Morgen- Ausgabe Nr. 585 A287 49. Jahrg. Weboftion und Verlags Berlin SW K8. Cinbenftt. 3 gcrmp-fcher Ol?<2mr Dönho� 2V2 blS 29? Telegrammadresie, Eozuildemotral Berlu» ÜERLIUER VOLKSBLATT DIENSTAG 13. Dezember 1932 In Groß- Berlin 1 9 Pf. Auswärts....... 15 Pf. cßcju 8beMn habe eine tat- sächliche, wenn auch nicht eine juristische Verbindung zwischen Reparationen und Schulden hergestellt. Wenn Frankreich den in diesem Plan vorgesehenen Betrag von ZOG Millionen Pfund jährlich erhalten hätte, wäre es be- friedigt gewesen und hätte die amerikanischen Schulden regelmäßig gezahlt. Aber dieser ganze Mechanismus sei durch das Hoover-Mora- t o r i u m vom vorigen Jahre z e r st ö r t worden. «Großer Beifall der Kammer mit Ausnahme der Sozialisten und Kommunisten.) Auch das Hoover-Moratorium habe klar das Prinzip der Verbindung zwischen Repa- rationen und Schulden anerkannt, ebenso die von Laval und Hoover im Oktober 1931 ausgearbeitete Vereinbarung, die vor einer Revision der Schuldenabkommen eine Einigung der euro- päischen Staaten über ihre gegenseitigen Schulden und Schuldforderungen verlangt habe. Diese Einigung sei in Lausanne zustandegekommen. Frankreich habe damals geglaubt, daß Europa jetzt seine Pflicht getan habe und daß es mit Ruhe die Entscheidung Amerikas über die Schulden abwarten könne. Aber das einzige Land, das aus dem Lausanner Abkommen Nutzen gezogen habe, sei Deutschland ge- wesen. Außerdem habe Lausanne die privaten Schuldforderungen der Amerikaner aus 100 Proz. aufgewertet. Im zweiten Teil seiner Rede ging Herriot auf die letzten Verhandlungen über die am 15. Dezember fällige Zahlung ein. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß Frank» reich nicht bloß mit Amerika, son- dern auch mit England zu tun habe, dem seine Schulden gleichfalls zurückerstattet werden müßten, wenn Amerika auf der weiteren Ausführung der Schuldenabkomme» bestehe. Eng- land habe sich bei diesen Verhandlungen, so er- klärte Herriot, gegenüber Frankreich und der französischen Nation mit einer bewundern»- würdigen Loyalität und Geradheit sowie einem vollen Vertrauen gezeigt. Im dritten Teil seiner Rede beschäftigte sich Herriot schließlich mit den Lösungen, die für die Schuldenzahlung am 15. Dezember möglich sind. Er erklärte sofort, daß zur Zeit keine einzige Lösung zu finden sei. die frei von jeder Kritik wäre. , Die Regierung habe sich daher bemüht, die Lösung zu finden, die jetzt die wenigsten Nachteile habe. Alle Mittellösungen, wie Deponie- rung des Betrages bei der BIZ. usw. habe die Regierung ein st immig abgelehnt. Denn sie hätten alle Nachteil« der Zahlung, ohne deren Vorteile zu haben. Ueber die Lösung mit Hilfe des Schiedsgerichts habe die Regierung lange nachgedacht. Aber ein Schiedsgerichts- verfahren setze ein Kompromiß vor- aus. Außerdem müßte es von dem amsri- konischen und französischen Parlament genehmigt werden. Dieses Verfahren sei als» auch nicht möglich gewesen. Die Zahlung ohne Bedingungen oder Vorbehalte lehne die Regierung ab, weil sie nicht darauf verzichten wolle, die Interessen Frankreichs zu verteidigen. Die Zahlungsoer- Weigerung kockme auch nicht in Frage. Er, Herriot, oerstehe zwar sehr gut die Reaktion der Kammer und des Publikums auf die Bereitwillig- keit zur Zahlung, denn Frankreich habe während dos Krieges Leiden ertragen, die kein anderes Land gekannt habe. Aber die Leidenschaft habe bei dem vorliegenden Problem nicht mit- zusprecheni nur die Interessen Frankreichs seien maßgebend. Durch eine endgültige Berweige- rung der Schuldenzahlungen würde das furchtbare Mißverständnis, das zwischen dem amerikanischen und dem französischen Volk besteht, und das durch eine zynische Presse in Amerika(gemeint die H e a r st- Presse) geschürt wird, noch vergrößert werden. Außerdem habe Senator Berenger in einer Erklärung vor dem Auswärtigen Ausschuß des Senats darauf hingewiesen, daß es sich bei den amerikanischen Schulden nicht nur um Zahlungsüberweisungen von Schatzamt zu Schatzamt handele, sondern daß die Schulden in kleinen Koupons zu je 100 Dollars unter 61 Millionen Amerikaner ver- teilt seien. Die Interessen der kleinen Leute in Amerika würden also durch die Zahlungsver- Weigerung stark geschädigt werden. Als die Rechte diese Ausführungen Herriots mit Lärm unterbricht, erklärte der Minister- Präsident, zur Rechten gewandt, er bitte um Auf- merksamkeit in einem Augenblick, in dem er die von ihr im Jahre 1929 gegebene U n t e r s ch r i s t unter der Ratifizierung des Abkommens ver- leidige.«Großer Beifall links). Ferner, so fuhr Herriot fort, würde die Zahlungsoerweigerung die Politik gegenseitiger Verträge. die Frankreich mit England befolgt habe, aufs schärfste kompromittieren. Aus allen diesen Er- wägungen heraus sei die Regierung zu dem Schluß gekommen, daß Frankreich die am 15. Dezember fälligen Summen mit vorbehalten zahlen müsse. Die Ratifizierung des Schuldenabkommens fei durch ein Gesetz verkündet worden, das die Unter- schrift des Präsidenten der Republik trage. Diese Unterschrift müsse Frankreich achten, wie e» bisher stets für die Achtung aller Verträge ein- getreten sei. Selb st Deutschland habe die Verträge respektiert. Nur einmal sei eine Verfehlung Deutschlands o f s i z i e 1 l festgestellt worden, und diese habe zur Ruhr- Sozialistische Klärung Die Berliner Bürositzung der Internationale Das Bureau der Sozialistischen Arbeiter-Internationale beschäftigte sich im Anschluß an die Sonntag-Diskusston über die internationale Lage am Montag besonders mit der Situation im Fernen Osten. In diesem Zusammenhang wurde auch über die Mißverständ- nisse, die die Reise des Japaners B u n j i Suzuki in der Presse hervorgerufen habe, folgende Feststellung gemacht: Das Bureau der SAJ hat von dem Bericht des Sekretariats und mehrerer Parteien Kenntnis genommen über die Reise von Bunji Suzuki, die das Ziel der Propagierung der impe- rialistischen Politik der japanischen Regierung unzweideutig verfolgt Das Bureau der SAJ erklärt, daß es nicht festzustellen in der Lage ist, ob Bunji Suzuki befugt ist, im Namen der neu gegründeten„Sozia- listischen Massenpartei" auszutreten Diese neu gegründet« Partei ist nicht Mitglied der Soziali st ischen Arbeiter-Jnter- nationale, ebenso wenig w'e die nun nicht mehr bestehende„Sozialdemokratische Partei Japans" es war. Auch hat keine dieser Parteien jemals um die Aufnahme>n die Sozialistische Arbeiter-Internationale angesucht. Das Bureau der SAJ. ist bei der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung in Japan unter d�m Kriegszustand gegenwärtig noch nicht in der Lage festzustellen, welche Stellung die neu gegründete'„Sozialistische Massenpartei" in den Fragen der auswärtigen Politik tatsächlich einnimmt, es erklärt aber daß es die Versuche der Beschönigung der imperialistischen Eroberungspolitik Japans, die Suzuki bei seinen Unterredungen in Europa versucht, aus das schärfste verurteilt. Das Bureau erinnert an die Resolution der Exekutive der SAJ. vom 20. Mai 1932, in der die Stellung der Sozialistischen Arbeüer-International« gegen den Krieg im Fernen Osten und gegen die imperialistische Eroberungspolitik Japans festge- stellt ist. Im Laufe der Verhandlungen über die i n t e r- nationale Lage nahm das Bureau auch zu den tragischen Ereignissen in G e n f durch folgende Entschließung Stellung: Das Bureau der SAJ. nimmt Kenntnis von den Genfer Ereignissen vom 9 November 1932, spricht seinen Abscheu und seine Entrüstung über die brutale Schießerei schweizerischer Millz- truppen aus demonstrierende Arbeitermassen aus, Der roie Hahn der Nazis biliarer in Thüringen brennt Scheunen von Landbundanhängern nieder Eigener Bericht des„Vormärts" Weimar, 12. Dezember. Eine Schwurgerichtsverhandlung fand heute im Kasthof in U d e st e d t, einer 900 Einwohner zäh- lenden Gemeinde im Kreise Weimar unter sehr starkem Andrang der Landbevölkerung statt. An- geklagt waren der 49 Jahre alte Gast- und Landwirt S t e i n m a n n und der 32 Jahre alte Landwirt Erbs wegen Brandstiftung. Beide Angeklagte sind in Udestedt wohnhaft und noch nicht vorbestraft. Steinmann war zur Zelt der Tal SA.-Irupp- führer und Erbs SA.-Scharführer. Slelnmann war der Gründer der SA. in Udestedt. Er wurde später aus der SA. ausgeschlossen, well er Uniformgelder einkassiert, dieselben aber nicht abgeliefert, sondern für sich verwendet hat. Dem SA.-Scharführer Erbs wird nach der Anklagsschrift zur Last gelegt, im Oktober 1931 einen Strohschober angezündet zu haben, der wegbrannte. Ferner soll er den Versuch gemacht haben, einen zweiten Strohschober wegzubrennen. Im November 1931 soll er eine Scheune angebrannt haben. Bei diesem Brand ist nicht nur die Scheune, son- dern auch ein Stallgebäude und das Dach eines Wohnhause- mit weg- gebrannt. Durch den Brand ist ein Schaden von besetzung geführt, die vernichtende Folgen für Deutschland hatte. Frankreich müsse die Gesetze der politischen Moral verteidigen. Es müsse mit Vorbehalten zahlen, die die Interessen Frank- reichs schützen. Wenn Frankreich nicht zahle, wisse er nicht, wie die Verhandlungen fortgesetzt werden sollen. Es fei die Ehre eines Regierungschefs, unter allen Umständen die Unterschrift Frankreichs zu verteidigen. Nur die leidenschaftliche Sorge um das gemein- same Vaterland habe die Regierung zu dem Zahlungsbeschluh veranlaßt.«Schwacher Beifall links und in der Mitte.) Auf Antrag Herriots, der vom Vorsitzenden der Finanzkommission unterstützt wurde, vertagte sich die Kammer auf Dienstagnachmittag. founpkbeschluL der Sozialisten Paris, 12. Dezember. Die sozialistische Fraktion hat unter Vorsitz von Vincent-Auriol einstimmig eine Ent- schließung angenommen, in der erklärt wird, daß nach Ablehnung der englischen Vorbehalte durch Amerika die in der Entschließung des Finanz- und des Auswärtigen Ausschusses vorgesehenen Umstände nicht mehr existieren, und daß die Fraktion daher die Regierung auffordern werde, zu erklären. daß der Zoung-ploa, das hoooer-Mora'orium und die fpätereu Abkommen sowie die ständige Jalervenlion Amerikas ia den Beziehungen der europäifcheu Gläubiger und Schuldner die ve- dingungen abgeändert haben, un'er denen das Schutdeuabkommen abgeschlossen und rati- sizlerl wurde. Unter diesen Bedingungen fordert die Fraktion die Regierung auf, im Einoernehmen mit England die sofortige Einbe- r u f u n g einer allgemeinen Konferenz zu be- antragen, die allen internationalen Geldüber- Weisungen ohne Gegenleistung in Waren oder Arbeit ein End« macht und die am IS. fällig« Zahlung nicht zu leisten. Göring drängt zum Amt Ergebnisloser Besuch beiHindenburg Der Reichspräfideut empfing am Montag in Gegenwart des Reichskanzlers den Nazi- Präsidenten des Reichstags Göring und den Razipräsidenteo des Preußischen Landtags S e r r 1. Die Besprechungen galten dem P r e u h e n k o u s I i k t. Ja letzter Zeit drängen die Nationalsozialisten immer stärker zur Neuwahl der preußischen Regierung. Göring soll und will Ministerpräsident werden. Aber er will und darf nach den Be- schlüsfen der Naziparteileituug nicht uoter den Voraussetzungen, die vom Reich an die Aushebung des Preuhentommissarials geknüpft werden. Die Re'.chsreglerung will das Kommissariat nur auf- heben, wenn der neue preußische Ministerpräsident al? Vizekanzler ia das Reichskabiaet« eintritt. Aus diese Weise soll die Toleriexung der Schleicher-Regierung durch die National- fozialisten erzwungen werden. Segen diesen Zwang wenden sich die Nationalsozialisten. Ihn zu beseitigen, war der Zweck der Unterredung mit hindenburg. Allerdings ist diese Besprechung negativ verlausen. Shina- Rußland Diplomatische Beziehungen wieder aufgenommen Genf, 12. Dezember. Der russische Außenminister Lit» winow und der chinesische Vertreter Pen Haben am Montag durch Notenaustausch die sofortige Wiederausnahme der diplo» erblickten in der Verhinderu.tz der Teilnohme eines demokratisch gewählten Abgeordneten an den Ver» Handlungen des Parlaments durch den schweize» tischen Nationalrat selbst einen Akt politischer Rache und übermittelt den Opfern der blind- wütenden Reaktion der Genfer und der Schweizer Bourgeoisie den Ausdruck herzlichster Sympathie. Die weiteren Beratungen des Bureaus galten der Organisation einer Internationalen Soziali st ischen Konferenz, die im Prinzip von allen angeschlosienen Parteien bereits gutgeheißen worden ist. Diese kousereuz, die die Ausgabe haben wird, die prinzipielle geistige Orientieruna ober die großen Probleme, vor denen die Arbeiterklasse heute sieh«, zu fördern. wird von einer Sitzung der Exekutive der SAJ in der zweiten Hülste Februar in den Einzelheiten endgültig vorbereitet werden. Die Exekutive wird sich über Tagesordnung. Zest und Ort der Kon- serenz schlüssig zu werden haben. Das Bureau hat in dieser Richtung vorläufige Empfehlungen an die Exekutive formuliert. 15 000 Mark entstanden. Am 26. Januar 1932 soll Erbs wieder eine S-cheune weg- gebrannt haben und am 1. März 1932 den Der- such gemacht haben, eine weitere Scheune wegzubrennen. Dem SA.-Truppführer wird vorgeworsen. daß er der Austister zu den Bränden gewesen sei. Er soll auch nach der Aussage des SA.- Scharführers Erbs auf Grund feiner Auto- riiät als Vorgesetzter ihn dazu bestimmt haben. die Brände anzulegen - Ferner wird Steinmann vorgeworfen, seine Theaterbühne, aus d�e er vorder e'n hochversichertes Orchestrion gebracht hatte, selbst angezündet zu haben. S t e i n m a n n wnd nu-- von Erbs be- lastet und daher mangels ausreichender Beweise freigesprochen Erb- ist geständig und erhält wegen drei vollendeter und einer oersuchten Brandstiftung drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust Tie Unterjuchungs- Haft wird chm angerechnet. Die Ursache zu diesen Taten waren, wie aus der Verhandlung hervorging, die politischen Spannungen zwllchen Nationalsozialisten und Landbundanhängern, die besonders in Thüringen sehr stark in Erscheinung getreten sind und noch heute fortbestehen. matischen und konsularischen Be- Ziehungen, die 1929 durch die chinesische Zentralregierung abgebrochen worden waren, in Kraft gesgt Dem Abschluß dieses Vertrages im Augenblick des B-gtnn» der Verständigungsaktion des Völkerbundes zwischen China und Javan wird eine sehre große Bedeutung beigelegt. Litwinow bringt den Sowjetstaat bei dieser Gelegenheit in einem Kommunique gegenüber Amerika in emp- fehlende Erinnerung. Nur wenn alle Staaten, sagt er dann, wieder normale Beziehungen unter- halten, könne von einer wirtlichen internationalen Zusammenarbeit für den Frieden von internatio- naler Einhaltung von Friedensverträgen und Uebereinkommen sowie von der Schaffung an- erkannter autoritativer universeller Organisatio- nen gesprochen werden. Besuch in Doorn Eindringling mit dem Dolche Wolffs Büro meldet au» Doorn(Holland): .An Haus Doorn, der Besitzung des ehe- maltgen deutschen Kaisers, kam es heute zu einem aufsehenerregenden Vorfall, bei dem ver- mutlich ein Anschlag auf das Leben des ehemaligen Kaisers geplant war. Im Laufe des Nachmittags über stieg ein unbekannter Mann an einer einsamen Stelle die Haus Doorn umgebende Mauer, ohne daß jemand chn dabei bemerkt«. Später wurde der Ein- dringling jedoch von mehreren Dienern in einem der Türme des Schlosses entdeckt, überwältigt und der Polizei über- geben. Es stellte sich heraus, daß er einen Revolver schweren Kalibers sowie einen großen Dolch bei sich führte. Der Festae- nommene ist deutscher Staatsangehöriger. Er verweigert hartnäckig Auskunft über seine Per- sonolien sowie über den Zweck seines auffälligen Treibens. Es ist jedoch bereits festoestellt worden, daß er sich lest dem vergangenen Sonnabend in Doorn aufhält.". Da der Mann bisher keine Auskunst über Namen und Absicht gegeben hat, weiß man natürlich auch nichts über den Grund des lelt- samen Besuches. Die„Vermutung", daß ein An- schlag aus Wilhelms Leben genlant war,' ist zu- nächst wirklich nur eine Vermutung. Im übrigen kann e, sich nur entweder um einen über- spannten Patrioten handeln, der ausgerechnet das Haus Doarn beluchen mußte, oder um«onst einen geistig Erkrankten. Denn die Idee, einen „Anschlag" auf das Leben eines volitilch Toten zu verüben, könnte nur einem kranken Hirn ent- svringen. Anders könnte nur eine politische Mache von abgrundtiefer Kaisertreue dahinter- stecken. Aber das wagen wir nicht einmal an- zunehmen. Der Skandal von Trakehnea. In Trak hnen sind w�e tv'r meldeten ffipf Arbeste-- vom Ge- stüt'd'rektor Dr. Ediert fristlos entlasten worden, weil ste in einer Naziversammluno beim Hitler- Hoch sigen geblieben waren Ehlert. der dl- Ent- lastano entasten einem arbeit gerichtlichen Urteil aufrecht erhielt ist jetzt von Berlin anaew'-ien wo-den, die Arbeiter wieder einzustellen. Und wann wird er, wie er es verdient, davongejagt' SA.-Mann ersltzosten aufgefunden. In der Nähe der Ortlchaft Köcheistnrf in Mecklenburg wurde heute früh ein SA.