Nr. 212. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Prets pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags- Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 mr. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter c. 7277, Vorwärts 13. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. asdisplay Parteigenossen! Donnerstag, den 10. September 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: Laut Beschluß des vorjährigen Parteitages findet der diesjährige in Gotha statt. Auf grund der Bestimmungen der§§ 7, 8 und 9 der ParteiDrganisation beruft die Parteileitung hiermit den diesjährigen Parteitag auf Sonntag, den 11. Oktober nach Gotha- Siebleben in das Lokal ein. Zu den vier Jahreszeiten" dad Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Sonntag, den 11. Ottober, abends 7 Uhr, Vorversammlung. Festsetzung der Geschäfts- und Tagesordnung. Wahl einer Rommiffion zur Prüfung der Mandate. Montag, den 12. Oktober und die folgenden Tage: 1. Geschäftsbericht des geschäftsführenden Ausschusses. Berichterstatter: W. Pfannku ch. 2. Bericht über stattgefundene Kontrolle. Berichterstatter: H. Meister. 8. Berichterstattung über die parlamentarische Thätigkeit. Berichterstatter: M. Schippel. 4. Die Maifeier 1897. Berichterstatter: A. Gerisch. 3. Berichterstattung vom internationalen Arbeiter und Ge werkschaftstongreß in London. Berichterstatter: A. Bebel 6. Das Proportionalwahlrecht. Berichterstatter: Dr. Bütgenau. 7. Die Frauenagitation. Berichterstatterin: Frau Klara Bettin. 8. Drganisation. Berichterstatter: J. Auer. 9. Anträge zum Parteiprogramm und Organisation. 10. Sonstige Anträge. 11. Wahl der Parteileitung. Parteigenossen! Wir fordern Euch nun auf, die erforder lichen Vorbereitungen zu treffen, insbesondere die Wahl der Delegirten und Einreichung der Anträge rechtzeitig zu bewirken. Die Anträge müssen bis spätestens den 22. September in Händen des geschäftsführenden Ausschusses, Adresse: W. Pfannkuch, Hamburg Eimsbüttel, Eichenstr. 4, I sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des§ 8 Absatz 2 der Partei Drganisation im Vorwärts" veröffentlicht werden und in die gedruckte Vorlage für den Parteitag Aufnahme finden sollen. 69] " Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. „ D, Tribun," erwiderte der Handwerker, welcher jetzt vertraulicher mit Rienzi geworden, unbefangener als früher mit ihm sprach, indem er die Macht des Tribunen theilweise als seine eigene Schöpfung betrachtete, sie sind ganz außer sich vor Erstaunen über den Muth, mit dem Ihr es gewagt habt, den vornehmen Mann so zu bestrafen, wie es mit dem geringen geschehen sein würde." " " So, dann bin ich belohnt! Aber hört, Cecco! das wird uns vielleicht viel zu thun geben. Jeder Baron wird Jeder Baron wird fürchten, daß einmal die Reihe an ihn kommen werde, und die Furcht wird sie kühn machen, wie die Ratten in der Verzweiflung. Wir werden für den guten Staat noch zu tämpfen haben." Von Herzen gern, Tribun", antwortete Cecco. Ich wenigstens bin mit dabei." " Dann erwecket denselben Geist in allen Euern Zus sammenkünften mit den Handwerkern. Ich kämpfe für das Bolt, ich denke, das Volk wird auch mit mir kämpfen." Gewiß", erwiderte Cecco, gewiß!" " Die Adresse des Lokalkomitees iſt: Anträge von einzelnen Parteigen offen bedürfen der Gegen-[ scheinlichen Eintritt der Invalidität 2c. 2c., und man könnte zeichnung des Vertrauensmannes, sollen sie zur Veröffentlichung darauf wohl schon weiterbauen, zumal durch eine Zusammenund Berathung gelangen. legung der verschiedenen Versicherungszweige sich eine wesentliche Vereinfachung und Verbilligung des jetzigen theuren Organismus ergeben würde. Auch hätte sich vielleicht ein Weg finden laffen, das vielangefochtene Martensystem durch allgemeine amtsfeitige Einziehung der Beiträge aus der Welt zu Klagen der Unternehmer über das Martentleben" nur eine ver schaffen, trotzdem uns scheinen will, daß die beweglichen schämte Bemäntelung ihres Unwillens sind, daß sie überhaupt Beiträge bezahlen müssen. Wilhelm Bock, Gotha, Friemarerst r. 17. Die Parteigenossen, die zum Parteitag kommen, werden ersucht, von ihrer Delegation dem geschäftsführenden Ausschuß in Hamburg und dem Lokalkomitee in Gotha rechtzeitig Mittheilung zu machen, damit dieses in bezug auf Quartier 2c. die nothwendigen Vorbereitungen treffen kann. 193 Mandatsformulare, mit deren Versendung Mitte September begonnen wird, sind durch das Bureau des geschäftsführenden Ausschusses, Hamburg- Eimsbüttel, Eichenstr. 4 I, zu beziehen. " Die Genossen, welche Anträge einreichen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß etwaige, den Anträgen beigegebene Motive weder im Vorwärts" noch in der dem Parteitag vorzulegenden gedruckten Vorlage Aufnahme finden können. Die Genossen haben das Recht, ihre Anträge auf dem Parteitage entweder persönlich zu vertreten, oder durch befreundete Genossen vertreten zu lassen; außerdem empfiehlt es sich, wichtige Anträge vor dem Zusammentritt des Parteitages in der Parteipresse zu erörtern. Die Motive aber in die Parteitagsvorlage auf zunehmen, verbietet sich aus räumlichen Rücksichten und um der damit verknüpften unvermeidlichen Wiederholungen willen. Hamburg, den 22. August 1896. Mit sozialdemokratischem Gruß Der geschäftsführende Ausschuß. Die„ Reform" bes Nachdem aber einmal beschlossen worden war, ob mit Recht oder Unrecht, dieser Generalreform vorläufig aus dem Wege zu gehen, hätte man wenigstens erwarten sollen, daß auch bei einer nur vorläufigen, interimistischen Reform die Wünsche der bes theiligten Arbeiterbevölkerung nicht so vollständig ignorirt worden wären, wie es in der That im vorliegenden Entwurf der Fall haben, den Arbeitern neben vielen Verschlechterungen nur einige ganz ift. Der Entwurf bringt, wie wir schon am Sonntag ausgeführt geringfügige Verbesserungen, kommt im wesentlichen den Wünschen der Unternehmer entgegen und als Haupta bänderung bringt er eine vollständige Umänderung der Vertheilung der Rentenlast auf die verschiedenen Versicherungsanstalten und zwar zu gunsten der vielgeliebten und heiß umworbenen-, Landwirthschaft". " erst und Es hat sich nämlich herausgestellt, daß die Versicherungss anstalten, die mehr städtische und industrielle Elemente einschließen, bedeutend besser wirthschaften, als die Versicherungsanstalten für die mehr landwirthschaftlichen Gegenden Deutschlands, naments lich der östlichen preußischen Provinzen. Die genannten Anstalten sammeln große Kapitalien bieten ihren Versicherten für die Zukunft vollkommene Sicher heit, während einzelne Anstalten der mehr landwirthschafttreibenden Provinzen fast vor dem Bankrott stehen, so daß sie entweder ihre Beiträge erhöhen müssen oder ihnen zur Deckung ihrer Verpflichtungen direkt Summen zu überweisen sind. Die Sache erklärt sich zum theil daraus, daß, wie die amtliche Motivirung des Gefeßentwurfs durchblicken läßt, in den landInvaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetzes. wirthschaftlichen Versicherungsanstalten nicht sorgfältig genug gewirthschaftet worden ist und man namentlich nicht streng Der neue Entwurf dieses Gesetzes, über den wir schon in genug darauf gehalten hat, daß alle nach dem Gesetz geschuldeten ber Sonntagnummer berichtet haben, ist ein sogenanntes Noth- Beiträge auch wirklich eingeben( wie tönnte man auch die arme gefet". Auf allen Seiten, auch von der Regierung, wird an- Landwirthschaft so schlecht behandeln!). Besonders ist diese ver erkannt, daß die soziale Versicherungs Gesetzgebung gründlicher fchiedene finanzielle Gestaltung aber darauf zurückzuführen, daß Reformen und Umgestaltungen bedarf. Aber diese Fragen können, in den städtischen und Industriezentren mehr jüngere Arbeiter wie die Begründung des Entwurfes meint, zur Zeit noch nicht thätig sind, die eine geringere Invaliditätsgefahr bieten befriedigend gelöst werden. Die Vereinfachung oder Vereinigung und erst nach langen Beitragsjahren für die Altersrente", die wünschenswerth; aber es feien in dieser Beziehung noch feine wird, heraureifen, in den überwiegend meisten Fällen aber der Kranken-, Unfall und Invaliditätsversicherung sei zwar vielleicht bekanntlich erst mit Vollendung des 70. Lebensjahres gewährt Durchführbaren Vorschlage gemacht, wogegen einzelne Verände- vor deren Erreichung absterben. In den landwirthschaftlichen rungen an den Einzelgefeßen nicht länger hinauszuschieben seien. Gegenden dagegen bleiben vielfach gerade die älteren Arbeiter Man betritt also den Weg der Nothgefeßgebung". als Tagelöhner zurück, während die jüngeren in die Städte ziehen, und die mehr landwirthschaftlichen Anstalten haben des wegen früher Altersrente" zu zahlen und laufen auch bei ihren " Es mag fraglich sein, ob es nicht doch schon jetzt möglich gewesen wäre, die Frage der Zusammenlegung anzuschneiden; an statistischem Material fehlt es doch nun wahrlich nicht mehr, älteren Jahrgängen eine größere Invaliditätsgefahr. nachdem die Krankenversicherung seit 1883, die Unfallversicherung Nach dem jetzt geltenden Gesetz müßte sich die Sache nun feit 1884 und die Invaliditäts- und Altersversicherung seit 1891 so abspielen, daß bei eintretender Zahlungsunfähigkeit jener funttioniren. Man hat nunmehr reichliche Erfahrungen über die Versicherungsanstalten entweder der Kommunalverband", d. h. Krankheitshäufigkeit, die Krankheitsdauer, die Unfallgefahr, die die betreffende Provinz, für die Verbindlichkeiten der Anstalten Absterbe- Ordnung der betheiligten Arbeiterschichten, den wahr einträte, oder die Austalten müßten nach Ablauf der ersten zehn Soldaten zu haben, und wenn die Soldaten bezahlt werden müssen, will dann das Volk nicht etwas beitragen für seine eigene Freiheit, für gerechte Gesetze und für die Sicherheit seines Lebens und Eigenthums?" " Gut, aus den Archiven ersehe ich, daß nie ein Kaiser gefeßlich gekrönt wurde, außer durch die freie Stimme des Volkes. Wir wählten nie einen Böhmen oder Bayern." Im Gegentheil, wenn diese Nordländer hierher kommen, um gekrönt zu werden, so suchen wir sie mit Steinwürfen und Flüchen zu vertreiben, denn wir sind ein Volt, Tribun, das seine Freiheiten liebt." Gehe zurück zu Deinen Freunden, versammle sie und sage Ihnen, daß Euer Tribun diese Prätendenten um ihr Recht zum römischen Thron befragen will, und unterstützt mich, sobald es Zeit ist." " Ich freue mich sehr darüber," sagte der riesige Schmid, denn unsere Freunde sind seit kurzem etwas unruhig geworden und sagen" Was sagen fie?" " Es sei wahr, daß Ihr die Banditen vertrieben habt und die Barone demüthigt und die Gerechtigkeit handhabt." Ist das nicht genug für die kurze Zeit von zwei bis drei Monaten?" " Ja, sie sagen, es wäre mehr als genug für einen Patrizier gewesen, aber Ihr, der Ihr durch das Volk er hoben seid und solche Gaben und Talente habt, hättet mehr thun können. Es sind schon drei Wochen, daß sie über nichts Neues plaudern konnten, aber die Hinrichtung Orsini's wird sie wohl wieder aufmuntern." " Cecco, diefe Stadt steht unter der geistlichen Herrschaft des Bapstes; so sei es, dieses ist eine Ehre, feine Laft. Aber die irdische Herrschaft, mein Freund, sollte blos den" Gut, Cecco, gut," sagte der Tribun, indem er aufRömern zustehen. Ist es nicht eine Schande für das stand, ich werde ihnen bald wieder genug zu schwaben republikanische Rom, daß, während wir jetzt sprechen, geben. Ihr glaubt also, sie sind mir nicht mehr ganz so Barbaren, von denen wir nie etwas wußten, jenseits der zugethan, als etwa noch vor drei Wochen?" Alpen über die Verdienste zweier Herrscher entscheiden, die wir nie sahen? Dem müssen wir uns widersehen. Was hat eine italienische Stadt mit einem böhmischen Kaiser zu thun?" Cecco. Wenig genug, das weiß der heilige Paulus," sagte Sollten wir das nicht verhindern können?" " Ich zweifle nicht daran." " Ich sage das nicht," antwortete Cecco, aber wir Römer sind ein ungeduldiges Volk!" " Ach ja!" " Uebrigens werden sie Euch immer noch sehr anhänglich bleiben, Tribun, wenn Ihr ihnen keine neuen Abgaben auferlegt." adidia Ha! aber wenn, um frei zu sein, es nothwendig ist, " Ich weiß nicht," erwiderte der Schmied, der etwas verlegen zu werden schien, aber ich weiß, daß arme Leute nicht gern viele Abgaben bezahlen. Sie sagen, daß sie unter Eurer Regierung sich besser befänden, als früher unter den Baronen, und deshalb lieben sie Euch. Aber arme Menschen mit starker Familie, Tribun, müssen an ihre nächsten Bedürfnisse denken. Nur ein Mann unter zehn erscheint vor Gericht, nur ein Mann unter zwanzig wird durch den Söldner eines Barons umgebracht, aber jeder Maun ißt, trinkt und fühlt die Last der Abgaben." Das kann Deine Meinung nicht sein, Cecco!" sagte Rienzi in eruftem Tone. " Wie so, Tribun? Ich bin ein ehrlicher Mann, aber ich habe eine starte Familie zu ernähren." Genug, genug!" unterbrach ihn schnell der Tribun und fügte darauf, mit sich selbst sprechend, aber in der Zerstreuung laut, hinzu:„ Ich glaube, wir sind zu wenig spars sam gewesen; diese Aufzüge und diese prächtigen Schauspiele vor dem Bolte müssen aufhören." " Was!" rief Cecco, was, Tribun, wollt Ihr den armen Leuten nicht einmal einen Festtag vergönnen? Sie arbeiten schwer genug und es ist ihr einziges Vergnügen, Eure schönen Aufzüge und Prozessionen zu sehen, und dann gehen sie zu Hause und sagen: Seht, unser Mann übertrifft doch alle die Barone! welchen Staat macht er!". Ah, also sie tadeln meine Pracht nicht?" „ Tadeln, nein. Ohne sie würden sie sich Eurer schämen und den Buono Stato für etwas fehr Gerings fügiges halten." " Ihr sprecht gerade heraus, Cecco. Vielleicht habt Ihr recht. Aber vergeßt nicht, was ich Euch gesagt habe." " Nein, nein! Es ist eine Schande, daß man uns einen zu kämpfen, wenn, um zu kämpfen, es nothwendig ist, Kaiser aufdr ingen will, gewiß. Guten Abend, Tribun!" Jahre der Wirksamkeit des Gesetzes, nämlich im Jahre 1900, Gristenz ringend und beständig vom Gespenst der Arbeits- führt worden. Seine Berhaftung erfolgte auf grund der ibre Beiträge erhöhen. Beides wäre schrecklich! Denn im ersten losigkeit bedrohten industriellen Proletarier wälzen zu wollen. Denunziation eines seiner Miether, mit welchem er in Diffe Falle müßten die Steuermittel der Provinz, zu denen ja auch Bir hoffen, der Reichstag wird stark genug sein, diesen renzen gerathen und in dessen Wohnung er sich einer Majestätsdie Großgrundbesizer 2c. etwas beitragen, für diese Zwecke Versuch zurückzuweisen, der nichts weiter bezweckt, als bei der beleidigung schuldig gemacht haben soll flüssig gemacht werden; im zweiten würden nicht nur Revision der sozialen Versicherungs- Gesetzgebung, agrarische die Beiträge der Arbeiter, sondern auch die der landwirthschaft- Interessenpolitit zu treiben. lichen Arbeitgeber größer werden, da diese nun einmal verpflichtet sind, die Hälfte der Beiträge aus ihrem Beutel zu bezahlen. Wie gesagt: schrecklich! Und wie kann man da helfen? Sehr einfach. Man nimmt die Mittel der städtischen VersicherungsAnstalten und bezahlt damit die Schulden der landwirthschaftlichen. Das ist alles. Der§ 65 des neuen Gefeßentwurfes bestimmt: zum theil gemeinsam zu tragen. Politische Neberlicht. Berlin,. September. = * V Statt, wie die VorDeutsches Reich. Die Handwerker Konferenz. In der gestrigen Nachmittagssigung wurden zuerst die Abänderungsanträge zum 82 b des Entwurfes einer neuen Gewerbe- Ordnung berathen, der die Mitgliedschaft und Beitrittspflicht zur Innung be Die Ausweisung Bebel's und Bueb's aus Frank- handelt. Wir entnehmen dem Berichte der Staatsbürger Zeitung" reich stellt sich bei näherer Betrachtung nicht blos als unmotivirter Gewaltakt, sondern auch als große Eselei heraus. das folgende: Bum§ 82 b lag die Resolution vor, den Begriff„ fabrikJeder Versicherungsanstalt verbleibt ein Biertel der Ein unmotivirter Gewaltatt ist sie insofern, weil ein rechtmäßig" genau festzusetzen, oder wenigstens in den Motiven klar jenigen Belastung, welche aus den für ihren Bezirt festgesetzten zeitiges Versammlungsverbot unsere Genossen selbst- auszusprechen, daß die Verwendung von Maschinen Dienten erwächst. Die übrigen drei Viertel werden von verständlich veranlaßt hätte, den„ geheiligten" Boden Frank- und die Anzahl der beschäftigten Gesellen fämmtlichen Versicherungsanstalten gemeinsam getragen. Bereichs nicht zu betreten, denn um einen Spaziergang auf allein noch nicht genügen, um einen Betrieb stehen für das Gebiet desselben Bundesstaates mehrere Träger die Höhen von Saint- Dié zu machen, war derselbe zu fost zu einem fabrikmäßigen zu stempeln. Mit dieser der Versicherung, so können sie durch die Zentralbehörde verpflichtet werden, die ihnen verbleibenden Lasten ganz oder spielig. Nachdem aber die Versammlung behördlich ge- Resolution gelangte§ 82b zur Annahme. nehmigt war Eine lange und eingehende Berathung rief§ 82 c hervor, den Ausweis darüber haben unsere ausder diejenigen Personen bezeichnet, die zwar nicht vers Also drei Viertel der gesammten Rentenverpflichtung aller gewiesenen Genossen in den Händen gehabt mußten fie pflichtet, aber berechtigt sein sollen, für ihre Person" der Innung Anstalten werden aus dem gesammten Vermögeng der bestehenden im Vertrauen auf diese die Reise antreten. Am Biele an- ihres Gewerbebetriebes beizutreten," nämlich diejenigen, die das pflichtet, aber berechtigt sein sollen, für ihre Person" der Innung Anstalten gedeckt. Das heißt, die städtischen Anstalten zahlen für gekommen erhielten sie alsdann die Ausweisung. Gewerbe fabrikmäßig betreiben, sowie Werkmeister, Geschäftsdie landwirthschaftlichen; und das übrig bleibende letzte Viertel, Diese Zeremonie vollzog sich übrigens nicht ohne eine leiter und endlich solche Handwerker, die in landwirthschaftlichen das die einzelnen Anstalten allein tragen sollen, kann durch gewiffe Feierlichkeit. Auf der Seite des französischen und gewerblichen" Betrieben thätig sind, ohne Gesellen und ministerielle Verfügung ebenfalls noch auf die Anstalten desselben Grenzpfahls standen dreißig französische Gendarmen in Lehrlinge zu halten. Die Konferenz beschloß, die in AnführungsBundesstaates vertheilt werden. Von dieser Befugniß würde in Breußen sicherlich Gebrauch gemacht werden, und somit die be- strammer Haltung, in mehreren Gliedern aufmarschirt quer zeichen gesetzten Worte für ihre Person" und" gewerblichen" zu sonders nothleidende ostpreußische Anstalt( Ostpreußen ist das über die Straße, als gelte es einen geplanten Sturm ab- streichen und in den Motiven eine genaue Definition des Land, wo die berühmtesten Reichstagsagrarier wohnen und wo zuschlagen. Auf der Seite des deutschen Grenzpfahls Begriffs Werkmeister zu verlangen. will, diesen Personen den Austritt jederzeit“ zu die Großgrundbesißer am meisten" Noth leiden") aus allen standen ungefähr zwölf deutsche Gendarmen und Polizei- gestatten, wurde beschlossen, ihn nur nach voraufgegangener Schwulitäten befreit sein. beamte in kleinen Trupps und sahen zu, wie ihre fran- Anzeige, die frühestens sechs Monate vorher erfolgen Das ist nichts weiter, wie die unverhüllte agrarische Gesetz- zösischen Kollegen deutsche Arbeit verrichteten. Zwischen muß, und nur zum Jahresschluß zuzulassen. Außerdem wurde gebung, aber feine zeitgemäße Sozialreform! Es ist ja richtig, den Polizeikörpern der beiden„ Erbfeinde" befanden dem Vorschlage des Zentralausschusses entsprechend folgender daß die Invaliditäts- und Altersversicherung eine soziale sich die französischen Kommisisre der Unter- Bufas beſchloſſende, die zum Beitritt in eine Junung nicht Versicherung sein soll, das heißt, daß einer für alle und alle für einen und der Chef der Gendarmerie die Lasten tragen. Bei den Privat- Versicherungsgesellschaften wird präfekt Genossen, denen fie die jeder Versicherte nach seinem Alter und seinem Gesundheits- unseren Ausweisungsverpflichtet sind, haben nach Maßgabe der in ihren Betrieben mit Nebenarbeiten beschäftiguaßgabe zustand besonders abgeschätzt. Ist er jung und gesund, so zahlt ordres vortrugen und alsdann einhändigten. Die Korona mit Nebenarbeiten beschäftigten Gefellen und gewerblichen Arbeitnehmer prozentualiter Beiträge an diejenige Inmung zu er weniger, weil er nach der statistischen Wahrscheinlichkeit die bei diesem Schauspiel bildeten einige tausend Versamm zahlen, beren Gewerbe diese Gesellen und gewerblichen ArbeitBeiträge länger bezahlt; ist er schon älter oder träntlich, so lungsbesucher, die anfangs nicht verstanden, unt welch' nehmer angehören:" istic and red mothe zahlt er mehr, weil er voraussichtlich früher invalid wird. wichtigen Staatsaft es sich handelte, dann aber, als sie 83 enthält nähere Bestimmungen über die Errichtung der Bei einer sozialen Versicherung ist das nicht möglich Kunde davon erhielten, entweder die Köpfe schüttelten oder Innungen. Sie soll durch Verfügung der höheren VerwaltungsDie Lebenden, Starken, Erwerbenden sollen die Krüppel und in Heiterkeit ausbrachen. Wohin man immer hörte, ein behörde erfolgen; dieser soll es auch zustehen, den InnungsGreise miternähren. Das ist gerecht. Ungerecht aber ist eine Iautete das Urtheil, daß dieser Ausgleichung, wie sie hier geplant ist, daß nämlich die Stadt ſtimmig daß dieser Art bezirk abzugrenzen und fachgemäße Busammenfassung der vetund Industrie die Landwirthschaft miternähren soll. Was die der französischen Regierung die größte Blamage sei, wandten Gewerbe vorzunehmen. Dieser Paragraph wurde nach bie fte begehen einer geringfügigen redaktionellen Aenderung nach der Vorlage industriellen Unternehmer betrifft, so ist es nicht unsere Was denn ſei die Aufgabe, deren Interessen zu wahren; die werden sich schon Republik noch werth handle sie in solcher Weise, Im§ 83a, der nähere Bestimmungen über die Errichtung selber melden. Im Namen der industriellen Arbeiter und worin unterscheide sie sich von der im Elsaß der Innungen und das gegen die diesbezüglichen Vermüssen wir entschieden Verwahrung dagegen ein vor, bann verliere ber Bernat, ein herrschenden Regierung? Gehe man so vor, dann verliere fügungen der höheren Verwaltungsbehörde legen, daß auf ihre Kosten die nothleidenden land- Frankreich im Elsaß alle Sympathien und es sei alsdann zu stehende Beschwerder echt enthält, beschloß die Komwirthschaftlichen Versicherungsanstalten über Wasser gehalten gleich, von wem man regiert werde. So und ähnlich mission, die Bestimmung des Abfaz 3 zu streichen, wonach Die Versicherungsanstalten der mehr industriellen Provinzen äußerten sich Männer, die sich dagegen verwahrt hätten, der Beschwerde gegen die Errichtung der Jumung stattgegeben stehen so günstig, daß sie die Nenten ganz bedeutend erhöhen, Sozialdemokraten genannt zu werden. Die gleichen Auf- werden kann, wenn die Mehrzahl der betheiligten Gewerbeoder die einzuhebenden Beiträge ganz beträchtlich ermäßigen fassungen herrschten bei den Versammelten und sie werden treibenden ihr widerspricht. Die Handwerkerkonferenz will, daß den Innungen nicht nur die Tönnten. Die Berficherungsanstalt Berlin tönnte nach ihrer von einem großen Theil der elsaß- lothringischen Bevölkerung Vornahme der Gesellen-, sondern auch der Meisterprüfung zufällt. eigenen Berechnung schon heute ihre sämmtlichen Renten getheilt. Sodann wurde auch noch eine nicht unwesentliche Abänderung werden follen. -O fonnte. mit Gewerbetreibende, verpflichtungen aus ihrem angesammelten Vermögen erfüllen, Fürst Hohenlohe hätte allen Grund, dem Ministerium des Absages& dieses Paragraphen vorgeschlagen, der die Wirkung ohne überhaupt noch Beiträge einzuheben! Statt dessen sollen Meline seinen Dant abzustatten für die Hilfe, die haben würde, daß die Ueberwachung und durchs mit diesen Geldern jetzt die Renten der nothleidenden Anstalten es seiner Politik geleistet. Das Ministerium Meline führung der Vorschriften über das Lehrlingss bezahlt werden.-Die scheinbare höchfie Gerechtigkeit der sozialen Ausgleichung ist hier die höchste Ungerechtigkeit. Wollen liefert aber auch damit wieder einmal den Be- wesen ausschließlich der Innung vorbehalten jene Versicherungsanstalten der östlichen Provinzen ihre Beiträge weis, daß die Bourgeoisie überall dieselbe ist, kurz bleibt. Nach der Vorlage sollte diese Aufgabe der Handwerks nicht erhöhen und wollen die Provinzen nicht für sie eintreten, fichtig, intolerant und feige. In dem Eifer, den russi- kammer zufallen. longtoursin mo pa will man dagegen eine soziale Ausgleichung der Lasten der Renten- schen Zaren Frankreich als ein Musterland nach seinem zahlungen schaffen: dann soll man überhaupt davon absehen, Herzen zu präsentiren, hauen in hündischem Servilismus diese Lasten durch die speziell betheiligten Unternehmer und Ar- Herr Meline und Konsorten auf alles los, was nur im beiter aufzubringen. Man soll sie dann auf die breiten Schultern geringsten diesen guten Ruf gefährden könnte. der Gesammtheit überwälzen und die Mittel durch Zuschläge auf die Einkommensteuer der höheren Ein tommen aufbringen. Auf diese Weise wurde man eine wirklich allgemeine soziale Ausgleichung erhalten und gleichzeitig die Lasten dahin bringen, wo wo fie am leichtesten getragen werden können und man auch das meiste Jutereffe am Bestehen solcher " Sozialer Versicherungsgefeße" hat." Ganz und gar unbillig aber ist es, diese Lasten auf die Schultern der schwer genug um ihre Damit schloß die gestrige Konferenz. In der heutigen Sigung wurde die Berathung über die die Aufgaben der Innung betreffenden Paragraphen fortgefeht. § 84e, der die Aufgaben der Junungsversammlung begrenzt, erfuhr eine Abänderung dahin, daß die Jnnungsversammlung Aber diese Ausweisungsaffaire hat der Welt auch die aus gewählten Vertretern bestehen tann, wenn die Innung Achillesferse des Ministeriums Meline und der französischen 500 und mehr Mitglieder zählt. Nach der Regierungsvorlage Bourgeoisie enthüllt. Als das beste Mittel, den französischen müssen zur Innungsversammlung Bertreter gewählt werden, Revanchepolitikern das Gelüft nach Wiedererlangung Elsaß sobald die Junung 200 und mehr Mitglieder zählt. Die Konferenz fügte dem§ 84d noch folgenden Absatz 10 Lothringens gründlich zu verleiden, erweist sich der Gedanke, zu:„ Der Junungsversammlung liegt ferner oh der Erlaß von seine Bevölkerung- sozialdemokratisch zu machen. Vor Vorschriften über die Ablegung von Gesellen und Meistereinem sozialdemokratischen Elsaß- Lothringen besteht bei den prüfungen. Die hierauf bezüglichen Beschlüsse bedürfen der Geherrschenden Klassen jenseits der Vogesen ein gewaltiger nehmigung der Handwerkskammer." Horror. Die Lust, Elsaß Lothringen wieder zu erlangen, verschwindet bei ihnen mit einem Schlage, sobald sie entdecken, daß die Mehrheit seiner Bevölke trete" ich hinaus, so zerreißen mich die bösen Geister in Lothringen fürchten und hassen sie wie der Teufel das " Ich stehe," sagte er, mitten in einem Bauberkreise; rung sozialistisch ist. Ein sozialistisches Elsaß Stücke. Was ich begonnen habe, das muß ich vollbringen. Credo. So erweist sich auch auf diesem Gebiete die deutsche Aber dieser ungebildete Mann zeigt mir zu deutlich, auf welche Werkzeuge ich angewiesen bin. Für mich ist das Sozialdemokratie als internationaler Friedensstifter. Werden Mißlingen nichts. Ich habe bereits eine Höhe erstiegen, Fürst Hohenlohe und andere das begreifen? die manchen geborenen Fürsten schwindlig machen könnte. Aber mit meinem Fall sinkt Rom, Italien, der Friede, die Gerechtigkeit, die Zivilisation, alles sinkt in den tiefsten Abgrund zurück." Als Rienzi allein war, blieb er einige Zeit in düsteren und Unglück weiſsagenden Gedanken vertieft. Er stand auf, und nachdem er in seinem Zimmer, in welchem die marmornen Bildsäulen mancher berühmten Männer aus dem Alterthume auf ihn herabblickten, einige mal auf und abgegangen war, öffnete er das Fenster, um die frische Abendluft einzuathmen. Unions und = § 84f berechtigt den Innungsvorstand, über Mitglieder bei Verstöße gegen das Statut Verweise und Ordnungsstrafen bis zum Betrage von 20 M. zu verhängen. Die Konferenz beschloß, mindestens zu zwei Dritteln aus Mitgliedern bestehen müffen, die die Höchststrafe auf 50 M. zu erhöhen. § 84 bestimmt, daß Vorstand und Ausschuß der Innung das Recht der Lehrlingsausbildung befizen. Statt dessen beschloß die Konferenz folgende Fassung: Sämmtliche Mitglieder des Borstandes und der Ausschüsse müssen das Recht zur Ausbildung von Lehrlingen besigen." -Wahlrecht und Armen unterstügung. Nach Eine sehr lange Debatte rief§ 86a hervor, der bestimunt, Der Großherzog von Baden hat seinen siebzigsten Geburtstag unter den bei solchen Gelegenheiten in monarchischen daß das Innungsstatut vorläufig von der höheren VerwaltungsStaaten üblichen Huldigungen gefeiert. Die bürgerlichen Zeitungen behörde zu erlassen ist und daß den von der Innungsversamm rühmen in den höchsten Lönen den Fürsten als Einiger lung später festgesetzten Statuten und Abänderungen die Geneh Deutschlands, als volksthümlichen Regenten und weitsichtigen migung der höheren Verwaltungsbehörde zu versagen ist, wenn