Abend-Ausgabe Nr. 592 B 288 49. Jahrg. Rebaktton und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher Ol � Qlmt Dönhoff 292 btfi 297 Telegrammadresse, Soztalbemokra« Derlt» L L K l HI L � voi.�ZLi.�'r'r FREITAG 16. Dezember 1932 In Groß- Berlin 19 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Aeutealoegan der Gozialdemokvatischen Partei Deutschlands Winterhilfe Lehleicher und die Erwerbslosen Die Erwerbslosen haben gestern mit Span- nung erwartet, was der neue Reichskanzler über die Winterhilfe sagen werde. Wie würde er sich zu den Beschlüssen des Reichstagsausschusses stellen? Die Rede Schleichers hat ihnen eine gewaltige Enttäuschung gebracht. Sie haben u n- bestimmte Versprechungen gehört, die weit hinter dem zurückbleiben, was sie er- hofft haben, weit hinter den Beschlüssen des chaushaltsausschusses, noch weiter hinter den berechtigten Forderungen der Sozialdemo- kratie. Im Haushaltsausschuß des Reichstags ließ die Reichsregieruug durch ihren Finanz- minister o, Krosigk erklären, sie wolle das Fleisch verbilligen, und im übrigen bemühe sie sich, die Kohlen- s y n d i k a t e, die Reichsbahn und den Groß- und Kleinhandel, überhaupt alle, die guten Willens seien, dabei zu fördern. Wie steht es nun aber wirklich mit der Winterhilfe? Wie stand es im Vorjahre? Die Sozialdemokratie setzte damals auf Grund ihrer Anträge durch, daß der hilfsbe- dürftigen Bevölkerung zuerst für zehn Wochen, und dann weiter bis Ende April, also praktisch für den ganzen Winter der Bezug frischen Rind- und Schweine- sleisches zu einem verbilligten Preis gewähr- leistet war. Alle Hauptunterstützungsemv- jünger der Arbeitslosenversicherung und der Krisenfürsorge, soweit Familienzuschlüge gezahlt wurden, alle Hauptunterstützten in offener Fürsorge mit eigenem Haushalt sowie die Empfänger von Zusatzrenten erhielten wöchentlich ein Pfund verbillig- t e n F l e i s ch e s. Der Preis mußte 3 l) P f. unter dem Tagespreis liegen. Köpfereiche Familien erhielten zwei Pfund verbilligten Fleisches. Für die Verbilligung von Frisch- fleisch wurden insgesamt 18 999 000 Mark ausgegeben. Damals wurde aber auch in Durchführung einer dem Haushaltsausschuß des Reichs- tages gegebenen Zusage zur Linderung der Rot der hilfsbedürftigen Bevölkerung ein weiterer Betrag von 7 072 000 M. zur V e r- billig ung von Kohle ausgegeben. Durch jene Mittel ist damals der hilfsbedllrf- tigen Bevölkerung für drei Monate der Be- zug von Kohle zu einem verbilligten Preise ermöglicht worden. Jeder Berechtigte erhielt monatlich zwei Zentner verbilligte Kohle. Der verbilligte Preis mußte 30 Pf. unter dem Tagespreis sein. Soweit durch Prei-nach- lasse der Syndikate und des Handels sowie der Eisenbahn diese Preisverbilligung schon erzielt war, fand eine zusätzliche Verbilligung von 30 Pf. statt Man muß sich jenen Tatsachen gegenüber- halten, wie die derzeitige Reichsregierung sich den Aermsten der Armen gegenüber be- nimmt. Die Reichsregierung läßt auf sich warten, und ihre Minister werden untereinander nicht einig. Sie teilen dem Haushaltsausschuß mit, daß sie, wenn es irgend gehe. alle14Tage den Notleiden- den ein Pfund Fleisch um 20 Pf. verbilligen wollen, aber sie erklären zu- gleich, daß sie nicht wissen, wieviel Geld sie zu jenem Zweck zur Verfügung haben. Von guten Worten und freundlichen Be- merkungen wird niemand satt. Wenn der Reichsfinanzminister in der Hochschule für Politik und vor dem Reichsverband der Deutschen Industrie über die Finanzlage des Reichs optimistisch redet, dann muß er auch für die Winterhilfe sich materiell einsetzen! Alles schleichert! Unternehmer und Bürgertum sind mit dem General zufrieden Schleichers Programmrede stößt bis jetzt nur bei den S o z i a l d e nro k r a l e n und K o m ni u- niste n auf scharfe Kritik. In der bürgerlichen Presse findet die Rede im allgemeinen eine wohlwollende Ausnah ntc. Alles schleichert— von Masse über Ullstein bis zu H u g e n b e r g! Der Gesamt- eindruck, der sich aus der bürgerlichen Presse er- gibt, ist, daß die Entschlossenheit, mst der Schleicher an dem kapitalistischen Programm Papens feschält, bei den Unternehmer» wie im Bürgertum guten Eindruck gemacht hat. Allein die„Deutsche Zeitung" steht abseits. Sie vermißt gegenrevolutionäre Eni- s ch i e d e n h e i t und weissagt Schleicher düster baldiges Scheitern. Das„Berliner Tageblatt" betont, das Programm selbst bringe keine Ueber- r a s ch ung, weder nach der guten noch nach der bösen Seite. Die„G e r in a n i a" schreibt, die Kanzlerrede sei von der Leffentlichkeit mit Spannung erwartet worden, weil sie endlich Klarheit darüber bringen sollte, ob tatsächlich an der neuen Spitze ein neuer Geist in die Reichspolifik eingezogen sei. Bei Be- antwortung dieser Frage müsse man unwillkürlich Bergleiche mit dem anstellen, was zurückliege, und da sei festzustellen: die Rede scheine in all ihren Teilen zu bestätigen, daß dieser Kanzler die K l u g h e i t als seines Amtes besseren und wich- tigeren Teil von vornherein erkannt habe. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung", also ein Organ der Schwerindustrie, unterstreicht in ihrer Würdigung vor allem die Stellungnahme Schleichers zu den wirtschaftlichen Fragen. Das Blatt detont: man wird nicht behaupten können, daß seine wirtschaftlichen Ideen sozialistisch seien. Immerhin war es nicht überflüssig, daß er auch seinerseits mit der Autorität des Regierungschefs wiederholte, was am Tage zuvor bereits Reichs- wirtjchaftsininistcr Warmbold vor der deutschen Industrie betont hatte, daß nämlich die Grundzüge des Papenschen W i r t- schaftsprogramms weitergeführt werden sollen. In den Blällern chugenbergs fällt in der Be- urteilung der Kanzlerrede eine starke kritische Rc- serve gegenüber den öffentlichen Arbeitsbe- fchaffungspläncn der Regierung auf. Die kominunistifche Presse charakterisiert Schleichers Rundfunkrede als„d a s alte Papen-Programm mit sozialen Floskel n". Di«„Rote Fahne" spricht von einem drohenden Ausnahmegesetz gegen die Kam- munistische Partei. Sechs Schuldner zahlen Eranhreich ist nicht darunter washlagtoo. 16. Dezember. 3m ganzen sind sechs Staaten ihren Verpslich- tungen aus den Kriegsschulden nachgekommen. nämlich Großbritannien. Italien, die Tschechoslowakei. Zinnland. Lettland und Litauen mit insgesamt 125 Millionen Dollar. Züos Staaten, und zwar Zrankreich, Belgien, Polen, Estland und Ungarn, haben die fälligen Roten im ungefähren Sesamibelroge von 25 Millionen Dollar nicht erlegt. Die Zahlung Englands beträgt 95'A Millionen Dollar. Der französisch- Botschafter Claudel über- reichte Staatssekretär S t i m s o n eine Note zu der Schuldenfroge. Der belgische und der polnische Botschafter teilten mit, daß ihre Staaten die Schuldenrate nicht zahlen können. Der tschechoslowakische Gesandte gab den Entschluß seiner Regierung, zu zahlen, bekannt, wies aber daraus hin, daß dies ein außerordentlich schweres Opfer für die Tschechoslowakei be- deute. Er hoffe, es werden bald Verhandlungen über die Revision beginnen, bei denen, was ja auch die britische Regierung vorgeschlagen hat, die Heute fällige Rate auf den künftigen Neubetrag angerechnet werden möge. .Als Rußland nicht zahlte Washington. 16. Dezember. Die Nichterfüllung einer Bertragsschuld durch eine durchaus zahlungsfähige Nation(Frankreich) wird als historisches Ereignis größter Tragweite betrachtet. hoover beabsichtigt nicht, irgendwelche Schritte zu unternehmen, und Stimson erklärte, im Verkehr zwischen Regierungen sende man keinen Gerichtsvollzieher, wenn der Schuldner nicht zahle. Allein im Kongreß ist die Empörung stark und weitverbreitet. Es wurden Resolutionen einge- bracht, die den Verkauf stanzösischer Wert- papiere in Amerika sowie Anzeigen dar- über in amerikanischen Zeitungen verbieten wollen-, ferner werden Repressalien mit Hilfe des Zolltorisgesetzes erwogen. Zuschlagsschutzzölle auf französische Parfüms und andere Luxuswaren. Jedoch rechnen manche immer noch damit, daß Frankreich, wenn auch verspätet, zu der Ein- ficht gelangen werde, welch ungünstigen Einfluß diese Nichterfüllung aus alle seine künftigen Be- Ziehungen zu Amerika haben muß. Unter den gegenwärtigen Umständen hält man den Abschluß des Handelsvertrages zwischen beiden Staaten für unmöglich, und die Heorstblätter zitieren aus den kürzlich verösfemlichten Akten des Staats- departements aus dem Jahre 1918 über die Be- Ziehungen zu Rußland den Band 3, der dar- stellt. wie Frankreich sich gebürdete, als es in der umgekehrten Situation war und Sowjetruh- lond sich weigerte, die zarischen Schulden an Zrankreich zu zahlen. Darin heißt es: Am 14. Februar 1918 unter- breitete der französische Finanzminister Klotz dem interalliierten Rat eine Resolution folgenden Inhalts:„Ruhland kann seine Verpflichtungen nicht ablehnen, ohne das Völkerrecht bis in seine Grundpfeiler zu erschüttern. Es gäbe dann keine Sicherheit mehr im Verkehr zwischen den Staaten, und es wäre unmöglich, langfristige Verträge einzugehen, wegen der Gefahr, daß diese Verträge später ignoriert werden." Griechische Krise wegen Devisenzahlung Athen, 16. Dezember. Weil der Ministerrat beschlossen hatte, für die Kupons der griechischen Auslandsanleihen 3 9 Prozent in fremdem Geld zu zahlen, ist der Finanzminifter zurückgetreten. Diese Zahlung gefährde sowohl den Haushall als auch die De- visenlage. Der Finanzminister hofft, mit seinem Rücktrittsgesuch den Ministerrat noch um- st i m m e n zu können, um so mehr, als zwei weitere Minister seine Ansicht teilen. Uebrigens wird der Beschluß des Ministerrats auf den Druck der Gesandten der Gläubigerländer zurückgeführt, die für den Fall der Nichtzahlung mit dem Ausschluß der griechischen Erzeugnisse gedroht haben. Nach 1 5 m o n a t i g e r Pause ist beute die Börse wieder eröffnet worden. Shautempö oderVaul Boncour pariser Kabinettssuche Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 16. Dezember. Die Bemühungen des Innenministers Chau- t e m p s sind darauf gerichtet, in der Schulden- frage eine Formel zu finden, die Herriot gestattet, Außenminister zu bleiben. Chautemps hatte auch eine Unterredung mit Leon Blum. Sie bezog sich nicht auf eine eventuelle Beteiligung der Sozialisten an dem neuen Kabinett, sondern lediglich aus die Schuldensrage. Die Morgenblätter betonen, daß die Bemühun- gen Chautemps' große Aussichten auf Erfolg nicht haben und der Präsident der Republik, falls Chautemps scheitere, Paul B o n c o u r mit der Kabinettbildung beauftragen werde. Die Mametuckenpartei Die Aengste des Rarteidihtators— Kapitalistischer Kurs Hitler baut in der NSDAP, eine organisato- rische Sicherung nach der anderen aus, um seine Führerstellung zu sichern. Seine letzten Anord- nungen lassen erkennen, daß er nach dem Krach mit Gregor Straßer die Schilderhebung eines Gegenkönigs in der NSDAP, fürchtet. Er will sich dagegen decken, indem er auch organisatorisch alle anderen Leute neben ihm zu seinen Maine- lucken macht. Zu diesem Zweck hat er eine sogenannte p o l i- tische Zentraltommission gebildet. Deren Aufgaben sollen sein: „I. Beratung aller P a r t e i i n st a n ,z« n auf den durch die politische Zentralkommissivn vertretenen Gebieten. II. Ueberprüfung aller für die Oestent- lichkeit bestimmten parteiamtlichen Verlautbarungen der NSDAP., die grundsätzliche Fragen berühren und damit grundsätzlichen Charakter besitzen. III. Ueberprüfung aller Anträge von grundsätzlichem Charakter der national- sozialistischen Vertretungen in den Länder- Parlamenten und Kommunen. Dem Ersten Vorsitzenden der Zentralkommission steht von jetzt ab gegenüber solchen Verösfentlichun- gen und solchen Anträgen ein Einspruchs- recht zu, das ihre Verkündung bzw. ihre An- tragstellung so lange sperrt, bis nichr entweder in gegenseitigem Benehmen eine Verständigung erzielt wurde oder i ch s e l b st als letzte Instanz meine Entscheidung getroffen habe. Ausgenom- inen von dieser Arbeit ist die Arbeit der p r e u- ßischen und bayerischen Landtags- f r a k t i o n, deren Vorsitzende an sich von mir eingesetzt und damit ähnlich dem Vorsitzenden der Reichstagssraktion m i r direkt verantwortlich sind. Jedoch müssen auch diese beiden Fraktionen ihre An- träge als Materiol der Generalkommission zu- weisen. IV. Der Zentraltommission unterstcht von letzt ab die Ueberprüfung aller An» träge auf Genehmigung der Betei- ligüng an Streiks und Aussperrungen, gleich, ob sie von der Partei selbst oder von anderer Seite beabsichtigt sind.