Morgen- Ausgabe Nr. 593 A291 49. Jahrg. Redaktion und �Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 5ernfpred)«r- Ol 7 Am, DSnhosi 292 bl« 297 •Jelegrommabteff« i Sojiatbemotrot Berlin BERLINER VOLKSBLATT SONNABEND 17. Dezember 1932 In Groß- Berlin 1 l) Pf. Auswärts....... 15 Pf. Bezugsbedingungen unb Anzeigenpreise fiehe am Schluß bei redaktionellen Teils Jentvaloegan der Sozialdemokratischen Oartei Deutschlands Verlegenheiten in Frankreich Lbautemps lehnt Herriots Nachfolge ab— Paul Boncour berufen Eigener Beridit des„Vorwärts" Paris. 16. Dezember. CHautemps hat den Auslrag zur Neubildung der Regierung zurückgegeben. Sein versuch, zwischen der These herriots und dem Lcschluh der Kammer in der Schuldensrage eine Vermittlung zustande zu bringen, um herriot sür sein Kabinett als Außenminister zu gewinnen, ist g e s ch e i- I e r t. Alte Jraklionen der Kammer beharren aus ihrem Standpunkt In der Schuldensrage. Angesichts dieser parlamentarischen Lage dürste der Präsident der Republik nunmehr gezwungen sein. eine Persönlichkeit mit der Kabinettsbildung zu bcauslragen, die die Haltung der Kammer in der Schuldensrage billigt. Räch der Weigerung von Chautemps hat der Präsident der Republik dem bisherigen Kriegs- minister Paul Loncour die Bildung des neuen Kabinetts übertrogen. Paul Boncour nahm den Auftrag im Prinzip an und sehte dem Präsidenten gleich sein Programm auseinander. Er verlieh das Elysee um'A10 Uhr mit der Erklärung, dah er heule abend nur noch mit Herriol sprechen und nach weiteren Verhandlungen am Sonnabend dem Staatspräsidenten seme endgültige Antwort überbringen werde. Kurz bevor Ehaulemps dem Präsidenten seine ablehnende Anlwort überbrachte, war bekannt geworden, dah der Auswärtige Ausschuh der Kammer in einer ossiziösen Sihung es abgelehnt hatte, der Kammer eine andere Ent- schlichung über die Schuldenfroge zu unterbreiten, falls die amerikanische Regierung sich ossiziell mit der Einberufung einer internationalen Schulden- und wirtschastskonserenz einverstanden erklärt. Die anwesenden Mitglieder des Ausschusses waren einstimmig der Meinung, dah es nicht ihre Ausgabe sei. den gesahten Beschluh umzustohen, sondern die Ausgabe der Kammer, wenn die neue Regierung einen entsprechenden Antrag stellt. Diese Haltung des Auswärligen Ausschusses war schliehlich entscheidend sür die Weige- rung Ehautemp». die Kabinettsbildung zu übernehmen. Ameriha hofft auf französischen Umfall Washington. 16. Dezember. Zu Beginn der heutigen Senatssihung erklärte Senator h a r r i s o n. der eine Rede über die französische Zahlungsverweigerung geplant hatte, dah er vom Staatsdepartement eine Mitteilung erhalten habe, die es ihm angezeigt erscheinen lasse, die Rede nicht zu hallen. Auch Senator L o r a h. der heute ebenfalls über die Schuldenfroge sprechen wollte, nahm von seiner Rede Abstand. Wie verlautet, hofft dos Staalsdepartement. aus Grund einer Unterredung zwischen dem französischen Botschafter Elaudel und Stimson, die gestern stattgesunden hol. dah Frankreich doch noch zahlen werde. Aus diesem Grunde will man gegenwärtig scharfe Aeuherungen im Kongreß möglichst vermeiden. Die Hofsnungen beruhten offenbar auf den Nachrichten aus Paris über die Bemühungen von Chautemps, ein radikales Kabinett zustande Generäle unter sich Ein Kapitel von„Kameradschaft" Als der General L i tz m a n n als Alters- Präsident den Reichstag eröffnete, erregte der alte Herr einiges Aufsehen durch seine A ng risse aus hindenburg, dem er mit dürren Worten sagte, er oerdanke seinen Marschallstab eigentlich ihm. dem Herrn Litzmann. G e n e r a l S ch l e i ch e r. der als Reichskanzler sich dem Mikrophon anvertraute, hat diesen pein- lichen Angriff in seiner Rundfunkrede milde zurückgewiesen und hindenburg vor Litzmann zu schützen gesucht. Keneral-Ober�Osaf Hitler, der gestern im Hause des Reichstogspräsidenten eine politische Versammlung abhielt— Teilnehmer waren die Mitglieder der Razifraktion des Landtags— hielt es für notwendig. Ligmann vor Schleicher zu schützen, incein er sich mit dem ersteren solidarilch erklärte. Ermutigt durch solche Tat, ging der Unter- führer der Braunhoscn, Kub«, unter dem Schutz der Immunität gegen Schleicher mit schwerem Geschütz vor. In seiner ,Lultur"rede, über die wir an anderer Stelle berichten, erklärte er unter anderem: „Wenn auch die historische Persönlichkeit Litz- in a n n s weit über derartigen Angriffen steht, bleibt es doch tief bedauerlich, daß ein u n b e- kanntet Major des Weltkrieges mit diesen Angriffen nicht nur gegen den Alters- Präsidenten des Deutschen Reichstags und des Preußischen Landtags, sondern auch gegen den weil älteren und verchrungs- würdigeren Kameraden und seinen ihm weit überlegenen militärischen Führer Stellung ge> nommen hat. Der Reichskanzler von Schleicher hat bei seinen Ausführungen das Wort„Kameradschaft- l i ch k e i t" gebraucht. Ich frage Herrn Reichs- kanzler von Schleicher, ob er bei diesem Zitat, bei diesem Appell an die Kameradschaftlichkeit vielleicht daran dachte, wie er den Generalobersten »an Seecktunter Wasser torpedierte. wie er den späteren jHeichswehrminister Gehler kameradschaftlich zur Strecke brachte, wie er den Reichswehrminister G r ö n e r rein k a m e r a d- schaftlich zur Strecke brachte, wie er den Reichskanzler Brüning kameradschaftlich zur Strecke brachte und wie er den Reichs- kanzler von Papen ebenfalls kamerad- schaftlich zur Strecke brachte. Vielleicht verleitet die Kameradschaftlichkeit Herrn von Schleicher dazu, mangels anderer Objekte für seine Unterwassertorpedierung sich nun selbst zu torpedieren." General Schleicher hat nicht zuletzt dafür ge- sorgt, daß die SA. wieder erlaubt wurde. nachdem Groener sie verboten hatte. Wenn also Hitler und Kube in den neuen Tressenunisormen spazieren laufen dürfen, um stch als„Generale" zu fühlen, so verdanken sie das im erster Linie Herrn von Schleicher. Es ist ein Zeichen ihrer Kameradschastlichkeit, wenn sie dafür jetzt so hämisch über Schleicher herfallen, während sie doch wie Ligmann hindenburg meinen! Varleilag am 12. hlärz in Frankfurt a. M. Der Parteiausichuß trat, wie schon kurz ge- meldet, am Donnerstag gemeinsam mit der Kon- trollkommisston zusammen, um die ersten Vor- bereitungen für den kommenden Parteitag zu treffen. Der Porteiausschuß stimmte dem Dorschlag des Porteivorstandes zu. den Parteitag am 12. März und an den folgenden Tagen in Frankfurt o. M. obzu- halten. Der Parteitag wird«in Bekenntnis zu zu bringen, das die Kammermehrheit dafür ge- Winnen wollte, ihren Beschluß von Mittwoch früh rückgängig zu machen. Inzwischen sind aber diese Versuche von Chau- temps gescheitert. Genf und Lausanne Auswärtiger Ausschuß Der Reichstagsausschuß für auswärtige Ange- legenhciten tagte am Freitag, um einen Bericht des Reichsaußenministers über die Abrüftungs- fragen und das Lausanner Abkommen entgegen- zunehmen. Der Sitzung wohnten u. a. auch Staatssekretär von B ü l o w, Botschafter R a d o l n y. Finanz- minister Gras Schwerin von Krosigk, zahlreiche Beamte des Auswärtigen Amts und eine Reihe von Ländervertretcrn bei. Zunächst erstattete Reichsaußemninistcr Freiherr von Neurath einen Bericht über die außenpolitische Lage, besonders über die Lausanner Konferenz. Im zweiten Teil seines Vortrages beschäftigte sich von Neurath ausführlich mit den Genfer Ab- rüstungsoerhandlungen. Reichsfinanz- minister Graf Schwerin von Krosigk machte im Airschluß daran einige ergänzende Bemerkungen über das Abkommen von Lausanne. Dann begann die Aussprache im Auswärtigen Ausschuß, an der sich Vertreter fast aller Fraktionen betei- ligten. Von Regierungsseite wurden die ge- wünschten Auskünfte erteilt. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Zur Besprechung weiterer außen- politischer Fragen, besonders der O ft f r a g e n und handelspolitischer Fragen, wurde eine weitere Sitzung in Aussicht genommen, deren Einberufung dem Borsitzenden überlassen wurde. den Lehren von Karl Mar; sein, dessen äst. Todestag in die Zeit>d«s Parteitags fällt. Der vom Parteivorstand vorgeschlagenen vorläufigen Tagesordnung für den Parteitag wurde zuge- stimmt. Den Auftakt zum Parteitag wird ein Refe- rat des Genossen h i l f e r d i n g über„M a r r und die Gegenwart" bilden. Einen p o l i- tischen Bericht des Parteivorstandes und der Reichstagsfraktion wird Genosse Wels in einem Referat über die„Politik der Sozialdemokratie" geben. Dann soll Genosse Aufhäuser über die„K r i s e n b e k ä m p f u n g und Ar- beitsbeschafsung" referieren, lieber die „Wirtschaftliche und politische Völkerverständigung" wird Genosse Breitscheid ein Referat hallen, lieber die „Parteiorganisation und Parteifinanzen" berichten die Genossen Vogel und Crummenerl. Zu diesem Tagesordnungspunkt soll der jetzige Vorsitzende des Sozialistischen Kulturbundes Ge- nosse Grimme über die Tätigkeit des Sozia- listischcn Kulturbundes in der Zeit der jetzigen Kulturreaktion sprechen. Genossin I u ch a c z wird über die Frauenbewegung Bericht erstatten, während der Bericht der Kontrollkommission durch ihren Vorsitzenden Genossen Hengsbach ge- geben wird. Die Wahl des Parteioor- st and es und der Kontrollkommission und die Beratung der Anträge werden sich anschließen. In der Rachmittagssitzung befaßte sich der Parteiausschuß mit den in der Presse viclsach er- örterten Differenzen in der Frage der Stellung- nähme zum Stülpnagel-Kuratorium. Diese Differenzen wurden in der Parteiausschuß- sitzung restlos bereinigt, so daß sie einen Streit- gegenständ nicht mehr bilden. Holland spart und löst seine Gesandtschaften in Wien, Warschau, Athen, Angara. Listabon und Mexiko aus. Faule Wechsel! Ist das Hitlers Kettungsprograrnrn? Seit zwölf Monaten erscheint in kurzen Zwischenräumen an den geduldigen Anschlag- säulen der Großstädte immer wieder die mit Hakenkreuzen verzierte feierliche Versicherung der Nationalsozialisten:„Wir, wir allein bringen dem oerelendeten deutschen Volke Arbeit und Brot." Vor den Reichspräsidenten wählen, vor den Preußenwahlen, vor den beiden Reichstagswahlen, immer wieder leuchtete die vielversprechende Verheißung uns entgegen:„Arbeit und Brot! Nur die Natio- nalsozialistische Partei kann sie schaffen." Und als es zu den letzten Verhandlungen uni Hitlers Kanzlerschaft kam, da versicherte„der Führer" erneut, daß er ein kurzes Programm zur Rettung des deutschen Volkes in der Schublade habe, man brauche ihn nur bedin- gungslos zum Kanzler ernennen und die Rettung sei da. Immer wieder hat der„Vorwärts" den Ruf nach Herausgabe des ge- heimnisvollen Programms erhoben und den „großherzigen" Führer ermahnt, das deutsche Volk nicht herzlos verkommen zu lassen, weil er nicht Reichskanzler geworden sei, sondern das Rezept zur Heilung aller Not den Volks- genossen selbstlos zu verraten. Es blieb still im Blätterwald der sonst so gesprächigen Nazis. Zwar, der Führer gab neue„Nicht- linien" heraus, er setzte Straßer ab und schränkte Fevers Tätigkeitsfeld ein, er er- nannte Kommissare und Inspekteure, er ver- vollkommnete seine Machtbefugnisse, er plagte sich wie ein Feldwebel um die neue Rang- ordnung und die Unterordnungsverhältnisse , seiner Armee— aber vom Rang des Volkes keine Spur. Erst am Donnerstag im Haus- Haltausschuß, ganz still und verstohlen, von der Oeffentlichkeit kaum bemerkt und ver- zeichnet, ist einer der Barden, Abgeordneter R e i n h a r d t, mit dem Programm heraus- gerückt, das die grundstürzende Umwälzung der deutschen Wirtschaft herbeiführen soll. Der Berg hat ein Mäuslein geboren, aber selbst dies Mäusleins Eigenschaften sind im Zwielicht der nationalsozialistischen Formu- lierung nicht genau zu erkennen. Nach dem „Völkischen Beobachter" sind die Grundzüge der geplanten Rettung die folgenden: 1. Es werden an Stelle der bisherige» „Steuergutscheine" sogenannte„Arbeits- Wechsel" ausgegeben, und zwar ausschließlich an solche Personen bzw Unternehmungen, deren Mitwirkung an einer Arbeitsbelebung noch- weisbar ist 2. Diese Arbeitswechsel müssen bis zu einem bestimmten Hundertsatz jede aus Lieferung fälligen Warenberechnungsbetrages von allen deutschen Unternehmungen in Zahlung ge- n o m m e n werden. 3. Das Mehr aus Steuereinnahmen bzw. Er- sparnissen, das sich durch die Arbeitsbelebung bei Gemeinden und Ländern sowie aus Mehr- einnahmen bei den Sozialversicherungskassen ergibt, ist zur Hälfte zur S ch u l d e n t i l g u n g bzw. zur Vergebung öffentlicher Austräge zu verwenden, zur anderen Hälfte an das Reich abzuführen. 4. Diese abgeführten Beträge bilden zu- sammen mit den eigenen Mehreinnahmen des Reichs das„Aufkommensmehr aus Arbeits- wechseln", die wieder teilweise zur Einlösung solcher Arbeitswechsel, teilweise zur Schulden- tilgung bzw. Steuersenkung und zugunsten der Sonderhaushalte durch Verbesserung des Reichs- finanzausgleichs verwendet werden. Soweit aus dieser formulierten Konfusion überhaupt etwas zu erkennen ist, haben wir es mit einem ausgewachsenen In- flationsprogramm zu tun, das der Oeffentlichkeit hiermit präsentiert wird. Die„sozialere Umgestaltung" beginnt da mit. daß die Milliardengeschenke an die Be- sitzenden, die jetzt in Form von Steuergut- Der Kampf ums Erdöl Konflikt England> Persien vor dem Völkerbund scheinen ausgegeben werden, in voller Höhe beibehalten werden sollen. Sie sollen nur einen änderen Namen— „A r b e i t s w e ch s e l"— bekommen und nicht allen Besitzenden unterschiedslos ge- geben werden, sondern nur denjenigen Ge- werbetreibenden, Hausbesitzern und Unter- nehmungen, die damit Ausbesserungen oder Erneuerungen ihrer Gebäude, Maschinen oder Geräte vornehmen. Außerdem sollen— und das ist der eigentliche soziale Anstrich— Arbeitslose und Sozialrentner auf Antrag „Bekleidung s b e z u g s s ch e i n e" be- kommen, die ebenfalls gegen Arbeitswechsel einlösbar find. Wie man sieht, sollen al'o nicht nur die Subventionen, die die Papen-Verordnung den Besitzenden in Form von Steuer- gescheuten gegeben hat, in voller Höhe bei- behalten werden, auchdasganzeaben- teuerhafte Finanzfystem der Re- gierungen Papen und Schleicher, das die zu- künftige Staatshaushalte aufs schwerste vor- belastet, wird voll und ganz beibehalten, ja noch dadurch verschärft, daß auch die Unter- stützungen an die Hilfsbedürftigen zum Teil in der Form der famosen Arbeits- Wechsel aus Pump genommen werden sollen. Hitler macht also schon jetzt kein Hehl daraus, daß, wenn er zur Macht kommen sollte, er sich den Wahlspruch aller regieren- den Bankrotteure zu eigen machen würde: „Nach uns die Sintflut." In Wirklichkeit aber würde die Sintflut schon mit Hitler kommen, Denn das Nazi- Programm verbindet diese ganze Abenteuer- Politik der„Arbeitswechsel" mit einem offenen Inflationsplan: Die Arbeitswechsel, die offenbar in ziemlich unbegrenzter Höh« geschaffen werden sollen, sollen nämlich den Charakter von gesetzlichen Zah- lungsmitteln bekommen. Alle Unter« nehmungen sollen also verpflichtet sein, die Arbeitswechsel bis zu einem bestimmten Betrag als Zahlungsmittel anzunehmen. Da hätten wir also die berüchtigte Binnen- w ä h r u n g, die neben der schon bestehenden Währung geschaffen werden soll und durch die der Geldumlauf um Milliarden erhöht werden soll. Wenn das nicht Inflation ist, was in aller Welt ist dann Inflation? Das ist also die„Rettung des deutschen Volkes". Das ist das Rezept für„Arbeit und Brot!" Für die Unternehmer neu« Ge- schenke, für die A r b e i t e r entwertete» Geld, für alle die Inflation und für die öffent- lichen Kassen Zukunftsmusik. Das war das sorgsam gehütete Geheimnis. Gin Ge- misch von Scharlanterie, Ignoranz und Dem- agogie, bei dem den Antragstellern selbst«in klares Bild der Wirkung kaum vorgeschwebt haben kann. Es wird viel lange Gesichter geben bei denen, die gläubig an den Anschlagsäulen standen, die längsten bei den Anhängern der Nationalsozialisten selbst, die ganz andere Rezepte zur Heilung der deutschen Not er- wartet haben. Die Führer im Lager Hitlers aber wissen Bescheid: sie schicken ihre irre- geleiteten