Morgen- Ausgabe Nr. 595 A292 49. Jahrg. Rebaktton unb Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 5«nipred>CT.<3� Amt DSnhoss 292 bl« 297 Ttligrammabressei Ooaiatbemottat Berlin BERLINER VOLKS BLATT SONNTAG 18. Dezember 1932 In Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts....... 20 Pf. VezugSbebwgungen unb Anzeigenpreise siehe am Schluß des rebattioncllen Teil« Jentvawvgan der Sozialdemoevatifchen Oavtei Deutschtauds Kabinett Vau! Boncour Keine BeteiliZunx 6er französischen Sozialisten, sher sympathische Lnterstütziunx Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 17. Dez.(Eigen bericht). Die sozialistische Sammersraktion lehnte am Sonnabend das Angebot Paul Loncours, in eine von ihm zu bildende Re- gierung einzutreten, ab. Am vormittag sehte Paul Soncour vor dem vorstaud der sozialistischen Sammer- s r a k l i o n sein Programm auseinander. Er er- klärte sich im Grunde mit dem von dem sozio- tistischen parteikongreh Ansang Juli ausgestellten Programm, das herriot abgelehnt halte, einverstanden, machte aber in verschiedenen Punkten erhebliche Einschränkungen. So lehnte er z. B. die sofortige„massive kzerobsehung- der Rüstungen ab, bevor nicht eine organische Reform des französischen Heeres durchgesührt und eine i n t e r n o t i o- nale Verständigung über die Abrüstung erzielt sei. Auch das verbot des VZassenhandels und die Einsührung der 40-Stunden-Woche mache er von einer internationalen Rege- l u n g abhängig. Die Verstaatlichung der versicherungsgesell- schaften und der französischen Eisenbohnen er- klärte er für den Augenblick als un- durchführbar, da sie zu große Geldmittel erfordern würden. Rur die Kontrolle der Banken und den Verzicht aus die in dem Budgetentwurs der Regierung herriot vorgesehene herabsehung der Beamlengehälter wollte er sofort zugestehen. Die sozialistische Kammersraktion hielt das pro- gramm für ungenügend und beschloh nach lebhafter Debatte eine Delegation zu Bon- cour zu entsenden, die ihn ersuchen sollte, sein Programm in verschiedenen Punkten zu präzi- sieren. Paul Loncour erklärte der Abordnung, die aus Leon Blum, Renaudel, Vincent A u r i o l und L e b a s bestand, er sei nicht in der Loge, nähere Erkläcuugen abzugeben, da er seine volle Handlungsfreiheit behalten wolle. Angesichts dieser ablehnenden hallung kam die sozialistische Kammersraktion zu dem Beschluß, ihren Eintritt in ein Kabinett Paul Boncour ab- zulehnen. Sie fügt diesem Beschluh jedoch hinzu, doh sie der Bildung eines bürgerlichen Linkskabinetts unter der Führung Paul Boncours fym- p a t h i s ch gegenüberstehe. Da zu gleicher Zeit die radikale Fraktion und die Fraktion der Radikalen Linken zusammen- getreten waren und Entschließungen gesaßt hatten, die Paul Boncour aufforderten, auch ohne die Beteiligung der«ozialisten ein Linkskabinelt zu bilden, beschloß der Kriegsminister, seine Be- mühungen fortzusetzen. Er begab sich zum Präsidenten der Republik und teilte ihm mit, dah er die ihm übertragene Mission endgültig annehme. Paul Boncour wird nun versuchen, eine Regie- rung zustande zu bringen, die der gestürzten ahn- l i ch ist, aber in ihrer Finanz Politik den Thesen der Sozialisten entgegenkommt, um sich deren Unterstützung zu sichern. Eine Beteiligung her- r i o t s an dieser Regierung kommt wegen seiner Haltung in der Schuldenfrage nicht in Betracht. Paul Boncour wird in bezug aus die T ch u l d e n- frage der Entschließung der Kammer beitreten, was ihm um fo leichter fällt, als er in den Kabi- nettssitzungen der Regierung herriot zusammen mit Daladier und De Monzie den Standpunkt herriots nicht vollkommen gebilligt hatte. Da Paul Boncour am Sonnabendabend nur die traditionellen Besuche bei Senats- und Kammerpräsidenten sowie dem früheren Kammer- Präsidenten machen will und dann nur noch einige private Besprechungen haben wird, dürfte die Bildung des Kabinetts erst im Laufe des Sonntags erfolgen, Neue Bahnkatastrophe in der Schweiz Drei Tote, �wanax Verletzte— Eilzug auf Lokomotive aufgefahren Zürich, lt. Dezember. Unmittelbar nach dem Luzerner vifen- bahnunglück hat sich am Sonnabendabend schon wieder ein schwerer Unglüctssall auf den schweizerischen Bundesbahnen ereignet. tturz vor 18 Uhr fuhr dicht beim Bahuhos cerlikon. etwa fünf Kilo- meter von Zürich entfernt, ein Eilzug auf eine Lokomotive in voller Fahrt auf, die anscheinend auf dem GleiS ver- g e f s e n worden war. Bei dem Zusammenstoß löste sich die elektrische Zuglokomotive von dem hinter- her fahrenden Packwagen los, verkeilte sich in die Dampflokomotive und sauste mit ihr zum Bahnhof Qerlikon hinein. Der Packwagen des Zuges und der nachfolgende 1 1 1.- K l a s s e- P e r s o n e n- wagen wurden dann ineinander ver- schachtelt. Der Personenwagen hob den Packwagen in die Höhe, so daß dieser teilweise auf den Personenwagen fiel. Durch den Stoß und die schwere Zer- trümmcrung des Wagens wurden einige Fahrgäste getötet, eine Anzahl weiterer— man spricht von t oder 8— schwer verlebt. Ein weiterer Fahrgast kam dadurch ums Leben, daß etwa 10 Minuten später ein Nangierzug auf einem Neben- gleis dem guer über dem Gleis stehenden Personenwagen zu nahe kam. Der Heizer der Nangierlokomotive wurde durch glühende Kohlen, die aus der Feuerung auf ihn fielen, so schwer ver- brannt. daß er später starb. Das Eisenbahnunglück von Oerlikon wird auf den dichte» Nebel zurückgeführt, der am Sonnabendabend bis auf 2 Meter jede Sicht un- möglich machte. Hierdurch kam es auch, daß der Zokalzug von Zürich die auf dem Gleis stehende Rangierlokomotive nicht bemerkte. Warum diese allerdings auf dem Gleis zurückgelassen worden war, ist all- gemein ein Rätsel. Das Stationsamt Oerlikon kann hierüber keine klare Auskunft geben. Durch den Anprall riß sich einmal die elektrische Maschine des Lokalzuges los und sauste mit der Rangierlokomotive davon, zum anderen wurden außer dem nachfolgenden Packwagen auch noch zwei Personenwagen ganz inein- andergerammt, so daß sie weit über die Schienen hinausragten. Beide wiesen zahlreiche Fahrgäste aus, welche von den Geschäften und von Weihnachtseinkäusen in der Stadt auf das Land zurückfuhren. Nach Mitteilung der Bundesbahnen wurden drei Personen getötet und zwar ein Mann vom Zugpersonal(der Heizer der Rangier- lokomotive) und zwei Privatpersonen aus Zürich. Verletzt wurden etwa 13 bis 20 Per- s o n e n, davon etwa die Hälfte schwer. Sie stammen alle aus der Umgebung von Zürich. Ausländer befinden sich nicht dabei. Sämtliche Verletzten wurden nach dem Spital in Zürich übergeführt. Prügelei in Hitler-Versammlung Hitler erklärt, er habe Gregor Straßer bestraft Eigener Bericht des„Vorwärts" Halle, 17. Dezember, Hitler weilte am Sonnabend in Halle, um den Oppositionsbrand zu löschen und neue Treuschwüre einzusammeln. Alle„Amtswalter", die sonst Funktionäre genannt werden, des Gaues waren verfammell. Gregor Straßer galt bisher als„beurlaubt". In Halle sagte der Oberosaf, Gregor Straßer sei bestraft worden. Im ersten Konflikt mit den Brüdern Srraßer habe er große Milde walten lassen, obwohl durch das Berbalten Otto Straßers die Parteiorganisation großen Schaden erlitten hätte. Um so härter müsse jetzt g e st r a f t werden. Nur sein Wille gelte in der Partei! Als sich Hitler dann von jedem Amtswalter ewigen Gehorsam in die Hand schwören ließ. prügelten sich oppositionelle SA.- und SS.- Leute mit Hitler-T reuen. Die Opposition hatte sich gewaltsam Eintritt in den Saal verschafft. Das ist neu, daß sich in einer Versammlung mit Hitler die nationalsozialistischen Funktionäre unter- einander prügeln! Es läßt erkennen, wie tief- gehend die Gegensätze in der NSDAP, sind. Noch interessanter ist, dah Hitler jetzt die Version verbreitet, daß er Gregor Straßer„bestrast" habe. Gregor Straßer hat ihm seine Parteiämter vor die Füße geworfen und hat ihm bittere Wahr- heiten gesagt. Hitler hat sich bemüht, ihn zu halten: denn er hatte Furcht vor ihm! Dah er jetzt in offenkundiger Verdrehung der Tatsachen von einer„Bestrafung" Straßers redet, fügt seinem Charakterbild einen neuen Strich bei. Der Mann, der von sich sagt,„die Partei bin ich". kann es nicht vertragen, daß«in anderer ihm seinen Willen entgegengesetzt und ihn verlassen hat, Verletzte Eitelkeit hat eine Geschichtslüge geboren. Hitler redet jetzt von den Brüdern Straß er. Das zeigt, wie schwer ihn die Ver- öfsentlichungen Otto Strahers über das Mame- luckentum in der NSDAP, getroffen haben! Paul Boncour haufbahn eines Wandiungsreichen Als etwa vor Jahresfrist der Trennungs- strich zwischen Paul Soncour und der französischen Sozialistischen Partei offiziell gezogen wurde, ging ein Aufatmen durch die Reihen der gesamten sozialistischen Jnter nationale. Denn seine formelle Zugehörig- keit zur Partei und damit zur Internationale war mit der Zeit für die Sozialdemokralen aller Länder eine gar zu peinliche Ve- lastung geworden. Seine eigenartige Stellungnahme zu den militärpolitischen Problemen, seine gar nicht internationa- listische Betrachtungsweise der großen außenpolitischen Fragen hatten schließlich auch diejenigen französischen Genossen, die ihn lange wegen seines unzweifelhaften Talentes gern in ihren Reihen behalten hätten, davon überzeugt, daß eine reinliche Scheidung doch im allgemeinen Interesse liege. Er hatte durch seine wiederholten politischen Seiten- spränge den Gegnern der Züricher Inter- nationale immer wieder Angriffsflächen gc- boten, die besonders in Deutschland die Rationalisten und Kommunisten demagogisch ausnutzten, um den deutschen wie den franzö- fischen Sozialismus zu diskreditieren. Und doch mußten gerade diejenigen, die ihn näher kannten, bei aller Genugtung über die voll- zogene Trennung leise hinzufügen: Schade um ihn! Wicht nur wegen der unleugbaren Dienste, die er als Parlamentarier wie als Rechtsanwalt der französischen Arbeiterbewegung auf vielen Gebieten geleistet hatte, sondern auch wegen seiner Ueberzeugungs- treue. Es ist nämlich im allgemeinen nicht be- kannt, daß Paul Boncour bereits eine Poli- tiker von Ansehen und Einfluß war, lange b e v o r er zur Sozialistischen Partei gekom- men war. Als linksbürgerlicher Abgeord- neter war er mehrere Jahre vor dem Krieg bereits A r b e i t s m i n i st e r gewesen. Er kam zur Partei erst während des Krieges, unter dem Eindruck des Entsetzens, das ihn als Offizier während der Massenschlächterei vor Berdun gepackt hatte. Damals, im Jahre 1917, stieß er sogar gleich zum linken, pazi- sistischen und kriegsgegnerischen Flügel. Für seine weitere Laufbahn war der Beitritt zur Partei nur ein Hindernis und er war sich dessen bewußt, denn die Abneigung gegen die Beteiligung an Regierungen ist bei den meisten französischen Genossen eine alte Ueberlieferung� die zwar erschüttert, aber noch nicht überwunden ist. In den Iahren nach dem Kriege hat er nun mit dem rechten Flügel daran gear beilet, diese Auffassung zu bekämpfen! Seine und seiner Freunde Bemühun- gen blieben jedoch vergebens: die„Koali tionspolitiker" in der Partei machten zwar von Jahr zu Jahr erhebliche Fortschritte, sie erlangten sogar die Mehrheit in der Fraktion. aber nicht in der Partei. Sicher hat diese Enttäuschung dazu bei getragen, die Kluft zwischen ihm und der Partei zu erweitern. In den letzten Jahren seiner Zugehörigkeit schien er manchmal so- gar den Konflikt zu suchen, jedenfalls tat er nichts mehr, um die Gegensätze zu über- brücken. Seine engeren Freunde, wie Renan- del, Grumbach und andere, die gern, teils im Interesse ihrer Richtung, teils auch im Jnter- esse der Gesamtpartei diese einflußreiche und talentvolle Persönlichkeit behalten hätten, mußten schließlich ihre Bemühungen aus geben. Als alte, zuverlässige, eingefleischte Parteimitglieder fühlten sie selbst, daß ihm die Parteirradition fehle, die allein eine dauerhafte Sicherung vor Disziplinbrüchcn geboten hätte Dazu kam noch seine eigene Auffassung des d e u t s ch- f r a n z ö s i s ch e n Problems, die vor allem auf einer offen- kundigen Unkenntnis des deutschen Volkes sowie auf seiner vorwiegend militä- risch-strategischen Betrachtungsweise beruht. So nahm die Partei etwa vor Jahresfrist Kenntnis von dem Schritt, durch den er sich außerhalb chrer Reihen gestellt hatte, als er nämlich eine Senatskandidatur entgegen einem örtlichen Parteibeschluß angenommen hatte. Genosse Paul Faure, der General jekretär der Partei, teilt« ihm offiziell mit. daß er damit aufgehört habe, Mitglied der Partei zu sein Er unterließ es klugerweise, eine öffentliche Polemik über seinen Fall zu führen. Man schied voneinander unter sozusagen freundschaftlichen äußeren For- men. Damit war wohl beiden Teilen, der Partei und ihm, am besten gedient. Infolgedessen bestehen nach wie vor zwischen ihm und vielen führenden Genossen enge Beziehungen, und er wäre als Minister- Präsident wie kein anderer berufen, das zu vollbringen, was jahrelang das Ziel seiner Arbeit in der Partei gewesen ist, nämlich die Regierungskoalition mit den Sozialisten. Sein Versuch nach dieser Richtung hin ist allerdings zunächst gescheitert, vielleicht gerade deshalb gescheitert, weil eine Zusage der Sozialisten gewissermaßen als eine nach- trägliche persönliche Rechtfertigung Boncours gedeutet werden könnte. Paul Boncour ist aber, bis zum Beweis des Gegenteils, ein Mann der Linken, an dessen demokratisch-fortschrittlicher Grund- gefinnung nicht zu zweifeln ist. Ihn„R e n e- g a t e n" zu schelten, zumal in der Erinne- rung an Millerand und andere ehemalige Sozialisten, die später als Minister Karriere machten und ihre Vergangenheit verleug- neten, fehlt, besonders nach dem Vorher- gesagten, jeder Grund. Allerdings ist zu befürchten, daß er in der Behandlung des deutsch-französischen Problems auch die bescheidensten Erwartun- gen enttäuscht, die man an seine frühere Zu- geHörigkeit zur Partei knüpfen könnte. Denn die nationalistische Entwicklung in Deutsch- land während der letzten Jahre, deren tiefe Ursachen er nicht begreift, weil er das deutsche Volk nicht versteht und fast keinen Deutschen kennt, hat ihn in seiner Ueber- zeugung bestärkt, da ßnur dank starker mili- tärischer„Sicherheit" die Gefahr eines neuen Krieges abgewehrt werden könne. Er glaubt. mit dieser Auffassung dem Frieden' besser zu dienen als seine ehemaligen Partei- genossen, merkt aber selber nicht, daß seine Tätigkeit nur die Militaristen und Kriegs- treiber hüben und drüben ermuntert. Wenn er dennoch als e r st e r in Frank- reich den Gedanken oertreten und schließlich als Kriegsminister zum Teil durchgesetzt hat, daß Deutschland das Recht zur allgemeinen Wehrpflicht in der Form der Miliz ge- währt werden müsse, so liegt das einmal an seinem unleugbaren Gerechtigkeitsgefühl, ferner aber auch an seiner demokratischen Ueberzeugung, die ihn zu einem e r b i t t e r- ten Gegner aller Berufsheere gemacht hat. Er fühlt sich berufen, die Tradition von Jean JaurM, dem Ver- kündcr des„Volkes in Waffen", auf Militär- politischem Gebiete zu pflegen, obwohl die Kriegs- und Rachkriegserfahrungen gezeigt haben, daß diese Tradition mindestens remsionsbedürftig ist. Niemand wird es mehr begrüßen als sein« früheren sozialistischen Mitkämpfer hüben und drüben, wenn er als Ministerpräsident die Befürchtungen widerlegt, die man hin- sichtlich seiner Behandlung der deutsch-fran- zösischen Probleme in dieser Stunde offen aussprechen muß. Victor Scdlkk. Eine vorl&ufige Ministerliste In den Wandelgängen der Kammer war am Sonnabendabend bereit» eine vorläufige M i n i st e r l> st e im Umlauf, die allerdings wohl noch eine ganze Reihe von Abänderungen erfahren wird, hiernach sollen erhalten Minister- Präsidium und Auswärtige«! Paul Boncour, Innenministerium: Steeg(Radikalsozialtst), Justiz: Chaulemp, sRadikalsozialtst). Finanzministerium: Demonzte genossen" in führender Stellung angehört, lautete wegen versuchten Verrat« milttärtscher Geheimnisse auf 1 Jahr und 3 Monate Gefängnis. Der ZLsährigc Karl Thiee, der Mitglied der KPD. ist, wurde wegen versuchten Verrats militärischer Geheimnisse in Tateinheit mit Vorbereitung zum Hochverrat und Unterstützung einer staats- feindlichen Verbindung zu 2% Jahren Gefängnis bei sofortiger Inhaftnahme verurteilt. Der 24IShrige Techniker Heinz Klapproth, der der NSDAP, angehört, erhielt wegen Vergehens gegen das Gesetz über Schuhwafsen und Munition sowie gegen da« Kriegsgeräiegesetz S Monate Gefängnis. Allen drei An- geklagten wurden 3 Monate der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. Versetze nngsschrikten Der 4. Strafsenat des Reichsgerichts oerurteilt« am Sonnabend den Schmied Fritz Lauche aus Berlin wegen Vorbereitung zum Hochoerrat zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis. 7 Monat« gelten als durch die Untersuchung-Haft verbüßt. Dem Angeklagten wird die Üeber- zeugungetälerschast zugebilligt. Im Aprll diese» Jahre« ist Lauche von einer Polizeistreife bei der Wahlpropaganda betroffen worden. Er wurde festgenommen und man fand bei ihm acht Stücke der Zersetzungsschrift„Der Poltzeibeamte". Neues Studentenrecht Erneuerung 6er studentischen Selbstverwaltung Für ein neue» Studentenrecht hat der Deutsch« Studentenoerband, die größte über- parteiliche Spitzenorganisation nach dem Zerfall stattet. Der Weltkrieg ging zwar verloren. Aber jeder Truppenführer hat sich sein Ruhmeskrönchen gerettet und wacht eifer- süchtig darüber, daß niemand ihm einen Stein herausbricht.„Man sieht in mir Tannenberg", hat Ludendorff dekla- miert, und wehe dem, der etwa zu behaupten wagt, daß Hindenburg oder der ver- storbene General H o f f m a n n der„eigent- liche" Sieger von Tannenberg sei! General L i tz m a n n hat auch sein „Tannenberg", es hört auf den Namen des polnischen Dorfes B r z e z i n y.Da hat Anno 1914 ein abgeschnittenes preußisches Korps den Ring der Russen durchbrochen, und dieser Umstand ist im Gehirn des Generals Litz- mann der Nabel der Weltkriegsstrategie ge- worden. Er hat bei Brzeziny gesiegt, und dagegen ist es eigentlich nebensächlich, daß der Weltkrieg verloren ging. Leider hat die undankbare Mitwelt die Tat des Generals Litzmann nicht gebührend gewürdigt. Sie hat die Feldherrngloriole nicht Ligmann, sondern dem General Hinden- bürg zuerkannt, und das läßt Litzmann eben- sowenig schlafen wie Ludendorff. Er hat sich einer politischen Bewegung verschrieben, in der das gekränkte Minderwertigkeitsgefühl eine große Rolle spielt und deren Führer mehr oder weniger Produkte einer ver- letzten Eitelkeit und eines persön- lichen Geltungsbedürfnisses sind. Diese Be- wegung hat Litzmann auf einen Präsidenten- stuhl gehoben, von dem aus er zur Welt sprechen kann. Und siehe da. das erste, was der verkannte Weltkriegssieger vetkündet, ist: fünf Jahre vermindert: der Rest soll um die Hälft« herabgesetzt werden. In diesem Falle tritt an die Stelle von Zuchthaus Gefängnis von gleicher Dauer. Bei Straftaten, die infolg« wirt- schoftlicher Rot des Täters oder seiner Angehörigen begangen worden sipd, wird Strassreiheit gewährt, wenn der Täter bei Begehung der Tat nicht oder nur mit Freiheitsstrafen von nicht mehr als sechs Monaten innerhalb der letzten zehn Jahr« de- straft war. Der Landtag wird die Amnestievorlage am Dienstag verabschieden. der nationalistischen„Deutschen Studentenschaft", den Kultusministerien der deutschen Länder ein« Denkschrift mit einem Entwurf zugeleitet. In Zusammenhang mit den Bestrebungen der preußischen Rektorenkonfcrenz, die dieser Tage stattfand, wird die Erneuerung der studentischen Selbstverwaliung noch sachlich fochschaftlichem Aus- bo» durch studentische Fakultätsvertretungen in enger Zusammenarbeit mit den Rektoren und Dekanen gefordert. E« soll für die Zukunft der sochlich-politische Boden zur Klärung und Jngrifs- nähme notwendiger Maßnahmen der Hochschul- und Studienreform geschaffen werden. Das Ziel ist«ine eng« Arbeitsgemeinschaft zwischen Lehren- den und Lernenden. In eingehenden Berhand- lungen des Deutschen Studentenverbandes mit den politischen Instanzen, Staatsminister Grimm« und preußischen Staatesekretär Dr. L a m m« r e. sind die staatspolltischen Voraussetzungen der studentischen Selbstverwaliung geklärt worden. Staatssekretär Lammers hatte den Vorstand des Deutschen Studentenverbande« zu einer Be- sprechung geladen, in der er eine Lösung der Studentenrechtsfrage unter Ablehnung aller nationalsozialistischen tassepolitischen Studenten- rechtspläne in nächster Zeit, wahrscheinlich zum Sommersemester 1983, in Aussicht stellte. Neue polltische Veroronung Milderung der bisherigen politischen Notverordnungen Das Reichskablnett Hat gestern Über die Aus- Hebung der politischen Verordnungen beraten. Die Verordnung, die die bisherigen politischen Verordnungen mildert, wird voraussichtlich am Dienstag veröffenkllch»' werden. Li« in der kabinellssitzung beschlossenen Abänderungsvorschläge werden dem Reichspräsidenten vorgelegt. Die Verordnung wird gletchzeitig den Rest der Bestimmungen des Republikschuh- gesehes enthalten. Es handelt sich hierbei im wesentlichen um«Ine Verschärfung der Be- stimmungen gegenüber Vergehen gegen die Person de» Reichspräsidenten sowie um Maßnahmen zum Schuhe der Reichsfarben und der Wehrmacht. Gonlarv Nagt Oer fo>on2euge wieder vor Gericht Wi« wir erfahren, hat der au» dem Bullerfahn- Prozeß bekannte Rüstungsindustrielle, General- direktor Paul von Gontard, Prioatklog« gegen den Geschäftsführer der Deutschen Liga für Menschenrechte erhoben, weil dieser in einer Mit- gltederoersammlung der Deutschen Liga für Men- schenrechte behauptet haben soll, Herr von Gontard habe in dem Bullerjahn-Prozeß gegen seine Eid«»Pflicht verstoßen. Di« Frist, die er Grohmann zur Zurücknahm« dieser Aeußerung gelassen hat, ist nicht ausgenutzt worden, so daß „In Wirklichkeit habe I ch Hindenburgs Feldmarschallstgb verdient.". Nach achtzehn Iahren! Es hat sich doch gelohnt, Alters- Präsident des Reichstags zu werden. Der Reichskanzler von Schleicher hat es sicher sehr gut gemeint, wenn er für Hinden- bürg und gegen Litzmann den Geist der Kameradschaft zitierte. Diese Frische ist ein Zeichen dafür, wie Herr van Schleicher, un- beschwert