Nr. 213. 10 Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen = in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzelle ober deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzetgen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: But I, nr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Die politische Erffarrung in Italien.*) Von Professor Enrico Ferri. I. Freitag, den 11. September 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Richtung der Politik, der inneren wie der äußeren,| General Baratieri, dem die Verantwortung für unser bleibt stets die gleiche abgesehen vielleicht von den un afrikanisches Mißgeschick obliegt, ist von dem Kriegswesentlichen und nur formellen Unterschieden, welche sich gericht freigesprochen worden und wird voraussichtlich den Rest aus dem persönlichen Temperament des jedesmaligen seines Lebens eine Staatspension beziehen, wie ähnlich Crispi Regierungsleiters ergeben. Thatsächlich hat auch das schon eine Anweisung auf 28000 Fr. für die von ihm dem Staate Ministerium Rudini, das von der öffentlichen Meinung als erwiesenen Dienste erhalten hat. Die Sozialisten haben den Radikalen immer vorAls sich im vergangenen März Italien infolge der Heiland und Retter der Sittlichkeit, der Gerechtigkeit, der afrikanischen Niederlagen von seiner Schwärmerei für Freiheit begrüßt wurde, nachdem es dieser erwartungsvollen gehalten, daß sie trotz ihrer persönlichen Energie im Militarismus und Kolonialpolitik abwandte, die im Begriff Stimmung des italienischen Volkes einige wenige Kon Kampfe noch nichts erreicht haben, da sie blos die Inwaren, es bis auf den letzten Blutstropfen auszusaugen, wurde zessionen gemacht hatte- wie z. B. die theilweise Amnestie der divi du en bekämpfen, ohne die Klasse ins Auge zu das Ministerium Ricotti- Rudini, das sich der Kammer als von den Militärgerichten verurtheilten Sozialisten bereits fassen, während doch die Individuen nur die Vertreter, gewisserNachfolger des Ministeriums Crispi vorstellte, von den wieder Halt gemacht. Die Niederträchtigkeiten des domicilio maßen nur die Wirkungen, die Erscheinungen der Klasse früheren Oppositionsparteien einschließlich der Radikalen coatto( wörtlich: Zwangswohnsitz), einer Art Internirung auf sind. So ist zum Beispiel Cavallotti als politischer Rämpfer mit Enthusiasmus als Vorbote einer neuen Aera des administrativem Wege, die von allen europäischen Ländern eine bewunderungswürdige Gestalt. Aber troß der außer politischen und sozialen Lebens begrüßt. Nur die sozialistische außerdem nur noch Rußland kennt, sind fortgesetzt an der ordentlichen Geschicklichkeit und Energie, die er gegen Partei, die durch ihre wissenschaftliche Auffassung und Ent- Tagesordnung, obschon man einer gewissen Anzahl der ,, Kon- Crispi entwickelt hat, würde dieser noch immer am Ruber wickelung allein befähigt war, das wirre Getriebe der Ereignisse finirten", d. h. in einen Zwangswohnsitz Eingesperrten sein, wenn ihn nicht die afrikanische Niederlage ereilt hätte, flar zu durchschauen, erklärte durch mich, daß sie dem neuen natürlich auf dem Wege administrativer Maßnahmen, d. h. nach nach welcher man ihn fallen ließ, weil man sah, wie die Minifterium fein Butrauen entgegenbringe, da dasselbe trot Gunst und nicht nach Gerechtigkeit eine bedingte Freiheit ge- Entrüstung des Volkes sich gegen eine über Crispi be seiner Zusammensehung aus persönlich ehrenhaften Männern geben hat. Aber wenngleich der Kaffationshof entschieden findliche Stelle richtete, nämlich gegen die Monarchie selbst! Der Wechsel des Ministeriums hatte zur Folge nur bem einzigen Fortschritte gegenüber dem Ministerium hat, daß man nicht das Recht besitzt, die solchergestalt BeCrispi nicht umhin könne, an der nämlichen Bolitit freiten einer besonderen polizeilichen Ueberwachung zu unter eine Abnahme der Erbitterung des Volkes, ohne bei Crispi festzuhalten. Der Dirigent des Orchesters hat gewechselt", so werfen, die fast ebenso läftig und chikanös wirkt wie das der politischen Erstarrung etwas zu ändern. in Italien umher, behütet, geschütt, rief ich in der Kammer aus, aber die Musik bleibt die domicilio coatto, fährt die Polizei unbekümmert fort, diese selbst reiste gleiche und wird die gleiche bleiben, trotz des Wechsels der Sonderaufsicht auszuüben. Die Achtung vor dem Gesetz geehrt von den Polizeibehörden und erst vor wenigen Tonart, in welcher das neue Ministerium spielen wird. existirt nicht einmal bei der Regierung. Sie thut, was sie Tagen wurde er von einem Senator, dem PräsiDenn dieses Ministerium ist nichts mehr als der weltliche will, und erstaunt dann, wenn die Anarchie, die von denten des Appellhofes in Rom, zum Schiedsrichter in Arm der beiden Mächte, welche hinter den Kulissen unsere ganze oben her in das Volk eindringt, in den anarchistischen einem Streit zwischen dem Minister der öffentlichen Arbeiten Politik beherrschen, der Klasse der Grundeigenthümer und Neigungen der unteren Volksschichten ihr Gegenstück findet. und einem Unternehmer ernannt. Auf der andern Seite der Monarchie." Damals erklärte und begründete ich Und das ist nicht der einzige Fall jener frivolen Ver- fährt Rudini, obgleich er über die Bedeutung und Wichtigs wiederholl im Namen der Sozialisten unsere prinzipielle böhnung des Gesetzes. Wenngleich nämlich die Ausnahmegesetze feit des Sozialismus weit besser unterrichtet ist, in der Gegnerschaft gegen Monarchie und Militarismus. Meine gegen die Sozialisten am 31. September 1895 gefallen find, alten unliberalen Unterdrückungspolitik gegen die sozia Angriffe, die viel Lärm hervorriefen, sind leider beginnt nun das Ministerium Rudini, nachdem es während des listische Partei fort. In der Kammer erklärte er, daß durch die über Erwarten rapide Folge der Er Honigmonds seiner Existenz das Vereins- und Versamm der Klassenkampf vom Strafgesetzbuch verboten sei und daß wieder eignisse in der eklatantesten Weise gerechtfertigt worden. lungsrecht unangetastet gelassen, umzukehren er feiner Partei erlauben würde, die Fahne desselben zu in die Bahnen ber Reaktion Italien, als Nation zwar noch jung, ist als Volk sehr und einzulenten. entfalten!... Die sozialistische Partei erwiderte ihm in alt. Ueber zwei Jahrtausende der Zivilisation, d. h. der hat man doch nach Schluß der Kammer schon das einer Rede von Turati, dem jüngst gewählten Abgeordneten Erschöpfung, hat es durchlebt. Es zeigt überall auf dem früher so häufige Schauspiel der Auflösung sozialistischer von Mailand, daß den Klassenkampf bestrafen soviel hieße, Gebiete des Wirthschaftslebens wie der Politik jenen Wahlversammlungen durch die Polizei erlebt, ganz wie zur wie dem Vorbilde des Xerres folgen, der das Meer durchImmobilismus, jene Unfähigkeit, neue Formen anzunehmen, Blüthezeit der Crispinischen Korruption. Auch hat das peitschen ließ. jene Abneigung, neue Wege einzuschlagen, kurz jene Er- Ministerium Rudini ein geheimes Birkular zum Zweck einer In der sizilianischen Frage, über welche die Ranimer starung, welche bei allen Organismen als eigenthümliche Enquete über die sozialistische Bewegung versendet, viel- folch' ausführlichen akademischen Diskurs gehalten, wobei Folge der Greifenhaftigkeit auftritt. Die große Uebermacht leicht in Hinblick auf die allgemeinen politischen Wahlen, Rudini die obenerwähnte Erklärung abgab, war es der Grundbesizerklasse und die monarchische Staatsform die man bisweilen ankündigt, an die ich aber nicht wiederum die sozialistische Partei, die einem Zivilkommissär, sind Ursache wie auch gleichzeitig Wirkung und glaube, der mit außerordentlichen Vollmachten nach Sizilien ge= Eymptom diefer politischen Starrheit. Man wechselt Einige radikale Abgeordnete, darunter Cavallotti, find schickt wurde, ein Memorandum mit Reformvorschlägen die Ministerien immer und immer wieder, aber die Crispi auch vom Standpunkte der Moral aus zu überreichte, die allein den krampfartigen Anfall, welcher Leibe gegangen und verlangten von dem Ministerium die fruchtbare Insel heimgesucht, zu mildern vermocht hätte. Rudini, es solle der Gerechtigkeit gegen das politische Aber es ist leider unschwer vorauszusehen, daß der status Brigantenthum Brigantenthum des verflossenen Ministeriums, das quo, der gegenwärtige Zustand, auch in der Sizilianischen uns in den und Belagerungszustand das Frage noch andauern wird, da die Regierung erklärt hat, afrikanische Unheil gestürzt hat, freien Lauf lassen. daß sie eine Reorganisation des Proletariats unter dem Das Ministerium Rudini hat nichts dergleichen gethan. Banner des Klaffenkampfes nie und nimmer zulassen werde, er vielfache Mißbräuche in der Verwaltung aufhob und hinter seinem Rücken, ihn schmähten. Alle diese Barone, durch genaue Prüfung und weise Verthettung der Finanzen sagt sein Biograph, standen, während er saß, mit ents die Abgaben erleichterte, hatte er die Einkünfte der Stadt blößten Häuptern, mit niedergesentten Blicken, mit vor der ohne eine einzige neue Auflage verdreifacht. Seinen Be Brust gekreuzten Händen vor ihm, o wie fürchteten sie griffen von Freiheit getreu, hatte er durch den Wunsch ihn! Ein Gemälde, welches der niedrigen Feigheit der des Volkes sich nicht hinreißen lassen, eine despotische Herr Patrizier mehr zur Last legt, als dem strengen Stolz des Der Held der Geschichte ohne Maske. schaft anzunehmen, sondern, wie wir gesehen haben, den Tribunen. Er mochte es auch mal für nothwendig halten, Im Rausch," sagt das Sprichwort ,,, verrathen die parlamentarischen Rath der Stadt erneuert und mit ver- den Geist seiner Feinde zu brechen und in Schrecken und Menschen ihren wahren Charakter." Der Rausch, den das mehrter Macht bekleidet. So ausgedehnt auch sein eigener Furcht zu setzen, die zu versöhnen eine eitle Hoffnung ge Glück veranlaßt, kann eben so sehr die Wahrheit verrathen, Wirkungskreis war, so überließ er doch alle Verwaltung wesen wäre. als der des Weines. Der Firniß der Macht seht sowohl und die oberste Entscheidung dem Volke. Er erklärte stets, Seine Prachtliebe war leichter zu entschuldigen; es war die Fehler, als auch die Schönheiten des menschlichen daß er nur in dessen Namen regiere und vollzog nie irgend die Sitte der Zeit, es waren die Beweise und Zeugen Porträts in helleres Licht. eine wesentliche Staatshandlung, ohne dem Volte seine seiner Macht, und wenn neuere Geschichtsschreiber ihm Die beispiellose und fast wunderbare Erhebung Rienzi's Gründe und deren Rechtfertigung vorzulegen. Seinem vorwerfen, daß er die Einfachheit eines alten Tribunen nicht von dem Range eines päpstlichen Beamten zu dem Ober- Wunsche gemäß, ebenso das Glück als die Freiheit Roms nachgeahmt habe, so verrathen ste dadurch eine Unkunde des haupte Roms würde als ein noch größeres Wunder er- wieder herzustellen, hatte er die erste glänzende Epoche Geistes jener Zeit und des eitlen Voltes, über welches das schienen sein, wenn sie den Tribunen nicht, sei es auch nur seiner Macht benutzt, um jenen großen Föderativbund mit Oberhaupt Roms damals regierte. Seine glänzenden Feste, im geringen Grade, verblendet und verführt hätte! den italienischen Staaten vorzuschlagen, welcher, wie er seine feierlichen Prozessionen, verschönert und verfeinert Menschen, die in wohlgeordneten Staaten und in ruhigen richtig bemerkte, Nom zu dem Haupt der europäischen durch eine reiche Einbildungskraft, immer begleitet durch Zeiten nach und nach, Schritt für Schritt, emporsteigen, Nationen erhoben haben würde. Während seiner Regierung volksthümliche Infignien, und beabsichtigend, Freude an= gewöhnen sich an ihr wachsendes Glück. Aber der Sprung war der Handel und Verkehr gesichert, die Wissenschaften zuregen über die wiedererhaltene Freiheit und den Sinnen in einer Stunde von einem Bürger zu dem ersten Mann wurden begünstigt, die Künste blühten empor. die Majestät des wiederbelebten Roms zugänglich zu im Staate, von dem Schlachtopfer der Unterdrückung zu Von der andern Seite setzte das Glück, das seine Ge- machen. Diese Schauspiele, mögen sie auch in einem ers dem Organ der Gerechtigkeit, ist ein zu schneller Uebergang, rechtigkeit, seine Vaterlandsliebe, seine strenge Rechtlichkeit, leuchtetern Zeitalter und durch Stubengelehrte aus andern als daß er nicht das nüchternste Gehirn sollte schwindeln seine Tugenden und sein Genie hervorhob, nicht weniger Gesichtspunkten betrachtet werden, trugen dennoch dazu bei, machen. Und vielleicht wird dieser Uebergang im Ver- das stolze Bewußtsein seiner Ueberlegenheit, seine Pracht den Einfluß des Tribunen im Auslande zu vermehren und hältniß zu der Einbildungskraft, dem Genie des Mannes liebe und den zu wilden und kühnen Uebermuth seines der Eitelkeit eines pruntsüchtigen Volkes zu schmeicheln. gefährlich sein, zu übertriebene Hoffnungen anregen, und Ehrgeizes in helles Licht. Wenn er auch zu gerecht war, Auch der Geschmack verfeinerte sich, der Luxus nahm die den Ehrgeiz über seine Kräfte spannen. Die Eigenschaften, durch Wiedervergeltung die Gewaltthätigkeiten der Patrizier Thätigkeit vieler Menschen in Anspruch, und Fremde aus denen er seine Erhebung verdankt, beschleunigen seinen zu bestrafen, wenn auch während seiner unruhigen und allen Staaten wurden durch den Glanz eines Hofes herbeiUnt ergang, und der Sieg drängt ihn zur Vernichtung. stürmischen Regierung feine einzige unverdiente oder un gezogen, an dem unter republikanischem Namen ein so Rienzi entfaltete während seiner Größe weniger neue gefeßliche Hinrichtung eines Patriziers oder eines Bürgers junges und schönes Paar die erste Stelle einnahm, gleich Eigenschaften, als daß er seine früheren in glänzenderem Lichte selbst durch seine Feinde ihm zur Last gelegt werden konnte, ausgezeichnet durch Genie, Talent und Schönheit. Es war und tieferem Schatten entwickelte. Von der einen Seite war so verweigerte er doch, die weniger zu entschuldigende in der That ein blendender und königlicher Traum in der er gerecht, entschieden, der Beschüßer der Unterdrückten, der Schwäche Nina's theilend, seinem stolzen Herzen das Ver- langen Nacht Roms, das seines Papstes und dessen glän Echrecken der Unterdrücker. Sein ausgezeichneter Geist be- gnügen nicht, diejenigen zu demüthigen, die ihn früher als zenden Gefolges beraubt war, jene Festtagsregierung des leuchtete jeden Gegenstand, dem er sich zuwendete. Indem Plebejer, als Spaßmacher verachtet hatten, und die selbst jetzt, Cola di Rienzi! ( Fortsetzung folgt.) *) Im französischen Original heißt es: L'immobilisme politique en Italie wörtlich:" Die politische Unbeweglichkeit ( Bewegungslosigkeit, Regungslosigkeit) in Italien". Wir glauben jedoch, daß der wörtlich dem Driginal nicht ganz entsprechende Ausdruck Erstarrung richtiger den Sinn trifft. 70] Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Drittes Rapitel. in Politische Uebersicht. Berlin, 10. September. F 196 Deutsches Reich. obgleich diese zielbewußte Organisation allein fähig sein ihm recht", wird der wackere Philister, der den Ordnungs-| in Liebkosungen wetteiferte, um die guten praktischen würde, die sizilianischen Grundeigenthümer zu den noth- pranger lieft, mit Behagen erklären. Ein Mann, der fort- Trades- Unionisten gegen die bösen und unpraktischen wendigen Fortschritten im Landwirthschaftsbetriebe und zu gesetzt groben Unfug" verübt, also doch wohl Fenster- Sozialisten aufzuheben und auszuspielen. einer Reform der Munizipalverwaltung zu veranlassen, scheiben einschlägt und außerdem mit Beleidigungen gegen Das ist aber jetzt vergessen. Der Trades Unions welche sich gegenwärtig noch ganz in den mittelalterlichen Staatsanwälte, Friedhofswärter und andere Ordnungs- Kongreß, der seit dem 7. d. Mts. in Edinburgh tagt und Formen bewegt. hüter um sich wirft, muß dem Philister ein Gruseln ver- die Macht englischer Arbeiterorganisationen zeigt, hat den ursachen. Schade nur, daß die„ Konservative Korrespondenz" ganzen Haß der englischen Bourgeoisie gegen die Tradesvergessen hat mitzutheilen, daß Genosse Wiertelarz Unions wachgerufen, die, wenn auch noch nicht durchweg Zeitungsredakteur ist und daß er als solcher sich für den Sozialismus gewonnen, doch keine Hirsch- Dunckerdie aufgeführten Strafen durch sogenannte Preßvergehen zu fchen Lämmerschwänzchen sind und den echten und rechten Ein englisches Blaubuch über die deutschen gezogen hat. Diese nothgedrungene Ergänzung der obigen Klassenkampf kämpfen. Kolonien in Afrika und der Südsee ist foeben vom englis Mittheilung zerstört zwar deu Nimbus des„ Randalisten". Die Zeitungen, wie die" Time3"," Standard" u. f. w., schen Foreign Office( Auswärtigen Amit) veröffentlicht wir sind der Konserv. Korr." aber doch dankbar für ihre die vor 6 und 7 Wochen den Trades- Unionisten Honig um worden. Wir kennen es vorläufig nur aus dem Resumee Enthüllung. Sie hat, ihrer selbst unbewußt, dadurch eine den Bart geschmiert haben, schimpfen sie heute Querköpfe, des Londoner" Standard". Hiernach ist der Juhalt keiner, treffliche Satire auf unsere heimischen Preßverfolgungen Phantasten und Unstürzler, die im Grunde um kein Haar der den deutschen Kolonialpolitikern gefallen wird. Nament- und die Anwendung des„ Groben Unfug"- Paragraphen breit besser seien, als die„ hirnverbrannten Sozialisten". lich gilt das von den afrikanischen Kolonien, die bisher geliefert. Es zeigt dies, daß die Bourgeoisie jeder selbstfeine materiellen Vortheile( und moralische erst recht nicht) ,, Der Nazarener." Das vielköpfige und vielörtliche ständigen Arbeiterorganisation, einerlei ob sozialistisch oder geliefert haben, viel kosten, und auch für die Unser deutscher Prozeßverfahren wegen der, das Leben und Wirken Chrifti im nicht, gleich feindlich gegenübersteht. Zukunft keine Vortheile versprechen. Deutsche Kolonisten Spiegel feiner Zeit behandelnden Erzählung der„ Neuen Welt" hat Musterbourgeois Stumim hatte den richtigen Klasseninstinkt, sind seltene Artikel in den deutschen Kolonien. Die Deut auch in Berlin bekanntlich schon zu einer Hausfuchung geführt, als er seinerzeit die christlich- sozialen, katholischen und schen kommen und gehen- wenn sie nicht vorher sterben. wie feinerzeit erwähnt ward. Nun hat auch der in Berlin- Char- Hirsch- Duncker'schen Gewerkschaftsschäflein mit den sozialistis Im Togoland sind nur 100 Weiße, darunter 70 Deutsche, lottenburg wohnende Verfasser der Erzählung für den 30. d. M. schen Umsturzmenschen in einen Topf warf. und die weiße Bevölkerung hat nicht eine Heirath, nicht eine Vorladung vor das Amtsgericht Charlottenburg erhalten. eine Geburt aufzuweisen. Von den Von den 70 deutschen Wir erwarten mit Spannung den weiteren Verlauf dieser sind 22 Beamte und 22 Missionäre. In Kamerun hat Prozeßangelegenheit, die die eigenartige Entwickelung der deutschen Rechtspflege und des deutschen Juristenhirns am Ende - Die Handwerker Konferenz. In der gestrigen die weiße Bevölkerung im Laufe des Jahres um des 19. Jahrhunderts in grelles und helles Licht stellt. Nachmittagssigung erfolgte im§ 86b eine Abänderung dahin, einen Kopf abgenommen, und zählt gegenwärtig 230, ,, was vom Standpunkt des Kolonisirens aus nicht gerade Bezüglich des Zavenbefuches konstatirt ein Oberveptil in daß die Theilnahme an den Wohlfahrtseinrichtungen durch befriedigend ist". Auch hier bilden Beamte und Missionäre der Kölnischen Zeitung" mit schmunzelnder Genugthuung, Statut obligatorisch gemacht werden kann. zwischen den beiderseitigen Staatsmännern habe man eine große Bei dem§ 87a wurden einige Vereinfachungen vorgenommen, den Haupttheil der Bevölkerung. Die Bermehrung der lehnlichkeit der grundliegenden Ansichten und nächsten Ziele feft- die Kosten des Gesellen- Ausschusses von denen der Junung geweißen Bevölkerung in Südwestafrika ist ausschließlich dem stellen tönnen. Bei der Verrufsung Deutschlands haben wir an trennt und demgemäß der Zusatz angefügt:" Die Bestimmungen Umstande zu daufen, daß gegen 100 Boeren eingewandert dieser großen Aehnlichkeit" niemals gezweifelt. Das näm- über die Deckung. der Kosten für den Gesellen- Ausschuß erläßt sind. Aus Deutschland selbst kommen fast teine Ansiedler, liche Oberreptil behauptet, der Barenbesuch in Deutschland der Junungsvorstand gemeinschaftlich mit dem Gesellen- Ausschuß." Die§§ 88 bis die von der Aufsicht der meistens nur ausgediente Soldaten, die sich vielleicht als habe den französisch russischen Zweibund mit einigem Blei" Krämer und Handwerker niederlassen vielleicht auch belastet. Hoffentlich wird dieses Blei" nicht von anderen Kanne Innungen handeln und sehr ausführliche Bestimmungen für gießern zum Gießen von Kugeln benußt. den Fall treffen, daß die Aufsichtsbehörde die Schließung einer nicht", wie der Bericht trocken beifügt. Der unsichtbare Zar. Die modernen russischen Zaren Innung für erforderlich halten sollte, wurden vielfach bemängelt. haben bekanntlich troh ihrer Gottähnlichkeit und Allmacht eine Die Konferenz beschloß Streichung der SS 88a und b und Einhöllische Angst vor dem Volk. Es muß erst eine Uniform an- fügung eines Paragraphen, wonach für solche Junungen, baben, ehe sie ihm zu nahen wagen. Und diese Barenkrankheit die dauernd ihre Pflicht verlegen, von ber hat sich mit jeder Zarengeneration vermehrt. Der vorige war Aufsichtsbehörde schon menschenschen der jetzige ist es in noch weit höherem waltung durch einen Kommissar angeordnet Maße. Spigel und Soldaten das sind so ziemlich die ein werden kann. Damit ist die Berathung des ersten Abschnitts des Gesetzzigen Lente vom Volt", die ihn bei seinem Besuch in Deutschland gesehen haben. Die Zeitungs- Berichterstatter ließen den entwurfs, der die Zwangsinnungen betrifft, beendet. Der zweite Bar in Breslau und Kiel durch hunderttausende jubelnder Menschen Abschnitt der Vorlage, der von den Handwerks- Ausschüssen hindurchfahren alles Reporterphantafie. Einer, der in Kiel dabei handelt, wurde an eine Kommission zur Vorberathung für die war, schreibt lakonisch:" Der Bar ist in Kiel gewesen, aber heutige Sigung überwiesen. Diese Kommission besteht aus niemand hat ihn gesehen." Und aus den Breslauer folgenden sechs Herren: Möller, Euler, Megner, Wollschläger. Jakobskötter und Winter. Kaisertagen" schreibt die Breslauer Zeitung": n Die für uns Schlesier geradezu lächerliche Furcht der Die Konferenz trat sodann in die Berathung des dritten russischen Geheimpolizei ging so weit, daß die an den Theils der Vorlage ein, der die Handwertstammern betrifft. alten Garten des Landeshauses anstoßenden Nachbargärten Eine längere Berathung rief die Frage hervor, ob bei der durch eine Postenkette abgeschlossen waren waren, so daß der Handwerkskammer, wie die Borlage es will, auch ein GesellenBar selbst im eigenen Garten immer unter„ geheimem Schuh" ausschuß errichtet werden soll. Die Frage wurde einstimmig stand. Offiziell waren nur der russische Staatsrath Rakowski verneint. Da die Handwerkskammer nur für einen größeren und die Gesellen Arbeitsstätte und und der Direktor des russischen Telegraphenbureaus in Paris, Bezirk errichtet wird Deffront, welche beide mit der Ueberwachung der Nihilisten in Ort häufig wechseln, so würde nach der einstimmigen Frankreich betraut sind, in Breslau anwesend und zwar mit Ansicht der Konferenz die Arbeit mit einim solchen Genur acht Beamten, in Wirklichkeit aber waren Dußende von sellenausschusse bei der Handwerkskammer zu viel Roften russischen Geheimpolizisten vorhanden, und die einzige Furcht, und Schwierigkeiten verursachen. Hierzu kommt, daß durch die man hegen konnte, war, daß unter diesen zweifelhaften die bei der Innung und dem Jnnungsausschuß zu errichtenden Elementen etwa einer das Bedürfniß gefühlt hätte, ein Gesellenausschüsse die Interessen der Gesellen genügend gewahrt fleines Schein Attentätchen loszulassen, sind. Demgemäß wurden die§§ 92a und b gestrichen, und die das dann zur größeren Ehre der russischen Spitzel rechtzeitig übrigen Paragraphen erfuhren eine entsprechende redaktionelle ., entdeckt oder verhindert" worden wäre. Auf deutscher Seite Abänderung. Die Landes Zentral § 95a wird dahin abgeändert: besorgten den Sicherheitsdienst die Kriminalkommissare v. Bodungen und Dr. Henninger für den Baren, v. Tausch behörde kann bestimmen, daß die Rechte und Pflichten der nebst 35 Beamten der politischen Polizei für unseren Kaiser. Handwerkskammer von dem Handwerksausschusse wahrzunehmen Vor dem Eintreffen des Monarchen in Breslau wurden das sind." Außerdem wurde von der Konferenz noch folgender neue Schloß und das Ständehaus von deutschen und russischen Be-$ 95b eingeschoben: amten sorgfältig revidirt. Im Stadt Theater wurden Die gesammte weiße Bevölkerung von Ostafrika beträgt 600 und wenn man von den Heuschrecken, der Dürre, der Hungersnoth und dem hohen Wechselkurs absieht, sind die Aussichten nicht ungünstig" sagt der Bericht. So viel nach dem Resumee des Standard". Sage man nicht, die Engländer seien parteiisch und neidisch. Unsere Kolonien uus zu beneiden, ist fürwahr nicht gut möglich; und bisher haben die englischen Berichte über unsere Kolonien sich zuverlässiger er wiesen, als die deutschen. Daß die scheußlichsten Gewohnheitsverbrecher in der Sozialdemokratie ihr Wesen treiben, dafür hat eine hervorragende Ordnungsstütze einen überzeugenden Beweis in dem monatlichen Strafverzeichniß unserer Partei entdeckt. Gesinnungstüchtige Blätter drucken mit Behagen folgendes Machwerk nach: " Ein sozialdemokratischer Märtyrer" eigener Art wird in der Konservativen Korr." wie folgt vorgestellt: In dem Märtyrerverzeichniß, daß der Vorw." allmonatlich unter der Rubrik: Unterm neuesten Kurs" veröffentlicht, fallen einzelne Namen auf, die immer wiederkehren. Der Drang zum sozialdemokratischen Märtyrerthum muß also bei diesen Genossen" ein unbezähmbarer fein. Wir finden beispielsweise einen solchen ruhmeichen Märtyrer in den, die Monate Juni, Juli und August umfassenden Verzeichnissen des Vorwärts"( Nr. 157, 187 und 208) nicht weniger als achtinal. Das Strafregister dieses Märtyrers, des Erfurter Genossen" Wiertelarz lautet wie folgt: " 11. Juni wegen Beleidigung eines Friedhofswärters 400 m. Geldstrafe, wegen Bürgermeister- Beleidigung 2 Mon. Gefängniß. wegen Beleidigung 2 Monate Gefängniß, 11. " 16. " 26. : vegen groben Unfugs 50 M. Geldstrafe, 30. 