Proleten auf die Straßen betteln— selbst die schmalen Groschen in den Sammel- büchsen sind ihnen ein sicherer Erfolg, als diese Spottgeburt eine» Programm« von Arbeit und Brot. Besuch bei Warmbold GevorlucHsttan und WirUchtfU- Programm Wie das Nachrichtenbüro des BdZ. meldet, cmpsiiKj Reichswirtschaftsminster Prof. W a r M> bald gemeinsam mit seinem Staatssekretär am Freitag die Führer der gewcrkschast- lichen Spitzenverbände, und zwar der Freien Gewerkschaft«», der Christliche» Gewerl- schaften und des Freiheitlich-nationalen(Bemerk- schaftsringes. Heber die zu dem Empfang heraus- gegeben« kurze amtliche Notlz Hinaus hört das Nachrichtenbüro des BdZ. au» gewerkschaftlichen Äreisen, daß in dieser Konserenz die Fragen der Arbeitsbeschaffung, der Handel«. Politik, der Aufgaben der bevorstehenden Äeltwirtschaftskonferenz und der staatlichen Suboentionspolitik eingehend erörtert wurden. Warmbold habe ausdrücklich de» Gewerkschaften gegenüber daraus hingewiesen, daß vom Neichswirtschaslsministerium die Ar- b« l t» b e s ch a f f u n g auf da» Lebhafteste g e- fördert werde. Allerding» müsse man bei der Finanzierung der Arbeitsbeschaffung daran fest- halten, daß jede Kreditschöpfung da ihre natürliche Begrenzung sind«, wo nicht die absolute Sicherheit der Währung gewährleistet sei. Man müsse zwar alles Denkbar« in der Finanzierung»- frage tun, aber er billig« den Standpunkt de» Reichsbankpräsidemen, daß dies« Maßnahmen nicht einmal dazu führen dürften, auch nur psychologisch dt« Stimmung einer Unsicherheit über die Währung aufkommen zu lassen. Die für die Finanzierung der Arbeitebeschaffung zur Per- sügung zu stellende Summ« stehe im Augenblick noch nicht endgültig sest. Aeitungsmeldungen, die von Milliarden spröchen, seien ntcht fundiert. Zwischen England und Persien ist sozusagen über Nacht ein hochpolitischer Konflikt entstanden, der mit aller Deutlichkeit beweis«, wie sehr der Frieden der kapitalistischen Welt von imperia- listischen Gegensätzen bedroht ist. Imperialismus— das ist die Methode, mit der mächtige Kapitalisten- gruppen die Staatsmacht ihres Landes vor chre Interessen spannen, um andere Länder auszu- beuten Der Abwehrkampf der ausgebeuteten Länder gegen den europäisch-amerikanischen Im- perialismus ist in d�n letzten Jahren sehr criolg- reich gewesen, da der Krieg eine völlige Um- wälzung in der politischen und wirtschaftlichen Welt herbeiführt« und die imperialistischen Län- der schwächte. Man kann die Tatsache, daß Persien an- scheinend gdn$ plötzlich der englischen Oelgesell- schast, der Anglo-Persian-Oil-Com- p a n y, die Oelkonzession gekündigt hat, nur dann richtig würdigen, wenn man sie einreiht in die Kette von Ereignissen, die den Bekreiungsllampk der asiatischen Länder charakterisieren. Die Konzession wurde im Jahre 1901 einem Neuseeländer William Knox D'Arcy, der als Goldsucher in Australien sein Glück ge- macht hatte, auf SO Jahre erteilt. Im Jahre 1909 ging sie auf die ncugegrllndete Anglo-Persien über. Es ist kein Zweifel, daß diese Konzession von Persien zu einer Zeit erteilt wurde, als die Engländer Persien als eine halbe Kolonie behan- dein konnten. Daraus erklärt es sich auch, daß in dem Konzessionsoertrag keine Kündigungsmöglich- keit vorgesehen ist. England ist formal, aber nur formal, im Recht, wenn es behauptet, daß Persien mit der Kündigung einen Vertragsbruch begangen habe. Die Kündigung der Konzession, die in Teheran einen Freudentaumel und Volksfeste zur Folge hatte, ist der Endpunkt einer Reihe von Maß- nahmen, durch die sich Persien politisch selbständig zu machen suchte. In den Jahren 1919 bis 1921 hatte England versucht, Persien ein Protektorat aufzuzwingen, um die Finanzen und die Wirt- Die sozialdemokratische Fraktion hat gegen den deutschnationalen Polizei- Präsidenten in Magdeburg im Preußischen Landtag folgenden Urantrag eingebracht: „Die Sozialdemokratische Partei in Magdeburg beabsichtigte vor einigen Wochen die Ab- Haltung einer Funttionärkonferenz, an der 2K0 bis 300 Funktionäre der Parteiorganisation teilnehmen sollten. Der deutsch- nationale Polizeipräsident von Magdeburg, Frei- Herr von N o r d e n f l ü ch t hat die Abhaltung dieser Konferenz untersagt mit der Begründung, daß bei dem Zusammenkommen so vieler Menschen der Charakter der öffentlichen Veranstaltung nach den Bestimmungen der Verordnung des Reichs- Präsidenten zur Sicherung des inneren Friedens schon gegeben ist. Derselbe Polizeipräsident, der hier unker Mißbrauch de» Lurgsriedens und unter Ansllhrung von Scheingründen die Abhaltung einer Mikgliederoeranslallung der Sozialdemokratischen Partei untersagte, hat die Genehmigung für die Abhaltung einer national- lozlallstlschen Kundgebung am Sonntag, dem Wannbold äußerte sich sodann über die Wirk- samkeit der sogenannten Einstellungs- prämi«. Nach den bisherigen amtlichen Fest- stellungen seien immerhin S2S00 Arbeitnehmer auf diesem Weg« neu in Arbeit und Brot ge> kommen. Bisher feien für diesen Zweck SO Mkl- lionen Mark in Steuergutscheinen ausgegeben worden. Zur Suboentionspolitik habe der Minister erklärt, daß die Reichsregierung eine solche im allgemeinen nicht al« erwünscht bezeichne und daß bei staatlichen Subventionierungen in der Privatwirtschaft größte Zurückhaltung geübt werden solle. Dies« Zurückhaltung diirse aber kein Dogma sein, besonder» wenn Volkswirtschaft- liche Interessen auf dem Spiele stehen. Aus Frag«» der Gewerkschaftsvertreter Hab« sich Warmbold dazu bekannt, daß der Staat im Falle der Sudventionierungen sich auch den n o t w e n- digen Einfluß auf den Betrieb zu sichern habe. Die Gewerkschaften hätten gefordert, daß die Regierung mehr al» bisher sich um die Einkünfte und Bezüge der leitend«!, Angestellten und Direktoren in sub- ventionierten Unternehmungen kümmern müsse. Hinsichtlich der Weltwirtschaftston- f e r e n z habe der Reichswirtschaftsminister er- klärt, daß das Programm zwar im einzelnen noch nicht feststehe, aber die deutsche Reichsregierung vertrete den Standpunkt, daß man ohne jede Einschränkung alle Fragen der Weltwirt- schaft aus dieser Konferenz erörtern könne. schaft Persiens in englische Verwaltung zu nehmen. Die persische Volksoertretungl lehnt« den Protekto- ratsvertrag im Jahre 1921 ab, und die englischen Truppen räumten Persien. Es mag dahingestellt bleiben, ob dabei wirklich der Elnstuß Sowjet- rußlands eine Rolle gespielt hat. Großes Aus- sehen erregte es, als im Jahre 1928 den Aus- ländern in Persien alle Dorrechte genommen wurden. Im Jahr« 1931 wurde der Telegraph von Europa nach Indien aus britischer in per- fische Verwaltung überführt. Und jetzt ist die letzte Position der Ausländer auf persischem Gebiet, die Delkonzesswn, gekündigt worden. Bezeichnend für die V erquichung von Politik und Geschäft ist die Tatsache, daß mehr als die Hälfte des Kapitals der Anglo-Persian im Besitz der eng- lischen Regierung ist. Die Anglo-Persian hat ein Versorgungsmonopol für die britische Flott« und ist damit zugleich ein Machtsaktor der englischen Staatsmacht in Vorderasien. Als Begründung für sein Vorgehen hat Persien eine ganze Reihe von Punkten angegeben. Die Konzession sei erpreßt worden. Der Anteil der persischen Regierung am Gewinn sei nicht richtig berechnet und im Kriege unberechtigterweise über- Haupt einbehalten worden. Das Recht auf Bücher- einsicht könne nicht ausgeübt werden. Vor allem verkaufe die Anglo-Persian das Del in Persien viel teurer als in anderen Ländern. Tatsache ist, daß die persische Regierung seit mehreren Jahren versucht Hai. die Konzession»- bedingungen im Verhandlungswege zu ändern, Versuche, die durch die Verschleppungstaktik der Anglo-Persian illusorisch gemacht worden sind. Die persische Regierung hat sich im Prinzip auch zu neuen Verhandlungen bereit erklärt, aber gegen den Druck der englischen Regierung protestiert. Der Völkerhund soll entscheiden England ist bisher in der taktischen Behandlung des Streitfalls in Nachteil gekommen. Es hatte 18. Dezember, in Magdeburg erteilt, an der nach dem verfügbaren Versammlungsraum zu urteilen, mindestens S000 Menschen teilnehmen können. Es ist aber nicht nur die Abhaltung der Kundgebung in geschlossenen Räumen in der Stodthalle und im Schühenhaus vorgesehen. sondern es wurde auch noch ein Aufmorsch unter freiem Himmel auf dem Ehrenhof der Sladthalle genehmigt. Gegen das durch nichts gerechtfertigte Verbot der sozialdemokratischen Funktionärkonferenz, wie auch gegen die unterschiedliche Behandlung der Ver- anstaltungen der Sozialdemokratischen Partei und der Nationalsozialistischen Partei durch den Polizei- Präsidenten in Magdeburg erheben wir den aller- schärfsten Protest. Wir beantragen: Der Landtag wolle beschließen: Die Staats- und Polizeiorgane in Pkeußen haben für eine loyale und gleichmäßige Durchführung der Ver- ordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung des inneren Friedens vom 2. November und 18. November 1932 Sorg« zu tragen und jede mißbräuchliche Anwendung und Auslegung zu unterlassen." GS. mit Bomben Zuchthaus fUr Bombenleger Kiel, 16. Dezember. Das Kieler Sondergericht verhandelte wegen de» Sprengstoffanschlages aus das Kieler Gerichts- gesängni». In der Nacht zum 9. November wurde der SS.»Mann Siems«» dabei abgefaßt, wie er ein« selbstgefertigte und m i t R o m p e r i t- Spreng st off gefüllte Bombe in einer Kellerfensteröffnung unter den Beamten- wohnungen des Kieler Gerichtsgefängnisies befestigte. Die Bombe war fertig zum Losgehen. Wären die Beamten nur eine Viertelminute später gekommen, so wäre ein entsetzliches Unglück wohl kaum noch zu vermeiden gewesen. Die Kieler N a z i p a r t e i versucht« sofort nach der Verhaftung des Täters, Siemsens Mitglied- schaft zur SS. zu bestreiten und ihn als geiftes- krank hinzustellen. Das Manöver ist selbstver- ständlich nicht gelungen. Siemsen ist d e r S o h n eines Kriminalkommissars aus Han- nover. Sein Vater ist als Baltikumer gefallen. Siemsen selbst ist auch ein politischer Abenteurer. Während des Kapp-Putfches leistete er als da- mals lljähriger Junge Spionage- d i e n st e für die Kappistengarde Löwenfeld. Da- bei wurde er durch einen Querschläger verwundet. gedroht, das internationale Schiedsgericht im Haag anzuruien. Persien dagegen erklärte, sich einem Spruch des Haager Schiedsgerichts nicht zu unterwerfen, da es sich hier um einen Streit zwischen einer privaten Gesellschaft und einer Regierung Handel«. Zum Protest gegen den Druck der englischen Regierung hat Persien an den Völkerbundsrat appelliert, ein Umstand, der die englische Regierung oeranlaßte, auch nach Genf zu gehen. Die Anrufung des Völkerbunds- rats erfolgt aus Grund des Artikels 15 der Völker- bundssatzung, der eine Streitsrage zur Voraus- setzung Hat, die„zu einem Bruch führen könnte". Der Dölkerbundsrat wird schon in den nächsten Tagen über diesen Fall oerhandeln und die Frag« wahrscheinlich dem Haager Gerichtshof überweisen. Im hlintergrund die Kreuzer! Da England in dieser Angelegenheit sein ganzes Prestige eingesetzt hat, darf die Bedeutung der Angelegenheit nicht umerschägt werden. Sollte Persien im Haag oder in Genf Recht bekommen, so könnte dadurch Englands ganze Politik in Vorderasien benachteiligt werden. Und schon kommen verschiedene Nachrichten, die von militö- rischen„Bewegungen" Englands am Persischen Golf wissen wollen. Den Mannschaften der in Kalkutta stationierten Kreuzer soll der Weihnachts- urlaub gesperrt sein: der Befehlshaber eines englischen Flugzeuggeschwaders in Vorderindien umerhält mit dem Oberbefehlshaber des oft- indischen Geschwaders Besprechungen, die mit dem Oelkonflitt im Zusammenhang stehen sollen. Wir glauben nicht, baß es zur ultima ratio, zur Lösung durch die Kreuzer, kommen wird. Denn so sehr England an den Gewinnen, so stark ist Persien an der Arbeit der Anglo-Persian inter- essiert. Eine Stillegung der Oelquellen würde Persien wirtschaftlich viel mehr schädigen als Eng- land. Daher werden sich beide Parteien früher oder später darauf einigen, die Konzessions- bedingungen auf Grund einer Schiedsgerichts- entfchetdung neu festzusetzen. Später gehörte er zu dem Wikingerbund Sturmsahne. 1930 trst er dann zur NSDAP. über. Er gehörte zunächst der SA und dann der SS. unynterhrochen bss zu dem Attentat an. Siemsen ist wegen politischer Vergehen viele Mqle vorbestraft worden. Dop Spreng st offattentat gegen da» Ge- richtsgefängnis wird von Giemlen offen zuge- geben. Es sind für ihn nur„politische" Gründe gewesen, die ihn dazu trieben. Er wollte, wie er offen zugibt, damit die Regierung ein- schüchtern. Der Ausfall der Wahl hatte ihn enttäuscht und er glaubte, daß nur noch auf dem Wege des Terrors die Verhältnisse in Deutschland geändert werden könnten. Das Sondergericht verurteilt« den SS.-Mann Siemsen zu 1% Jahren Zuchthaus. Der Sprengstosf, dessen Herkunst Siemsen nicht ver- raten wollte, wurde eingezogen. Rapen lobt Schleicher Festessen im Herrenklub Der„Herrenklub", der uns die Regierung der Barone beschert hatte, veranstaltete gestern bei Kroll ein großes Festessen, wie es sich an- gesichts der Voltsnot geziemt. Als E h r e n g ä st e nahmen der frühere Troßherzog von Mecklenburg, Her» zog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, Prinz Georg von Meiningen, F ü r st zu Etolberg- Roßla, F ü r st zu Knyphausen und F ü r st Schönburg-Waldenburg teil. Heer und Ma- r i n e waren durch General von Fritzsch und Vizeadmiral Freiherr von Freyberg sowie zahl» reiche Offiziere vertteten. Außerdem werden Vertreter der Reichs- regierung und der Preußenkommissare als Gäste aufgeführt. Der schnell verblühte Fünfmonate-Kanzler von Papen hielt die Festrede, in der er das Pro- gramm feine»„Freundes und Nachfolgers" Schleicher ebenso lobt«, wie dessen Klug- heit, Sachkenntnis und Energie. Schleicher und seine Mitarbeiter verdienten volles Verttauen des Herrenklubs. Die bewaffnete SA. E« ist nicht wahr, daß Hitler» SA ein« un» bewaffnet« Truppe ist. Wie sich vielmehr jeder Berliner überzeugen kann, ist die SA. mit Büchsen ausgerüstet und übt sich täglich im Fechten. Jo. ver Aelieslenrat des Reichstages ist für Montag. 4 Uhr,«inberufen worden, um über den Antrag der Kommunisten zu entscheiden, der die sofortige Einberufung des Reichstages verlangt. I Mißbrauch des �Burgfriedens Der Junker als Polizeipräsident'> ------ Die Unkultur am Pranger �Krsclmimx mit Nazi- und Zwickel-,.Kultur" Drängelei bei Hitler Auf der Tagesordnung der gestrigen Land- tagssitzung standen die Anträge zu Kultursragen(mit Ausnahme von Schule und Kirche), insbesondere die Brachtsche Bade- Hosenverordnung und die Uranträge der Nationalsozialisten auf erleichterte Einbürgerung Deutschstämmiger und Vergeltungsmaßnahmen gegen die Tschechoslowakei für die Verfolgung deutscher Nationalsozialisten. Abg. kube(Nsoz.): Wir lehnen den marxistischen Elaubenssatz von der Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt, ab. Unser Sozialismus heißt Gerechtigkeit für alle Deutschblütigen. Auch die 30 Millionen Deutschen außerhalb der Reichs- grenzen sind für uns ohne weiteres Reichsbürgcr. Wir verlangen für alle Deutschblütigen ohne weiteres die Verleihung der Reichsbürgerschaft. Wenn wir hier in Preußen das Einbürgerungs- recht nehmen wollen, so werden wir auf der anderen Seite nie und nimmer zugeben, daß Preußen zum Reichsland herabgedrückt wird. Wir wundern uns außerordentlich, daß die deutsch- nationalen Hauptvertreter der preußischen Tradition Preußens Eigenstaatlichkeit aus poli- tischen Nützlichkeitserwägungen so leichthin auf- geben. Schleichers gestrige Rundfunkrede enthielt nur einen vernünftigen Satz, daß er bald verschwinden möchte. Offenbar ist er mit seinen Nerven nicht mehr so in Ordnung wie damals, als er Brüning und G r ö n e r torpedierte. (Heiterkeit und Beifall bei den Nationalsozialisten.) Auf Schleichers Kameradschaft auf Zeit fallen wir bestimmt nicht herein. Er hat mir ein- mal erzählt, er habe Noske im Amt gelassen, weil der als alter Chef der Reichswehr noch heute Sympathien in bestimmten Offizierskreisen hätte. Wahrscheinlich bei den Herrn Adjutanten und den Offizieren vom Büro, die sich damals mit Noskes Hllfe auf den Boden der Tatsachen fanden Für uns spielen solche Sentimentalitäten keine Rolle, für uns ist Noske ein Novemberver- brecher wie alle Sozialdemokraten. (Hört! hört! bei den Kommunisten.) Aber in Wahrheit hat ihn Herr wchleicher ja nur gelassen, weil er sowieso an der Altersgrenze steht. Dafür machen die Deutschnationalen jetzt nach Art des Herrn Kickhöffel personalpolitische Eroberungen.