durch Vergangenes, stets dem Ge- bot der Stunde folgt. Wir sind sicher, daß Herrn von Schleicher bei seinem Appell an alte Kameradschaft auch nicht einen Augen» blick die Gestalt irgendeines seiner Amtsvor- gänger, sei es im Reichswehrministerium, sei es in der Reichskanzlei, vor Augen getreten ist. Die gesamte Kette der Schleicherschen Amtsvorgänger ist ja ein Beweis dafür, daß die kameradschaftliche Treue ihres Unter- gebenen Schleicher sie bis zur letzten Sekunde ihrer Amtstätigkeit sorgend und überwachend begleitet hat. Herr Schleicher ist vielleicht erstaunt dar- über, daß seine Abkehr vom Papen-Kurs, daß die Aufhebung der verhaßtesten Rotver- Ordnungen seines Amtsvorgängers ihm in der Arbeiterschaft, in der Sozialdemo- kratie nicht mehr Zuneigung und Vertrauen einbringt. Ja, Herr von Schleicher, wenn da nicht der Geist der alten Kameraden ständel Wenn da nicht die Erinnerung stände, daß Sie als Minister des Kabinett» Papen den Papen-Kurs nicht nur mitgemacht, sondern mitdirigiert habenl Diese Kameraden werden Sie nicht lo»! man den Prozeß Gontard gegen Großiumm br- stimmt erwarten kann In diesem Prozeß wird e» sich darum handeln, die Klärung Uder die Roll« d«» Herrn von Gontard im Fall Bullerjahn her- beizuführen. Außerdem Hai auch Herr von Gontard gegen Rechtsanwalt Dr. Rojenietd Klage angedroht. Mussolini schenkt Wie Salvemini quittiert Prof. Gaetano Saiocmini, der augenblicklich an der Dale-Univerjität in USA. liest, ist durch einen„Gnsdenakt" Mussolini» dt« italienische Staatsbürgerschaft zurückgegeben worden, die ihm derselbe Müssolini auf Grund eines Ausnahme- geseges 192S abgesprochen hatte. Der bekannte Aniisaschist darf also die italienische Grenze über- schreiten, wo ihn die faschistischen Gefängnisse brüderlich aufzunehmen bereit sind Da ihn ameri- kanijche Blätter als einstigen Intimus von Musso- iini bezeichnet haben, stellt Salvemini diesen Anwurf im»New Häven Journal" mit folgenden Worten richtig: Ich bin nie ein Intimus von Mussolini ge- roejen und habe den Faschismus voN selbem Entstehen an bekämpft. Als ich 1920 Abgeord- neter war, habe ich gegen Mussolini die Be- schuldigung erhoben,'eine halbe Million Lire g e st o h l e n zu haben Er jorberte mich darauf zum Duell. Ich nahm die»orderung an unter der Bedingung, dost er vorher den Beweis erbrächte, daß er das Geld nicht unterschlagen halt« und«In ehrlicher Mensch war. Ratür- licherweise hat das Duell nie statigesundeir. Das war die einzige„Intimität", Sie ich je mit Mussolini gehabt Hove. Räch der Berdssentlichung dieses Briefes raten wir dem Prösessdr Salvemini nicht, von seiner wiedergeschenkten Ttaaisbürgerschast allzu aus- giebigen Gebrauch zu machen. Durch sin Gitter- fenster betrachiek, ist auch die schönste Heimat nicht mehr schön. Moderner Gklavenmarkt Wo l?.edahteure erkauft werden Dieser Tage gab der„Vorwärts" eine Anzeige wieder, in der eine große„Tageszeitung von Weltruf" mit lebendem und totem Inventar an große Konzerne oder internatldnale Finanz- gruppen zum Kauf ousgeboten wurde. Wie wir jetzt aus zuverlässiger Quelle erfahren. ist das Zeitüngsubternehmen, das so öffentlich auf den Markt geworfen wird, da»„R e u e W t e n« r Journal", das sich bis setzt im Besitz der Familien Lickfowitz und Löwen st«in befindet. Man darf einigermaßen neugierig sein, welche „international« Finanzgruppe" den Weltruf diese» „Journals" ihren und ähnlichen Interessen nutz» bar zu machen suchen wird. Wir stellen vor: Den Mann, der noch immer darauf Den Attentäter, der sich neuerdings Einen Nazi-Unterhäuptling, der sich Die Schublade, in der der Chef der wartet, daß Adolf Hitler endlich die in schnöder Weise an der Person von dem Verdacht reinigt, mit Gregor Reichsregicrung seine Weihnachts- Macht ergreift. Wilhelms II. verging. Straßer zu sympathisieren. Überraschungen aufhebt. Gegen die Kulturreaktion Eine Tagung des Sozialistischen Kulturbundes Der Sozialistische Kulturbund, in dem die Lpitzenorganisotionen der Arbeiterbewegung ver- einigt sind, hat zum Kampf gegen die Kultur» reaktion ausgerufen, die auf allen Gebieten des geistigen und kulturellen Lebens an der Arbeit ist, die freiheitliche Entwicklung der letzten Jahre rilck» gängig zu machen. Dieser Kulturreaktion, die alle freiheitlichen Bestrebungen und Einrichtungen bedroht, soll eine Abwehr- und Kampfesfront auf breitester Grundlage unter Einbeziehung aller Arbeiterorganisationen entgegengesetzt werden! Der Sozialistisch« Kulturbund hatte zu gestern nachmittag eine Kulturtonserenz aller sozialistischen Organisationen nach dem GeWerk- schaftshau« einberufen. Die Konferenz war außer» ordentlich stark besucht und tagte unter dem Aor- sitz des neugewählten Vorsitzenden des Sozia- listischen Kulturbunde», de» preußischen Minister» für Wissenfchast, Kunst und Volksbildung Grimm«. Grimme führte einleitend au«!„Wir tagen hier um dir Sache willen, denn e» geschieht auf kulturellem Gebiet sehr viel, was eine Gegen- aftlo« zum Gebot der Stund« macht. Gewiß war auch schon vor der Umwandlung der politischen Verhältnisse von einer Kulturreaktion zu sprechen. Das war die zwangsläufige Folg« der Koalition mit dem Zentrum. wir müssen un» aber heute darüber klar sein. daß die kulturell« Reaktion noch länger dauern wird al» die politische und wirlschaslliche Reaktion. Deshalb sind wir ocrpslichtet, der unkulturellen Aktion eine kulturelle Aktion entgegenzustellen. wir müssen eine Abwehrsront mobilisieren, wobei wir auch berücksichtigen müssen, daß in unseren eigenen Reihen Rlüdig- keil und Kkepsi» erwacht sind. Wir müssen uns deshalb aus die Grundlagen und Ziele unsere« Bewegung besinnen. „Die Gesamtlage der sozialistischen Bewegung folgert sich das wirtschaftliche und politische. Der umgekehrte Weg wäre falsch. Kulturpolitik be» deutet die Schaffung einer bestimmten, mensch» lichen, geistigen und seelischen Haltung des einzelnen. Hierdurch schafft die Kulturpolitik die Voraussetzungen wahrer Realpolttik. Sozialismus ist mehr als»ine bloße Magensrage. Sie ist die Frag» der Schaffung wahrer Menschenwürde und wahren Menschentums! Vor der Radikalität des Handelns steht die Radikalität de« Denken«. Wenn wir nach lSttz Kulturpolitik mehr als wir es taten, in den Vordergrund gestellt hätten, wäre vielleicht manches anders gekommen.(Ledhafte ZUftim» mung.) Wir haben etwas geleistet. Wer sich im Privatleben mit seinen Leistungen brüstet, gilt als Prahler. Im politischen Leben muß man seine Letstungen heraus» st e l l« n.(Neue ledhaste Zustimmung.) Die Oppo- sitionsstellung. in der wir uns jetzt befinden, muß für uns zu einer schöpferischen Paus» werden zur Sinnklärung dessen, was Sozialismus überhaupt heißt." Genosse Dr. Kurt Löwenstein stellte in seinem Vortrag„Der Kampf gegen die drohend« Kulturreaktion" folgende Grundlinien auf: oerlangt eine demonstrative Herausstellung ihre» Inhalt» und eine groß angelegte wer- bung. Gegenüber der politisch, wirtschaftlich und kulturell eingetretenen reaktionären Sammlung genügt nicht der Protest gegen Einzelheiten. Der gcsamt-reaktionären Position ist eine sozialistische Position entgegenzusehen. Diese Position muh grundsätzlich in ihrer Sicht sein, aber ihre Ansahpunkte in der Gegenwart haben. Di« grundsätzliche Gegenüberstellung bewegt sich nach drei Richtungen. Der autoritären Einstellung, die bis tn unsere Kreise hinein Eingang gesunden hat. ist die gesellschaftlich notwendige sozial« Demokratie gegenüberzustellen. Gegenüber der nationalistisch-militärischen' Haltung sind die erweiterten Grundlbgen einer internationalen Wirklichkeit und die gesellschastliche Bedeutung salidartscher Verbundenheit und freier Verantwor- tung aufzuzeigen. Gegen die gerade in unseren Tagen der Krise hervortretende metaphysische Ver» schleierung ist die gefühlsbetonte, lebendige Wirk- lichkett in den Vordergrund zu stellen. Der prak- tische Kampf wendet sich gegen die Reak- tion auf dem Gebiete des ösfent- lichen Unterrichtswesens und will eine planvolle, einheitliche Organisation unter Zu- grundelegung der Bildungswerte, die in Werk- und Gesellschastsarbeit liegen. Herauszuheben ist die gewaltige Bildungsarbeit von Partst und Gr- werkschaften. Auf dem Gebiete de« Zensur» wesens in Presse, Jugendschutz, Funk, Licht- spiel Und Theater ist zu zeigen, wie ein« sozio» listtsche Politik positiv durch planvolle Arbeit Schäden entgegenwirkt. Gegenüber Militärmärschen, nationalistischem Kitsch und dem Mißbrauch bestimmter kirchlich- religiöser Darbietungen ist dte Bedeutung einer aktiven und produktiven sozialistischen Kultur auf- zuzrigen. Opposition ist für un» Entgcgenflcllung unsere» sozialistischen Willens gegen den willen der anderen."(Sehr lebhafter, anhaltender Beifall.) Ueber die„Lage im Rundfunk" reserirrte Genosse Albert Falkenberg:„Papen, Scholz und Schleicher haben dem Deutschen klar gemacht- daß der Rundfunk etwas Anderes ist als«ine Einrichtung zur Darbietung von Tanz» weisen. Von einer wahren Besserung ist auch nach dem Abgang von Scholz nichts zu merken. Vor der kurzen Aera Scholz herrschte eine g e» wisse Liberalität. Nach dem 4. Juni, dem Tage der Regierungeerklärung Papen», wurden mit der Phrase vom„fressenden Gift des Kultur» bolfchewismus" reaktionäre Vestrebun- gen verdeckt. Der Rundfunk ist ein« polltische Rkachlpositton. Papen hat achtzehn-, Gant achtmal im Rund- funk gesprochen.(Zurufe: Warum unsere Minister vorher nicht?) Der Kurs Scholz hat ein Fiasko erlitten, an da« wir immer wieder«rinnern müssen. Eine blöde Personalpolttik hat all« her» ausgepstffert, die was tonnten. Wenn man selbst nichts kann, macht man das so. Die neuen Richtlinien vom IS. November sind schwammig und kautschuckartig. Wir stehen zu ihnen in schroffster Opposition. In allen Versammlungen und Konferenzen ist immer wieder auf die Kultur- reaktion hinzuweisen und über die Loge im Rund- funk zu berichten. Unter Umständen sind besondere Vorträge über die Reaktion im Rundfunk vorzu- sehen. Alle gegen die Arbeiterschaft gerichteten Sendungen sind auf das entschiedenste zu be- kämpfen Vor einem Hörerstreik Ist zu warnen. Dauernde Beschwerden müssen Wandlung schaffen." (Lebhafter Beifall.) In der Diskussion behandelte Genossin Böhm» S ch u ch die furchtbare kulturelle Not der Mutter oder Frau des Arbeitslosen. Bruno S ch ö n l a» k sordkrte eine klare Zielsetzung, der olle Kräste dienstbar zu machen seien. Kürschner wies darauf hin, daß wahre Religion nur im Kampf des Proletariats zu finden sei. W e i m a n» ver- langte, daß auch örtlich ein Zusammenschluß der Bekämpfer kultureller Reaktion erfolge. Bau» m e t st e r wies auf die trefflichen Darbietungen auf Welle Hilversum hin. Linke verlangte stärkste Aktivität. Löwen st ein und Grimme faßten den Kampfwillen in ihrem Schlußwort noch einmal zusammen.„Aktion ist Angriff, der kulturellen Reaktion setzen wir die sozialistische kulturelle Aktion entgegen." * Als Auftakt des Kampfes des Sozialistischen Kulturbundes spricht am Montag, 9. Januar 1933, im ehemaligen Herrenhaus A u f h ä u s e r„Gegen die Diktatur im Rundfunk". Für eine Massenkund- gebung am 15. Januar NN Volksbühnentheater sind Thomas Mann, Lcipart, Löbe und L ö w e n st e i n als Redner bestimmt. Ein Kriegsverratöprozeß 10.Jahre Zuchthaus nach 17 Jahren tilpzig. 17. Dezember. ver 4. Strafsenat des Reichsgerichts verkündete am Sonnabend das Urteil in dem Prozeh gegen den 41IKhrigen Kraftfahrer August Jäger au» Erfurt. Dem Angeschuldigten war zur Last gelegt worden, in der Rächt zum 14. April 1915 bei Langem arck in der Absicht über- gelaufen zu sein, den in diesem Zrontabschnitt geplanten ersten deutschen Gasangriff zu verraten. Jäger wurde wegen Verbrechens gegen ß 54 Ziffer 4 de» Mililärslrafgesehbuchee (kriegsvcrrat) zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust unter Anrech- nung von 11>4 Monaten Untersuchungehaft ver- urteilt. Der Staatsanwalt hatte tl Zahre Zucht- Haus gegen den Angeklagten beantragt. Bei der Urteilsbegründung betonte der Bor- sitzende, der Artikel des französischen General» Ferry, der eine genau« wörtliche Wiedergabe der Bekundungen des deutschen Ueber« läusers August Jäger über den bevorstehenden Gasangriff im Abschnitt Längemarck enthielt, habe natürlich nicht al« prozessuale» Beweis- mittel im Sinn« einer Zeugenaussage ver- wendet werden können. Doch würden die darin «nchaltenen Angaben Im wesentlichen durch die Aussagen der im letzigen Hauptverfahren ver- nommenen Zeugen bestätigt. So habe der Kompagnieführer den Angeklagten als«lnen Men- fchen geschildert, der sich stets unliebsam bemerkbar gemacht und jedesmal, wenn e» in den Graben gehen sollte, irgendeine Krankheit vorgeschlltzt habe. Di» ehemaligen Kameraden de» Angeklagten feien durchweg der Meinung, er habe sich in der Nacht vom 13. zum 14. April nicht tn da» Hintergelände begeben, sondern sei zum Feind überge» lausen, was er übrigens selbst viele Jahre später einem alten Bekannten aus Jena gegenüber zugegeben habe. Nur wolle er keinen Verrat des ........— Gasangriffs begangen haben. Dach auch da« er- achtet der Senat für widerlegt. * Kriegsverratspro.zesie sind in Deutschland nach so langer Frist bisher unbekannt gewesen, zum Unterschied von Frankreich, wo noch Jahre nach dem End» des Krieges Todesurteile wegen Kriegs- verrats vollstreckt worden sind— auch gegen Frauen. Ueber die Verwerflichkeit des Verrat» an den Feind im Kriege besteht allgemein nur eine Meinung. Seit der Tat, die Jäger zur Last gelegt wird, sind 17 Jahre verflossen. Eine Verurteilung hätte demnach einen bis zum letzten über- zeugenden Beweis zur Voraussetzung ha.vn mllssen. Das Reichsgericht hat die Verhandlung wiederholt vertagt, um möglichst viele Beweis- mittel prüfen zu können und um der Verteidigung keinen Beweisantrag abzuschneiden. Dennoch ist nur ein Jndizienbewei« geführt worden, der trotz der Schwere der Indizien nicht bis zum letzten überzeugend wirkt. Nach so langer Zeit hätte der Grundsatz In rhiblo pro reo(im Zweifel zugunsten de» Angeklagten) angewandt werden müssen. 4000 im Sportpalast Massenveranstaltung der NSDAP. Die NSDAP, hatte durch riesige Plakaie zu einem Massenkonzert in, Sportpalast aufgerufen. Die Musiker traten in Masse an— die Besucher nicht. Im ganzen waren nach ganz einwandfreier Feststellung rund 4009 Personen anwesend. Man stelle sich den Sportpalast vor mit 4099 Besuchern! Der Katzenjammer über diesen Fehlschlag ist dem„Angriff" von gestern deutlich anzumerken. ENIC sCORONAS- SORTIMENT zu ABBILD. ■DMSPm9* feinaromotische Qualiföf l -» GESCHENK-KISTEN in denkbar größter Auswahl zu 700-50-25-10 Stück 10. IB. 15. 18. 20* KisrcN*.50 sr. EIN msMiOSER ERFOLG I HAUSMAmmiMEHTSKISTE von oblatn 5 Sorten zvs. 50 Sr. enthcltend I in allen Preislagen. iCU: BOENICkE-ZIOAPPEN in eleganten METALLKÄ5TBN 50 STlfcn zu PM. 10r u. y.so netto. »1 Ii« 'BEPUN W6'FBANäSSIXHtSm.2l u. ZwemtSCHAFTE ffiücher für die Jugend WeberficM/ Ton Krude 8. Schulst Jugendbücher sind in diesem Jahre billiger ge- worden: gute Bücher, sür die man sonst vier bis süns Mark anlegen muhte, erhält man jegt für zwei bis drei Mark Wie alle Dr. Dolitlle-Bücher H u g h Los» ti n g s ist auch das achte,„Dr. D o l i t t l e aus dem M o n d".. erfüllt von der Liebe zu aller Kreatur und von einer ansteckenden Kraft des Wunderns, des Bewunderns. Die Friedenswelt aus dem Monde, in die der gütige Tierdoktor Do- littlc entführt wird, ist geformt von der naiven Vernunft ihrer Bewohner. Unter einer spielerisch bunten Oberfläche führt das Buch in die Tiefen des Lebens. Man kann es Kindern jeden Allers schenken, und die Eltern werden es gerne mit- lesen.(200 Zeiten, in Leinen chäll M.! Verlag Williams u. Co.. Berlin-Grunewald.l Der gleiche Verlag bringt auch Bände zu 2,5» M. heraus. Der eine,„Der 3 5. M a i". hat Erich K ä st n e r zum Verfasser. Kästner weicht hier von dem bisher befchrittenen Pfade des realen Lebens ab, um eine heitere und nach- denkliche Fabelwelt auszubauen. Weisheit und Güte formten diesen Märchentraum eines Dich- ters. Erwachsenen, die erklären, sie rührten selbst- verständlich Kinderbücher nicht an, lese man ein wenig aus dem Kapitel vor, in dem in der„Burg zur grohen Vergangenheit" die Helden unserer vorgestrigen Lesebücher und unseres heutigen Rundfunks ihren ritterlichen Gewohnheiten ob- liegen. Wer nach dieser Kostprobe nicht das Buch zu Ende liest, dem darf man jeden Zinn für Witz und Ironie absprechen. Walter Triers Bilder sind Gestalt gewordenes Vergnügen am Text. Man kann das Buch bereits Zehnjährigen schenken.— Der zweite 2,5l>-M.-Band ist Lotte Hansens „Chauffeur Weber und fein Freun d". eine Geschichte für Kinder, die das unmittelbar Vernünftige dem Phantastischen vorziehen. Lotte Hansen schildert die Welt eines Berliner Jungen, der mit seiner Mutter und dem Freunde, dem Chauffeur Weber, Sorgen und Freuden teilt und dabei allerlei seltsame, aber durchaus nicht un- mögliche Dinge erlebt. Die gut erzählte, span- nende Geschichte wird von wirkungsvollen Illustrationen unterstützt. Mit seinem Vorbild „Emil und die Detektive" darf man es freilich nicht vergleichen! doch in seiner ehrlichen, lebendi» gen Sprache kann es als gutes Unterhaltungsbuch für Elf- bis Vierzehnjährige empfohlen werden. Abkömmlinge von Kästners„Emil" finden sich auch sonst unter den neuerschienenen Jugend- büchern Dazu gehört Gert Fauths„Wer hat die Zehntausend?", eine hübsche und ausregende für Zehn- bis Bierzehnjährige be- stimmte Geschichte, für die Paul Zimmel die Bilder zeichnete. lVerlag Lütten und Locning, Frankfurt a. M. Preis 3,5» M.) Für zwölf- bis vierzehnjährige Jungen bringt Thienemanns Verlag, Stuttgart, ein Z-M.-Buch„Jochen sucht den Sender ROK" von Fritz K r e d e l. Ebensalls auf den Spuren des„Emil" wandelt F Bauer mit seiner Delektivgeschichte „Aus dem Jannshos stimmt was nicht" dui»gs- bataillon vermißte 21 Jahre alle Ober- gefreite Karl Knerr am Freitag nach- mittag 4 Uhr in den Jsaranlagen ni>t einer schweren Schußwunde im Kopf aufgefunden. Seine Geliebte, ein« 22jährige Näherin aus Landshut. lag mit einer Schußwunde im Kopf tot daneben. Knerr hatte offenbar.Piekst von rückwärts das Mädchen erschossen und sich dann selbst einen schweren Schuß beigebracht. Er wurde in das Krankenhaus eingeliefert, wo er an den Folgen der Schußverletzung starb. * Ein riesiger Schwarzbrennereiskon- d a l wurde von der Zollsahndungsstelle Dort- mund aufgedeckt. Der Brennereibesitzer P. Schulz- Gahmen, ein früherer Zentrumsabgeordneter und zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der Korn- branntwein-Verwertungsgesellschaft, betrieb in dem Ort Gahmen eine Schwarzbrennerei, deren Einrichtung mit allem technischen Raffinement ausgestatlet war. Er wurde verhastet. ★ Im Zusammenhang mit der Autoschieberafsäre des Berliner Cafetiers E r b a n ist gegen den Referendar Werner N o a h vom Vernehniungs- richter des Polizeipräsidiums wegen gewerbs- mäßiger Hehlerei Haftbefehl erlassen worden. N. befindet sich bereits seit Tagen im Gewahrsam. ★ Vor einigen Wochen verschwand die Frau des Monteurs E., der bei Vahnbauien in Madras beschäftigt war. Es wurde ein Verbrechen ver- mutet. Die Vermißte ist jetzt aber in S t u t t- gart völlig mittellos aufgefunden worden. Frau E. war auf ein fingiertes Tele- gramm nach Hamburg gefahren, in der Annahme, dort ihren auf der Rückreise befindlichen Mann zu treffen. Die Depesche hatte aber ein Wiener Vertreter L. aufgegeben, um Frau E. an sich zu locken. L. überredete die Frau, mit ihm zu reisen, und nach einer Irrfahrt, die durch ganz Deutsch- land führte, ließ der Bursche sein Opfer in Stutt- gart sitzen. 1 ★ Der Kommissar zur Bekämpfung des Schmuggels in O st o b e r s ch l e s i e n ist einem Süßstoffschmuggel auf die Spur gekommen. Die Schmuggler, die den polnischen Staat um Mil- lionen geschädigt haben, sind festgenommen. Elektrisch nach Wannfee Hauptarbeiten im Frühjahr beendet «MS mwzinä H m j Oberbett- Inlett Kissenbezug.. Handtuch__„ x � SlO Betten ,cht(«der- mit«Icher Klöppel-Gar- 4)wqu>rd. K.lrliin.n. /yQ„ � �ta I I bettsteile|r■_ J_- » emseKlafig, graurot dicht und garantiert farb- nlerung, ca. 80x80...| cx. 4ÄX100.... W mit Zugfedermatratge. � � IVIllOer* Ä. Tow.1� 1 1 50 �- 130xjf•" f Bettlaken.. Schlafdecke �7« � �11" Holzbettstelle / peiireqern I I Lmon-Garmtur Dowi«, QumiTüt, d. J,, Couch. .?raü....... 46 W-(ute. h&Itb. Ober* ca. 1S0 X 220...... 