— Nähere Ausfuhrungsbestimmungen erläßt der Erste Vor- sitzende der politischen Zentralkommission." Der erste Vorsitzende der„politischen Zentral- kommission" aber ist ch i t l e r s langjähriger Privatsekretär Rudolf Heß, also wie- derum Hitler selbst. Alle werden damit direkt abhängig von ihm gemacht! Weitere Anordnungen lassen erkennen, daß Hit- ler aus neues Einvernehmen mit den schwerindustriellen Geldgebern lossteuert. Die Gauleitungen werden entrechtet, alle Streit- fragen entscheidet künftig Hitler selbst. Er ordnet weiter an: „Die wirtschaftspolitische Abteilung(Haupt- abteilung IVa und b) wird a u s g e l ö st, eben- so der Reichswirtschaftsrat der NSDAP. Mein« Berater in Wirtschasts- fragen bleiben: Walter Funk, der für die Beratung wirtschaftlicher Fragen innerhalb der Partei die notwendigen Anweisungen gibt uns im Einvernehmen mit mir Wirtschaftsbeauf- tragt« der Reichsleitunq«rnennt: Gottsried Feder für wirtschaftstechnische Fragen und Fragen der Arbeitsbeschaffung."' Gottfried Feder wird auf ein Nebengleis abgeschoben, der Börsenzeitungsredakteur Wal- t e r Funk aber mit seinen großkapitalistischen Tendenzen wird Hitlers wirtschaftlicher Haupt- berater. Der Kurs geht auf«ine Partei der Mamelucken — nicht nur Hitlers, sondern auch des Unter- nehmertums I Leipurt und Schleicher Zur Abwehr von Irrtümern und Unterstellungen Die Wiedergabe einer Unterredung zwischen Theodor Leipart und einem Pariser Zeitungsmann, von der auch in einem Teil der deutschen Presie Notiz genommen worden ist, gab dem Genossen Leipart Veranlassung zu dem folgenden Schreiben an die Redaktion de» „Excelsior" in Paris: „In Ihrer Ausgabe vom 4. Dezember d. I. bringen Sie unter der Ueberschrift„I,oz pour- parlers entre von Schleicher et les synddcats Ouvriers(Die Unterhandlungen zwischen Schleicher und den Arbeitergewerkschaften) einen Bericht Ihres Korrespondenten aus Berlin, der eine Unterredung mit mir wiedergibt. Dieser Be- richt enthält mehrere Unrichtigkeiten, die mich zwingen, Sie um folgende Richtig- st e l l u n g zu ersuchen: 1. Es ist unrichtig, daß Ihr Korrespondent mir die Frage gestellt hätte, ob der von mir ge> führte Gewerkschaftsbund dem General v. Schlei- cher die für die Befestigung seiner Macht benötigte Waffenruhe gewähren würde. Jedenfalls hat Ihr Korrespondent selber gewußt, daß über eine solche Waffenruhe nicht die Gewerkschaften, son- dern die politischen Parteien im Reichstag zu ent- . scheiden hatten. 2. Es ist u n w a h r, daß ich erklärt hätte, die Regierung müsse„für einige Zeit" die Ver- fassungs- und Wahlreformpläne beiseite lassen. Ich habe vielmehr Ihren Korrespondenten auf die Mitteilungen der Presse verwiesen, daß Herr von Schleicher selber diese Reformpläne nicht für zeit- gemäß halte. 3. Es ist u n r i ch t i g, daß Ihr Korrespondent mir vorgehalten hätte, die Gewerkschaften würden gegen einfache Versprechungen sich der militä- rischen Kontrolle unterwerfen. 4. Es ist deshalb auch unwahr, daß ich auf die Worte„militärische Kontrolle" ein protestieren- des Aufspringen nicht habe unterdrücken können. Hätte Ihr Korrespondent eine solche oder ähnliche Bemerkung zu mir geäußert, so würde ich die darin liegende beleidigende Unter st el- l u n g mit derben Worten zurückgewiesen haben. S. Es ist unrichtig, daß ich eine lebhafte Bewunderung für Herrn von Schleicher geäußert hätte. Mein angeblicher Eifer, den Ihr Korre- spondent bemerkt haben will, zeigte sich höchstens, als Ihr Korrespondent wiederholt die Ansicht vertrat, die Berufung des Generals zum Reichs- tanzler werde in Frankreich große Beunruhigung hervorrufen. Ich habe geantwortet, daß angesichts der Friedensliebe des deutschen Volkes hierfür kein Grund vorliege und daß auch v. Schleicher nicht der Mann sei, wie Ihr Korrespondent sich ihn anscheinend vorstellte. Ausflüchte der Wels-Berleumder �vertinxs„öeweisantrase"— Das Gericht lehnt sie ab Nartetausfchuß Vorbereitung des Parteitags heule vormittag ist im Parteihau». Linden- straße 3, der Parleiau»schuh der Sozialdemokratischen Partei gemeinsam mit der Kontrollkommission zusammengetreten zur Vorbereitung des kommenden Parteilage». Die Beratungen begannen mit einem Referat des Genossen Otto w el», an dos sich eine. Diskussion anschloß, Die Verhandlung gegen die Wels-Verleumder, den Schriftleiter der„Deutschen Zeitung" Zeitz und den Hauptschriflleiter des Deutschen Schnell- oienstes Kames, die Otto Wels im Zusammen- hang mit seiner Londoner Unterhaltung mit Henderson, die auf Brünings Anregung stattgefunden hatte, des Landesverrats bezichtigt hatten, konnte auch heute nicht zu Ende geführt wenden. Nach Eintritt in die Verhand- lung erklärte der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor L ö s ch h o r n, daß der Zeuge Schiff wegen der bevorstehenden Amnestie zur heutigen VerHand- lung nicht geladen sei. Das Gericht wolle bloß über den Antrag der Verteidigung, den Reichs- kanzler a. D. Brüning als Zeugen zu laden, befinden. Rechtsanwalt Everling begründet seinen Be- weisantrag. Er will den Reichskanzler a. D. Dr. Brüning als Zeugen darüber hören, daß Brüning erstens Wels keine Ermächtigung gegeben Hab«, mit Henderson über innerpolitische Fragen, insbesondere die Frage des Panzer- kreuzers und der Zollunion zu besprechen.(Wels hat nie behauptet, eine derartige Ermächtigung von Dr. Brüning er- halten zu haben.) Zweitens, daß Wels nach seiner Rückkehr aus London berichtet habe. er habe dies gleichwohl in dem Sinne getan, daß er die grundsätzliche Abneigung der Sozialdemo- kratie gegen den Panzerkreuzer bei Henderson festgestellt habe, ihn aber gebeten habe, diese Frage zurückzustellen, da die Sozialdemokratie auf die Regierung Brüning Wert lege und sich gleich- sam als schweigender Koalitionsgenosse betrachte (das letztere kann Wels in dieser Form nie gesagt haben), und drittens, daß auch er, Brüning, die Veröffentlichung des „Manchester Guardian" in der ersten Hälfte des Juli und des„Daily Herald" vom 8. Juli 1932, in denen zum Ausdruck gebracht wurde, daß nun die deutsche Regierung an die englisch« die Er- klärung abgeben müsse, der Panzcrkreuzerbau müsse eingestellt und die Zollunion ausgegeben werden, auf die Unterhaltung zurückgeführt habe, die Wels in London vorgenommen hatte.(Daß Brüning je die Schuld an dieser Art Veröffentlichung Wels' Besuch in London zugeschrieben haben sollte, erscheint vollkommen ausgeschlossen.) Ferner wollte Rechtsanwalt Everling vom Reichskanzler a. D. Brüning die Frage beant- wortet wissen, weichen Be r i ch t er von der deutschen Botschaft in London über Wels' Besuch bei Henderson erhalten habe, ob das Reichskabinett über Wels' Sendung unterrichte! gewesen sei, und einige Fragen mehr. Rechts- anwalt Everling erklärte ferner, daß er«inen Eventualantrag auf Ladung des Reichs- kanzlers Schleicher zu stellen beabsichtige, zum Beweise dafür, daß das Reichswehrministe- rium die Haltung der Sozialdemokratie in Frage des Panzerkreuzerbaues und der Landesverteidi- gung den Interessen des Landes nicht entsprochen habe. Ebensowenig wie dies der Fall gewesen sei, bei der Vorlegung der Photographie über oie Beziehungen der Reichswehr zur Roten Armee gelegentlich einer Konferenz der Zweiten Jnter- nationale. Reichskanzler Schleicher würde be- stätigen, daß die Unterhaltung mit Henderson in gleicher Weise ein« objektive Verletzung gegen die Interessen der Landesverteidiguig oargestellt habe. wie die Vorlegung jener Photographien. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Kreismann hält di? Beweisanträge der Verteidigung für nicht er- h e b l i ch. Weder Brüning noch Schleicher seien in der Lage, über den Inhalt des Gesprächs mit Henderson Auskunft zu geben. Rechtsanwalt Landsberg schließt sich dem Standpunkt des Staatsanwalts an. Er bittet, den Anträgen der Verteidigung nicht die Ehre zu erweisen, die RIchligkelt ihres Inhalts als wahr zu unterstellen, sondern sie als gänzlich ungeeignet zu erachten. Sie hätten ja auch nur den Zweck, eine verlorene Sache so aufzubauschen, daß sie politisch ausgewertet werden könne. Was komme es denn darauf an, wie die Bot- schaft über Wels' Besuch in London gedacht habe. Was habe die Sache mit der Anklage gegen die beiden Schriftleiter und die Auffassung des Reichs- wehrministeriums darüber, ob die Haltung der Sozialdemokratie im Interesse der Landesvertei- digung gelegen habe, zu tun. Uebrigens, sagte Rechtsanwalt Landsberg, habe ein Reichswehr- minister auch den Deutschnationalen, nämlich dem Grafen Westarp, den Vorwurf gemacht, daß die Haltung der Partei den Interessen der Landes- Verteidigung abträglich sei. Was komme es darauf an, ob das Reichskabinett mit Wels' Fahrt nach London einverstanden gewesen sei. Woraus es allein ankomme, sei, ob die Tendenz der Unterhaltung in London dem Angeklagten Zeitz das Recht gegeben habe, zu erklären, Wels habe sich an der Grenze des Landesverrats bewegt. und dem Angeklagten Kames das Recht gegeben habe, nach dem Staatsanwalt zu rufen. Aach sehr kurzer Beratung verkündet der Vorsitzende den Gerichtsbeschluß, die Beweis- anträge der Verteidigung abzulehnen, soweit sie Behauptungen enthalten, werden diese als wahr un'crstellt, sosern sie vom Zeugen Fragen beantwortet haben wollen, stellen sie Beweisermiltlungsanträge vor und müssen deshalb abgelehnt werden. Rechtsanwalt Everling erklärt, daß er den Einspruch der Unzuständigkeit für den Angeklagten Zeitz nicht mehr aufrechterhalten wolle, er sei nur bestrebt gewesen, sämtliche Mittel, die das Gesetz ihm zur Verfügung stelle, zu erschöpfen: beide Angeklagte hätten ihm wegen seines Einspruchs Vorwürfe gemacht, Zeitz wolle die Verantwortung für den Artikel übernehmen. Es wird als nächster Verhandlungstermin der Mittwoch festgesetzt Dr. Everling bezweifelt, ob man auch am Mittwoch fertig werden würde, da er die Ladung des Reichskanzlers Schleicher beabsichtige. Aus die Vernehmung des Zeugen Schiff will Landsberg, auf dessen Antrag die Ladung statt- gefunden hat, verzichten, da die Sache bereits aufgeklärt sei. Rechtsanwalt Everling wünscht aber den Zeugen zu hören. Er soll über den Verlauf der Unterhaltung zwischen Wels und Henderson aussagen. Die Verhandlung wird auf Mittwoch vertagt. Schiff soll als Zeuge gehört werden. . Die Affäre Her Autofchieber k�ekerenctar festgenommen— Seltsame Vernehmungsmethoden In der Auloschieberaffäre Erbau und Genossen hat der Stettiner Kriminalkommissar Opitz, der seit länger als einer Woche In dieser Sache in Berlin weitere Ermittelungen durch- sührte, den zur Zeit beim Arbeitsgericht Berlin tätigen Referendar Dr. Werner Raa im Anschluß an seine Vernehmung im Polizeipräsidium festgenommen. Der Referendar war bis zum Jahre 1931 der Nachfolger des bis 1929 als Stationsreferendar bei dem Rechtsanwalt Dr. Georg Meyer tätigen Dr. K i w i t gewesen, hatte aber auch nach seinem Ausscheiden aus dieser Bürotätigkeit und während seines Dienstes beim Arbeitsgericht ab und zu aus- hilfsweise bei Meyer gearbeitet. So hatte Dr. Noa den Anwalt während dessen Urlaub im August d.J. vertreten und dabei auch bei zwei Rechtshandlun- gen mitgewirkt, die, wie sich später herausgestellt hat, mit der Autoschieberaffäre Erbau in Ver- bindung standen. Zu dem Referendar waren be- kanntlich zwei Herren gekommen, die sich als Gläubiger von Schuldnern vorstellten und den Erlaß eines Zahlungsbefehls beantragten. Der Referendar unternahm die notwendigen Schritte, beantragte in deren Verfolg die Pfändung und Versteigerung von zwei Objekten, bei denen es sich um g e st o h l e n e Autos hau- delte. Diese nachträglich aufgedeckten Fälle gaben seinerzeit zu dem Verdacht Anlaß, daß Dr. Meyer, in dessen Namen der Referendar diese Zwangs- Vollstreckungen erwirkt hatte, an den Auto- schiebungen beteiligt war. Kommissar Opitz hatte Dr. Noa schon am Dienstag stundenlang ver- nommen, worauf am Mittwoch die Vernehmung des Rechtsanwalts Dr. Meyer stattfand. Bei diesem Verhör kam es zwischen dem Kommissar und dem Anwalt zu einem scharfen Konflikt, zu dem die Vernehmungsmethoden des Stettiner Kriminalbeamten, über den bekanntlich ohnehin schon Beschwerden