- Mann in voller Uniform auf der Chaustee als Leiche auf- gefunden. In der Nähe der Leiche befand stch ein Reoolver. Die Leiche selbst wies einen«chuß in der Schläfe auf. Es steht noch nicht fest, ob der SA-Mann dos Opfer eines Verbrechens geworden ist oder ob er Selbstmord oerübt hat Das Haus der Lords linxlsud»„erate Kammer" in der Kritik der aozialisti sehen Arbeiterbewegung Eigener Bericht des„Vormärts" London. 12. Dezember. Im Kampfe gegen die Demokratie ist in allen Ländern eines der beliebtesten Jnstru- mente die„erste" Kammer Die Reaktion wütet sonst gegen die Verlangsamung und Umständlich- keit, die angeblich durch eine demokratische Volks- Vertretung in die Staatsgeschäfte hineingebracht wird. Aber eine zweite Instanz, die m den Gang der Geschäfte eingeschaltet wird, ist Ihr nicht zu- wider, solang« diese Instanz dem Fortschritt ein Hemmnis bietet. Das ist, auf die einfachste For- me! gebrocht, d i e Funktion der„ersten" Kammer, wo sie auch besteht. Das britische Oberhaus, das„hlouee vk lloräs", übt nebe» dieser Funktion auch andere aus. Dieses Herrenhaus dient der Aufrechterhai- tung aller gesellschaftlichen, kulturellen und so- zialen Traditionen, die den britischen Konseroa- twiemus verkörpern. Die Klassenschichtung der britischen Gesellschaft offenbart sich hier in Potenz. Die britische Arbeiterbewegung ha? sich bisher nicht allzu sehr um diese Institution gekümmert. Sie hat sich um unmittelbare Fragen der Orga- nisation und des politischen und ökonomischen Tageskampfes bemüht, im Bewuhtfein daß kein Oberhaus ihr würde standhalten können, wenn es erst um Regierungsmacht und nicht nur wie bis- her um Regierungs Verantwortung ohne ausschlaggebende Unterstützung, ginge. Dieses Bewußtsein hat sie auch jetzt nicht verlassen. Gs war dem Arbeiterabgeordnelen Morgan Jones nicht möglich, in einer Debatte im Unter- Haus am 30. November die Frage des Herren- Hauses anders als nebensächlich zu behandeln. Auf eine Herausforderung von konservativer Seite antwortete er:„Die Arbeiterpartei hat sehr wenig Interesse an dieser Frage." Der Fragenkomplex„Versassungsreform und Oberhausproblem" ist aber für die Reaktion-n Großbritannien nicht weniger typisch als für die in anderen Ländern Die Wahldemokratie ist zwar zu fest>m Volksganzen oerankert, als daß man in nennenswertem Ausmaße mit dem erblichen Oberhaus zu operieren wagt. Da» ist von allen Seiten erkannt worden gegenüber den Vorschlägen auf Reform des House ol Lords, von denen es in diesem Herbst in Großbritannien wimmelt. Aber die Vielheit der Vorschläge bedeutet hier wie anderswo, daß die Reaktion ängstlicher als je vor dem Anschwellen der demokratischen Kräfte dasteht. Sie oersucht ihnen die künftige volle Kraft zu rauben, indem sie eine Hemmung einschaltet. Die Durchschlagskrast der unmittel» baren Volksvertretung in der Verwaltung der Staaisgeschäste soll gebrochen werden, was dem Konservativismus nur dienlich sem kann. Lord S a l i s d u r y erklärt« in einer Rede am 7. De- zember: „Die zu erwartend« ArbeUerregierung wird sich von einer M.nderheit im Parlament aar nichts gefallen lassen Vor allem wird sie pie Geschäfisordnung durchgreifend ändern, um ihre Pläne durchzudringen. Weit davon entfernt, daß eine erste Kammer weniger notwendig sein wird, wird sie viel notwendiger sein" Run ist die Reaktion in ihrer Hoffnung enttäuscht worden, daß die„nationale Regierung" schon in dieser Session einen zweckdienlichen Re- formoorschlag einbringen würde. Eine Reform, die dos Oberhaus vor der nächsten Arbeiterregierung etwas sicherer stelll, ist noch nicht in die Wege geleitet worden. Aber die öffentliche Meinung wird inzwischen vorbereitet. Die Arbeiterpartei reagiert auf all das mit Gelassenheit. Ihre Vertreter geben pünktlich Antwort auf die verschiedenen Borstöße, ohne zu verhehlen, daß ihnen mehr an der Aufhebung des House ok Lords als an seiner„Reform" liegt. Der „Daily Herald" mit einer täglichen Auflage von jetzt über 1 K00 000 sorgt für genügend Publizität. Am interessantesten ist aber das Verljasten der Labourmitglieder im Oberhaus selber. Sie haben am 9. November erklärt, sich nicht mehr an der Abstimmung über vom Unterhaus kommende Gesetzesvorlagen beteiligen zu wollen. Sie könnten nicht daran mitwirken, daß das Ober- haus die Funktion der gewählten Volksvertretung beeinträchtige. Daneben nützen sie aber das Ober- haus aus als Plattform für sozialistisch« Propa- ganda und für eine schonungslos« Kritik an der Politik der Regierung. Man darf ja nicht vergessen, daß die übergroß« Regierungsmehrheit des Unterhauses mit Hilfe der veralteten und verschleppenden Geschäftsordnung die Nelne Minderheit von Arbeiterabgeortmeten daran hindert, alles wünschenswerte zur Sprach« zu bringen. Das Unterhaus ist deshalb auch für die Agitation der Arbeiterbewegung unzureichend. Hier springt die kleine Gruppe von elf„Arbeiter- Bssprvduing aMer Abteilungsleiter mit den Abtei ungskassierern und den Kreis- vorständen Ueuic Dieusiop, den 73. a&ends fuiulUticU 19% UUt, In den Kammersälen, Teltower Str. 1/4. Parteimitglledsbuch mit gleichlautender Funktionärkarte und das Einladungsschreiben sind am Saaleingang zur Kontrolle vorzuzeigen. Der Bezirksvorstand. lords" ein. Sie unterhalten ein dauerndes Trom- melfeuer auf die Regierung. In einer Debatte nach der anderen, in zahlreichen Anfragen, in dokumentierten Reden lenken sie die Aufmerksam- keit der Allgemeinheit auf die schwachen Stellen der Regierungspolitik, vor allem in der Außen- politik und in der Abrüstungsfrage. Aus diese Art verderben sie der Reaktion ihr« Freude an diesem Hort des Konservativismus und des Standes- dünkels. Gespannte Lage sSBSVUl� Der elegische Kührer Lr gibt die Niederlage zu Führer und Unterführer der Hakenkreuzarmee haben alle Hände voll zu tun, um die schwere Enttäuschung und die Mutlosigkeit zu bekämpfen, die seit den mehrsachen Wahlniederlogen und den Zersetzungeerscheinungen in den Anhängerschicht-n immer weiter um sich greisen. Zuerst versuchte es Herr Goebbels mit dem Ableugnen. Thüringen war im„Angriff" ein großartiger Erfolg. Aber Lügen haben kurze Beine. Es sprach sich auch im eigenen Lager herum, daß es eine kataftro- phale Niederlage war. 40 bis 45 Proz. Verluste seit dem 31. Juli. Jetzt wenden in Süd und Nord„Treuekundgebungen" der trauernden Hinter- bliebenen arrangiert— gerade als ob die Herr- schaften vorher nicht„treu" gewesen wären. Aber auch dabei entschlüpfen dem siegreichen Adolf bedenkliche Zugeständnisse. In Breslau gestand er ein: Zwölf Schlachten haben wir in diesem Jahr geschlagen. Aus zwölf Schlachten ist noch keine Armee stärker herausgekom- m e n als sie hineinging. Entscheidend ist. ob man das letzte Bataillon auf dem Felde bat. Cnttcheidend ist nickt oas Treibbolz an der Peripherie, entscheidend fit der K-rn der Be- wegung und der steht fest und unerschütterlich. Vordem hieß es, daß die siegreichen Schlackten das Heer gestärkt hätten, setzt gibt er zu, daß es geschwächt worden ist. Cr bescheinigte sich in Dresden seine eigene Größe: Dje wirkliche Größe von Staats- männern zeigte sich nicht am Abend von Siegen, sondern immer am Abend von Niederlagen. Nickt daß die-Bewegirng Erfolge über Erfoloe errang, sondern, daß sie olle unerbörten Versolaunaen und Unter- drückungen siegreich überstanden hat. ist das Ruhmesblatt in ihrer Geschichte." Am Abend von Niederlagen und doch„siegreich" — sollte das nicht ein klarer Widerspruch in sich selbst sein? „lolerierl er mich— oder toleriere ich ihn?" Herr Straßer bekam noch einmal seinen schlich- ten Abschied: Wenn einer dieses Schiff verläßt, weil er müde Ist und rasten will, das Schiff geht seinen geraden Kurs weiter, solange ich lebe und am Steuer stehe. Zuerst war er„trank", jetzt soll er„müde' sein, in Wahrheit ist er wild geworden wegen des Spiels der Göring und Rosenberg, die ihn beiseite drücken wollten. Aber so einfach scheint es nicht zu gehen, denn Pg. Bückner in Breslau sagte Hitler ins Gesicht, er sehnt den Augenblick herbei, wo Straßer wieder in die Reihen zurück- kehrt. Inzwischen haben die Prüglleien zwischen Hitler-Leuten und Straßer-Leuten begonnen, kein Trost hilf tarüber hinweg, daß die Zersetzung mit jedem Tage fortschreitet— trotz aller neuen Treue- bekenntniss« der doch schon immer„Getreuen" Nicole» Zmmunllät aufgehoben hat der Bürger- block im Schweizer Nationolrat mit 121 gegen 47 sozialistisch« und kommunistisch« Stimmen. „Ehrlose Lumpen" in der NSDAP. Ein Dokument deutscher Treue In Sachsen gibt es bei den Nazis einen Spezialkrach Einer ihrer Landtagsabgeord- neten, ein Herr Fischer, hat sich mit einem. Stahlhelmer zusammengetan und einen neuen Laden aufgemacht. Infolge- dessen veröffentlicht jetzt die Nazipresse ein Dokument, das die nationalsozialistischen Kandidaten in Sachsen vor der Aufstellung ihrer Kandidatur unterzeichnen mußten. Das Dokument hat diesen Wortlaut: Ich verpflichte mich als Abgeordneter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei im Sächsischen Landtag jederzeit die Intereflen der Partei wahrzunehmen, die 25 Programmpunkt« grundsätzlich anzuerkennen und auch der ordnungs- müßigen Parteileitung und deren Anordnungen zu unterstellen. Sollte ich dies mit meiner Uebsrzeugung nicht mehr in Einklang zu bringen vermögen, fo versichere ich hiermit, als Ehrenmann mit meinem Worte, daß ich mich dann keiner anderen Partei anschließen oder sraktionslos erklären werde, sondern daß ich in einem solchen Fall« auf An- forderungen der Parteileitung mein Mandat niederlegen und in die Hände des jewerligen Gau- leilsrs des Gauoerdandes Sachsen der NSDAP. zurückgeben werde. Ich versichere weiter, daß ich jeden Abgeordneten, der einer solchen ehrenwörtlichen Verpflichtung auf Niederlegung seines Mandats im Fall« der Forde- rung der Parteileitung unter irgendwelchen Aus- flüchten usw. nicht nachkommt, als einen ehrlosen Lumpen betrachte, der damit nur beweist, daß er sein Mandat entgegen allen Vorwänden nur zum per- sönlichen Eigennutz erschlichen hat und infolge- dessen als Velrüger an den Wählern handelte, die ihm sein Mandat gaben. Ich erNäre mich schon jetzt als bindend damit einoerstanden, daß diese meine Ueberzeugung gegebenensalls veröffentlicht wird. Von den nationalsozialistischen Abgeord- neten ist also vor ihrer Wahl die Erklärung verlang! worden, daß sie unter Umständen als„ehrlose Lumpen" und„Betrüger an den Wählern" zu betrachten seien. Das läßt weitgehende Schlüsse zu auf den moralischen Zustand des Menschenmaterials, aus dem die NSDAP, ihre„Volksvertreter" formt! Und noch etwas verrät dies Kulturdoku- ment. Es zeigt das überwältigende„V e r- trauen", das die Nationalsozialistische Partei ihren eigenen Abgeordneten ent- gegenbringt. Die Dokumente, deren Aus- steller sich selber für gewisse Fälle im voraus moralisch backpfeifen, haben eine verzweifelte Aehnlichkeit mit den Blanko- wechseln, die gewisse Unternehmerorga- nisationen ihren Mitgliedern aboerlangen, um sie im Falle des Ungehorsams hoch aus- gefüllt zu präsentieren. Das schwatzt nun dauernd in Versammlungen von„deutscher Treue" und„deutschem Manneswort". Dabei steht im Lager der Nazis die Treue s o tief im Kurs, daß man nicht anders als durch Methoden, die schon bedenklich nach Erpressung riechen, sich gegen Treu- lostgkest sichern zu können glaubt. Ein SA.-Sfflzier Einen armen Invaliden betrogen Meineid geschworen Das Schwurgericht Darmstadt verurteilte den Nazisturmbannführer Valentin Krug au? Stockstadt wegen Anstiftung zum Meineid zu 2 Jahren Zuchthaus. Krug hatte an Stelle seines erkrankten Vaters, eines Rechtskonsulenten, beim Arbeitsamt für einen alten Invaliden einen Rechtsanspruch vertreten, den armen Mann dann aber um die ausgezahlte Summe betrogen. Als der Inva- lid» Anzeige erstattete, veranlaßte Krug einen geistig nicht sehr regen Verwandten, den mitan- geklagten Schlosser Paul Zimmermann aus Biebesheim, unter Eid auszusagen, er sei zugegen gea>«Ien, als er, Krug, dem Invaliden das Geld auegezahlt habe. Später gestand Zimmernrann den Meineid ein. für den er jetzt ebenfalls ein Jahr Zuchthaus erhielt. Die Mieter forderni Mietenseukung— Kleinwohnungen Der Gesamtvorstand des Reichs- Hundes deutscher Mieter weist in einer Eingabe an die Reichsregierung daraui hin, daß aus dem Gebiete der Wohnungswirtschaft unbe- dingt etwa» geschehen muß, wenn die Ver- zweiflungsstimmung weiter Kreise nicht zur Entladung kommen soll. Eine Entschließung des Reichsverbandes enthält folgende Forde- rungen, die im wesentlichen die Reichstags- anträge der Sozialdemokratie unter- stützen: In erster Linie ist eine sofortige weitere Senkung der Mieten, insbesondere der Neubaumieten, zunächst aus die Höhe der Friedensmieten unbedingt notwendig. Ebenjo dringlich ist die schleunige Schaffung eines wirk- samen Vollstreckungsschutzes für die- jonigen Mieter, die infolge ihrer wirtschastiichen Notloge die Miete nicht mehr in vollem Maße aufbringen können. Die Mieterschaft fordert ferner den alsbaldigen Erlaß einer Notverordnung, durch welche das Reichsmietengesetz das Mieterschutz- g e s e tz und das Wohnungsmangelgefetz infolge der andauernd steigenden Wohnungsnot über den 1. April 1933 hinaus verlängert werden. Der Zustand, daß vielen Mietern von den Haus- besitzern unter Hinweis auf die kurz bevor- stehende Beendigung des Mieterschutze? u n e r- trägliche Vertragsbedingungen aufgezwungen werden, darf nicht länger andauern. Auch die Schaffung eines sozialen Miet- und Wohnrecht als D a u e r r e ch t ist unauf- schiebbar geworden, weil die Mieter freigegebener Räume eines erweiterten Mieterschutzes gleichfalls dringend bedürfen S ch ä r f st e n Pr o t e st erhebt der Gesamtvor- stand des Reichsbundes deutscher Mieter noch- mals gegen die dem Hausbesitz gegenüber geübte Liebesgabenpolltik. Jetzt verlangt der Hausbesitz neue Millionengeschenke für Instand- sctzungen und die Ausdehnung des Steuergut- scheinsverfahrens auf die Hauszinssteuer. Dem gegenüber fordert die organisierte Mieterschast die Einstellung der Liebesgabenpolitik und sine reichsgesetzliche Vorschrift dahingehend, daß die den Hausbesitzern gegebenen S t e u e r g u t- scheine den Mietern aus ihre Miet- Zahlung angerechnet werden. Eine entschiedene Förderung des Klein- Wohnungsbaus ist zur Minderung der Ar- beitslosigkeit und zur Linderung der Wohnungs- not unerläßlich Dem Verfall der Häuser und der Wohnräume muß dadurch vegegnet werden, daß der Hausbesitz durch wirksame reichsgeietzliche Vorschriften gezwungen wird, den in der Miete enthaltenen Anteil für Jnstandsetzungs- arbeiten mit jährlich rund 1 Milliarde Mark auch für diesen Zweck restlos zu verwenden. Der Abbau der H a u s z i cks st e u e r zum alleinigen Nutzen des Hausbestges muh wieder beseitigt und der Entschuldungsgewinn des Hausbesitzss restlos für die Zwecke der Wohnungswirtschaft erfaßt werden. Liebesgaben an die Besitzenden sind besonders unerträglich in einer Zeit, in welcher weite Kreise der besitzlosen Bevölkerung nicht einmal das Notwendigste zum Lehen haben. Chefredakteur Sockelkorn Der Chefredakteur der oolksparteilichen Wochenschrifl„Erneuerung", langjähriger Herausgeber der Nativnolliberalen Korrespondenz und vertrauter Mitarbeiter Strese- manne, Gottfried H K o ck e l k o r n, ist im Alter von 55 Jadren an Herzschlag gestorben. BACK-" ARTIKEL Auszugmehl™ 0,24 0,26 Stadion 1,25 S 0,50 Welzenmefil............ 0,�8 Sustaras............... �™n 0,25 Kohosraspsl............. m o,35 Kor n hen................. � 0.48 Rosinen............... � 0,48 MO n«eis« oder Wae........ 