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Und die Haus- und Grundbesitzer hatten nichts Eiligeres zu'tun, als unter den üblichen Angriffen auf den ihnen unangenehmen sozialdemokratischen Wohnungsdezernenten im Berliner Magistrat, Stadtrat C z e m> n s k>1, zu behaupten, daß der vorhandene Wohnraum in einem durchaus ange- messen«» Verhältnis zu der vorhandenen Be- völkerung stehe. Die Herren Hausbesitzer sind also der Ansicht, daß überhaupt nicht mehr gebaut zu werden braucht nach dem Grundsatz: je weniger Wohnungen, desto höher die Mieten! Nun ergibt eine genaue Nachprüfung der oben angegebenen Zahl jedoch, daß in Wirklich- keit höchstens fünftausend leerstehende Wohnungen bei einer Gesamtzahl von l 380 000 in der Reichshauptstadt als vermietbar gelten können. Bei der Feststellung des Statistischen Amts sind nämlich sämtliche Wohnlöcher in den abbaureife», bau- fälligen Häusern der Alt-Berliner Bezirke als „freier Wohnraum" mitgezählt worden. Hier handelt es sich aber um Unterkünfte, die über- Haupt nicht mehr als Wohnung bezeichnet werden können und die trotz des Elends keinen Mieter mehr finden. Die festgestellten Zahlen zeigen, wie ungeheuerlich das Wohnungselend in Berlin angewachsen ist. Die grauenhaften Schilderungen, die der„Vorwärts" mehrfach über Zustände in alten, verfallenen Mietkasernen, zuletzt über dos jzaus Neue Friedrichstraße 99, veröffentlichte, hoben diese Tatsache nur bestätigt. Die Leute sind vielfach aus ihre» Wohnhöhlen heraus in die Lauben geflüchtet. Man schätzt heute, daß allein 49 999 Berliner in Lauben wohnen. Hinzu kommen als Anwärter aus billige Kleinstwohnungen die Zehntausende von Jung- verheirateten, die heute noch gezwungen sind, bei den Eltern oder Schwiegereltern zu wohnen. Im Rahmen der geringen zur Verfügung stehen- den Mittel ist die Stadt Berlin dauernd bemüht gewesen, der immer noch starken Nachfrage nach Kleinstwohnungen Genüge zu tun. Es konnten noch 3999 Kleinstwohnungen aus Mitteln, die Preußen aus dem Ausgleichsfonds gegeben hat, gebaut werden. Es wird beabsichtigt, mit Bürg- schaften des Reichs und zum kleineren Teil mit Bürgschaften der Stadt weitere 3999 Kleinst- Mahnungen in Angriff zu nehmen, um den dringendsten Bedarf befriedigen und den Bau- arbeitern Arbeit verschaffen zu können. Der Mietpreis bei diesen Wohnungen wird zwischen 33 bis 46 M. schwanken. Es muß also zusammenfassend festgestellt werden: Berlin hat nach wie vor einen sehr starkenBedarfan billigen Kleinstwohnungen, und es ist dringend zu fordern, daß vom Reich höhere Mittel als bisher freigegeben werden, um dem ungeheuerlichenWohnungselend Einhalt gebieten zu können. Lritz:er IGnder helfen Kindern lieber die Sammelaktion der Kinder- freunde in Britz ist hier bereits berichtet worden. Nach wochenlangen Auswertungs- und Reparaturarbeiten im Haus der Solidarität wer- den die Spielsachen und Kleidungsstücke in einer Ausstellung gezeigt, die noch bis heute abend 18 iihr geöffnet ist. Der Helferkreis der Kinderfreunde hat in Gemeinschaft mit den Fal- ken aller Altersstufen und rnit Hilse von Haich- werkern aus der Elternschaft viele Dutzende von Fahrzeugen aller Art, Schlitten, Roller, Wagen, Eisenbahnen, sogar Dampfmaschinen wi« neu hergerichtet. Ein Berg von Kinderwäsche, Klei- dern, Mänteln, Mützen und dergleichen ist in Ordnung gebracht, gereinigt, geflickt und geplättet worden. An die hundert Puppen und Püppchcn sieht man auf den großen Ansstellungstischcn, die für die Fülle der Sachen viel zu klein sind. Nas Schulkind darbt Ein erschütternder Beweis unseres w i r t- schaftlichen Tiefstandes ist die körpcr- liche und seelische Verfassung der heranwachsenden Jugend. Ihre Eni- Wicklung wird gehemmt und nachteilig beeinflußt durch die verschiedenartigsten Schäden in der Er- nährungs- und Lebensweise. Zu diesem Thema sprach aus Einladung des Berliner Vereins für Schulgesundheitspflege Stodtarzt Dr. Otto Schneider aus Halle im großen Hörsaal des Hygienischen Instituts der Universität. Der Redner wies an Hand zahlreichen statisti- fchen Materials die deutliche Beziehung zwischen der Höhe der Arbeitslosenziffer und der Wohn- bzw. Schlafenge nach. E inj ach erschreckend berührt die Tatsache, daß sich die Zahl der Knabe», die kein eigenes Bett besitzen und zu zweit, auch zu dritt, gemeinsam mit Erwachsenen, oft auch Kranken, schlafe» müssen, von 24,4 Proz. auf 61,1 Proz., die der Mädchen, die das gleich« traurige Los teilen, von 24,8 Proz. auf 62,6 Proz. erhöhte. Wenn man bedenkt, welche ungeheure wichtige Aufgabe der Schlaf im Leben eines heranwachsenden Menschen zu erfüllen hat, so ergibt sich aus dieser traurigen Feststellung alles Weitere ganz von selbst. Die W o h n f r a g e überhaupt, das Enganeinandergsdrängte allzu- vieler Menschen in engen, licht- und luftlosen Räumen, die zum Ueberfluß auch noch luft- verschlechternde Stoffe(Wrasen, Rauch, Staub) in sich beherbergen, ist neben der niangelnden Ernährungsweise das Grundübel, das sich einer gestrichen Eirtwicklung der Kinder hemmend ent- gegenstellt. Dr. Schneider konnte nicht umhin. eine Perschlechterung in der äußeren Körpcr- Verfassung der Kinder festzustellen, erfreulicher- weise sei diese allerdings nicht in dem Maße vorhanden. wie sie bei der in erheblichem Umfang verschärften Wirtschastsnot hätte erwartet werben können. Für den Hygieniker bildet die Prüfung der allgemeinen Widerstandskraft des Schulkindes ein besonders wichtiges Kapitel: dazu konnte der Redner erfreulicherweise berichten, daß die Tuberkulös«, die im allgemeinen einen wichtigen Gradmesser der Wirtschaftskrise bildet, in den letzten Jahren nicht erheblich angestiegen ist. Dagegen macht sich«in auffallend starkes Steigen der Haut- und Schmutz- k r a n k h e i t e n bemerkbar. Mit allem Nochdruck betonte Dr. Schneider zum Schluß, daß alle sozialhygienischen Maß- nahmen im Hinblick auf ausreichende Ernährung und einwandfreie Wohnweise unserer Kinder un- bedingt uild ungeschmälert zur Durchführung ge- langen müssen. Nur auf diese Weise sei den großen Gefahren, die unabsehbare Folgen in sich bergen, zu begegnen. Der erste Versuch, diesen Gedanken in einer west- lichen Industriestadt Deutschlands zu verwirklichen, scheiterte jedoch an dem Einspruch der Polizei, die damals darin„eine Störung der bürgerlichen Ruhe" erblickte. Trog mannigfaltiger Abgreu- zungen gegen die organisierte Arbeiterschaft kämpfte Herkner mit aller sittlichen Leidenschast dagegen, daß im kapitalistischen Wirtschaftsprozeß der Mensch immer mehr zu einem Kostensoktor degradiert würde. In weiteren Worten des Ge- denkens würdigten Prof. Charlotte Leu- b u s ch e r und Prof. Werner S o m b a r t Herl- ners Lebenswerk Erinnerung an Herkner .Arheitslosen�ahlimg polizeiwidrig In der Berliner Universität fand zu Ehren des kürzlich verstorbenen Sozialwissen- schaftleres und langjährigen Vorsitzenden des Ver- eins für Sozialpolitik Prof. Heinrich Herkner eine Gedächtnisfeier statt. Die Gedächtnisrede hielt Staatssekretär a. D. Professor A u g u st Müller. Er wür- digte Herkner als großen Forscher upd Gelehrten, dessen starkes soziales Veranlwortungs- bewußtsein ihn trotz seiner bürgerlichen Ein- stellung zu einem Freund der Arbeiter- bewegung werden ließ und der einer der geistigen Schöpser der modernen Sozialpolitik wurde. Bezeichnend aus dein Lebensgang Hertners ist die Erinnerung an eine seiner ersten sozialpolitischen Schriften um die Jahrhundertwende, in der er eine staatliche Zählung der Arbeitslosen forderte. ober nicht von ihr lassen. Er sucht sie imme? wieder in ihrer Wohnung auf, wird stets von neuem abgewiesen. Es kommt wieder zu Tät- lichkeiten. Um ihn las zu werden, erbietet die L. sich acht Tage Bedenkzeit. Nach vergeblichen Be- mühungen, mit der L. zusammenzutreffen, kommt P. gegen abend des 13. September zur L.. bittet sie, mit ihm aus dem Zimmer zu gehen, damit er mit ihr unter vier Augen sprechen kann. Sie weigert sich, man beschimpft sich gegenseitig, die L. sagt: Du Strolch, Penner, Lump: geh' weg, du machst dich lächerlich: wenn ich dich nur sehe, wird mir schlecht. Jetzt schießt P. aus die Geliebte und verletzt sie leicht. Dann setzt er die Pistole an seine Schläfe, die Kugel bleibt im Lauf. Er läuft nach Hause, wirft sich aufs Bett und weint. Dem Arzt im Gefängnis sagte er: er würde die L. heute noch heiraten, wenn sie sich mit ihm ver- söhnen wollte. Vor dem Landgericht I, unter der Anklage des versuchten Totschlages, zeigte er sich wie auch im Leben als Schwächling: er weinte. Man sah es ihm an, er war der zielbewußteren und robusteren L. nicht gewachsen, hatte sich in diesem Mädchen, der Mutter seines Kindes, nicht mehr zurechtfinden können. Er erklärte, er habe eigentlich nur sich erschießen wollen, durch- L.s Beschimpfungen gereizt, habe er, ohne zu wissen wie, die Waffe zuerst gegen sie gerichtet. Das Gericht verurteilte ihn wegen versuchten Totschlags zu zwei Jahren Gefängnis. Ein Schwächling 2 Jahre Gefängnis für einen Schuß Der l ijährige Dreherlehr l i n g P. lernt 1926 in einem Lokal die drei Jahre altere Haus» angestellte L. kennen, die hier beschäftigt ist. Er verfällt ihr mit Haut und Haaren. Seine Verpflichtungen nimmt er ernst. Im Jahre 1928 verlobt er sich, im selben Jahre kommt ein Kind zur Welt, seine Eltern übernehmen die Pflege des Kleinen. P. arbeitet, liefert pünktlich den Eltern das Kostgeld ab, spart auch einige hundert Mark und kaust, obgleich seit 1931 arbeitslos, ein Paddel- boot. Ganz besonders freut er sich auf den Sommer 1932: schön wird doch das Zusammen- leben mit der Braut im Zelt werden! Aber gerade dieses Zeltleben wird der Liebe der jungen Leute zum Verhängnis. Die enge Gemeinschaft, das ständige Aufeinanderangewiesenfein läßt den Gegensatz der Charaktere stärker als je hervor- treten. Vielleicht hat das sexuell so erfahrene Mädchen schon genug an dem Jüngeren. Die Streitigkeiten arten in Tätlichkeiten aus, die L. verläßt das Zelt und mietet sich in Berlin ein. Zwei Tage später sucht P. sie auf, man versöhnt sich. Zwar lebt man von nun an getrennt, bis zum September geht es aber einigermaßen. Dann hat aber die L. von P. endgültig genug. Er kann Schupo-Orchesfer für Winterhilfe Das Sinfonieorchester der Schutzpolizei vcran- staltete im Wintergarten sein zweites Konzert zum Beste» der Berliner Winterhilfe. Für die Mitwirkung hatten sich zur Verfügung gestellt Anni K o n c tz n i und Walter Groß- mann von der Staatsoper, serner der Tenor Louis Graveure, der Harfenist Professor Saal und sechs weitere Harfenistinnen. Der Dirigent, Generalmusikdirektor Erich Böhlke, hatte das Programm Wagner gewidmet: von den Werken hörte man die Ouvertüren zu Rjenzi, Tannhäuser und den Meistersingern und Gesänge aus dem Fliegenden Holländer, aus Lohengrin, Tannhäufcr und der Walküre. Die Leistungen der Vokalkünstler, bestens bekannt von den Opern- bühnen her, veranlaßtcn das äußerst zahlreich er- ichienene Publikum zu immer wiederholtem Beifall, dem Orchester ist nur erneut zu bestätigen, daß es jeder Ausgabe gewachsen ist und den besten In- strumentaltonkörpern an die Seite gestellt werden kann. Lobend erwähnt sei noch, daß den Zu- Hörern die Texte der Gesänge auf dem Programm dargeboten wurden. Versteht man sie sckion in der Oper nicht, so bietet die textliche Unterlage wenigstens im Konzert die Gewähr /für volles Verständnis des Gehörten. Genossen, besticht den Weihnachtsmarkt in der Petersburger Straste, dort findet ihr in der Bücherbudc Dietz billige und gute 2 i e tz- Bücher. Einmalige Angebote. Herr Friedrich Alohrholz und seine Frau Petersburgr Straße, gegenüber dem 5iaus Nr. 87, dort findet ihr in der Bücherbude Dietz billige und gute Dietz-Bllcher. Einmalige billige Angebote. Neue Sparkassen-Nebenstelle in Biesdors-Süd. Die Sparkasse der Stadt Berlin hat in Berlin- Biesdors-Süd, Dahlengrund 82, eine Nebenstelle eingerichtet._ Wie wird das Wetter? Zn Berlin. Noch meist heiter, leicht dunstig, am Tage mild, nachts leichter Frost, etwas zuneh- inender südwestlicher Wind.— 3n Deutschland: In Nordwestdeutschland vorwiegend. heiter, am Tage miltzes Wetter, an den Küsten frische jüd- westliche Winde. In Süddeutschland noch ver- breitet Nebel, am Tage von Nord nach Süd und von West nach Ost fortschreitende Erwärmung. SAL AMAN DER■ U M SATZ macht Herstellung und Vertrieb so billig, SALAMANDER■ PREISE für Salamander-Qualität möglich wurden WERTHEIM Heute Sonntag von 3- 7 Uhr geöffnet Praktische WeihnaMsgab en Tischzeupe Tisditudi f halblein. Jacquard, 6röBe 130x160 ScrVicttCH dazu pass., 6r. 55x55".55 Tisdtdecke Ripsgewebe, mit Noppeneffekten, moderne Pastellfarben, 6r. 150x150 Tisditudi reinleinen Jacquard, bewährte Aussteuer-Qualität, Größe 130x160 2.80 5.75 Teegedeck farbig, Kunstseide, mit 6 Servietten, im Geschenkkarton, Größe 130x160 5.80 Küdienhandtudi. 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Kurfürstendamm-Th�ater Kurfürstendamm209/ Bismarck 14CXD Täglich 8% Uhr Operatte v.Eduard KUnnaka Regie Leo Peukert Waldmüller, Woerner, Dora Verebes, Jankuhn, Lilien Landa, Gondi, Krehan u.a. Schindlers Jazzsymphoniker Vorverkauf ununterbrochen auch für Weihnachten Preise von 90 Pfg. bis 9.— RM Kabarett für Alle 4 Uhr Täglich 2* 9 Uhr j Das sensationelle Kabaron-ProfrimmJ Abendpreise I— 3 Mk. Nachm. Gedeck 1.25 J«den Sonnabend 1 1 ya Uhr: NachtvorslelluncJ VOLKSBÜHNE Theater am Biilewpiatz Norden 8436. Täglich SU Uhr Das neue Paradies von fulius Hay. Regie: Heinz Hilperi Maurus, Wohlbrück, Dahlke, Horney Auch Sonntag nachmittag ZW Uhr in P r e m i e r e n b e s c t z u n g Kleine Preise Täglich S und 8', u, Barbarossa 9256 MSvchett« Tanz-PaAtomime von Ernst Macray mit MARIA SOLVEG, KATTA STERNA Bastspiel Revi Hauptdarstellcrin aus dem Film ,,TABU" und das große Fest-Programm Der Vorverkauf für die Weihnachts- Feiertage hat bereits begonnen! SlädLOper Charlottenburg Fraunhofer 0231 Sonntag, 18. Dez. 19.30 Uhr Turnus I Premiere Der Freischütz (Neueinstudierung) Regie: Ebert Friedrich. Berger, Fidesser, Rode. Hüsch, Andresen, Gonszar, Ditter, Firner Dirigent: Stiedry netropoi-meater Weihnachten 25.. 26., 27. Dez. 3 Abschiedsvorstellungen Kfitzi Massary I Litte Frau, die weiß. I was sie willl OL B. EL Bendows Bunte Bühne Kottbusser Strafte 6 Oberbaum 3500 ..VOR fl-Z" Täglich S'. Uhr Sonnt, nachm. SVt Schiller Blsnarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl) 6715 8V1 Zeitungsnotizen Am 2Üi, 22.,' 23., nachmitt. 4 Uhr; Or.Dolittles Abenteuer mit Alfred Braan Kleine Preise! Sonntag, den 18.. nachm. 41/a Uhr; Sastspiel der Deutsdien Musikbüliiie Mü.M! Romantische Oper von£. Humperdfack WeihDudilsfeiertage Vorverkaaf sdion jetzt! Robert und Bertram Kleine Picise Theater des Westens Steinpl. 5121 Premiere Weihnachten 25. Dez. Max Pallenberg Der brave Soldat Schwejk Heute letzte Vorstellung! WWW Heuto 4 1 hr; Rosinchens wunderbare Reise Ein Wcihnachtssplel für Kinder Preise von 60 Pf ab Trauringe ,RibOu ige», gesch.) Marke 9?w Stettiner Sänger Reichshallen-Theater 8.15, Sonn- uieieriaye 3.30 zu ermäßigten Preisen QeietiriiGüe naciiDarsGüan und das neue Weihnachtsprogramm. 'WeihiiaditiVDrverV.erälhet! bürgt für PeiDgebdlt und Gewicht. D«uttdiiand« irOint Antwah! j { Fugenlos aus einem Stück gearbeitet. I Alle Ringe fertig zum Mitnehmen! f Ring 3 Dukat. 0.985.- 10.5 Gr. 47.25 f Ring 2/, 0.985.- 8.7 Gr.»0.15 I 1 Ring r".. 7 Gr.»1.58 »UUhr CflSlflO-THEflTER»HUhr Lothringer Strafe 37 iiiiiiiiiiiitiiMitiiiiiiiiitiiiiiiiiiii uiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiintiiiiiiiiii Sonntags auch nachmittags 4 Uhr Schlagcr-Posse Alles um Lotti mit Gesang und Tanz Für die Leser Gutschein 1— f Personen. Parkett nur 0.50, Fauteuil nur 0.75. Sessel 1.25 M. Auch Sonntags abends. 1 Ring ü.öOu 1 Ring 0.900 1 Ring 0.900 1 Ring 0.900 1 Ring 0.900 1 Bing 0.585 1 Ring 0.585 1 Ring 0.585 1 Ring 0333 1 Ring 0.333 1 Ring 0.333 10.5(iramm 4�.00 8.7 Gramm 34.80 7 Gramm 28.— 5.2 Gramm 20.80 8,5 Gramm 14.— 5 Gramm 15.— 4 Gramm IS— 3 Gramm 5 Gramm 10.— 4 Gramm— Gramm 6.— Ringe 0.585 mit Außenscbrift„Du bist mein",„Mit Willen Dein Eigeo" „Rose n. Myrte" usw. v.«5.-—»O.» Versand n. außerh. Preisliste gratis »in seit 1892 SdiOnhaoser Allee 45 direkt Hochbahnstation Oanzlger Str. Filiale: Landsuer�er Allee 41 Keichsbank- Giro- Konto. Bank Föderale, La Chaux de Fonds. Tel.-Adr.: Goldonkel. Tel.: VinetalB44 Heute von 3—7 geöftaei Deutsches Theater Weidend. 5201 Letzte Vorstellung Harmonie von Franz. Wolnar Inszen. Max Reinhardt Mar Pallenberg, Karlvveis.Etlinger. Vallentin, Hertha Thiele, Ter win Lore Mosheim Hamnierspleie Täglich 8 Uhr Letzte 3 Tage! ingel unter uns" von frantistk Ungir Reg: Rudolf Beer Paul Hcrbigar, Ebm! Besse), Liebeneiner, Meixner, Mainzer, Hörrmann. Behai Zinserate im vorwärts sichern Lcsolgl Achtung! Iloze- Iheslei BroSe frankfurter Üraüe 1Z? U Weichsel E7 3422 ?.30 Uhr Goldharchens Himmelfahrt 5.30 und 8,45 Uhi Böhmische Musikanten va LOS GEWINNE IM WERTE VON 450 OOOmk. ARBEITER-WOHLFAHRT Deutsches Künstler-Th. Nürnberger Str. Tel Bavaria 6466 Tägl 8-.. Uhr auch Weihnachten i Leopoldine Konstantin in: Die Nacht zum 17. April Schroth, Steinbeck, Gebühr, Brionne, Wolle, Picha Theater im Admiralspaiasl Merkur 9901 Ab 25 Dezember wieder tägl. SV. U. Hans Albers L i Ii o m 1 u 2. Feiertag 4 Uhr Die verkaufte Drauf Lose zu haben: Bei den Kreisleiterinnen der Arbeiterwohlfahrt, Verkaufsstellen der Konsum-Genossenschaft, Vorwärtsfilialen, Wertheim, Singet und Hermann Tietz Lessing Ttieaier Premiere Weihnachten 25. Dez. Grete Mosheim Der Liebling von Paris Musili von Offsnbath Regie: tiomolka Ueberall in Berlin sorgt schinger für den Weihnachtstisch: Stollen, Honigkuchen Napfkuchen, Altdeutsche Torten weihnachtlich dekoriert Renaissance-m. Steinpl. 6780 Heute 8V. Uhr Zum 250. und letzten Male Trnppe ItKtl Die mause!aiie Sonntag 4 Uhr Rotkttgpdicnz. WeUinactisiraum KomOdieniiaiis Schiffbauerdamm 25 Iii. 02 Wtid. 6304-05 Geschlossen Mittwoch, 21 Dez 7l2 Uhr Das Haus dazwischen von Schiffer und Joachimson Musik; Spoliansky Inmiknisj: Barnowsky Es gibt heute schon etwa lOOOOO \ elektrische Küchen in Deutschland. ZWEITE BEILAGE Nie EiSrke der RGQ Die EisendsKner»ollen erkeVt wercleo SONNTAG, 18. DEZ. 1932 Aus dem letzten Bezirksparteitag der KPD. in Berlin wurde unter anderem die Stärke der RGO. in Berlin und im Reich bekanntgegeben. Die nachfolgende Tabelle soll Ausschluß geben über das zahlenmäßige Berhältnis der einzelnen RGO.- Gruppen: Berti» im Reich insgesamt Metall........ 28 000 78 000 Bau......... 9 800 42 000 Gemeinde, Verkehr, Hasen, Wasser....... 15 200 42 000 Post und Staat.... 950 6500 Chemie....... 700 8 000 Holz........ 5 500 12000 Textil........ 800 10 800 Graphik....... 1 800 6 500 Eisenbahn...... 2600 15000 Nahrungs- u. Genußmittel 6 200 17 200 Leder........ 150 2 500 Handel........ 5 800 16 700 Banken...... 900 2 800 Film, Bühne, Musik... 850 3 500 Land........ 150 4 500 Bergbau.......— 4 500 zus. 79 350 322 000 Es ist bemerkenswert, daß«ine offizielle Mit- teilung über die Höhe der M i t g l i e d e r z a h- len der roten Verbände und der ein- zelnen Industriegruppen der RGO. nicht er- folgt, well dadurch die zahlenmäßige Schwäche bekannt werden und dies für die weitere Agitation von großem Nachteil sein würde. Von den Mit- gliedern der roten Verbände sind etwa 52 Proz. und von den MUgliedern der Jndustriegruppen etwa 49 Proz. erwerbslos. Im Verhältnis zur Mitgliederstärke des ADKB. hat nach den eigenen Angaben der KPD. die RGO. einen Mitgliederbestand von rund 7 Pro.z. Angesichts der langdauernden Krisenoerhältnisse ein geradezu klägliches Ergebnis, angesichts der Wühl- arbeit der KPD. gegen die Gewerkschaften ein glänzender Beweis für die unerschütterliche Festigkeit der ADGB.-V e r b ä n d e. Dabei unterstellen wir, daß die angegebenen Zahlen stimmen. Erfahrungsgemäß muß aber ein er- heblicher Prozentsatz abgestrichen werden. Erst wenn die KPD., wie in den freien Gewerkschaften üblich, durch Offen- legung ihrer Abrechnung den Nach- weis für eine angemessene und geordnete Beitrags- leistung erbringen würde, könnte ihren Angaben voll Glauben geschenkt werden. Nach der EiicheUSfront Nazi» und Stahlhelm beerben RGO. Von der fürchterlichen Niederlage der RGO. im Filmwerk der Firma Z e i ß- Ikon in Zehlendorf schweigt die kommunistische Presse. Auch hier sind vor einigen Tagen die Neuwahlen des Arbeiterrats vor- genommen worden, die nach dem vierwöchigen ergebnislosen Streik notwendig wurden, der in diesem Betrieb in trauter Harmonie zwischen RGO. und NSBO. geführt worden war. Der Arbeitcrrat bestand bis zu dem Streik nur aus R G O.- L e u t e n. Nach dem Streik war die RGO. nicht einmal mehr imstande, jemand zum Kandidieren für ihre Liste zu bewegen. Das Ergebnis der Wahl ist, daß der Arbeiterrat von vier Freigewerkschattern, zwei Nazis und einem Stahlhelmer gebildet wird. Die zwei Nazis und der Stahlhelmer sind die Erben der KPD., mit denen diese eine Einheitsfront gebildet hatte. Bei der Firma G u m m i- M ü l l e r in Weißensee ist vor kurzem die Neuwahl des Arbeiterrats vorgenommen worden. Die Wahl wurde nach dem dmeinhalbwöchigen Streik notwendig, der von der RGO. bis zu der üb- lichen Niederlage„geführt" worden ist. Die Zahl der Abstimmenden hat sich gegenüber der Ar- bciterratswahl im Jahre 1931 von 256 auf 279 erhöht. Für die RGO. wurden in diesem Jahr 152 Stimmen gegen 157 Stimmen im Borjahr abgegeben und für die freien G e w e r k- s ch a s t e n 127 Stimmen gegen 99 Stimmen im Vorjahr. Einem Gewinn von 28 sreigewerkschaft- lichen Stimmen steht michin ein Verlust von fünf RGO.-Stimmen gegenüber. Die„Rote Fahne" bekommt es fertig, daraus einen„Sieg der RGO." zu machen. Sie behauptet, die freien Gewerk- schaften wären im vorigen Jahr im Arbeiterrat mit 4 Mann und die RGO. nur mit 3 Mann vertreten gewesen, während das Verhältnis gerade umgekehrt war. Aktive Lohnpolitik der Behleidunssarheiter Im Anschluß an die zentralen Tarifverhand- lungen im Maßschneidergewerbe in Leipzig trat der Beirat des Deutschen Bekleidungsarbeiterver- bandes am 12. Dezember zu einer dreitätigen Sitzung zusanimen Von besonderer Bedeutung war die, Stellungnahme zu dem Schiedsspruch für die Herren- und Damenmaßschneiderei. Neben .diesem Schiedsspruch, der die Erneuerung des Reichstarifvertrages mit nur wenigen Aenderungen ab 1 Januar 1933 vorsieht, log ein zweiter Schiedsspruch vor, der die zur Zeit örtlich geregelten Löhne zu einem z e n- tralen Lohnabkommen zusammenfassen soll. Danach sollen die örtlichen Löhne bis 30 April 1933 gelten. An den Orten, für die keine tarifliche Regelung besteht, soll bis zum 8. Januar verhandelt wer- den. Kommt eine örtliche Einigung nicht zu- stände, wird bis zum 20. Januar eine zentrale Regelung unter Mitwirkung eines Unparteiischen bindend erfolgen. Das Für und Wider einer erneuten zentralen Lohnregelung wurde sehr eingehend besprochen. Der Beirat entschied sich grundsätzlich für eine zentrale Regelung und empfahl den Mitgliedern in der U r a b st i m m u n g die An- nähme beider Schiedssprüche. Im übrigen entschied sich der Beirat für eine aktiv« Lohnpolitik Unter allen Umständen müßte nicht nur die ganze organisatorische Kraft singe- setzt werden, um weitere Tarifoerfchlechterungen zu verhindern, es müßte» vielmehr die organi- satorischen Maßnahmen durchgeführt werden, um einen Wiederauf st ieg in den Lohn- und Arbeitsverhältnissen zu fördern. Demzufolge be- schloß der Beirat einige organisatorische Maß- nahmen, die die finanzielle Schlagkraft der Organisation sicherstellen. Von einer Einstellung von Unterstützungsein- richtungen wurde Abstand genommen, dafür aber die Karenzzeit zur Wiedererlangung der Unterstützungen um dreizehn Wochen erhöht und die Unterstützungssätze außer der Kranken- und Erwerbslosenunterstlltzung etwas gekürzt. Ferner wurde» weitgehende Sparmaßnahmen in der ort- lichen und zentralen Verwaltung beschlossen. Eine umfassende Werbearbeit soll durch- geführt und besonders die Bildung von Jugendgruppen und Iunghammerfchaften gefördert und die Jugendarbeit systematisch be- trieben werden Das Verbondsorgan..Be- kleidungsarbeiter" wird ab 1. Januar 1933 in neuer gravhischer Aufmachung erscheinen, um den Bedürfnissen der gewerkschaftlichen Arbeit mehr als bisher Rechnung zu tragen. 40-Skunden-Woche Internationale Rexelunx Gens, 17. Dezember. Dos Internationale Arbeitsamt übermittelt sämtlichen Regierungen zu der am 10. Januar be- ginnenden Sonderkonferenz für die Regelung der Arbeitszeit einen umfangreichen Be- richt, in dem eingehend das gesamte Problem der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch Herab- setzung der Arbeitszelt behandelt wird. Der Bericht stellt fest, daß in einzelnen großen Industriestaaten ein Viertel, teilweise sogar ein Drittel der gesamten Arbeiterschaft gegenwärtig arbeitslos sei. Die Gesamtzahl der Ar- b e i t s l o s e n der Welt beträgt danach heute 30 Millionen. Die Lohnverluste durch die Arbeitslosigkeit werden in dem Bericht auf 100 Milliarden Goldsranken im Jahre geschätzt. Die Ar- beitslosigkeit als Folge der Weltwirtschaftskrise werde hierdurch zu einer Ursache der weiteren Verschärfung der Krise. Der Bericht des Arbeits- anlles untersucht die Möglichkeiten, durch eine herabsehung der Arbeitszeit neue Arbeits- beschasfung für eine größere Zahl von Arbeitern zu finden. Eingehend untersucht der Bericht die hierbei von einzelnen Regierungen ergriffenen Maßnahmen sowie die Vorschläge von privater Seite. Zum Schluß des Berichtes wird der Vorschlag einer internationalen Regelung gemacht, nach der die Arbeitszeit für die weitere Zukunft zunächst auf eine 40-Stunden-Woche fest- gesetzt werden soll. Die bereits eingesargte Mcrkjahr-Zdee spukt schon wieder. Es heißt, man wolle nun wenigstens ein Semester dafür verwenden. Weiß man im Reichsinnenministerium nichts Besseres zu tun, als seine Zeit mit der Propagierung unreifer Ideen zu vertreiben? Arbeit schaffen! 7 Millionen Erwerbslose Der Provinzialverband Sachsen des Verbandes der Preußischen Landgemeinden trat am Sonn- abcndnachmittag in Magdeburg zu einer Tagung zusammen. Ministerialrat z. D. Schellen- Berlin behandelte die Frage der Arbeits- beschasfung. Er ging von dem Regierungs- Programm aus, das in dem einzigen Punkte: „Arbeit schaffen" bestehe. Die Arbeitsbeschaffung in Form der wert- schaffenden Erwerbslosenfürsorge habe an der ständig wachsenden Finanznot der Gemeinden scheitern müssen. Die amtliche Statistik, die am 30. November rund 5,3 Millionen Arbeitslose nachweist, gebe insofern ein falsches Bild, als nicht sämtliche Ar- beitslose von den Arbeitsämtern ersaßt werden. In Wirklichkeit müsse mit etwas über 7 Mil- lionen Erwerbslosen in Deutschland ge- rechnet werden. Wenn auch der freiwillige Ar- beitsdienst zu begrüßen und zu fördern sei, so werde doch durch ihn die Konsum- und Kaufkraft der gesamten Bevölkerung nicht gestärkt. Das gleiche gelte von einer Verkürzung der Arbeits- zeit. Eine vermehrte Produktion könne nicht ein- treten, solange noch über ein Viertel der gesamten deutschen Bevölkerung nicht konsum- und kauf- kräftig sei. Infolgedessen seien die Pläne der Regierung von Schleicher und des neuen Reichs- kommisfars zu begrüßen, die auf die Grund- gsdanken des sogenannten Gereke-Plans zurück- gehen und eine Wirtschaftsbelebung durch Aufträge der öffentlichen Hand erstreben. Graphologischer Llnfug Vor dorn Arbeitsxericbt In einem Damenmodegeschäft wurden von einem unbekannten Täter böswillige Beschädigungen ausgeführt: ein Kleid wurde mit Schellack beschmutzt, ein heller Mantel mit Tinte begossen und ein elegantes Damentleid durch mehrere Einschnitte mit einer Schere be- schädigt. Die von der Geschäftsinhaberin an- gerufene Kriminalpolizei konnte den Täternichiermitteln. Die Gefchäftsinhaberin wandte sich daher a n eine G r a p h o> o g i n, die sich in ihren Geschäftskarten auf Grund von Handschriften- proben zur AngesteMenauswahl und Charakter- schilderung, Beratung und Behandlung seelischer Leiden, Ehe- und Berufsschwierigkeiten und Crziehungsberatung empfiehlt. Die Geschäftsinhaberin gab der Graphologin eine Schriftprobe ihrer Buchhalterin die sie im Verdacht hatte, die Böswilligkeitsakie verübt zu haben. Die Graphologin erstattete ein vier Schreibmaschinenselten langes„Gutachten", das.zu dem Schluß kommt, daß die Buch« h a l t e r i n ihrer Charakteranlage nach die bös- willigen Beschädigungen verübt haben könne, während andere Angestellte des Ge- lchäfts, deren Handschriften die Graphologin ebenfalls geprüft hatte, für diese Taten gar nicht in Frage kämen Im Vertrauen auf das graphologische Orakel hielt die Gefchäftsinhaberin die Buchhalterin für vis richtigen Geschenke Ueberschuhe/ Haus- und Kamelhaarschuhe/ Schuhe mit Doppelsohlen/ Schna lenstiefel/ Ski- und Eislaufstiefel Hübsche Kinder-Schuhe/ Gamaschen/ Socken u. Strümpfe ... oder einen Leiser- Scheck, dann hat der Beschenkte selbst die Wahll Auf Wunsch alles Im Geschenkkarton. Umtausch nach dem Fest bereitwilllsst Lack- Gummi schwarz oder braun, mit Gummikragen, warm gefüttert HochgeschnOrt die praktische Mode, braun, mit Sportleder, garantiert Crouponsohlen Sonn+ag gebffnef von 1'7 Uhr 1 Mit Gummisohle braun Boxcolf mi( Schweins« leder,der richtige Sportschuh überführt und hat fi« fristloi entlassen. Die Entlassene klagte beim Arbeitsgericht und die Geschäftsinhaberin glaubte auf Grund des graphologischen„Gutachtens", welches das Gericht mit ungläubigem Lächeln entgegennahm, den Prozeß gewinnen zu müssen. Inzwischen war der Unfug der Graphologin durch die Presse bekannt geworden. Infolgedessen richtete der Vorsitzend« der Deutschen Gra- phologischen Studiengesellschaft ein Schreiben an das Arbeitsgericht, worin er aus- führte, daß es nach dem heutigen Stande der graphologischen Wissenschast unmöglich sei, aus der Handschrift eine ganz auf den betreffenden Einzelfall zugeschnittene Folgerung zu ziehen und daß es unglaublich leichtfertig fei, aus der Handschrift feststellen zu wollen, daß nur eine bestimmte Person für die Tat in Frage kommen könne. Das Gericht legte natürlich auf die grapho- logische» Feststellungen gar keinen Wert, sondern suchte durch Zeugenvernehmungen zu ermitteln, ob die Klägerin die böswilligen Be- fchädigungen ausgeführt habe. Nachdem in dieser Hinsicht nichts festgestellt werden konnte, wurde der Prozeß mit einem Vergleich beendet. Der Unfug, daß Unorganisierte ihrer Unzu- friedenheit nicht offen Ausdruck geben und dafür Sabotage verüben, ist ziemlich überwunden. Da- gegen scheint der Unfug auf Arbeitgeberseite, den Angestellten graphologisch beizukommen, erst im Ausblühen begriffen. Es ist deshalb nur zu wünschen, daß das Gutachten der Studien- gesellschaft die nötige Beachtung findet. Hinter den Kulissen >VeiImacKtsIzkri!c bei den Angestellten „Einheitsfront" Die NGO. hat wieder eine Neugründung voll- zogen. In den Berliner Staatstheatern ist von ihr eine„Zelle" geschaffen worden, deren hauptausgab« darin besteht, Lügen und Ver- leumdungen über den Gesamtverband und seine Angestellten in eine Betriebszellenzeiwng zu lancieren, die den„revolutionären" Titel tragt „Unterm Preußen-Adler". In der jüngsten Nummer dieses Sudelblättchens wird behauptet, der Leiter der Sektion Reichs- und Staatsvetriebe, Theater und Kinos in der Ortsoerhaltung Berlin, Genosse Richter, habe in einer Funktionärversammlung die Verbands- Mitglieder, deren Verdienste ohnehin schon kaum zum Leben reichen, aufgefordert, bei Autofahrten nur im Gesamtverband organisierte Chauffeure zu nehmen. Mit dieser Behauptung geht bereits die kommunistische Tagespresse krebsen. An der Be- hauptung ist soviel wahr, daß Genosse Richter darauf hingewiesen hat, daß es Pflicht eines jeden Mitgliedes, wie überhaupt eines jeden Frei- gewerkschaiters ist, vi« freigewerkschaftlich orga- nisterten Chauffeure zu berücksichtigen, wenn sie aus dienstlichen oder anderen Gründen eine Kraftdroschke benutzen müssen. Ein ganz selbst- verständlicher Hinweis. Aber man braucht ja „Beweise" dafür, daß die Gewerkschaftsangestellten gar nicht wissen, wie schlecht es den Arbeitern geht. Eine Verdrehung, wie sie sich der„Preußen- Adler" leistet, schafft die richtige„Einheitsfront- ftimmung". Das gleiche trifft auch für die andere Behauptung in derselben Nummer zu, daß den Delegierten zur Theaterarbeiterkonferenz in Darm- stadt das Reisegeld von der General- direktion der Staatstheater gezahlt worden sei. Diese Konferenz fand vor mehr als einem Jahr statt. Die Delegierten sind selbst- verständlich aus Kosten des Gesamt- Verbandes dorthin gefahren. Eine Ausnahme machten lediglich drei Ga st delegierte, die auf Kosten der.Generaldirektion der Staatstheater nach Darmstadt fuhren und zu denen auch der Kommunist h o t o p gehörte, der offensichtlich diese Verleumdungen in den„Preußen-Adler" lanciert hat. Die Arbeiter der Staatstheater werden genau wissen, aus welchem Grunde gerade m den nächsten Wochen und Monaten ihre gewerkschaftliche Geschlossenheit von größter Wichtigkeit für sie ist. Das Aufziehen einer RGO.-Zelle und einer gegen die freien Gewerk- schaften gerichteten Betriebszellenzeitung soll das gute Organisationsverhältnis der Arbeiter der Die alljährliche Weihnachtsüberlaftung der An- gestellten wird diesmal womöglich noch schlimmer sein als in den vorhergehenden Jahren. Je schmaler der Geldbeutel der Kundschaft, desto größer die Anforderungen an die geistige und körperliche Spannkraft jener Berufsgruppe, die eigentlich die Spesen für die Weihnachtslyrik zu zahlen hat. Da es noch immer nicht gelungen ist, in den Tarifverträgen für Angestellte einen allgemeinen Rechtsanspruch aus eine Sonder- v e r g ü n st i g u n g für die wochenlange Ueber- spannung aller Kräfte durchzusetzen, wisien die meisten Angestellten gewöhnlich bis kurz vor Weihnachten noch nicht, ob sie mit einer Weih- nachtsgratifikation rechnen können. Jedes Jahr werden in manchen Betrieben neue und erstaun- liche Methoden gefunden, um aus dieser Unge- wißheit Profit zu schlagen. Die allgetfieine Weihnachtspsychose ist ein glän- zender, gänzlich kostenloser Antriebsmotor zur Steigerung menschlicher Arbeitskraft: er versagt fast nie. Wenn dann die Kräfte verausgabt sind, wird der Preis dafür willkürlich festgesetzt, well kaum jemand, dem seine Stellung lieb ist, den Mut haben wird, eine angemessene Weih- nachtsgratifikation mit einer Klage zu erkämpfen. Nach der Rechtsprechung des Reichsarbeits- gerichts besteht ein klagbarer Anspruch auf die Gratifikation dann, wenn ein Arbeitgeber sie in den vorhergehenden Iahren freiwillig und regel- mähig gezahlt hat und wenn bei der Auszahlung keine besonderen Vorbehalte gemacht worden sind. Von diesem Recht wird praktisch nur nach einer Entlassung Gebrauch gemacht. Das Jahr 1932 hat ein paar bemerkenswerte Weihnachtsprozesse gebracht, die bezeichnend sind für die Unzuträg- lichkeit einer Situation, in der Arbeitsleistung durch ein Geschenk in willkürlicher Höhe abge- gölten werden soll. Ein Ladenbesitzer in Kottbus verlangte von seinen Angestellten, daß sie an den drei Sonn- tagen vor Weihnachten ohne Bezahlung arbeiten sollten. Von einer Weihnachtsgratifikation war nicht die Rede. Vor dem Arbeitsgericht auf De- Zahlung der Sonntagsarbeit oerklagt, meinte der Beklagte, daß ein gegen Monatsgehalt be- fchäftigter Angestellter solche gelegentlich vorkam- menden Erweiterungen der Betriebszeit ohne be- sondere Vergütung durchhalten müßte. Die Ge- richte haben ihn verurteilt, allerdings nur zur Zahlung des normalen Gehalts- a n t e i l s ohne Zuschläge, da im Tarifvertrag eine entsprechende Vereinbarung getroffen wor- den war. In einem größeren Betrieb in Breslau hatten die Angestellten jahrelang Weihnachts- gratifikationen in verschiedener Höhe bekommen. Im letzten Jahre wurde überhaupt nichts mehr gezahlt und die Firma wurde von einer Ange- stellten auf Zahlung eines Monatsgehalts ver- klagt, weil sie 1939 zuletzt ein Monatsgehalt be- kommen habe. Das Arbeitsgericht fand die For- derung zu hoch und verurteilte die Firma zur Zahlung von 1S9 Mark, da die Summen auch früher geschwankt hatten und das Geschäfts- ergebnis des Jahres 1931 schlechter war als im Jahre vorher. Die schönste Weihnachtsgeschichte hat sich in Zwickau abgespielt. Dort hat der Arbeitgeber geklagt, um von seiner Angestellten die gezahlte Weihnachtsgratifikation wieder herauszubekom- men. Zwischen Weihnachten und Ostern hatte sich der Chef mit seiner Angestellten gezankt und sie in einem heftigen Wortwechsel als„verdammtes Kommunistenmensch" beschimpft. Die Angestellte machte von ihrem Recht zur fristlosen Kündigung wegen Beleidigung Gebrauch Daraufhin sollte das Weihnachtsgeschenk wegen„groben U n- d a n k s" widerrufen werden. Der Mann kam mit seiner Klage nicht durch. Eine gewöhnliche Schenkung kann allerdings durch eine schwere Verfehlung des Beschenkten, wenn er sich groben Undanks gegen den Schen- kenden schuldig macht, widerrufen werden. Nicht so beim Weihnachtsgeschenk.„Wehnachts- geschenke", so sagt da? Gericht,„gehören zu den Geschenken, durch die einer sittlichen Pflicht oder zum mindesten einer aus den Anstand zu nehmen- den Rücksicht entsprochen wird." Solche Geschenke können aber nach Ansicht des Gerichts nicht unter den gleichen Voraussetzungen wie andere wider- rufen werden. Glücklicherweise hat das Gericht gleichzeitig noch festgestellt, daß man, abgesehen von der allgemeinen Rechtsfrage, dos Verhalten dieser Angestellten nicht einmal als„groben Un- dank" bezeichnen könne. kliläe Walter. Staatscheater sprengen. Die Arbeiter der Berliner Staatstheater seien daher gewarnt. Die Zer- schlagung ihrer gewerkschaftlichen Geschlossenheit könnte sich eines Tages bitter rächen. Ein Gechzigjährigei' Am 19. Dezember ist der zweite Bevollmächtigte der Berliner Ortsoerwaltung des Verbandes �er Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter, August Schmitz. 69 Jahre alt. Er erlernte das Schlosserhandwerk, kam 1895 zur gewerkschaft- lichen, zwei Jahre später auch zur politischen Organisation. Seine Betätigung führte dazu, daß er 1919 im Brauerei- und Mühlenarbeiterverband angestellt wurde. Auch in der Partei war August Schmitz tätig, u. a. als Leiter der 39- Abteilung. Wir wünschen ihm. daß er noch eine Reihe von Jahren im Dienste der Arbeiterbewegung weiter- wirken kann. Nufsifcheö Recht Ls bedeutet Rechtlosigkeit Vor etwa zwei Jahren schwebte vor dein Arbeitsgericht ein Prozeß, der sich um die Frage drehte, ob die Arbeiter und Angestellten der Russischen Handelsvertretung einen Betriebsrat nach deutschem Recht wählen dürfen. Die Handelsvertretung machte chren Arbeit- »ehmern dieses Recht streitig und berief sich dar- auf, daß sie eine„nach russischem Recht" zustande- gekommene Betriebsvertretung Hab«. Das Arbeits- gericht Berlin und schließlich auch das Reichs- arbeitsgericht hat entschieden, daß für hie deutschen Arbeitnehmer der Russischen Handels- Vertretung ein Betriebsrat nach deutschem Recht gewählt werden müsse und daß die nach russischem Recht errichtete„Betriebsvertretung" nur für die bei der Handelsvertretung beschäftigten russischen Staatsangehörigen zuständig sei. In einer Verhandlung am Mittwoch vor dem Arbeitsgericht Berlin erfuhr man, daß dem Urteil des Reichsarbeitsgerichts ein Betriebsrat bei der Russischen Handelsvertretung nicht besteht und niemals bestanden hat.— Der Kläger, der kürzlich entlassen wurde, bestritt die Rechtswirksamkeit seiner Entlassung, weil er Mitglied des Be- t r i e b s r a t s sei und ohne dessen Zustimmung nicht entlassen werden dürse. Die Vertreterin der Handelsvertretung entgegnete, bei ihr gebe es keinen Betriebsrat nach deutschem Recht, der Kläger sei Mitglied der Betriebsver- tretung nach russischem Recht und könne sich auf das deutsche Betriebsrätegesetz deshalb nicht berufen. Tatsächlich wurde durch die Beweiserhebung festgestellt, daß nach dem Urteil des Reichsarbeits- gerichts eine Betriebsoersammlung der Handels- Vertretung beschlossen hat, die russische Betriebs- Vertretung anzuerkennen und auf die Wahl eines Betriebsrats nach deutschem Recht zu verzichten. (Wehe, wenn sie nicht verzichtet hätten!) Davon hat der Kläger, der erst später eingetreten ist, nichts gewußt, und als er im April d I. in die Betriebsoertretung gewählt wurde, war er der Meinung, einem Betriebsrat nach deutschem Recht anzugehören. Daß das ein Irrtum war, ist ihm erst jetzt klar geworden. Ebenso war er im Irr- tum, wenn er ein längeres Kiindigungs- recht aus der Arbeitsordnung herleiten wollte, denn diese Arbeitsordnung ist nicht rechts- verbindlich, weil sie nicht, wie es das deutsche Recht vorschreibt, zwischen den Arbeitnehmern und dem Arbeitgeber vereinbart, sondern vom Arbeitgeber festgesetzt ist.— Unter diesen Umständen mußte das Gericht auf Abweisung der Klage erkennen. Nartei und Gewerkschaft Kekeimtnis zur Demokratie In der Vertreteroersammlung des A f A- Ortskartells Berlin gab Genosse F l a t a u zunächst einen Arbeitsbericht für das letzte Vierteljahr. In Verbindung hier- mit trug er die Vorschläge des Vorstandes vor, die die Finanzfragen des Ortskartells für 1933 regeln sollen. Diese Vorschläge wurden von der Vertreterversammlung einstimmig angenom- men. ebenso eine mehr redaktionelle Satzungs» änderung. Genosse Dr. C r o n e r vom Deutschen Werk- meisterverband behandelte in seinem daraufsolgen- den Referat die Lehren des Jahres 1932. Eingehend legt« er die Bedeutung dar, die die Demokratie für die gesamte Arbeiterklasse besitze. Di« Demokratie verglich er mit einer Festung, hinter deren Mauern sich der Aufmarsch der proletarischen Massen vollzieht und zu deren Ver- teidigung sie daher mit allen Mitteln bereit sein müßten. Die praktisch« Wirkung einer solchen Bereitschaft sei in diesem politischen und wirt- schaftlichen Katastrophenjahr nicht festzustellen ge- wesen. Er erklärte diesen Mangel aus den viel- leicht überspannten und notwendigerweis« ent- täuschten Erwartungen, mit denen das deutsch« Proletariat an die Demokratie herangetreten sei. Diese Enttäuschungen haben es vielleicht ver- hindert zu erkennen, daß die Demokratie nicht nur einen politischen Schutzwall für die Arbeiter- klasse bildet, sondern auch einen wirtschaftlichen Schützengraben für die Besitzenden. Aus der Er- kenntnis solcher Grundlagen ergeben sich weit- reichende Konsequenzen für Strategie und Taktik des politischen und wirtschafllichen Kampfes der Arbeiterschaft. Diese Konsequenzen legte oer Re- serent in eingehenden und sehr interessanten For- mulierungen dar. In der anschließenden Diskussion wurden die Ausführungen Croners von ollen Rednern unterstrichen. Hierbei fand die Frage des Der- hältniss«? von Partei zu Gewerk- schuft eine besonders«ingehende Behandlung. Die Vertreteroersammlung des Ortskartells hat gezeigt, daß die Berliner Hauptfunktionäre der Af?l-Gewerkschaften, die in der Lertreterversamm- lung vereinigt sind, sehr wohl die Zeichen der Zeit verstanden haben und gewillt sind, die Bor- aussetzungen mit schassen zu Helsen, die notwendig sind zur Abwehr der Mächte, die die Demokratie vernichten wollen. VmjhmbdjtM, «jJfaujLMMdte 7 Um und umSzw / PwutuHÜykeüt 'AzuJfajWMMj. 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Handschuhärme)n. puff * td w-I au. Velours-Tr.n,?.: Chausseestr. 113 Baim Stcttiner Bahnhof OrsnienstK 40 Am Oranianplatt Königstr. 33 Wilmersdorferstr. 1G8 Am Bhf. Alexandorpiati Am Bahnhof Charlettoohwro von Wort und Bild verboten l' Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Sonntag zur Verfügung! Am Sonntag« dem 18, Dezember tlnd unsere Geschäftsräume geöffneU Weihnachtsurlaud Im Gastwirtsgewerbe Man schreibt uns: „Der Tarifvertrag für das Gastwirtsge werbe sieht vor, daß die verheirateten Arbeit« n e h m e r am Weihnachtsabend möglichst a b 7 Ilhr abends Urlaub erhalten sollen. Diese Vorschrift wird so lange dem Interesse der Arbeit- geber umd der Arbeitnehmer gerecht werden, als das Publikum den Gaststättenbejuch am Weihnachtsabend aui das dringend notwendige Maß beschränkt. Soweit sich der Besuch von Gaststätten dennoch nicht vermeiden läßt, sollte aber darauf geachtet werden, daß an diesem Abend A U S h i l f s- personal beschäftigt wird, weil sonst diese Regelung zwecklos ist. Die Gaftwirtsangestelltei, wären dann veran- laßt, den Kampf für die Festsetzung einer früheren Polizeistunde am Weih- Nachtsabend aufzunehmen Der freie Weihnachtsabend ist der einzige Festtag im Jahr, den die in Stellung befindlichen gastwirtschaftlichen Arbeitnehmer im Kreise ihrer Familie ver- bringen können und er darj ihnen auf keinen Fall genommen werden." Briefkasten IL J. 1. Me Gebilhr steht der ttrankcntasse zu. 2. Die Beträge werden auf die von den Kassen zu tragenden Kosten für die Arzneien angerechnet.— W. T. 40. Cs müssen 180 Monatsbciträge nachgewiesen werden.— Sc- nnssc 1907. 1 bis 3 Nein. Weder durch formloses Ueder- cintommen noch auf Grund formeller Erklärungen kann eine Ehe ausgelöst werden.— A.®. 100. 1. Nach der Not. Verordnung 00m 27. September 1932 lmcht 8. Dezember 1931) werden die Zinsen einer Forderung die durch eine Hypothek an einem landwirtschaftlichen Grundstück ge. sichert ist, für die Zeit vom l. Oktober 1932 bis zum 30. September 1934 um 2 Proz., jedoch nicht unter 4 Proz. herabgesetzt. 2. Die Rückzahlung kann nicht vor dem I. April 1933 gefordert werden.— O..3. Nein. IGiukt gute Bücher! Nach Jahren steigender Radio-Begeisterung wird wieder mehr gelesen. Das Buch ist auch bei den Rundfunkhörern wieder im Kurs gestiegen. und wer sich nicht mit Leihbüchern begnügen will, der kann heutzutage wertvolle Bücher so billig kaufen wie nie zuvor. Der Partei- verkag I. ch. W. Dietz Nachfl. hat sein« Bücherpreise bedeutend herabgesetzt. Eine kleine Auswahl möge zeigen, wie weit der Verlag in der Verbilligung gegangen ist. Da sind zunächst die beiden Bücher von August Bebel„Die Frau und der Sozialismus" und ,,Aus meinem Leben". Sie haben ursprünglich 7,39 und 8,50 M. gekostet und sind jetzt für sage und schreibe 3,75 M. zu haben. Für so manchen ist damit die erste Anschaffung eines dieser Bücher in den Bereich. der Möglichkeit gerückt. Oder ein anderes Beispiel: die Karikaturensammlungen von Friedrich Wendel, auf feinstem Kunstdruckpapier gedruckt, reich illustriert und gediegen gebunden, statt ll und l2 M. jetzt nur noch 3.75 M. Die Romane von Paul Zech„Das törichte cherz" und „Geschichte einer armen Johanna" haben einen Preis von 5,25 und 4.50 M. gehabt und werden jetzt für 1,65 M. abgegeben. Die Freunde des DenUi an die Verwundeten und Gefangenen der Eisernen Front. Uäfi durch Geldspenden auf Postscheckkonto Berlin Nr. 141 57(Adolf Holz) Spenden nehmen ferner entgegen die folgenden Vorwärts-Speditionen: P. Krause, N 65. MGllerstr. 34 Lehmann, N 54, Ackerstr. 174 Fischer, N 20, Bastianstr. 7 Hönisch, N 31, Wattstr. 9 Gerth, N 113, Greifenhagener Str. 22 Arndt, O 27, Markusstr. 36 Melle, O 34, Petersburger Platz 4 Wollstein, S 14, Prinzenstr. 63 Schmidt, SW 29, Bärwaldstr. 47 Frau Stolpmann, W 35, Steglitzer Str. 37 Joseph, NW 21, Wilhelmshavener Str. 48 Dölz, NO 55, Imanuelklrchstr. 24 Urban, SO 36, Lausitzer Platz 14 IS Seikel, Lichtenberg, Wortenbergstr. 1 Peters, Lichtenberg, Boxhageoer Str. 62 Thal, Neukölln, Neckarstr. 2 Rohr, Neukölln, Siegfriedstr. 28/29 Rathmann, Schöneberg, Beiziger Str. 27 Frau Könemonn, Charlottenburg, Sesenheimcr Str. 1 Paul, Oberschöneweide, Wilhelminenhofstr. 44a Rißmann, Pankow, Möhlenstr. 70 Wahle, Reinickendorf-Ost, Provinzstr. 56 Bendt, Reinickendorf-West, Scharnweberstr. 114 Meddeburg, Treptow, Graetzstr. 50 Wiese, Weißensee, Lehderstr. 2 Vorwärts-Laden, SW 68, lindenstr. 3 Werkes von Arno �okz werden mit Freuden ver- nehmen, wie preiswert es jetzt erworben werden kann. Der Dietz-Verlag hat auch eine reiche Lite- ratur für Kinder in jedem Alter, schöne Bücher, die mit Freuden empfangen und durchstudiert werden. „LL 203"— der Volksempfänger! Durch die Verstärkung vieler europäischer Rundsunksender und ganz besonders der deutschen Sender ist heute schon auch dem großstädtischen Rundfunkteilnehmer eine weitgehende Programm- auswahl ermöglicht. Aber gerade durch die Senderverstärkung ist die Forderung nach hoher Trennschärfe ganz besonders aktuell geworden, denn die Sender liegen in ihrer Trägerwette zum Teil recht dicht gedrängt nebeneinander, und um bei der Wiedergabe den unerträglichen„Tonsalat" zu venneiden, muß eben die Abstimmschärfe mög- lichst hoch liegen. Diese Forderungen werden in besonders günstiger Weise durch den preiswerten „E B 2 0 5" der Radioaktiengesellschaft D. S. L o e w e erfüllt, welcher sowohl für Gleich- ström- als auch für Wechselstromnetzanschluß aller gebräuchlichen Spannungen hergestellt wird. Fn diesem..EL 205" Midget ist außer einem reichlich bemessenen, die Störströme schon weitgehend unterdrückendem Netzanschlußteil das Empfänger- chassis und der hochwertige magnetische Laut- sprechet mit Doppelschwinganker und Groß- membran eingesetzt. Die Dreifachröhre Type 3 X F N'ET, mit der das Chassis bestückt ist, enthält eine kräftige hochfrequent verstärkende Stufe, ein nicht verzerrendes Audion und eine schon eine recht große Leistung abgebende Endstufe, so daß außer dem in das Midget eingebauten Laut- sprechet noch mehrere weitere Lautsprecher durch- gesteuert werden können, wobei auch weitgehend auf richtige Anpassung Wert gelegt ist. Dez Bertiner geht auf den Weihnachtsbummcl? Das ist ima einmal Tradition und macht Weihvachtsstimmung. festlich ge.schmütktc Auslaaen biegen Geschenkanreaungen in Fülle. Auch die fchr. geschmackvollen Schaufemteroekoro.' lionen der Firma Loeser u. Wolfs zeigen so manches, was des Tauchers verz begehrt. Kleine Geschenkpackungen gibt es schon von 50 Pf. an, Geschenkkistchen in allen Preis- lagen und als Neuheit entzückende Mctallkassetten mit Zigarren und 100 Zigaretten Inhalt, mit welchen Sie viel Freude bereiten können. Also die Parole für heute: aus zum Deihnachtsbummel. aber dabei die schönen Schau- senstcr von Loeser u. Wolfs nicht vergessen? Glückliche Aendung? Mag es uns noch so hart er- geben— starke Hoffnung aus eine glückliche Wendung und das Vertrauen auf den Sieg deutscher Arbeit halten uns aufrecht.— Ein anfeuernder, stets hilfsbereiter Kamerad in dieser Zeit des Hoffens und Bangens ist die Haus. Berg- mann-Zigarette.„Die Zigaretten der Zigaretten!" So nenn! der Bolksmund diese Marken deutscher Bertarbettr — Orienta Stern— Bergmann Klasse— Gildehof— Bergmann Privat! Zede Preislage eine meisterliche Lei. stung der Mischkunst! Auch die Sammler von Dertmarken, Bildern und Stickereien wurden reichlich bedacht. Ueder. reschung über Ueberraschung! Was schenke ich? Diese Frage bereitet immer unnötiges Kopfzerbrechen. Was wäre besser geeignet als Uhren. Gold, und Silberwaren. Die altbekannte Firma Belmonte u. Co., Charlottenstr. 27. zwischen Leipziger und Kronen- strahe. Zweiggeschäft Königstr. 00. Ecke Neue Friedrich. strane, bringt eine so reiche Auswahl von einfachster b'.s zu kostbarster Ausführung, daß man auch infolge erheb- lichen Preisabbaues mit geringen Mitteln ein prächtiges Geschenk erstehen kann. So z. B. ist eine gutgehende Arm. band, oder Taschenuhr für jeden unentbehrlich.� Silberne Bestecke find bei dem niedrigen Silberknrs kein Luxus- artikel mehr und erhält man� schon 1»Dutzend echtsilberne Eßlöffel. 500 Gramm schwer, für 45 Mark. Aschingers Weihnachtsstollen gehören auf jeden Weib- nachtstisch. ebenso der ante Aschinger-Honigkuchen und t-f so entzückend dekorierten Aschinyer- Torten. Einen ganz besonderen Rni baden Aschingcrs Altdeutsche und Napf- kuchen. Diese Kuchenwaren und ausgezeichnete Schoko. laden und Konfitüren gibt es nickt nur m allen Aschinger. Konditoreien und Aickinaer-Bäckerläden. sondern auch in den zahlreichen Pertriebsstellen von Aschingers Backwaren überall in Berlin. Für den Weihnachtstisch des Rauchers Boenicke-Aiga«e»l Als an der Spitze marschierende Marke sind Boenicke- Zigarren ein besonders begehrtes Geschenk und sollten auf dem Weihnachtstisch des Rauchers nicht fehlen. In Geschenkpackungen zu 100. 50. 25 und 10 Stück aller Preis. lagen bietet die durch die besondere Preiswürdiakeit ur>A Gute ihrer Fabrikate in Raucherkreisen seit Iahrzehrrte� bestens bekannte Zigarren-Imvortfirma Dtto Boemck?. Berlin W. 8. Französische Str. 21. und Zweiggeschäfte d» denkbar größte Auswahl. Für Geschenkzwecke als auch für den eigenen Bedarf sind auch die in verschiedenen Preis. lagen in eleganten Metallkästchen als Zierstück für den Rauchtisch neugeschaffenen Sorten lehr beliebt, deren Herausgabc zu den außerordentlich niedrigen Preisen nur infolge größter Abschlüsse und Begnügung mit geringstem Nutzen möglich war. Jetzt vor Weihnachten wird vielen Händlern und Wieder- Verkäufern Gelegenheit geboten in Weihnachtsartikeln wie Strümpfe, Socken. Trikotagen. Strickwaren, Schals, Eachenez. Krawatten, Hosenträger, Sockenhalter, Taschen- tücker, Seifenaeschenkvackungen usw. ihren Einkauf brllig zu tätigen ber der Firma M. Haberfcld, G. m. b. H., Berlin 6« 25, Rochstr. 1. Das bekannte Möbel, und Waren-Kzedikhaus B. Feder. Brunnenftr. 1 und Brunnenstr. 97. das nur die besten Möbel, Teppiche. Gardinen, gute Bekleidung'ttr Herren. Damen und Kinder, schöne Wäsche, Trikotagen, Strickwaren und dergleichen führt, hat die Preise dem jeweiligen Wirtschaftsbarometer stets angepaßt und zum bevorstehen- den Weihnacktsfefte abermals stark gesenkt. In der Tat sind in verschiedenen Abteilungen die Waren billiger als in manchen Kassaacschäften. Interessenten werden um Be. sichtigung der reich ausgestatteten Verkaufs, und Aus. stattüngsläger gebeten. Am Sonntag sind die Geschäfte von 3 bis 7 Uhr geöffnet. „Ein paar Worte über Bett.Eouches." Die zwei ver. einten Worte„Bekt. Couch" sollen, praktisch genommen, getrennte Begriffe darstellen, nämlich„Ruhestatt" und „Bett". Die wahre„Bett-Couch", die„Ruhestatt" und „Bett" in höchster Vollendung in sich vereint, zeigt nur die älteste Spezialfirma Deutschlands„R. Iaetels Patent- Möbel. Fabrik". Berlin SW. 68, Markgrafen- Ecke Koch- straße, die jedem Interessenten gern diesbezügliche Kataloge kostenlos zusendet. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einsenduntzen lili diele Subcil nur on Das Iugendl-kreturiai Berlin EW K8 Lindenftrotze 2. vorn 1 Trevne rechis Arbeitskreis Abraham: Heut« 9V- Uhr im Heim. Linbenstr. 4, vorn 1 Tl., spricht Genosse Dr. slirchheimer: Das Ende der Weimarer Verfassung. Inter- rssicrtc Gaste roiUfornmcu. Pralctarischc» Orchester der SAZ.: Heute pünktlich 14 Uhr Probe im Heim, Lindenstr. 4. vor» 1 Tr. Achtung. Wanderleiter! Bei Benutzung der Fernbahn bei de» Weihnacht». fahrten ist eine oorherige Anmeldung unter Angabc des �u benutzenden Zuges auf den /Zuständigen Adfahrtsbahnhofen bis Dienstag, 20. Dezember. 18 Uhr, notwendig. heute, Sonntag: Sportpakast: W.-B.-Abend. Reukollu IV: lfli£ Uhr Kanner Straße: Be- sprechung der Weihnachtsfahrt. Schönhauser Dorstadt: Heimabend 19'.- Uhr, Echonfließer Str. 7. Neukölln VII: ft. M. S.: Heimabend lOVa Übe: Kumpel- leben. Friedrichshagen: Friedrichstr. 89: Volkstanzabend. Gesundbrunnen IT: 18 Uhr bei Baer. Weihnachtsfeiern mit besonderem Programm: Stralauer Viertel: 19 Uhr, Goßlerstr. 61. Lichtenberg-Nord: 19 Uhr, Guntersir. 44. Hohenschöakausen: Restaurant Götze, Beginn 18 Uhr. Nordost l: Danziger Str. 62, IZ. 3: Beginn 18 Uhr. Werbebezirk Mitte: 19 Uhr, Waiseustr. 18: Bunter Abend mit Henri Reiff. Werbebezirk Tiergarten: Heimabend 1912 Uhr, Lehrter Straße 18—19. Werbebenrk Wedding: 18 Uhr Heimabend Willdenowstraße 5. Werbe- benrk Prenzlauer Äerg: 9' 2 Uhr Funktionärkonferenz im Altersheim, Danziger Str. 6?: Die politische Situation und die Aufgaben der Jugend. Referent Erich Schmidt. Interessierte Genossen haben Zutritt. Mitgliedsbuch mitbringen. Werbebezirk Kreuzbcrg: Abendveranstaltung im P.-B.-Saal, Lin- denstr. 3, 2. Hof, 2 Tr.: 1. Veranstaltung 17 Uhr: 2. Veranstaltung 191? Uhr. Wcrbebezirk Westen: Der für heute angesetzte Heimabend muß wegen Raum- schwierigkeiten ausfallen. Werbebezirk Neukölln: Bildungsausschußsitzung 91 2 Uhr Baracke. Ganghoferstraße lKinderfreunde-Aula). Jede Gruppe muß vertreten sein. Bringt die Wandzeitungen und Berichte von Gruppenabenden mit. „Der Querschnitt" probt 8% Uhr Bergstr. 29. Morgen, Montag. 20 Uhr: Kansa: Bochumer Str. Üb: Zehniniirulenrescralc.-Moabit I: Waldenser Etratzc 20: Beihnochlsfeier. Moabit 11: Bremer Str. 79: Feste und Feiern. Sportpalast: Genthiner Str. 17: Wie sieht es im Sozialismus aus? Arne» walber Platz II: Schönlanler Str. 11, B. 3: Wir unb bie»olonien. Falk- platz I: Sonnenburger Str. 2fl: Bretlipielabend. Faltplatz II: Politisch- satirischer Abend. Hohenschönhausen: Schule Dinaclstäbtec Strasse: Politische Satire. Kumannplatz:(Sleimsir. 33/35: Surnor; Weihuachtsheschcrung. Nord- est II: Danuger Str. 62, B, 3: Das Wesen der heutigen Wirlschoft. Schön- hauser Borstadt: Sonnenburger Str. 26: Sexuelle Fragen. Friedrichshain: Diestelmeyerstr. 5/6: Fahrtbesprechung. Stralauer Viertel: Sosslcrstr. 61: Heimabend. Hallciches Tor: Porckstr. 11: Heimabend. SUtibnsser Tor: Urban- urassc 167: Lcseabcnb. Luisen stadt: Wasserlorstr. 4: Geschichte des Wcihnachls- feftes. Charlotteuburg.S.: Spresstr. 3»: Delegierte und Tribüne beim Ber- liner Bo�irtspurteitag. Baumfchulenwcg: Ernftitr. 16: Ist Religion Privat. fache? Johannisthal: Rathaus: Spielabend. Fricdrichsield«: Guntcrstr. 44: Warum rauchst du nicht? tzarlsharst: Trcstomallee 44: Leseabend. Pankow RF.: Lissingcnstr. 4b: Anfangsgründe des Sozialismus. II. Wcrbebezirk Wedding: Vorsitzcndenkonfercnz pünktlich 29 Uhr, Ledigenheim, Schönftedtstrassc. Wcrbebezirt Prenzlauer Berg: Borsttzendeu.ktoufercnz 29 Uhr. Sonnenburger Str. 29. Wcrbcbezirl Schönebcrg: Ei'perauto-Kursus 29 Uhr Schule Tempelhoicr Weg. Werbedezirk Neukölln: Alle erwerbslosen Genossen beteiligen stch an der Erwerbslosenznsomnienknnft der Partei ab 15 Ubr im Heim, Lanncr Strasse.—„Der illuerschnitt" probt pünktlich 39 Uhr Gang» Hoferstrasse. tfrrne Gewerkschafis-Iugend Berlin Heute, Sonntag, 18. Dezember: Wir sind alle auf dem Iugendgelände m Brieselang. �uoenvaruppe des Lentralverdandes 0er Anaestellten Heute, Sonntag, kommen die Iugendmitglieder des Bezirks Nordwesten im Iuaendheim Lehrter Str. 18—19, Zimmer ö, von 18 bis 22 Uhr, zu. sammen. Friede! Hall liest aus den Werken von B. Traven.— Stralau: Gruppenwechnachtsfeier im Heim Gunterftr. 44.— Lichtenberg: Gruppenweih. nachtsfeicr gemeinsam mit dem Iugendbezirk Stralau.— Südost: Gruppen- Weihnachtsfeier im Heim.— Treptow: Weihnachtsfeier mit der Iugendgruppe Südost.— Spandau: Gruppenwcihnachtsfeier im Heim. Die Iugeaddezirke Gesundbrunnen, Norden und Wedding kommen von 18 bis 22 Uhr im Jugend. heim Willdenowstr. ö zusammen.— Morgen, Montag, finden folgende Ver- anstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turiner Ecke Seestraße. Ein Rückblick auf das zu Ende gehende-Jahr.— Nordost I: Jugendheim Ehristburger Str. 7. Arbeitsgemeinschaft.— Nordost IT: Jugendheim Schönlanker Str. 11. Prole. tarische Weihnachtsfeier.— Weißensee: Jugendheim Vistoriusstr. 24. Gruppen. Weihnachtsfeier.— Urban: Jugendheim Hobrecht. Ecke Sanüerstraße. Vortrag: „Das Internationale Arbeitsamt— sein Aufbau und sein Wirken". Referent: Derkow.— Die Freie Angestelltcabank e. G. m. n. H. tagt heute von 20 bis 22 Uhr im Verbandshaus, Hedemannftr. 12. Berliner Gewerkschaftsschule. Der nächste Wirtschaftspolitische Ausspracheabend ist am Dienstag, 20. Dezember, um 19 Uhr. im Saal 3 bzw. Saal ö des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24— 25. Thema:„Die Bilanz des Wirtschaftsjahres 1932". Leiter des Abends ist der Genosi'» Dr. Otto S u h r. Hmemnaßschneider. Morgen, Montag, 19 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24—25, Mitgliederversammlung. Bericht und Beschlußfassung über das Ergebnis der zentralen Tarifverhandlungen. Das Erscheinen oller Branchen. angehörigen ist Pflicht. Rur Mitglieder baden Zutritt, die mit ihreu Beiträgen nicht über vier Wochen im Rückstände sind. Die Branchenleitung. Aerztefacharuppe des Gesamtverbaades. Verein Sozialistischer Aerzt«. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Aerzte. Die Vorarbeiten für die ge- planten Reiheuntersuchungen an Arbeitern, Erwerbslosen� und deren Familien eil* S:nk4f4«ri.1«,•» Of 1 1.rr! vfnr, ,» Sr-v f i ik r T f f rtllT hjf tag, 20 Uhr. im großen Saal des Gesamtverbandshausos, Iohannisstr. 14�-15« anberaumt. Alle interessierten Kollegen werden dringend um ihr Erscheinen gebeten. Auch snmpathisiorende Aerzte. die sich an den Untersuchungen beteiligen wollen, sind zu der Sitzung eingeladen. In der lelzfen Woche vor dem Fest bringen wir noch einmal eine u ne r nie Dil c he Fülle vorzüglicher und Oberaus billiger FestOcsdicnKe! rarbiife Damen- Bademäntel aus gutem Kräuselsioff unr 5: ülodern gemusterte Herren- Bademäntel 5 50 Belldaminiren M 00 iMj aus gutem Linon mit /■ i Kopfkissen 50/ 0 nur 5. 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Manschetten nur 12: Elesante Kleiderröcke aus Kunstseide, Marocain, Haramersc�Iac und ähn lichen Stoffen 5:8:10: .Uoderne fesche Woilblusen in römischen S' reifen 1; Bunt semustex-ter Wasduaml' MorOenrodt S: mit Blenden besetzt.. nur Horgeo rocke t. extra starke Damen in reichster Auswahl zu nic- drfsrnten Prellen! Ski- Anzüge für Damen und Herren in korrekt. Formen ab 12 75 Ski- Bein Kieider für Daman und Herren nur 95 125 185 Trainings Anzüge 75 für Kinder mit Taschen und Reißverschluß, f. 4-5 lahre nur\W für Erwachsene»l» 5 3 praktische Waschsamt- Kleide schön nusterte dunkle Stoffe. aparte Kragen-Garnitur, verschiedene Formen. Einhei'ipreb nur Dffe. M&ta hie- ,ur%f 0 eieaate IM' l'lMMikM feineSio fe. wieF amiso" Kammersch aa u.a in besonders schöner Ausfühiu.ie. lichte Abend- farben, auch schwarz, drei Serien 19:25:29: N a c h m i ttags Kleide aus neuzeitig Sufretta- totfen In Biesen abgesetzt. Glockenrock. feinste Ausführung. 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DEZ. 1932 Ut»l«al»u»grn für Hielt sRnbtit sind Beeil» SB« Lindensirnh» i Partemachrichten für Groß-Verlin ster»«> da,«tzirfslttrelariai Z. Hof. Z Trennen recht».»» richte» Vrbeitsgemeivschast sozialdemokratischer Lehrer u. Lehrerinnen, Dezirksgruppe Berlin. Aachgruppe höhere Schulen. Sitzung Dienstag. 20. Dezember, IS'-j Uhr, im Anllnifchea Knmnafium. Tegcsarbuuag: Sulturprogramm. Parteibuch legitimiert. Beginn aller Beranstallungen WA Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe' heute, Sonntag, IS. Dezember. tz. iirtH. Der Deutsche Kreidenkeroerbairb, die SAZ. und die Ainderireunde neranstalten heute 11 Uhr im„ffilmstern". Grone frankfurter Str. 28. eine Gemeinschastsfeier. Programm: Musik. Gesang, Cvrechchor, Regi- tationen Miimirkend«: Musittrw des DMP. unter Leiiung non Paul Mtlller, Quartett des Df?.. Martha John, SAI., Kinderfreunde. Ein- tritt 30 Pf. tzi. Abi. Die Parteimitglieder werden gebeten, die Ausstellung der Arbeiter- Wohlfahrt und der SAZ. am 18. Dezember von 11 bis 18 Uhr im Jugendheim, Gönstrahe, zu besuchen. 117. Abt. Die Mitgliedschaft beteiligt sich heute geschlossen an der Winter- sonnenwendtsier der Kinderfreunde im Restaurant Götze, Berliner Str. W. Beginn 17�> Uhr. 13#. Abt. Den Ecnoisen zur Kenntnis, daß die Raturfreunde im Strand. schloß eine Wintersonnenwendfeier veranstalten. Eintritt ab 17 Ubr. Kabarettistische Darbietungen unter Leitung von Theo Marei. Anschlie- ßend gemütliches Beisammensein. Eintritt 30 Pf. Erwerbslose 10 Pf. Um rege Beteiligung bittet die Abteilungslcirung. Morgen, Montag. 19. Dezember. 14. Kreis. 15 Uhr Zllsainmenk'lnft erwerbsloser Parteimitfllieder im Keim, Konner Str. 42: Frankreichs AusienvplitiF. Referent Piktor Schiff.— ID1* Uhr otfcunfl der Vildunssskommifsion im Parleibilro, Fuldoftraße. 15. Kreis. Kreisvorstctndsfifcunq an bekannter Stelle. Ifl. Kreis. Wichtige Krmsvorltandssit-ung an bekannter Steve. 17. Kreis. 18 Uhr �rak'ionssifcunq der Ve/»irksverordneten und Aitrgerdepu- tiefen im Limmer.?6. Rathaus Möllendorffftr. 6. 18. Kreis. 2V Ubr Kreisvorftandssl�una bei Gallas. 2oben. Dafür findet Dienstag. 20. Dezember, um 19' t Ubr in der Reuen Schule» Wittenau, eine erweiterte Kreisvorftands- sitzuna statt. 1. und 3. Bbt. Zusammenkunft der Züngerengrupven im Gewerkschaits. haus. Isbannisür. 19. 20 Uhr. Vortrag des Genoffen Kahn-Freund: Vie stehen wir s�ur Demokratie? 13. Rbt..�nfammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Röstel. Putlibstr. 10. Referent Paul Bernstein. Thema wird in der Veranstaltung bekannt- gegeben. 31. Vbt. Achtuna. Ve�irksfiibrer! Die Quartalsabrechnung und die Abrech- nunq der SolidaritLtshilfemarkcn mxir\ nach Kassierung aller Außenstände bis spätestens 24. Dezember beim Kassierer erfolgt sein. Be.�irksführer. bttcher mitbringen. 35. Abt. l?unk�ionärverfammlung bei Lemble, Schreineritr. 38. 42. Abt. 20 Uhr Mitgliederv-rsammlung in Kleins �estsälen. Vlüä)crftr.«1: Unsere Arbeit im neuen Reichstag Referent Erich Kuttner, M. d. L. 8ä. Abt. Ä) Uhr 5idung des engeren Vorstandes mit den Be�irksführern bei Görlitz. Chauffeettr. 19. 94. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Schröder, Steinmetz. stmsie 52: Tagespolitik. Referent I. P. Maner. 97. Abt 18 Uhr an bekannter Stelle Abrechnung der Sammellisten. 108. und 108�. Abt. 19*4 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im VaNeibeim Köpenick. Schlosistr. 27. SckiaUplattenabcnd. 124. Abt. Alle Unterkassierer werden gebeten, bis Ende der Woche samtliche Reste einzukassieren und nächsten Montag beim Abteilunqskassierer ab zu- rechnen. 128. Abt.Zabladend des 6. Bezirks bei Bader, Kissingenstr. 4. Referent Gustav Weber. 12». Abt 20 Uhr Sitzung der Zeitungskouunission beim Genossen Steglitz. 34. Abt. Quartalsabrechnung Kadiner Str. 10, 30. Abt. 20 Uhr beteiligen sich die Parteimitglieder an der Wintersonnen. wendfeier der SAI. un Jugendheim, Tilsiter Str. 4/5. 44. Abt. Wichtige Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Ewald, Skalitzer Str. 126, 20 Uhr. 4». Abt. Schwerhörige. Versammlung im Jugendheim, Lindenstr. 4. 52. Abt. Die Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder fällt aus. Alle Ge- nossen beteiligen sich an dem luftigen Schallplattenabend der SAZ. im Zuaendheim. Kaiserin-Augusta-Allee 97. Beginn 20 Uhr. 71» Abt. 19 Uhr wichtige Funktionärsitzung bei Rosenau, Laubacher Ecke Bar- ziner Straße. 82. Abt. Mitgliederversammlung bei Schellhase. Mornstr. loa: Ethik und Politik. Referent Z. P. Maner. 90. und 92. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder bei Düben. Fulda. Ecke Weserstraße: Demokratie und Klassenkampf. Referent Dr. Froenkel. 99. Abt.„Kinder helfen Kindern." 16 bis 18 Uhr Ausstellung der von der Kinderfreundeorganisalion zur Verteilung gelangenden Spielsachen in der Zdealhalle, Hannomannstr. 42. Um regen Besuch der Parteimitglieder wird gebeten. Ab 18 Uhr gemeinsame Feier. 131. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im Jugendheim, Ltndenstr. 47. Referent Oswald Zienau. Dounerstog, 22. Dezember. 5. Kreis Arbeiterbildunqsschule. Zm Keim, Tilstter Str. 4/5, letzter Kursus. abend Schröder. Unsere weitere Arbeit. 23. Abt. Die Dezemberzusammenkunft der jüngeren Parteimitglieder findet diesmal Donnerstag. 22. Dezember, statt. Genosse'Erich Qvenbauer refe. riert über das ReichÄkuratorium. 38. Abt. Quartalsabrechnung um 18 Uhr Friedenftr. 88. Freitag. 23. Dezember. z. Keei» Arbeiteewohlfalirt. Pünktlich löVi Uhr Crmctbolofcnfeiecftunic im Heim. Tilsttcr etc. l/ö. Teilnahme nur mit roter Kontrollkarte, Kinder bilien wir nicht mitzubringen. 11. Abi. Der Zahlabend fallt am 23. Dezember aus. Frauenveranstaltungen. Dienstag. 20. Dezember. 12. 11. 1». Ii. 77. 85. 103. 13«. 1«. 1«. 21. 29. 30. 31. Keei». Sitzung der Bezirksverordneten bei Dobrohlaw, Swinemünder Sirahe 11. Ericheinen aller notwendig. Kreie Unsere Srwerbslosenzusammenkllnfie am Donnerstag, 22. Dezember, fallen aus. Dafllr gemeinsame Zusammenkunft und Zahresabschluhieier Dienstag, 2V. Dezember, 18 Ubr, im grohen Saal der Kochsckulbrauerei, Amrumer ölratze. Die erwerbslosen Genossen mit ihren Angehörigen werden hierzu eingeladen. Eintritt frei. Mitgliedsbuch und Karte vor- zeigen Keei» Arbeiiermohlfadrt. Pünktlich 15 Uhr Erwerbslosenfeierstunde im Keim, Tilsiter Sit. 4 r Musik. Gelang. Rezitationen Teilnahme nur mit blauer Kontrollkarte. Kinder bitten wir nicht mitzubringen. Keei»...Engere" mit Abteilungsleitern im Rothaus. Zimmer I. Kreis. A Uhr Sitzung des Äreisvorstandes mit den Abteilungsleitern b«! Rosenau, La»back>er Ecke Barziner Strahe. Krei». Kreisvorstandssitzung an bekannter Stelle. Kreis. Sitzung des Kreisvorstandcs und der Abteilungsleiter. Kreis. Ennerbslolenzusammenkunsl im Zugendheim, Görschstr. 11: Weih- nachtsfeierliunde unier Mitwirkung von Martha John. Abi. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Lenz, Demminer Strahe 10. Referent Dr. I. Schlesinger. Abt. Listenabrelbnung bis 13 Uhr bei Danzke. Abt. Porftandssitzung an bekannter Stelle. Abt. 20 Uhr iZunkiionörversommlung bei Pommerening. Abt. 15 Uhr bei Tromvier. Luisenstr. 1. Znsammenkunst aller Parteimit- glieder. Um restloses Erscheinen wird gebeten. Abt Die für Dienstag sesigesetzie Sitzung findet wegen des Kurses von Z. P. Mover am Donnerstag. 22. Dezember, um die gleiche Tageszeit bei »iehne siatt. Mittwoch, 21. Dezember. Krei«. 15 Uhr im Heim, Kanner Str. 12, Unierhaliungsnachmitiag für die erwerbslosen Parteimitglieder. Abt. 10 Uhr proletarische Weihnachtsfeier im oberen Atlaniiksaal. Behm- strahe. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder 20 Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21: Die geistige und soziale Lage der Zwischenschichten und ihre Gewinnung für den Sozialismus. Referent Dr. Walter Sroh. Aht. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Buchholz. Prenzlauer Allee Ecke Slargarder Strohe: Wie diskutiere ich mit dem politischen Gegner? Referent Paul Bernstein. Abt. Zusammenkunst jüngerer Parteimitglieder bei Post, Slargarder Ecke Lvchener Strahe, Thema wird in der Veranstaltung bekanntgegeben. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Koldschmidt, Stolpische Str. 36: Materialistische Geschichtsauffassung. Referent Dr. Den ick». Die Arbeitsgemeinschaft der Kinderlreundc Sroh-Berli» oeranstatict am Montag. 19. Dezember, 20 Uhr, im Metallarbeiterverbanbsha»«, Alle Zakob- Ecke Gitjchiner Strohe eine Kaspcrlcvorstellung, zu der unsere Genossinnen I herzlichst eingeladen sind. Gleichzeitig wird der Besuch der Kinderlrrunbe-! Ausstellung im selben Sause empfohlen, die nur nach bi» zum 20. Dezember »ou 10 die 22 Uhr geösknet ist. Das iZranrnsekretariat. » Wir bitten diejenige» Abtcilungslciterinne», die den Fragebogen für den Zabresbericki noch nicht eingesandt haben, die» umgehend nachzuholen. Da» Zranensekretariat. 1- 3. Abt. Die Weihnachtsfeier findet nicht Montag, sondern Mittwoch, 21. De. zember. 20 Uhr, im Saal 1 Gewerkschaftshaus, Engeluker 24 25, statt, 7. Abt. �Montag, 19 Uhr. bei Arndt, schröderstr. 2. Schallvlattenabend des Genossen Denickc: Querschnitt durch die Mussk. 11. Abt. Montag, 19. Dezember, in der Schule. Putbusscr Sir. 22, Bunter Abend. Vortragender Genosse Klee. 23. Abt. Montag, 19. Dezember, bei Heintze, Barius- Ecke Glasgower Strahe: 2 Stunden Gemütlichkeit. 21. Abt. Montag. 19. Dezember, bei Heibutzki. Danziger Str. 46. Aus. lpracheabend iibcr das Kommunistische Manifest. 39. Abt. Montag. IS. Dezember, im Zugendkeim, Lindenstr. 1, Bunter Abend. Vortragende Margarete Waiiotte. 15. Abt. Moniaa. 19. Dezember, bei Binczier, Reichenberger Str. 104: Will Siiler S zialismus? Rejerenlin Elvira Krüger. 54. Abi. Mittwoch, 21. Dezember, im Zugendheüu, Rosinensir. 4: Ernste und heitere Rezitationen der Genossin Margarete Fichtner. 57. Ab». Montag, 19. Dezember. 20 Uhr, bei Dohrmann, Krumme Str. 32. 77. Abi. Dienstag, 20. Dezember, 20 Uhr, bei Jürgens, Barbarossastr. 5s: Sozialistische Lebensacstaltuug. Rcserentin Martha Lehmann, 76. Abt. Montag,>9. Dezember, 20 Uhr. bei Schmidt. Eversftr. 18, Heiterer Abend. 81- Abt. Mittwoch. 21. Dezember, 21 Uhr, bei Klabe, Handjernstr. 60/61.* Ernstes und Heileres. Vortragende Eisriede Wollmann. 82, Abt. Montag, 19. Dezember, bei Schellhase. Ahornstr. 15». Abschlußfeier des Jahres. Vortragender Hans Fuhrmann. 83. Abt. Montag. 19. Dezember, 20 Uhr, bei Rode, Hindenburgdamm Ecke Rovnstrahe: Proleiaril-He.Feslluttur. Refereutin Rora Henle. 81. Abt. Dienstag, 20. Dezember, 20 Uhr. bei Lehmann. Kaifer-Wilhelm- Straße 29-31, Weihnachtsfeier. Anschließend gemütliches Beisammensein. Vortragende»liriede Wollmann 86. Abt. Kassenzettel für die Pfundsvende sind bis Montag mittag abzugeben bei Rother. KSrtingstr. 68; Rathmann, Lauxweg 24; Schmidt, Rathaus» (trotze 94 und bei den Bezirksführern. 9«. Abt. Montag, 19. Dezeaider, in der Lesehalle, Rogat- Ecke Zlsesiratze, Bunter Abend, Bortragende Friedet Hall. 99-.. Abt. Montag. 19. Dezember. 20 Uhr, in der Schule Parchimer Allee: Wie stehen wir zum Weihnachtssest. Referent Dr. Gotthard Eberlein. 10«. Abt. Dienstag. 20. Dezember, bei Rupperi, Rudower Str. 2oi. Bunter Abend. Vortragende Klara Brat. 102. Abt. AsA-Hof. Montag. 19. Dezember, bei Falkenhagen, Reue Krug. aller: Weihnachtsfeier. Vortragende Margarete Fichtner. 103. Abt. Zllontag. 19. Dezember, bei Tromvier, Frischen. Ecke Luisenstroße: Weihnachisjeier. Ansprache Maria Krische. III. Abt Mittwoch, 21. Dezember, bei Hcimann, Wallersdorfer Str. lOOt Der Wert der volitisch geschulten Frau für die Arbeiterklasse. Referentin Hennn Zaduezqnski. �.. 118. Abi. Montag. 19. Dezember, 1« Uhr, bei Tempel, Sudrunstr. 7: Weih- nackstsfeier für die Kinder unserer erwerbslosen Genossinnen. 124. Abi. Montag, 19. Dezember, bei Anders, Bahnliofstratze: Gesundhelts- pflege im Arbeiterhaushalt, Rtferentin Dr. Frida Alexander. 140. Abt. Montag. 19. Dezember, bei Möbius, Ernst. Ecke Drostestraße: Eine Stunde Zeitgeschichte. Vortragende Elfriede Wollmann. Arbeitsgemeinschaft der kiudersreunde. Besucht die Ausstellung der Kindeesreunde im Metallaebeiterver- bandshans, Alte Zakob- Ecke Giischiaer Straße. Geöffnet von 10 bis 22 Uhr. 'eute vrdnerdienft in der Ausstellung Kreis Mitte. nie Sonntag, 2 Sasperle-Vorstellnngea. Beginn 15 und 17 Uhr. •eas ,, Proletarische Orchester" gibt heute im Rahmen der An»- .r Heilung ein Konzert. Beginn 181» Uhr. Alle Eltern, Genossen nud Freunde sind herzlichst eingeladen. Mitte. Abt. Ernst Toller: Heute, 13u Uhr, Steffen zum Besuch der Ausstellung Falkenecke(Normaluhr), Donnerstag,*22. Dezember, findet im Heim unsere Gruppensonnenwendfeier statt. Beginn 18ZH Uhr. Alle Eltern sowie der engere Borstand der 5. Abteilung herzlichst eingeladen. Krei» Ziergarten, Abt. August Bebel: Rote Falken Montag Besuch der Aus- stellmig. Treffpunkt 3 Uhr Kleiner Tiergarten. Kreis Prenzlauer Berg, Abt. Viktor Adler: Heute, 16>. Uhr, Sonnenwcnd» ieier der Jungfalken in der Baracke. Nächste Sruppenveranftaltung erst am 2. Januar.— Abt. Bauooll: Heute, 14 Uhr, Treffen an der Falkenecke zum Besuch der Ausstellung und der Kasperlevorstellung. Für Rückfahrt eoentuell 15 Pf. Fahrgeld,— Abt. Freiheit und Hermann Müller: Montag, l9, Dezember, Jugendheim Gleimsir. 33—35, Volkstanz.— Jugendheim Sonnenburger Sir. 20 Fachlehrgang. Dienstag, 20. Dezember, 17>, Uhr, für beide Abteilungen Baden und Turnen. Um 20 Uhr wichtige Helfersitzung Stolpische Str. 19. Mittwoch, 21. Dezember, Rotfallen Gerichtssitzung. Freitag, 23. Dezember, Gleimstr. 33—35, für sämtliche Falkengrupven lustiges Jahresende. Kreuzberg, Abt. Eörlitzer Straße: Heute gemütliches Beisammensein aller Falken, Htzlfer und Eltern im Heim Schlesische Str. 42. Beginn 15 Uhr. Jeder bringt sich eine Tasse mit. Krei» Treptow, Abt. Laura de Basis: Rot-, Jung- und Neftiolfci, heute Besuch der Ausstellung, anschließend Kasperlevorstellung. Treffpunkt 13 Uhr Rotes Folkeneck. Tchöneberg: Zum Besuch der Ausstellung treffen sich heute, 14 Uhr, die Rest- salken am Koiser-Wilhelm-Platz. Friedrichshai», Abt. Paul Singer: Wir treffen uns heute, Sip Uhr. in Falkenkleidung am Küstriner Platz zum Sprechckor. Lichtenberg. Abt. Rote Stürmer: Heute. 19 Uhr. Sonncnwendleier IM Seim Dossestr. 22. Montag Treffe» zur Ausstellung 15 Uhr Rate Erde mit Eltern. Neukölln: Unsere Wintrrsonnenwendfeier findet am Montag, l9, Dezember, im Saalbau Neukölln, Bergstr. 147, statt. Zur Aufführung gelangt die Kinder» komödie„Hans Urian gebt noch Brot". Alle Genossen müssen die Mitglieds» karten mitbringen. Einlaß 181.) Uhr. Die Svirltrupve probt heute, 14 Ubr, im Kreisheim. Alle dazu notwendigen Sachen müssen mitgebracht werden. Haupt» probe Montag, 16 Uhr, im Soalbou Bergstraße Dilmersdorf: Heute, 16 Uhr, Sonneninendfeier des Kreises Witmersdort im Jugendheim Wilhelmsaue 1?Z. Ende 18 Uhr. Eintritt 20 Pf., Kinder 10 Pf. Parieigenosien und deren Kinder herzlichst eingeladen. Hohenschönhausen: Hente findet uvst-re S"nnenmendtejer statt. Beginn 18 Uhr, Berliner Hof, Berliner Str. 93. Rezitgtivn. Lai-nsmel und A"r>it«rfie: Genosse Botdnr Montag gehen mir zur Ausstellung...Kinder helfen Kindern". Tressvunit Siedlung 1ZV. Uhr, Absohrt 151» Uhr Wernruchener Straße. In diesem Jahr findet kein Gruppenabend mehr statt. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rat-Gold" G e j ch L t t s st? I! e: Berlin S 14 Sebnstinnstr 37-38 Ho�? Tr Mitte(Iuvgba): Sonntag, 18. Dezember, 19 Uhr, Weihnachtsfeier bei Klemens, Sophienstr. 6.— Wedding(Bortrupp): Dienstag. 20. Dezember. 17 Uhr, Iuaendhcrm Seestr. 57. Referent: Kam. Freitag. Theoretische und technische Ausbildung.— Prenzlauer Berg'Qrtsverein): Dienstag, 20. Dezember, Kameradschaftsversammlungen in den betannten Lokalen.— Tamboürtorps: Montag, 10. Dezember, 19� Ubr. Uebungsstunde im Altersheim. — Friedrichshain. Kameradschaft Stralau: Dienstag. Ä>. Dezember, General» Versammlung bei Wertalla, Hohenlohestraße. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. — Bortrupv: Mittwoch, 21. Dezember. l9?4 Uhr. Jugendheim Ebertpstr. 12.— ReuköllN'Britz- Montag.' 19. Dezember. Mitgliederversommlungen: Zug N: 20 Uhr bei Düben, Weserstr. 41.— Zug Iis: lölu Uhr bei Wrlff. Kaiser-Friedrich' Straße 173. Referat.— 4 Kameradschaft: Montag. 19. Dezember. 20 Uhr, Kameradschaitsversammlunq in der Idenl-Halle. Buchkontrollc.— Treptow (Iungba): Montag. 19. Dezember, 20 Ubr. Liederabend. Instrumente mit- bringen. Buchkontrollc. Im bekannten ssugeudbeim.— Lichtenb'rq(Ort-verein): Sonntag, 18. Dezember, 14� Uhr, Filmmatinee in den Kasmos-Licbt'vielen, Lückstraße. Film:„Die hölzernen Kreuze". Karten sind n�ch an der Ksssc zu haben— Weißensee 4Iungbannerl: Achtung! Unsere Hennabendc Mittwochs im Jugendheim Piftariusstraße fallen aus. Dafür jeden Freitag, 2V Uhr, im neuen Jugendheim, Caseler Str. 2. Polizeisportoereiu Berlin e. P., AbtcUung Eiuheitsturzscbrift. Regelmäßige Uebuugsabendc an allen Wochentagen, außer Sonnabends, l9r.'. bis 21 � Ubr. im Polizeischulgebäude, Hann''versche Str. 26— 80 2. St�ck. Zimmer 1>». An- fänger-, Fortbildungs. und Redeschrirtkurse. Auch für Zivile. M-'natsbeitrag 1,50 M. Beginn des nächsten Anfängerlehrg''ngs M'tte Zanuar. Weitere Aus kunft erteilt gern Erich Zwickert. Neukölln, Pannierstr.!8. 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Versäumte Gelegenheit In der Ausschuhsitzung des R e i ch s v e r- bände» des deutschen Groß- und Ueberseehandels sprach der Vizepräsident Petersen-Homburg über die Entwicklung der Weltwirtschaft und den deutschen Außenhandel. Er wies daraus hin, daß die Struktur- änderungen in der Weltwirtschaft noch wichtiger seien, als die konjunkturellen, was sich besonders an den die wirtschaftlichen Grund- lagen des britischen Imperiums so stark wandeln- den Ottawa-Verträgen zeigen lasse. Seit Ottawa habe immerhin die Möglichkeit bestanden, daß die südamerikanischen Länder, die nordischen Länder. Holland, Italien, Spanien, einen Absatz ihrer Produkte außerhalb Englands suchen müh- ten. Hier habe sich für Deutschland eine so leicht nicht wiederkehrende Chance geboten, die unoerständlicherweise durch die unglückseligen Maßnahmen der Einiuhrkontingente im ungeeig- ncsten Zeitpunkt gefährdet worden sei. Gründung eines Schuhverbandes für Obligationäre. Dieser Tage ist in Berlin ein Obligationär- schutzoerband lGeschäftsstelle Berlin, Kürfürsten- dämm 2S4) gegründet worden. Die Gründung er- folgte wegen der zahlreichen Vorfälle in letzter Zeit, in denen Besitzer von Industrie- und Kom- munalobligationen und sonstigen Schuldverschrei- bungen zu schweren Opfern genötigt wurden. Der Bund stellt sich die Ausgabe, die vielfach rechts- unkundige» Obligationäre zu beraten, ferner als Verband auf die Gesetzgebung e i n z u- wirken und schließlich in den einzelnen Fällen die Rechte der Obligationäre wahrzunehmen. Pfundverfall stützt englischen Export Die Entwicklung des englischen Export» im November steht im Zeichen des Pfundsturzes. Die Ausfuhr besserte sich von 30,4 auf 31,09 Millionen Pfund, so daß die Steigerung in den beiden letzten Monaten rund 18,6 Proz. aus- macht. Da in dieser Zeit der Pfundkurs um nahezu 10 Proz. gefallen war, prägt sich hier deutlich der Zusammenhang zwischen Währungv- oerfall und vorübergehender Exportbelebung aus. Dieselbe Entwicklung war auch im vergangenen Jahr festzustellen, der ein schneller Rückschlag folgte. An ein dauerhaftes Funktionieren der„Exportprämie" aus dem Währungsverfall ist nach den bisherigen Ersahrungen jedenfalls nicht zu denken. Vom Januar bis November betrug die Einfuhr 042,7 Millionen Pfund und die Ausfuhr 331,5 Millionen Pfund, jo daß die englische Ha>i- delsbilanz mit 311,2 Millionen Pfund, das sind zum heutigen Kurs etwa 4,3 Milliarden Mark, passiv ist. Pngelharclts Piergewinne Die bisher vorliegenden Brauereiabschlüsse be- weisen, daß die Biersteuersenkung im Frühjahr dieses Jahres nicht gerechtfertigt war. Der Bierabsatz hat sich nicht gehoben, und trotzdem werden allgemein Dividenden verteilt, wie sie in der deutschen Wirtschast sonst heute nicht vor- kommen. Das Braukapital ist also— entgegen unseren Forderungen— auf Kosten anderer Wirt- schaftszweige, die unter der Krise stärker leiden, ungerechtfertigt begünstigt worden. Der Aussichtsrat der Engelhardt- Brauerei A.- G., Berlin, beschloß, die Ver- teilung einer Dividende von 5(im Vorjahr 8) Pro.;. aus das 12-Millionen-Mark-Kapital vorzuschlagen. Der Reingewinn ist von 1,27 auf 0,85 Millionen Mark zurückgegangen, aber die G e s a m t a b- schreibungen wurden von 2,0 aus 2,8 Mil- lione» Mark erhöht. Allerdings find dabei eine Reihe von stillen Reserven a u f g e l ö st worden. Ob die Erhöhung der Abschreibungen auf faule .Konzernglieder zu rechnen ist oder andere Ursachen hat, wird erst aus dem Geschäftsbericht zu er- sehen sein. Ueber Neuwahlen zum A u f s i ch t s- rat, die nach dem Ausscheiden Bodenheimers und anderer notwendig sind, wurde noch nicht ver- handelt. Die Generalversammlung der ostoberschlesischen knappschastsoereine hat einen abermaligen Ab- bau der Invaliden- und Witwenpension um 15 Proz. ab 1. Januar beschlossen. Bi'lLf tfiupndisoolle hauten Füllhalf r- Neuhelten ~ Wunderfüller Selbslöffner Llobllna" m �ro6/&n& Neuiiir feÄ'J- ,, Liebling" Viele Zehntaus. � im Gebrauch Friedrichstr. 143, am Stadtbhf. „ 163, Ecke Behrenstr. .. 183,EckeMohrenstr. LeipilgerStr.113, Ecke M au erst r. Tauentzienstr. 4, a. Wittenbgpf. Sp/tte/markt 15, Oo/dfinkecke Friedrichstr. 7 4(Hauptgeschäft) llt&jiemietmti Der sozialdemokratische Abreißkalender 1933 ist neu erschienen. In Kupfertiefdruck hergestellt. ist er ein schönes Geschenk für den Weih» nachtstisch. Der Preis ist herabgesetzt und kostet statt 2.00 RM nur 1.75 RM Er ist bei allen Zeitungs- boten, Vorwärts-Abgabe- stellen und Parteibuch- handlungen oder direkt bei der Vorwärts Buch- druckerei, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, zu haben Verein der Berliner Bnchdrucker und SchrittgieDer vi« Auszahlung der Weihnachtsunterstützung für die arbeitslosen Kollegen erfolgt in der Zeit vom 21- bis 30. Dezember in den üblichen Bürostunden. Am 24. und 27. Dezember wird keine Unterstützung ausgezahlt. Ms billigen Preisen! HERREN KLEI DÜNG LEIPZIGER- ecke FRIEDQICWSTQ.€ Sonntag von 3 bis 7 Uhr geöffnet lemaiemer Die Stimmzettel für die Wohl des zweiten Gauvorsitzenden und des Sekretärs werden vom Montag, dem 19. Dezember an im Zimmer 14 des Gaubüros ausgegeben. Alle Betriebe mit 20 und mehr Kollegen, sowie solche, in denen die Beitrage nicht abgeholt werden, müssen die Stimmzettel nach Anzahl der Beitragszahler vom Gaubüro selbst abholen. Einzelzahler sowie Arbeitslose, Kranke und Invaliden erhalten ihre Stimmzettel ebenfalls auf dem Gaubüro. Di« Wahl findet in der Woche vom 19. bis 24. Dezember stott. Die Stimmzettel sind verschlossen und druckereiweise geordnet von den Vertrauensleuten oder Druckereikassierern bis zum Donnerstag, dem 29. Dezember, mittags 12 Uhr, im Gaubüro, Engelufer 24/25 I, Zimmer 19, abzuliefern. Di« Auszählung erfolgt Donnerstag, den 29. Dezember, nachm. 3 Uhr an. Im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Saal I. Di« Vertrauensleute werden ersucht, zu dieser Auszählung zahlreiche Delegierte zu entsenden. Uni von Wolle ÄÄ Flaih& Eogeiar»1� Schenken Sie einen Gutschein auf Wolle- Die Freude jeder Dame Deutsdier lietallameitei-VeM Verwoltnngutclie Berlin Todes-Anzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Rohrlegerhelfer Emil Habisch geb. 31. Juli 1876, am 10. Dezember gestorben Ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Die Orisverwaliang Homöopathie Belttndlg. I Mark| Kfipr TIUnKHtr. O Innere». Nerven!, LIISCI 10-2, a-J.Sbd. b.5 WMjWUilM-WW Montag, von IS. Dezember 1932, abends 7 Ahr, im Gewertfchafts- fjaus, Sngelufer 24 23(fficoö Weibiidie Vertrauensleute und Betriebsräte Dienstag, den 20. Dezember 1932, abends?>/» Ahr. im Zngendheirn des Verbandshause». Eingang B, SlsSsser Strohe 86-88, Ii Treppen Konferenz der weiblldien Verlraaenelenie and BetriebirSte Tagesordnung! 1 Bericht aus den Betrieben. 2 Verbandsangelegenheiten und Ver- ichiedenes. Da es sich um wichtige Fragen handelt, werden bi- Kolleginnen gebeten, bestimm! und pllntthch zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimieri! WahiKörper-Versanunlund der arbeitnlosen nitgiiedcr Mittwoch, den 21. Dezember 1932, norm. 11, Ahr. im Sihnngssaai des verbandshanses, Linien- straste 83 85 WahikOrper D: EUenkomtrukHont-, Auto-, Maichloen-, Bau-, Schwarz- blech- u. Karoaaerleichlouer Tagesordnung! verichterstottung von der am 28. Aovember 1932 stattgesnndenen (Benctalaetfammlung. Zutritt haben nur diesen gen Mitglieder. die tm Berbandsduch die Beruisbeteich- nung haben. Illr welche die Versammlung einberufen ist. Ohne Miigliebsbuch und Arbeitslosen- karte lein Zutritt! vir Ortevmealtnng. Nach langem, schwerem Leiden entschlief am 16. Dezember mein lieber, guter Mann, unser Vater und Großvater Otto Ohnesorge im Alter von 66 Jahren In tiefer Trauen Frau Berta Ohnesorge Ludwig, Hedwig, Heinz Dubleibstuns unvergeßlich! Einäscherung 21. Dezember, 13 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. 37/38 Oanksagung Für die Teilnahme und trostreichen Worte anläßlich des Hinscheidens meines liehen Mannes sage ich allen Beteiligten herzlichen Dank, ganz besonders den Rednern der 18 und 25. Abteilung, sowie dem Reichsbanner Wedding für sein zahlreiches Erscheinen Ida Malier, Bötzowstraße 41 Allen Freunden. Bekannten und Parteigenossen die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Hermann Pladetfi heute Im 77. Lebensjahr sanft entschlafen ist. Berlln-Baumschulcnweg, 15 Dezember 1932 Um stilles Beileid bitten Anna Piadeck, geb. Herzberd und Kinder Einäscherung: Dienstag, 20. Dezember 1932, 18 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Nach mehrlährlger Tätigkeit als Assistenzarzt an der I. Inneren Abtei lung des Krankenhauses Neukölln(Dir.: Prof. Dr Ehrmann) habe ich mich als Mut lür mm KranlMeii niedergelassen. Dr. med. Adolf Berl Bln.-Niedendiönewelile Spredistd.: iü-IO. js-jl Brilitaslr. 31 Fernspt: F 3 Obenprsi 0838 m Tempelhof 1'A-, 2-, 2'/,- u. Sjj-Zimmer- Neubauwohnungen von Mk. 48.—, 48.—, 58.—, 87.— an mit Bad, Balkon, Zentralheizung, Warmwasser, Zentral-Waschküche, je nach Lage und Größe. Die Preise verstehen sich ausschließl. Heizung usw., sofort oder später zu vermieten. 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Wahl der Jahrcorechnnngspruser Arbeitnchmerl. Satzung und der sl Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 4. Aenderung der~ Wahlordnung. 5. Bericht der Verschmelzungskoininission. 8. Verschiedenes. Berlin-Weitzense«, 17. Dezember 1832. Der Vorstand: VrllhmSllcr, Schräg», Vorsitzender. Schriftsilhrcr. Ein Seibt Roland 3 macht Sie für immer zum begeisterten Funkfreund!» Er ist so preiswert wie kein anderer! ffirWechseUtr. RM. 129.- bsw. 166.- o.R. nahrwawn so.m für Gleicbair. RM. 136.- bsw 185.- o.R. Röbreaaaia Dr. Georg Seibt A.-G. Berlin-Schöneberg, Kolonnenstr. 29 HEUTE zwischen 3 und 7 Uhr ZU GLEISER ALEXANDERPLATZ Couches, Polstersessel, Rauchtische, Klein- M D B E L aller Art sowie geschmackvolle Zimmereinrichtungen bei uns zu unerreicht niedrigen Preisen. Fraditfreio liofontag. Katalog Nf.33 gratis. m*- 287 / Unsere Häuser sind heute Sonntag/ den 18. 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Hier heißt es, daß der Schutz des Siche- rungsverfahrens weit mehr als berechtigt in An- spruch genommen worden sei. Fälle schwersten und teilweise empörenden Mißbrauchs durch des Schutzes nicht bedürftige oder nicht würdige Schuldner ständen keineswegs vereinzelt da. Auch die Praxis der staatlichen Organe, die mit der Durchführung des Sicherungsoerfahrens betraut sind, ließ vielfach die zebolene Rücksicht- nähme auf berechtigte Interessen der Gläubiger vermissen. Zu der schwierigen Finanzlage der Kam- m u n e n heißt es, daß so verhängnisvolle Ereig- niste, wie die Zahlungsunfähigkeit verschiedener Großstädte, in der Hauptsache durch die Ab- wälzung der Arbeitslosenlasten auf die Kommunen zurückgeführt werden muß. Der Wiederaufbau des deutschen Kommunalkredites wird als eine der wichtigsten Voraussetzungen des gesamten deutschen Wiederaufbaues bezeichnet. Auf der Generalversammlung hielt der Präsi- dcnt des Verbandes Dr. S o l m s s e n von der Deutschen Bank und Discontogesellschast ein Refc- rat über die Politik der Banken in der Krise. Wenn Herrn Solmssens Licht auch nicht weit leuchtet, fo sollte er doch als Präsident eines großen Wirtschaftsverbandes sich davor hüten, nach den Erfahrungen der letzten Jahre von neuem die plattesten Unternehmerphrasen der Nachkriegs- zeit aufzutischen und zu erklären: „wenn jetzt von der Sozialijierung der Verluste gesprochen wird, so ist nicht zu vergessen, daß ihr die Sozialisierung der Gewinne vorangegangen ist." Die Herren Thyssen und von Siemens könnten ob dieses Ausspruches vor Neid erblassen! Für Herrn Solmssen gibt es also für die mästen- haften Zusammenbrüche nur einen Schuldigen, den bösen Staat, der die Gewinne„sozialisiert" hat. Herr Solmssen weiß nichts mehr von dem Zusammenbruch der F a v a g, wo die im Auf- sichtsrat vertretenen Grohbankiers bis zum letzten Tag vor der Pleite nichts davon gewußt haben, daß dieser Konzern 40 Millionen Aus- landsschulden(!) gehabt hat. Cr hat auch vergessen, daß die Großbanken ihre Schande mit einer Sonderabsindung an die Aktionäre, deren gesamtes Kapital verloren gegangen war, zu ver- decken suchten. Von der N o r d w o l l e hat er nie etwas gehört, in welche die Großbanken 200 Millionen hineingesteckt hatten und vierzehn Tage vor dem Zusammenbruch noch nicht wußten, daß sie verloren waren. Sollen wir weiter an die leichtfertige Kreditpolitik der Banken bei dem Karstadt- und Linoleumkonzern oder bei den letzten Großzusammenbriichen in der Tcxtil- industrie erinnern? Wenn die Führer der Großbanken an diese selbstverschuldeten Millionenverluste nicht gern zurückdenken, so ist das aus begreiflichen Gründen leicht verständlich. Sie sollen die Ocsfentlichkeit aber nicht für so dumm halten, um ihr suggerieren zu können, diese fürchterliche Wirtschaftskatastrbphe der letzten zwei Jahre sei durch st a a t l i ch e Sozialisierungstendenzen und nicht etwa durch das kapitalistische System selbst eingeleitet worden. Optimismus? Jahresherieht der Berliner Industrie- und Handelskammer Der Jahresbericht der Industrie- und Handels- kammer zu Berlin darf als der des wichtigsten Kammerbezirks besonderes Interesse beanspruchen. Es ist nur bedauerlich, daß der Ehrgeiz die Be- richterstatter seit Iahren plagt, in Konkurrenz mit dem Konjunkturforschungsinstitut oder mit den Großbanken(an sich wertvolle) Gesamtübersichten zu geben, so daß die Berliner Wirtschaft selb st allzu dürftig wegkommt. Der Jahresbericht bekennt sich zu einem g e, strugen Sie nach G.B.L.-Sirümpfen" Hervorragende Qualität in ollen Farben. Es gibt nichts Besseres I Im Hausschuhe im it. Kamel haar, mitKragen u.auch m. 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Dezember, von 3-7 geöffnet dämpften Optimismus mifc betont, daß eine Belebung der Weltwirtschaft nicht zur Be- scitigung der Produktionseinschräiikungen führen darf. Also eine Besserung der Konjunktur ohne Erhöhung des Beschäftigungsgrades, Preis- crhöhungen ohne Rückgang der Arbeitslosigkeit? Das sind dock) Boraussegungen, die nur sehr wenig zum Optimismus ermuntern. Die Belebung der deutschen Einzelhandels- Umsätze, die im Herbst nach dein Ansteigen der Rahstoffpreise erfolgte, hat nur wenige Tage a».gehalten. Die Berliner Kammer schätzt die II m s ä tz e der gesaniten deutschen Wirtschaft für das erste Halbjahr 1S32 auf 50 bis 6« Milliarden Mark gegenüber mehr als SY Milliarden Mark im ersten Halbjahr 1929. Daß der Jahresbericht einer Ilnternehmerkannner aus den geringen Aus- Wirkungen des Papen-Progra m m s nicht auf dessen Versagen schließen will, ist begreiflich. In dem'Abschnitt über die Handelspolitik wird eindeutig gegen die e x p o r t sch ä di g e nd e n Maßnahmen, die im letzten Jahre getroffen w»r- den, Stellung genommen, auch gegen Gleit- zölle, die niarktzerstörend und zur Spekulation airreizend wirken müßten. Das deutsche Rußland- geschäft wird entsprechend seiner heutigen Bc- deiitung eingehend behandelt. Politisch iirteressant ist die Ansicht, daß Deutschland heute nicht mehr als Rechtsstaat anzusehen sei. infolge der ausgedehnten Anwcnduirg des'Artikels 18. Die Bürokratie habe dadurch einen solchen Macht- Zuwachs erfahren, daß sie schalte» könne wie im „Wohlfahrtsstaat des 18. Jahrhunderts". We! �imciUsI�recHte Die Reichsbank Mitte Dezember Der Reichsbankaiisweis vom 15. Dezember ist dadurch gekennzeichnet, daß der Kredit» und Geld- bedarf für das Wefhiiachtsverkaufsgeschäft etwas stärker i» Erscheinung tritt. Die Rückzahlung von Reichsbankkrediten hat sich verlangsamt. Die Handelswechsel gingen noch um 81,4 aus 2606,7 Millionen zurück. Die Bestände an Reichs- schatzwechseln haben sich aber itm 14,3 auf 43,4 Millionen, die Lombarddarlehen um 9,3 auf 110,4 Millionen Mark erhöht. Der Notenumlauf verringerte sich dieses Mal nur um 38,5 auf 3400,4 Millionen, während der llmlauf an Renten- bankfcheinen noch um 4,3 auf 400,8 Millionen zunahm. Die Deoisenbilanz ist nur um ein Geringes gegenüber der Borwoche verschlechtert. Die Goldbestände nahinen um 5,5 auf 798,5 Mit- lionen ab, die Bestände an dcckungssähigen Devisen dagegen um 3,6 auf 117,6 Millionen zu, so daß ein Abgang von 1,9 M i l l i o» e n bei der Dcckungsrcseroe zu verzeichnen ist. Die R o t e nd c ck ii n g hat sich gegenüber der Bor- wochc noch von 26,7 auf 26,9 Prozent erhöht Kreuger II Geringerer Verlust der Bamag Die Berlin-Anhalter Maschinenfabrik A.-G.(Bamag) schließt da5 Geschäfts- jähr 1931/32 mit einem Verlust I>on knapp 357 000 M. ob Das Defizit kannte also gegenüber dem Vorjahre, wo ein Verlust von über 2 Mit- lionen Mark entstanden war, ganz erheblich v c r- r i n g e r t werden. Seit dem Juli hat sich, wie auf der Sitzung des Aufsichtsrats mitgeteilt wurde, die Anfragetätigkcit der Kundschaft erheb- lich gesteigert, was aber noch nicht in einem vor- mehrten Auftragseingang wirksam geworden ist. Gcncralkonjul Torsten Kreuzer, der Bruder des schwedischen Zündholzkönigs Isar Kreuger, ist>ctzt nach einem langen Prozeß, den die gesamte schwedische Oefsenllichkeit mit größter Spannung verfolgte, wegen Konkursverbrechens und Betruges zu 3 1- Jahren Zwangs- arbeit und zum Schadenersatz gegenüber den betrogenen Gläubigern verurteilt worden. Ob der Fall Torsten Kreuzer noch besondere Folge» für die schwedische Wirtschaft nach sich zieht, ist zur Zeit noch nicht zu übersehen. Auch dieser kleinere Bruder des„großen Zünd- holzkänigs" gehörte zu den führende» Konzern- besttzern Schwedens und hatte besonders zahl- reiche Unternehmen der Schitsahrt und verarbci- tcnden Industrie in seinen Besitz gebracht. Die Großhandelspreise. Die von, Statistischen Reichsamt für den 14. Dezember berechnete Groß- Handels-Jndexzisfer ist mit 92,5 gegenüber der Barwoche(92,7) um 0,2 Proz. zurückgegan- gen. Weihnachts- «�Angebote et w 79-~0 Ii? 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Er läßt die nach der Historie im Jahre IllU von den Dänen zerstörte, nach der Soge von den Welle» verschlungene alte Handelsstadt Aineta, auf Wolli», an der Ostseekiiste gelegen, für eine» Tag wieder aus den Fluten aufsteigen und schickt seinen lebens- überdrüssige» Helden Hannes Wahn hinein in die verzauberte Stadt. So verlebt dieser 24 Stunden unter dem Volke von Vineta, das Volk ist, wie auch wir Volk sind. Unter der großen Masse derer, die in den Tag hineinleben, arbeiten und rosten, lieben und hassen, aus Scharlatane hineinfallen und falsche» Propheten nachlaufen, nur wenige bewußte Menschen. Es geht nicht viel anders zu in Vineta als hierzulande. Nutzlos wird die Zeit vertan, die Rettung bringen könnte, wenn nicht die Hilfslosigkeit in Gestalt ehrwürdiger Nullen permanent regirren würde: Türen und Fenster gegen jeden erfrischenden Luftzug sorgsältig ver- schlössen haltend. In sarbengcsättigten Bildern und humordurchtränkten Wortspielen erscheint des Dichters Werk ein Traumerlebnis, in der Dichtig- keit der Sprache und im Fluß der Handlung eine überzeugende und hinreihende Arbeit, und ist doch mehr. Das, was aus den ernsten Blick wie Flucht aus der Zeit erscheint, ist ihr tätigstes Miterleben. In dem Band„Die kleine Komödie" legt der Verlag frühe Novellen von Arthur S ch n i tz l e r vor. Mit seinen, charakteristischen Strichen und viel Liebe und Verständnis für die Menschen seiner Epoche zeichnet der große Dra- matiker seine vielen kleinen Novellen. In diesen Arbeite», die alle vor l9lX) entstanden, spiegelt sich den Mentalität eines Menschengeschlechts, von dem wir uns schon sehr weit entfernt haben, obgleich wir ihm das Leben verdanken. Schemengleich huschen die Akteure und ihre Schicksale vorüber, als bleibender Eindruck hastet, trotz der Distanz zum Thema, die große Erzählerkunst Arthur Schnitzlcrs, die das Lesen selbst dieser frühen Arbeite» lohnend macht. Es ist bezeichnend für den vor einiger Zeit ver- storbenen Hugo von Hof mannsthal, daß sein Roman„Andreas oder die Ver- einigte n" Fragment geblieben ist. 1997 be- gönnen, sollte dieses Werk so etwas wie ein öfter- reichischer Wilhelm Meister werden. Das Wesent- lichc über dos Vermächtnis des Wiener Ro- mantikers sagt sein Freund Jakob Wasser- m a n n in einem Nachwort.„Großartiger als in allen anderen Fragmenten enthüllt sich im Hofmannsthalschcn der tiefere Sinn des Unvoll- endeten, denn nicht der individuelle Tod ist es allein, der hier sein Veto gesprochen hat, sondern der Sturz eines Reiches, das Sterben einer heimatlichen und nationalen Idee." Renö Schickeles„Himmlische Land- s ch a f t" ist eine Hymne auf seine Heimat, das Land zwischen Schwarzwald und Vogescn. Aus dem Erlebnis der Landschaft entsteht eine nach- dcnklichc, liebevolle, aphoristische Betrachtung, die erfüllt ist von der Liebe des Dichters zum immer- währenden Prozeß des Wachsens in der Natur, zu Dingen und Geschöpfen. Ein schön ausge- stattetes Geschenkbuch, dem 29 Zeichnungen von Professor Hans Meid noch einen besonderen Duft geben. G. SA. Univerjilasverlag Josef Maria Franks„Berliner Capriccio" ist in dreifacher Hinsicht eine bibliophile Angelegenheit/ Es wurde geschrieben zur Ehrung eines Bibliophilen, seine Ausstattung genügt bibliophilen! Geschmack und schließlich kreist sein Inhalt um das bibliophile Thema. Herr Gottsried Lichtblick, nüchterner Konfektionär und schrulliger Büchernarr zugleich, jagt einer Paul- Scheerbart-Rarität nach und darf nach mancherlei Zwischenfällen die geliebt« Handschrift an sein Herz drücken. Es ist ein vergnügliches und liebens- wertes Biichelchen, das Frank da geschrieben hat. Es spielt an der Grenze von Tag und Traum Und alles ist, ohne daß aber dos Unwirkliche die Oberhand gewänne, in eine irrlichterstarrende Th.- A.- Hoffmann- Atmosphäre getaucht. UAer Jack London ist nichts Neues mehr zu sagen. Der starke, männliche, farbig« Stoff ist sein Element: die Wildheit des Lebens hat in ihm einen großartigen Dichter-Reporter. Die meisten seiner Romane und Erzählungen sind längst bei uns heimisch geworden. Aber noch ist nicht alles ins Deutsche übertragen.„Das Wort der M ä n n e r" enthält eine Auswahl von Erzählun- gen aus vier bisher in Deutschland noch nicht be- kannten Bänden. Der Schauplatz der Geschichten ist Alaska. Eine grausame und zügellose Natur ist Hintergrund ereignisübersättigter Konflikte zwischen Menschen, die ihr Verhältnis zueinander nur sehr wenig von papiernen Paragraphen regeln lassen. Sieben Geschichten werden erzählt: in jeder einzelnen fällt Jack London etwas Tolles und Ungewöhnliches ein und bis aus die allzu konstruierte und unwahrscheinliche von einer ein- gefrorenen Leiche, die zu einem grausigen Schein- leben erwacht, entbehrt keine der handsesten Sachen sehr seiner seelischer Nuancen. Peter Vi e n d« l s s o h n s„Schmerzliches Arkadien" ist ein stilles und leises Buch, eine Träumerei mit zeitlosen Motiven und vcrschwiinmenden Farben. Sauber, sympathisch, aber etwas schmalbrüstig. Vincent, ein in Ar- gentinien ausgewachsener deutscher Knabe, wird von seiner Riutter in ein süddeutsches Landes- erziehungsheim geschickt. Er schließt sich einem Iungenstrupp an, heckt Streiche mit den Gefährten aus, gerät bei einem dieser Streiche in ein ge- heimnisvolles Haus, in dem er ein junges Mäd- che» kennenlernt, um das von nun an seine Phon- tasie sich bewegt. Es ist der Wille des Autors, seelische Landschaft zu geben: Gedanken und Innen- leben eines jungen Menschen, und diesen Willen soll man respektieren: aber trotzdem hätte nicht notwendigerweise die konkrete Schilderung des Lebens und Arbeitsplanes in dem ländlichen Er- ziehungshaus so stiesmüterlich behandeil zu wer- den brauchen, wie es bei Mendelssohn geschieht. Eine Variante des ewigen und unerschöpflichen Themas Liebe gibt Joe Lederer in„Bring »»ich hei m". Es kommt bei Sachen dieser Art, bei denen es nichts zu beweifen gibt, sondern in denen Nachmeßbarkeit entratendc persönliche Ge- fühlswerte gegeneinander ausgespielt werden, weniger auf den Inhalt als cnrf den Tonfall m. Joe Lederer ist eine Schriftstellerin mit sehr elegantem und sehr gepslegtem Stil, und sie hat eine erfreuliche Scham vor aller Art von Sen- timentalitätcn. Hans Bauer. 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Angestellte und Arbeiter bitten wir beim Einkaut einen Kreditscheck unseres Vertrauensmannes in ihrem Betriebe oder das Mitgliedsbuch einer Berufsorganisation beizubringen FÜNFTE BEILAGE SONNTAG, 18. DEZ. 1932 Einen Augenblick lang herrschte Stille. Lüdersen war der erste, der sie unterbrach. „Wenn du es besser weißt", sagte er.„Was habe ich denn gerufen?" „Du traust dich nicht zu schießen!" riefst du,„du traust dich nicht zu schießen!" Lüdersen wurde feuerrot.„Bist du deiner Sache sicher?" „Ja, ganz sicher. Dies ist nämlich von großer Bedeutung. Der erste Ruf klang auch ein bißchen mutiger als der zweite. Aber das ist weniger wichtig. M«inetwegen magst du es privatim gern gerufen haben. Das hat auch nichts zu sagen." Lüdersen schluckte mühsam.„Danke", sagte er,„na und—?" Der Postdirektor mischte sich jetzt etwas un- geduldig hinein:„Was ist denn dabei so groß von Bedeutung?" Berger antwortete beiden, ohne jedoch Lüdersen aus den Augaa zu lassen:„Es ist das", sagte er,„daß Lüdersen an keine über- wiegende Gefahr glaubte. Er meinte nicht groß was zu riskieren. Er glaubte ja nicht mal, daß der Kerl schießen würde." „Und Sie? Glaubten Sie es etwa?" Jetzt war es der Postdirektor, der die Frage stellte. Berger antwortete, den Blick noch immer auf Lüdersen geheftet:„Ich wußte es." „Wie konnten Sie das wissen?" .Zuerst hörte ich wie gesagt Lüdersen rufen, was also auf keinerlei Gefahr deutete. Dadurch gewann ich Zeit, an meine Kasse zu denken.— Das zweite, was ich hörte, war der Schlag, Lüdersens Schrei und gleich dar- auf der Fall. Da wußte ich, es war doch Gefahr. Dann sah ich Lüdersen daliegen, mit einem blutbespritzten Banditen über sich, und ich wußte nicht, lebte er, oder war er tot. — Diese drei Dinge sind es, die den Wesens- unterschied ausmachen, und daß ich mehr Zeit zum Ueberlegen hatte. Und vielleicht auch--" Er schien sich zu bedenken und sprach nicht weiter. In Lüdersens wachsamem Blick glomm ein Verdacht auf.„Und vielleicht auch—?" „Nun ja, ich kann es ja gern sagen, wenn's dich auch ärgert. Es kann nichts schaden. Also: daß ich vielleicht, nein sicher, der kalt- blütigere von uns beiden bin und auch nicht der dümmere" Eine heiße Röte flammte über Lüdersens träge Züge.„Danke", sagte er, und seine Stimme klang schwer und mühsam,„was meine Dummheit angeht, um die brauchst du dich weiter nicht zu scheren." „Nein. Mir kam bloß die Lust, dir zu er- Nären, ganz einfach zu erklären." Lüdersen verzog den Mund.„Mir zu er- klären, was?" Berger sah ihn feindselig an:„Dich!" ant- wartete er hart und hitzig. 2. Den ganzen Nachmittag hielt Berger seinen Dienst mit zäher Ausdauer durch. Allmäh- lich gewöhnte er sich, die neugierigen Blicke zu ertragen, ohne sich allzu unbehaglich zu fühlen. Die ersten paar Stunden waren die fttllsten des Tages Dann kam das Warten auf die Abendzeitungen. Sie kamen gegen vier. Das erste was er las, war auf der ersten Seite eine Ueberschrift über zwei Spalten:„Postamt von Reoolverbanditen ge- plündert." Kleine Ueberschriften lauteten: „Ein Mann getötet und einer beim Versuch, die Untat zu verhindern, zu Boden ge- schlagen."„Die Beute der Diebe ca. 8000 Kronen." Mit flackernden Blicken und heißen Backen las er weiter. Die Schilderung selbst war nur kurz— wie zu erwarten war. Auch sein Name war erwähnt:„Sodann brachen die Räuber in die Anweisungsabteilung ein. chier hatten sie die größte und leichteste Beute, da der Schalterbeamte Berger. der auf der Abteilung allein war. es für ratsam hielt, die Kasse ohne Widerstand auszuliefern. Diese enthielt gut 7000 Kronen." Den Tätern sei man nocb nicht auf der Spur. Nur zwei unbekannte Männer auf einen, Motorrad ohne Nummer seien an der westlickien Stadt- greme gesehen. Etwa eine halbe Meile vor der Stadt seien diese wiederum von zwei Leuten beobachtet worden. Von da an seien sie wie vom Erdboden verschlungen. Das Signalement sei nicht zu ermitteln, da das Motorrad rasende Fahrt hatte und die Dunkelheit bereits hereingebrochen war. Weiter unten stand unter einer anderen Ueberschrift:„Motorrad gefunden. Nachdem Obiges' im Druck war, teilt die Polizei mit, daß man einen Kilometer vor der Stadt das Motorrad im Straßengraben gefunden habe. Demnach können also die zwei, die man beobachtet hat, nicht die Täter sein. Ueber- dies hat man festgestellt, daß das Rad erst am Nachmittag hier in der Straße gestohlen worden ist, vermutlich unmittelbar vor dem Ueberfall." Auch die Leitartikel der Zeitung beschäf- tigten sich mit dem Verbrechen. Nachdem sie die unglaubliche, geradezu wilde Roheit der Verbrechet geschildert und als eine Folge- Muri Schme erscheinung des Zeitgeistes erklärt hatten, fuhr die Zeitung fort:„Zweier Männer soll in dieser Verbindung rühmlich Erwähnung getan werden, des einen leider auch mit tiefem Bedauern, da ihm seine Pflichttreue das Leben gekostet hat. Es sind dies die bei- den Schalterbeamten Quifthus und Lüdersen. Beide haben einen Heldenmut und eine tapfere Pflichttreue an den Tag gelegt, die in dieser lauen Zeit der Feigheit und der Ge- setzlosigkeit öffentliche Anerkennung verdie- nen. Herr Quifthus ist leider tot, wir können nichts tun, als ihn tief betrauern und in ihm einen tüchtigen und beliebten Beamten ehren. Herrn Lüdersen dagegen wird das Ministe- rium gebührend anzuerkennen wissen. Eine passende Form wird sich finden lassen." Berger hielt das Zeitungsblatt vors Ge- ficht Er hatte es sich heimlich in den Schalter geholt. Jetzt fiel sein Blick auf die Todes- anzeigen auf derselben Seite. In atem- raubender Spannung suchte er die Spalten herunter. Und da stand es: „Mein inniggeliebter Mann, mein guter und aufopfernder Vater Arne Quifthus starb uns heute nacht im 33. Lebensjahr. Escher Quifthus. Georg." Ihm war, als sauge die Annonce seinen Blick in sich hinein. Grauenhaft und er- schütternd stand es da und zeugte von Quifchus, dem lieben, guten Quifthus, den nun keiner, absolut keiner je wiedersehen sollte. Berger stöhnte leise. Er wandte sein Ge- ficht voller Qual hinüber zu Quifthus' altem Schalter, wo eben einer der Bürogehilfen eine Briefmarke verkaufte. Der Gedanke, daß Quifthus jetz� dort hätte sitzen sollen, brannte in ihm. Seine Hand hätte das Geld entgegennehmen sollen, hätte die Briefmarke ausliefern sollen, genau diese Briefmarke. Aber nie wieder sollten Quifthus' Hände ge- braucht werden. Die lagen wohl jetzt über seiner Brust gefaltet. Er„starb uns heute nacht im 35. Lebensjahr". Berger erbebte im Namen des Toten in einem fröstelnden Grausen. Und mst zittern- den Fingern faltete er die Zeitung zu- sammen. In demselben Augenblick kam eine Dame mit einer Postanweisung, und er mußte sich zusammennehmen. Es war seine einfache Pflicht, diese anzunehmen und die Quittung zu schreiben mit Namen, Adresse und Betrag. Deswegen saß er ja hier. Beruf war Beruf. Aber über seine Lippen kam kein Laut.(Fortsetzung folgt.) QefchicMen von �od und Teufel Schlittschuhlaufen. Es fror Stein und Bein. Die Teiche und Seen waren mit blankem Eis bedeckt und allenthalben liefen die Menschen Schlittschuh. Der Teufel sah das und wollte auch gerne Schlittschuh laufen, aber allein traute er sich nicht, denn er hinkte ja mit seinem Pserdefuh. Da traf er den Tod. „Tod, willst du mit mir Schlittschuh lausen?" fragte der Teufel. Aber der Tod meinte, das»ertrugt sich nicht mit seiner ernsten Lebensauffassung. Was sollten wohl die Menschen sagen, wenn sie den Tod Schlittschuh laufen sähen? Nun, der Teufel bat und bettelte, er wisse tief im Walde einen einsamen See, da käme mein Lebtag keine Menschenseele hin. Dort könnten sie es doch einmal versuchen. Schließlich gab der Tod nach und sie gingen zu dem einsamen See im tiefen Walde. „Hast du denn Schlittschuhs?" stagte der Tod. Der Teufel hatte keine.„Aber an dem Ufer von dem einsamen See", sagte er,„wohnt eine Hexe. Die wird uns welche verschaffen." Als die Hexe die beiden Kavaliere sah, wollte sie auch mittun, und Schlitsschuhe hexte sie schnell aus ein paar alten Knochen, die in ihrem Abfall- Haufen lagen. Sogar einen, der für des Teufels Pferdefuß paßte. Dann gings los, der Tod links, der Teufel rechts, die Hexe in der Mitte. Der Teufel stellte sich zuerst ein bißchen dumm an und konnte den Schwung nicht herauskriegen, aber mit der Zeit lernte er's, und dann fegten sie eins— zwei! eins— zwei! in großen Bogen über die blanke Fläche. Der Teufel wedelte vergnügt mit dem Schwanz, so gut gefiel ihm die Sache, die Hexe lachte, daß ihr einsamer gelber Kuchenzahn vorn im Munde ordentlich blinkte, dem Tod standen zwar die hellen Schweißtropfen auf seiner kahlen Stirn, aber er schwenkte seine knochigen Beine so tüchtig, daß da gar kein Zweifel blieb: auch er hatte seinen Spaß. Mitten auf dem See wurde dem Teufel«in Schlittschuh locker, darum ließ er die beiden eine Weile allein lausen und setzte sich aufs Eis, um den Schlittschuh wieder zu befestigen. Nun hatte er ganz vergessen, daß er bei der Kälte seine Pechhose angezogen hatte, und die ist ja bekanntlich innen mit Glut gefüttert. Wie er nun eifrig an seinem Schltttschuh schraubte und lchnallte, schmolz unter seiner Sitzfläche das Eis, und plötzlich war da ein Loch und der Teufel sackte rein, daß bloß noch Kopf und Füße und die Quaste vom Schwanz zu sehen war. „Hilfe! Hilfe!" schrie der Teufel.„3ch versinke!" Der Tod und die Hexe waren schon weil, als sie die Hilferufe des Teufels hörten. Aber da kamen sie angefegt wie ein Donnerwetter. Der Tod legte sich quer über das Loch und angelte mit VteisousscUeciAeu da ,)Jwwdds'' Die Beteiligung am Preisausschreiben des„Vorwärts" ist erfreulich groß gewesen. Wir danken heute schon jedem einzelnen, der sich am Wettbewerb beteiligt hat. seinen langen Knochenarmen im Wasser herum. Jedoch der Teufel war schon in der Tiefe ver- schwunden: es zischte und brodette bloß noch von unten heraus. .Laß nur", sagte schließlich die Hexe zum Tod. „Ertrinken tut der nicht. Der Weg in die Hölle führt von überall hin, auch vom Grunde eines Sees. Der gute Teufel sitzt sicher schon bei seiner Großmutter und trocknet seine Pechhose. Jetzt wollen wir mal schnell noch Hause, damit du dir keine Grippe holst!" Da gab der Tod seine Bemühungen auf. Sic liefen zum Hexenhause und die Hexe kochte dem Tod einen Fliedertee und band ihm einen wolle- nen Schal um seinen Knochenhals. Wer der Tod nieste schon, daß ihm alle Zähne klapperten. Da ttank er gehorsam drei Tropfen Jod in einem Glase Wasser, wie es ihm die Hexe gab. „Man soll sich doch nicht mit dem Teufel einlassen", meinte er.„Was Gutes kommt nie dabei raus." Denn er kriegte doch noch einen Schnupfen, daß er ein paar Tage bei der Hexe bleiben mußte. Die Einladung. Die Großmutter hatte zuerst mit dem Teufel geschimpft, weil der das gute neue Glutfutter in vis schönste Weihnachts-Übemschung für Ihre Familie, wenn im Lichte des Christbaums aus einem »SABA-SUPERHET« festlich die Weihnachtsglocken läuten. Machen Sie Ihren Lieben diese Freude— der Fachmann wird Ihnen gerne behilflich sein. den Saba-Apparai heimlich im Weihnachts- ztmmer aufzustellen. Dit£*tscUeiduHfy des Preisrichterlcollegiums, das noch mit der Sichtung des Materials beschäftigt ist, wird zu Beginn des neuen 3ahres bekanntgegeben werden. QerSaba-Supßrhet ist in Trennschärfe, Tbnreinheit und Preisvoürdigkeit nicht zu übertreffen, UNVERBINDLICHE VORFÜHRUNG IN DEN FACHGESCHÄFTEN feiner Pechhofe verdorben hatte. Aber, wie fo Großmütter zu ihren Enkeln sind: sie hatte ihm schließlich doch ein neues eingefetzt. Es hatte sie gefreut daß der Teufel mit dem General Mors so persönlich und oertraulich stand, daß der sogar Schlittschuh mit ihm gelaufen war „Wir müssen ihn mal einladen", sagte sie.„Es kann nur von Vorteil für unser Geschäft sein, wenn wir gut mit ihm stehen. Denk doch, was der uns Seelen zuschanzen kann, wenn er nur will." Der Teufel ringelte nachdenklich seinen Schwanz. „Ich fürchte bloß, ich habe mich in seinen Augen blamiert", meinte er.„So mir nichts, dir nichts durch das Eis zu schmelzen und zu verschwinden." „Ach was", sagte die Großmutter.„Vielleicht hat er dir's als Takt ausgelegt, daß du ihn mit der Hexe allein gelassen hast." „chm". meinte der Teufel,„das ist freilich ein Gesichtspunkt, auf den ich noch gar nicht ge- kommen bin." Und so kriegte denn der Tod eine feierliche Ein- ladung: Großmutter und Enkel ürian geben sidi die Ehre General Hort zu einem Butterbrot ergebenst einzuladen. Halb fühlte der Tod sich geschmeichelt, halb war ihm die Sache unbequem, denn er ging nicht gerne in großer Uniform aus. Aber nun stand ja da ausdrücklich:„General!" So schmückte er sich denn mit seinen sämtlichen Orden und Ehrenzeichen, an- gefangen von der großen Sündslutmedaille bis zum pour le rnerite aus dem letzten Weltkrieg. Es blieb wenig freier Platz auf der ganzen Vor- derfront, und er klirrte und klapperte wie ein fahrender Klempnerladen So stellte er sich pünktlich ein und fühlte sich sogar angenehm überrascht. Die Hölle war so fein und stimmungsvoll hergerichtet, wie er das gar nicht für möglich gehalten hätte. Am Eingang brannten Pechfackeln und beleuchteten das große Höllentor mit düsterem Schein. Innen zuckten allenthalben blaue Schwefelflämmchen, und die gelben Dämpfe, die der Schwefel ausströmte, ver- hüllten all die gräulichen Kessel und Roste, auf denen die Seelen schmorten und bruzzelten. Eine Schar von galonierten Unterteufeln empfing und geleitete den hohen Gast in die inneren Gemächer, wo chm Satan persönlich in schwefelgelbem Ge- sellschaftsanzug entgegenkam. „Willkommen General Mors" sagte der Teufel. „Es ist uns eine hohe Ehre, Sie bei uns zu be- grüßen. Darf ich Sie zur Großmutter geleiten?" Sie schüttelten sich die Hände und der Teufel hinkte an der linken Seite der hohen Knochen- gestalt eilfertig einher ubd überbot sich in Liebens- Würdigkeiten. Die Großmutter strahlte in einem neuen Phosphorkleide, der Tod küßte ihr die Hand und reichte ihr dann seinen Arm, um sie zu Tisch zu geleiten. Der Teufel hinkte hinterdrein. Der Tod hat einen guten Magen und kann allerhand vertragen, aber al- das Abendessen zu Ende war, erhob er sich doch mit inneren Be- klemmungen und einem leichten Schwips unter seinem Schädeldach. Es ist selbst für den Tod nicht leicht, Höllenbraten mit Fliegenpilzen und ge- schmorte Natterköpfe in Salpetersäuresauce zu ver- tielgen und dazu geschwefelten Bocksbeutel zu trinken. Und jetzt wurden zum Kaffee Schnäpse kredenzt, sogenannte Fegefeuerschnäpse von einem geradezu teuflischen Alkoholgehalt. Bald trank ihm der Teufel zu, bald die Großmutter, denen diese scharfen Sachen wie Wasser durch die Kehle rannen. Und der Tod wollte sich nicht lumpen lasten: er schüttete alles in sich hinein und bald wirbelte es ihm im Kopf, daß er nur mit Mühe Haltung bewahrte. „General", sagte die Großmutter,„ich hoffe, es gefällt Ihnen in unserer Gesellschaft." „In der Tat", stammelte der Tod,„ganz vor- züglich. Gnädigste!" „Wir würden uns außerordentlich freuen, eure Exzellenz auch ohne offizielle Einladung öfters in unserem trauten Familienkreis begrüßen zu dürfen." „Große Ehre, gnädige Frau-- mir gerne das Vergnügen machen", brummelte der Tod" Er konnte kaum noch die Augen offen halten. Das Merkbüchlein. Was weiter mit ihm geschah, davon halle er am nächsten Morgen nur noch eine kümmerliche Vorstellung. Auch daran, wie er aus der Hölle herausgekommen war, konnte er sich nicht mehr recht erinnern. „Man soll sich doch mit der Teufelsgesellschaft nicht einlassen", brummte er vor sich und rieb sich einen schmerzenden Schädel.„Sollte ich sie nicht öfters besuchen? Na, darauf können sie lange warten." Er hängte seine etwas ramponierte und nach Schwefel stinkende Generalsuniform an die Luft und ging an seine Geschäfte. Vielmehr: er wollte an seine Geschäfte gehen. Er konnte es aber nicht, denn sein Merkbuch war nicht da, in dem er oll die Menschen verzeichnet hatte mll Tag und Stunde, zu denen er kommen sollte. Donner und Doria! So etwas war ihm ja noch nie passiert' Wo konnte denn bloß das Merkbuch geblieben sein? Er trug es sonst immer zwischen die zweite und drille Rippe geklemmt, aber da war es nun nicht, in der Uniform war es auch nicht— er muhte es in seinem beduselten Zustand reinweg verloren haben. Womöglich in der Hölle, und dann war es am Ende in die Schwefelflammen gefallen und verbrannt. Und damit die Adressen der Todeskandidaten fast für ein Jahr. Das konnte ja heiter werdenf Der Tod hälle sich mögen die Haare raufen, wenn er nur welche gehabt hälle. Unterdessen studierte der Teufel das kostbare Merkbuch, denn er hatte es dem Tod stiebitzt. Nun, der Teufel ist schlau: er gedachte sich die Seelen zu angeln, die ihrer fleischlichen Hülle ledig wurden, wenn der Tod kam. Das Büchlein also war ein wahrer Schatz! Da stand nun- 13. April, 8 Uhr vormittags, Fleischermeister Nuschenpickel Der Teufel machte sich pünktlich auf den Weg Der Fleischermeister Nuschenpickel war gerade dabei, Wurst zu fabrizieren. Nuschenpickels Wurst war, gelinde gesagt, eine Schweinerei: er wäre also ein gutes Objekt für den Teufel gewesen, jedoch Nuschenpickel dachte gar nicht daran, dem Teufel seine Seele zu lassen, denn er machte, wie gesagt, seine berüchtigte Wurst und schlug dem Teufel, als der zudringlich werden wollte, eine davon um die Ohren, daß es nur so klatschte. Der Teufel zog ab Nicht besser erging es ihm beim Bauer Meckermann. Der knallte chm die Peitsche um die dürren Waden, daß der Teufel einen Satz ösrlia Sonntag, 18. Dezember. 6.15; Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8: Für den Landwirt. 10; Gottesdienst II: Für die Kinder. 11.30: Aus Leipzig Bach-Kantate. 12; Aus Leipzig: Mittagskonzert. 14; Wir feiern Advent Hörbericht aus einem Kinderheim 14.30: Geschichten um Weihnachten. 15; Orchesterkonzert. 17; Vorweihnacbt Körbericht aus einer märkischen Stadt 17.30: Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der Künstler-Altershilfe. 18.05; Vier Romanfiguren unter sich. 18.30; Zur Unterhaltung. Accordeon-Melodiker. 18.55: Sportnachrichten. 19; Klaviermusik. 19-30; Ein geistlich Spiel von Christi Geburt nach alten Weisen aus deutscheu Landen. 20.45: Aus Wien: Heimat Oesterreich- 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Sport(Wachsplatten). Danach: Tanzmusik, Montag, 19. Dezember. 6.15; Gymnastik. 6.35: Aus Breslau: Frühkonzert. 8.20: Advents-Morgenfeier. 11.30: Aus Hannover: Schloßkonzert, 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt, 13.30; Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14; Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Fußball und Aktentasche. 15.35: Gitarrelieder. 15.50: Rilke-Lieder. 16.15: Technisches Spielzeug. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30; Kleine Fahrten in den Winter. 17.45: Jugendstunde. 18.05: Unterhaltungskonzert 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag, 19.10: Dürfen wir Ihnen raten? 19.25: Zeitgemäßes Gespräch zwischen dem Niederländer Dr. W. Goedhuys und dem Hessen Dr. Walter Reusch. 19.45: Die Weihnachtsfrau von Max Kretzer. 20.15; Junge und unbekannte Künstler stellen sich vor. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Zeitgenössische Orchestermusik. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 20. Dezember. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40; Die Viertelstunde für den Landwirt 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Blume und Kind. 15.35: Geistliche Lieder. 15.50: Cembalomusik. 16.15: Als Trapper in Amerika. 16.30: Aus Dresden: Nachmittagskonzert, 17.30: Warum gehen Sie nur so ungern aufs Gericht? 17.45; Für die Jugend. 18.15; Unterhaltungsmusik. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Bücherstunde. 19.30: Heitere Lieder. 19.50; Wir erinnern an: Joseph v. Görres. 20: Arbeitsschule für Hörspieler. Ein Weihnacthsabend. 21.05; Beethoven-Konzert 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Hamburg: Spätkonzert. Mittwoch, 21. Dezember. 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 13.30; Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14: Schallplattcnstundo. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Feste der Tiere. 15.35: Flöte und Klavier. 15.55; Franz Schubert Konzert 16.15: Wölfe in der Weihnachtsnacht Von Antbos. 16.30: Aus Flensburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Familienerinnerungen an den..Alten Mann". 17.45: Jugcndbücher- stunde. 18.05: Unterhaltungsmusik. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10; Weihnachts-Idyll für Soli, Männer- und Knabenstimmen.... 20.10; Die Welt des Gelehrten 20.30: Aus Köln: Heiterer Mittwoch. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 22. Dezember. (.IS: Gymnastik. 6.35: Aus Dresden; Frühkonzert. 11.30: Aus Breslau; Mittaaskonzert. 13.35: Weitermacht« und schleunigst davon hinkte. Und als chm gar die Klaoierlehrerin Ouafebart mit einem Heiratsantrag kam hatte er genug von seinem Seelensang, und allmählich dämmerte es ihm auch, daß er mit dem Merkbuch des Todes allein nichts anfangen konnte. Der Tod mußte vor ihm dagewesen sein. So brachte er dem Tod das Buch zurück, sagte, er habe es in der Hölle gefunden und bat sich als Finderlohn aus, den Tod ab und zu bei seinen Amtshandlungen begleiten zu dürfen. Der Tod wm viel zu froh das gute Stück wieder zu haben, als daß er dem Teufel seine Bitte abgeschlagen hätte. Und seitdem ist meistens der Teufel nicht weit, wenn der Tod sich sehen läßt, obschon dem das peinlich genug ist. Denn wer läßt sich wohl gerne in aller Oeffent» lichkeit in Gesellschaft des leibhaftigen Teufels sehen? Alio fprach... Als Benjamin Franklin zwar noch englischer Generalpostmeister war, aber doch schon in Frankreich für die Unabhängigkeit Amerikas verhandelte, machte ihm ein französischer Staats- mann den Vorwurf, daß er zu oft seine politischen Grundsätze geändert, seine politischen Ziele ge- wechsell habe, um ein hinreichend verläßlicher Vertragskontrahenl zu sein. Franklin widersprach:„Ich bin aus meinem Wege stets gerade fortgegangen. Nur jene, die beim Kreuz- und Ouergehen immer wieder auf mich stoßen, können glauben, ich und nicht sie wären vom Wege abgewichen." M. M. meidungen für den Landwirt 13.30: Wetter- und Tages- nachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55; Börsenberichte. 15.20: Rezepte zur Freude. 15.35; Lieder. 16; Berliner Solo-Terzett. 16.15: Spiel mit Zinnfiguren 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30; Häuser auf Brettern. 17.45: Bücherstunde für Kinder. 18.05: Unterhaltungsmusik. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55; Die Funkstunde teilt mit.. 19: Stimme zum Tag. 19 10: Qelebtes Leben. 19.30; Heitere Geschichten von Andrä Foelckersam. 20: Jürg Jenatsch von Heinrich Kaminski. Drama. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Freitag, 23. Dezember. 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 11.30: Aus Bremen; Konzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 13�0: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Zur Veranstaltung vom 24. Dezember.„Glocken und Orgeln aus dem Ordensland." 15.35: Lieder von Joseph Haydn. 15.50: Klaviermusik, 16.15: Zu dem Hörspiel ,. Bergkristall". 16.30: Aus Leipzig: Nach- mittagskonzert 17.30: Das vergessene Buch. 17.40: Das neue Buch. 17.50; Jugendstunde. 18.10: Blas- orchesterkonzert 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Die Reisegesellschaft Christfest in Jerusalem. 19.35: Unterhaltungsmusik. 20: Aus Washington; Worüber man in Amerika spricht 20.15: Das Tränenkrüglem Weihnachtsgedicht. 21: Wir stellen vor: Heinrich Mahnken. 21.15; Bergkristall. Hörspiel nach Albert Stifters Novelle von Max Mohr. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Magdeburg; Abendunterhaltung. Sonnabend, 24. Dezember. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Danzig: Frühkonzert 11.30; Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt 13,30; Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14; Schallplattenstunde. 14.55; Börsenberichte 15.15: Berufe ohne Feiertag. 15.35: Ein altes Weihnachtsslngen. 16: Die Brüder Steiner spielen! Konzert. 17; Hänsel und Gretel. Märchenspiel von Humperdinck. 17.45: Fortsetzung der Unterhaltungsmusik. IS.S'H Deutsche Glocke am Rhein. 18.40; Stille Nacht. Heilige Nacht 19.05; Stille Stunde. 19.40: Weihnachtschöre. 20.15; Aus Königsberg: Glocken und Orgeln aus dem Ordensland. 21: Orchesterkonzert. 31.50: Christnacht. Dichtung von Graf August von Platen. 22.10? Abendmusik. 23.45: Aus New York: Weihnachtsgruß aus Amerika. 24: Aus Stuttgart: Zu Mitternacht im Kloster Weingarten. Hörbericht. Königswusterhausen Sonntag, 18. Dezember. 6.15: Aus Berlin: Gymnastik. 635: Aus Hamburz: Hafenkonzert Ab 8: Uebertragung aus Berlin. 11: Deutscher See-Wetterbericht 11.10: Dichterstunde. 11.30; Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12; Aus Leipzig: Mittagskonzert 14: Elternstunde. 14.30; Der Klavierauszug. 15; Der Lebenskampf der Ostmark. 15.30: Aus. Stuttgart: Eine Stunde Lieder und Volksmusik. 16.30; Aus Pforzheim: Nachmittagskonzert. 17.45: Winter im Erzgebirge. 18: Maria und das Kind. Hörfolge. 18.45: Junge Generation spricht. 19.30: Weihnachten, das deutsche Fest. Deutschlandsender; 20; Aus Köln: Eine Stunde Kurzweil. 20.45: Orchesterkonzert 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Montag, 19. Dezember. 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nach- mittagskonzert. 17.30: Wotan und Brünhilde als Symbol. 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30; Spiel- Xlna&render: Cß Asyl für Obdachlose: Jenen, ob denen kein Dach ist und die zu alt und zu schwach oder zu elend und zu stumpf sind, um die Nächte lieber im Freien zu verbringen(gar im Winter!), droht als letzte Zuflucht die Gnade der bürgerlichen Gesell- schast mit diesem Asyl, daß sie für die kläglichen Opfer ihrer eigenen Gesetze eingerichtet hat. Altersheim:„Alter"— stimmt, denn wer all ist und müde und kein Heim hat, weil er erwerbs- los und ohne Privateigentum ist, wer, nachdem er sich abgerackert hat,„alleinstehend" ist oder Kin- der hat, die ihn nicht beherbergen können oder mögen, der darf, sosern ein freier Platz vor- handen ist, in einer solchen Stätte auf den Tod warten— während alle jene, die noch kämpfen und Zeit zu haben wähnen, mit beklommenem Atem einen großen Bogen darum machen, um, für eine Weile noch, der bedrückenden, stick- muffigen Atmosphäre dieser heimallosen„Heime" zu entgehen. Maison de Sant�: Ein Hau« vor allem für die, deren Gesundheit zwar rettungslos verloren ist, deren deren Geldbeutel aber die schonende Um- deren Geldbeutel aber die schonende Umschreibung des furchtbaren Begriffs ihres Geisteszustandes gestattet. Hochmut ist verkappte Armut. Jeder Zwang ist eine Verlogenhell, zu der uns das zwingt, was stärker ist als wir. Die Wahrheit eia»? Menschen erkennt man am ehesten an seiner Unwahrheit. Den Bürger beruhigt seine eigene Aengstlichkeit. Wenn Adam und Eva wüßten, wieviel Komik um ihre Tragik grinst...! zeug in Not. 1655: Wetterbericht 18 r die Landwirtschaft Anschließend. Kurzbericht de. Drahtlosen Dienstes. 19: Stunde des Landwiru. 19.25: Viertelstunde Punk- ttchnik. Deutsctalandseuder: 19.45: Aus Graz;, Alte Krippen- und Kirchenlieder. 20.30; Not in den Bergen — Not au de: Grenze. 20.45: Unterhaltungsmusik. 21.20: Aus Stuttgart. Die Jagd nach dem Gold des Kapitän Kid. Eine abenteuerliche Geschichte. 22.20; Wetter-. Tages- und Sportnachrichler. 22.45; Deutscher Ree Wetterbericht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 20. Dezember. 16.30: Aus Leipzig; Nachmittagskonzert 17.30: Wotan oder Brünhilde als Symbol. 18: Muslkerstudien. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Einheitskurzschrift für Fortgeschrittene 19,30: Polltische Zeitungsschau des Drahtlosen Dienstes. Deutschlandsender: 20: Aus dem Deutschen Theater» Prag:„Der fliegende Holländer", Oper von Wagner 22.30: Wetter-, Tages- urul Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See- Wetterbericht Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 21. Dezember. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nach- mittagskonzert. 17.30: Weltanfang und Weltende In den Religionen der Völker. 18: Wege zum polyphonen Hören.(Bach.) 18.30: Die Verbreitung der deutschen Sprache in der Welt. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes Danach; Englischer Sprachunterricht. Deutschlandsender: 19.35: Aus München: Abend der Humoristen. 21: Aus Königsberg: Alte Tänze 22.15: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht. 23: Aus Mönchen: Nachtmusik. Donnerstag, 22. Dezember. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert 17.30: Die geistige Einheit der Kultur. 18: Musikalischer Zeitspiegel. 18.10; Deutsche Kulturpolitik in Deutschland. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19; Stunde des Landwirts. 19.20; Wegweiser durch die Zelt 21: Manna Copony spricht siebenbürgische Weihnachtsgeschichten. Deutschlandsender: 19.30: Ausschnitt aus dem Weihnachts-Oratoriura von Bach. 21.40: Aus Stuttgart: Kammermusik. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten 22.45: Deutscher See-Wetterbericht Anschließend: Aus Hamburg: Deutscher Tanz von 1900 bis 1932. Freitag, 23. Dezember. 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nach- mittagskonzert 17.30* Utopie und Utopisten. 18: Maria und das Kind. Hörfolge. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Der Geldwert des Wetters und der Wettervorhersage. 19.20;-Stunde der Arbeit Deutschlandsender: 20; Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Aus Breslau: Kinder singen zur Weihnacht 21.15; Uebertragung aus Berlin. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 24. Dezember. 16.45: Aus KSnlstsberr: Nachmittagskonzert 17.30: Stille Weihnachtsslunde. Cbormuslk. 19.15: Alte Krippenmusik. 20: Franz If6hn spielt Hirtenlieder. 20.15: Weiiinachtskonzert Deutschlandsender: 20: Einlage. 21: Aus Frankfurt a. M.• 30 deutsche Dome lauten die Christnachl ein. 21.45: Aus Mönchen; Weihnachtskonzert 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. 23: Aus Hamburg: Weihnacht des Einsamen. Danach; Uebertragung aus Berlin. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks Kleine Geschenkpackungen(5 StOck] von SO Pf. an Unsere Coronas-Neueinführungen: L& W Coronas Nr. 1 0 10 Pf. Nr. 12 12 P» Nr. 15.. 15 Pf NEU1 L& W-Zigaretten-Kassette in tcnwerei Matt-Messing. Ausführung mit 100 Zigaretten L& W Speziai netto RM 5.— Die neue L&W-Zigarette, deren Qualität einem «wesentlich höheren Preis entspricht nur' 2 PI Donna Lucia Fehlfarben die beliebte Spezialmorke letzt auch in Fehlfarben I 15 Pf. Aus unserer Neuheiten.Koilektioni L& W Brasil Nr. I unsortiert Jmirtei) fein säuerlich 10