem Gebiet wird vermutlich schon in den nächsten Stunden ein Tiefdruckgebiet Weber über bedeutende Kasienreserven verfügte, ist neuerdings trotz aller gegenteiligen Versprechungen der nationalsozialistisch- deutschnationalen Regierung das R o l l s y st e m ab 1. Januar 1933 eingeführt worden. Diese Beispiele zeigen, daß die nationalsozia- listisch regierten Länder am r ü ck s i ch t s- losesten von den Vollmachten der Reichsnot- Verordnung vom 24. August 1931 zum Schaden der Staats- und Gemeindebeamten Gebrauch gemacht haben. Auch in B r a u n s ch w e i g hat das Nazi- Staatsministerium Küchenthal-Klagges für alle Beamten des Freistaates das„Rollsystem" ange- ordnet. Im September 1933 wird das Gehalt erstmalig am letzten des Monats in einer Summe nachträglich gezahlt anstatt voraus. „Aeberpartetlich" Der Earteihuchheamte des Preußen- kommissars Landtagsabg. Meier-Berlin hat im Landtag die folgende kleine Anfrage eingebracht: Die Reichskommissare in Preußen haben als Herolde der„autoritären Staatsführung" die Abschaffung der„Parteibuch- Beamten" zum besonderen Programmpunkt gemacht. Sie rühmen sich der Säuberung des Beamtenkörpers. Wie aber ein überparteiliches Beamtentum,„wie sie es auffassen", in der Praxis aussieht, dafür lassen sich zahllose Fälle anführen. Für den Anschauungsunter- richt besonders geeignet ist folgender Fall: Der uns eines Tages als Reichskommissar für das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volks- bildung bescherte frühere deutschnationale Abge- ordnete Prof. Kühler macht neuerdings be- Der Staatsanwalt beantragte gegen diesen un- möglichen Hüter der Ordnung eine ausfällig milde Strafe, nur drei Monate Gefängnis. Den niedrigen Strafantrag begründete er mit dem trunkenen Zustand und der schweren Psychopathie des An- geklagten. Das Gericht verurteilte ihn zu drei Monaten Gefängnis. Man wird die Frage des Vorsitzenden aufgreifen müssen: Kann solch ein Beamter noch weiter im Polizeidienst bleiben? Nächtlicher Naubübersall Vater und Tochter angefallen Die Reihe der Raubüberfälle hat wieder eine Forlsehung erfahren. Der Sausmann David Z e l l e r m a y e r, der in der Großen Zranksurler Siraße 10k ein Lebensmitlelgeschäft betreibt, wurde von zwei unbekannten Räubern im Haus- flur des Hauses Zo st y st ratze 8 angefallen, als er mit seiner Tochter nach Hause kam. Die Räuber verschafften sich mit Waffengewall einen Fluchtweg und entkamen unerkannt. Der Kaufmann Zellermayer hatte wie üblich abgerechnet und war mit einer Taxe in Be- gleitung seiner Tochter nach Hause gefahren. Zwei Burschen überfielen zunächst die Tochter im Treppenhaus. Im gleichen Moment hatte«in Bursche eine Pistole gezogen und war mit ihrem Vater in einen heftigen Kampf geraten. Zellermayer trug unter dem Arm eine Aktentasche mit etwa 700 Mark Ge- schäftsgeldern. Vergeblich versuchte der Bursche, sie an sich zu bringen. Das scheiterte an dem heftigen Widerstand des Ueberfallenen. In- zwischen hatte der Räuber die Tochter losgelassen und war seinem Konplieen zu Hilfe gekommen. Die Tochter schrie um Hilfe. Hausbewohner kamen aus den Wohnungen heraus und wandten sich gegen die Räuber, denen es schließlich gelang zu flüchten und in den dunklen Straßen zu entkommen. von Bedeutung sein, das sich nach Südwesten ausdehnt. In der vergangenen Nacht herrschten außer- halb Berlins st ellenweise bis 7 Grad Kälte. In der Innenstadt wurden 2 G r a d Kälte gemessen. Um 8 Uhr früh hatte das Thermometer den Nullpunkt erreicht, um gegen mittag wieder auf 1 Grad Kälte zu sinken. Das Gebot der Stunde In der Forderung auf Abbau der sozial- politischen Unmöglichkeiten des Papen-Kurses sind sich die Gewerkschaften aller Richtungen im wesentlichen einig. Zu diesen Un» sonders stark in„grundsätzlich neuer" Beamten» Politik. Das sieht in der Praxis so aus, wie die Presse zu berichten weiß: Der deutschnational« Kommissar Dr. Kühler richtete an das Pro- vinzialschulkollegium Berlin einen Erlaß, der etwa folgendermaßen lautet: „Ss ist mein Wunsch, daß der Lehrer k i ck h ö s f e l unverzüglich nach Berlin i n eine ihm zusagende Stelle übernommen wird. Das P. S. k. hat das Erforder- liche zu veranlassen." Der deutschnationale Landtags- abgeordnete Kickhöffel ist hinsichtlich seiner Fähigkeiten den Mitgliedern des Landtags hinreichend bekannt. Es ist auch bekannt, daß der Abg. Kickhöffel sich jahrelang dem Schul- dien st völlig entzogen und dafür eine besonders honorierte Tätigkeit in der Bienenwirt- schaft ausgeübt hat. Es erübrigt sich daher, über seine Eignung für eine„ihm zusagende" groß- städtische Schulstelle Näheres anzuführen. Wir fragen das preußische Staatsministerium: 1. a) Trifft es zu, daß der frühere deutsch- nationale Landtagsabgeordnete Kähler feinem Parteifreund, dem deutschnationalen Abg. Kickhöffel auf diese Weise„eine ihm zu- sagende Stelle" in Berlin verschaffen will? b> Ist der erwähnte Erlaß ordnungs- mäßig im Geschäftsgang durchgezeichnet oder „autoritär" von dem Reichskommissar eigenhändig losgelassen worden? 2. Wie lautet der Wortlaut des Erlasses? 