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Von einem ehrenamtlichen Wohlfahrtsprüfer, der mehrere Kleingartenlolonien im Südosten Berlins zu betreuen hat, erhalten wir naüifolgende Schilderung: Wohl gibt es in dem eigentlichen Stadtkern Berlins hunderttausende Erwerbslose, die in schlechten und übersüllren Wohnungen Hausen, Wohl herrscht dort wie überall Not, Elend und Verzweiflung, Viel schlimmer aber sieht es draußen am Rande der Stadt aus. Die Leute in der Stadt wohnen in sesten, gemauerten Häusern, haben ein richtiges Dach über dem Kopf, Die da draußen aber kennen kein elektrisches Licht, kein Gas, keine Wasserleitung, kein Radio und nicht einmal ein Klosett. Im Sommer geht es noch, Aber im Herbst und erst im Winter ist das Leben unsäglich hart und bitter. Man hat die Stadt- wohnung aufgegeben, um draußen billiger zu wohnen. Der größte Teil des Mobiliars ist ver- kauft worden oder im Leihhaus. Die Menschen haben geglaubt, draußen aus einem Stückchen Land in sreier Natur sich besser durchschlagen zu köirnen. Und wie sieht es nun in Wirklichkeit aus? Vier IVlensclten zwischen Brettern In einer kleinen Laube aus dünnen Kisten- brettern und Dachlatten, von unkundiger Hand zusammengefügt, hausen vier Menschen, Vater, Mutter, ein Zljähriger Sohn und eine Ibjährige Tochter, alle seit langem arbeitslos, der Vater bereits seit drei Jahren. Alles Mobiliar ist verpfändet oder verkauft, weil kein Platz dafür vorhanden ist. Der ganze Raum, nicht größer als eine kleine Berliner Küche, ist durch eine dünne Bretterwand ohne Tür in zwei Hälften geieilt. Nur ein Bett und eine Art Sofa. ein Tisch und zwei Stühle, dazu ein kleiner eiserner Ofen, der auch zum Kochen benutz! wird, bilden die ganze Einrichtung. Auf die Frage, wo den» die vier Menschen schlafen, bricht die Mutier, eine van Sorgen und Kuinmer verhärmte Frau, in Weinen aus und zeigt aus den Fußboden, wo sie sür die Kinder abends eine Lagerstatt herrichtet. Der Fußboden aber ist feucht und kast und ohne Dielen. Geheizt war der Raum nicht, trotzdem draußen 4 Grad Kälte herrschten. Durch die dünnen und einlachen Bretterwände dringt die Kälte, durch die schlecht schließenden Türen und Fenster pfeift der Wind Dos Material zum Laubenbau wurde von Abrißplätzen für billiges Geld gekauft. Ein angefangener„Erweiterungs- bau", der den beiden erwachsenen Kindern Platz gewähren sollte, mußte unterbleiben, weil die ver- kausten Möbelstücke nicht das erforderliche Geld brachten. Die Dachpappe ist bereits brüchig und läßt an verschiedenen Stellen den Regen durch. Der Mann bat nur ein einziges Hemd und einen alten verschlissenen Sommermantel. Er beantragt Feuerung, ein Hemd, eine Joppe und eine Bar- sonderunterstügung zum Ausbesiern der alten, pri- mitioen Laube. Ob sie ihm gewährt wird, ist trotz der selbstverständlichen Befürwortung noch Zweifel- Haft, da die aufs äußerste beanspruchten Wohl- fahrtsämter fast keine Mittel mehr ausbringen können. Drei Eemilien in einer Laube In einer etwas größeren Wohnlaube wohnen nicht weniger als drei Familien. Ein Raum von etwa 6 Quadratmeter Größe muß als Küche dienen. Drei Familien benutzen diese eine Küche, drei Familien ein und dasselbe Geschirr. In einer anderen Laube liegt ein ßgjähriger Mann im Bett, weil er es vor Kälte und Ischias- schmerzen nicht aushält. Die alten Bilder an den Wänden erzählen von besseren Tagen. Der Mann war einst Kinobesitzer, hatte sein Geschäft verkauft und durch die Inflation alles verloren. Jetzt „wohnt" er mit seiner Frau in einer dünnen Bretterbude. Die Betten und alle anderen Sache» sind klamm und feucht Es ist«in Jammer, seine Erzählung mit anzuhören, ein einziger Schrei der Empörung über diese Ungerechigkeit. Nur ein schmales Bett hat dieses Ehepaar. Die Frau macht sich aus einem alten Plüschsessel.den sie durch Vorstellen von zwei Stühlen verlängert, eine Schlasstätte. Eine Petroleumfunzel und ein Kanonenofen erinnern fast an die traurige Zeit der Unterstände. Die allerbillig st e Mar- g a r i n e, 3 Pfund 85 Pfennig, ist ihr Brotauf- strich. Ein Teil der 5kartoffeln besorgten sie sich durch Stoppeln. Der Mann beantragt ein Paar Stofsschuhe, weil er es in anderen Schuhen vor Schmerzen nicht aushält. Die Laube ist ihnen schon einmal abgebrannt, daher gingen sie eine Feuerversicherung ein. Die Prämie von neun Mark können sie aber von der niedrigen Unterstützung nicht bezahlen und bitten um neun Mark Sonder- Unterstützung� sie wird trotz Fürsprache abgelehnt. Ich habe drei Kleingartcnkolonien zu betreue» und auf jeder befinden sich etwa 2l10 bis 250 Pächter. Etwa vier Fünftel davon wohnen bei diesem Wetter da draußen und ebenso viele sind lange, arbeitslos. Viele von ihnen können nicht einmal die Pacht und die Mitgliedsbeiträge bezahlen. Das Wohlfahrtsamt aber lehnt alle diese Anträge ab, da für diese Zwecke keine Mittel vorhanden sind. Da gibt es von den Antragstellern nichts zu er- schleichen, da gibt es von den Prüfern nichts zu beschönigen, da herrscht ein unbeschreiblicher Jammer und eine Bedürsnislosigkeit von unerhör- tem Ausmaß. Und nur. wer ein Herz von Stein hat, kann achtlos an diesem Elend vorübergehen. Schuldlos sind die Menschen in grenzenlose Not geraten und es müssen Mittel und Wege ge- lundcn werden, um ihnen und vielen lausend anderen zu Helsen. Er neunzehn, sie siebzehn Blutixes Ende einer Ehe Dos Schwurgericht I verurteille den jetzt ?5jährigen ZUaurer Alwin Schmidt wegen ver- suchten und vollendeten Totschlages an seiner Ehe- stau zu insgesamt 7 Zahren Gefängnis. Das blutige Ehcdrama in der N a» n y n- straft« am 0 Dezember d. I. war der Schluß- okt einer fünfjährigen unglücklichen Ehe. Neun- zehn Jahre war der junge Maurer alt, als er heiratete, die Frau war erst siebzehn Jahre. Es gab ständig Zank und Streit. Sie war herrisch. sagt der Angeklagte. Er durfte keine eigene Meinung haben und mußte sich in alles fügen. Weshalb sind Sie nicht auseinander gegangen, fragte ihn der Richter, wenn Sic sich immer ge- zankt haben?— Dan» hätten wir erst gar nicht heiraten brauchen, erwiderte der Angeklagte, denn wir haben uns schon vor der Ehe gezankt. Ich konnte eben nicht ohne sie leben. So- lange er Arbeit hatte, ging es noch einigermaßen. Als er sie aber verlor und die Frau nur allein verdiente— sie war Kontoristin—, war es mit dem Ehefrieden endgültig aus. Sie machte ihm ständig Vorwürfe, daß er nicht verdiente. Das Verhältnis wurde noch schlimmer, als er einen Seitensprung machte, er hatte auch sie im Ver- dacht, eigene Wege zu gehen. Am 9. August fuhr er zu seinen Verwandten, sie wollte nachkommen, kam aber nicht. Als er nach Berlin zurückkehrte, sand er die Wohnung ausgeräumt. Cr suchte seine Frau bei den Verwandten, sie empfing ihn nicht. Seitdem telephonierte er immer wieder auf ihrer Arbeitsstelle an, lauerte ihr aus und bat sie, sich mit ihm zu versöhnen. Sie wollte nichts da- von hören. Er drohte, sie in den Kanal zu werfen. Am 2st. August kam es zu einem schlimmen Allftkiit akn Engeluser. Erst warf er sich vor elnen Lastwagen,' dann stürzte er sich äuf die Frau und würgte sie. Rur das Zwischentreten eines Be- amten mit dem Polizeiknüppel rette die Frau vor dem Tode. Am 6. September suchte er sie wieder in ihrem Büro aus. Sie wollte von ihm nichts hören. Er ging, rief mehrmals telephonisch an und wiederholte seinen Besuch am Nachmittag. Als sie ihn aus dem Zimmer wies, feuerte er einige Schüsse aus einer Schreckschußpiftole aus sie ab, dann st a ch er sinnlos mit einem Dolch auf sie ein und tötete sie auf der Stelle. Jetzt wird er in sieben langen Jahren Zeit haben. über seine unglückliche Ehe und seine unglückselige Tat nachzudenken. diesen Vorfall in seiner Laufbahn gehemmt werden würde. Anscheinend war der Bote von einer größeren Firma geschickt worden, leider konnte aber nicht festgestellt werden, welche große Finna das Geld bekommen hatte. K, stellte später Erinitllnngen auf eigene Faust an. die aber ebenfalls negätw verliefen. Entsprechend den Vorschriften wurden ihm nun allmonatlich Abzüge von seinem Gehalt gemacht. Der Beamte war äußerst gewissenhast und hat die Tat aus verletztem Ehrgefühl begangen. Tragödie des Bankbeamten Der kehlende Tausendmarhschein 3n(einer Wohnung in der kreuznacher Str. 12 erschoß sich der 31 Zohre alle Rcichsbankbeamte Lothar k n a p k e. Der Beamte hatte Ende September, als er den Kassierer vertrat, versehentlich einem Boten bei der Abfertigung 1000 INark zu viel herausgegeben. Alle versuche den Boten zu ermitteln schlugen sehl. K. glaubte, daß er durch Aeberfall im Norden Vier bewakknete junge Burschen 3n der Oderberger Straße im Norden Berlins wurde gestern abend ein verwegener Raubüberfall verübt. Im Hause Nr. 44 befindet sich die Dampf- Wäscherei von Sommermeyer und Knobloch. Gegen 18 Uhr befand sich Herr Knobloch allein in seinem Kontor, als die Tür aufgerissen wurde und vier Burschen in das Zimmer stürmten. Jeder der Eindringlinge, die zum Teil maskiert waren, hielt eine Mauserpistole in der Hand. Mit der Drohung, ihn beim geringsten Widerstand über den Haufen zu schießen, schüchter- ten die vier den Wäschereibesitzer ein. Während einer der Banditen K. mit der Waffe in Schach hielt, durchsuchten die anderen drei sämtliche Be- Hältnisse. Dabei siel ihnen eine Geldtasche in die Hände. Ein fünfter Komplice muß den Tätern wohl ein Zeichen gegebe» haben, denn plötzlich ergrissen die Räuber die Flucht. Ihre Enttäuschung wird später sehr groß gewesen sein, weil die Tasche keinen Pfennig enthielt. Das Raubdczernat hat die Ermittlungen aufgenommen. Explosivstoff in Premnitz Untersuchung der Staatsanwaltschaft Die durch die Potsdamer Staats- a n w a l t s ch a f t durchgeführte Unter- suchung über die Ursache der Katastrophe in den JG.- Farbenwerken Prem- nitz bei Rathenow führte zu dem Ergeb- nis, daß die Ursache des Unglücks in einer Spreng st offexplosion, nicht aber, wie ursprünglich angenommen wurde, in einer Explosion von Tauerstoff- flaschcn zu suchen ist. In Premnitz wurde gestern der Schauplatz der Explosionskatastrophe von einer Sachverständigen- lömmission einer Untersuchung unterzogen. Es gingen die Ansichten auch im Hinblick auf die an den Leichen getroffenen Feststellungen stark aus- einander, doch neigt die Ansicht dahin, daß hier kein Gas. sondern ein f e st e r K ö r p e r explodiert ist. Fest steht, daß aus den Flaschen irgendwelche Gase nicht gekommen sind. Theoretisch denkbar wäre nur, daß Gas aus anderen Röhren und Be- hältern ausgeströmt ist und sich mit anderen Gasen dann in der Luft vermischt hat. Die Opfer der Katastrophe sind jetzt sämtlich identifiziert und von der Staatsanwaltschaft zur Beisetzung freigegeben worden, mit Ausnahme des erst nachträglich im Krankenhaus verstorbenen Arbeiters, bei dem die Obduktion noch erfolgen inuß. Am Sonntag wurden sechs der bei dem Explosionsunglück in dem ktinftseidenwerk der 3G.-Aarbenindustrie in P r e m n i tz ums Leben gekommenen Arbeiter beigesetzt. Am vormittag fanden in allen Kirchen Rathenows sowie der Orte des lvefthavellandes Gedenkgoltes- dienfte statt. Von 12.30 bis 13 Uhr läuteten diz Glocken zum Gedächtnis der Toten. Am Nachmittag fand dann in den einzelnen Heimatorten die Beerdigung der Todesopfer unter großer Teilnahme der Bevölkerung statt. Betrüger gefaßt! Nach wochenlangen Bemühungen ist es den Be- amten des Betrugsdezernats des Berliner Polizei- Präsidiums gelungen, ein betrügerisches Ehepaar festzunehmen, das sich mit seltenem Erfolge auf den Staubsaugerschwindel gelegt hatte. Die beiden haben in einem Zeitraum von etwa 1 st- Monaten rund 60 Staubsauger erbeutet. Nach diesem„Iubiläumsschnitt", als die beide» gerade dabei waren, ihren 61.„Fall" zu bearbeiten, griff die Polizei zu. Es handelt sich um den 26 Jahre alten Hand- lungsgehilfen L., der den Schwindel zusammen mit seiner gleichaltrigen Frau betrieb: sie ar- beiteten»ach einem raffinierten System. In Hausschuhen, meist mit einer Schürze bekleidet und einem Tuch um den Kopf, erschien Frau L. in einem Seifengeschäft, gab sich den Anstrich einer Reinmachesrau aus der Nachbarschaft, entlieh den Staubsauger und verschwand damit auf Nimmer- wiedersehen. In einige» Fällen kaufte die Frau einige Tage zuvor Kleinigkeiten ei», um die Ge- schäftsleute sicher zu machen. Der Mann wartete immer einige Häuser weiter, nahm die Beute in Empfang und versetzte sie sofort. äUdk retA&JSmßmn. weil sie mit dem würzigen Aroma ihrer herrlichen Tabake und der köstlichen Frische ein wenig Freude in den grauen Alltag bringt. Diese Vorzüge der «Funo. von Qualitäts-Rauchern gerühmt und anerkannt sind ällen Freunden den guten Josetti-Cigarette so wichtig, daß sie bewußt Zugaben wie UfepF marken, Gutscheine und Stickereien ablehnen! Vertrauen Sie ihr! Schluß beim Sonbergericht Felseneckprozeß geht weiter 3m Gegensah zum Zclseneckprozeh, wo das Gericht beschloh, weiter zu tagen, wurde die gestrige Sondergerichtssihung oerlag». Landgerichtsdirektor T o l k richtete nach Erösf- »ung der Sitzung an die Parteien die Frage, ob sie irgendwelche Anträge zu stellen hätten. Rechts- anmalt Dr. S a l i n g e r beantragte, angesichts der bevorstehende» Amnestie die Verhandlung auszusetzen. Staatsanwaltschaftsrat Dr. W a g n e r stellte dem Gericht eine Vertagung anHeim. Nach kurzer Beratung verkündete Landgerichtsdirektor Talk den Gerichtsbefchluh, sämtliche Sonder- gerichtsvcrhandlungen in Verkehrssache» bis auf weiteres auszusehen, da sowohl die An- nestie als auch die Aufhebung der Terror-Not- Verordnung sich in der Schwebe befinde. Ledig- lich eine Sondergerichtssitzung wegen oersuchten Totschlag- gegen Jmmertreu-Leute würde noch stattfinden. ★ In seinem mehrstündigen Plädoyer richtete Staatsanwaltschaftsrat S t e n i g scharfe Angriffe gegen Rechtsanwall Litten. Daß Rechtsanwalt Litten in seiner Zeugenaussage den Richtern des ersten Verfahrens vorgeworfen habe, daß sie die objektive Wahrheitsfindung unmöglich zu machen suchten, sei der ungeheuerlichste Vorwurf, den man sich denken könne. Dann kam Staatsanwaltschaftsrat Dr. Stenig auf die Tötung des kommunistischen Arbeiters K l e m k e zu sprechen. In diesem Zusammenhange erklärte der Staatsanwalt, daß derjenige, der Miemke getötet habe, bisher noch nicht ermittelt sei. Zweifellos fei es aber ein Anhänger der SA.. der diese rohe und bestialische Tat begangen habe. Dieser Vorfall sei ein Schandfleck in der Ge- schichte der Berliner SA Die Staatsanwaltschaft werde versuchen, diesen Mann noch zur Strecke zu bringen, zumal eine derartige Tat niemals unter die Amnestie fallen dürfe. STageWeihnachtsmarkt Für die notleidenden Künstler Das Wort von dem„lustigen übermütigen krtünstlervölkchen" ist, mit so großer Einschränkung es gerade in dieser Zeit ausgesprochen werden muß, weil auch die Künstler von schweren Sorgen Heiingesucht werden, doch noch nicht ganz zur Un- Wahrheit geworden. Das konnte man in der ver- gangenen Woche so recht aus dem W e i h n a ch t s- markt Berliner Künstler in den städtischen A u s st e l l u n g s h a l.l e n am Kaiscrdamm sehen.-: An jedem Abend und an manchen Nachmittagen gab es eine größere bühnenmäßige Vcranstallung und jedesmal konnte man feststellen, daß die ge- somte Künstlerschar mit so großer persönlicher An- teilnähme dabei war. mit einer fast unerschöpf- lichcn frohen Gebe- und Gestaltungslaune, daß ein Gelingen von vorn herein sicher war. Im Vorder- grund standen Sänger und Sängerinnen, Musiker, Komponisten und die Leutchen vom Brettl. Da gab es einmal einen außerordentlich gelungenen bunten Abend der B ü H n e n g e n o s s e n s ch a f t, ein andermal einen wahrhast lustigen Schlager- abend, an dem die bekanntesten Komponisten dirigierten, darunter der Senior der Berliner Schlagerkomponisten, Victor Holländer, und der fast sagenhafte Translateur, dessen von ihm selbst dirigierter Sechstagewalzer das ganze chaus außer Rand und Band und dem Kom- pontsten die großartigste Ovation des Abends brachte. Mit bunten hübschen Szenen aus dem Studentenprinzen wurde so nebenbei Edel- Propaganda für das Große Schauspielhaus ge- trieben. Die unsterbliche Fledermaus war als Kurzoperctte unter Leitung von Cornelis Bronsgsest schmissig zurecht gemacht worden und amüsierte alle ausgezeichnet. Das vortreffliche Chor- und Solopersonal nebst dem Orchester der Berliner Städtischen Oper sang und tanzte Opernbilderbogen in den schönsten Farben und Tönen. Die Kanonen von Kabarett und Operette stießen auf den Brettern am Kaiserdamm zu- sammen und dabei gab es ein herrliches Witz- und Ulkfeuerwerk, das, wie übrigens auch an den anderen Abenden, den Künstlern selber riesigen Spaß machte. Die Nachmittag« waren größten- teils den Kindern gewidmet, denen ein gutes Marionettentheater vorgeführt wurde. Das Ganze war so nett, rund, sauber und lustig, daß man angesichts der misverkauften Häuser wünschen und hoffen darf, daß für die vielen beschäftigungslosen darbenden und hungernden Künstler und Künst- lerinnen ein bettächtliches Sümmchen übrigbleibt. Drei Ksuher gefaßt In der vergangenen Woche wurden von Be- amten des Raubdezernats ein 29 Jahre alter Johann P e e tz und ein 24 Jahre alter Ewald Z i e m a n n festgenommen. Peetz gestand, die Ueberfälle auf den Bäckermeister Schönfeld in Lankwitz in der Nacht zum Bußtag und am Nur wenige Schritte vom Gewerkschaftshaus am Engelufer entfernt, in der Adalbertstr. 