(Heiterkeit.) Wir fordern trotz der Reichskommissare die Bildung einer neuen Regierung. Wir haben nicht den Kampf um Preußen gekämpft, um es jetzt den Reichs- kommissaren zu überlassen.(Lebhafter Beifall bei den Nationalsozialisten.) �bg. Möller-Halle(Soz.) Die vielen Liebenswürdigkeiten, die Herr Kube dem Reichskanzler von Schleicher, den Deutsch- nationalen und dem Zentrum hat spenden müssen, haben ihn leider verhindert, uns auch etwas Näheres über die inneren Vorgänge in der NSDAP mitzuteilen.(Heilerkeit links.) Er hat erklärt, die NSDAP, fühle sich gesund und kräftig. Ja, woher kommen dann die Krankheit?- urlauve?(Große Heiterkeit links.) Und wo waren die Beweise der Kraft im Reichstag, den die Nationalsozialisten auf unbestimmte Zeit vertagt haben, ohne eine Abstimmung gegen Schleicher zu wagen: ich nehme an, daß sie nach der heutigen Kube-Rede das schleunigst nach- holen werden.(Ein Naziabgeordneter ruft: Be- stimmt! Jawohl!— Stürmische Heiterkeit.) Ich nehme von dieser nicht authentischen Erklärung Kenntnis und warte die offizielle Bestätigung ab. Aber ich bitte die Nationalsozialisten wirklich, uns selbst zu informieren und uns nicht länger zu zwingen, der„Schwarzen Front" eine Massenauf- läge zu verschaffen. Der Ton der Kube-Rede hat mich heute ein wenig an die Klagelieder Jeremias erinnert: nach der schroffen Absage Hugenbergs kann ich Ihnen das nachfühlen.(An- dauernde große Heiterkeit.) Schade, daß Kube den Briefwechsel zwischen Serrl und wlnterfeldt über die neue Preußenkoalition nicht vorgelesen hat.(Vizepräsident L o h s e: Dieser Briefwechsel gehör» doch aber wirklich nicht zur Kultur.— Schallende Heiterkeit im ganzen Hause.) Wie steht es jetzt eigentlich Zwischen Deutschnationalen und Nationalsozialisten? Kehren sie wieder zu den Zurufen der Frau von Watter oder zu denen an den Abgeordneten Steuer zurück? (Zuruf links: Ausgesteuert!— Erneute Heiterkeit.) Dem Reichskanzler von Schleicher hat Herr Kube unter anderem vorgeworfen, er habe die Losung der Siedlung— Bauerndors an Bauerndorf von der Ostgrenze bis zur Elbe— einem seiner Artikel entliehen. Wir stehen gegen Herrn von Schleicher: aber geistige Anleihen bei Kube, nein, das trauen wir ihm n i ch t zu, das wäre zu hart. (Große Heiterkeit.) Im übrigen stammt diese Formulierung weder von Schleicher noch von Kube, sondern von Friedrich Naumann, und der„marxistische Glaubenssatz" von der Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz trägt, hat Johann Gottlieb Fichte zum Vater.(Er- neute Heiterkeit.) Uebrigens gehört wirklich in allen diesen Beziehungen die Kube-Rede nicht zur Kultur. Die vadepolizeioerordnung ist trotz aller Proteste am 1. November in Krast getreten. Herr Oberregierungsrat Kerstien läßt nicht vom Zwickel. Mit echtem Zeloteneifer hat er sich auf den dreieckigen Stoffteil im Schritt gestürzt, und da seinerzeit der große Kurfürst die Pluderhosen verboten hat, will er ihm wenigstens in seiner Bemühung um die Badehosen gleichzu- kommen suchen. Wir würden Herrn Bracht emp- fehlen, Badehosen überhaupt nur mit besonderer Konzession zuzulassen: nur dann hat er die Sicher- heit, daß sie auch vorschriftsmäßig sind. wir empfinden es als der deutschen Kultur unwürdig, daß Millionen Hunger leiden, daß Löhne und soziale Unterstützungen ständig weiter gekürzt werden. Wir empfinden es aber auch als unwürdig und beleidigend sür das deutsche Volk, daß man ihm die Sittlichkeit nach Zentimetern zu- messen möchte. Die Badepolizeiverordnung be- stimmt, daß Brust und Leib an der Vorderseite des Körpers der weiblichen Badenden voll bedeckt sein müssen. Gibts für Herrn Kerstien denn auch Brust und Leib an der Hinterseite?(Zuruf bei den Kommunisten: Röhm fragen!) Ich kann darüber ruhig sprechen: ich bin ja Sozialdemokrat und nicht Nationalsozialist.(Heiterkeit.) Wir empfinden den Zwickelerlaß wirklich nicht als lächerlich, sondern schämen uns für das deutsche Volk, daß die jetzt triumphierende Reaktion es auch mit solchen Albernheiten schikanieren kann.(Lebhaste Zustimmung links.) Zur Frage der Auslandsdeutschen: Wir verurteilen jegliche Unterdrückung nationaler oder sonstiger Minderheiten. Aber die Nationalsozialisten, die selbst die wüsteste Ausländer- und Judenhetze treiben, die selbst Roh- heit und Blutvergießen in Deutschland verbreitet haben, haben kein Recht zur Klage.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.— Lärm bei den Nationalsozialisten.) Soviel Mord und Brutalität im politischen Kampf wie jetzt hat es in Deutschland vor dem Auftreten der National- sozialisten niemals gegeben. Ihnen fehlt das Kulturniveau, ihnen fehlt die sittliche Reife, um Recht und Freiheit für die Auslandsdeutschen zu erstreiten. Und warum haben Sie in Ihren An- trägen S ü d t i r o l wieder einmal völlig ver- gessen? Spielen Sie immer weiter den Judas Ischariot am deutschen Volke in Südtirol?(Großer Lärm und wilde Beschimpfungen bei den National- sozialisten.) Leugnen Sie doch nicht! Das Wort Adolf Hitlers, daß bei Südtirol alle Spießer sich regen, steht doch einmal fest. Vor mir liegt die Erklärung der Deutschvölkischen Arbeitsgemein- fchaft für Südtirol, in der es heißt:„Die zynisch- freche Art, in der Herrjr) i t l e r und seine Partei über die Leiden Südtirols hinweggehen, hat uns mit bitterem Schmerz und tiefster Empörung erfüllt Es mangelt ihm auch die be- fcheidenste Sachkenntnis, um überhaupt über Süd- tirol-sprechen zu können." Es bleibt dabei, daß Sie aus Rücksicht auf den Faschismus Südtirol preisgegeben haben, und damit ist Ihre ganz« „I-isuts bsgnllgsn wir uns mit cier kurzen Tatsachenschilderung, daß aüe Bonzen und Bönzchen(nachGregor Straßars Sturz) angstvoll um die Futterkrippe drängten und Herrchens Hände leckten, der die Tröge tUMtl" Otto Straß er „Wie spricht der brave Unterführer?"—„Wauwau, heil Hitler!" Auslandsdeutschenbegeisterung als Scheinheiligkeit erwiesen. Aber es hat uns wenigstens amüsiert, daß Sie zur Abhilfe der Bedrückung der Deutschen in der Tschechoslowakei eine Beschwerde an den Völkerbund empfehlen.(Heiterkeit.) Im übrigen werden Ihre Schwätzereien und Drohungen das arbeitende Volk nicht hindern, mit der saschistischen Gefahr noch gründlicher aufzuräumen als schon geschehen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo- kraten.) Abg. Kasper(Komm.) liest frühere Artikel des Abg. Kube vor. in denen er den General von Schleicher verherrlicht und das Z e n- trum wüst beschimpft! Abg. Graf Galen(Z.): Die Badepolizeiverord- nung war sicherlich unglücklich formuliert. Aber Ausschreitungen auf diesem Gebiet hat in der Tendenz auch schon Minister Severing bekämpft. Abg. Dr. hönig(Z.): Unsere Politik sür die Auslandsdeutschen unterscheidet sich im Prinzip von der der Nationalsozialisten. Auch wir pflegen die Kultur- und Volksgemeinschaft mit ihnen: aber wir verlangen auch, daß die Auslandsdeutschen ihre Pflichten gegen den Staat erfüllen, in dem sie leben.. Die Blamage im Funk Es folgt das Kapitel Theater und Rundfunk. �bg. Otto Meier-Berlin(Soz.); Die Nationalsozialisten haben die Entfernung aller Ausländer und Juden von den Staats- theatern und vom Rundfunk verlangt. Neuer- lich allerdings nur noch„soweit als möglich". An den deutschen Bühnen sind, soweit sie die Statistik erfaßt hat, 382 Ausländer beschäftigt, dar- unter 88 Deutschösterreicher, 76 Deutschböhmen aus der Tschechoslowakei, 44 Schweizer und 45 Ungarn. Sie alle gehören im Sinne der deutschen Kunst zur einheitlichen deutschen Kultur- e m e i n s ch a f t. Unter den Rundfunkangestellten ind 1!4 Proz. Ausländer, meist Orchestermit- glieder. Aber einige tausend deutsche Musiker verdienen sich im Ausland ihr Brot. Von den Schauspielern und Musikern in der Schweiz sind 90 Proz. Reichsdeutsche, in Deutschösterreich rund 40 Proz., an den deutschen Theatern der Tschechoslowakei 64 Proz., an den Theatern in Memel und Riga praktisch 100 Proz. Die Theater in Aachen und Saarbrücken leben von den Gastspielreisen in die deutschsprachigen Bezirke des Auslands. Das Theater in Freiburg hat in dieser Spielzeit allein 60 Gastspiele auf sranzösischem Boden gegeben. Die Aktion der Nationalsozialisten liefe also Hinaue auf schwerste Schädigung deutscher Künstler und deutscher Kunst.(Sehr wahr! links.) Und wie steht es mit dem Feldzug gegen die „Artfremden"? Die Nationalsozialisten haben im Hauvtausschuß Leo Blech als Vermittler echter deutscher Musik gefeiert: sie haben Helene Mayer als echtes deutsches Mädchen gerühmt, Selbst der „Angriff" hat Bruno Walter und Ferdinand Bruckner gelobt. Aber ihre„Instinktsicherbeit" hat ihnen nicht verraten, daß das alles Juden sind! Selbst bei Duesterberg haben sie es ja erst zu spät gemerkt. Uns kommt es auf den Wert der Leistung an, nicht auf die Konfession des Künstlers Herr Kube hat heute erneut Reichs- Präsidenten und Reichskanzler daran erinnern zu müssen geglaubt, daß die Verfassung von Weimar für sie und für uns alle gültiges Gesetz ist. Dann sollten die Nationalsozialisten auch wissen, daß Art. 138 Abs. 3 der Reichsverfassung die Frage nach dem Bekenntnis ver- bietet.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Reichsexetution gegen Preußen ist die Reichsexekution gegen den Rundfunk prompt gefolgt. Herr Scholz, der unter Severing gegen den Widerstand der Rundfunkleitung aus eigenem Antrieb die Uebertragung der Ver- fassungsfeier des Reichsbanners angeordnet hat, ist Nationalsozialist geworden und dann mit Zu- stimmung Hitlers wieder ausgetreten. Er hat in der„Deutschen Zeitung" als Reichsrundfunk- tommisiar oerkündet, jetzt werde der Rundfunk den wahrhaft deutschen Geist widerspiegeln. Aber seit wann sind Unfähigkeit und Wirrwarr deutsch?(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Gräßlich hat sich an Scholz das prophetische Wort des nationalistischen Schriftstellers Rehberg er- füllt, Deutschlands größte Gefahr seien die Patrioten unzulänglichen Formats. (Heiterkeit.) Auch nach Scholzens Absägung ist das Niveau des Rundfunks traurig tief geblieben. Er bietet eine rührselig sentimentale, verkitschte deutsche Volksseele. Aber er erfüllt nicht seine kultur- politisch gerichtete Pflicht, er verhtlst nie mehr zum Gemeinfchaftserlebnis. Er verbietet Lobe, zum 9. November zu sprechen, als ob man damit den 9. November aus der deutschen Geschichte ausstreichen könnte! Er läßt den Gründer der deutschen Sozialdemokratie Ferdinand L a s s a l l e als ersten Nationalsoziali st en feiern! Also haben auch das die Juden erfunden?!(Große Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.— Stürmische Protestrufe bei den Nationalsozialisten.) Regen Sie sich nicht auf, auch unserer Ueber- zeugung nach hat man Lassalle diese Un- chre zu unrecht angetan! Bruno Schön- l a n k darf nicht mehr in der Bücherstunde, das Vorstandsmitglied des ADGB. Eggert nicht über die Gewerkschaften in der Krise sprechen. Nie war der Rundfunk unter dem alten „System" so engherzig und einseitig; er war liberal und hat der Arbeiterklasse eine sehr bescheidene Parität zugestanden. Jetzt hat man ihr den Rund- funk ganz gesperrt, und dafür haben wir acht- zehnmal Papen und achtmal Gayl hören dürfen. Rundsunkfremde Bürokraten haben das Regiment angetreten, die kenntnis- reichen Rundfunkpraktiker hat man hinausge- warfen. Die neuen Richtlinien sind erlassen worden, ohne die Rundsunkleiter überhaupt zu fragen. Richlswisser und Richtskönner haben die Rlänner erseht, die von der Eigengesehlich- keil des Rundfunks erfüllt waren. Ein neuer Sparkommisiar schnüffelt jeden Pfennig nach, läßt aber die Gehälter der Abteilungsleiter um jährlich 6000 M.«r- höhen. So ist der deutsche Rundfunk ein In» strument der Kulturreattion geworden. Unser Kampf gegen die autoritäre Staatssührung, unser Freiheitskampf für das deutsche Volk ist auch ein Kampf um das Kulturnipeau des deutschen Rundfunks.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Abg. kerff(Komm.) erinnert daran, daß auch das Zentrum im Hauptausschuß mit den National- sozialisten gegen das„Ueberwuchern" semitischer Elemente gekämpft habe. Damit schließt die Debatte. Die Abstimmungen werden auf die Januartagung verschoben. Der Landtag vertagt sich bis zum 17. Januar. Bor der Amnestie ProzeL in Eberswalde Die Beweisaufnahme im Oderberger Pro- z e ß vor der Strafkammer in Eberswalde ist gestern geschlossen worden. Sie hat mit aller Deutlichkeit ergeben, daß die Schuld an den Zu- sammenstößen am Himmelfahrtstage in Oderberg einzig und allein die Nazis trogen. Ihr provokatorisches Verhalten hat dazu geführt, daß nun elf Reichsbannerleute sich teils wegen Land- friedensbruchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, teils wegen Widerstandes zu verantworten haben. Die Verhandlung wurde gestern auf Mittwoch vertagt. Das Gericht will das Ergebnis der Reicheratssitzung in der Amnestiefrage abwarten, um entweder das Verfahren am Mittwoch ein- zustellen oder es nach Weihnachten zu Ende zu führen. Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Joachim Ist gestern der Reichsbannermann Jung, der bereits sieben Monate in Untersuchungshaft saß, endlich aus der Haft entlassen worden. Zn dem versassungsstreit um die Psllcht des candtagspräsidenlen, den Landtag einzuberufen. wenn mehr als ein Fünftel des Parlaments das verlangt, hat der Staatsgerichtshof für. das Deutsche Reich die Urteilsverkündung auf nächsten Dienetag angesetzt. Die sozialdemokra- tische' Landtagsfraktion hatte den Staats- gerichtshof angerufen, um den Manövern des Herrn Kerrl«inen Riegel vorzuschieben. ScJmk wm fydm tiefe StkuihHagmnVki/m/ife� Die schönen neuen Weihnachts- DOSeil gefallt: RM 1.70 tlkxiiU tu hibAnl »Inltntmngen tftt ütcte Rudrtt Itnd ••* M n Sffl 08 üinDenfttOBe 3 parteinachrichien�M�für Groß-Berlin ftet« ob das Stjtttäicfretonal i- S»t. 2 Stetmcn rctfetö. zu riditea Beginn aller Veranstaltungen 19 Ii Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! b. ftieis. Heute, oonnabcnb, 17. Dezember. Sonnenwendfeier der Aufbou-- schule, frankfurter Wlee 37.(Eintritt frei. Alle Helfer der Arbeiterwohl- dazu herzlich eingeladen-— Der Deutsche freidenkerverband, die vvAI. und die Kinderfreunds veranstalten Sonntag. 18. Dezember. 11 Ubr. tM„Filn�ern", Große Frankfurter Str. 28, eine Gemeinfchaftsfcier. Pro. gramm: Mustk. Gesang, Epreäichor. Nezitationen. Mitwirrende: Mustktrio des DMB. unter Leitung von Paul Muller, Quartett DFB.. Martha John, vsAI., Kinderfreunde. Eintritt 30 Pf. 7. und 8. Kreis. Wegen der Feiertoae findet die leiste Juristische Sprechstunde dieses Jahres heure, 17 bis 18 Uhr, un Jugendheim Rostnenstr. 4 statt. Gelegenheit zum Kirchenaustritt in diesem Jahr. 23». Abt. Eonntag, 18. Dezember, 19 Uhr, Sonnenwendseierstunde der jilnaeren Naftshauses statt. Kassenöffnuna 18 Üchr. Anfang 19 Uhr. Eintritt für Tanz 50 Pf., Erwerbslose 15 Pf. Die Bescherung ist frei. Mitwirkende: ezAI. und Kinderfreunde. 48. Abt._ Heute, 15% Uhr, Kinderbescherung im Dresdener Garten, Dresdener Straße 45. 20 Uhr Bunter Abend. Die Bezirksführer rechnen vor Beginn die Einlaßkarten ab. 123. Abt. Sonntag, 18. Dezember, 16 Uhr, Weihnachtsfeier im Lokal Escherich. Mitwirkende: SAI. und Kinderfreundc. Ansprache des Genossen Dr. Gott- hard Gberlein. Frauenveranslallungen. 87. Abt. Der nächste Frnuenabend fällt aus. Wir beteiligen uns an dem Elternabend der«indersreunde am 18. Dezember, 17 Uhr, bei Schuster, Äirchstr. 