15. Juli 22. wegen groben Unfugs in 2 Fällen 60 M. Geldstrafe, wegen Beleidigung zweier Staatsanwälte 50 M. Geldstrafe, wegen groben Unfugs in 3 Fällen 50 M. Geldstrafe, 4. August wegen Beleidigung eines Staatsanwalts 2 Monate Gefängniß. Das ist, wie es scheint, ein Märtyrer, auf den die Sozialdemokratie ftolz sein fann. Die Arbeiterschaft wird sich aber doch wohl fragen müssen, ob ein Mann, der innerhalb dreier Monate dreimal wegen groben Unfugs( in zusammen sechs Fällen) und fünfmal wegen Beleidigung verurtheilt ist, als Opfer der Klassenjustiz" oder nicht vielmehr als gemeingefährlicher Randalist betrachtet werden müsse. Durch diesen eigenartigen" Märtyrer wird das betreffende Monatsverzeichniß des Vorwärts" auf das zutreffendste illustrirt. Da ist also der pp. Wiertelarz als„ gemeingefährlicher Randalist" an den Ordnungspranger geschlagen. Geschieht " " eine zwangsweise M Vers Die Landes Zentralbehörde derjenigen Bundesstaaten, in fogar die Kellerräume durch russische Gebenen andere gesehliche Einrichtungen( Handels- und Gewerbes heimpolizisten tontrollirt; im Theater selbst waren fammern) zur Vertretung der Interessen des Handwerks vordiese nuglosen Beschützer" überreich vertreten. handen sind, kann diesen Körperschaften die Wahrnehmung der Rechte und Pflichten der Handwerkskammern übertragen." Damit ist auch dieser Abschnitt der Vorlage erledigt. Glückliches Väterchen! = In der Wiener Neuen freien Presse" lesen wir: Ein schlesischer Landtags- Abgeordneter erzählt zum Rapitel der Sicherheitsmaßregeln, daß von russischer Seite die völlige Es folgt nunmehr der Bericht der Kommission, die be Räumung des an das Landeshaus, wo bekanntlich der Bar auftragt worden war, das im§ 82 aufgeführte Berzeichniß der wohnte, grenzenden Privathauses gewünscht worden war, Gewerbe, für die Zwangsinnungen errichtet werden sollen, einer man wollte sogar das Haus kaufen. Judeß erklärte die Prüfung zu unterziehen und Vorschläge über die Erweiterung biesige Regierung, daß keinerlei Sorge zu hegen sei; man dieses Verzeichnisses, respektive über eine zweckmäßige Zusammen tenne sämmtliche Inwohner ganz genau und sei vollauf beziehung verwandter Gewerbe zu machen. Die Kommission schlägt ruhigt. vor, in das Verzeichniß noch aufzunehmen: Köche, Beug schmiede, Photographen, 3ahn Techniker, ben Musiker, Gastwirthe und Fuhrwerts- Unter Die englischen Trades- Unions sind in Deutschland nehmer. Dieser Vorschlag wurde namentlich vom Geheim. bekanntlich die Lieblinge unserer Bourgeoisie. Auch in rath Sieffert scharf bekämpft. Er führte aus, daß es für England waren sie es während des letzten Juternationalen die Regierung unmöglich sei, in der so knapp bemessenen Beit Sozialistenkongresses, wo die liberale und konservative Presse die Unterlagen für die Errichtung von Zwangsinnungen für von Berlin, das doch die blanke, brutalste Noth zu seiner Recht- Dramas außer der Heldin auch noch das gesammte Orchesters Kunst und Willenschaft. fertigung hat. Allein Prévost führt keine Keulenhiebe gegen diese personal in wirkliche Lebensgefahr, denn es wurde wirkliches Das Leffing- Theater brachte am Mittwoch wiederum eine Erscheinung, er umkleidet sie mit romanhaften Sentimentalitäten. Wasser in der Schleuse gebraucht und entleerte sich plöglich ins Novität, diesmal ein französisches Schauspiel Halbtugend( Les Demi- Seine Heldin Maud ist beinahe am Ziele; sie hat einen reichen Land- folge fehlerhafter Konstruktion in unprogrammmäßiger Weise Vierges) von Marcel Prévost. Herr Prévost hat eine schriftstellerische adligen ergattert; da tritt ihr heißblütiger Liebhaber von ehedem da über die Bühne weg in den Orchesterraum. Das barbarische Spezialität" gefunden; Grund genug, daß sein Name großen zwischen und verräth in rasender Eifersucht den Gefühlsschacher Sensationsschauftück, das eine Epoche im Verfall der modernen Klang gewann. Der Ruhm von Leuten, die eine enge Spezialität seiner Maud; und Maud wird, was sie vordem zur Hälfte war, Bühnenkunst so deutlich kennzeichnet, wird neuerdings von Eng beadern, pflegt zwar bald erschöpft zu sein, besonders in Paris, eine richtige Dirne. Sie ist für den häßlichen internationalen land aus ja auch auf deutschen Boden eingeführt. das nach Abwechslung dürftet; allein, als Prévost vor Finanzschwindler Aaron( Arton) reif geworden. Im Kunstgewerbe Museum findet aus Anlaß der Kon ein paar Jahren feinen Homan Les Demi Vierges Die innerlich faule Gesellschaft, die Prévost darstellt, foll ferenzen der Direktoren der Webeschulen eine Ausstellung der ( Halbjungfrauen) herausgab, galt er mit einem Schlag als viel äußerlich Chic und Eleganz bewahren. Dagegen fehlten unsere Stofffammlung statt, welche den großen Lichthof in allen Theilen gerühmter Sittenschilderer. Der große Born, der den starken Schauspieler mehrfach. Sie betonten das Auflößige zu derb, zu füllt. Es sind hierbei besonders prächtige und charakteristische Satiriker ausmacht, ist ihm zwar nicht gegeben; das soziale Ge- deutlich, oder sie nahmen das Unglück der Verlumpten" zu biet, auf dem er sich ergeht, ist im grunde winzig genug; es be- tragisch, wie Frl. Wirth als Maud, Herr Stahl als Lieb. Stücke aus allen Zeiten und Ländern zusammengestellt, aus dem Gebiete der Kunstwebereien, des Kunstdruckes, der Passementenschränkt sich auf die Salondame und ihre Passionen. Allein der haber thaten. Begriff Salon übt immer noch auf einen bestimmten Theil des arbeit und der Teppichwirkerei. In dem Zimmer vor der Stofffranzöfifchen wie des deutschen Lesepublikums einen bestrickenden fammlung, welches jetzt als bleibender Ausstellungsraum dieser Zauber aus. Sammlung hergerichtet wird, sind große Prachtstickereien auss gebreitet.-Ferner sind im oberen Umgang die Stoffe aus. gestellt, zumeist neuere französische Arbeiten, welche die königliche Bebeschule in Krefeld für ihre Sammlung erworben hat. ant Der Talisman von Ludwig Fulda wird für die Neue freie Voltsbühne 20. und 27. September im Deutschen Theater gegeben. Die Neue freie Volksbühne hat jeht eine dritte Abtheilung errichtet. == " Prévost hat in der Bezeichnung Demi- Bierges, das in flares Deutsch übertragen von Rechts wegen Halbdirnen" heißen müßte, Im Schiller Theater findet heute eine Wiederholung des ein pitantes Schlagwort, das als Schlagwort nicht ohne Einfluß Moser'schen Lustspiels Der Bureaufrat" statt. Morgen gent auf den großen Erfolg seines Buches war. Dieser Erfolg mußte Ibsen's Schauspiel„ Die Stützen der Gesellschaft" in Szene. Der vierte Kongreß für Kriminal- Anthropologie, der nun auch für die Bühne ausgemünzt werden, und was dem Buche Die Eröffnung des neuen ,, Deutschen Theaters" in zur Zeit in Genf tagt, beschäftigte sich in seiner Sizung vom noch einigen Charakter verleiht, eine gewiffe verwegene Rück6. September mit dem Kampf gegen den Anarchismus. Den einsichtslosigkeit, eine bestimmte Grazie bei aller Frechheit des Vor- München, das schon vor einem Jahre ins Leben treten sollte, leitenden Vortrag hielt Professor van Hammel aus Amſterdam, trages, bas ging in der Dramatisirung verloren. So entstand ist abermals hinausgeschoben, die Proben sind suspendirt worden. Der Redner erhob sich nicht weit über die Anschauungen, die in Björnstjerne Björnson begiebt sich diesen Winter wieder bürgerlichen Kreisen in der Frage der Bekämpfung von Vers denn eine grobunkünstlerische, Arbeit, viel Gerede über eine brüchige gleichgiltige Gesellschaft, eine Satire ohne Schärfe. über Wünchen und Schwaz nach Rom. Er ist, wie er einem brechen, die unter dem Deckmantel des Anarchismus begangen Selbst das Publikum des Lessing- Theaters, das für Bitanterien Mitarbeiter von Verdens Gang" mittheilte, mit einer größeren werden, üblich find. Immerhin will Herr van Hammel die Arbeit beschäftigt. Björnson gedenkt eine größere lyrische Propaganda durch die That, das anarchistische Attentat, der so sehr dankbar ist, hat zum Schluß das Werk abgelehnt. Wie enggefaßt die Spezialität von Prévost ist, das zeigt Gedichtsammlung herauszugeben. Bauernlieder, alle fangbar, Gerichtsbarkeit des allgemeinen Rechtes überweisen. Denn es der bestimmte Kreis von Wienschen, die er vorführt. In der die das Leben des norwegischen Bauern, sein Verhältniß zu sei das Gewohnheitsrecht, das die Achtung für das Leben, die " Halbtugend" sind es junge Mädchen, die es für ein schmachvolles den Thieren, Weiden, Aeckern, zur Liebe, zum Vaterlande, zur Integrität des Körpers und das Eigenthum verlangt, das die Anarchisten verleßen. Deshalb sollen fie auch nach ihm bestraft Unglück halten, nur 300 000 Frants zu besitzen. Sie müssen darum Politik schildern. auf den Bauernfang, die Jagd nach dem begüterten Mann ausziehen Ein modernes Sensationsstück. Im Princeß- Theater zu werden. Zwar könne das nicht als allgemeines Prinzip gelteit. und werden so zu Salondinen. Sie sehen alles, sie wissen alles, London wird gegenwärtig ein nach dem Französischen bear Denn es sei erwiesen, daß der Tod eines anarchistischen Heros gründlich ist jede Scham von ihnen genommen, sie sind verderbt beitetes, nenes Melodrama von dem bekannten englischen Drama- den Martyrerfultus ausgedehnt, den Muth der Anhänger gehoben bis in die Knochen; nur in einem Punkt bewahren sie mit wider- tiker G. R. Sims aufgeführt, in welchem als Sensationsszene und so den Anarchismus verschärft habe. Als leyter aus der natürlichem Staffinement ihre physische Reuschheit. Sie wissen, eine Flußschleuse auf der Bühne dargestellt wird, die plöß- Reihe der Redner erhob sich Ferri, Rechtsprofessor und welcher Kaufpreis dafür in Baar" bezahlt wird. Die Er- lich berstet und eine Wassersfluth über die Bretter entsendet, fo sozialistischer Abgeordneter aus Rom, um mit einer scheinung solcher Halbbirnen des Salons ist unvergleichlich wider- daß die unglückliche Heldin des Stückes beinahe ertrinkt. In hinreißenden Beredt samfeit in das Dunkel der Zweifel hineinzu wärtiger, als das rübefte Straßendirnenthum im Scheunenviertel Paris gerieth seinerzeit bei einer der Aufführungen dieses leuchten. Ich bestreite des energischsten", sagte er nach einem Bericht, tiefe Dewerbe zu beschaffen. Es würde das so viel Arbeit mache», daß die Sache selbst eine große Verzögerung erführe. Es wäre das auch ein Ballast, der das Schicksal der Vor- läge, die ohnehin schon auf des Messers S ch neide gestanden habe, aufs äußer st e ge- s ä h r d e n mühte. Jedenfalls wurde durch die An- nahine dieses Vorschlages die Aussicht für das Gelingen des Werkes vermindert. Hieran schloß sich eine lange und lebhafte Debatte, da namentlich von den bereits bestehende» Innungen der Fuhr- werksunlernehuier, Gastwirthe und Musiker der ausdrückliche Wunsch ausgesprochen worden ist, in das Verzeichniß der zu er- richtenden Zwangsiunungen aufgenommen zu werden. Auch hatten diese Innungen Abgeordnete mit dem Austrage in die Kommission entsandt, dort ihre Anträge zu vertreten. Die Konferenz berieth am heutigen dritten Tage zuerst die Bestimmungen über das Lehrlingswesen(§Z 126 bis 132). Im § 127 wurde die Bestimmung gestrichen, wonach auf Lehrlinge in staatlich anerkannten Betrieben diese Bestimmung keine An- Wendung finde» soll. Z I2S erhielt von der Konferenz folgende Fassung:„Durch Beschluß des Bundesraths können für einzelne Gewerbe nach Anhörung des Jnnungsverbandes Vorschriften über die Zahl der Lehrlinge, die in einem Gewerbebetriebe gehalten werden darf, erlassen werden." — Der„Reichsbote" polemisirt in interessanter Weise gegen die„Berliner Zeitung", welche in Sachen der Konfektionsarbeiter an den Bürgersinn, die Menschlichkeit und geschäftliche Honorigkeit unserer Konfektionäre appellirt. Das konservative Blatt schreibt: Wir fürchten, dieser Appell wird den Arbeitern wenig nützen. Denn wenn bei diese» Herren die Armuth, das Elend ihrer Arbeiter, die Entrüstung der öffentliche» Meinung, der ge- samiute» anständige» Presse und die Verdikte des Schiedsgerichts keinen Eindruck aus ihre Menschlichkeit und Honorigkeit gemacht haben, dann wird die„Berliner Zeitung" wohl selbst nicht mehr an die Wirkung ihres Appells glaube» und bezweifeln müssen, ob diese angepriesenen Empfindungen bei den Herren überhaupt vorhanden sind. Allein es entsteht dann doch die Frage: Ist es erträglich, daß das Wohl taufender armer abhängiger Arbeiter von einer Handvoll habgieriger Mensche», die nichts mehr zu kennen scheinen als ihren Geld- beutel, absolut abhängig ist und der Staat wie die Gesell- schast ruhig zusehen müsse», wie diese Arbeiter körper- lich und sittlich ruinirt werden? Muß nicht der Staat mnsomehr das Recht haben, gegen solchen Mißbrauch der wirthschastlichen Freiheit einzuschreiten, als er der Industrie überall Freiheit und Schutz für ihre berechtigten Interessen ge- währt?" Sehr schön geschrieben. Leider hat aber die Partei, deren Organ der„Reichsbote" ist, jeder Arbeiterschntzpolitik ab- geschworen.— — Der Kammergerichtsrath Hugo Schröder, Mitglied des Reichstages für den zweiten Wahlkreis deS Reg.- ffiez. Frankfurts a. O-, hat, wie die„Kreuz- Zeitung" vernimmt, seine Entlassung aus dem Justizdieust nachgesucht und tritt am 1. Oktober d. I. in den Ruhestand. Schröder ist bekanntlich der Jurist der freisinnigen Vereinigung und Vorsitzender des de» Mucker» so verhaßten Protestantenvereins.— — Die Müller machen gegen die Kornproduzenten . mobil. Ihrer achtzehn habe» ein Rundschreiben erlasse», in dem es heißt:„Wir beuöthigen dringend eine Vertretung, welche geeignet ist, unsere Interessen auf das energischste zu wahren, und nicht eine solche, welche ihrer Pflicht genügt zu habe» glaubt, rvenn sie den Wünschen der Agrarier möglichst entgegenkommt____ Eine möglichste Beschleunigung der Kretrung einer energischen Vertretung unserer Interessen halten wir um so dringender ge- boten, als jeder Tag uns bei der agrarischen Reichs- tags-Majorität neue Gesetze und Verordnungen bringen kann, die unsere Industrie auf das höchste schädigen." Nun ja, was den Plötzen recht, ist den Müllern billig. Es lebe die Müllerpartei!