62, wurde ein weiteres Notstandsheim des Berliner Reichsbanners erösfnet. Mit einem ichlichten Begrüßungsakt wurde das Heim der Obhut der 3. Kameradschaft des Ortsvereins Berlin-Mitte übergeben. Ursprünglich war das neu entstandene Heim eine Gastwirtschaft, später eine Wohnung. Für eine erträgliche Monatsmiete sicherte sich die 3. Kameradschaft des Ortsoereins Mitte die gut gelegene» Räume. Aber es mußten erst einmal wieder Wohnräume daraus gemacht werden. Sechs arbeitslose Kameraden, die zum Teil schon drei Jahre lang kein Handwerkszeug mehr in der Hand gehabt halten, dazu die ganze Kamerad- ichaft als Helfer, grifsen tatkräftig zu. Es war ein freiwilliger Arbeitsdienst, der diesmal un- mittelbar der Jdee.diente. Die Räume waren voll Schwamm, kein Putz war mehr an den Wänden, es war, kurz gesagt, düsterer Altbau. In vier Wochen emsiger Arbeit wurde ein Heim daraus. Alle sechs Räume wurden neu geputzt, jede Stube wurde neu gedielt, von oben bis unten wurde alles gestrichen, jetzt ist der Lade» schmuck. Die Kameraden hatten ihre Arbeitskraft gegeben. die Gewerkschaften etwas Bargeld, die Maierhütte gab die Farben, jener stiftete eine Uhr, dieser etwas anderes, schließlich war sogar ein richtiger Geldschrank da. Ein Ab- bruchunternehiner. bei dem sich die Kameraden Verwendbares zusammensuchten, hatte gesagt, sie sollten sich da? Ding ruhig mitnehmen. Wenn einer von den Heiminsassen nun einmal Freitags zu viel Geld hoben sollte, kann es weggeschlossen werden. Aber damit wird es noch Zeit haben. In dos 6 Dezember den Ueberfall aus die Familie eines Journalisten in Zehlendors ausgeführt zu baben. Jetzt konnte auch der Dritte im Bunde. ein 24 Jahre atter Werner Behrens in einem Heim in der Oranienburger Straße ermittelt und festgenommen werden. Der Verleumder I-ügen üher Sahm und Wutzki Der Beleidigungsprozeß Oberbürgermeister Dr. Sahm und Stadtrat Wutzki gegen den„natio- nalen" Kaufmann Penner nahm für den Ver- leumder ein unrühmliches Ende. Penner hatte Stadtrat Wutzki in seiner Eigenschaft als Bor- sitzender des Aufsichtsrats der Wohnungsfürsorge- gesellschaft u. a. einen marxistischen Verbrecher genannt. Den Oberbürgermeister Sahm hatte Penner in zahlreichen Briefen beschuldigt, Wutzkis „Verbrechen" gedeckt zu haben. Die mehrtägige Hauptoerhandlung hatte er- geben, daß an de» Vorwürfen, die Wohnungs- fürsorgegesellschaft habe in unrechtmäßiger Weise dem Angeklagten bei Ausführung seiner Bau- pläne die finanzielle Unterstützung verweigert und so die Zwangsversteigerung seines Grundstücks verursacht, kein Wort wahr ist. Penner hat sich deshalb heute morgen zu folgendem Vergleich entschlossen: Ich nehme hiermit die beleidigenden Aeußerungcn gegen den Oberbürgermeister Sah.n, Heim kommen besonders junge Kameraden, die mehrjährig erwerbslos, nur noch das seelisch bc- drückende Hausen in ärmlichen Schlafstellen kennen. Im ganzen werden dreißig Mann in diesem Notstandsheim Platz haben, aber noch bevor es fertig war, sind bereits acht Reichsbanner- kameroden in ihre neue Wohnstalt gezogen. Jeder Erwerbslose hat wöchentlich S M zu zahlen. Da- für hat er sein Bett, Frühstück, Mittagessen, Vesperkasfee und Abendbrot. Diese 5 M. haben die erwerbslosen Kameraden bisher allein für ihre Schlafstelle zahlen müsien, jetzt brauchen sie sich keine allzu großen Sorgen mehr zu machen, wie sie ihre kärgliche Wohlfahrtsunterstützung ein- teilen. Ein großer Vorderraum ist als Tages- räum eingerichtet, dann folgten drei Schlaf- räume mit den übereinanderftehcnden Militär- betten, anschließend Küche und Waschraum..Hier in. der Küche sind abwechselnd und. ehrenamtlich ständig zwei Frauen um das leibliche Wohl der Heiminsassen bemüht. Zum Baden geht es ins Gewerkschaftshaus. Im Tagesraum bedeckt die eine Wand ein riesengroßer Reichsadler, gegen- über hängen die Bilder Friedrich Eberts, Walter Rathenaus und Matthias Erzbergers. Es war schon dunkel, als am Sonnabend die 3. Kameradschaft mit chrer Fahne auf dem Hof zum Appell antrat. Dr. N o w a ck vom Gau- vorstand sprach einige Dankesworte für die ge- leistete Arbeit, Kameradschaftsführer M i e l k e erläuterte den Sinn des Heims, das der unver- brüchlichen Solidarität der noch in Arbeit stehen- den Republikaner mit ihren erwerbslosen Ge- sinnungsfreunden dienen soll, ein dreifaches„Frei- heit!" und zum ersten Mole wurden im Tages- räum die Tische gedeckt und zur Feier des Tages gab es Streußelkuchen und Bohnenkaffee. gegen den Stadtrat Wutzki, gegen die Geschätts- führung der Wahnungssürsorgegesellschast und andere städtischen Behörden zurück, weil, w'e die Honptverhandlnng gezeigt hat. sie voll- kommen unbegründet sind und aus U n> Wahrheit beruhen. Ich bedaurc, die beleidigen- den Aeußerungen getan zu haben und bitte die Beleidigten um Entschuldigung. Ich er- kläre mich bereit, die gesainten Koftpn des Ver- sahrens zu tragen." Die Nebenkläger erklärten sich mit diesem Vergleich einverstanden, falls die Gerichtskosten bis zum 19. d. M. gezahlt sein sollten. Der neue Terniin ist aus den 21. d. M. festgesetzt._ Miete für Sasmesser Der Aussichtsrat der Berliner Städti- scheu Gaswerke A.-G., der, wie wir beretts mitteilten, in seiner Sitzung vom Montag, dem 12. Dezember, beschlossen hatte, den Preis für Gewerbe- und Jndustriogas zu senken, hat nun auch die Abnehmer von Haushattgas eine kleine Freude gemacht, indem er die neben dem Gaspreise bestehende Gasmessermiete lGrundgebührs, die bisher für die ersten süns Stufen 0,49 bis l M. betrug, einheitlich auf den niedrigsten Satz von 0,49 M. festgesetzt hat. Die Städtischen Gaswerke werden sich durch dieses„Weihnachtsgeschenk" in der Berliner Be- völkerung Freunde erwerben. Wann werden nun die Elektrizitätswerke mit ihrer oft kritisierten Zählermiete nachfolgen? Wie lange soll es noch dauern, bis die prioalwirtschaftlichen Charlottenburger Wasserwerke ihre besonders für die Kleinabnehmer unerhört hohen Grundgebühren und Wassertarife herabsetzen'� Wann endlich wird sich das R e i ch s p o st- Ministerium entschließen, die unerträglich hohe Grundgebühr für Telephon zu streichen oder aus ein erträgliches Maß zu senken? Für Charlottenburger Wasser und für Telephon ist es allerhöchste Zeit. In wenig Worten In der Angelegenheit des Berliner kom- m u n i st i s ch e n Schwarzsenders hat der Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium gegen den Mechaniker Werner Marx, den Ingenieur Erwin Kern« und den Arbeiter Fritz Schmidt Haftbeiehl wegen Vorbereitung zum Hochverrat erlassen. * Gegen den Büchsenmacher Heinrich Werner, der dringend verdächtig ist, den Mord an der 46 Jahre alten Ehefrau Sommerfeld in der Nacht vom 4. zum 8. Dezember begangen zu hoben, ist jetzt Haftbefehl erlassen worden. ★ In der Kohlengrube Saint« Marguerit« bei P e r o n n e s in der Provinz Hennegau sBclgien) ereignete sich ein schweres Unglück durch schlagende Wetter. Sechs Bergleute wurden getötet. * Im Gaswerk Stralsund stürzte ein 59jähriger Ausseher in den 18 Meter tiefen Schacht zwischen zwei Kohlenöfen. Mehrfacher Schädelbruch führte sofort den Tod herbei. ic Zwischen Rehna und Köchelsdorf(Mecklsichurg» wurde ein SA.-M ann tot aufgefunden. Die Leiche, die auf der Chaussee lag, wies schwere Schußverlctzungen an der Schläfe aus. Rettung aus Rot! hleues Reichsbannerheim im Bezirk Mitte eröffnet (juleii(jasgpräte für fiauöund IDeifebtt � 4i£fi lü� (Xualltätm Jie 0jöenmeren- haus-unJ rerate- G e�chäjte. 0acKgeina�e InätallatiuR ziLtjoIaf�enpn'] a&-j n�tal lütGiire BERLIN SW19 WALLSTR-68 FERNRUF'• F7, JANKIOWITZ 2894 (iiip der f renngtojf heute und morgen! Arnrld Müller beschert 100 Kinder Kindsrkleider-Speziolhaus Arnold Kuller, Leipziger otra�c, hatte am Sonntag 10 0 bedürftige Berliner Kinder be> sich ZU Gaste. Ts gab aber hier nicht bloß die traditionelle Taffe Schokolade mit Kuchen begleitung� zunächst gab es eine regelrechte Theatervorstellung von Shartons Marionetten büihne in �inem richtiggehenden Theatersaal. Das fröhliche ezpiel fand nicht endenwollenden Beifall. ?n der Lause regnete es Pfefferkuchen. Schokolade und andere gute Dinge. Die chauptüberrafchung aber erfolgte nach Schluß der Vorstellung, als jedes der Kinder ein großes Paket mii K l e i d u ii g s st ü ck e n, Wäsche, Strümpfe usw. ausgehändigt erhielt. Der brave Weihnacht-- man» hatte sich van jedem der Kinder Alter und Größe heimlich berichten lassen und so saßen all die hübschen Kleider, Mäntel, Jäckchen und Pullover wie angegossen. Das war einmal nn wirklich netter und praktisch denkender Weihnacht-- mann! Da? Marionettentheater, dos schon seit 3 Wochen den Kundenkindern zur Verfügung steht und täglich Vorstellung gibt, bleibt noch bis zum goldenen Sonntag geöffnet. Der Haushalt von heute stellt an die Hausfrauen be- sonders hohe Anforderungen, denn dos Sparprogramm macht auch nor der Küche nicht hall, und es heißt mehr denn je..auskommen mit den vorhandenen Mitteln". Als wahre Freunde erweisen sich auch jetzt die bewährten Maggi.Erzeugmsse lWür�e. Suppen und Jlcifchbrüh. würfet). Die Hausfrau, die sie verwendet, spart Geld. Zeit und Arbeit. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Bewölkt, etwas wärmer, in der Nacht zum Mittwoch milder, mäßiger Südost- wind.— 3n Deulschland: In Süd- und West- deutschlond milder, bewölkt und stelleiiweise etwas Regen. Zunehmende Wetterverschlechterung und Temperaturerhöhung nach Ost fortschreitend, Nord- und Nordostdeutschlond noch ziemlich kalt und be- wölkt bis heiter. einlenBungen für Dt«te Subrll sind Berti» VW SS. Lindeustrage Z Parteinachrichten für Groß-Berlin stete an da» Bczirkajelretaria. S. Kai, 2 Treppen recht», z» richte» Achtung, Stadtvcrordnctenfraktion! Die heutige wichtige Sitzung der Stadtverordnctenfroktion beginnt pünktlich l? Uhr. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Oehrer u. Lehrerinnen, Bezirksgruppe Berlin. « Dienstag. IZ. Napcmbcr, 17 Uhr, A»la der>8». Schult, Auaustftr. S7.„Da» Sowjetschulwefeu am Ende des Fnnf.-Iahres-Planes." Aussprache: Prof. Sergius Hessea.Prag, Genosse Fritz Karsen. Die Ausstelluuq der Kiuderfrcunde..Kinder helfen Kindern" ist bis zum «0. Dezember täglich in der Zeit von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Kreise und Gruppen, vte die Rachmiktagsveranstaltunaen besuchen wollen, müssen sich vorher schrift- lich oder telephonijch in der Geschäftsstelle anmelden. Der Kasper spielt heute, Dienstag:„Hotus— Pokus— Bautz". Beginn Uhr. Beginn aller Veranstaltungen Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 5. Kreis. Dil.Kindorfreunde unseres.Kreises sammeln unter der Parole: ..Kinder helfen.Kindern" Spielsachen und Kleidungsstücke. Die in Frage kommlutden'Mitglieder werden gebeten, die Sachen zu den Zahlabenden mti�ubringew. «. Die heutige Borstandssitzung mit den Abteilungsleitern fällt aus und �ndet nächste Woche statt. 11»,Alreis. Alle Parteiniitglier der b0., 81. und 82. Abt.. die Mitglieder der Kons umgeno ssen schaft sind(4I. Abgabestelte Moselstraße), treffen sich zu einer kurzen Besprechung am Mittwoch, 14. Dezember, pünktlich 19 Uhr. bei 10. 14. 15, 17. 19. 22. 29. 24. 25. 27. 30. 31. 33. 35. 37. 38. 41. 42. 43. 44. 45. 47. 48. 51. 53. 55. 57. 67. 742. 77. T«. 7». 81, Klabe, Handjerystr. 60/61. 15. Krei». Die für heute vorgesehene Krcisvorstairdssitzung fällt aus und findet Montag, 19. Dezember, statt. *2*&icis- tür heute angesetzte Äreisvorstandssitzung fällt aus, 9. Abt. Unser Genosse Gastwirt Mar. Fabcr, Stephanstr. 11, dankt aus Anlaß der Beerdigung seiner Frau Johanna für die erwiesenen Aufmerksamkeiten allfn Beteiligten, besonders dem Genossen Paul Hennig. 2a. Abt. Freitag. 16. Dezember, außerordentliche Funktionärsitzung bei Schmidt, Referent Genosse Schlimme: Weltwirtfchaftslagc. 138.». 143. Abt. Jüngere Gruppe. Wir beteiligen uns geschlossen an der Ein- äscherung unseres lieben Genossen Kramme am Donnerstag, dem 15. Dezem- der 1932, 18.30 Uhr, Krematorium Gerichtstraße. Miktwoch, 14. Dezember: Zahjobende und ZNitgliederversommungen mit dem Thema: Unsere Arbeit im neuen stsichstax t Abt, Mirgliedriperlammlung im Hackischon Hof. Zlncrenl Paul Zippel, 4.?!>>, 18 Uhr wichtige Funttianariigung bei Brandi», Stralau.r Str. 10. 8. Abt. Aahladcndc an betömuet ölcllc. S � �uhlabendc in ben betonnten Lokdlcn, 8. Abt. Zah labende wie folgt: bei Ricken, Steinmegstr. Ali, bei Seiler, Stein» megstr, 2% bei Plath, Llltzawstr. 7. Abt, Mitglieberoerfammlung erst am 2l, Dezember, dafür Tunktianarfigung am 14. Dezember, 20 Uhr bei Stein, öolflcinct Ufer 14. Abt. Zalilabeirde in den belanntcn Uololcn. Abt. Zahlabeirbe in den bctannlcn Lokalen. Abt. Aah labende in den bekannten Lokalen. Abt. Ig Uhr, AaHlabenbe in nachstehenden Lokalen: Bez. 80ö. 806 Lokal Glaser. Bultmannstr. 9-, Dez. 809 Lokal Slbrevel, Grünthaler Str. 18. Referent Otto Tost: Dez. 8l0 Lokal Tollkien, Grünthaler Str. 33: Kez. 8U Lokal Prondzinski. Srünlhaler Str. 6; Bez. 812 Lokal Mllnzberg. SIettiner Str. 32: Zez. 813 Lokal Gottschalk, Grünthaler Str. 14. Referent Genosse Floerke: Dez. 814. 81,. 818 Lokal Schuchardt. Christianiastr..llb, Referent wird im Zahlabend bekanntgegeben: Dez. 813 Lokal Wiemer. Solbiner Str.?. Referent Genosse Reimamrt Dez. 816 Lokal Piest, Srünttiaier Str. 63: Dez. Äg Lokal klrieming. Prtnzenallee 21, Ecke Ehristianiastraße: Dez. 820 in der roten Schule, Gotenburger Straße. Apt. Zahlabenbe in folgenden Lokalen: Donike, Schulstr. 74, Referent Dr. Aaus Wiener: bei Stcu.tel, Schwedenstr. 18, Referent Ehristian Schumann: bei Wende. Kalonieftr. 147, Referentin Margarete Schenkalowskn: bei Pose, Roloniestr. lö, Referent Hon» Silber: bei Tillner, Äoloniestr. 43, Referent Dr. Rewemann. Abt. Zal>Iabende in folgenden Lokalen: bei Reußuer, See- Ecke Malplaguel- straße,«eeodlee. Die Aufgaben im sozialen Zeitiingsverlag, Referent Genosse Hengst: bei ScherHog und Woitchach, Reinickendorfer Str. 20, Referent Genosse»rock: bei Pinipler. Razarethiirchstr. 41, Referent Bruno Majonnek; bei Damme. Schulstr. B, KPD. und wir, Reierentin Frieda Rosenthal: bei Scholz. Abolfslroße, Der Aufstieg der Arbeitertlasse, Referent Viktor strüger: bei Rroll, Utrechlerstr. 2l, Mieterrechte und Wieterpflichten, Referent Otto Most: bei Herrn», Müllerstr. 26, Referent Dr. Gutau: bei Böhm. Marstr. 18, Referentin Dr. Klara Hvcntique»; bei Wille, Reinickendorfer Str. Z8. Referent Marcel Äomendzinski. Abt. Zahlabenbe an folgenden stellen: bei Habn. Brüsseler Str. 43, Referent Friß Zimmermann: bei Freitag, Genier. Ecke Luremburger Straße. Referent Genosse Kallner: bei Senkel. Utrechier. Ecke Turiner Straße, Referent Genosse Segallt Was bebeutet der Rundfunk fllr die Arbeiterschaft?: bei Bartsch, Fehmarnstr. 1 Ecke Führers, raße, Resereul F. Siciuo: bei«awan. Brüsseler Ecke Lüttillier Slraße, Referent Hugo Poeßfch: Sozialismus: bei Boß- Aul. werpener Str. 6, Rcferenl Paul Softmann: im bekannten Lokal Vortrag des Genossen Klose: Staatsbürger einst und ießt. Abt. Diskussso Iis- ii n d Zahlabende in allen Lokalen. Bisheriger Zahlabend Knobloch geht zu König, Otaoiftr. 37. Abt., 3. Gruppe, gahtabenb 20 Uhr bei Winzer, Christburger Str. 9. Referent Daniel Broibo: Sowjetrußlanb. Abt. Zahlabenbe in den bekannten Lokalen. Bericht vom Bezirksparteitag. Abt. Zahlabenbe in den bekannten Lokalen, Abt. Gruppenzahlabenb Zur Spiße, Prenzlauer Promenade 174. Referent wirb im Zohlabenb bekanntgegeben. Abt. Zahlabenbe in folgenden Lokalen: Golbfckimibl. Stolpiflbe Str. 36: Meißner, Schwelbeinerstr. 34; Weiß, Bornholmer Sie. l; Bericht vom Bezirksparteitag. Abt. Zahlabende in den bekannten Lakaien. Berichtet bei Hoffmann: Ein Blick hinter die Kulissen der Regieruitgsmi�chinerie, flefftent Genosse Langhaus. Abt. Zahlabenbe in folgenben Lokalen: Rieß, Rigaer Str. bö, Referent Genosse Reichenbach: Mit!, Poigtitr. 38, Referent Genosse Schlichting: Lemble, Echreinerstr. 38, Referent Genosse Ulrich: Graubner, Poigtitr. 26, Referent Genosse Habakuk: Schule, Samoriteestr. 20, Referent Genosse Lahn. Abt. Zahlabenbe in folgenden Lokalen: l. Bez. bei Zeple. Eberttistr. 7; 2. u. 3. Bez. bei Ierafch, Ebertgstr. 10: 4. bis 6. Bez. bei Rafchke, Matlernltr. 14, Koufnmfroacn. Die Fahnen ssnd zum Zahlabenb mitzubringen. Genossen, die altes Spielzeug und Kleibungsstllck« baben, werden gebeten, diese für unsere Ainberfreunde zur Weihnachlsbescherung mitzubringen. Abt. Zahlabenbe in allen Bezirken an bekannter Stelle. Achtung! Be». 188 und 193 erst Sonnabend, 17. Dezember, bei Pahlow, Barnimsir. 13. Abt. Zahlabenbe in den bekannten Lokalen. Abt. 103. Bez. Zahlabenb bei Seehak, Willibalb-Alexis-Str. S, 30 Uhr. Referent Arthur schweizer. Abt. Zahlabenbe in den bekannten Lokalen. Abt. Gruppenzahlabenbe in ben bekannten Lokalen. Abteilungsverfammlung füllt aus. Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: Srnpp« Rüden bei Echiitfch, Förster. straße 9: Gruppe Groß bei Sommer, Wiener Str. 26; Gruppe Jübel bei Winzier, Reichcnberger Str. 104: Gruppe Kinski bei Minnich, Laussßcr Straße 46. Die sozialistische Interuationaie und ihre Aufgaben, Referenten werben in den Zahlabenben bekanntgegeben. Abt. Zohlabende in folgenden Lokolen: Lehmann, Muslouer Str. l. Referent Hans Marr: bei Taube, Wanteuffelstr. 9, Referent Willi Echte: be! Steden. topf. Muskauer Str. 35, Referent Ernst Reumann: bei Biet. Rauirnnftr. 9. Referent Gerhard Ott: bei Roearius, Adalbertstr. 19, Referent Paul Leoh. Abt. 20 Uhr Zahlabenbe in den bekannten Lokalen. Zahlabenb Buschmann ießt bei Kieselbach, Ritterstr. 97. Äbt. Zahlabende mit Vortrag in den bekannten Lokalen. Erganzungs. wählen der Grupprnsunktionäre. Abi. Zahlabenbe in den belannten Lakaien. Bei Echweilert Referent Paul Amhosr, bei Lux Rrierenl Dr. Milkowski. Abt. 9. Gruppe: Zahlabenb uitd Vortrag bei Reimer, Grün- Ecke Hbt�io�Ubr Zahlabenbe. 1. Gruppe bei Arndt, Kantstr. 51; 2. Gruppe bei rhuna'ck, Wielandstr. 4. nahrcsbcricht und Neuwahlen.— Donnerstag, lö Dezember, Zahlabenb bar 3. Gruppe im Eassno-Reftourant, Wilmers- barfer Ecke Riebuhrstraße. Ebenfalls Bahresbericht und Reuwahlen, «bt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Wurzbacher, Bahithofsrestaurant Grunewald„Wie oerhalte ich mich vor Gericht?" Referent Dr. Leffmann. «M 30 Uhr Funktionäre bei Schneider, Potsdamer Straße. Abt.' Zahlabenbe in den bekannten Lokalen. Referenten: Dr. Schümann AM. Zahlabenbe in den- bekannten Lokalen. Stellungnahme zur Neuwahl Abt �Zab?öbende in den bekinnten Lokalen. Der l. Bezirk bält leinen Zahl. abend am Sonnabend 17. Dezember, bei Warth, Monumenten- Ecke Hoch- ««."r.�Uhi' Zahlabenbe in folgenben Lokalen: 1. bis 2 Bezirk bei Klabe, Hanbiernstr. 60-61..Wo stehen wir? Reierent Genosse Paulus:«. und < Bezirk bei Baginski, Slubeniouchftr. 22...Popens Wirtichoftsplan und feine Auswirkungen." Referent Genosse Houssong: 6. Beztrk bei Lehmann, Born. Ecke Büsingstraße. Referent Dr. Günther Scheele. l 82. Abt. Zahlabenbe: 20 Uhr bei Richter. Felbstr. 8.„Sozialisserungsprogramm ober Arbeitsbeschaffung?" Resereul Theodor Koßur. Bei Schulz. Birkbusch. slraße 90.„Partei und Gewerkschaften." Referent Dr. Waller Pähl. Bei Otis Thiel. Siemens» Ecke Birkbuschsiraße.„Historischer Materiolisniu»" ( jotlfcRiing). Referent Stadtrat Harliß. Lokal Südende. Stephanstr. 1, Ecke Albrechtstraße, Bielißer.„Die politische Loge und unsere Aufgaben." Reierent Genosse Strobel. 83. Abt. Zohlabende I West I bei Rohbe. Hmbenburgbamm Ecke Roonstraße: West ll Stehbierballe Lichterfelber Festsäl«. Zehlendorfer Str. ö: Oft bei Bubercik. Lorenzstr. 56: Süd bei Fritsch, Berliner Str. 1236. 85. Abt. Zahlabenbe 20 Uhr: Bezirk bei Hennig. Manteuffel» Ecke Friebrich.Wilhelm.Slraße. Referent Georg Müller. 6. Bezirk bei Schäfer, Rinabahnftr. 12; 7. Bezirk bei Hapvelt. Gottlieb-Dunkel. Ecke Germania. straße. Referent Dr. Kurt Lomderg. 8«. Abt. Zablabende: 1., 2. und 7. Bez. bei Merkeet, Kurfllrstenstr. 21. Referent Dr. Adler: 3. bis 6. Bez. bei Gürliß, Ehausseestr. 19 Referent Dr. Denicke. 8. bis 10. Bez. bei Dhonau, Friebrichftr. 6. Referent Alfred Flatau. 68. Abt. Mitglieberverfammlung in der Schule Roonstraße. Referent Bern. darb Krüger. 89. Abt. Zahlabenbe in ben bekannten Lokalen. 90. Abt. Zahlabenbe in allen Bezirken. 25., 84.. 35. Bez. Referent Dr. Heinz Paechter: 30., 31. Bez. Referent Genosse Iürgenfen, M. b. L.: 48. Bez. bei Schweighüfer. Referent wirb bort bekanntgegeben. 4g., 6 l. Bez. Referent Genosse Kelch; 28., 32. Bez. Referent Genosse Polenske: 16., 26., 27. Bez: Parlamentarismus, Demokratie und Arbetterklasse. Refeeeni Willi Schneider. 92. Abt. 20 Uhr Zahlabenbe in folgenben Lokalen: Bez. 29». 54, 55 bei Rippert, Harzer Str. 88. Rerferent Hermann Schlimme. Bez. Sl, 58,60 im Zägerheim. Wilbenbruchstr. 81. Referent Otto Bach. Bez. 52, 53, 57 bei Fiedler, Schanbauer Str. 1. Referent Erich' Radbaß. Bez. 56 bei Fischer, Heidelberger Sir. 31. Referent Franz Rettig. Bez. 59, 81, 83 bei Wolff, Kaiser» Friebrich-Etr. 173, Vortrog: Die sozialdemokratischen Forderungen zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft. Referent Dr. Kurt Mendelsohn. Bez. 62, 60, 85 bei Bordiert, Roseggerftr. 9. Referent Hans Turß. Bez. 63, 79 bei Einum. Bertbelsborfer Str. 9. Referent Willi Wolff. Bez. 87, 88 bei Sdineiber, Rofenftr. 7. Referent Franz Eeume Tagesordnung: Die Partei vor neuen Aufgaben. 93. Abi. Zahlabende in den bekannir» Lokalen. 94. Abt. Zahlabenbe in nachstehenben Lokalen: 40., 69. Bez. bei Kuhfelb, Liditenraber Sir. 58. Refcrenl Dr. Paul Arische. 42., 66. Bez. bei Leyk, Eelchower Str. 6. Referent Genosse Bühnte. 67., 68. Bez. bei Breuer. Schillerpromenabe 39. Referent Genosse Fengler. 71., 94., 95. Bez. bei Schröder. Steinmeßstr. 52. Referent Genosse Gaibis. 97.. 98. Bez. bei Kwella, Okerstr. 15. Referentin Dr. Maria Hirsd). 95. Abt. Zahlabende wie folgt: Saufe, Steinmeßstr. 78. Referent Genosse Dr. Dziobek. Klein, Prinz-Handierh-Sir. 34. Referent A. Benerling; bei Keusch. Iägerstr. 10. Referent Dr. Falk; bei Srieger, Lesssngstr. 9. Re. ferent Max Fechner, M. b. L. »7. Abt. Zahlabcnde in folgenben Lokalen: 99., 100., 125. Bez. bei Kußki, Leinestraße Ecke Sertnannstraße. 128., 129., 134. Bez. bei Krüger, Warthe. straße 10. 130. Bez. bei Helmke, Wartheplaß. 131., 132., 133. Bez. bei Gcqßiahn, Siegfriedstr. 55.'._. 99. Abt. Zahlabenbe in allen Bezirken. 147.. 148. Bez. bei Schmidt, Briß, Ehausseestr. 27. 152.. 153. Bez. im Sißungsraum, Hermonnstr. 40. 154.. 155. Bez. in der Zdcalhalle, Hannemannstr. 42. 156. bis 159. Bez. bei Tristram. Bürgerftr. 48 49. Referent Genosse Kakenstein. 160. Bez. Buckow, West und beide Stabtranbsseblungen bei Dietrich, Buckow-West, Ehaussee. Ecke Dorfstraße. Referent Genosse Hilbebranbt. 99a. Abt..Zablabende in den bekannten Lokalen. tgl. Abt. Zablabende in den bekannten Lokolen. 6. Bezirk neues Lokal Hans, Parkstr. 56. 3. Bez. am 15. Dezember bei Man», Kiefbolzstr. 21. 102. Abt. Mitgliederversammlung bei Bieler,„Alles Eierhäuschen": Organi. fatiansfraaen. 103. Abt. Zahlabenbe in den bekannten Lokalen. 166. Abt. Mitglieberverfammlung im Logenhaus. Friebrichftr. 52. Referent Artur Erispien. M. d R. 198. Abt. Zahlabende: Stieß(Alt) Vorstadt bei Schulze. Müggelheimer Str. 12. Kölln Borstabt bei Krüger, Echönerlinber Str. 5. Bericht vom Bezirks- Parteitag._ 108a. Abt. Zahlabenbe: Bezirk nördlich der Bahn bei Marx. Mahlsborfer Straße 1. Referent lüenosse Robbe. Bezirk südlick) der Bahn im Gesang?. mal der 6. Volissäiule Borgmannstraße. Referent Genossin Thomas. Reugestalttmg Kroß- Berlins. 110. Abt 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Werner. Köpemcker ctr. 125. Referent Max Brinißer. Außerdem Bericht vom Bezirksparteitag. 114. Abt. Mitgliederversammlung im. Logenkasino, Knorrpromenade 2: Kon- fumgenossenfchaft und Wirtschaftslage. Referent Genosse Bürkel. 115. Abt. Zahlabenbe in folgenden Lokalen: l. Gruppe bei Stöber: 2. Gruppe. Rest. Tivoli: 3. Grurve bei Rabtke; 4. Gruppe bei Seipke. 117. Abt. Gruvvetuahlabenbe wie folgt: Gruppe Ranrp, Etabn, Dietrich bei Sicject. Gruppe Unzner, Döhring bei Brunn. Gruppe Gischter, Wottkt, Koppernaß bei Klose. Gruppe Klingetibera bei Klugmanu, Äopenicker Ehaussee 21. Gruppe Hube, Sllnßel bei Dzuga am Donnerstag. Die Eintrittskarten zu bee Nachtvorstellung vom 17. Dezember müssen Donners. tagabend 19 Uhr bei Klose abgerechnet werben.. 118. Abt Zahlabenbe: bei Tempel. Gubrunstr. 7, bei Hartmann. Raten. selber Ecke Irenenftraße: bei Schade. Rarmannen. Ecke Rmcheftraße. 119. Abi Zahlabenbe in nachstehenben Lokalen: 1. Bezirk bei Wegener, Frank. furter Allee 236. Referent Genosse Hancbuth: 2. Bezirk bei Schmidl, Landsberger Ehaussee II. Referent Alfred John. 8. Bezirk bei Klucke, Scheffelstr. 10.. 121. Abt. Mitgliederversammlung an bekannter Stelle 20 Uhr. Referent wirb in der Versammlung bekanntgegeben...______ 122a. Abi. 20 Uhr Mitglieberversanimlung bei Döring, Kopenicker Str. I8d 91, Bolilisch-satirifcher Abend. Referent Hans Fuhrmann.. 124. Abt Zahlabenbe wie folgt: bei Schmidl, Marienburger Str. 8. Rcie- rent Genosse Käming: bei Anders. Bahnhofstr. 85/87, Referent Genosse Stieglitz: bei Jakob, Leinkestr. 150, Referent Sans Bauer: im Lokal Nordstern. Hönower Str, 49, Referent M. Stein: im Bürgerwöldchen. Köpenicker Allee 154, Referent R. Hugger. Thema in allen Ahenden: Kampf um die Macht._...„.. ,, 128. Abk. Zahlabende in folgenden Lokalen: 1. Bezirk bei Noack, Kaller. Friebrich-Str 53, Referent Walter Raue; 2. Bezirk bei Franz, Kaiser. /Friedrich-Sir. 67; 3. Bezirk bei»ober, Berliner Str. 86, Reierent Paul Remmele; 4. Bezirk bei Fulde, Berliner Str, 97. Referent Hans Franke: 5 Bezirk bei Rieck, Binzstr. 44, Referent Dr. I. Schlesinger; 7. Bezirk bei Seinze,«ifsingenste. 46: 8a. Bezirk bei Grasse.«iniiigetrstr. 11, Reie. rent Genosse Amberg: 8b. Bezirk dci Kaegler.«isssngenftr. 24. Referent Dr. N. Marx: 9. und 10. Bezirk bei Bleeck,„Mühleneck". Mühlenstraße. /Referent 71. Freubemann..___.. 129. Abt. Zahlabenbe wie solgt: l. bis 4. Bezirk rm Gangerheim, Flora. strafe 93. Genossen Flech. Schüttler: Berichte vom Bezirksparteitag. 5 bis 8. Bezirk im Türkischen Zelt, Breite Str. 14. Referent Dr. Kurt Will. 9. bis 10. Bezirk bei Mandel, Salenusftraße. Referent Oswald /Zienan._..... 135. Abt..Zahlabenb bei Hagemann. Referent wirb bort bekanntgegeben. 136. Abt. Zablabende in den bekannlcn Lokalen.,, 137. Abt 20 Uhr gemeinsame Zahlabenbe im Volkshaus, Slhornweberstr. 114: Die Aufgaben der' Partei. Referent Ott- Schweißer. 139. Abi. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Frauenveranstaltungen: 26. Kreis. Donnrrslag, 15. Dezember, 20 Uhr pünktlich, Funttionärinnen. ssßung an bekannter Stelle. Referent Genosse Klewiß. 13«. Abt. Die verabredete Besichtigung de, Konsumwarenhauses findet heute, Dienstag, 13. Dezember, nicht statt. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. , Die Ausstellung der»inberfeeunde„Kindee helft» Kinder»" ist bis zum 29. Dezember täglich in der Zeit»a« 10 bis 32 Uhr qeäffnet. ■ Kreise und Gruppen, die die Rachmsttag»»eranstaltu»ge» besuche» Ij wolle», müsse» si-g vorher schriftlich aber telephouisch i» der Gern schastsstelle oamelben._ :, Der Kasper spielt beute. Die»»tagt„Hai»»— P»I»»— Vaatz. »im Beginn 16 14 Uhr. Sraß-Beeli»: Heule um 20 Uhr Elternversammlung in den Ausstehungs. räumen. Metallarbeiierverbandshous, Alte Jakob. Ecke Grtschiner Straße. Inter. essierte Genossen herzlich eingeladen. Kreuzberg:-Alle'Abteilungen kommen mit ihren Falken zur Agspeiwor. stellung nach der Ausstellung. Beginn 1616 Ubr. 20 Uhr Elternabend ebenfalls in der Ausstellung.— Abi. Sörlißer Straße: Wir treffen uns heute, Dienstag. um 151, Uhr, am Schleüschen Tor zum Besuch unserer Ausstellung. Reuka'llnt Die Spieltruppe übt heute, 20 Uhr, im Kreishefm. Heute im Gruppenabend bekanntgeben. Für den Besuch bex Aulstellung ist unser Kreis für morgen. Mittwoch, perptlichtet. Die Gruppen geben ihre Treffpunkte bekannt, Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 74«. Abt. Unsere Genossin Pauline Wolff, Beerenstr. 13, ist»erstorben. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Dienstag. 13. Dezember. 16 Uhr. im Krematorium Wilmersdorf. Um rege Betellfigung wirb gebeten. IO8.1. Abt. Unsere Genossin Frieda Dumke, Linbenftr. 39, ist plößlich[ oersiorben. Ehre ihrem Andenkens Beerdigung Dienstag. 13. Dezember. 13'., Uhr, Olli dem Köpenicker Friedhof, Rudotver straße. 143. Abt. Am Sonnabend. 10. Dezember, verschied infolge Herzschlages unser lieber Genosse Ludwig Kramme Mit ihm ist einer der besten Käoivfer au» unserer Mitte gerissen worden. Bis zum leßten Tage vor feinem Ableben hat er in der Agitation an erster Stelle gestanden. Ehre feinem Andenken! Einäscherung am Donnerstag, 15. Dezember, 181» Uhr. Krematorium Gericht. straße. Rege Beteiligung erwartet der AMeilungsvorstanb. K SoziMjsche Arbeltm'llgend Groß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das 3ugcndf«»kretariai Ber'.in EW KS. Lindenstraße 2. vorn l Treppe rechts. Verbilligter Weihnachtsverkauf im Buch- und Warenvertrieb der SÄI-, Belle-Alliance-Platz 8, v. IT. Geöffnet Mittwochs und Freitags bis 19 Uhr.. Volksbühnen. Kabarett 2. Weihnachtsfeiertag, IN?"hr. härtere zu 1 M. sind im Sekretariat erhältlich. Abteilungsleiter'. Gebt das Januar. Programm und den B e- richtsbogen abl heute, Dienstag. 20 Uhr. Arkonaplatz: Elisabethkirchstr. 19: Tagespolitik.— Gewerkfchaftshans: Achtung, persdnliäie Mitteilung! Jugendheim geschlossen.— Rosevthnler Dorstadt: Schule Zehdenicker Str. 17— 18: Fahrtcnzauber.— Zentrum: Waisen- straße 18: Vortragsabend.— Gesundbrunnen I: Gotenburger Str. 8: Die poli- tische Situation.— Gesundbrunnen II; Koloniestr. 22: Bunter Abend.— Huw- dolothain: Putbusser Str. 22: Ketzereien am Jahresende.— Norden: Putbusser Straße 22: Sowjetrußlaird, II.— Schillerpart: Schule Schöninystr. 17: Mitgliederversammlung.— Wedding: Willdenowstraße b: Demokratie. Dik- talur.— Wedding. Nord: Turiner Ecke Seestraße: Iugendschutz und-recht.— Arnimplatz: Sonnenburger Str. 20: Heimabend.— Arnswaldcr Platz I: Schön- lanker Str. 11, B. 3; Einführung in den Sozialismus. II.— � Balkan: Mandel- straße 8: Tagespolitik.— Falkplatz l: Treffpunkt z�um Schwimmen 18' p Uhr Rote Ecke.— Zkordost I: Danziger Str. 82, B. 3: Reichswehr und Polizei.— �Seae- felderplatz: Kaftonicnallec 82: Schallplattenabcud.— Weißensec: Easeler Str. 2: Ausspracheabend.- Reichcnberger Viertel: Reichenbergcr Str. 87: Lichtbilder- abend.-- Hasenheide: Wassertorftr. t: Tagesvolitischer Informationsabend.— Köpemcker Viertel: cchlcsifchc Etr. 42: Arbeitsgemeinschaft. III.— Sudwest: Lindenstr. Liederabend.— Friedenau: Offcnbacher Str. 5a: Arbeiterjugend und SPD.— Schöncberg I RF.: Hauptstraße 13; Wie feiern wir Weihnachten?- Schöneberg U: Hauptstraße 13: Politischer Rückblick auf das Jahr 1932.— Schöneberg TU; Hauptstraße 15: Situationsbericht.— Eharlotteuburg: Rosinen straße 4: Tagesvolitik.— Eharlottenburg-Rord: Kaiserin. Augusta-Allec 97b: Politischer Rückblick auf das Jahr 1932.— Siemcusstadt: Neue Schule, Iunqsernbeideweq: Genier Unruhen.— Bestend: Sportplatz: Sexuelle Fragen.— Steglitz l: Albrechtstr. 47: Meine Erlebnisse in rnAiitftt An« Sportplatz: Sexuelle Fragen.— Steglitz..-------...------------------- Rußland.— Zehlendors. Dahlem: Zinnowwaldschule: Ausspracheabend(M. Rink». — Lichtenrade: Doristr. 36: Gcschiäite der Arbeiterbewegung: Sozialistengesetz. Martendorf beteiligt sich daran.— Neu. Tempelhof: Wintgensstraße: Gewerr- schaftsfragen des Tages.— Britz: Hannemannstr. 41: Tagespolitik.�- Neu- kölln I: Sander- Ecke Hobrechtstraße: Kohlenpott.— Neukölln III: Steinmetz- straße 94: Entstehung der KPD.— Neukölln IV: Kanner Straße: Zwei Welten.— Neukölln 5'll: KMS.: Gleichberechtigung der Frau.— Neukölln IX: Schule Mariendorfer Weg: Jugend in Rußland. II.— Reukölln XI:�Fluqhafenstr. 68? Arbeitsgemeinschaft, ll.— Gchöneweide I und Ii: Berliner Str. 31: Fürsorge- erziebung.— Treptow: Besuch der Sternwarte.- Köpenick I: Grünauer Str. 3: Antikriegsabend.— Kövenick II: Dahlwiver Str. 15: Mitgliederversammlung.— Lichtenbcrg.Nordrvest: Dossestr. 22: Einführung in die Weltwirtschaft, III.— Buchholz: Schule Berliner Str. 19: Bunter Abend.— Karow: Frundsbergstr. 9: Karl Marx und leine Werke.— Riederschönhausen: Lindenstr. 47: Heimabend.— Pankow I: Gorschstr. 14: Zeitunasschau. Derbebezirk Reinickendorf: Mitgliederversammlung. Wittenau. Hauptstr. 18. Thema: Die politisckie Lage. Reierent: Herb. Dewold. * Werbe be,irk Pankow: Voranzeige! Freitag, 16. Dezember, Borstandssitzung. Die für Mittwoch angesetzte Mitgliederversammlung findet nicht statt. bFreie Gewerkschafts-Fuaend Verlin Heute, Dienstag, 13. Dezember, um 19� Uhr, tagen die Gruppen: Steglitz: Jugendheim Flemmingstr. 14b.„Was ist Marxismus?"— Moabit: Jugendheim Bremer Str. 69—79. Schallplattenabend.— Spandau-Wilhelmstadt: Jugendheim Sportplatz Seeburger Straße„§ 218."— Pankow: Jugendheim Kissingenstr. 48, Zimmer 5.„Gewerkschaften in der Sowjetunion."— Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3 kam Bhs. Treptow).„Wie entsteht eine Tageszeitung?"— Frankfurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18. „Die gegenwärtige Situation unserer Jugendarbeit."— Landsberger Platz: Jugendheim Diestelmeyeritr. 5.„Kann man als Sozialist Weihnachten feiern?" — Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. 22.„Die Auswirkung der Reichstags- wählen vom 6. November."— Reu-Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44. Hose- mann bringt: Streifzüge durch die Sächsische'Schweiz und die sächsische Literatur. — Ostende: Jugendheim Karlshorst. Treskowallee 44< Kartschule. 1 Bunter Abend. — Schöneweide: Jugendheim Berliner Str. 31. Mädchenschule im Keller. Hier spricht Berlin.— Adlershof: Jugendheim Adlershosi, Bismarckstr. 1.„Reue Formen der gewerkschaftlichen Agitation."— Arkonaplatz: Elisabethkirchstr. 19. Schule.„Der lustige Querschnitt."— Osthafen: Goßlerstr. 61(Rotes Zimmer). Amerikanischer Dichterabend.— Rordkreis: Jugendheim Willdenowstr.(Z. 13). Ab 19% Uhr Kreismädchenzus ammenkunft. Jedes Mädel ist da! �iuoendorupve des �entralverbandes der Anaefteilten Heute, Dienstag, finden folgende Veranstaltungen statt: Gesundbrunnen: Jugendheim Schöustedtstr. 1. Aussprache:„Die Welt der werktätigen Jugend". Leiter: Bernstein.— Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44. Ein ganz lustiger Abend.— Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. 18—19. Heiteres von unseren Gruppenfahrten.— Die Photogruppc tagt heute um 26 Uhr im Zimmer 24 unseres Berbandshaufes, Hedemannstr. 12. SPD.- und freigewerkschaftliche Afü-Arbciter des Bezirks Friedrichshaiv. Freitag, 16. Dezember. 19 Uhr. Versammlung bei Ewest, Große Frankfurter Straße 36.„Das Verhältnis der Afü-Arbeiter zur Stadt Berlin." Referent: Kollege Rochowfki vom Gesamtverband. Partei- und Berbandsbuch legitimieren. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Seschäitsstelle: Berlin S. 14. Sebastionftr 87—33. Hol 3 Tr. Kamerabschast Tegel: Dienstag, 18, Dezember, 20 Uhr, Dersammlung bei Rothenburg, Hauptstr. 