3. a) Liegt ein sachliches Bedürfnis für die Versetzung des Abg. Kickhöffel im Interesse des Schuldienstes vor? d) Billigt das preußische Staatsministerium die Art der Personalpolitik des Herrn Dr. Kähler, die die eigenen Parteigenossen in ihnen zusagende Stellen bringen soll? Möglichkeiten gehört vor allem auch die syste- matische Zerstörung der Arbeitslosen- Versicherung. Es gilt jetzt, den Berfiche- rungsgedanken wieder herzustellen. Aber die Arbeitslosenversicherung muß auch in chrer Konstruktion über die Krise hinweggerettet werden. Wer die Arbeitslosenversicherung unbedingt um- bauen will, der sollte sich wenigstens sagen, daß man Flutdämme nicht umbaut in der Zeit einer Sturmflut. Beim Gewerkschaftsbund der Angestellten scheinen manche Leute das Gebot der Stunde noch nicht erkannt zu haben Da ging z. B. dieser Tage eine merkwürdige Meldung durch die Presse. Darin hieß es, in Kreisen des GdA. werde daraus hingewiesen, daß diese Organisation der neuen Reichsregierung unter anderen Forderungen auch einen Plan vorlegen werde, der die Ein- führung von Crsatzkassen in der Er- werbslosenversicherung befürworte. Die freien Gewerkschaften halten heute mehr denn je fest an dem Grundgedanken der Soli- d a r i t ä t, auf dem die Arbeitslosenversicherung aufgebaut ist. Diese Solidarität gerade jetzt zer- stören wollen durch die Herausnahme der „günstigeren Risiken", bedeutet praktisch der Sozialreaktion Vorschub leisten. Volizei. herhören! .Aufreizung zum Klassenhaß Im Karl-Liebknecht-Haus hat die Polizei am Freitag nach revolutionären Schriften gehaussucht und beschlagnahmt— die Volksausgabe des Kommunistischen Manifestes! Da scheint es uns doch geboten, die Polizei darauf aufmerksam zu machen, daß in einer Anzahl Buchläden ein Buch seilgehalten wird, dessen In- halt uns stellenweise noch aufrührerischer und hetzerischer erscheint. Wir lesen z. B. in diesem Buche: „Wohlan nun, Ihr Reichen, weinet und heulet über das Elend, das über Euch kommen wird! Euer Reich- tum ist oerfault, Eure Kleider sind mottenfräßig geworden. Euer Gold und Silber ist verrostet, sein Rost wird gegen Euch zeugen und wird Euer F l e i s chj reffen wie ein Feuer. Ihr habt Euch Schätze gesammelt. Siehe, der Zlrbeiler Lohn, die Euer Land eingeerntet haben, der von Euch verkürzt worden ist, der schreit gen Himmel, und das Rufen der E r n t e a r b e i t e r ist vor die Ohren Gottes gekommen. Ihr habt wohlgelebt auf Erden und Eure Wollust gehabt. Ihr habt ver- urteilt den Gerechten und getötet, und er hat Euch nicht widerstanden.... Siehe, der Richter ist vor der Tür." Man hat uns gesagt, daß dieses aufrührerische Buch in zahlreichen Familien Eingang gefunden hat, in denen gerade Karl Marx und das Kommu- niftische Manifest wenig gelesen werden. Die sogenannten christlichen Volksbuchhand- l u n g e n führen große Mengen davon auf Lager. Der Verfasser ist ein gewisser Jacob(Jude!), der seinen Namen in„Jacobus" umgewandelt hat, und seine Schriften finden sich— im Neuen Testament! Nohen im Nausch Ein unmöglicher Leamter Die tapferen Fechter Und die Herren im Auto Völkerbund versagt Neue Kapitulation vor Japan Wie bereits gemeldet, hat die Vollversamm« lung des Völkerbundes die Entscheidung über den Mandschurei-Konflikt und die Stellung- nähme zu dem Bericht der Untersuchungs- kommission wieder vertagt und die ganze Frage einem Ausschuß nochmals über- wiesen. Durch diesen Beschluß hat der Völkerbund noch einmal bewiesen, daß er n i ch t f ä h i g ist, seine eigentliche Aufgabe zu erfüllen, nämlich einen schwächeren Staat vor der militätischen Vergewaltigung durch eine Großmacht zu schützen, die Achtung vor den internationalen Verträgen zu erzwingen und das verletzte Recht wiederherzustellen. Seit einem Jahr hatte man die Oeffent- lichkeit auf die Ergebnisse der Untersuchung durch eine besondere Völkerbundskommission vertröstet. Jetzt lag der Bericht vor, seine Feststellungen waren eindeutig zu- gunsten Chinas, seine praktischen Vorschläge waren durchaus durchführbar. Jetzt oder n i e galt es, Farbe zu bekennen. Die k l e i- n e r e n Staaten unter Führung Spaniens, Irlands und der Tschechoslowakei waren da- zu bereit. Aber die neue erpresserische Drohung Japans mit dem Austritt aus dem Völkerbund hat die Großmächte unter Führung Englands abermals zurück- weichen lassen. Die neue Vertagung bedeutet für Japan die Möglichkeit, neue voll- endete Tatsachen zu schaffen und seine widerrechtlich eroberten Machtpositionen in der Mandschurei zu befestigen. Darüber hin- aus stellt diese abermalige Kapitu- l a t i o n vor der imperialistischen Militär- gewalt des Angreifers nicht nur eine Nieder- läge des Völkerdundgedankens als solchen, sondern auch einen Triumph für die Auf- rüstungsapostel dar. Nach der Kette von Enttäuschungen, die den Anhängern des Völkerbundes seit dem Beginn des Konflikts im Fernen Osten, also seit September 1931, in dieser Frage bereitet worden sind, kann man kaum mehr erhoffen, daß aus den weiteren Ausschußberatungen noch ein brauchbarer und gerechter Beschluß hervorgehen wird. Je mehr man die Ent- scheidung vertagt, desto unwahrschein- l i ch e r ist es, daß das verletzte Recht wieder hergestellt wird. Die Warnungen von Madariaga und Benesch, die mit Recht ein neues Versagen des Völkerbundes in dieser Frage als das Ende des Völker- b u n d e s bezeichneten, sind ungehört ver- hallt. Schuld daran sind die Großmächte einschließlich Deutschlands, die es mit Japan nicht verderben wollten. „Grirn ist die Heide" Titania-Palast Man ist froh, nach all dem Operettenkitsch mit nwglichst exotischem Milieu einmal wieder deut- schen Loden unter den Füßen zu spüren. Nach Motiven von chermann Löns, dem besten Kenner und Schilderer der Lüneburger Heide und ihrer Tierwelt, haben die Herren L ü t h g e und Braun eine Handlung aufgebaut, die auf dem Kamps zwischen Wilderern und Förstern beruht. Nur daß der Wilderer in diesem Fall der ehemalige Besitzer des Waldes ist, der von seinem leidenschaftlichen Trieb nicht lassen kann. Eine Liebesgeschichte zwischen seiner Tochter, die von des Vaters Verirrung nichts weih, und dem jungen Förster, der ihm auf der Spur ist, bringt das versöhnende Element hinein. Aber der Wild- dieb aus Passion muß auf dem Altar der Gerechtigkeit Sühne zahlen; er wird von einem WUddieb gemeinerer Sorte erschossen. Hans Behrendt führt mit kluger Hand Regie, versammelt eine Schar für diesen Stoss sehr geeigneter Darsteller um sich und läßt die Landschaft, die Heide wie den Wald, zu uns sprechen. Es gibt prachtvolle Tierbilder von rörenden und kämpfenden Hirschen im Mondeslicht (Man begreift nur nicht, wie Tierfreunde daran Spaß finden, sie abzuschießen.) Die Welt der Förster wird charakterisiert durch den Knurrhahn des ackernden Oberförsters(Hugo Werner- Kahle), den sehr sympathischen jungen Förster des Peter V o ß und die Lustspielfigur des Ober- forstrats(Fritz Odemar). Für die nötigen Wander- vogellieder und den Spaß kommt das ulkige Terzett von Fritz K a m p e r s, Paul Becker und Karl Blume auf. Theodor Loose leiht dem Wilderer aus Leidenschaft einen dämonischen Schuß. Die treusorgende Tochter der Camilla S p i r a ist ein Volltreffer. Karl Blume hat die liedartigen Schlager beigesteuert.