8«, »7. Abt. Heute Besichtigung der Vormäris. Druckerei piiultlich 14 Uhr. Treff- punlt 18 Uhr Hermann. Ecke Jonasstraße, 28. Abt. Buckow. Sonntag, 18. Dezember, 16 Uhr, Weihnachtsbesckerung der Kinder unserer erwerbslosen Parteigenossen bei Dietrich. Dorfstr. 1. Genossen und Genossinnen sind dazu herzlich eingeladen- Bezirksausschuh für Arbeikerwohlfahrt. 1. Kreis Mitte. 6. Abt.: Alle in der Wohlfahrt tätigen Genossinnen und Ge. nassen der 6. Abteilung haben sich restlos einzufinden am Montag, 19. De- zember, 20 Uhr, bei Dobrohlaw, Swinemünder Straße. 2. Kreis Tiergarten. Alle Lose müssen am Sonntag, 18. Dezember, vormittags, bei der Genossin Eisfelder, Rathenower Str. 23. abgerechnet oder zurück. gegeben werden. Nicht bis zu diesem Tag zurückgegebene Lose gelten als verkauft und müssen auf eigene Rechnung übernommen werden. 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Maricnfelde, Lichtenrade. Wir laden ein zur Besichtigung der Ausstellung der Arbeiterwohlfahrt am Sonntag, 18. De- zember, von 11 Uhr bis 18 Uhr. im Jugendheim Gößstraße(Lpzeum). 16. Kreis Köpenick. Endgültige Abrechnuna der Lose bis Montag, 19. Dezember. Alle bis dahin nicht abgegebenen Lose müssen bezahlt werden. 17. Kreis Lichtenberg. Endgültige Abrechnung der Lose Sonntag. 18. Dezember, bei Blaschke, Lichtenberg, Wotanstr. 10. I. Alle bis dahin nicht abgegebenen Lose müssen bezahlt werden. Arbeiisgemeinschafi der kiudersreunde. All« Eltern, Freunde und Genossen besuchen die Ausstellung der Kinderfreunde im Metallarbeiterverbandshaus, Alte Jakob- Ecke Gitfckiner Straße, täglich in der Zeit von 10 bis 22 Uhr. Ordncrdienst in der RussteNnng haben heute die Kreise Krenzberg und Treptow. Der Kasper spielt heute um 16 Uhr„Das Flaschentenfelchen". Voranzeige! Am Sonntag findet in den Ausstellungsräumen ein Konzert des Proletarischen Orchesters statt. � Mitte, Abt. Wilke: Wir treffen uns Sonntag, 14 Uhr, an der Falkenecke zum Besuch der Ausstellung.— Abt. W. Liebknecht: Wir treffen uns Sonnlag, 14 Uhr, an der U-Bahn Elisabethstraße zum Besuch der Ausstellung. Wedding, Abt. Hnmboldthain: Wintersonnenwendfeier am Sonntag, 18. De- zember, in der Schule Putbusser Str. 22. Beginn 18 Uhr. Krcuzberg: Die Neigungsgebiete tagen erst wieder im neuen Jahr. Beginn wird durch die Zeitung bekanntgegeben. Eharlottenburg: Heute, Sonnabend. 18 Uhr, findet unsere Wintersonnen- wendfeier im Wohlfahrtssaal, Königin-Elisabeth-Str. 6, statt. Unkosten 20 Pf. Wilmersdorf: Heute, 16 Uhr, Sonnenwendfeier des Kreises Wilmersdorf im Jugendheim Wilhelmsaue 123. Ende 18 Uhr. Eintritt 20 Pf., Kinder 10 Pf. Parteigenossen und deren Kinder herzlichst eingeladen. Nach der Feier geben wir zur Veranstaltung der Freien Turnerschaft nach der Schule Koblenzer Straße. Tempelhos: Die Arbeiterwohlsahrt Tempelhos veranstaltet gemeinsam mit den Kinderfreunden Sonntag, 18. Dezember, von 11% bis 18 Uhr, im Jugend- heim Götzstraße(Lyzeum), eine Spielzeugausstellung. Wir werden unsere selbst- gefertigten Autos. Bahnen und Hunde den Eltern zeigen. Das Spielzeug wirb von der AW. für die Kinder arbeitsloser Parteigenoyen verteilt.— Im Rahmen dieser Ausstellung soll von den Kinderfreunden um 16% Uhr eine kurze Eltern- besprechuna stattfinden, zu der wir bitten, zu erscheinen. Neukölln: Die Spiellruppe probt heute ab 15 Uhr. Gruppenführer beute, 20 Uhr, im Kreisheim. Am Sonntac�ist Gesangsprobc, 10 Uhr. Bergstr. 29. Zu unserer Dintersonnenwendfeier müssen alle Genossen die Mitgliedsauswetse mitbringen. Hohenschönhausen: Morgen. 18 Uhr. findet die Sonnenwendfeier bei Götze, Berliner Str. 93, statt. Alle Eltern. Parteigenossen und Freunde find dazu herz- lichst eingeladen. Alle Falken, die mitwirken, müssen bereits um 15 Uhr zur Generalprobe da sein. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 32. Abt. Unser langjähriges Mitglieh und Funktionär Hermann B I a d c ck, bis zum Oktober Paul. Singer. Str. 81 wohnhoft, ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Nur kurze Zeit hat er in seinem neuen Heim. Baum- schulenweg. Trojansir. 4K. gewohnt. Die Einäscherung sindct am Dienstag, 20. Dezember, 1« Uhr, im Krematorium Laumschulenweg statt. Um rege Bc- teiligung wird gebeten. �reie Gewerkschafts-Zuaend Berlin Heute, Sonnabend, finden folgende Veranstaltungen statt: Landsberger Platz: Jugendheim des Ostens. Große Frankfurter Sir 16. um 20 Uhr. im großen Saal: Weibnachtsfeier der Gruppe.— Jugendgruppe des Gcsamtverbandes, Fachgruppe Handel und Transport: Gewerkschaftshaus, Engel- ufer 24— 25, Saal 1: Große Weibnachtsfeier, ausgestaltet von der Fachgruppe Kommunalbetriebe.— Morgen, Sonntag: Wir treffen uns alle um 17 Uhr in Brieselang auf dem Jugendgelände. Juoendanwve des �entralverbandes der Anaeikellten yfal Der Iuqrndbezirk Südost kommt heute im Jugendheim Manteuffelstr. 7 von 20 bis 22 Uhr zum Heimabend zusammen. Hierzu 1 Beilage. Tfiscltsl', Lichtspiele usw. fffiafs 1%� Thefiter Sonnabend, den 17. Dezember Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Eine nacht in uenedig staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Faust I. Teil MWWWW ö'ühris Garfen � Drei Codonas 6 von d. Staatsoper 1 Vaitto*«* 3 Balftors| Angoly's usw. | Sonnabend and Sonnta? I auch 4 Uhr zu kl. Preisen Flora 3434. Rauchen erl. Das führende Variete VOLKSBUHNE Theater am BOIewoiat* Norden«H30. Täglich 8-/1 Uhr Das neue Paradies von folios Hav, Regie: Heinz Hilpert Maurus. Wohlbrßck, Dahlke, Horney Auch Sonntag nachmittag 3'b Uhr in Premierenbesetzung Kleine Preise städi. 6per Charlottenburs Fraunhofer 0231 Sonnabend, 20. Dez. Turnus l 20 Uhr Zar und Zimmermann Hüsch.Frind, Kand!, Zador. Gombcn Feher, Pechner Dirigent- Ladwig ■IHlllt/iHzl Bismarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl) 6716 8-4 Zeitungsnotizen Am 20.. 22,, 23., nachmitt. 4 Uhr. 2r.Oolittles Abenteuer mit Alfred Braun Kleine Pieise! Sonntag, den 18., nachm. 4'/, Uhr; Gastipid dir Bsutsdun MDSikböhne MeliibM Romantische Oper von£. Homperdfnck Weihaaditsfeiertjge Vomikiuf sdn jelrt! Robert und Bertram Kleine Pieise Theater des Westens Steinpl. 5)21 Täglich 8*4 Uhr Hella Kürty in Das Mddei aus Dalmatien Lichtenstein, Lorring, Haasc, Collani Nur noch 2 Tage! Heule 4 IThp; Rosmctiens vunderbare Reise Ein Weihnachtssplel für Kinder Preise von 60 Pf ab Deutsches Theater Weidend. 5201 Vorletite Verstellung Harmonie von Franz Molnar Inszen. Max Reinhardt Max Pallenberg, Karlweis.Et!inger. Vallentin, Hertha Thiele, Terwin Lore Mosheim Kammerspieie Täglich 8 Uhr MI MW" tag Fnatiuk Ungar Reg; RudoItBeer Pia! Hirtiigci. EM Beuel, litbeneieir, Hemer, Riinier, Hermen. Batizl Zum Winimporl nsdi Sdilcslen! 200 km Hochgebirge(über 1600 m). Ideale Schnee- und Eissportgebiete, berühmte Heilbäder! 26. Dezember: Sportsonderzug Ins Riesen- und Isergeblrge Bcsucftt das malcrlsdic Brcslan! Gute Theater!— Museen!— Billiger Einkauft 7./8. Januar 1933: ElsKunsnauten der weltmeisterHiasse Auskünfte und Schrift„Wlnler in Sdaleslen" in Reisebüros und vom Veikehrsbüro Breslau, GartenstraBe 96 Idealer im Admlralspaias! Merkur 9901 Ab 25 Dezember wieder tägl. 81» U Hans Albers Liliom I u 2. Feiertag 4 Uhr Die verkaufte Braut B. B. B. Beodows Bant« Böhne Kotthasscr Straße 8 Oherbaum 3600 „von fl-Z" TÄglich SV4 Uhr Sonnt, nachm. S1/« Deutsches Künstler-Th Nürnberger Str. Tel Bavaria 6466 tägl SVa Uhr auch Weihnachter Leopoldine Konstantin in; Die Nacht zum 17. April Schroth, Steinbeck Gebühr, Brionne, Wolle, Picha Einzigartig und praktisch! Weiners 1■niyersal-V# elender mit vielen mit praktischen für Tasche und Neuerungen AUW Angaben W> B Schreibtisch sind soeben in allen Papierhandlungen erschienen. Wer sich oder anderen eine Freude bereiten will kaufe nur diese praktischen Kalender. D. J. Weiner 6- Co., Bln.-Chjrlotfenburg 5. Rose- meaier Gnia Frnkfurtir Str»!« 131 Tel. ViMntI E7 3422 5 Uhr Goidhdrchens Himmeilaitrt 8.15 Uhr Böhmische Musikanten ' 11.30 Uhr Die angdOBte ha !1SÄS Kabarett für AIIb 4 ühr TlaUchSev 9 Uhr DisstsstHoaelltEtbintt-PracruiiB Abendpreise 1— 3 Mk. nachm. GadacK 1.25 Jftdcn Sannabs, ü 1 1 y, Uhr: hechtrortteHimt Kfti Silo. BM. «.ü". Stj!. 2. 5,»" 11. E 7 Weitel 4031 laer letzte Walzer KQniOdlentiaus .Schiffbtuerdamm 25 7ei. DJ W tiri.£»304-05 Geschlossen Mittwoch, 21 Dez Ty» ohr Das Haus dazwischen von Schiffer und Joachimson Musik: Spoliansky Imionitniiig: Barnowsky sstropoi-lheater Täglich 814 Uhr j »am WeHioattiiBn Knhi Massary Icioe Fraa,die weiO, I was sie wlll? Wollen Sie etwas Intereseantw sehen and hören? -— Besuchen Sie die Wohltatigkeits-Veranetaltung der Künstleraltershüfe im Juvena-Haoe. Pott- dataer Brflcke. Sonntag, IS.Dez., 4 Uhr nachm. Sie sehen, wie 15 Prominente von Bühce und Film Unterwäsche strieken, xaschneiden and nähen. Bei dieser Arbeit werden sie sogar singen n. spielen. 2.50 einseh!. Gedeck im Juvena-Hans erhältlieh. �uhv CASinO-THEATER Lothringer Straße 37 Sonntag» nach nachmittag» 4 Uhr Schlager-Posse Alles um Lotti mit Oesang und Tanz Für die Leser Gutschein 1— 4 Personen. Parkett nur OSO. Fauteuil nur 0.75. Sessel 1,25 M. Auch Sonntags abends Slettiner Sänger Reichshallen-Theater 8.15, Sonn- uFeiertage 3.30 ra ermäßigten Preisen eeMche ilaGiaarsiM und das neue Welhnachtaprogramm. WBilinadiisvMferk. eröffnen KnrHir5iena.Tii. KartürütcolUnn 709 Tel Bism. 1400 Heute 8'/. Uhr vco Semd and Sdmbsdi .Huslk: Köaueke Regie; Peakert Haas Schindler mit seineu Jizz-SymphOBlkeni Vonirtiuf ungetirbrgdin Renaissance in Steinpl. 6780 Täglich 80« Uhr Lelzte Woche Truppe 1031 Die mauseiaiie . Sonnabend und Sonntag 4 Uhr ROUtfippdlBIIS WBUmaaits träum m. Gesang u Tanz ITrauringe Mari»„RibO"(Bet- SesctLi j J bürgt für Feingehalt und Gewicn t. DeutidiiBüds gröüte Auswatu Fugenlo» aus einem Stack Bearbeitet Alle Ringe fertig zum Mitnehmen! Schweizer Werk Immer Gclrgenheits* küufc, 2. B. 14 kar. goldene Ühr 10.—«M. mit schrifÜ. Garantie Qroimanstr. 27 Outtfunq� ItAboii uMrkloiTvmdrhrt» •'erfiö 3C* t»51«hrrn a.z 5p4*zidlildl Conrad Müller I Ring 3 Dokat 0.083.- lOj Gr 47.25 I Ring 2V,. 0.085.- 8.7 Gr. 80.15 I Ring 2, 0.985,. 7 Gr. a 1.50 1 Ring U.aoo 10 j Gramm 4 4. 00 1 Ring 0.900 8.7 Gramm»4.S0 1 Bing 0.900 7 Gramm**.- 1 Ring 0.900 5.2 Gramm so.« 1 Ring 0 000 3,5 Gramm 14.— 1 Ring 0.565 ö Gramm 15.— I Ring 0.585 4 Gramm 18.— 1 Ring c.öSo 3 Gramm 9.— 1 Ring 0 333 ö Gramm 10.— 1 Ring 0.333 4 Gramm s.— 1 Ring 0.333 3 Gramm Ringe 0.583 mit AoSenscbrift„Da bist mein",„Mt Willen Dein Eigen" „Rose u. Myrte" asw. v. 85.— 30.- Vereand n. anßerh. Preislist« gratis um uit 1832 SdiOnhanser Allee 45 direkt Hachbetinstillnn Denzlger Str. Finale; Laallsoerger JUlce 41 Heichsbank• Giro• Konto. Bank F6d6raie, La Chsai de Fonds. Tel.-Adr.:Goldoitkel.TeI.:Vmetal344 Berliner-Kindl spezial Ausschank fielchenberger Siraße 14 Am Kontiusser Ter, Ecke SKaützer Straße Inh.: RICHARD SPRANG Erfilfnüng heute Sonnabend MEISTERSTDCKi im Schenkel leisten will,; der fordere/ lOMTBLAMC MEISTERSTÜCK Am 15. Dezember verstarb nach langem, tragischem Leiden mein treasorgender Mann, der Buchdruckerinvalide WenzeS Gryziewicz im Alter von 6S Jahren. Tiefbetrübt zeigt dies an Berlin O 17, Rüdersdorfer Straße Frau Martha Gryziewicz geb. Wojczik Einäscherung Dienstag, 20. Dezember, Wi* Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefnolzstraße. Nach kurzem, schwerem Leiden verschied am 14. Dezember mein inniggeliebter Qaite, unser herzensguter Vater, der Werkführer Otto Wellindhausen im Alter von 54 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Marie Wcllinghaascn and Kinder Die Einäscherung findet Dienstag. 20. Dezember, 14>ä Uhr. im Krematorium Baumschulenwea statt Dentidier Verwaltungsstelle Berlin Todes-Anzeige Den Mitgliedern zur Nachricht daß unser Kollege, der Schlosser Georg Sdiennemann geb 28. März 1885, am 10. Dezember gestorben ist Ehre seinem Andenkenl- Die Einäscherung hat bereits stattgefunden. Ole Ortsverwallnng Kinderland 1933 Das beste und billigste Weihnachtsb uch für unsere Kinder ist neu erschienen. Der Preis ist in diesem Jahr herab, gesetet von 1.50 RM.auf 1.00 RM Es ist bei allen Zeitungsboten, Vorwärts-Abgabe» stellen und Parteibuch» Handlungen oder direkt bei der Vorwärts Buch. druckerei, Berlin SW68, Lindenstraßc 3, zu haben Praktische Weihnachtsgeschenke für die Haustrau. E. 5.«. Lade, mann Söhne, SW. 19, Wallstratze 84,80. Oefen, Herde, Töpfe, Pfannen, Bestecke.- Tapeten Szillat. stolonie- straüe ü Kochherde feder Art u. EröKe. Riesenauswahl Teilzahlung, trans» portable Kachelösen. Badewannen-Oesen. Kesselösen. Die alte Firma Eemmler und Blenberg. Dresdenerstraste 99. Iannowig F 7 K6ÖL HiBidungsstocks. uiascns ustu. Wenig getragene Kapaliergarderobe von Millionären Aerzten, Anwälten Fabelhaft billige Pteise. Empfehle Taillenmänicl Pa. letots. Fracks. Smo. kings. Gehrockon- zöge. Hosen. Sport» Gehpelz«. Damen» Mäntel. Gelegen. heitsiäus» in neuer Garderobe.»Weile» fter Weg lohnend. Lothringerftrahe 56. l Treppe. Rosen» thaler Platt Leihhaus Lowicki oerkoufl zu un» glaublich billigen Preisen wenig ge» iragene'owie neue Herrengarderobe Herren, u. Damen» pelze. Weitester Weg lohnt Keine Lombardware. Prinzenstraste 195. ein» Treppe. „Primisstma" Auf. legemairatzen. Me» tallbetten Chaile» longues. Walter, Stargarder Straße achtzehn. Spezial» geschäfL_* Herrenzimmer 59—750, Klubgarni. tuten 165,—, Radio» tische 18,—, Schreib schränke 45,—, Di» plomaien 56,—, Schreibsesscl 19,50. Polsterstiihlc 7,50. Möbelgroßlager S�tmetlhtg, Kafta- ntenallee 56 sEde Fehrbellincrstraßel. Eassaverlaus, auch Teilzahlung.* Fatirraaer Cpclbüllonrüdcr, Dürkoppballon, Diamantballon, Wan- dererballon, Wittler- ballon, Kinderräder, | Monatszahlunq 30,—, Spezialballon 32, 4»j,—. Schlawc, Beinmeister straße vier.« I inr 8chns!iiür''i Maßanzug, Maßmantcl. ab SO,—. Monatsrate 10,—. Beiolina 2387. Kauioesuctiel K-Hugebisse, Platinablälle, Quecksilber. Finn» metalle. Stllier- schmelze.Goldschmel- zerei. Christional, Köpenickerstraße As (Haltestelle Köpe» nickerbrücke)." Der..Lorwärts" erscheint wochentägltch zweimal. Sonntags und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbetlage..Bolk und Feit". I Bezugsptetse: Wöchentlich 75 Ps.. monatlich 3,25 M.(bavon 87 Ps monatlich tut Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3.97»M einschließlich 60 Ps. Postzeituna» und 72 Ps. Postbestellaebilhren. Au-Iandsabonnemeni 5,65 Si. pro Monat: für Länder mit ermäßigtem Drucklachenvorto 4 65>M. Bei A. stall der Liefeiung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten aus Srsaz./ Anzeigenpreise: Die-inspalttge Millimeterzeile 30 PL Reklame zeile l,50 M....Kleine Anzeigen" da» fettgedruckte»Wort 20 Ps. jedes weitere Wort 10 Ps. Rabatt laut Taref. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei«orte. Arbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Ps. Familienanzciaen»Millimeterzeile 16»Pf.»Anzeigenannahme im Hauptgescha'l Lindenstr. 3, wochentäglich uon 81h bis 17 Uhr. Der Bcrlag behält sich das Recht der»Ablehnung nicht genehmer»Anzeigen oor. I Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendcmühl:»Wirtschaft.» G. Klingclhöier: Sewerkschaftsbewegunz: S. Steiner; Feuilleton: Herbert Xepete: Lokale» und Sonstiges: Friß Karstadt; Anzeigen: Ott» Hengst: sämtlich in»Zorltn./ Verlag: Borwärls-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Zwrmärt-.Buchdruckerei und Lerlagsanstall Paul Swger u. Eo„ Berlin SB. 68. Lindenstr. 3. SONNABEND, 17. DEZ. 1932 BEILAGE Von Markt zu Markt Die flinksten Baumeister sind unbedingt die Händler auf dem Wechnachtsmorkt. Wenn man des Morgens über den Platz geht, dann stehen da Wogen mit aufgeladenen Holzleisten und daneben Pyramiden wuchtiger Pakete. Und wenn man am Abend aus dem Betrieb kommt dann ist da eine kleine Ttadt entstanden So freundlich und putzig sich diese ganze Szenerie dem Beschauer präsentiert, so grau und trostlos sieht es hinter den bunten Kulissen aus. „Is ja ka G'schäit mehr zu machen." erklärt der Manu in sescher Tiroler Tracht, das Hiiatl mit dem Gamsbart keck übers Ohr gezogen, d>e kraftigen nackten Knie der Winterkälte preisge- geben.