Politiker. Von seiner in der letzten Beit am meisten in den das Statut den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht. Gegen Bordergrund getretenen Thätigkeit, von der als Bekämpfer der diese Bestimmung wurden aus der Versammlung, namentlich von Sozialdemokratie, wird auffallender Weise allgemein gefchwiegen. Baumeister Felisch, große Bedenken geltend gemacht. Man be hält man selbst in diesen Kreisen diese Thätigkeit nicht des hohen fürchtet, daß dadurch eine zu große Bevormundung des Hand= Lobes werth, daß man über die sonstige Thätigkeit des Fürsten werks eintreten würde. Nach langer Debatte wurde die Bestim mung gestrichen, wonach die höhere Verwaltungsbehörde berechtigt Der Platz des Kapitols war einsam und verlassen, so freigebig urtheilt? sein soll, bei wiederholter Versagung der Genehmigung selbst ein man hörte nur die Schritte der Schildwache. Aber noch Der englische Gewerkschafts- Kongres, über dessen Statut mit rechtsverbindlicher Kraft zu erlassen. hing unheimlich von dem hohen Galgen die Gestalt des Verhandlungen wir zusammenfassend berichten werden, ist verurtheilten Patriziers herab, und die Umrisse des seit Anfang der Woche in Edinburgh versammelt. dem der deutsche Verein für Armenpflege bei rund 200 Stadtkolossalen egyptischen Löwen zeichneten sich scharf in der Die vorliegenden Telegramme der bürgerlichen Presse sind und Landgemeinden eine Umfrage veranstaltet hatte über die in ruhigen Luft. natürlich gefärbt; fie suchen den Glauben zu erwecken, die den verschiedenen Landestheilen bezw. Städten bestehenden Gemit seien Seltsames Denkmal," dachte Rienzi, wie viele un Trades dem Internationalen sege und Praxis hinsichtlich der Entziehung des Wahlrechts bei bekannte und feierliche religiöse Gebräuche hast du an den Arbeiterkongreß sehr unzufrieden entschlossen, öffentlicher Armenunterstüßung, hat die vom Verein eingefehte Ufern des Nil gesehen, noch ehe die Hand des Römers dich dem Sozialismus eine kräftige Absage geben. Kommission auf grund eingehender Berichte der Herren Land hierher brachte, um Zeuge der Verbrechen Roms zu sein. In diesem Sinn Sinn werden werden die, dem Sozialismus richter Dr. Aschrott- Berlin, Stadtrath Dr. Flesch- Frankfurt und Es ist sonderbar, aber wenn ich auf dich blicke, durchbebt feindlichen Neußerungen der alten Gewerkschaftsleute an- Dr. Berthold- Berlin beschlossen, dem in diesem Monat in Straß mich ein Gefühl, als hättest du irgend einen mystischen geführt. Aber daß diese dem Sozialismus nicht hold sind, burg tagenden Kongreß die Annahme folgender Leitfäße ju empfehlen: Einfluß auf mein eigenes Geschick. Neben dir wurde mir, war ja im Voraus bekannt. Bis jet läßt sich über die als dem repubkanischen Oberhaupte Roms, gehuldigt, neben Haltung des Kongresses noch kein Urtheil fällen. Bezeichnend dir liegt mein Palast, mein Gerichtshof; du sahest ist aber, daß ein Antrag, allgemeine internationale Armeinen Triumph und meine Prachtaufzüge; zu dir wenden beiterkongresse nicht mehr zu beschicken, keine Unterſtügung sich meine ersten Blicke von meinem Staatsbette. Und fand, und daß fast einstimmig der Antrag Ben Tillet's wenn du, sollte ich in Ruhe und Frieden sterben, der letzte angenommen ward, fünftighin solche Kongresse zu beschicken, Gegenstand wärest, den meine Augen erblickten! Oder wenn jedoch nur die Mandate von Vertretern wirklicher ich selbst müßte als Opfer- er hielt inne, zurückbebend( bona fide) Arbeiterorganisationen anzuerkennen. vor dem Gedanken, der sich ihm aufdrang, wendete sich Den Spießbürgern, die da vermeinen, dieser Beschluß nach einer Nische in dem Zimmer, zog einen Vorhang sei die Ausschließung sozialistischer Delegirter, müssen wir zurück, der ein Kruzifix und einen kleinen Tisch verbarg, die Freude einigermaßen verderben. In England ist die auf dem man eine Bibel und die mönchischen Symbole Bahl der wirklichen Arbeiterorganisationen, die des Schädels und gekreuzter Gebeine sah, in der That sozialistisch sind, so zahlreich, daß die Sozialisten auf Symbole, welche unwiderstehlich auf die ,, Der Erlaß eines Reichsgesetzes ift erwünscht, das die Be stimmungen in 8, 8 des Reichstags- Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869 wie folgt Klarstellt: 1. Für den Verlust des Wahlrechts kommt nur diejenige Armenunterstützung in be tracht, die dem Unterstützten selbst oder einem alimentations berechtigten Familienmitgliede deffelben gewährt ist. 2. Die einem solchen Familienmitgliede gewährte Unterstüßung wird jedoch dom Familienhaupt dann nicht angerechnet: a) wenn das Familienglied fich bereits in wirthschaftlich selbständiger Stellung außerhalb des Familienhaushalis befindet; b) wenn das Familienmitglied fich infolge von Siechthum oder Ge brechen in voraussichtlich dauernder Verpflegung befindet; e) wenn die Unterstüßung zu Erziehungszwecken gewährt wird. 3. Für den Verlust des Wahlrechts kommen diejenigen UnterGitelteit fünftige internationale Kongresse weit mehr den Tillet'schenstützungen nicht in betracht, welche dem Unterstützten oder der Macht und die Nichtigkeit des Lebens hinweisen. Vor Antrag entsprechende Delegirte entsenden tönnen, als überdiesen Mahnern, sei es zur Demuth oder zum Emporstreben, haupt englische Delegirte auf dem legten Londoner Kongreß tnieete jener stolze und unternehmende Mann, und als er anwesend waren. sich erhob, schien er wieder beruhigter, als es an diesem Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. ganzen Tage der Fall gewesen. Vergangene Woche ist der Hausbefizer und Sattler H. Wieland ( Fortsetzung folgt.) aus Gersdorf bei Hohenstein der Staatsanwaltschaft zuge feinen Angehörigen, soweit sie nicht der gesetzlichen Krankenpflege unterliegen, in Form freier ärztlicher Behandlung, freier Verabreichung von Arznei und Heilmitteln oder der Aufnahme in eine Krankenanstalt gewährt werden, falls die Natur der Krankheit diese Aufnahme bedingt. 4. Der Verlust des Wahle rechts tritt dann nicht ein, wenn die gewährte Unterstützung vor Ausschreibung der Wahl zurückgezahlt ist." — Allgemeiner preußischer S t ä d t e t a g. Der Berliner Oberbürgermeister Zelle uerseudet jetzt die Einladungen zu dem am 29. und Li). September d. I. im Rathhause in Berlin stattfindenden ersten allgemeine» preußisckien Städtetag. Die Sitzungen beginnen am 29. September um 12 Uhr mittags, am 30. September um 11 Uhr vormittags. Zu Punkt 2 der Tagesordnung(„Satzungen") macht der Magistrat Berlin folgende Vorschläge:„Den Städtetag bilden die preußischen Städte mit Nliudesteus 25 000 Einwohnern. Jede Stadt mit weniger als 50 000 ist berechtigt, eine» Vertreter, jede Stadt von 50 000 bis z» 100 000 Einwohnern zwei Vertreter zu entsenden. Die Städte mit 100 000 und mehr Einwohnern können für die ersten 100 000 Einwohner zwei Vertreter, für je fernere 100 000 Ein- wohner je einen Vertreter entsenden. Die Stadt Berlin kann sich durch neun Abgeordnete vertreten lassen. Die Ab- stimmungen erfolgen nach Stimmenmehrheit. Beiträge werden nicht erhoben; jede Stadt trügt ihre eigenen Kosten." — In der Sache Schröderund Genossen ist, wie der„Rheinisch- Westfäl. Arbeiter- Zeitung" vom Genossen W. Siebel geschrieben wird, nach dem Kölner Urlheil alle Alts- ficht, daß dem Antrage ans ein Wiederaufnahme-Verfahren statt« gegeben wird. Nach Rücksprache mit Herr» Rechtsanwalt Dr. Nmneyer ist es von Wichtigkeit und erforderlich, daß neue, bisher noch nicht vernommene Zeugen ausfindig gemacht werde». Nachdein Genosse Siebel brieflich durch Schröder aufgefordert i't. die Sache in die Hand zu nehmen, hat er auch bereits ver- schiede»« Schritte gethan. Er hat persönlich in Werden mit Schröder gesprochen, wobei er erklärte, daß, als ihn Munter zur Erde geivorfen, sehr viele Leute in nächster Nähe dabei gestanden und es gesehen hätten. Es könnte nicht möglich sei», daß die- selben bis jetzt schon alle vernommen wären. Da Siebel Schröder versprochen hat, die Angelegenheit mit aller Energie zu betreiben. bittet er alle diejenigen, die den Vorfall mit an- gesehen oder sonst bestimmtes Material haben, ihm ihre genaue Adresse anzugeben. Genosse Siebel wohnt in Dortmund, Westerbleichstr. 42.— Breslau.(Eig. Ber.) Unter dem Jubel unserer Hurrah- Patrioten hatte der Autokrat Nikolaus II. seinen Einzug in Breslau gehalten. Seine Residenz war im neuen Landeshause auf der Gartenstraße auf das kostbarste eingerichtet worden. Sämmtliche Möbel, Gobelins:c. waren aus den königlichen Schlösser» zu Berlin und Potsdain in 46 Möbelwagen hierher trattsportirl worden. Am Sonnabend fand aus demJaudaucr Felde Parade statt, an der viele Tausende als Zuschauer theilnahmen. Sonntag früh sollte großer Festgottesdienst auf dem Palaisplatze stattsinden, doch der Himmel hatte es nicht gewollt, indem den ganzen Tag der Regen in Strömen herniederfloß. Dafür fiel ein Ordensregen auf eine große Menge hoher und höchster Beamten hernieder. Herr Bender, das Stadt- oberhaupt, erhielt den Kronenorden 3. Klasse, und Herr Asselstein den Geheimrathstitel. Bei der Festvorstellung, die adeuds im Stadttheater stattfand, zeigte sich so recht die Roth in den oberen Kreisen. Nach den Berichten bürgerlicher Blätter strotzte alles von goldgestickten Uniformen; die Toiletten der Dame» rcpräsentirten einen ungeheuren Werth und der Reich- thum der Diamanten und sonstigen Schmnckgegenstände soll ins fabelhafte gehen! Montag früh 8 Uhr verließen beide Kaiser »ebst Gefolge Breslau, um sich zu de» Manövern nach Görlitz zu begebe». Nach dem Taumel wird hier sehr bald die Ernüchterung kommen, um so mehr, je höher daS Defizit ist, was die Stadt. väter werden zu decken haben. So gesund eine solche Abkühlung den Breslanern wäre, in anderer Beziehung hätte sie ihren Nach- theil; den» der im Armenwesen nicht sehr splendide Magistrat würde in dieser Bezishuna dann noch mehr sparen und sehr viele, die jetzt sich noch einer Unterstützung erfreuen konnten, dürste» dann-- warten können. — Ein verurtheilter Ober-Bismärcker. Der „Frankfurter Zeitung" wird aus Dresden geschrieben: „Der hier wohnende Amtmann a. D. von Motz weigerte sich. das Einkommen, welches er ans den Erträgnissen der„Hamburger Nachrichten" bezieht, auch in Sachsen zu versteuern, da er davon bereits in Hamburg Steuer zu zahlen hat. Es kam zu einem Konflikt zwischen ihm und der Steuerbehörde, worauf Herr von Motz an das Finanzministerium und die Bezirks-Stenereinnahine verschievcne Eingabe» richtete, in denen der Vorwurf des.Amts« mißbranches"/ der„absichtlichen Verletzung des Rechts" und der „Verhöhnung der Steuerzahler" enthalten war. Herr von Motz wurde verklagt. Das Gericht war zwar der Ansicht, daß er be- rcchtigte Interessen habe wahre» wolle», kam jedoch z» der Ueberzengung, daß er die Absicht gehabt habe zu beleidigen, und verurtheilte rhu zu 500 M. Geldstrafe." Nun werde» die„Hamburger Nachrichten" desto entschiedener für die Wiederkehr des Bismarck'schen Kurses eintreten müssen.— — Die kirchliche Reaktion macht im Deutsche» Reiche noch schnellere Fortschritte als die politische. So veröffcnt- licht ein braunschweigisches freisinniges Blatt folgenden Wunschzettel der streng orthodoxen Kirchenrichtung ans de» „Evang. luth. Wochenblättern". Ter Geistliche soll dazu be- rechtigl sein, einem Gemeindemitgliede öffentlich von der Kanzel h-rab oder privatim seine Sünden vorzuhalten, ohne ferner dadurch der jetzige» Gefahr einer gerichtlichen Beftrasung wegen Beleidigung beziv. Hausfriedensbruchs ausgesetzt zu sein. Das Pastorat solle solche, die sich öffentlich gegebene» Aergernisscs schitldig gemacht, ohne ihre Reue erklärt zu haben, vom Abendmahl, als dessen unwürdig, zurückweisen dürfen. Kirche nglieder aber, die sich trotz aller Warnung und Mahnung dauernd als Unchristen halten, sollen von, Kirche nreginient aus der Landeskirche aus- geschlossen werden. Durch Hausbesuche soll der Geist- liche berechtigt sein, auf die Mitglieder dahin einzuwirken, daß sie sich zur Einsegnung in der Kirche einfinden. Ferner soll nicht nur die koufirmirt« Jugend noch mindestens zwei Jahre nach der Konfirmation zum Besuch der Nachmittags- Christen- lehre verpflichtet bleibe», sonder» auch jedes bürgerlich minorenne Kirchenglied soll dem Zitationsrechle des Kirchen- Vorstandes unterworfen werde». Endlich aber sollen hinsichtlich der Trauzucht solche Bestimmungen getroffen werden, durch deren Anwendung von zelotischen Priester», besonders in Mecklenburg und Hinterpommern, gerade öffentliche Aergernisse erregt worden sind. Das„freisinnige" Blatt, das solche Anmaßlichkeit der Orthodoxie beklagt, sollte sich nur fragen, wer dieselbe großgezogen. Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Orthodoxie aus den leitenden kirchliche» Stellungen fast ganz verschwunden, wahrend sie gegenwärtig im Herzogthnm Braunschweig fast aus- schließlich herrscht. Di« Angst vor dem Sozialismus ertövtete in der Bourgeoisie jeden anderen Kampf, und„um dem Volke die Religio» zu erhalten", lieb man die Orthodoxie frei gewähren. Als das Sozialistengesetz erschien, erfolgten in Braunschweig große Massentaufen, denn die Arbeiter fürchteten von ihre» frei- sinnigen Arbeitgebern entlassen zu werden, wenn ihre kirchlich freiere Richtung sie in den Verdacht sozialdemokratischer Ge- sinn», ig brachte. Der früher radikale Demokrat und Mitglied der freireligiösen Gemeinde, der Zimmernleister Albert Rieß hat sich in dieser Zeit nicht blos zum Jnnungs-Ober- meifler und konservativen Bannersührer, sondern auch zu einem streng orthodoxen Kirchenlichte entwickelt. Was die kirchlich und polizeilich gepflegten lSitllichkeitsbestrebungen, soweit sie sich auf den Verkehr, Kunst und Literatur, insbesondere Theater erstrecken, betrifft, so haben diese auch schon oft weit über Brannschweig hinaus spaßhaste Wirkungen ausgeübt, indem sie an Schildbürgerstückchen erinnerten.— — Als Kandidat für den württembergischen LandtagS-Wahlkreis llanu statt wurde seitens der Volkspartei in einer Vertrauensmänner-Konferenz der Gemeinde- rath Seitz aus Cannstatt vorgeschlagen. Seitz war ebenfalls bei der letzten Hauptwahl als Gegenkandidat von Genossen Glaser ausgestellt.— Frankreich. Paris, 7. September.(Eig. Ver.) Der gestrige Sonntag hat dem Ministerium zwei empfindliche Schlappen gebracht. Im Departement Gers siegte bei einer Ergänzungswahl zum Senat der sozialistisch-radikale Kandidat Destieux-Junca über den quasi- osfizicllen Regierungskandidaten. Es handelte sich um den erledigten Sitz des gestorbenen„lebens- länglichen" Senators, Jnles Simon, welcher aus dem Wege der Ausloosung dem Departement Gers zugefallen war. Bis- her war dieses Departement ununterbrochen durch zwei monarchistische Senatoren vertreten.— In Ägen wurden die M i n i st e r D a r l a u und B o u ch e z ausgepfiffen, ein Unglück, welches sie übrigens mit ihrem Kollegen Turrel theilen, der am vorigen Sonntag in Narbonne ausgepfiffen wurde. Um so aufrichtiger konnte dann Dnrlan in seiner Tischrede die Spaltungen der republikanischen Partei beklagen und einen lies- empfundenen Appell an alle Republikaner richten, sich um die bedrohten Ministerporlefeuilles von Meliue und Genossen zu schaaren. Der Kriegsminister wird eine sozialistische Jnter- p e l l a t i o n über M a» ö v e r- O p f e r zu beantworten haben. Genosse Louis Sautumier hat dieser Tage aus grvnd der ihm von den Betheiligten zugegangenen Mittheilung»« aufsehenerregende Enthüllungen über die im August stall- gehabten Arlillerie-Uebuugen veröffentlicht. Infolge von fehler- haften Instruktionen kam es während dieser Uebungen zu einem Zusammenstoß von zwei Manöver-Eisenbahnzügen(System Decauville), welcher den Tod und schwere Verwundungen einer Anzahl Soldaten verursachte. Sodann wurden durch die Explosion eines Bombenmörsers sechs Mann getödtet nebst dem Unteroffizier, der die Explosion in fahrlässiger Weise verschuldet hatte. Drei Tage laug schwieg sich das Kriegsministerium über Sautumier's Enthüllungen aus. Die Ordnungspresse und namentlich das„Journal des Dsbats" verlangte in sulminanten Artikel» ein klares, präzises Dementi. Das Ministerium war aber nicht im stände, den Wunsch zu erfülle». Nach dreitägigem Schweigen raffle es sich zu der verlegenen Erklärung aus, die Behauptungen Sautumier's seien„nicht gerechlsertigt". Der sozialinische Abgeordnete kündigte nun darauf eine Interpellation an. Wie verlautet, wird er zugleich einige frische Fälle von brutalen S o l d a t e n m i ß h a n d l u n g e n zur Sprache bringen. Auch hier sind es die„Feinde der Armee", die Sozialisten, die sich der wehrlosen Soldaten annehmen. Daß der Haß der Bourgeoisie gegen den Sozialismus ihren stets zur Schau getragenen„Patriotismus" in den Hintergrund drängt, zeigt wieder einmal das Verhalten der Bourgeoispresse zur Slus Weisung der Genossen Bebel und Bueb. Sie spendet dem Polizeiminister B a r t h o u warmes Lob dafür, daß er den geliebte»„elsässischen Brüdern" die Möglichkeit ab- schnitt, dem Diktaturparagrapheu zu entrinnen. Das Börsen- blatt„Matin" schreibt offenherzig:„Alle Patrioten werden die von Herrn Barthou ergriffene Maßregel billigen... Wir haben genug Agitatoren in Frankreich, um ausländische Agitatoren bei uns zu dulde»..." Die Elsässer verwandeln sich also in den Augen der französischen Bourgeoisie, sobald sie Sozialdemokraten werden, aus„vergewaltigien Franzosen" in lästige Fremdlinge, die nicht schnell genug über die Grenze zurückgelriebe» werden können, und das im Namen des„Patriotismus". Paris, 8. September.(Eig. Ber.) Bebel's und Bueb's Ausweisung wird ein parlamentarisches Nachspiel haben. Die sozialdemokratischen Abgeordneten Jules Guesde und Rens Chauvin kündigen eine Interpellation an über die„Gründe der Ausweisung aus französischem Ge- biet unserer elsässischen Brüder und ihrer erwählten Vertreter, trotzdem die geplante Versammlung, von den deutschen Reichsbehörden verboten, vom Wissembacher Bürger- meister gestattet worden war." Die Jnlerpellalion wird zugleich unsere» französischen Genossen Gelegenheit geben zu einer Auseinandersetzung über die Elsaß-Frage und deren perfide Ausbeutung durch die Ordnnngschauvinisteu. In einem Interview erklärte Guesde die Doppelausweisung als einen Akt der Liebe- dienerei der französischen Regierung gegenüber der deutschen. Den gleichen Vorwurf erheben gegen die Regierung mehrere radikale Preßorgane, die zugleich auch gegen die Gesetzwidrigkeit der Maßregel protestiren.— — Gegen den Z a r e n b e s u ch hat die„sozialistisch. revolutionäre Slrbeiterpartei(die Allemanisten) nnchsteheuden, gestern schon von uns erwähnten Protest erlassen, der dadurch eine praktische Bedeutung erlangt, daß zwei Angehörige dieser Gruppe die einzigen waren, welche die Gelder für den Zaren- empfang im Pariser Gemeinderath verweigerten: „Mährend gewaltige Anstrengungen gemacht werden sollten, um die Noth zu vermindern, die die Arbeiter drückt, durch Anlegung großer und nützlicher Bauten, durch Umgehung unproduktiver Ausgaben, denken unsere Regierenden nur daran, wie sie das Geld zum Fenster hinauswerfen, indem sie es für Empsänge vergeuden, die für eine angeblich republikanische Nation ebenso lächerlich wie demüthigend sind. Dann wird man die brutal-reaktionärste Regierung, die es je gegeben hat, auffordern, nach Belieben in unsercn öffentlichen Kassen zu schöpfen, damit sie später, wenn sie sich im äußerste» Osten die Oberhand gesichert hat, im Verein mit denen, die sie jetzt zu bedrohe» scheint, bei der Zerstörung des revolutionären Herdes mithelfen könne, gegen den die Reaktionäre von innen und außen bisher vergeblich ihren eingefleischten Haß erschöpft haben. Die Geschichte, eine unfehlbare Rathgeberin. lehrt uns. daß ein stolzes Volk nur sich selbst vertraue» darf, wenn es seine Unabhängig- keit bewahren will. Jndein die französische Republik sich unter den Schutz des asiatischen Regiments stellt, kann sie in sitt- licher Hinficht nur sinken, ohne Gewinn für ihre Sicherheit. Der gesunde Menschenverstand hätte eine ganz andere Haltung anbefehlen sollen, denu wenn die russische Regierung zu uns heran- zukommen scheint, so geschieht dies einzig und allein, weil ihre unmittelbaren Bedürfnisse, ihre Armuth, sie dazu zwingen. Genug also der Kniebeugungen vor einem gekrönten Haupte! Die Arbeiter müssen die angeblich republikanischen Regierenden zu mehr Würde zwingen; sie müssen bedenken, daß sie, die noch unter den furchtbaren Folgen des kaiserlichen Regims leiden, besseres zu thun haben, als hinzugehen, um einen Vertreter des Absolutisnius anzujubeln.Wenn zedoch unseren Vorstellungen zum Trotz eine eitle Neugier sie in dem Maße beherrschte, daß sie dem Herrscher von achtzig Millionen menschlicher Wesen das Schau- spiel einer lebenden Hecke bilden wollen, so mögen sie wenigstens ihre unverzeihliche Schwäche dadurch gutmachen, daß sie nicht dem Autokraten zujubeln, der sich anschickt, unser Gold mit fortzunehmen und unserer Einfalt zu spotte», sondern die paar tausend Arbeiter, seine Uuterthaue», hochleben lassen, die den Versuch machen, sich durch den Streik der wirthschaftliche» Sklaverei zu entwinden und freie Männer zu werden. Nieder mit dem Servilismus! Es lebe die sozialistische Arbeiterpartei! Es lebe die allgemeine Republik!"— England. London, 8. September.„Daily Chronicle" veröffentlicht einen sehr heftigen Artikel gegen die belgische Regierung, welche angeklagt wird, mit dem englischen Konsul in Antwerpen den englischen Rheder» Handlangerdienste geleistet zu haben, indem sie Ben Tillet, Sexton und Pankhurst auswies, ohne daß diese«in belgisches Gesetz übertreten hätten.— Dänemark.» Ldeuse, 8. September. I» einer am Dienstag Abend stattgehabten politischen Lersamnilung kündigte der KultuS- minister eine Regierungsvorlage für die bevorstehende Reichstags- session an, nach welcher der Zoll auf verschiedene Artikel herabgesetzt werden soll. Als Kompensation für die hierdurch entstehenden Mindereinnahmen werde eine Branntwein st euer- Vorlage eingebracht werden.— Spanien. Madrid, 3. September. Der Ministerrath beschäftigte sich mit einem Gesetze zur Nieder Haltung der Anarchie und der Bildung einer besonderen Polizeitruppe. Der Marineniinister führte aus, er bedürse 35 Millionen Pesetas zur Deckung der Ausgaben für Kuba im September. Der Augenblick zur Aufnahme einer Anleihe sei nicht günstig. Der Staatsschatz werde die Summe vorschießen. Eine Privat-Depesche aus Manila besagt, die Aufständischen hätten sich vor den spanischen Truppen ins Innere zurückgezogen und auf dem Marsche die Gebäude in Brand gesteckt. Die Dampfer„Santiago" und„Monserrat" bringen be- deutende Truppeuverstärknngen nach Kuba. Unter den in Manila Hingerichteten Ausständischen besiudet sich ein reicher Bankier namens Rojas. Barcelona, 8. September. Alle bei den Unruhen im August verhasteten Republikaner sind freigelassen worden. Nuhland. — Die kulturfeindlichen Leistungen der Zensurbehörde werden vortrefflich illüstrirt durch das Ber- zeichniß der im Zarenreiche verbotenen deutschen Bücher. Von Zeit zu Zeit veröffentlicht das„Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" ein Verzeichniß der Schriften, die nach Rußland nicht eingeführt werden dürfen. Das letzte Verzeichniß füllt 12 breite Spalten kleiner Schrift. So lehrreich es wäre, das ganze Verzeichniß abzudrucken, müssen wir uns bescheiden, folgende Schriften anzuführen: Abel, Justinus, Der gewandte Redner an patriotischen sowie öffentlichen Festen und Ehrentagen.— B i e r b a u m. Dr. E., Sechs Predigten über die Verehrung des heiligen Herzeus Jesu.— Brüll, Jacob, Einleitung in die Mischna.— Ge- sundheitskalender für Freunde der Naturheilkuude.— Allgemeiner deutscher Handwerkerkaleuder.— Adtmann, Die Heilung der Lungentuberkulose.— Gregor Sa marow. Am Abgrund. — Großer Volkskalender des Lahrer hinkenden Bote».— Z ittel. Der Sonntagsabeud, Religiöse Betrachtungen für denkende Christen. Daß zahlreiche in unserem Verlage erschienene Schriften ver- boten sind, ist nach diesen Stichproben nicht weiter zu ver- wundern, aber selbst ein Werk wie Stammhammer, Bibliographie des Sozialismus und Kommunismus, die nur Büchertitel enthält, wird verboten. Daß all diese Vorsicht nichts fruchtet, weiß jeder, der die Geschichte der deutschen Zensur kennt, sie hat das Jahr 1848 ebensowenig verhindert, wie die 13 Jahre Sozialistengefetz den schnellen Aufschwung der deutschen Sozialdemokratie aushalte» konnten.— Türkei. Koustantinopel, 8. September. Die Botschafter haben der Pforie in einer Kollektivnote die Annahme der Zugeständnisse seitens der Kretenser mitgetheilt und die Psorte in der Note auf- gefordert, die Wahl des GeneralgouverneurS für Kreta vorzunehmen, damit die Aufnahme einer Anleihe, die für die Insel dringend nothwendig sei, möglich werde.— Die Pforte hat den Botschaftern in einer Note angezeigt, daß ein außerordentliches Tribunal eingesetzt sei, um die aufständischen Armenier, sowie die Mohamedaner, welche Geivaltthaten verübten, und endlich die Polizeiorgane, welche ihre Pflicht versäumten, rasch und öffentlich abzuurtheilen. Konstautiuopcl, 8. September.(„Frankfurter Zeitung".) Die Bewegung unter den Armeniern kommt jetzt in v e r st ä r k t e m Maße zum Ausdruck. Im Laufe der vor- gestrigen Nacht machte die türkische Polizei den Anfang mit der Ilrretirung mehrerer, den oberen Ständen angehöriger Armenier, die jedenfalls verbannt werden. Viele Armenier, deren Zahl bis jetzt auf Tansende geschätzt wird, traten in der vorletzten Woche, um sich zu rette», zum Islam über. Ebenso ist es Thatsache, daß eine große Anzahl Armenier an de» Tagen der MassakreS durch lautes Hersagen der türkischen Glaubensformel sich zum Islam bekannten und dadurch dem sicheren Tode entgingen. Großes Älufseheu erregt ein Vorfall, der sich am Sonntag in dem hiesigen Patriarchat zutrug. Ein Trupp Armenier wollte zum griechifchen Glauben übertreten, der ökumenische Patriarch bedeutete ihnen aber, daß die Formalitäten nicht so rasch zu erfüllen feien. woraus die Armenier vorläufig als Opserfpende eine größere Kiste mit Wachslichtern zurückließen. Als die Kiste später ge- öffnet wurde, fand mau oben zwei Schichten Wachskerzen, unten aber Dynamit. Das Patriarchat übergab die Kiste sofort der Polizei, welche umfangreiche Nachforschungen anstellte.— Aus Bakum und Odessa kamen gestern zwei Schiffe mit Armeniern zurück, da die rufsischen Behörden die Landung verweigerten.