— r. Zpiu»,a.g-ier. Ausannucn mit dem Deutschen Frei. denkcrderband und der Freireligiösen Gemeinde oeran- staltet der Monistenbund Montag. 7.30 Uhr, in der Aula Eeorgenjtr. SO— Sl, eine Sptno,a.Fet«r. Pros. R i e m a n n aus Leipzig hält die Rede. Da» Konzert deZ Philharmonischen Orchesters am Dienstag, unter Frieder Weißmann, dringt neben Sinfonien von Mozart sG. Kurlüritrndamni 200 Tel Bism. 1400 lägt H',. Uhr möddidie Reise *on Btriuth and Sdwabadi Maslk; Könneke Regie Pcokert Hacs Schindler mit seinen Jazz-Symphonikern VoiTBrksiif unuDtorbrcchcn B» B. B» Beodows Bante Bühne Rottbasser Straße 6 Oberbaam 3500 ..von fl-r Täglich 8« 4 Uhr Sonnt, nadsm. S'/t Sonntag, den 11. Dezember nadim. r/2 unr Gerade der Optiker fUhn geschmackvolle Artikel, die als We ihnachtsgabeFreude bereiten. Optiker M.TrUSCh Dresdener Str. 131, am Kotb.To. Lieferant Ihrer KranVenkasee 0) •< 50 9 0(1 Färb, reine Wolle, ca,130em br.'■'f'" Mantelstoffe englisch gemustert,"reine Wolle, T Ort ca. 140 cm breit t\ß Mantel-Crewl reine Wolle, ein Must., hochw arbig u. Diagonal- /L Ort w Qual„ ca. 140cm br."j# W Mod. Kleid relnwoll. 9,50 Boucle, gute Qual., Revers u Schleife aus modisch. Streifen Nachmittags-Kleid Hammerschlag, reine Wolle mod. 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Kaffee, Kunstseide in Pastell arben/■* 130/160 und 6 Servietten"f' Dam.-T aschentuch relnMako.m.Hoh 3..30cm.6Su:k. 1 Herr.-T aschentuch rein Mako m.Hohlsaum JStck. 2,75 3,45 1,35 -.95 SONNABEND, 10. DEZ, 1932 BEILAGE HÖFMÄEfS -- �- SUnlher Sirkenfeld/ SSerliner Skiamen Wimmernden Cinc frostige nebelnoise Nnoemi'ernocht� Gleich gespenstischen Monden hingen die Lichtkreise der Laternen im Dnnst. chmter chnen ragten als gc- staltlos grauschwarze Massen die Kaushäuser und Mietkaserncn des alten Be:lin. In der Ferne er- starb das sirrende Geräusch eines entgleitenden Aulos>— dann Stille. Jetzt wurden Schritte ver- nehnr.'ich> schwere, langsame, glcichmätzige Dienst- schritte. Die beiden Schupos gingen-bre Runde. Indem die Rathausuhr mit riefen erzenen Schlägen die dritte Morgenstunde meldete, bogen sie in die enge gewinkelte Grünstrosze ein. Plötzlich blieb der ältere der beiden Wachtmeister stehen, lauschte nach vorn und raunte seinem jungen Kameraden zu:„Eine Alarmglocke!" Der junge Beamte, der erst seit einigen Wochen dem Nachtdienst zugeteilt worden war, mußte ange- strengt in die bezeichnete Richtung horchen, bis auch er das eintönige Geklingel vernahm. Aus den Fußspitzen und mit schußbereiten Pistolen eilten die beiden durch die nebelblinde Straße. Der Mann, der das Schutzgitter des Pelz- geschäftes cherzer durchschnitten und die Scheibe mit einem umwickelten Werkzeug eingeschlagen hatte, mußte ein ahnungsloser Anfänger sein. Statt das Loch zu erweitern und schleunigst mit einem oder mehreren der ausgestellten Pelzmäntel zu türmen, forschte er— gewissenhast wie ein Elektrotechniker— nach dieser vermaledeiten Alarmglocke. Ueberhaupt konnte es nur ein Dilet- tant sein, der sich ganz ollein an ein derartiges Unternehmen gewagt hatte. Nicht ma! eine fahrt- bereite Tare stand in der Nähe. In aller Gemütsruhe nahm der ältere Wacht- meister den Mann von hinten in den Schroubgrisf und sagte:„Na, nu kommen Sic mal mit. Die Klingel finden Sie doch nicht." Der Schreck durch- fuhr den Ueberrumpelten wie ein Schlag. In- stinktiv wollte er sich zur anderen Seite hin los- reißen, mußte jedoch aufschreien unter dem schmerzenden Schraubgnfs. Er ergab sich in sein Schicksal, ließ die Schultern fallen und wandte sich rücklings dem Wachtmeister zu. Offensichtlich bestürzt und einen Ausruf unter- drückend, starrte der in das hohle Gesicht, das sich ihm da zukehrte. Unwillkürlich lockerte er den Griff und mochte mit dem freien Arm eine undeutliche Bewegung. Nicht minder überrascht schien sein Opfer zu sein. Die verkrampsten Züge lösten sich zu freudiger Belrossenheit. Bevor er noch Worte finden konnte, ries der Wachtmeister seinem jungen Kameraden im Dienstton zu:„Geh weiter die Runde, Schlegel In zwanzig Minuten bin ich am üblichen Treffpunkt." Währenddem nahm er dem Häftling dos Werkzeug ab, durchsuchte ihn— vergeblich— nach Waffen, faßte ihn mit den vor- geschriebenen Griff und entschwand mit ihm in der Nebelnacht In einiger Entfernung flüsterte er:„Walter. Menschenskind! Was machst du denn für Zicken!" „Tjaja, ist schon spaßig, was, wie man sich so trifft!" versetzie der andere ebenso leise.„Aber.. ich wußte mir keinen Rat mehr, Hans. Sitz du mal mit Frau und drei Kindern in einer Laube! Eines Tages packt dich eine irrsinnige Wut, die Tollkühnheit der Verzweiflung! Dann macht man eben solche Geschichten." „Was? Ihr wohnt nicht mehr in der Alejran- drinenstraße? Ja, bist du denn nicht mehr im Elek- trizitätswerk?" „Abgebaut. Vor anderthalb Jahren schon. Im vorigen Frühjahr mußten wir unsere Wohnung verlassen. Tjaja. Da haben wir manchen schönen Skat zusammen gekloppt, was, Hans? Bei Glüh- wein. Als wir raus mußten, haben wir geheult wie die Schloßhunde, die Ilse und ich. Den Sommer über wohnten wir im Zeltlager an der Havel. Das war nur noch ein Vegetieren. So un- gefähr wie damals im Schützengraben, Hans. Nur daß ich diesmal Frau und drei Kinder bei mir hatte. Zu vieren unter einer einfachen Zeltplane und jeder mit einem Woilach! Na, da kannst du dir ja wohl vorstellen Wir kamen uns vor wie ausgesetzt... an den Rand der Zeit gespült... unbrauchbar gewordenes Schwemmgut. Er verfiel in ein unheimliches Gelächter. Dem Wachtmeister zerschnitt es das Herz. Er war keines Wortes fähig. Dann fuhr der andere sort:„Das Zeltlager. dos sei geradezu wie ein Kurort, so hatlen sie uns gesagt. Na ja. Ilse bekam Gliederreißen und Heinz einen Nesselausschlag. Und die Kleinste wird ihren bösen Husten wohl nicht mehr los werden. Hinter dem Lager war ein versumpfter Graben. Wenn du auch nur fünf Minuten still lagst, wur- dest du verrückt vor Mücken.