beim preußischen Innenmini- sterium und beim Stettiner Regierungspräsidenten schweben, den Anlaß gegeben haben sollen. Dr. Meyer weigerte sich schließlich, dem Kommissar weiter Rede und Antwort zu stehen und erklärte, daß er eine richterliche Vernehmung verlangte. Genau der gleiche Vorgang spielte sich nun ab, als Opitz den Referendar Dr. Noa nochmals ver- nehmen wollte. Auch Dr. Noa weigerte sich schließlich, sich von Opitz länger vernehmen zu lassen, und verließ das Zimmer mit dem Be- merken, er werde sich nur noch einem Richter gegenüber äußern. Kommissar Opitz eilte Dr. Noa nach und nahm ihn auf dem Korridor des Polizei- Präsidiums fest. Der Referendar wurde sofort dem Polizeigefängnis zugeführt, während Opitz nach Stettin zurückkehrte. Angeblich soll der Kommissar erklärt haben, er werde den Referendar solange in Haft behatten, bis er aussagen werde. Ob der Richter, wenn es zu einer Vorführung kommen sollte, den Hast- befehl gegen den am Arbeitsgericht tätigen Re- ferendar tatsächlich erlassen wird, muß natürlich abgewartet werden. Wieder GtaatögerichtShof Oie Imlage der sozialdemokratischen Preußenfraktion Leipzig, 16. Dezember. Am Freitagvormittag trat der Staatsgerichtshos für das Deutsche Reich in seine seit Jahren zur Gewohnheit gewordene Weihnachtstagung ein. Zur Verhandlung steht die Klage der sozial- demokratischen Fraktion im Preuhi- schen Landtag, vertreten durch Unioersitäts- Professor Dr. Heller in Frankfurt a. M., gegen den Präsidenten des Preußischen Landtags, ver- treten durch Rechtsanwalt Dr. Sack, wegen Ein- berufung des Preußischen Landtags. Gleich nach Beginn der Verhandlung machte der Vorsitzende Dr. B u m k e darauf aufmerksam, daß die Entscheidung in dieser Angelegenheit vor- aussichtlich erst am Dienstag der kommenden Woche mit den Entscheidungen in den anderen zur Verhandlung gestellten Streitfragen erfolgen werde. partei, I o ß. und der Freisinnige R o ch a t- Lau- sänne, daß jetzt das Bürgertum die Geduld gegen- über den sozialistischen und kommunistischen Kampfmetholden verloren habe Ioß fragte dl?" Regierung, wie lange sie sich noch die Hege gegen das Heer gefallen lassen wolle. Di«"- Pressefreiheit fei mißbraucht worden und die Grenzen zwischen Sozialismus und Kommunis- mus vielfach oerwischt. Rochat schlug ein Bundes- gesetz vor, das„Abwehrbestimmungen" enthält. Bundesrat M i n g e r(Militär- Departement) schildert noch einmal den ganzen Hergang der Genfer Unruhen. Bevor die tragischen Schüsse ge- fallen seien, seien etwa 89 Soldaten ange- griffen und zum Teil verwundet worden. Der Befehl zum Schießen sei erst gegeben worden, als bereits ein Zivilist geschossen hatte. Aber auch dann sei noch genügend Zeit gewesen, um den Rückzug anzutreten. Den sozialdemokratischen Ab-- geordneten Nicole mache er für die Zuspitzung der Lage in Gens verantwortlich. Irgendwelche Maßnahmen gegen die Truppen, ihre Offiziere oder gegen die Genfer Behörden lehnte Bundesrat Häberlein(Zürich) ab. O-Äug enigleift 6 Verletzte im Würzburger Lahnhof Eigener Bericht des„Vorwärts" München, 16. Dezember. ver von Breslau kommende v-Zug 116, der würzburg fahrplanmäßig um. 6, 42 früh erreichen sollte, fuhr heute kurz vor seiner Einfahrt in den Würzburger hauptbahnhos auf einen fahrenden Güterzug auf. 10 wagen des v-Zuges entgleisten. Sechs Personen wurden verletzt. Als sich da» Unglück ereignete. fuhr eiu zweiler Güterzug gerade aus dem Würzburger Hauptbahnhof heraus. Er stieß an der Unfallstelle mit dem entgleisten Güterzug zusammen. Genfdebatte in Bern Bern, 16. Dezember. In der Nationalratsdebatte über die blutigen Ereignisse von Genf sagte der Vertreter der Bernischen Bürger- und Bauern- 500 Flammenopser Katastrophe in Tokioter Warenhaus London, 16. Dezember. Nach Meldungen aus Tokio wird be- fürchtet, daß bei einem Großfcuer in einem achtstöckigen Warenhaus im Zentrum Tokios 300 Personen ums Leben gekommen sind. Tie fünf obersten Stockwerke des Warenhauses wurden durch den Brand vollkommen vernichtet. Das Feuer brach während der belebtesten Geschäftszeit aus. Ein weiteres Telegramm meldet über London: Als das Feuer um sich griff, befanden sich etwa 1800 Personen in dem Gebäude. Die fünf obersten Stockwerke des Warenhauses brannten vollkommen aus. Etwa 200 Menschen wurden durch den Brand schwer verletzt. Die endgültige Zahl der Todesopfer steht bisher noch nicht fest. Der WirtschastSkurs (Gewerkschaften und Wirtschaftsminister Heute vormittag fand im Reichswirtschafts- Ministerium eine Aussprache zwischen Reichswirt- schaftsminister W a r m b o l d und den Ver- tretern aller Gewerkschaften statt, bei der eine Reihe aktueller Fragen aus allen Ge- bieten der Wirtschaftspolitik eingehend erörtert wurden. Besprechungen mit den Verbänden der Unter, n e h m e r finden in den nächsten Tagen statt. Bücher, die uns angehen Ein Ueberblick— Von Richard Junge Verlag ,;Der Bücherkreis Kilian Narr heiht der„Held" in Josef Lenhards Roman„Mensch unterm Hamme r". Auf dem Dorfe ge- baren, in der Stadt groß geworden, gerät Narr frühzeitig in Konflikt mit den Autoritäten des Lebens. In der Kindheit der Voter, später die Kirche in Gestalt eines katholischen Pfarrers, dann die Arbeit, deren Notwendigkeit er nicht immer einzusehen vermag, und nicht zuletzt die Kollegen. Er reibt sich an allem und mit allen, wird geschunden, gestoßen und geschlagen, hin und her geworfen in seinem Kampfe gegen Un- gerechtigkeiten und alle Widerwärtigkeiten des Arbeiterlebens, die auf ihn einstürzen. Hier ist das Schicksal des Arbeiters mit den Augen des Arbeiters gesehen und mit seinen Worten geschildert. Ein Drittel der Menschheit lebt in Ostasien, seit Iahren, Jahrzehnten befindet sich dieses Drittel in einer ständigen und vollkommenen Umwälzung. all« Gebiete des Lebens umfassend, Wirtschaft, Politik, Kultur. Und alle diese Umwälzungen berühren uns mehr und mehr.„Was immer in Ostosien geschieht, geht uns an." Aber unsere Kenntnis von diesen Dingen ist im allgemeinen sehr gering. Die Fachliteratur ist schwer zu- gänglich, und die Reiseliteratur kommt, von sehr wenig Ausnahmen abgesehen, an das Wesentlich« nicht heran. Hier füllt das Buch von Otto Mänchen-Helfen„Drittel der Mensch- H e i t" eine Lücke. Es beginnt gleich mit dem aktuellen Kampf um die Mandschurei, zeigt das feudale Japan und die Stellung der Arbeiter- klaffe, di« Entwicklung Chinas zur Republik, die Kuomintang, schildert das Treiben der Generäle und das Elend des chinesischen Proletariats und di« Möglichkeiten eines neuen Weges der Cnt- Wicklung Chinas. U. J. Büchergilde Gutenberg Otto Schröders neues Buch„Klaffe im Kampf" geht uns alle unmittelbar an. Die Menschen dieses Buches sind Menschen aus unserer Umgebung, ihr« Schwierigkeiten sind die unseren; die Kämpfe, in denen wir täglich stehen, die Aus- einandersetzungen in Partei und Gewerkschaft, zwischen Eltern und Kindern, Mann und Frau, Mitgliedern und Bürokratie zwischen Partei und Partei, Klasse und Klasse— das ist hier einge- sangen und wird uns vorgehalten wie ein Spiegel. An diesem Buche, dessen Held di« Klasse, deren alltäglichen Kampf es schildert, ist das Stärkste nicht die Handlung, die Begebenheiten einer kurzen Zeit, mitreißend und packend gestaltet, soirdern daß es zum Nachdenken zwingt. Solche Bücher brauchen wir heut«. Wie in allen seinen Werken, gibt V i c e n t e Blasco Jbanez auch in seinem Roman „Die Scholle" einen Ausschnitt aus dem Leben des spanischen Volkes Wir lernen die surchtbare Huerta kennen, den„Garten Valencias", und die Bauern, die auf chrem Boden sich abrackern. Die meisten sind Pächter, seit Generationen wird die Erde mit dem Schweiße der Bauern gedüngt, denen sie nur noch ein Leben voller Arbeit gibt, weil den Hauptanteil der Besitzer des Bodens erhält. Im Mittelpunkt dieses Buches steht der Kamps einer Familie um die Scholle, ein Kampf gegen alle, gegen Neid und Mißgunst, aber auch gegen das instinktive soziale Interesse der Bauern an der Erhaltung gerade des zerfallenen Hofes als eines Mahnzeichens für die Grenze der Macht ihrer habgierigen Verpächter. Das Buch des Tschechen Ivan Olbracht: „Der vergitterte Spiegel" schildert zwei Monate Gefängnishast. Sie verlaufen so ruhig, so ohne Zwischenfälle, ohne Korrektionsanstalt, ohne Prügel und Mißhandlungen, so ganz und gra unpathetisch und unheroisch— wie das Leben der Menschen auch, die wegen geringer Vergehen für kurze Zeit sich in diesem Gefängnis aufhalten müssen. Aber gerade diese einfachen Schicksale sind so erschütternd, daß das Buch, obwohl es auf jede empörte Geste und alle billigen Effekte verzichtet, zu einer Anklage an dieser Gesell- schaftsordnung wird, die die Menschen schuldlos schuldig werden läßt. In Sergei Alymows„Schanghai" revoltieren die Kulis in den Fabriken gegen die menschliche Ausbeutung und Unterdrückung durch weiße und gelb« Kapitalisten. Sie gehen aus den Fabriken. Dienstmädchen verlaffen ihre„Herr- schaft", Hotelboys verweigern die Arbeit, Tram- wagen bleiben stehen, Angst und Unruhe ver- breitet sich mit der zunehmenden Empörung der gelben Proletarier über die Stadt. Die Weißen Schanghais zittern. Asien erwacht. Dieses erwachende Asten bildet den Hintergrund des Buches, im Vordergrund spielt sich das Leben der Weißen in Schanghai ab, das sich aus Geschäf- ten, Schmuggel, Betrug und Vergnügen zu- sammensetzt. Ernst Züchner schildert in dem Buch„D e r weiße Magnet" Polarfahrten in fünf Jahr- Hunderten. Von den Versuchen, den Seeweg nach Indien über das Eismeer zu entdecken, bis zur tragischen Fahrt Nobiles 1928, von Abenteurern, Ehrgeizigen und ernsten Forschern berichtet das Werk. Die bekannten Namen tauchen darin aus: Franklin. Roß, Nansen, Amundsen und zum Schluß der unselige, eitle, ehrgeizige und ver- blendete Nobile. Der Autor vermeidet falsches Pachos; nüchtern, doch fesselnd erzählt«r die Abenteuer, mitreißend allein schon durch den fach- lichen Bericht. Es ist ein Buch, das Jungen be- geistern kann. Armin T. Wegner(„Jagd durch das tausendjährige Rei ch") ist mit dem Mo- torrad und dem Paddelboot in Palästina unter, wegs gewesen, überall beobachtend und forschend, ständig bemüht, in die sozialen und Wirtschaft- lichen Verhältnisse des Landes einzudringen. Manchmal sind es nur Skizzen, die Wegner gibt, Gespräche mit Eingeborenen und Eingewanderten, aber sie erhellen blitzlichtartig die Situation. Er berichtet von den anstrengenden Bemühungen der jüdischen Rückwanderer, dieses Land mit einer neuen Kultur zu durchdringen, von den Schwierig- keiten mit den Arabern, aber auch von dem Zu- fammenprall der Vertreter alten und neuen Judentums. Es gibt Stellen in diesem Reisebuch, die dichterisch erfüllt sind. In der Ausstattung des Buches hat sich die Büchergilde selbst über- troffen, die Bilder sind ausgezeichnet. Aus den Erfahrungen langer Jahre, die Andre Demaifon einsam unter Schwarzen und Tieren gelebt hat, entstand das Buch„D i e Komödie der Tiere": Erlebnisse mit Tieren, aber nicht Kämpfe mit ihnen, sondern Freund- schaften, die der weiße Mann, der die Tiere liebt und sie versteht, mit ihnen schließt. Demaison hat eine eigene Art, die Tiere zu schildern, sie leben in diesem Buche. Da ist der Affe Iulo, er ist eigentlich schon kein Tier mehr, ein« be- zaubernd« Freundschaft verbindet ihn mit seinem Herrn. Es gibt ernsthaft« Verwicklungen seinet- wegen mit den Eingeborenen, die nur dadurch behoben werden können, daß er dem Urwald zurückgegeben wird. Er geht dort zugrunde, denn er ist kein Urwaldtier mehr. Auch in der Geschichte von Pupah, dem Elefanten, wird die „Komödie" zur Tvagödie, das seiner Freiheit beraubte Tier verendet am Unverständnis der Menschen. Man kann dieses schöne Buch nicht ohne Rührung lesen, es ist manchmal etwas be- schämend für den Menschen. Bowohlt Verlag E r n st von Solomon„Die Stadt" ist der Bericht über die geistige Situation einer nationalen Jugend, die sich„die Soldaten im immer bereiten Heere der Revolution nennt", und die schließlich, da ihr vor lauter Suchen, Dis- kutieren und Fragen, vor richtungsloser Aktivität, jedes Ziel verschwimmt, in einem aussichtslosen Radikalismus und politischen Sektierertum endet. Ein Land-knechtstyp,„dessen Heimat die Front, dessen Familie die Kompanie war", gerät in die schleswigsche Bauern- und Bombenlegeraffäre, geht