— Griechenland. Athen, 9. September. Fünfzehnhundert armenische Flächt- linge aus Koustantinopel sind im Piräus eingetroffen. Sie baten den Polizeipräfekte» um Obdach, woraus dieser ihnen nach Rücksprache mit dem Preuiier-Minister Armeezelte in Phalvron aufschlagen ließ. Amerika. — Der Kampf zwischen den Gold- und den S i l b e r- I n t e r e s s e» t e n hat in den Vereinigten S t a a t en auch weitere Arbeiterkreise in Bewegung gebracht, und ei»« Anzahl sogenannter Arbeiterführer sind thätig im Dienste der Silberleute, die bekanntlich mit antisemitischer Frei- gebigkeit das Blaue vom Himmel herunterlügen, um eS den Arbeitern, Bauern und Haudiverkern zu schenken. Unser New- N orker Partei-Organ, diej„Neiv-Norker Volkszeitung", schreibt hierzu: „Die Arbeiterführer, die hier in Amerika die Industrie- Arbeiter vor den Wagen der Silberbarvne spannen wollen, indem sie ihre Organisationen zu bewegen suchen, für die Frei- prägung von Silber und für die Kandidaten der Silberparbei einzutreten, thun alles andere eher, als daß sie das Wohl ihrer Klasse fördern. „Es ist notorisch, daß eine Freiprägung des Silbers, von der die kleinbürgerlichen und kleinbäuerlichen Jntcressenten einen Nutzen für die kleinen Landbesitzer erwarten, in gleicher Weise eine dauernde Herabdrückung in der Lebenshaltung der besitzlosen Lohnarbeiter be- deutet. Wer von den amerikanischen Arbeiterführern für Silbersreiprägung eintritt, tritt gleichzeitig dafür ein, daß die Arbeiterklasse in ihren Bedürfnissen herabgesetzt, daß der Arbeiter in Zukunft schlechter leben, mit weniger Komfort als bisher existiren soll. „In allen Ländern der Erde mit einer klassenbewußten Arbeiterbewegung ist diese Wahrheit erkannt worden und mit Ausnahme eines Theils der Texlilbezirke Englands dürfte es in keinem europäischen Lande ein Arbeiterführer wagen, wie es hier in Amerika geschieht, daß Gewerkschastssührer sich für Silberfreiprägung und damit für die Herabfetzung der Lebenshaltung der Arbeiter erklären." Der Artikel empfiehlt dann den amerikanischen Arbeitern zu ihrer Belehrung das treffliche Schristchen unseres Genossen Schippe! über die Währungsfrage, giebt längere Auszüge aus derselben und schließt dann mit den kräftigen, aber wahren Worten: „Nur Schufte oder Narren können so handeln(den Ar- beitern vorspiegeln, daß die Silbersreiprägung ihre Lage ver- bessern würde), womit allerdings nicht gesagt sein soll, daß jene Arbeiterführer, die sich für die Mac Kinley und Kon- X " Das abfolute Majoritätsprinzip sei die Grundlage des fozialdemokratischen Programms, meint die Bossische Zeitung" in einer von Albernheiten und Unrichtigkeiten strogenden Notiz über die Differenzen in der Redaktion des Vorwärts". Die Bossische Zeitung" irrt. Sie scheint unser" Parteiprogramm nicht gelesen zu haben, das den" Despotismus des absoluten Majoritätsprinzips" durch das Proportional- Wahl fyft e m brechen will, dessen Zweck es ist, das Recht der Minorität zur Geltung zu bringen." Erklärung. In der„ Vossischen Zeitung" wird in einer Besprechung des bedauerlichen Konfliktes in der Redaktion des Vorwärts" gesagt: Wie verlautet, hat Herr Ledebour, der die Protest Erklärung gegen Liebknecht zwar, da er auf Urlaub war, nicht mitunterzeichnet hat, aber auf dem Standpunkt der Protestler steht, bereits seine Kündigung erhalten." " = = forten( die fapitalistischen Goldmänner) ins Zeug legen, weniger I waren, um sich dort zu vergnügen, wurde gegen vier Personen In der Kölner Baumwoll- Spinnerei und Weberei Narren und weniger Schufte sind. Eine unabhängige, Antlage wegen Veranstaltung einer nicht angemeldeten Ber- haben am 8. September ca. 130 Spinner und Aussetzer wegen felbständige politische Attion der Arbeiter- fammlung erhoben und das Schöffengericht verurtheilte dieselben Rohnreduktion die Arbeit niedergelegt. Die Löhne waren ohnehin traffe, wie fie die sozialistische Arbeiter wie folgt: Karl eustergerling zu acht Tagen schon niedrig genug. Die auswärtigen Textilarbeiter werden erpartei aufgenommen hat, ist der einzig rich Gefängniß, Otto Brösche alt 50 Mart, beide sucht, den Zuzug fernzuhalten. tige Weg für den denkenden Arbeiter, für wegen Aufforderung zum Besuche der Versammlung, W. In Posen wurde, wie uns von dort geschrieben wird, in Arbeiter, die das Wohl ihrer Klasse im Auge Gerlach und Chr. Haßner wegen Theilnahme an der einer Mitgliederversammlung des Verbandes der deutschen Buchhaben. selben zu je 10 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof war der Ansicht, drucker gegen 5 Stimmen eine Resolution gefaßt, die den AusDie Familie zu vernichten" war bisher das. die öffentlichen Aufforderungen an die Gewerkschaften zu einer schluß der Herausgeber der Buchdrucker- Wacht" aufs schärffte Monopol Geschäft der Sozialdemokratie. Jetzt aber haben wir Waldpartie hätten nur die Umgehung des Verbots des Wald- verurtheilt und schleunige Rückgängigmachung dieser Maßregel eine gefährliche Konkurrenz bekommen. Nach einem Telegramm festes bezwecken sollen. Es sei hier nicht aus Irrthum oder fordert. aus Unkenntniß des Gesetzes gegen aus Lincoln( im Staate Nebraska) sind alle Anhänger der Gold Leichtfertigkeit oder Ju Dresden beschloß eine Versammlung von Bureaus dasselbe verstoßen, sondern in vollem Bewußtsein, da sagt dies der große Wunderknabe Bryan, Präsidentschaftskandidat kratisches Waldfeftes ergangen war. währung bemüht,„ die Familie zu vernichten". Und zwar bo seitens der Polizei vorher das Verbot des sozialdemo- Angestellten den Anschluß an den Zentralverband. Es erscheine geboten, Aus Mainz wird uns geschrieben: In einer öffentlichen der amerikanischen Silberinteressenten. Das hätten sich unsere gerade in unserer Zeit, wo die Achtung vor der obrigkeit Schneiderversammlung wurde Montag von der Lohn= Hansemänner und sonstigen orthodoxen Anbeter des goldenen fichen Ordnung ſyſtematisch untergraben werde, bei Ueber- fommission die Mittheilung gemacht, daß vor eiwa zwei Wochen Ralbes auch nicht träumen lassen, daß sie selber der schlimmsten tretungen möglichst energisch einzugreifen. Das Gesetz lasse in ein neuer erhöhter Lohntarif infolge Beschlusses einer zu Franksozialistischen Todsünde schuldig sind. vorliegendem Falle Geld- und Gefängnißstraße zu. Der Gerichts- furt stattgehabten Schneiderkonferenz an die Inhaber der Mainzer hof sei der Ansicht gewesen, daß die Uebertretung eine schlimmere Konfektionsgeschäfte abgesandt worden ist, ohne daß irgend eine Dazu komme, Antwort darauf eingegangen wäre. Die Bersammlung beschloß, gar nicht fein fönne, als wie sie hier vorliege. daß notorisch alle Geldstrafen gegen Sozialdemokraten von der das Gewerbegericht als Vermittelungsamt anzurufen, um die Partei bestritten werden, deshalb hat auch das Gericht gegen den Unternehmer zum Entgegenkommen zu veranlassen. Mit der Beendigung des Buchbinderstreiks in Stutt Angeklagten Karl A. auf Gefängnißftrafe erkannt, umsomehr als er auch schon wegen gleicher Uebertretung früher mit der höchsten gart ging es nicht glatt von statten. Der Hof- Buchbindermeister gesetzlich zulässigen Geldstrafe belegt sei, und es sich also hier ühlmann, der Geschäftsbücher- Fabrikant Bandell und der um einen Rückfall" handle. Bei den anderen Angeklagten Buchbindermeister Hasenohr einigten sich nicht mit ihren liege der gleiche Grund nicht vor, weshalb nur auf Geldstrafe Personalen, weshalb diese den Streit fortsetzen. erkannt worden sei. Das Gericht hielt es für es für nöthig Aus Brüssel berichtet die„ Kölnische Volkszeitung" über zu betonen, man solle nicht etwa annehmen, es habe den Stand des Tischlerstreit 3: Der Verband der Bau sich bei der Bestrafung von irgend welchem Einflusse be- schreinermeister von Brüssel, dem von insgesammt 485 Meistern stimmen lassen, denn die Landesgesetze seien für alle Preußen 170-180 angehören, hat den Vorschlag des Abgeordneten Hektor gleich, aber auf der anderen Seite verlange auch das Gesetz von Denis, den Lohnstreit einem Schiedsgerichte zu unterbreiten, Angehörigen aller Parteien gleiche Achtung. Diese Achtung sei furzweg abgewiesen und geantwortet, daß sie sich auf nichts anaber in vorliegendem Falle in schnöder Weise verletzt." deres einlassen, als auf die bereits am 20. Juli zugestandene Hoffentlich werden unsere verurtheilten Parteigenossen nach Lohnerhöhung von 2, Centimes per Arbeitsstunde; daß sie ihre diesem Urtheilsspruch erkannt haben, daß das herrliche Werkstätten überhaupt nicht eher wieder öffnen werden, als preußische Vereinsgesetz und seine Anwendung eine größere bis sämmtliche Ausständige in allen feiernden Werkstätten die Fülle von Hochachtung verdient, als ihm bisher von der Sozial- Arbeit wieder freiwillig aufgenommen haben. Auf grund dieser Antwort haben die Ausständigen beschlossen, den Lohnkampf auf demokratie zu theil geworden ist. dem bisherigen Wege des Ausstandes fortzusehen. Die erwähnten 170-180 Meister sind nach dem Zeugnisse der übrigen Arbeit geber blindlings in die Falle gegangen, welche ihnen der größte Brüffeler Unternehmer, ein ehemaliger Arbeiter, gestellt hat: derselbe weiß, wie sehr er von allen Arbeitern gehaßt ist, und es ist eine ausgemachte Sache, daß im Falle einer allgemeinen Wiederaufnahme der Arbeit die weiten Arbeits. hallen dieses Arbeitgebers eine Ausnahme machen und weiter feiern würden, weil bei ihm kein Arbeiter mehr eintreten will. Das weiß der Herr ebenfalls und er gesteht das unumwunden ein. Um nun nicht in dieser Weise unter Behme gestellt zu werden, hat Achtung, Drechsler Berlins! er als Präsident des Schreinermeister Verbandes jene 170 bis hatte, um Mißdeutungen zu entgehen, wie sie Der günstige Stand unserer jetzigen Lohnbewegung läßt er 180 Meister vermocht, ein Schriftstück zu unterzeichnen, worin fie jetzt thatsächlich in der Presse zum Ausdruck gekommen sind, warten, daß wir einen vollständigen Sieg erringen werden. Die sich bei sehr hoher Geldbuße verpflichten, nicht eher wieder ihre von meinem Ferien- Aufenthaltsorte aus am 1. September übergroße Mehrzahl der Kollegen hat sich an der Bewegung Wertstätten zu öffnen, als an dem Tage, wo sämmtliche Schreiner eine eingehende Erklärung der Streitfrage an betheiligt und nur in einem kleineren Theil der Werkstätten war sich in ihren sämmtlichen früheren Arbeitsstellen zu den alten die Redaktion des Vorwärts" abgeschickt und mit es nöthig, die Arbeit niederzulegen. Nun ist es Aufgabe der Lohnbedingungen wieder zur Arbeit melden. Eine größere An dem Hinweis auf die Möglichkeit solcher Miß- Kollegen, das Solidaritätsgefühl zu bewahren und nicht den zahl von Meistern haben sich zu dieser Unterzeichnung nur gegen das deutungen um deren Abdruck gebeten. Der Abdruck Kämpfenden durch Annahme von Arbeit in den streikenden Werk- Versprechen verstanden erklärt, daß im Falle von Geldverlegenheiten stätten in den Rücken zu fallen, wodurch sich die be- die geldfräftigsten Unternehmer die verfallenden Wechsel für sie der Erklärung erfolgte jedoch nicht, weil vor Ein- treffenden übrigens auch selbst schädigen würden. Aus einlösen würden. Es ist unter diesen Umständen an eine baldige treffen meines Berichts redaktionell mitgetheilt worden diesen Gründen ist es nothwendig, daß jeder in Arbeit Wiederaufnahme der Arbeit nicht zu denken; zudem geht war, daß zunächst im Vorwärts" nichts mehr über tretende Kollege auf dem Streitbureau Annenstraße 16 die Bausaison ihrem Ende entgegen. Die Ausständigen haben nun bes den. Konflikt gebracht werden solle. Da nur eine sachliche Erkundigungen darüber einzieht, ob dort, wo er Arbeit bekommen fchloffen, eine Genossenschaftswerkstätte einzurichten; außerdem macht Begründung meiner Stellungnahme mich vor ferneren soll, bewilligt worden ist oder nicht. In letzterem Falle soll das Ausstandskomitee bekannt, daß die feiernden Arbeiter für Mißdeutungen schützen kann, behalte ich mir indeß vor, unter keinen Umständen Arbeit angenommen werden. Alle eigene Rechnung zur Verfügung des Publikums stehen und alle in einem anderen Parteiblatt meine Ansicht auszusprechen. Kollegen der Werkstätten, wo im Frühjahr die Forderungen be- Privatarbeiten zum festen Tagelohn von 5 Frants bei zehn Georg Ledebour. willigt wurden oder wo wegen der schon bestehenden guten Ber- stündiger Arbeit übernehmen. In den Werkstätten der etwa 300 hältnisse keine Forderungen gestellt zu werden brauchen, müssen Meister, welche das erwähnte Schriftstück nicht unterzeichnet haben, Berlin, 9. September. jezt ebenfalls auf dem Streitbureau Meldung machen, um sich die aber in ihrer großen Mehrheit dem kleinen Handwerkerftande vor weiteren Schritten unsererseits zu bewahren. Im Auftrage angehören und ja nur etliche Mann beschäftigen, wird weiter ge der Ortsverwaltung Berlin: Die Lohnkommission. arbeitet. Die Zahl der Ausständigen beläuft sich immer noch auf einige Tausend. " Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem folche über tragen. Was betreffs meiner Person ausgesprochen wird, beruht auf einer durchaus irrthümlichen Auffassung. Meine Stellung in der Redaktion des Vorwärts" habe ich selbst gekündigt, und zwar bereits am 1. Juli zum 1. Oktober, folglich längst ehe sich die Debatte über die Quarck'schen Vorschläge entspann. Mein Austritt aus der Ausstände oder Aussperrungen, müssen fiets den Stempel der betreffenden Redaktion des Vorwärts" hat also garnichts mit diesem Zum Streit der Drechsler Berlins. Bis Mittwoch Konflikt zu schaffen. Was den Konflikt selbst anbetrifft, so Abend 7 Uhr waren 127 Wertstellen mit 596 Gehilfen an ſtehe ich keineswegs, wie die Bossische Beitung" sich aus gemeldet. Davon waren in 93 Werkstätten mit 466 Gehilfen drückt, auf dem Standpunkt der Protestler", sondern die Forderungen bewilligt und in 34 Werkstätten mit 130 Gemißbillige die Erklärung meiner sechs Kollegen vom hilfen wurde gestreift. 27. August August in den wesentlichsten Punkten. Ich " " Partei- Nachrichten. dauern. Aus dem Reiche König Stumm's. In St. Johann Achtung, Tischler Friedrichshagen! Alle Kollegen werden In London tagte am Dienstag die Zentralversammlung des an der Saar fanden sich am 6. September eine größere Anzahl ersucht, den Zuzug von folgenden Gefchäften bis auf weiteres Parteigenoffen ein, um Stellung zum nächsten Parteitag fern zu halten: Tischlerei von G. Fechner, Scharnweber- Internationalen Dodarbeiter Verbandes. Es zu nehmen. Man schreibt uns darüber: Es wurde allgemein straße; Baugeschäft vou Basedow, Verlängerte Kurzestraße; wurden die Einzelheiten der Bewegung für eine Lohnerhöhung anerkannt, daß es nothwendig ist, einen Delegirten auf den Bimmerei von G. Schubert, Seestraße. Die Lokalkommission berathen. Tom Mann berichtete, daß die Bewegung in Rotter dam, Antwerpen, Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Stockholm des deutschen Holzarbeiter- Verbandes. Parteitag zu schicken, um bie drückenden Verhältnisse, die im Saarrevier bestehen, wieder einmal öffentlich Achtung, Steinarbeiter. In den Sandsteinbrüchen und Gothenburg Unterstützung erhielte. Sodann kam ein Brief zur Sprache zu bringen. Genosse Emmel aus Saar- bei Horn im Teutoburger Walde haben 80 Stein: Lord Salisbury's zur Verlesung, in welchem der Minister es abgemünd wurde als Delegirter zum Parteitag gewählt. Mit megen wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Sie lehnt, eine Abordnung anläßlich der Verhaftung Ben Tillet's in dem Gesang der Arbeiter- Marseillaise ging man auseinander. verlangen einen Stundenlohn von 45 und 50 Pf., den der Unter- Antwerpen zu empfangen, und mittheilt, daß die Verhand Am vorlegten Sonntag wurde ein Flugblatt in Auflage nehmer jedoch nicht bewilligen will. Er hatte sich Steinmetzen lungen mit der belgischen Regierung über diesen Fall noch fort von 10 000 Stück verbreitet; es ist von der ländlichen Be- aus dem Odenwald kommen lassen und ihnen versprochen, daß ste völkerung im allgemeinen günstig aufgenommen worden. Als in pro Tag 5,50 m. verdienen würden; sie haben jedoch nur Kleinblittersdorf der Gendarm die Verbreiter notirte, wurde das 3,50 m. verdient und infolge dessen mit den andern Kollegen ein Interesse an dem Flugblatt erst recht wachgerufen. Am müthig die Arbeit niedergelegt. Finanzielle Unterstügung ist 31. Auguft hatten wir zum ersten Mal eine Lassalle- Feier, unbedingt nothwendig. Zuzug ist fernzuhalten. Die Geschäfts: die vortrefflich verlief. leitung der Steinarbeiter Deutschlands. J. A.: Ph. Thomas in Rigdorf bei Berlin, Bergstr. 162. Die Braunschweiger Sozialdemokratie feiert am Mittwoch, Die Firma Kleber 9. September die 26. Wiederkehr des Tages, an welchem imu. Merres in Geldern sucht durch Inserat 20 BigarrenAchtung, Zigarrenarbeiter! Jahre 1870 Wilhelm Bracke und der Ausschuß der sozialarbeiter und verspricht denselben einen Wochenlohn von 20 M. demokratischen Arbeiterpartei auf Befehl des Generals Bogel Wir machen darauf aufmerksam, daß der Streit bei der Firma von Faldenstein in Retten nach Löten abgeführt wurde. Auch unverändert fortdauert und bitten Zuzug streng fernzuhalten. an diesem Tage wallen tausende Genossen und Genossinnen nach Das Streitfomitee. seiner Grabftätte, um das ihm errichtete Denkmal zu befränzen. Zum Stand der Differenzen im Maschinen Baus gewerbe wird unterm 8. September gemeldet: Die gestrigen Verhandlungen wegen der Beilegung des Streikes in Govan schienen ergebnißlos verlaufen zu wollen, da die Unters nehmer Bedingungen stellten, welche den Streifenden unannehm bar zu sein schienen, schließlich kam aber doch eine Einigung zu stande. Die Streitenden kehren heute zur Arbeit zurück, doch verlautet über die Bedingungen der Einigung noch nichts. Soziale Rechtspflege. Ein Streit, der zwischen dem Kellner Sch. und dem GastIn Eberswalde ist es infolge der Maßregelung eines wirth Schiller stattgefunden hatte, veranlaßte letteren, Sch. zu Aus Heffen. In einer Mitgliederversammlung der sozial- Kollegen und wegen Verlängerung der Arbeitszeit in der Filzentlassen. Er sprach jedoch die Entlassung nicht am selben Abend demokratischen Partei in Mainz wurde an stelle des früheren schuhfabrik von Paul Wagner zu Differenzen und in aus, an welchem es zu den fraglichen Differenzen wegen der Bedienung der Gäste gekommen war, sondern es beliebte Abgeordneten Jöst der Genosse Johann Stock zum Mitglied deren Verlauf zur Kündigung sämmtlicher Arbeiter gekommen. des Landeskomitees der hessischen Sozialdemokratie gewählt, das wir ersuchen deshalb die Kollegen, den Zuzug dorthin fernzu- ihm, Sch. erst am nächsten Morgen fortzuschicken, als dieser in Offenbach seinen Sitz hat. halten. Die Agitationskommission der Schuh beim Gewerbegericht auf eine Lohnentschädigung. Nachdem er Schuh- zu neuem Schaffen erschienen war. Der Kellner klagte nunmehr Aus Mülhausen i. Elf. wird uns geschrieben: Anläßlich macher Berlins. seine Forderung auf 5,50 M. ermäßigt hatte, sprach ihm die seiner Reise nach den Vogesen war Genosse Bebel letzten In Brandenburg ist der Hutarbeiter- Streit für Rammer VI diesen Betrag unter folgender Begründung Sonnabend Abend hier und hielt einen Vortrag über den Lon- beendet erklärt. Die an dem Ausstand betheiligt gewefenen zu: Die Kündigung sei zwar zwischen den Parteien doner internationalen Arbeiterkongreß. An den Vortrag fnüpfte Arbeiter haben ihre Forderungen nicht durchgefeßt. Bis auf ausgeschlossen gewesen, jedoch nehme das Gericht an sich eine lebhafte Diskussion, welche die zahlreich Anwesenden wenige fanden sie ein anderes Unterkommen. der Arbeitstag als Einheit zu betrachten sei. Aus diesem bis Mitternacht zusammenhielt. Aus der Schweiz. Nicht die„ Berner Tagwacht", wie in der gestrigen Notiz zu lesen war, sondern die Oltener Tag: wacht" erscheint von Nr. 45 an dreimal wöchentlich. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Ein Eisenbahnarbeiter, der sich als Mitarbeiter an der Grunde habe Beklagter verurtheilt werden müssen, dem Kläger vom Hamburger Echo" angekündigten Broschüre über die den Entlassungstag voll zu bezahlen, obwohl die Entlassung vor Arbeitsverhältnisse der Eisenbahnbediensteten bezeichnet, antwortet dem Beginn der Arbeit erfolgt sei. Wollte sich Schiller hiervor im„ Sprechfaal" des genannten Parteiblattes auf einen Angriff schüßen, dann hätte er den Kläger am Abend vorher entlassen der Nationalliberalen Korrespondenz" u. a. folgendermaßen: müssen. Wenn man meint, daß wir Eisenbahnarbeiter erst aufgereizt " - Auch gegen den Redakteur bes Bolts willen" in werden müßten, um Sozialdemokraten zu werden, fo irrt man Depelchen und lehte Nachrichten. Hannover, Genossen Thielhorn, ist ein Verfahren im fich ganz gewaltig. Für diese Aufreizung sorgt man seitens der Leipzig, 9. September.( Privatnachricht des Vorwärts".) Gange wegen der Dichtung Der Nazarener", die in der dem Eisenbahnverwaltungen genügend, indem man uns Arbeiter aus Volkswillen" beigegebenen Sonntagsbeilage Die Neue Welt" nuit mehr als die Kapitalisten, denn diese sind zuweilen nicht In der bekannten Klage des Vorsitzenden des Deutschen Buchgestanden hat und ein Vergehen gegen die Religion ent- in der Lage, höhere Löhne zu zahlen, während von der Eisen- drucker- Verbandes Döblin gegen den ehemaligen Redakteur halten soll. bahn jährlich Millionen an Ueberschüssen erzielt werden, welche des Correspondent" Gasch lautete gegen letzteren das Urtheil Zu 6 Wochen Haft wurde vom Schöffengericht in ja aber bekanntlich für den Militarismus geopfert werden des Schöffengerichts zu Leipzig auf einen Monat Ges Halle a. G. der verantwortliche Redakteur des Bolts- müssen. Schon längst haben wir Eisenbahnarbeiter eingesehen, fängniß. blattes", Genoffe Mannigel, verurtheilt, weil er durch Ver- daß volle Koalitionsfreiheit der gesammten Arbeiterklasse so nothöffentlichung von Notizen über den Boykott der Böllberger wendig ist, wie frische Luft und wie für die Fische klares Waffer. Mühle in 6 Fällen groben Unfug begangen haben soll. Der Wenn nun aber trotzdem vom Staate als Arbeitgeber, der doch Amtsanwalt hatte für jeden Fall 6 Wochen, zusammen also seine eigenen Geseze am ersten respektiren sollte, und von der 36 Wochen Haft beantragt. Bovenau bei Rendsburg, 9. September.( W. Z. B.) Das taiserliche Ranalamt macht bekannt: Die Fahrt durch den Kaiser Wilhelm- Kanal ist für Schiffe von vier Metern Tiefgang und acht Metern Breite bis auf weiteres bei Tageslicht freigegeben. nationalliberalen Partei in zweiter Linie, uns unser gefeßlich Bremen, 9. September.( W. T. B.) Wie Bösmann's - Das Gefängniß verließ am Dienstag Genoffe age- zustehendes Roalitionsrecht vorenthalten wird, so darf man sich Telegr. Bureau" meldet, brach heute Nachmittag im Erdgeschoß mann, der verantwortliche Redakteur des Saalfelder auch nicht wundern, daß man sich seine Rechte nimmt und heim- des Schuppens Nr. 3 des hiesigen Freihafens, in welchem sich ein Boltsblattes", nach 16wöchiger Strafhaft. lich für die Partei strebt, der anzugehören man als ganz felbft großes Spirituslager befindet, plötzlich ein Schadenfeuer aus. Wir berichteten vor einiger Zeit, daß es in Mühl verständlich betrachtet." Weiter führt der Eisender aus: Wenn Die schnell herbeieilende Feuerwehr bewältigte in furzer Zeit hausen in Zh. unseren Parteigenoffen verboten worden war, man glaubt, daß wir sozialdemokratischen Eisenbahnarbeiter bei den Brand, der keinen erheblichen Schaden verursacht hat. am Spittelbrunnen ein Wald feft abzuhalten. Man betrachtete Ausständen und ähnlichen Gelegenheiten die Arbeit einstellen das Feft als eine politische Versammlung. Als nun an dem be- würden, ebenfalls bei Ausbruch eines Krieges, so irrt man ganz treffenden Tage die Mitglieder der einzelnen Gewerkschaften in- gewaltig. Wir sozialdemokratischen Eisenbahnarbeiter wissen folge von Annoncen in den Zeitungen Wald partien unter ganz genau, daß, sobald wir die Arbeit niederlegen, tausende nommen hatten und am Spittelbrunnen zusammengekommen von Soldaten an unsere Stelle treten würden." London, 9. September.( B. H.) Infolge des Dynamit attentats in Westminster Bridge Road herrscht große Beunruhigung. Die Bombe plaßte zweihundert Schritte vom Parlamentsgebäude entfernt und in der nächsten Nähe des größten Caféhauses von London. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 212. teber den Bonkoff. Donnerstag, den 10. September 1896. Ihr gutes Recht, sich gegen die Uebergriffe der Kapitalisten zu wehren, wird man den Gemaßregelten, Ausgesperrten oder streitenden Arbeitern nicht absprechen tönnen, das Recht ist faft immer auf ihrer Seite; der Sympathie derjenigen, welche wie fie unter dem Druck des Kapitals seufzen, werden sie deshalb immer gewiß sein. Und unter diesem Eindruck wird auch der Referent über die Sache vor einer großen Boltsversammlung stehen, der Redner wirkt durch feine Ausführungen nicht allein auf die Bersammlung; je größer die Zahl der Theilnehmer, desto stärker ist auch der Einfluß der Maffen auf ihn. " " " " 13. Jahrg. A. v. Elm. Die Gefahr einer Aussperrung infolge der Unterstützung Ein derartiges Verfahren ist doch unmöglich mit dem Wort Absolutismus" zu bezeichnen. Dann wäre unsere ganze Partei- eines Boykotts in einem Orte ist vorhanden; wegen dieser Ge Die Ausführungen der Redaktion des Vorwärts" in Nr. 205 Organisation eine absolutistische; die Redaktion des Vorwärts" fahr aber eine von einer Zentralstelle ausgehende Aufforderung beffelben waren für mich sehr interessant, überzeugend jedoch nicht. wird mir zugeben, daß jährlich in hunderten nicht minder dazu zu unterlassen, wäre dann doch eine durch nichts zu rechtBunächst möchte ich feststellen, daß es sich bei meinen An- wichtigen Angelegenheiten in der Partei entschieden wird, ohne fertigende Unterlassungsfünde gegenüber der ganzen Arbeiter trägen in erster Instanz um das örtliche Gewerkschafts- baß dieselben Volts- oder Parteiversammlungen vorher zur Ent- bewegung. Diese Gefahr ist heute bei Unterstützung von Streits Kartell und erst in zweiter Linie um die Generalfommission scheidung unterbreitet werden. Eine Urabstimmung findet in der eine noch weit größere und doch haben wir darauf noch nie respektive den Generalausschuß der Gewerkschaften handelte. Partei doch auch nicht über die Beschlüsse des Parteitages, über Rücksicht genommen. Die Redaktion des Vorwärts" erwähnt in ihren Aus- die Wahl der Parteileitung statt. Bei Boykotts ist die Gefahr keineswegs eine so große, wie bei führungen mit keinem Wort den ersten Sag meines Antrages: Mit Ausnahme des Chefredakteurs, des Genossen Liebknecht, Streits, und soll uns diese deshalb nicht abhalten zu thun, was Das Recht, einen Bontott zu verhängen, ist sind sämmtliche Redakteure des Vorwärts" weder vom Partei- recht und nothwendig ist. Gefahr bringt auch der Kampf Sache des Gewerkschaftstartells des Ortes, tag, noch in einer Parteiversammlung gewählt worden, dasselbe auf politischem Gebiet, wir scheuen denselben nicht. Weshalb wo sich die zu boykottirende Firma befindet ist der Fall mit fast allen Redakteuren der übrigen Partei- also, sofern es sich um den wirthschaftlichen Kampf handelt, Um jedoch keinerlei Frrthum aufkommen zu lassen, glaube ich blätter. gerade dieses Moment besonders betonen? als Meinung der Redaktion des Vorwärts" nach ihren Aus- Und dabei bedenke man, welch' diskretionäre Machtbefugniß Die Arbeiter werden doch zweifellos durch laffungen ohne weiteres feststellen zu können: Das Recht, einen Redakteure von Parteiblättern besitzen. Obgleich der Mohr'sche den wirthschaftlichen Kampf zum politischen Boykott zu verhängen, ist nicht Sache des Gewerkschafts. Boykott ganz nach der Theorie des Vorwärts" von Wolfs gedrängt. Gerade mein sozialistisches Gm fartells, sondern einer respettive mehrerer Volt 3- versammlungen und zwar nicht von einer, sondern von mindestens pfinden sträubt sich deshalb jebes Mal, versammlungen in dem Orte, wo sich die zu 20 und nicht von 2000, sondern von mindestens 20.000 Boltsver- wenn ich bei Genossen den Eindruck gewinne, boykottirende Firma befindet. sammlungsbesuchern beschlossen war,( auch in Berlin sollen daß dieselben den wirthschaftlichen Kampf auf Boltsversammlung oder Gesammtvertretung der organi- Volksversammlungen am 1. Mai auf die einfache Aufforderung eine tiefere Stufe stellen, als den politischen, firten Arbeiter das ist also die grundsätzlich zu entscheidende der Mohr'schen Arbeiter hin, eine Resolution zu gunsten des da doch beide Bewegungen schließlich in ein Bett Frage. Boykotts beschlossen haben) druckt der Vorwärts" die Aufrufe münden. Darin stimme ich überein mit dem Vorwärts", daß zur der Arbeiter nicht ab und raubt ihnen dadurch die Möglichkeit, Durchführung eines Boykotts mehr gehört als Versammlungs- für ihre Sache um die Sympathie der Arbeiter zu werben, weil P. S. Ueber den Boykott über die Mohr'sche Margarines beschlüsse, daß dazu Vorbereitungen, Organisationen und Geldmittel nach der Meinung der fünf oder sechs Redakteure des Vor- fabrit will ich mich nicht äußern, da, wie mir mitgetheilt wird, gehören. Und weil Voltsversammlungen die zur Durchführung eines wärts", die doch auch dem Irrthum unterworfene Menschen einer der direkt Betheiligten dazu das Wort nehmen will. Boykotts nothwendigen Vorbereitungen und Organisationen nicht finder sind, die Ursachen des Streiks noch nicht ausreichend treffen können, auch die Geldmittel nur durch Organisation waren zur Verhängung eines Boykotts. Um die Diskussion nicht ins endlose auszudehnen, sei auf geschafft und zum allergrößten Theil von den organisirten Bei allen in der Partei zu unternehmenden Schritten von diese Ausführungen des Genoffen v. Elm kurz folgendes er Arbeitern aufgebracht werden, halte ich Boltsversammlungen größerer Tragweite finden, Borberathungen statt; weshalb soll, widert: Es ist garnichts dagegen einzuwenden, daß Boykottnicht für die geeignete Instanz, einen Boykott zu verhängen. Es wenn die Vertreter der Gewerkschaften dasselbe thun, dieses Ab- anträge von der betr. Gewerkschaft zunächst an das Gewerkschaftsist einfach ganz unmöglich, in einer Voltsversammlung alle diese folutismus sein, wo man, sofern es sich um politische Dinge und fartell eines Ortes gestellt werden sollen, wo ein solches besteht, Fragen zu erörtern, ohne dem Gegner von vornherein Waffen um politisch thätige Personen handelt, diese häßliche Bezeichnung damit über Berechtigung und Zweckmäßigkeit des Boykotts von gegen die kämpfenden Arbeiter in die Hände zu liefern. Rühl niemals anwendet? Dem„ Kommando" einer Gewerkschafts- vornherein die erforderliche Klarheit geschaffen wird. Das und leidenschaftslos foll und muß die eventuelle Aus vertretung würden diejenigen, die sich heute noch nicht organi- deuteten wir in Nr. 205 schon an, wo gesagt ist, die den Boykott sicht auf Erfolg erwogen werden; das wird in firen fönnen, nicht folgen, schreibt der Vorwärts". Weshalb wünschende Gewerkschaft solle sich an die Arbeitervertretungen Boltsversammlungen höchst selten geschehen. Die Theil nicht? Sind die Leiter der Gewerkschaften weniger vertrauens- der verschiedenen Orte wenden. Gewerkschaftskartelle sind nehmer derselben werden immer mehr mit dent Herzen, als würdig, minder begabt, als diejenigen, die in der politischen zweifellos Arbeitervertretungen, denen niemand das Recht bes mit dem Kopf urtheilen. In der Hauptsache tommt es darauf Bewegung eine leitende Stellung einnehmen? In vielen streitet, über Boykottfragen mitzureden. Aber den Ausschlag, an," schreibt der" Borwärts"," ob der Volksversammlung ein Fällen sind es sogar dieselben Personen und da die Entscheidung über die ganze Frage soll die Ge flares Bild deffen gegeben wird, worüber sie beschließen soll. wäre es doch furios, wenn sie als Polititer Vertrauen, als