— Na, und im Sep- tember bezogen wir doim eine Laube bei Ties- werder. Ein größerer Wohnraum und eine Kammer. Brauche dir wohl nicht noch zu schil- dern, wie wir da hausen. Schließlich könnt' ich's nicht länger mit ansehen. Jetzt ist ja doch schon olles egal, dachte ich Entweder, oder!"„Aber nu hör mal, Wolter", sagte der Wachtineistcr mit freundlichem Vorwurs— er hatte den anderen längst losgelassen—,„von alledem habe ich ja keine Ahnung! Weshalb hast du dich denn gar nicht mehr gemeldet? Alte Kumpels, die zwei Jahre draußen allen Schlamassel zusammen er- trogen haben brauchen sich doch nicht voreinander zu schämen, was?" „Ihr härtet uns ja auch nicht helfen können, Hans! Und wir hätten dir und deiner Frau ja nicht mal ne Tasse Kassee anbieten können. Wer so tief gerurjcht ist, soll die andern nichl mehr be- lästigen.— Tjaja. Hans, hättest du mich man damals im Gronattrichter liegen und krepieren lassen! Jetzt mußte mich aufs Revier schleppen! Jetzt sind es meine vier in Tiefwerder, die krc- Pieren müssen! Das haben wir min von unlerer Kameradschaft plus E. Ä. I!" Er schluchzte, seine Lippen zitterten. Der Wachtmeister blieb stehen und blickte auf den alten Gefährten— schmerzlich und flehentlich und alles in einem: ratlos. „Walter, Msnschenskind..." murmelte er nur. Dann wandte er sich plötzlich ab und ging zu einer Rotunde, die drüben stand. 'Zirei tPerfpcNliren Von oben gesehen, stellten sich die Dinge etwa so dar: Nachdem politische Konsusion es glücklich dahin gebracht hatte, die wirtjchoitlichen Fäden zu verwirren und zu zerschneide», war die Güter- Versorgung dermaßen ins Stocken geraten, daß ein ungeheurer latenter Bedarf entstand. Da wurde schließlich die Gewinnchance gegenüber der Vorsicht das stärkere Motiv im egozentrischen Seelenleben der Kapital-eigner. Sie spien ihr Geld aus, und sofort dröhnten die Fabriken. wimmelte es in den Büros, rosten tausend Vor- kehrsmittel zu Lande, zu Wasser und in der Lust. Aus der Erdenwurm-Perspektive aber erblickte man den Meuchen Tropf Zwischendings, stellungs- losen Expedienten, der auch während dieser trüge- rischen Konjunktur noch über sechs Monate herum- krampfte, ehe er endlich wieder einen Posten sand. Freude erhob sein Gemüt, und das ergebunqs- volle Herz seiner jungen Frau, der zarten Tröpfin, war voll Jubel. Dann platzte die Seisenblasen-Konjunktur. Wirt- schaftsschrumpsung. Bor allem natürlich Ge- haltsschrumpsung. Imnier feste zuerst aus die armen Iröpse die Folgen der großen Pleite ob- wimmeln, die hcrbeigesührt wurde durch den Un- sinn aus Kriegsschulden, strategischen Zöllen, übertriebenem Agrarschutz und nationalen In- dustrien, die in vielen Ländern ausgepäppelt wor den waren, jeder Wirtschastlichkeit zum Hohn. Tropf Zwischendings nahm alles geduldig hin. Er hatte die wahnwitzige Hoffnung, daß chm wenigstens das Letzte, der wirtschaftlich? Tod, erspart bliebe. Deshalb war es gut für ihn und seine zerbrechliche Tröpsin, daß er nicht wie ein Gott iden Blick für die großen Zusammenhänge besaß und ihre unabweisbare Fortwirkung bis zu den geringsten Konsequenzen wahrnehmen konnte. Sonst hätte er eine zwar interessante, aber für ihn schmerzliche Kette von Ereignissen überschaut, die wir anderen lieber erst einmal still für uns überfliegen wallen. Santa Jtofa fßerlin In Santa Rosa, Territorium La Pampa, Ar- gentinien, lebte Victorino Saenz Quintana, trieb Viehzucht und verkaufte seine Viehaustriebe regel- niäßig an«in Schlacht- und Kühlhaus in Buenos Aires. Das seinerseits betrieb den Gefrierfleisch- Export nach Europa. O Santo Cristo! Was für miserable Preise zahlten die Herren in der Hauptstadt dem biederen Don Victorino! Der Unmut Les Kreolen blieb nicht unproduk- tiv. Er war im Begriff, eine famose Idee zur Ausführung zu bringen. Selbst eine Kühlanlage zu haben! Das war's! Und so ging denn nach langem Feilschen seine Bestellung an die Liese- wsnek' c. F. uerxe: strngeiegts masctiinenfabriK Stapel von Maschinenteilen in der Halle. Schwungrad, Zahnrad, eins ans andere gelegt— Tote Arbeit. Und sie werden alle langsam kost ansetzen, weil sie niemand pllegt. Kessel, kuptern, schon am Oxydleren,— eigentlich bestimmt,Gedröhn der D-Zug-Achsen der Frachttransporte durch das Land zuführen—; und hier liegen sie und hören nur die Stille wachsen. Die Dynamos ruhn, der Wächter macht auch am hellen Tage seine Runde, und er nennt's verdrießlich eine Totenwacht, wenn er redet währenddes mit seinem Hunde. Drüben am Verladegleis gedeihen Gras und Unkraut ungetreten, ungestört— Ganz, wie draußen in den Siedlungshäuserreihen der Fabrikarbeiter sich die Not vermehrt. Mit schräg geneigtem Kaps und, ja, mit einem Lächeln, das stetig über seilt Gesicht wuchs und es ganz und gar verwandelte, blickte Walter hinter dem Freunde drein.„Alter Kumpel!" dachte er nur immer wieder. Und...„Alter Kumpel!" raunte der Wachtmeister erstickt, indem er endlich zurückkam und den Freund reglos im Nebel stehen und warten sah. Jetzt war er es, dem die Augen feucht wurden.