„Alles, was ma verdient, geht auf Spesen drauf." Er ist einer jener ständigen Händler, die jahraus jahrein die Markte bereiien — man zahlt an die•WOG Märkte im ganzen Reich. Seit Jahrzehnten hat er zum Berliner Weihnachtsmarkt seinen Platz vor dem Rot- haus, und von Jahr zu Jahr kann er den ropi- den Geschäjtsrückgang feststellen.„Is ja aa ka Wunder, wo heute a jedes handeln tuat," meint er,„ober schließlich, was kann einer, der gar nst mehr verdient, noch anderes anfangen?" Eben kommt er von Hamburg, dort war dieselbe Pleite und das Geschäft ging so schlecht, dag viele Händ- [er einfach nicht mehr die Mittel ausbrachten, ihre Sachen zu verladen und nach Berlin zu kommen. Es gehen da nämlich ein ganz Teil Bahnspesen drauf und vom Verdienst bleibt, wie gesagt, kaum etwas übrig. So einen Stand von 6 Metern samt Wahn- wagen zu verladen kostet immerhin so an die 60 bis 70 M. Wenn man es aber nicht ein- genommen hat, woher soll man es nehmen? Und wenn man nicht gleich am ersten Markttag in der nächsten Stadt seinen Schnellbau aufführt, dann ist es sowieso schon Essig. Wo immer man Des reisenclen Händlers Klagelied hinkommt, ob Lübeck, München oder Köln, über- all dieselbe Misere. Nicht mal die, die in Arbeit stehen, können was ausgeben, was sollen erst die vielen machen, die ausgeschaltet sind aus dem Produktionsprozeß? „Wann ich mir heul an Stand aufniachen tät, dann nur mit Haushaltsartikel n," meint der Mann,„da kommen doch schließlich noch die Frauen und leisten sich, weil Weihnachten ist, den längst fälligen Handfeger oder eine neue Reibe. 'Auch warme Sachen, wie Schals, Handschuhe und Strümpfe haben noch ein ganz klein wenig Existenzberechtigung. Mit Spielwaren ist es ganz flau geworden, da handeln sie ja alle mit, und es geht nur das Allcrbilligste, was bloß noch Pfennige kostet. „Schwer, schwer ist es," klagt der Mann, „blaß, mo den halt net ganz den Mut verlieren. Holdriahödihä, juhahoha!" jodelt er plötzlich los und gleich sammelt sich um ihn ein Kreis Neu- gieriger, aus dessen Mitte sich dann schließlich ein einzelner Käufer löst.... bärdetc, zu überwältigen. Aus der Wache stellte sich heraus, daß man es zweifellos mit einem Geisteskranken zu tun hatte. Es ist ein H2 Jahre alter Schlosser Georg Ech. aus der Niemctzstrahe in Neukölln. Sch. hat längere Zeit in der Heilanstalt in Herzberge zugebracht, non wo er erst am?. Dezember entlassen worden war. Der Mann wird vom Kreisarzt untersucht und vermutlich schon heute wieder einer Anstalt zuge- führt werden. Verkehr und BVG. K.eme Aenderung des Tarifs 3n einer Pressekonferenz äußerte sich B ü r- g e r m e i st e r Dr. Elsas in seiner Eigenjchast als Aussichtsralsvorfilzender der BVG. über einige Fragen der Berliner Verkehrspolitik. Er betonte grundsählich, daß die vietsach geäußerten wünsche aus Verkehrsverbesserungen nicht erfüllt werden könnten, da es keine andere Ausgabe gäbe, als das Unternehmen ungefährdet durch die Wirtschaftskrise und durch die Sonderkrife der BVG. hindurchzubringen. Dr. Elsas betonte im einzelne», daß im nächste» Jahre nur 7ö Autobusse auf Luftbereisung um- gebaut und weitere 40 veraltete Omnibusse modernisiert werden könnten. Man müsse immer da- van ausgehen, daß der Omnibus kein Massenver- kehrsmittel sei. Auf die Folgen des BVG.- Streiks und die Frage der Öi e u e i n st e l l u n- gen übergehend, erklärte Dr. Elsas, daß bisher 950 Leute wieder eingestellt worden seien, und zwar handle es sich um die Beseitigung gewisser Ungerechtigkeiten, die bei den Entlassun- gen vorgekommen seien, sowie um Gründe des Verkehrs. Es sei beschlossen worden, an der 44-Stunden-Woche festzuhalten, und in den nöch- sten Wochen würden noch einige 400 Mann wiedereingestellt werden. Die endgültigen Be- schlüsse könnten allerdings erst nach Erled'gung der noch schwebenden Arbeitsgerichlsprozesse ge- faßt werden. Weiter betonte Dr. Elsas, daß bei jeder Linie täglich das Platzangebot und die Nach- frage geprüft würde, er erklärte, daß das Ver- kehrsangebot sehr viel weniger zurückgegangen sei als die Frequenz, was er auch zahlenmäßig nachwies. Die gefahrenen Wagenkilometer seien insgesamt bei allen drei Verkehrsunternehmen von 255,8 Millionen im Jahre 1930 auf 211,8 Millionen im Jahre 1932 zurückgegangen. Dieser Rückgang lasse sich auch nicht in der gegenwärti- gen Krjsen.zeit durch eine Aenderung des Tarifs wieder gutzumachen, denn der Einnahmerllckgang erkläre sich aus der großen Arbeitslosigkeit und dem damit verbundenen Fortfall des regelmäßigen Berussverkehrs. Eine Aenderung des Tarifs sei deshalb ivährend der Krise nicht möglich, und auch etwa die von verschiedene» Seiten gesorderte Einführung eines Zonen- oder Staffeltarifs würde der BVG keine vermehrte» Einnahmen bringen, so daß nichts anderes übrig bliebe, als nach einer Reihe von Jahren über- mäßiger Expansion Einschränkungen vorzunehmen, um die Wirtschaftlichkeit aufrechtzuerhalten. Direktor Dr. Lademann nahm dann noch zu einem Vorschlag Stellung, einen 5-Pf.-Zusatz- sahrschein für den Uebergang von der Straßen- bahn zum Omnibus zu schaffen. Er hielt diesen Vorschlag für undurchführbar, weil dadurch die Gefahr der unberechtigten Ausnutzung derartiger Fahrscheine bei einer schwierigen Kontrolle bestehe und auch das bisherige sehr einfache Fahrschein- system kompliziert werden würde. ÄuSerspenbe 5999 Zentner für die �Vintertiilfe Auch in diesem Jahre hatte der Verein der deutschen Zuckerindustrie die ihm angeschlossenen Zuckerfabriken aufgerufen, sich an der Zucker- spende für die notleidende Bevölkerung zu betei- lige». Nahezu 5000 Zentner Ver- brauchszucker im Werte von über 150 000 Mark abzüglich Steuer konnten in diesen Tagen der Deutschen Liga der freie» Wohlfahrtspflege zur Verteilung übergeben werden. Der Zucker ist vornehmlich zur Verwendung in Volksspeisungen der Winterhilfe bestimmt. Eine u n m i t t e l- bare Zuckerverteilung an die notleidende Bevölkerung ist daher allgemein nicht vor- gesehen. Fernsprechanschluherleichtert Die Reichspost hat eine Verlängerung der Frist für die erleichlerle Wiedereinrichtung gekündigter Fernfprechonschlüfse genehmigt. Ein Teilnehmer, der seinen Anschluß bis zum 31. Dezember aus wirtschaftlicher Notlage kündigen muh, kann die Wiedereinrichtung des Anschlusses inner- halb eines Zeitraums von zwei Iahren ohne erneute Entrichtung der Einrichts- oder Apparate- gebühren beantragen. Der Gesamtabgang an Fernsprechanschlüssen be- trug vom Januar bis September dieses Jahres rund 100000. 3)er Iteg durch die Sudenfirafie— wie ror 30 Jahren Das brennende Warenhaus �lenseken in Todesnot— 29 Tote, 199 Verletzte Eigener Beridit des„Vormarfs' London, 16. Dezember. 3n Tokio kamen, wie bereits kurz gemeldet, bei einem warenhousbrand etwa?o per- fönen in den Flammen um� über 100 per- fönen erlitten schwere Verlehun- gen. Dos Warenhaus Shirokiya, die Stalte des Brande«, und feine Lager sind fast restlos zerstört. ver Sachschaden belauft sich aus etwa 20 wil- lionen Work. Die Unglücksursache scheint in einem technischen wlßgeschick zu liegen. Als ein wecha- niker in der Spielwarenabteilung an einem Weihnachtsbaum eine Glühbirne anbringen wollte, soll ein Leitungsdraht gerissen sein. Ein paar aus- sprühende Funken brachten dann einige Zelluloid- spielfachen, die in der Bähe lagen, zur Enl- zündung. Das Feuer verbreitete sich ungemein rasch. Die Bestände des Warenhauses lieferten reichlich Nah- rung. Unter Personal und Käufern— insgesamt befanden sich zur Zeit des Feuerausbruchs un- gefähr 2000 Menschen im Haus— brach beim Ertönen des Feueralarms eine furchtbare Panik aus. Diejenigen Angestellten und Käufer, die sich bei Ausbruch des Feuers in den oberen Stock- werken aufhielten, jähen keinerlei Möglichkeit, das Haus zu verlafsen; sie flüchteien auf das Dach und drängten sich in ihrer Todesnot vor einem dort aufgestellten Altar der Göttin K wo non zusammen. Als sie sahen, daß die Feuerwehrleute infolge der Hitze und Brandgase nur langsam ju ihnen vordringen konirten, spran- gen viele von ihnen in die Tiefe. Sie erlitten fast-sämtlich schwere Verlegungen. Einige ver- suchten, sich an den Gürteln ihrer Kimonos auf die Straße herabzulassen. Die Gürtel wurden von der Hitze versengt und rissen... Die 40 Kell- nerinnen des im siebenten Stockwerks gelegenen Restaurants kamen auf die Idee, derartige Gür- tel zu einer dichten Kette zu schlingen: auf diese Weise konnten sie sich retten. Unten war die Not nicht geringer: an den großen Eingangslore» ballten sich d i ch t e M e n- s ch e n k n ä u e l, aus denen sich nur gelegentlich einzelne Perionen flüchten konnten. Viele Men- schen, insbesondere auch Kinder, wurden nieder- getreten. In die gellenden Hilfeschreie mischte sich in grauenerregender Weise das Gebrüll der Insassen der auf dem Warenhausdach untergebrachten Raubtier menagerie. Die Feuerwehr stieß auf zahlreiche Schmie- rigkeiten. Ungenügender Wasierdruck verhiirbem die Wasserabgabe nach den oberen Stockwerken. Außerdem hatte die Feuerwehr nicht genügend Leitern zur Verfügung. Wichtige Hilfsdienste lei- steten indes mehrere an die Brandstelle geschickte Militärflugzeuge. Die Piloten kreisten m geringer Höhe über dem brennenden Gebäude und warfen den Feuerwehrleuten, die sich mit Gas- masken einen Weg bis auf das Dach gebahnt hatten, Seile und Schaumlöschgeräte � zu. Nach mehrstündigem Bemühen gelang es der Feuer- wehr, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Opfer der Zeit Einkruekdei der Gefangenenfürsorge Der 22jährige E. wurde im Sommer dieses Jahres aus dem Jugendgefängnis Kottbus einlassen. Trotz seiner mehrfachen Vorstrasen nahm sich die G« l a n g e n« n f ü r s o r g« seiner warm an. Er schien den festen Willen zu haben, sich in die Forderungen des bürgerlichen Lebens ein- zufügen, er sollte nicht mehr unter die Räder kommen, man wollte ihm den Umstellungsprozeß erleichtern. Neben der geringen Wohliahrtsumer- stützung, die bei schwachen Charakteren ein Wiedcrab�eiten ins Derbrechen fast unoermeid- lich macht, erhielt er einen steinen Zuschuß für Botentätigkeit in der Gesangeneniürsorge. Der Fürsorger besuchte ihn in seiner Häuslichkeit, er schien auf gutem Weg- zu jctti; er war gefällig und anstellig, man war mit ihm zufrieden. Eine« Nachts wurde in der Gefangenen- fürsorgc eingebrochen. Di« Traillen Das Gericht verurteilte den unbestraften Burschen zu 9 Monaten, E. zu 2lA Jahren G e- f ä n g n i s, wegen der gemeinen Gesinnung, die er durch den Einbruch bei der Gefangeneistürsorge .an de» Tag gelegt hat, auch zu drei Jahren Ehrverlust. E' zeigte sich vor Gericht durch sein neues Abgleiten ins Verbrechen schwer bedrückt; vielleicht war ihm nun zum Bewußtsein gekom- men, daß er seine letzte Chance, die ihm geboten war, verspielt hatte. waren durchgesägt, es fehlten eine Schreibmaschine und Damenkleider und aus den erbrochenen Schubfächern die Portokasse. Wer waren die Täter? Auf E. fiel nicht der geringste Verdacht. Sein Blick war wie immer offen, seine Arbeit zusriedenstellend. Vier Wochen nach dem Ein- bruch stellt« die Polizei einen verdächtigen jungen Burschen mit einem Rucksack. Er führte darin eine Schreibmaschine. Wo er sie her habe? Aus der Gefangenenfürsorge. Cr nannte die Adresse seines Komplicen. Es war dies niemand anders als E., man fand bei ihm die Beut« des letzten Einbruches, er hatte auch den ersten Einbruch in der Gefangenenfürsorge verübt und noch drei weitere Einbrüche an anderen Stellen. Vor dem Schnellschöfsengericht war E. geständig. Den anderen Burschen, einen unbe- straften Zwanzigjährigen, hatte er zu den Taten verführt. Weshalb er die Einbrüche begangen hatte, obgleich er keine Not litt, konnte nicht ge- klärt werden. Bielleicht war es der Hang zum Diebstahl, vielleicht brauchte er noch mehr Geld als nur zum Bestreiten des Lebensunterhalt«. Auswertungsschwindler Alte Leute werden detrogen weit über 200 Anzeigen liegen gegenwärtig gegen einen Gauner vor, der von der Kriminalpolizei schon seit Monaten vergeblich gesucht wird. Es handelt sich dabei um einen Betrüger, der ins- besondere alten Leuten die letzten Gelder abnimmt und ihnen vorschwindelt, ihre früheren Kriegsanleihen usw. auswerten zu lassen. Der Betrüger bedient sich dabei der Firma„Deutsche Auswertung. Lindenstraße", die es natürlich nicht gibt. Der Schwindler, von dem es heißt, daß er etwa 25 bis 30 Jahre alt sein soll, nähert sich alten Leuten und knüpft mit ihnen Gespräche an, bei denen er dann erfährt, ob sie ehemals Kriegs- anleihe gezeichnet oder Geld bei der Berliner Stadtbank hatten. In zutreffenden Fällen läßt er sich die darüber lautenden Urkunden vorlegen, zieht eine gewichtige Mappe mit allerlei Bogen und Formularen hervor und spricht jetzt nur noch in Paragraphen. Cr weist die Leute daraus hin, daß sie„laut ZZ 5, 9 und 12" usw. Ansprüche geltend machen konnten und will die Regelung für sie in die Hand nehmen. Er schreibt Wechsel- sormulorc aus, die den Vermerk tragen:„Vorzu- legen bei der Deutschen Aufwertung, Linden- straße." Gewöhnlich handelt es sich um Beträge von einigen hundert Mark, für die der Betrüger Gebühren in Höhe von 25 bis 30 Mark kassiert. Aus dem Wechsel vermerkt er dann gleichzeitig, ob das Geld etwa auf die Kinder der Betreffenden übergeschrieben oder direkt an sie ausgezahlt werden soll. Das soll angeblich in acht Tagen erfolgen. Der Paragraphengauner regelt seine Geschäfte sehr schnell und verschwindet dann mit seiner Beute, nachdem er oft auch Schmuckstücke oder andere Sachen gestohlen hat. Der Mann ist etwa 1,60 Meter groß, blond, mit frischem länglichen Gesicht Tobsüchtiger Fensterstürmer In der Bergstraße in Neukölln spielte sich in der Nacht ein austegender Vorfall ab. Em mit einem Hammer bewaffneter Mann schlug in der Sastikow- und Bergstraße sieben bis acht Fensterscheiben ein. Polizeibeamte hatten Mühe, den Mann, der sich wie wild ge- Neue Friedrichstraße 99 lim toller Wohnungsskandal in Alt-Berlin! Die armen Menschen in den ehemaligen Gc- sangniszeUen der S ladlvoglei. do-> sch'en bisher der Gipfel des Berliner Wohnungselends zu sein. Aber gegen das Haus Ileus Friedrich st raste 39— nicht weit von der Waisenbrücke— ist man versucht, die alte Wanzenburg am Molkenmarkt als Prunkbou zu bezeichnen. Die Tatsache, dost es Hauswirte wagen dürsen, sür schweres Geld derartige wohnhöhlen zu vermieten. die Tatsache, dah es eine Baupolizei gibt, die solche Häuser sür bewohnbar hält, ist ein einzigartiger Skandal! Das Haus Neue Friedrichstraste Vit'ist e t w z 2>1lIJahre alt. Es rangiert bereits unter die Objekte der Sehenswürdigkeit- Sonntags, vor- mittags, wenn die Bezirksämter ihre Wanderungen durch W-Berlin abhalten, wird auch dieses.Haus gezeigt. Einesteils der h o f g a l e r i c n wegen, die das Haus ähnlich wie die Krögelhöfe besistt, anderenteils der alten Stadtrnauer von Berlin wegen, die über den Hof läuft. Aber — so berichten die 5)ausbewohncr—, wenn Sonntags die Besucher kommen, dann vergeht ihnen der Sinn sür alle Sehenswürdigkeiten, dann schlagen sie die Hände über dein Kopf zusammen. dast in diesem Haus noch Menschen wohnen müssen. Dabei stehen sie nur auf dem hos und sehen das Acuhere. Wenn sie erst in die Woh- uungen gingen, packte sie das Entsetzen. Zwei Aborte für 45 Menschen In diesem zweistöckigen Haus wohnen 2 2 M i e t- Parteien mit insgesamt 43 Personen. Für diese 43 Menschen befinden sich aus dem Hof zwei Klosetts. Die Klosetts werden jedoch noch initbenutzt von den Gästen einer im Hause bc- sindlichen Gastwirtschaft.