fammtheit des arbeitenden Voltes, deren Organ eben die Ist das der Fall, dann wird ihre Entscheidung meist richtig Gewerkschaftler dagegen tein Vertrauen genießen sollten. Boltsversammlung ist, durch diese geben. Das Gewerkschaftsausfallen." Aber vor allem zieht ja nun die Redaktion des Vorwärts" fartell als begutachtende und die Volksversammlung als Der Vorwärts" giebt in diesem Satz zu, daß es wesentlich gegen eine einheitliche, zentralistische Regelung des Boykotts zu beschließende Instanz, die ja die Ausführung des auf die Darstellung der Sache durch die Referenten ankommt. Felde. Auch bei Streits nehmen die Arbeiter auf Boykotts dem Gewerkschaftskartell übertragen tann- damit wäre Die einfache Konstatirung der Thatsachen genügt nicht; von dem die Reglements von Zentralinstanzen keine Rücksicht das von Elm betonte Einvernehmen beider Interessengruppen ges Referenten wird mehr verlangt, er soll seine Meinung zu der schreibt der Vorwärts" fie würden dies auch schaffen. In dieser Weise wird die Sache aber meist schon ge Sache äußern. Darin steckte aber schon ein gut Stück Be- nicht bei Boykotts thun. Der Vorwärts" findet im handhabt. einflussung. direkten Gegensatz zu einem Parteitagsbeschluß, der die Bentralisation auf gewerkschaftlichem Gebiete und damit auch die zentralistische Regelung von Streits für nothwendig und richtig erklärt hat, daß Bur Tage der franzöfifchen möglicher weife"(!!) die dezentralen Neigungen der Arbeiter in dieser Staats- und Eisenbahn- Arbeiter. Beziehung eher von Nußen als von Schaden sind. Demgegenüber weise ich auf die Thatsache hin, daß die Jm vorigen Jahre beschloß die Deputirtenkammer, eine Zentralverbände an Mitgliederzahl stetig zunehmen und daß die Enquete über die Lage der Staats- und Eisenbahn- Arbeiter dezentralen Neigungen ihren Stüßpunkt einzig noch in Berlin durch das Arbeitsamt veranstalten zu lassen. Die hauptsächlichen haben. Wegen der großen Arbeitermassen, die in Berlin in Frage Ergebnisse einer Enquete werden soeben bekannt gemacht. fommen, ist ihnen noch die Möglichkeit gegeben, sich den Luxus Was die Lohn statistik betrifft, so befolgte dabei Herr dezentraler Neigungen auf einige Zeit gestatten zu können. Der wirth- March, der mit der Enquete beauftragte Delegirte des Arbeitsschaftliche Kampf wird aber auch hier mit den dezentralen Theorien er- amtes, die Methode, das Arbeitspersonal in verschiedene, Es giebt gar keinen Volksredner, welcher sich diesem Einfluß barmungslos aufräumen; die Dezentralisation in der durch d.ie jeweilige Lohuhöhe abgestufte Kategorien zu ganz entziehen tönnte. Das fühle Abwägen, das talte Urtheil Lohnbewegung wird immer mehr Niederlagen als vertheilen Die so ermittelten Zahlen geben ein genaueres Bild ist zu Ende; ich glaube diejenigen, welche hierüber aus Er- Erfolge nach sich ziehen und diese Erfahrung wird die als die nach Geschlecht und Alter herausgerechneten allgemeinen fahrung reden tönnen, werden mir darin beipflichten, daß es Arbeiter schon mit der Zeit von allen dezentralen Neigungen Durchschnittslöhne. entgegen einer großen Masse mit den Kämpfenden sympathisirender turiren. Die Lohnstatistik wurde auf grund einer einzigen Lohns Arbeiter feine Kleinigkeit ist, trotz alledem zu erklären es ist Daffelbe wird der Fall sein bei Boykotts; auch hierbei auszahlung aufgestellt. Die Genauigkeit derselben wird jedoch teine Aussicht auf Erfolg. Weit schwerer aber ist es, diesen wird die Erfahrung die beste Lehrmeisterin sein; die einheitliche dadurch nur unbedeutend beeinträchtigt, da auf den Eisenbahnen Standpunkt zu begründen, ohne dem Gegner Trümpfe in die Regelung des Boykotts wird zur Nothwendigkeit, sofern der Zeitlohn fast ausschließlich die Regel ist und in den StaatsHand zu spielen. Wir verfügen gewiß über einen Stamm guter, man auf dieses Kampfmittel nicht ganz verzichten betrieben( Tabak und Zündhölzchen), wo der Stücklohn vors geschulter Redner, aber dennoch behaupte ich, daß dieser diplo- will. Eine Erschlaffung der Arbeiter wird nur dann eintreten, herrscht, Qualität und Quantität der Arbeitsleistung ziemlich uns matischen Aufgabe nur wenige gewachsen sind, ja, daß es in wenn sie teine Erfolge erzielen, was bei dem heutigen regellosen verändert bleiben. vielen Fällen ganz unmöglich ist, öffentlich alle Gründe Zustand allerdings bei den meisten Boykotts als sicher gilt. In den zwanzig staatlichen Tabatfabriten sind 1446 gegen einen Boykott anzuführen, ohne die Sache der tämpfenden Arbeiter selbst zu gefährden. Die Massen derjenigen über einen Boykott entscheiden zu laffen, von welchen man eine Durchführung desselben verlangt, ist überhaupt ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn in Berlin eine Anzahl Volksversammlungen abgehalten werden und tausende wegen Ueberfüllung der Lokale vor der Thüre wieder umtehren müssen, eine noch weit größere Zahl durch Umstände verhindert ist, Darin stimme ich mit dem Vorwärts" überein, daß der 30 Dienstjahren und nach dem vollendeten 60. Altersjahre ers an dem betreffenden Abend oder überhaupt an Volksversammlungen Boykott nicht dazu da ist, bei jeder Gelegenheit für unorganisirte halten die Frauen ein Ruhegehalt von 400 Frks. und die theil zu nehmen, wo bleibt dann die Selbstbestimmung der bei Arbeiter angewandt zu werden, um dieselben in ihrer Lauheit Männer ein solches von 600 Fris. Die Verwaltung zahlt zu einem Boykott in Frage kommenden Massen? gegenüber der gewertschaftlichen Bewegung eventuell noch zu be- diesem Zwecke einen Beitrag von 4 pet. des Lohnes jeder be Dabei ist noch garnicht in betracht gezogen, daß die stärken. Diese Gefahr ist aber eine sehr geringe, schäftigten Person. größere Hälfte der Menschheit, die Frauen, wenn die Vertreter organisirter Arbeiter In den sieben staatlichen 3 ündhölzchen Fabriken welche bei Boykotts über industrielle Massenprodukte am Darüber zu entscheiden haben, während Volks- wird ein Personal von 676 Männern und 1444 Frauen be meisten in Frage fommen, fast immer der Rinder wegen" versammlungen, in welchen unter Umständen die unorganisirten schäftigt. Die Arbeitszeit beträgt ebenfalls 10 Stunden. Stunden oder wegen der nach Feierabend noch zu erledigen Arbeiter die Mehrheit bilden, in dieser Beziehung jedenfalls lohn der Männer: für 62 pet. 85-65 Sts., für 90 pet. den Hausarbeit zu Hause bleiben müffen. Wollten ein viel milderes Urtheil fällen würden. 30-75 Gt3.; Stundenlohn der Frauen: für 61 pct. 20-40 Sts., alle kommen, von denen wir wünschen, daß sie bei einem für 94 pCt. 20-55 Cts. Die Alterspensionen sind ebenso Boykott mithelfen, so würden sämmtliche Lotalitäten Berlins geregelt wie in den Tabakfabriken. nicht im entferntesten ausreichen, diese gewaltigen Massen fassen In den sieben großen und den vier kleineren Eisen au tönnen. bahn Gesellschaften find 188 587 Männer und 19 037 Frauen beschäftigt. Die Arbeitszeit ist vers Gingeständniß, daß die Arbeitszeit vielfach übermäßig lang ift. Es ist übrigens bekannt, daß die Lokomotivführer durch Prämien auf die Zahl der durchlaufenen Kilometer dazu angeftachelt werden, 14, 16 und sogar 18 Stunden zu schanzen, ungeachtet der Gefahr, die eine Üeberarbeitung dieser Arbeiter in sich birgt. Die Gewerkschaft der Eisenbahnarbeiter verlangt scheidung den von den organisirten Arbeitern gewählten Eine spezielle Reglementirung, wie der Vorwärts" meint, daher die Abschaffung der Prämien bezw. entsprechende Erhöhung Vertretern, welche, was bei den Boltsversammlungs- will ich durchaus nicht, wenn ich den Vorschlag mache, einen des unzulänglichen firen Lohnes, was zugleich die Herabsetzung Besuchern ebenfalls nicht der Fall, doch auch eine von einer Gewerkschaft gewünschten allgemeinen Boykott der Arbeitszeit zur Folge haben würde. Gänzlich unbestimmbar gewisse Verantwortung für die von ihnen der Gesammtvertretung ber organisirten Arbeiter zu ist die Arbeitszeit der Frauen, die ausschließlich als gefaßten Beschlüsse haben und welche über die nächst zur Prüfung zu unterbreiten. Ich will da Schlagbaum- Wächterinnen beschäftigt werden und 12 pet. des Schwierigkeiten der Durchführung eines Boykotts sich ein weit durch verhindern; daß bei jeder Kleinigkeit boykottirt Gesammtpersonals ausmachen. In der neulichen Kammerdebatte besseres Urtheil bilden können, als die zufällig in einer Volks- wird, ich will aber auch, daß wenn einmal ein allge- über die Arbeiterschutz- Novelle verlangte Genosse Guesde vergeb versammlung anwesenden Personen, weil sie und ihre organisirten meiner Boykott für nothwendig erklärt wird, dann eine einlich die Unterstellung dieser Arbeiterinnen unter das Frauenschutzs Genossen doch immer noch die praktische Arbeit bei allen Kämpfen beitliche wirtfame Agitation dafür entfaltet gesetz. Herr March rechtfertigt die schrankenlose Ausbeutung der der Arbeiter haben verrichten müssen. wird; ich bestreite ganz entschieden, daß ein wegen bedeutungs- Schlagbaum- Wächterinnen, ebenso wie dies der Handelsminister Nun denke ich, wie der Vorwärts" ganz richtig annimmt, voller Ursachen erklärter Boykott allerseits auf Unter- Guesde gegenüber gethan hatte, damit, daß sie im allgemeinen über Volksversammlungen und deren Werth gar nicht so ganz ftüßung rechnen tann. Ganz abgesehen von den nöhigen Geld- Frauen von Eisenbahn- Angestellten seien und an der Besorgung gering im Gegentheil, ich bin der Meinung, daß wenn, wie mitteln, die unter Umständen bei einer ganzen Reihe von ört der Hausarbeiten nicht verhindert würden. folches das Regulativ des Hamburger Gewerkschaftskartells es lichen Gewerkschaftskommissionen sehr knapp sein können, erfordert Lohnhöhe: von den Männern, die Stunden, Tag- oder vorschreibt, von den Vertretern der organisirten Arbeiter mit die Durchführung eines Boykotts sehr viel Arbeit, welcher sich Stücklohn erhalten, verdienen 55 pt. 30-40 Cts. pro Stunde, 2/3 Mehrheit die Berechtigung und Zweckmäßigkeit eines Boykotts an- die Leiter von Gewerkschaftskommissionen manchmal, wenn sie 85 pCt. 20-55 Ets.; von denen, die ein Monatsgehalt beziehen, erkannt worden ist, dieselben ruhig die Angelegenheit zur weiteren nicht ganz besonders von einer autoritativen Stelle aus dazu verdienen 56 pCt. 86-135 Fr., 84 pCt. 71-165 Fr. Außerdem Erörterung einzuberufenden Boltsversammlungen überlassen aufgefordert werden, gerade nicht gern unterziehen. haben zirka 15 pt. der Angestellten freie Wohnung, beren tönnen. Dann aber auch ist das Verständniß für den Boykott als Miethwerth ungefähr ein Zehntel des Gehalts ausmacht. Die diesen Versammlungen zu unterbreitenden Resolutionen Waffe im wirthschaftlichen Kampf bei den Arbeitern so wenig werden schwerlich auf Widerstand stoßen. Den agitatorischen entwickelt, daß es noch eine ganz gewaltige Aufrüttelung der Werth der Voltsversammlungen verkenne ich keineswegs, aber Arbeitermassen selbst bei Boykotts aus den bedeutungsvollstenUrsachen die eingehende Prüfung der Zweckmäßigkeit eines Boytotts wird bedürfen wird, um sie zu einem energischen Eintreten für den stets nur in einem engeren Kreise der mit den Verhältnissen selben zu veranlassen. Nur durch eine Konzentration aller vertrauten Genossen stattfinden können. Kräfte im geeigneten Augenblick wird dies zu erreichen sein. Einen Boykott über ganz Deutschland durchzuführen, soll Männer und 13 674 Frauen beschäftigt. Die Arbeitszeit beträgt nach dem Vorwärts" ganz unmöglich sein, weil wir über feine 10 Stunden. Lohnhöhe: 52 pCt. der Männer erhalten 40 bis Geldmittel verfügen. Gerade deshalb wünsche ich diese Aufgabe 55 Cts. pro Stunde und 85 pCt. 35 bis 65 Cts.; 69 pCt. der den Gewerkschaften übertragen, weil dadurch die Kosten sich Frauen erhalten einen Stundenlohn von 23 bis 40 Cts. und verringern lassen und dieselben, von der Gesammtheit der organi- 94 pCt. 17 bis 55 Cts. firten Arbeiter getragen, gar nicht so erheblich ins Gewicht Die Verwaltung subventionirt die Hilfskassen durch fallen. Beiträge, die denen der Arbeiter annäherno gleichkommen. Nach Eigenthümlich ist nun, daß man, sobald es sich um gewerk schaftliche Fragen handelt, immer der Meinung ist, daß wir kein Gelb haben. Ein allgemeiner Gewerkschaftstongreß toftet zu viel Geld, auch die allgemeine Durchführung eines wirthschaftlichen Boykotts ist zu kostspielig. = Es wird immer nur eine Minderheit sein, welche entscheidet und wie diese Minderheit zusammengesetzt ist, entscheidet Welch' heidenmäßiges Geld hat doch der Jnternationale schieden, je nach dem Dienfizweige. Ein indirektes lediglich der Zufall. Um eine allgemeine Voltsabstimmung Rongreß in London getoftet, das muß doch auch von Arbeitern abzuhalten, dazu mangeln uns die Mittel, außerdem würde aufgebracht werden. dieser Apparat auch viel zu schwerfällig arbeiten. Für mich ist bei allen gewerkschaftlichen und politischen Und deshalb meine ich, wo die Möglichkeit überhaupt aus Fragen nur die Zweckmäßigkeit entscheidend; sind die Arbeiter geschlossen ist, daß die in Frage kommenden Massen entscheiden darüber einig, werden sie auch die nöthigen Geldmittel auftönnen, ist es richtiger, wir übertragen die Prüfung und Ent- bringen. Die Schlagbaum Wächterinnen haben meistentheils freie Wohnung und verdienen 16-40 Fr. monatlich. Mehrere Gesellschaften bestreiten aus eigenen Mitteln die ärztlichen und die Arzneikosten in allen Krankheitsfällen. Die übrigen Gesellschaften übernehmen nur einen Theil dieser Kosten. Ferner wird im Krankheitsfall während eines gewissen Beits die Arbeiter. nung " Tokales. 1 bekannt. ㄓ " " " " " raums der Lohn ganz oder theilweise fortgezahlt. Endlich haben firaße 86, viel Schaden angerichtet. Der Hauzdiener Johann Abend einige neue Kräfte ins Feuer geschickt hätte. In Heern die großen Gesellschaften Iterspensionskassen ein- Mattner erlitt schwere Verlegungen an der rechten Hand und Eyben, der die Titelrolle gab, sahen wir einen Künstler, der in gerichtet, an die sie durchschnittlich dreimal so viel zahlen wie im Gesicht. Mattner hatte Benzin vergossen und mit Säge- so weit dem Moser'schen Lustspiel glich, als auch er das Hauptspähnen aufzutrocknen versucht. Als er dann mit Licht den Raum gewicht auf das Gewaltsam- Komische legte und in diesem Sinne Herr Ma.ch hat auch einen Durchschnittslohn heraus betrat, entzündeten sich die Dämpfe. Die Feuerwehr war schnell routinirt zu spielen suchte. Herr Eyben konnte das Publikum gerechnet, in welchem jedoch die Naturallieferungen( freie Woh zur Stelle und leistete die erste Hilfe. auf Augenblicke zum Lachen anreizen, aber vergebens bemühte er freie Fahrt für die Eisenbahner, ein Liter Zwei Berliner Hauswirthe. Zwei fast unglaubliche Vor- sich gestern, eine wirklich drastische Possenfigur zu schaffen. Milch zur Verhütung des Kieferknochenbrandes für die gänge, die sich bezüglich ihrer Veranlassung sehr ähnlich sehen, Bielleicht gelingt ihm solches später. Eine temperamentvolle Lieb Zündhölzchenarbeiter) einbegriffen find. Danach verdienen haben sich am Dienstag Abend im Norden der Stadt zugetragen. haberin kann Frau Anna Heinsdorf werden, wenn sie die auf in den Tabakfabriken die Männer 53 Cts. pro Stunde, Es wird darüber berichtet: Im Erdgeschoß des Hauses Exerzier- dieser Bühne recht unverständliche Befangenheit ablegt und frei die Frauen, die 90 pCt. des Gesammtpersonals aus- ftraße 3 wohnt hofwärts die Kutscherfamilie Bohlmann. Der aus sich herausgeht. Allem Anschein nach steckt in der Künſtlerin machen, 32 Cts.: in den Zündhölzchen- Fabriken giebt es 68 pet. Mann war nicht zu Hause, als der Wirth erschien, um angeblich das Zeug, selbständig etwas Rechtes zu leisten. Frauen, die 35 Gts.; während die Männer 50 Cts. pro Stunde rückständige Miethe einzufordern. Die Frau scheint ihm den Jur Neuen Theater findet die Erstaufführung des Lufte verdienen; der Durchschnittslohn der Eisenbahner ist 45 Cts. Butritt zu der Wohnung nicht gestattet zu haben: kurz, der spiels Ihr Beruf" von Otto Junter am Sonnabend, den 12. d. M., pro Stunde, worin die Prämien, die gewissen Eisenbahner- Wirth stieg durch ein Fenster in die Wohnung und vergriff statt. Sonntag Abend wird die Novität wiederholt. Kategorien gezahlt werden, nicht einbegriffen find. fich thätlich fich thätlich an der Frau. Als der Ehemann Ehemann spät abends heimkehrte, fand feine er Frau bewußtlos Das neueste Lustspiel von Dr. Koppel- Ellfeld und SchönDor und brachte fie in der than ist bereits an die Bühnen verfandt und ist wiederum ein einer Droschte nach Charitee. Die Verletzte, bei der sich innere Blutungen eingestellt Vers- Luftspiel und betitelt sich„ Die goldene Eva". Die städtische Gasdeputation hat beschlossen, die sämmt haben, so daß sie nach der chirurgischen Abtheilung verlegt Georg Engels beginnt am 16. d. M. feine Thätigkeit am lichen Querstraßen der Friedrichstraße mit Gasglühlicht versehen wurde, giebt an, am Halfe gewürgt zu fein und besonders auch effing Zheater. Der Künstler tritt zunächst in Der 31 laffen, deren einige, wie die Mauer, Schüßen-, Zimmerstraße Stöße in das Rückgrat erhalten zu haben. Der zweite Fall Herr Senator" und Kollege Crampton" und dann in Ostar und im Norden die Karl-, Ziegel, Johannis- und Oranien betrifft die Schneiderfrau Emma Simon aus der Dunckerstr. 76, Blumenthal's neuem" Lustspiel Das Einmaleins" auf, dessen burgerstraße bisher recht dürftig beleuchtet waren. Ferner soll die am Dienstag Abend in einem Krankenwagen nach dem erste Aufführung für den 26. d. M. angesetzt ist. hodet mit auch das gesammte Hansaviertel( Flensburgerstraße, Brücken Krankenhaus im Friedrichshain gebracht wurde. Auch in diesem Ein Kartell der Theater- Direktoren. Auf Anregung des play, Händelstraße, Klopstockstraße, Sigismundhof, Bachstraße, wobei es zu einem erregten Auftritt fam. Die Frau wurde so Dr. Oskar Blumenthal ist soeben ein Kartell abgeschlossen Cuxhavenerstraße 2c.) Gasglühlicht- Beleuchtung erhalten. Ein eingeschüchtert, daß sie aus einem Fenster ihrer Wohnung sprang. worden, nach welchem sich die Direktionen des Berliner weiterer Beschluß betrifft das 50jährige Jubiläum der Mit einem Blumenbrett abgestürzt ist das 22 Jahre alte des Neuen Theaters" und des Residenz- Theaters" verpflichtet Theaters", des Deutschen Theaters", des„ Leffing- Theaters", städtischen Gasanstalten, welche am 1. Januar 1847 eröffnet Dienstmädchen Bertha Meyer, das bei dem Hauseigenthümer haben, fortan Abend- Vorstellungen zu ermäßigten Preisen nicht wurden. Dasselbe foll am 1. Januar t. J. würdig begangen Casper in der Bernauerstr. 11 in Stellung ist. Das Mädchen puzte mehr stattfinden zu lassen. Unseres Wissens war an diesen werden; behufs Borberathung der Art dieser Jubiläumsfeier die Fenster der im hohen Erdgeschoß belegenen Wohnung nach wurde eine Subkommission eingesetzt. Besonders gespannt sind dem Hofe zu und betrat dabei ein Blumenbrett. Theatern von Abend Vorstellungen zu ermäßigten Preisen auch Die dieses die alten Arbeiter der Gasanstalten, ob diese bedeutsame Feier festhaltenden Haken erwiesen sich zu schwach, um die Laſt aus- bisher keine Rede. Der an manchen Orten übliche Brauch, das ohne Waffenentlassungen vorüber gehen wird. e.. zuhalten. Sie stürzte mit dem Brett zusammen mehrere Meter Theater an bestimmten Abenden der Woche auch weniger beDer biedere Herr Riccant war ein Meister im Korrigiren tief auf das Pflaster des Hofes und erlitt am Hinterkopf eine mittelten Leuten zugänglich zu machen, ist in Berlin völlig undes Glücks. Im Korrigiren von Kritiken will sich die Expedition so erhebliche Verlegung, daß Hausbewohner sie in einer Droschke Ein Polizeikampf gegen die ,, Chre". Der„ B. B.-C." der wohlanständigen National Zeitung" nach allen nach dem nahe belegenen Lazarus Krankenhause brachten. schreibt: Die Stücke von Sudermann sind sehr oft dem Schicksal Regeln der Kunst versuchen. Die National- Zeitung" richtet zur Selbstmord. In der Nerven- Heilanstalt von Klinsmann, des Verbots verfallen, insbesondere auch die Ehre" begegnete Zeit an die Herren Aussteller der Berliner Gewerbe- Aus- Schönhauser Allee 9-9a, hat der 68 Jahre alte Rentner August bei der Polizei mancherlei Schwierigkeiten. Bisher war man stellung 1896" eine Zuschrift folgenden Inhalts:„ Auf Ver- Soge aus Tempelhof Hand an sich gelegt. Er benutzte am allgemein der Ansicht, es sei die Zenfurbehörde, die sich den Aufaulassung vieler ersten Firmen werden wir im Laufe des Monats Montag einen Augenblick des Alleinseins, um sich zu erhängen führungen widersetze. Von Kassel her wird nun amtlich bekannt, September nach Gruppen zusammengestellte Ausstellungsberichte und konnte nicht mehr in das Leben zurückgerufen werden. daß es das Publikum ist, das sich gegen die Sudermannveröffentlichen unter der Ueberschrift Berliner Gewerbe Ausstellung 1896, Echlußbetrachtungen. Die Abfassung dieser Polizeibericht vom 9. September. Gestern früh ver- schen Stücke aufgelehnt und daß die Polizei nicht etwa Berichte hat Herr Schriftsteller S. Flatow,( W., Nettelbeckstr. 6) fuchte der in der Petersburgerstraße bei seinem Schwiegersohn das Urtheil eines Zenfurbeamten, sondern dasjenige der übernommen und berechnen wir dieferate von 30 dreigespaltenen wohnhafte 59jährige Arbeiter Wilhelm Tr. seinem Leben dadurch besseren Kreife" vollstreckt, indem es der Ehre" die Ehre einer. Beilen alles in allem mit 30 M.! Mehrzeilen fosten 1 M. die ein Ende zu machen, daß er sich mit einem Rafirmesser die Aufführung in Kassel versagt. In jüngster Zeit sollte Herr Beile. Wir ersuchen höflichst um gütige schnellste Ertheilung Pulsadern am Halse durchschnitt. Schwer verletzt wurde er in Julius August Grube, derzeit Oberregisseur des Hoftheaters zu Ihres Auftrages an uns oder Herrn Flatow. Hochachtungs- einem Krankenwagen nach dem Krankenhause am Friedrichshain Koburg und Gotha, in Raffel gastiren und gedachte u. a. in aufzutreten. Das Gesuch um Genehmigung der Aufvoll die Expedition der„ National- Zeitung". Berlin W., Mohren gebracht. Vor dem Hause Leipzigerfir. 186 fand vormittagsführung beantwortete der Polizeipräsident in Kassel ablehnend. straße 59." anscheinend durch die Schuld des Droschkentutschers Herr Flatow felber begleitet dies Rundschreiben noch mit Busammenstoß zwischen einer Droschte und einem Pferde- In seinem Schreiben heißt es u. a.; daß das Schauspiel Die Ehre" deshalb hier nicht folgenden je nach der Ausstellungsgruppe verschieden gewählten bahnwagen der Linie Nollendorfplatz- Alexanderplatz statt. Hierbei wurden die beiden Infassen der Droschte auf mehr zur Aufführung zugelassen wird, weil sich das Urtheil Ginige Zeitungen haben über die in Gruppe... aus den Straßendamm geschleudert, ohne jedoch Schaden zu des Publikums, namentlich das der befferen Streife, gegen dasselbe gestellten Arbeiten zum theil mit recht sehr abfällig ge- nehmen. In der Georgenkirchstraße lief vormittags richtet. So lange das Stück an einzelnen Stellen nicht eine urtheilt. Es leidet hierunter aber die gesammte Berliner die dreijährige Tochter der verehelichten Schneider Borne- Umänderung erfährt, bin ich nicht in der Lage, das Verbot wieder Industrie und sollen meine Berichte darum speziell mann, geb. Zander, gegen einen vorüberkommenden Geschäfts- aufzuheben." Strenger noch entschied der königliche Regierungspräsident, für Aussteller der Gruppe.... Gelegenheit zu Richtig wagen, gerieth unter die Räder und erfitt anscheinend schwere stellungen(!) geben." innere Verlegungen. Das Kind warbe nach dem Krankenhause an den man sich nun wandte. Auch die vom Polizeipräsidium Wenn die National Beitung" gerade heraus gesagt hätte, am Friedrichshain gebracht. Jm Spreekanal, gegenüber dem in betracht gezogene Umänderung einzelner Stellen genügt ihm fie wolle ein Steklamewert ordinärer Sorte herausgeben und Hause Unterwasserstraße 21 a, wurde gegen Mittag die Leiche nicht. Der Herr Regierungs- Präsident sagt in einem Bescheide hoffe, daß damit fowohl die Aussteller, wie sie selber ein Geschäft eines neugeborenen Kindes angeschwemmt. Die Umstände unter anderm: Das im Jahre 1891 ausgesprochene Verbot diefes Stückes machen werden, so wäre das eine runde und nette, aber lassen darauf schließen, daß das Kind getödtet worden ist. leider anstößige und nicht besonders einträgliche Wahrheit ge- Mittags wurde in der Wohnung des Kaufmanns Raphael ist erfolgt, weil größere und achtbare Kreise der hiesigen wefen. Da muß denn die Irreführung des Publifums Th. in der Alexandrinenstraße, nachdem die bei demselben im Einwohnerschaft berechtigten Anstoß daran genommen haben. mit allerhand Brimborium verbrämt werden; und der einem Gesindedienst stehende 23 jährige Hermine 2. erkrankt und in das Mein Herr Amtsvorgänger hat dieses Verbot aus Gründen, on dit zufolge in bürgerlichen Streisen als besonders wohl- Krankenbaus am Urban übergeführt worden war, die Leiche eines welche ich vollkommen billige, bestätigt, und auch der Herr anständig geltende Name der„ National- Seitung" mag bei diesen vermuthlich kurz vorher von dem Mädchen geborenen Kindes Oberpräsident hat die biergegen erhobene Beschwerde zurüc Kunststücken immer noch ganz vortreffliche Dienste leisten. Aller aufgefunden und nach dem Schauhause gebracht. Nach dem gewiesen. Von einer Abänderung einzelner Stellen kann ich bei dings sind diejenigen eigentlich nicht zu bedauern, die heute noch Gutachten des Arztes ist das Kind während der Geburt ge- dem ganzen Charakter des Schauspiels eine Beseitigung der das nicht wissen, daß die bürgerliche Presse sich fast ohne Ausnahme storben. In der Blumenthalstraße fiel nachmittags der fittliche Gefühl des Publikums untergrabenden Wirkung desselben für Geld zu allen möglichen Reklamezwecke prostituirt. Das 34 jährige Arbeiter Josef Nowack beim Besteigen eines in der nicht erwarten." Wie fittenrein muß Rassel sein gegenüber Berlin, wo die geht einmal nicht anders, denn wo sollten sonst die Mittel zum Fahrt befindlichen Bierwagens hin zog sich außer Ob einer Verletzung am Kopfe, zwei Rippenbrüche zu. Der Polizei sich noch nicht zu dieser Höhe der Moral und Kunsts Kampf für Ordnung, Religion und Sitte herkommen? in der richterei aufgeschwungen hat! or suspects übrigens auch die Ausstellungsberichte der National Zeitung" fünfjährige Sohn des Arbeiters Girnat gerieth der Dreißigmark- Korrektur des Schriftstellers S. Flatow unter Adalbertstraße beim Spielen unter die Räder eines Hand- Für Frithjof Nansen soll jezt an der Universität Christiania liegen, falls sie mit Recht" über diesen und jenen Aussteller ab- wagens und und erlitt eine Verletzung am Unterschenkel. eine Profeffur errichtet werden. Man brachte eine solche für fällig geurtheilt haben? Abends stürzte sich die 32 Jahre alte Ehefrau des im dritten Stock Nordpolerforschung in Vorschlag; der berühmte Reisende selbst Nach der christlichen Religionslehre sind bekanntlich in der Dunckerstraße wohnhaften Arbeiters Theodor S. aus dem aber erklärte, eine solche für Biologie vorzuziehen, in welcher alle Menschen vor Gott gleich, denn es ist kein Unterschied, Fenster in den Hof hinab und trug mehrere Knochenbrüche, Wissenschaft er früher thätig gewesen ist und z. B. auf der beSie wurde noch fannten deutschen biologischen Station in Neapel gearbeitet hat. fie find allzumal Sünder." Etwas anders gestaltet sich manchmal sowie eine schwere Verlegung am Kopfe davon. lebend in das Krankenhaus am Friedrichshain überführt. In den nächsten norwegischen Gtat wird denn auch eine solche die Sache in der von den Dienern Gottes" geübten Praxis. So erstreckt sich die feine" Unterscheidung der verschiedenen Auf dem Opernplatz wurde abends der auf einem Zweirade Profeffur eingestellt werden. Sorten der Menschentinder in der hiesigen Sophien- fahrende Bureauvorsteher Fritz Brichmann durch einen GeschäftsEr blieb indessen unverleßt, während das tirche sogar auf den Konfirmationsunterricht. wagen umgestoßen. Nach der vom Pastor Souchon den Konfirmandinnen gegebenen Fahrrad start beschädigt wurde. Anweisung haben die Mädchen aus der Volksschule beim Antworten auf die an sie gerichteten Fragen aufzustehen, Aus den Nachbarorten. während den sogenannten höheren Töchtern gestattet ist, in solchen, Aus Potsdam! In der Volks- 8tg." steht folgende echt Fällen auf der Bant fizen zu bleiben. Nach dieser Praxis preußische Geschichte:„ Um den Oberpräsidenten der Provinz avurde sogar bei der am letzten Sonntag in der Kirche öffentlich Brandenburg, Herrn Dr. v. Achenbach, persönlich kennen zu lernen, erfolgten Prüfung gehandelt. Man kann sich denken, welchen wurden am Montag verschiedene, erft feit furzer Zeit im Dienste Eindruck diese subtile Unterscheidung auf das Gemüth der Kinder thätige Schutzmänner in Potsdam in Bivilfleidern nach dem machen muß! blaad dortigen Bahnhof beordert, von wo Herr v. Achenbach fast täglich Die Verwaltung des städtischen Arbeitshauses in nach Berlin fährt. Die Potsdamer Schußmänner haben nämlich Rummelsburg giebt in ihrem Berichte an den Magistrat außer ihren direkten Vorgesetzten und sämmtlichen Offizieren auch für 1895/96 ausführliche Mittheilungen über die Bevölkerungs- noch den Regierungspräsidenten und den Oberpräsidenten vorBerhältnisse, Beschäftigung, Verdienst und Verpflegung der fchriftsmäßig zu grüßen. Als Herr v. Achenbach vor einigen Korrigenden und Hospitaliten. Danach hat in der Anstalt die Tagen von einem Schuhmann in der Brandenburgerstraße nicht bekannt wurde, versammelten sich die Studenten eine Sumde vor Zahl der Korrigenden bedeutend abgenommen. Die Arbeitskräfte gegrüßt wurde, stellte er denselben dieserhalb zur Rede der Vorlesung und empfingen ihn mit den Rufen: Verräther! der Korrigenden wurden nahezu ausschließlich für Rechnung der und erfuhr, daß ihn der Beamte nicht getannt hatte. In Abzug!" Sacharjin begab sich ruhig in seinen Hörsaal, es war Stadtgemeinde auf den Rieselgütern, zum Holzzerkleinern, für folge dieses Zwischenfalls wurde. die Ober- Präsidentenbesichtigung Näharbeiten und sonstige häusliche Zwecke der verschiedenen auf dem Bahnhof in Potsdam angeordnet." städtischen Institute verwendet. Die Einnahmen aus dem Arina beitsverdienfte 2c. erreichten eine Höhe von 200 592 M., so daß die Verwaltung einen Jahreszuschuß von 316 072 M.