27. Reichsbuud jüdischer Froatfalbaten. Bezirl Moabit. Mittwach, 14. Dezember. 20H Uhr, im Poßenhoser, Turmstr. 25, künstlerischer Unterhaltungsabenb. Eintritt frei. Säfte willkommen. im Lazialistischee Espeeanto-Bunb. Dienstag, 13. November. 19>5 bis 22 Uhr, .. Mctallarbeiterverbandshaus, Elsässer Str. 86 Isiehe schwarze Tafel). Mstt. woch,>4. Dezember, Neukölln, Rütli-Schule, Rütlistraße. Donnerstag, 13. Dezember, Reinickenborf.Ost, Jugendheim Linbauer Straße, von 20 bis 22 Uhr. Gruppe und Kursus. Berliner Zither-Klub, gegr. 1858, übt jeden Dienstag. 2016 Uhr, im Klub- Hans, Ohmstr. 2. Was ist „Mattas"? „Mattas" Ist ein Distrikt im südamerikanischen Staate Brasilien. Mattas- Gewächse sind Brasiltahake einer besonders gepflegten Art. Dieser ausgesuchte Qualitätstabak aus der Wunderernte 1930 gibt dem Villiger 10 Pfg.- Stumpen das eigenartig Prickelnde, das den Villiger von allen anderen Stumpen unterscheidet. Villiger-Stumpen sind etwas Besonderes! Preislagen 8, 10 und 15 Pfg. Pabrik-Laier Hedemannstr. 22. Bergm. 3370. Geld für die Arbeitslosen! ELs reicht für fünf Millionen besser Unterstützter Was kann im Wintcr, d. h. vom Januar bis Ende April, für die Arbeitslosen geschehen? Wie kann die II n t c r st u tz u n g sowohl in der Arbeitslosenversicherung als auch in der Krisen- fürsorge und in der Wohlfahrt verbessert werden? In der Arbeitslosenversicherung haben wir zwei Quellen zur Finanzierung der Unterstützung. Die Reichsanstalt hat einen ver- wendbaren Ueberschuß von rund 100 Mil- lionen Mark. Pro Monat gehen 80 bis 83 Millionen Mark Beiträge ein. Das ergibt i n vier Monaten 32V bis 34V Millionen Mark Wir hätten danach also zusammen 42V bis 44V Millionen Mark. Erhöht man de» Unterstützungssatz pro Kopf und pro Monat aus 35 Mark, dann ergibt sich eine Unter- stützungsleistung von 22V Mark für die vier Mo- natc Januar— April. Es können also 2 Millionen Arbeitslose von der Versicherung unlerstüht werden. Zur Zeit haben wir in der Arbeitslosenversichc- rung nur 640V00 Unterstützte. Es bleibt noch die Frage der Unterstützung in der K r i s e n f ü r s o r g e und in der Wohl- fahrt. Auch hier soll mit klaren Zahlengrößen gerechnet werden Wie liegen die Dinge, wenn man Krisenunterstützung und Wohlfahrt z u- sammenlegt, d. h. wenn die von den Ge- werkschaften« geforderte Reichsarbc!ts- losenfürsorge geschaffen wird? Die Abgabe Arbeitsbeschaffung Der k�eickslrommissar empkänxt Am Monrag empfing der Reichskommisfar für Arbeitsbeschaffung den Präsidenten des Reichs- landbundes, Graf K a l ck r e u t h, sowie mehrere 5herren des Reichslandbundes und besprach mit ihnen die Frage der Arbeitsbeschaffung im Zusammenhang mit der Lage der Landwirt- schuft. Am Nachmittag waren Vertreter der Ge- wcrkschasten aller Richtungen bei dem Reichs- kommifsar zu einer Aussprache über das Arbeits- befchafsungsprogramm und die Wünsche der Ge- werkschaften. Dabei wurde von allen Vertrelern der verschiedenen Organisationen die Notwendig- teit der beschleunigten Durchführung eines öffentlichen Arbeitsbeschaffungsprogramms zu normalem Lohn unterstrichen. Wie die„Londvolknachrichien" erfahren, wird in den nächsten Tagen das Reichskommisfariat für Arbeitsbeschaffung seine offizielle Tätigkeit auf- nehmen. Es dürfte sich dabei nicht um die Lchaffung eines neuen, umfangreichen Ver- waltungsapparats handeln, sondern Reichs- konunissar Dr. G e r e k e wird vielmehr ein- heitliche Richtlinien für eine umfassende Arbeitsbeschaffung herausgebe» und in Zu- fammenarbeit mit den übrigen Reichsstellen für deren beschleunigte Durchführung sorgen. Damit dürfte auch die Frage, ob Siedlung und Osthilfe dem Arbcitsbeschafsungskoinmissar direkt unter- stellt werden sollen, dahin zu beantworten sein, daß das wahrscheinlich nicht der Fall sein wird. Wie sie verleumden L» soll etwas liänZen Melken Die KPD. ist in ihrem blindwütigen Kampf gegen die Sozialdemokratie, die ihrer Parole zufolge ja der ch a u p t f e i n d der Arbeiterklasse ist, jedes Mittel recht. Das gangbarste Mittel der Propaganda gegen die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften, die Verleumdung und Her- abwürdigung der sozialdemokratischen und frei- gewerkschaftlichen Funktionäre, ist augenblicklich wieder einmal in schwungvollem Gebrauch. Die kommunistische Presse fühlt sich zur Zeit bemüßigt, gegen den 2 Betriebsratsvor- sitzenden der Maschinenfabrik„B a m a g", Genossen Boge, eine wüste Hetze zu entfachen, die offensichtlich den Zweck verfolgt, innerhalb der fast restlos organisierten Arbeiterschaft dieses Be- lriebes Zwietracht zu stiften. Dem Genossen Boge wird nachgesagt, iin Dienste d�r Spitzelorga- n i s a t i o n„S o w i r c d a" zu stehen und„seine Kollegen, freigewerkschastliche Funktionäre und Betriebsräte, bespitzelt und denunziert" zu haben. Zum Beweise dasür hat man sogar ein Schreiben dieser Spitzelzentrale an einen Direktor der„Ba- mag" iv-öventlicht, in dem Boges„gute Zu- fammenarbeit" mit der„Sowircda" erwähnt wird, von der aber Loge selbst nichts weiß, weil er keine Spitzclkreatur ist, von denen es bekann- tcrmaßen in der KPD., RGO. und anderen kam- muniftischen Organisationen wimmelt. Eine Untersuchung des Metallarbeiter- Verbandes hat ergeben, daß gegen den Ge- nassen Boge die Verleumdungen nur ausgestreut werden, um ihn von seinem Funktionärposten im Betriebe zu entfernen, aus dem er einer Anzahl von Leuten unangenehm ist Der Metallarbeiteroerband und selbstverständlich zur Arbeitslosenhilfe bringt pro Monat 4v Mil- lionen, in vier Monaten also lvv Millionen. Das Reich hat 670 Millionen für die Unterstützung in der Wohlfahrt bereitgestellt. Davon sind 37V ver- braucht: 3VV Millionen sind noch übrig. Für die Gemeinden sind dann noch etatisiert 35 Millionen pro Monat: das macht für vier Monate 14V Mil- lionen. Für«ine Reichsarbeitslosen- fürsorge stehen also zusammen 160 plus 300 plus 140, das sind zusammen 600 Mil- lionen Mark zur Verfügung. Geht man bei der Berechnung des Unter- ftützungsaufwands davon aus, daß keine Hilfsbcdürftigkeitsprüfung, sondern nur eine sozial erträgliche Bedürftigkeits- Prüfung für die nicht mehr von der Versiche- rung erfaßten Arbeitslosen in Betracht kommt, dann kann man von einem Unter st ützungs- f a tz pro Kopf und pro Monat in Höhe von 5 0 Mark— 5 Mark weniger als in der Ver- sicherung— ausgehen. Das würde für vier Mo- nate eine Ausgabe von 200 Mark bedeuten. Danach könnten also bei einem Unterstühungs- fonds von 600 Millionen Mark 3 Millionen Arbeitslose in einer Reichsarbeitslosenfürsorge unterstützt werden. Wir wären also bei vorsichtigster Berechnung durchaus in der Lage, zusammen s ü n f M i l- lionen Arbeitslose zu unterstützen und zwar nach einheitlichen und gerechten Sätzen. Nach dem jüngsten Arbeitsmarktbericht der Reichsanstolt betrug die Zahl der Hauptuntcr- stützungsempfänger am 30. November in der Ar- bsitslosenversicherung 638 000, in der Krisenfürsorge 1 131 000 und in der Wohlfahrt 2 277 000. E» kann also die Gesamtunterstühtenzahl um rund eine Million erhöhl und die Unterstützung wesentlich verbessert werden. Was die Gewerkschaften fordern, sind keine Un- Möglichkeiten, auch wenn man die winterliche Zunahme der Arbeitslosen in Rechnung stellt. Die H i l fs b e d ür f ti g k e its p rü sun g muß fallen, eine Verlängerung der Unter- stützungsdauer in der Versicherung ist sehr wohl möglich und ebenso die Verbesserung der Unter- stützungssätze. Die Gemeinden werden, wenn der vorgeschlagene Weg beschritten wird, vom Druck der Wohlfahrtslast wesentlich entlastet. Sie Können ihre Kräfte endlich für ihre eigent- lichen kommunalpolitischen Aufgaben freimachen. Die Oberbürgermeister brauchen nicht mehr alle Augenblicke in Berlin beim Finanzminister betteln. Die Gemeinden können, wenn sie durch eine Reichsarbeitslosenfürsorge entlastet werden, schon während des Winters, sich um so intensiver der Arbeitsbeschaffung widmen, damit dann im Frühjahr endlich vom Arbeitsmarkt her eine Erleichterung der Unterftützungslaft eintreten kann. auch der Bevollmächtigte, Genosie U r i ch. haben auf Grund des Untersuchungsergebnisses ganz ein- fach die Pflicht, den Genossen Boge als Funk- tionär der Organisation gegen die infame Ver- leumdung, er sei ein Untcrnehmerspitzel, in Schutz zu nehmen, wie es der Genosse Urich auch in der letzten Betriebsversammlung der„Bamag" getan hat. Die kommunistische Presse kann diese Selbst- Verständlichkeit noch so„ungeheuerlich" finden, das wird keinen Funktionär des Metallorbeiter- Verbandes, besonders den Bevollmächtigten Ge- nofsen Urich nicht, davon abbringen, der schäbigen Verleumdung überall, auch in der Betriebsver- sammlung der freigewerkschaftlichen Arbeiter der „Bamag" am nächsten Mittwoch mit aller Schärfe entgegenzutreten. Im übrigen wird auch, wenn es juristisch mög- lich ist, die Verleumder zu stellen, diesen Herr- schasten Gelegenheit gegeben werden, für ihre Be- hauptungen den Wahrheitsbeweis anzutreten. Ausgelernt— arbeitslos Da» LeKicIus.! der Jugend Mit Unterstützung des Generalsekretärs der Katholischen Gesellenvereine in Köln hat der Deutsche Verein für öffentliche und private Für- sarge in Frankfurt a. M. eine Untersuchung dar- über angestellt, wo die Handwerkslehrlinge nach dem Ablauf ihrer Lehrzeit bleiben. Wenn sich die Umfrage, deren wichtigste Zahlenergebnisse im„Reichsarbeitsblatt" Nr. 33 wiedergegeben sind, auch auf«inen verhältnismäßig kleinen Kreis be- schränkt, so ergeben sich dennoch recht interessante Aufschlüsse aus ihr. vor allem hinsichtlich der Mög- lichkeit der fachlichen Ertüchtigung dieser jungen Menschen durch eine der Lehrzeit unmittelbar sol- gende längere Gesellentätigkeit. Mit dieser Weiter- beschästigung zwecks gründlicher Befestigung und Erweiterung des erlernten beruflichen Wissens sieht es jedenfalls sehr trübe aus, wobei noch zu bemerken ist, daß die Umfrage nur die Jahrgänge 1908 bis 1913 umfaßt, die also in den Jahren 1926 bis 1931 ihre Lehrzeit beendet hatten. Die Be- endigung der Lehrzeit der befragten Personen füllt mithin noch zum erheblichen Teil in die Zeit der guten slonjunktur und nicht in das jetzt zu Ende gehende Jahr des fürchterlichsten Konjunkturtiefs, in dem die Aussicht der Ausgelernten auf Weiter- beschästigung noch geringer geworden ist. Von den im Jahre 1926 Ausgelernten sind 21 Proz. sofort nach der Lehre ent lassen worden, von den 1931 Ausgelernten da- gegen 48 Proz., also fast die Hälfte. Von den 79 Proz neugebackener Gesellen, die im Jahre 1926 noch bei ihrem Lehrmeister verbleiben durften, waren 55 Proz. länger als ein halbes Jahr als Geselle in ihrem Lehrbetrieb tätig. Im Jahre 1931 waren es von den 52 Proz. Jung- ausgelernten, die der Lehrmeister behielt, nur noch 37 Proz., die über ein halbes Jahr bei ihrer Lehrsirma als Geselle bleiben durften. Dieser Einschränkung der Weiterbeschästigungs- und Ver- vollkommnungsinöglichkeit der Junggesellen steht, wie jeder Beobachter des Handwerks weiß, keine oder nur eine sehr geringe Einschränkung der Lehrlingsausbildung gegenüber, weil die Lehr- lingshaltung im Handwerk trotz gegenteiliger Be- teuerungen zuerst ein Lohnproblem und dann erst eine Frage des Nachwuchses ist. Auch der zweite Teil der Untersuchung, der Auskunft über die Berufsverhältnisse sämtlicher erfaßten Ausgclernten ain Ende der Beobachtungszeit gibt, ist sehr interessant. Zu der Zeit waren nämlich nur 29 Proz. in dem er- lernten Beruf und 6 Proz. in einem fremden Be- ruf tätig; fast zwei Drittel(65 Proz.) der mit so großen Hoffnungen erst in die Lehre und dann in den erlernten Beruf getretenen jungen Wen- schen waren„Stempelbrüder". Charakteristisch ist auch, daß von den arbeitslosen jungen Hand- werter», die 1925 ihre Lehre beendet hatten, im Durchschnitt jeder 2,7 Monate arbeitslos war, bei denen jedoch, die ihre Lehrzeit im Jahre 1930 beendet hatten, betrug die durchschnittliche Arbeits- losigkeit bereits 6,3 Monate. Das war, wie be- reits betont, die Entwicklung auf dem Arbeits- markt der Jungausgelernten bis zum Jahre 1930 oder 1931. Wie schlimm es heute um das Berufsschicksal dieser jungen Leute steht, kann man nur ahnen. Gewiß darf man diese Erdebung wegen ihres begrenzten Personenkreises nicht schematisch auf das gesamte deutsche Handwerk übertragen; es mag damals in manchem Gebiet besser, in viele» sicher- lich aber auch noch schlechter ausgesehen haben. Diese Unterschiede, die auch zur Zeit bestimmt noch vorhanden sind, ändern aber an dem Gelamtbiid nichts, wonach es um die gelernte Jugend geradezu trostlos steht. Das Problem der Arbeitsbeschaffung, das von den freien Gewerkschaften immer wieder in den Vordergrund ihrer dringenden Zeitforderungen gerückt wird, ist auch für unsere berufsuntätige Jugend eins Lebensfrage. Der Reichsorbeilsminifter hat dem Hansa- b u n d, der unter Hinweis auf die Aufhebung der „Parenna" die Wiederzulassung der ge- werbe mäßigen Stellenvermittlung forderte, geantwortet, daß zwar für die Vermilt- lung von Artisten die gewerbsmäßige Vermittlung wieder erlaubt sei, eine Ausdehnung dieser Er- laubnis auch auf andere Bcruie komme jedoch nicht in Frage. geistige und organisatorische Umstellung. Da- zu koinme, daß die Vertretung der Angestellten- und Arbeitergruppe eines Berufsstandes nnmer nur eine— auf berufsständischem Boden stehende— Vereinigung haben könne, da ihr öffenllich rechtliche Ausgaben übertragen würden. Damit werde die Politik aus der Wirtschaft aus- geschaltet.(!?) Der Tarisschematismus solle zwar beseitigt werden, jedoch müßten Richtlinien gegeben werden, noch denen iin Einzel- betrieb die E n d l ö h n c nach der Leistung fest- gesetzt würden. Paritätisch zusammengesetzte Schiedsgerichte»ist einen! unparteiischen Vorsitzen- den hätten für Beilegung von Streitigkeiten zu sorgen: Die letzte Entscheidung habe der Staat zu fällen, wodurch Streik und Aussperrun- gen. unmöglich gemacht würden. ★ Dieser— nur sehr wenig— getarnte Faschis- mus wird gewiß unter de» Unternehmern keine Gegner finden. Verspricht er doch, den Kapitalismus von dem drohenden Sozialismus zu retten, ohne daß er sich— wie die bösen Gewerk- schaften— umzustellen braucht. Streiks sollen verboten, der„Tarifschematismus", d. h. auf gut deutsch, die Tarifverträge beseitigt. Löhne vom Unternehmer„nach der Leistung fest- gesetzt" werden. Diese Unterjochung der Arbeiter- klasse unter die Diktatur der Unternehmer wird als„Ausschaltung der(sozialistischen) Politik aus der Wirtschaft" angepriesen. Getarnter Faschismus ,.BeruksstandiscKe" Sozialreaktion Ein„Bund für organischen Staats- und Wirr- fchaftsaufbau" trat am Sonnabendnachnüttag in der Technischen Hochschule an die Oeffentlichkeit. Prof. Dr. A l b r e ch t- Jena gab eine geschichtliche und soziologische Begründung der berufsständischen Sozialordnung. Er ging dabei von dem wechseln- den Bild der Sozialordnung im 19. Jahrhundert aus und zeigte, daß das Verhältnis der Arbeiter- schaft zu den Unternehmern den Charakter des organisierten Klassenkampfes annahm. Als Gegenbewegung trat in der Nach- kriegszeit die Forderung nach Verwirklichung der berufsständischen Sozialordnung auf den Plan. Dr. V o r w e r ck bezeichnete den Einbau der Gewerkschaften in eine berusssiändische Ordnung als unmöglich. Vorbedingung dafür sei deren Angestelltenschutz Das„Gesetz über die Fristen für die Kündigung von Angestellten" vom 9. Juli 1926 ist seit geraumer Zeit Gegenstand planmäßiger Angriffe der Unternehmerverbände. Gegenüber dieser Kritik am Äündigungsschutzoesetz stellt der Vor- stand des Bundes der technischen Angestellten und Beamten folgende Tatsachen fest: Das Gesetz ist geschaffen worden, weil sich immer stärker zeigte, daß die Notlage der älteren Angestellten durch das allgemeine Streben der Unternehmer, bei Einstellungen jüngere, billigere und gefügige Kräfte zu bevorzugen, drin- gend ein Eingreifen erheischte. Die Forderungen der Angeitelllengewerkschaflen: Meldepflicht für offene Stellen, Besch äitigungs- Verpflichtung. Anspruch auf Abkehr- geld, Beseitigung der Mißstände hn Anzeigenwesen und in der Lehrlingshaltung sind vom Gesetzgeber nicht erfüllt worden. Lediglich der Kündigungsschutz und auch dieser bei weitem nicht in dem erforder- lichen Ausmaße, wurde durch das Gesetz vom 9. Juli 1926 geschaffen, und damit wurde wenigstens für einige Monate Schutz vor der Vernichtung der Existenz durch die Stellen- losigkeit gewährt. Alle in der Zwischenzeit, insbesondere..in der Krise, gesainmelten Erfahrungen zeigen) daß das Gesetz diese seine einzige be- scheidenc Aufgabe auch erfüllt und sich darin bewährt hat. Darüber hinaus muß der Schutz der Angc- stellten vor der Willkür und der hemmungslosen Abbausucht des Unternehmertums durch wirksame Maßnahmen gemäß den gewerkschaftlichen Forde- rungen ergänzt und durchgeführt werden. Im Preußischen Landtag haben die Ratio- nalsozialisten einen Antrag eingebracht, der von der Staatsregierung fordert, bei der Reichs- regierung dafür einzutreten, daß durch Gesetz die Unternehmer zur Beschäftigung einer angemesse- nev Zahl älterer Angestellter verpflichtet werden. Wozu dieser Uinweg? Wenn die National- sozialisten für die älteren Angestellten etwas tun wollen, so ist im Reichstag dazu Gelegenheit. Generalstreik in Salamanca In der spanischen Universitätsstadt Salamanca ist der Generalstreik erklärt worden. Die Strei- tcnde» plünderten die Läden, wobei es zu Zu- fammenstößen mit der Polizei kam. Später wurden auch Infanterie- und Pionierabteilungen eingesetzt und Polizeiverstärkungen aus Madrid herangezogen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Streik Hai sich inzwischen auf die Provinz Salamanca ausgedehnt. Bisher find 200 Ort- schaiten von der Streikwelle ergriffen worden. Der Autobusverkehr ist überall unterbrochen worden. Auch in Nordspanien dauert der Streik weiter an. In Gijon wurden die Bahngeleise aufgerissen und elektrische Anlagen gesprengt. In Oviedo ist der Stierkampfplag in Brand gesteckt worden. Der Zenlralverband der Angestellten hat beim preußischen Finanznnnisterium eine Anweisimg erwirkt, daß die legte Gehalts rate'ür Beamte und B c h ö r d e n a n g e ft e l l t e im Dezember 1932 bei direkter Barzahlung a m 2 3. Dezember, bei Ueberweifung auf ein Konto bereits am 20. Dezember 1932 er- folgt. Hierzu 2 Beilagen Weiße Zähne: Chiorodont See.,!!Zorwär!g" Pr. monutlich 3,2ä M.(davon 87 tst inanatUch illt Zustellung ins Saus) trn voraus zahlbar. Postbezug M elnschticgtich 80 PI. Postzeitung. und 7ll Pf. PostbestellgebUhrcn. Äu-tandsabonncnicnt 3,63 M. pro Monat; für Ländel n»! ermästigtem beuctsachcnporto tll.-VI?ej Ä.fall der Lieferung wegen höherer(Sewatt besteht kein Anfvruck der Abonnenten auf Srsaß. � Anzeige npreife: Die einfvalttge Millimeterzeile Pf. Rcllamczeile 1,30®....g leine Anzeigen" das fel! aedrurtt. Kort 21) Pf jedes weitere Wort w Pf Rabatt laut Tarif. Borte Uder tü Buchstaben zahlen für zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeterzeile 23 Pf. Familienanzeigcn Millimeterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme' im 6 a u p! n'r f d) c• I Uindcnstr D wochentaalich von SZH bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I Verantwortlich für Politik: Rudolf«rendemuhl! Wirtschaft: S. Klingclhöfer; Gewertschaftsbewegung: Z. Steiner- Feuilleton- Serberr Lepore: Lokales und Sonstiges: Zritz Karstadt: Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin. I Berlag: Dorwärto-Berlag®. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Bcrlagsanstalt Paul Singer u. So., Berlin SB 68 Lindcnstr Z ZWEITE BEILAGE VsmUs DIENSTAG, 13. DEZ. 1932 Quisthus wurde von Berger und der Po- lizei bewußtlos neben der Hintertür gefun- den. Lüdersen saß am Boden, verwirrt mit einem Loch im Kopf. Beide wurden ins Krankenhaus übergefichrt, wo man bei Quischus einen schweren Schädelbruch fest- stellte. Er würde voraussichtlich im Laufe der Nacht sterben, ohne noch einmal zu Be- wußtsein zu gelangen. Lüdersen wurde ver- Kunden und nach Hause geschickt. Vom Krankenhaus ging Berger mit aufs Polizeiamt, um Bericht zu erstatten, so gut er eben konnte. Der Polizeiinspektor Lier nahm eigenhändig das Verhör auf. Trotz- dem man alles, was nur die geringste Be- deutung hatte, sorgfältig aufschrieb, war es ein recht magerer Bericht. Der Inspektor las ihn langsam und mißbilligend durch und sah mit hilflosen Fischaugen auf. Er hatte ein dickes, rötlich glattes Lebemannsgesicht und hatte die eine Hand auf seinen Bauch gelegt. „Sie haben also nichts hinzuzufügen?" „Nein." „Und Sie selbst sind völlig unverletzt?" „Ja." Der Polizeiinspektor runzelte die Stirn in ohnmächtigem Kummer. „Sie haben nicht gesehen, was in den an- deren Büros vor sich ging, und Sie sind un- verletzt, völlig unverletzt? Sie waren mit andern Worten sozusagen nicht dabei?" Bergers Gesicht überflog eine flüchtige Röte. Er saß während der ganzen Nacht rat- los und verschüchtert da. „Ich stand jedenfalls vor einem Revolver." Der harte Ton der Antwort schien den an- deren zu ärgern. „Na ja", sagte er.„und dann?" Berger zuckte mit dem Kopf, aber ant- wartete nicht. „Sie haben keinerlei Widerstand geleistet?" „Nein." „Sie haben Ihre Kasse gutwillig her- gegeben?" Ein blasses Lächeln glitt über Bergers ver- wirrtes Gesicht. „Gutwillig?" fragte er.„Gab ich gut- willig her, mit einem Revolver vor der Stirn?" Der Inspektor richtete sich gereizt hoch. „Es wurde ja gar nicht gefchossen." Berger wurde etwas bleicher und sah vor sich nieder.„Nein", sagte er,„geschossen wurde mm Glück nicht." Der Inspektor betrachtete ihn aufmerksam. Plötzlich fragte er:„Sind Sie feige?" Der andere fuhr zusammen und sah auf. ohne zu verstehen.„Ich dachte an die an- dern", sagte er. „Ganz recht, an die andern, die sich zur Wehr setzten!" Bergers schmales Knabengesicht verzog sich ein wenig gequält.„Was hat das ihnen und der Kasse genützt?" „Wer sie taten es wenigstens." „Ja, sie taten es. Aber— fragen Sie mal Quisthus, ob er's noch mal machen würde. wenn er die Wahl hätte." Der Inspektor maß ihn herablassend. „Dazu wird er keine Gelegenheit haben", sagte er„Uebrigens, darauf kommt es ja auch gar nicht an." Berger sah ihn verwirrt an. „Worauf kommt's denn an?" fragte er. „Daß man Mut hat. Verehrtester. Daß man Mut hat." „Auch wenn es nichts nützt?" „Auch dann!" Das wurde mit großem Gewicht gesaat. Aber Berger war ruhiger geworden. Und er antwortete schlicht: „Dann ist es wohl bisweilen töricht, Mut zu haben?" „Was wollen Sie damit sagen?" Die Frage kam scharf und kurz, und der In- spekror richtete sich im Stuhl hoch. „Daß es vollkommen töricht ist, für sieben- tausend Kronen sein Leben aufs Spiel zu setzen. Zudem habe ich Frau und Kind." Lier lächelte mißtrauisch.„Dachten Sie an die?" „Es war dos einzige, woran ich dachte." „Sie waren also bei vollem Bewußtsein? Durchaus nicht feige? Durchaus nicht ver- wirrt und überrumpelt?" Der andere zögerte, ehe er antworteten „Bei vollem Bewußtsein", sagte er nach- denklich,„nein aber denken konnte ich wenigstens So kam es wohl. Und da konnte ich eben nicht anders handeln." „Und Sie finden noch immer, es mar richtig so?" „Ja, ich finde noch immer, es war richtig. Ich finde noch immer, daß es sich nicht lohnt, für zweihundert Kronen zu sterben." Der Inspektor warf einen raschen Blick auf den Bericht.„Vorhin waren es sieben- tausend?" „Ja, ganz recht. Wer jetzt dachte ich an Quisthus. Der muß heute nacht für zwei- hundert Kronen sterben." Er lächelle ein hartes und verzerrtes Lächeln:„Ich hätte für siebentausend sterben sollen." Da hob der Inspektor jäh und scharf den Kopf.„Finden Sie, daß dies eine Sache zum Scherzen ist?" Berger war aufgestanden. Er stand da, elend und totenbleich. „Ich scherze nicht", sagte er.„Man hätte allen Grund, das mit Quisthus ungeschehen zu machen. Er hat auch eine Frau und ein kleines Kind." „Und das soll eine Rolle spielen, wo es eines Menschen Heiligste Ehrbegriffe gilt? Ist das Ihre Ansicht?" Es dauerte einen Augenblick, ehe Berger antwortete.„Ja", sagte er,„es wird der Frau schwer genug fallen, sich durchzu- schlagen. Und ich glaube, hätte s i e ihm einen Rat geben können—" Er verstummte plötzlich— ausweichend und unruhig. Etwas Schwieriges und Peinliches war zwischen den beiden Männern aufgekommen, und der Inspektor brach verstimmt ab. „Es genügt", sagte er mit resignierter Stimme.'—„Sie verstehen ja doch nicht, was ich meine." 3. Als Berger vor dem Polizeiamt auf der Straße stand im Laternenschimmer und über Markt und Straßen blickte, wo die Autos vorbeijagten und das Leben seinen gewohn- ten, regelrechten Gang hastete, so als ob nichts geschehen wäre, fühlte er sich seltsam ausgehungert und schwach. Er fühlte einen Druck an den Schläfen und ein nebelhaftes Sausen in den Ohren. Aber er richtete sich hoch und versuchte sich zusammenzunehmen. .Tn'is S Sin&oriräi/ Ton Wira von fflollander-Wunkh Zivilcourage und die eigenwillige Formung eines aufrechten Denk- und Lebensstiles gedeihen nur selten in der Lust des deutschen Wissenschaft- lichen Betriebes um staatliche Institute und Hoch- schulen. Wenn ein deutscher Wissenschaster aber doch solche Persönlichkeitsprägung hat, und wenn er dabei ein stiller, bescheidener, zu jedem Re- klametamtam unfähiger Mann ist und sich, über das alles hinaus, auch noch den Luxus gestattet, ein guter Republikaner zu sein, dann kann es kein glorreiches Ende mit ihm nehmen in der deutschen Republik. Schon Fritz Strichs Aeußeres ist völlig un- prvsessoral: klein, zierlich, von ein wenig bieder- meierischer Eleganz: das dichte, glatte, schwarze Haar wie eine enge Kappe um den Schädel ge- legt, mit den großaufgeschlagenen, stillen, gütigen Tieraugen immer wie ins Leere oder vielleicht auch ins Uebervolle(der eigenen Seele) blickeird. Dazu der Umgang, den er pflog! Junge gärende Menschen, Schwabinger vom reinsten Wasser und wildestem Feuer. Er suchte sich nicht die Korps- studenten als Lieblingsschüler aus. Man sah zu viele abgewetzte Röcke in seinen Seminaren. Und auch das machte„böses Blut", daß seine Hörsäle, obgleich er nur Privatdozent war, unverhältnis- mäßig dichter besetzt waren, daß sich um seinen Lehrstuhl viel mehr und viel beteiligteres Schüler- fTtillelaUer, Qolik, Renaissance Bon der„Propyläen-Weltgeschichte"(Propy- läen-Berlag, Berlin) liegen zwei neue Bände vor: „Das Mittelalter bis zun, Ausgang der Stauffer 400— 1250" und„Das Zeitalter der Gotik und Renaisiance 1250— 1500". Beide Bände reihen sich den bisher erschienenen Teilen dieser Welt- geschichte würdig an. Die Buchausstattung ist wieder erstklassig. Die Bände enthalten eine Fülle von Illustrationen und Beilagen aller Art, aus denen die Kunst und überhaupt die Kultur und das Gesellschastsleben der behandelten Epoche dem Leser klar werden. Der Text ist wieder von einer Reihe angesehener Spezialsorscher oerfaßt worden. Die einzelnen Beiträge gelen durchweg den gegenwärtigen Stand der bürgerlichen Ge schicht-forschung in klarer und übersichtlicher Form wieder. Besonders zu rühmen ist, daß die Pro- pyläen-Weltgeschichte sich auch in diesen Bänden nicht auf die üblichen Haupt- und Staatsaktionen des christlichen Abendlandes beschränkt. Sondern Byzanz und der Islam Rußland und Indien werden in eigenen wertvollen Abhandlungen ge- ivürdigt. Der wichtigste der Cinzelbeiträge ist die Arbeit von Professor Fritz R ö r i g(Kiel) über die„europäische Stadt im Mittelalter". Rörig ist zur Zeit der beste Kenner der Hansa. Er hat über die Geschichte Lübecks und verwandte The- wen mehrere hervorragende Arbeiten veröffent- gicht. Rörig geht von den wirtschaftlichen Per- hältnissen des Mittelalters aus, die er in allen Einzelheiten beherrscht. Aus der ökonomischen Grundlage entwickelt er die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Die Stellung der mittel- alterlichen Kommune innerhalb des feudalen Staates, der Gegensatz zwischen Patriziern und Zünsten, der Frühkapitalismus, besonders in Flandern und Italien, und die sozialen Kämpfe der verarmten Weder, werden von Rörig in glänzenden Skizzen behandelt. Arthur Rosenberg. Meint der Mensch da drin wirklich, was er sagt? fragte er sich selbst verwundert und ratlos. Meint er, ich müßte von Rechts wegen tot sein? Daß es feige war, den Kerls bloß die Kasse zu überlassen und nicht die Kasse und das Leben? Als versöhnendes Moment fiel ihm ein, daß der Polizeiinspektor Lier Reserveoffizier war. Er dachte nicht weiter drüber nach. Es strich nur so durch ihn hin, wie er da stand, blaß und unruhig. Und doch erleichterte es ihn und half ihm weiter. Auch kam ihm der Gedanke, es fei besser, erst mal nach Hause zu gehen, ehe sie dort etwas erfuhren und sich im, ihn sorgten. Der Gedanke machte chn straffer, und ent- schlössen begab er sich auf den Weg. Um keinen Bekannten zu treffen, wählte er die am wenigsten belebten Straßen. Der Eindruck war noch zu frisch und überwälti- gend, als daß er schon darüber hätte sprechen können. In sich selbst aber suchte er zur Klarheit zu kommen und erlebte alles noch einmal: Die Spannung, die panische Angst, ehe er seinen Entschluß faßte, seine Ver- worrenheit auf der Straße, die ungläubigen Gesichter. Na ja, dachte er, sicher sah ich wie ein Verrückter aus. Mit bloßem Kopf aus dem Fenster rausgesprungen und mit einer solchen Neuigkeit. (Fortsetzung folgt.) volk sammelte als mn die Katheder der ordentlichen Professoren.» Es gibt eben zweierlei Literaturgeschichte! Wenn auch viele Literarhistoriker ihre Ausgabe nur darin sehen, jene mehr oder minder nützlichen Nach- schlagewerte zu verfassen, in denen die Namen der Dichter und chrer Werke, die mutmaßliche Ent- slehungsgeschichte ihrer Schriften und die wichtig- sten Einzelheiten ihres Lebens ausgezählt sind: wenn sich auch die offizielle Wissenschast meistens darin erschöpft, fleißig Tatsachen zu sammeln, ge- wissenhaft genaue Jahreszahlen zu erforschen, Handschriften zu vergleichen und Versmaße, Mund- arten und Stileigentümlichkeiten zu untersuchen. Es läßt sich eben doch noch auf ganz andere Weife Literaturgeschichte betreiben. Der Literarhistoriker kann nämlich auch ein Deuter dichterischer Werke und geistiger Entwicklungen sein, kann klarstellen, wie sich auch in der Literatur, gleich wie in jedem anderen gesellschaftlichen Produkt, Werden und Wandel der gesellschaftlichen Inhalte und Formen ausdrückt. Diese deutende Literaturgeschichte mußte zu einem immer drängenderen Bedürfnis werden, je mehr die Tätigkeit der Literarhistoriker in der nüchternen Aneinanderreihung von oft sehr be- langlosen Tatsachen, in wenig ausschlußreichen Vergleichen zwischen Dichtern und Dichtungen, in langwierige Untersuchungen über die.Quellen", aus denen die Dichter den„Stoff" zu ihren Werken geschöpft haben und in der Zusammenfassung literarischer Erscheinungen unter schlagwortarligen Begriffen, wie„Romantik",„Realismus",„Neu- romantik" und„Noturalismus" versandete. Nach Friedrich Gundolfs Tode wurde Fritz Strich, der jetzt fünfzigjährige, der bekannteste und anerkannteste unter den Vertretern dieser neuen literarhistorischen Betrachtungsweise, die man in jüngster Zeit mit den, Namen Geistes- geschichte von den, sonst üblichen philologischen Literaturgeschichtsbetrieb zu unterscheiden oersucht. Gleich Gundolf hat sich Fritz Strich mit Erfolg von dem trockenen Magisterton der akademischen Literaturgeschichtsschrcibung frei gehalten und für feine Bücher einen dichterischen Stil gefunden, der nicht Aufzählung, sondern Erlebnis ist. Aber wäh- rend Gundolf zeitlebens im Banne der wirklich- teitsfremden Kultdichters Stefan George blieb und alle Dichtung losgelöst von Raum, Zeit und llrnwelt, also durchaus unhistorisch betrachtete, ist Strich immer real urad gegenwartsnah geblieben: auch da, wo er sich bemüht, die Fonnen der Dichtung auf allgemeingültige Begriffe zurück- zuführen, die für alle Zeiten und Zonen Bedeutung behalten sollen. In seinem Buch„K l a s s i k u n d R o m a n t i k". zum Beispiel, versucht Strich zwei grundsätzlich verschiedene Erlebnis- und Gestaltungsarten der Dichtung nachzuweisen. Diese Arbeit hat ihn weit über die Kreis« der Fachgelehrten hinaus bekanM gemacht. Er stellt mit ihr die These auf, daß es zwei Arten gäbe, die Welt zu erleben: entweder man erleb« sie als ein vollendetes Ganzes, und das fei die Erlebnisweise, die sich in der Dichtung der „Klassiker" am reinsten ausdrückt, oder als eine unbegrenzte, nie vollendete Entwicklung, als„Un- endlichkeit", und das wäre die Erlebnisweise, die den„Romantikern" eigentümlich ist. Bei aller Gelehrtheit wird ein Mensch wie Fritz Strich niemals ein in gelehrte Abgeschiedenheit zurückgezogener Professor werden können. Wie in den langen Iahren seines Wirkens an der Münchener Universität hat er auch heute noch, über seinen Schülerkreis hinaus, lebendig« Fühlung mit der Literatur der Gegenwart, Viel« seiner wissen- schaftlichen Arbeiten gelten den zeitgenössischen, kampferischen Dichtern. Seine Ausgabe der Briefe Wedekinds ist besonders verdienstvoll. Sein Buch „Dichtung und Zivilisation" versucht die gegenwärtige Situation der Literatur zu klären und die schwierigen Bedingungen aufzuzeigen, unter denen heute dichterisches Gestalten in der Welt möglich ist. Kein Wunder, daß dieses wahre und Vorurteils- lose Verstehen der modernen Literatur, das Strichs Mllnchener Vorlesungen, die auch eine große redne- rische Leistung waren, immer mit einer großen Hörerschaft füllte, daß sein loyales Verhallen wäh- rend der Münchener Revolutionstage, seine Kühn- hell, mit der er sich nie auch nur den Anschein gab, politisch realtionär zu sein, sein Verkehr init „Literaten" und sein Interesse für junge und ringende Kräfte(er bewies es besonders durch die Mitwirkung an der Verteilung des Klei st- preises) ihn höheren Ortes„verdächtig" gemacht hat. Wenn man dann noch hinzufügt, daß er nicht arischer Abstammung ist, dann wird man die Gründe und Hintergründe für die dauernde Zurück- setzung, die er in Deutschland erfuhr, leicht zu er- fassen vermögen. Obgleich er einer der bekannte- sten Vertreter seines Faches ist, weigerte man sich, ihn zum ordentlichen Professor zu machen. So konnte vor wenigen Jahren die Universität Basel einen guten Fang tun. indem sie Fritz Strich ein Ordinariat zur Verfügung stellte: natür- lich wäre das innerhalb der deutschen Reichs- grenzen nicht möglich gewesen. Wieder gesund! Ich lllt an Arterienverkalkung, Magen- schmerzen und hatte zuviel Magensäure. Ich machte einen Versuch mit ZinfserKnob lauchsait und spürte scbon nach Gebrauch der ersten Flasche Besserung. Jetzt bin ich wieder sow it hergestellt, ich iühlc mich sehr wohl und kann Ihren Knoblauchsast nni emvfehlen. 