„Alle haben wir uns da schon die Läuse geholt", klagen die bedauerns- werten Hausbewohner. Das Haus selbst hängt nur noch schwach mit dem Nebenhaus zusammen. Im Laufe der Jahre hat sich ein tiefer Spalt zwischen den beiden häuserwönden aufgetan, der von oben bis unten mit Schutt angefüllt ist. Die Dachziegel sitzen so locker, dast bei heftigen Wind- stösten einer nach dem anderen hinunterstürzt. Den Doppestragödien Gemeinsam in den Tod Zm Hause kopenhagcner Str. 29 wurde am Freitag eine Liebestragödie entdeckt. Zn der Wohnung seiner Mutter wurde dort der 29 Zahre alte Händler Erich G. und seine Braut, die 24 Zahre alte vertäuserin Charlotte ft. durch Gas vergiftet leblos aus- gcsunden. Die Wiederbelebungsversuche der Feuerwehr blieben ohne E r s o l g. Nach dem Befund ist das junge paar im gegenseitigen Einverständnis aus dem Leben geschieden. Da» Motiv zu dem gemeinsamen verzweislungsschritt ist noch unbekannt. Die Leichen sind beschlagnahmt worden. * Eine zweite Tragödie wird aus der Paul-Stieler-Straste 9 in Neukölln be- tannt. Hausbewohner bemerkten auf dem Trep- penflur Gasgeruch, der aus der Wohnung des 30 Jahre alten Kaufmanns Paul R o ck st r o h drang. Als auf Klopfen nicht geöffnet wurde, alarmierte man k>ie Polizei und Feuerwehr. Die Hast Du scUou eiu£&s? Am 20. und 21. Dezember 1932 ist die Ziehung der Arbeiterwohlfahrts- Lottarie. Losa(das Einzellos kostat SO Pf.) sind zu haben bei den Helfern der Arbeiterwohlfahrt, in den Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaft, bei den Firmen Wertheim, Singer und Hermann Tietz. Beamten verschafften sich Einlast und fanden Rock- stroh sowie seine um drei Jahre ältere Frau Elisabeth im Schlafzimmer durch Gas ver- giftet regungslos auf. Die Wiederbelebungs- versuche waren nur bei der Frau von Erfolg. Ihr Zustand war jedoch so ernst, dast die sofortige llebersührung ins Lankwitzer Krankenhaus er- folgen mußte. Wie aus einem Abschiedsschreiben Leuten unter dem Dach regnet es natürlich in die Wohnung. Seit etwa 10 Jahren steht dos ganze Haus— trotzdem es neu betoniert wurde— vollkommen schief. Das ist eine Folge des llntergrundbahnbaues. Ständig klaffen in den Wänden der Wohnungen neue Risse auf. Manche Mieter machen sich die Mühe und putzen sich die Wände, aber nichts hilft. Auch der Putz, von Fachleuten angebracht, bekommt sofort wieder Risse. Lchicfc Fußböden, hängende Decken „Wenn wir in die Wohnung treten, kommt es uns vor, als wären wir betrunken", erzählen die Hausbewohner. In der Tat: Es ist ein toller Anblick, in eine Wohnung zu sehen, deren Dielen schiefer liegen als der Glockenturm des Doms von Pisa. Unter die eine Seite ihrer Bettpfosten haben die Leute Klötze gelegt, damit die Betten wenig- stenz gerade stehen und die Menschen des Nachts nicht hinausfallen. Natürlich hängen alle Türen und Fenster. Damit die Türen wieder notdürftig schließen, haben die Männer dicke Leisten auf die Türkanten genagelt. Mit den Fenstern oagegen läßt sich nichts machen. Eine Frau wollt« das Fenster aufmachen, da hatte sie auch schon den ganzen Fensterflügel in der.Hand, weil d'e Angeln verrostet und die Berkleidung vermodert waren. Die Decken sehen aus, als hätte jemand lose ein Bettlaken aufgespannt, so beuteln sie uud es ist eigentlich ein Wunder, daß sie noch nicht in die Stuben und den Kindern auf die Köpfe ge- fallen finid. Wenn man in diesem Haus die Treppen hinaufgeht, dann kann man vom ersten Stock gleich in den zweiten sehen, so große Löcher sind in den Treppen. Dazu tiefe Löcher im Boden der Treppenabsätze, daß jedermann Gefahr läuft, hals und Bein zu brechen. foank vor Hunger Aber das ist alles noch gar nichts. Auf jeder Galerie befindet sich eine Wasserleitung. Mit dem Hahn kann man nebenbei wackeln wie mit einer Wetterfahne. Neben dieser Leitung Hai ein« Frau ihre Küche. Wenn diese Frau auf den Hof sehen will, dann braucht sie das nicht durchs Fenster zu tun, sondern sie hebt einen Stein aus der Wand und— sieht durch das Loch auf den Hof! Das find die Wände des Hauses Neue Friedrichstraste SO. Di« unglückliche Frau, die in dieser Wohnung Hausen muh, lag im Bett, als wir kamen. Mühsam erhob sie sich und machte das Experiment mit dem aus der Wand zu nehmenden Stein vor. Außer ihr waren noch vier kleine Kinder in der Wohnung. Die Frau war dem Umfallen nahe.„Ist sie trank?" fragten wir nachher.„Krank?" antworteten die Hausbewohner.„Hunger hat die Frau. kein Mensch hat dort seit heute früh etwas im Magen. Bei uns können Sie Not kennen lernen!" Die Frau bezahlt für diese„Wohnung" monatlich 32,35 Mark Miete. foichen sind dunkle Verliesse Dann die anderen„Küchen". Oft liegen diese Küchen zwischen zwei Stuben: sie haben also kein Fenster und sind stockdunkel. E- ist unerfindlich, wie die Frauen um 1700 gekocht haben. In den noch ölteren Häusern der Fischer- straste gibt es genug ebensolche Küchen. Da das Haus kein« Waichküche Hot, muß auch in diesen Küchen gewaschen werden und alle Stuben schlagen voll Wasserdampf. Die Dielen sind von Würmern zerfressen. Wo es ganz schlimm war und alles durchzubrechen drohte, hat man die Ritzen mit Zement ausgegossen. Dos heißt Ritzen von 10 Zentimetern Breit«. Aufwischen, sagt die Frau, kann sie im Winter überhaupt nicht, dann bleibt ihr die Nässe vier Wochen im holz. So klagt jeder sein Leid, aber dos Allertollste war doch bei einem Mann zu sehen: Der hotte«inen Schrank gegen die Wand gestellt, damit sie nicht«infällt! In der Neuen Friedrichstraste 99 halten die Möbel die Wände. Zu diesem beispiellosen Fall hat nur eine Behörde das Wort: die Staatsanwaltschaft. hier hilft nur rücksichtslose-, schnelles und grüud» liches Borgehen. hervorging, wollte das Ehepaar freiwillig aus dem Leben scheiden. Die Gründe zur Tat sind nicht bekannt. Die Leiche des Mannes ist beschlag- nahmt worden. llnweit des hall eschen Tores sprang gestern abend eine etwa 50 Jahre alte Frau von der Uferböschung in den Land- w e h r k a n a l. Passanten, die durch den Auf- schrei der Lebensmüden aufmerksam geworden waren, alarmierten die Feuerwehr. Obgleich es schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit gelang, die Frau zu bergen, blieben die Wiederbelebungs- versuche erfolglos. Die Kriminalpolizei ist zur Zeit bemüht, die Personalien der Toten, die nach der Halle des Ellsabethkrankenhauses gebracht wurde, zu ermitteln. Ber Nazianwalt Her mit der Frovision! Ein Deoisenschieberprozeh wie jeder andere. Interessant.höchstens durch die Rolle, die bei den zur Anklage stehenden gesetzwidrigen Effektenver- käufen der nationalsozialistische Rechtsanwatt Bohne gespielt hat. Derselbe Herr Bohne, dessen politische Zensuren über Moabiter Richter und Staatsanwälte so viel Aufsehen erregt haben. Seine Gutachten schickte er an das Gaubüro der Nationalsozialistischen Partei, damit die„schwor- zen Liften" der Iustizbeamten vervollständigt werden könnten. Und eben dieser nationalsozia- listische rassenwütige Rechtsanwalt und Justiz- zensor hatte sich mit dem aus Polen stammenoen Juden Samuel Friedlich eingelassen und ihm, dem polnischen Staatsangehörigen, sein Konto in dem jüdischen Bankhaus Frelser zu Esfektenverkäusen zur Verfügung gestellt. Sein Bankkonto stellte er diesem„Geschäftsfreuird" zur Tätigung von Efsektengeschäften zur Verfügung. Dafür steckte er 2 Proz. Provision ein. Wirklich ein würdiger Bereiniger der deutschen Rasse, ein außerordentlich qualifizierter Zensor der politischen Gesinnung von Richtern und Staatsanwälten, dieser Nazianwalt Dr. Bohne. Herr Samuel Friedlich, dessen Bruder in ver- schiedene Strafverfahren oerwickelt und deshalb flüchtig ist, und dessen Vetter u. a. im Sprit- web er- Prozeß verurteilt wurde, hatte sich zwei gesetzwidrige Esfektenoerkäufe zuschulden kommen lassen. Im ersten Falle waren es Effek- ten im Werte von 27 000 M., die er von seiner Nichte aus Polen erhalten und verkauft hatte. Der Erlös war aber von ihm nicht auf das Sperrkonto gelegt worden. Vor Gericht erklärte er, 12 000 M. davon in einem Spielklub verjurt und den Rest für sich verbraucht zu haben. Seine Nichte sei damit einverstanden gewesen. Im zweiten Fall« waren es Effekten im Werte von 37 000 M. Diese Effekten wurden über das Konto des Rechtsanwalts Dr. Bohne ver- äußert. Nach Ansicht der Anklage stammten die Effekten aus dem Auslande. Das Gericht ließ Rechtsanwalt Dr. Bohne und den Inhaber des Bankhauses Freiser wegen Per- dachts der Mittäterschaft unvereidigt. Das Urt«il gegen Herrn Friedlich lautete auf sechs Monat« Gefängnis. In der Urteilsbegründung hieß es u. a., der Angeklagte habe es verstanden, den Rechtsanwalt Bohne als Verkäufer der Effek- ten zu werben. Rechtsanwalt Bohne habe seinen Namen sür solch« Effektengeschäfte hergegeben. „Blumenschmuck aus dem Weihnachtstisch." Als Abschluß eines Fortbildungslehrganges für jugendliche arbeitslose Blumen- binderinnen und Gärtner, der ver- anstaltet wurde von der Iugcndgruppe— Gärtnerei, Binderei— des Gesamtverbandes und dem Arbeitsamt Berlin-Milte, Abteilung Berufs- beratung, findet im Jugendheim des Gesamtver- bandes, SO. 16, Engelufer 24/25, eine A u s st e l l u n g unter dem Motto:„Blumen- schmuck auf dem Weihnachtstisch" statt. Die Aus- stellung ist geöffnet am Sonnabend, dem 17. De- zember, von 13—20 Uhr und am Sonntag, dem 18. Dezember, von 12—20 Uhr. Eintritt frei. In wenig Worten Bei dem gestrigen Zugunglück im Würz» burger Hauptbahnhof wurden nach den letzten Feststellungen 21 Personen leicht verletzt. Unter ihnen befinden sich 19 Reisende und zwei Schaffner. Keiner der Reisenden hatjn ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Sie haben alle die Reise unmittelbar fortgesetzt. Berliner sind nicht unter den Verletzten. Im Berliner Polizeipräsidium stellte sich gestern der 24 Jahre alte Elektromonteur Hermann E l a a ß mit der Selbslbezichtigung, vor genau vier Wochen in Dahlem eine Brandstiftung verübt zu haben, der bald danach eine zweit« ge- folgt war. Das ein« Mol handelt es sich um die Villa eines Stadtsekretärs in der Röhls»- st r a ß e 18, das andere Mal um eine Laube und einen Geräteschuppen im Kiebitz weg 7. die einem Berliner Stadtverordneten gehören und vollkommen niederbrannten. Die Angaben stimm- ten. Elaoß schilderte alles ausführlich. Rur auf die Frage„Warum?" verweigerte er jede Aus- kunft. Di« Polizei ist mit der Aufklärung des Falles beschäftigt. •k Bei Hohenwarthe(Regierungsbezirk Magdeburg) fuhr ein'Motordampfer einem im Schlepp des Dampfers„Deutschland II" ge- führten Lastkohn, der 4000 Zentner Zucker geladen hatte, in die Flanke. Der Lastkahn sank. Die La- dung ist vernichtet. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Ziemlich mild, dunstig, wechselnd bewölkt, teils aufheiternd, nur unbedeutende Niederichläge, mäßiger südwestlicher Wind.— 3n Deutschland: Im Küstengebiet der Nord- und Osts«« frische bis stürmische südwestliche Winde, wechselnd bewölkt mit etwas Regen, in Mitte!» deutschlaird ziemlich mild, dunstig bis neblig, wech- selnd bewölkt, teils heiter, nur unbedeutender Niederschlag, in Süddeutschlond verbreitete Nebel. sonst ziemlich heiter. Zn der Scala findet heute, Sonnabend, 1412 Uhr, eine Nachtparade statt unter Mit- Wirkung hervorragender Artisten. Künstter und Dichter. Der Ertrag stießt ungekürzt den Wohl- tätigkeitssonds des«chutzverbandcs Deutscher Schriftsteller zu. >Veihnechtsinsrkt bei Karstadt Ein lustiger Weihnachtsmarkt, der Groß und Klein viel Spaß macht, ist auch in diesem Jahre wieder im Karstadthaus, h c r m a n n p l a tz, auf- gebaut. Diesmal soll man sich auch die Verkäufer besonders gut ansehen. Da sind eine Menge ganz bekannter Gesichter drunter, die uns einmal im plakatierten Großformat von den Litfaßsäulen, das anderemal von der Filmleinewond grüßen. Darfteller von Bühne und Film haben sich'in den Dienst der guten Sache gestellt und treten hier als Pfesserkuchenhcxe, als Wurstmaxe und als Puppendoktor aus. Vor den einzelnen Verkaufs- ständen gibt es oft Riesenansammlungen kleiner und auch großer Leute, ein eifriges Getuschel und Gewisper, aus dem sich schließlich der Satz „Mensch, das ist doch Maria Paudler schätt. Mit fröhlicher Laune und viel Geschick matten diese Verkäufer ihres Amtes und es fällt dabei für ein paar ganz eifrige kleine Bewunderer auch mal ein Ptesterkuchenherz ab. Daneben herrscht«in schwunghafter Autogrammbetrieb, denn wenn man die heimlich bewunderte Elaire und die Erika, den Peter und den Oskar so leibhaftig vor sich hat. läßt man sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen. Sticht der Prm bestimmt den Wert eine« cheichcnke«, iondeen die peesiiniich« Stute. Kaffee Pag dringt zum die». lährigen Ädtinachurest zwei Gefchenlspackungen herau». die icdei» Geschmält Rechnung tragen und es einem jeden ermaglichc», ohne gratzen Äoftenaufwand»raktifch und aufmert'am»u fchcnlcn. Die zum größten Teil handgearbeitete Wurfcldvfe entspricht der modernen Sefchmait»- richtung, während die ovale Baroetdofe, vornehm in Tiefblau und Gold gehalten ist. Reib« Dosen sind volllominen neutral und tragen feincrlei Reklamelcrt. Sie sind elne Zierde für jeden pauvhalt und können nach Leerung auch weiterhin als Kaffee.. Tee-, Keks- oder Konfckldofen verwandt werden.?n jeder Dose liegt eine kleine Glült- wunfchkartc. auf die der Spender nur feinen Ramen zu setzen braucht. Die Karte trägt folgenden Tcrt: In dunkler Zeil ein Heller Tag, Und, rohes Herz durch Kaffee Hag. Jede Dose, gefüllt mit frischem cosfeinfrelen Kaffee Hag, kostet nur l,?l> Mark. erhalten Sie bei täglichem Gebrauch von Chlorodont., der Zahnvajle von hoe-IiMe-r- Quiilitiit. Sparsam im Verbrauch. Tube 50 Pf. und 80 Pf. Verlangen Sie nur Chlorodont und weijen Sie jeden Erjatz dafür jurüä. Sozialistische Arbeiterjugend Groß'Verlln Eiiijendunacu für diese Rubrik nur an das Iugendfekretariai Berlin SÄ«8. Llndenftratz« 2. vorn 1 Trepp, recht». Rcferentcnichulr Pros. Deneckc und Prof. Rosenberg heut«, pünktlich 18 Uhr, im Raum der Ärbeltcrbildungsschule. Lindenstr. lt. tz. Hof, Tr. ifen-Kurfu« heute, pünktlich 1» Uhr, im Heim Lindcnstr. 1, v. I. ' Heute, 17 llhe, Sitzung lm Kinderfrcunde-Sitzungsraum, Manchen Achtung, Lindenjtr. 2. Proletarisches Orchester der SAZ.t Marge», püakttich 1« Ahr, Probe, Keim iinbenstr. 4. heute, Sonnabend. 20 Uhr. Schönhauser Borstadt: Kcimabend,(Sleiinstr. 35.— Südwest: Proletarische Feier.— Johannisthal: Beteiligung an der Weihnachtafeler der Partei. Gruppen-Weihnachtsfeiern mit besonderem Programm: Humboldthain: Schulaula Putbusserftr. 22, 20 Uhr: Sozialistische Feierstunde. Luisenstadt: WeiHnachUfeier im Dresdener lSarten.— Schöneberg II: Hauptstran« 15. 20 Uhr: Iulklapp. Werbe bewirk«ebbinq: 19Z4 Uhr Baden, Serichtftrahe. Tegel: lOzj Uhr im lönzeum. Steinbergstr. 37—03:«intelsonne»- we»bfelci. Aus dem Programm: Sprechchor, Bühneufpiel, Nezitationcn. Ansprach» de» Genossen Kurt Aiging. Eintritt Z0 Pf., ärwerbalos« 10 Pf. Arbeitskreis Abraham: Sonntag. 18. Dezember, Orx Uhr. im Ziuaenbhcim Lindenstr. I, spricht(benoss, Dr. Kirchheimer über..Da» Snb» der Keimarer Pcrsasiung?" bniercfsiertc Gäste willkommen. Werbebejirk Westen: Der für morgen, Sonntag, angesetzt« Heimabend mutz wegen Raumschwierigkeiten ausfallen. Werbe bezirk Prenzlauer Berg: Montag. 20 Uhr, Porsitzendenkonferen», Sonncnburger Sir. 20. "''''■ Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gold" Gefchofts stelle: Perlin S l« Lebaftionflr 117— Ob Hol 2 Ii Mttt«(Zungbai: Sonntag, ltz. Dezember. 10 Uhr, Weihnachtsfeier bei Klemens, Sophiznftr. 0.— Peruziauer Berg. Sportgruppe: Sonntag, u. Dezember, tz Uhr, vor dem Eportrestaurant«anlianstraße. zum Hqndbatltraining.— Weihenfe« fJungba): Sonntag, 18. Dezember, Treffpunkt f Uhr Zlnionplah. Sähet nach Pichelsdorf.— Pankow(Othmxiin): Die für Sonntag angesetzte Uebung fällt au».— Steutölla-Britz: tOrlsoerein): Unser Kamerad Gustav Zlhabe ist oerftorben. Ehre seinem«lndcnken! Die Trauer- i'ier findet am Sonnabend. 17. Dezember, ltzth Uhr. im Kremafvrtum Bauw- schulenweg statt. Beteiligung aller Kameraden ist Pflicht. Deutscher republ, tonischer Btudentenbuub, Ortsgruppe Berlin. Sonntag. Itz. Dezember, Wochenendtaguna in Lrauicnburg.Eden. tzlz Uhr-Abfahrt SleUi, ner Sorortbahnhof. 10 Uhr Genofsenschaftshauz Sden: Lichtbildervortrag über .zhden". Sekretär Karl Bartes: Vegierungorat Dr. Karutz:..Krise der Kevublik. Krise der Agrarpolitik". Anschließend Fuhrung. Gaste willkommen. 19. Dezember. Deutsche Liga für Menschenrechte E. V.. Ortsgruppe Berlin-Mitt«. Montag. . ZU Uhr, in den Räumen der Liga für Msnschenrechte. Berlin R. 24. ,.