( für dei Kopf und Zag 40,2 Pf.) erforderte. Worten: " A " = und Jolla) Gewerbe- Ausstellung 1896. Ein neuer Komet wurde am Abend des 4. September anf der Sternwarte in Nizza von dem Astronomen Giacobini ents deckt. Das neue Gestirn stand bei der Entdeckung nahezu in der Mitte des Sternbildes Ophinchus, am westlichen Rande der Milchstraße, und zeigte eine Bewegung von nahe eineur halben Grad täglich in westfüdwestlicher Richtung. Der bekannte Moskauer Kliniker Profeffor Sacharjin wurde, wie dem„ N. Pefter Journ." geschrieben wird, von den Studenten feiner Hochschule gezwungen, auf sein Lehramt zu verzichten. Sacharjin ist konservativ, Parteigänger des OberProkurators des Heiligen Synod, Pobedonoszew, und hat sich im Kampfe um die unabhängige Neufchule, der jetzt in Rußland ges kämpft wird, durch eine demonstrative Spende von einer halben Million Rubel für neu zu gründende Kirchenschulen in scharfen Gegensatz zur studirenden Jugend gestellt. Als Sacharjins Spende aber kein Hörer darin. Der gleiche Vorgang wiederholte sich an den darauffolgenden Tagen. Auf Veranlassung des Kultusministers sitirte der Rektor der Universität die Studenten in seine Kanzlei und kündigte ihnen an, daß fie relegirt würden, Die wenn sie die Vorlesungen Sacharjin's nicht besuchten. Studenten erklärten jedoch, daß sie auf ihrer Obstruktion bes unterbreiteten dem Rektorat auch eine Erklärung, daß sie entschlossen wären, mit Beginn des akademischen Jahres ihre Obstruktion fortzusetzen. Dies veranlaßte Sacharjin, um seine Entlassung zu bitten, die ihm auch gewährt werden dürfte, da man gegenwärtig in Rußland nicht gewillt ist, unter den Studenten Unzufriedenheit hervorzurufen. Für den Eintritt in den Vergnügungspark darf zufolge Eine Explosion auf offener Straße verursachte Dienstag eines vom Arbeitsausschuß gefaßten Beschlusses hinfort ein beharren, da Sacharjin unwürdig wäre, ein Lehrer zu sein. Sie Abend im Rosenthaler Stadtviertel großes Aussehen. Gegen sonderes Entree nicht mehr erhoben werden. 10% 4 Uhr abends paffirte ein mehrere Ballons Kohlensäure ent: Ein Kongreß der deutschen Spirituosen und Frucht: haltender Wagen die Neue Schönhauserstraße. Vor dem Hause faft Intereffenten findet am 10., 11. und 12. September im Nr. 6 diefes Straßenzuges gerieth das Gefährt gegen einen ihm Hörsaal des Chemiegebäudes der Gewerbe- Ausstellung statt. entgegenkommenden Pferdebahn- Wagen der Linie LügowplayDer Amtsvorsteher in Treptow will die sämmtlichen Alexanderplatz und wohl durch den Zusammenprall wurde der Juvalt einer Flasche Kohlensäure zur Explosion gebracht. Der Genossenschafter der Genossenschaften mit beschränkter Haftung, eiserne Mantel des Gesäßes zersplitterte in tausend Stücke und welche an der Gewerbe- Ausstellung betheiligt sind, zur Eindurch den Luftdruck wurden fast die sämmtlichen Scheiben des tommensteuer heranziehen. Wie der Konf." mittheilt, hat der Pierdebahn Wagens zertrümmert. Der Kutscher des Arbeits: Amtsvorsteher das Einkommen der einzelnen Mitglieder der wagens stürzte vom Bock hinunter und wurde, da sein Pferd Gesellschaft Alt- Berlin abgeschätzt und zwar mit Beträgen von infolge des Kualles scheu geworden, eine Strecke mitgefchleift. 20, 24-30 000 Mart, und ihnen nach dieser Abschätzung die Er erlitt hierbei jedoch glücklicherweise nur leichtere Verlegungen; Bezahlung einer Einkommensteuer von 600, 700 und 800 Mart, von den Passagieren des Pferdebahn Wagens sowie den zahl aufgegeben. Die Eingeschäßten haben die Bezahlung der Steuer abgelehnt. reichen Paffanten der Straße wurde niemand beschädigt. Aus der Strafanstalt Plötzensee ist der Klempnergeselle May Log entflohen, welcher wegen einer zweijährigen, ihm wegen Diebstahls auferlegten Gefängnißstrafe bereits 18 Monate ver büßt hatte. Es fehlt bis jeht jede Spur von dem Flüchtling. Wegen Unterschlagungen wurde am Montag der 21 Jahre alte Droguist v. Schönstedt verhaftet, der am Kottbuser Damm 108 in dem Geschäft von Koffer thätig war. Er hatte fortgefeßt seinen Prinzipal betrogen. Durch Explosion von Benzindämpfen wurde gestern Abend in dem Kolonialwaaren Geschäft von N. Patel, Gitschiner" Kunk und Wissenschaft. Literarisches. Holitscher, Arthur. Weiße Liebe. Ein Roman aus dem Quartier Latin. München. Albert Langen. Schon bei de Berliner Jungen" war die Erscheinung hervorgetreten. Sam war das Stichwort gefallen, flog die Fahne des Naturalismus war das Stichwort gefallen, flog die Fahne des Naturalismus inmitten eines Schwarmes junger Leute, Söhne reicher Eltern, besonders reicher Mütter, die genug Geld und Zeit hatten, die nach ihrer Ansicht letzten Konsequenzen zu ziehen. Aber sie hatten nichts gelernt, nichts erfahren, noch nichts gefühlt. Und so er schöpften sie ihre Kunst in der Vergegenständlichung von ErDas Schillertheater hatte am Montag mit Mofer's scheinungsformen, wie sie jeder in der Kneipe, im Raffeehanse Bureaukrat" feinen allzuglücklichen Abend. Das Publikum trifft. Und dann sind sie alle wieder heimigegangen. Nur Dieses Hauses ist ja harmlos und für jede Gabe dankbar; aber einem, doch der war arm, gelang es, eine lebendige Gestalt es schien doch, als ob das nach dem Rezept Du sollst und mußt zu faffen und nachzubilden, den mit Nitsche fich deckenden Dieser eine war Hermann Conradi, lachen" gearbeitete Luftspiel teine rechte Heiterteit erwecken wollte modernen Streber. Der Naturalismus und seinen Erfolg auf einen mehr fonventionell- frostigen Beifall und sein Buch hieß Adam Mensch". beschränkt sehen mußte. Wie das Stück, so würde auch die Aufführung ist heute auch schon von den Jungen" Deutschlands„ überwenn die Direktion nicht an diesem wunden. Hermann Bahr, der schier so viel Häutungen zählt, taum intereffiren, wenn die Direktion nicht " " " " " nene Liebe über den Weg, und ein neuer Roman wird am von Lebenden zu schweigen Roman machen. Da läuft ihm eine die Partei, wenn die Akademiker Mary, Engels und Laffalle " der = 11 Deutsch.( Literatur des neunzehnten als der Kalender Tage hat, machte die jungen Herren mit den lange es sich um Zählkandidaten handle, der Randidat mit der wurde am Sonntag, den 12. Juli im Vorwärts" und später in Pariser Defatenten bekannt. Und ihnen gefiel die neue Heils- schwieligen Hand, der praktische Arbeiter, den Genossen den verschiedenen Fachblättern veröffentlicht und bis dato sind botschaft. Diese neue ,, Stunfi" erforderte wenig technisches, hand- sehr willkommen, später aber, wenn Aussicht auf keinerlei Ausstellungen dagegen von irgend einer Seite gemacht wor werksmäßiges" Können. Nur etwas Stimmung, einige Gefühle einen Wahlsieg vorhanden, vertausche man die Rollen und stelle den. Wenn Herr Kulit nun mittheilt, daß die Staatsanwaltschaft sich und Gedanken. Und die hat ja der Sohn reicher Eltern auch. für den Arbeiter, der sich jahrelang um die Agitation des be- mit der Abrechnung über den Konfektionsarbeiterstreit beschäftigen Die deutschen Dekatenten haben es bereits zu einem Verlag ge treffenden Kreises abgemüht, einen Akademiker auf. Es sei dies werde, so richtet sich die darin liegende Anschuldigung, daß bracht, der sie hegt und pflegt, und auch zu einem Wochenblatte. ein Zustand, der einer eingehenden Aussprache auf der Konferenz nicht richtig abgerechnet wäre, zunächst gegen die GewerkschaftsEin Produkt dieses Verlages ist die Weiße Liebe". Bei den bedarf.( Wir meinen, in dieser Allgemeinheit, wie sie hier aus- tommiffion. Wir fordern deshalb Herrn Kulit auf, Beweise für Berliner Naturalisten hatte noch ab und zu eine soziale Note geübt wird, trifft diese Kritik nicht zu. Wenn seitens der feine Behauptung zu bringen und die Personen zu nennen, gegen durchgeklungen, auch das ist nun vollständig überwunden. Wähler einmal mit den Kandidaten gewechselt wird, so liegen die sich seine Anschuldigungen richten. Außerdem erTem Helden der Weißen Liebe" ist das rothe Banner ein in der Regel triftige Gründe nde dafür vor, welche aber fuchen wir gerade Herrn Kulit, endlich selber Schnöder Fabrikfetzen". Nur der reinen" Runst will er dienen. durchaus nicht immer nicht immer in der Person des bisherigen mit seinen Listen vom Konfettionsarbeiter In Deutschland hat ihn die Liebe betrogen, nun ist er nach Kandidaten zu suchen sind. Die Redensart mit den Akademikern streit abzurechnen. Paris gegangen, hat sich im Studentenviertel niedergelassen und soll man aber wirklich verschmähen. Wo wäre denn Die Berliner Gewerkschaftstommission. will aus dem Fall" Neu- Weißenfee. Am Sonntag, den 6. September, tagte nicht gewesen wären? Wir im Lokale des Herrn Albrecht( Deutscher Schüßengarten zu Neugefangen, Das Liebchen wird von anderen. heimgeführt, dem dächten, uns soll jeder Genosse gleich werth sein, wenn er nur Weißensee) eine öffentliche Volksversammlung, in der Genosse träumerischen Schwächling zerrinnt Arbeit und Leben, er stirbt seine Pflicht gegen die Partei erfüllt. Daß jemand das Massatsch einen interessanten Vortrag über Bourgeoisie und an sich selbst. Die schriftstellerischen Fähigkeiten seines Helden Glück hatte, befferen Schulunterricht genossen zu haben, Proletariat hielt. Redner führte an, wie sich die Bourgeoisie in charakterisirt der Autor folgendermaßen:" Für die Vorgänge bes ist doch wohl noch kein Verbrechen? D. Red.) Anderen allen ihren Bestrebungen revolutionär benr Proletariat gegen Lebens hatte er feine Beobachtungsgabe, seine Gestalten lebten theils aber auch komme es vor, daß aufgestellte Kandidaten über gezeigt hat, und nur für sich die Kulturerzeugnisse in Annicht, handelten nicht, sie fühlten nur und dachten." Dieselbe mit ihren Wählern äußerst unzufrieden sind, indem letztere spruch nimmt, die durch das Proletariat geschaffen sind. Von Enfchäßung gilt auch Wort für Wort für den vorliegenden sich in der Agitation Lässigkeiten zu schulden tommen einer Diskussion wurde Abstand genommen. Roman. Die Lokalfarbe erscheint als etwas ganz Nebensächliches, ließen, die dazu führten, daß die Kandidaten ihre Man Genosse Kopmann einen kräftigen Appell an die Versammelten, Darauf hielt von Komposition teine Spur, ganze Epilog ist date in die Hände ihrer Mandanten zurücklegten. In Erwägung doch endlich einmal aufzuwachen und sich der gewerkschaftlichen rein überflüssig-die Vortragsweise unkünstlerisch wie nur müffe gezogen werden, daß unter der Aera des Zickzackturses wie der politischen Organisation anzuschließen. Zum Schluß etwas. Dit glaubt man, einen Knaben zu hören, der entdeckt seitens der Parteigenossen genau darauf zu achten ist, forderte der Vorsitzende die Versammelten auf, sich an einem ge hat, daß es zweierlei Menschen giebt. Eine Figur allerdings ist gelegentlich einer eventuellen Reichstags Auflösung mit müthlichen Beisammensein zu betheiligen. gut geschaut und auch neu: diefer Siegfried Fafner, der in einem Schlage kampfbereit wieder dazustehen und alle B.rl n Salon- Anarchist gewesen, in Paris Präraphaelit ge in Aussicht genommenen Wahlkreise sofort mit geeigneten oft schule. Waldemarftr. 14: Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Südworden, Oden dichtet, seine Liebchen wählt und kleidet nach Kandidaten Als einen weiteren äußerst Jahrhunderts. Auffaylehre.) Herr Heinrich Schulz. feinen jeweiligen fünstlerischen Anschauungen, und nur eins nicht wichtigen Buntt behandelt Redner den der Brovinzial. Mullerfte. 179 a: Gefchichte.( Neuere Geſchichte von der Reformation vergißt: An die Börse zu gehen und in Büffelsdorner Gold- Presse, bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Entwickelung des Sozialismus Deutschlands.) Herr Dr. C. minenattien zu spielen. Arg wird der Teſer von der Sprache bewegung bebeute, der aber seitens der Agitationstommiſſion ste neighing und der politiftigen Barteten Seifibrotet und das Peipattigen des Buches gequält. Die finistre Farce affettirter Leichtlebig- das Hauptaugenmerk zugewandt ward. Stets habe man der ge- Beitschriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. überhaupt noch deutsch? Arbeiter- Sängerbund. Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. NeuWer tann ringen Abonnentenzahl halber ſich eines zächelng erwehren, wenn auf andere Stelle feiten zu kämpfen, bies mit finanziellen Schwierig- mann, Basewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten sei aber nicht einzig und an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. von einem Mädchen gesagt wird: Käme fie daher in allein auf die Interesselosigkeit der Arbeiter zurückArbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen dem weißen Glanz ihres bleichen, blonden Lächelns". zuführen, im Gegentheil spreche hier die große Armuth ftraße Nr. 7, 1 Tr. im Vereinstalender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine FrankfurterFür die„ Weiße Liebe" als Kunstwerk hätten drei Worte genügt. der ländlichen Arbeiter und die Art und Weise der Zu Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Wenn der Kritiker etwas eingehender geworden, so mag dafür stellung mit, wonach den Arbeitern stets der Gedanke der Maß- Alle Zuſchriften, den Bund betreffend, find au Herinann u richten an Jahn, Schönhauser Allee 177 c. folgender Grund vorliegen. Was in dem Roman agirt, das regelung seitens des Unternehmerthums als Leser sozialistischer Berliner Naturheilverein 2. Heute, abends 8% Uhr, im Saale des find die Söhne des Großbürgerthums, überflüssige Existenzen, Blätter vorschwebe. Auf die verschiedensten Prozesse der Vereins junger Kaufleute, Beuthstr. 20; Bortrag des Herrn Dr. med. Weyl unfähig eines ernsteren Strebens. Aus Langeweile haben sie sich Provinzialpresse und die damit verbundenen Kosten hinüber: Wie ich Naturarzt wurde. der Kunst in die Arme geworfen, aber auch hier vermögen sie weisend, führt Redner Bentral- Kranken- und Sterbekaffe der Tischler. Vorstandssigung an, daß die Agitationskommission sämmtlicher Verwaltungen Berlins und Umgegend am Freitag, den 11. Sept., nichts zu leisten, sie sind bankrott an Hirn und Muskeln. Sie den Wunsch äußern werde, daß seitens sämmtlicher Arbeiterblätter abends 8 Uhr, bei Schöning, Köpenickerstr. 68. uns vorzuführen, wie es die wirkliche Kunst verlangt, dazu war der Provinz Brandenburg allmonatlich eine Agitationsnummer zu der Autor nicht im stande, er konnte mit seinem Buche nur den tostenloser Verbreitung herausgegeben wird, um so auch selbst Beweis liefern, wie sterbensreif diese ganze Gesellschaft, wie dem Unbemittelsten die Ideen der sozialdemokratischen Partei elend alles ist, das von ihr ausgeht, mag sie es nun Kunst nennen zugänglich zu machen. Bur 2otalfrage übergehend, führt Referent aus, daß diese für Berlin wohl als geregelt zu Die Gendarmerie und Deutschlands Dichter. Schiller's viel zu wünschen übrig bliebe. Die auswärtigen Genessen werfen Balenze die Gemüther tief erregt und einer gesinnungstüchtigen betrachten sei, wohingegen in der Provinz noch äußerst Tell" und Körner's Nachtwächter" haben jüngst in den Berlinern vor, daß man ihnen die Arbeit erschwere, indem schlesischen Zeitung den willkommenen Anlaß geboten, sich über man ihre Beschlüsse beiden Dramen einem Sommerfest verliehen. den Mehrwerth, weiß, daß es irgendwo Leute giebt, die um so er zum„ Jux" und" Kinderspiel" herab. Weise so finke schlesischen Tageblatt" aus über viel mehr arbeiten müßten, damit er nicht zu arbeiten braucht. für, daß an den einzelnen Orten nicht mehr denn zwei Fall unter anderem folgendes Er halte dagegenüber, die Folgeerscheinungen des Kapitalismus sind ihm zur Kapitulation zu bewegen. Mit dieser Taktik werde in Bälde statt. Der Borsitzende hielt eine Feftrede, begrüßte die Gr wünschen. Weiter geht sein soziales Mitgefühl nicht. Er ist ein der Agitations Kommission bekannt, er bedauert fie und möchte sie und ihren Bater weg auch in diesem Punkt Remebur zu schaffen sei. Zum Bericht schienenen, dankte für die zahlreiche Betheiligung und horribile forderte zu einem Hoch auf die Vereinigung auf. Vier Lauchenden Bweifeln ben weten biglafen auf Brandenburg führt Antrick aus, daß ein ausführlicher batten. But aber tout bas ganz Schreckliche. Das programm zu Retorten und Probirgläsern der Bericht dieser nicht gegeben werden kann, da die stiffenfchaft. Heber beu Autor iſt wenig zu fagen. Er hält Tage des Köller- Soups befchlagnahmten Bücher troy wies zwei Rouplets:„ Wer das glaubt, iſt verrückt",„ Da haben fich noch an bekannte Muſter, bald an 3ola, bald an die Suttner, wiederholter Aufforderung immer noch nicht in wir gerade genug daran", die vierte Szene aus Wilhelm Tell fchreibt bals falopp wie das nur ein Deutsch- Desterreicher in Besitz der Eigenthümerin gelangten. Zur Genugthuung aber und Körner's Nachtwächter auf. Und was geschah? Die bekannten, stande ist, findet dann wieder Worte, Bilder und Gleichnisse, die könne er bekunden, daß Agitation und Brganisation in der Pro- auch hier schon gesungenen Kouplets wurden vom Zalenzer einen auf das angenehmste überraschen. Den ProletarierRoman großen Stiles", den ihm D. J. Bierbaum zutraute, wird vinz Brandenburg nicht geruht, sondern in erhöhtem Maße betrieben Amtsvorsteher gestrichen, da sie einen aufwurden; ein berebles zeichen pafür, spreche, per bedeutend größere wiegelnden Charakters trugen, ert betamtlich Absatz des„ Märkischen Bolts- Kalender3". Genosse oder anderswie. -S. " Lenzmann, Philipp. Ein junger Mann von 1895 und andere Novellen. Leipzig, Robert Friese. Dieser Vermischtes. " knapp so viel, um ohne Arbeit leben zu können. Er glaubt an Boykott in der bisherigen nicht beachte; werde aber der den starken sozialdemokratischen Charakter zu ereifern, den diese Dem„ Oberder Maler und Lackirer Er steht den Bestrebungen der arbeitenden Klaffe nicht feindlich Lokale zu sperren seien, um so die betreffenden Wirthe wirksamer in 3 alenze ein Sommerfest tet: Am Sonntag fand er wohl faum schreiben. Gerichts- Beitung. -S. s e= = der Provinz dictu! " " 為 這 lacht da? Briefkasten der Expedition. Haupt stellt sich in bezug auf die Lokalfrage auf den Standpunkt Stauffacher seinen Verbündeten die Worte zu:„ Es ist schade, der Resolution des dritten Wahlkreises. Bindende Beschlüsse wurden daß kein Obmann zwischen uns und Desterreich ist, sonst würde nicht gejaßt und überläßt die Versammlung den zu wählenden Dele- Recht uns und Gerechtigkeit. So aber ist's unser eigener Kaiser, Unschuldig verurtheilt und zwar auf grund der Angaben girten, nach bestem Wissen ihre Stimme abzugeben. Gewählt der uns unterdrückt!" Da sprang der eine Gendarm auf die Schluß, Nun aber ist's genug. eines Geistestranten sind im Jahre 1892 der Malermeister wurden drei Delegirten und zwar die Genossen Ewald, Bühne und rief: Heinrich Holz und dessen Ehefrau Auguste geb. Schirrmacher. einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. Jakob und Koblenzer. Die Versammlung schloß mit meine Herren, Schluß!" Es folgte zum Schluß Körner's Nachtwächter. Das recht harmlose Lustspiel, welches mit Die Bestrafung erfolgte wegen gemeinschaftlichen Betruges, das besonderer Vorliebe von Dilettanten aufgeführt wird," erzielte einen Urtheil lautete gegen den Ehemann auf ſechs Wochen Gefängniß, gegen die Ehefrau auf 50 M. Geldstrafe. Die Ver- nahmen am Sonnabend Die Zwischenmeister der Konfektions Rockbrauche großen Heiterkeitserfolg. Auch dieses Stück wurde mit teinem bergen in Gachen bes 3 us a versehen. Aber man staune: das Bestreben der Darfatten for ch urtheilung ftützte sich einzig und allein auf die belastende Aus- Konfektionsarbeiterstreiks vom Einigungsamt gefällten Schieber öffentlichen Ordnung zu verhöhnen. Nun, fteller fei dahingegangen, den Nachtwächter als Hüter sage des angeblich Geschädigten, Stuckateurs Fessel. Dieser spruch. Das Referat hielt der Zwischenmeister Krüger. hatte für ein von Holz bebautes Haus die inneren Stuckarbeiten bemerkte zunächst, daß aus den Verhandlungen des Einigungs- wer das Stück kennt, weiß, daß die beiden Studenten Wachtet übernommen. Der Gesammtpreis war auf 960 W. festgesetzt amtes hervorgegangen sei, daß die Rockschneidermeister nicht und Zeisig den alten Nachtwächter Tobias arg verhöhnen und worden. Davon wurden 600 M. durch eine Anweisung gedeckt, die zu denen gehören, Restfumme follte als Hypothet eingetragen werden. So nahm der zeichnet wurden. welche mit recht als Blutfanger be- es wird feinem vernünftig Denkenden beikommen, in der WiederDer Redner ging die einzelnen Bo- gabe des Körner'schen Stückes eine Verhöhnung des Instituts Gerichtshof als erwiesen an und erachtete auf grund der Aussage des fitionen des Tarifs und der Begründung desselben durch. der Nachtwächter zu erblicken. Aber recht hat der Gendarm Fessel für dargethan, daß dieser in betrügerischer Absicht von den Da sich sowohl die Konfektionäre, als auch die Arbeiter, sowie schon, wenn er in deutschen Dichtern, die faft hundert Jahre im beiden Angeklagten in dem Glauben erhalten worden sei, die ein Theil der Zwischenmeister gegen den Schiedsspruch erklärt Brabe ruhen, sozialdemokratische Tendenzen wittert. Diese Eintragung babe stattgefunden, während eine solche von Anfang hätten, so habe ja derselbe keine Bedeutung mehr. Der wesent Schmierfinken haben auch gegen morsch gewordene Institutionen an gar nicht beabsichtigt worden sei. An diese Verurtheilung lichste Vortheil der Erhebungen des Gewerbegerichts bestehe angekämpft, ergo stehen sie ebenso im dringenden Verdacht knüpfte sich eine lange Rette gerichtlicher und staatsanwaltlicher darin, daß amtlich anerkannt worden ist, der Streit sei berechtigt staatsfeindlicher Gesinnung, wie irgend ein lebendes Mitglied Afte. Nachdem der Angeklagte Strafaufschub erzielt hatte, gewesen, da in der Herren- und Knabentonfettion Löhne der Rotte. erstattete er gegen Feffel Strafanzeige wegen Meineides, erhielt gezahlt werden, die zu einem menschenwürdigen Da- leber eine Gasexplosion wird aus Saarburg vom aber von der Staatsanwaltschaft einen ablehnenden Bescheid. sein unzureichend sind. Bezüglich des aufgestellten Minimal- Mittwoch berichtet: Einer Meldung des Straßburger TageDie hiergegen bei der Oberstaatsanwaltschaft eingelegte Beschwerde Lohntarifs meint Redner, es hätten feine wirklich fach- blatts" zufolge, entstand gestern auf dem Glashütten- Werke zu war gleichfalls erfolglos. Dagegen ordnete das stammerfundigen Konfektionsschneider im Einigungsamt gefeffen. Daher Ballerysthal eine Gasexplosion, durch welche 12 Personen, meint der im Ginis gericht die Erhebung der Anklage wegen Meineides gegen erkläre es sich, daß es in der Begründung des Schiedsspruches Männer und Frauen, theils schwere, theils leichte Verlegungen ben Stuckateur Fessel an, weil es der Ansicht war, daß die Be- heißt, es sei feiner der Interessenten imftande gewesen, objektive davontrugen. hauptungen der Holz'schen Eheleute über die mit Feffel ge- Merkmale für die Unterscheidung der in dem ursprünglich auf D troffenen Abmachungen im wesentlichen bestätigt worden feien. gestellten Tarif angegebenen Qualitäten anzuführen. Nachdem Im Laufe der weiteren Erhebungen stellte es sich heraus, daß die Schnbewegung jetzt durch den Schiedsspruch ihren Abdie Einleitung eines Strafverfahrens gegen Fessel nicht erfolgen schluß gefunden habe, fann, weil er in Geistestrantheit verfallen ist. Obgleich der Branche schlechter, als habe, seien die Arbeitsverhältnisse in Für die ausgesperrten Hilfsarbeiter in Landsberg a./W. vor dem Streit. An ein gingen noch folgende Beiträge ein: beiden Angeklagten ihre Strafe durch den Gnadenerlaß vom gemeinsames Vorgehen der Zwischenmeister sei angesichts der 18. Januar 1896 erlassen ist, betrieb Rechtsanwalt Dr. Kali schwachen Organisation derselben vor der Hand nicht zu denken. Bade u. Kopitz, Möbeltischlerei 5,00. Stattlub Lustig" 5,00. Summa 10,00 M. Bereits quittirt in Nr. 196 100 M.; in nowsky doch die Wiederaufnahme des Verfahrens. Er Dagegen müsse man den Kollegen empfehlen, daß jeder für sich Summa 110,00 M. behauptete, daß der einzige Belastungszeuge Feffel auch nach Möglichkeit Lohnaufbesserungen zu erreichen suche. Sollte Für die Petersburger Arbeiter ging noch nachträglich ein; schon im Jahre 1892, als er feine Beugenaussage machte, es wieder zu einer Streitbewegung kommen, so würden Durch die Expedition der Freien Presse" in Elberfeld geiftestraut gewesen sei, berief sich auf den bekannten die Zwischenmeister der Herren- und Knabenkonfektion 3,50 M. Psychiater Dr. Köppen und benannte mehrere neue Beugen zur sich nicht mit einem gleichzeitigen Vorgehen der Damen- Bereits quittirt in Nummer 196 449,50 m., in Summa Entfräftung der Behauptungen des Feffel. Die Zulässigkeit des tonfektion einverstanden erklären. Es habe sich heraus: 458,00 m. Wiederaufnahme- Verfahrens wurde von der Straffammer an- gestellt, daß ein gefondertes Vorgehen der einzelnen erfannt und die Erneuerung der Hauptverhandlung angeordnet. Branchen mehr Aussicht auf Erfolg habe. Der Redner empfiehlt Diese fand gestern vor der 1. Straflammer statt. Das fach: fchließlich die Ablehnung des Schiedsspruchs. In der Debatte verständige Gutachten des Dr. Köppen ging dahin, daß Fessel theilte Herr Kulit mit, daß die Staatsanwaltschaft sich noch mit nicht nur gegenwärtig geiftestrant ist, sondern höchstwahrschein dem Konfektionsarbeiterstreit beschäftigen werde. Es sei Anzeige lich auch im Jahre 1892 in einem Zustande krankhafter Störung gegen einige Führer" wegen der mangelhaften Abrechnung ge Stationen. der Geistesthätigkeit sich befunden hat, welcher seine freie macht. Nachdem sich Muscheck und Schulz in längeren Ausführungen Willensbestimmung ausschloß. Der Gerichtshof verzichtete nach gleichfalls gegen den Minimaltarif erklärt hatten, wurde folgende diesem Gutachten auf die Bernehmung mehrerer Entlastungszeugen Resolution angenommen:" Die Bersammlung der Rockschneider und erkannte auf Freisprechung der beiden Angeklagten. Berlins und der Umgegend erklärt, den vom Einigungsamt in Swinemünde Sachen des Konfektionsarbeiterftreits gefällten Schiedsspruch nicht Hamburg annehmen zu können und beauftragt den Vorstand des Vereins Berlin der Konfektions- Rockschneider diesen Beschluß zur Kenntniß des Wiesbaden Einigungsamtes zu bringen." Die Redaktion des Vorwärts" legte uns den Bericht wien. Die Parteigenoffen des 2. Berliner Reichstags- Wahlfreises waren am Dienstag Abend in Martens Saal, Friedrich- zur Aeußerung über die von Herrn Kulit gemachten Haparanda straße, versammelt, um zu der bevorstehenden Provinzial. Mittheilungen vor, wonach die Staatsanwaltschaft sich noch mit Petersburg Konferenz Stellung zu nehmen. Das einleitende Referat hatte dem Konfektionsarbeiterstreit beschäftigen werde" und gegen Cort Genosse Antrick übernommen, welcher den verhältnißmäßig einige Führer Anzeige wegen mangelhafter Abrechnung" gemacht Aberdeen. minimalen Besuch dem Umstand zuschrieb, daß die Lokalfrage, fei. Hierauf haben wir folgendes zu erklären: die auf der Konferenz wohl den meisten Staub aufwirbeln Die Gewerkschaftskommission hat die Abrechnung über den dürfte, für den zweiten Streis feine brennende sei. Mehr Gewicht Konfektionsarbeiterstreit geführt und zwar hauptsächlich des legte Redner der auf der Tagesordnung stehenden Randis wegen, damit bei den verschiedenen Strömungen unter den batenfrage bei, die in den verschiedenen Kreisen zu Unzu- Schneidern eine unparteiische Instanz vorhanden wäre und daträglichkeiten führte. So sei im ersten Stadium der Wahlen, so durch späteren Vorwürfen begegnet würde. Die Abrechnung Versammlungen. " " Witterungsübersicht vom 9. September 1896. München Paris. Barometertand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. 