freigesprochen nach Berlin, diskutiert in end- losen Debatten, die das halbe Buch füllen, erlebt den Betrieb im Rechtslager und landet bei den Kommunisten. Solomon berichtet in einer außer- ordentlich zwingenden, instruktiven Art von einer Jugend, die aller Bindungen beraubt, im geistigen und politischen Niemandsland umherirrt. Wenn für ihre Haltung auch nicht voll verbindlich, so doch aufschlußreich, heißt es einmal:„Er sah im Maschinengewehr ein Mittel, mit einer Reihe von Problemen dieser Zeit, den Geist einbezogen, auf sparsamste Art fertig zu werden." Sergej Jurin, ein junger, etwa dreißig- jähriger Autor, versucht in seinem ersten Roman „Die Leute von G a i d a n s k" die Verwand- lung der Wirklichkeit durch den sozialistischen Auf- bau an einer russischen Kleinstadt zu demonstrieren. Wie diese Provinzstadt aus ihrer Schläfrigkeit ge- rissen und zum Industriezentrum umgebaut wird; wie sich unter dem Tempo des Fünfjahresplans eine Wandlung der Einstellung, eine innerlich« Stabilisierung des revolutionären Gefühls voll- zieht, ist das Generalthema des Buches. Eine neue Generation wächst heran, für die, nach Jurin, der Kollektivismus eine Selbstverständlich- keit wurde. Indem er sie mit dem Alten, den Hinterwäldlern und Rückständigen, konfrontiert, zeigt er zugleich im Hintergrund auch den kompli- zierten Apparat des neuen Staates. Elsaß, das Land zwischen Deutschland und Frank- reich, das ewige Grenzland durchwandert Rene S ch i ck e l e in seinem Buche„Die Grenz e". Der Anblick seiner Landschaften, seiner Städte und Dörfer wird ihm zu einer willkommenen Gelegen- heit, den alten Kulturzusammenhängen nachzu- spüren, der an Verwirrungen reichen Geschichte des Elsaß, die den schicksalhaften Zusammenprall deutschen und französischen Wesens widerspiegelt. Er erzähll Anekdoten, Geschichten von France, Rolland, Vahac, und schildert nebenher das Elsaß der Nachkriegszeit. Es ist ein kluges, versähnliches Buch, ein geistiger Brückenschlag, dopeplt wichtig in einer Zeit, da der Haß wieder auszubrechen droht. Almanache und Vafdienkalender Phaidon-Almanach, Phaidon-Verlag, Wien-Leipzig. Deutscher Almanach, Verlag Philipp Reklam jun., Leipzig). Almanach der Psychoanalyse(In- ternationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien). Kosmos Taschenkalender für die deutsche Jugend (Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart). Phönix- Eebende deutsche Kunst Ausstellung bei Paul Cassirer In den Ausstellungsräumen in der Viktoria- straße zeigt Cassirer in Verbindung mit Flecht- heim eine Uebersicht über die deutsche Kunst der Gegenwart, in drei Abteilungen. Die erste, jetzt«rössnete, umfaßt Bilder der Bauhausgruppe(die heute faktisch nicht mehr besteht): Feininger, Schlemmer, Klee, Kandinsky mit dem zugehörigen Baumeister: dazu ein paar Meister aus verschiedenen Lagern: Kirchner vdn der „Brücke", George Groß und Dix von den Ve- riften, Campendonck, Purrmann, Levy, Nauen aus dem Lager der«Farbenromantiker", die der französischen Malerei(Matisse) etwas näherstehen. Eine vielseitige, überaus anregende und vor allem quolitätvolle Schau. Um dieses Ernstes und ihrer Nachdrücklichkeit willen gehört diese Veranstaltung in die Reihe jener unvergeßlichen Ausstellungen, in denen Paul Cassirer und zugleich die alte Berliner Sezession uns die Kenntnis von dem Besten der französi- schen, deutschen und sonstigen europäischen Kunst vor dem Kriege vermittelt haben. An diese lange unterbrochene Tradition wird wieder angeknüpft. Es ist die deutsch« Malerei, es ist das Wesentliche der lebenden schöpferischen Kräfte, das uns hier in erlesenen Werken gezeigt wird, als Beweis, daß die Kunst in Deutschland wesensbestimmend stilbildend und lebensausdeutend ist, wie noch nie zuvor seit den Zeiten Dürers und Runges. Soll man einige Höhepunkte dieser außerordent- lichen Auswahl nennen, so wären es die klare Bergeistigung und Farbenpoesi« Feiningers, der strenge Formadel in Schlemmers Figurenbildern, die mystische Tiefe seelischer Be- Ziehungen bei Klee, das Ringen um«ine neue magische Kraft der Lebensdeutung bei George Groß und bei den Bildhauern: Garbes auf deutsche Monumentalplostik des 13. Jahrhunderts weisend« Strenge und R. S i n t e n i s naturnahe Lockerung des Körpergefühls. Nicht zu vergessen ist ein frisch erwachendes Gefühl für Bewegungs- Wahrheit in der Holzfigur de Fioris. p. k. sali. Ludwig Devrient-Ausstellung Aus Anlaß des 100. Todestages Ludwig Devrients am 30. Dezember 1932 veranstaltet das Museum der preußischen Staats- t h e a t e r eine Sonderausstellung unter dem Titel„Ludwig Devrient und seine Zeit". Porträts und Rollenbilder des unver- geffenen, des nach Uebereinstimmung aller Zeit- genoffen unvergeßlich großen Darstellers schmücken die Wände. Gleichfalls in Bildern ziehen Dichter und Musiker, Intendanten und Theaterleute jener Zeit vorbei. Ein Stammbaum orientiert über die in vielfältigen Abstufungen begabte Schauspieler- familie Devrient: Vitrinen enthalten Briefe, Mahnungen. Rechnungen, Wechsel— sowie ein paar kostbar seltene Handzeichnungen von Devrients großem Freund, dem Dichter E. T. A. Hoffmann. So sorgfältig und liebevoll dies auch zusammengestellt ist— all die Dinge sind doch nur wie leise Arabesken am Rand eines nicht mehr erfaßbaren einst glutvoll Lebendigen. Und alle atmen sie die Trauer um die Unwiderbring- lichkeit der ursprünglichsten, aber flüchtigsten aller Künste, von deren glanzvollsten Abenden nichts bleibt als ein paar alte Bilder, ein paar ge- spenstische Theaterzettel. A. W. T almi- Wirklichkeit In dem Zyklus der Berliner Funk- st u n d e„Die junge Generation" unterhielt sich Wilhelm Stölten mit einer Primanerin und einer Hortnerin. Das Gespräch führte den an- spruchsvollen Titel„W ir Mädels von heute": berechtigt war er nicht. Gewiß, auch diese jungen Mädchen leben im Heute: auch sie wissen von der Aussichtslosigkeit in ollen Berufen. Die Hortnerin, menschlich reifer, und schon darum zeitbewußter als die Primanerin eingestellt, rührte sogar manchmal mit einer klugen Bemerkung an echte Zeitprobleme. Doch man gewann den Ein- druck, daß beide Mädchen aus durchaus gesicherten Verhältnissen stammen und daß ihnen auch Ein- ficht und Erfahrung fehlten, um diese Fragen wirklich zu diskutieren. Auch der Leiter der Unterhaltung tat nichts, um die für die Belebung und Vertiefung des Gesprächs so wichtige Umwelt der beiden zu beleuchten. Die„Reportage vom Weihnachts- markt Alfred Brauns litt anscheinend nicht nur unter der starten, durch die Schleicher-Rede erzwungenen Kürzung. Vielleicht wäre das Bild bei etwas reichlicherer Zell anschaulicher geworden; doch mehr als ein Bild wäre es wohl kaum ge- worden. Der Weihnachtsmarkt von heute kann lebendig gemacht werden nur von seinen Schau- lustigen und Käufern aus, den jugendlichen Ar- beitslosen, den ebenfalls meist arbeitslosen Vätern mit ihren Kindern, den umherstreifenden Kindern und der heute sehr klein gewordenen Besucherschar, die aus aller Tradition den Weihnachtsmarkt noch zu Festeinkäusen aufsuchen kann.—1z. „Goldhärchens Himmelfahrt" im Rose-Thealer — Weihnachtsmärchen mit Gesang und Tanz von Goebeler und Rinckleben, Musik von G. Friedrich — bringt neben hübschen Tänzen alles, was ein richtiges Weihnachtsstück bringen muß: Nikolaus und Petrus, Nußknacker, Engel und Hofleute aller Art, den Hofnarrsn, Winterwind und das„arme Lenchen" nicht zu vergessen. Es wurde mft viel Lieb« für die Kinder gespielt, getanzt und gesungen. Der Clou war der Fahrstuhl, der vom Himmel zur Erde fährt und m Leuchtschrist seinen Weg anzeigt. Ein nettes und sehenswertes Weihnachts- spiel. m. Der Urheberaateil der bildenden Künstler. Gegen den Plan der Einführung eines Urheber- anteils an Werken bildender Kunst, der im Z 18 des jetzt vorbereiteten Gesetzes verwirklicht wer- den soll, haben 39 hervorragende deutsche Maler und Bildhauer Verwahrung in einer Eingabe an das Justizministerium eingelegt. Der Reichs- verband bildender Künstler, auf deffen Anregung jene Nachbildung des französischen �Folgerechtes" zurückgeht, verteidigt in einer Stellungnahme den Gedanken, den Künstler an späterer Preissteigerung seiner Werke auch dann zu beteiligen, wenn diese bereits verkauft sind. Der Reichsverband erinnert daran, saß ein „Wiederaufnahmeverfahren der Wertung" un IS. und 20. Jahrhundert vielfach erfolgt und daß die Forderung, 3 Proz. vom Weiterverkauf an den Künstler selbst oder seine Erben innerhalb der Schutzfrist abzuführen nicht unbillig ist. Z. B. ist Klingers Bild„Die blaue Stunde" seinerzeit dem Museum in Leipzig für 0000 M. angeboten und abgelehnt worden; später hat dasselbe Mu- seum das Bild für 60 000 M. aus dem Künsthandel erworben; das hätte für Klinger bei 3 Proz. eine Einnahme von 1800 M. beosutet. Ob er diese Summe benötigte oder nicht, erscheint gleichgültig._ Laßt Radieschen sprechen Einer der führenden Pariser Blumenhändler ist zu der Ueberzeugung gelangt, daß heute in der Zeit der wirtschaftlichen Krise das Wort: Laßt Blumen sprechen! keine Zugkraft mehr besitzt, sondern eine zellgemäßere Abwandlung erfahren muß. Di« Erfahrung hat ihn gelehrt, daß viele seiner früheren Käufer kein Geld mehr für Winterrosen ausgeben können. Und selbst wenn ihnen auch die nötigen Mittel noch zu Gebote stehen, so würden sie mit solchen Geschenken oft- mals den Empfängern, die andere Dinge notwendiger brauchen, nicht viel Freude bereiten. Der findige Geschäftsmann ist daher auf den Gedanken verfallen, statt der Blumen das bescheidenere, aber praktischere Gemüse sprechen zu lassen. Er schuf den„K r i s e n st r a u ß", der aus Karotten, weißen Rüben, Zwiebeln und Radieschen, vom leuchtenden Grün von Salatblättern umgeben, besteht. Das Gebinde ist ebenso malerisch wie billig. Diese ebenso wohlschmeckenden wie ge- schmackvollen Sträuße finden bei den Parisern außerordentlichen Anklang. Das neue Znstilul für Bauhygiene in Berlin, das jetzt in der Franklinstraße in Charlottenburg unter Leitung von Dr. Kurt Eisenberg, dem bis- herigen Assistenten Martin Hahns am Univerflläts- Institut, geleitet wird, soll vor allem an der Klärung der biologischen Grundlagen des Bauens arbeiten. Das Ziel ist, auf Grund Wissenschaft- licher Feststellungen gesetzgeberische Maßnahmen und praktische Fortschritte in der Bauhygiene' zu erreichen. Die Einrichtung ist zunächst vor allem aus bakteriologische Untersuchungen eingestellt, mit deren Hilfe zum Beispiel der Siaub, seine Bewegung und Dichtigkeit, sein Gehalt an An- steckungsträgern, die Pilgzbildung an Wänden in Mikroskopie untersucht werden sollen. Ein be- sonderer Raum ist für schalltechnische Unter- suchungen eingerichtet worden. Das Theolerwissenschaflliche ünstilut der Uni- versttät Berlin, das unter Leitung Prof. Mar Hermanns steht, ist in das ehemalige Marstall- gebäude verlegt worden. Es oerfiigt nun über einen großen Hörsaal mit modern eingerichteter Probebühne, einen bequemen Arbeitsraum, zwei ausgedehnte Archivräume, eine helle Ausstellungs- halle, die auch den Studierenden während der Freizeit als Arbeitsraum dient. In der Städtischen Oper ist die für Sonnabend vor gesehene Premiere von Webers„Freischütz" aus Sonntag, 7.3V Uhr, verschoben worden. Sonnabend gelangt„Zar und Zimmermann" zur Aul- sührung.