<«-------- der 1•"■—■ Eingeführt» Säst« willkommen. Mondiiouplatz 10, Eingänge IV III sSingang von der Ueberfabrtsgass«). Mit gtiederversamntlung. Polizeioberst a. D. Hans Lange spricht über das Dhema ..Gibt es«inen Giftgasschutz?" »epublllaulfche Rrdnervereinigung. Montag, 20 Uhr. Partraasabend mit Diskussion im„Alien Astanier", Anhalter Str II. Es spricht Herr Labbert übe« „Staat und Staatsmänner". Gäste willkommen. M. msff „Ja", sagte er,„ich habe darüber nach- gedacht- Es war dumm genug von ihm- Cr hat alle Ursache, froh zu sein, daß er so davongerommen ist. Außerdem ist zwischen den zwei Situationen ein Wesensunter- schied." „Wieso?" Berger wandte sich mit einem ruhigen Blick an Lüdersen„Ist es nicht so?" � Lüdersen runzelte nur unwillig die Stirn. „Ich weiß nicht, was du meinst", sagte er. „Das heißt, du hast natürlich ein gewisses Interesse dran, das was geschehen ist. zu oertuschen— sowohl das was dir geschah, wie das was mir geschah. Mir scheint, deine Lage war genau die gleiche wie meine. Obendrein hattest du noch mehr Zeit." Berger lächelte nachsichtig.„Ganz recht", antwortete er,„eben das war das Entschei- dende. Hättet ihr beiden anderen auch etwas Zeit gehabt, läge Quistlus heute nicht in einem Sarg und du wärest ohne die tleid- samc Bandage."* Lüdersen errötete heftig.„Kleidsam?" fragte er wütend. „Ja, den Eindruck machst du." „Aber ich bitte, meine Herren, ich bitte." Der Postdirektor klopfte mit dem Zeigefinger hart und zurechtweisend auf den schreib- tisch.„Ich will davon nichts wissen. Per- sönliche Bemerkungen sind hier durchaus nicht am Platze. Es ist einleuchtend, daß Ihre Stellung. Herr Berger. im Vergleich zu derjenigen der beiden andern Herren recht unvorteilhaft ist. Diese taten nämlich beide ihre Pflicht vollauf und noch etwas darüber hinaus." „Und ich?" „Tja— vollauf wohl kaum." „Meine Pflicht war also, zu sterben?" „Ihre Pflicht war. die Ihnen anvertraute Kasse zu verteidigen." „Das ist gleichbedeutend. Anders kann ich es nicht auffassen." Keiner antwortete. „Habe ich recht oder nicht?" Er wandle sich erst an Lüdersen, der regungslos dasaß und ihn stumm und haßerfüllt ansah. Dann wandte er sich an den Postdircktor.„Habe ich recht, oder nicht?" Aber auch der Postdirektor vermied es, zu antworten„Davon ist jetzt nicht die Rede", sagte er.„Sie sind zu erregt, be- greiflicherweise." Aber Berger biß sich an der Frage fest. Er wollte sie nicht lassen, fühlte aber selbst, wie erregt er war. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn und versuchte, die Pause nach der Antwort zu benutzen, um zur Ruhe zu kommen. Gesenkten Blickes stand er da und bemühte sich, seiner Er- regung ein wenig Herr zu werden. Als er wieder aufsah, war er ruhiger. Und er fragte leise, aber eindringlich:„Das Post- wesen, das meine Arbeit für eine nicht allzu hohe Bezahlung kauft, oerlangt also von mir, daß ich mein Leben wage, wenn es die Kasse gilt?" Der Postdirektor schüttelte unwillig den Kopf.„Gott nein— verlangen tut das selbstverständlich keiner: aber so, wie Sie sich benommen haben, das sieht denn doch etwas wunderlich aus. Hier im Polizei- bericht steht's ja auch." Seine Hand klatschte leicht auf die Papiere, die auf dem Tisch vor ihm ausgebreitet lagen. „Und der wird weitergeschickt an die Post- Verwaltung?" „Selbstverständlich. Aber Anklage oder Disziplinarverfahren riskieren Sie kaum. Ja, das wäre wohl alles." Berger richtete sich auf, sein Gesicht war sehr weiß geworden.„Run ist es genug". sagte er.„Ich habe immer versucht, meine Pflicht zu tun— und noch ein wenig dar- über hinaus. Ich habe mindestens so gute Arbeit geleistet, wie irgendeiner hier im Büro." Er nickte dabei unwillkürlich zu Lüdersen hinüber, der ärgerlich die Achseln zuckte.„Und", fuhr er fort,„ist es nicht die Arbeit, wofür ich bezahlt werde? Ich habe meine Zeit verkauft, mein Leben nicht. Und ich bin froh und stolz auf das, was ich getan habe. Jeden Augenblick täte �ich wieder dasselbe. Ich war Ouisthus' bester Freund, aber ich habe keine Luft, mit ihm zu tauschen. Ich habe keine Lust, die Leiche zu sein, die jetzt mit fetten Worten von Pflichttreue auk die Seite gebracht werden soll. Aber darauf kommt's dock nicht an." Der Postdirektor sah ihn halb befremdet, halb mitleidig an.„Und worauf kommt es an?" Berger hielt seinen Blick aus.„Daß er tot ist. Der Postdirektor erhob sich, ärgerlich und ratlos und trat ans Fenster. Als er sich wieder umwandte, hatte eine Art herab- lassendes Mitleid in ihm gesiegt.„Sie tonnen sich für Nachmittag frei bitten", sagte er.„Sie sind in starker Gemütsbewegung: betrachten Sie sich als krankgemeldet." En schmerzliches Staunen ging über Bergers blasses, gequältes Gesicht. Dann sagte er mit einer wegwerfenden Bewegung des Kopfes:„Danke, ich bin nicht krank. Und meinen Dienst tue ich." Er wandte sich schnell zum Gehen, wurde aber von Lüdersen zurückgehalten, der sich ebenfalls erhoben hatte, mit einem Blick, in dem etwas gleich- zeitig Gehässiges und Beleidigtes lag. ein aufgebrachtes, schweres und drohendes Ge- kränktfein. „Bitte, eine Frage", sagte er,„bevor du gehst. Ich möchte das gern ins reine ge- bracht haben in Gegenwart des Herrn Post- direttors, da er ja auch das andere mit- angehört hat.— Was meinst du mit der Bemerkung, daß zwischen deiner und meiner Situation ein Wesensunterschied war?" Berger antwortete verhältnismäßig ruhig: „Ich sagte es ja schon, du wurdest plötzlich überrumpelt." „Ist das alles?" „Nein— Du hörtest, daß Ouisthus nebenan überfallen wurde?" „Selbstverständlich." „Und du dachtest sofort an einen Ueber- fall?" Lüdersen überlegte einen Augenblick. „Nein", antwortete er ausweichend, viel- leicht nicht gerade an einen Ueberfall. Jeden- falls aber, daß etwas los sei." „Wußtest du, als der Kerl zu dir herein- kam, daß Ouisthus niedergemacht war?" „Nein." „Du wußtest also nicht, w i e ernst es war?" „Ich wußte, daß ich es mit einem Re- volver zu tun hatte— genau wie du." „Ja, aber du glaubtest nicht, daß er schieße» würde." In Liidersen gab es einen Ruck. Er sah plötzlich sehr einfältig aus.„Wie kannst du das wissen?" „Ich hörte ja. was du riefst." „Was ich rief?„Schieß, wenn du dick) traust", rief ich." Ein blasses Lächeln glitt über Bergers Gesicht.„Nein", sagte er. Lüdersen sah ihn entgeistert an.„Alle fhagel. das hätte ich nicht gerufen?" „Nein." Der Postdirektor hörte halb widerwillig, halb interessiert zu. Dann beugte, er sich rasch über die Papiere auf dem Schreibtisch. Nur einen Augenblick, dann sah er aus. „Allerdings", sagte er,„so steht's im Be- richt." Bergcr wandte sich ihm zu.„Selbstver- ständlich, d a steht es so. Den Teil hat nämlich Lüdersen diktiert." (Fortsetzung folgt.) später wieder auf die Straße nach Dezd und kamen dort am anderen Morgen an. Die seltsame Karawane mit ihren bleichen, stumpfsinnigen Begleitern und die steten tief- traurigen Blicke der Pferde und Kamele boim Marsch durch diese unbeschreiblich wüste Gegend zu nachtdunkler Zeit hinterließen in uns einen tiefen Eindruck, den selbst die Hochzeitsfestlich- leiten im Haus« des englischen Telegraphen- direttors in Dezd nicht verwischen konnten. Die toienkarawane Sine Begegnung/ Ton Qifelher Mumm Bon der letzten Station, die wir verließen, trennte uns ein achtstündiger schorfer Ritt durch eine wasserlofe, öde Gegend am Rande der ge- fährlichen Salzwüste in Zcntralpersien. Der Mond illuminierte den Jahrtausende alten Karawanen- weg zwischen Kerman und Pejd, auf dem einst der berühmte Reisende des Mittelalters, Marco Polo, nach Osten gezogen war, um nachher als erster Europäer die Märchen von Tausendund- einer Nacht dem Zlbendlande zu verkünden. Der Europäer von heute, der aui Persiens einsamen Karawanenwegen einem bestimmten Ziele ent- gegenreitet, denkt sachlicher. Er flucht über die schlechte» Wege, schimpft aus den schier ewig klaren Himmel und die grausame, fürchterliche Wüsten- sonne und ist schließlich froh, wenn er sein Ziel er- reicht hat. So auch wir beide, ein Engländer und ich, die wir von Kerman nach'gezd reiten, einer Hoch- zeitseinladung des englischen Telegraphendirektors in Pezd zu folgen. Ab und zu ziehen kleiner« Karawanen an uns vorüber, oder einsame Pilger wallfahren nach Mekka in Arabien, um nach zwei- bis dreimonatigein Marsche dort die Segnungen der' heiligen Wasser Mohameds zu empfangen. Der heißen Sonne wegen hatten wir am Mittag in einer Teehütte am Wege Rast gemacht und bis zum Abend geschlafen um für unseren nächtlichen Ritt neue Kräfte zu sammeln. Es war etwa gegen 2 Uhr nachts, als uns«in immer deutlicher hör- bares Glockenklingen aus weiter Ferne ankündigte, daß sich eine größere Äameltarawane vor uns be- fand, die scheinbar gleichfalls auf dem Wege nach Pezd war. Wir beschlossen, uns der Karawane da vorn anzuschließen, und setzten zu einem scharfen Galopp an. Aber schon nach einer Piertelstunde machte der vorauseilende Engländer halt. Ein un- angenehmer Geruch wurde uns vom Winde ent- gegengetragen: je mehr wir uns der Karawane näherten, desto betäubender wirkte er. Wir waren der Meinung, daß wir jede Minute bei zwei, drei verendeten Pserden oder Kamelen vorüberkommen würden, die, von den Strapazen unterwegs zu Tode ermattet, hier langsam verendet waren, denn ein gläubiger Mohammedaner tötet diese un- brauchbar gewordenen Tiere nicht, sondern spannt sie aus und überläßt sie am Wege ihrem traurigen Schicksal. 3)ie Jiarairaiw Als sich jedoch kurz vor uns die schattenhaften Umrisse der Männer und Kamele einer Karawane von dieser salzzerfressenen sandigen, nachtdunklen Ebene abhoben, gewahrten wir zu unserem größten Entsetzen, daß sich vor uns langsam eine Totenkarowan« westwärt» bewegte, heilige schiitische Tote, aus allen Gegenden des persischen Reiches gesammelt, die nach zwei- bis drei-- monatigem Marsche durch halb Vorderasien schließ- lich in Kerbels in Mesopotamien neben ihrem Glaubensheldcn Schah Jmam Hussein zur letzten Ruhe bestattet werden.„Vorwärts, vorwärts!" rief mir der Engländer zu Das Taschentuch vor Mund und Nase gepreßt, sprengten wir in wildem Ga- lopp vorwärts, auf die Karawane zu, um sie des uns entgegenstehenden Winde« wegen zu über- holen. Als wir seitwärts an der Karawane vor- beiriUen, bemerkte ich. wie selbst die Maultiere und Kamele, die diese unheimlichen Lasten trugen. mit eingezogenen Köpfen dahinschritten. Die Treiber gingen 2» bis 30 Meter entfernt neben den Tieren und nahmen von unserem Erscheinen wenig Notiz, da sie gewohnt sind, gemieden zu werden. Zurufe, wie st« bei Handelskarawanen üblich sind, waren nur selten. In ganz primitiven Brettersärgen oder auch nur in«in Stück Lein- wandtuch gehüllt lagen die Toten, wie Kisten an- geschnürt, aus dem Rücken der Tier«. Stärkere Tiere führten fünf bis sechs, schwächere zwei bi» drei Leichen aus dem Rücken D>e Tier« sind nur höchstens zwei bi« drei Jahre lang brauchbar für eine Totenkarowane: dann kann man ste für«in Spottgeld kaufen, aber niemand will sie haben. weil sie zu anderen Arbeiten nicht mehr fähig sind. Die Unternehmer jedoch, die diese Leichen sammeln und nach Kerbels führen, sollen dabei sehr viel Geld verdienen, denn es ist Ehrensache für«inen wohlhabenden gläubigen Schiiten noch seinem Tode in Kerbcia beigesetzt zu werden. „Salem JJtelkum" Bald hatten wir die Spitze der Karawane er- reicht, ein kurzer Grußwechsel mit dem Führer, einem alten Araber,„Salem Aleikum, Aleikum Salem", und wir ließen die Karawane in unserem Rücken. Das monotone Glockengeläut« wurde immer schwächer: wunderbare kühle Nachtluft be- lebte wieder Herz und Lunge, und als der Morgen dämmerte, gelangten wir bei einer kleinen Kara- wanserei an und legten uns dort todmüde in den Schatten eines Granatapfelbaumes nieder. Der „Spuk der Nacht" mochte wohl etwa 3ll Kilometer hinter uns liegen. Als wir uns um S Uhr Nachmittags zum letzten Nachtritt fertig machten, war auch die Toten- karawane schon herangekommen und macht« un- gefähr 3lX) Meter von der Oase entfernt Rast. Der Führer kam mit seinen Leuten in die Kara- wanserei, um sich zu stärken. Bei einer Pfeif« Opium erzählte er mir vvi all den größeren Herren, die er schon nach Kerbela getragen hätte. Auf einem Papyrus waren d'« Namen derer verzeichnet, die er jetzt in die Erde bringen sollt«, die dereinst da» ewige Paradies der Menschheit werden würde: laut königlicher Order, ge- schrieben und versiegelt.— Nicht alle Toten, die die Karawane beherbergt, kommen nach Kerbela. Es sind einige Frauen da- bei, die nach Kum, einen. Wallfahrtsort an der Straße Teheran— Ispahan gebrocht werden, um dort auf einem Frauenfriedhof, einem der größten der Welt, beigesetzt zu werden. Di« Stadt Kum wurde heilig gesprochen als Fatima,«in« Ber- wandte von Imam Rizza, einem großen Schiiten, auf einer Reise durch Persien hier erkrankt« und starb. Seitdem sehen es vornehm« Perserinnen als ihr größtes Glück an, in der Nähe dieser heili- gen Frau begraben zu werden. Auch viele Pilgerinnen kommen nach Kum, um am Grobe Fatima» L«ibe»seg«n zu erbitten. Hoch einmal die Toten Bald verließen wir den alten Aar aber und sein« Begleiter und ritten zur Karawanserei hinaus Als wir den Weg nach Pe.zd«inschlagen wollten, sahen wir, daß sich die Totenkarowan» in gemesse» nem Abstand« von der Karawanserei direkt am Wege nach Pezd medergelaßev hatte, während sie noch vor«inigen Stunden auf der andern Seite des Gebäudes gelagert hat» Nach der Ursache dieses Platzwechsels befragt, erklärte mir einer der Eingeborenen, daß sich mittlerweile der Wind gedreht halte und die Totenkarawanen stets so lagern, daß der Wind die unangenehmen Dünste von den Häusern fernhält Wir ritten nun«inen Kilometer seitwärts in die Wüste hinem, sprengten dann direkt nach Norden, gelangten drei Stunden Großer billiger Weibnachts Verkauf Moderne ösenschuhe in Lock und schwarz Velourleder in verschiedenen Modellen Kräftig. Herrenitiefel In ichworg Rlndbos Unser« Strumpfe und Socken sind begehrte Geschenk-Artikel Xrak 140 eigene Verkaufsstellen, davon 22 In Groß-Berlin und Potsdam Aufgeschobene Bankenverluste Ein Risikokartell, das die Zinsspanne groß hält Wir berichteten gestern kur.; von der bevor- stellenden Griindirng einer Deutschen Fwwnzie- rungsinstitut A.