763 760 Windrichtung Windstärke GO DSD 761 759 Still 763 761 763 759 750 760 DSD DSD 758 G 1222424( Stala 1-12) Wetter Temperatur ( 5° C. 4° R.)] E nach Celsius 11 halb bedeckt heiter wolkenlos bedeckt halb bedeckt Nebel wolkenlos wolfig bedeckt bedeckt 12 12 14 14 14 3 10 16 13 17 halb bedeckt Wetter- Prognose für Donnerstag, den 10. September 1896. Zunächst wärmer bei mäßigen füdwestlichen Winden und zunehmender Bewölkung; nachher etwas Stegen. Berliner Wetterbureau. Für denJuhalt der Juferate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 10. Sept. Opernhaus. Geschlossen. Thalia- Theater ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/73. Direktion: W. Hasemann, fönigl. preuß. Rommissionsrath. Mittwoch, 16. September 1896: Eröffnungs- Vorstellung. Zum 1. Male: Cousin Cousine. Vaudeville in 3 Akten von Maurice Nenes Opern- Theater.( Kroll.) Drbonneau und Henri Kéroul. Mufit Der Evangelimann. Phantasien im Bremer Rathsteller. Schauspielhaus. Das Wintermärchen. Deutsches Theater. Julius Caesar. Leffing- Theater. Halb- Tugend( Les Demi- Vierges). Berliner Theater. König Heinrich. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hüttenbesitzer. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie Madame! Neues Theater. System Ribadier. Vorher: Besuch nach der Hochzeit. Theater Unter den Linden. Die Lachtaube. Schiller Theater. Der Bureaukrat. Belle Alliance- Theater.' n tolles Mädel. -O Bentral- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplak- Theater. Die offizielle Frau. Thalia- Theater. Cousin- Cousine. Ostend- Theater. Der deutsche Michel. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. von Gaston Serpette. Deutsch von Bolten- Bäckers. Neu! Neu! Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater& hr. Sternwarte Invalidenstr. 57-62 täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. = Im Theater Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesauschläge. Kaufmann's Variété Passage- Panopticum. Olinska Edison's Ideal! Neu! Neu! Neichshallen. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor. Leipziger Straße, am Dönhoffsplay. ftellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten- Borstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Bureankrat. Freitag, abends 8 Uhr: Bureaukrat. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Der Direttion: Richard Schultz. Donnerstag, den 10. September 1896: Eine tolle Nacht. Novität! Voranzeige. Novität! In Borbereitung: Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannstädt und Julius Freund. Musit von Julius Einödshofer. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chausseestr. 25/26. Direttion: Max Samst. Der Hüttenbesizer. Schauspiel in 5 Aften nach dem gleichnamigen Roman von George Ohnet. Anf. 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorst. Täglich bis 30. September: Norddeutsche Sänger Stürmischer Heiterkeitserfolg von Eingezogen Referviffenfrenden. Dazu zum 128. Male; Die Ulfparodie: 42 wilde Weiber aus Dahomey. Castan's Panopticum. Neu!! Neu!! Neu!! 4 hochsensationelle Neuheiten die ein Jeder Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52| 53. Annenstrasse 42| 43. Vornehmster Familien- Aufenthalt. Vorstellung. Durchweg neues Programm. Grand- Konzert der neu engagirten Haus- Kapelle unter Leitung des Rapellmeisters Martin. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. W. Noack's Sommer- Theater. Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert, Theaterund Spezialitäten- Borstellung. Elzevir. Genrebild mit Gesang in 1 Att. Eine tolle Nacht. Posse mit Gesang in 2 Bildern. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag im Saal: Großer Ball. ApolloTheater. Friedrichstr. 218. Dir.: F. Glück. Alle fünf Barrisons. sehen muss! Paola del Monte. Anfang Sonntag 37 Uhr.- Entree 50 Pf. Viktoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112 Heute: Feen- Palast Burgstrasse 22. Otto Reuter. Direktion: Winkler u. Fröbel 7 Troubadours Wiederholung der mit so folossalem Beifall aufgenommenen Stettiner Gröffnungs- Fetvorstellung Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Anfang präzise 8 Uhr. Entree 50 Pf Vorverkauf 40 Pf.( siehe Plakate). Zum Schluß: Offend- Theater. Unsere Feuerwehr. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion: Karl Weiss. Donnerstag, 10. September 1896: Der deutsche Michel. Volksstück mit Gefang in 4 Atten von R. Kneisel. Anfang 71/2 Uhr. Rasseneröffnung 6 Uhr. Alexanderplatz- Theater. Direktion: Max Samst. Zum 54. Male: Die offizielle Frau. Schauspiel in 4 Atten nach Savage's Roman. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Spezial- Ausstellung KAIRO von 7 Uhr nachm. ohne Gewerbe Ausstellungs- Billet zugänglich. Kasseneröffnung 10 Uhr vorm. Um 5 u. 8 Uhr nachmittags in der Arena: Hochinteressante Massenschaustellungen von 400 Beduinen, Arabern, Fellachen etc. mit Pferden, Dromedaren, Eseln etc. Die berühmten Reiter- Fantasias d. Beduinen. Konzert von 5 Kapellen. Entree 50 Pf. Kinder unter 12 Jahren die Hälfte. Illuminationsabend j. Freitag. Entree ab 5 Uhr nachm. 1 Mark, Alt- Berlin. Bei günstiger Witterung nachmittags 3, 5 und 7 Uhr: Drei grosse historische Umzüge. Zwei altdeutsche Musikkorps. Süddeutsches Doppelquartett ,, Alemania". Eintritt: 25 Pig. Heute, nach der Soiree: Tanzkränzchen. Letzte Woche der täglichen Soiréen in der Viktoria- Brauerel. Sonntag, 13. September: Letzte Sonntags- Soirée daselbst; von da an finden die Soiréen der Stettiner Sänger nur Montags und Freitags in der Viktoria- Brauerei statt. 30 Künstler. Sensationelle Leistungen. Tata- Toto urbraftische Pantomime Anfang 71/2 Ubr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Platz 50 Pf. Puhlmann's Vaudeville- Theater. Schönhauser Allee 148. Großes Spezialitäten- Programm. 24 Nummern. Schlager auf Schlager. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Reserv. Platz 50 Pf. Feldschlößchen 142 Müllerstraße 142. Telephon: Amt Moabit 1213. Sonntag, den 6. September er.: Grosses Konzert und tannten mein Weih-, Bairisch Bier Empfehle allen Freunden und Beund gr. Speisegeschäft. Reichhalt. Frühstück von 30 Pf., Mittag mit Bier 50 Pf. sowie Abenbtisch à la carte Brillant- Pracht- Feuerwerk. von 30 Bf. an. 2 Vereinszimmer mit Enfree 20 Pf. Anfang 4 Uhr. Klavier für 20-50 Personen. 5882L* Säle zu Festlichkeiten u. s. w. H.Stramm, Restaurat., Ritterstr. 128. Theodor Boltz, Defonom. " 2 Vorstellungen täglich Nachm. 5-7; Abends 9-11 Uhr. Bolossy Kiralfy's ,, Orient" Olympia Riesentheater. Grösstes Schaustück der Welt! Ca. 1000 Mitwirkende! Doranzeige. Circus Busch, ( Bahnhof Börse). Den hochgeehrten Bewohnern der Reichshauptstadt Berlin beehre ich mich anzuzeigen, daß ich am Donnerstag, 17. September, abends 72 Uhr, meinen völlig renovirten und mit ganz neuen technischen Einrichtungen ausgestatteten Circus am Bahnhof Börse mit einer Großen Novitäten- Vorführung wieder eröffnen werde. Das ganz außergewöhnliche Wohlwollen, dessen sich mein Unternehmen während der vorigen Saison zu erfreuen gehabt hat, ist mir ein Ansporn gewefen, unermüblich weiter zu treben und auf allen Gebieten der circensischen Künfte neues zu schaffen. Ich hoffe, mich dadurch auch ferner dieses Wohlwollens würdig zu erweisen und mein Unternehmen auf einer Höhe zu erhalten, die der Bedeutung der Reichshauptstadt entspricht. Indem ich bitte, auch in der nunmehr beginnenden Saison mich durch freund liche und nachsichtsvolle Beurtheilung meiner Leistungen und Darbietungen unterftüßen zu wollen, verharre ich mit vorzüglichster Hochachtung P. Busch, Direktor. u. s. w. u. s. w. u. s. w. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Cösliner Hof, Cöslinerstr. 8. Eröffnung: Oktober cr. 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In Nr. 16 der„ Kaufmännischen Rundschau", dem Organ des harmonieduselnden Vereins der deutschen Kaufleute, steht zu Es zahlten an ihre Direktoren an Gehalt und Tantièmen Jahres Einkommen. Berliner Handelsgesellschaft Diskonto- Gesellschaft Direktoren 3822434 93 000 m. 13 à Â. 60 000" à 160 000" à 175 000" à 193,000 " à 230,000 " à 550 000 an " Und die Züricher Regierung spricht in ihrem amts lichen Berichte an den Bundesrath ausdrücklich von dem ge ringen Lohn, um den manche dieser Leute arbeiten müssen und der sie zu einer Lebensweise zwingt, die unter derjenigen steht, die unsere Bevölkerung als die niedrigste anzusehen gewohnt ist, woraus in Verbindung mit dem Mangel an Sinn für Ord nung und Reinlichkeit Zustände entstehen, welche unserer Bes völkerung widerwärtig erscheinen". Unter solchen Umständen beginnt die italienische Konkurrenz in der Schweiz nachgerade dieselben Bedenken zu erregen, wie fie in Amerika gegenüber der chinesischen Konkurrenz bereits bestehen. Soziale Rechtspflege. um Bei der Heerschau, die in London über das klassenbewußte lesen: internationale Proletariat abgehalten worden ist, trat nicht nur ein bedeutendes Anwachsen der Arbeiterbataillone" zu Tage in im Jahre 1895: den Ländern, wo die Arbeiterbewegung älteren Datums ist der internationalen kämpfenden Arbeiterschaft hat sich auch ein neuer Bundesgenoffe, die ,, russische Arbeiterschaft", augesellt. Zum Die Deutsche Bank: ersten Male sind auf einem internationalen Arbeiterkongreß Bank für Handel und Industrie. russische Arbeiterorganisationen vertreten ge- Nationalbank für Deutschland wesen. Dem Bericht der russischen Sozialdemokratie an den Internationale Bank. Rongreß entnehmen wir die folgenden Daten über die Ent- Dresdener Bank stehung und das Wachsthum der russischen Arbeiterbewegung: Eine russische Arbeiterbewegung im eigentlichen Sinne des Das fogenannte ,, Anssehen" der Arbeit betrifft eine Ents Wortes ist entstanden, seitdem die russischen Genossen, welche Das ist insgesammt eine Summe von fünf Millionen acht scheidung der Kammer III des Gewerbegerichts, die von einiger fich die erste Zeit ausschließlich der Propaganda unter in hundertsechsundfünfzigtausend Mark; diesen ungeheuren Betrag Bedeutung ist. Der Maurer 2., welcher beim Maurermeister Tesch fleinen Zirkeln vereinten Arbeitern gewidmet hatten, den Weg der zahlen nur sieben deutsche Banken ihre Direktoren! auf dem Kasernenbau am Tempelhofer Felde beschäftigt war, Waffenagitation betrieben. Die auf diesem Wege im verflossenen Rechnet man dazu noch das glänzende Einkommen der Profuriften follte eines Tages entlassen werden. Der mit seiner Entlassung Winter und Frühling, namentlich aber während der großen und sonstigen höheren Beamten, die Gehälter der zahlreichen An- beauftragte Angestellte des Meisters, welcher den Auftrag falsch Streitbewegung in Petersburg erzielten Erfolge find den Lefern geftellten und die Dividenden der Aktionäre, so kommt man sicher verstanden hatte, theilte 2. mit, er folle aussehen. des Vorwärts" vor furzer Zeit geschildert worden. Das, was zu dem Schlußresultat, daß im Bankenwesen recht anständig Dieser verließ denn auch den Bau, fand sich aber in Petersburg vor sich ging, fand in allgemeinen Zügen, aber in verdient wird! Die Kaufm. Wochenschrift", welcher wir diesen nach ein paar Tagen wieder ein, wegen Arbeit tleinerem Maßstabe auch in anderen Zentren des gesellschaf- Bericht entnehmen, weist dem gegenüber auf die geringen Gehälter anzufragen. Statt solcher erhielt er jetzt die Ants lichen und gewerkschaftlichen Lebens statt. Unsere Moskauer Genoffen der Angestellten hin und mit recht. Ist es denn zu verwundern, wort, daß er entlassen sei. Nunmehr flagte er beim Gewerbehaben die verschiedenen im Frühling und Sommer 1895 in Moskau so meint die" Rundschau" weiter, wenn sich der Handlungs- gericht gegen Tesch und beantragte, ihm sowohl für die Zeit des ausgebrochenen Streits gleich den Petersburger Genossen benutzt, gehilfen mit dem fargen Gehalt angesichts solcher Riefensummen Aussehens, wie auch für die Tage, welche er nachdem ohne um die Arbeiter über ihre Lage in der Gegenwart und ihre Auf eine Unzufriedenheit bemächtigt, welche geradenwegs in das sozial- Arbeit war, eine Entschädigung zuzusprechen. Der Beklagte machte gaben in der Zukunft aufzuklären. In anderen Punkten demokratische Lager führt." dagegen geltend, es sei die Kündigungsfrist ausgeschlossen ges Zentral- Rußlands, in Jaroslaw, in dem großen Fabrikdorfe wesen und der Kläger hätte sourit ohne besonderen Grund ents Leifowo, in Jwanowo Bosnessenst tam es zur gleichen Zeit Titel veröffentlicht die Rheinische Zeitung" eine ihr aus Fach- des Assessors 2ohmeyer verurtheilte Tesch, dem Kläger für Konzeffionirte Ausbeutung. Unter diesem zutreffenden lassen werden können. Die Rammer III unter dem Borsth auch zu großen Arbeitseinstellungen, welche von unseren Genoffen freifen zugegangene satirische Schilderung des Apothekergewerbes. Die Au 3 seytage eine Lohnentschädigung zu zahlen und gleichfalls im Sinne der Aufklärung ausgenutzt wurden, So ein Apotheker muß, schreibt der Fachmann, thatsächlich etwas wies 2. mit seiner Mehrforderung ab. Zur Begründung führte namentlich bot der Streit in Jaroslaw, welcher zu einem Blutvergießen führte, über welches Bar Nikolaus ganz anderes wie ein gewöhnlicher Sterblicher sein! Befehen wir der Vorfißende aus: Eine Entschädigung über die Zeit des Ausfeine Befriedigung äußerte, wirksames Material für uns doch nur einmal all die Töpfchen und Deckelchen in so einer sehens hinaus könne der Kläger nicht beanspruchen, da er infolge die Agitation unferer Genossen. In Nischny- Nowgorod datirt Offizin", die muß so ein gescheidter Herr in und auswendig des Kündigungsausschlusses jederzeit entlassen werden durfte. die Popularität unserer Genoffen in der Arbeiterschaft seit dem fennen. Und jetzt erst all diese fremden Bezeichnungen! Um die Singegen habe er, obwohl er mit dem Aussehen eina verfloffenen Winter, als der Aufruf, mit welchem der dortige all zu verstehen, dazu gehört allerdings mehr wie ein ge verstanden gewesen sei, ein Recht auf die Entschädigung fozialdemokratische Verein sich an die Arbeiter der mechanischen wöhnlicher Verstand! Für 5 Pkg. Bitterfalz, Herr Provisor! Fabrik von Dobrow und Nabholz wandte, die Wirkung aus. Magnesia sulfurica ist das Gefäß bezeichnet und mit selbst dieser unfreiwilligen Muße, weil ja gerade das Aussehen" die hier nicht erfüllte Bedingung einer späteren Weiterbeschäftigung enthalte. übte, baß einigen der schreiendsten Mißstände in der genannten jener wichtigen Auffchrift versehenen Gefäß zugetheilt. Was entlaffen werde, sei insofern geschädigt, als er mit Rücksicht auf übte, daß einigen der schreiendsten Mißstände in der genannten bewußter Miene wird dem Käufer das Gewünschte aus dem mit Der Arbeiter, welcher auf Geheiß ausfeze" und dann einfach Fabrit abgeholfen wurde. Im Süden Rußlands schreitet das Erwachen des Klaffen- Wunder, wenn man in der Apotheke Chlortalt mit einem entlassen werde, sei insofern geschädigt, als er mit Rücksicht auf bewußtseins der Arbeiter nicht minder rasch fort, als im Norden. anderen Preise bezahlt, als anderswo; hält jener doch in die voraussichtliche Wiedereinstellung es unterlasse, sich inzwischen nach anderer Beschäftigung umzuthun. Ein hierauf geftützter Dort giebt es auch kein einziges größeres gewerbliches Zentrum, feinem Repositorium nicht den gemeinen Chlorkalt, sondern Anspruch werde durch den Kündigungsausschluß nicht berührt. wo nicht während der letzten zwei bis drei Jahre Ausstände und das feine Calcium hypochlorosum siccum feil. Eine Unterhaltung über Ringkämpfe, in welche der BergIn der " andere Aeußerungen der wachsenden Unzufriedenheit des Prole- That, so ein Apotheker ift wirklich ein außergewöhnlich und daher hat derselbe auch ein An- mann Bode hineingezogen worden war, hatte für diesen übers tariats zu verzeichnen wären. Schon im März 1894, als die Eisenbahnwerkstättenarbeiter in Rostow am Don Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung forderten, sah die Polizei sich veranlaßt, gegen 200 Arbeiter aus dieser Stadt auszuweisen. In Je faterinoslar tam es im Sommer 1895 zu einer Verhaftung von 16 Arbeitern des Alexander Stahl- und Eisenwertes. Im Winter 1895/1896 wurden in derselben Stadt gegen 100 Arbeiter verhaftet. In Odessa hielten die Arbeiter längere Zeit regel. mäßige Versammlungen in einem Lokal ab. In diesen Verfammlungen wurde bas Programm der südrussischen Arbeiter" feftgelegt. Endlich kam die Polizei dahinter und verhaftete aweihundert Arbeiter. Im Juli deffelben Jahres schloß die Bolizei zwei Restaurants und eine Theehalle, wo Arbeiter- Verfammlungen stattgefunden hatten, und zahlreiche Verhaftungen wurden in der Stadt vorgenommen. Im Dezember fanden in Odessa wieder zahlreiche Verhaftungen statt. . In dem Westen Rußlands haben die jüdischen Arbeiter so viel Ausbauer und Verständniß der sozialpolitischen Aufgaben ber modernen Arbeiterbewegung an den Tag gelegt, daß man fie in gewisser Hinsicht als die Avantgarde der Arbeiterarmee Rußlands betrachtet. fluges Thier Rp. Plumb. acet. Thebaic. pulv. aa 0,03 Sacch. albi 0,5 Misce D. t. d. No. XV I. Nimm: Bleizucker Opium von jedem 0,03 Gramm Bucker 0,5 Gramm Mische! # recht auf eine außergewöhnliche Bezahlung seiner Handleistungen, aus traurige Folgen. Einer feiner Mitarbeiter wollte im Berdie er stets nur ,, lege artis", d. h. nach den Grundfäßen der laufe der Debatte einem anderen Nebenkollegen verschiedene Kunstgriffe vormachen, wobei er so in Erregung gerieth, daß Apothekerkunft liefert. den in der Nähe stehenden Bode nicht beachtete Wir sagen ,, lege artis", denn geschähe die Anfertigung eines er Arzneimittels nicht„ lege artis", so hätte die Regierung, ab- und diefen, der seit langem auf einem Auge erblindet gesehen von dem Grunde des Herrn Apotheker- sch., ja teine ift, unversehens in das gesunde Auge stieß. Infolge Beranlaffung, die Verfertigung einer Arznei nur dem tongeffio. des Stoßes trat Netzhaut- Ablösung ein und Bode erblindete dann nirten Apotheker zu erlauben, dann könnte oder dürfte sich ja vollends. Da jener verhängnißvolle Vorgang sich auf der Bes triebsstätte während der Arbeitszeit abgespielt hatte, verlangte auch jede ordentliche Droguenhandlung damit befaffen. Betrachten wir doch die modernen Arzneimittelpreise mit be- der unglückliche Mann von der Knappschafts- Berufsgenossenschaft eine Unfallrente. Die Genossenschaft lehnte es ab, eine solche sonderer Berücksichtigung der„ lex artis" etivas näher: für ihn auszuwerfen, und Bode erhob darauf Berufung beim Schiedss gericht, das ihm dann auch die Reute zusprach. Die Berufsgenossens schaft legte hiergegen Returs ein und betonte, daß nicht jeder Unfall auf der Betriebsstätte ein entschädigungspflichtiger Betriebsunfall sei und daß besonders in diesem Falle der ursächliche Zusammens hang zwischen Unfall und Betrieb fehle. Der Refurs wurde jedoch vom Reichs Versicherungsamt mit folgender Begründung zurückVerfertige solcher Pulver 15 Stück! gewiefen: Die eingereichten Gutachten ließen erkennen, daß die Er Nun die„ lex artis": Der Apotheker vereinfacht sich die blindung des Klägers eine Folge des fraglichen Unfalles fei. Aber auch Arbeit; er wiegt die 15 Bulver auf einmal, also 0,45 Gramm der ursächliche Zusammenhang zwischen dem Betriebe und dem Unfalle Der Bericht der Delegirten der ruffischen Sozialdemokratie Bleizucker, 0,45 Gramm Opium, 7,5 Gramm Zucker, mischt das sei in genügender Weise gegeben, denn die Betriebseinrichtungen. schließt mit den folgenden Worten: So viel können wir Euch, Ganze und vertheilt es auf 15 Pulver. Diefe toften hätten hier die Arbeiter gezwungen, eng nebeneinander zu Genoffen über den Stand der Arbeiterbewegung berichten. Wir dem Apotheker fix und fertig, einschließlich der Schachtel, arbeiten. Gegen Gefahren, welche hieraus erwachsen, insbesondere schildern Euch diefelbe, ohne zu übertreiben, aber auch ohne die 9 Pf. Wieviel Arbeitslohn eventuell auf ein einzelnes Pulver bei muthwilligem oder leichtsinnigem Betragen einzelner, feien Gefühle des Stolzes und der Hoffnung zu verheimlichen, mit fällt, mag sich der Leser selbst ausrechnen. Der Apotheker die Arbeiter zweifellos ebenfalls versichert. Deshalb habe das welchen wir angesichts der bis jetzt zwar bescheidenen, fordert für diese 15 Pulver nach der fgl. preuß. Arzneitage Schiedsgericht Bode mit recht die Rente gewährt. aber zweifellosen und bedeutsamen Erfolge der Bewegung 1,25 M. erfüllt werden. Wir haben den festen Glauben, daß, einmal begonnen, unsere Arbeiterbewegung ein rasches Wachsthum und eine fräftige Entwickelung aufweisen wird.... Der Kampf gegen den Abfolutismus wird sich nur dann fiegreich gestalten, wenn die Jdeen der politischen Freiheit in die breiten Massen des arbeitenden Voltes eindringen werden. Wir sind überzeugt, daß diese Zeit nicht ferne und folglich auch der Moment nahe ift, wo der Barismus, diese einst festeste Stüße der europäischen Reaktion, in die Brüche gehen wird. Rp. Dct. rad. colomb. 5/200 Tct. thebaic. 3,0 Natr. salicyl. 4,0 Sirup cinnam. 30,0 II. Nimm: Abkochung der Colomwurzel: 5 Gr. Wurzel: 200,0 Gr. Waffer. Opiumtinktur 3 Gr. Salizyluatron 4 Gr. Bimmtsyrup 80 Gr. Nun die„ lex artis": Der Apotheker kocht zunächst die Wurzel in dem vorgeschriebenen Verhältniß, siebt die Brühe durch und setzt die anderen Geschichten zu- die Arznei, das Produkt der gewichtigen Apothekerkunft, ift fertig. " 3 Sogenannte Fabriksmaurer sind nach der feststehenden Praris des Reichs Versicherungsamtes bei der Berufsgenossenschaft gegen Unfälle zu verfichern, welcher ihr Arbeitgeber angehört. Demgemäß war auch der Maurer Schäfer, welcher längere Beit in der Griesheimer chemischen Fabrik der Gesellschaft Elet tron" beschäftigt war, bei der chemischen Berufsgenossenschaft vers fichert worden. Trotzdem lehnte es der Vorstand dieser Genossenschaft ab, Schäfer eine Unfallrente zu gewähren, als derselbe bei der Einrichtung einer neuen, noch im Bau begriffenen Fabrit der Wir wiederholen aber, da wir weder uns selbst noch unsere Gesellschaft Elettron" in einer Ortschaft bei Halle verunglückt war. Der ablehnende Bescheid wurde damit begründet, daß Genossen irreführen wollen, daß wir nur die ersten, jedoch schwierigsten Schritte auf der Bahn der geheimen Organisirung Die Mixtur fostet dem Apotheker einschließlich Zucker Stellung als Fabrik maurer ausgeschieden sei und daß die Schäfer durch die Beschäftigung an einem Neubau aus seiner der revolutionären Kräfte des russischen Proletariats gemachi 14 Bf., er erhält aber für die mühevolle Zusammensetzung chemische Berufsgenossenschaft deshalb nicht für Unfälle, welche haben. Zwischen den geheimen sozialdemokratischen Organi 1,50 Mart. bei dieser Arbeit passirten, hastbar gemacht werden könne. Schäfer fationen, welche in den verschiedenen Städten Rußlands thätig Diese Manöver wiederholen fich immer wieder, in der Regel ging dann im Klagewege gegen die Genossenschaft vor. Im Laufe find, existirt bis jetzt teine genügende Verbindung und es fehlt aber ist die Anfertigung noch einfacher. des Verfahrens wurde festgestellt, daß der betreffende Fabriksmanchmal an Einheitlichkeit in dem Vorgehen der Organisationen. Die Schaffung einer solchen Verbindung und einer solchen Ein- Zu der Konkurrenz der italienischen Arbeiter in der neubau von der„ Elektron" Baugewerksmeister zur Ausführung heitlichkeit, die Gründung einer einheitlichen und un- Schweiz wird uns aus Zürich geschrieben: Nach der neuen übertragen war, daß sie es sich jedoch im Interesse der Wahrung theilbaren fozialdemokratischen Organisation Fabritstatistik sind in den dem Fabrikgesetz unterstellten gewisser Betriebsgeheimnisse vorbehalten hatte, die zur Aufstellung Rußlands muß das Hauptziel unserer Bemühungen in der Etablissements 5124 Italiener gegen 14 872 Deutsche und der Maschinen und Apparate erforderlichen Maurer- und nächsten Zukunft fein." 174 697 Schweizer beschäftigt. 1876 arbeiten in der Industrie Bementirungsarbeiten durch ihre eigenen Griesheimer Fabrits der Erden und Steine, 1088 in der Textilindustrie, 716 in der maurer ausführen zu laffen. Nach Beendigung dieser Arbeiten, Holzindustrie, 491 in der Maschinenindustrie, 445 in der Metall- welche unter der Aufsicht von Beamten der Gesellschaft era industrie, 287 in der Papierindustrie 2c. In den übrigen Ge- ledigt wurden, kehrten die Leute wieder nach Griesheim werben, namentlich im Bauwesen, mögen ebenfalls 20.000 bis in die dortige Fabrik der Gesellschaft zurück. Auf grund Ein trauriges Bild der Ausbeutung weiblicher Arbeits: 30 000 Italiener beschäftigt sein und ihre Zahl vermehrt sich des mitgetheilten Thatbestandes wurde die chemische Berufs So hat fraft bot jüngst ein vom Gewerbegericht zu Würzburg ver- immer mehr. jüngst die große Ronferven genoffenschaft vom Schiedsgericht und dann auch vom Reichs. handelter Fall. Von ihrem Hungerlohn von 60 Pf. pro Tag fabrit von Maggi bei Winterthur eine größere Anzahl ersicherungsamt verurtheilt, Schäfer die Rente zu und 40 Pf. pro halben Zag hatte die Näherin Karoline Fris Arbeiterinnen aus Italien bezogen", ferner ebenfalls in letter geben. Das Retursgericht sprach aus, daß der Kläger unter den an die Kleidermacherin Anna Niedner noch eine Reftforderung Beit die Baumwollspinnerei von Wunderli in Windisch( Kanton obwaltenden Umständen nicht aus seiner ständigen Beschäftigung von 17 M. 80 Pf. Die Näherin Fritz hatte für einen Tag, Aargau); lettere Firma hat im Krankenhause ihres Etabliffe- als Fabritsmaurer der Aktiengesellschaft Elektron" ausgeschieden d. h, von früh 8 Uhr bis abends 9 Uhr, einen Lohn von 80 Pf. ments eine Kolonie italienischer Hasplerinnen eingerichtet, die sei. Diefer Auffassung stehe auch nicht die Thatfache entgegen, verlangt, davon machte ihr die Beklagte Riedner noch 20 Bf. unter Leitung zweier Klosterfrauen gemeinsam Hans- daß am Unfallstage die neue Fabrik noch nicht in Betrieb war. ftreitig, da sie nur 60 Pf. vereinbart haben wollte. Nach einer halt führen. Der reiche Herr Wunderli ist ein Reformirter und Ein gewerbegerichtliches Fangballspiel. Aus Siegen sehr scharfen Kritik ihres Ausbeutungssystems seitens des lebt in Zürich, er läßt sich aber die freundliche Mitwirkung der wird der Bolts- Beitung" berichtet: Auf dem hiesigen Gewerbes Vorsitzenden und der Beisitzer wurde die Riedner, nach- tatholischen Schwestern gern gefallen, die die schlechtentlohnten Ar- Schiedsgericht ist ein sonderbares Erkenntniß gefällt worden. dem das arme Nähmädchen Frith erklärt hatte, wegen beiterinnen mit billigen und fättigenden frommen Sprüchlein füttern, Gin Klempnergeselle, der seine vierzehntägige Kündigungszeit bes firittigen Betrages von 2 Mart 20 Pf. einen aus welcher praktischen christlich- sozialen Politik Herr Wunderli beendet hatte, wollte bei einem anderen Meister arbeiten. Auf Eid nicht zu leisten und lieber ihre gerechte Forderung auf in Gestalt einiger tausende Franken, mehr Geschäftsgewinn den Bitten des ersteren Meisters blieb er jedoch, in den Glauben, 15 M. 60 Pf. reduziren zu wollen, zur Zahlung dieser Summe schönsten Erfolg einheimft. In einem andern aargauischen die neue Stelle brauche er nicht anzutreten. Damit war aber toftenfällig verurtheilt. Die Unterfräntische Boltstribüne" Orte, in Menziken, find die Arbeiter der Tuchfabrik von Gebr. der zweite Meister nicht einverstanden; er ließ den Gesellen bemerkt zu dem Vorfall: Von Tag zu Tag zeigt es sich mehr, Gautscht in den Streit getreten, weil die Herren den Wiederaus- vor das Gewerbe- Schiedsgericht fordern, wo ihm von dem erklärt wurde, er müsse die neue Stelle wie dringend nöthig die Errichtung eines Gewerbegerichtes in tritt aus der neugegründeten Zextilgewerkschaft forderten. Ihr Vorsitzenden antreten, welcher Aufforderung er auch nach= Würzburg war. Dußende von armen Gewerbegehilfen und Ge- Wochenlohn foll 4-7 Fr. betragen! Wird man sie auch sofort fam. Mun flagte aber der erste Meister beim Gewerbes hilfinnen gelangen durch dasselbe zu ihrem sonst wohl nie erreich durch Italiener ersehen? baren guten Recht. Mögen jene Orte, wo der Unverstand oder Aus Chaux- de- fonds berichtet der dortige Schloffer gericht gegen den Gesellen, weil derselbe plötzlich aus der das schlechte Gewissen einiger Mächtiger die Errichtung eines Fach verein über die Wirkung der Italienerarbeit: Die Arbeit gegangen sei. Der Gefelle mußte zum zweiten Male vor solchen Instituts bisher hintanzuhalten wußte, endlich dem Drange Settion leidet unter der Konkurrenz italienischer Arbeiter; das Gericht, wo ihm erklärt wurde, daß er beim ersten Meister Boziales. «och 14 Tage nachzuarbeiten habe. Der Geselle ließ es aber darauf ankommen, da er doch zu recht bei dem zweiten Meister in Arbeit getreten sei, wozu er ja vom Gewerbegericht zuerst an- gehalten worden fei. Darauf erhielt er in diesen Tagen folgen» des Urtheil zugestellt: „In Sachen des Klempnermeisters Hinderthür gegen Sie sind Sie rechtskräftig verurtheilt, vom 6. d. Mts. ab bei dem Kläger H. zwei Wochen lang zu arbeiten. Da Sie die Arbeit nicht aufgenommen, ergeht auf Antrag des Klägers an Sie die Aufforderung, die Ihnen auferlegte Verpflichtung sofort zu erfüllen, widrigenfalls Sie durch Geldstrafe bis zum Gesammt- betrage von 1500 M. oder durch Haft angehalten werden."