57546 Max Eidner, Zeig, Gartenstr. Zmsser- Modlauch- Saft ist appetitanregend, reinigt dasBlutund den Darm, schafft gesunde Säfte und leistet bei Arterienverkalkung, zu hohem Blutdruck, bei Magen-, Dorm, Leber- und Gallen- leiden, bei Asthma, Rheuniatismus und allen Stoffwechsclstörungen gute Dienste. 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Mpkergraben 2274, weist aui Wunsch Pertarns'Mlen gern nach Jetzt Zollerhöhung statt Kontingente Nur die Esel sind vergessen— Neue Bedrohung des Exports Das Echo in der agrarischen Presse auf die Nachricht, daß sich der Reichswirtschastsminister W a r m b o l d und der Reichsernährungsminister von Braun handelseinig geworden sind, war verdächtig still Brauns Verzicht aus Fort- setzung der Kontingentierungspolitit hat die landwirtschaftlichen Interessenten nicht in den er- warteten Wutrausch versetzt- Noch liegt eine offizielle Erklärung, was zwischen Warmbold und von Braun vereinbart wurde, nicht vor. Aber die neue Walze, die Reichslandbund und Deutscher Landwirtschoftsrat aufgelegt haben, läßt Schlüsse z»- E» geht wieder einmal um Zollerhöhungeu ans kosten einer vernünftigen Handelspolitik. Eine Anzahl landwirtschaftlicher Erzeugnisse hatte bisher noch Zölle, die noch nicht jede Ein- fuhr unmöglich machten. Sie konnten noch nicht beliebig erhöht werden, weil sie tn noch laufenden Handelsverträgen„gebunden* sind. In „weiser Voraussicht" hatte die Papen-Regierung jedoch die wichtigsten davon gekündigt. So läuft der deutsch-holländische Handelsoer- trag Ende des Jahres, der deutsch- schwedische Mitte Februar nächsten Jahres ab: der deutsch-jugoslawische Handels- vertrag wurde zum 7. März 1333 gekündigt und über den deutsch-französischen Vertrag wird zur Zeit verhandelt. Es wird nun verlangt, daß keines- falls neue Zollhindungen für landwirt- schaftliche Erzeugnisie eingegangen werden, um die Zölle kräftig erhöhen zu können. Insbesondere verlangt man die Erhöhung der Zölle für folgende Erzeugnisie: Eiet Speck, Schmalz, Rinder, Schafe, Fische, verschiedene Kohlarien, Mohrrüben, Seeren. getrocknete Pflaumen. Radelschnittholz und Faßholz. Auch völlig unwichtige Zollpositionen sind nicht vergessen, wie z. B. Zierpflanzen und Auberginen, ein in Deutschland in nennenswertem Maße überhaupt nicht gebautes Gemüse, das nur in Lurusrestaurants als Delikatesie auf den Tisch kommt. Die Forderung nach Erhöhung des Zo l l s auf Esel fehlt nur deshalb, weil Esel bisher zollfrei eingeführt werden können. Hoffentlich kommt sie noch, denn in seiner Kontingentsliste hatte der Deutsche Landwirt- schaftsrat sie nicht vergessen mit der famosen Be- gründung. daß Deutschland seinen Eselbedars selbst decke. Auf die Unvernunft der einzelnen Forderungen einzugehen, können wir uns heute sparen. Es genügt, darauf hinzuweisen, daß es nach Er- füsiung dieser Forderungen kein Agrarerzeugnis mehr gibt, dessen Einfuhr nicht durch protektioni- stische Zölle oerhindert werden kann, und daß durch die Fortsetzung der agrarischen Absperrungs- Politik unser Jndustrieexport aufs empfindlichste geschädigt werden würde. Denn von der Kündi- gung der Handelsverträge und der Erhöhung der Zölle werden nicht nur die Länder betroffen, denen gegenüber Deutschland die Verträge aufkündigt, sondern überhaupt alle Länder, die nach Deutsch- land Agrarerzeugnisse importieren. So wird durch die Aufhebung der im deutsch-jugoflawischen Handelsvertrag festgelegten Bindung des Eier- zolls von ö M. nicht nur Jugoslawien getroffen, dos 1331 an uns für 8,5 Millionen Mark Eier, d- h. 5 Proz. der deutschen Eierein- fuhr verkaufte, sondern auch Holland, Däne- mark, Lettland, Finnland, Rußland. Rumänien, Italien und viele andere. So wünschenswert es mär?, den Msah an deutschen Eiern zu erhöhen— es mit Zoll- erhöhungen und Preissteigerungen zu versuchen, ist Heller Wahnsinn. Denn die Eiereinfuhrländer werden notgedrungen sofort ihre Einfuhr an Jndustrieerzeugnissen aus Deutschland verringern oder gar einstellen, wenn durch brutale Zollerhöhungen ihnen der Export ihrer Waren nach Deutschland unmöglich gemacht wird. Das gleiche gilt für alle anderen landwirt- fchsftlichen Erzeugnisse, deren Einfuhr durch Zoll- erhöhung oerhindert werden soll. Die Folge der deutschen Zollerhöhungen wäre nur vermehrte Arbeitslosigkeit in der deutschen Cxportindustrie und damit Verringerung der Kaufkraft der breiten Massen für hochwertige Nahrungsmittel, so daß die deutsche Landwirt- s ch a f t selber nicht den geringsten Nutzen aus den Zollerhöhungen ziehen würde. Es läßt sich nun einmal nicht aus der Welt diskutieren, daß selbst in der Zeit, als es der Landwirtschaft gut ging, nur 23 Proz. der deutschen Industrieproduktion von der deutschen Landwirtschaft gekauft wurden, 83 Proz. dagegen von der städtischen Bevölkerung und vom Ausland Von der Kaufkraft der breiten städtischen Massen ist die Landwirtschaft abhängig und nicht umgekehrt. Deshalb wäre es der schwerste Schlag für jegliche Besserung der wirtschaftlichen Lage, wenn sich die Reichsregierung diesen kurzsichtigen Interessenten- forderungen gegenüber wohlwollend verhalten würde. dolens neuer Zolltarif Der neue Zolltarif ist jetzt von der polnischen Regierung veröffentlicht worden. Der Tarif, mit dem eine verstärkte Schutzzollpolitik durchgeführt werden soll, wird aber erst nach einem Jahre in Kraft treten, damit die Länder, die in der Zwischenzeit mit Polen noch einen Handelsvertrag abschließen wollen, hierzu Gelegenheit erhalten. Neben einem sogenannten Normaltarif, der an und für sich schon sehr hohe Zölle besonders für Fertigfabrikat« vorsieht, ist noch ein Maxi- m a l t a r i f festgesetzt, dessen Zollbelastung um durchschnittlich 25 bis 35 Prozent über dem Normaltarif liegt. Der Normaltarif selbst ist nicht starr, sondern die Staaten, die mit Polen einen Handelsvertrag abschließen, können auf dem Ver- hanhlungswege Zollermäßigvngen er- halten. Da Deutschland seinerzeit den Handelsvertrag mit Polen nicht ratifiziert hat, wird die Frage brennend ob bis zum Jnkrast- treten des neuen polnischen Zolltorises nicht eine Neuregelung der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen geschaffen werden soll. Blohm u. Poß zeigt sich im Rückgang des Konto« „in Arbeit befindliche Schiffe, einschließlich Vor- räte*. das sich von 1333 bis 1332 auf weniger alsein Viertel, von 41,3 auf 3,2 Will. Mark ermäßigte. Fertiggestellt wurde ein Dampfer für amerikanische Rechnung. Sonst war die Werft nur mit Abwrack- und Reparaturarbeiten be- schästigt, so daß die Fünftagewoche einge- führt werden mußte. Zur Zeit sind noch zwei Motorschiffe für die Hapag aus früheren Auf- trägen im Bau. Chemie-Gewinne ScheideanstaItzahlt9Proz. Dividende lieber eine Million für die Direktoren Der Frankfurter Chemie-Konzern, Deutsche Gold- und Silber-Scheide-Anstalt. der wie immer sehr pünktlich mit seinem Jahres- abschluß für das am 33. September beendet« Geschäftsjahr 1331/32 herau-kommt. schüttet eine Dividende von 3 Proz aus Im vergan- genen Jahr hatte das Unternehmen feinen Aktiv- nären 13 Proz. auf das Stammkapital von 35 Millionen gezahlt, womit d-e Gesellschaft im zweiten und dritten Jahr der Wirtschafts- jchrumpfung eine ganz auffallende Krisen- f e st i g k e i t an den Tag legt. Gewinn- und Verlustrechnung sowie Bilanz sind zum erstenmal nach den neuen Vorschriften der Aktienrechtsnooelle aufgegliedert so daß Ver- gleiche mit den letzten Jahren nicht ohne weiteres möglich sind. Ausgewiesen wird ein Brutto- gewinn von 23,7 Millionen Mark, von dem nach Abzug sämtlicher Unkosten— darunter Löhne und Gehälter 11,33 Millionen Mark— sowie Abschreibungen und Steuern ein Reingewinn von 3,56 gegen rund 4 Millionen Mark im Vor- jähre verbleibt. Die einzelnen Fabrikationsabteilungen, die sich über die verschiedensten Gebiete der chemischen Industrie erstreckten, waren im Durchschnitt noch gut beschäftigt. Nur das Edelmetallgeschäft litt unter der Pfundentwertung und der Devisen- Zwangswirtschaft. Zur allgemeinen Lage heißt es im Bericht der Verwaltung, daß gegen Ende des Geschäftsjahres der tiefste Punkt der Krise überschritten worden sei und das langsame Fort- schretten der Besserung als ein Zeichen anhaltender Gesundung bewertet werden könne. An Gehäliern für den vorstand, der sich ans neun Mitgliedern und einem Stellvertreter zu- sammrnsctzt, werden fast 1 133 330 Mark(!!) ausgewiesen. Das sind im schwersten Zahr der Wirt- schastskrlse wahrhaft aufreizende Summen, vom Anssichlsral erhält jedes Mitglied rund 23 333 M. Ende des Kupferkartells Das Schicksal de? internationalen Kuvferkartells, das sechs Jahre lang bestanden und seinen Ehrgeiz stets in rücksichtsloser Preis- t r e i b e r e i gesucht hat, scheint besiegelt. Nach dem Austtitt mehrerer Produzenten, der im Sommer erfolgte, sollte eine Konferenz in New Jork die Gegensätze verkleistern und einen Be- schluß über die Verlängerung der Pro- duktioneeinschränkung(um 23 Proz. der Kapazität) fassen. Die Konferenz ist ergebnislos verlaufen. Die tieferen Ursachen für die Gegensätze siegen in den neuen englischen und a m e r> k a- Nischen Kupferzöllen Eine Einfuhr nach Amerika(etwa aus Kanada oder Südamerika) ist ausgeschlossen: und die Einfuhr nach England soll nach den Beschlüssen von Ottawa den Produ- zenten de« britischen Imperiums(Kanada, Rhodssia-Südafrika) vorbehalten bleiben. Außer- dem sind die Produzenten von Rhodesia in diesem Jahre voll produktionssähig geworden und oer- langten daher eine Erhöhung ihrer Kartell- quote, die abgelehnt wurde. Es steht zu erwarten, daß alle afrikanischen Kupserproduzenten(auch die französische Gesellschaft Haut Katanga) ihre Produktion jetzt wesentlich ausdehnen werden. Aber die W e l t v o r r ä t e an raffiniertem Kupfer betrugen Ende Oktober 783 333 Tonnen. das ist mebr als cm ganzer Jahresverbrauch der Welt Daß unter diesen Umständen der Kupfer- preis in d'esem Jahr wieder von 7b auf 5.3 Cents je Pfund gesunken ist, kann nicht oer- wundern. Drei Prozevl Umsatzsteuer in Rorwegen. Die norwegische Regierung hat einen Gesetzesvorschlag ausgearbeitet, der eine Umsatzsteuer von 3 Proz. für olle Waren im Kleinhandel vorsieht, aus- genommen Mehl, Brot, Milch und Sahne Die Steuer soll am 1. Februar nächsten Jahres in Kraft treten und vorläufig bis 33 Juni Geltung haben. Höchstwahrscheinlich wird sie aber ver- längert werden. Kartellpolitik auf Filzpantoffeln Das ostelbische Braunkohlensyndikat im stillen verlängert An keinem du vielen Syndikate in Deutsch- land ist während der letzten Jahre so gerecht- fertigte Kritik geübt worden wie an dem Ost- elbischen Braunkohlensyndikat. In diesem Syndikat haben sich Mechoden eingebürgert, durch die die Braunkohlenbriketts überflüssig verteuert, die freien Händler benachteiligt und die Kohlengruben selbst in ihrer Rentabilttät geschädigt werden. Alles zugunsten einer mächtigen Jnter- essentengruppe, die wichtige Braunkohlen- zechen und damit auch das Ostelbische Syndikat beherrscht. Immer wieder sind Handel und Verbraucher gegen diese Braunkohlendiktatur Sturm gelaufen. Die Jnteressentengruppe erwies sich jedoch mäch- tiger. Es blieb alles beim alten. Die letzte Hoffnung war schließlich die Erneuerung des Syndikatsvertrages, die ordnungsmäßig im Früh- jähr 1333 fällig war. Die erwarteten Berhand- lunqen werden nicht stattfinden. Die Allmächtigen in der ostelbischen Braunkohle haben es für gut befunden, den Syndikatsvertrag in aller Stille zu verlängern. Das ist ein Skandal, der seinesgleichen sucht. Nach dem Syndikatsvertrag können Erneue- runqsverhandlungen, die MSolichkeit geben, gegen die Mißstände im ostelbischen Braunkohlensyndikat vorzugehen, nur dann stattfinden, wenn 23 Proz. der am Vertrag betei- ligten Zechen den Vertrag aufkündigen. Nun hat im Oktober eine Reihe von Gesellschaften den Bertrag aufgekündigt, darunter Lauch- Hammer, die Anhalter Kohlenwerke und die Neuen Senktenberger Kohlengruben. Die Kündigungen machten rund 17 Prozent aus. Auch die 17 Prozent hätten Erneuerungsverhandlungen er- zwingen können. Dem ist die herrschende Clique (Ignatz Petschek und Konsorten) ausgewichen. Man hat die opponierenden Kohlengruben auf irgendeine Weise befriedigt Es heißt, daß die Petfchekgruppe ihnen höhere Quoten zugebilligt Hab' Ignatz Petschek, der sonst kein Geld aus dem Fenster wirft, Hot es für nötig gekalten, so zu versahren. weil er nach dem Caro-Petschek-Prozeß offenbar keinen weiteren Stunk haben will. Deshalb die Verlängerung des Syndikats, ohne daß die Qeffenllichkeii was davon erfährt. DesHall, diese Kanellpolittk in Filzpantoffeln. Die Werke, die kündigten, haben die Kündigung zurückgezogen! So macht man in Deutschland Kohlen- Preispolitik. Die Werk« und die Verbraucher werden durch eine kleine Gruppe von Jnter- essenten ausgebeutet Wenn die Bevölkerung dessen müde ist und Abstellung der Mißbräuche verlangt. dann wirft der ganz großeJnteresfent dem kleinen Interessenten einen B i s s e n zu— und es geht im alten Trott weiter. Die Bevölkerung kann weiterhin überhöhte Preise zahlen. W'r hoffen, daß der Reichswirtschastsminister Dx. W a r m b o l d sich diese Angelegenheit noch ansehen wird. Freilich, hat Warmbold schon wieder einen Kartellreserenten, nachdem Dr. Josten unter Papen abgehalftert worden ist? Neuer lextllkradh Die Schuld der Großbanken Einer der führenden Hamtweberei-Konzerne in Deutschland, die Kirmes u. C o. A., G. im Rheinland, hat jetzt gänzlich überraschend ein« scharf« Sanierung, durch Zusommenstreichung des Aktienkapitals im Verhältnis 10:1 vornehmen müssen. Hinter den Kulissen dieser Sanierung, die die Aktionäre neun Zehntel ihre» Ber- mögen« kostet, verbirgt sich ein toller In- I n d u str i e s k a ndo l an dessen Zustande- kommen die bedenkenlose Kreditpolitik der Groß- banken ein gerüttelt Maß Schuld trägt. Bis zum Jahre 1323 hat die Girmes A-G. Bombendividenden von 10 und 15 Proz. gezahlt, obwohl schon damals die Bank- schulden und anderen kurzfristigen Schulden das Aktienkapital von 5 Mill. bei weitem über- stiegen. Im Jahre 1933, dem ersten dioi- dendentosen Geschäftsjahr, erreichten die kurz. fristigen Schulden mit mehr als 3,1 Millionen nahezu das Doppelte(!) des Aktienkapitals, ohne daß die Großbankgläubiger, an der Spitze die vv-Bank, deren Vorftandsmuglied Dr. Kehl sogar im Aufsichtsrat der Gesellschaft saß, sich zu einem Eingreifen veranlaßt gesehen hätten. Das Unternehmen hat sechs Jahre lang eine riesige Konzernexpanstön ausschließlich mit Bank- tredilen finanziert, und die Kred'Uon- trolle der Großbanken funktionierte so glänzend, daß man die Girmes 21.-0. in einem derart aus- gehöhlten Zustande in die Krise gehen ließ. Dieser neue Industriekrach reiht sich, wenn auch nicht seinem Umfange, so doch seiner Vorgeschichte nach, würdig den ärgsten Wirtschaftsskandalen der letzten Jahre an. Aufgedeckte Reserven Guter Abschluß bei Blohm& Voß Einen überraschend günstigen Abschluß für das am 33. Juni zu Ende gegangene Ge- fchäftsjahr 1331/32 legt die Hamburger Groß- werft Blohm u. Boß, Kam m.a n d i t- gesellfchoft aus Aktien, vor. Obwohl die deutsche Werftindufttis feit Iahren eine schwer« Sonderkrise durchmacht, obwohl Blohm u. Boß im Berichtsjahr nicht einen einzigen Neubauauftrag erhielten, ergab sich nach Abzug der unverändert hohen regulären Abschreibungen (1,3 Will. Mark) noch ein Reingewinn von 3,3 Mill. Mark. Eine Dividende wird nicht gezahlt. Wenn schon dieser Reingewinn bei dem stark geschrumpften Aufttagsbefwnd überrascht, so muß das noch mehr von den Sonderabschreibungen (2,5 Mill. Mark) und den neuen offenen Re- serven(8,8 Mill. Mark) gelten. Diese Belräge sind Reserven aus früheren Iahren die unter Schulden oerbucht waren: sie sind zugleich sin Beweis dafür, daß diese Werlt(die beste Deutfchlands!) in guten Jahren sehr aus- reichend verdient und zugleich eine oorsickstigc Finanzpolitit getrieben hat. Die gefamten An- lagen stehen mit nur noch 11,5 Borjohr 15,5) Mill. Mark zu Buche, ein Wert, der der Krisenlage der Werstindultrie„angepaßt" ist. Der Beschäftigungsrückgang bei In Jede Küche gehören: MAGGI* Erzeugnisse sie helfen sparsam wirtschaften > Sammeln Sie MAGGhGutscheine. es lohnt sich!•