Abend-Ausgabe Nr. 588 B286 49. Jahrg. Redokrton und Verlag, Derlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher Ol 7 Qlmc Donhofs 292 blÄ 297 Telegrammadress«, Soztaldemokr« Berlw BERLINER VOLKS BLATT MITTWOCH 14. Dezember 1932 In Groß- Berlin 19 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Jentvalorgau der Sozialdemokratische« Partei Deutschlands EineLkttionfürLlGA. Frankreichs Auflehnung Es ist fein alltäglicher Vorgang, daß eine Regierung unter einmütigem Beifall des Parlaments gestürmt wird, wobei die Kund- aebung der Opposition kein Ausdruck des .�ohns und der Schadenfreude, sondern der aufrichtigen Sympathie für den be- siegten Gegner sein fall. Solche Auswallun- gen der Ritterlichfeit sind so selten, daß man sie zunächst für Komödie halten könnte. Aber der Beifall, der heute nacht dem gestürzten französischen Ministerpräsidenten auch von der Opposition gezollt wurde, war durchaus. ehrlich gemeint. Denn die ganze Debatte und die Schlußabstimmung trugen weit mehr den Charafter einer Demonstration gegen die Vereinigten Staaten als einer Kraftprobe zwischen Anhängern und Gegnern des Kabinetts. Maßgebend für seine eigene Stellung- nähme war vor allem seine an Fetischis- mus grenzende formaljuristische Auf- fassung von der„Heiligkeit der Verträge", die er selbst oft genug in der Vergangenheit Deutschland gegenüber vertreten hat. Dar- über hinaus ließ er sich von dem Gedanken leiten, daß Frankreich sich auf keinen Fall von England trennen dürfe, und daß er die Vereinbarung über ein grundsätzlich ge- metnsames Vorgehen, die er erst dieser Tage mir Macdonald getroffen hatte, einhalten müsse. Dies um so mehr, als Frankreich bekanntlich auch Schulden an England hat daher für die Zukunft auch auf das Wohl- und daher für die Zukunft auch'auf das Wohlwollen Englands angewiesen ist. Wir sind der Ueberzeugung, daß der Be- schluß der Kammermehrheit von heute nacht, an dem die französischen Sozialisten einen hervorragenden Anteil hatten, eine not- wendige Lektion für Amerika dar- stellt. Diese hauptsächlichen Kriegsgewinnler des-l'si jährigen Massenmordes, die alle Probleme der Welt ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des Dollars betrachten und die die übrige Welt zwar dauernd mit hochmütigen Ratschlägen bescheren, aber stets peinlich aus die Wahrung ihrer geldlichen und imperialistischen Interessen bedacht sind, müssen endlich begreifen, daß Europa doch etwas anderes ist als eine Zinszahlungs- Maschine. Es ist in den letzten Tagen in der ameri- fanischen Presse viel von Repressalien gegen ein renitentes Frankreich, ja sogar von einem diplomatischen Boykott Amerikas gegen Frankreich die Rede gewesen. Wir Glauben, daß nach der ersten Aufregung die Gemüter in den Vereinigten Staaten sich beruhigen und erkennen werden, daß es keineswegs in ihrem eigenen Interesse liegt, die Dinge auf die Spitze zu treiben und dadurch möglicherweise eine europäische Abwehrfront zu schaffen, bei der nicht nur die New-Porker Finanzmaanaten, son- dern die ganze amerikanische Bevölkerung ihr blaues Wunder erleben könnten. Das Joch der amerikanischen Finanz- imperialisten abzuschütteln, sie zu einer wirklichen Verständigung mit ihren Schuld- nern zu zwingen, ist eine Notwendigkeit, ja, sogar eine Voraussetzung für die Ueber- windung der Weltwirtschaftskrise, an der der Egoismus und die Kurzsichtigkeit der amerikanischen Kapitalisten in hervorragen- dem Maße mitschuldig sind. Die Lösung der französischen Krise dürfte verhältnismäßig einfach sein, da sie nicht aus einem innerpolitischen Konflikt entstanden ist. Vielleicht hat sich Herriot mit einer heroischen Geste, die ihm die Hoch- achtung auch seiner Gegner verschafft ha:. um so leichter geopfert, als er ahnte, daß seine Tage als Ministerpräsident ohnedies gezählt waren. Denn die Schwierigkeiten des Etatausgleichs hätten über kurz oder lang die Linksmehrheil sowieso zerbröckeln lassen. Aus diese Art hat er sich wenigstens einen schönen Abgang versihafft. der seine baldige Rückkehr wahrscheinlich macht. Der Nachfolger des zurückgetretenen Minister- Präsidenten dürfte aus den Reihen seiner bisherigen Mitarbeiter gewählt werden. Regierung Herriot gestürzt Vertrauensfrase verneint— Ovation für den gestürzten Ministerpräsidenten Eigetier Bericht des„Vormäris" Paris, 14. Tczember. Tie Regierung Herriot ist um iiMz Uhr morgeus deutscher Zeit von der Kammer mit 402 gegen 187 Stimmen wegen ihrer Haltung in der Tchuldenfrage gestürzt worden. Die Entscheidung erfolgte bei der Ab- stimmuug über den der Entschließung des Finanz- und Auswärtige« Ausschusses entgegengestellten Entwurf des radikalen Abgeordnete» Ehauvin, der denselben Wortlaut hatte, wie die von der Regie- rung entworfene Rote an Amerika und für dessen Annahme Herriot die Per- traucnsfrage gestellt hatte. Nach der Ver» kündung des Votums durch den Kammer- Präsidenten erhielt die Regirrung eine ungeheure Lvation. mit der die Kammer dem Mut des Ministerpräst- deuten und seiner Kollegen Ehre erweisen wollte. Das Kabinett zog sich nach der Abstim- mung in den Regierungssalon der Kammer zurück und sehte sein Tcmisstous- schreiben auf. Um 7 Uhr morgeus begab sich die Regierung zum Präsidenten der Republik und überreichte ihm das De- missionsschreiben, das der Präsident mit den üblichen Dankesworteu und mit der Bitte annahm, die Geschäfte bis zur Pil- dung einer neuen Regierung weiterzu- führe«. Die Haltung der Sozialisten Vor der Abstiirtmmtg begründete Abg. Vincent A u r i ol den ablehnenden Standpunkt der Sozia- listen. Die Sozialisten wissen sehr gut, daß von ihren Stimmen das Schicksal des Kabinetts ab- hängt, aber gemäß ihrer Haltung bei allen Debatten über Kriegsschulden und Reparationen sind sie genötigt, diesmal gegen die Regierung zu stimmen. Denn sie hoben niemals die Tremmng der Reparationen von den Schulden zugelassen und wollen dies noch einmal bekräftigen. Daher müssen sie den Ministerpräsidenten bitten, die von den beiden Komissionen ausgearbeitete Eni- schließung anzunehnien. Seine Ausgabe würde da- durch sehr erleichtert werden.(Beifall.) Die amerikanische Schuldsorderung Ist posisischer und nicht kommerzieller Art. Das Hovoer-Moratormm hat die Lage vollkommen geändert. Gerade auf dieses Moratorium habe sich die Regierung gestützt, im, einen Zahlungsaufschub für die am 15. Dezember fällige Rate zu verlangen. Das von Hoover für die Ablehnung des Zahlungsaufschubs angeführte Argument, daß er die Zustimmung des Kongresses dazu brauche, ist nicht stichhalligi denn er habe ja die Initiative f ü r das Moratorium auch ohne Befragung des Kongresses ergriffen. Das von der französischen Regierung vorgeschlagene Zahlungsversahren mit einseitigen vorbehatten ist vollkommen zwecklos, dagegen wäre ein Schiedsgerichtsversahren angebracht gewesen. Auf den Einwurf H e r r i o i s. daß das Schieds- gerichtsverfahren nicht anwendbar fei, weil es ein vom amerikanischen Kongreß gebilligtes Kompro- miß voraussetze, erwiderte A u r i o l, daß ein Kompromiß nicht nötig sei. während das Schieds- gerichtsverfahren die Möglichkeit zu reiflicher Uebcrlogung des Falles und zu Verhandlungen gibt. Im übrigen habe die Entschließung der beiden Konusfionen schon die Grundlag« zu einem Kompromiß geliefert. Schließlich wies AurioS darauf hin, daß die Zahlung in Frankreich eine gefährliche nationalistische Bewegung hervor- rufen könnt« wie in Deutschland nach der Ruhr- besetzung. Die Sozialisten haben Gerechtigkeit für Deutschland verlangt, jetzt ver- langten sie die gleiche Gerechtigkeit für ihr eigenes Land.(Großer Beifall links.) Nach wetteren Reden des radikalen Abg. Cot und des früheren Budgetministers P i e t r i, die für den Standpunkt der Regierung eintraten und auf die großen Gefahren hinwiesen, die eine Zahlungsverweigerung, d. h. eine V e r l e u g- nung der Unterschrist Frankreichs nach sich ziehe, versuchte Herriot noch einmal in einer langen Hecke die Kammer umzustimmen. Aber er selbst schien von Anfang an von der Nutzlosigkett seiner Be- miihungen überzeugt zu sein. Denn er warf die Frag« auf, ob es ihm noch möglich sei, gegen ein Votum anzukämpfen, das er für einen schweren Fehler ansehe. Herriot wiederhatte im großen und ganzen die Argumente seiner Montagrede für den Zahttmgsbeschluß und erklärte, daß er für die Annahme des Gegenentwurfs Chauvin die Ver- trauensfrage stelle. Nach einer kurzen Pause, die der Verkündung des Zlbstknmuingsergebnisses folgte, nahm die Kammer die Sitzung wieder auf und billigte die von den beiden Ausschüssen vorgelegte Cnt- schließung. Dieses Votuin hat aber nach dem Sturz der Regierung keine praktische Bedeutung mehr. Die Lage nach dem kabinettsstur; ist sehr verwickelt. Da das gegen die Regierung abgegebene Votum kein politisches Votum ist, wird der Präsident der Republik nicht, wie es die Tradition verlangt, den Führer der stärksten Partei, die den Sturz der Regierung veranlaßt hat, in diesem Falle den Führer der Sozialistischen Partei, mit der Bildung des Kabinetts beauftragen können. Man ist vielmehr der Ansicht, daß der Präsident, nach dem Herriot eine Neuernennung in, voraus abgelehnt hat, wieder ein Mitglied derselben Partei, die die bisherig« Regierung ge- bildet hat, mit der Leitung der Regierungsgeschäste betrauen wird. Dafür konimt in erster Linie D a l a d i e r in Frage, auch Kriegsniinister Paul B o n c o u r soll große Aussichten auf Erncmnmg zmn Mimsterpräsidenten haben. Der Eindruck in AGA. Eigener Bericht des„Vorwärts" Washington. 14. Dezember. Die sranzösifche Regierung-krise und die belgische Zahlungsverweigerung haben im Bundeskongreß und in der Regierung wie eine Bomb« einge- schlagen. Man beginnt langsam einen Ausweg zu suchen, ohne dabei jedoch die eigene unversöhn- liche Stellung auszugeben. Eine Beantwortung der letzten englischen Rote ist nicht beabsichtigt. Die englischen Einwände werden zunächst als b e- l a n g l o s, aber als geeignet zum künftigen Ausgangspunkt für die Schuldendiskussion betrachtet. Weitere Entscheidungen sind erst nach dem Amts- antritt von Roosevelt zu erwarten. Vor Hoover» Sonderbotschaft Präsident hoover wird wahrscheinlich morgen eine Sonderbotschast an den Kongreß richten, in der er diesem davon Mitteilung machen wird, welche Staaten die am 15. Dezember fällige Zahlung nicht geleistet haben. Gleichzeitig wird er vielleicht ankündigen, daß er zu einer neuen Prüfung der Schutdensrage bereit sei. Bor der sranzosijchen Deputiertenkammer sammelt« sich ein« große Menschenmenge, die die Anfahrt der Minister und der Deputierten zu der bedeutsamen Sitzung über die Schuldenzahlung an USA. sehen wollte. Di« Meng« harrt« die Nacht über aus, um Gelegenheit zum Eintritt m die Kammer «bzuwarten. Heute Landtag Ahstiinmung über Fapen-Vcrordnung Heute um 15 Uhr tritt der preußische Landtag zu seinem letzten Sitzungsabschnitt vor Weihnachten zusammen. Voraussichtlich wird der Landtag drei Tage zusammen bleiben. Im Mittelpunkt der Sitzung, in der im übrigen nur kleine Vorlagen zur Erledigung kommen werden, stehen die Abstimmungen über die Anträge, die der letzten polittschen Aussprache des Landtages Ende November zugrunde lagen und über die damals infolge der Beschlußunfähigkeit des Hauses nicht abgestimmt werden konnte. Zu- nächst wird namentlich abgestimmt über den sozialdemokratischen Antrag, in dem die sofortige Einsetzung der Regie- rung Braun in olle ihre Rechte ver- langt wird, die zur Durchführung der Aufgaben des Landtages als Vertretung des preußischen Volkes erforderlich seien. Ferner wird in diesem Antrag sofortige Aufhebung der Not- Verordnungen vom 20. Juli und IS. No vember gefordert. Bei der Abstimung über diesen Antrag ergab fMj damals die Beschlußunfähigkeit, da sich die gesamte Rechte an der Abstimmung nicht be- teiligt hatte Sollte es auch heute wieder zur Beschlußunfähigkeit bei der Abstimmung über diesen Antrag kommen, so ist anzunehmen, daß Präsident Kerrl auf sofort eine neue Sitzung an- beraumt, um den Rest der Tagesordnug zu er- ledigen. Schleichers Stunde Vor clem I�ilcropKon Wie bereits mitgeteilt, wird der neue Reichs- kanzler von Schleicher das Regierungspro- gramm seines Kabinetts anstatt dem Reichstag. wohin es gehörte, den Rundfunkhörern vortragen, die zunächst nicht widersprechen können. Diese Programmrede war zunächst auf Donnerstag, 19.30 Uhr. angesetzt. Heute wird jedoch mit- geteilt, daß sie bereits um 19 Uhr beginnt und eine ganze Stunde dauern wird. Das Reichskabinett wird heute nicht nur zu den außenpolitischen Fragen und zu dem A r- beitsbcschaffungsproblem, sondern auch zur Winterhilfe Stellung nehmen. Es will, wie verlautet, zur Durchführung der Winter- Hilfe in den finanziell möglichen Grenzen voraus- sichtlich eine Berbilligung von Kohle und Fleisch und nach Möglichkeit auch von anderen Lebens- Mitteln herbeiführen. Ob auch eine Berbilligung von Brot erfolgen kann, unterliegt noch der Prüfung. Hilfe für die Opfer von LoziialdemoKratiscKer Erfolg im Haushaltsausschuß des Reichstags Nie Lehre Kundgebung zum Fall Bullerjahn Zum Thema„Lehre aus dem Fall Bullerjahn" fand gestern in dem Langen- beck-Haus eine abschließende Kundgebung der Liga für Menschenrechte statt. Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn, dessen Hauptoerdienst es mit ist, daß der Fall Bullerjahn überhaupt wieder aufgerollt wurde, widmete warme Wort« dem Gedenken Paul Levis, der als erster den Kampk für das Recht nach dem ersten Bullerjahn-Urteil aufnahm. Kurt R o s e n f e ld zog die allgemeinen Lehren aus den beiden Bullerjahn-Berhandlungen vor dem Reichsgericht. Cr forderte die Sicherung der von dem Strafprozeß vorgesehenen Rechtsgorantien die in der letzten Zeit immer mehr abgebaut worden sind. Es sei vollkommen unzulässig, daß dasselbe Gericht über die Wiederaufnahme zu entscheiden habe, dos das Urteil gefällt hat. Kurt Großmann führte noch einmal die Fehlerquellen bei der Wahrheitsfindung durch das Reichsgericht vor Augen. Schließlich kam auch Bullerjahn selbst zu Wort. Er sprach weniger von sich als von seinen Leidensgenossen in Gefängnissen und Zucht- Häusern, die gleich ihm Opfer von Urteilen sind, die bei einer Nachprüfung sich nicht aufrecht- erhalten lassen würden. Inieresfentenhaufen! Hugenberg enthüllt die Geheimnisse der autoritären Staatsführung 3n einer Artikelrelhe im„Tag", die hauptsäch- lich dem Zweck dient, die deutschnationale Partei von der Schuld an der Papen-Wirtschaft rein- zuwaschen, kommt Alfred Hugenberg auf das Verhältnis der kapitalistischen Interessenten- verbände zur Regierung zu sprechen. Sein Urteil verdient allgemeine Beachtung, da es ja auf diesem Gebiet einen sachverständigeren Mann als ihn kaum gibt. Dieser hervorragende Sachkenner äußert sich also folgendermaßen: Unsere Wirtschaft ist in eine Anzahl gegen- einander kämpfender Interessen- tenverbände lKampsgewerkschaften im wei- testen Sinne des Wortes) zerrissen In der Reich»- rcgierung fühlen sich die Aachminister und ihre Beamten(Arbeilsministerium. Ivirtschafls- Ministerium, Ernährungsministerium usw.) als die Vertreter dieser Gruppen und haben ihre Querverbindungen mit dem Kampf- trupp, dessen Spitzenreiter sie sind. Kommt eine neue oder umstrittene Handels- Vertragsfrage zur Entscheidung im Kabinett, so kämpft und schreit die ganze Oeffentlichkeit mit. Man schilt in der Wirtschaft so viel über die Politiker. Durchschnittlich sicher mit Recht Aber ebenso schlimm ist die gänz- lich falsche Organisation der Wirt- schuft. Was der Sachkenner Hugenberg da so leichthin ausspricht, ist wohl das Furchtbarste, das V e r- nichtendste, das überhaupt über eine Regie- rungssystem ausgesagt werden kann. Es ist die schwerste Beschuldigung, die man gegen Minister aussprechen kann, daß sie bei ihrer Amtstätigkeit nicht das Wohl de» ganzen Volkes im Äuge haben, sondern nur das Interesse bestimmter Gruppen, als deren Vertreter sich sich betrachten. Daß die Mintsterialbürokratie nicht imstande ist, dieses System zu beseitigen, ist klar, sie ist ja selber seine Trägerin. Eine„autoritäre Staat»- führung", die die Kontrolle durch das Parlament ausschaltet und die Pressefreiheit beseitigt, muß also— das geht gerade aus Hugenberg» Dar» stellung zwingend hervor zur schlimmst»» Im Haushaltsaus schuß des Reichstags standen heut« diejenigen rechtlichen Anträge zur Aufhebung von Notverordnungen auf der Tagesordnung, die vom Plenum überwiesen worden sind, weiter der sozialdemokratische Antrag rascher Sonderhilfe für die Lpfer von Premnitz. Nach einer kurzen allgemeinen Aussprache, die durch eine lange Rede des Nationalsozialisten Reinhardt unterbrochen wurde, mit der er die Umwandlung der S t e u e r g u t s ch e i n e in Arbeitswechsel vorschlug, beantragte Abg. Hertz(Soz.) die Herbeirufung der Minister. Hertz wünschte, daß sowohl der Finanz- m i n i st e r wie der A r b e i t s m t n i st e r und der W i r t s ch a f t s m i n i st e r im Haushalts- ausschuß anwesend seien, wenn dieser die Auf- Hebung oder etwaige Abänderung der Notverord- nung über die Steuergutscheine berate und be° schließe. Der Sozialdemokratie liege nicht an irgendwelchen Beschlüssen des Haushaltsausschusses, die keine Wirkung haben. Die Sozialdemokratie wolle eine tat- sächliche Besserung der Lage des Arbeits- Marktes. Die Entscheidung über die Steuergut- scheine und ihre Verwertung für den Arbeitsmarkt sei nur im Zusammenhang mit dem neuen Plan der Reichsregierung über Arbeitsbeschaffung mög- lich. Damit im Zusammenhang stehe überdies auch die Lage der öffentlichen Fi- n a n z e n. für die eine Erörterung Anfang Januar mit dem Reichsfinanzminister für den Haushaltsausschuß schon festgelegt sei. Dem Antrage der Sozialdemokraten wurde zugestimmt. Bis zum Eintreffen der Ant- wort der Minister beriet der Haushaltsausschuh den sozialdemokratischen Antrag, die Reichsregierung zu ersuchen, für die Hinterbliebenen der Toten und die Zamilien der verwundeten der Ex- plosionskatastrophe lm Jild der Not Hermann Wilhelm:„Der Ruf" Die Berliner Funk stunde führt« ein Hörspiel„Der Ruf" von Hermann W i l- Helm auf. Es handelte sich diesmal um ein echtes Hörspiel, um akustisch erlebtes Geschehen. Die äußere und die innere Welt eines Menschen, eines arbeitslos Gewordenen, wurde in diesem Werk zu gestalten versucht. Auch die Umwelt ist hier in ihren sichtbaren Formen nur als lockeres Gerüst hingestellt, um ihre geistige Struktur an- schaulich zu machen. Nur die letzt« Phase, der meist rettungslose Sturz, wird räumlich sichtbar: Perbrechen oder Selbstmord. Der Hörer spürte, daß weniger künstlerisches Wollen als menschliches Milleiden hier am Werk war: die Ehrlichkeit der Empfindung sprach den Hörer an. Die Lösung des.tragischen Knotens allerdings machte der Autor sich sehr leicht, zu leicht. Der Arbeitslose will den Gashahn öffnen, als die innere Stimme ihn an die Schönheiten, an die Harmonie der Natur mahnt. Der Arbeitslose wird von ihr gerettet, und von den erstickenden Sorgen des nächsten Tages ist nicht mehr die Rede. Von diesem Punkt an wendet sich sein Spiel ganz an die Oberfläche.„Wir wollen Arbeit, nicht Almosen! Oefsnet die Tore der Fabriken!"— diese Ausrufe wachsen nicht aus einer irgendwie zwingenden Entwicklung hervor, die die Linien einer neuen Wirtschafts- und Lebensstruktur am deutet. Die auegezeichnel« Aufführung tat ihr bestes. dem Werk Gestalt zu geben: die aufs feinste gegen- einander abgewogenen Stimmen»mästen den ersten Teil zu einem ganz großen Eindruck. Den stark abfallenden Schluß rissen sie dann noch einmal zusammen in einem suggestiven Sprechchor. — lz. Eigener Bericht des,„Vorwärts" München, 14. Dezember. Die für den 17. Dezember vorbereitete Nr. öl des„Illustrierten Beobachter" hat einen s ch w e» ren Betriebsunfall erlitten. Unter der lleberschrist:„Männer und Charaktere" hatte der als Chefredakteur wirkende Hermann Esser auf fünf Seiten eine widerliche Berhimm- lung Gregor Straßers geschrieben und sie mit Dutzenden von Bildern geschmückt, die nach dem Schema„Hitler, wie ihn keiner kennt" den„Hünen im Braunhemd" in allen Lebens- lagen zeigt. Im Text wird Stroßer als der populärste Gefolgsmann Hitlers geschildert, der eine der wertvollsten und für die Gesamthaltung der Bewegung ausschlaggebendsten schöpferischen Gestalten des Nationalsozialismus sei. Dieser Hym- nus war bereits in der Gesamtauflage des„Illn- strierten Beobachter" fix und fertig gedruckt. als der große Krach zwischen Straßer und Hitler passierte und der Reichsorgani- sationsleiter in Dauerurlaub geschickt wurde. M t einem Schlag war nun auch die strahlende Heldengestalt Straßers für den„Illustrierten Beobachter" erledigt. Auf allerhöchsten Befehl dürfen die Leser keine Zeile mehr über ihn erfahren. Zu diesem Zwecke wurde die Gesamtauflage der Nr. 51— rund 80 000 Exemplare— eingestampft und in überstürzter Eile ein« straßerreine Ersatz- nummer hergestellt. Miniftergehalt in Thüringen Das Ende einer Ente Zu den immer wiederholten Reklametricks der Nationalsozialisten gehört die Behauptung, daß die Lzakentreuzminister von Thüringen in vorbildlicher Weise die Ministergehälter gesenkt hätten. wie das nirgends in Deutschland der Fall sei. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß die Gehälter der Minister in Thüringen, als diese Sozialdemokraten waren. 7272 M. imIahr betrugen. Am 1. Juli 1924 sind dann die Ministergehälter auf 15 408 M.. am 1. Dezember 1924 auf 17115 Mark, am 1. Oktober 1927 auf 21 800 M. erhöht worden. Herr Dr. Frick bezog 20 580 M. Diese erhöhten Gehälter sind bei den Etatverabschie- düngen von den nationalsozialistischen Abgeordneten mitbeschlossen worden, während die Sozialdemokraten gegen diese Gehälter gestimmt haben. Im Januar 1930 hat die s o z i a l d e m o- k r a t i s ch e Landtagsfroktion einen Antrag ein- gebracht, die Ministergehälter in Thüringen aui 12 000 M. festzusetzen. Dieser Antrag ist von den Bürgerlichen und Nationalsozialisten a b g e- lehnt worden. Im letzten Jahr renommierten die neuen national- sozialistischen Minister plötzlich mit der Erklärung, keiner von chnen werde in seinen Bezügen 7000 Mark überschreiten. Sie gaben am 20. August folgende Erklärung ab: „Angesichts der Not in Thüringen ver- pflichten wir uns, ein Miniftergehalt mit einer Auszahlung von nicht über 7000 Mark in Anspruch zu nehmen." Unterschrieben: Sauckel, Wächtler, Marschler. Aber auch diese Erklärung war nur blauer Dunst. Die sozialdemokratische Fraktion stellte fest, daß in Wirklichkeit folgende Bezüge ausgezahlt wurden: Minister Sauckel...... 12 269,52 M. Minister Marschler..... 11 830,32 M. Minister Wächtler...... 11 799,84 M. Staatsrat Weber...... 7 000,— M. 42 899,68 M. Nachdem dies vor aller Oeffentlichkeit festgestellt ist, erfolgte am 2. Dezember 1932 eine Erklärung des nationalsozialistischen Innenministers des Inhalts: „Die nationalsozialistischen thüringischen Mini- ster haben nie behauptet, daß sie nur 7000 Morl Diensteintommen beziehen"! Womit der Ente von den billigen Ministern in Thüringen, die von vielen braven SA.-Büchsen- sammlern geglaubt wurde, der Hals abgedreht ist. .Aussichten des Schienenautos Fern- Schnellfahrzeuge— Schienenornnihusse Als vor nunmehr fast 50 Jahren die ersten Automobil« aufkamen, war man vielfach der An- sieht, das neue Fahrzeug brauche, um nennens- werte Geschwindigkeiten entwickeln zu können, eine Führung durch Schienen, wie sie die Eisenbahn besitzt. Es kam jedoch anders, der Kraftwagen wurde ein ausgesprochenes Straßenfahrzeug. Unter dem Zwang dieses scharfen und ständig zunehmen- den Wettbewerbs sah sich die„gute alte Eisenbahn" genötigt, auf Maßnahmen zur Abwehr zu sinnen. Sie steht nunmehr im Begriff, die Wettbewerbs- versuch« des Kraftwagens durch ein« schneidige Offensive zu parieren. Das Lettmotw dieser Offensive ist der Begriff Triebwagen. Um den grundsätzlichen Wandel, der sich unter diesem Begriff im Eisenbahnverkehr anzubahnen beginnt, richtig würdigen zu können, müssen wir uns zunächst darüber klar werden, » daß die Eisenbahn den ungeheuren Aufschwung in den ersten hundert Jahren ihres Bestehens vor- wiegend ihrem Charakter als Massentransportmittel verdankt. Die sichere Führung der Eisen- bahnwagen auf der Schiene macht es möglich. viele Wagen aneinanderzuhängen, das heißt, Züge zu bilden. Zu ihrer Fortbewegung braucht man relativ geringe Zugkräfte. Man kann also ein« lang« Aneinanderreihung von Etsenbahnwagen. einen Zug, mit einer einzigen Zugkraftquell«, einer Lokomotive, fortbewegen. Dazu ist nur wenig Personal nötig. Allerdings kann man derartig« Züge nicht sehr häufig verkehren lassen, da(vor allem auf Neben- bahnstrecken) die Zahl der Reisenden für ein« be- stimmte Strecke nicht groß genug ist. Zudem ist man in der Geschwindigkeit gewissen Einschrän- kungen unterworfen. Ein langer Zug braucht relativ lange Zellen, um auf eine gewisse Ge- schwindigkeit zu kommen, und umgekehrt braucht er eine ziemlich große Strecke, um aus höherer Fahrgeschwindigkeit zum Halten oder auf niedere Fahrgeschwindigkeit zu gelangen: beides ist aber mit Rücksicht auf Kurven, Gefahrenpunkte, plötz- sich austauchende Hindernisse und dergleichen, d. h. für die Sicherheit der Fahrt, von entscheidender Bedeutung. Beim Kraftwagen liegen die Dinge umge- kehrt. Er kennt keine nennenswerte Zugbildung, sondern ist ein ausgesprochenes E i n z e l s a h r- zeug, das seine Antriebskrast mit sich führt: sicherheitlich ist er zufolg« der Benutzung einer Fahrbahn, die er mit anderen Wegebenugern zu teilen hat, der Eisenbahn unterlegen. Dagegen ist er keinerlei Beschränkungen in der Häufigkeit seiner Verkehrsbedienung unterworfen, sein ge- ringes Fassungsvermögen macht ihn von einem Fahrplan unabhängig, sein geringes Gewicht er- möglicht ein hohes Bsschleunigungs- und Ver- zögerungsvermögen. Diese Kennzeichen verleihen >hm überall da, wo es auf Häufigkeit und Geschwindigkeit der Verkehrsbedienung ankommt, das heißt im Personenverkehr, eine gewisse Gleich Wertigkeit mit der Eisenbahn. Der eigentliche technische Faktor, der dies mög- sich macht, ist der M o t o r. Die Uebertragung der Borteile des Kraftwagens auf die Schiene be- deutet also zugleich die Anwendung des motorischen Antriebs im Eisenbahn- verkehr. Die Aufteilung des Eisenbahnzugs in Einzelfahrzeuge führt sinngemäß zum Trieb- wagen. Der vor wenigen Jahren versuchsweise erprobte Propellerantrieb scheint sich weniger be- währt zu haben, man bleibt daher im großen und ganzen beim Reibungsantrieb. Ein Wagen mit motorischem Antrieb aus der Eisenbahn ist aber im Grunde nichts anderes als ein Schienen- omnibus. Der besondere Charakter dieses neuen Fahr- zeuges macht es in erster Linie für Neben- und Kleinbahnen geeignet. Der wirtschaftliche Erfolg, den sein Einsatz mll sich bringt, ist vielfach so bedeutend, daß Kleinbahngesellschaften. die vor dem Zusammenbruch standen, sich durch das neue Fahrzeug sanieren konnten. So hat es den An- schein, als ob das motorisch angetriebene Einzel- fahrzeug auf der Schiene berufen wäre, einmal eine überragende Bedeutung für den Eisenbahn- Personenverkehr zu erlangen. Die Reichsbahn entwickelt und erprobt gegenwärtig einen ö l- motorgetriebenen Triebwagen, der Geschwindigkeiten bis zu 150 Stunden- k i l o m e t e r n entwickeln soll. Er soll demnächst qus der Streck« Berlin— Hamburg probe- weise in Betrieb genommen werden. Für den großen, schweren Massengüteroerkehr bleibt nad) wie vor der Güterzug das Gegebene. Dagegen spielt im Stückgutverkehr der Triebwagen(hier als„G ü t e r t r i e b w a g e n") bereits heute eine beträchtliche Rolle, und zwar vorwiegend für das Einsammeln der Stückgüter. während für den Durchgangsverkehr auch hier der Güterzug die zweckmäßigste Betriebsform ist. H. Seidel. Eine Stunde Gruseln Angstgefühl mit Lachschauern Punkt zwölf Uhr nachts feiern sie Irenes Ge- burtetag. Sie find in diesem Falle der Schloß- Herr, ein Seeoffizier, ein Journalist, der junge Thomas und Iren«. Sie sprechen u. a. von dem ungeklärten Tod dreier Menschen, die vor zwanzig Jahren starben. Das Todeszimmer blieb bis- lang verschlossen, und da im Anschluß an das Ge- spräch es wieder bezogen wird, geschieht in ihm ein Mord. Wer aus diesem Kreis um Irene der Mörder ist, soll hier nicht verraten werden: denn der Zuschauer hat das Recht, feine eigene Spannung auszukosten. Es bleibe das„G«- heimnis des blauen Zimmers", wie der Titel des unter Erich Engels entstandenen Kriminalfllms ist, der im A t r i u m seine Ur- ausführung fand. Der Film erinnert in den Bersolgungsszenen und bei der Schießerei(bei der eigentlich keine gewöhnlichen Revolver aus» reichen und man von rechtswegen Maschinen- gewehre auffahren mühte) stark an alte amerika- nische Scharteken, doch gewinnt er durch die ge- strafften Dialog«. Die sind gut und werden von so sicheren Bühnendarstellern wie Theodor Laos und S ch l e t t o w gut gesprochen. Da auch die übrigen Schauspieler, Wolsgang Staubte, Peter Wolf, Oskar Sima, Paul Henkels und Elf« E st e r. nicht einen Augen» blick versagen, ist das aus Kriminalschlager ein» gestellte Publikum nach siegreich überstandenen Lächerlichkelten und Schauern zum Schluß voll- kommen befriedigt. e. b. nicht überwuchert und anstatt der Bars und der Schlogsrsingerei sich das einfache Leben eines Ge- birgsdorfes entfallet vor dem Hintergrund der großartigsten Gebirgslandschaft. Nach dem ersten großen Roman des Schweizer Ramanschriftstellers I. C. Heer ist das Drehbuch von E. Wasch- neck bearbeitet und von ihm selbst in Regie ge- nommen. Freilich ist vieles gegenüber dem Roman verändert, die breite Epik ist dramatisch zusammen- gefaßt und vieles Beiwerk weggelassen. Dadurch kommt der ,.Gartctzlaube"-Charakter der Handlung deutlicher zum Ausdruck. In diesem einfachen Milieu sind noch die Motive des Anzengruberfchen Dramas lebendig. Der reiche Wirt und Präsi will Besitz und Ansehen mehren durch eine Heirot seiner Tockiter mll seinem minderwertigen Neffen. Aber sie liebt den Sohn des armen Plattnerbauern. Sein Vater, der durch seine S chuldnerschaft dem reichen Wirt verhaftet ist, muß den Frei- willigen machen, als die Leitung der heiligen Wasser der Quelleitung durch die Lawine zerstört ist und verliert dabei sein Leben. Aber der Sahn befreit das Dorf von dem Menschentribut an die wilde Natur, indem er unter Anleitung eines Ingenieurs mit seinen Freunden die steile Wand durch einen Tunnel umgeht. Sehr anschaulich ist immer in dem Rahmen der mit künstlerischen Augen gesehenen Alpenland- schaft der Kampf des Menschen mit dem Berg und seinen Gefahren geschildert. Groß kommt die Szene heraus, da der Plattnerbauer an der schroffen Wand, nachdem er schon sein Werk ge- tan hat, verunglückt. Die Liebeshandlung Ist ohne verkitschenden Zutaten herb und natürlich. Die Besetzung ist nicht homogen. Winterstein als Praest eine Prachtsigur, dem man den Jntrigan- ien kaum glaubt: S ch l e t t o w verkörpert den Bauern richtig. Das Liebespaar ist Karin Hardt und Carl B a l h a u s. Das frühere Bootsmädel, blond und stur, ist doch kaum die Tochter Schweizer Berge, am wenigsten in der Sprache. Aber erfreulich ist auch hier ihre Natürlichkeit, die jedes Hübschere abweist. Ihr Partner trifft sehr gut den frischen Geist vor- strebender Jugend. Auch die Nebenfiguren sind gut eingesetzt. Die Photographie Franz Kochs ist ganz groß: Natur wie Milieu gelingen gleich gut. v. >> .An heiligen Wassern" Ufa-Pavillon Endlich einmal wieder ein Film mit ernstem Gehall, ein Film, in dem die Menschen mit der Natur ihren Kampf austragen, in dem die Liebe Rosenfelds..Iusammenbruch". Wir veröffent- lichten vor�einiger Zell in unserem Feuilleton den Roman Semjon Rosenfelds„Zusammenbruch". Jetzt bringt„Der Bücherkreis" diesen Roman in ungekürzter Fassung unter dem Titel„Rußland vor dem Sturm" in Buchausgabe heraus. Dos Buch ist für die Mitglieder des Bücherkreises zu einem Sonderpreis erhältlich und kann von Nicht- Mitgliedern und dem Buchhandel ab 1. Jan. 1933 zum Buchhandelsverkaufspreis von 4.30 M. erworben werden. Waaner-ZtzkluS In der Berliner Stnatsopcr. An- lählim des 50. Todestages Richard Wagner« veranstaltet die S t a a t« o P e r im Mai und Juni einen Wag- ner-Zyklu«. der in zwölf Abenden da« gan,« Werk umfassen wird. Fünf Wagncr-Werkc werden für diesen Zyklus neuinszenieri. Am 1. Januar wird da-. „L i e b c s v c r b o t' zun, ersten Male in Berlin aus- geführt. TaS Ichillerlheater spielt an beiden Weihnacht..- tagen abend»„Robert und Bertram: am ersten WeibnachtSfciertag findet nachmittag« ein Gastspiel der Deutschen Musikbübne mit der Humperdinckschen Oper „Häusel und Grete!" statt. Am zweiten Weih- nachtSfeiertag wird nachmittags„Tr. Tolittles Abcn- leuer" gegeben. Di« Deutsch-Tpanische Gesellschast, Potsdamer Straße 103», veranstaltet Freitag, 8.15 Uhr. Breite Strage 37, einen Vortragsabend mit Lichtbildern. Der Kunstkritiker Manuel Abril spricht über: Querschnitt durch die heutige spanische Kunst. Joses Burgwinkel singt in der Neueinstudierung von Osscnbachs„Tie Prinzessin von Trape- zu n t" in der Städtischen Oper die Rolle des Tremolini, Eduard Kandl die des Cabriolo. Tie Premiere sindet am Silvesterabend statt. Der Tod im Gtttsch-Tunnel �nZedliek nur seciw Tote, darunter ein Berliner Eigener Beridii des„Vorwärts" Zürich, 14. Dezember. Das Eisenbahnunglück im G ü i s ch- Tunnel bei Luzern ist eine der gröhlen Kalastrophen, die die schweizerischen Bundesbahnen je erlitten haben. Line lehte Meldung aus Luzern besagi, daß die Aachricht, daß drei Schweroerlehle gestorben seien, glücklicherweise nicht zulrissl. wie die kreisdiretlion Luzern der Bundesbahnen serner mitteilt, befinden Nordrampe der Gallhardlinie. Der Zug befindet sich auf der Brücke über die Maienreuß-Schlucht bei Waffen. sich auch keine Dermis->en mehr unter den Trümmern. wie ursprünglich besürchtet wurde. Die Zahl der Todesopfer würde demnach nur 6, die der Schwerverlehlen 13 betragen. Die Katastrophe weckt die Erinnerung an das gleichfalls von schwersten Aolgen begleitete Eisenbahnunglück am 23. April 1924, bei dem in dem süd- schweizerischen Städtchen B e l l i n c o n a bei der Einfahrt in den Bahnhof der Züricher mit dem Mailänder Exprehzug zusarnmenstieh, wobei IS Menschen ums Leben kamen und etwa dv verletzt wurden. Unter den Toten des von deutschen Reisenden stark besetzten Mailänder Zuges befand sich auch der Führer der Deutschnaiionaten Partei. Slaalsfelrelär h e l f s e r i ch und seine Mutter. Unter den Toten der neuesten Kala- sirophe wurde der Berliner Konfetlionsreisende S. Türk aus der Eiscnbahnstraße ö festgestellt. Ein in seiner Begleitung reisendes Acönlein M i l l i s Bock, Spandan-Hekenfclde. wurde schwer verteht und befindet sich im Kantons- krankcnhaus Luzern. Die übr-gen Opfer der Katastrophe stammen aus der Schweiz. Die Ursachen des Unglücks konnten bisher einwandfrei noch nicht festgestellt werden. Bx?rel2ver!relzr auk einem Gleis Der Eutsch-Tunnel ist gewifsennatzen der Eng- paß, durch den fast der ganzeBahnoerkehr zwischen Luzern und der übrigen Schweiz bewerkstelligt wird. Er hat eine Länge von 1 4 0 0 Meter und hat durchgehend zwei Gleise. Der Verkehr innerhalb des Tunnels spielt sich aber nicht so ab, daß beispielsweise dos eine Gleis nur von Zügen, die nach Luzern fahren, benutzt wird und das andere für von Luzern abfahrende Züge. Die Anordnung ist vielmehr so. daß das westliche Gleis in beiden Richtungen den ganzen Bohnverkehr der Linie Luzern— Ölten— Bafel und Luzern— Langnau— Bern aufnimmt, während das ostliche Gleis ebenso für den ganzen Bohnverkehr der Linie Luzern— Gotthard und Luzern— Zürich in beiden Richtungen benutzt wird. Das bedeutet also, daß die Linien, die den Tunnel durchfahren. nur gewissermaßen einspurig sind, ein Zu- stand, der in dieser Form in Deutschland unbc- kannt und auch unmöglich ist. Die beiden nur auf dem Ostgleise verkehrenden Züge konnten auch nur deshalb zusammenstoßen, well eben der Züricher und der Gotthard-Zug nur auf diesem östlichen Gleise geführt werden. Weiterhin aber werden auch die Betricbsver Hältnisse der Luzerner Bahnhossanlagen bzw. die Ein- und Ausfahrt aus Luzern schon seit langem als völlig ungenügend bezeichnet. Es müsien dort fünf große Linien, unter denen sich auch internationale Durchgangsstrecken befinden, auf nur zwei Gleisen ein- und ausfahren. Diese Tat- fachen müssen um so mehr Verwunderung er- regen, als die schweizerische Verkehrs- und Reise- Propaganda mit besonderer Vorliebe auf die aus- gezeichneten modernen Verkehrsverhältnisie der Schweiz hinweist. In dem dunklen und engen Tunnel gestalteten sich die Rettungsarbeiten außerordentlich schwic- rig. Man fwid im Tunnel den einen der beiden Lokomotivführer noch vor, im Tode noch seinen Arm wie zur Warnung aus der geöffneten Tür des Führerstandes hinausstreckend. Beide Lokomotiv- führer wurden getötet. In dem von Luzern nach Bellinzona gehenden Zug befand sich auch ein Biehtransport. In die chilfefchrcic der Verwundeten mischte sich das Aug st- g e b r ü l l der Tiere, die. soweit sie lebend davonkamen, nur mit großer Mühe aus dem Tunnel einzeln herausgeführt werden konnten. Die Ursache des Unglücks soll darin liegen, daß der Züricher Schnellzug das geschlosiene Ein- fahrtssignal überfuhr und mit 7 0 K i l o- m c t e r G e s ch w i n d i g k e i t in den von Luzern kommenden Personenzug, der nach dem Gotthard fahren sollte, hineinraste. im Freie Hand in der Lohnbildung Die Vereinigung der deutfchen Ar- beitgeberverbände befürchtet offenbar, daß die neue Regierung nach der Preisgabe der Papen-Lohndruckverordnuug den Gewerkschaften in der Frage der Arbeitsbeschaffung und der Verkürzung der Arbeitszeit entgegenkoinmcn könne. Am Dienstag und heute Mittwoch tagten Zkorftand, chauptausschuß und die Mitgliederver- fammlung, in der Borsigs Nachfolger, General- direkwr Röttgen die Haltung der Regierung erörterte. Von allen Seiten werde die Regierung mit Forderungen und Wünschen für ihre wirr- schaftliche und soziale Politik und insbesondere mit vorschlägrn für Arbcllsbeschajsung und Beseitigung der Arbeilslosigteit überschüttet. Wesentlicher aber sei die allgemeine Grundhaltung des neuen Kabinetts. „Die Bereinigung erwartet von diesem, daß c- an der wirtschaftiichcn Grundidee der früheren Regierung, die«ine organische Heilung unserer wirtschaftlichen und sozialen Nöte nur von einer Belebung der privaten Wirtschaftsführung er- wartete, festhält." Die deutschen Arbeitgeber fordern hierzu H e r- st e l l u n g(!) der nötigen Bewegungs f r c i h e i t der privaten Wirtschaftsführung und Befeitigüng der Hemmungen, die der vollen Eni faltung der unternehmerischen Kräfte im Wege stehen. Sie fordern ferner die Ausschaltung un sachlicher politischer Einflüsse aus die private Wirtschaftsführung. besonders in der Lohndildung, und die Wiederherstellung der eigenen V e r a n t- w o r t l i ch k e i t der Parteien des Arbellsver- träges. Die eigene Verantwortlichkeit ist die ein- zige sichere Grundlage für die Erziehung zur Zusammenarbeit und für die'innere Befriedung. Sie erwartet von der Regierung die Sicherung der Elastizität der Betriebssührung und die Ab- Weisung schematischcr Zwangseinwirkungen, ins- besondere auch in der Gestalkung der Arbeitszeil. Die Wirtschaft brauche vor ollem Ruhe. Jetzt. nachdem in der Sozialpolitik durch eine ganze Reihe von Verordnungen herumgepfuscht worden ist, fordern die Herren die„Vermeidung ständiger Aenderungen der gesetzlichen Grundlagen in Wirtschaft und Sozialpolitik. Sicherung der Kalkulation auf weite Sicht und damit die Wiederherstellung von Vertrauen und unternehmerischer Initiative." Es ist nicht neu, was sie fordern, sie wollen Ausbeutungsfreiheit! Reichsarbeitsmini st er Syrup war zu der Mitgliederversammlung der Unternehmer- Vereinigung erschienen, um von den Forderungen der Herren Kenntnis zu nehmen. Er sprach dann über den Freiwilligen Arbeitsdienst. Absturz eines Fejsdlvcks 1 1 Fersonen getötet A l b a c e t e(Spanien), 14. Dezember. Bei dem Dorse Alcala del Zucar löste sich von einem sich über dem Dorf erhebenden Berg ein gcwalilger Aelsblcck, rollte in das Dorf hinein und zerstörte drei Häuser. Unter den Trümmern der Gebäude liegen elf Personen begroben. Zwei von ihnen konnlen bisher als Leichen geborgen werden. Bei der MWroya Ein Abwehrerfoig Es war ein stattliches Bukett von Abbauforde- rungen, das den am Tarifvertrag beteiligten Ge- werkschaften(Zentralverband der. Hotel-, Nestau- rani- und Caseangestellten und Gesamtverband» von der„Mitropa" nach der Tarifkündigung über- reicht wurde. Der von den Gewerkschaften ge- führte zähe Abwehrkampf ist nicht erfolglos ge- wesen. Leider hat der S ch l i ch t u n g s a u s- l ch u ß Groß-Berlin auf die bei der großen Arbeitslosigkeit wohlbegründete Forderung des Zen- tralverbandes, nach einer Verkürzung der Arbeitszeit des Fahrpersonals, kein Gewicht gelegt. Eine kleine Verbesierung bedeutet die Begrenzung der Arbeitszeit einschließ- lich der Ueberstunden auf monatlich 258 Stunden. Diese Arbeitszeit darf nur in Ausnahme- fällen überschritten, muß dann aber in den beiden folgenden Monaten ausgeglichen werden. Die von der„Mitropa" geforderten erheblichen Verschlechterungen der U r l a u b s b e st i m m u n- gen: Urlaubslohn 70 Pro.z. anstatt 100 Proz., 14 Tage Höchsturlaub anstatt 18 Kalendertage. die Einführung eines Sperrjahres und die Kür- zung der Sondervergütungen des Fahrpersonals während des Urlaubs hat der Schlichtungsaus- schuß abgelehnt. Abgewehrt wurde auch die von der„Mitropa" geforderte Verkürzung der Sondervergütungen für das Umladen und für die Ueberführung von Speise- und Schlafwagen nach den Heimatsstationen usw. Ferner wurde die Herabsetzung des G a r o n t i e l o h n e s der unter 21 Jahre alten Wagenkellner von 140 Mark auf 125 Mark abgewehrt und die B e s e i- iigung des Lohnzuschlages von?0 Proz. für die Wochenfeierlagsarbcit des stationären Personals. Die Kellner in Wirtschaftsbetrieben (Küchenwagen und Eilzüge) erhalten dagegen Erhöhung ihres Garantielohnes von 140 M. auf 100 M. Gefallen ist auch die von der Firma ge- forderte Beseitigung des Anspruchs auf Kostentschädigung für das Speisewagen- personal, wenn sie im Kündigungssalle auf die weiteren Dienste eines Angestellten dieser Per- sonalgruppe verzichtet. Neu geregelt ist die Verteilung des Vedienungsgeldes zwischen Schaff- ner und Hilfsschasfner, und zwar auf den Kursen. auf denen neben dem Schaffner zwei Hilfs- ichaffner beschäftigt werden. Wo neben dem Schaffner nur ein Hilfsschasfner beschäftigt wird, bleibt es bei der bisherigen Regelung. Die Löhne des gesamten Personals bleiben in ihrer alten Höhe bestehen. Nur das in Berlin beschäftigte stationäre Personal unter 21 bzw. 19 Jahren, das bisher Anspruch auf dieselben Lohnsätze hatte wie das ättere Per- sonal, wird nunmehr im Lohn mit dem Personal gleichen Atters in den außerhalb Berlins vorhan- denen Betriebsabtellungen g l e i ch g e st e l l t. Außerdem ist die Vergütung für die Abnützung des Kochhandwerkzeuges von 40 Pf. auf 30 Pf. pro Woche herabgesetzt worden. Der M a n t e l t a r i f gilt bis zum 30. No- vember 1953, der L o h n t a r i f bis zum 30. April 1933. Sache der Mitropa-Angestellten wird es nun sein, durch ein gutes Orgauisakiausverhällnis dafür zu sorgen, daß die Gewerkschaften auch bei der nächsten Avseinandersehung mit der„Mitropa" imstande sind, die Zntereffen der Angestellten erfolgreich wahrzunehmen! welter in Berlin: Trocken und mrst heiter. Tagestemperaturen einige Grad« über Null. Süd- liche Winde.— 3n Deutschland: Im Westen und Nordwesten Deutschlands bewölkt und milder bei leichten Niederschlägen. Im Süden ruhiges irnd nebeliges Wetter ohne Niederschläge. Im übrigen Reiche noch meist Heller mit Tagestenrperaturen über Null. Rundfunk um Abend Mittwoch, 14. Dezember Berlin: 16.15 Das Weilinachtsziminer (Eva Maria Cranz). 16.30 Aus Flensburg: rtadimittagskonzert 17.30 Es kommt Besudi. 17,50 Das Wochenendhaus(Hörspiel). 18.20 Ünterhaltungsmusik. 18-55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Gel ebtes Leben; Fest auf Marienhoff. 19.35 Üvterhaltungsmnsik. 20.00 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20.05 Joh. Seb. Bach. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.05 Stella.:- Trauerspiel von J. W. v. Goethe, 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanz- musik. t Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Hamburg: Nadi- mittagskonzert 17.30 Weltanfang und Weltende in den Religionen der Völker(Prof. Lohmeyer). 18.00 Finnische Musik. 1 8.30 Die Verbreitung der deutschen Sprache in der Welt 18.35 Wetterbericht 19.00 Englischer Sprachunterricht 19.35 Stunde des Beamten. 20.00 Unterhaltungsmusik. 20.30 Dichterabend der Fichte-Gesellschaft 20.55 Unterhaltungsmusik. 21.20 Aus Stuttgart: Die Jagd nach dem Gold des Kapitän Kid. 22.13 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45 See-Wetterbericht. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volksfunk", monatl. 96 Pf., durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. Verantwortlich für Politik: Rudolf BrendemüHl; Wirtschaft; G. KlingelHöser; Gewerkfchastsbe- wegung: I. Steiner: Feuilleton: Herbert Li« P i) r e: Lokales und Sonstiges: RriY Sarftöbt; Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin' Verlag: Borwärts-Perlag G. m. b H. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerci u. Berlogsanstall Paul Singer u. Co., Berlin SW. 08, Lindenstr 3> Bezugs- bedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen-Ausgabe des„Vorwärts" veröffentlicht Hierzu 1 Beilage. j The. Ihealet LtJilsptele usm' ffaals TüraJcr Mittwoch, den 14. Dezember staatsoper unierden unden 20 Uhr Boheme staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Fa u sl I. Teil VWMW| Sums Garten f Nur noch 5 Tage! Drei Codonas 1 6 von d. Staatsoper; | Xaitto's» 3 Baldor*| Anxoly's usw. Sonnabend and Sonntag f auch 4 Uhr zu kl. Preisen Flora 3434. Rauchen er!.! «u ui>r CASIHO-TKEATER Lothringer SfraHc 57 iiiiiiiiiimmiiiniiniifiiiiiiiniiMmiiiiiiiitiiitiiiiniimiiinminni Sonniags auch aacbmitlags 4 Uhr Schlai:er-Posse Alles um Lotti mit Gesang und Tans Fßr die Leser Gutschein 1-4 Personen. Parken nur OJO, Fauteuil nur 0.75. Sesse! l 25 M. Auch Sonntags abends 5 c b i.rhv'r Blsnarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl) 671.' 8% Zeitungsnotizen Oonnerstas, d.tS., nachm. 4' i Uhr GisUpi«! dti DeuUtfien HinikbOlme feia.lM Romantische Oper von E, Humpcldlack Weltaditskiertog« Robert unc Bertram Stulanl Bsidrmans Vorveikaaf bcgonnec i Kleine Ptelse Rose-Theater Cntb Fnnkfirter Striäe 137 Iii. Wtiütl IT Uli SM und 8.15 Uhi Böhmische Musikanten WiiliSchaeffers fofar V- � s-r(VdUül 4 Uhr TÄflich Z* 9 Uhr I Du scnsitionaüe Ksbarsu-Prcgramm i Abeoclpreise I— 3 Mk. 1 h'arhm. CedecX 1.25 Jeden Sonnabend 1 1 y. Uhr: NpcntvorSteiiimcl Slädf.Oper B. B. B. Charlottenbura Fraunhofer 0231 Turnus I 20 Uhr Martha VOLKSBÜHNE Theater am Bttlowplaiz «orden«SS36. Täglich SZi Uhr Das neue Paradies von talio« Kay Regie: Heinz Hilpert Maurus, WohlbrOck, Dahlke, Horney Pfahl, Zador, Pataky, Andrtisen Dirigent: Ladwig Stettiner Sänger Reiclishallen-Theater D5iitiot(p;»t2 Direktion Meysel 8.15 Sonntag 3.30 zu ermaß. Preisen. BeiSiirtte umfali und du neue Welhnachtappoflramm. nsecate im vorwärts lichern Lrfolg! BetitiovK Bunte Bühne Kottbusser Straße 6 Oberbauni 3500 WO „von A-z rAglich S'-« Uhr Sonni. radiin. JVz Blumen miuiiiuiniiniuniiiiiumiii Paul Golletz Mar annenstr. 3 F8. Oberbaum 1?03 Der sozialdemokratische Abreißkalender 1933 ist neu erschienen. In Kupfertiefdruck hergesteilt, ist er ein schönes Geschenk für den Weih» nachtstisch. Der Preis ist herabgesetzt und kostet statt 2.00 RM nur 1.75 RM Er ist bei allen Zeitungs« boten, Vorwäns-Abgabe» stellen und i arteibuch- handlungen oder d rekt bei der Vorwärts Buch- druckerei, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, zu haben MITTWOCH, 14. DEZ. 1922 BEILAGE Vsrwlieks Ton Jlsni mach Arroimd Zum Slandlager der$tochaHasexpedilion/ Ton 3iarl Vioeller Fünfzig Kilometer südlich von Marrakesch beginnt das Gebirge des chochatlas. das bis auf über viertausend Meter Höhe ansteigt und von Deutschen bis jetzt nur wenig besucht worden ist. Deshalb hatte es sich die im wesentlichen aus Studenten, Professoren und interessierte» Bergsteigern bestehende Exkursion Brecht-Bergen in diesem Sommer zur Ausgabe gemocht, beson- der? dos Gebiet um den T o u b k a l, den höchsten Gipset Nordafrikas, zu erforschen Es ist heute noch gar nicht so leicht, in das Innere des Atlas vorzustotzen Erst nach langwierigen Lausereien und Verhandlungen hallen wir von der französischen Verwaltung die Erlaubnis bekommen, auch die militärische Zone zu durchschreiten. Denn in den entlegenen Tälern des Atlas wüten noch immer Kämpfe zwischen französischen Truppen, hauptsächlich Legionären, und den eingeborenen Berberstämmen. Am Ende der Ziollisatlon. Der letzte von Europäern bewohnte Ort ist A S n i, das in den Vorbergen liegt und noch eine regelmähige Autooerbindung mit Marrakesch hat. Dort aber endigt die Landstraße und nur schmale Moultierpsade führen in das Tal weiter auswärts. Den Hauptteil von Asni nimmt eine Kolonie jüdischer Bauern ein, die hier eine neue Heimat gesunden haben. Sie bebauen das Land ebenso rückständig wie die einheimischen Berber. Ähre Wohnungen bestehen aus Lehmhütten, und auf den Felder» wachse» fast nur Mais, Wein und andere südliche Früchte. Dagegen steht außcrhatb des Dorfes, am Ende der Landstraße, ein zwar primitives, aber immer- hin schon aus Fremdenverkehr eingestelltes Logierhaus, das sich stolz Hotel nennt und von einem Franzosen verwaltet wird. Die Küche befindet sich im Freien, die Zimmer sind winzig und nicht besonders sauber! aber aus der heißen Ebene kommen wohl immer einige Gäste heraus, die das mit in Kauf nehmen und nur etwas frische Luft schnappen wollen. In dem fron- zäsischen„Guide Bleu" wird Asni vollends dos ..Ehamonix des Atlas" genannt, und harmlose Marokkoreisende glauben wohl auch, hier schon einen Blick in das sagenhafte Atlasgebirge getan z» haben. Welch kindliche Vorstellung man sich aber hier noch, in unmittelbarer Nähe von der Gebirgswell, macht, zeigt das Gastzimmer des famosen Hotels, das ganz aus„W i l d w« st" zurechtgemacht ist. Felle und Waffen hängen an den Wänden, und das schönste sind ein paar angeklebte Zeitungsartikel über Kletterfahrten im Allas. Einer ist sogar mit Zeichnungen versehen, und man kann da die kühnen Bcrgbezwinger bestaunen, wie sie sich in der Phantasie des Schreibers mit Steinbohrapparaten den Weg bahnen. Es wäre eine Ausgabe des„Gud Alpin Francis", der doch in dem einen Tagemarsch entfernten Dorf Arround noch eine Schutzhülle unterhält, hier für eine etwas wahrheitsgetreue Berichterftallung zu sorgen. Schließlich wäre es auch angebracht, wenn die Leute hier, am letzten Stützpunkt der Europäer, etwas weniger grauen- volle Schauermärchen erzählen würden, dafür aber dem Reisenden besiere Rotschläge über Wege, Ernährungsmöglichkeiten usw. geben könnten. Unsere Gruppe übernachtete im Freien unter ein paar Bäumen. Es war erstaunlich, welch starker Temperaturunterschied sich schon in dieser Höhe von 1280 Meter gegenüber Marrakesch zeigte. Zum erstenmal schliefen wir nach einer etwas abenteuerlichen Autofahrt fest und gesund. Der glühende Sirokko war ver- schwunden, und es gab genug herrliches klares Bachwasier, um sich nicht nur satt zu trinken, sondern auch den staubigen Körper abzuwaschen. Vorstoß ins Hochgebirge. Am nächsten Morgen, noch in der Dämmerung, weckten uns die Maultiertreiber, denen wir selbst den Auftrag gegeben hatten, so früh mit ihren Tieren zu erscheinen. Denn je rechtzeitiger wir ausbrachen, desto länger konnten wir im Schatten der Berge den glühenden Sonnenstrahlen ent- gehen. Außerdem hatten wir richtig vermutet, daß das Beladen der Esel nicht ohne Streit und Zank abgehen würde. Die Treiber wollten nicht. daß wir selbst den Tieren unser Gepäck aus- schnallten. Dabei hatten sie davon keine Ahnung. In die winzigen Körbe, die die Maulesel trugen, tonnte man kaum einen der Rucksäcke legen. Außerdem hatten wir viele Kosfer und Zinnkisten. Es bedurfte eines scharfen Machtwortes. Da ging alles plötzlich sehr gut Darüber war es reichlich spät geworden und die Sonne brannte unerbittlich auf die kahlen Bergslächen. bis wir in Marsch kamen. Aus den zivilisierten Europäern war eine kleine Karawane geworden, die abenteuerlich genug aussah. Borne- weg trabten die Maulesel mit ihren Führern, die eine dichte Staubwolke zurückließen. Einige von uns hatten sich beritten gemacht und zuckelten stolz hinterher. Zum Schluß kamen die Fußgänger in kurzen 5zosen. mit den eigenartigsten Kopfbedeckungen, vom Korktropenhelm bis zur Paddlerhaube, Kamera und Fernglas umgehängt und zum Teil den Eispickel schwingend... Man konnte das Erstaunen der Einwohner verstehen. Allzu dicht liegen die Dörfer nicht, dazu ist der Boden zu karg. Nur wo das Wasser künstlich reguliert wird, sind Gärten und Baumgruppen entstanden. An einem solchen schalligen Fleck machten wir gegen Mittag Halt, da die Beine oersagten, der Kops trotz aller Kühlungsversuche zu platzen drohte und der Durst quölle. Jetzt endlich war ein Becher Wassers erlaubt. Melone mit Brot genügte als Mittagsmahl. Ruhe. Schotten, Kühle, mehr verlangten wir nicht. Bis zum Abend wollte» wir Arround erreichen, um das Standlager für die Bergtouren aufzu- schlagen. Also weiter, hinein in den glühenden Bratosen der Lehmtäler und felsigen Berge, die die Sonnenstrahlen verstärkt zurückwerfen. Es ging besser als wir dachten. Von der Zentralketie, der wir uns näherten, wehte ein leichter Wind! die steigende Höhe lieh die Temperatur sinken. ,Lrra. irra", ermuntern die Eseltreiber ihre Tiere und deuten auf eine Tüumgruppe im steinigen Tal. Unterhalten können wir uns nicht mehr mit ihnen, denn sie verstehen nur einige Brocken französisch und sprechen sonst nur den Ehleuhdialekt der Atlasberber. Ein Vergleich mit der Karte zeigt, daß uitten unser Ziel liegt, nur ist von dem Dorf Arround noch nichts zu sehen. Es liegt oersteckt, stell an einer Bergfeste und ist erst zu erkennen, wenn man schon vorbei gegangen ist. Das einzige Haus im Tal ist die R e f u g e sllnterkunstshütte) des französischen Alp-nklubs. Ein großer Lehmbau mit Vorhof und Stallungen, aber die Türen sind abgeschlossen. Da die Benutzungsgebühren auch viel zu hoch sind, schlagen wir unsere Zelle aus. Bis in die Nacht hinein währt die Arbeit des Wispackens, Einrichtens und die Herstellung eines primitiven Küchenplatzes. Die ersten neugierigen Gäste aus Arround bestaunen uns. Rohe liegen jetzt die höchsten Berg« des Atlas und in den Träumen der ersten Nacht sehen wir uns schon tffe ihre Bezwinger. £eo Vroiskis Itlemoiren Anmerkungen sunt mweilen fßsmd/ Ton Th.*7)aii Nun erscheint der zweite Band des T r o tz k i- Ichen Werkes, deren ersten ich im vorigen Jahre in der Abendausgabe des„Vorwärts"(vom 24. April) und ausführlicher im Machest der „Gesellschaft" krstisch besprach.(Leo Trotzki. Geschichte der russischen Revolution. Oktoberrevolu tion. S. Fischer Verlag, Berlin.) Das da- mals Gesagte ist zu wiederholen: Das Buch ist glänzend geschrieben, obgleich es in dieser Hinsicht dem ersten Band bedeutend nachsteht. Aber unter dieser bleichenden Hülle verbirgt sich nur allzuoft eine geschichllich-philosophische und politische Ware, die mst kritischer Vorsicht genosien werden muß. Schon als bloße Tatsachensammlung erheischt das Buch in noch viel größerem Maß als der erste Band ganz besondere Vorsicht überoll dort. wo es Trotzki darum geht, Parteien. Gruppen. Personen, nicht zu ollerletzt seine eigene, zu charakterisieren. Aus dem einseitig zusammen- gebrachten Material wird ebenso einseitig das gerade Pasiende dargebracht und unterstrichen, das Unliebsame durch bissige Kommentare in seiner wahren Bedeutung abgeschwächt oder ein- fach verschwiegen. In die Masse derart kunstvoll zugerichteter„Wahrhest" werden aber auch Körnchen reinster„Dichtung" zerstreut, deren krasiestes Beispiel zufällig gerade den Schreiber dieser Zeilen betrifft. Auf den Seiten l70'l7l berichtet Trotzki über die Sitzung des Petersburger Sowjets, auf der die Abschaffung der lodesstrase au der Front mit allen Stimmen gegen vier gefordert wurde. „Diese vier sind: Zeretelli, Tscheidse, Dan, Lieber", d. h. das damalige Präsidium des Sowjets, schreibt Trotzki. Da Trotzki an dieser Sitzung nicht teilnahm(er saß zu dieser Zell in Verbindung mit dem Juliaufstond im Gefängnis). so folgt er in chrer Beschreibung mehr oder weniger getreu den bekannten siebenbändigen Memoiren(russisch) S u ch a n o w s. Nun aber erwähnt Suchanow, daß ich zu dieser Zeit aus rein persönlichen Gründen an den Arbeiten des Sowjets nicht teilnehmen konnte! daher war ich auch bei der betteffenden Sitzung gor nicht da. Ja, noch mehr: auf derselben Seite seiner Memoiren, die von Trotzki mehrmals zitiert wird, erzählt Suchanow ausdrücklich, daß am Tische des Präsidiums nur eine Hand sich gegen den Be- schluß erhob— die Zeretellis! die anderen drei gehörten unbekannten Delegierten im Saale. Läßt man aber diese einseitige Auswahl und „Stilisierung" des Materials beiseite, so bekommt der Leser eine tressliche Skizze des äußeren Ganges der Ereignisse, die von dem mißglückten bolschewistischen Juliputsch über den von den Sowjets(den„versöhnlerischen" Sowjets nach der Terminologie Trotzkis) niedergeworfenen konterrevolutionären Kornilow-Ausftand zum ONobersieg der Bolschewik, geführt haben. Dabei bekommt man auch einen sehr interessanten, wenn auch wiederum stark subjektiv gefärbten Einblick in die inneren Wand- lungen und Kämpfe der bolschewistischen Partei in dieser für sie so überaus wichtigen Periode. Der Sieg des Bolschewismus über olle anderen Parteien und Kruppen im Jahre l9l7 und insbesondere sein Sieg über die Sozialdemokratie im russischen Proletariat ist eine unbestreitbare ge- schichtliche Tatsache. Dieser Sieg war in be sonderen Umständen der Epoche(Krieg!), ver- dunden mit ökonomischen, sozialen und kulturellen Verhältnissen des rückständigen Landes begründet. Diese kausalen Zusammenhänge auszudecken ist gerade für einen Tellnehmer am Siege, ja für einen seiner hervorragendsten Organisawren eine äußerst dankbare Aufgabe. In dieser Hinsicht kann der Leser im zweiten Band des Trotzkischen Werkes noch mehr Stoff zum Nachdenken und zur Be- lehrung finden, als im ersten, wiederum ober nur in der Voraussetzung, daß er sich weder durch funkelnde Wortfechterei. noch durch halbwitzige, halbzweideutige Aphorismen(z. B.:„Die Mehr- heit wird nicht gezählt, sondern erobert." S. 492) blenden läßt und fähig ist, das ihm gebotene Material selbständig und kritisch zu verarbeiten. Bon diesem Standpunkte aus sind gerade die Kapitel besonders lehrreich, die den Gang der Juliereignisse sowie die Vorbereitung und die Durchführung des Oktoberaufstandes schildern. Do tritt die„Eigenart der Oktobcrumwälzung", wie der ganzen von den Bolschcwiki geleiteten revo- lutionären Bewegung deutlich in Erscheinung, die noch Marlow in ihrem vorwiegend"m i l i- t ä r i s ch e n Charakter sah. Alz ihre haupkkräger erscheinen die Soldaten, die uniformierten Bauernsöhne und vor ollem die Petersburger Garnison auf der Bühne, und nur sich an diese militärisch organisierte Bauern- macht anlehnend und ihrer überkochenden, aber im Dunkeln tappenden revolutionären Energie so- zusagen hinter ihrem Rücken eine bestimmte Rich- tung gebend, kann die„aktive Minderheit"(S. 48S) des Prolctriats die kühnen Pläne Lenins und die Diktatur der bolschewistischen Partei durchsetzen. Die offizielle bolschewistische Historiographie hat sehr gut begriffen, welches zwiespältige Licht dieser Werdegang der diktatorischen bolsche- wistischen Macht aus chren Charakter als einer angeblichen„Diktatur der Arbeiterklasse" wirft. Daher sind jetzt eifrige Bemühungen im Gange, die Geschichte der Oktoberumwälzung dreist zu fälschen und eine fromme Legende über eine völlig untergeordnete Rolle der Soldaten in dieser Umwälzung zu erdichten. Trotzki, der fest seinem Sturze selbst von dieser offiziellen Geschichtssälschung zu leiden hat, bemüht sich, ihr entgegenzutreten. Als einer der Schöpfer der „proletarischen Diktatur" ist er aber gezwungen, selbst seine Polemik gegen die Fälscher abzu- schwächen, indem er die Behauptung aufstellt, daß „die Oktoberrevolution der Kampf des P r o l e- t a r i a t s gegen die Bourgeoisie um die Macht war. Aber den Ausgang des Kampfes ent- schied letzten Endes der M u s ch i k". In dieser entscheidenden Rolle der bewaffneten Muschik sieht nun Trotzky„letzten Endes" nichts als eine Frage der revolutionären Technik. Ueber diese Technik vermittelt Trotzki dem Leser eine Fülle interessanter Aufschlüfle. Was er aber nicht begreift oder nicht zugeben will, ist das, daß in dieser Technik schon das ganze sozialpolitische Wesen der von den Bolschewik! geleiteten revolu- tionären Bewegung zum Ausdruck kommt. Wenn Lenin feine Pläne nur hinler dem Rücken der Sowjets, für die er„die ganze Macht" verlangt, der Partei. die er für die Verkörperung des proletarischen Klasienkampsgeistes erklärt, ja des Zentralkomitees, an dessen Spitze er steht, durchzusetzen gezwungen ist, oder die Oktoberrevolution selbst um jeden Preis in der Forni einer Verschwöruna vor dem Zusammentritt des„souveränen" Sowjet- kongresies durchgeführt haben will, so spiegelt sich darin die ganze sozialpolitisch« Dynamik der bol- schewistischen Bewegung wider, die diese Bewe- gung notwendigerweise zum Ausgangspunkt einer Diktatur. nicht der Arbeiter und Bauern, nicht des Prole- tariats, nicht der Sowjets und sogar nicht der kommunistischen Partei macht, sondern einer win- zigen Minderheit, die die Klasien, die Sow- jets, die Partei weitgehend„ausnützt", sich aber über ihnen herrschend erhebt. Das Kapitel über ,chie Kunst des Aufftandes", in dem Trotzki für„Verknüpfung von Mosten- aufstand und Verschwörung"(S. 483) plädiert, ist für denjenigen besonders lehrreich, der das sozialpolitische Wesen der bolschewistischen Dik- tatur, ihren Werdegang und ihre weitere Entwicklung im Verlauf« der verflossenen 15 Jahre verstehen will. Wenn wir hören, daß für den Erfolg einer„proletarischen" Revolution eine „geeignete Organisation" nötig ist. wor- unter keineswegs eine Organisation der Arbeiter- mästen selbst, sondern eine über ihnen stehende Organisation verstanden wird, die„einen durch- dachten Angriffsplan" hat und die„richtige Gc- fanuführung" sichert, da die Masten selbst dach keine„klaren Ziele" haben können und nur eines „elementaren Aufstandes" fällig seien(S. 485),— da erinnert man sich unwillkürlich an die Worte Engels) der den Unterschied einer p r o l c- t a r i s ch e n Revolution von den b ü r g e r-- l i ch e n gerade darin sah, daß die Arbettermassen aushören die Rolle einer elementaren Kraft zu spielen, und ganz genau wisten. worum es sich handelt. Und da weiß man schon Bescheid, was über die„Diktatur der A r b e i t c r k l a f s e" zu denken ist, die von den Bolschewiki im rllckstän- digen Rußland angeblich begründet worden ist. Ist aber Trotzki nicht imstande, den wahren Charakter der bolschewistischen Revolution als einer„kleinbürgerlich-bäuerlichen, wenn auch von einer proletarischen Partei geleiteten und vom Utopismus des rückständigen Proletariats stark beeinflußten"(Martow) zu begreifen, so versagt er vollkommen, wenn es um politische Gegner und vor allem um den„Hauptseind", um die Sozialdemokratie geht: Bis zur Gewissenlosigkeit getriebene Geschichtsklittcrung und gehässige Po- lemik ersetzen hier die klärende Niederschrift. Ist es von vornherein klar, daß innerhalb des umfangreichen Lagers der„revolutionären Demokratie", die die Revolution in chrer ersten Phase leitete, noch viel weitgehendere Meinungs- und Tendenzverschiedenhetten herrsch- ten als innerhalb der bolschewistischen Partei. Die politische Grundtendenz der von„Versöhnlern" geführten Sowjets ist ober schließlich Trotzki selbst gezwungen mit den Worten zu charakterisieren, daß sie„einen Sieg der Bolschewiki weniger fürchteten als den Triumph der Konterrevolution" lS. 415), womit er feine eigenen verleumderischen Behauptungen und Verdrehungen Lügen straft. Die Polttit der russischen Sozialdemokratie in der Revolution ist sicher mit vielen Fehlern belastet. Den wahren Sinn dieser Politik wird aber der ausländische Leser am besten begreisen, wenn er erfährt, daß Trotzki diese Politik der revolutionären Politik der deutschen Unabhängigen(S. 74) und der österreichischen Sozialdemokratie(S. 378 bis 381) gleichstellt. Uebrigens ist für Trotzki die ganze internationale Sozialdemokratie„nur eine bürgerliche Partei zweiter Sorte". Wer so über die Bewegung der unzähligen Millionen tlasten- bewußter Proletarier urteilt, der entlarvt schließ- lich sich selbst als einen hochnäsigen und selb st verliebten kleinbürgerlichen I n d i v i d u a l i st e n � der sich von der Vor- sehung berufen fühlt, die Masten zu„führen" und sich schrecklich ärgert, wenn die Masten aus diese „Führung" dankend verzichten. der jEenivalmarkihalle um ftinghuhnhot Frankfurter U/Zce, Ecke"Peitcnkoter Straße, findet statt am ftomievslug, dorn 15. Öezemfoer 1932, Billigste Einkaufsquelle der Hausfrau f>ze Svöffituna Die Stube als Flugzeugwerft Etwas vom Bau von Modellsegelflugzeugen Vielen geben die errungene Muße bei Arbeits- losigkeit oder die langen Winterabende Gelegen- heit, sich in Basteleien aller Art zu versuchen. Was Arbeitslose dabei fertig bekommen, zeigen die in Berlin so oft zur Schau gestellten„Kölner Dome aus Streichhölzern" oder die„Wunderuhren aus 26 583 hölzernen Sohlennägeln". Diese Dinge haben allerdings meist keinen anderen Zweck, als daß sich der Hersteller die Zeit oertrieb in der Hoffnung, später einmal einige Mark bei der Schaustellung zu verdienen. Ernster zu nehmen sind beispielsweise die Basteleien von Rundfunk- geraten und der Bau von Modellsegelflugzeugen. Was gerade in diesem letztgenannten Zweig abend- licher Bastelei geleistet wird, zeigte die Luftsport- ausstellung, die im Oktober am Kaiserdamm statt- fand. Diele fanden hier Anregungen, sich mit der Luftfahrt zu beschäftigen und ein großer Luftfahrt- verband hat 1266 neue Jünger gewonnen, von denen anderthalbhundert sich dem Modellsegelflugsport widmen wollen. .Auk der„Berliner Rhön" Es ist äußerst reizvoll, im bergigen Gelände Flugzeugmodelle fliegen zu lassen. In Gatow be- findet sich so ein Segelflugplatz, aus dem be- sonders des Sonntags fast bei jedem Wetter ge- flogen wird, und zwar mit bemannten'Apparaten sowohl wie auch mit Biodellen. Es sind manchmal schon recht große Dinger, die sich da alte und junge Bastler zusammengebaut haben, ich sah Modelle von zwei Metern Tragflächenspannweite. Mi- nutenlang hielten sie sich bei einigermaßen günsti- gem Wind in der Luft, stiegen hoch, wurden von einer Böe herabgedrückt, mochten wohl auch ein- mal einen kleinen Absturz, so daß es aussah, als würde der bange auf die Landung seines Kunst- werkes wartende„Pilot im Ruhestande" nur noch einen kleinen traurigen Trümmerhaufen der - fliegenden Bastelei vorfinden. Aber innner wieder richteten sich die Modelle automatisch auf und kamen doch in mehr oder weniger sanftem Gleitflug zur Erde nieder. Oft genug muß dabei der Erbauer den Berg hinab und hinauf, um immer wieder einen Start zu machen. Ihr Modell mit hocherhobenem Arm haltend, warten sie eine günstige Böe ab und mit ganz leichtem Schubs segelt der Apparat los, als würde er von unsicht- barer Hand gehallen und gelenkt. Ehigzeughau am Fensterbrett Zu warnen ist vor allem vor dem Bau von Seoelflugzeugmodellen ohne Bauplan,„nach Schnauze", wie der Fachmann sagt. Das wird nichts und das unvermeidliche Mißlingen der Kesten Absichten nimmt nur die Lust an dieser netten Beschäftigung. Auf der Luftspartausstellung tonnte man einen Bauplan, nach dem auch der Laie, der im Lesen von Konstruktionszeichnungen nicht bewandert ist, bauen konnte, einschließlich des Baumaterials für 2,56 M. kaufen. Dafür gab es alles, was nötig war, sogar«ine Tube mit Kleister war dabei. Für den Anfang genügt so ein kleines Modell, das immerhin schon eine Tragflächenspannweite von 96 Zentimetern Hot, vollkommen. Es ist in einfachster Form gehalten, mit einem sogenannten Gitterrumpf, das heißt der Rumpf ist nur ein Gestell ohne die von großen Flugzeugen her bekannte Leir.ewand- oder Sperrhol.zbekleidung. Das Tragflächengestell ist aus zwei Millimeter starkem Holz geleimt und mit ganz schwackzen Nägelchen verfestigt und dann mit starkem Japanpapier bezogen. Eine ganz einfach« Arbeit, die sich mit Hilfe einer Laubsäge und eines scharfen Taschenmessers bequem aus- führen läßt. Gebogene Teile, wie das Seiten- steuer, haben dünnes Rohr(Peddigrohrsessel!) als Material! die gebogene Kufe am Rumpf biegt man aus einer dünnen Eschenleiste, die man Mvor in kochendes Wasser steckt, auf einem alten Brett als Unterlage, in das man die Form der zu biegenden Kurve mit Nägeln in drei Zenti- meter Abstand ausgenagelt hat. Je Handwerk- licher der Bastler vorgebildet ist, um so leichter wird ihm allerdings die Arbeit fallen.'Aber was auf der erwähnten Ausstellung zwölf- bis uierzehnjährige Jungen fertig bekamen, wird die Intelligenz eines Erwachsenen auch schaffen. Ohne Anstand flog mein erstes Modell dieser Art fünf- zig und mehr Meter-, 36, 45, ja 66 Sekunden hielt es sich bei nicht gerade günstigem Wetter in der Luft. Ich brachte es heil wieder nach Haufe, ob» schon mir beim ersten Abflug doch etwas bange um meine Arbeit war. Erkolg reizt zu neuen Taten Dieses mein erstes Modell braucht nicht einmal 2,56 M. zu kosten. Das Material, im normalen Handel gekauft, ist für vielleicht 56 Pf. zu haben, wenn man erst einmal den Bauplan besitzt. Wesentlich mehr Kosten und Arbeit verursachen selbstverständlich sogenannte Hochleistungs-S«gel- flugzeugmodelle. Sie haben einen wesentlich komplizierteren Bauplan, bei dem es manche konstruktive Nuß zu knacken gibt. Die Tragflächen haben tropfenförmigen Querschnitt, sie werden genau wie die großen Flugzeuge aus einzelnen Rippen und Holmen zusammengebaut, die wiederum aus einem Millimeter starkem Holz gefertigt werden müssen. Aber so ein Modell ist in der Rhön eine volle Viertelstunde lang ge- flogen, hat dabei verschieden« Kilometer zurück- gelegt und tonnte nur schwer wiedergefunden werden. Das wird ja nun unseren durch diesen Aussatz angeregten Bastlern zunächst nur ein Ziel bleiben. Aber selbst wenn es eine, zwei Minuten durch die Luft segelt... bitte, aller Anfang ist nicht schwerer, als man ihn sich selbst macht! Segelflieger in Trebbin Der„Sturmvogel", der Flugverband der Werktätigen, setzt seine Uebungen auch während der Wintcrmonate fort. In der näheren Um- gebung Berlins ist besonders der verbandseigene Platz auf dem Steinberg in Ahrensdorf bei Trebbin zu erwähnen, der im August dieses Jahres eingeweiht wurde. Seitdem sind die Planierungs- und Bauarbesten auf dem Flug- platz rüstig vorwärts geschritten. Ständig sind dort etwa 86 junge Menschen aus allen Teilen Deutschlands, zumeist Reichsbannerleute und Parteigenossen, im freiwilligen Arbeitsdienst be- fchäftigt. Bor kurzem ist die zweite Baracke fertiggestellt worden, die neben einer Waschküche und Schlafräumen auch eine Werkstatt und Räume zur Unterbringung von Segelflugzeugen enthält. Die Arbeiten im freiwilligen Arbeitsdienst werden weitergeführt, da schon jetzt die Mittel dafür bis zum Frühjahr nächsten Jahres bereitgestellt wor- den sind. Geplant ist für später vor allem die Instandsetzung des der jetzigen Flugbahn ent- gegengesetzten Bergabhanges, der für die Zwecke des Segelfluges noch geeigneter erscheint. Jeden Sonntag finden sich auf dem Stcinberg aus- wärtige Ortsgruppen des„Sturmvogel" ein, die unter reger Förderung des Gaufluglehrers des „Sturmvogel", Kameraden Sommerlatte, Gleit- und Flugübungen abhalten. Der Segel- flug, der heute in sehr hohem Maße der Schu- lung der Motorflieger dient, ist als eine unserer jüngsten Sportarten bereits zum Volkssport im wahrsten Sinne des Wortes geworden. * Ebenso ist der Segelflugplatz auf dem Löwen- dorfer Berg bei Trebbin weiter ausgebaut worden Der Segelflugverein„Lüwa"(Lust- Überwachungspolizei) hat neben der schon vorher bestehenden Unterkunftsbaracke und den Flugzeug- zelten eine eigene Baracke für Segelflugzeuge er- stehen lasten. Eine weitere Baracke ist im Bau. Dieser Flugplatz wird vornehmlich von privaten Vereinigungen und von der Luftüberwachungs- polizei zur Ablegung von Prüfungen benutzt. Verschiedentlich sind auch Motorflugzeuge auf dem Flugplatz gelandet. Die Arbeiten am Ausbau des Platzes werden ebenfalls im freiwilligen Arbeits- dienst durchgeführt. Kein Profi-Fußball? Scharfe Ablehnung— interessante Gründe Es ist nicht so, wie geschäftige Leute glauben machen wollen, daß viel« süddeutsche Bereine des bürgerlichen Deutschen Fußballbundes bedingungs- los für die Gründung von Professionalvereinen und deren Uebernahme in den DFB. sind. Führende Männer, die etwas vom Bau verstehen, wenden sich mit aller Entschiedenheft gegen diese Bestrebungen, die ihren Nährvater besonders in dem Oberfußballer Notar Iersch haben. So schreibt W. B e u s e m a n n im„Kicker" den Möchtergernprofessionols folgendes ins Stamm- buch: ... Einem on dit zufolge, beabsichtigt Herr Notar Iersch das Profitum in Westdeutschland einzuführen: mit dem Bund, wenn es geht, ohne Bund, wenn es fein muß... Ich will Herrn Iersch keinen Augenblick bestreiten, daß er uns einige Monate hindurch mit einem bescheide- nen Profitum beglücken könnte; für uns wäre es aber unmöglich, auch nur einige Wochen lang, eine Professionalbewegung zu finanzieren. Die Phrase von der reinlichen «cheidung ist nicht einmal ethisch ein bestechendes Moment. Darf ich Ihnen die Frage vorlegen. Herr Iersch, wo Sie bei Einführung des Pro- fessionalismus die reinen Amateure hernehmen wollen?(Ein hübsches Eingeständnis! Red.i 'Aller Formalismus scheitert an der Weltlage, und unser einziges Lsftmotiv kann nur, an Stelle alter, ausgesranfter Begriffe, die menschliche Ber- nunft sein... Keine Argumentation der Bundes- behörden wird mich zu der Einsicht bringen, daß, weil ein paar Faulenzer und Fußballraffkes über ihr Verdienst gelebt haben, die sorgfältig aufgebaute Fußballbewegunq samt ihrem ganzen Jugendsport zum Teufel gehen muß... Wenn es sich bewahrheitet, daß ein westdeutscher Verein mft Iahresein- nahmen von 156 666 M. für seine ganze Jugendbewegung nur 866 M. übrig hatte, dann sage ich, wahrscheinlich mit der Billigung des Herrn Iersch, zum Teufel mft chm. Die Auf- lösung derartiger Vereine wäre durchaus kein Unglück... Es ist leider eine Tatsache, daß für die erste Zell der Kontakt zwischen Profis und Stammvereinen genügen würde, um die Neben- abteilungen der Vereine aufrechtzuerhalten. Mit der Zeit würde dieser Kontakt merklich schwinden und wir würden auch bei uns die Erfahrung machen, die man bisher in allen Ländern gemacht hat, daß der Profibetrieb keine Nebengötter (! Red.l dulden kann. Das liegt schon in seiner Zweckbestimmung. Was zu berichten ist Ladurski wirst Mosig. Der Berufsringerwett- streit im allabendlich glänzend besuchten Zirkus Busch nähert sich dem Ende, alle Kämpfe gehen jetzt bis zur Entscheidung. Der Verlauf der bis- herigen Kämpfe läßt die Endrundengegner so gut wie seststehen Im Mittelgewicht hat Grüneisen in Pohlsuß, Badurski, Krummin und Mosig seine Rivalen und im Schwergewicht wird Ferestanoff von Weinura, Wolke und Grikis bedrängt. Gestern gab es gleich drei Entscheidungstreffen. hier zeigten auch die Schwergewichtler wieder, daß auch sie schnelle und interessante Gänge zu zeigen vermögen. Grikis siegle über Luppa in der 34. Minute entscheidend, und Wolke konnte den Berliner Pietro Scholz in einer etwas längeren Ringzeit auf die Schultern drücken. Bei den Mittelgewichten warf Krummin Grünberg nach 11 Minuten Kampfdauer; der talentvolle Nach- wuchsringer Mosig lieferte dem ausgezeichneten Polen Badurski einen völlig offenen Kampf. In der 45. Minute konnte die im Verlauf des Kampfes sich doch durchsetzende größere Routine des Polen den Sieg davontragen; beide Ringer erhielten stärksten Beifall. Rückgang der Deutschen Turnerschafi. Nach der jetzt veröffentlichten Bestandserhebung im amt- lichen Jahrbuch der Deutschen Turnerschaft für 1933 weist die Deutsche Turnerschaft zwischen dem 1. Januar 1931 und 1932 einen Verlust von 86 687 Männern und Frauen auf. Schwarzes Brett SB. Moabit. Honte, A> Uhr, Hockeysitzung bei Röstet, Patlizstr. 10. Freie Faltbootfahrer Berliu. Donnerstag, 15. De- jcmbet, 20 Uhr: Gruppe Norden: Jugendheim Billdenow- Itraße 5.— Gruppe Nordosten: Jugendheim Christburger Llrafce 7.— Gruppe Südosten: Jugendheim Große Frankiurter Str. 10. FTGB., Bestrl Friedenau, sucht zur AufsMung der Fußballmannschaft noch einige Spieler. Meldung Freitag, i&. Dezember, im Vereinslotat, Laubacher Ecke Barziner Straße 120'.llhil. Tum»- und Sportuereiu Eiche-Ztöpeuick sucht für die 1. und 2. Fußballelf für den 2. Weihnachtsfeiertag sviel. starlen Gegner auf eigenem Platz. Eilangebotc an Willi Liegner, Oberschöneweide, Sroßstr. 5, L Tennia-Rot Groß-Berlia, Hockeyabteilung. Freitag, 10. Dezember, 20 Uhr. Persammlung in der Äreisgeschäfts, stelle, Elsäsfer Str. 86—08. Freie Sportvereinigung Pankow. Donnerstag, 15. De- zemder. 20 Uhr, Funktionärsitzung mit Spielführern in der Sportllause, Florastr. 73. Wieder Geräteturnen Kaum ist der Städtewettkampf im Kunstturnen der Arbeftersportler vorbei, da beginnen die Vsr- eine bereits wieder mit den Geräte-Serien- kämpfen. Den Anfang macht am morgigen Donnerstag der Bezirk Lichtenberg der Freien Turnerschaft Groß-Berlin mft einem Großkampf- tag in der Turnhalle Holteistraße gegen den Be- zirk Süden. Sechs Mannschaften werden sich hier in drei Kämpfen gegenüberstehen, und was die Hauptsache dabei ist, man wird wieder einmal die Frauen-.st-Mannschast der Lichtenberger zu sehen bekommen. Der Sieger dieses Kampfes sollte auch den.�-Klassenmeister für das Jahr 1932 stellen. Gleichzeitig turnen auch die Frauen-Mittelstufen von Lichtenberg und Süden, sowie die Männer- Mittelstufen von Lichtenberg und Karlshorst. Die Kämpfe beginnen um 26 Uhr,— Der zweite Kampf steigt am Sonnabend in der Lessingturn- halle in Neukölln. Hier stehen sich die Frauen- .�-Mannschaften von Lichtenberg und diesmal vom Volkssport Neukölln gegenüber. Wenn die Neu- köllner Frauen auch nicht ganz so stark sind, wie die vom Süden, so wird es trotzdem auch hier einen harten Kampf um die Punkte geben. Noch interessanter wird der Kampf der Iugendmann- schaften des Bolkssport Neukölln und des Bezftks Süden werden. In allen chren Kämpfen war der Sieger immer erst am Schluß festgestellt. Der Beginn ist aus 19 Uhr angesetzt. Achtung, winlersportler! Heute. Mittwoch. 20 Uhr, Training aller Arbeiter-Eishockeyspieler. Sportplatz Friedrichshain. nc iiimiiiiiiiiiimniiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiMiiiimiiimiMiiiMiiiimiimimiiiiiiiiiiiiiiMimiiiimMiiiiiiimiimiiiiimiiiMimiiiiiniiiiiMiiimuiiHiimiiiiimiiiiiiiiiniiiniimiiiiiii Magisches Quadrat Weihnachts-Kreuzworträtsel I Die Buchstaben a a a b b d eeeennnrrr sind in die nebenstehende Figur so ein- zutragen, daß die waagerechten und die entsprechenden senk- rechten Reihen Wörter folgender Bedeutung ergeben: 1 Teil des Fahrrads; 2. Blutbahn; 3. Stadt in der Schweiz: 4. weiblicher Vorname. tl. 6. Spitzen-Kreuzworträtsel ■ Bs MT" Astronom, Meise, Vorne und Eid ist je ein Buch- stabe so zu setzen, daß neue bekannte Wörter ent- stehen. Die richtig gefundenen Anfangsbuchstaben nennen aneinandergereiht drei Männer, tzegen die sich der Kamps der Sozialdemokratie richtet. kl. Waagerecht: 3. Erdteil; 5. Holland, von, Bezeichnung der Herkunft; 7. Geschehen; 9. Laub- bäume; 12. Stadt in Lüttich; 14. Nebenfluh der Donau: 16. Helles engl. Bier; 17. Verwandter.— Senkrecht: 1. Belohnung einer guten Tat; 2. Schwimmvogel; 4. Nebenfluh des Mains; 6. Stadt in Württemberg; 8. Fifchfanggerät; 16. Verhältniswort; 11. Weibl. Borname; 13. Bergjpitze; 15. Bedauernswerter Zustand; 16. Möwenvogel.— Die Buchstaben in den Außenspitzen, von links nach rechts herumgelesen, nennen«inen Geheimpolizisten. dv. Waagerecht: 1. Stadt in Mecklenburg; 6. Figur aus Lohengrin; 7. Geoichtart; 8. Neben- fluß der El„e: 9. berühmter Mediziner; l6. Flächenmaß: 12. Muse; 13. Oper von Verdi: 15. russijcher Komponist f: 17. männlicher Vor- name: 18. Bekleidungestück: 20. Stadt in Marokko: 22. griechischer Buchstabe: 23. bud)händlerische kaufmännische Abkürzung; 24. biblische Stadt.— Senkrecht: 1. das Fest der Kinoer; 2. Fluß im Harz: 3. Oper von Flotow: 4. Handwerker: 5. Physiker; 11. Fluß in Lettland; 14. Bauwerk; 16. männlicher Vorname-, 17. Gemeinschaft; 19. Teil des Hauses; 21. bekanntes Rcinigungs- mittel. Buchstabenrätsel Vor die Wörter Unger, Rade, Rüffel, After, Hering, Eiter, Insel, Horn, Rost. Sau, Acht, Mlösimzell der letzten Rätselecke Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Brom: 4. Reiher; 6. Mia; 7. Seal; 9. Lava; 11. Bulle; 12. Ebers: 14. Ali; 15. Pol; 16. Galba; 19. Blase; 21. Niel; 22. Lust; 23. Eta; 25. Talent; 26. Rand.— Senkrecht: 1. Beule: 2. Ohm; 3. Meile: 4. Real; 5. Raab; 7. Sultan: 8. Eli: 16. Ariost: 11. Balg; 13. Sole; 15. Pas; 17. Beet; 18. Altar; 19. blond; 26. Luft; 24. Ala. Rätselgleichung: last- Bor+(Ate— e) -s-(Ohr— h)-s-(Ei— e)(Rum— r Labora- torium. Silbenrätsel: 1. Miesel; 2. Elbingerode: 3. Nelke; 4. Niere: 5. Zisterzienser: 6. Wismar: 7. Eva; 8. Indianer: 9. Dattel; 16. Ardsiv: 11. Seidel: 12. Sonnenfinsternis: 13. Eisengießerei: 14. Liegestuhl; 15. Botanik: 16. Eirfchokolade; 17. Trio; 18. Utopie; 19. Nesiel.—„Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht dasselbe." Welche Städte sind es?: Soden, Peine, Riesa, Essen, Eupen, Werder, Aachen, Lebus, Düren.—„Spreewald." Königszug: Wir wollen Nichts soll uns hindern, Berge und Hügel auf unfern Wegen beiseite rollen. Sehnsucht zu lindern. Schwingen und Flügel Kraft tut sich regen, sind uns gegeben, Seele bewegen alles zu heben allen zum Segen. (W. Nowotny:„Wir".) Verwandlungsrätsel: Ozean: Organ; Orgel; Segel; Stiel: Stint.