(Folgt Unterschrift des Bürgermeisters Delins.) Was soll der Geselle nun thun? Bei dem einen Meister soll er nach Auskunft des Herrn Delius arbeiten und bei dem anderen aber auch nach Ansicht desselben Herrn Delius? Uebrigens soll das Urtheil angefochten werden, da es gefüllt sein soll ohne Zuziehung der Beisitzer. Es wird uns ferner mitgetheilt, daß feit niehr als einem Jahre zwei Beisitzer für den Handwerker- detrieb überhaupt nicht mehr zu den Sitzungen hinzugezogen worden seien. Ei» Antrag sämmtlicher Beisitzer, eine Sitzung einzuberufen zur Berathung verschiedener gewerbegerichtlicher An- gelegcnheiten sei vom Bürgermeister abgelehnt worden. Es ist Sache der gewählten Beisitzer, ans Abstellung ihrer Beschwerden selbst zu dringen. Gerichks Priigelpädagogik. Ein häßlicher Auftritt, der sich am Vormittage des 13. Mai aus dem Schulhofe der Gemeindeschule in der Reinickendorferstraße abspielte, lag der Anklage wegen Lehrer-Beleidigung zu gründe, welche gestern vor dem Schöffen- gericht gegen die Arbeiter-Ehefrau Wilhelmine L ü d i ck e vcr» handelt wurde. Die Kinder wurden während der Pause umher- geführt, als die Angeklagte auf dem Hofe erschien und die dort anwesenden Lehrer mit einer Fluth von Schmähungen überhäufte. Sie mußte mit Gewalt entfernt werden. Im Termine gab die Angeklagte als Grund ihres Ver- Haltens an, daß ihr Sohn von einem der Lehrer in übermäßiger Weise gezüchtigt worden sei, dicke Striemen hätten auf dem Gesäß des Knaben gelegen. Derselbe habe ihr gesagt, daß er die Strafe wegen eines fehlenden Lesebuches erhalten habe und da sie hierfür die Züchtigung für zu streng gehalten habe, fei sie in begreifliche Erregung gerathen. Der betreffende Lehrer bekundete, daß der Knabe wegen Unaufmerksamkeit(!) einige„keineswegs übertrieben heftige Schläge" erhalten habe. Der Staatsanwalt beantragte einen Monat Gefängniß, da durch dergleichen Auftritte in Gegenwart der Kinder das Ansehen der Lehrer untergraben werde» müsse. Der Gerichtshof erkannte mit Rücksicht aus die Erregung der Angeklagten auf«ine Woche Haft. Ein Eisenbahn- Idyll. Der Eisenbahnschaffer Peter Wagner II. wurde am 24. April 1896 vom Landgericht Saargemünd wegen Körperverletzung im Amte zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Angeklagte begleitete in dieser dienstlichen Eigenschaft einen Zug, mit dem auch der Zeuge Becker ftlhr. Als die abgelaufenen Fahrkarten den Reisenden abgefordert wurden, konnte Becker die seinige nicht gleich finden und suchte nun, wie das in solchen Fällen vorzukommen pflegt. alle Taschen durch. Das dauerte dem Angeklagten aber zu lange und mit hinreichender Deutlichkeit, die jedes Mißverstehen seiner Ansicht ausschloß, schnauzte er den Reisende» an:„nun seht mal den Schweinehund an, wie der so lange macht!" Der Zeuge Becker war nun der Ansicht, dies hatte ihm der Angeklagte auch in etwas höflicherer Weise sagen können und verlieh diesem Gefühle auch Ausdruck, indem er zugleich die Drohung daran knüpfte, den Schaffner wegen dieser Grobheit bei dem Stationsvorsteher zu melden. Damit hatte er aber nur Oel ins Feuer gegossen, denn die Drohung mit einer Dienstbeschwerde erregte den Zorn des Schaffners, der Europens übertünchte Höflichkeit nicht zu kennen schien, erst recht: mit den Worten: Was wollen Sie? Mich auf der nächsten Station melde»? Daraus wird nichts! schlug er dem nichts Böses ahnenden Reisenden wiederholt mit einer Lochzange auf den Kopf und zwar mit solcher Wucht, daß der Mißhandelte blutüberströmt zusanimenbrach. Außerdem warf er bei der Rauferei den Hut des Zeugen zum Fenster hinaus. Die Revision, welche der Angeklagte gegen dies Urtheil eingelegt hatte, ist vor- gestern vom Reichsgericht in Leipzig verworfen worden. GroßeS Glück hat der frühere Polizei-Hauptmann Richard Palmberger in Nürnberg vor der Berufungsinstanz gehabt, vor welche er die bekannte Beleidigungssache gegen den Kellner Stich vorgestern gebracht hatte. Es handelte sich, wie noch aus dem Bericht über die Schöffengerichtssitzung erinnerlich fein wird, darum, daß Stich in bezug auf P. wider besseres Wissen behauptet haben sollte, derselbe habe öfters 1 bis 3 Glas Bier weniger bezahlt, als er getrunken hatte, ihm sei hierdurch den Vorwurf des Betruges, begangen durch Zechprellerei, ge- macht worden. DaS Schöffengericht, unter Borsitz des Amts- richters Diesel, sprach bekanntlich Stich frei unter Uebcrbürdung aller Kosten auf Palmberger. Im Urtheil war angenonimen, daß der Beweis der Wahrheit vollständig erbracht und Stich ein durchaus glaubwürdiger Mann fei; die Aussagen der zahlreichen Entlastungszeugen seien ohne Belang, da diese von den behaupteten Thatsachen nichts wüßten, sondern blos Ansichten bekundeten. Nach einer ausgedehnten Verhandlung kam das Landgericht zu dem Urtheil, daß Stich mit drei Wochen Gefängniß und der Tragung aller Kosten zu bestrafen sei; Palniberger erhielt die Erlanbniß zur Publikation de? Urtheils. Das Gericht nahm an, daß in einzelnen Fällen P. zu wenig bezahlt hatte; aber eine größere Anzahl Fälle sei nicht erwiesen. von einer Absicht des P., zu betrügen, könne aber nicht die Rede sein; wenn man auch von einem Meineid der Kellner nicht reden könne, so zeugten doch ihre Aussagen von Uebertreibungen. Beim Strafausmaß kam die Stellung des P. als Beamter in betracht.— Das Urtheil des Volkes, so meint die„Fränk. Tagespost", der wir den Bericht entnehmen, dürfte wohl etwa? anders lauten als das der rechtsgelehrten Richter. VerfermmlunArn. Der sozialdemokratische Wahlberein für den vierten Berliner Reichstags-Wahlkreis hörte in seiner am 8. September staltgehabten gutbesuchten Mitglieder- Versammlung einen Vortrag des Genosse» Auer über den bevor- stehenden Parteitag. Nach einer geschichtlichen Betrachtung über die Parteiverhältniffe zur Zeit des Gothaer Einigungskongrcsses und heute unterzieht Redner die einzelnen Punkte der Tages- ordnung des diesmaligen Parteitages einer eingehenden Kritik in bezug aus den Standpunkt, welcher bei Berathung ver- schiedcner derselben eingenommen werden müsse und auch darauf- hin. ob, wie von verschiedenen Seiten behauptet worden sei, einzelne Punkte einer Erörterung auf dem Parteitage nicht be- dürfen. Bezüglich der Delegation hält Redner es im Juter- esse der Berliner Parteigenossen für rathsam, wenn von dem bisher allgemein gebräuchlichen Verfahren Abstand genommen würde, stets nur neue Kräfte zu den Parteitagen zu entsenden. Daß die Interessen der Berliner Parteigenossen schon oftmals nicht diejenige Berücksichtigung auf den Parteitagen gefunden haben, die sie nach dem Stande und Umfang ihrer Bewegung füglich bcanspruchen können, sei lediglich auf die stets wechselnde Delegation zurückzuführen. Die Genossen sind eben mit den früheren Beschlüssen und Verhandlungen nicht genügend vertraut und lassen sich infolge dessen in Kleinlichkeiten ein. während die großen Gesichtspunkte unberücksichtigt bleiben. Wenn nun selbst- verständlich auch nicht stets dieselben Genossen gewählt werden sollen, so sei«S doch für die Geschäftsführung des Partei- tage? zum Vortheil, wenn auch ältere Genossen an- wefend sind, die mit den Verhältnissen vertraut sind. Wenn die Gegner glauben, daß es auf dem dies- jährigen Parteitage zu hitzigen Debatten oder gar„Spaltungen" kommen sollte, so werden wir den Beweis liefern, daß wir alle Fragen zwar gründlich, jedenfalls wie stets, auch nach den Grundsätzen sozialdemokratischer Gerechtig- keit und Billigkeit behandeln werden. An der Diskussion betheiligten sich Rung und Wengels. Letzterer wünscht, daß der „Vorwärts" unterhaltender geschrieben wird. Die langen Artikel aus dem Ausland interessirten die Berliner Leser wenig. (Heiterkeit.) Nachdem der Referent einiges richtig gestellt und Wengels den Rath gegeben hatte, sich mit seinen Wünschen direkt an die Redaktion zu wenden, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit der Aufforderung, dem Verein stets neue Mit- glieder zuzuführen. In einer Versammlung des sozialdemokratischen Vereins „Vorwärts", die am 8. September im Viktoriasalon, Perle- bergerstraße, tagte, hielt Genosse P. Jahn einen Vortrag über: „Sozialgesetzgebung und die Bestrebungen des Handwerks", in welchem der Redner in cmgehender Werse die Entwickelung der Großindustrie in allen Kulturstaaten schilderte und auf das vergebliche Bemühen, das' dem Untergang geweihte Handwerk durch Gesetze und sonstige Mittel neu zu beleben, hin- wies. Den beifällig aufgenommenen Ausführungen folgte eine kurze Diskussion, in der gleich dem Referenten hervorgehoben wurde, daß das geplante Gesetz, dessen Annahme nach der Stellung der bürgerlichen Parteien zu urtheilen, gesichert erscheint, womit man angeblich die Hebung des Handwerks beabsichligt, in der That aber die Organisationen der Arbeiter treffen will, auch wie alle derartigen Mittel nur dazu angelhan sind, bei richtiger Beachtung Vortheile für die Sozialdemokratie zu schaffen. Nach- dem der Vorsitzende zum Abonnement auf die Parteipresse und zur regen Betheiligung an den Gewerbegerichtswahlen aufgefordert hatte, erfolgte der Schluß der Versammlung mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. Ter Arbeitervertreter-Veret« ernannte in der Ver- sammlung am Dienstag eine aus Interessenten verschiedener Krankenkassen bestehende provisorische Kommission, welche den Auftrag hat, demnächst eine Versammlung der Krankenkassen-Vor- stände einzuberufen, wobei alle in Berlin domizilirenden OrtS-, Betriebs-, Jnnungs- und freien Hilsskassen berücksichtigt werden sollen. Es handelt sich darum, diese für die Beschickung der V olksheilst ätte für Lungenkranke am Grabow-See zu interessiren, damit diese Anstalt, von deren Heilerfolgen die große Mehrheit des Arbeiter- vertreter-Vereins überzeugt ist, den Berliner Arbeitern dienstbar gemacht werde. Sodann wählte die Versanimlung eine Kommission, bestehend aus den Mitgliedern Simanowski, Stein- seid, Mude, Warnst, Reimann, Bader, Schulze. Dieselbe soll zu der bevorstehenden Abänderung deS Alters- und Jnvaliditätsgesetzes geeignete Vorschläge machen und diese in Form einer Petition dem Bundesralh unterbreiten, da die in dem kürzlich im „Reichs- Anzeiger" publizirten Entwurf vorgeschlagenen Ab- ändernngen den Wünschen der Arbeiter nicht entsprechen. Im Laufe der Debatte über diesen Punkt machte Hertel dem „Vorwärts" einen Vorwurf darüber, daß er den Wortlaut des Entwurfs nicht veröffentlicht habe. Wenn ein Gesetzentwurf, der die Arbeiterschaft in hohem Grade interessire, nicht im„Vorwärts" abgedruckt werde, dann möge das Blatt zum Teufel gehen. Andere Redner wiesen diese» Vorwurf als unbegründet zurück. Dr. Friedeberg hielt es gleich- falls für nothwendig, daß der„Vorwärts" diese» Entwurf ebenso wie die Jnnnngsvorlage abgedruckt hätte. Jedoch sei hier nicht der Ort, dagegen Beschwerde zu führen, man möge sich vielmehr an die Preßkommission wenden. Max Pfund bemerkte dem- gegenüber, daß gar kein Grund zu Klagen über den„Vorwärts" vorliege, da derselbe bisher alle Gesetzentwürfe, welche die Arbeiter interessiren, in ausführlichster Weise besprochen habe. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde das Lokal von Bnske in der Greuadierstraße als künstiges Versammlungslokal des Bereins bestimmt. Im Berliner Lehrerverein hielt am vergangenen Freitag ein französischer Seminarlehrer, A. Moulet, einen Vortrag über den„Moralunterricht in den französischen Volksschulen". Bekanntlich hat Frankreich nach dem letzten großen Kriege außerordentliche Anstrengungen gemacht, um sein Schulwesen innerlich und äußerlich zu heben. So kam man denn vor einigen Jahren zu dem sehr vernünftigen Be- schluß, den Religionsunterricht aus der Schule zu ent- fernen und ihn durch einen sogenannten Moralunterricht zu ersetzen. Seitdem hat es nicht an den mannigfachsten An- feindungen dieses neuen Unterrichtsfaches gefehlt und es war daher eine verdienstliche Aufgabe des französischen Seminar- lehrers, den Berliner Lehrern hierüber die Köpfe ein wenig auf- zuklären. Der Vortragende, der ein vorzügliches Deutsch sprach, legte das Wesen, den Zweck und die uuterrichtliche Behandlung des Moralunterrichts dar. Man greife den Unterricht an, weil nmn ihn nicht verstehe. Er soll durchaus nicht etwa andere Unterrichtsfächer beschränken, sondern sie ergänzen und verbinden. Nicht nur die Intelligenz, auch das Herz solle in erster Linie gebildet werden. Ein Haupterforderniß für die Wirkung des Moralunterrichts auf die Kinder sei, daß der Lehrer mit gutem Beispiele vorangehe, weshalb denn der Lehrer auch einen tadellosen Charakter haben müsse. Falsch sei es, in dem Moralunterricht einen Feind irgend einer Religion oder Konfession zu erblicken. Es werde das gelehrt, was allen Religionen gemeinsam sei, die allgemein giltigen Sittengesetze. Schiller's Wort: daß er aus Religion sich zu keiner Religion be- kenne, könne gleichsam als Motto für den Moralunterricht dienen. So sei es ein wirksames Mittel, die Toleranz gegen Anders- denkende in de» Kindern heranzubilden. Der Vortragende schilderte dann eingehend, wie der Moralunterricht erlheilt wird. In den unleren Klassen könne von einem methodischen Unter- richt kaum die Rede sein. Hier sei es hauptsächlich die Persönlichkeit des Lehrers, die versittlichend auf das Kind einwirken müsse. Auf der Mittel- und Oberstufe werde dagegen planmäßig unterrichtet und viele Lehrbücher seien zu diesem Zivecke bereits geschrieben. Einige derselben unterzieht der Redner einer genaueren Besprechung, indem er daran den Gang des Unterrichts veranschaulicht. In fünf Theilen werden die Kinder vertraut gemacht mit den Pflichten zu den Eltern, zu ihren Lehrern, zn ihren Mitmenschen, zum Vaterland und zu Gott. Anschauliche Besprechung, Lektüre einschlägiger Werke guter Schriftsteller und Vorführung geeigneter Beispiele seien die unterrichtlichen Hilfsmittel. Zum Schluß geht der Vortragende auf zwei der vorerwähnten Pflichten des näheren ein, auf die Pflichten zu Gott und zum Vaterland. Das Dasein eines vollkommenen Gottes wird danach nicht bestritten. Wir halten dies für die schwächste Seite des Moralunterrichts, denn wenn er die religiöse Anfchaunug aller Menschen respektiren will, so muß er auch diejenige der Atheisten achten, so muß er jede religiöse Be- sprechung konsequent ausschließen. Uns wollte es jedoch scheinen, als wollte in diesem Punkte der Redner seinen religiös gesinnten Zuhörern gegenüber dem Moralunterricht sein„gottloses" Air nehmen. Interessant und treffend waren die Ausführungen Moulet's über die Pflichte» zum Vaterlande. Er zeigte, wie durch den Moralunterricht zwar ein gesunder und berechtigter Patriotismus, aber durchaus kein Chauvinismus herangebildet werde. Die scharfen Bemerkungen des Redners über den Chauvinismus erweckten in der Versammlung, wie wir gern konstatiren, allgemeines Bravo. Hoffentlich haben sich nicht zu viel Lehrer dadurck in Widerspruch mit ihren Ansprachen am 2. September gesetzt. Im großen und ganzen war der Vortrag ein Beweis von dem kräftigen Vorwärtsschreiten des französische» Schulwesens im Gegensatz zu dein ebenso kräftigen Rückwärts- schreiten des deutschen, besonders des preußischen VolkSschulwesenS. Im Anschluß an diesen Vortrag berichtete der umsichtige und verdiente Vorsitzende des„Deutschen Echnlmusenms", Lehrer A. Rebhuhn, über die ersten 20 Jahre des Bestehens dieses überaus nützlichen Instituts. Die Baudeputirten der Pnyer hielten am Mittwoch Abend Grenadierstr. 33 bei Buske eine Versammlung ab. Die- selbe beschäftigte sich eingehend mit der gegenwärtigen Lohn- bewegung. Sämmtliche anwesende Kollegen waren sich darüber einig, einen neuen Vorstoß zur vollständigen Durchführung des herausgegebenen Tarifs vorzubereiten. Die Kommission wurde beauftragt, eine Uebersicht der vorhandenen Arbeitsstätten, die Zahl der arbeitenden Putzer, sowie die jetzt bezahlten Preise fest- zustellen, um zu einer geeigneten Zeit mit bestimmten Forderungen an die Arbeitgeber heranzutreten. Nachdem die streikenden Kollegen bei dem Putzmeister Scharf die Gründe der Arbeits- niederlegung klargelegt hatten, beschlossen die Baudeputirten gegen 3 Stimmen, denselben die Arbeitskarte zu gewähren. Auf die Anregung, alle 14 Tage eine Versammlung der Baudeputirten stattfinden zu lassen, beschloß die Versammlung, alle Mittwoch zu tagen. Die Arbeitskarte des Putzers Julius Kowald wurde von der Versammlung auf Antrag der Kominiffion für ungiltig erklärt. Ter Fachvcrein der Holz- und Brettertrager Berlins und Umgegend nahm in der Versanimlung vom 80. August die Wahl des GesammtvorstandeS vor. Gewählt wurden Bloch als erster, Weber als zweiter Vorsitzender, S ch o n w a l d als erster, Schade als zweiter Kassirer, Hinze als erster, G ö r n e r als zweiter Schriftführer und zu Revisoren Foth, Heckel und Müller.— Den streikenden Werftarbeitern in F l e n s- bürg wurden 15 M. bewilligt. Ferner beschloß die Versamm- lung rm September ein Sommerfest abzuhalten. Versammlung der Gold- nnd Silberarbeiter, abgehalten am 31. August 1896, Annenstr. 16. Genosse Türk hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über:„Das Buch der Freiheit." In eine Diskussion wurde nicht eingetreten. Der Vorfitzende machte bekannt, daß die Agitationskommission von jetzt an wieder Werkstatt- Versammlungen abhält und regt zum guten Besuch derselben an, damit die Agitationskoinniifsion ein gutes Resultat erzielen könne, deshalb müsse jeder Kollege seine Pflicht thun. Er machte ferner darauf aufmerksam, daß die nächste Versammlung am 23. September stattfindet. Der Verein deutscher Schuhmacher, Filiale I Berlin, tagte am 31. August im Lokale des Herrn Feind, Weinstr. 11. Zum 1. Punkt stand ein Vortrag des Genossen Hansen; der Referent war am Erscheinen verhindert. Zu Vereinsangelegen- heiten beschäftigte sich die Versammlung mit dem Stepper Rosen- berg. Es wurde gegen ihn der Vorwurf erhoben, daß er sich mehrfach zu billigerem Lohne angeboten habe. So konnten die Kollegen aus der Klugsschen Fabrik feststellen, daß er daS Dutzend Schäfte 50 Pf. billiger anfertige. Die anderen Stepper wandten sich an den Fabrikausfchuß und forderten die Ent- lassnng des Herrn Rosenberg, was auch geschah. Sodann wurde noch bekanntgegeben, daß bei Eckstein u. Panitsch, Lichte»bergerstraße, ein Streik ausgebrochen sei und der Streik bei M a ch i l l. Brunnenstraße, fortdauere. Ferner wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß am 19. d. Mi da? Stiftungsfest des Vereins der Filiale Charlottenburg und am 27. d. M. nachmittags 2 Uhr ein Besuch der Urania (Billet 60 Pf.) stattfindet. Klempner. Am 2. September hielt der Fachverein der Klempner Berlins seine Monatsversammlung in C o h n' S Festsälen ab. Der erste Punkt der Tagesordnung:„Hypnotischer Vortrag mit Experimenten", wurde vom Vortragenden Herrn Schüler in trefflicher Weise erledigt. Im Punkt„Verschiedenes" entspann sich eine lebhafte Debatte über die Führung und Leitung sowie die Abrechnung von der letzten Lohnbewegung der Klempner. Hierzu fand der vom Kollegen Selchow gestellte Antrag einstimmig Annahme:„Die am 2. September versammelten Klempner des Fachvereins verlangen schleunigst von der Lohnkommission eine Abrechnung vom letzten Klempnerstreik." Tie Filialefdes Allgemeinen deutschen Tapeztrervereinö hielt am 2. September eine Generalversammlung ab. Genosse M a t h i e s ans Elbingerode hielt einen Vortrag über seine Erlebnisse in der Arbeiterbewegung. An der Diskussion betbei- ligten sich Fried meyer. Bechert und Aubert. Zum Punkt Ergänzungswahl der Ortsverwaltung wurde MoSkopf zum ersten und Sander zum zweiten Kassirer gewählt. Unter Vereinsangelegcnheiten entspann sich eine längere Debatte über Arbeitsverträge, an der sich Friedmeyer, P. Schmidt, Aubert, Wilde und M o s k o pf betheiligten. Sodann wurde beschloffen, am 3. Oktober bei Zubeil, Lindenstr. 106, einen Familienabend abzuhalten. Die Dekateure(Filiale HI) hielten am 2. September im Lokal des Herrn Pasch, Alte Jakobstraße 83, eine General- Ver- sammlung ab und wurde zuerst über die Regelung der Arbeits- losen-Unterstützung verhandelt. Der Vorsitzende verlas im Verlauf der Verhandlung ein Statut bestehend aus 6 Paragraphen. Nach längeren Auseinandersetzungen wurden sämmtliche aragraphen in der vorgelegten Form angenommen. ollege Z i e h m. welcher als Kassirer die Arbeitslosen- Untcrstützungskasse verwaltet, fordert die Kollegen in den Betrieben zur pünktlichen Zahlung der Unterstützungsgelder auf, auch hat sich die Unterstützung nach jetzigem System ganz gut bewährt. Zum Bericht des Vorstandes theilt derselbe mit, daß im verflossenen Jahre 14 Versammlungen abgehalten wurden, welche im ganzen gut besucht waren. Streitigkeiten kamen nur in zwei Betrieben vor, welche jedoch zu Arbeits- einstellungen nicht führten, und sehr schnell beigelegt wurden. Laut Bericht des Kassirers vom 2. Quartal betrugen die Ein- nahmen 94,95 M., die Ausgaben 99,55 M.. mithin ist ein Defizit im Betrage von 4,60 M. zu verzeichne», hierzu der Kassenbestand vom vorigen Quartal 143,93 M., bleibt ein Bestand von 144.33 M. Die Revisoren fanden den Bestand für rickitig, und wurde der Kassirer Baecker entlastet. Unter„Verschiedenem" muntert der Vorsitzende und verschiedene andere Redner die Kollegen aus. für die Filiale zn agitiren nnd die noch Fernstehenden zur Filiale heran zu ziehen. Schließlich wurden die Kollegen auf» gefordert, sich an die Vertreibung der Etreikmarken rege zu be- thciligen. Konditoren. Am 3. d. M. hielt der Lokalverein der Konditoren bei Babiel eine Mitgliederversammlung ab. Zuerst erfolgte durch Kollegen Riesener eine Vorlesung über„Christen- thum und Sozialismus". Dieselbe wurde sehr beifällig auf- genommen und von einer Diskusston abgesehen. Dann wurden einige interne Angelegenheiten erörtert und zum Schluß noch- mals um eine recht rege Agitation für die am 10. Sept. im Klubhause, Annenstraße 16, abends SVe Uhr, stattfindende öffentliche Versammlung ersucht. Eine öffentliche Volksversammlnna tagte Donnerstag. den 3. Sept., Swinemünderstraße 35. Dir Versammlung, welche vorwiegend von Frauen gut besucht war, folgte mit Aufmerksam- keit den sehr belehrenden Ausführungen des Herr» Waldeck M a n a s s e über„Den Kanips ums Dasein". Reicher Beifall wurde dem Redner zu theil. Nach einer kurzen Diskussion wurde die Versammlung geschlossen. Tie Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen tagten am Freitag, den 4. September, in einer öffentlichen Ver- sammlung, um verschiedene Wahlen vorzunehmen. Da Wilde seine Pflicht als Vertrauensmann nicht erfüllt hatte, mußte zu einer Neuwahl desselben geschritten werden. Nach längerer Diskussion wurde der Kollege Hermann Lesser, Landsberger Allee 8, zum Vertrauensmann gewählt, tllls Mit« glied der Agitationskommission wurde Günzel gewählt. In die Preßkommission wurde Kollege Crohn delegirt und als Verlreter der GewerkschastSkommission Kollege M a a ß gewählt. Unter Verschiedenem theilte L i s s n u e r mit, daß die Handels- Hilfsarbeiter den Handlungsgehilfen 100 Bidets zur Urania-Vorstellung am Sonntag, den 13. d. M.. k 60 Pf. überlassen hätten und können die Kollegen Billets bei Hinz« und L i s s a u e r erhalten. Tie in der Kürschnerei-Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiteriunen waren am 6. September bee Buske in der Grenadierstraße versammelt, um den von ihren Vertrauens- Personen zusammengestellten Lohntarif, dessen Berathung in der Versammlung am 31. August begonnen hatte, zu Ende durchzu- besprechen. Wie in dieser Versammlung angefangen, so durch- ging R e g g e heut weiter Punkt für Punkt die einzelne» Positionen, jede zur Diskussion stellend. Der Tarif selbst zerfällt in Sommer- und Wintertarif; für Stücklöhne bildet er im wesentliche» eine Erneuerung des ISöSer Tarifs und zwar nur für Stapelsachen, die an die Hausindustriellen von den Selbständigen zu zahlen sind.(Die Löhne für Waaren, die in Betriebswerk- stätten angefertigt werden und besseren Genres sind, werden frei vereinbart.) Die Festsetzungen für Wochenarbeit im Tarif sind «ine Anlehnung an den ISS3er Tarif; die einzelnen Forderungen sind: 9>/2 Stunden Arbeitszeit, V/i Stunde Mittags- und je >/» Stunde Frühstück- und Vesperpause, an den Vorabenden der Festtage um 6>/s Uhr Feierabend; Minimalwochenlohn für Ge- sellen 25 M., für Stepperinnen 18 M., für Mamsells 14 M. Sämmtliche Toursachen sind mit 50 Pf. Aufschlag zu bezahlen. Nachdem noch beschlossen, die Kindersachen, die vereinzelt mit- unter in Stücklohn ausgegeben werden, nicht in den Tarif auf- zunehmen, ergab die Abstimmung über den gesamniten Tarif die einstimmige Annahme desselben. Zum Schluß wurde die Sperre über die Messer'sche Werkstätte in Erwägung gezogen wegen Maßregelung zweier Kollegen; diese rielhen jedoch selbst, von einer Sperre Abstand zu nehmen. Hierauf erfolgte Bekanntgabe der am 14. d. M. bei Feind in der Weinstraße stattsindenden Vereinsversammlung; außerdem wurden die Versammelten ge- niahnt, am 24. d. M., dem Tage der GewerbegerichtSwahl, voll und ganz ihre Schuldigkeit zu thun. Der Verein der Einsetzer(Tischler) Berlins und der Um- gegeud hielt am 6. September seine ordentliche Mitglieder-Ver- sammlung ab. Nach einem interessanten Vortrag des Herrn Dr. Friedeberg über die erste Hilfe bei Unglücksfällen entspann sich eine Diskussion, in welcher der Vortragende eine Reihe von Fragen eingehend beantwortete. Sodann fanden einzelne Ver- einsangelegenheiten ihre Erledigung und wurde bekannt gegeben, daß die nächste Bereinsversammlung der Einsetzer am 20. Sep- tember bei Buske, Grenadierstr. 33, stattfindet. Pargnctbodenlcger. In einer am Montag Abend bei Schöning, Köpnickerstr. 83, stattgefundenen Versammlung hielt Genosse P. Jahn einen beifällig aufgenommenen Vortrag über „Die Lebenshaltung des Proletariats". Unter„Verschiedenem" wurde das Verhalten eines Kollegen getadelt, welcher sich Leute zum helfen mitgenommen hat, welche der Organisation fernstehen. Es wurde jedem Kollegen zur Pflicht gemacht, streng darauf zu achten, daß nur oraanrsirte Kollegen mitgenommen werden dürfen und seien in erster Linie ausgesperrte Klavierarbeiter, wie es auch schon geschehen sei, heranzuziehen. Ju der öffentlichen Schnhmacherversammlnng, die am 7. d. M. bei Gründet tagte, hielt Kollege Lange einen sehr instruktiven Vortrag über:„Die Hausindustrie und die Lage der Filzschuharbeiter". Die Diskussion bewegte sich ganz im Sinne des Referenten. Durch«ine Resolution sordert die Versammlung von dem nächsten Schuhmacherkongreß, eine Agitation über ganz Deutschland einzuleiten gegen die Hausindustrie und für Verkürzung der Arbeitszeit. Bekannt gegeben wird, daß bei Himmelreich, Eckstein und Panisch gestreikt wird. Tie Einsetzer(Tischler) waren von der Fünfer-Kommission am 7. September nach der Alexanderstr. 27o berufen, um den geeigneten Zeitpunkt für die Durchführung ihrer Forderungen festzusetzen. Da der Einberufer M i l l a r g bei Eröffnung der Versammlung noch nicht anwesend war, protestirte der über- wachende Beamte gegen die Eröffnung der Versammlung durch Schmitz, in dessen Händen sich die Bestätigung der Anmeldmig der Versammlung befand, machte jedoch später keine Einwendungen dagegen. als nach Ablauf der ge- stellten Frist von einer Viertelstunde der Einberufer in Person noch nicht erschienen war. Eingangs berichtete B e h r f e l d t, Delegirter der Gewerkschafts-Kommission, über deren letzte Halb- jahrsthätigkeit. Nach kurzer Diskussion wnrde B e h r f e l d t wiedergewählt und Witt ig zu dessen Ersatzmann ernannt. Die Diskussion über das Hauptverhandlungs-Thema leitete Hoff- mann ein. Schmitz wies ans die erheblicheren Vorthelle hin, die durch eine große organisirte Masse zu erreichen seien, nicht aber durch kleine Häuflein, und legte den Versammelten ein Verschmelzen mit dem Holzarbeiter-Verband nahe. In der weiteren Debatte forderte man Vorschläge für die zur Tages- ordnung stehende Frage von der Fünfer-Kommission, auch wurde die Ansicht vertreten, daß, in anvetracht der schwachen Betheili- gung an den Sammlungen und sonstiger praktischer Mithilfe bei den Vorarbeiten zu einer Lohnbewegung, die Fünfer-Kommission ihre Thätigkeit einstellen könne. Von anderer Seite wurde energisch ein entgegengesetzter Standpunkt vertreten. Das Resultat der Verhandlungen war denn auch die einstimmige Annahme eines Vorschlages, die Fünfer-Kommission mit der weitcren Agitation zu beaustragen, damit bei aufsteigender Konjunktur im Frühjahr dem Unternehmcrthum die zu stellenden Forderungen vorgelegt werden können; ferner wurden alle Berufskollegen verpflichtet, pünktlich ihre 50 Pf. Beiträge weiter zu leisten; nur diejenigen, die sich als arbeitslos legitimiren können, sind während dieser Zeit von der Beitrags- Pflicht zu dispensiren. Dem kürzlich gefaßten Versammlungs- bcschluß gemäß haben sofort in den Werkstätten, wo dieses noch nicht geschehen, Ernennungen vo» Vertrauensmännern statt- z«finden; diese haben der Fünfer-Kommission mit Material an die Hand zu gehen und thatkräftige Unterstützung bei der praktische» Agitation zu leisten. Tie Parteigenossen von AdlerShof und Umgegend fanden sich in einer Volksversammlung am Donnerstag, den 3. Sept., abends 8 Uhr, im Kaiserdof zu K öp» i ck zusammen. In Adlershof stand den Parteigenossen infolge des von Wöllstein arrangirten Sedanrummels kern Versanimlungslokal zur Ver- fügung. Nach Eröffnung der Versammlung war es nun. gerade wie in der aufgelösten Montagsversammlung, die erst« große That der überwachenden Hermandad. den Vorsitzenden zur Ent- fernung der Frauen aus dem Lokal zu bestimmen. Da jedoch der Referent noch nicht erschienen und demzufolge auch der überaus politische und den Frauen so sehr Gefahr drohende Vortrag:„Die Bedeutung Ferd. Lassalle's für die Arbeiter- bewegung" noch nicht gehalten'werden konnte, gelangte der zweite Punkt der Tagesordnung: Die Handlungsweise des Herrn Wöll- stein, und wie verhallen wir uns demgegenüber, zuerst zur Ver- Handlung. Dem Vorsitzenden gelang es auch. die fürsorglichen Diener der Sicherheit von der völligen Gefahrlosigkeit dieser Besprechung für das weibliche Geschlecht zu überzeugen; die Frauen durften bleiben. Die Debatte, die sich nun über die Wöllstein'sche Angelegenheit entwickelte, war entsprechend deren Wichtigkeit für die Genoffen eine sehr lebhafte. Der Verfolgung dieser Sache in öffentlicher Versammlung lag kurz folgender Sach- verhalt zu gründe: Vor ungefähr vier Wochen erhielt der Ver- trauensmann Michels auf feine Zlnfrage die Zusage von Herrn Wöllstein, daß sein Lokal am 31. August den Arbeitern zur Lassallefeier zur Verfügung stände. Mittlerweile gefiel es nun Herrn Wöllstein, ein Sedanfest zu arrangiren, und um dazu die amtliche Erlaubniß zu bekommen, mnßte er sich verpflichten, vom 2S. August bis 9. Sept. keine Vollsversammlung i» seinem Lokal abhalten zu lassen. Selbstverständlich konnte nun Herr Wöllstein, als der Vertrauensmann die zu einer Versammlung nöthigen Formalitäten erledigen wollte, sich seines gegebenen Wortes nicht mehr erinnern; er lehnte das Abhalten der Versammlung in seinem Lokal rundweg ab, sein Verhalten mit flauem Geschäftsgang motivirend. Es blieb nun weiter nichts übrig, als die Versammlung in Köpenick abzuhalten, dort die Sache zur Sprache zu bringen und der Ver- sammlung weitere Entscheidungen zu überlassen. Im Anschluß hieran sei noch bemerkt, daß Wöllstein zur vorjährigen Lassalle- feier ähnliche Winkelzüge gemacht hatte.