-G. und einer Tilgungskosse fiir gewerbliche Kredite durch die Bankein Wenn die Banken die in ihrem Besitz befindlichen Aktien zu den unter dem Gesichtspunkt der Bilanz- Wahrheit gebotenen Kursen und ihre sestge- srorenen Kredite unter Berücksichtigung der daraus m ö g l i ch e n B« r l u st e in ihren Jahresbilanzen bewerten würden, dann wären wohl bei samt- liehen privaten Kreditdanken trotz'der großen Sanierung vom Anfang dieses Jahres neue recht ungünstige Abschlüsse zu erwarten. Die Banken sind übereingekommen, und zwar im Einverständ- nis mit Reichs dank und Reichsregierung und in der Erwartung besserer Wirtschaitsverhältnisse, ihre Bilanzen so auszustellen, dag ein großer Teil dieser neuen Berluste nicht in Erscheinung zu treten braucht. Das ist der Sinn dieser beiden Gründungen. Der Staat wird weiterhin seine Hilfe dadurch leihen, daß er die einem solchen Vorgehen entgegenstehenden Bilanzvorschriiten ändert. Die Deutsche Finanzierungs-Institut AG. soll 30 Millionen Kapital haben, von denen rund 10 Millionen Borzugsaktien(ä Proz. Vorzugs- dividende) bei Einzahlung von Z.Z Proz. zu gleichen Teilen der Golddiskontbank, der Akzeptbank und der Bank für Indu- strieobligationen gehören sollen, rund 20 Millionen Stammaktien aber von den Privat- danken voll eingezahlt werden sollen. Jede der an den 20 Millionen Stammaktien beteiligten Banken ist dann berechtigt,, den zehnfachen Be t r a g des von ihr gezeichneten Kapitals(ins- gesamt 200 Millionen) in Aktien von bereits sanierten Unternehmungen bei dem Institut zu hinterlegen. Die Banken brauchen dann ihre Luchwerte für diese Aktien nicht abzu- schreiben, erhalten als Gegenwert von der Akzept- dank mit zu unterschreibende Wechsel des In- stituts, die ihrerseits bei der Reichsbank zu 75 Proz. des Wertes lombardiert werden können. Für das Institut entsteht damit ein Risiko in Höhe von 75 Pro.z. von 200 Millionen Mark oder 150 Millionen abzüglich der Kapitaleinlage der Banken von 20 Millionen Mark. Die R e i ch s b a n k wird im Höchstfälle mit 150 Millionen Lombardkrediten mehr in Anspruch genom- men. Die von den Banken eingebrachten Wert« werden bei der Akteptbank von einem Kreditaus- fchuß begutachtet und bewertet. In Personal- union mit diesem Institut steht die Tilgungskasse für gewerbliche Kredite. Sie enthält einen Garantiefonds in Höhe von 30 Millionen Mark für eintretende Verluste, und darauf wird ein Höchstrisiko von 150 Millionen Mark aufgebaut, womit wohl zu- nächst auch die Höchstgrenze der einzubringenden Forderungen bezeichnet ist. Später will man das Höchstrisiko auf 300 Millionen erhöhen. Die Banken bringen in diese Tilgungskasse eingefrorene Kredit« von zu sanieren- de» Industrieunternehmungen ein, die in der Regel mit denen identisch sein werden. von denen die Banken auch Aktien haben. Um ein Beispiel zu nennen, kann es sich um Aktien der bereits sanierten Hapag-Lloyd handeln, die in das Institut eingebracht werden, und um ein- gefrorene Forderungen der Banken etwa an den Karstadt-Konzern oder die Vereinigten Stahl- werke, die in die Tilgungskasse kommen. Die in die Tilgungskasse eingebrachten Forde- rungen sollen von den Banken spätestens i n 25 Iahren getilgt werden. Dazu wird ein Tilgungsfonds gebildet, in den in den ersten vier Iahren\e 1% Proz. der eingebrachten Forderungen eingezahlt werden: die Tilgung er- folgt aus dem Reingewinn der Banken, und zwar zunächst mit 1 Proz. des Reingewinnes: später erhöht sich das Verhältnis bis auf 6 Pro,). Was die Banken an solchen Forderungen einbringen dürfen, bemißt sich nach der Höhe des Eigen- kapitals und der Reserven der Banken. Da eine Tilgung vorgesehen ist, ist das klar zutage liegende Ziel bei dieser Transaktion, Abschreibungen in der Bilanzaufstellung zum 31. Dezember d. I. zu vermeiden. VoUlszvirtschatUiche Bedenken Das mindeste, was zu diesen schon so weit ge- diehenen Plänen zu sagen ist, ist die Betonung der kaufmännischen Außergewöhn- l i ch k e i t des Verfahrens. Der Grundsatz der Bilanzwahrheit verlangte bisher, daß kein Vermögen und keine Forderung in einer Bilanz zu einem anderen Werte stehen darf, als er tatsächlich am Bilanztermin gegeben ist. Jetzt belastet man zukünftige Industrieer. träge und zukünftige Bankgewinne mit der Tilgung von Buch- oder Betriebsver- lüften, die heute schon effektiv sind und eigentlich auch heute zu tragen bzw. abzuschreiben wären. Es wird sowohl für die privaten Aktienbesitzer von sanierungsbedürftigen Industrieunternehmun- gen als auch für das Effektenportefeuille der Banken die Chance geschaffen, sich auf Kosten der Zukunft in der Gegenwart reichzu- rechnen. Wenn im Wirtschaftsleben etwas auf Kosten der Zukunft geschieht, dann muß immer irgendwer die Lasten in der Zukunft tragen. Wenn die Banken das Hineinwachsen von Kurssubstanz jetzt schon vorwegnehmen, dann können bei ihnen die aus einer Wirtschaftsbesserung zu erwarten- den Kursgewinne nicht mehr als stille Re- s e r v e n zutage treten. Wenn die Banken ihre eingefrorenen Forderungen heute im Werte hoch- halten, statt in der gebotenen Weise abzuschreiben, dann müssen sie, da sie ja zur Tilgung verpflichtet sind, ihre Reingewinne möglich st hoch- zuhalten trachten. Beides führt aber Zwangs- läufig'da, zu, daß die Banken um eine möglichst große Zinsspanne zwischen dem Zinssctz, den sie gewähren, und dem Zinssatz, den sie oer- langen, bemüht sein müssen. Soweit die Dinge zu dem Ergebnis führen, daß die Aktienkurse künstlich h o ch g e- halten und die Sanierungen möglich K milde durchgeführt werden, ist bei den in der Hauptsache betroffenen kartellierten Monopolindu- strien die Gefahr gegebe», daß von diesen nicht nur auf Jahrzehnte hinaus die Kartell- und Monopolpreis« möglichst hochgehalten wer- den, sondern daß auch ein dauernder Lohn- druck von dieser Risikoverteilung ausstrahlt. Rein begrifflich hinkt wohl das Beispiel, wenn man von einem hier zu gründenden Risiko- kortell zur Hochhaltung der Zins- spanne spricht: in der Sache kommt es aber daraus hinaus. Wir sind der Ueberzeugung. daß der Volkswirtschaft mit diesen Gründungen und den bei ihnen oerfolgten Zielen ein zweifelhafter Dienst geleistet wird. Kartellsprengung? Der Konflikt in der Zementindustrie Die Spannung in der Zementindustrie hat sich in den letzten Tagen so verschärst, daß man mit einer Sprengung der drei monopolistischen Kartelle in Nord-, West- und Süddeutschland rechnen muß. Den Ausgangspunkt des 5konslikts bildete die ständig wachsende Konkurrenz der außerhalb des Kartells stehenden freien Werke in Westdeutsch- land. Hatte die verschärfte Konkurrenz der Außenseiter schon innerhalb der Mitglieder des westdeutschen Zementkartells große Unruhe her- Aus der endlosen Reihe der Kläger aus Anlaß des Verkehrs st reiks, die jetzt Tag für Tag vor dem Arbeitsgericht verhan- delt werden, verdient ein Fall hervorgehoben zu werden, Es handelt sich hier um Arbeiter der B e- triebswerkstatt in der Müller st raße. Sie hatten sich am 4. November, wo nach der Be- kanntmachung der BVG. die Arbeit bis 2 Uhr aufgenommen werden sollte, in ihrem Verkehrs- lokal versammelt, die Aufnahme der Arbeit be- schlössen, ihre Namen— 119 an der Zahl— in eine Liste eingetragen, und da es ihnen wegen des Terrors auf der Straße nicht möglich schien, die Betriebsstätte ohne Gefahr zu erreichen, ihren gewerkschaftlichen Vertrauensmann Kramer mit der Lifte zum Betriebsleiter, dem In- genieur Darmstädter, geschickt. Als Krämer vor dem Tor des Betriebs er- schien, wurde er aus der dort versammelten Menge heraus als Streikbrecher und Lump be- schimpft. Die Menge nahm eine drohende Haltung gegen Kramer an, ein Polizeibeamter ging gegen die Leute vor, die stoben auseinander und in diesem Augenblick gelang es Kramer, in den Betrieb und zum Ingenieur Darmstädter zu gelangen. Darmstädter nahm die Liste entgegen und be- deutete Kramer, sich am folgenden Tage Bescheid zu holen. Da die Werkstatt am folgenden Tage, einem Sonnabend, stets ge- schlössen ist, so glaubte Kramer, seine Kollegen würden am Montag wieder arbeiten können. Aber am Sonnabend bekam er den Bescheid, daß sie entlassen sind. So hat es Kramer, der einen durchaus glaub- würdigen Eindruck macht, als Zeuge bekundet und Ingenieur Darmstädter hat diese Darstellung in den wesentlichsten Punkten bestätigt. An der Ar- beitsbereitschast der 119 Unterzeichner der Liste kann hiernach gar nicht gezweifelt werden. Uebrigens soll auch nach der Aussage des Polizeihauptmanns v. Knobelsdorf keine Ge- fahr für die Arbeitswilligen bestanden haben, denn es habe„nur ein lebhafter Fuß- gängerverkeh r", verursacht durch Still- liegen der Straßenbahn, in der Müllerstroße statt- gefunden Doch, was der Polizechauptmann nur für einen lebhaften Fußgängerverkehr ansah, das ist nach der Angabe des Zeugen Kramer die terroristische Menge, die vor dem Bahnhof ständig hin- und herging. Das Gericht unter Vorsitz des Assessors Dr. E u e erkannt« aus Abweisung der klage(es handest sich um einen von den 119 Unterzeichnern der vorgerufen, so ist durch das Ucbergreifen der Außenseitertonkurrenz in das Revier des slld- deutschen Kartells der angehäufte Zündstoff zur Entladung gekommen. Das süddeutsche Syndikot, das selbstverständlich jetzt auch mehr denn je unter Absatzschwierigkeiten leidet, hat die preispolitischen Störungsmanöver der westdeutschen Außenseiter übel vermerkt. Es hat daher zum Jahresende den Kartelloertrag mit dem westdeutschen Syndikat gekündigt. um in seiner Preispolitik wieder EUbogenfreiheit zu gewinnen. Die Folgen dieser Kündigung sind vorläufig noch gar nicht abzusehen, sie können aber äußerstenfalls zu einer Sprengung der drei deutschen Zementkarlelle führen. Daten zur Konjunktur Die deutsche R o h st a h l e r z« u g u n g ist im November weiter gestiegen und hat die Höchst- Ziffer für 1932 erreicht. An 24 Arbeitstagen wurden 540 000 Tonnen Rohstahl erzeugt, fast genau soviel wie im November vorigen Jahres Die arbeitstägliche Erzeugung betrug 22 745 Tonnen gegen 20 096 Tonnen im Oktober. Die Roheisengewinnung ist ebenfalls erhöht. Sie betrug im November 370 500 Tonnen gegen 332 400 Tonnen im Oktober. Arbeitstäglich liegt eine Steigerung von 10 724 aus 12 351 Tonnen vor gegen 14 212 Tonnen im November vorigen Jahres. Bei der Roheisenerzeugung ist also der Stand des Vorjahres noch nicht erreicht. Die erhebliche Vermehrung der Eisen- erzeugung in den letzten Monate» hat besondere Gründe. Vor allem sind es die Reichsbahnaufträge, d>e jetzt sehr stark belebend wirken: dazu kam die Abarbeitung früherer Russenaufträg« und endlich die zu- nehmende Auffüllung der Läger im Eisenhandel. Nur das legte Moment kann man eigentlich als konjunkturelles Besierungsmoment bezeichnen. Der deutfcheEisenverbrauch selbst liegt gegen- wärtig noch außerordentlich tief. Nach den Fest- stellungen des Konjunkturinstituts liegt er immer noch um 8 0 Proz. tiefer als der des besten bisherigen Eisenjahres 1927. Der Zemenlabsah im November. Der Zement- absag ist im November aus 178 000 gegen 246 000 Tonnen im Oktober gesunken. Die Abnahme ent- spricht rund 28 gegen 32 Proz. in der gleichen Zeit des Vorjahres. Liste) mit der Begründung, die Liste sei als Ver- zeichnis der Arbeitsbereiten anzusehen. Aber der Kläger hätte sich persönlich zur Arbeit melden müssen, falls er nicht daran gehindert worden wäre. Dies sei aber nicht der Fall, denn der Kläger sei nicht persönlich bedroht worden, sondern er habe sich auf die allgemeine Lage berufen. Das genüge aber nicht, um eine persönliche Gefahr für ihn zu beweisen. * Dieses Urteil widerspricht dein einfachsten Rechtsempfinden. Wir erwarten seine Auf- Hebung durch die Berufungsinstanz. Zu der Aussag« des Polizechauptinanng von Knobels- darf fei darauf verwiesen, daß die Sondergerichte die harmlosen Fußgänger des Polizeihauptmanns mit Zuchthausstrafen belegt haben. Hier stimmt etwas nicht. Buchdrucker-Jubiläum Neuwahl des Gauvorstandes Die Generalversammlung der Berliner Buchdrucker am Donnerstag stand im Zeichen des 70jährigen Jubiläums des Vereins der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Der große Saal des Gewerkfchaftshauses war reich geschmückt. Genosse S ch l e f f l e r hielt die Festansprache. Er dankte den infolge Alters von ihren Posten scheidenden Gau- Vorsitzenden Braun und A l b r e ch t für ihre longjährige, unermüdliche Arbeit. Für die übrigen Gaue des Buchdruckerverbandes überbrachte der .Gauoorsitzende König- Halle Glückwünsche zum siebzigjährigen Jubiläum des Berliner Gaues. Der Festtell wurde durch Gesangsoorträge der „Typographia" umrahmt. Den Geschäftsbericht gab der Gauvor- sitzende Braun. Bei einem O r g a n i- sationsverhältnis von 9 2,3 Proz. freigewerkschaftlicher Buchdrucker ist es möglich gewesen, auch über die schwierigsten Situationen hinwegzukommen. Aus der G a u k a s s e sind im Laufe des Jahres für Unter st ützungen 647332 Mark ausgezahlt worden. Die Organi- sation zählte am Schluß des Ouartaks 1 5 0 8 7 Mitglieder und 1496 Lehrlinge. Ar- b« i t s l o s waren am 18. November 6032 Mit- glieder. Di« Zahl der Invaliden ist aus 1153 gestiegen. Ein erfreuliches Zeichen gewerkschaftlicher Solidarität ist das Ergebnis de? W e> h n a ch t s f a m m l u n g. Trotz verfchlech- terter Arbeits- und Lohnverhällnisse sind für diesen Zweck 3 5 0 0 0 M a r k cingekommen. Diese Summe wird durch Zuschüsse aus der Gaukasfc noch erhöht. Auf einstimmigen Beschluß der Ver- sammlung wird die Extraunlerstützung in Be- trägen von 3, 5 und 8 Mark ausgezahlt. S ch l e f f l e r berichtete über die Gauvor- st e h e r k o n f e r e n z. Die Lohnobbau- Notverordnung der Regierung Popen ist im ganzen Reich nur in 15 Betrieben durchgeführt worden. Aus finanziellen Gründen mußten Kürzungen in verschiedenen Unterstützungs- zweigen eintreten. Ebenfalls gekürzt wurden die Gehälter der Verbandsangestelllen. Endgültig soll die Unterstützungssragc vom nächsten Ver- b o n d s t a g geregelt werden, der Mitte Sep- tnnber nächsten Jahres in Berlin stattfindet. Zum ersten Gauvorsitzenden wurde sodann Ge- nosse P i e t s ch gegen etwa 12 Stimmen bei über 700 anwesenden Delegierten gewählt. Zum zweiten Vorsitzenden wurden V i e r a t h und Leder, als Sekretär Tilgner, Kruse m,d W e n d l a n d vorgeschlagen. Vom 19. bis 24. Dezember findet II r w a h l statt. Die einzcl- nen Kommissionen wurden wiedergewählt. Nicht bestätigt wurde der kommunistische Vertreter der Maschinensetzer für den Gauvorstand K r u s e m a r k. Dem Bildungsverband wurden 1500 Mark bewilligt. Erfolg im Gefamwerbanö Nazi-kommunistische Aufklärung Die im Oktober d. I. eingeleitete Werbe- oktion des Gesamtverbandes weist in allen Bezirken erhebliche Erfolge auf. Nach den Berichten aus etwa 450 Orlsverwaltungen von insgesamt 920 sind als Ergebnis der bisherigen Werbetätigkeit rund6000 Neuaufnahmen zu verzeichnen. Von wenigen Ausnahmen abge- sehen, ist die Versammlungstätigkeit eine überaus rege. Durch Hausogitation ist es gelungen, Tausende von Mitgliedern, die in ihrer Beitrags- leistung säumig geworden waren, zur Aufrecht- e r h a l t u n g ihrer Mitgliedschaft zu bewegen. Besonders erfreulich sind die Ergebnisse aus Berlin, wo trotz aller Aktionen und Versuche der RGO. und der Nazis, den Gesamtverband zu schädigen, die Werbetätigkeit aus besonders fruchtbaren Boden ge- fallen ist. In der Ortsverwaltung Berlin sind bis zum 1. Dezember 1932 rund 2000 Neuouf- nahmen zu verzeichnen, wobei besonders er- freulich ist, daß der Versammlungsbesuch in den Betriebsversammlungen der BVG.«in ausgezeichneter genannt werden kann und in diesem Betriebe die Neu- aufnahmen für die Organisation besonders zahlreich sind. Mit dieser Feststellung ist das Geschrei erledigt, die ablehnende Haltung des Gesamtverbandes gegenüber der nazikommunistischen Wahlaktion in der BVG., habe irgendwie die Anziehungskraft des Verbandes geschwächt. Die schwere Nieder- läge, die die politischen Drahtzieher den gut- gläubigen Nachläufern bereiteten, hat auf- klärend gewirkt. Einzelhanbeistaiis LJrlauh der Handelsarbeiter gesichert Beim letzten Neuabschluß des ManteUarifs für die Handelsarbeiter im Berliner Einzelhandel war vereinbart worden, daß der Vertrag unverändert ein Jahr weiter läuft, wenn er nicht zum 31. De- zember d. I. gekündigt wird. Der Arbeitgeber- verband im Berliner Einzelhandel hatte den Ver- trag zwar nicht gekündigt, aber seine Kündigung in Aussicht gestellt, falls sich der Gesamtverband nicht mit einer Verkürzung der Laufzest des Ver- träges bis Ende März einverstanden erklären würde. Da aber das Dritte Reich, in dem der Wunsch der Unternehmer einem Befehl an die Gewerkschaften gleichkäme, in sehr weiter Ferne liegt, mußten sich die Berliner Einzelhändler wohl oder übel zu Verhandlungen mit dem Gesamt- oerband bequemen, bei denen es schließlich gelang, die Vertragsdauer bis zum 28. April zu befristen. Mit dieser Aenderung des Ablaufstermins ist erreicht worden, daß allen Handelsarbeitern des Einzelhandels der Urlaub für das Jahr 1933 ge- sichert ist, da der Urlaubsanfpruch laut Tarif- vertrag am 1. April beginnt. Um die Bergarbelterlohne Eigener Bericht des„Vorwärts" London. 16. Dezember. Zwischen den Gewerkschaften der Bergarbeiter und den Zechenbesitzern fand eine ernst« Be- sprechung über die Neuregelung der Löhne statt. Die eigentlichen Verhandlungen beginnen End« Januar. Die Unternehmer zeigen sich widerspenstig. Dazu bemerkt der„Daily Herald" heute, daß die Hallung der Unternehmer keinen glücklichen Ansang für die Lösung eines so brennenden Problems bedeute. Das Blatt weist darauf hin, daß die Eisendahnen mit den Gewerkschaften seit Wochen vor dem staot- lichen Schlichtungsausschuß über das Lohnproblem verhandeln, und fragt, warum nun ausgerechnet die Grubenunternehmer dies nicht tun wollen. BVG.-Aktion vorm Arbeitsgericht Bin unhaltbares Urteil— Unstimmigkeiten