— — Die Amtsniederlegung d es P ast o rs Göhre bietet dem Hosprediger a. D. Stöcker einen neuen Anlaß, sich mit Loyalitätsphrasen zu parfümiren, um in den Geruch kvuservativ-monarchistischer Gesinnungstüchtigkeit zu komme», der ihn aufs neue würdig machen würde für die konservative Partei..Er schreibt nämlich im„Volk", Herr Göhre habe ganz Recht gethan, seinen Talar auszuziehen, den» wer mir dem vierten Stand gemeinsam de» Klassenkanips durchkämpfen wolle, könne nicht Pjarrer bleiben. I» diesem Sinne sei das Wort des Kaisers wie der oberkirchen- räthliche Erlaß zutreffend. Ein solcher �politischer Pastor" aber könne auch nicht„christlich-sozial", ja nicht einmal„national- sozial" bleiben. Da hat also der alte Hintertreppenpolitiker einen Weg entdeckt, sich mit dem kaiserlichen Telegramm einver- standen zu erklären und den darin enthaltenen Bannstrahl auf andere„politische Pastoren" abzulenken. Diese neue Slöckeriade hat übrigens für unser politisches Leben weiter keine Bedeutung, sondern erweckt nur noch ein gewisses psychologisches Interesse. — Für die Einschränkung öffentlicher Ver- g n ü g u n g e n hat die Polizeidirektion in O s n a- den wir der„Frankfurter Zeitung" entnehmen,„daß die Repression auf das Verschwinden oder Abnehmen anarchistischer Attentate eine» hauptsächlichen Einfluß geübt hat. Ich habe das in meinem Buche über kriminelle Soziologie genügend bewiesen und kann hier nicht dcS näheren daraus eingehen. Die anarchistische» Attentate waren das Symptom eines sozialen Fiebers, das wie jedes andere Fieber auch ohne medizinische Behandlung seinen Kulminations- Punkt, seine Abnahme und sein Verschwinden zeigen mußte. Wen» weiter behauptet wird, daß weder der geborene, noch der gehirnkranke, noch der fanatische Verbrecher durch Androhung der Strafe beeinflußt werde» kann, so will ich hier den un- widerruflichsten Gegenbeweis liefer». Ich erinnere an die Disziplin verschiedener Jrrenasyle, wo die Furcht vor der Douche, vor dem elektrischen Schlag und vor der Zwangsjacke dem Irren jene Disposition giebt, welche, unterstutzt von seiner eigenen schwachen Aktion, ihn vor dem Begehen der gewaltthätigen Akte zurückhält. Die„sontöiics indetenninee" des Herrn van Hammel oder die aequivaleute temporäre Strafe Lombroso's ist nach meiner Ansicht die einzige wirksame und humanitäre Form der Repression) aber nicht unter Anwendung des Zellensystems, dem, die Zellenhaft macht den Gefangenen zum Idioten oder Wütherich, erstickt im Individuum den einzigen Instinkt, der noch zu rette» vermag, nämlich den Instinkt der Soziabilität. Wozu die Monumentalbauten der Gefängnisse, die, auf mittel- alterlich-barbarischem Fundamente ruhend, das nutzlose ihrer Wirkung durch die stetige Vergrößerung bekunden! Ich kenne keine bessere Form, die Gesellschaft gegen das Ver- brechen zu beschütze», als die A g r i k u l t u r- K o l o n i e n mit nächtlicher Jsolirung der unmündigen, der weniger degenerirleu erwachsenen und rückfälligen Verbrecher. Die «ei st ig gestörten Verbrecher gehören ins Irrenhaus und nicht ins Zuchthaus. So lange ich auch für den Anarchisten eine Aenderuug seiner sozialen Um- gebung. sei es durch Exilirung im Falle eines Mordes, oder durch Jnternirung in eine agrikole Kolonie in einem weniger schweren Falle, wo alsdann das Opfer entschädigt werden kann durch den Arbeitsertrag des Delinquenten. Die„sentaiico in dätenninöe" ist von einer Gesellschaft zu verifiziren. die nicht nur aus gouvernementalen, sondern auch aus Magistrats- und Administrationsmitgliedern bestellt sein muß, und welchen sich als unerläßliche Ergänzung Psychiater, Advokaten und Elemente aus dem Volke anzuschließen haben. Die Bestrafung der .iudirekten Aufwiegelung zum Begehen des Attentats zeigt brück sich ins Zeug gelegt. Um nicht Mißverständnisse ans- kommen zu lassen, wollen wir im voraus bemerken, daß die patriotische Polizeidirektion sich nicht etwa hat bei- kommen lassen, gegen den Ueberschwang großer Fest- lichkeiten, wie sie von den Stützen der Gesellschaft ver« anstaltet werden, zu Felde zu ziehen. Nichts liegt ihr ferner. Ganz andere Leute haben sich die verdiente polizeiliche Mißbilligung zugezogen. Uns geht von dem Vorstand des Tapezirer-Vereins in Osnabrück das folgende Schrift- stück zu, durch das er vor einiger Zeit überrascht wurde: Polizei-Direktion. Osnabrück, den 17. April 1896. In letzter Zeit haben sich die öffentlichen Tanzlustbarkeiten in Osnabrück in Bedenken erregender Weise vermehrt. Besonders rührt dieses daher, daß viele Vereine ihre Vergnügungen nicht mehr unter sich, sondern unter Zulassung von Fremden feiern. Die Vereine selbst erreichen hier bereits eine derartige Zahl, daß man zweifelhaft sein kann, ob nicht bereits d i e wünschenswerthe Grenze bedeutend über- schritte» ist. Gewähren diese Vereine aber auch noch bei ihren Festlichkeiten jedem Fremden den Zutritt, so wird in einem vergrößerten Maßstabe Gelegenheit zu Vergnügungen gegeben, und dieses ist ein Mißstand, dem vorgebeugt werde» muß. Von allen Seiten wird Über schlechten Verdienst, Geschäfts- rückgang und Steuerlast geklagt, aber die Vereine und Ver- gnüguugen mehren sich und wachsen ständig, während doch die Vergnügungen das erste sein sollte, was eingeschränkt wird. Da nun nach den bestehenden Vorschristen die Obrigkeit dafür zu sorgen hat, daß die öffentliche» Tanzgesellschasten ein bestimmtes Maß nicht überschreiten, so sollen die Bestimmungen der hier giltige» Polizei-Verordnung über die Genehmigung und Zeilbestimmung der öffentlichen Tanzlustbarkeiten fortan in einer die öffentlichen Tanzvergnügungen möglichst einschränkende» Weise durd)geführt und Uebertretnngen auf das strengste bestraft werden. Wir ersuchen deshalb die Vorstände der Vereine ergebenst, die Gesuche auf Genehmigung von öffentlichen Tanzgesellschaften einschränken zu wollen, da die Genehmigung nur in Ausnahme« fällen ertheilt werden wird. Die Polizei-Direktion. (Name unleserlich.) An den Vorstand des Tapezirer-VereiuS hier. I 3942. Daß es bei dieser polizeilichen Warnung auf ein Stück Sozialpolitik abgesehen ist, geht aus zwei Bemerkungen hervor. Da ist erstens der mißbilligende Seiteublick darauf, daß Vereine (nämlich solche vom Schlage des Tapeziervereins) die wünschenswerthe Grenze bedeutend überschritten zn habe» scheinen, ziveitens die hübsche Betrachtung über Geschäftsrückgang und Steuerlast, die in der Versicherung ausklingt. daß die Vergnügungen das erste sein sollten, das eingeschränkt werden müßte. Nun ja. in gewissem Sinne: besonders, meinen wir, mußten diejenigen Vergnügungen eingeschränkt werden, die aus den öffentlichen Mitteln bestritten, also durch Steuern gedeckt werden. Denn es ist sicher verwerf- licher, wenn sich die Steuerzahler für anderer Lente Vergnügungen die Steuergroschen abdarben müssen, als wenn sie selbst ihre Lebenshaltung durch harmlose Vergnügungen auf ein Höheres Niveau zu hebe» suchen. Also will die Polizeidirektion damit den Anfang mache», dann wird sich über das weitere noch reden lassen.— — Unter der Stich niarke„Zum Vereins- und Versammlungsrecht" bringt der Landrath des Kreises Pinneberg den Polizeibehörden mehrere be- merkenswerthe Grundsätze, welche in Entscheidungen des Ober- Verwaltungsgerichts ausgesprochen sind, durch das Kreisblatt zur Kennlniß. Diese bemerkenswerthen Grundsätze sind folgende: I. Die Frage, ob ei» Verein eine Einwirkung auf öffentliche An« Selegenheiten bezweckt, ist schon dann zn bejahen, wenn sich ans em Verhalten des Vereins oder seiner Leitung ergiebt, daher sich in den Dien st einer bestimnrten politischen Partei st e l l t. 2. Zum Verbot der Betheiligung von Frauen, Schüler» und Lehrlingen an politische» Versannnlungen: „Die Polizeibehörde ist befugt, zu einer aus die Betheiligung von Frauen. Schülern oder Lehrlinge» berechneten Versammlung (Volksbelustigung ic.) eines politischen Vereins die G e- nehmigung von vornherein zu versagen, also nicht nur dieselbe aufzulösen, wenn die Frauen w. der Aufforderung des überwachenden Beamten, die Versa nimlung zu verlassen, nicht Folge leisten. 3. Zum Begriff der Versammlung einer politischen Partei im Sinne des§ 8 Abs. 3 des Vereins- gesetzes. Eine von eine m Vergnügungskomitee veranstaltete Volksbelustigung ist als Ver- s a m ni l n n g eine? politischen Vereins an- zusehen, sofern dieses Vergnügungskomitee aus den Vorstandsmitgliedern eines sozial- demokratischen(!) Vereins besteht. Das„Ham- bnrger Echo", dem wir diese Mittheiluug entnehmen, be- merkt dazu sehr richtig: Welche» Zweck der Landrath mit der Bekanntgabe dieser Entscheidnng des Ober- Verwaltungsgerichts uns so recht, ans wie schiefer Ebene öfters die juristsche Logik rollt. Man beginnt mit der Proklamation der Meinungsfreiheit. Sehr gut. Wir bestrasen blas das vollführte Verbrechen und auch noch das versuchte, heißt es. Das will sagen: nicht nur die That wird verfolgt, sondern auch der Versuch zur That, und man rollt auf der schiefen Ebene weiler und sagt: Nicht nur der Versuch, sondern auch die Vorbereitungen und von den Vor- bereitnugen nicht nur die materiellen, sondern auch die intellektuellen, und nicht nur die direkten, sondern auch die indirekten Aufreizungen. Da hat man einen schönen Weg ein- geschlagen, nach dem man die Freiheit jeder Meinung und ihre Propaganda garantirt hat. Ich selbst, der die Ehre hat, hier zu sprechen, wurde durch das Ausnahmegesetz, daS in Italien mit dem Vorwand, gegen die Anarchisten zu kämpfen, von der Regierung und dem Parlament angenommen wurde, wegen indirekter Aufwiegelung verurtheilt. Ueber- Haupt wurde dieses Gesetz fast ausschließlich gegen die Sozialisten angewendet, trotzdem sie als Antipoden des individualistischen Anarchismus mit seiner Propaganda durch die That vom Kampf der Klassen als einem soziologischen Gesetz sprechen und mit aller Energie gegen die Ansicht auftreten, als wäre Klassenkampf gleichwerthig mit Klassenhnß— und dennoch, soll die sozialistische Propaganda eine in- direkte An fwiegelling zum Begehen anarchisti- scher Attentate bilden! Soweit ist man mit der Logik gekommen! Das wahre Heilmittel aber gegen alle diese krank- haften Auswüchse der menschlichen Gesellschaft bildet nickt die Todesstrafe, noch die Zellenhaft, sondern eine wohlverstandene soziale Hygiene, die den Ursachen des Krankhaften und Ver- brecherischen nachforscht und ihnen vorbeugt, sie ausscheidet und abschwächt." In Kiel wurde am Donnerstag Vormittag die 21 Ver- sammlung des deutschen Vereins für öffentliche Ge- s u n d h e t t s p f l e g e in der Aula der kaiserlichen Marine- Akadeniie eröffnet. Es waren etwa 220 Personen anwesend. De» ersten Vortrag hielt Baurath Thiem-Leipzig über Grund- Wasserversorgung. Der Roman- Schriftsteller Baron von Roberts ist am 7. September öl Jahre alt in Schreiberhau gestorben. Der Direktor des Vesuv- Observatoriums, Senator P a I m i e r i, ist am Donnerstag in Neapel gestorben. an die Polizeibehörden verfolgt, wird jedem einleuchten. DI« Arbeitervereine sollen in ihrer Bewegungsfreiheit»och mehr wie bisher eingeschränkt werden; ob die Behörden damit mehr Erfolg haben werden als seither, das steht auf einem anderen Blatte. Die sozialdemokratische Partei, auf welche diese Entscheidungen doch nur angewendet werden solle», wird sich auch mit demselben schon abzufinden wissen.— — Gegen den wegen Meineids verhasteten früheren Polizeiver walter von Tilsit, Stadtrath Witschet, nimmt das strafrechtliche Verfahren seine» Fortgang, da die Beobachtung in der Irrenanstalt keinen Anhalt für seine Unzurechnungs- fähigkeil ergeben hat. Die Anklage kommt in der nächsten Schwurgerichtsperiode vom 1. bis 3. Oktober zur Verhandlung.— — Ueber das Duellunwesen verhandelte in Braunschweig der allgemeine deutsche Pfarrer-Vereinstag. Das Referat hielt Pastor Frilsch(Schwarz). An den Vortrag schloß sich eine längere Debatte.— Merkwürdiger Weise ist den anwesenden Berichterstattern Schweigen auferlegt worden. Das läßt nicht aus entschiedene Bekämpfung des Duellunwesens schließen. —„Das politische Te st ament Friedrichs des Großen" spukt wieder in der Presse. Es ist das eine vom „alten Fritz" gesckriebene Denkschrift, in der er sich unter anderen über den Ursprung des Siebenjährigen Krieges ausspricht. Dieses Aktenstück wird sorgfältig geheim gehalten, und erst vor kurzem ist einem Gelehrten, der es im Archiv eingesehen hatte, verboten worden, Auszüge zu veröffentlichen. Für die Wissenschaft ist das beiläufig kein Verlust. Denn daß Friedrich der Große den Siebenjährigen Krieg unter falsche» Vorwänden vom Zaun ge- krochen hat, und daß von preußischer Seite nichts weniger als ehrlich verfahren worden ist, das ist längst von der Geschickits- sorschung festgestellt. Es scheint aber, daß der„alte Fritz", der ja ein arger Cyniker war, in seinem Testament die Wahrheit etwas gar zu cynisch gesagt hat.— —„Einen Kreuzzug gegen die Türkei" predigt die fromme„Germania" und ruft den Geist des alten Barbarossa an. Also ein Revanchekrieg. Denn der alte Barbarossa ist be- kauntlich vor 700 und 6 Jahren auf einem Kreuzzug gegen die Muselmänner in Asien ums Leben gekommen. Sehr ausmunternd ist diese Erinnerung nicht.— —„In der französischen Fremdenlegion." Unter dieser Ueberschrift machten wir vorgestern Miltheilung von dem unglücklichen Geschick des ehemaligen Gärtners D i t t r i ch aus Quedlinburg, der jetzt, in der französischen Fremdenlegion steckt und dort grausamste Behandlung zu er- dulden hat. obgleich der Mann offenbar nicht im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten ist und unzweifelhaft im Augenblick, wo er sich engagiren ließ, geistesgestört war. Von der verlassenen Frau erhalten wir nachstehendes Zeugniß, das unsere vorgestrigen Angaben bestätigt: „Der Gärtner August Dittrich aus Quedlinburg wurde vom 19. März bis 12. Mai 1891 im hiesigen städtischen Krankenhaus an religiösem Tiefsinn behandelt. Quedlinburg, den 8. Sept. 1896. Dr. Schreiber, Arzt. Wir dächten, die nun feststehende Thatsache, daß Dittrich geistesgestört war, würde ein Einschreiten der Reichsbehörden zu seinen gunsten rechtfertigen.— Frankreich. Paris, 10. September. Ueber angeblich große Unfälle, welche während der Manöver in Chalons stattgefunden haben sollen, ist den Blättern zufolge eine Untersuchung eingeleitet worden. Es sollen sieben Soldaten getödtet und mehrere ver- mundet worden fein.— England. — Die vielfach verbreitete Meinung, die englischen Gewerkschaftsvertreter auf dem Jnter- nationalen Arbeiterkongreß seien von den sozialistischen Organisationen zurückgesetzt worden, wird noch immer von verschiedenen unserer Parteiblätter weiler verbreitet. Wir können auf grund des Aktenmaterials nur wiederholen, daß jene Be- hauptung vollkommen unrichtig ist. Die englischen Sozialisten, insbesondere die Delegirten der Locialdsinocratio Föderation habe» den Gewerkvereinlern bei allen Kommissions- und sonstigen Wahlen eine entsprechende Zahl von Sitzen eingeräumt; die Tradesunionisten haben sich an den Wahlen jedoch wenig be- theiligt. Vom Genossen Edward Aveling ist in unserer Nummer vom 29. August der Sachverhalt eingehend und genau dargelegt worden.(Siehe Parteinachrichteu.) Es wäre gut, wenn diese Darlegung von den Blättern, welche bis jetzt durch die„falsche Nachricht" getäuscht wurden, zum Ausdruck gebracht würde.— Norwegen. — Der parlamentarische Ausschuß für die Ausarbeitung eines neue n Strafgesetzbuchs hat sich gegen die Todes st rase ausgesprochen. In der Begründung des Antrages wird darauf hingewiesen,„daß diese Strafe nur dann vielleicht berechtigt wäre, wenn sie das Leben des Staatsbürgers besser gegen Mordanschläge schützen könnte, als in jenen Ländern der Fall ist, wo diese Bestrafnngsart nicht zur Anwendung kommt. Es müsse aber als feststehend angesehen werden, daß diese Voraussetzung nicht stichhaltig sei. Die Todes- strafe sei somit zwecklos und ans diesem Grunde abzuschaffen".— Die Norweger sind noch nicht von der mitteleuropäischen Kultur beleckt,»ach welcher die moderne Zivilisation auf der Schneide des Henkerbeils und auf der Spitze der Bajonnette zu ruhen hat.— Spanien. — Die revolutionäre Bewegung greift immer mehr um sich. Heute liegen folgende Meldungen vor: Dem„Heraldo" zufolge ist aus mehreren Ortschaften in der Umgebung von Bunol eine revolutionäre Bewegung gemeldet worden. Eine bewaffnete, vermuthlich republikanische Bande wurde in der Umgegend von Pedralva von der Gendarmerie znrückge- in. er frühere Minister der spanischen Republik Estevanez und 13 andere Republikaner werden gefangen gehalten.— Türkei. Konstantinopel, 9. September. Eine amtliche Depesche des Großveziers an die Malis besagt, daß der Ministerrath an- gesichts der Möglichkeil, daß die letzten Unruhen ans der Haupt- stadt sich auf die Vilajets ausdehnen können, folgenden vom Sultan sanktiouirten Beschluß gefaßt habe: Alle Zivil- und Militärbeamten sind streng dafür verantwortlich, daß jede Un- ruhe im Keime erstickt werde. Keine Privatpersonen dürfen an den amtlichen Handlungen theilnehmen. Plünderungen und Metzeleien sind zu verhindern. Zuwiderhandelnde Mohamedaner oder Christen sind ohne Rangunterschied der Bestrafung zu- zufuhren. Hierauf bezügliche Bekanntmachungen sind in den Dörfern in den verschiedenen Laudessprachen zu vertheilen. Außer den genannten sind alle noch erforderlichen Maßregel» ohne Zeitverlust zu ergreisen.— Parteigenosse» Berlins und der Provinz Brandenburg! Die Partei-Konferenz wird Sonntag, den 20. Sep- tember, von vormittags Sj Uhr an in Cohn's Festsälen zu Berlin, Beuthstr. 20—22, abgehalten. Die Tagesordnung lautet: l. Berichterstattung der Agitationskommission. 2. Diskussion. 3. Die Presse. 4. Die Kandidatenfrage, ö. Die Lokalsrage. 6. Anträge.— Die reichhaltige Tagesordnung, sowie eine An- zahl bereits eingegangener Anträge, welch« einer eingehen- v ben Besprechung auf der Konferenz bedürfen, veranlassen Synoden wechseln, es können auch wieder andere Rechts: Verbandes während acht Jahren dienstbar der Polizei, den Unternehmern und der kapitalistischen Politik. Ein Bericht an uns, darauf aufmerksam zu machen, daß dieselbe pünktlich anschauungen herrschend werden. Stadtv. La de wig hält es für angemessen, wenn die Stadt die Generalversammlung des Verbandes der deutschen Bucheröffnet werden muß, soll die Arbeit an einem Tage bewältigt durch Vergleich von diesen Verpflichtungen, die einmal gesetzlich brucker am 18. Juli 1876, erstattet von Arthur Gaſch." werden. Wir ersuchen deshalb die Delegirten, sich dem begründet sind, loszukommen sucht. entsprechend einzurichten. Mit sozialdemokratischem Gruß Die Agitations- Kommission der Provinz Brandenburg. J. A.: Carl Dimmick, Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Die Partei- Organe der Provinz Brandenburg werden um Abdruck vorstehender Notiz gebeten. " Die Märkische Volksstimme" wird am 1. April von Frankfurt a. D. nach Forst verlegt, wo die Mehrzahl der Abonnenten ist. Die Vorlage wird einem Ausschuß von 15 Mitgliedern überwiesen. Der Magistrat beantragt die Genehmigung des speziellen Projekts zum Neubau einer Volts Bade- Anstalt und eines Wohngebäudes auf dem Grundstück Dennewigstr. 24 a und des Kostenanschlags von 724 000 m. = = Durch dieses Inserat fühlte sich Döblin, der Vor fizzende des Deutschen Buchdruckerverbandes, beleidigt. Er stellte Strafantrag und hat jetzt die großartige Genugthuung, daß sein ehemaliger Gesinnungsgenosse vom Leipziger Schöffengericht zu einem Monat Gefängniß verurtheilt worden ist, daß Gasch's Widerklage abgelehnt wurde und daß das Urtheil auf deffen Kosten im" Correspondent" und in der Buchdrucker- Wacht" Stadtv. Spinola empfiehlt die Vorberathung diese: Vor- veröffentlicht werden darf. lage in einem Ausschuß und wünscht statt eines theuren Der Vorsitzende der Buchdrucker- Gewerkschaft begnügte sich Als Reichstagskandidat für den märkischen Wahlkreis Schwimmbassing die Anlage von Brausebädern, die hygienisch also nicht mit der Vernichtung seines Gegners durch die Calau Luckau wurde auf der Parteikonferenz in Finsternoch empfehlenswerther seien. Redner spricht seine Anerkennung Hallesche Generalversammlung, es genügte ihm auch nicht, daß walde Genosse Eichhorn aus Dresden aufgestellt. dafür aus, daß bei dieser Badeanstalt zur Reinigung er Gasch durch den dienstwilligen Leipziger Borstand seiner durch des Wassers das das Enteiferungsverfahren des Jugenieurs 20 jährige Mitgliedschaft erworbenen Raffenrechte verluftig machen Pieffe zur Anwendung kommen foll. ließ, sein Racheburst verschmähte es nicht einmal, den ehes Die Stadtvv. Kalisch und Wohlgemuth empfehlen maligen Helfershelfer vor den Richter zu zerren und durch Ueber die Parteikonferenz für den Wahlkreis Galbe die Annahme der Vorlage ohne Ausschußberathung, da sie schon seinen Rechtsanwalt zu verlangen, daß er ins Gefängniß geworfen werde. Wir haben teinerlei Sympathie für Aschersleben, die am 6. September in Schönebeck ab- einmal in einem Ausschuß gründlich berathen sei. gehalten wurde, wird uns geschrieben: Die Konferenz war durch Stadtv. Esmann wünf in einem Ausschuß nochmals Gasch, aber die Art und Weise, wie Döblin den ers 23 Delegirte beschickt. Als Kreis Vertrauensperson wurde die Frage geprüft zu sehen, ob das Waffer aus Tiefschlagenen Gegner verfolgt, sodaß er ihn auch noch um sein letztes, Greiner aus Aschersleben wiedergewählt, in die Zeitungs- brunnen mit Hilfe des Enteiferungsverfahrens gewonnen werden um seine Freiheit zu bringen sucht, das übersteigt alles, was in tommiffion tamen Wizorowski aus Staßfurt und Kreuz- soll oder nicht. Wenn dieses Verfahren sich bewähre, so könne der Arbeiterbewegung je erlebt worden ist. Wollte Döblin sich berg aus Borne. Als Delegirte für den Gothaer Parteitag es später auch in Privathäusern angewandt werden, zumal dann von dem von Gasch geäußerten Verdachte reinigen, daß er der wurden Trautewein aus Quedlinburg und Reßler aus das Wasser viel billiger sei, als das, was die Stadt jetzt liefere. Berlin gewählt, als Ersagmann Greiner aus Aschersleben. Der Magistrat soll später seine Erfahrungen mit dem Ente Zwecks Aenderung im Erscheinen der für den Wahlkreis eins eiserungsverfahren der Versammlung mittheilen. geführten Sonntags- Zeitung wurde eine Kommission aus drei Personen gewählt; ebenso eine Agitationsfommiffion bestehend aus 3 Personen. Beschlossen wurde ferner, jedes Vierteljahr ein Flugblatt zu verbreiten. = Eine Parteikonferenz für den 9. württembergischen Reichs Eine Parteifonferenz für den 9. württembergischen Reichs, tags: Wahlkreis Balingen- Rottweil tritt am Sonntag, den 18. September, mittags 1 Uhr, in Rottweil im Gasthause Zum Waldhorn" zusammen. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Polizei und den Unternehmern Dienste geleistet habe, so war es das verkehrteste, sich seine gewerkschaftliche Sittenreinheit vom Strafrichter bescheinigen zu lassen. Durch den Prozeß legt er Stadtv. Singer: Mir ist nicht klar geworden, weshalb der Verdächtigung eine Bedeutung bei, die diesem sonst von zuerkannt worden ift. Und was ist durch. Herr Esmann eine Ausschußberathung will. Aber, was er niemand wünscht, wird der Magistrat schon thun und uns auch seine Er die Prozessirung Gasch's für den Buchdruckerverband erreicht, fahrungen mit dem Enteiferungsverfahren mittheilen. Die Sache deffen Wohl und Wehe Döblin als Vorsigender doch in erster Enteiferungsverfahren sich bewährt und dadurch das Wasser und Mitgliedschaften der ehedem so musterhaft einigen Buchwird durch nochmalige Ausschußberathung nicht gefördert. Wenn das Linie zu berücksichtigen hat? Der Zwift, der in allen Gauen billicer wird, als der Magistrat es jetzt der Bevölkerung über- bruckerorganisation wühlt, woran Döblin durch sein provoka läßt, so müssen die städtischen Werke veranlaßt werden, daß torisches Auftreten die Schuld in gleichem Maße wie Gasch Wasser so billig zu liefern, daß die Privatbetriebe mit dem Magistrat trägt, er wird durch die Verurtheilung Gasch's nur neue fonfurriren lönnen. Hier handelt es sich aber nicht um diese Fragen, Nahrung empfangen! Wegen angeblicher Beleidigung des Stadtraths und sondern darum, ob eine Volts- Bade- Anstalt, die längst beschlossen In Straßburg i. E. legten 25 Steinmeßen der Firma Bigarrenfabrikanten Friedrich Heinsius sollten sich ver ist, endlich in Angriff genommen oder noch auf vierzehn Kirchenbauer u. Walz die Arbeit nieder. weil ihnen, wie der Ferien Straffammer in Frankfurt a. D. die Partei Tage oder vier Wochen verschleppt werden soll. Sollen angegeben wird, am legten Lohntage pro Mann 5-6 M. weniger genossen Schöpflin( Redakteur der„ Märkischen Volksstimme) wir etwa in den Winter kommen und dann überhaupt nicht ausgezahlt wurden, als sie beanspruchten. und A. Schramm, verantworten. Da aber der Strafantrag mehr anfangen können, oder soll endlich dem Bedür is der uns vom Sohne des genannten Stadtraths, nicht von diesem selbst Bevölkerung entsprechen werden? Alle Ausführung der rren gestellt war, erkannte das Gericht auf Einstellung des Ver Spinola und Esmann geben keinen Grund, die Cache auch nu fahrens. um einen Tag zu verschieben. Erfolgreich ist die Revision des Redakteurs Weiß. mann vom Voltsblatt für Halle" gewesen, die gegen ein landgerichtliches Urtheil eingelegt worden war. Wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung( Verrufserklärung) war Weißmann zu 7 Tagen Haft verurtheilt worden. Es handelte sich um Veröffentlichung der Streitbrecher- Liften im Konfektionsarbeiter Streit. Weißmann's Revision gegen das Urtheil ist nun für be gründet erachtet worden, da die Vorinstanz nicht das Borhanden sein einer Drohung festgestellt habe. Auch die Staatsanwalt schaft hatte Revision eingelegt, doch wurde dieselbe zurückgewiesen. M " B Stadtv. Schwalbe ist für die nochmaliye Br" 3 einzelner Details in einem Ausschuß. Eine Verzögen trete dadurch nicht ein, mit den Borbereitungen des Baues tänne immer begonnen werden. And St. Ludwig i. E. wird ne vom September ge schrieben: Die bei den im Juni dieses Jahres vorgenommenen Gemeindewahlen gewählten sozialistischen Gemeinde- Vertreter im Ober- Elsaß halten am nächsten Sonntag eine Landesonferenz in Mühlhausen ab, um sich über ein einheit. liches Attionsprogramm au einigen. Die Konferenz wird als Réunion privée einberufen, au der nur schriftlich Eingeladene Butritt haben. B Am Wiener Posamentierstreit sind 450 Personen und 36 Firmen betheiligt; zwei Drittel der Ausständigen find Arbeite rinnen. Die Löhne der Arbeiterinnen betrugen 3-4,50 fl. wöchent lich, nur sehr wenige verdienten 5 und 6 fl. Die Arbeiter be famen 6-7, in seltenen Fällen bis 9 und 10 fl. Berlangt wird: der Zehnstundentag, ein Minimallohn von 10 fl. für Arbeiter und von 6 fl. für Arbeiterinnen, 20prozentige Erhöhung der Affordpreise und 50 pCt. Aufschlag für Ueberstunden. Die größte Firma( Ph. Schwarz) und eine Reihe anderer hat diese Forde rungen bewilligt, deren Personale ca. 170 Personen- nahmen deshalb die Arbeit wieder auf. Stadtv. Kleefeld hält es für dringend gebola, das viel zu theuere Projekt noch einmal geprüft werde. In Beiten, wo die Steuern drücken, daß sich die Balken biegen, könne die Versammlung nicht ungemessene Summen für solche Zwecke verwenden. Die Vorlage wird darauf an einen Ausschuß von 15 Mit gliedern überwiesen. Schluß 71/2 Uhr. " Gewerkschaftliches. A Sämmtliche Eisengießer der Firma Demeter Hauer in Wien an Bahl ca. 30 Mann- ftehen im Streit, weil Die Einführung von Lohnbüchern verweigert wurde. Aus Iglo in Ungarn berichtet die Frankf. 8tg.": Auf den Witkoviczer Eisenwerken ist ein allgemeiner Streit der Bergarbeiter ausgebrochen. In der Buchdruckerei von Granis in Agram in Kroatien wurde den Buch binderei Arbeiterinnen der Neunstundentag und die entsprechende Lohnerhöhung verweigert, die Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem folche über den 10. September. Ausstände oder Aussperrungen, müssen fiets den Stempel ber betreffenden Organisation tragen. Stadtverordneten Vorsteher Langerhans eröffnet die Sigung um 52 Uhr. Zu der Erklärung der Württembergischen Metall: Bu Deputirten der Versammlung zu dem am 29. und waaren- Fabrik in Berlin, Yorfstr. 11, worin die in. Nr. 211 30. d. Mts. hier stattfindenden Städtetag werden die Stadt- des Vorwärts" von der Berliner Ortsverwaltung des Deutschen verordneten Dinse, Langerhans, Michelet, Caffel und Perls Metallarbeiter Verbandes veröffentlichte Bekanntmachung über gewählt. den Grund der Arbeitseinstellung zweier Polirer jener Fabrit Der Magistrat beantragt die nachträgliche Genehmigung der als unwahr dargestellt war, ging uns folgende, von den beiden Stadtverordneten Versammlung für die Zahlung eines Polirern mitunterzeichnete Grwiderung zu: Beitrages von 78 860 mark zu den Baukosten der Die angeblich seit Jahren feststehenden Akkordlöhne wurden Samaritertirche und von 100 000 mark zu den bislang unausgesetzt reduzirt, so daß die in betracht kommenden Arbeiterinnen stellten darauf die Arbeit ein. Es ist das, schreibt Baukosten der Simeonstirche. Die Zahlung dieser Drehbankpolirer in der Württembergischen Metallivaaren- Fabrik Beiträge ist durch vom Minister bestätigte Refolute bes für Arbeiten, die ausschließlich Reparaturen sind, und darum die Wiener Arbeiter Zeitung", der erfte Arbeiterinnen- Lohnkampf Polizeipräsidenten auf grund der Konsistorialordnung von ftets wechseln, heute die Hälfte weniger bezahlt erhalten, als in in Kroatien. Die gesammte froatische Arbeiterschaft ist begeistert 1573 angeordnet worden und vorläufig aus dem anderen Fabriken der gleichen Branche. Die 38prozentige Lohn von dem muthigen Vorgehen der jungen Genoffinnen und wird Borschußkonto geleistet worden bis zur gerichtlichen Entscheidung reduktion hat stattgefunden, indem die Firma für Arbeiten, für bestrebt sein, ihnen durch werkthätige Hilfe zum Siege au ver der Frage, welche der Magistrat angerufen hat. Der Beitrag die sie bislang 15 Pf. gab, blos 10 Pf. geben wollte, was die helfen. für die Simeonstirche ist nur eine Abschlagszahlung auf Arbeiter damit beantworteten, daß sie nunmehr blos im Tage Soziales. den im ganzen auf 222 100 Mart festgesetzten Beitrag für diese lohn derartige Arbeiten anzufertigen in der Lage wären. Die Kirche. Württembergische Metallwaaren- Fabrit beschäftigt in Geißlingen Jm Korpsbericht der Studentenverbindung, Thuringia" Stadtv. Gerstenberg beantragt, ohne auf das Materielle( Württemberg) 2000 Arbeiter und besitzt hier zur Erledigung zu Jena, der sich auf das Sommersemester 1896 erstreckt und der wichtigen Frage einzugehen, die Ueberweisung der Vorlage der Reparaturen und dringlicher Arbeiten eine kleine Filial- bei Anton Kämpfe in Jena gedruckt ist, heißt es auf Seite 19: Wenn Fabrit. fie glaubt, für die an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. hiesigen VerhältDie Weinstube von Göhre tam wegen uns Stadtv. Ruge meint, daß die alte Konsistorialordnung zu nisse und für die laufenden kleinen Aufträge die Affordsäge verschämten Betragens Rorpsbrüdern gegen. der Art Gesetze gehört, die mehr Schaden als Nutzen stiften, der Geißlinger Massenfabrikation einführen zu können, so dürfte über für ein Semester in C. C. Berruf." und deshalb aufgehoben werden müsse. Die alte Konsistorial- sie sich sehr irren. Bezeichnend für die Arbeiterfürsorge der Das Korps Thuringia" erfreut sich, wie aus einer anderen ordnung sei 200 Jahre nicht angewendet und jetzt nur aus- Firma ist, daß aller 14 Tage die Arbeiter mit dem Organ des Stelle des Berichts hervorgeht, des Wohlwollens der gegraben worden, um die politische Gemeinde zu zwiebeln. Er Wohlfahrtsvereins der Württembergischen Metallwaaren- Fabrit, Universität und der Behörden. Dieses Wohlwollen empfehle die Ablehnung der Vorlage ohne Ausschußberathung. der Feierstunde", einem mehr als simplen Schwabenblättchen, traktirt banken die Herren Korpsstudenten wohl nicht ihrem eigenen Stadtfynditus Weise berichtigt die Ansicht des Borreduers, werden. Auf einem Ausfluge der Arbeiter, dessen Kosten die Firma Verdienst, sondern der Stellung und dem Geldbeutel ihrer Väter; daß die Stadt es auf eine Zwangsetatifirung hätte an übernahm, bezeichnete Herr Alle, stellvertretender Leiter der ohne dieses würde sich der betreffende Kneipwirth wohl auch tommen lassen sollen, dahin, daß der Magistrat die biesigen Filiale, die Berliner Fabrit und ihr Personal als über die Verrufserklärung der Korpsstudenten ebenso wie über Zwangsetatifirung beantragt habe, diese aber vom Minister ab fliegende Kolonne" des Welthauses in Geißlingen", dazu da, die anderer dummer Jungen hinwegsehen. Da in dem kleinen Jena die Weinstuben Besitzer auf die gelehnt sei. Eine Ablehnung der Vorlage sei nicht möglich, die um den Kunden an das Geißlinger Stammhaus zu fesseln. Der Beiträge seien einmal gezahlt worden und müßten nun gedeckt Herr empfahl dann noch den Arbeitenden strenge Pflichterfüllung Kundschaft der Studenten sicherlich nur höchst ungern verzichten, werden. Eine Ausschußberathung sei nicht erforderlich; im nach Geißlinger Schule". Ob das A B C der Geißlinger Schule werden die Herren Korpsbrüder von der Thuringia" es wohl Gegentheil müßten die Ansichten über die Sache öffentlich aus- die begonnenen Maßnahmen der Firma find, bleibt dahin gestellt. danach getrieben haben, daß man fie angeblich unverschämt“ gesprochen werden. Magiftrat werde Die Ortsverwaltung Berlin troy des behandelte. Aber abgesehen davon, dieselben Leute, die jetzt wegen Reichsgerichts Erkenntnisses 1892 von allen des deutschen Metallarbeiter Verbandes. diesen Anirgend einer Lappalie einen Wirth in Verruf erklären, werden sprüchen, die jetzt mit Berthold Kunz. Albert Böhnke. wahrer Schadenfreude von den sich dereinst als Richter kein Gewissen daraus machen, Arbeiter firchlichen Heißspornen gestellt werden, jeden gefeßlichen Buchdruckerverein Rigdorf. Aus Anlaß der in Berlin mit schwerer Gefängnißstrafe zu belegen, die im Kampf um Widerstand entgegenfeßen. Bezüglich mancher einzelnen An- einberufenen außerordentlichen Vereinsversammlung findet die bessere Arbeitsbedingungen gegen§ 158 der Gewerbe- Ordnung sprüche habe der Magistrat auch schon obfiegende Gerichts- statutenmäßige Vereinsversammlung Sonntag, den 20. Sep- verftießen! urtheile erzielt. Der Prozeß wegen der Samariterkirche schwebe tember, statt. noch. Die Vergleichsverhandlungen seien erst im Anfangsstadium, es lasse sich darüber noch nichts sagen. Der Stadtv. Spinola erklärt sich für die Ausschußberathung resp. für Annahme der Vorlage. Der Magifirat habe alle mögliche Energie in dieser Frage bewiesen. " " " B wurden S Der Streit der Tabakarbeiter und Arbeiterinnen in Depeschen und lehte Nachrichten. Fürstenwalde nimmt an Ausdehnung zu. Am Montag berichtete in einer Versammlung die Streiffommission über die Paris, 10. September.( W. T. B.) Ein äußerst heftiger bisher mit den Unternehmern gepflogenen Verhandlungen. Die von Südwest kommender Wirbelwind ging heute Nachmittag Fabrikanten haben sich ausnahmslos ablehnend verhalten. Nach über das Centrum von Paris nieder. Der Schaden ist sehr Stadtv. Langerhans wünscht eine Ausschußberathung, einem Referat Börner's aus Berlin, der das Berechtigte bedeutend. Bäume wurden entwurzelt, zahlreiche Personen ver um weiteres Material zu beschaffen. Vereinbarungen mit den der minimalen Forderungen hervorhob und zu festem Zusammen- legt. In dem Augenblick, als der Wirbelwind hereinbrach, fiel Kirchenbehörden haben gar keinen Zweck, die Kirche komme trob halt aufforderte, nahm die Versammlung eine Resolution an, das Barometer um 5 Millimeter, später stieg es wieder um derselben doch immer wieder( Heiterkeit). Dadurch werde das Geseh worin das Vorgehen der Ausständigen gut geheißen und ihnen 51/2 Millimeter. Ganz besonders wüthete der Wirbelsturm auf einem nicht beseitigt. Er wünsche, es tämen auch die Katholiken und thatkräftige Unterstüßung in Aussicht gestellt wird. Alle 3Juden mit denselben Ansprüchen wie die Evangelischen, dann schriften find zu richten an A. Grüneberg, Geldsendungen Quai, wo große Bäume entwurzelt und in die Seine geweht würde das Reichsgericht sehen, was für ein Gesetz es aufrecht an Otto Stahr, beide in Fürstenwalde, Bentral- wurden. Bei dem Pont neuf wurden mehrere Boote durch den Sturm zum Sinken gebracht, eine Barke wurde 15 m in die Höhe geerhalten habe. herberge 30. Stadtv. Vortmann stellt sich auf den Standpunkt des Der versuchten Erpressung bei Gelegenheit des Mohr- hoben und dann auf den Quai geschleudert. Mehrere Droschten eine vollständig zertrümmert; Droschke wurde Magistratsvertreters; der Magistrat habe alles nöthige gethan, schen Boykotts follen die Mitglieder der Boykotikommiſſion Meter weit fortgeschleudert, mehrere Kutscher die Zahlung mußte erfolgen. Auf dem Pont Stadtfyndikus Weise bestätigt dies mit der Mittheilung, Heine, Gerz und Stabbert in Altona doch ver- zwanzig daß sogar die Beschlagnahme der städtischen Kasse angedroht dächtig sein, so hat wenigstens das Oberlandesgericht in Kiel und Fahrgäste wurden schwer verlegt. fei, wenn nicht binnen drei Tagen gezahlt werde.( Heiterkeit.) auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen den Beschluß des au change wurde ein Omnibus umgeworfen; der Rutscher Präfektur wurde eine Thür herausgerissen, dieselbe zerschmetterte Das Unrecht liege besonders darin, daß sich diese Ansprüche Landgerichts eutschieden, das die Genannten für nicht verdächtig beffelben blieb todt, zwei Fahrgäste wurden schwer verlegt. In der nur auf die Evangelischen beziehen. Die Versammlung müsse die Aus dem abweisenden Beschluß des Landgerichts ergiebt einer Person, welche neben dem Thorwege Schuß gesucht hatte, den Schädel. Auf große Strecken hin wurden die Fensterscheiben Bahlung genehmigen, wenn sie auch von deren Rechtmäßigkeit zertrümmert und die Dächer eingedrückt. Die genaue Zahl der nicht überzeugt sei, denn das Loch in der Kasse müsse sich schon, daß die Anklage auf äußerst schwachen Füßen steht. doch geschlossen werden. Die Vergleichsverhandlungen ab Die Kohlenarbeiter in Hamburg- Altona haben wegen Opfer ist noch nicht bekannt; außer den gemeldeten Todten sollen etwa 50 Personen verwundet sein, darunter mehrere schwer. zulehnen sei der Magistrat umso weniger in der Lage gewesen, Ablehnung ihrer Forderungen die Arbeit eingestellt. weil der formale Rechtszustand ungünstig für die Stadt sei. Aus Leipzig. Während des Streites um die Einführung Roni, 10. Sept.( W. T. B.) In einer vom Zentrum der Stadtv. Langerhans hält es für unrecht, daß sich die der Buchbrucker- Tarifgemeinschaft brachte vor der General- Ver- Stadt weit abgelegenen kleinen Straße wurden heute drei in Dieselben wurden ins Stadt auf solche Verhandlungen überhaupt eingelassen habe. sammlung des Verbandes deutscher Buchdrucker der damalige Lumpen gehüllte Bomben gefunden. Das dürfe man nicht thun, wenn man der ganz ent- Redakteur des Korrespondent", Arthur Gasch, in Nr. 71 Polizeibureau zur Untersuchung geschafft. fet. gegengesezten Rechtsanschauung Pau, 10. September.( W. Z. B.) Bahlreiche spanische Dann müsse man desselben vom 24. Juni 1896 ein Juferat folgenden Inhalts:„ Bur feinen prinzipiellen Standpunkt wahren. Minister wechseln und Generalversammlung erscheint: Die Leitung des Buchdrucker- Deserteure haben die Grenze überschritten. erklärte. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 213. Lokales. Freitag, den 11. September 1896. foll 13. Jahrg. Aus den Nachbarorten. den Ein gemeingefährlicher Schwindler, der seit längerer Zeit unter dem Namen eines Bauernsohnes Schulz aus Bohusdorf zahlreiche Private in den Berliner Vororten arg geprallt hat, wurde von einem in Köpenick stationirten Gendarmen dingsfest gemacht und in das hiesige Amtsgefängniß eingeliefert. Der Verhaftete heißt Grothe und stammt in der That aus Bohnsdorf. Gewerbe- Ausfellung 1896. Gartenbaut Mit dem Bau der elektrischen Stadtbahn der Firma rechten Schulter. Heute Nacht erschoß sich im Thiergarten in Siemens u. Halste ist gestern Morgen an der Ecke der Gitschiner- der Nähe der Lennéstraße ein etwa 50jähriger Mann. Die Achtung, Parteigenossen! Bekanntlich ist auf der und Alexandrinenstraße begonnen worden. Der Bau wird zu- Leiche wurde nach dem Schauhaufe gebracht. Brandenburger Parteitonferenz die Lokalfrage zur Er nächst in der Richtung nach dem Wasserthor fortschreiten; wegen ledigung angefeßt. Selbstverständlich ist die letzte Lokalliste auch der Inangriffnahme der Fundirungsarbeiten in der Skaligergegenwärtig maßgebend und nach wie vor zu beachten. straße bis zum Schlesischen Thor ist die Firma Siemens u. Halste Bur Lokalliste. In Stegliz ist das Lokal von Neu. Die Lotaltommissionen werden ersucht, bis spätestens bei den zuständigen Behörden bereits vorstellig geworden. tamm, Fichtestr. 72, von der Lokalliste zu streichen. den 18. September dem Unterzeichneten diejenigen Ortschaften Die Verhaftung des Direktors Oskar Schufter von zu bezeichnen, wo teine Versammlungen abgehalten der Norddeutschen Handelsgesellschaft, Leipzigerstr. 185, die am Wilhelmsberg hat beschlossen, die Frankfurter Allee von der Die Gemeindevertretung von Friedrichsberg- Lichtenbergwerden können resp. wo die Wirthe sich weigern, für unsere Mittwoch in später Abendstunde durch den Kriminalbeamten Ringbahn, wo das Berliner Terrain aufhört, bis nach Friedrichs. Zwecke ihre Säle herzugeben. Um genaue Angabe Karge erfolgte, erregt in Geschäftskreisen großes Aufsehen. Die Der Namen und Ortschaften wird gebeten. Im Auftrage der Verhaftung erfolgte aus einer Droschte heraus, in der Sch. mit felde ebenso herzustellen und mit Bäumen zu bepflanzen, wie es die Stadt Berlin mit der Frankfurterstraße beziehungsweise Allee Lokalkommission: Karl Scholz, Wrangelstr. 32. einer Frau Ibig, genannt Jlsen, vor deren Wohnung in Stadt Berlin mit der Frankfurterstraße beziehungsweise Allee der Hedemannstraße hielt. Die Frau Des Direttore gethan hat. Einen Appell an Bürgerpflicht und Menschlichkeit Schuster lebt in Dresden. Grund der Verhaftung Aus Rigdorf. Es ist hier seit Jahren die Unfitte ein richtet die freisinnige Berliner Zeitung" in Sachen der das Geschäftsgebahren Schuster's bei den von ihm ge- gebürgert, daß anläßlich ge- gebürgert, daß anläßlich des Sedanrummels halbwüchsige Konfektionsfrage an die Unternehmer dieser Brauche. Nach einer gründeten und geleiteten Instituten der Berliner Immobilien- Burschen und Schulknaben auf den Straßen allerhand Feuerwerks wehmüthigen Betrachtung über die Nutlosigkeit der reblichen Aktienbank, Deutschen Spar- und Depositenbank, dem Raiser förper abbrennen und so die Bassanten gefährden. In diesem Bemühungen des Berliner Gewerbegerichts fragt das Blatt: Wilhelm Bauverein, der Charlottenburger, der Riydorfer Terrain- Jahre war dieser Unfug besonders arg, da die gegen Sozial Was ist nun zu thun? Sollen diese armen Arbeiter und gesellschaft, der Berliner Brauhaus- Gesellschaft, seiner neuesten demokraten so schneidig auftretende Gendarmerie augenscheinlich Arbeiterinnen, die in sozialpolitischer Beziehung Hilflosesten aller Gründung sein. Der frühere Direktor der Berliner Immobilien- an diesem Tage dem Treiben nicht genügend Einhalt thun konnte. Arbeitnehmer, sollen sie wieder dem Ausbruch der Verzweiflung, Attienbank, Eugen Friedmann, soll der Kriminalpolizei die be- Die Folge ist nun, daß seitdem allabendlich der Unfug mit Feuerwieder einem Ausstande zugetrieben werden? Oder sollte es treffende Klarlegung gegeben haben. Im Anschluß an die Fest- werksförpern immer ärger wird. Man tann kaum eine ohne fürchten zu müssen, von nicht auch bei jenen Berliner Bürgern, die als Unternehmer in nahme fand gestern die Beschlagnahme der Bücher und Akten Straße passiren, ohne fürchten der Konfektionsbranche thätig sind, gelten, daß ein gutes Wort in den verschiedenen Geschäftsstellen statt. Die Leitung umhersprühenden Funken der Böller, Frösche, Schwärmer und eine gute Statt findet? Der Ruhm des Berliner Gewerbefleißes, hat der Kriminalkommissar Wolff. Es handelt sich um dergleichen verletzt zu werden. Namentlich haben Frauen und von den Gefilden Treptows ausklingend, tönt jetzt besonders start bedeutende Summen. Wo diese geblieben sind, ist noch Mädchen unter diesem Unfug der Straßenjugend und halb in allen Landen. Die Berliner Konfektion nimmt einen stolzen nicht klargelegt. Der persönliche Verbrauch Schuster's soll ge- wüchsigen Burschen arg zu leiden. Bereits haben wiederholt Blaß ein in dem gewerblichen Schaffen der Reichshauptstadt. waltig gewesen sein; er wird auf 80 000 m. jährlich geschäßt. Privatpersonen, freilich ohne sichtlichen Erfolg, gegen die Thäter Und soll in der schönen Frucht der häßliche Wurm des sozialen Schuster befindet sich noch im Polizeigebäude am Alexanderplatz. einschreiten müssen. Elends der Arbeiterschaft weiter stecken und fressen? Kann es Es gewinnt den Anschein, als ob dieser sensationellen Verdie Berliner Konfektionäre in ihrem geschäftlichen und bürger- haftung noch andere auf dem Fuße folgen werden. lichen Ansehen erhalten und heben, wenn neben ihren anerkannten Ueber die Angelegenheit Schuster wird weiter berichtet: Die Leistungen und neben ihren erheblichen Gewinnen die Klage her- Beschlagnahme in den verschiedenen Gesellschaften auch geht, daß ihren Arbeitern nicht gehalten worden, was ihnen ver- in Rixdorf und Charlottenburg- wurde durch 14 Kriminalsprochen war, daß ihre Arbeiter nach wie vor ein bemitleidens- beamte vollzogen und dauerte von 9 Uhr vormittags bis zum werthes Dasein zu führen haben? Wir appelliren an den Bürger- Spätnachmittage. Die beschlagnahmten Bücher, Aften und Korsinn, an die Menschlichkeit und geschäftliche Honorigkeit unserer respondenzen wiegen nicht weniger als 60 bis 80 Zentner und Ronfektionäre und bitten, alsbald Wandel und Hilfe zu schaffen. wurden in Möbelwagen und Droschken nach Moabit Damit werden die Konfektionäre nicht blos eine Menschenpflicht gebracht. Auch bei bei Frau Ibig fand eine Haus erfüllen, sondern sich selber einen Gefallen thun." suchung statt, bei der alle Futterneid. Das Berl. Tgbl." schreibt:„ Die Angriffe Werthfachen als Wir erwähnen dies wohlgefügte Klagelied nur der Kuriosität Schuster herrührend mitgenommen wurden. Die unter auf die Ausstellungsleitung wollen nicht verstummen. Gartenbauhalber, um zu zeigen, wie beschränkt man noch in freifinnigen schlagene Summe wird auf 2 bis 8 Millionen mit Sicherheit Direktor Lackner- Steglitz versendet eine Druckschrift, in welcher Kreifen denken muß, wenn man sich dort modernen Unternehmern angegeben. Zum besseren Verständniß der ganzen Angelegenheit, die Behauptung aufgestellt ist, daß Herren der Ausstellungs. und fogar folche in hervorragender vom Schlage der Konfektionäre gegenüber einen anderen als die feit etwa 7 Jahren spielt, so lange besteht die Berliner Leitung in geschäftlicher Beziehung zu einen Heiterfeitserfolg von dem Appell an Menschlichkeit und Mobilien- Aktienbant greifen wir auf das frühere Geschäfts- Stellung Bürgerpflicht verspricht. Wie soll man im Kreise der Konfet- leben Schuster's zurück. Schon als 19 jähriger Jüngling war er der Ausstellung als Gesa in mtheit stehen. tionäre folche Alfanzereien üben, wenn man dort die Grund- Inhaber eines Bankgeschäfts in Dresden, wo er mit etwa Direktor Lackner selbst ist vor etwa anderthalb Jahren bedingung jedes gesitteten Verkehrs, die Verpflichtung auf Treu anderthalb Millionen Schulden abschnitt. Dann kam der jetzt wegen ähnlicher Beziehungen aus dem Gesammtvorstand ausund Glauben, im sozialen Kampfe fröhlich über Bord wirft, und 43jährige Mann nach Berlin und gründete mit seiner Frau und seinem geschlossen worden und sieht sich durch die Nichtanwendung die Arbeiterschaft in Ermangelung ehrlicher Waffen mit Lug und Vater ein neues Geschäft unter der Firma Schuster u. Cie. Während des Prinzips, das zu seiner Entfernung geführt hat, in den von Die Mitglieder Trug, mit gemeinem Bruch feierlich gegebener Versprechungen, diefer Zeit leistete er einen Offenbarungseid. Damit dies hier ihm angedeuteten Fällen benachtheiligt. furz mit den Mitteln des Schufterle befämpft? Es charatterisirt nicht bekannt werden sollte, ließ er sich in Werder a. H. anmelden des gefchäftsführenden Ausschusses, dem bekanntlich auch die Mitdas Niveau der bürgerlich freisinnigen Kreise, wenn man der- und legte dort den Eid ab. glieder des Arbeitsausschusses angehören, werden nicht umartigen Elementen, anstatt sie gesellschaftlich zu ächten, mit In einer Lokalkorrespondenz wird Schuster als Sozialdemokrat bin können, sich zu diesem Vorwurf zu äußern, um so mehr, als Bürgerpflicht, Menschlichkeit und ähnlichen, ihnen völlig unver- bezeichnet. Zu dieser Mittheilung haben wir zu erklären, daß Herr Lackner von mehreren in betracht kommenden Persön ständlichen Dingen kommt. der Verhaftete vor dem Sozialistengesetz und während der ersten lichkeiten spricht, während frühere, bisher unwiderlegt ge nur gegen eine Person. Die National- Beitung" fucht sich gegenüber unserer Fests Jabre desselben sich in Dresden allerdings als Parteigenoffe auf- bliebene Angriffe fich nagelung, die Gewerbe- Ausstellungs- Reklamen betreffend, damit spielte, aber nie eine attive Rolle als solcher spielte. Die richteten." Die zahllosen Fundbureaus in der Ausstellung bilden herauszureißen, daß es sich blos um ein Inseraten- Unternehmen Schwindeleien, die er dort vor Jahren beging, veranlaßten des Herrn Flatow handle; die Expedition hätte sich nur bereit unsere Parteigenossen jedoch, sich von den Manne abzuwenden. eine stehende Beschwerde für diejenigen Besucher, welche irgend erklärt, die Inferatenaufträge dirett für Herrn Flatow entgegen- In Berlin hat Schuster nicht das geringste mit der sozial- einen Gegenstand verloren haben und diesen wieder in ihren zunehmen. Wie faul diese formell ja nicht zu widerlegende demokratischen Partei oder einzelnen Personen derselben zu thun Besitz zu bringen suchen. Das Publikum sucht solche Gegenstände in dem Offiziellen Offiziellen Fundbureau der Gewerbe Ausrede in bezug auf das Wesen der Sache ist, geht schon aus gehabt. in vielen hunderten Ausstellung wiederzuerlangen, jedoch Thatsache hervor, daß das von uns an den Ausgewiesen wurde dieser Tage der aus Desterreich ge von Fällen vergeblich, wiewohl die betreffenden Gegenstände Pranger gestellte Zirkular Zirkular breitspurig die Ueberschrift bürtige Konditor Engelbert Mader. Der Grund dieser MaßNational 8eitung" trägt und von der Erregel soll in einer Rempelei bestehen, in der Mader verwickelt thatsächlich aufgefunden und in Verwahrung genommen worden pedition des Blattes herausgegeben ist. Das Blatt scheint war. Der Ausgewiesene läßt Weib und Kinder zurück. find. Außer dem Offiziellen Fundbureau existirt ein solches für die Rundbahn, für die Stufenbahn, Fundbureaus der einzelnen übrigens felber noch ein wenig zu fühlen, wie beschämend im Grunde ein solches Treiben ist, denn es erklärt: Hätte das Nach Spandau abgeführt sind aus Anlaß der bekannten Restaurants insofern, als jeder Gastwirth die in seinem Lokal Zirkular, worin sie dies angezeigt, der Leitung des Verlags der Schlägerei zwischen Kürassieren und Dragonern die Küraffire gefundenen Gegenstände selbst in Aufbewahrung nimmt u. f. w. National- Zeitung" vorgelegen, so wäre für eine so deutliche Matt und Wallrafen von der vierten Schwadron des Garde- Wohl in den seltensten Fällen ist der Ausstellungsbesucher in Klarstellung des Sachverhalts gesorgt worden, daß die Entrüstungs. Kürassierregiments. Der erstere war am schwersten verlegt und der Lage, festzustellen, wo er diesen oder jenen Gegenstand ver Komödie des Vorwärts" unmöglich gewesen wäre." Wenn das hat wochenlang im Lazareth gelegen, bis die Untersuchung gegen Toren hat und ist es ihm natürlich nicht möglich, in allen Theilen Blait weiter schreibt, aber auch so sei sicherlich kein Aussteller ihn geführt werden konnte. W. war gleichfalls bei der Schlägerei des Parkes Nachfrage zu halten. Es wäre doch wünschenswerth, in Zweifel darüber gewesen, daß es sich nicht um Ausstellungs- betheiligt, aber nicht bekannt geworden, da er keine Wunden daß der Arbeitsausschuß dafür Sorge tragen würde, daß das berichte der„ National Beitung", sondern um das Inseraten- davongetragen hatte. Später hat er sich durch seine Großthuerei Offizielle Fundbureau der Ausstellung als Zentrale betrachtet, Unternehmen des Herrn Flatow handle, so trifft diese fabe Ar- felbst verrathen. Beide sollen lange Strafen zu erleiden haben. bei welcher die sämmtlichen, innerhalb des Ausstellungsterrains gumentation völlig vorbei, da es uns im Traum nicht eingefallen Die in der Angelegenheit des„ Krause Attentats" mehr gefundenen Gegenstände abgegeben werden müssen. ist, von der National Zeitung" zu behaupten, daß sie die fach genannte Frau Sürtler in Rigdorf ist einer Zeitungsinserirenden Aussteller schädigen wolle. Was wir gegeißelt meldung zufolge jetzt abermals verhaftet worden. Ein Berichthaben, war, wie das Blatt auch sehr wohl weiß, die Irreführung erstatter meldet in der Sache: Die Ermittelungen der Behörde des Publikums, die es mit Hilfe der Aussteller und des find thatsächlich noch nicht so weit vorgeschritten, daß die ErEin schwerer Unglücksfall in der Fabrik von Siemens Herrn Flatow systematisch für 1. die Zeile betreiben will. hebung einer Anklage bereits erfolgen tann. Das bis jetzt vor- u. Halske in Charlottenburg bildete den Gegenstand einer Ver Und das muß, wie wir nochmals erklären, als literarischer Unfug handene Beweismaterial gegen R. ift immer noch ziemlich mangel- handlung, die am Donnerstag vor der ersten Ferienstraftammer bezeichnet werden. haft, umso mehr, als diejenigen Personen, welche den Attentäter des Landgerichts II stattfand. Angeklagt ist der Ingenieur Es wird wiederholt davor gewarnt, Miethsverträge gesehen, bezüglich der Rekognozirung des K. mit einander in de la Sauce und der Werkmeister Krüger. Sie sind über Räume in neuerbauten oder umgebauten Häusern für eine Zeit Widerspruch stehen und auf die Angaben dieser Zeugen in Rück der fahrlässigen Tödtung und der fahrlässigen Körperverlegung angeklagt, die dadurch verschuldet sein soll, daß sie als Betriebs= abzuschließen, zu welcher die von der Zustellung des Sohbaus ficht auf die Länge der Zeit nicht mehr allzuviel zu geben ist. leiter die von ihnen zu fordernde Vorsicht außer acht gelassen haben. Abnahmescheins ab laufende Frist von sechs Monaten für die Aus gekränktem Ehrgefühl hat sich der 18 Jahre alte Der Thatbestand des Unfalles ist folgender: Am 19. Dezember Gebrauchsabnahme- Prüfung noch nicht verstrichen ist, da die Uhrmacherlehrling Willy Gözmann aus der Dresdenerstr. 