(Anfang 8 Uhr.) Di« Sing-Akademic bringt Mittwoch, 2! Dezember, und Donnerstag 22. Dezember, Bachs Weihnachtsoratorium in der Philharmonie zur Aufführung. Till» Durieux, die soeben in Nikodemis Schausviel „Der Schatten" in zahlreichen Großstädten gastiert bat, wird nun auch in Berlin diese Rolle spielen. Die Premiere ist Mittwoch im Renaissance- The- a t c r. Im Berliner Theater findet am 2. Weihnachtstag eine einmalige Nachmittagsvorstellung von Ibsens „G e s p e n st c r" mit Alexander Moisst statt. Im Deutschen Theater findet am 23. Dezember die Erstaufführung des Schauspiels von Julius Hav „Gott, Kaiser und Bauer" statt. Wintechilse für die Zugend! Es gilt leiblichen und geistigen Hunger zu stillen Der Iugendsekretär des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes, Walter M a s ch k e, richtet an die maßgebenden amtlichen Stellen den folgenden dringenden Appell: Ende Juli 1932 waren noch den Feststellungen der Arbeitsämter etwa l Million männlicher und etwa 400 000 weiblicher Arbeitsloser unter 25 Jahren vorhanden. Von diesen jungen Er- werbslosen— es sind bestimmt mehr als 1.5 Mit- lionen, da die Zählung der Arbeitsämter mir die gemeldeten Arbeitsuchenden ersaßt— erhält höchstens rund d> e ü l f t e Arbeitslosen-, Krisen- oder Wohlfohrtsunterstützung. Für die kommenden vier Monate können nur etwa 100 000 Erwerbslose im Freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigt werden. Weiter werden etwa 300 000 Jugendliche an den beruflichen S ch u l u n g s- kursen der Arbeitsämter teilnehmen können. Di« Arbeitsämter haben aber keine Millel, um den Kursusteilnehmern auch eine unmittel- bare Hilfe, etwa eine Mahlzeit, zu bieten. In- folgedessen wird den bisherigen Teilnehmern am Freiwilligen Arbeitsdienst, die weiter wie früher keinerlei Unterstützung erhalten, nicht die geringste Hilfe zuteil, wenn sie auch zu Schulungskursen zu- gelassen werden. Was bisher aus Mitteln der Jugend- oder Wohlfahrtspflege geleistet wurde, dürfte für diesen Winter erheblichen Einschränkungen unterliegen. Die von Berufs-, Jugend- und Sport- verbänden bisher getroffenen Erwerbs- lofenzusammenkünfte können wegen der sehlenden Mittel— Preußen hat gegen das Vorjahr die Haushaltsmittel für Erwerbslosen- betrcuung v o n 1 M i l l i o n a u f 30 000 M. und die für die Jugendpflege von 3 M i l- lionen auf 750 000 M. herabgesetzt— nur noch in ganz bescheidenem Umfang weiterge- führt werden. An eine Gewährung von Mahlzeiten war in diesen Veranstaltungen bisher schon nur unter besonders günstigen Umständen zu denken-, künstig wird davon überhaupt keine Rede sein können: denn die Verbände mit ihren vielen erwerbslosen Mitgliedern sind am Ende ihrer Leistungsfähigkeit. Welche Anziehungskraft aber Schulungsoeranftaltungen auf junge Menschen, die im dritten, ja im vierten Jahr er- werbslos find, noch ausüben können, wenn für sie mit dem Besuch keinerlei direkte Erleichterung ihres schweren Schicksals verbunden ist, läßt sich unschwer ausmalen. Es werden also voraussichtlich nicht nur zwei Drittel von de» llH Millionen junger Erwerbs- loser ohne eine irgendwie gestaltete Aussüllung ihrer freien Zell verbleiben, es wird auch das Interesse der in Kursen und Erwerbslosenheimen zusammengelaufenen jmigen Menschen an den für sie getroffenen VeranstaUungen aus begreiflichen Gründen sehr gering sein. Die sich aus dieser Situation für die Jugend selbst, aber auch für Staat und Gesellschaft er- gebenden Gefahren sind zu offenkundig. als daß sie noch ausführlich geschildert werden müßten. Die täglichen Polizeiberichte zeigen, wie in immer zahlreicher werdenden Fällen junge Menschen zu Taten getrieben werden, die sie mir dem Gesetz in Konflikt bringen. Soll die Hofs- uungslosigkeit und die Not der jungen Erwerbs- losen erst zu solche» Ausbrüchen der Verzweiflung sühren, denen vielleicht mit polizeilichen Mitteln nicht mehr begegnet werden kann? Wir glauben, daß auch heute sich für die Jugend des Volkes verantwortlich fühlende Stellen im Reich finden müßten, denen Vorbeugung und rasche aus- reichende Hilfe für die Jugend dringend not- wendig erscheinen. Es ist bei gutem und energischem Willen auch jetzt noch nicht zu spät. die für den Winter unbedingt notwendigen Maß- nahmen zu treffen. Zweierlei muß ge- s ch« h e n: E r st e n s müssen die die jungen Erwerbslosen erfassenden Massenorganisationen in die Loge ver- fetzt werden, in weitestem Umfang Veranstaltungen der verschredensten Art für die erwerbslose Jugend zu trefsen, indem ihnen kostenlos geeignete Räume oder die Mittel hierfür zur Verfügung gestellt werden Zweitens muß ermöglicht werden, daß bei all diesen Erwerbslosenveranstaltungen wie auch bei den Kursen der Arbeitsämter und sonstigen Zchulungsmaßnahmen wenigstens eine warme Mahlzeil und ein kräftiges Slück Brot gegeben wird. Diese Hilfsmaßnahmen müssen vom Reich aus und zwar zweckmäßigerweise über die Ar- beitsämler durchgeführt werden: denn die Arbeitsämter sind schon seit längerer Zeit die Stellen, in denen alle 5iilssmaßnahmen für die jüngeren Erwerbslosen ihre Zusammenfassung finden sollen. Man verweise nicht auf Volksküchen und Er- werbslosenspeisungen. Die von diesen Stellen er- möglichten Leistungen berühren das vorliegende Problem nicht. Eine Winterhilfe für die jungen Erwerbslosen muß geschaffen werden— eine Mnlerhilse. die diesen Namen auch wirklich verdient Helftder hungerndenJugend! Philippinen werden unabhängig. Der ameri- konische Senat hat einen Gesetzentwurf ange- nommen. wonach den Ph'lipipnen die Unab- hängigkeit im Verlaufe der nächsten acht Jahre gewährt werden soll. Arbeitsgemeinschasl sozialdemokrallscher Lehrer Deutschlands, Vezirksgrirppe Berlin. Heute, Freitag, abends 6% llhr, in der Tchulaula der Weltlichen Schule, Gothenburger Straße 10: Ausspracheabend über neuzeitliche Schulver- anstaltungen nebst Aufführung der„Welle A B C" und der„Mairosens pielc". „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochen- jchrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Veranlwortlicki für Politik: Rudolf Brendemiibl; Wirtschast: E. Klingelhöser: Gewerkscholtsbe- wegung: I. Steiner: Feuilleton: Herbert Le- v« r e: Lokales und Sonstiges: r i v S a r st ä d t: Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin Per- lag: Borwärts-Berlag G m. b H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei u. Bcrlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SD.«8, Lindcnstr 3' Bezugs- bedingungcn und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen-Ausgabe des„Vorwärts" verössentlichL Hierzu t Beilage. Die Kohlköpfe werden umgeladen KIWO-TAFEt I I OIQ) BTL Pot damer Str. 38 Bring frie lebend beim!— Trcnck mit Dorothea Wieck, Ilan» StÜTvc Jußendl. haben Zutritt W. ab 5, S, ab 2.50 Uhr BTL Turms traße 12 Der HebiUzenkönig mit Weiß Ferdl, ülax Adalbert. Gretl Theimer— Congorilla W. ab 5. S. ab 2-30 Uhr BTL Älexanderstr. 39 (Psasage) l»er Schützenkönig mit Well} Ferdl, Max Adalbert— Wer hat hier reehtt mi! Unnrroft Den ganzen Tag geöffnet! S. ab 3 Alhambra Müilerstr. 136, Ecke Sec&lraßc. Bring*le lebend heim!—- I>leb© in Uniform mit Harry iiiedtke W. ab 4,30, S. ab 2.30 Uhr Odeon.PotsdamerStrJS Friederike mit 31. Christians, II. Ii. Itollmunn— Congorilla Jugendliche haben Zutritt! W. ab 3, S. ab 2.30 Uhr Germania-Palast Charl.. Wilmersdorfer Str. 53/54 Bas T oMament d. CorneMa* Gulden mit 5Iagda.Schneider, G. Alexander— Wer hat hier recht* mit Georg© Bancroft W. ab 5. S. ab 3 Uhr Kan t-L ichtspiele Charl.. Kantstr. 54. Bring«Je lebend heim!— Trau m von Schönbrnnn mit .Hartha Bggerth, II. Thiraig JufteiKlliclic haben Zutritt! W. ab 5, S. ab 3 Uhr Primas-Palast Potsdamer Straße 18. Fat and Patachoo in I-ntnpenkavalie.« W. 5.15. 7.15, 9.15 Uhr S. 3.15. 5.15. 7.15. 9.15 Uhr c Friedrlchstadt Die Kamera Unter den Lindeo 14 Beginn: 3� 5, 7 ou d Uhr Franziskaner [ Um 3. 12. 3, 6. 0 Uhr beginnend: Albers: Die\acht gehört ans Neueste Tonfilm- Wochensclu | Um 10.30. 1.30, 4.30. 7.30 a. 10.30 Uhr beginnend: Greta Garbo in Hata Harl Kolonnadsn-Kino Toniilm Rheinsckloß-Licktspiele■ Neunaim Bhoinslr. 60. Woch. 5.-Slß. 3 ühr| Ballhaas goldener Engel mit\ E. Englisch, Fr. Kampers, Hildebrand— Tonhelprogramm Schöneberg Leipziger Sir 58 Tageskino Ab 9 Uhr vorm. Zvei Russenßlme: Der Hann* der sein Gedächtnis verlor— Turkslb Friederike mit M- Christians, II. II. Bollmann. Wallbarg. I W ils«. P. ISdrbiger- Eutsch und Bommel als H eiste rdetek- tlve— Neueste Fox tönende Wochenschau— JugeudJ. Zutrill! ■ Moabit 1 Ärtnthnf JVnchem ab 6 Uhr rlTiUSnOi Sonntags ab 5 Uhr i Perlcberger Str. 29. Der schwarze Husar mit Hod> Christians— Wer zahlt heute ! noch?— Tonwocbe Schlüter-Theater 5. �»"u. Schiülcrslr. 17. Stg. 3 Uhr: Jugd.-V. 8 Hödels im Boot rrrrt Karin Hardt— Das Hillionentesta- ment mit Ch- Ander W Wllmertdorf"k Wochent 7. 914 U Atrium Sig i, 7. 9>4 U. Kaiseralice. Ecke Berliuer Straß« Uraufführung! Dos Geheimnis d. blauen Zimmers mit Th. Boos. II. A. v. 8chletfow, E. Elster, O. Hlma, B. Byrd. P. Henkels — Gutes Tonbeiprogramm 7 all Beginn tägl. a. 7, 9 Uhr £iMI Stg. 3 Uhr Jugendvorsl. Potsdamer Str 5G Galavorstellung der Fratelllnl mit Hax Adalbert— Gloria mit Brigitte Helm 1 Sf Bllt« M Titania-Palast s�'smu Sieglitz. SchloOstr&. EckeGulsmuthsstr Uraufführung: Grün ist die Heide mit Cam. Spiro, P. V'oß, Theod. Eoo«, Fr. Kampers. K. Blume. — Tonfilmbpr.— Jugendl. Zutritt Kronen-Lichtspiele Rheinetr. 65 Täglich 5, 7. 9 Uhr. Sonnt, ah 3 Uhr. Wie mag' leb'* meinem Hann 3 mit Ben. Müller. Alexander, Wtt«— firaliea Beiprogramm Ivotthüsser Damm 92 AURUR Stg. ab 1 U, W. ab 6 Uhx IIa, Testament des Cornelius (■alden mit R Schneider.— Sein kleiner Kamerad Flora-Tageskino iemeÄ | Haoptstr 144. Die— oder keine mit G. Alpar. Tfax Hansen— Gut. Tonbeipr- Jugendliebe, haben Zutritt Titanic Schöneberg- Hauptstr. 49. Bfa-Tonwocbel Das Abenteuer der Thea Roland mit E. Dago ver, Rehmann Excelsior Woch. ab 6% Sonnt, ab 4 U. Kaiser-Friedrich-SlraBe 191 Hleter Schulze gegen alle mit I. Wüst— Tonbeipr. Jgdl- Zulr. Mercedes-Palast w.«.«4 u. Hermannstr. 212. SM., Stg. 2!-6 Uhr: Jugend- Vorstell. Bring sie lebend heim!— Traum von Sichönb.'unn mit Thimig— Jugendliche hab. Zu tritt I Ttirmn Wochent. 5, letzte 9U U l Uf Hl O Sonntags ab 3 Uhr Uauplstr. 144 Der Sk'bützenkönig mit �lax Adalbert. Gr. Theimer, Weiß] Ferld— Tonheiprogamm Harlendorr Primus-Palast w. s. s.30 u. Am Hermannplati, ürbanstr 72176. Sbd., Stg. 2� Uhr: Jugend-Vorstcll. Bring sie lebend heim! Raubtier-Sensation- Traum v. Schön- brnnn mit M. Eggertb, Thimig Jugendliche haben Zutritt Mn /; Wariendorfer W 7. 9 ifiQ-Ltl Tonlichtspiele S. 5. 7. 9 Chausseestr. 305. Zigeuner der\iu-hf mit Jenny| Jugo— Spione im Savoyhotelj mit Tschechow» W Sugwesten W Film-Palast Kammersäle Tellower Str 1 W ab 5.30. S. ab 3.30 Zwei Großtonfilme: Zigeuner der \aohi rnil J. Jugo— Der Hann, den sein Gewissen trieb /)/»***** BacrwafdstraOc 17. ranaaium w. 5 Uhr. S. 3 Uhr 2 Großtonfilimc: Elehe auf den ersten Ton mit Ece Parry— Schützenkönig mit Adalbert Stern, Hermannstraße 49 Wochent. ab 6.30 Uhr, Sonnt, ab 1 Uhr �farschall Vorwärts mit Paul Wegener— Tonbeipr. J-gdl. Zutr. W Südosten| Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. W. 4�0. K. 7.15. 9 Uhr. S. 3 Uhr Paprika mit Franziska Gaal. Hörbiger— Der fliegende Tod (Sensationen) Stella-Palast Köpenicker Straße 12/14 Wochent- 6.30 Uhr. Sonnt, ab 3 Uhr Nur noch bis einschließlich Montag: Hartha Eggertb, H. Thimig in dem Tonfüm-Lustsplei Traum von Schönbrnnn Der unglaublichste Raublier- Sensa tions-Tonfilra: Bring sie lebend beim! Jugendliche haben Zutritt W Treptow"H Treptow-Sternwarte Sonnabend 8 Uhr, Sonntag 4, 6, 8 Uhr Hit Byrd zum Südpol. Die erste Ueberfliegung des Südpols(Film) ■ 0't*"_ 9 Germania-Palast\ a3bb I S; Frankfurter Allee 314 Zwei Großtonfilme: Wie sag' ieh's meinem Nonn? Renate Hüller. Gg. Alexander Schloß im Hond mit Haurice Chevalier. Jeanette Hacdonald Großes Germania-Orchester Luna-Palast Gr. Frankfurter Str. 121 Traum von Sehönbrunn mit H i Thimig— Bring sie leben« heim!— Tonwoche D* /• Film und Bühne IXlVOU Wo. 5Va, letzte 9 Uhr Bergmannslr. 3/7. Stg. letzte 9 2 Tonfilme: Abenteuer der Thea Roland mit Eil Dago ver— Der Sann, den sein Gewissen trieb > Tcmpelhol"k Knrfiircf w 7- 9- sbd Sl8 ö.7.9 nur rarst si« 3 nur. ckßck-Voo-t Dorfslraflt O Ecke B'rliner SlraBe Raa Abenteuer einer aehSnen Prau mit Dagovcr— Tonbeipr. Titln It Täglich: 5. 7, 9 Uhr / IDOll Sonnt.; 3. 5. 7. 9 Uhr Berliner StreBe 97 Baron Trenck mit B. Stflwe— Revierkrank mit Paul Horgan, Fee Kalten Filmeck W. ab 6H U. Stg. ab 3 ü. Am Görlitzcr Babnhot Eil Dago ver. Hans Rehmann in dem erfolgreichen Tonfilm Das Abenteuer der Thea Roland Der bdsherige Titel(Das Abenteuer einer schönen Frau) ist verboten Der herrliche Tonfilm aus der Südsce Kriss (Das fi-ammende Schwert) Schwarzer Adler au«" W 5. 7. 9 Uhr. S 3. 5, 7, 9 Uhr Strich durch die Rechnung m H. Rühmann— Tonbeipr.- Bükneuschau— Jugendl. Zulril Luisen- Theater sig3 ab'l u! Reichenbereer Str 34 Der Tonfilm der 1000 Sensationen: Der fliegende Tod (18 Akte) Brigitte Helm in dem erfoägreicben Tonfilm Eine von uns (Die Liebe eines Großstadtmadchens Viktoria-Theater?, Frankfurter Allee 48 Ballhaus goldener Engel n Kampers. Englisch. II. Hild brand— Schön war's doch W Frledrlchsfelde"fc Kino Busch All- Friedrichsfelde 3 IVle»ajr' Ich'« meinem?Ian mit B. Müller, G. Alexander \a wunderbar— Cfa-Tom. Nordosten ,ElySiam Prenzlauer Allee 56. Beginn: Wo. 5.15, Sonnt 3 Uhr Verlängert; Hring afte lebend heim! Rauh- tier-Sensation- Zigeuner der Nacht mit Jenny Jugo Flora-Lichtspiele�'T W.%ß. ca. 7. V# Uhr. StR. ab 3 Uhr Bring nie lebend heim!— Das Geheimnis um Job. Orth Volks-Kino Königstadt Schönhauser Allee 10. Tagt 5. 7, 9 Uhr Die— oder keine mit G. Alpar, M. Hansen— Hadame hat Besuch— Jugendliche haben Zutritt! W Heu-Llchtenbora W Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70. Sonnabend 4 J«d.-Vorst, Hölzern« Kreuze. Jenseits der deutschen Graben.— Tonbeipiogi*. Jugendliche haben Zutritt Palast-Theater"äd/nu� Breite Str. 21a. Der schönste Mannn im Staate mit Siegfr. Arno— Der Charap 7V«*ä/« Wochentags 6.30, 9 Uhr • ivOll Sbd.. Sonnt, ab 4.30 Uhr Berliner Straße 27. .Victer Schulze gegen alle mit I. Wüst— Fünf von der Jazzband— Jugendliche haben Zutritt! Tegel Uhr 4*4 7ilmpalast Tegel s a6b Bahnhofstr. 2. Stg. 2 U.: Jgd.-VorsL Friederike mit JI. Christian», Boll mann— Congorilla— Tonw. nion-Theater s!0�. smJ'; rlauptstraße 3. Friederike mit M. Christians. Bollmann— Congorilla— Tonw, W. ab 6 Uhr s. iM 6H. 8:<4 2 Tonliknc: Film OSmOS Bühne 'lauptstraße 6.- strich durch die Rechnung mit I. Rühmann— Kampf um die Frau c Hennigsdorf '/m nn tnof kcz w» 8 30 Üb r impaiaSi stes su s�. 8% u. irllner Sir 39. Ii ofltontUm: Abenteuer der Thea loland mit LII Dagorer, Reh. mann— Gr. Tonbelprogramm BEILAGE WmUs FREITAG, 16. DEZ. 1932 Wilhelm Gielgens: $>fe großen 3>rei ' Aus bem Geben der Menschen sind die drei Zroßen Bestimmungskräste Erde, Wirtschaft rmd Staat nicht wegzudenken. Wir alle sind auf die Erdoberfläche gestellt, leben von den Kräften der Erde und können ihr nicht entfliehe» Jede Form der gesellschaftlichen Bedrüfnisbefrie- digung ist, wie immer sie auch aussehen mag, eine Form der Wirtschaft. Das gilt für die primitive Nahrungssuche der Sammler und Jäger wie für den komplizierten Mechanismus des chochtapitallsmus, für die Vergangenheit wie für die Gegenwart und Zukunft. Und schließlich fordert die Tatsache, daß die Menschen in Massen zusammenleben, immer eine irgendwie gestaltet« öffentliche Ordnung und Organisation, die be- stimmend die gemeinsamen Angelegenheiten der Gruppen und der Völker regeln. Ob wir diese Ordnung nun mit Staat oder Gesellschaft oder mit einem anderen Ausdruck bezeichnen, bleibt letzten Endes gleichgültig. Entscheidend aber ist, daß immer eine Ordnung des öffentlichen Lebens, eine politische Gestaltung vorhanden fein muß. Diese drei großen Bestimmungselemente mensch- lichen Lebens stehen nun nicht zusammen- h a n g l o s nebeneinander, sondern sie wirken sehr stark dialektisch miteinander und aufeinander. Was mit der zwingenden Unabweisbarkeit der Ursache auftritt, unterliegt sosort wieder den Gestaltungskrästen anderer Ur- fachen, die ihrerseits gleichen Veränderungen aus- gesetzt find. Die Vodenbeschafsenheit der Erdoberfläche z. B. stellt dem Menschen gewisse Schranken für die Landwirtschast, die Siedlung, die Wirtschast schlechthin. Andererseits kann der Mensch, dank der Entwicklung der Technik, den Böden verbessern oder gar völlig verändern, wo- durch neue Wirtschaftsmöglichkeiten hervorgerusen werden. Die Gesetze und Notwendigkeiten des Wirtschaftslebens haben eine Fülle von politi- schen Organisationen und Formen hervorgerusen. genau so wie die polstische Eigengesetzlichkeit auf die Wirtschaft gestaltend einwirkt. So ergeben sich unzählige Wechselbeziehungen, Ab- hängigkeiten und Auswirkungen, die in ihrer Gesamtheit erst die Geschichte der Menschen darstellen. Die Entwicklung der Ge- sellschaft ist«in dialektischer Prozeß, und nur. wenn man die Wechselwirkungen der drei großen Grundfaktoren Erde. Wirtschaft, Staat berück- -kieistigt- und g l e i che-rmn ßem in Mchmmo stellt, ist es möglich, die menschliche Gesellschast entscheidend zu verändern. Für das bisher tragische Verhältnis zwischen Erde und Mensch, das wir mit dem Wille» zur Veränderung betrachten, bringt diese Erkenntnis eine Reihe wichtiger Entscheidungen. Wir sehen, daß wir nicht auf die Erdabersläche ganz oll- gemein gestellt sind, sortdern aus einen bestimmten, staatlich abgegrenzten Raum der Erdoberfläche, der immer noch in seiner Ab- grenzung politisch und wirtschafllich wirksam ist. In diesem Staatsraum ist daher zuerst und vor allem unser politisches und wirtschaftliches Wir- kungsfeld, auch wenn wir in planetarischem Denken eine allumspannende Gesellschaftsordnung, einen weltenweiten Sozialismus aufbauen wollen. Das Mitgefühl mit den unterdrückten Indern. der Abscheu gegen den Imperialismus Japans, das Interesse an den Versuchen in Rußland, sie find wirkungslose Gefühlsduseleien, wenn wir nicht aus diesen Regungen zu gestaltender Arbeit in unserem Lande, in unserem Raum« kam- men. Es ist allzu oft verkannt worden, daß Karl Marx im klaren Bewußtsein dieser Raumgebundenheit den Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie zunächst als einen natio» nalen Kampf der Form nach ausfaßte.«Das Proletariat eines jeden Landes muß natürlich zu- erst mit seiner eigenen Bourgeoisie fertig wer- den/ lKommunistisches Manisest.) Unsere Wanderung über die Länder der Erde- führt uns also nach unserem eigenen Wohn- und Lebensraum zurück und stellt uns vor die Auf- gäbe, innerhalb der deutschen Wirtschast und innerhalb des deutschen Staates unser heißes Wollen in die Tat umzusetzen. Das scheint einfach zu sein, denn an der Spitze unserer Reichsverfasiung, unseres Staatsgrundgesetzes. steht der Satz:„Die Staatsgewalt geht vom Volke aus/ Geht die Staatsgewalt aber wirklich vom Volke aus? Man braucht nicht einmal auf die Diktatur- gewalt der Papen-Regierung und ihrer wenig oeränderten Nachfolgerin zu verweisen, um daran zu zweiseln. Die Staatsgewalt ist nicht allein das parlamentarische Wahlrechr und die feierliche Erklärung der Versasiung, sondern die Staatsge- walt sind die tatsächlichen Machtverhältnisse in Staat und Wirtschaft und der Wille und die Fähigkeit, diese Macht zu nützen Der Besitz an Grund und Boden, die Verfügungsgewalt über die Kom- mando stellen der Wirtschaft— dos ist auch ein Teil der Staatsgewalt! Die Abschaffung der politischen Vorrangstellung der Großgrundbesitzer durch die Auflösung der Guts- bezirke in Preußen war zweifelsohne ein wichtiger staatspolitischer Borgang, ist dadurch doch der un- t�ltoofle Einfluß de« ostelbtschen Junters auf Politik und Verwaltung stark zurückgedrängt worden. Weil aber an der w i r t s ch a j t l i ch e n Vormachtstellung des Großgrundbesitzes nichts geändert wurde(hat doch das Reich sogar Millionen und Millionen an Subventionen den leistnngs- unsähigen Großlandwirteri zugeführt, ohne daß da- mit ein Zwang zu planvoller Wirtschaftsführung im Jnterefie der Gesamtheit auferlegt wurdest, blieb die Umlogerung der Machtverhöltniise im Staat durch den Umbau der Verfassung ein Torso Das gleiche gilt entsprechend jür die Industrie. Und auch das sind tatsächliche Machtverhältnisse, wirkliche Staatsgewalten: die Verfügung über die Armee, die Handlung der Justiz, das Monopol über die Bildung, die Beherrschung(und die Verwirrung) der öffentlichen Meinung. Ihr zielbe- wüßtes Einsetzen für das Privateigentum gegen den Sozialismus, für das Kapital, gegen das Proletariat zeigt, wie stark die reaktionären Kräfte immer noch verankert sind, wie wenig das Volk trotz der Verfassung den Staat gefial- tet. Das aber ist unsere Aufgab«: eine Wirtschaftsordnung zu schaffen, in der das von uns bewohnte Land zum Vortell des eigenen Volkes und der gesamten Menschheit bebaut und genützt werden kann, einen Staat aufzubauen, dessen politische Ordnung dem Wohle des eigenen Volkes und der gesamten Nienschheit dient. Wir sind das B a u v o l k der kommenden Welt, in der die Menschen nicht mehr durch Privatwirtschaft und Klassenstaat ausgebeutet werden, sondern in der planvolle Gemein- wirtschost und g e s e l l s cherf tl i ch e Staatsordnung die Menschen auf freier und blühender Erde vereint. d. mayer: tPrOlelmitd Mild Als Karl Marx in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Grundlagen seiner Weltanschauung ausarbeitete, einer Weltanschauung. die seitdem zu einer weltgeschichtlich be- deutsamen Massenbewegung wurde, stand die hoch- kapitalistische Entwicklung erst in ihre» Ansänge». lim so erstaunlicher wirk» heute die Sicherbeit, mit der er dem Proletariat von damals seine weit- geschichtliche Rolle auf den Leib schrieb. Nicht auf sozialem Mitgefühl wurde der marxistische Sozialismus aufgebaut: gewiß kannte und erlebte Marx die elende Lage des Frühproletariats: was er nicht selbst schon als junger Redakteur der „Rheinischen Zeitung" bei der Aussprache über das Holzdieb st ahlgesetz erfahren hatte, zeigten ihm in lebendiger Anschauung die Pariser Elendsviertel. Marx gab dem Proletariat seinen Ort im fortschreitenden Prozeß von einem philosophischen Gesamtverständnis der Geschichte her. Diese philosophische Deutung des weltge- fchichtlichen Ablaufs gab er aber nicht in der Absicht eines beschaulichen Zuschauers, vielmehr gab er der Philosophie einen praktischen Sinn. Ihre Erkenntnis muh zur Tat wer- den. In den„Deutsch-Französischen Jahrbüchern" sormuliert Marx seine neuen Erkenntnisse noch in der Begrifsssprachc des Jung- Hegelianismus: „Wenn das Proletariat die Auflösung der bis- herigen Weltordnung verkündet, so spricht es nur das Geheimnis feines eigenen Daseins aus, denn es ist die s a k t i s ch e Auflösung dieser Weltordnung. Wenn das Proletariat die Negation des Privateigentums verlangt, so erhebt es nur zum Prinzip der Gesellschaft, was die Gesellschaft zu seinem Prinzip erhoben hat, was in ihm als negatives Resultat der Gesellschaft schon ohne sein Zutun verkörpert ist... Wie die Philosophie im Proletariat ihre materiellen, so findet das Proletariat in der Philosophie seine geistigen AUred Fhrenlreich: ffiiMuttgspmlelarml! Für die junge Lehrerschast hat die Sporpolitik aus dem Gebiete der Verwaltung und des Bearmen apparate? verheerend gewirkt. Seit 1931 ist kein neuer Anwärter aus die Liste gesetzt worden. Neuanstellungen sind so lange nicht möglich, als dos Auflösungserbe von ein- gegangenen Schulen und pädagogischen Akademien seine Verwendungsansprüche stellt. Vor z w a n- z i g Jahren frühestens kann kein Assessor des jüngeren Nachwuchses mehr auf normale An- stellung rechnen. Unsere Schulen überaltern allmählich aus diese Weise, und wenn Neu- anstellungen einmal verwirklicht werden, ist der Nachwuchs ebenfalls bereits in vorgerückten Iahren. Welche Gefahren von hier aus der Schulreform drohen trotz jeder noch so moderne» Ausbildung der Junglehrer, muß dem ernsten Betrachter einleuchten. Vielleicht ist der immer häusiger werdende Ruf nach neuer„Autorität" in der Schule bereits ein Anzeichen gewisser Alters- Müdigkeit: denn wahre Autorität ist immer die Funktion sruchtbarer Gespanntheit und innerer Auseinandersetzung zwischen Lehrer und Schüler. Wie sieht es nun bei den Betroffenen selbst aus? Jeder, der mit der Ausbildung und den persönlichen Verhältnisien der jungen Lehrer zu tun hat, kennt ihre schwere geistige und materielle Not. Neben uns wächst ein Proletariat heran, das durch seine geistigen Spannungen sein Schicksal doppelt schwer empfinden muß und sozial selbst nicht dem Arbeiter gleichgestellt ist: n i eh t einmal Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung ist vorhanden, lediglich die Wohlfahrt ist zuständig. Keineswegs kommt die Mehrzahl dieser akademisch Gebildeten aus sehr bemittelten Kreisen, die meisten sind aus ihre Selbsterhaltung angewiesen oder haben Angehörige noch zu unterstützen. Behördliche Beihilfen sind nur gering. Aus der einen Seite erhöht der Staat infolge der großen Auswahl dauernd die Leistungssorderungen: eine Prüfung mit„ge- nügend" ist für den jungen Lehrer fast wertlos geworden, solange noch Bewerber mit dem Zeug- nis„sehr gut" und„gut" hungern müsien. Andererseits muß der Kandidat neben erhöhten Ausbildungssorderungen dem kümmerlichen Lebensverdienst in Nachhilfestunden. kleinen Aufträgen und Botendiensten nachgehen. Die Kommissionen stellen vielfach einen Rückgang der Prüfungsleistungen fest; im vorigen Herbst bestanden in einer Prüfungsgruppe von rund 35 Teilnehmern etwa nur vier mit„gut". Mau oergißt aber leicht dabei, welchem seelischen Druck diese jungen Menschen neben gewisien Zufällig- keiten der Prüfungsregelung ausgesetzt sind. Einem sonst tüchtigen Bewerber z. B. versagten in der Prüfungszeit wiederholt die Nerven, da er in den letzten Monaten, z. T. durch Nacht- arbeit, Schreibmaschinenkopien, die vorgeschrie- benen Prüfungsgebühren von 80 M. verdienen mußte, die leider noch heute mit ganz geringen Ausnahmen gefordert werden. Der Staat hat dem jungen Lehrernachwuchs mehrjach Abhilfe zugesichert, praktisch vermochte er nur sehr wenig zu tun. Er konnte gewisse Stellen, wie Privat-, Polizei- und Heeresfach-. schulen und Dolkshochjchulkurse anregen, den Assessoren an erster Stelle Aufrahme zu gewähren. Die Frühpensionieriing dagegen schuf kaum Er- leichterung oder kommt erst einer kommenden Generation zugute. Am ehesten hatten solche Arbeitsämter Erfolg, wie sie etwa der Philologenverband eingerichtet hat, wenn auch ein Leben, das sein Dasein aus den Willkürlich- keiten und der Kurzfristigkeit der Privatstunden in den verschiedensten Stadtteilen fristet, nicht gerade beneidenswert ist. Die gegebene Lösung der Krise würde auszu- gehen haben von zwei Tatsachen: unsere Schul- klaffen sind heute fast durchweg überfüllt, die sogenannten Frequenzen viel zu hoch(in den Sexten bis zu 55 Schülern!): die Pflichtstunde»- zahl der Philologen(25 Wochenstunden) ist an- gesichts der Anforderungen der neuen Schule ebenfalls überhöht(die Pflichtarbeit eines Lehrers ist ja mit der Schulstünde keineswegs erledigt). Beide Wege könnten bei sinngemäßer Regelung zu einer erheblichen Neueinstellung führen, wenn nicht die Staatsfinanzen das verwehrten. Zu dem sehr radikalen Ausweg einer Berufssperre für mehrere Jahre scheint sich der Staat nicht entschließen zu wollen. Alle anderen Vorschläge sind nur kleine Abhilfen: etwa die Einführung eines„Studienjahres" im Abstand von zehn Iahren für alle Angestellten(nach ameri- kanischem Muster), das für den Berufsroutinier eine ausgezeichnete Ergänzung seiner Wissenschaft- lichen Ausbildung bringen könnte und bei ge- ringen Gehaltsabzügen einige Möglichkeiten jür bezahlte Neueinstellungen böte. Man könnte auch denken an die Gewährung freiwilliger Eni- lastungen bei geringen Abzügen, die manchem Lehrer erwünschten Raum für wissenschaftliche Arbeiten schassen und einem Affessor Unterschlupf bieten könnte. Hatte man doch im letzten Jahre auch eine freiwillige Pensionierung angeboten. Denn es kommt ja nicht nur darauf an, daß die ausgebildeten Junglehrer mit der Schule in tätiger Verbindung bleiben— das gewährleisten die unbezahlten fünf Unterrichtsstunden dem Assessor an jeder Schule— es handelt sich darum, daß er leben und verdienen muß! Schließlich sollten die Verleger und Herausgeber der Schulleltüren mehr als je auf die„klingenden Namen" bewährter Bearbeiter verzichten und den wissenschaftlich oft besonders ausgeschloffenen Nachwuchs mitheranziehen Das gleiche gilt für die Mitwirkung an pädagogischen und Fachzeitschriften. Aber alles das, die restlose Mobilisierung der privatesten Ve- schäsiigungsmöglichkeit, schafft die Notlage nicht aus der Welt, daß seit Jahren zunehmend ein Bildungsproletariot der Lehrerschaft— Jung- lehrer, Studienreferendare und-assessoren— herangezüchtet und ausgesiebt wird, das letzter- dings nur auf die Straße verwiesen wird und mit der Zeit auch politisch immer stärker sich verirren muß in seiner Skepsis gegenüber dem Staate, der ihm nicht helfen kann. Waffen, und sobald der Blitz des Gedankens gründlich in diesen naiven Volksboden singe- schlagen ist, wird sich die Emanzipation(Befreiung) der Deutschen zu Menschen vollziehen... Der Kopf dieser Emanzipation ist die Philosophie, ihr Herz das Proletariat. Die Philosophie kann sich nicht verwirklichen ohne die Aufhebung des Proletariats, das Proletariat kann sich nicht ausheben ohne die Verwirklichung der Philosophie." Im Grunde enthalten diese, in der glänzenden antithetischen Sprache des jungen Meisters ver- faßten Sätze schon alle Einsichten, die das spätere Werk mit anschaulicherem Jtchakt zu füllen hatte. Das vier Jahre später geschriebene ,L: o m m u- n i st i s ch e M a n i f e st" saßt die geschichtliche Rolle des Proletariats nicht mehr abstrakt: seine weltgeschichtlühe Funktion wird aus der geschichi- lichen Bewegung als solcher abgeleitet.„Alle früheren Klassen, die sich die Herrschast eiPberten, suchten ihre schon erworbene Lebensstelluqg zu sichern, indem sie die ganze Gesellschaft den Be- dingungen ihres Erwerbs unterwarfen.... Alle bisherigen Bewegungen waren Bewegungen von Minoritäten(Minderheiten) oder im Interesse von Minoritäten. Die proletarische Bewe- gung ist die selbständige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Jnter- esse der ungeheuren Mehrzahl." Was ist der S>nn dieser Sätze? Erinnern wir kurz an die große Französische Revolution. Ms 1789 der dritte Stand gegen die absolutisti- schen Gewalten kämpfte, waren die Parolen dieses Kampfes: Freiheit. Gleichheit, Brüderlichkeit— für alle: sobvkd jedoch das Pariser Prole- t a r i a t unter der Fichrung von Grachus Bo- boeuf in diese„alle" einbezogen sein wollte, wurde die Gouillotine in Bewegung gesetzt. Freiheit. Gleichheit, Brüderlichkeit galt eben nur für die Bourgeoisie— das Proletariat blieb aus- geschlossen. Müßte der französische dritte Stand schon 1789 seine Klasseninteressen als das ver- in e i n t l i ch e Recht aller erscheinen lassen, so wurde diese Tendenz in der späteren Geschichte Frankreichs wie auch anderer Länder immer deut- licher: 1848 erhob sich das Pariser Proletariat Seite an Seite mit dem Mittel- und Kleinbürger- tum. um das Geldsackwahlrecht der Juli-Monarchie abzuschaffen. Nachdem dieses Ziel erreicht war, wurden die Arbeitervertreter aus dem zunächst gebildeten Koalitionsministerium herausgeworfen: am Ende dieser„republikanischen" Epoche stand nach der Niedermetzelung der Pariser Arbeiter im Juni 1848 das Kaisertum Napoleons III.! Erst mit der proletarische» Bewegung tritt die- jenige geschichtliche Bewegung in das Licht der Geschichte, die nicht mehr vorgibt, daß ihr Interesse das Interesse aller ist, sondern die pro- letarische Bewegung ist und vertritt in der Tat das Interesse aller, weil es die„ungeheure Mehrzahl" des Volkes darstellt. Hier kommt die Geschichte gleichsam in ihr Ziel. Dennoch klingt dieser Sachverhalt einfacher, als er in der Wirk- lichtest ist. Unsere ungeheure Mehrzahl findet sich leider nicht in schöner Selbstverständlichkeit zu- sammen: diesen Gefallen tut uns die geschichtliche Entwicklung nicht. Die politische Einheit der ausgebeuteten Mehrzahl des Volkes ist kein sich automatisch vollziehender Ablauf. Aber ohne die politische Einheit der Volksmehrheit gibt es keinen Sozialismus, gibt es keine Ueberwindung der kapitalistischen Gesellschaft durch eine sozio- listische Ordnung. Ohne Zweifel hat Marx den Proletarisierungs- prozeh mit besonderer Ausrichtung auf die Jndustriearbeiterschast gesehen. Mit zunehmender Rationalisierung des Kapstalismus ist aber ein Disserenzierungsprozeß des Proletariats akut geworden, der erst heute in weiteren Kreisen beachtet wird und weder 1847 noch in den sechziger Jahren des vorigen Jahr- Hunderts, als Marx- das„5? a p i t a l" abschloß, vorausgesehen werden konnte. Damit und mit der Proletarisierung der Mittel- schichten treten an den Marxismus neue Auf- gaben, die in ihrer vollen konkreten Wucht neu durchdacht werden müssen. Wie immer auch diese Ueberprüsung der gegen- wärtigen proletarischen Schichtung aussallen mag. an den marxistischen Grundlagen braucht nicht gerührt zu werden: Das Proletariat ist der geschichlliche Träger einer Bewegung, die den Kapitalismus aufheben wird. Sport in Kürze Sechstagefahrer Kroll wird Direktor— 2000 Mark werden gesucht Abschied von der Rennbahn. Paul Kroll. der bekannte Sechstagefahrer, von dem erst dieser Ta�e gemeldet wurde, daß er mit Oskar Tietz glsammen eine Mannschaft beim bevorstehenden echstagerennen in Dortmund bilden werde, will sich vom aktiven Rennsport zurückziehen Cr will die Rennbahn in der Breslauer Jahrhunderthalle übernehmen. Die Genehmigung beim Verband Deutscher Radrennbahnen ist bereits beantragt. Der dänische Amateursliegermeister sür ISZl, Helge Härder, der alsbald ins Lager der Pro- fesiionalfahrer übertrat, hat offenbar ein haar in dieser Suppe gefunden. Er hat seine Wieder- aufnähme im Verband der Amateurradfahrer be- antragt. Die Belohnung. Der Reichstrainer der bürger- lichen Deutschen Sportbehörde, W a i tz e r. hat, wie jetzt bekannt wird, seinen Vertrag auf weitere vier Jahre verlängert erhalten. Gegen Waitzer wurden von den aktiven Teilnehmern an den Olympischen Spielen in Los Angeles die schwer- sten Vorwürfe erhoben; er soll sich sehr wenig um seine Pflegebefohlenen gekümmert und das Photo- graphieren und Golfspielen der Betreuung der deutschen Mannschaft vorgezogen haben. Jetzt hat er die Belohnung für das gänzliche Versagen der Deutschen in Los Angeles in Gestalt des ver- längerten Anstellungsvertrages bekommen. 2000 Rlart Startgeld für einen Derein. Wo alles billiger wird, verlangt man auch eine her- absetzung der Startgelder oei Ruderregatten der Bürgerlichen. Nach einer Mitteilung der„BZ. am Mittag" wissen die Vereine noch nicht, ob sie sich an den kommenden Regatten beteiligen können, denn 1000 bis 2 000 Mark allein an Startgeldern zu bezahlen, fei ihnen in der heutigen Notzeit fast zur Unmöglichkeit gc- worden. Der Verband hat von den so zusammen- kommenden Geldern bisher immer.recht schöne und große silberne Trinkhörner und Suppen- terrinen als Preise gekauft, aber darauf will man jetzt sogar verzichten und sich mit dem bescheidenen „olympischen Reis" begnügen. Wenn doch nur ein Arbeiterruderverein 2000 Mark in seiner Kasse hätte! Rlotoren im Sportpalast. Die Vorbereitungen sür die Abhaltung von Radrennen hinter leichten Schrittmachermaschinen im Berliner Sportpalast sind fast beendet. Wie man hört, ist die polizei- liche Genehmigung für die nächsten Tage zu er- warten, nachdem alle Vorbedingungen wie die feuerfeste Imprägnierung der Bahn usw. erfüllt sind. Daneben laufen Bestrebungen, in Berlin endlich wieder eine allen Ansprüchen genügende Freilufttadrennbahn zu bauen. Die Olympiabahn leidet an Altersschwäche. „1vunder"dillge. Die österreichische Fußball- Mannschaft, die in England nur mit 4:3 unterlag, hat auf der Rückreise auf dem Bahnhof in Würz» bürg ein Telegramm erhalten mit der Anschrift: „Wunderteam, O-Zug S4, Würzburg, Haupt- bahnhof." Und das Telegramm kam an!— Sonja h e n i e ist zum Ehrenmitglied des Oslo-Schlittschuhklubs, des repräsentativsten Nor- wegens, ernannt worden. Internationales Eisrennen aus dem Titisee. Im Programm des am 12. Februar stattfindenden Eisfestes sind wiederum Rennen für Motor- räder, Motorräder mit Seltenwagen, Sport- und Rennwogen vorgesehen. Vor allen Dingen soll auch das Vergleichsrennen zwischen Flugzeugen, Rennwagen und Motorrädern wieder durchgeführt werden. Ringkämpfe im Zirkus Busch. Die aus- gezeichneten Paarungen bei den gestrigen Ent- scheidungskämpfen hatten den Zirkus Busch wieder bis auf den legten Platz gefüllt. Der Kampf der beiden unbesiegten Schwergewichte Weinura und Ferestanofs verlief recht aufregend. W. mußte dabei einmal verwarnt werden, da er seinen Gegner mit einem verbotenen Griff die Atmung behinderte. Der Bulgare wurde von dem starten W. oft hart bedrängt und erst in der 55. Minute gelang es ihm, W. durch einen Hüftschwung die erste Niederlage aufzuzwingen. Vorher warf Wolke den Rheinländer Krause in der 57. Minute auf die Schultern. Ganz groß rang Badurski mit dem Weltmeister Grüneisen: nach einer Gesamt- ringzeit von 29 Minuten konnte dann G. mit einem Untergriff den Polen bezwingen. Der Lette Krummin und Pohlfuß-Spandau trugen den Schlußkampf aus: hier konnte der Berliner in der 49. Minute den lange ebenbürtigen Gegner auf die Schultern legen, heute stehen wieder vier Entscheidungen auf dem Programm. Die Sinderabteilung der Freien Sportvereinigung Pankow veranstaltet morgen, Sonnabend, ein Werbeturnen mit anschließender Weihnacht?- seier. Ernste und heitere Darbietungen werden den Besucher bei unentgeltlichem Eintritt frohe Stunden bereiten. Die Veranstaltung findet in der Lyzeum-Turnhalle, Eingang Schönholzer Straße, um 19)4 Uhr statt. Die Geräteserie Lichtenberg siegt über Süden Als die Kampsrichter gestern in der Turnhalle hölteistraße die Wettkämpfer zur Geräteserie der Arbeiterturner zusammenriefen, füllten mehr als 200 Zuschauer die Halle. Ringsherum standen und saßen die Interessenten, die den ersten Kamps der Lichtenberger Frauen-�-Klasse sehen wollten. Und dieser erste Kampf gast dem stärksten Gegner, der F T G B.- 2 ü d« n. Um es kurz zu machen: Lichtenberg gewann nicht nur an den drei Geräten, sondern, und das ist das Be- merkenswerteste, auch in der Gymnastik. Wer noch in der Vorserie die Lichtenberger Frauen in ihrer gequälten und unbeholfenen Gymnastik sah, der war des Lobes voll über die Arbeil, die tm letzten Jahr geleistet wurde. In dieser Reinheft und Flüssigkeit kamen selbst die Frauen Südens, von denen man doch in diesem Uebungszweig viel Schönes gewohnt ist, nicht mit. MU 544 zu 498 Punkten blieben die Lichtenberger siegreich.— Auch den Kampf in der L-Kiasse konnte Lichtenberg ebenfalls gegen Süden-L mit 489 zu 482 gewinnen. Daß die Lichtenberger Männer- L-Klasse gegen K a r l s h o r st noch so gut ab- schneiden würde, hatte man im allgemeinen nichl erwartet: denn wenn eine ausgesprochene L-Mann- schaft gegen eine Mannschaft, in der zwei Turner der �-Klasse mftwtrken, nur mit einem Unterschied von 19 Punkten verliert, so ist das Ergebnis als gut zu bezeichnen. Die Ergebnisse sür die ein- zelnen Mannschasten sind: Frauen->-Klasse: Lichtenberg am Barren 174. am Pferd 165, am Reck 160, Sgmnastil 36, insgesamt 544 P. — Siiticn: am Barren 160, am Pserd 153, am Reck 152, Gymnastik 33, insgesamt 498 P,— Frauen-v-Klaise: Lichtenberg am Barren 151, am Pferd 148, am Reck 156, insgesamt 489 P.— Süden: am Barren 156, am Pferd 143, am Reck 148, Gymnastik 35, insgesamt 482 P.— Männer- U-Klasse: Lichtenberg am Barren 146, am Pferd 135, am Reck 147. Gymnastik 31, insgesamt 459 P.— Karlshorst am Barren 151, am Pserd 145, am Reck 148, Gymnastik 34, insgesamt 478 P. Heute: Moabit— FTGB.- Osten In der Turnhalle in der Waldenserstraßc in Moabit gibt es heute, Frestag, um 20 Uhr den schärfsten Kampf in der Männer-Oberstufe. Die bisher ungeschlagene Mannschaft des Sportvereins Moabit muß ihre Spitzenstellung gegen den Bezirk O st e n der FTGB. verteidigen. Beide Mannschasten verfügen über Kräfte, die bereits des öfteren in der Kreismannschaft turnten. So finden wir bei den Moabitern Leuthold, S ch u n a ck und Pause und bei Osten M i e h l k e und Baron. Es war schade, daß Schunack und Pause beim letzten Städtekampf nicht dabei waren, sonst hätte das Ergebnis anders gelautet. Sie werden deshalb heut« beweisen, daß sie unbedingt in die Städtemannschaft gehören. Die Parole aller Turnsreunde lautet deshalli: Um 20 Uhr alles zur Wakdemerstraße zum Kampf Moabit— Osten. Die nächsten Serienspiele Nachdem im Arbeiter-Fußball nunmehr drei Begirksmeister feststehen, wird der Serien- betriet» schwächer. Das Hauptaugemnerk richtet sich jetzt aus den zweiten Bezirk. Vor- wärts-Wedding empfängt aus eigenem Platz in der Ehristianiastraße Adler 08. Für die Adlerleut« handelt es sich um alles, sie dürfen keinen Punkt mehr abgeben. Während sie sich im Spiel gegen Hansa als sehr langsam erwiesen und Mängel im Ausbauspiel zeigten, hat Vorwärts in äußerst schnellem Spiel dem Meister des dritten Bezirks, Nowawes, ein Unentschieden abgetrotzt. Die Entscheidung liegt bei der Deckung. Handball ocfolgen begnügen dürfte.— Zehdenick gegen Rord (Zchdenick, an der Pasel). Zehdenick Ist am vergangenen vonntag einmal mehr nicht angetreten. Da im Ziegel- gebiet die wirtschafiliche Lage noch trostloser ist als anderswo, dürfte auch auf eigenem Platz die Mannschaft nicht mehr allzu stark sein.— Eiatracht-Rcinickcadorf einige Aussichten. Zügend! Teltow gegen Lichtenberg.— Nowawes gegen Wilmersdorf.— Vorwärts-Wedding gegen Minerva.— Rormannia gegen Fichte.— Alemannia gegen Borsig- walde. Schüler: Nowawes gegen Wilmersdorf.— Alemannia 2 gegen Vorwärts-Wedding 2.—.Vorwärts-Wedding 1 gegen Alemanni 1.— Pankow gegen Saxonia.— Rormannia gegen Hansa.— Wcißense gegen Mahlsdork 2. Beginn der Spiel«! 1. Mannschaften: 14 Uhr: i. Mann- schasten: 12.15 Uhr; Zugend: 10 Uhr. Arbeiter- Wasserball An diesem Wochenende tragen die Wasserballer ihre letzten Serienspiele vor den Feiertagen und mithin im alten Jahr aus. Möwe und Freiheit spielen am Sonnabend, um 21 Uhr, unter der Leitung von Schmeling(Charlottenburg). Am Sonntag stehen sich um 20 Uhr Eharlottenburg 1 und Berlin 12 gegenüber, haust(Möwe) versieht hier das Amt de- Unparteiischen. Möwe und Charlottenburg I seien als voraussichtliche Sieger genoimt. Die 1. Klasse wartet am Sonntag in jeder Abteilung mit einem besonders interessanten Spiel aus. So stehen sich in der Abteilung A. FTGB. Nordost und FTGB. Nordring um 14 Uhr auf dem Plag in der Schönhauser Allee gegen- über. Wie früher, so geht es auch diesmal wieder um die Stellung in der Tabelle zwischen den beiden. Zur Zeft steht Nordost um einen Punkt besser. Sehr leicht wird es der Kreismeister Bolls- fport Wedding in Nowawes haben, wo er mit der Freien Turn- und Sportvereinigung zusammentrifft. Das Spiel beginnt um 9.30 Uhr auf dem Platz am Priesterweg. FTGB. Süden 2 wird wohl die erste Runde ohne Punktgewinn beenden müssen: wir glauben kaum, daß es in Branden- bürg gegen die dortige Turnerschaft zum Siege reichen wird. Beginn 14.30 Uhr. In der Ab- t e i l u n g R geht es um die Führung, denn Voltssport Neukölln und FTGB. Süden sind ohne Punkwerwst. Wir erwarten um 14.20 Uhr auf Platz 5 im Neuköllner Stadion ein äußerst hart- näckiges Spiel, daß als offen zu bezeichnen ist. Die Bczirksklasien Osten und Süden treffen sich am Sonntag nur in Gesellschaftsspielen. Bezirtsliasie Norden: FSV. Tegel gegen ATP. Alt- ruppin um 15 Uhr Graf. Rödern-AI!««.— MTV. Bernau gegen FTGB. Nororing 2 um 14 Uhr inBernau.— Volkssport Wedding 3 gegen FT. Schwante um 12.30 Uhr in den Rehbergen.— FTGB. Buch gegen FT. Neuruppin um 14 Uhr in Luch.— FT. Bötzow gegen FSV. Pankow um 14 Uhr in Bötzow.— FT. Velten 2 gegen FT. Reu- ruppin.— Frauen: FTSB. Rcinickendorf-Ost gegen FT. Henningsdvrs um 13 Uhr Bcrner Stratze.— AsV. Rot- weiß gegen Blau-Weix um 11 Uhr in der Schönhauser Allee. Wasierfahrcr: Platz Spandau, Seeburger Straße: Freie Kanu-Union Spandau gegen FTGB. Kanu 2 um 10 Uhr. — Rudcrverein Collegla gegen Kanuverein Undine um 11.10 Uhr.— Platz Wuhlheide: FSB. Echweifslerne gegen Rudcrverein Vorwärts 3 um 10 Uhr.— Rudcrvcreinlgung 1913 gegen FTGB. Kanu um 11 Uhr.— Katzbachplatz: FTGB. Ruderbezirk gegen RWA. Tegel um 11 Uhr.— Hartkopp-Witt in Hamburg Aus dem Wettstreit der Veranstalter um die Uebernahme der deutschen Halbschwergewichts- Meisterschaft ist der Hamburger„Punching" als Zieger hervorgegangen. Der interessante Kampf zwischen Helmui H a r t k o p p und Adolf Witt ist bereits abgeschlossen worden, er findet am zweiten Weihnachtsseiertag in der Hamburger „Flora" statt. Für das Rahmenprogramm sind bisher Kreimes-Mannheim sowie die beiden Ham- burger Bölck und Ertinghausen verpflichtet worden. Sportallerlei aus Oesterreich. Das Schttds- richterkollegium des bürgerlichen steirischen Fuß- ballverbandes hat beschlossen, daß Mitglieder des Kollegiums nur dann Spiele leften dürfen, wenii mindestens sechs uniformierte Polizeibeamte auf dem Platze sind. Es vergeht nämlich in Graz kein Spieltag, an dem nicht mindestens ein Schiedsrichter oerprügelt wird!— In der ober- österreichischen Hauptstadt Linz rief die sozial- demokratische Stadtverwaltung das erste«tadt- amt sür Leibesübungen in Oesterreich ins Leben. Den Christlichsozialen paßt die Tätigtest des Stadtamts ganz und gar nicht. Mehr Klöster und Kirchen sind ihnen lieber als schöne weite und moderne Turnhallen. Darum beantragten sie beim Gemeinderat die Auflösung des Stadtamtes. Der Antrag wurde von den Sozialdemokraten ab- gelehnt. Schwarzes Brett TV.„Die Ratuisrenade-,«bt. Nealölla. Sonntag. 18. Dezember, 14 Uhr, Besuch der Feu-rschutzau-stellung. Potsdamer Str. 1J&. FTGB.. Ruderbezirk. Letzter Uebungsabend in der Ruderanlage Freitag, 16. Dezember, 10U Uhr. Wieder- beginn 6. Januar. 26. D-zember Weihnachtsfeler im Fürstenhof, Köpenicker Straße.- Bezirk Bum- Sonnabend. 17. Dezember, Borstandssitzung w der Tanne um 1914 Uhr. Donnerstag, 22. Dezember, letzter Hclmabend. — Bezirk Baumfchulcawca.«onnabend, 17. Dezember, Weihnachtsfeier im Alten Sierhäusihcn. Beginn ISft Uhr. Gintritt 50 Pf., Erwerbslose 30 Pf. 956. Rord sucht für 2. Weihnacht-ieiertag Gegner für drei Männermannschaften auf eigenem Platz. Volkssport Neukölln-Britz. 19. D-zember.fällt die«er- waltungsausschußsitzung aus. Dafür an diesem Tag« in der Paffooe Bergstraße Feierstunde für Grwerbslo,-. Alle erwerbslosen Volkssportler müsien um 19 Uhr dort sein. Versicherung-, und Stemvelkarte mitbringen, ebenso das Bundesbuch. Zur GA.-Sitzung 21. Dezember. 19-4, Uhr, bei Schabeiko, D-ichselftr. 5, müssen auch die übrigen Bereinsfunktionäre erscheinen. Tcnni»-Rot Groß-Berlin. Treffpunkt zur Wanderung Sonntag, 18. Dezember, 10 Uhr, Bahnhof Bernau. Per Frostwetlcr Schlittschuhe, Photogruppc Apparat« Mit- bringen. Frei« Ruderervereiuiquug 1913. Sitzung Freitag, 16. De- zember, 20 Uhr, im Torkrug fSchlestsches Tor). General. Versammlung 22. Januar. bootfahrcr Berlin gegen Ruderverein Vorwart» 2" um 10.30 Uhr. Rundfunk am Abend Freitag, 16. Dezember Berlin: 16.13 Achtung! Wir laufen Schlittsduih(R. Eilers). 16.30 Aus Dresden: \achmittagskonzert. 17.30 Das vereessene und das neue Budi begegnen sich(A. Mayer, H. Zander). 17.50 Unterhaltungsmusik. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00_ Morgen. Kinder, wird's was geben..( V, eisheit und Torheit des Schenkens). 19.35 1 In ginsein im Ozean? 20.00 Aus Köln: Gräfin Mariza (Operette von E. Kaiman). 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Aus Stettin; Abendunterhaitung. Königswusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Leipzig: Nadi- mittagskonzert. 17210 Die Wendung in der Dichtung der Gegenwart. 18.00 Musik. 18.30 Volkswirtschaftsfunk. 18.55 Wetterbericht. 19.00 Wissenschaf tl. Vortrag für Aerzte. 19310 Stunde der Arbeit. 19.40 Zeitdienst. 20.00 Aus Breslau: Musikalische Kuriositäten. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Aus Frankfurt a. M.; Sensenleute ziehen durch Deutschland. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45 See- Wette ihericht Sonst: Berliner Programm. HJetter in Berlin: Ziemlich mild, meist trüb« mit leichten Regenfällen, müßige bis frische süd- westliche Winde.— 3n Deutschland: Im Südosten und Süden ruhiges und vielfach nebliges Wetter inst mäßigen Nachtfrösten: im übrigen Reiche mild Theater, Lichtspiele usw. Sfaals Theafcr Freilag, den 16. Dezember Staatsoper unker den Linden 19 Uhr Die Heistersinger von Nürnberg Staatücnes scnauspieihaus 20 Uhr Nora Kabarett für Alle 4 Uhr Täglich 2»< 9 Uhr 1 | Das seesitionaiie Kabaren-Proeramin 5 Abendpreise I— 3 Mir. Nacüm. Gedeck 1.25 | Jeden Sonnabend 1 1% Uhr: Wachtvorstettancl VOLKSBUHNE Cheater am Büiowpiaiz Norden 6436. Täglich 344 Uhr Das neue Paradies «on iulius Hav. Regie: Heinz Hilpert Maurus. Wohlbrück, Dahlke. Horney Auch Sonntag nachmittag 36- Uhr" in P r e m I e r e n b e s e t z u n g Kleine Preise Stadl. Oper Charlonenbur; Fraunhofer 023) 20 Uhr Tosca Cleve a. G, Reinmar, Cavara, Kandl, Heyer Dirigent: Ladwig Rose-Theater Gull Frankierter Stnie 137 sei. Wiiduel E7 3422 5 Uhr Gotdirärcnens Himmelfahrt 8.15 Uhr Böhmische Musikanten Ba Ba Ba Bendows Boote Böhne Kottbosur StrtOe« Oherbanm 350« „von A-Z" Täglich»>/, Uhr J»/. Schiller Blsraarckstr.(Kaie) Steinpl.(Cl) 07)5 8% Zeitungsnotizen Heute Freitag. feiner 20., 2',23. nachmitt 4 Uhr. Or.Dolittlcs Abenteuer mit Alfred Braos Kleine Pieise! Sonntag, den 18. nachm. 4l.a Uhr: bstspiel dir Omtsdim MusikliOhne Bänsela. Bretel Romantische Oper von t. Humperdlack Wdhudinfeiirtigi Tomrkeif i6n stütl Robert und Bertram Kleine Pieise Gerade der Optiker führt geschmackvolle Artikel, die als WeihnachtsgabeFreude bereiten. Optiker M.TrUSCh Dresdener Str. 131,»m Kotu. 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