„Dussei!" knurrte er den ollen Kameraden an. während er mit zögernden Schritten wieder neben chm dahin gmg. „Nee, mein Lieber", meinte Walter, schwer den Kopf schüttelnd,„du bist im Dienst. Du darstt nicht auch noch um Amt und Brot kommen. So ranten, eine Berliner Exportfirma, ab. Sein Brief erreichte den Anschluß an den stalienischen Passagierdampfer Conte Verde und gelangte io auf schnelle Weise über Genua nach Berlin. Dank der nordamerikanischen Konkurrenz hatte Don Victorino günstige Zahlungsledingungcn herausgeschlagen: die Hälfte nach Aufstellung und Prüfung und den Rest in Vicrteljahreeraten von fünfundzwanzig Prozent. Seine nächsten Aus- triebe sollten das Geld bringen. In Berlin große Freud« bei Tropfs Direktoren. Sofort Orders an die Spezialfabriken mit raii' nierten Strafbestimmungen für den Fall der Lieferzeit-Ueberschreitung. Herr Zwischendings soll mal zum Ches kontmen.„Also, Herr Zwischen- dings, Santa Rosa ist perfekt. Ganz große Sache. Wie? Sie wissen schon? Ja, Mensch, unterbrechen Sie mich doch nicht fortwährend! Lassen Sie mich doch auch mal reden! Wider- tvärtige Angewohnheit! Hören Sie zu! Sie lassen alles andere stehen und liegen und geben sofort die Versandinstruktionen an die Fabriken. Die schweren Brocken bis aus die Motoren gehen ab Lager. Motoren und Instrumente in vier Wochen hinterher. Daß mir alles klappt, ver- standen?"„Jawohl, Herr Direktor", sagte Zwischendings, und zog surchrjam ab. •Der 3terr£rnälirwigsminiUer fpridil Zur selben Stunde hielt der Reichsernährungs- minister vor dem engeren Gremium seiner Kolle- gen diese Rede:„Meine Herren, wer es heute noch wagt, an der Not unseres Bauernstande- vorbeizusehen, der verkennt in unverantwortlicher Weise, daß es der Bauer ist, der den Staat trägt, urtd daß allein die aufopfernde Schollen- Verbundenheit des deutschen Bauern es vermag, unser Volk aus schwerer Notzeit und Knechtung herauszuführen. Nicht auf dem schwankenden Boden der Exportwirtschast, die jeden Augenblick von der Zollpolitik der Adnehmerstaatcn ab- hängig ist, können die Fundamente der neuen, nationalen Wirtschaft errichtet werden. Allein durch eine allmähliche Heranentwicklung zur na- tionalen Selbstgenügsamkeit, wenigstens in den Hauptprodukten der Agrarwirtjchaft werden wir diese Krise überwinden. In diesem Sinne will ich es heute mit schwerem Herzen zu verantworten suchen, daß mein Antrag aus sofortige Erhöhung der Getreidezölle noch zurückgestellt wind, unter der strikten Voraussetzung, daß in der vordring- lichsten Weise die Heraufsetzung der Einfuhrsätze für Frisch- und Gefrierfleisch beschlossen und durchgeführt werde."— Dekret urad Ausführungs- bestimmungen erschienen noch in der gleichen Woche im Reichsanzeiger. ttoch einmal Santa Mofa ißerlin Sofort annullierten sämtliche Lebensmittel- importeure bei ihren ausländischen Lieferanten die betrosfenen Positionen. Zahlungseinstellungen folgten. Personal wurde entlassen. Und als nach etwa vierzehn Tagen Don Victorino im Patio seines Hauses die milde Nachtlust genießen wollte, sieht er seinen Boyero Affonso mit einer Ver- zweislungsmiene hereinwanken. Der Viehtreiber Assonso, ein Brasilianer aus Rio Grande do Sul, war ins reichere Argentinien eingewandert, um mehr zu verdienen Und nun stand er da. auf- geregt, zitternd, schon pantomimisch die schlechte Botschaft andeutend, die er seinem Herrn über bringen mußte Er beschoor seine liebsten Hei- ligen und ließ schließlich den erstarrten Don Vic- torino zu der bitteren Erkenntnis kommen, daß der gesamte erste Austrieb, vor acht Tagen noch fröhlich, weil ahnungslos, nach Buenos Aires unterwegs, soeben wieder quietschsidel, wenn auch etwas müde, zur Hazienda zurückgekehrt sei. An- kauf verweigert Statt des Geldes bringt Affonso eine schmuddelige Ausgabe der„Prensa" mit, und so erfuhr Don Victorino auch den tieferen Grund. aus dem seine Prachtochsen vorläufig dem mensch- lichen Appetite entronnen waren. Knallooll waren wie du dir das denkst, geht das nicht!" Wer mit einemmal, wie aus einer Eingebung, schien er zu wissen, wie es ging. Blitzschnell riß er die Drahtschere aus der Tasche des Freundes, schlug sie kräftig aus den Tschako nieder, versetzte Hans einen derben Tritt vor das Schienbein und rannte davon. Umständlicher, als notwendig wor. half der Wachtmeister sich wieder auf die Beine und pfifs so spitzbübisch wie ein Schuljunge nach einem gelungenen Streich. Dann humpelte er zum Revier und meldete der Wahrhest gemäß, aus welche Weise der Hästling ihm entkommen sei. „Nana, Wolters", drohte der Leutnant vom Dienst lächelnd,„solch ein erfahrener alter Be- amter wie Sie sollte sich nicht mehr wie ein kleines Kind aus den Fahrdamm setzen lasten. Ich sag's ja immer wieder, mit den Berliner Jungs ist nicht zu spaßen." „Ztt Befehl. Herr Leutnant!" rief Wolters in strammer Haltung und ging wieder hinaus in die Nacht. die Kühlhäuser in Buenos Aires und sämtliche Ladungen von Gesriersleisch nach Hainburg in- hibiert Im Hauptortikel kritisierte die„Prensa" mit scharfen Worten, was nach Ihrer Meinung zu einer neuen Isolierung Deutschlands führen würde, und nannte die Zollerhöhung einen Schlag gegen die traditionelle Freundschaft zwischen Ar- gentinien und Deutschland. Die Worte„minpia ieroz", also etwa brutale Kurznchtigkeit, standen in diesem Zusammenhang.— Was nun mit der bestellten Kühlanlage? Ja, wenn man mit leben- den Ochsen bezahlen könnte! Kurz und gut, die erste Lieferung der Berliner Exporteure kam prompt mit dem schönen Hopagschiff„General Osario" an und blieb unverzollt im Hasen von Buenos Aires liegen. Don Victorino verweigerte die Annohme. Kein argentinisches Gericht hätte ihn verurteilt. Eine Klage war daher im vor- hinein zwecklos Schließlich mußte die Sendung zurückbeordert verde». Oos große Geschäft wurde somit für die Ber- liner zu einem harten Schlag ins Kontor. Und er brach natürlich zuerst dem armen Tropf das Genick. Die Beranlastung der Retoure aus Ar- gentinien war feine letzte geschäftliche Obliegen- heil. Seine Kündigung wurde im Auto des Seniorchefs beschlossen, auf der Fahrt zum Amts- gerlcht Berlin-Mitte, wo der Prozeß der Liefer- werke gegen die Exportsirma wegen Bezahlung der Kühlanlage schwebte.„Ja", sagte der jüngere der beiden Herren,„ich sehe sehr schwarz in der Sache Uebrigens werde ich gleich morgen mit dem Personalabbau anfangen. Zuerst muß Zwischendings dran glauben Die paar Versand- fachen, die jetzt noch vorkommen, kann der kleine Pips bequem mitmachen."—„Ich überlaste dos dir", erwiderte der alte Herr,„jedenfalls den kleinen Pips bitte ich zu halten. Er ist mir durch meinen alten Freund Klumpen warm empfohlen. Der Vater ist ein großes Tier bei der Disconto Maatschappy in Rotterdam."—„Ich weiß, ich weiß", meinte der jüngere,„der Zwischendings. das harmlose Schaf tut mir eigentlich leid. Der Jüngste ist er auch nicht mehr. Na, schließlich seine Sache. Wir sind ja kein Wohltätigkeits- institut." Der alte Herr sog nachdenklich an seiner Zigarre.„Hoffentlich macht er dir keine Schmie- rigkeiten mit dem Arbeitsgericht. Pips ist jünger und noch nicht so lange bei uns. Dazu ist der Zwischendings dummerweise noch verheiratet." „.Herr Hirifehendings sunt Chef!" Am nächsten Tage hieß es wieder: Zwischen- dings zum Chef! Voll Dienstbcflistenheit und ahnungslos wie Don Victorinos Ochsen beim Gang zum Schlachthaus begab sich der Arme in den direktorialen Glaskasten. Treffsicher wurde dort die Bedauernsheuchelei der Kündigungs- Phraseologie gegen sein unvorbereitetes Herz ge- stoßen.„Mein lieber Herr Zwischendings, es tut mir sehr leid. Auch uns trifft ja die Krise schwer. Die Sache mit Santa Rosa kennen Sie ja Be- danken Sie sich beim Herrn Ernährungsminister. Wir verlieren Sie ungern, sehr ungern. Wir haben lange gezögert. Aber die Verhältnisse zwingen uns. Natürlich bekommen Sie ein gutes Zeugnis." Aus dem Heimwege hatte Tropf Zwischendings Schwindelgefühl und Brechreiz Existenzangst!— Die kollegialen Tröstungsplumpheiten und die llebergabe des Postens an den jungen Nachfolger waren überstanden. Doch jetzt kam das Schwerste. Es seiner jungen Frau sagen. Aber er brauchte nicht viel zu reden. Schon als sie Tropf sah, wußte sie, daß etwas Schlimmes geschehen war. Bleich und mit Tränen stand das junge, zarte Weib da. Ihr Mann war wieder arbeitslos. Die entsetzliche Seuche dieses Jahrzehnts ergriff sie aufs neue. Der nach zehn Jahren des War- tens mühselig aufgerichtete bescheidene Haushalt brach zusainmen Armer Tropf, liebe kleine Tröpfin, wann end- lich werdet ihr aushören, Objekte der Wirtschast zu sei»?__________________.... IVn Her ffioflen husch: Kropf SjWiSchettdhtgs, Objekt derWirifckaft Schlächterei im Sportpalast Ein abschreckender Boxabend Der Beruf eines Boxers ist gewiß sehr ehren- wert, ob er aber auch so etwas wie eine Aesthetik hat, ist schon oft bezweifelt worden. Das, was man gestern unter dem Signum einer Aus- scheidung für die Deutsche Schwer- gewichtsmet st erschuft im Sportpalast zu sehen bekam, war eine häßliche, ekelhaste Ange- legenhest, hervorgerufen durch stark blutende Ver- letzungen beider Boxer. N e u s e l und S ch ö n r a t h, die beide zu den besten deutschen Schwergewichten zählen, bear- beiteten sich sieben Runden mit solcher Berbissen- Heit, daß Schönrath schließlich mit gespaltenem Augenlid vom Arzt aus dem Ring geschickt werden mußte, und Neusel, der unter ungeheurem Kroch zum Sieger erklärt wurde, die Charit« ebenfalls wegen Augenoerletzungen aufsuchen mußte. Es gibt genug Leute, die das Boxen ablehnen: sie sehen es immer als Schlägerei an. Das braucht es nicht zu sein, wenn es von Amateuren als Leibesübung betrieben wird. Besagte Leute werden aber in ihrer generellen Ablehnung be- stärkt, wenn sie so blutbeschmierte Boxer sehen, wie gestern im Sportpalast. Und mit Recht. Daß der ganze deutsche Berufsboxsport eine Pleite ist. beweist der Umstand, daß wir außer Schmeling eigentlich keinen wirklich überragenden Boxer haben. Daß die Manager— wie gestern die von Neusel, die sich leuchtend seidene Trikots mit dem Namen ihres„Schützlings", an dem sie ihr Geld Der Sportsonntag Schauturnen bei Volkssport weihensce. Am Sonntag um 15 Uhr findet in der Turnhalle Weißensee, Parkstr. 81, ein Schauturnen der Turn- sparte der Weißenseer Arbeitersportler statt. Zum erstenmal treten somit die Turner nach dem Zu- sammenschluß der örtlichen Arbeitersportoereinc an die Oesfentlichkeit. Der Verein zeigt einen Aus- schnitt aus seinem Uebungsbetrieb in allen seinen Arten. Der erste Teil der Veranstaltung lautet: Unser Ringen nach Gesundheit und Lebensfreude, Turne dich gesund und stark! Diese Programm- halste bringt Geräteturnen, Vallübungen, Gymna- stik, neuzeitliches Bodenturnen u. a. Im zweiten TeU„Spiel und Spaß" lustig« Spiele und Staffeln sowie Hindernisturnen. Der Eintritt ist frei. Bei verdienen, überzogen und den Boxer selbst in einem maskenkostümähnlichen Mantel in den Ring steigen lassen—, daß diese Manager aus dem harten, blutigen Beruf eine nahrhafte Angelegen- heit machen, erhebt diesen Beruf nicht über unsere Kritik. In den Einleitungskämpfen konnte der Zwickauer Bantamgewichtler Lift seine Er- folgserie fortsetzen. Sein Gegner. Schindler-Köln, war schon ein geschlagener Mann, als ihm in der dritten Runde eine Handverletzung zur Aufgabe zwang Im nachfolgenden Treffen lieferte der Hannoveraner W S e i s l e r erneut den Beweis, daß er zu unseren besten Leichtgewichtlern gehört. Er landete klarer und wirkungsvoller als der Kölner Jakob Domgörgen und erhielt nach Ab- lauf der sechs Runden auch den verdienten Punkt- sieg zugesprochen. Wie schon kürzlich gegen den deutschen Meister Harry Stein, gab der Belgier van Meusel auch gegen den Berliner Rieth- d o r s eine ausgezeichnete Vorstellung. Obwohl Riethdorf fast durchweg leichte Vorteile hatte, verstand es van Meusel durchweg, den Kampf offen zu halten, so daß der Punktsieg