— Der erste Redner in der Debatte beantragte denn auch nach kurzer Schilderung des Sachverhalts, das Lokal zu sperren. Rednerisch wurde dieser Antrag nur wenig unterstützt; die meisten Redner sprachen sich gegen den Boykott aus, da letz- terer für die Adlershofer Genossen ein zweischneidiges Schwert sei, und der Partei mehr Schaden bringe als dem Lokalbesitzer; es wurde auch bemerkt, daß es Herrn Wöllstein nicht zu verargen sei wenn er stets das Geschäft im Auge habe, denn von den Adlershofer Genossen allein könne er nicht existiren.— Eine Reso- lntion kommt nun zur Verlesung, laut welcher erklärt wird, daß die Arbeiterschaft sich das Recht,"Versammlungen abzuhalten, nicht nehmen läßt, daß sie ferner von einem Boykott des Lokals absieht. da sich die Triebfeder zu der Handlung des Herrn Wöllstein nicht genau ermittel» läßt, und daß im Wiederholungssalle der Vertrauens- mann weitere Schritt« thun solle. Es kommt nun zur Abstimmung. Ueber den Boykottantrag wird als weitgehendsten zuerst abge- stimmt; die Köpenicker Genosse» stimmen nach Beschluß der Ver- sammlung mit. Die Abstimmung ergiebt eine geringe Mehrheit für Verhängung des Boykotts. Das Lokal von Wöllstein in Adlershos ist somit gesperrt.— Als nun im weiteren der Vorsitzende dem Referenten Genossen Metzner zu seinem Vortrage das Wort zu ertheilen beabsichtigt, ordnet der Beamte wieder die Entfernung der Frauen aus dem Lokal an. Dagegen protestirt Hildebrandt. Auch der Referent sprach dann zur Geschäftsordnung; er ent- wickelte in einer»/e stündigen Rede in geschickter Weise unter Anwesenheit der Frauen den Versammelten und speziell den beiden Beamten das Leben und Wirken Lassalle's, insbesondere die Ungefährlichkeit dieses Vortrages für die Frauen; und er er- zielte auch durch seine überzeugenden Worte, daß ihn die Beamten gewähren ließen. Um 11 Uhr allerdings kam wieder Leben in die den interessanten und belehrenden Ausführungen lautlos lauschenden Amtsdiener; 11 Uhr, das ist nämlich für Köpenick und Adlershof im Sommer die Stunde, in der sich infolge amtlicher Fürsorge die Arbeiterschaft zur Ruhe begeben muß. Dieses de» Versammlungsbesuchern ins Gedächtniß zurückzurufen, durften die Herren nicht versäumen; es passirte ihnen allerdings in der Eile das verzeihliche Malheur, eine gar nicht tagende Versamm- lung aufzulösen(der Vorsitzende hatte die Versammlung zur rechten Zeit auf 10 Minuten vertagt). Das hinderte jedoch nicht, daß die versammelten Männer und Frauen hochbefriedigt von dem Verlauf der Versammlung sowohl als auch von der fürsorglichen Aussicht der Beamten auseinander ginge». Charlottenburg. In einer öffentlichen Versammlung aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. die bei recht reger Betheiligung am 8. September in Bismarcks- höhe tagte, berichtete Genossin Emma Ihrer über die Ver- Handlungen und Beschlüsse des internationalen Gewerkschafts- Kongresses in London. In der Voraussetzung, daß die Details der Verhandlungen und die gefaßten Beschlüsse den Versammelten durch Partei- und Gewerkschaftsorgane genügend bekannt seien, faßte die Referentin im wesentlichen die allgemeine» Gesichts- punkte zusammen, woran sie eine» Ueberblick über Land und Leute Londons knüpfte, so weit es möglich geworden. Einblick in die dortigen Verhältnisse zu nehmen.— Hiernach ent- wickelte sich, nach Anregung der Bewegung der Kunstschlosser und-Schmiede, eine lebhaste Debatte über das Wann und Wie der Bewegung in Charlottenburg. Zwei Meinungen standen sich hierbei gegenüber. Einerseits wurde der Standpunkt ver- treten, daß die Berliner Versammlung(gemeint ist die Feen- palast-Versammlung) nicht kompetent sei, darüber zu bestimmen, wann die Charlottenburger in eine Bewegung eintreten sollen, dieses fei Sache der Charlottenburger Kollegen selbst, die nicht gewillt seien, stets dem Berliner Lokalverband Gefolgschaft zu leisten. Andererseits wurde darauf hin- K viese», daß die Berliner Versammlung für die Kollegen- aft Berlins und Umgegend einberufen war, somit die dort gefaßten Beschlüffe auch für Charlottenburg. als zur Umgegend gehörig, maßgebend seien. Das besprochene Vorgehe» richte sich weniger gegen große, als gegen die kleinen Firmen, auch handele es sich nicht gleich um einen Streik, sondern nur um Stellung der Forderungen: neunstündige Arbeilszeit und 10 pCt. Lohn- aufschlag, von deren Bewilligung oder Nichlbeivilligung dann erst weitere Maßnahmen abhingen. Hierzu wurde erklärt, daß zu einer Bewegung selbst bei gegenwärtiger etwas günstiger Konjunktur, im Augenblick alle Vorbedingungen fehlten. Eine prozentuale Lohn- erhöhung wurde durchweg verworfen, da bei Löhnen vo» 15 bis zu 28 M. gerade für die schlechtest Entlohnte» sehr wenig heraus- käme, während die höchsten Löhne bedeutend gesteigert würden; zuerst müsse eine Grenze nach unten geschaffen werden, um dem rapiden Sinken der Löhne einen energischen Riegel vorzuschieben. Beschlüsse wurden nicht gefaßt, vielmehr sollte erst die znm Donnerstag in Verlin in Aussicht genommene Metallarbeiter- Versammlung sprechen. Vermipitzkos. Abermals eine Auflösung von militärischen Vereine». Durch eine» Korpsbefehl aufgelöst wurden sämmtliche im Be- reiche des fünften Niederschlesischen Feldartillerie- Regiments v. Pobbielski bestehenden Verbände und A v a n c i r t e n- Vereine in den Garnisonen Glogau, Sprottau nnd Saga». Diese in das gesellige Leben der Avancirteu tief ein- schneidende Maßregel soll durch wiederholte Reibereien zwischen Militär und Zivil, die in einigen Fällen einen ernsten Charakter angenommen hatten, hervorgerufen worden fein. In Jnsterburg ist der Schlachthausdirektor B. verhaftet worden, weil er sich Unterschlagungen schuldig gemacht habe» soll. Wie das„Ostpr. Tgbl." hört, bat B. seit langem die Rech- nungsbiicher durch Radirungen gefälscht. Als man kürzlich ganz zufällig eines der Blätter gegen das Licht hielt, bemerkte man die Korrekturen, die seine Verhaftung zur Folge hatten. Zur Chronik der Begnadigungen. Der Frau Barbara Neumann aus Allenstein, welche wegen Kuppelei zu einem Jahr zwei Monate» Zuchthaus verurtheilt war, welche Strafe sie bereits in der Anstalt zu Fordon angetreten hatte, ist vom Kaiser die ganze Strafe erlassen worden. Die Untersuchung gegen die bayerischen Haberfeld- treibcr ist in ein neues Stadium getreten. Nachdem seit einiger Zeit bezüglich der Verhaftungen im Habcrergebiet eine Pause eingetreten ist, wurden dieser Tage acht weitere Verhaftungen vorgenommen- Unter den Verhafteten befindet sich bekanntlich auch der Bürgermeister von Sanerlach, welcher durch K Gen- darmen nach München gebracht wurde. Der Transport fand deshalb unter so starker Bedeckung statt, weil man nach der „Stllgemeinen Zeitung" einen gewaltsamen Ueberfall seitens der gegenwärtig sehr gereizten Bevölkerung befürchtete. Eine große Anzahl von Verdächtigen hat sich der strafrechtlichen Untersuchung durch die Flucht entzogen. Wie man hört, soll es der Polizei gelungen sein, diejeniaen Haberfeldtreiber zu ermitteln, welche vor zwei Jahren das Hnieinschießen in die Häuser in Miesbach sportsmäßig betrieben. Ueber einen Kampf gegen einen Polizisten wird der „Köln. Zeitung" ans K r o» e» b e r g in der Rheinprovinz geschrieben: Ein in einer Wirthfchaft Feierabend bielender Polizei- sergeant wurde angegriffen»nd bis in seine Wohnung verfolgt. Um sich der ihn bedrängenden Menge zu erwehren, gab der Beamte aus seinem Revolver einige Schreckschüsse ab, die aber nur zur Folge hatten, daß auch von der Gegenseite geschossen wurde. Der Polizist mußte sich in feinem Hause vollständig verbarrikadiren, um sich vor der Wuth der Anstürmenden zu schützen, und nur dein Umstände, daß die Thür dem Andränge standhielt, verdankt er es, daß der Ueberfall ohne schlimnie Folgen für ihn blieb. Mehrere der Thäter sind verhaftet. Aus Wien wird berichtet: Auf der Materialien-Bahn der Firma Dodercr u. Hoehl in Weidlmgen bei Wien wurde ein Lokomotivführer plötzlich irrsinnig und fuhr mit seinem Zuge gegen eine andere Maschine, wobei er g e t ö d t e t wurde. Beide Maschinen wurden beschädigt. Der Heizer, welcher nicht vermocht hatte, den Irrsinnigen an der Weiterfahrt zu ver- hindern, und der vor dem Zusammenstoße abgesprungen war, erlitt Verletzungen. Hygiene der Liebe. Den Freunden des Küssen? em» pfiehll der Gesnndheitsrath von Chikago, die Lippen vor dem Küssen mit karbolisirtem Rosenwasser abzureiben.— Guten Appetit! Briefkasten der Redaktion. Wir tuten be! jeder«nsroge eine Thtsfre lzwej Buchstaden oder eine Zcftt) anpigeben, unter der die«»iworl erthetlt werden soll. Tie juristische Sprechstunde findet am Montag. D i e n st a g, Freitag und Sonnabend von 3—7 Uhr abends statt. Ein verborgener Streiter. Wir haben Ihren Brief mit Beilagen nach Stuttgart gesandt. N. Z. SC. Nieder- Schönhausen. Ffr. Hofmann. Vor der Veröffentlichung ist persönliche Rücksprache nvthig. F. K. 1. Die Adresse ist uns nicht bekannt.- E. B.»7, Pankstrasic, A. B. 7S, I. S. 100, P. P. 50. Ja.- M. Z. 44. Vom Vermielher in Pfand behaltene Sachen werden nicht durch Zeitablauf sein Eigenthnm. Er ist vielmehr zur Aufbewahrung solcher Sachen verpflichtet und hat»nr das Recht, seine Forderung einzuklagen und ans Grund des dann erstritte»«» Urthcils die Sachen durch einen Gerichtsvollzieher verkaufen zulassen. — 100. 1. Ja. 2. Es bleibt nichts übrig, als die Polizei- behörde auzurufen.— H. L. 0. Zahlen Sie zwecks Kosten- ersparniß vor dem Termin.— Kunkel. Es ist wohl besser, es zu unterlaffen. Genosse Mehner wohnt Oranienstr. 182.— L. b. W., S Wettende. Ja.— W. T. Eine Nähmaschine, welche zur persönlichen Ausübung des Berufs unentbehrlich ist, ist der Pfändung nicht unterworfen.— R. W. 35. Eine Heirath zwischen Stiefeltern und Stieslindern ist verboten.— Fch. Dispensation(das Gesuch ist an das Amtsgericht zu wenden) ist zulässig.— A. M. AT. 235 Beitragsmarken sind erforderlich.— Sch. S. D. In BreSIan und Dresden. � Zacken 68. Dafür gicbt' es keine Zeitgrenze.— Alois Müller. 1. Dafür besteht keine Frist. 2. Nein. 3. Die Sache ist in Ordnung.— Maaß. Schriftliche Antwort ertheilen wir nicht. Für Antworten aus Fragen, wer zuerst vorzustellen sei und wie 17 Fremdwörter zu verdeutschen sind, habe» wir keinen Raum.— 66 a. 1. Es ist im Gesetz leider kein Zeil- räum festgesetzt, innerhalb dessen die Versicherungsanstalt zu ant- worten hätte. 2. Garnichts. 3. Wenden Sie sich Beschwerde- führend an das Reichs-Versicherungsamt.— I. S. 100. Für die Kosten haften beide; Sie sind demnach zur Zahlung ver- pflichtet.— L. 100. Die Miethssordernng ist unberechtigt. Sprechen Sie in einer der nächsten Sprechstunden vor. — I. W. Weding. Ohne Einhaltung der Kündigungsfrist ist die Dienstherrschaft nicht zur Entlassung befugt. Thut sie es dennoch, so muß sich der Dienstbote zunächst an die Polizei- behörde mit dem Antrag wenden, die Herrschast zur Wieder- aufnähme des Dienstboten zu veranlassen. Lehnt die Herrschaft dann die Wiederaufnahme ab, so kann der Dicnstbol« auf Schadensersatz klage». Das polizeiliche Anrufe» muß bei Ver- tust des Klaaerechts der Schadensersatzklage vorangehe».— HcnnigS. Die Frage ist ohne genaue Mitiheiluug des Falles nicht zu beantworten.— H. E. TS. 1 nnd 3 flehe unter M. Z. 44. 2. Ja.— Behrcnd, Bingen a. Rh. Der Schneidergeselle soll seinen volle» Lohn einklage». Für das Ab- haudenkommen der Hose ans der Werkstatt haftet er nicht. — Genosse. Soweit ersichtlich liegt ein Recht zur Ausweisung gegen Sie nicht vor.— N. 100. Es ist besser, er arbeitet erst ein Jahr als Gehilfe.— H. B. 1000. Wenn eS unter sieben Jahre alt ist: ja.— 1000. Wen» sie die Wohnung uubrauch- bar machen und trotz Aufforderung voni Wirth nicht entfernt iverden, berechtigt ihr Vorhandensein zur Aushebung des Ver- träges.— F. C. An das Amtsgericht ist die Erbschasts- entsaguug z» senden.— K. O. R. 48. Nein.— F. R. Ja. — H. H. 06. Kehrt der betreffende vor zurückgelegtem 42. Lebensjahr zurück, so setzt er sich(abgesehen von der Be- strafnng) der Gefahr des Nachdieneus aus.— I. K. in C. 1 nnd 2: Nein.— T Streitende. Dem ordentlichen Gericht. M. F. 38. Frage» Sie direkt beim Verlag von Dietz an. — H. B. 1000. Heckel, Wmngelstr. 1, Lutz, Putlkamer- straße 7. Doltz, Bergstraße 79. Eberl, Friedcnstraße 79. — P. D. TO. Für die Mark Brandenburg unbeschränkt.— P. A. Betrug der Miethszins weniger als 50 Thaler jährlich, so war der mündliche Vertrag giltig, sonst nicht.— E. H. 77. Sie sind nicht zur Zahlung verpsiicbtet. Verbitten Sie sich die Besuche des zudringlichen StadlmissivnarS.— W. F. 43. Fragen Sie direkt bei der betreffenden Steuerbehörde an.— C. W. 1806. War die Ehe kinderlos, so erbt die Mutter mit. Das i» der Ehe Erwolbene gehört dem Mann, nicht der Verstorbenen. ~ O. B. 13. 1. Ja, Sie können aber mit Ablauf des ans das Stcrbeqnartal folgende» Halbjahres kündigen. 2. Nein.— G. B. 1. 1. Ja. 2. Nnveiständlich.- E. H. 3. Der B-rtrag geht weiter. E. Bch. 40, H. D., A. St., H. H. Nein. - I. Z. 33. 1. Ja. 2. Schwerlich.- O. E. Ja.— — R. W. Ohne nähere Angabe nicht zu beantworten.— I. W., London. Geldstrafe ist möglich. Schreiben Sie von dort aus entschnldigcud»n die Behörde.— I. W. 55. 1. Ist gleichgiltig. 2. Ja.— B. B. 45. l. Ist i»„Die Parteien des Deutschen Reiche"(Verlag von Dietz) enthalten. 2. Kaulsky: Das Erfurter Programm, die internationale und die sozial- demokratische Arbeitcrbibliolhek, Bebel: Die Frau, Stadthagen: Arbcilerrccht.— B. Falls im Verlrage nichts anderes ver- einbart ist, hat der Wirth, nicht der Mielher, das Schornstein- fegergeld zu zahlen.— R. Z., Köpenick. Ganz unmöglich. — H. M. 58 234. Die Gesellschaft ist im Recht.- A. B. 10. 1. nnd 2. Ja.— M. 24. 1. Dem Retentionsrecht find die» selben Sachen entzogen, wie der Pfändung jedeS Gläubigers. Uupsändbar sind das unentbehrliche Bettzeug, Wirthschasts- geräth, Anzüge u. s. w.— P. E. 36. Sie können Abstellung der Uebel innerhalb einer kurzen Frist verlangen eventuell aus- ziehe».- I. G. 100. I. Ja. 2. Ja. 3. Möglichst bald. - A. B. C. Absolute Unschädlichkeit ist nicht erwiesen.— H. H.» Joachimstr. Sie inüffeu sich an das Pasewalker Amts- gericht wenden.— I. G. 20. In 5 Jahren.— O. G. Bürgel. In 4 Jahren nach Ablauf des Jahres, in dem der Prozeß endete. — E. B. 48. Sie müßte» zur Verhandlung vor das Amts- gericht laden, wenn der Schuldner Widerspruch gegen den Zahlungsbefehl erhoben hat.— M. K. 144. Auf dergleichen vermögen wir Ansknnft nicht zu ertheilen.— B. S. Sie müßten zu gerichtlichem Protokoll Ihre Vaterschaft anerkennen und das Protokoll und Ihre Hcirathsnrkunde dann dem Standes- amt mit dem Antrage einsenden, die Geburtsurkunde des Kindes dahin zu ergänzen, daß Sie der Vater des Kindes nnd dasselbe legitimiren.— Blechner. Nein.— C. Sch. 103. Darin kann Betrug erblickt werden. Betrug wird mit Gefängnißstrase, neben welcher ans Geldstrafe bis zu 3000 M. und aus Eh» verlust er- tannt werden rann, geahndet. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Berein der graph. Arbeiter und Sonntag, den 13. September, vormittags 9 Uhr, im kleinen Saal des Herrn Joel, Andreasstraße Nr. 21: Bertrauensmänner- Versammlung der Drechsler. 76/16 Tagesordnung: Der Stand unserer Lohnbewegung. Die Ortsverwaltung. Drechsler! Arbeiterinnen Deutschlands. ( Filiale Berlin 1). Todes- Anzeige. Am Montag, den 7. September, starb unfer Mitglied, der Steindrucker Oskar Rothe, an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. Septбr., nachm. 4 Uhr, vom Sonntag, den 13. September 1896, vormittags 10 Uhr, Trauerhause, Schönh. Allee 78, aus statt. in Joel's Festsälen, Andreasstr. 21: Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: Der Stand unserer Lohubewegung. 76/17 Der Vertrauensmann. Achtung! Schuhmacher. Achtung! Heute, Donnerstag, abends 8½½ Uhr, im Lokale ,, Königsbank", Große Frankfurterstr. Nr. 117: Große öffentliche Versammlung aller in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. 308| 18 Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zum Streit der Ballschuharbeiter. 2. Berschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht. Die Agitationskommission. Fachverein der Appreteure, Dekateure, Färber, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Berlins n. Umg. General- Versammlung am Sonntag, den 13. d. M., nachm. 2 Uhr, im Lokal des Herrn Schulz, Köpenick, Schönerlinderstr. Nr. 4. Tages Ordnung: A 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. 4. Vereins- Angelegenheiten. 11/10 Der Vorstand. Achtung! Konditoren. Achtung! Große öffentliche Versammlung Uhr, am Donnerstag, den 10. September cr., abends 8 im ,, Louisenstädtischen Klubhaus", Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen J. Timm. 2. Bericht des Gewerkschafts- Delegirten. 3. Bericht der Agitations- Kommission evenil. Neuwahl derfelben. 4. Können wir augenblicklich in eine Lohnbewegung eintreten? 5. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Agitationskommission. 5115 Zentral- Krankenkasse der Maurer, Gipser, Weißbinder und Studateure Deutschlands( ,, Grundstein zur Einigkeit“), Oertliche Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 13. September 1896, vormittags 10 Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10: Außerordentliche Mitgliederversammlung. Tages Ordnung: 96/17 Die Verwaltung. Todes- Anzeige. Arbeiter- Bildungsschule. Vorstellungen im Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) ( Wallner- Theaterstrasse.) Zur Aufführung gelangt auf vielseitigen Wunsch: Romeo und Julia. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Shakespeare. Preis des Platzes 60 Pf. Garderobe frei. Eine Verloosung der Plätze findet nicht statt, da die Plätze Im I. Parquet und I. Rang- Balkon gleichwerthig sind. Kassen- Eröffnung 2 Uhr. Beginn der Vorstellung 3 Uhr. Einlasskarten zu diesen Vorstellungen sind bis Sonntag früh in folgenden Zahlstellen und Geschäften zu haben: Allen in der Hut- und FilzwaarenS. Hans Baake, Buchhandlung, City- Passage; Gottfried Schula, Industrie beschäftigten Arbeitern und Admiralstr. 40 a; W. Börner, Ritterstr. 15; SO. Südost- Schule, WaldemarArbeiterinnen zur Nachricht, daß unfer strasse 14; Streit, Naunynstrasse 86; Scholz, Wrangelstrasse 32; Tolksdorf, werther Rollege 8919 Görlitzerstr. 57; Schöning, Köpenickerstr. 68; 0. Homuth, Wallner- TheaterChristoph Otto gestorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag Nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Gnadenkirchhofs ( Tegeler Chaussee) aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Gönnern die traurige Nachricht, daß am 8. Sept., früh 93/4 Uhr, unser werther Freund, Sangesbruder u. langjährig. Borsigender, Chriftian Otto, der Hutmacher- Meister Chauffeestr. 22, nach schwerem Leiden gestorben ist. Sein unermüdliches selbstloses Schaffen und Wirken für den Verein wird uns un vergeßlich bleiben und werden wir ihm ftets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Freitag, den 11. Sept., nachm. 41/2 Uhr, von der Leichenhalle des Gnadenkirchhofes ( Barfußstraße) aus statt. 2856 Hutmacher- Gesangverein„ Einigkeit: Ortskrankenkasse der Drechsler und verw. Gewerbe. Diejenigen Herren Aerzte, welche gewillt sind, unter denselben Bebingungen wie in diesem Jahre für das Jahr 1897 unsere Mitglieber zu behandeln, werden hierdurch ersucht, ihre werthe Adresse bis zum 1. Oft. cr. in unserm Bureau An der Stralauerbrücke 4 einzureichen. Um rege Betheiligung ersucht 183b Der Vorstand. Von der Reise zurück. J. Kallmann, Kaiser Wilhelmstr. 18, II. Ecke Münzstr. Sprechstd. für Zahnleidende von 8 Uhr vorm. bis 9 Uhr nachm. Hiermit nehme ich die Beleidigung 1. Bericht des Bevollmächtigten über Unfall- Untersuchungen. 2. Wahl gegen Herrn Brandt zurück. der Hilfskassirer. 3. Innere Kaffen- Angelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. 149| 12 Die örtliche Verwaltung. J. A.: Wilh. Garbe. Der Zentral- Arbeitsnachweis der Töpfer Deutschlands wie das Verkehrslokal der organisirten Löpfer Berlins befinden sich Rosenthalerffrake 57. Mitglieder werden hier in die Organisation aufgenommen täglich von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr, Sonnabends bis 10 Uhr abends. Sonntags ist das Bureau geschlossen. 196/3 Handlungsgehilfen und Handels- Hilfsarbeiter. F. Krause. Zu kaufen gesucht zu guten Preisen: ältere sozialistische Bücher und Broschüren( von Weitling, Lassalle, Marx, Engels u. a.) sowie Zeitschriften( Neue Zeit, Nordstern, Volksstaat, Sozialdemokrat, Zukunft u. a.) Auch Sozialdemokrat, Zukunft u. a.) Auch einzelne Hefte u. Nummern. S. Calvary& Co., Berlin NW., Luisenstr. 31. 5551L Sonnabend: Resterverkauf Beachtenswerth für Schneider Die zu heute, Donnerstag, anberaumte Versammlung( 5568L] kann besonderer Umstände halber nicht stattfinden. 244 10 Die Vertrauenslente. Mohr'sche Margarine Marke FF aus der Fabrit von A. L. Mohr in Altona- Bahrenfeld( Jahresproduktion 32 Millionen Pfund) besigt nach einem Gutachten des GerichtsChemiters Herrn Dr. Bifchoff in Berlin denselben Nährwerth und Ges schmack wie gute Naturbutter, und ist bei den jeßigen steigenden Butterpreisen als vollständiger und billiger Ersatz für feine Butter zu empfehlen, sowohl zum Aufstreichen auf Brot, als zu allen Küchenzwecken. Ueberall käuflich! NB. Man verlange ausdrücklich: Mohr'sche Margarine. 114 Hackescher Markt 4 J. Brünn ( Ecke Nene Promenade) Anzug- Paletotstoffe Brenner& Cie. Alte Jakobstr. 57/59. Jedes Maaß zu Engrospreisen. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 8 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Bahn ziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Guckel, Laufizerplatz 2, Elsasserstr. 12, Stegligerstr. 71, I. Am Stadtbahnhof Börse. Nach beendeter Saison gelangen nunmehr zum Ausverkauf: Teppiche! Gardinen! Steppdecken! Fertige Wäsche! Leinenwaaren! zu ganz au kergewöhnlich billigen Preisen. Mütter, welche ihr Kind lieben, 5789L* geben nur Ma uxion's Ricinusöl- Pralinés, bestes Abführmittel. Käuflich in allen Apotheken. strasse 20; Hoffmann, Blumenstr. 14; Wilke, Andreasstr. 26; Kothe, Koppenstrasse 90; NO.: Reul, Barnimstr. 42; C.: Babiel, Rosenthalerstr. 57; N. Gleinert, Müllerstr. 7a; Nord- Schule, Müllerstr. 179 a; Drescher, Veteranenstr. 28; Gnadt, Putbuserstr. 32; NW.: Löffler, Stephanstr. 29 Eingang Salzwedelerstrasse); W.: Werner, Bülowstr. 59; SW.: Grube, Mariendorferstr. 5; Windhorst, Junkerstr. 1; Ochs, Lindenstr. 59. Bei Homuth, Wallner- Theaterstrasse 20, sind Billets bis zum Sonntag Nachm. 23/4 Uhr zu haben. Wir bitten, sich zeitig mit Billets zu versehen. Der grosse Theatergarten ist den Besuchern der obigen Vorstellungen von 2 Uhr nachmittags an geöffnet. Der Vorstand der Arbeiter Bildungsschule. 9/5 I. A.: Heinrich Schulz, Kaiser Franz- Grenadier- Platz 7, Belle- Alliance- Theater. " Erklärung. Nr. 210 des Vorwärts" enthält in ihrem Feuilleton eine Kritik der von mir inszenirten Vorstellung des" Faust", die am Sonntag im Belle Alliancetheater stattfand. Wenn nun auch der Presse ein recht weitgehendes Recht der Kritit eingeräumt werden muß, so bin ich doch der Meinung, daß es den Prinzipien des Vorwärts" durchaus nicht widersprechen würde, dem Getadelten das Recht der Entgegnung zu gewähren. Gewiß wäre das nach den heute üblichen journalistischen Gepflogenheiten ein Novum, aber ein Novnm, dessen sich kein Blatt zu schämen hätte. Meine auf der Redaktion des„ Vorwärts" vorgetragene Bitte, mir das Wort zur Entgegnung zu ertheilen, wurde mir gestern rundweg abgeschlagen. So muß ich besonders im Interesse der Mitwirkenden, die sich mit einem wahren Feuereifer bemühten, der Goethe'schen Dichtung gerecht zu werden diesen freien Weg wählen, meinem Kritiker entgegenzutreten. 296/18 Vor allem muß ich dagegen protestiren, daß die Mitwirkenden ungenügend gelernt hätten; die Vorstellung ist fast ohne Hilfe des Soufleurs von statten gegangen, jederzeit kann ich diese Behauptung durch Zeugen erweisen. Da gegen ist der einzige von dem Kritiker zum Beweise angeführte„ Schnißer" gar kein Schnißer, sondern der betreffende Vers wurde von dem Schauspieler völlig richtig wiedergegeben. Es heißt nicht„ lichter" Tag, wie der Kritiker behauptet, sondern leichter Tag" wie der Schauspieler sagte( Cotta'sche Ausgabe von Goedecke, S. 246 Vers 5 v. unten; Reklam, S. 21 Bers 3 v. oben). Es ist ferner teine gesuchte Originalität, die Szene der Herenküche in einer von gewaltigen Bergmaffen umgebenen Bauernhütte spielen zu lassen, sondern der Geist der Dichtung erfordert diese Anordnung. Die Here wohnt nicht, wie der Kritiker anzunehmen scheint, in der Unterwelt, sondern eine weibliche Here ist nach dem Hexenhammer" eine Frau, die auf der Erde ihren Wohnsiz und mit dem Teufel einen Vertrag geschlossen hat. Nur in der Walpurgisnacht trifft sie den Höllensohn, daher ihre unbändige Frende Sinn und Verstand verlier' ich schier, Seh ich den Junter Satan wieder hier. Im übrigen ist die Dekoration keine Alpen, sondern eine Harzlandschaft, ste ist eigens für den Faust gemalt und ist für jede Aufführung des Faust" verwendet worden( in früheren Zeiten ist die Dichtung 30-40 mal hintereinander im Belle- Alliancetheater zur Aufführung gelangt). Die Here wird oft von einem Mann gespielt, den weiblichen Mitgliedern ift es aus begreiflichen Gründen sehr unangenehm, die groteske Figur des Boltsaberglaubens zu verkörpern. Im Schauspielhaus spielt z. B. die Here Serr Vollmer oder Link. Der Besen jedoch ist das gewöhnliche Fortbewegungsgeordnete Rolle. instrument. Uebrigens spielt diese Figur in der Dichtung eine sehr unterBleibt noch der unglückliche Rosenbusch. Er war bestimmt für Marthes Garten( 4. Aft) nur durch das leicht verzeiliche Versehen eines Theaterarbeiters fand er bereits im 1. Att( Ofterspaziergang) Verwendung. Und darum die Regie topflos; ich fürchte, wenn mein Kritiker irgendwo allmächtiger Richter würde, dann wehe den Angeklagten; er würde jeden, der im Wirthshaus einen Stock verwechselt, zum Tode verurtheilen. Die Wahl der Duverture ist mit recht getabelt, sie wird bei den nächsten Vorstellungen durch eine angemessenere ersetzt werden. feine Qualität Julius Türk. milder Geschmack Askari- Cigaretten. liebliches Aroma bisher unübertroffen Amandus Wronkow Dranienstraße 162. Total- Ausverkauf zu außerordentlich billigen Preisen wegen gänzlicher Aufgabe des Geschäfts. Kleiderstoffe, Trikotagen, Wäsche Teppiche, Gardinen, Möbel- Stoffe, Manufakturwaaren, Korsets etc. Eröffnung: Heute. Fruchtsäfte! Himbeerfaft Kirschsaft Johannisbeersaft à Literflasche 1,30 M. anerkannt vorzüglich. Eugen Neumann& Co., Belle- Allianceplatz 6a. Neue Friedrichstr. 81. Oranienstr. 8. Genthinerstr. 29. Potsdam: Bäckerstr. 7. Charlottenburg: Kaiser Friedrichstr. 48, Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin,