Morgen- Ausgabe Nr. 589 A289 49. Jahrg. CRebofnon und Verlag, Berlin SW 68, Cinbenftt. 3 Sermp'«ft»i<3 i arm'DönboH 292 bu»7 Selegiammabttdn Sozialdtmokra, SBetlte BERLINER VOLKSBLATT DONNERSTAG 15. Dezember 1932 In Groß-Berlin 10 Pf. Auswärts...... 15 Pf. Vezu Sbe�ingungen anb Anze g-�vreise stehe am Sehluh des redatttoncllen Teils Äentralorgau der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Hitlers Bittgang zu Hilgenberg Er wünscht einen Bürgerblock in Preußen mit den Deutschnationalen Me der Parlamentsdienst der Telegraphen- Union von deurlchnationaler Seite hört, sind die deutschnalionaien Abgeordneten Dr. von Winter- seid und B o r ck vom Londtagspräfldenten Ä e r r I zu einer Besprechung eingeladen worden. in der die deutschnationalen Abgeordneten von dem Wunsche der natlonaisozialisti- schen Parteiführung unternchlet wurden, die Deutschnatwnalen in eme in Preußen zu bil- dende Regierung einzubcziehen. Die deutsch- nationalen Abgeordneten haben von diesem Wunsche Kenntnis genommen Im übrigen wird der Verlaus der Besprechungen vertraulich de- handelt. Zentrum sagt: neue Situation Die Zentrumsfraktion des Preußischen Landtags trat am Mittwoch zusammen und nahm, wie von der Fraktion mitgeteilt wird zunächst die Berichte ihre Unterhändler über die in letzter Zeit mit verschiedenen Stellen über die Frage der Regie- rungcbtldung in Preußen geführten Besprechungen entgegen. Im Anschluß daran fand eine mehr- stünd'ge Aussprache stati Beschlüsie wurden nicht gesaßt. Das Zentrum wartet das Ergebnis der Verhandlungen ad die die Rationalsozialisten aus Wunsch Adolf Hitlers mit den Deutschnationalen eingeleitet und die eine neue Situation g e s ch a s s e n hätten. * Die Abgesandten Hitlers haben sich zu den Deutschnationolen begeben Sie haben um die Gunst Hugenbergs gebeten und chm den Wunsch übermittelt, die Deutschnationalen in die preußische Regierung einzubeziehen. Ein richtiggehender Bürgerblock vom Zentrum bis zu den Deutschnationalen ist das Ziel. Alle Agitation?- reden der Nationalsozialisten gegen die Reaktion enden mit einer Verbeugung vor Hugenberg. Hugenberg soll helfen Er soll mit deutschnatw- nalen Ministern die Verbindung zwischen Preußen- kabinett und Reichskabinett herstellen, und damit die Nationalsozialisten vor dem direkten Eintritt in die Schleicher-Regierung bewahren Es ist selbst- verständlich, daß in diesem Falle die National- sozialisten ein Tolerterungsversprechen im Reiche abgeben mühten. Es gäbe dann«inen offenen Bürgerblock in Preußen und einen leicht verhüllten Bürgerblock im Reich. Die Demschnationalen letzen sich(tun den Nationalsozialisten gegenüber aufs hohe Pferd, und das ist begreiflich! Wenn Hitler chre Einbeziehung ui eine preußische Regierung wünscht, so können sie sagen: aber bitte, w i r regieren doch in Preußen, mehr können wir niemals«rhosten, als wir jetzt erhalten! Herr K e r r l ist zu den„feinen Leuten" gegangen. Noch gestern höhnte die nationalsozta- listische Provinzpresse in Wort und Karikatur über den„Äuchenzwerg" und die deutschnationalen Reaktionäre. Das wird so schnell verstummen wie seinerzeit das Geschrei gegen die„romhörigen schwarzen Separatisten und Landesverräter". Wo bleibt das.Llettungsprogramm" Hitlers, wo sein Vorschlag an den Reichspräsidenten, den der„Angriff" täglich b's zum Erbrechen seinen Lesern vorsetzt? Wie wäre es, wenn Herr Goeb- bels statt dessen künftig die untertänigen Vorschläge Hitlers an Hugenberg veröfsentlichen würde? Eine ganz gewöhnliche Bürgerblockpartei, die einen Kuhhandel mit den schlimmsten Reaktiv- nären im Hugenberglager anfängt— das ist die NSDAP.! Was bleibt da von den geschwollenen Phrasen übrig? Reue Verordnungen! I Winterhilfe— Arbeitsbeschaffung— Repubükschutz Die mehrstündige kabiueltssihoug vom Vlillwoch brachte als wichtigstes Ergebnis den Beschluß der Reichsregierung, die Tariflockerungs- verordnung vom 5. September 19ZZ außer Kraft zu sehen. Damit ist den Wünschen des Reichstages Rechnung getragen. 3n der Frage der Steuergutscheine sind irgendwelche weite- ren Mahnahmen der Reichsregierung nicht de- absichtigk Die Winterhilfe wurde ein- gehend behandelt, aber die Beratungen noch nicht zu Ende geführt, hier werden d!e zu- ständigen Steven für die nächste Kabinettssihung am Sonnabend eine Verordnung ausarbeiten. die dann vermutlich sofort in Kraft gesetzt wird. Weiter wurde der Bericht des Reichsauhen- mlnihers über die Genfer Verhondluugcu enl- gcrengenommen und vom Kabinett gebilligt. Eingehend erörtert wurde die organisatorische Gestaltung der Arbeilsbeschafsnag. Der Arsgabenkreis des Reichskommissars für Arbeils- destzassung wurde genau festgelegt. Er wird durch eine Verordnung des Reichspräsi- denlen in den nächsten Tagen verösfentlichl werden. Für die Arbeilsbeschassung stehen 640 Millionen aus nicht begebenen Steuergut- scheinen und 350 Millionen aus dem allen Arbeitsbeschafsungspian der Regierung zur Ver- sügung Zu dieser Milliarde soll noch eine weitere halbe Milliaide erst beschafft werden. Innerhalb des Reiche kabinetts soll ein Ausschuh für Arbeitsbeschassung gebildet werden, dem der Reichskommissar Dr. G e r e t e seine Au- regungen gibt. Ein weiterer Ausschuß im Kabi- nett wird sich im besonderen mit der Siedlung und der O st h>> s e befassen. Er soll unter Lei- tung des ReichseroShrungsmiuisters stehen. Die Einführung des w e r t s a h r e» für SW- den'en zum 1. April 1333 wurde abgelehnt, da die technischen Vorbereitungen dafür noch nicht gegeben sind Man will versuchen, die Studenten nach Möglichkeit in de- freiwilligen Arbeitsdienst einzugliedern. Die nächste Kabineklssihung am Sonnabend wird sich in der Hauptsache mit der Winterhilfe befasien und mit einer Verordnung des Reichs- Präsidenten, die an Stelle des Republik- fchuhgefetzes tritt, das mit dem 31. Dezember abläuft sowie auch an die Stelle aller politischen Holverordnungen, seit dem 14 Zuni 1932, die durch diese neue Verordnung erseht werden sollen. Amnestie und Reichsrat Emtseheidimg auf Dienstag vertagt Die Reichsrats-Ausschüsse berieten am Mittwoch unter Vorsitz des Relchsjustizministers Dr. Gürtner das vom Reichstag mit verfassungsändernder Mehcheit beschlossene A m n e st i e g e s e tz. Eine endgültige Entscheidung konnten die Ausschüsse jedoch noch nicht fällen, es findet vielmehr eine zweite Lesung am nach st en Dienstag statt. Das Amnestiegesetz kann des- halb in der Dollsitzung am heutigen Donnerstag vom Reichsrat noch nicht verabschiedet werden. Eine neue Vollsitzung, dann voraussichtlich die letzte vor Weihnachten, ist für diesen Zweck für Dienstag abend in Aussicht genommen. Im Reichsrat besteht jedoch die feste Absicht, noch rechtzeitig vor Weihnachten die Ent- scheidung über die Amnestie herbeizuführen. Regierung Held will Einspruch erheben München, 14. Dezeyrber. Der bayerische Ministerrat hat be- schlosien, gegen das vom Reichstag angenommene Amnestiegesetz im Reichsrat Einspruch zu er- heben. Um das zu verhindern, haben die Ratio- nalsozialisten ihren schon vor Monaten im Land- tag eingebrachten, bisher aber noch nicht erledigten Amnesiieantrag für dos Gebiet des Freistaates Bayern wieder ausgenommen. Der Landtag wird diesen Antrag am Donnerstag mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und National- sozialisten annehmen und der Geschästsregie- rung Held damit das Recht absprechen, im Reichs- rat gegen das Amnestiegesetz Einspruch zu er- heben. Mandschurischer Friede Japan provoziert auLland weiter Genf. 14. Beznnbet. Die chlnesifche Delegation beim Völkerbund gib! bekannt, daß w der Mandschurel vom 18. September 1931 bis zum 5. Dezember 1932 von den Zapanern 12026 Zivilpersonen, 20 214 Soldaten, 391 Polizisten und 25 618 Freiwillige getötet worden sind, insgesamt 58 248 chinesische Staats- bürger. Japanische Hetze gegen ItuQland Tokio, 14. Dezember. Bei einer Pressebesprechung äußerte ein Ver- treter des japanischen Außenmimsteriums. daß die Wiederausnohme der diplomattschen Beziehungen zwischen Rußland und China die japanische Oefsenllichkeit befremde. Die Bereitwilligkeit Chinas, seine diplomatischen Beziehungen mit Rußland wiederherzustellen, je, geradezu unoer- stondlich und werde China noch teuer zu stehen kommen. China habe damit eine große Chance aus der Hand gegeben, die zu einer Aenderung der Haltung der Großmächte(!) gegenüber China hätte führen können. Der Redner kritisierte in scharfen Worten Sie Er- klärung L i t w> n o w s zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen und betonte, daß Japan sich dadurch bedroht fühle. Das japanische Kabinett beschloß die russisch- japanischen Nichlangrtfjsverhandlun- gen auf unbestimmte Zeit zu oertagen. Schule in Gefahr! Soll das Aufbauwerk zerstört werden? In Berlin gehen täglich über 360 000 Jungen und Mädchen in die städtischen Schulen. Eltern und Lehrer dieser jungen Menschen sind in den letzten Tagen in höchstem Maße neu beunruhigt worden durch Nachrichten, nach denen die zuständigen staatlichen Stellen einen neuen Anschlag auf das Berliner Schulwesen planen. Man befürchtet allgemein eine neue Heraufsetzung der Klassen- frequenz und damit einen neuen Massen- abbau des Lehrpersonals. Mit allem Nachdruck wollen wir deshalb schon jetzt, wo das Machtwort der preußischen Kommissare noch nicht gesprochen ist, aus die schweren Gefahren hinweisen, die dem Berliner Schulwesen aus den geplanten staatlichen Anordnungen erwachsen. Ein Stellenabbau von 1100 Lehrkräften war der Stadt Berlin schon früher auferlegt worden. Es war daher in den letzten zwei Iahren unmöglich geworden, iungen Lehrern, die schon sechs bis zwölf Jahre tm Dienste der Stadt stehen, zur Anstellung zu verhelfen. Dieser rigorose Lehrerabbau wird mit Ab- laus des Etatjahres durchgeführt sein. Aber schon erwächst der Schule die neue Gefahr, daß vom grünen Tisch aus eine weitere Erhöhung der Klassenfrequenz ver- fügt wird. Es muß anerkannt werden, daß die Reichshauptstadt in dem Bemühen, die Klassenfrequenz niedrig zu halten, Vorbild- liche Arbeit geleistet hat. Doch bereits die Notzeit der letzten Jahre zwang dazu, die Durchschnittszahl der Schüler in den einzel- nen Klassen zwischen 34 und 38 zu halten. Kaum eine andere Stadt in Preußen dürfte auch in so hohem Maße Junglehrer einberufen haben wie Berlin. Trotzdem warten hier noch immer 900 Junglehrer auf Einstellung. Der Staat sollte endlich diese Arbeitskräfte der Allgemeinheit dadurch dienstbar machen, daß er ihnen in der Provinz die Möglichkeit praktischer Betäti- gung gibt. Das hervorstechendste Merkmal des Ber- liner Schulwesens ist der dauernd anhaltende Rückgang der Schülerzahl. Die Gründe dieser Entwicklung liegen in dem Geburtenrückgang und in der Rückwände- rung von Berlin in die Provinz. Nun ergibt sich schon bei einer feststehenden Frequenz von 40 die Unmöglichkeit, neue Lehrkräfte einzu- stellen. Es soll ruhig zugegeben werden, daß selbst eine Durchschnittsbelegung der Klassen mit 40 Schülern unter dem Landesdurch- schnitt bleiben würde. Berlin nimmt aber auch im Schulwesen eine ganz besondere Stellung ein. Der kinderarmen City steht die große Zahl der eingemeindeten Vororte gegenüber, die zum Teil noch ländlichen Charakter tragen Weiter macht es die Tren- nung in evangelische, katholische und weit- liche Schulen unmöglich, die Klassenfrequenz schematisch auf 40 hinaufzuschrauben. Prak- tisch würde die Festsetzung einer Durch- schnittsfrequen�zahl von 40 bedeuten, daß in sehr vielen Klassen 42 bis 45 Schüler vorhanden wären. Es würden sich auch tech- nische Schwierigkeiten einstellen, da viele alte Schulgebäude viel zu kleine Klassenzimmer aufweisen. Alle Gegenwartssorgen dürfen nicht vergessen lassen, daß das neue Berlin auch im Schulwesen Außerordentliches geleistet hat: es wurden dreißig neue Schul- g e b ä u d e errichtet und mehrere Schulen durch Umbauten vergrößert und moderner gestaltet. Wer in Berlin weiß auch, daß es gelang. 110 neue Turnhallen zu schaffen? Die Behauptung kommunalfeind- licher Kreise, daß hier Luxus getrieben worden sei, ist durch die Untersuchung Met-- »öfter Stellen als Lüge gestraft worden. Die Sünden der alten Zeit konnten im Gegenteil nur zu einem geringen Teil gut- gemacht werden, und es ist deshalb zu oer- langen, daß bei einem Arbeits- beschaff ungsprogramm des Reiches der Stadt Mittel gegeben werden, um die dringendsten Renooierungen in den alten Gebäuden vornehmen zu können. Um schlimmste Uebelstände abzustellen, hat sich der Stadtkämmerer gezwungen gesehen, trotz der außerordentlich angespannten Kassentage 20 MV Mark für diese Zweck« freizugeben. Ein Tropfen auf den heißen Stein! Die Abwanderung von den Jnnenbezirken an die Peripherie, die Entstehung großer ge- schlossener Siedlungen, das wilde Siedeln, und der Aufbau der Stadtrandsiedlungen machen die Schaffung neuer Lehr- statten zur dringendsten Pflicht. Die Stadtverordnetenversammlung hat unlängst eine sozialdemokratische Forderung zum Be- schlug erhoben, wonach der Magistrat be- auftragt wird, umgehend ein N o t p r o- g r a m m über die Erstellung von Räumen zur Linderung der Schulraumnot oorzu- legen. Dordringlich muß den Stadtteilen Biesdorf, Mahlsdorf, Johannis- thal, Britz, Stegtitz und Siemens- st a d t geholfen iverden. Dem Bezirk Tempel Hof, der gleichfalls über große Schulraumnot zu klagen hat, soll dadurch Er- leichterung verschafft werden, daß das im jetzigen Bez rk Schöneberg gelegene Gebäude der in Auflösung begriffenen Fichte-Real- schule den Tempelhofern zur Verfügung ge- stellt wird. Der bei den Volksschulen eingetretene Rückgang der Schülerzahl wat schon früher bei den höheren Schuten zu verzeichnen. Hier setzte die entgegengesetzte Bewegung schon in den Jnflationsjahren ein. Die Abkehr von der höheren Schute war so stark, daß je fünfzig Sexten bei Beginn des neuen Schul- jahres eingezogen wurden. Dadurch wurden fest angestellte Schulkräfte frei, ohne daß eine Entlastung eintrat. Man sollte endlich einen Weg finden, um mangelhaft belegte städtische und staatliche Gymnasien in den einzelnen Bezirken zusammenzulegen Die allgemeine Rot hat dazu geführt, daß von dem gesamten Schulgeld-Soll von mehr als 16 Millionen Mark nur noch 50 Prozent wirklich einkommen. Die Hälfte der gesamten Aufwendungen, für die höheren Schulen wird also voll von der Stadt ge- tragen, wobei man bedenken muß. daß das bezahlte Schulgeld auch nur ein Drittel der Kosteii darstellt, die für jeden höheren Schüler aufgebracht werden müssen. Auch diese Entwicklung bestätigt nur die Richtig- kelt der sozialdemokratischen Forderung aus unbedtngte Äufrechterhaltung der sozialen Schulgeld st äffe- I u n g. Unter allen Umständen mutz auch in der gegenwärtigen Clendszeit dem befähigten Kind des mittellosen Arbeiters und des Er- mervslosen die Möglichkeit des Ausstiegs bleiben. Das im Interesse der Gesamtheit der Bevölkerung geleistete Aufbauwerk im Per- liner Schulwesen darf nicht durch schematische Anordnungen irgendwelcher staatlichen Stellen sinnlos zerstört, es muß vielmehr unter Anspannung aller Kräfte hinüber- gerettet werden in eine bessere Zeit. Der Gegenangriff der Schuldner Frankreichs Kampf ansage an Amerika Der dramatische Beschluß der sranzösischeu Kammer, die Zalstungeii an Amercka zu oer weigern, hat mit sähem Ruck den Schleier von dem verworrenen Komplex der kkstgksch"ld«n ge- rissen. Zum ersten Male hat in sen« historischen Nachtsitzung vom 13. Dezember die Volk-vertre- tung eines europäischen Schuldnerstaates mit erdrlckrnder M-hrheit gegen den Kriegsschulden- mahn rebelliert und dem W e I t g l ä U b i- g e r jenseits des Ozeans den Kampf angesagt. Die Krise der Kriegsschulden ist da! Sie war schon im Verborgenen vorhanden, aber jetzt ist sie zum Ausbruch gekommen, wie vor einem Hahr die seuische Reparation«- k r i s e. In Deutschland, da« zwölf Sahr« unter dem furchtbaren Druck der Reparationen gestanden hat. sollte man die Entwicklung, die die unselige Kriegsschuldenfrage jetzt genommen hat. be- grüßen, anstatt Frankreich, wie die» in der Rechtspresse geschieht, mit hämischen Glos- sen zu bedenken. Jahrelang hat Deutschland a>» Hauptschuldner des verlorenen Kriege« mit seinem Argument, daß die Heraurpressunp von Milliardenwerten und Ihre Uebertragung ohne jede wirtschastliche Gegenleistungen den Ruin der Welt bedeuten müsse, einer Einheltsfroni der Keieg-gläubiger gegenübergestanden. Lange, allzu lange hat es gedauert, bis man in England und noch viel später in Frankreich leqrlfsen hatte, daß Re- parationen und Kriegsschulden einen chronischen Kkisenherd darstellen, von dem die Weliwlrtschasi immer von neuem infiziert wird. Aber nmn degreift die Beveutung ttt letzten Wochen erst in oollem Umfange, wenn man einen Blick aus den d o r n i g« n W e g seit 191V zurück- wirst. Welche Entwicklung seit dem Autspruch des französischen Finanzministers Klotz, daß der Deutsche alles bezahlen werde, seit Spar, dem Londoner Ultimatum. Dawes. Roung und ßHieß- (ich Lausanne! Welche Rechtfertigung der beut- schen Revisionssorderungen in der Reparatians- frage, wenn der setzt gestürzte stan'ösische Ml- nisterpräsl�nt H e r r I o t erklart die ZaHl'mg ow Kriegsschulden gleiche einer Schiffahrt, die nur auf der Hinreife Frack-t sübre, zurück aber»eer fahre. Eine solche Schiffahrt aber sei zum Tode verurteilt! Läßt sich aber die Valksbeweguna. die ln Frank- reich und England gegen die Kriegsschuldenzahlun- gen immer mehr um sich greift, nur daraus er« klären, daß man selbst nicht mebr zahlen will, weil Man von Deutschland uiid seinen anderen Schuldnern nichts mehr erbälk? Sicherlich nicht! Die Oeffentlichkeit empört sich dagegen oaß heilte, 1Z Jahre nach dem Weltkrieg, wo;t allen Ländern»in Erdrutsch der Preis« stattgejui'0en dat. Zahlungen geleistet werden sollen, die auf Phantasiepreisen beruhen. Man muß sich einmal kurz vergegenwärtsgon, worauf diese Kriegsschulden an AmerUi basieren. Amerika war während de« Kriege« eine einzig« große Fabrik für Kriegsmaterial. Es lieierie Granaten, Kanonen, Stache'draht. Äutomadiie und Kupfer, Gummi und Bekleidung Getreide und Ktmferven, kurzum alles, was die Millionenheere der Entente zur Kriegsführung gebrauchten. Wir wissen in Deutschland aus eigener Er- fohrung, was bei Kriegslieferunoen heraus- kam und wie kriegsgewinne entstanden. Klagges auf der Kippe WlZtranen mit StlmmengUlchhelt abgelehnt Eigener Betttfit de» statt, tältUe" vraun schweig. 14. Dezember. Dank dem jämmerlichen Verhallen der bürger- lichen Wittel- und Rechtsparteien ist heule abend im Vraunschweigischen tondiag nach einer fünf» stündigen Debatte der sozialdemokratische Zlliß- billigungsontrag mit Kiimmengleichheit, nämlich mit 20:20 Stimmen abgelehnt worden. Für den Antrag stimmten die Sozialdemokraten, die KPD. und der Jungdeutsche Schräder, der nach der Abtehuung für einen volkspartei- lichen Antrag stimmte und damit dessen Annahme ermöglichte. Dieser Antrag verpsltchtet Klagges zu nichts, sondern stellt es in sein Ermessen, den Hochschulkanflikt„zu einem flst beide Teile de- sriedigenden Ausgleich zu bringen". In der vor- ausgegangenen, stellenweise recht stürmisch v«k- lansenen Aussprache hatte der sozialdemokratische Abgeordnete Riete mit dem Spitzel- und DeiuMziantensystem im Hochschulwesen unter der Aera Klagges Abrechnung gehatten. Der soziaidemskratifche Redner betonte, daß der Nazi- minister sowohl die Hochschul- wie die Reichsnerfassung verletzt und sein« 'Amtsgewalt mißbraucht habe. Die Disziplin an der Hochschule werde nicht dadurch gefördert, daß die Ra.zsstndenten von 8 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags fti den PorlesiiNgen sich den Anordnungen der Hochschuldehörden widersetzten, um dann ab 3 Uhr nachmittags sufdemHoch- schnthaf militärisch von S«. Leuten geschliffen zu werden. Die Hochschulen gebären nicht in die Hand eines Klagges. Dessen Verteidigungsrede war auffallend matt und tn der Form außerordentlich gemäßigt. Immer wieder entschuldigte er sich, daß er nicht den Konflikt ausgeiäst und gewollt habe. Seine Maßnabmen seien von vor ii der- gehendem Charakter und nur zur Wah- rung seiner Autorität nötig gewesen. Der deutsch- nationale Fratttonsführer, Professor Roloff, gab offen zu, daß seine Partei an einer Vertiefung des Konflikts kein Interesse habe, d. h.. im Augen- blick eine Regierungssprengung und Landtagsauf- lösung noch für verfrüht ansieht. Die Nazi- fraktion wurde schließlich noch von dem sozial- demokratischen Abgeordneten T h l e l e m a n N ge- zwungeu. von dem Auftreten des Naziadgeord- ucten Dr. Zinßer abzurücken, der kurz vor der Abstimmung nochmals eine Solidaritätserklärung der nationalsozialistischen Altakademiker für Klagges und mit Beschimpsungen gegen den Rektor verlesen hatte. * 3« der vormiltagssiyunq rill der deutsch- nallonale Minister Dr. KÜchenlhal eine Attacke gegen den„Uorwärk," wegen dessen Berich, über den hassetselder Zustljskondal. Er unterstellte nns tendenzlöse Fälschung, flt« war dem Abgeordnete» Thiele» mann ein Deichte«, nachzuweisen, daß die in unserem gestrige« Berich, gemachten Anoadeu« i< dem Akleninhal,«öllig überein- >k i m m e n. Dr. Küchen, ha, bewies mit leinen naiven Anklagen erneut, daß er al« zuständiger Restorlminister«alsächNch völlig unorientiert ge- wesen ist. Jeder kriegsührend« Staat entwickelte angesichts de« unheimlichen Vernichiungeprozesses an den Fronten e neu derart rieslg-n Bedarf, daß er jeden Preis zahlte, wenn er nur Liefe- rung-n erhie't. Die Knezslieleranlen halten tf nicht nötig, ihre Preise zu kalkulieren, sie tonnten al« Monopolisten die Preise diktieren Und daß die Amerikaner als umworbene Weltlieferanten die Gunst der Lage weidlich aus- genutzt haben, läßt sich au« französischen und englischen Parlamentsakten hinreichend belegen. E« mußte aber erst zu dem hemmungslosen Preisverfall in der Krise, zu der Verödung des Welthandel« und der rigorosen Absperrung von Land zu Land kämmen, um den Zah'snwirrwarr um die Kriegsschulden ins Grenzenlose steigen zu lassen. Die Kriegeschulden von England, Frank- reich, Italien und Belgien an die USA. betrogen rund 11 Milliarden Dollar. Das ist aber nur der Gegenwartswert zur Zeit der getroffenen Schuldenabkommen. Bei England zum Beispiel beträgt die Schuldverpslichtunq laut Abkommen 4.6 Milliarden Dollar, e« hat aber mit Zins und Finieszlns in SZ Jahren etwa 1t Milliarden Dollar zu leisten. Als England seinen Schuldoertraq mit Amerika abschloß, stand der Index der Groß- handelsareise auf 132 Prozent. Zur Zeit steht er auf 34 Prozent, das heißt, die Schuldenlast hat sich oerdoppelt, denn es muß die doppelte Menge Waren zur Bezahlung produziert werden. Um den weltwirtschaftlicben Irrsinn zu voll- enden, lehnen«« aber die G'äublgerländer ab, sich mit Waren bezahlen zu lassen. Diese bittere Erfahrung mußte schon Deutschland machen. So hat sich der Weltg>äubiger Amerika mit einem Ring von Schuhzöllen umgeben, der IN wirkungsvoller Weife die europäische Ware vom einheimischen Markt absperrt. E« gibt aber nur zwei Arten von in!e. nationalen Zahiun- j«v die Zahlung in Süd oder in Waren. Da sie USA bereits.m G Ide ersticken und Europas Gsldoorräte— vvn Frankreich abgesehen—■ deren« in den Tresoren jenseits des Ozeans ruhen, bleibt die Warenlieferung �ie einzig gangbare Münze. Mit welchem„Ersgige" sich die Vereinigten Staaten gegen die Annahme dieser Zahlungen sträuben, beweist, daß England vor acht Jahren nur den Wert von sechs Mona- tcn USA.-Exvort benötigte, um ein« Jahres- rate feiner Kriegeschulden zu bezahlen.. In- zwischen Ist infolge der amerikanischen Ab- fperrungzpolitit Englands Ervort nach den USA. derart geschrumpft, daß Großbritannien den Exportwer t von vier Jahren benötigt, um eine einzige Jahresrate seiner Kriegsschulden zu zahlen. Di« grenzenlos« Verwirrung, die Reparationen und Kriegsfchiildsn in den internalionalen Iah- lungsmechanismus gebracht haben, wird durch diese Ziffern grell beleuchtet. Der k a p i t a l i st i- schen Welt dämmert erst jetzt die Erkenntnis, daß sie sich immer enger in das Netz der Welt- kris« verstrickt, wenn man sich nicht rücksichtslos von den bisherigen Methoden der Bezahlung der Krisgskostsn freimacht. Zehn Jahre ist es her. daß in Frankfurt die Sozialistische Arbeiter-Znternalionale ihre Entschließung gegen Kriegsschulden und Re- parationen faßte. Hätten die polltischen Macht- haber für diese Stimme der werktätigen Massen ein Ohr gehabt, es wäre der Welt das schlimmste Elend dieser Krise erspart geblteben. Lebrun auf der Suche l-eon ölum kür neue Linkvregierung Eigener Berkhi de»„Voreoirtt" Varl«. 14. De.z«mber. Der PräslfteiU der Repudlik Ledrun empfing am Mittwoch zur L ö s u n g d s r R e g i e r u n g s- k r i s e die Präsidenten des Senat» und der Kam- mer, sowie die Vorsitzenden der Finanz- und der Auswärtigen Ausschüsse der beiden Häuser, dann die Vorsitzenden der großen yraktlvnen. darunter den Führer der Radikalen im Senat BieNnenv- Martin, den Sozialistensührer Leon Blum, den Vorsitzenden der natlonallstlschen Fraktion Im Senat Okdinaire und den Abgeordneten Tardieu. Vorsitzenden des republttanlfchsn Zentrums. Di« meisten von Lebrun befragten Persönlichkeiten sprachen sich für die Wiederernennung H e r r i o t s aus, da er nicht einem politischen Votum, sondern sin«,«..technischen Unfall" zum Opiet gefallen sei und unter den gegenwärtigen schwierigen Umständen am besten die Interessen Frankreich, verteidigen könne. Leon Blum erklärte nach seiner Unterredung mit dem Präsidenten, er habe Ledrun noch nicht die Persönlichkeit angeben können, die für die Neubildung See Ministerium» am besten geeignet sei, da die sozialistische Fraktion noch nicht zu der Lage Stellung genommen habe. Aber er habe sich dem Präsidenten gegenüber energisch gegen jede„konzenlraiion" ausgesprochen, die bei der gegenwärtige« parla- mentonschen Lage unmöglich sei. Die Lösung der Krise müßte darin gesucht werden, daß der durch das Kammervotum unterbrochene Kontakt zwischen den beiden wichtigsten Yrak- tionen der Mehrheit, den Radikalen und den So- zialtsten. wiederhergestellt werde, und daß sich die beiden Parteien über die Ausarbeitung eines Programms der sozialen Reformen im Inneren und einer kühnen Friedens- Politik nach außen besonders auf dem Gebiet der Abrüstung einigen. Ueder dt« Schulden- krage habe er sich mit dem Präsidenten nicht unterhalte, r. Der Staatspräsidenl wird zunächst Herriot bitten, die Neubildung des Kabinetts zu über- nehmen. Da Herriot bereits erklärt hat, daß er «inen derartigen Antrag ablehnen werde, wird sich der Präsident nach«mer anderen Persönlich- reit umsehen müssen. Auf wen die Wahl fallen wird, läßt sich zur Zeit noch nicht sagen. Al« Kandidaten«erden genannt Paul Boncour und D a l a d l« r. serner Caillaux und Ehautemp». >Vanim England zahlte tandsa. Ii Dezember. Di« Unterhausdebatte über die Schuldenfrage eröisnete Schatzkanzler N e v i l l e Ehamdersatn in Vertretung des erkrankten Premierminister». Er wie» darauf hin. daß dt« englische Regierung unentwegt für die veselligung de» gesamten Reparallon». und kriegsschuldenszstems eingetreten sei und damit sin« Haltung angenommen habe, zu der sich anders Länder erst unter dem Druck der Tatsachen bequemt hätten. Das Hoooer-Moratorium habe zwar für den Augenblick die Situation, gerettet: die Hann folgenden politischen Ereignisse hätten aber die An- ficht derer bestätigt, die eine Suspension der zwischenstaatlichen Schulden um ein Jahr für u n- genügend gehatten hätten. Durch seinen Mora» torlumevorschlag habe Hoover übrigens den Zu- sammenhang zwischen Kriegsschulden und Re- parationen anerkannt. Die amertkan'sche Re- gierung habe ja auch eine vernünftige Reparations- regelung in Europa zurBorauesetzung einer Revision der interalliierten Kriegsschulden an Amerika gemocht. Ein« Rückkehr zu dem vor dem Hoover- Moratorium bestehenden System der internationa- len Schuldenzahlung sei unmöglich. Eine Verweigerung der Zahlung der am 15. De- zemder fälligen Rate an Amerika komme sllr die englische Regierung deshalb nicht tn Frage. weil sie sich nicht, ohne sich der Unwahrhaftigkett schuldig zu machen, darauf berufen könne, daß die Zahlung für England tatsächlich unmöglich sei. Ein« solche Behauptung hätte ale Rechtfertigung sür andere Schuldenoerweigerungen dienen und so unliebsame Rückwirkungen in der ganzen Welt zeitigen können.(Eine Anspielung aus Australien. Irland und andere Staaten, deren Gläubiger Großbritannien ist. Red.) Die Auffassung, die man in England von der Be- deutung, sei es privater, sei ee öffentlicher Ber- psltchiungen Hab». Hab« eine Zahlungeverweige- rung unmöglich gemacht. Trotzdem dürfe, wie die englische Regierung schon betont habe, die Zahlung vom 15. Dezember nicht als An- erkennung dee vor dem Hoover-Moratorium bestehenden Schuldensqsteme aufgefaßt werden. Nach Chamderlain kam der Abgeordnete der Labour-Party Stafford Gripps zum Wort, der die A b r ü st u n g s p s l l t i k der englischen Regierung tn Genf krttisterte. Cr sagte, eine aktiver« Politik Englande in dieser Frage hätte die Position de» Lande» ln der Schulden- srage gestärkt. Gripps detonte abschlleßend. daß die Arbeiterpartei an der Notwendigkeit einer Schuldenr«vision festhalt«, aber nicht glaube. daß die» durch ein« Zahlung» Verweigerung erreicht werden könne. Wer zahlt und wer nicht? Di« lettländisch« Regierung hat sich nach Verhandlungen mii Amercko«ntschiosl.n, am l». Dezember die fällige A i n» r o t» in Höhe von Iii OM Dollar für die Kriegrschulden zu über- weisen, jedoch Kapital abzablung nicht vorzu- nehmen. Gemäß den Beschlüllen de» Großen Rates hat die ttalienisch« Regierung die sür die Ueberweisung der heut« sälltgen Kriegsschuldenzvhlungen an die Pereinigten Staaten in Höhe von l 245457 Dollar erforderlichen Anwe-jui-gen getrosten. VwWbeWüsse des Landtags Loüialljemolcratiseke �nträze gegen kommissarische Diktatur angenommen Der neue Marius Hugenberg auf den Trümmern der Papenschen Notverordnungen In der Mittwochsttzuna des Landtage verlangte zur Geschäftsordnung Abg. Aasner(SlomnU einen Beschlutz des Landtage» über das polizeiliche Einschreüen gegen die kommunistischen Bezirks» Parteitage in D o r t m u n d und S t e t t i n. Die schuldigen Beamten sollten sosort ohne Gehalt«nt> lassen und unter Haltung de» Starte» für den der APD. entstandenen Schoden herangezogen wer» den Ebenso beantragt Abg. Kasper sofortig« Be» ratung und Annahme eines Antrages gegen das Verbot kommunistischer Geltungen. Di« Antröge wurden gegen dt« Stimmen der Kommunisten abgelehnt. Abg. Kasper beantragt einen sosortigen Bc- schlutz des Landtage-, dah die preußische Smats- rezierung im dieichsral da» Zustande» kommen der Amnestie nicht gefährden, son» dern fördern sollt«.(Zurus bei den Soz.:„3q bicfrm Sinn« hat da» Staal»m!nisterium gestern beschloilen! es steht in allen Zeitungen» Der kam» munistische Antrag wird m namentlicher Abstim» mung mit 280 gegen 7 Stimmen angenommen. Dafür stimmen Sozialdemokraten. Nationalsoria» listen und Kommunisten. Zentrum und Deutsch» nationale enthalten sich der Abstimmung. Abg. Könen(Kam m.) beantragt zur Geschäftsordnung eine sofortige Beschlutzfassung des Landtags, wie sie gegen die Papen-Diktatur erfolgt sei, so auch gegen die S ch I« I ch e r- D I t t a t u r. Das Regime der Kommissare mitzachre die Be- schlösse de» Landtages und vergrötzere die Rot des Volkes Der Antrag wird ohne Widerspruch auf die Tagesordnung gesetzt, aber an den Schlutz der Tagesordnung gestellt, so dah er am heutigen Tage nicht mehr zur Verhandlung gelangt. E» folgt die namentliche Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag aus Wiedereinsetzung des Kabinetts Otto Braun in alle Rechte. 3n der letzten Landtagssihung Im Rovember war das hau» bei der Abstimmung darüber beschluhunsähig geworden, weil Kommunisten und Ratlonalsozia- listeu sich an der Abstimmung nicht beleiligt hatten. heute geben die Kommunisten Eothal- lungskarten ab. wodurch der Landtag be- schluh fähig Ist. Der Antrag wird mit den Stimmen der Sozialdemokratie und de» Zentrum» bei 4Z kommunistischen Enthaltungen a n g e» n o m m e n. Rationalsoziatisteu und Deutsch- nationale haben sich wiederum an der Abstlmmuag nicht beteiligt. E» folgt der soziald»mokratisch« An» trag, all« Regi«runa»mahnahm«n. dt» die Kommissare unter der Bezeichnung al» preutzisch« Staatsminister oder al» preutzisch«« Staatsminist«- rium vorgenommen haben, für ungültig zu erklären, hier beteiligten sich autzer National» sozialisten und Deutlchnationalen auch die Zen» trumsabgeordneten nicht an der Abstimmung: da» hau» wird also wieder beschluhunfahtg. Ein» neu» Sitzung deginnt sofort. Ein sozialdemokratischer Antrag, der die Der- sonalpolilik der Kommissariats- regierung als parteipolitischen INihbrauch der Macht und al« Schädigung der Slaalssinanzen verurteilt, wird unter Stimmenthaltung der Deutschnationalea einstimmig ange- nommen. Ein weiterer soziald»mokratischerAn» trag, der jede Reichereform ablehnt, die Preu» tzen schlechter stellt al« die anderen Länder, wird unter Stimmenthaltung der Deutschnationalen und de» Zentrum» einstimmig angenommen. Es folgt die Abstimmung über«inen kam- m u n> st i s ch e n Antrag, der die Pläne, da» Wahlalter auf 2 5 Jahre zu erhöhen, scharf oerurteilt. Bei der Abstimmung enthalten sich die Nationalsozialisten der Stimme. Der An» trag wird mit den Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten gegen Zentrum und Deutsch- nationale angenommen. Eine ganze Reihe von Anträgen aus hilse für arbeitslose und sonstige aolleidend« Teile der ve- völkerung werden teil» angenommen, teils gegen den Widerspruch der Kommunisten den zuständigen Ausschüsten überwiesen. C» folgt die Beratung eines nationalsozialisti- schen Antrag» auf Freimachung je eine« Auslichte- ratssitzes in den staatlichen Gesellschaften Preog und Duisburger Hasen, den setzt die Deutsch» nationalen innehaben, zugunsten der National» sozialisten. A b g Dr. von waldthausen(D t n.) legt dar, warum nach seiner Auffassung da» Ihm seinerzeit vom Landtag erteilt« Mandat sür dies« Aufsicht»- rate nicht erloschen sei. Das sei sowohl di« Aus» fassung der Staatsregierung wie der Kommissariats- regierung. A b q. Lohse sN a t.» S o z.>: Für dies» Aussichts- ratsplätz« hat der Landtag das Vorschlagsrecht. Nach der Stärke der Fraktionen steht uns der Sitz zu. Wenn man ihn uns nicht gibt, werden wir uns auf andere Welse unser Recht o»rlchafs»n. tBtisall bei den Nationalsozialisten.) Ahg. Leinert(Sox.): Wir bedauern, daß Herr Löhs« nicht näher definiert hat. welch« Mittel autzerhalb der parla- mentarischen Verhandlungen die Herren National» sozialisten anzuwenden gedenken, um sich in den Besiz der beiden strittigen Aussichtsratevlätz« zu setzen.(Grog» Heiterkeit: Zuruf: Da» wird bei den jetzl schwebenden Soalilionsverhandwngea zwischen den Deutschnationaleo und Nationalsozialisten mit erledig«! Erneute Heiterkeit.) Nach unserer Aus» fassung kann entscheidend weder die Auffassung der Regierung noch die Beschlutzsossung der Ge- neralversammlung dieser Gesellschaften sein, son- dern nur da« Gesetz, da» da» Vorschlagsrecht de» Landtage» festlegt und genau umirenzt. Um zu prüfen, inwieweit der Gesetzgeber gewollt hat, daß neben der Stärke der Fraktionen auch der Ge- sichtepunkt berücksichtigt werden soll, möglichst alle Fraktionen im Aufsicht»rat vertreten zu sehen, chlagen wir Ueberweisung der Materie an den Geschäfteordnungsausschuh vor. Abg. Kube(Nat.-Soz.): Wir wollen uns nicht dagegen wenden: aber für unseren Anspruch spricht tlipp und klar die demokratische Logik.(Bei- fall bei den Nationalsozialisten.— Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Der Antrag wird dem Äeschäftsordnungeaus- schütz überwiefen. Nach Entgegennahme einiger Ausschutzberichte vertagt sich das Haus auf Donnerstag 12 Uhr: Aus- schuhberichte namentlich über Fragen der Kultur- Politik. MvdernerGNavenmarkt Redakteure zu verkaufen Im Inseratenteil des„Berliner Tage» blatte»" finden wir die folgende verlockende Anzeige: Alte große Tageszeitung von Weltruf zu oerkaufen. Da die jetzigen Eigentümer ohne Leibeserben sind und sich vorgerückten Alter» wegen in» Privatleben zurückziehen wollen, ist die« i n z> g» artige Gelegenheit geboten, in den Besitz eines hochangesehenen, weit» bekannten Blattes von grötzter inter- nationaler Verbreitung zu gelangen. Die Zei» tung ist hochrentabel. Bilanzmäßig nach- weisbarer und durch beeidigte Buchsachoerstän- dige jederzeit überprüfbarer Jahresgewinn selbst in den letzten WeUkrisensahren 400 000 bis 500 000 GoldMark. Es kommen nur große Konzerne oder inter- nationale Finaazgruppen als Käufer in Be- tracht, da der Verkaufspreis nicht nur dem tatsächlichen Erträgnis, fondern auch dem hohen publizistischen Werte de» Blatte» als anerkanntem Weltblatt« entsprechen mutz. Nur seriöseste Persönlichketten, die sich al« solche durch beste Referenzen ausweisen können, kommen al« Mitteltperson in Betracht. Am besten direkt Beauftragt« der Konzern«, die sich um den Kauf bewerben wollen. Zuschriften unter:„R. B. Millionenobsett" an Rudolf Mass«, Hamburg Zö. erbeten. hier wird also der„hohe publizistische Wert", den die Redakteure und Mitarbeiter durch ihr geistiges Schaff«« hergestollt zu haben glauben, als Handelsware an- gepriesen. Mit Mann und Rotz und Wagen wird der Betrieb losgeschlagen an di«„internationale Finanzgruppe oder die „großen Konzerne", die öffentliche Meinung kaufen möchten. Moderner Sklavenmarkt! heute will der Reichskanzler von Schleicher im Rundfunk sein Programm bekanntgeben. Ihrer Uebung getreu haben die Unternehmer gestern in einer hauptousschutzsitzung des Re ich» ver b a n d e s der Deutschen In» d u st r i e auf die von Schleicher zu erwartenden Erklärungen noch einzuwirken versucht. Wie unter dem Papen-Kabinett üblich, hat auch da« Schletcher-Kabinett seine beiden wichtigsten Fach- minister W a r m b o l d und Graf Krosigk zu dieser Hauptausschußsitzung des Reichsverbandes delegieet. Di« Erösfnungsansprache hielt Krupp von Bohlen und Halbach. Er bezeichnete e» al« erfreulich, daß der Bertagungsbeschlutz des Reichstages die politische Spannung der letzten Zeit erheblich gelockert habe. Nach einem Lob für Popen» Wirtschaftsprogramm kam der erwartete Versuch, das neue Kabinett Schleicher festzulsg«». „Gegenüber der Regierung Schleicher sprechen wir den Wunsch aus", so sagte Krupp von Bohlen und Halbach. „baß sie sorgfältig daraus bedacht sein möge, die Grundlinien des Programmes Popens zu wahren. Abänderunzswünsche dieser oder jener Gruppe mit aller Vorsicht zu behandeln und vor allen Dingen gefährliche tredil- und währungs- politische Experimente zu verhindern." Eine weitere Aussorderung an Schleicher zur Fortführung de» autoritären Kurse» lag tn den Worten Krupp», daß..da» Sl«u«r nicht schwankend, sondern fest, nicht im Zickzackkur», sondern gradlinig, nicht abhängig von Sonder» wünschen der Parteien- und Jnteressentengruvpen. sondern abhängig nur von dem Blick auf« Ganz« geführt wird" Ein« Regierung, di» so handle. könne der Unterstützung und ausbauenden Mit- arbeit der Industrie gewitz sein. Trotz der wlrtschastezerstärenden Folgen der Mord aus Konkurrenzneid Nazi und Oherarntsanwalt Am 7. Dezember 10S1 begegnet« der n a t i o- nalsozialistische Händler Schmidt in Steger», Krel» Schlochau-Grenzmark, dem jüdijchen Kaufmann ho p p. Mit dem Rufe „Hab' ich dich endlich, du verfluchter Jude!" ver- setzte Schmidt dem hopp einen Schlag in die rechte Ohrgegsnd, so datz hopp besinnungslos niederschlug. Der Angegrissene erlitt eine G e- hirnerschütterung, das Leiden ver- schlimmerte sich, er mutzt« nach Berlin übergeführt werden und ist nach langer Liual trotz einer grotzen Operation an den Folgen diese« Schlages g s st o r b e n. Auf die Strafanzeige der Witwe gegen Schmidt hatte der Oberamtsanwalt in Schneide- Mühl, Lütke, den Mut, da» Verfahren einzustellen und dl« unglückliche Frau auf den Weg der Privat klage zu verweisen! Aus Letrsiben der Republikanischen Beschwerde- stell« Berlin hat dann die Staatsanwaltschaft in Schneidsmühl sich der Sache angenommen, so datz Schmidt von dem Schwurgericht in Schneidemuhl nach zwei Verhandlungen vom 0. und 18. Juli 1032 zu drei Jahren Gefängnis ver- urteilt wurde. Der Angeklagte, bei dem Termin gewaltsamen Drosselung der öffentlichen Ausgaben fordert« Krupp von Bohlen und Halbach«ine neue Einschränkung der Lsf entlichen Ausgaben und«ine neu« schnelle und durch- greisende steuerliche Entlastung der W i r t s ch a s t. Die an di« Adresse der Unter- nehmer selbst gerichteten Aussührungen waren gerade kein Zeugnis dafür, daß die Unternehmer hinsichtlich ihrer Wirtschaftssührung ein gutes Ge> wissen hätten. Krupp sprach scharf von dem „bösen Kapitel der Subventionswirtschaft" und gegen„jede Sozialisierung der Verluste"(Worte kosten freilich nicht». Red.) und meinte auch, daß die Unternehmer in der Frage der Direktoren- gehälter selbst das Nötig« tun mützten, um einem staatlichen Eingreifen in der Gehälterfrag« zuvor» zukommen. Papen-Programm soll bleiben Retchswirts chaftsminister Dr. W a r m b o l d beschränkte sich im wesentlichen auf ein« Darlegung der Besserungsfaktoren in der Weltwirtschaft und in Deutschland. Ueber di« Ab- sichten des Schlsicher-Kabinett« sprach er wenig, aber was er sagte, war bemerkenswert und e i n klare» Entgegenkommen gegenüber den Unternehm erwünschen. Er sagte zu. dah Pape»» wirlschastiprogramm durchgeführt«erde, uod Zwar nicht nur hinsichtlich der 1500 Millionen Steuergeschenke und der birher vorgesehenen öffentlichen Arbeit»- beschassung in höh« von etwa% Milliarden. sondern auch hinsichtlich der In Steuergutschemen zu gewährenden EiastilluagiprämirnI Dt« Lohnsubvention van 400 Mark sährlich soll also sörtgezahtt werden. Dabei wurde freilich «ine klein« Einschränkung gemacht. Warmbold Meint«, daß sich erst ab Ende dieses Jahres über- sehen lasse, tn welchem Umfang di« Steuer- gutschein« für Beschäftigungsprämien zum Zuge mit Hitlerhemd und Hakenkreuz bekleidet und von dem nationalsozialistischen Rechtsanwalt Fiebing aus Flatow verteidigt, bestritt zwar die Tat, kannte aber durch eine Reihe von Zeugen und vor allem durch mehrere Sachvsrständigengut- achten einwandfrei überführt werden Die von dem Angeklagten eingelegte Revision hat da» Reichsgericht unter dem 3. Oktaber 1032 als unbegründet verworfen. Interessant sind die Motive dieser Tat: Die Geschäfte des Angeklagten Schmidt gingen immer weiter zurück, weil er sich fast ausschließlich mit der nattonalsozia» li st ischen Propaganda beschästtgte, so dah er sogar schließlich Wohlfahrtsunterstützung in Anspruch nehmen mußte, während der über» fallen« Kaufmann hopp und seine Frau, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreuten, ruhig und unbe- kümmert ihren Geschäften nachgingen. .So sresfen sie. so saufen sie!" schrieb die kam- munistische„Hamburger Volk, zeitung" unter ein Bild vom Ball der ausländischen Press« in Berlin. Man sah ein paar Damen und Herren an wohl- gedecktem Tisch, unter ihnen, deutlich erkennbar —— Frau E h i n t s ch u ck, Gattin des Sawset» botschafters in Berlin! komme», weil erst dann festgestellt werden könne, ob und in welchem Umfange etwa noch«Inge- stellte Arbeitskräfte wirklich durchgeholten werden konnten. Warmbold erklärte weiter, daß das bis- herige Arbettsbeschofsungeprogramm durch eine zusätzliche Arbeitsbeschaffung ergänzt werden soll. Es dürften dabei aber nur solche Arbeiten gefördert werden, die volkswirtschastllch nützlich sind und aus dem Zukunftsertrag verzinst und getilgt werden können Die Arbeiten sollten vorzugsweise und in der Regel an Unterneh- mer oergeben werden, und in der Regel sollen auch nur kurzfristige Arbeiten durchgeführt werden, die man drosseln und abbrechen kann, so- bald die privat« Wirtschaft in da« erstrebte größere Volumen hineingewachsen sei. Arbeitebeschaffung dürfe nur Notmatznahme sein und nicht zum Selbstzweck werden. Die Finanzierung müsse in einer Form erfolgen, die in keiner Weise die Währung gefährden darf. Innerwirtschaftlich seien die Problem« der Kommunalfinanzen und der Bilanzbereinigung oordiinglicher Natur, vor allem aber sei Rückkehr des Vertrauen» und der Ruhe erforderlich. Auch der Reichsfinanzminlster. Graf Schwc- r i n von Krosigk, sagte nur, was den Unter- »ehmern angenehm war. Die Unternehmer Habs» sicher gerne gehört, datz der Reichsftnanzminister des Schleicher-Kabinetts seinen Vorgängern den Vorwurf machte, datz sie während der guten Zeit keine Reserven angesammelt hätten, und dah sich das setzt räche, wo in den Etat« von Reich. Ländern und Gemeinde»«ine Verschlechte- rung von rund 10 Milliarden Mark zu vetzeicknen sei. Trotzdem meint« der Reichssinanzminister leichthin, daß es nicht leichtsinnig gewesen sei. den Weg der Vorbelastung kommender Etats durch die Gewährung von Steuergutscheinen zu gehen, da e» sich bei dieser Vorbelastung ja nur um 300 bis 500 Millionen Mark pro Jahr hon- dele. Immer wieder mutz man de» Opttmtemu« diese» Neichisinanzmtnister» bewundern! Unternehmerdruck aus Schleicher E!iie Rede Warmbolds— Die Einstellungsprämien bleiben Radikalifierte Arbeitslose Von dem Leiter eines Arbeitsaintes wird uns geschrieben: Sechs Millionen arbeitsfähiger und arbeitswilliger Menschen sind im Durchschnitt der letzten zwei Jahre ständig arbeitslos gewesen. Die Zahl der von der Arbeitslosigkeit überhaupt Betroffenen dürste unter Verücksichiigung der m de- stimmten Verussgruppen stark in Erscheinung tretenden Fluktuation nach vorsichtigen Schätzun- gen in der gleichen Zeit Ivbisll Millionen Menschen betragen haben. Die Arbeitslosen sollen nach dem Gesetz sür Ar- beitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung von den Arbeitsämtern betreut werden. Durch die langanhaltende Arbeitslosigkeit ist der Schwer- Punkt der Arbeit in den Arbeitsämtern aus die Unterstützungsabteilung verlegt. Die B e- t r e u u n g setzt nun besonders intensiv nach mitunter recht sonderbar anmutenden Vor- schritten ein. Der gehetzte und zermürbte Arbeitslose soll nach Ansicht hoher und höchster Amtsstellen„erzöge n" werden. Er soll Formulare ausfüllen mit 20 und mehr Fragen. Doppeil und dreifach soll er das tun. Beweismalerial muß er beibringen: Beschetnigun- gen über Arbeiteverhältnisse. Verdienste, Kranken- kasienzugehörigkeit usw. Er soll Angaben auf- zeichnen über die Familienangehörigen. Auch hier wieder Bescheinigungen von den verschiedensten Arbeitgebern, bei denen die Familienangehörigen (Vater, Mutter, Großvater und Großmutter, Brüder, Schwestern. Schwager, Kinder und andere ihm nahestehende Personen) beschäftigt sind! Nach Ablauf der Wartetage bemüht sich der Arbeitslose um die Erlangung der ihm zustehenden U n t e r st ü tz u n g. Er kennt nicht die Schwierig- leiten, die sich aus der Amtshandlung hinter den Kulisjeu ergeben Da gibt es— wie überall bei Be- Hörden— einen Haushalts- und Stellenplan, der einzuhalten ist. Dieser Plan richtet sich nach einer sogenannten H ö ch st b e l a st u n g s z a h I in den einzelnen Arbeitsämtern. In ihm sind auch Mittel enthalten für Zeith ilsen. um bei lieber- schreitung der Höchstbelastungszahlen Hilfe zu haben. Diese Mittel reichen bei weitem nicht aus. Die Höchstbelastungszahlen haben sich in den großen Aemtern trotz aller Revisionen als un- haltbar erwiesen. Zahllose Ueberstunden wurden und werden von den Angestellten der Arbeitsämter und Wohlfahrtsämter geleistet. Bezahlung? Danach fragt in den meisten Fällen kein Mensch mehr. Wer unter dem Druck einer hungernden Masse steht, schützt sein Leben am besten, wenn er die am längsten wartenden Arbeitslosen befriedigt, d. h.. wenn er ihnen sagen kann, daß sie Unter- ltützung erhalten oder welche Gründe zur Ab- lehnung führten. Die Massen sollen erzogen werden! Wer von den„oben" hat schon einmal Massen ..erzogen"? Waren zur Zeit der praktischen Be- tätigung dieser Persönlichketten in den Arbeits- ämtern überhaupt schon Massen in der Zahl von heute auch nur vorübergehend arbeitslos? Waren die Vorschriften im Vergleich zu heute nicht wohl- tuend einfach? Wurde die Arbeitsvermittlung nicht erst später mit der„Pendelkarte für alle" bedacht, damit„der ganze Mensch ersaßt" werden kann? Gewiß, man bringt sehr viel Erlasse und Verfügungen heraus, um das Personal anzuweisen, die sich ewig ändernden Bestimmungen auch richtig anzuwenden. Aber wo in aller Welt gibt es ähnliche Belastungen sür die Angestellten? Weiß man„oben" z. B., wie der Faktor Masse Mensch in die Berechnung einzustellen ist? Während der mit den Schwierigkeiten kämosende Angestellte hinter den Akienbergen im Schweiße seines Angesichtes immer mehr erlahmt, warten nor den Türen die Arbeitslose» aus den Bescheid über chren Unterstützungsantrag. 3, 4, 5, b, ia 10 Wochen und noch länger warten die Arbeitslosen. Tag sür Tag spielen sich gräßliche Szenen ab. Wovon sollen sie leben? Die Wohlfahrtsämte r müssen einsvringen. Sie tun es zwar, aber wer kennt diesen Leidens- weg für den Hilfsbedürftigen? Gibt es doch in den Großstädten heute mehr Wohlfahrtserwerbs- lose als Empfänger von Arbeitslosen- und Krisen- Unterstützung. Darum auch hier mindestens die gleichen Schwierigkeiten wie bei den Arbeits- ämtern Wer Jahre hindurch diesen Zustand beobachtet hat, ist weih Gott nicht erstaunt über die Ra- dikalisierung so vieler Menschen. Sie sehen die Zustände an als eine gewollte Schika- n i e r u n g. Wer Stunden um Stunden in dunklen Räumen, in stickiger Lust, bei Schimpfen und Fluchen der Notleidenden aus die heutige Zeit, verbringt und dieses Spiel mit Menschen dann oft wochenlang mitzumachen gezwungen ist, �r�eitsämDsr als Folterkammern der wird nie Anhänger dieser Staatssührung sein und werden. Wer sieht und fühlt, wie aus der Zersplitterung in der Fürjorge sür die Arbeitslosen die Bedürftigen körperliche und seelische Qualen erleiden müssen, der kann mst diesen Methoden nicht einverstanden sein. Diese sozialen AenUer müssen durch die oberen Stellen den Zeitverhältnissen schneller und besser angepaßt werden, sie müssen„wendig" und von allem unnützen Ballast besrest werden: ewige Statistiken, kleinliche Handhabung bei Auf- nähme und Erledigung der viele Millionen be- tragenden Unterstützungsamräge jährlich(nach 13 Wochen Bezug jetzt stets ein neuer Antrag!). Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, kann es täglich beobachten: Durch die zum Leben völlig unzureichenden UMerstützungssätze, die langen Wartezeiten, die starke Verzögerung der Antragsbearbeitung, kleinliche Hilfsbedürstigkeits- Prüfung ufw blühen Geiegenhe'ts- und Schwarz- arbeit wie nie zuvor. Die geistig und körperlich regen und deshalb für die Wirtschaft noch be- sonders wertvollen Reservekräste suchen nach Betätigung, sie suchen nach Erhaltung ihres Skückchen Kulturlebens, das sie sich in mühsamer jahrelanger Kleinarbeit durch ihrer Hände Arbeit erobert haben. Wer z. B. jetzt mit erlebt, wie die Zählung der Wohlsahrtserwerbslosen nach An- ordnung höchster Stellen den halben Betrieb in der Arbeitsvermittlung der Arbeitsämter lahmlegt, wie Wohlsohrts- und Arbestsamt wegen der nun einmal verschiedenartigen Organisationen auch in diesem Punkte gerade in den Großstädten schwerlich übereinstimmen können, der hat einen kleinen, aber deutlichen Beweis dafür, daß der zwischen den Aemtern hin- und herpendelnd« Ar- beitslose an der öffentlichen Verwaltung irre werden muß. Er schimpft aus den Staat, aus die Gesetzgebung, aus die armen Geschöpfe an der„untersten Stelle", die wiederum keinen Aus- weg schaffen können dank auch der Haushalts- und Personalpolitik höheren Orts, die den unteren Stellen Unmögliches zumutet. Es kann etwas getan werden, das vielleicht keine besonderen kosten verursacht: Mit dem Menschen weniger experlmenkleren. Das Formularwesen kann wesentlich v« r- e i n s a ch t werden, die gesetzlichen Bestimmungen können eindeutiger und klarer zusammengefaßt sein. Die Zentralbehörden müssen über alle Sonderbestrebungen hinweg sehr bald zu einer Bereinigung der gesamten Betreuung der arbeitsfähigen und arbeitswilligen Menschen an einer Stelle kommen. Die sür die Betreuung zuständige Behörde muß genügend zuverlässige und für Umgang mit dem Publikum vorgebildete Kräfte halten, die n'cht nach einem ausgeklügelten Akkordsystem die Menschen ständ'g abschieben, sondern die mehr Wert auf verantwortliche Betreuung zu legen haben. 5?o!zarheiSer-Nvt 99»9?roztent Arbeitslose im Sommer Man kann die ungeheure seelische und materielle Not nur ahnen, die sich hinter den Zah'en verbirgt, die der Bevollmächtigte der Berliner Holzarbeiter. Genosse Freigang, in der Generalversammlung des Verbandes am D'enstag im Gewerkschaftshaus über die Arbeits- loflvkeik und Kurzarbeit der Holmrbeller während des dritten Quartals bekannt gab. Am 3». Juni waren auf dem Arbeitsnachweis für dos Holzgewerbe ZK 556 Arbeitsuchende eingetragen, am 3l Juli 28 116 und am 30. September 26 551 Der Rückgang gegenüber dem Höchststand Ende lluli und der Zahl von rund 30 000 arbeits- losen Berliner Holzarbeitern in einem früheren Berichtsabschntst ist nur ein scheinbarer. Diese Ab- nähme kommt hauptsächlich aus das Konto der Notverordnung vom 14. Juni mit ihren unge- heuerlichen Versch'echterunaen in der Arbeitslosen- und gesamten Sozialoersicherung. Ein großer Teil der Arbeitslosen, darunter selbstverständlich auch viele Holzarbeiter, die wegen der völligen Entziehung der Unterstützung einfach nicht mehr zur Stempelkontrolle erscheinen, ist „unsichtbar" gemacht. Mit einer Arbeitslosigkeit von 90,6 P r o z. der Mitglieder Ende Juli und 67 P r o z. Ende September steht die Ver- waltunqsstelle Berlin innerhalb des Holzarbeiter- Verbandes über dem Reichsdurchschnitt. Lediglich in der Kurzarbeit blieb sie mit 4,4 Proz. hinter dem 10,7 Proz. betragenden Reich-durchschnitt zurück. Bei der Berichterstattung über d'e einzelnen Lohn- und Tarifbewegungen im dritten Quartal w'es Genosse Freigang auf die bezeichnende Tatsache hin. daß in vielen Be- trieben, wo ein Abbau der Löbne verlangt wurde, gerade die wortrodiko'Iten R K O.- A n b ä n g e r den gering st en Widerstand aufbrachten. Der K a s s e n.b e r i ch t weist sür die Lokolkasse Lvynabbau ausgehoben Verordmms des Reichspräsidenten Im„Reicheanzeiger" wird eine Verordnung der Reichsregierung über die Aushebung der Verordnung zur Vermehrung und Erhallung der Arbeitsgelegenheit veröffensticht. Die ißerordnung trägt das Datum vom 14. Dezember. Sie hat folgenden Wortlaut: Die Verordnung zur Vermehrung und Erhal- tung der Arbeitsgelegenheit vom 5. September 1932(RGBl. I S. 433) tritt hinsichtlich ihres I. Tests a m 31. Dezember 19 3 2, im übrigen am 31. Januar 1933 außer Kraft. Har ein Arbestgeber am Tage der Verkündung der vorliegenden Verordnung von dem l. Test der Verordnung vom 3. September 1932 Gebrauch gemacht und nachweislich Aufträge übernommen, deren Erlernung Ihm bei Wegfall de r Tariflohnunterschrei- tung erheblichen Schaden verursachen Stadtflucht Von einem Elend ins andere Wie lange ist es her. da klagten die landwtrt- ichakstichen Unternehmer übei Landslucht und Arbeitermangel. Heute haben wir auch in der Landwirtschast große Arbeitslosigkeit. Landslucht glbr es nicht mehr. An ihre Stelle ist bereits die S t a d t s l u ch t getreten: der Zug aus den Städten weg hinaus aufs Land Vieie von denen, die vor Jahren durch Sic schlechten Arbeitsver- hultn.sse in der Landwirtschaft gezwungen waren, sich m der Stadl Bro, zu verdienen, suchen sich heute wieder auf den, Lande als Arbeiter oder Siedler eine Existenz. Immer größer wird der Abwandcrungsoerlust de. Groß- und Industrie- städte. Für Berlm rechnet man tür das laufende Jahr mst einem Bevölkerungsoerlust von 15 pro 1000 Einwohner. Der Abwanderungeverlust der ausoesprcchenen Industriestadt Geilenkirchen be- trägt auf 1000 Einwohner 21, und Hamburg hat «inen Verlust von 18 pro MX) Einwohner Der Großteil der Rückwanderer besteht aus ehemaligen Landleuten, die den Weg zurück zur Scholle suchen. Viele Rückwanderer ziehen nicht gleich auss Land, sondern machen vielfach erst in einer Provinz- stadt Station Der Bewegung der Stadtflucht muß also mehr Ausmerksamleit geschenkt werden, als a u ch in der Landwirtschaft von Jahr zu Jahr die Zahl der überflüfjig ge» wordenen Arbeitskräfte zunimmt. Es geht jedenfalls nicht on, die Rückwande7ung aufs Land zu fördein, ohne auf das Schicksal des immer größer werdenden Heeres der arbests- losen landwirtschaftlichen Arbeitskräfte Rücksicht zu nehmen. trotz der erheblich gekürzten Unterstützungen immer noch eine Mindereinnahme von 3751 M. aus. Hinsichtlich der Mitgliederbewe- g u n g ist leider auch im Berichtsquartal ein Rück- gang um 2460 auf 16 253 eingetreten, was aber zum erheblichen Teil auf eine gründliche Bereini- gung der Mitgliederkarter zum Zwecke der ver- stärkten Werbung zurückzuführen ist. Der Bevollmächtigte Genosse B o e s e gab im Anschluß an den Geschäftsbericht Freigangs eine knavve Darstellung des Verlaufs der letzten Bei- ratstagung Ein wichtiger Beschluß dieser Tagung ist die Zulassung der Ausnahme von Arbeitslosen. Die Aufkündigung der noch im Reich bestehenden Tarisoerträge in der Holzindustrie läßt darauf schließen, daß die Unternehmer im ge- samten deutschen Hol-gewerbe zum Frühjahr eine tariflose Zeit herbeiführen wollen. Es gilt also die Organisation schlagkräftig zu erhalten für die Zell, in der die Arbeits- Marktlage und damit auch die lohnnolitische Situation für die Holzarbester wieder günstiger ist. In der Diskussion wurden von den obligatorischen Diskussionsrednern kommunistischer Färbustg einige„revolutionäre" Purzelbäume ge- schlagen, deren Registrierung sich nicht lohnt. Man mutz nur die Kübnbelt bewundern, mst der diese Leute an allem Kritik üben, ohne auch nur einen einzigen Vorschlag zu machen, wie es besser getan werden kann. Nach den Schlußworten der beiden Bevoll- mächtigten, die eine gründliche Abrech- nungmitderRGO. und chren Befürwortern waren, nahm die Generaloersammlung gegen 12 Summen einen Antrag der engeren und mittleren Ortsverwallung an. der die Zahl der Generalversammlungsdeleoierten des nächsten Jahres von 3 00 auf 2 00 berabsetzt, was aber keine Verschlechterung des 1929 im Statut festge- legten Vertretungsrechts darstellt. Lastenverschiebung Auf Kosten der Gemeinden Im Kampf um die Erhaltung der I n v a l i- denrenten haben die Gewerkschaften stets fcar- auf aufmerksam gemacht, daß allzu st a r k e A b st r i ch e an den Rentenbezügen nur zu einer stärkeren Belastung der öffentlichen Fürsorge führen. Trotz dieser Warnung kam schließlich auch noch die Papen-Notoerord- nung vom 14. Juni mst ihren unerträgl chen Härten im Remen- und Unterstützungsabbau. Nun hat der Preußische S t ä d t e t a g bei den Bezirksfüi sorgeverbänden mit mehr als 23 000 Einwohnern ein« Erhebung über de an die Sozialrentner gezahlten Zusay unter- st ü g u n g e n vor und nach dem Inkrafttreten der Jnoalidenremenfenkungen veranstaltet. Diese Er- Hebung errechnet im ganzen unter Einbeziehung der ländlichen und sämstichen außerpreußischen Bezirkssürsorgeverbände, ausgehend von der Zahl der laufend unterstützten Sozialrentner, einen jährlichen Mehraufwand der ge- meindlichen Fürsorge von 1 5 M i l- l i o n e n, der im wefentilchen auf die Notverordnung vom 14. Juni d. I. zurückzuführen sei. Di« Abbauschraube ist längst überdreht, uiid daher führen alle neuen'Abstriche lediglich zu e uer L a st e n v e r s ch> e b u n g. für die zum Schluß nalürlich die Gemeinden auskonunen müssen. Es wird Zeit, daß die Unmöglichkeiten der Popen- Rowerordnung vom 14. Juni verschwindew Befgarbeiterforöerungen Brüssel. 14. Dezember. Das internationale Komitee der Bergarbeiter, das am Dienstag und Mist- woch in Brüssel tagte, belaßte sich in der Hauptsache mst den Problemen der i n t e r n a l i o n a- len Kohlenwirtschaft und der intentatio- nalen Regelung der Arbeitszeit in den Gruben. In einer Entschließung verlangt das Komitee, daß die Frage eines i n t e r n a t i o n a- len Abkommens über die Kohlenwi�lickaft auf die Tagesordnung der kommenden Weltwirt- fchaftskonferenz gesetzt werde. Ferner fordert das Komitee die 40-Stunden-Woche. würde, so k a n n auf seinen Antrag der Schlich- t e r für den Betrieb oder die Betriebsabteilung mit bindender Wirkung anordnen, daß die Berech- tigung oder Ermächtigung zur Tariflohnunter- schreitung unter den bisherigen gesetzlichen Vor- ausletzungen bis zum 31. Januar 1933 bestehen bleibt. Anträge, die nach dem 31. De- zember 19Z2 bei dem Schlichter eingehen, sind nicht zu berücksichtigen. ÄiinfUerisches In eittein Artikel, der sich gegen die Zusammen- legung der Bezirke Charlottenburg und Spandau wendet, wird zur Begründung sür Spandaus Selbständigkeit unter anderem angeführt, der Zu- iammenschlltß bedeute die„Zerschlagung der Innungen" Ein Schneidermeister mst seinen Zunftgenossen sagt: „Wir haben keine Lust, unsere Innungen, die seit über 630 Jahren bestehen, zerschlagen zu lassen." Das leuchtet dem Artikelschreiber„unbedingt" «in. Denn die Charlottenburger Innungen wür- ben bei einer Vereinigung die«pandauer Innungen glast aussaugen. Ist das nicht s ch r ö ck l i ch Wir sind der Meinung, daß die Gegenstände, die sich aus aller Zeit in einzelnen Innungen noch erhalten haben, in die Museen gehören. Weiter aber, daß gel.-gentlich der Neueinteilung der Bezirke Groß-Berlins mit der Zersplitterung der Handwerkerinnungen endlich Schluß gemacht und statt einer Unzahl kleiner lebensunfähiger. längst überholler Gebilde für jedss Gewerbe nur eine Innung innerhalb Berlins, ob freie oder Zwangsinnung, zugelassen werden soll. Dabei wird nichts zerschlagen, im Gegenteil, es wird zusammengefaßt, was zusammen gehört. Hierzu 2 Peilagcn ärts"'»cichcinl i-ochoiuaatich Sonnlugs ui>» Montags«nnuit SUufttierlc Sotmtagsbrtlagi Oolf und Zeit", B.-zugsptet>«: WMsrnIttch Pt, monollich 3,25 M(davon 87 Pt monaltich tili ZulteUung tue Saus) jaf)Iüat_ Postbezug_3.9t M einschließlich 61) Pt Pcstjteituitg. und 72 ps. Poilbestell�ebUhren. Äustandsobcnncment 5,65 M pro Monat: fit Landet mit etmäxigtcm Stutjiachettporto 1 65 M Pet'Anstalt d-t Lteietung wegen Der.Partnarts* voraus WW>■. WU. W WWWM. WWWWWWWWI.... WWWW. WWW. WWW höherer Kcwott besteht teilt Änlvttnb der Äbonttettten aui Erlog Ä n i)' l g e n v r e i l?: Die eintpultige Mitlin-cterlteite 35 Pf RellllM-zeitc I„50 M..st teilte Wort tt> Pf-Xabtut taut Tarit Worte Übet 15 Puchstab-n /ähtcn für»wei Worte Arbeitsmarlt MiUimeterzeite 25 Pf. iZainttienanzeigen Millimeter, eile 16 Pf-Hbj Anzeigen" das fcltgedtulile Wort 20 Pt jedes weiter» tm Hauptgefqü'I Lindenstr 8. wochentigltch . zetgcnannuhme.„. von 8Zd bis 17 Uhr Der Ptrlaa dehält stckt das Siecht der Ablehnung nicht ginehmet Anzeigen vor. I Bexanlwortfich für Politik: RudslI Prendetrühl: Birtlchaft:. ut b. H., Berlin. Druck: Porwärt». Luchdruckerei und Berlaasanftast Paul Singet u. So.. Berlin SB SS. Lindenstr. 3. DONNERSTAG, 15. DEZ. 1932 E R STE BEILAGE --@- Schmuggel an der Weftgrenze Fortxesetjrter Kampf mit den Zollbehörden Zolwehyrdo versichert in Zusammenkünften mit der Prejsc, daß sie dem Schmuggel an der Bürgel sitzt� Aber es vergebt kaum ein lag, an dem nicht die Zeitungen zwischen Aachen und Dortmund und zwischen Emmerich und Köln, von Aufgriffen von Schmugglern, Beschlag- nahznen von Schmuggelware oder gor von blutigen Zusammenstößen und Feuergesechten mit Parrzerautos der Großschmuggler berichten. * Die Zollbehörde hat den Grenzschutz verstärkt und die Verstärkung aus den ausgedienten Sol- daten der Reichswehr rekrutiert. Auf jeden Grenzkilometer kommen jetzt s ch o n S bis 7, an manchen besonders gefährdeten Stellen sogar noch mehr Zöllner. Dieses kleine Armeekorps zwischen Kaltenherberg— Kaltenkirchen— Graesdonk — Emmerich ist mit den modernsten technischen Hilfsmitteln ausgerüstet vorzüglich bewaffnet und motorisiert. Im Hinterland, sozusagen in der Etappe, sind alle Rheinbrücken und Rheinsähren mit Posten besetzt. Ein ganzes Heer von Agenten arbeitet im Dienste der Zollsahndung. Und doch lassen die monatlich herausgegebenen Bulletins der Üandesfinouzämter kaum eine Abnahme der be- jchlagnahmten Schmuggelwaren und Aufgriffe er- kennen. 13 000 Aufgriffe im Monat sind keine Seltenheit. Tabak wird häufig auf Lastautos gleich zentnerweise beschlagnahmt. Hinzu kommen Riesen- mengen von Zigaretten, Zigarettenpapier, Kaffes, Kakao, Schokolade, Getreide und Müllereierzeug- nissc. Dutzende Autos und hunderte Fahrräder, mit denen Schmuggelware transportiert worden ist, verfallen jeden Monat der Beschlagnahme. Auch diese Tatsachen tun dem Schmuggel keinen Abbruch. Die Verluste werden von Banden in die große Rechnung einkalkuliert. Und für die zahllosen Schmuggler, die von den Gerichte» znit Freiheitsstrafen belegt werden, liefert die Riesen- armee der Erwerbslosen im Ruhrgebiet schnellen und billigen Ersatz. Die Zoll-�IilckmällcEenrecknun? Die Zollbehörde macht die Milchmädchenrechnung auf, daß dem Staat durch den Schmuggel Riesen- summen an Zoll entzogen werden. 20 holländische Turmac-Zigaretten, die unverzollt für 40 Pf. nach Deutschland gebracht werden, würden verzollt und versteuert 9.70 Mark kosten, SO Gramm Tabak, ber für 40 Ps. eingeschmuggelt wrrd, 15.20 Mark, ein Zentner Weizen, eingeschwärzt für(5,50 Mark, 19,50 Mark und ein Zentner Weizenmehl, heimlich über die Grenze geschafft für 8 Mark, verzollt und versteuert ZO Mark. Die Schmuggler verdienen natürlich nicht die großen Difserenzsummen. Kein Mensch würde diese Schmuggelware kaufen, well sie viel zu teuer wäre. Hunger nach Waren, die billiger sind als die deul- fchen, treiben dem Schmuggel immer wieder Käufer zu. Man hat an der d e u t j ch- h o l l ä n d i s ch e n Grenze Leute aus dem Dortmunder Industrie- gebiet beim Schmuggel festgestellt. Sie machten die weite Reise zu Fuß, ließen sich unterwegs von Lastautos streckenweise mitnehmen und tippelten weiter. Sie hatten ja Zeit. Und wenn die Grenze allzusehr bewacht ist, so gibt es in fast allen Schmuggelbudendörfern Unterkunits räume, in denen die Schmuggler warten können, bis Agenten der großen Banden die Zöllner durch mannigfache Manöver abgelenkt und Kundschafter gemeldet haben, daß die„Luft rein" ist Auf „Leisetretern"— Leinenschuhen mit dicken Kordel- sohlen—, die schweren Schmuggelpacken auf dem Rücken, rast dann h\t Bande los. Kleine Trupps und Einzelschmuggler hängen sich an. Ein wildes Wettrennen über die Grenze beginnt. Die Zöllner, wenn sie wirklich doch noch kommen sollten, können ia immer nur wenige festnehmen. Dem Rest ge- ungt es meist, durch den gefährlichen Grenzbezirk zu kommen, in dem die Zöllner, wenn auf ihren Anruf nicht gehalten wird, schießen dürfen. Manchmal rast auch die gleiche Bande wieder zurück über die Grenze und wartet wieder tage- lang, um dann von neuem den Durchbruch zu ver- suchen. Die Schmuggelbudendörser sind an der ganzen holländisch-deutschen Grenze wie Pilze nach dem Regen aus der Erde geschossen. Manche. wie das am Meinweg, haben sich bereits eigene Schulen gebaut. Die deutsche Grenzbevölkerung steht begreiflicherweise mit den Zöllnern nicht aus gutem Fuße. Es gehört zu den Dienstvorschriften, daß sich die Zöllner auf den aUernotwendigsten HiucUc Uetfa* lUuä&cu! Besucht die Ausstellung der Kinder- (reunde im Metallarbeiterhaus von 10—22 Uhr. Verkehr mit den Bewohnern beschränken müssen. Es gibt nicht selten Tote in dem Kleinkrieg. Und als die Bevölkerung eines Dories, nachdem ein Einwohner beim Schmuggeln erschossen worden war, kürzlich mit umflorten Fahisen vor die Zöllnersiedlung zog, dort von einer Kapelle das Lied„Ich hatt' einen Kameraden" spielen ließ, brachte sie deutlich ihre Antipathie gegen die Grünröcke zum Ausdruck. Häufig kommt es vor, daß aus dem Dunkel der Nacht plötzlich ein Stein- bombardement gegen Zollbeamte, die im Städtchen eine Besorgung gemacht haben, einsetzt. Und es ist sogar vorgekommen, daß das Haus eines Zoll- beamten angesteckt wurde. In Gaesdonk, wo zwischen dem Zollamt und einer holländischen Schmugglerkneipe die neutrale, weder Deutschland noch Holland gehörende Landstraße läuft,— 000 Meter lang ist dieses Stück Niemandsland— äst wiederholt von Schmugglern' a u f d a s Zoll- haus geschossen worden Am tollsten aber Gtadtratskandidaten Erste Sicktunxr der Bewerbungen In der Sitzung des Wahlausschusses für die drei Stadträte im Magistrat wurde die erste Sichtung der eingegangenen 148 Bewerbungen vorgenommen. Die meisten dieser Bewerbungen sind mit 78 für das Dezernat der Wohlfahrt eingereicht worden, denen sich 25 für das Tief- b a u w e s e n und 33 für das Verkehrs- wesen anschließen. Außerdem sind noch 12 allgemein gehaltene Bc- Werbungen eingegangen und zwei Bewerbungen. die fristgemäß nicht zur rechten Zeit eingetroffen sind. Der Ausschuß beriet heute zunächst über die für die Wohlfahrt vorliegenden Bcwerbungs- schreiben, ohne zu einer engeren Auswahl zu kommen. Unter d?n Bewerbern sind auch solche sind die Kämpfe mit den häufig gepan- zerten Autos der Großschmugglcr. Diese Großschmuggler sind meist flüchtige Deutsche, denen in Deutschland der Boden unter den Fußen zu heiß wurde. Sic organisieren von den Städten des holländischen Hinterlandes aus den Groß- fchmuggel. Der berüchtigste dieser Großschmugglcr war der vor kurzem bei Düsseldorf beim Waffen- schmuggel nach einem Feuergcsecht festgenommene frühere Stempelschlosser Fritz Szymanski aus Wuppertal, der den in seinen Kreisen ehrenvollen Spitznamen„Al Eapone des Westens" trug. IGeintilrieg mit List Die Hauptwaffe dieses Kleinkriegs ist die L i st. Erst vor wenigen Tagen siel es einem Zöllner auf, daß auf einem Flüßchen das Hochwasser hatte, von Holland herüber ausfallend viele Waschzuber geschwommen kamen. Er fischte einen auf und fand darin Getreide. Unmittelbar darauf kam kein Waschzuber mehr angeschwommen. So hervor- ragend funktioniert der Meldedienst der Schmugg- ler. Ein andermal fiel einem Zöllner auf, daß das Pferd eines Strälencr Bauern, der seine Felder auf holländischem Gebiet bestellte, heim- wärts immer schwerer an einer Ackerwalze zog, als wenn es über die Grenze nach Holland ging. Er untersuchte die Walze, sand einen sauber ge- arbeiteten Verschluß und in dem Hohlraum zwei Zentner Mais. Ein Agent der Zöllner sah in einer Prozession, die von Holland nach der wunder- tätigen Mutter Gottes in Kevelär zog, viele be- kannte Schmugglergesichter. Die Prozession sollte nicht gestört werden. Darum gingen Zöllner in Zivil an die Verdächtigen heran, zeigten unauf- fällig ihre Ausweise und zogen den„frommen Pilgern", die singend ihre Rosenkränze abbeteten, das Schmuggelgut aus der Tasche. Wieder ein andermal brachte eine fröhliche Taufgesellschaft einen neuen Erdenbürger mit Musik nach Kevelär, um den Segen der wundertätigen Mutter Gottes auf fein Haupt zu erflehen. Bei näherer Betrach- tung war der T ä u f l i n g e i n e P u p p e. Im prallen Steckkissen waren Zigarette" und in den meisten Trompeten, vor allem den dicken Bah- trompeten der Musikanten, Kaffee. Das sind einige von vielen Listen, die entdeckt wurden. Aber die Phantasie der Schmuggler ist unerschöpflich. Bisher haben�alle. Ahwehrinaß- nahmen dSr Zöllner nur neue Methoden iser Schmuggler hervorgerufen.....' vertreten, die von vornherein aussichtslos sind, aber eines gewissen Humors durch ihre Begrün- dung nicht entbehren. So hat sich ein Maurer- polier um das Wohlfahrtsministerium beworben, und ein Konkurrent von ihin weist darauf hin, daß er selbst lange genug arbeitslos sei und das Wohlsahrtswesen eingehend kennengelernt habe. Sich selbst angeschossen? In das Lazaruskrankenhaus in der Bernauer Straße im Norden Berlins wurde gestern ein 18 Jahre alter Nationalsozialist mit einer Schußoerletzung eingeliefert. Der Verlegte verweigerte zunächst alle Angaben, be- hauptete dann aber plötzlich, daß er von Kommu- nisten angeschossen worden sei. Er bat aber drin- gend, daß über den Vorfall nichts in die Zeitung kommen möge. Nach seinen Angaben will der Hakenkreuzler seine Verletzung an der Ecke 'Artillerie- und Elsasser Straße erholten haben. Bisher konnte noch nicht einmal festgestellt werden, wer den Angeschossenen überhaupt ins Krankenhaus transportiert hat Es wird ver- mutet, daß sich der Nationalsozialist belin unvor- sichtigen Hantieren mit einer Waffe s e I b st per- letzt hat oder von Gesinnungsfreunden aus Versehen angeschossen wurde. Berlins Gparerlaß Leichte Milderung Der letzte Sparerlah der Berliner Zinanzver- waltung. der auch in der Stadtverordnetenversammlung zu einer lebhaften Aussprache führte. halte die Mittel für die städtische Wirtschast in den nächsten sechs Monaten fast vollständig be- schrankt, um die Lohn- und Unterst ähungszahlungen sicherzustellen. Da nun aber Fälle eintreten können, wo bauliche Instand- setzungsarbeiten ohne Verzug ausgeführt werden müssen, hat der Oberbürgermeister jetzt den Sparerlaß der Finanzverwaltung etwas gemildert. Sind bei plötzlich eintretender Gefahr, so heißt es in der Verfügung, sofortige bautechnische oder auch sonstige Maßnahmen notwendig, um eine etwaige Lebensgefahr oder die Vergrößerung, eines Schadens abzuwenden, und läßt sich in diesen Fällen die vorgeschriebene vorherige' Genehmi- gung der Haushaltsüberschreitungen nicht recht- zeitig einholen, so erklärt sich der Oberbürger- Meister ausnahmsweise einverstanden, daß die nötigen Arbeiten zunächst mit den geringsten Mitteln ausgeführt werden. An diese Bewilligung ist aber die Bedingung geknüpft, daß nnt einem sofortigen Bericht die Genehmigung zu de» Haus- Hallsüberschreitungen nachträglich eingeholt wird. Die Tunnellatastrophe Schuld des Einmannsjrsterns? B e r n, 14. Dezember. Die Mittwochsitzung der schweizerischen Bundesversammlung gestaltete sich zu einer Beileidskundgebung für die Toten des Eisenbahnunglücks von Luzern. Bundesrat Pilet. der Leiter des verkehrsdeparlements, berichtete über dos Unglück und führte dabei u. a. aus, über die Ursache des Unglücks könne noch nicht viel gesagt werden. Sicher sei, daß der Zngsührer des einfahrenden Zuges das Signal Übersahren habe. Warum, das werde wohl nie aufgeklärt werden können, weil der Zugführer ums Leben gekommen fei. Im Verlaufe der Aussprache wies der Sekretär der Transportarbeiterorganisation, der Sozial- demokrat B r a t s ch i, darauf hin, daß bei dem Personal seit Jahren schon Unzufriedenheit bestehe wegen der Gefahren des Einmann- s y st e m s. Beide Lokomotiven feien nur mit einem Maschinisten besetzt gewesen. Er sprach die Hoffnung aus, daß das Unglück Anlaß gebe, die Frage des Einmannstiftenis nochmals genau zu überprüfen. Bundesrat Pilet erwiderte, daß man sich hüten müsse, voreilige Schlüsse über das Ein« mannsystem zu ziehen. Ob dieses irgendwie schuld an dem Unglück sei, könne nur die Unter- suchung ergeben. Es seien auch Erhebungen darüber im Gange, in welchem körperlichen Zu- stände sich die beiden Lokomotivführer vor An- tritt ihrer Unglücksfahrt befunden hätten. ... Il&t Schuh kats iü sich! nämlich: SALAMANDER-QUALITÄT, SALAMANDER-PASSFORM und alle besonderen Hilfsmittel, die der schwache oder empfindliche Fuß braucht* Dabei sieht er elegant aus wie jeder andere Salamander« SALAMAN DE R FUSSARZT Von Patentamt und Patenten �Vie werden Erfindungen geschützt? Der Aerband Deutscher Patenlauwälle im Verein mit dem Präsidenten des Reichs- Patentamts hatte zu einer Besichtigung dieses umfangreichen Amtes und seiner Einrichtungen geladen� Bedenkt man, dah zu einer Wanderung durch alle Räume Korridore von fast 8 Kilometer Länge durchschritten werden müssen, so ist klar, daß nur ein kleiner Teil der Einrichtungen in Augenschein genommen werden konnte, Im Jahre 1930 kamen 7 8 00 0 Erfindungen zur Anmeldung, 1331 sank die Zahl auf 7 2 0 0 0, und in diesem Krisenjahr werden es 62 000 sein, doch kommen dazu noch ebenso viele Ge- brauchsmusler- und Warenzeicheneintragungen und etwa 100 000 ausländische Pa- t e n t e. Am einfachsten gestaltet sich die G e- brauchsmusteranmeldung, deren Zweck es eigentümlicherweise ist, den Gebrauch des eingetragenen Musters zu verhindern. Das Patentamt hat hierbei nichts weiter zu tun, als die Anmeldung entgegenzunehmen und ohne jede Prüfung zu registrieren. Daraus ergeben sich llnzuträglichkeiten, die ja in jüngster Zeit zu ganz unberechtigten Angriffen auf das Patentamt geführt haben, weil es durch die Eintragung die Anbringung von einfachen Kreisen an Autos oer- hindert oder nur gegen Zahlung einer Gebühr an eine bestimmte Person ermöglicht habe. Das Patentamt muh aber jede derartige Anmeldung eintragen. Um solche Dinge zu verhindern, muß eben das Gesetz geändert werden, was auch schon seit längerer Zeit ins Auge gefaßt ist. Doch konnte wegen der politischen Berhältniss« der Eni» wurf vom Reichstag noch nicht erledigt werden. ?rükimg der Anträge Ganz anders ist es bei der Erteilung von Pa- lentem Eine solche wird erteilt„auf neu« Er- sindungcn, die gewerblich verwertbar sind". Und als neu gilt eine Erfindung nur,„wenn sie nicht bereits in öffentlichen Druckschriften der letzten hundert Jahre beschrieben ist". Man er- kennt sofort, welche ungeheure Arbeit die P r ü- fung auf Neuheit und gewerbliche Verwertbarkeit verursacht. Es find dazu die verschiedenen technischen Gegenstände in 83 chauptklassen mit 500 Unterklassen und 10 000 Gruppen eingeteilt, und 350 Prüsungsstellen sind mit der Prüfung der täglich zur Anmeldung beantragten Erfindungen beschäftigt. Natürlich müssen dabei auch die Druckschriften der letzten hundert Jahre studiert werden, und man kann sich denken, welche ungeheure Bibliothek und welch riesiger Zeitschriftensaal den Prüfern zur Verfügung stehen muß. Allein in der Patent- schriftenabteilung befinden sich 8 Millionen Schriften aus aller Herren Länder. Oft brauchen die Prüfer einzelne wichtige Abschnitte aus Zeit- schriften, Patentschristen und Büchern. Um diese nicht abschreiben zu müssen, was viel Zeit in Anspruch nehmen würde, ist«ine Lichtbildstelle Das Neueste läßt sich sehen Oder: EbrleicKtere dir das Leben Wer neues auf den Weihnachtsmarkt bringt, kann noch einigen Verkaufserfolg haben; alte, längst bekannte Dinge, auch wenn sie früher ein- l»al noch so sensationell waren, finden keinen Käufer mehr. Am Zoo in der Hardenbergstrahe hat sich ein ganzer Laden mit„Neuestem, Aller- neuestem" aufgetan. Wer hat sich noch nicht geärgert, wenn er beim Telephonieren- die eine Hand für den Hörer brauchte und mit der anderen notwendige Notizen machen mußte; das Blatt Papier rutschte hin und her. Jetzt gibt es einen H a l t e r,-der auf dem Tisch steht, den Hörer aufnimmt und durch Federdruck die Hörmuschel sonst gegen das Ohr drückt. Noch größere Freude wird ein a u t o- inatifcher Anschlußwähler bringen. Ein Kasten in Zigarrenkistengröße ist an den Tele- phonapparat angeschlossen; in einer Mittelspalte läßt sich ein Schieber bewegen, den man auf den gewünschten Anschluß hinbewegt. Nichts weiter, kein Scheibedrehen, kein Amtverlangen mehr. Ein Druck auf die Tafte und schon spricht man mit Tante Eulalia oder den Kaufmann Kiese- weiter. Wer bei Finsternis mit einer Taschenlampe oder einem Licht irgendetwas suchen muß, hat auch nur eine Hand frei. Da hat nun jemand die „leuchtenden Augen" konstruiert. Eine schwache Leichtmetallröhre enthält zwei Glüh- birnen, die aus einer kleinen laschenbatlerie ge- speist werden. Die Röhre setzt man wie eine Brille auf, Bügel halten sie hinter den Ohren fest, der Steg auf der Nase hält die Röhre in Höhe der Augenbrauen, so daß man unter dem kleinen Apparat Hingweg sehen kann. Das Licht der Birnen fällt stets in die Blickrichtung, weil man mit dem Kopf auch den Apparat bewegt, zudem find beide Hände für allerlei Vorrichtungen frei. Aerzte werden sich für Augenz, Ohren- und Halsuntersuchungen dieser leuchtenden Augen sehr wohl bedienen können, zumal der A'nschassungs- preis den einer guten Taschenlampe kauin über- steigt. Das elektrische Feuerzeug, das 5000 Zündungen aus einer Batterie gibt, sollte auch Liebhaber finden. Wer etwa noch Geld und Wertsachen besitzen sollte, muß sich die d i e b e s- sichere Kassette anschaffen, die bei der ge- ringsten unbefugten Berührung einen Höllenlärm verursacht, so daß das Ueberfallkommando von selbst kommt, oder wer nichts mehr sein eigen nennt, kann den letzten Rest von Hoffnung mit einer neuerfundenen Bürste sortstreichen, die in ihrem Innern alle chemischen Ingredienzien zur Herstellung einer fleckenlosen Oberfläche des elenden Daseins enthält. Effekten und Liebe In einem DevisensebieberproizelZ So verschiedene Dinge Geld und Liebe sind, so führen doch tausend Fäden hinüber und her- über... In einer Verhandlung wegen Verstoßes gegen die Deviseimoiverordnung saß neulich auf der Anklagebank eine 3 4jährige Frau F., schmal, zierlich— eine Wienerin. Ihr Mann war im Jahre 1323 auf rätselhaft« Weise in den Bergen ums Leben gekommen. Man oermutete ein Verbrechen, man sprach von Mord, es blieb beim Unglücksfall. Frau F. war nun Witwe, sie war frei, ihre Beziehungen zu dem Bankprokuristen L. brauchte sie nicht mehr vor ihrem Manne und vor der Welt zu verbergen. Vielleicht sah sie schon damals das mögliche Ende dieses„illegitimen" Verhält- nksses voraus; jedenfalls sicherte sie sich; man vereinbarte, daß sie für den Fall der Trennung eine Abfindungssumme in Höhe von 60 000 Schil- ling erhalten sollte. Und daitst war es eines Tages wirklich aus. Frau F.. jetzt doppelt vcr- witwet, siedelte nach Berlin über. Sie studierte hier Kunstgeschichte, erhielt Beschäftigung in einer Kunsthandlung; diese machte Pleite, Frau F. war arbeitslos und lebte von Erwerbs- lofenunterftiitzung. Jetzt erinnerte sie sich an die Vereinbarung mit dem Bankprokuristen. Ihr An- walt setzte sich mit diesem in Verbindung, er ließ sich nicht lumpen, hielt zu seinein Wort und schickte seiner jrüheren Freundin Effekten im Nominalwert von 67 000 Mark. Frau F. ver- äußerte sie auf Konten ihrer Bekannten für 30 000 Mark. Weshalb nicht auf ihren eigenen Namen? Ihr neuer Freund, ein Dr. N., sollte nichts davon wissen, sagte sie. Vielleicht lagen die Dinge aber auch anders. Vielleicht wußte sie, daß sie etwas Gesetzwidriges zu l�gehei» beabsich- tigte. Denn eines Tages erschien ihr früherer Freund, der Bankprokurlst, in Berlin, er brauchte Geld und erhielt chon Frau F. 15 000 Mark aus Wieder Nazi-Betrüger! Di« S t r o f k a m m e r i n H a g e n verhandelt seit einiger» Tagen gegen den Naziinann und Amtsrentmeister Gustav Weistenhöser wegen Amtsunterschlagung, Betrug und Urkunden- fälschung. Weistenhöser verwalietc die Kassen von sieben Gemeinden und drei Kirchcngemeinden des Krei» ses Westhofen und plündert« sie. Festgestellt vorhanden, in der solche Abschnüre in eineni Zeitraum von 3 bis 10 Minuten photographiert werden. Erfinder werden häufig von sogenannten Ver- wertungsfirmen angegangen, ihnen ihre E r f i n- dung zur Verwertung zu übergeben, wo- bei zunächst auch die Einsendung eines ent- sprechenden Honorars verlangt wird. Die Erfin- der können nicht nachdrücklich genug davor ge- warnt werden, auf derartige?lngebote einzugehen. und vor allem sollen sie solchen Firmen kein Geld einsenden. Es ist noch lange nicht genügend be- kannt, daß das Patentamt eine kostenlose Be- ratungsstelle eingerichtet hat und dah der Ver- band der Patentanwälte eine ebenfalls kostenlose Auskunststelle in den Räumen des Potentomis unterhält, deren Benutzung die Erfinder vor mancher Enttäuschung und materiellen Einbußen bewahren kann. So klangen denn auch die der Besichtigung angefügten Erläuterungen des Präsidenten des Patentamts, Herrn Ehlau, des Vorsitzenden des Verbandes der Patent- anwälte Dr. Breitung und des Leiters ihrer Pressestelle Dr. Plohn in dem Wunsche nach einem stärkeren Zusammenwirken dieser Organisationen mit der Presse aus. Die Unterrichtung des Publikums über die Vorgänge im Patentwesen ist äußerst wichtig, denn hier handelt es sich um wertvolle in die zukünftige Entwicklung weisende Ergebnisse, die spätestens in 18 Jahren in den Besitz der Allgemeinheit übergehen. ist ein Betrag von 25 000 Mark, den er aus den Kassen für seine Privatzweckc verschwinden lieh. In der Verhandlung wurde u. o. ein Brief dieses Betrügers verlesen, den er an die Nazi- fraktion des Reichstags geschrieben hat, in dem er seine Parteifreunde auffordert, dahin zu wir- ken, daß die Amnestie aus alle Straktoten aus- gedehnt werde. In ihrer Antwort schrieb die Nazifraktion, sie habe diese Anregung in Arbeit gegeben. Ein Zeichen, daß sie auch Weistenhöser nicht abschüttelt, sondern trotz seiner Betrügereien deckt. Das Urteil steht noch aus. Anter Felsen begraben Elf Todesopfer Madrid. 14. Dezember. Sei Alcola de Zucor(Provinz Altaccles haben sich durch die anhaltenden Regengüsse in der letzten Zeit große Gesleinsmasscn gelockert, die vier Häuser zum Einstur; brachten. dabei wurden elf Personen getötet und vierzehn schwer verletzt. dem Erlös der Effekten. Er war Ausländer. Weder durste er das Geld entgegennehmen, noch Frau F. es ihm geben; es gehörte auf ein Sperr- konto. Die allwissendc Zollsahndungsstelle kam dahinter. Frau F. wurde festgesetzt. Herr G. war nicht zu s i n d e n. Wohl aber rief er den Anwalt der Frau F. an Er versprach, die 15 000 Mark zurückzugeben, sich der Polizei zu stellen, zog es aber schließlich vor zu verschwinden. Auch aus Wien telephon'erte er mit dem Anwalt, er versprach zumindest eine Haftkaution für Frau F. zu stellen, schrieb später Briese aus Zürich, schickte aber keinen Pfennig— nur eine wertlose Bestätigung, daß er von Frau F. 15 000 Mark als Darlehen erhalten habe. Das Gericht verurteilte die zierliche Wienerin mit den gewagten Efsektenverkäufen zu einem Monat Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe. Zehn Tage der Unterjuchungs- Haft wurden angerechnet, auf die restlichen 20 Tage wurde ihr eine Bewährungsfrist zu- gebilligt. Frau F. wurde aber von dem aus dem Kutisker-Prozeß bekannten Assessor Kuß m a n n verteidigt, dem ehemaligen strammen Deutsch- nationalen, der dem berüchtigten Herrn Knu» das Material für den Kutisker-Skandal verschafft hat. Herrn Kußmann in der Rolle eines Verteidigers in einem jüdischen Devisenschieberprozeß wird man nicht so leicht aus dem Gedächtnis verlieren. könnten damit mühelos zusätzliche Verkäufe er- reicht werden, die fönst diesen Kreises verloren gingen. Es würde dadurch auch nicht dos B«r- 'kaufspersonal geschädigt, das während dloier Zeit ja sowieso nicht tätig ist. Die Automateirfabrikeii wollen sich verpflichten, ihre Automaten n u r a n die Ladengeschäfte selb st zu liefern und keinen Vertrieb durch Großunternehmungcn zulassen, falls der Verkauf nach 7 Uhr abends und Sonntags genehmigt wird. Frauenmord bei Potsdam In der Earforcebeide erdrosselt 3n der Porforceheide bei Rowawes zwischen der Tellower und Sleinstrahe wurde in den gestrigen späten Rachmittagsstunden ein schweres verbrechen entdeckt. Am Rande einer Schonung wurde von einem Rlagiftratsangeftellten aus Rowawes die Leiche einer Frau entdeckt. Allem Anschein nach ist an der bisher unbekannten etwa 30 Zahre alten Frau ein Sittlichkeits- verbrechen verübt worden. Automatenzauber Schokolade- und Süßigkeitsaulomaten waren schon seit jeher das Entzücken der Kinder. Mittlerweil« hat man sich auch daran gewöhnt, Zigaretten, Streichhölzer, Toiletteartikel und Z«i- tungen für einen oder mehrere Groschen aus den selbsttätigen Apparaten zu ziehen. Aber die Er- findcr und Techniker arbeiten weiter, und schon heute werden in den Spezialsabriken die ver- schiedensten Automaten für alle möglichen Dinge hergestellt. Eine unbedingte Neuheit ist der Spar- automat, der allerdings i» den jetzigen Zeiten kaum populär werden dürfte. Aber dieser Kasten, der im unteren Teil einen sicheren Kassenschrank enthält und für jeden Einwurf eine Quittung erteilt, kann auch aus Postämtern usw. siir Ein- Zahlungen benutzt werden. Weiter gibt es schon einen diebessicheren Garderobenautomat, der für 10 P- einen Schlüssel ausliefert, niil dem man die vorher sestgeklemmten Mäntel, Hüte und Spazlerstöcke wieder herausnehmen kann. Spezialvertaufsapparatc sind für S ch a l l p l a t> t e n, Rollfilme, Obst und alle anderen Artikel des täglichen Bedarfs vorhanden. Der Schlager aber ist: Jedem sein eigenes Horoskop automatisch für 10 deutsche Reichspsennige. Man stellt nur an einer großen Skala sein genaues Geburtsdatum ein und erhält nun sein Lobens- jchicksal inklusive Ehe- und Geschäftsaussichten mit d«n Glückstagen nach Sternlildsrn g«or0nst vorgelegt. Alle diese Apparat« schlummern vor- läusig noch in den ftollen der Fabriken. Der Ausstellung stellen sich gesetzliche Bestimmungen und Widerstände der interessierten Verbände ent- gegen. So wird besondere von den Einzel- handelskreisen und von den Angestelltenorgoiiisa- tionen betont, daß diese neuen Moschinen das regelrechte Gewerbe und das Verkoufspersonal schädigen müßten. In einer Besprechung mit den Vertretern der in Frage kommenden Ministerien und der Presse hat nun die Automatenfabrikation, die Haupt- sächlich in Händen der Firma'Ade liegt, versucht, diese Bedenken zu zerstreuen. Es wurde insbe- sondere betont, daß die Automaten den Einzel- Handelsgeschäften keinen Abbruch tun sollen, son- dern im Gegenteil ihren Umsatz erhöhen können. Wenn Zinn Beispiel nach Ladenschluß und an Sonntagen ein Automat vor der Tür steht, so In wenig Worten An der Ecke Weißenburgcr und Tres- kowstraße ereignete sich gestern ein schwerer Unfall. Mit seinem Fahrrad wurde auf der Straßenkreuzung der 17 Jahr« alte Hausdiener S., der bei einer Konfitürensobrik in der Ko- pernikusstraße beschäftigt ist, von einem Traktor ersaßt und übersahren. Die Räder des schweren Fahrzeugs gingen so unglücklich über den jungen Mann hinweg, daß der Tod bereits auf dem Transport zur nächsten Rettungsstelle eintrat. Einen entsetzlichen Tod fand der ääjährige Rentenempfänger Michael K. aus der Lynor-- straße in Spandau. K. hotte aus einer Bier- flafche getrunken, in der Annahme, daß sie Bier enthalte. Wenige Minuten später brach K. unter furchtbaren Schmerzen zusammen. In der Flasche war Salzsäure, und trotz sofortiger Ueber- führnng in das Spandauer Krankenhaus konnte der Mann nicht mehr gerettet werden. Er starb an inneren Verbrennungen * Im Lause des Monats November sind auf den früheren Schlachtfeldern in Nordfrankrcich 241 Soldatenlcichen gesunden worden, darunter 156 Leichname von deutschen Soldaten. Das Schwurgericht T o r ga u verurteilte den 21jährigen Schmiedegejellen Bern dt und den 24jährigen Arbeiter P t e tz s ch k e wegen Er- nwrdung des Z8jährigen Arbeiters Otto Thieme zum Tode. Wegen Anstiftung des Verbrechens wurde gegen die Mutter des Ermordeten gleichfalls ein Todesurteil gefällt. * In Minden hat sich der ehemalige Fremden- legionär Bernhard Mehring, der von mehreren Staatsanwaltschaften gesucht wurde, als Unter- suchungsgefangener selbst geblendet, indeni er sich einen Kopierstift in beide Augen bohrte. Er wurde zunächst in eine Klinik übergeführt. Die Ver- letzungen Mehrings sind so schwer, daß er wohl beide Augen verlieren wird. * Der chinesische Diplomat Tschu-Tschaoh- sin, der früher Geschäjtsträger in London war, ist nach einem Essen in Kanton plötzlich gestorben. Bei diesem Essen wurden Schnecken serviert, und man vermutet, daß der Tod des chinesischen Diplomaten auf Schneckenvcrgistung zurückzu- führen ist. MMri&üch: EIM WEIHNACHTSLOS 50pF ODER EIN GLÜCKSBRIEF 10 LOSE 5 RM 20 LOSE lORM. GEWINNE IM WERTE VON 450 ODO rm. ZIEMUNG; ZO.u 21. DEZ. 1932 ARBEITER-WOHLFAHRT Lote iu haben: Bei den Kreisleiterinnen der Arbeiterwohlfahrt, Verkaufsstellen der Konsum-Genossenschaft, Vorwärts- filialen, Wertheim, Singer und Hermann Tietz In fester xentraler Lage am BeiiG-Aiiiance-Piat27-8 3 Zimmer und Küche 6 Vs„ mit Zubehör sofort preiswert iu vermieten, evtl. auch als Büroräume. Anfragen erdeten an die Hausverwaltung der LINDENHAUS A.-G. Berlin SW 88, Lindenstr. 3. Fernsprecher: A 7, Dönhoff 5190,95. Dünge mit Kohle! Di� Forschungen aus dein Gebiete der Pslanzen- biologie stellen sest, daß wie bei Menschen und Tieren auch bei Pflanzen Wachstumsstossc wirken, die ihre Bedeutung nur darin besitzen, daß sie eine bessere Aufnahme und Verwertung der bisher bc- kannten Nährstoffe ermöglichen. Diese chemisch- biologische Kenntnis hat jetzt eine außerordentliche Erweiterung durch eine Erfindung des Kaiser- Wilhelm-Instituts für Kohlenforschung in Mül- heim o, d, Ruhr erfahren, dem es in langwierigen Versuchen gelungen sein soll, Kohle als D u n g e m i t t« l der Pflanze zuzuführen. Die Versuchsergebnisse wurden vor kurzem in der Mülheimer Stadtgärtnerei den Vertretern der gärtnerischen Spitzenverbändc in Westdeutschland vorgeführt und erregen durch ihre verblüffenden Resultate das Aussehen aller Gärtnerkreise weit iiber den engen Versuchsbezirk hinaus. Nach den Ausführungen Prof. Dr. L> e s k c s. des Ab- teilungsoorstehers des Kohleforschungsinstituts, wurde gesunden, daß allerdings nicht jede Pflanze auf Kohledüngung reagiere und daruni die Kohle- Präparate den verschiedenen Pslanzenarten angepaßt werden müssen. Eigenartigerweise reagierten am deullichsten die Orchideen auf das neue Düngemittel, das sie zu einem außerordentlich schnellen Wachstum förderte. Die nut Kohle bc- Handellen Pflanzen haben ein bedeutend kräftigeres und gesunderes Aussehen als solche, die ohne Kohlcbeigabe kultiviert werden. Vor allem glaubt man in dem neuen Kohlenpräporat eine Medizin für kränkelnde Pflanzen gesunden zu haben, deren Aussehen sich sichtbar bessert und vor allem darin erkennbar wird, daß die Kohlenohrung das vorzeitige Gelbwerden der Blätter hindert, wie es überhaupt die Belaubung der Pflanzen viel dunkelgrüner erscheinen läßt als bei anderen Pflanzen. Man hofft auch, mit dem neuen Düngemittel die Schwierigkeiten über- winden zu können, die sich für viele Pflanzen- arten durch die örtlichen klimatischen Verhältnisse ergeben. Inwiefern dem neuen Düngeinittel, das sich weit billiger stellen soll als die sonstigen Dünge- mittel, eine weitergreifende Bedeutung für die gesamte Land- und Forstwirtschaft in Deutschland zuzuschreiben ist, das wird erst die Folge lehren, wenn die neuen Kohlepräparate in der Biolo- gischen Reichsanstoll Berlin-Dahlem auf ihr praktisches Ergebnis überprüft werden können. Aussichtsrat gegen Brolat Der Auffichtsrat der BVG. hat beschlossen, Direktor B r o l o t als Vorstandsmitglied der BVG. abzuberufen. Eine Neubesetzung des Postens ist nicht vorgesehen. Nach Ablauf des Vertrages am 31. Dezember 1933 wird Brolat pensioniert. Hülm und Kaninchen Sehr viel Mühe und Sorgfalt wurde auf eine Kaninchen- und Geslügelausftellung verwandt, die in Müllers F e st f ä l e n, Rcinickendors-West, Scharnweberstr. 11, zu sehen war. Die Mitglieder des Kaninchen- und Geflügelzucht- Vereins Reinickendorf-Weft, die zu 97 Proz. aus Kleingärtnern bestehen, stellten aus: 1<19 Kaninchen, 136 Hühner, 39 Tauben. 4 Puten und 4 Enten, ilnter den Kaninchen waren durch- weg die großen Rassen vertreten: denn man zieht auf Fell und Fleischertrag. Die deutschen Widder weißer Farbe fielen besonders auf, da man sie aus den bisherigen Ausstellungen nicht viel zu sehen bekam. Unter den deutschen weihen Riesen gab es auch ein Mutterkaninchen nut ihren Kleinen. Es war verlockend für Erwachsene so- wohl wie für Kinder, diese Jungtiere zu streicheln, aber die Alte ließ es nicht zu. Sie biß zwar nicht, doch sie legte sich vor die Kleinen und wehrte so freundlich und recht energisch alle Liebkosungen ab. Auch unter den Tauben sah man große Rossen und die Kleingärtner warteten hier sogar mit Römern aus. Unter den Hühnern fielen die schwarzen Wyandotten ans, die in Berlin sehr selten sind. Die Reichshühner, von denen man sich viel verspricht, haben sich gut eingeführt, doch ist die Zucht einstweilen noch schwer, weil die Farbe des Behangs, der dunkel zum hellen Fedcrkleid stehen soll, oft nicht klar herauskommt. Minoren sind in vorzüglichen Exemplaren vertreten. kirchenoustritl. Am Freitag, dem 16. Dczem- der, von 18 bis 20 Uhr. veranstaltet die Frei- religiös« Gemeinde Berlin in der Pappelalle« 1ö den letzten diesjährigen Kirchen austritt?- abend. Wer in Zukunft von der Kirchensteuer besreit sein will, muß in diesem Monat noch seinen Kirchenaustritt vollziehen. Notariatsgebühr be trägt 2 M. Legitimation ist mitzubringen. Das Fest der silbernen Hochzeil begeht heute das Ehepaar B. Hintze, Müllerstr. 136c. Zw Institut für Sexualwifsenfchast spricht am Donnerstag. 13. Dezember, 20 Uhr, im Ernst- Haeckel-Saal(In den Zelten 9z, Eingang Garten- portal) Dr. L e v y- L e ii z iiber„Neuere Probleme aus dem Gebiete der Geschlechtskrankheiten". Un- kostenbeitrag 50 Pf. Erwerbslose die Hälfte. Wie wird das Wetter? Für Berlin: Noch wolkig bis heiter, Temperatur am Tage einige Grade iiber Null. Nachts ganz leichter Frost, zunehmende Dunstbildung, schwach- windig.— Für Deutschland: Im ollgemeinen noch überoll wolkig bis heiter. Im Nordwesten und Süden des Reichs Nebelbildung und un- bedeutender Niederschlag. In Mittel-, und West- deutschland am Tage einige Grade über Null, nachts leichter Frost. Im Ost- und Süddeutschland etwas kälter. Sammlung sür die Angehörigen von Stras- gesangenen. Der Fürsorgeverein am Strasgefäng- vis T«gel ruft auch in diesem Jahre wieder zu einer Sammelaktion sür die Frauen und Kinder der mehr als 1400 Gefangenen des Strasgesäng- nisses Tegel aus. Geldspenden werden er- beten auf das Postscheckkonto Berlin Nr. 7296. Es fehlt auch sehr an Kleidungsstücken. Gaben nimmt Oberdirektor Brucks oder Oberpfarrer Schilp am Stroigefängnis Tegel entgegen. Die Ausstellung: Dos Buch der Zeil, die die Lessing-Hochschulc bei Wertheim, Leipziger Platz. veranstaltet, ist wegen des sehr lebhaften Besuchs bis Sonnabend, 17. Dezember einschließlich, ver- längert worden. ttnienDuBgo, fit Dielt RodrU ft»d Weilt» TD«8. Lindenltraße i. parteinachnchten für Groß-Aerlin ftel» an Oos»ejirteleetttomi i. Kot. 2 Treppen recht», ja richte» Arbeiterbildunzsschule. 3» de« Arbeiteplan danuar-Därz NIM ist»u berichnqcni Seminar:„Die soziale» Ttramnngcn der Gegenwart im Lichte der Literatur', Dr. ttarl Schröder. Beginn: Z0. Januar 1933(nicht 20. Büirj). Beginn aller Beranstaltungen IS)) Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 2. ttrei». Bildungsausschußsitzung Freitag, l». Dezember, 20 Uhr, bei Hübner, Dilsngcter Str. 2i. 7. ttret». Heute, U Uhr, Zusainmenlunst erwerbsloser Parteimitglieder im Jugendheim Basinenstr. 4.„Trauen und seine Werke." Äefercitt: Walter Bach. 20. Rtel». Heute Zusammeutünfle erwerbsloser Parteimitglieder an folgenden Stellen: Sleinickcndort.Ost: pi Ubr in der Schule Havpcstrahc. Genosse ttlewig. Reinickendorl-Ätst: Ii Uhr im Poltshau», �ibarnweberstr. tll. Partragender: Sana Fuhrmann. Wittenau: 10 Uhr Jugendheim Neue Schule. Borlragcnder: Genosse itnautf. Tegel: lb Uhr Jugendheim Schön». becgcr Sir. i) Vortragende: Genossin Schinz. »0. Abi. Zahlabend der l». Gruppe Freltag, 10. Dezcmbcr. bei Röhrig. Schlosi. itrasi« i.i...Die Partei vor neuen Aulaaben." Äclerent: Friedrich SIGlevv. 102. Abt. Die Parteimitglieder beteiligen Mi soweit wie möglich an der Weih» nachtsseier der Freien Turiicrschaft Sonnabend, 17. Dezember, im Alten Gierbaus 120». Abt. Sonnabend. 17. Dezember, 2« Uhr, Mitgliedcrveriammlung bei Grundmann, ftöveniiker Str. 27.„Unsere Arbeit im neuen Reichstag." Referent: Alfred Marlwisi. � Schönow bei Bernau, tzablabend am Freitag. Ib. Dezember. 2V Uhr, IM Lokal Aleinann, Berliner Str. lZ. Referent: Genosse?udiian. �. Jrauenveranfkaltungen: 9. Abt. Heute Frauenabend im Kcgler-Eck, Ouitzow- Ecke Perleberger Straße. Vortragende: AniU Weilhammer. Bezirksausfchufz für Arbeiterwohlsahrl. Achtung, ttreieleituige» der Ardeiterwohlsahrt! Die zu Donnerstag, N Id. Dezember, um 20 Uhr geladenen Rretslellersinnen) lreffen sich nicht i. W in der Arbciterlnldungsfchule. Lindenflr. Z. sondern in der Ausstellung f-. ■S der Rinderfreunde im Hause des Metallarbeiteroerbande», Alte Jakob. ja Ecke Gitschincr Straß«, zur Rasperleaussllhrung. Wir gehen von dort>".! W gemeinsam zur Sitzung. ei 1 ssz All« Funktionär« der Ardeiterwohlsahrt sind um 20 Uhr sür die jj 3 Veranstaltung der Au»sl«llung der Kinderfreunde«benfall» herzlich ein- D geladen.'3 4. ftttis Prenzlancr Berg. Freitag, 1k. Dezember. 19': Uhr, ün Bezirksamt, Zimmer 29, Sitzung des Organisationsausschusses und engeren tkreiivarftande«. Ardeilcrwohliadrt. Lotterie. grei»leiter.»reiiletterinnen! Letzter Rückgabe, termtn kür Lose ist der 19. Dezember: rechtzeitige Rückgabe der unverkltuflichen Lose ist daher geboten. Abrechnungen sobald as» möglich erbeten. Arbeilsgemeinfchaft der kinderfreunde. Den Oedncrdicnft in der Ausstellung haben heute die Kreise: Deddina, Wilmersdors und slöpenick. Die Ausstellung der stinberlreunb« im Metall-rbeitcrvcrbandsh-u-. Alt« Jalodsirahe, ist bi«»um 20. Dezember täglich geöffnet in der 'M Zeit von in bis 22 Uhr. t|3 Heute nachmittag, I0i, Uhr, spielt der»aspcr:„Der arme un» der Heute. lo'Ähr�aafpeelevorstellung für die Funktionär» der Aebeiterwohl. fahrt. Erschelnen aller»relsleitcr der stinbersrennb« rbensall« erwünscht. Rrcuzberg: Achtung! Alle Helfer halten sich den Zt. Dezember frei für unser„Lustiges Jahresende der Kreuzberger Helfer". Wir kommen am ZI. De» zember im Jugendheim Porckstrah« von 17 bi» 22 Uhr zusammen. Näheres durch die Helferinformationen. Ladet interessiert« Genossen ein. äharlottenbueg: Heute. 20 Uhr. Glternabend im Heim Rossnenstraßc. Steglitz: Di« Abteilungen gehen an folgenden Tagen zur Ausstellung: Lankwitz beute: Lichtcrfeldc wonnobend: Albeccht» und Fricsenstraßc Sonntag. Reukillu: Achtung. Restfalken! Wir trefsen UNS zum Besuch der Ausstellung Freitag, lü», Uhr. Rathaus Neukölln. Sonntag, 18. Dezember. 14'; Uhr. Herr, surthplatz und 14>i Ubr Karl-Morr, Schule 17, Pf. mitbringen. Bohusdori: Sonnlag, lb. Dezember, findet im Gemeinschottshaus Falkenberg unsere Sonnenwrndseicr mit den Eltern statt. Anfang pünktlich 17 Uhr. Lichtenberg, Rote Stürmer: Donnerstag müssen alle Eltern noch einmal zur Besprechung der Weihnachtsfeier um 1k Uhr in» Heim Dossestr. 22 kommen. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 1l. Abt. Unser lieber Genosse Bruno Ludwig. Alt-Moabit 8Z-I, ist plötzlich verstorben. Ebre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonn- abend, 17. Dezember, IS Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Um rege Be- teiligung wirb gebeten. 24. Abt. Am 12. Dezember verstarb unsere Genossen Marie Witte noch kurzem schwerem Leiden. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Sonnabend, 17. Dezember, IV', 3 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Rege Beteiligung wird erwartet. ZK. Abt. Am li. Dezember verslard unser treuer Genoffe Oskar Äumnid, 104. Bezirk. Ehr- seinem Andenken! Einäscherung Freitag, IS. November, 18 Uhr. Baumschulcnwrg. Um Beteiligung bittet der Abteilung». vorstand. 93. Abt. Den Mitgliedern uachträglich zur«euulni», daß unser Genosse Paul Reimann, Richardstr. 104. der seit über Z0 Jahren der Partei an- gehörte, ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Bestatlung hat bereits statt- gesunden...... r■. 137. Abt. Genosse Erich Hart m»nn, General Barda-S ir. 391, ist ver- starben. Ehre seinem Andenkeu! Beerdigung Donnerstag, 141» Uhr. Dantes- Friedhof, Blankeftraß«. Um reg« Beteiligung wird gebeten. SozialistischeArbetterWendGroß-Serlin Einsendungen kür diese Rubrit nur an das SugenM-kirtonm Berlin SD KS. Lindenstraß» 2. vorn l Treppe rechts. Abteilungsleiter! Reicht sofort deu Bcrichtsdoaen und dos Januar. Programm ein, sargt dafür, daß die noch ausstehenden Abrechnungen in diesem Monat erlediat werden.— Bescheinigungen über die Anerkennung als Jugend. pileaeverein für die Eisenbahn können gegen Abgabe der alten.starte abgeholt werden. Proletarische« Orchester der KAI., kr. L: Heute, 20 Uhr, Probe, Reu» kölln, stMS. heute, Donnerstag, 20 Uhr. Gewertschaftshaus: Funktionärkursus: Das Märchen vom freien Arbeiter.— Humboldlhatn: Generaiprobe zur Weihnachtsfeier— Arnswalder Platz Ii: Schönlanker Str. 11, K. Z: Rückblick und Ausblick.— Fallplatz I: Sonnen. burger Str. 20; Tagespolitik.— Humannplatz: Gleimstr. 33—35; Demokrat ie und Diktatur.«ordest II: Danziger Str. 62, Baracke III: Di« Geschichte der sozialen Ideen— Tchäubauser Borstadt: Sonnendurger Str. 20: Der Fünf. jabresplan.— Hallesches Tor: Porckür. 11; Liederabend.— Kasenbeide: Kasser. lorftr. 4: Schallplattenabend.— Ztotlbuffer Tor: Urbanftr. 167: Die faschistische Gefahr in Deutschland.— Ztäpenickcr Viertel: Schlestschc Str. 42: Rrzitations- abend.— Südwest: Lindenftr. 4 v. l: Scruell« Fragen.— Tchöneberg III: Haupt» slraßc lä: Aussvracheabend.. Charlotten bürg- Nord: Äaiscrin.Augnsta-Allee 97d: Arbeiter und Kirche.— Westend: Sportplatz Westend: Tagespolitik.— Iehlen» dorl-Dahlcm: Arbeiterbildungsschule, Zinnowwaldschule.— Schöneweide I: Ber. lincr Str. 31: Faschismus.— Tegel: Echönebergcr Elr. 3: Probe.— Buch: Schul« Lindenbotstraßc: Bürgerliche Revolutionen und proletarischer stlassen. lamvk. Karow: Frundsbecgstr.!>: Schallplattenabend. Wcrbcbezirk Ziergarten, Spieltruppe„Rote stolonne": 19 Uhr Probe, Bachumer Str. 8b. Werbe bezirt Webding: Züngereilkursus„Politische Schlagwörter" 29 Uhr, Putbusser Str. 22.— Aeitercnkursus 29 Uhr. stolonieftr. 22. W-rbedezirk Prenzlauer Bera: Portursus für Aeltere„Wirtschaftsgeschichte de» stapiialismus" 26 Uhr. Schule Danziger Str. 23. Referent: Fritz Erler. Werbebezirk Müggelsee: Porstandssstzung l9>.Z Uhr im Parteihcim stöpenick. Werbebezirk Lichtenberg: Borstandssitzung im Heim Gunterstr. 44. Erscheinen sehr wichtig. ««rbebeziek Neukölln:„Der Querschnitt" trifft sich pünktlich 19 Uhr Saal. bau Bergstr. 147. Ii Abteilung Lübars: Unsere Genossin Lucs« stramme ist verstorben. Die Ein. äschrrung sindct heute, 18'" Uhr, IM strematvrium Gerichtstraße statt. Wir trrssen ün» 17?» Uhr Bhf. Watdniannslust. tzFrete Gewerkschafts-Iugend Berlin Heute, Donnerstag. 15. Dezember, um IS'.z Uhr, taaen die Gruppen: Südosten: Jugendheim Reichenbcr�cr Str. 66.„Religion und Sozia- lismus."— �empelhof: Jugendheim Lyzeum Germaniastr.-t— 6. Der .Zugang erfolgt durch den Eingang GoMraße. auf der Hinteren Seite der (schule.„Wie stehen wir als Gewerkschafter zur Arbeitsdicnstpfli6)tV"— Moabit: Jugendheim Lehrter Str. 18—19.„Demokratie oder Diktatur?"— Staaken: Jugendheim 17. Volksschule, Gartenstadt, Kirchplatz, Endhaltestelle Autobus 31.„Das Mädel in der Familie."— Schönhauser Tor: Jugendheim Tiectstr. 18. Gutheit funkt auf Welle Schönhauser Tor.— Landsberger Platz: Jugendheim Ebertpstr. 12. Bunter Abend.— Lichtenberg: Jugendheim Dossc» straße 22.„Bon der ersten bis zur dritten Arbeiter.Internationale."— Ren-Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44.„Volksgesundheit und Geschlechtskrankheiten."— Osten: Jugendheim Frankfurter Allee.307.„Warum Sonnen- wende?"— Gesundbrunnen: Jugendheim Rote Schule, Gotcnburger Str. 2. „Geschichte der freien Gewerkschaften."— Schöneweidc: Jugendheim Laufener Straße 2(Rotes Zimmer).„Wir und das Recht"(Reihenvortrag).— Köpenick: Jugendheim Grünauer Str. 3(Nähe Bhf. Spindlersfeld). Lrederabeird.— Schlesisches Tor: Jugendheim Manteuffelstr. 7.„Wie sieht der sozialistische Volksstoat aus?"— Lindcar-Betriebsgrupvc um 17 Uhr in der Kantine des Liirdcar-Werks.„Tagespolitik."— Gewcr?schäftshäüs:'6'ngclufer 24-�23, Saal 31. „Politische TageMespräche." Iugeadgruppe des Verbandes der Rabrnngs- mittel- üRV■Gclrairtcacbcitot: Ougendhcnn Reue Echönhnnser Str. 4— ö. Lichtbildervortrag:„Das rote Wien".— �uge.ndgruppe des Deutschen Bekleidunas- arbcitervcrdaudes: Jugendheim Eebastianstr. 37—38. Brcttspielabend.— Die Wintersinnenwendfeicr findet am Sonntag, 18. Dezember, wie bekannt- gegeben, statt. @3naendonippe des'Zentralverbandes der Anaestellten Heute, Donnerstag, finden folgende Beranstaltungen statt: Rorbost II: Jugendheim Schönlanker Str. 11. Arbeitsgemeinschaft Rr. 3:„Das stommunistischc Manifest".— Narben: Jugendheim Putbusser Straße kalte Schule!. Ausspracheabend:„Bub und Mädel".— Osten: Jugendheim der Schul« Litauer Str. 18. Air lesen au» den Werken von Jack London, Bruno Schön. lank. Max Barthel.— Stralau: Jugendheim Dossestraße(Zimmer 3). Aktuelles vom Büchermarkt.— Treptow: Jugendheim Elseustr. 3(Privathaus!. Gruppen- heiprechung.— Heute findet die Zugcndiunktionärversnmmlnng um 20 Uhr im kleinen Saal des Berbandshauses, Sedemannstr. 12, statt. SPD.» und freigewerlsch-stlichc Afü-Arbeiter des Bezirks Friedrichshain. Freitag, 16. Dezember, 19 Uhr. Bersammlung bei Ewest, Große Frankfurter Straße 36.„Das Verhältnis der Afü-Arbeiter zur Stadt Berlin." Reierent: Kollege Rachowski. Freie Aussprache. Verschiedenes. Partei, und Verbands- buch legitimieren. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Getchättsstelle: Berlin S.>4. Sebastianstr 37—38. Hol 2 Tr. Neutolln-Britz, Jungba: Donnerstag.>3. Dezember. 20 Uhr. Mit- gliederversammlung im Heim Britz. Rudower Str. 31.— Kamerad» ichast Adlershos: Donnerstag. 13. Dezember, IN'. Uhr, Generalversaminlung (Borstandswahl! im Berkchrslokal statrrdaum, Sedanstr. 3. Arbeitsgemeinschaft s»zialdemol«»ttschc> Dentisten(ASD.). Nächste Mit. gliederversammlung Donnerstag, 13. Dezember, 26 Uhr, in Landrds Weißbier» stubcn, Nene Friedrichstr. 83a. Referent Genosse Dr. Julius Moses:„Faschis. mus und Sozialversicherung". Rur für Mitglieder. Parteibuch legitimiert. Damen- Regenschirme moderne Bezüge, elegante Streifen. vorzügliche Hohlgestelle �50 gSO 1�50 üute Dimlti- Bettgarnitur v3a l Deckbett mit 2 Kopfkissen 1 SO/ SU nUr%0 Bettlaken aus gutem Dowlas mit Hohl Ayn sauro 150/225«K*® nur V Elegante Damen- und Herren Schlafanzüge 075 io warmen and haschst offen" our Einfarbigem kua�tfeeldene Kaffee- Decken 1 in grün. blau, lacbs 130/160 1 nur Warme Damen-Nachthemden Aar raii langen Aermeln. einfarMg und geblUnit.......... nur Mi 296 Ein stet, willltoDimeoes H'elbnacbis�escbeDb> Morgenrock warmer molliger BsÄf r A Stoff, modern ka- BJ' öv rlert mit Schal u. MM Kordeleinfassung WM our Morgenröcke für nranz starke DameD, ausser»! blillr Willkomm. Helhuat b'»- aesebenk für den Herrn. Feine reinwollene Hausjoppen elegant ausguführt. mit Ver- schnürnngen, auch für starke Herren nur 7 9 1215 Sin Rlcaenpestcn schöner Wollkleider vorzüglich verarbeitet beste Qualitäten, alle Farben und Grössen, auch für starke Damen, in drei Serien 10: 15; 19; Pelzmäntel und Pelzjacken aus allen erdenklich. Fellarten bis zu kostbarst Exemplaren. iu vornehmer Verarbeitung. in riesiger Auswahl, zu denkbar niedrigst Preisen Vorzügliche Wintermäntel aus wertvollen Stoffen, schön Pelzschmock. alle Grössen auch für starke Damen uur 19; 29; 39; Skibeinkleider für Dameo and Herren. vorxtlgllclie Qualität ...9:12:15: Skianzüge für Dahnen nnd Herren ans präcbtigein MeJton nur 12 5 15: 18 90 Trainingsanzüge für Kinder mit Taschen u. ßeiss- verschluss. für 4 bis 5 Jabre nur für Erwachsene ab 5.- 375 0.23 wXn. Strick-Kleider römische btreifen oder hand- festickt mit Kragen, in allen 'arben und Grössen ... 10: 12: »otn.SpQrt-Puilover Kol! kragen, lange ��50 Aermel. in allen Qrössen.... our ReinwolleneJumper für Herren, ohne Aeimei. für e J50 eignet, in all. Größen _ nur Kinder* u. Mädchen. Wollkleider in schöner Verarbeitung in ansortierten Grössen ...5:8:10: Donnerstag, Freitag, Sonnabend| Zahlreiche Gelegenheitsposten als praktische, wertvolle und unübertretflich billige Festgaben. Uocticlegaute Krawatten 1 aus relqer, besonders schwerer Seide, bester Qoflitlt 1b modernen, rei- zenden Mustern.. ab 50 Riesen- Sortiment Herren-j Oberhemden 501 vurtref fliehe, seidenweiche Qualitäten mit und ohue Kragen, von 36- 4ö. in ansortiert. Grössen nur 4 Handelspolitische Generalprobe Berlin und Paris vor schweren Entscheidungen Die doutsch-froilzösischen Vcsprechuiigen, die Ende November in Berlin wegen einer Reform des Handelsvertrages eingeleitet wurden, find von hoher Bedeutung. Es geht hierbei nicht nur um die deutsch-franzöfifchen Wirtschafts- bcziehungen, die sich unter dem vor fünf Jahren abgeschlossenen Handelsvertrag gut eingespielt haben, sondern es stehen Entscheidungen für die Zukunft der europäischen Handels- Politik auf dem Spiele. Es handelt sich bei den scanzösischen Forderungen um eine völlige Neuorientierung der Handelspolitik, bei der mit dem System der allgemeinen Meistbegünstigung gebrochen werden soll. Auf dieser Linie liegt die Forderung:„Los von den Tarifbindungen!", die vor deni Beginn der Berliner Verhandlungen in Frankreich erhoben wurde und der sogar der Leiter der franjösifchen Delegation, E l b e l, öffentlich Ausdruck verlieh. Mit der Lösung der rund SWW Tarifbindungen gegenüber Deutschland, das sind etwa 72 Proz. des französischen Zolltarifplanes, will Frankreich den Weg zu einer Z o l l a u t o n o m i e, die es in der Zeit vor dem Kriege besessen hatte, frei machen. Die?Ieite 6er Kontingente Die Anregung zu den Verhandlungen war von Frankreich ausgegangen. Sie entsprang der Cr- kenntnis der Regierung Herriot, daß dos System der Kontingente restlos zu- sammcngebtvchen sei. Frankreich hatte unter der Acra Laval und Tardieu dieses ver- hängnisoolle System rigoroser Einfuhrdrosselung auf mehr als Illlll Zollpositionen ange- wandt, so daß nahezu ein Sechstel des franzö- fischen Zolltarifplancs der K o n t i n g e n- t i e r u n g unterstand. Das Ziel dieser noch durch hohe Zollmauern gestützten Politik war, die Weltkrise mit ihrem Preisverfall von der .Konjunkturinsel Frankreich abzusperren. Die Absperrung Frankreichs von der Welt hat aber ein Ueberspringen der Krise nicht verhindern können. Im Gegenteil, die K r i s e n w e l l e hat von der„Konjunkturinsel Frankreich" unter dem System der Kontingente weit größere Ge- biete überflutet, als dies bei einer libe- ralen Zoll- und Währungspolitik der Fall ge- wesen wäre. Frankreich zählt heute zu den teuersten Ländern der Erde. Das durch den Goldüberfluß und die An- Häufung unverwendeter Kapitalien auf einen unnatürlich hohen Stand getriebene Preisniveau erstarrte bei sinkenden Weltpreisen auf dieser Höhe vollständig. Di« Folge war, daß die teuren Gestehungskosten im Lande die Exportsähigkeit der französischen Industrie zusehends untergruben. wie Frankreich planmäßig seine Devisenbilanz durch die Anhäusung von etwa neun Milliarden Gold zerschlug, so zerstörte es seine Handelsbilanz durch die Sonlingenle. Zwar hat Frankreich seinen Einfuhrüberschuß im Verlauf der ersten neun Monate dieses Jahres um etwa 1,4 Milliarden Franken gegenüber dem Vorjahr herabdrücken können, aber darin ist durchaus noch nicht ein günstiges Zeichen zu sehen. Bisher hat die Schrumpfung des Exports die Drosselung der Einfuhr immer noch eingeholt und weder die Handelsbilanz noch die Zahlungs- bilanz Frankreichs werden sich bessern, solange der hohe Preisstand und der ungenutzte Kapital- reichtum die Waren des devisenhungrigen Aus- landes mit magnetischer Kraft anziehen. pi-otelttionisinus wider besseres Wissen jDic Erkenntnis, daß das System der Kontin- gente ei» schwerer Fehlschlag war, hat aber keineswegs zur Folge, daß Frankreich jetzt zu einer liberaleren Handelspolitik zurückkehren will. Allen bösen Erfahrungen zum Trotz hält man aber in Frankreich nach wie vor am Protektiv- nismus fest. Nur die Methode der Absperrung soll geändert werden. Frankreich will nach Lösung der Tarisbindungen mit Deutschland weg vom Vertragssystem und zurück zum autonomen Zollslaat. Was man von einem autonomen Zollsystem in Frankreich zu erwarten hat, läßt schon der sronzösische Entwurf zu dem Anti- Dumping-Gesetz, der jetzt in der Kammer eingebracht wurde, er- kennen. Dieses Gesetz sieht den Schutz gegen irgendwie geartet« Exportsubventionen des Aus- landes vor, zugleich aber ist es als V e r g e l- tungsinstrument gegen die Länder gedacht, die Frankreichs Export durch hohe Zölle schädigen bzw. sranzösische Waren höher verzollen, als Fabrikate anderer Länder. Mit diesem Gesetz kann man also zollpolitisch ziemlich alles machen, und seine jetzt erfolgende Be- ratung in der Kammer deutet daraus hin, daß die französische Handelspolitik dieses Gesetz als Druckmittel bei der Serie der bevorstehen- den Handelsvertrags-Verhandlungen benutzen will, iür die die Besprechungen mit Deutschland nur den Auftakt bilden. �Ver profitierte vom Handelsvertrag? In Frankreich haben einslußreiche Interessen- tenkreise, die vom Vertragssystem zur Zollauto- nomie zurück wollen, seit Jahr und Tag die Oessentlichkeit in der Richtung bearbeitet, daß Deutschland der große Gewinner des Handelsvertrages von 1927, Frankreich ober nur der zahlende Teil sei. Wie liegen die Dinge i n Wirklichkeit? Deutschlands Aus- fuhr betrug nach Abschluß des Handelsvertrages: 1927 192« 1929 1930 1931 alles in Millionen Mark Gesanttexport... öül, ä 693,8 934,3 1148,6 834,9 Davon Rep.-Lieier. 364,3 396,8 486,1 479,9 264,7 Freier Export.. 197,2 297 448,4 678.6 369,3 Frankreichs Export noch Deutschland erreichte in der gleichen Zeit 896,4 749,8 642 318,7 341,6 Der Abzug der deutschen Reparations-Sach- lieferungen vom Gesamtexport ist notwendig, denn für diese Lieferungen ist der deutschen Devisenbilanz auch nicht ein Centime zugeflossen. Die gestrige Generalversammlung der Gclsen- kirchner Bergwerks A.-G. ist nach Programm verlausen. Das heißt, über alle die Oessentlichkeit interessierenden Fragen wurde geschwiegen. Es wurde geschwiegen von der Gelsenkirchen-Lei- tung, und es wurde so geschwiegen, als ob die deutsche Oessentlichkeit auch jetzt nicht darauf rechnen darf, daß sie die erforderlichen Auskünfte erhält, obwohl das Reich bekanntlich die Mehrheit der Gelsenkirchener Bergwerks A.-G. besitzt und gegenüber der Oessentlichkeit ver- pflichtet wäre, für die erforderliche Publizität zu sorgen. Einige neugierige Fragen eines Aktionärs wurden von dem Aufsichtsratsoorsitzenden Gene- raldirektor Vögler von oben her abgetan. Ueber den Erwerb der Aktienmehrheit von Gelsenkirchen durch das Reich brauche die Gelsen- kirchen-Verwaltung keinen Ausschluß zu geben. Die Stahlvereinswerte seien Dauerbeteiligungen und man sei deshalb durchaus berechtigt, die Buch- kurs« so festzusetzen, wie sie in der Bilanz stehen, 0. h. zu annähernd 199 Proz. Dem Beispiele Thyssens folgend, stellte Vögler auch für die Gelsenkirchener Bergwerks A.-G. eine optimistische Zweckprognose. Bei Wicdeverreichung der Produktionsverhält- niste von 1929/39 werde Gelsenkirchen in Zu- kunft höhere Dividenden zahlen können als früher. Eine derartige Aeußerung ist gänzlich unverantwortlich, da sie Diese Ausfuhr wurde Deutschland aus Repara- tionskonto gutgeschrieben und der Industrie ihr Wert vom Reiche erstattet. Das Aussehen der Handelsbilanz ändert sich aber nach Absetzung der Reparationslieferungen außerordentlich z u g u n sten Frankreichs: Deutfch-sranzösische Handelsbilanz >»27> 928 192» 1930 1931 EiyiortLberschuß in Rillionen Mari Deutschland—-HS»,»+287,7 Franlreich+609,2+ 443,2+193,6—- Di« deutsch-iranzösische Handelsbilanz schließt insgesamt in den letzten fünf Jahren mit einem beträchtlichen Aktiv um für Frank- reich ab. Das rasche Steige» des deutschen Exportüberschusses feit 1939 ist im wesentlichen durch die starke deutsche Kaufkrastschrumpsnng seit 1929 zu erklären, während die Krise nach Frankreich erst 1931 übersprang. Das hohe Preisniveau als Folge der Kontingentpolitik tat dann ein Uebriges, um den deutschen Export an- Zuziehen. Die Dinge liegen also nicht so, daß Deutsch- land handelspolitisch der schwächere Partner ist. Die wachsende Mißstimmung gegen die Kon- tingente in Frankreich und die schweren wirt- schaftlichen Rückschläge, die Frankreich mit seinem überspitzten Protektionismus erlitten hat, geben Deutschland im Gegenteil eine günstige Po- s i t i o n. Es wäre die wichtigste Aufgabe der deutschen Vertretung, diese Position gegen die französischen Bestrebungen aus Lösung der ge- bundenen Tarife zu verteidige», und zwar nicht nur wegen des oeutsch-sranzöstsche» Handelsvertrages, sondern Europas wegen, das durch eine französische Zolloutonomie in eine neue handelspolitische Gefahrenzone geraten muß. Die Berlmer Verhandlungen bilden die Generalprobe aus das Exempel. ob die kommende Weltwirtschastskonserenz nach wie vor ein vom Zoll- und Kontingentswahn besessenes Europa vorfinden soll oder ob endlich die Vorbedingungen für eine wirtschostspolitische Abrüstung geschassen werden. L— c. unterstellt, daß Gelsenkirchen an seiner Viertel- Milliarde Stahlvereinsaktien und an dem übrigen Effektenbesitz keine Verluste wird abzubuchen haben. Sie ist ober auch charakteristisch für die Erwartungen, dje die Ruhrherren hinsichtlich des Flotow-Berichts immer noch hegen. Hin- sichtlich dieses Berichts erklärte Vögler kaltschnäuzig, daß die Gelsenkirchen-Verwaltung nicht wisse, was darin stehe und was das Reich mit dem Bericht wolle. Der Abschluß wurde dann einstimmig genehmigt, natürlich auch mit den Stimmen des Reiches. Die Neuwahlen in den Aufsichtsrat hatten das Ergebnis, daß in den auf 28 Köpfe verkleinerten Aussichtsrat als Vertreter des Reiches Herr von Flotow, Bankdirektor Götz von der Dresdner Bank und von V e l- sen von der Preußag eintraten. Die Bescheidenheit des Reiches ist wirklich bewundernswert. Von 28 Mandaten besetzt es g a n z e drei, ob- wohl es die Majorität des 239-Millionen-Äapitals der Gelsenkirchener Bergwerks A.-G. in Händen hat. Das spricht aller kaufmännischen Hebung Hohn und läßt nur den Schluß zu. daß man vom Reich auch unter dem neuen Kabi- nett nicht zu erwarten hat, daß wichtigste Win schaftsinteressen des Reiches und wichtigste Interessen des Steuerzahlers so wahrgenommen wer- den, wie es sich für jeden Kaufmann von selbst verstehen würde. Gegen eine solche Bescheidenheit, die natürlich nur eine Verbeugung vor den Ruhr» Herren darstellt, kann nicht scharf genug protestiert werden. In den Aufsichtsrat wurde ferner Generaldirek- tor H a ß l a ch e r von den Rheinischen Stahl- werken, d. h. von JG.-Farben, gewählt, die 19 Millionen Gelsenkirchenaktien besitzen und im übrigen, wie wir gestern berichteten, Appet't aus mehr zu haben scheinen. Interessant ist die Tat- sache, daß sich unter den wiedergewählten früheren Auisicht-ratsmitgliedern auch Dr. Werner- Kehl befindet, der aus dem Vorstand der Deut- schen Bank und Discontogesellschast im Zusammen- hang mit den Schiebungen des Düsseldorfer Bankleiters Schäker ausgeschieden ist. ZchultheiG-Dividende! Der Aussichtsrat der S ch u l t h e i ß- P a tz e n- Hafer Brauerei A.-G.. Berlin, beschloß, der Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 6 Proz. aus die 13 Millionen Mark Borzugsaktien und von 4 P r o z. auf die 41,4 Mil- lionen Mark Stammaktien vorzuschlagen. Dieser Beschluß zeigt zweierlei: einmal, wie stark dieses Unternehmen ist, das in einem ein- z i g e n Jahre die Folgen der Katzenellenbogen- Aero, nämlich einen Verlust von 69 bis 79 Mil- lionen Mark, überwinden konnte; zum zweiten, daß es dem Braugewerbe doch nicht so schlecht geht, wie es immer behauptet. Daten zur Konjunktur Der miserable Baumarkt und die erhöhte Stromerzeugung In den Groß- und Mittelstädten wurden ins- gesamt im Oktober 3399 Wohnungen fertiggestellt, 109 Wohnungen s2 Proz.) weniger als im Vormonat und 4799 oder 46 Proz. weniger als im Oktober 1931. Der ge- samte Wohnungszugang in den ersten zehn Monate» dieses Jahres blieb um 6 9 Proz. hinter dem entsprechenden Zugang des Vorjahres zurück. Eine erhebliche Steigerung erfuhren die W o h n u n g s u m b a u t e n. In de» Gemeinden mit 19 999 bis 39 999 Einwohnern wurden im Oktober 2999 Wohnungen fertiggestellt, 199 (4 Proz.) weniger als im Vormonat und 839 (29 Proz.) weniger als im Oktober 1931. In sämtlichen Städten mit 19 999 und mehr Ein» wohnern zusammen wurden von Januar bis Oktober 53 499 Wohnungen fertiggestellt(1931: 123 199), 43 899 begonnen(64 699» und für 48 799(74 299) Bauerlaubnisse erteilt. Die arbeitstägliche Strom erzeu- gung zeigte nach„Wirtschaft und Statistik" im Oktober den üblichen saisonmüßige» Anstieg. Es wurde zum ersten Male wieder der gleiche Stand wie im entsprechenden Vorjahrsmonat erreicht. Diese verhältnismäßige Steigerung setzte sich seit Juli ununterbrochen fort. Gleichwohl lag die Erzeugung noch um 22 Proz. unter dem entsprechenden Monatsstand 1929. In den ersten drei Vierteljahren 1932 belief sich die Stromabgabe der erfaßten Werke zu gewerblichen Zwecken auf 3,5 Milliarden Kilowattstunden gegen 4,1 Milliarden in der gleichen Zeit 1931. Die Devisenhöchstbeträge werden nach einer An- ordnung des Rcichswirtschaftsministers auch im Januar 1933 nur 59 Proz. des Vorjahres aus- machen. Dollaranleihen gegen chinesisches Flugverkehrs- Monopol? Aus Tok�io wird von einem pro- visorischen Vertrag zwischen den Vereinigten Staate» und China berichtet, nach dem China eine 13-Millionen-Dollar-Anleihe erhalten soll gegen die Konzession, daß Amerika in China große F l u g st a t i o n e n einrichtet und betreibt. Amerika solle innerhalb zwei Jahren über 599 Flugzeuge nach China bringen. Sowjetruhland. Auf dem nächsten Vortrags- abend der Deutschen Wellwirtschaitlichen Gesell- schafl am Freitag, dem 16. Dezember, spricht Pros. Dr. Zörner von der Landwirtschaftlichen Hoch- schule Berlin über„Das Agrarproblcm Sowjet- rußlands". Ausschank direkt vorn Faß, Kostproben gratis, BERLIN: *N, Brunnenstraße 42 *N, Müllerstraße 144 •N, Chausseestraße 76 O, Koppenstraße 87 'N, Prenzlauer Allee 50 *N, Schivelbeiner Str. 6 *0, Petersburger Str. 42 *SO, Grünauer Str. 15 *SO,Köpenicl Oonners'ag, den 15. Dezember Staatsoper unter den Linden 20 Uhr 2. Sinfonie- Konzert Leitung; Oifo Klemocrcr Sollst; Walter Gieseking staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Faust I. Teil VOLKSBUHNE Theater am BQIewpiaix Norden 64JÖ. Täglich 8% Uhr Das neue Paradies von inllas Hsv. Regie: Heinz Hilpeil Maurus. Wohlbrflck. Dahlke, Horney Auch Sonntag nachmittag Z», Uhr in P r e m i e r e n n e s e t z u n g Kleine Preise ragl.Su.SHUhr „Marcken mit Ernst Hatray Solveg— Sterns MAREK WEBER ii.il. gr. Fcsl-Programin! DsrVurvark. türdl« Waihn.■ Faiartaip hat heiqnnen, . j. ä". Stgs,!. S.»,SÜ. Hente letzter Th«! 1 Musikantenmädel ftißater im Admtralspamsi Merkur 9901 Ab 25 Dezembei wieder tl�i. 8W U. Hans Albers Liliom I u 2. Feiertag 4 Uhr Sc h i II e r Bisraardtstr.(Kniet Stelnpl.(CD 6716 H Zeitungsnotizen Donnersiag.d. 15., nachm 49, Uhr Castspisl der Dentsdiso MiisikbOlme iänselD.fifetel Romantische Oper von t. üumpeniiack WiHuadilsItiertagi Robert und Bertram SSoeiaQd. Heidasano Vorverkaaf begonnen Kleine Pieise Drei Codona& 6 von d. Staatsoper 1 Vaitto'n» 8 Balilors j .■insoly'g usw »onnabend ond Sonn rar auch 4 Uhr zu kl. Preisen 1 Flora 3434 Rauchen erl.] Das führende Variete $lädi.0per Cbarlotienburti Fraunhofer 0231 Turnus I 20 Uhr Madame Butterfly Berser, Müller, Cavara. Hüsch, Qomben, Kanal, Steier Dirigent: Ladwig Deutsches Theater Weidend. 5201 Letzte 4 Tage! Harmonie von Franz Molnar Inszen. Max Reinhardt Max Pallenberg. Karlweis.Etlinger. V�lleniin, Hertha Thiele, Terwin Lore Mosheim Hammerspieie Täglich 8 Uhr .MI MW" wo Fraotisok Laiger Reg; Rudolf Beet Pool Kitblgir. kdorl Sessel. üsbaneinBr. Mtltnv. Maierir. Hirraann. Södel KurfOrstend-Tu. KarfQrstendamor 209 Tel Bism- 140ü Tägl. N'/e Uht MW Rehe m Bertuch und SAwabai* Musik. Kflnneke Regie Penker t Hans Schindler mit seinen Jazz-Symphonikern Vorvarkaof unanlerbrochen ienaissance-Th. Stelnpl. 6780 Täglich 89. Uhr Letzte Woche Trtippe l»: zrcitag. Pen 15. Oegenbrt: Äelac iijunrt bet äRiltUrrn Otteoerajaltanp. Die Ortavervaltang. WM Metallarbeiter-ller&aoG Ve> waltonNMfellr Berlin Todes-Anzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, da8 unser Kollege, der Arbeiter Paul QuB am 12. Dezember an Lungenentzündung gestorben ist Die Einäscherung lindet am Freitag, dem 16. Dezember. 161/« Uhr, im Krema'orium Wilmersdorf. Berliner Sirafie, statt Rege Beteiligung wird erwartet Den Mitgliedern femer zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Gerhard Gäbler geb. 19 November 1910. am 8. Dezember gestorben ist Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Ehre Ihrem Andenken! Die OrU-erwaltong Für die zahlreiche Teilnahme an äßllcn der Einäscherung meines lieben Gatten und Vaters Paul Reichert sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank Elberleider Str. 2 Charlotte Reith erl Herta tleicberl Abschrift. PR. An. 1ä. 2y— 82,1032. UztciL Daa Amtsgericht München, Abteilung Strafgericht, erkennt in der PrinutHagesachc SUfenberg, Alfred, Thefredaktenr München, gegen 3. Ludwig, Waller, SchrifUelter in Breslau, 4. Cara, Surf, Schrlftleller in Berlin. Charlolienburg, ö. Saldichagg, Edmund. Schriftleiter in München.' wegen Beleidigung in der aifentlichen Elgung vorn Z7. Znni lSZZ. an der teilaerinmm«» hgben: f. ÄtUtsaerichtenräfidas-t> Frank, als Amtsrichter, 2. SuftuoberietretSi Blank, als lll lundsbeamter, auf Srund 2L Juni■ z �der chauntnerchaitMung nam i. Der Angellagte Walter Ludwig geboren am ZS. Dezember 1896 in .Dekdenburg, lediger Schriftleiter der Kellung„Dellswacht für Schlesien' in Breslau, ist schuldig eines Bei. gehene der üblen Aachrede und wird d�sjnalo zu einer Sefängniastrafe van S Monaten nzrurteilt. L Der Angeklagte fturi C a t d, geboten am 25. Jizli 1905 in Berlin, serbeirateter Schriftleiter der„Ber. liner Polkszeituna� in Berlin-Tbar. lotienburg, ist schuldig eines Ber. ? ebene der üblen Zkachredi und wird I esbalb zu einer Gefängnisstrafe aon 8 Monaten nerurteift. 5. Der Angeklagte Edmund Gold schajgg. geboren am U- Oktober 1SK in Freiburg L Br., nertettafelet Schriftletter der Zeitung„Münchener Best" in München, ist schuldig eines Beraehen, der üble« Nachrede und wird desbakb zu einer Geldstrafe uan sechsbnndert Reiibsmark, für den idall der Uneinbringlichkeit zu einer Ge- kängnisstrase nan tü Tagen verurteilt. B. Die Angeklagten haben dt« Aasten des BerfahFens zu tragen und die dem Vrinatklager Alfred Rosenberg, Kauptschriftleiter der Rettung„Bäl. kischer Beobachter" in München, er. erwachkenen notwendigen Auslagen zu erstatten. Dar Amt-ger-chtanrästdant. gez. Franl. Zur Beglaubigung: D»r Urkundebeawte: L. S. gez. Blank. Da, Urteil ist rechtsirSstig. Auf Grund der Befugnis unter 7 I mache ich dieses Urteil als Vertreter de» Herrn Rosen. Karg hiermit öffentlich bekannt. Rzchtsamnall Lorenz SR"der, München, Sreuzstr. 80. tiewt»llao»z»g 3. Klafs» 40. Pretchisch-Eübdeitlsch» tStaals-Zottsrie. Ohne Gewähr Nochdrutf verhpten Aus jede gezogen« Nummer sind zwei gleich hohe Gewmn« gesalleu. und zwar je einer auf die Lose gleicher Nmumer in den beide» Hbleilungen l uud ll i. Ziehungstag 14. Gezember 1032 In der heutigen Vorvllttaggziebung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Sednane zu 10000 ZL 988 a4 O Gewinne zs 50JU HL 63912 177510 190708 4 Gewinne M 3000 M. 313314 395469______ 10 Gewinne zu 2030 M. 140313 245529 554020 337SS5 388832 14 Gewinne ja 1000 an. 3139 62153 73116 83753 119678 214790 325292 22 Gewinn«« 800 M. S2901 94047 9400> 157761 161200 218570 252999 267436 301411 316166 333485 54 Gewinne ja 500'IL 14504 ,64 IS 51159 49430 56997 100637 114202 125323 1 67674 20--0S3 235350 250640 251030 261193 289326 325954 331833 332373 335912 341284 344284 3528o4 355976 356732 360046 375270 380172 Ja der heutigen Nachmlttagsziehung wurden Gewinne über WO M gezogen 252453 43873 362308 26 iSewinne>u 1000-NL 16369 22609 32146 123884 145973 16230? 189258 233123 243456 283045 306265 328275 3S8197 SS«ewinne«»00 29964 31529 38466 43683 126312 132163 167421 167472 168600 223798 229279 233434 254940 262895 271 6Ss 280541 301849 344557 359836 44«ewinn,«u 000 M. 11017 21 807 22243 27335 31063 41 9S9 54614 72441 S6467 69273 126723 18 570 224320 228887 229983 246208 281825 282244 286633 287823 305 167 364603 fOPtiptaa« im 1 0000 W. Vewinv» iu 2000 tJL FürnieFesttage Besonders billige Angebote GEQ-uieizenauszugmetii pfd.26ul9 GEG-Backpulver--- pack. 8 pt GEö-Zitronenöl..... fi. IG pf. GEG-Bitterraandelöl. fi. 10 pf. GEG-Vanillezncker pack 4 p«. GEG-Zackerglasur..pack 20 p». GEG-Backbotter) niedngsie GEfi-Backmargarinej TagesPreise GEG-Kokosfett i-Pd-iafei 36p4. GEfi-Schweineschinalz ptd. 44 p-. GEG-Rlndernierentalg pw. 40 pt GEG-Zltronen.... stack 5 pf. Alle uerlgeo BacHarimei Ditligsilll FQrdenWelhnachtstisch weihnachtsäpfel s�lln Tagespreise Wallnüsse......... pfd 40 r Haselnüsse Ä pfd 35 r. Paranüsse........ Rd 50 R. Apfelsinen...... Tagespreise Mandarinen...Tagespreise dfiQ• Schokolad«, QIQ« Kakao in relchar Auswahl, OES•Konfekt In fleschenkpackängan und los« Aus unserer PlefferKuchenfeDrih schoKoiadenherzen stück 4 r. Tigerzungen..... stack 4 r. Bunte Pakete.. Paket 13 pf. Spitzkuchen.... Rd 110 r Dominosteine pfd 120 pf. Pfefffernüssewefß.p d 60 r. Weihnachtsstollen, la QualltSt, Rosinen- und flandelnapfkuchen Bestellungen bitte baldigst in den Abgabsstellen Fleisch lur den Festbraten K.n"elsss Hammeitieiscn• oiurs.uiaFen. leiner Autschnin« Hühner. Emen. Oder- brucher fflaäTgense• nur gute Qualitäten zu niedrigs.en Tagespreisen OEQ-zigarren. OEO-zigarenen und OEO-Raucmahake in Weihnachtspackungenl— Große Auswahll— la()uali äienl~ Gute Aussiattungi li.ii i■ i i a»«——■ l u II Erstklassige Weine und Spirituosen aus eigenen Kellereien QröBte Auswahl bal fabelhaft billig« Teppiche Linoleum Stepp«, Tlscfc« and Sd�lafdecken UUxterstoffe and WandhehÄngc für Laden. Treppen. Limmer usw. LSafcr, Tcpplodc, lUdUlpolcpm !/■ s ss\ Ard ga<«ir. 4t. a. d Qr. Frankiqrt�r Str. l&Ar$I öi Ma»'s r i'-efat»*'iht.> S norb hobofep musH instrumenia Via»»» 100,-, 1.>0,-,IS0,-, gebraucht«. S-r-r. PrinzcnstraOe 90.* Jitfa 130 000 Trt-6rgon Hauioesuctie| ÄÄ Cue-isild«r Hlntt- metoü«. Silber» schmelz,.Goldschtne!» Settl. Gdristicnnt, tBuinWetsttage SO» SikmVn"»"a.Ttl'daUef.eDe Ä8i>«. nahmen. So tzenfi- i-icherbrückel. Wll'l Nindledersosg, M,—, Rindlrder leget 73,—, Polster. Zeitzedlnng.! leiiel 13�—.Ruhe» Inveten Schl�tztinmer, Spei» betten gi,—-, Goua,«. Szchat, Noloaie. sezimmer Suchen. SS,—, Bettkasten, strate 9 Zenpichdan» Smll LcL ore Berlin seil SN Iah. ren nur Oranien- stralie 158. Sab- lunaeerlelchleruna MzWWWM��WSW ütitzelmüdel, diUtgi Pretie. niedrige Ra» ten. Thau. ßtc&e grankfurlerstr. 86.• Teilzahlung lafztmmer, lUun.ei.Eiuur.uiiu i, I.V,:f: � ahne duffdiloa cac ii.r.r 8'''-e-' Schla stüchen, (ialtatalaa 'reL kosten. KiaidungssiUcKB. umsehe usui. Schreier, Slsäfser. strane 03, Rosen. thaler Platz._* Sewertichaltler faulen-Möbel bitlia in bei Md�ellaortk Slfäfterftt. 86 88. oorn I Trepve, im Sewerlschaiisdaus der üKeianarbettcr tu'hthctttit Klavvsasa» Radi». Sptechmaschtntn Aetzanschlutzanlage ' ,omeI'"»"«f1" Canlfttaw». Lautweechet. Äan,n„6e M, anschlutzletttg»8,—, 49.—, Uaulspcetbe: 1,75, WM Sinti. Meter, setzt ü,95, ftünstletaufnahmen, 80 Zentimeter, jetzt 1,50 B! Machnow, Weinmeisterstr. 14 ■ ffriedendu. einsti. 48 ffhof lottendurg Wind» scheidftrotze Sie tz«. und 8tnblw»4»a|»B 9J0,|7äi piewolig 18,- dreiteilige Auslagen ig_ 12,— Polsiermüb.l. werfstSUen. MSbel- 8-Ä?'., aI,!,tc'' grotzlager Äamer» i>°len 8j0, 5M ling. stastanien. Mark allee 56(Ecke ssehr. Boll, fZhFFhdCI' Teilzahlung W stalle! Man achte aus den Namen Fitzner Wenig getragene üaoaltergatderabe oon Millionären erzlen Anwällen abelhall billige Teile Emviehle Tatllenmäntel Paletots Fraiks Smoking» Debrolkan>175 ...... Gehpelze Samen. Mäbelbeizwerk- tnämel Gelegen- statten Möbelgrast lieitstäut, rn neaei lager Garderobe Weite K stanienallee stei Weg lohnend jtitfe dellinerstratzeT Aas, saverkaus. auch Teil. zahlung._• Patentmatratzen .Primissima" Aut Igemalratzen Me- iaHbelten Chaise- longue». Walter Slargorder Strafte achtzehn. Spezial geschäfL Getranchte ltzahrräoci 15- „ 20- 25.— SO.- Anoden. 100 Machnow. Bein- 2�45. Garan. meisterstraße 14» Speisezimmer 5.— M»" hämo 850,-, Ii«. Anode ZLd, 5.95.»InderrSdcr � Retzanodrn 7�0, für jede» Allel. Drei» ! Basttermalerial itSder, Roller, Rte. btUioft, Sprech. senau»wahl. Wach. i--'*™ if-.ai. rssg; 15,— Bari Schrank. stcTft'e'T«11' trfariäti opparate 28,—, tenburg.Bindlcheid. 32,— ,45.-M 10 DUO(traft«, die staut, iSerle 8- 4,-. iltafte und staut. Doppelfeder. werk B.75. elektrische e■>■ Werke 20,-. 22,-, Kraitiaiipzeufla irr.lo 6,ss»m 2,1.- iRatzanzug. Maftmantel ab 80.— Monatsrote 10—«etoilna 2387. Bern llyungen Autolchloste» oder Dreher mtt stavital al» BeteUi» g'ang bei gutem Ber. uienst gesuchL An. iritt sorori. Bleib. treu 1713._ stanfmann für Bür.lcitnng gesucht mit stavital als Beteiligung per sofort. C 2 17 ß. L.tdnngerstraft.e 56 1 Trepoc thaler P�atz nrafte). laus. ilung. �. ,25,—, sowie alle» Zu» Aadioanlaqes. i vehör billig LfaKaumotore olle Marken gegen now Weinmeislet. fstr Motorräder 200 kleinste Monat»» fttache 14 Flslalon.--am, steuerfrei, so» Cbne Kamerlina raten Parkübruna Fitedenan� Rhein» brikneu. konkurrenz- Stnlchrelbeaell» 56 kostenlos Cstlunr strafte 18; Chor, las, nur 130 Muk oeimitlell Woh- Fehrbellinec» Szilasi � Neander» lotlenbueg. Wind» f-molett etnbau-«unacheld Neue stossover, h» g- »tJ: annowitz 0435. cheid» Sil hafte und trade 54. Rani» fertig. Vbänti, Kant» Sharlottenburg, •iFtaunHoferftraH» 13. stöntgstrafti achb unddreiftig direkt Aleiandervlatz*