von Rieth- darf nicht einmal allzuhoch ausfiel. Den Beschluß des Abends machten der Kölner Schwergewichller Vinzenz H o w e r und der rumänische Doppel- meister S p a k o w. Hower hatte nicht unbeträcht-. liche physische Vorteile und gewann über die acht Runden nach Punkten. In der vierten Runde mußte der Kölner übrigens seine beschädigten Handschuhe gegen neue auswechseln. dieser Gelegenheit möchten wir nochmals darauf hinweisen, daß die Turnsparte des„Volkssports" für erwerbslose außenstehende Genossinnen einen Gymnastikabend unterhält, der an jedem Freitag um 20 Uhr in der obengenannten Halle stattfindet. Arbeilerschach. Die Freie Arbeiterschachvereini- gung Groß-Berlin setzt ihren Kampf um die dies- jährige Abteilungsmeisterschaft in der L-Klasse am Sonntag von 9H bis 13� Uhr fort. Folgende Begegnungen zeigen, daß sehr spannende Kämpfe zu erwarten sind: Westend spielt gegen Moabit bei Iamin, öophie-Char- iotte-Straße 88: Westen gegen Friebrichsselbe bei Wandtke, Schiineberg, Babnstr. A: Zkorden II gegen Friedrjchobain II bei Weiß, Bornholmer Str. 1; Prenzlauer Berg II gegen Wcdding II bei Pohst, ötargaroer Str. Ii»; Treptow II gegen Humboldthain II bei Dohling, Elsenstr. 100: Lichten- derg-garlshorst gegen Norden I im Lokal Dirschauer Straße 1. Den stand der bisherigen Spiele zeigt nachstehende Tabelle: 1. Norden I 22 Punlte: 2. Moabit 21; g. Westend 20 l2 Hängepartien): 1. Wedding- Sieden ll 20; ä. Treptow u 15Zb: 0. Humboldtbain II 11: 7. und 8. Westen und Fricdrichshai» Ii je 11: 0. Friedrichs- fclde 10).,(10 Hängepartien): 10. Prenzlauer Berg II 9; 11. Lichtenberg-Karlshorst II 8(10$.); 12. Norden II ölu (2 H). Außerdem wird mitgeteilt, daß die Abteilung Moabit ihren Spielabend am Dienstag, 13. De- zember, regelmäßig bei Schmidt, Wiclefstr. 1b, ab- hält. Gäste überall gern gesehen. Wien in erster vesehung im Sportpalast. Mit einem Aufgebot von 17 Teilnehmern erscheinen die Wiener am Wochenende im Sportpalast, um die Eishockeyspiele gegen den Berliner Schlittschuh- Club zu bestreiten, und den Berlinern einige ihrer besten Kunstläufer und-läuferinnen vorzuführen. Die Eishockeymannschaft des WAE. wird in stärk- ster Besegung antreten. Der Berliner Schlittschuh- Club wird sich anstrengen müssen, wenn er die in Wien erlittene Niederlage wettmachen will. Das Kunstlausprogramm verheißt an beiden Tagen er- lesen« Genüsse. Neben den österreichischen Meistern Hilde Holowsky und Frl. Gaillard-Petter kommen noch andere Läufer von Rang wie Frl. Landbeck und Erich Scholdan, die ebenfalls über gediegenes Können verfügen. Beginn an beiden Abenden um 20� Uhr. Rennsport. Die deutsche Galopprennsaison ist endgültig beendet, so daß nunmehr die Traber für die nächsten Monate allein das Feld beHerr- schen. Am„silbernen Sonntag" bietet die Bahn in Berlin-Mariendorf den üblichen Durchschnitts- spart mit durchweg stark besetzten Feldern. Ein mysteriöser Meister Nicht gespielt und doch gewonnen Es geschehen schon Wunder in der bürgerlichen Sportbewegung. Ist da ein Fußballverein, der während der ganzen Serie zwar kein Spiel aus- getragen hat, aber trotzdem Meister geworden ist. Wie ist so etwas möglich, muß man sich da fragen. Das ist ganz einfach: Der Fußballklub Helgoland kam in der letzten Serie aus der sogenannten Kreisliga in die Gauklasse. Er wurd« dort in eine Abteilung ein- geteilt, in der er nur gegen auswärtige Mann- schaften spielen sollte. Dagegen legten die Helga- länder Einspruch ein mit dem Erfolg, daß sie in eine ander« Gruppe«ingereiht wurden. Diel« neue Gruppe lehnte es nun ihrerseits ob, gegen Helgoland zu spielen. In allen 16 Spielen traten die Gegner nicht an. So hat nun Helgaland in 16 Spielen 32 Punkte errungen, kein Tor selbst geschossen, aber auch nicht ein Tor hereinbe- kommen. Der Stand des„neuen Meisters" ist also: 16 Spiel«, 32 Punkte und 0:6 Toren. Wie denkt sich aber der Vorstand d«s Ver- bandes Brandenburgischer Ballspielvereine die Regelung dieser Angelegenheit? Die einzelnen Meister müssen jetzt festgestellt sein. In der Ab- teilung Helgolands ist noch kein Spiel ausg«- tragen, aber der Meister steht fest! Gekürzter Lohn auch bei den Rennpferden Viel einschneidender noch als bei den Flach- rennen gestaltete sich der allgemeine Preisabbau im Hindernissport. Davon legt die Lifte der erfolgreichen Hindernispferde deutlich Zeugnis ab. Kein einziges Hindernispferd konnte in diesem Jahre eine Gewinnsumme von 20606 Mark an- nähernd erreichen. Die 10000 Mark überschritten haben gerade neun Pferde, von denen der sünf- jährige Tell mit 16 240 Mark an der Spitze steht. Dazu sind einige Bergleiche notwendig. Im Jahre 1313 konnten bei uns 34 Pferde über 20 000 Mark gewinnen, das erfolgreichste brachte eine Gewinnsumme von weit über 60 000 Mark zusammen. Weitere 87 Pferde verdienten zwischen 10 000 und 20 000 Mark. Im Vorjahre waren es wenigstens noch 14 Pferde, die über 10 000 Mark gewinnen konnten, davon brachten zwei mehr als 20 000, eines immerhin über 30 000 Mark ihren Besitzern ein. Bei den Ringkämpfen im Zirkus Busch«rwies sich gestern Badurski dem Weltmeister Grümeisen als ebenbürtig. Der Kampf verlief recht Wechsel- voll und endet« erstmalig nach drei Gängen mit einem Unentschieden. Der Rheinländer Krause konnte den Tschechen Fischer bereits nach neun Minuten auf die Schultern zwingen. Der talent- volle Nachwuchsringer Mofig warf den starken Letten Paßmann in der 12. Minute auf die Schul- tern, Krummin siegte über den Bulgaren Iwonoff schon nach der 3. Minute. Der Eittscheidungs- kämpf zwischen dem Berliner Pietro Scholz und Ferstanoff brachte das volle Haus in die rechte Stimmung: der Berliner mußte sich nach 46 Mi- nuten Ringzeit dem stärkeren Ferstanoff beugen. Heute und morgen wiro der Wettstreit im Zirkus Busch mit guten Paarungen sortgesetzt. „Solidarität" Radfahrer. Touren Sonntag, 11. Dezem- der. Abt. Rreuzberg: Fahrt über Moorlal», Potsdam, Drewitz. Start 10 Uhr Dieffenbachfir. 36a.— Abt. Mitte: Hohenncucndorf(Waldschönlc). Start 13 Uhr Mariannen- platz.— Abt. Wedding: Fahrt ins Plaue. Start 10 Uhr Nettelbeckplatz(Tankstelle).— Abt. Prenzlauer Berg: Ziel am Start. Start 0 Uhr Oderberger Str. 31.— Abt. Neu- lölln: Ziel am Start. Start 13 Uhr Hohenzollernplatz.— Montag, 12 Dezember, 20 Uhr, Iugendversammlung der Ortsgruppe im Jugendheim Wasfertorstr. 4.— Fahrwarte- Ützung für Dezember fällt aus.— Heimabende der Jugend: Abt. Friebrichshain: 13. Dezember, 20 Uhr, Jugendheim ckbcrtnftr. 12.— Abt. Neukölln: 14. Dezember, 10(4 Uhr. Ping-Pong-Uebungsabend, Flughafenftr. 68.— Touren- Meldungen sind zu senden an A. Eaedke, Berlin-Britz, Fritz-Reuter-Allee'fi ll. Der Bücherkreis erklärt in schwerer Zeit: Während in einer Periode gewaltigster Umwälzungen die ausgebeuteten Massen der Welt auf ein neues, großes Ziel zusteuern, müssen sie sich für diesen Weg die notwendigen Werkzeuge schaffen. Das sind ihre Organisationen. Ununterbrochen müssen sie sich schulen für ihre Kämpfe. Diese Schulung aber wird erschwert durch die bestehende Erziehungs- und Bildungsorganisation der bürgerlichen Gesellschaft. Didse will verhindern, daß die ausgebeutete Klasse amp�räftiger wird und die alten Gewalten stürzt. Daher sucht sie die Strebenden abzulenken, zu entmutigen oder ihnen die bürgerl'che Welt schmackhaft zu machen, Ihr entgegenzuwirken, wurde der Bücherkreis als kulturpolitisches Werkzeug geschaffen. Bei oller Hochachtung vor den Leistungen großer Ver- gangenheb stand für ins im Vordergrund: Raum de.' Gegerwarti Denn wh wollen nicht spekulieren, wir wollen helfen, di« Welt von den Grundlagen aus zu verändern. Es gilt: Bewußtsein wecken, Bewußtsein klären, geklärtes Bewußtsein in Taten wandeln. Aktive menschlich-; Kräfte lösen, wo immer sie in der kämpfenden K'asst auftauchen. Ein Anfang ist gemacht. Es kamen zum Wort über die Gegenwart: Deutschland: Romane Inno Schönlank■ Agnes. Frauonreman. Nächste Vergangenheit, auf der die Gegenwart weilerkämpft. Erich Heirmanni Vorher- Hernach. Krieg und Zusammenbnch. Karl Sdiröden Jan Beek. Revolution 1918/19. Felix Scherret■ Der Dollar steigt. Die Inflation 1923. Adam Scharren Aus der Art geschlagen. Das prelelarisdie Schidual einet Schlottert. Robert Budzinskh Kehrum. Kopllalitmut und Jugend der Nachkriegszeit. Franz Jung, Hautlerer. Nadikriegikapitalitmus alt Gesellschaft gieriger Händler. Jos. M. Frank, Das Leben der Marie Szameltat. Die Not dei Frau in de' Gegenwort. Karl Schröder, Familie Markart. Die Kleinbürgerfamilie um 1928 Zwei Bände. Werner Illing, Utepolls. Kampf um Innere Probleme des Sozialismus. Oskar Wöhrle, Baldamus. Oer revoltierende Mensdt. Oskar Wöhrle, Jan Hu«— Der letzte Tag. Spiegelung der Gegen- wart in der Vergangenheit. O. B, Wendlen Laubenkolonie ErdenglUcfc. Laubenkolonisten von heute. Albert Klaus, DI« Hungernden. Arbeitslosigkeit um 1930/31. Josef Lenhardt Mensch unterm Hammer. Schidcsals-Hammerschläge auf den Menschen der Gegenwart. Alle Autoren sind lebende Sozialisten.— Wir versuchten weiter aufzubauen unter Berücksichtigung der wichtigen Fragen gesellschaftlichen Lebenst Allgsmelnprobleme Heinrich Cunew, fechnlk und Wirtschaft das europaischen Urmenschen. Alb. Sigrist, Das Buch vem Bauen. Oer erste grofte Vertudi sozialistischer Architekturbetrachtung. Fritz Wlldung, Arbeitersport. Das erste große Werk dieser Art, Helmut Widceli L-O. Deutschland. Der große Farbentrust. Die heimliche Regierung im Nachkriegsdeutschland. Das Lustige Buch. Sammlung von Humoresken und Grotesken. Alle Verfasser sind lebende Sozialisten.— Systematisch wurden aufzubauen versucht, Memoiren Hermann Müller; Die Navembarravolutlan. Eva Broido, Wetterlauchten der Revolution. Boris Nikola jewsky■ Asew. Geschichte sozialistischer Abwehrversuche in Rußland. Das Vter-Münner-Buch. Jugendnovellen von Sarthel, Jung, Schorrer, Wöhrle. Alle Verfasser sind Sozialisten, Systematisch wollen wir die internationale Welt aufbauen durch Reisewerk« Erich Gritan Mit Kamera und Schreibmaschine durch Buropa Otto Mänchon-Helftm Tuwa. Ein Asienbuch. Otto Mänchon-Helfen: Drittol dar Montchhoft. Ein Ostasienbuch. China und Japan der Gegenwart. Die Verfasser sind lebende Sozialisten. Die Reihen werden fortgesetzt. Auch dos Ausland kommt gebührend zu Worte, England: Paul Banks, Das geduldige Alblen. Gegenwartskämpf« der Arbeiterklasse. L S. Woelft Bin Dort Im Dfungel. England in Indien. Rußlandt Anno Karawalewat Das Sägawerk. Oos Dorf Im NachknegsrufMand. Dm. Tschetwerikovi Ingenieur Karinski. Ehsfragsn in Sowietrufiiand Frankreich: Pierre Hamp: Flachs. Nachkriegszeit In Flandern, Belgien: Camille lemonnien Der eiserne Moloch. C* L tln Streiter für unterdrückte Menschheit I Holland: A. M. de Jong, Mereyntje Geysens Kindheit. Religiöse und Etc. Ziehungsfragen der Gegenwart. Vier je in sidi abgesdiloss. Einzelb- Dänemark: Jeppe Aakjär; Gärende Kräfte, landarbeiterkämpfe in derGegenwart. Spanien: R. J. Sender: Imän. Marokkokämpfe nach dem Weltkrieg. Alle Verfasser sind Sozialisten. In unserer Quartalszeltschrlft sind zahlreiche junge Kräfte zu Wort gekommen; viele zum erstenmal. Wir haben ihr ein eigenes, aktives Gesicht zu geben versucht. Wir bedauern, daß diese Zeitschrift in der Not der Zeit verändert werden muß. Trotzdem hoffen wir, immer noch eindeutig ihre Züge bewahren zu können. Der BUcherkreis, Berlin SW61, Belle-AIIiance-Platz 7 Oer Bücherkreis benötigt aktive Unterstützung! Genossen und Genossinnen, werdet Mitglied! Vierteljährlich ein vorzüglich ausgestattetes Buch für nur 2,70 RM. Prospekte und Anmeldung zur Mitgliedschaft bei der Zahlstelle: Der Bücherkreis G.m.b.H. BERLIN SW 61, BELLE-ALLIANCE- PLATZ 7 Sonntag, den 11., und Sonntag, den 18. Dezember, ist unser Büro von 15 bis 19 Uhr geöffnet.