9 am vorigen Jahres hatten vier Arbeiter einen Vorwärmer zu einem Polizei- Organe vor Ablauf dieser Frist das Beziehen der frag Dienstag Nachmittag vergiftet. Er war in einem Uhrengeschäft Dampftessel zu reinigen, während zwei andere Kessel, deren Vorlichen Räume nicht dulden und nach den gesetzlichen Bestim der Friedrichstadt beschäftigt und erhielt von seinem Prinzipal, wärmer durch ein gemeinschaftliches Abzugsrohr mit demjenigen, mungen noch nicht dulden können. Die Polizeireviere werden wegen Ausbleibens ohne Grund, eine Ohrfeige. Aus dieser Ver- in welchem der Unfall passirte, verbunden sind, in Betrieb nach wie vor auf Anfragen aus dem Publikum über den voraus- anlassung hat er in der elterlichen Wohnung Cyankalium ge waren. Als die Arbeiter mit der Reinigung beschäftigt sichtlichen Termin der Beziehbarkeit von Wohnungen in neuen nommen. Drei Aerzte konnten nicht helfen. Gößmann wurde waren, strömte Dampf und siedendes Wasser aus den bezw. umgebauten Häusern bereitwilligst Auskunft ertheilen. nach Bethanien gebracht und starb dort am Mittwoch früh. anderen Vorwärmern durch das gemeinsame Dunstrohr, Der deutsche Anwaltstag zu Berlin, der heute und Sonndie Arbeiter berart verbrüht wurden, daß abend im Abgeordnetenhause tagt, hat folgende Vortragsgegens Wegen Entführung einer Minderjährigen ist der Groß- wodurch stände auf die Tagesordnung gefeßt: 1. Empfiehlt sich im Zivil- schlächter und Trabrennstall- Besizer Schmidt von der hiesigen der eine von ihnen infolge dessen verstarb, während die drei prozesse an Stelle des Partei Eides die Einführung der eidlichen Firma Schmidt u. Schmeichel verhaftet worden. Das entführte anderen wieder hergestellt worden sind. Durch die Verhandlung sollte festgestellt werden, ob der Unfall durch eine technisch fehlerBernehmung der Parteien? Berichterstatter Justizrath M. Levy Mädchen stammt aus Hamburg. hafte Anlage des Betriebes verschuldet sei, oder ob während der in Berlin. 2. Ist es angezeigt, die Revisionssumme zu erhöhen? Durch das Zerspringen einer Flasche mit heißer Milch, Reinigung des einen Vorwärmers auch die beiden anderen Kessel Berichterstatter Rechtsanwalt Dr. M. Breslauer in Breslau. die er bei sich trug, ist der siebenjährige Sohn des in der außer Betrieb zu setzen seien, oder endlich, ob eine Absperrung des 3. Ist es angemessen, die Zuständigkeit der Amtsgerichte Blumenthalstraße wohnenden Handelsmannes Herzberg derart zu reinigenden Vorwärmers gegen die anderen geboten der Summe nach zu erhöhen? Berichterstatter Justizrath Dedolph verbrüht worden, daß er ins Krankenhaus gebracht werden sei. Seitens der Angeklagten sowie eines eines Zeugen und in Rottbus und Rechtsanwalt Burgheim in Minden. 4. Ueber mußte. die Art des Rechtsstudiums auf den Universitäten. Berichterstatter Polizeibericht vom 10. September. Gestern Nacht starb Rechtsanwalt Prof. Dr. Hellmann in München und Justizrath im Krankenhause Bethanien der 17 Jahre alte Uhrmacher LehrDr. Goldschmidt in Berlin. 5. Ueber die Revision des Handels- ling Willy Gögmann an den Folgen fortgesetzten Genusses von gesetzbuches. Berichterstatter Rechtsanwälte Hermann Staub und Opium, das ihm ein in einem Droguengeschäft lernender Freund Dr. Simon in Berlin. Am Sonnabend, vormittags 9 Uhr, findet verschafft haben soll. Gestern Vormittag fuhr der auf einem die Hauptversammlung der Hilfskaffe für deutsche Rechtsanwälte Dreirade sigende Bote der Berliner Verkehrsanstalt, der fiebzehnunter Vorsitz des Geh. Justizraths Dr. Bussenius statt. jährige Franz Würsig, an der Ecke der Perlebergerstraße und des Der Duellmörder Zeremonienmeister v. Kozze, der sich Südufers gegen einen Geschäftswagen, fiel dabei von seinem zur Zeit auf der Festung in Glaz befindet, soll, wie dem Bres Gefährt herab und erlitt Verlegungen an den Händen und an lauer General Anzeiger" mitgetheilt wird, in persönlicher Au- der Brust. Beim Spielen lief nachmittags der fünfjährige Der zweite Sachverständige, Gewerbe Juspettor gelegenheit( Ronsultation eines Arztes) auf einige Tage beurlaubt Sohn des Hutmachers Karche in der Flottwellstraße gegen einen Heyroth, bezeichnet die Betriebsanlage gleichfalls als eine gewesen sein und diesen Urlaub theils bei seiner in Landeck sich Geschäftswagen, gerieth unter die Räder und wurde am Hand- technisch tadellose. Die Außerbetriebsetzung der anderen Kessel aufhaltenden Gattin, theils in Breslau zugebracht haben. gelent und an der Schulter leicht verlegt. An der Ecke der für die Zeit, in welcher der eine gereinigt werde, sei weder Für sozialdemokratische Redakteure, die in preußisch deutschen Frucht- und Großen Frankfurterstraße wurde gegen Abend die nothwendig noch technisch durchführbar. Es bestehe jedoch die Gefängnissen erkranten, ist der Anstaltsarzt da. Einem Verbrecher achtjährige Tochter des Arbeiters Hornstein durch einen Geschäfts- Vorschrift, daß bei Reinigung eines Kessels derselbe gegen die dieses Schlages ist bekanntlich nicht einmal gestattet worden, auf wagen überfahren und an einem Knie anscheinend leicht ver- nebenliegenden in Betrieb befindlichen Kessel abgesperrt dem Gerichtskorridor seine Frau für einige Augenblicke sprechen leht. Abends stürzte in der Belle- Alliancestraße der 52jährige werden müsse. Nicht selten tämen die Gewerbezu dürfen. Der Mann hatte eine„ Preßsünde" und kein Menschen- Stallmann Hermann Wirth mit einem Omnibuspferde und erlitt Inspettoren dieserhalb mit Fabritsleitern leben auf dem Gewissen. dabei eine Quetschung der Brust und eine Verrenkung der in Konflitt, welche sich weigerten, weigerten, selbst unter der " " 1 -= S Gerichts- Beitung. des Sachverständigen wurden sehr eingehende technische Erörterungen gepflogen. Der gerichtliche Sachverständige, OberIngenieur Desten, hält die technische Einrichtung der Kessel und Vorwärmer für durchaus einwandsfrei. Unter ge= wöhnlichen Umständen sei ein Uebertreten des Waffers aus den in Betrieb befindlichen Vorwärmern in den zu reinigenden Apparat ausgeschlossen, so daß man nach Art der Anlage einen Unfall nicht voraussehen konnte. Die Absperrung des Dunst rohres durch Blindflantsch, welche ein Zeuge für nothwendig hielt, sei nicht unbedingt geboten. " # Versammlungen. in H Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neu mann, Pafewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Renderungen Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. im Vereinstalender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine Frankfurterstraße Nr. 7, 1 Tr. Hermann Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. alle Buschriften, den Bund betreffend, sind zu richten au Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Witterungsübersicht vom 10. September 1896. • • Barometers tand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windstärke FIN| N| No( Stala 1-12) Wetter bedeckt Temperatur 761 . DSD halb bedeckt 15 759 DSD 16 759 560 bedeckt 16 758 Still halb bedeckt 14 760 28 2 heiter 14 767 M 2 NO wolkig wolkenlos 9 6 752 N 1 Nebel 14 . 754 1756 GD 4 bedeckt 13 SW g44 Regen 14 ( 50.4° R.) Wetter- Prognose für Freitag, den 11. September 1896. Ein wenig fühler, zeitweise heiter, vorherrschend wolkig mit etwas Regen und mäßigen südlichen Winden. Berliner Wetterbureau. бл " insid Vermischkes. Der Landgerichtspräsident Just in Dresden, bekannt durch seine ganz modern- sächsische Juristenschneidigkeit, ist vorgestern auf dem Wege zum Theater plöblich vom Schlage getroffen worden und sofort gestorben. hohem Druck stehende Kessel in solchem Falle abzusperren. Nun erstrecke sich diese Vorschrift allerdings nicht auf Vorwärmer, weil in denselben kein hoher Dampfdruck stattfinde; da in den Die Kontobuch- Arbeiter und Arbeiterinnen hatten für Vorwärmern bei Siemens und Halste das Wasser aber bis auf Mittwoch Abend eine start besuchte Versammlung einberufen, um eine Temperatur von gegen 300 Grad Celsius erhitzt werde und über die von ihnen gestellten Forderungen zur Lohnbewegung zu infolge des dadurch entstehenden Dampfdrucks ein Ueberlaufen berathen. Schulze berichtet namens der Lohnkommission über des siedenden Wassers durch das gemeinsame Dunstrohr in den den genwärtigen Stand der Lohnbewegung unter den Arbeitern außer Betrieb gefehten Vorwärmer sehr wohl möglich sei, und Arbeiterinnen der Kontobuchbranche, die zwar im vorigen fo hätte die Oeffnung des Dunstrohres durch einen Blindflantsch Jahre einen guten Erfolg versprach, leider aber nach der von unbedingt abgesperrt werden müssen, denn bei einer derartigen der Kommission vorgenommenen Erhebung über die Betheiligung Anlage müsse der Techniker stets mit der Möglichkeit eines Ün an einer Lohnbewegung, zu feinem günstigen Resultat führte. falles rechnen. Die Absperrung durch Blindflautsch sei technisch Denn an der Abstimmung über die gestellten Fragen betheiligten sehr leicht auszuführen und hindere den übrigen Betrieb durch sich nicht einmal sämmtliche Organisirte, die wiederum der Branche nicht Ar- Stationen. einmal die Hälfte der aus nicht. Nach dem Gutachten dieses Sachverständigen hält der beitenden umfassen. Der Redner tadelt demzufolge die Lässigkeit der Berliner Staatsanwalt die Anklage in vollem Umfange aufrecht und be- große Buchbinder gegenüber antragt gegen jeden der Angeklagten eine Woche Gefängniß. denjenigen in Stuttgart, München, Mannheim, Hannover, Der Vertheidiger, Justizrath von Simson, führt in längerem wo man noch diesen Herbst in eine Lohnbewegung einzutreten Swinemünde Hamburg Plaidoyer aus, daß man die Angeklagten nicht verantwortlich gedente, mit Ausnahme von Leipzig, wo leider ebenfalls die Ausmachen könne für einen Unfall, der nach nach Lage der fichten ungünstig sind. Die Lässigkeit und Theilnahmlosigkeit unter Berlin Sache nicht vorauszusehen war. Der Gerichtshof tam nach den Arbeitern und Arbeiterinnen der Kontobuchbranche habe die Wiesbaden Furger Berathung zur Freisprechung beider Angeklagten, Rommiffion zur Ueberzeugung gebracht, daß voraussichtlich in München da man ihnen nicht zumuthen könne, auf zufälligkeiten im diesem Herbst teine besonderen Forderungen werden gestellt Wien Betriebe, wodurch möglichenfalls ein Unfall herbeigeführt werden werden können. Als solche waren ursprünglich in Aussicht ge- Haparanda könne, zu rechnen. Nur um einen solchen handele es sich hier nommen: für männliche Arbeiter ein Mindestlohn von Petersburg 766 und sei ein subjektives Verschulden den Angeklagten nicht beizumeffen. 21 M. entsprechend auch bei Affordarbeit, event. 381/3 pt. 3 Gort. Ein Nachspiel des großen Konfektionsarbeiter- Streife fchlag; für Arbeiterinnen 18,50, ungeible 9 M. Mindestlohn, Aberdeen. fand gestern vor dem Straffenat des Rammergerichts seinen Ab- auch entsprechend für Akkordarbeiterinnen; für fämmtliche Arbeiter Paris. fchluß. Die Näherin Dziengelewska war vor einiger Zeit vom und Arbeiterinnen Bezahlung der gesetzlichen Feiertage. Die Schöffengericht zu vierzehn Tagen und dann auf ihre Forderung des Neunstundentages fonnte nicht geftellt werden, Berufung hin vom Landgericht zu einer Woche Gefängniß ver- da in den großen Fabriken derselbe bereits besteht, die kleinen urtheilt worden, indem das Gericht sie für überführt erachtete, sich Meister aber sich dagegen wohl ablehnend verhalten, während gegen den berühmten§ 153 der Gewerbe- Ordnung vergangen zu haben. diese sonst bereits bessere Löhne zahlen als die großen Fabrifen, Und zwar wurde dies Vergehen in Vorhaltungen gefunden, wo die vervollkommnete Maschinentechnik die Preise immer mehr welche die Angeklagte am 12. Februar dieses Jahres zwei wie auch den Arbeiter selbst zur Maschine herabdrückt und die Kolleginnen gemacht hatte, als sie dieselben in die Geschäfts- Bahl der Arbeiter verringert. So lange aber die Arbeiter nicht räume ihres Arbeitgebers augenscheinlich zu dem Zwecke gehen genügend organisirt sind und die Bessergestellten sich zurückfah, sich Arbeit zu holen, obwohl der Streik proklamirt war. haltend zeigen, ist an eine Lohnbewegung garnicht zu denken. Auch die Götter müffen sterben." Diese Grabinschrift, Nach den Feststellungen des Gerichts hat sie zu der einen gesagt: Diese Ausführungen des Redners riefen einige Bestürzung die fich auf dem Friedhofe von Reinsdorf bei Wittenberg be " Na warten Sie mal, kommen Sie man wieder herunter, dann in der Versammlung und demzufolge eine recht lebhafte Dis- findet, paßt der Geistlichkeit nicht. Sie hat an einen Herrn giebt's was", und zu der anderen: Schämen Sie sich nicht, fussion hervor, an der sich abwechselnd eine Anzahl Redner Winkler, der das Grabdenkmal mit diesem Spruche hat sehen für solch Geld zu arbeiten, Sie Streifbrecherin." In der ersten betheiligten. Donath hält es für unbedingt nöthig, in eine lassen, die Aufforderung gerichtet, binnen 14 Tagen die Götter Aeußerung erblickte die Straffammer die Androhung eines Lohnbewegung einzutreten, da die einzelnen Theilarbeiten an sehr dämmerungs- Inschrift zu entfernen. Der Eigenthümer beharrt Uebels und in der zweiten eine Ghrverletzung im herabgedrückt sind, für die man allein 15 pet. Zufchlag fordern aber darauf, daß die geschichtlich längst erwiesene Wahrheit auch Sinne des§ 153. Die Angeflagte ergriff hiergegen das möge. Kusch meint, daß gerade kleine Fabriken bereits die ferner auf dem Grabstein prange, und polemifirt jetzt in Beitungs Rechtsmittel der Revision und machte geltend, daß§ 158 mit Feiertage bezahlen. Hoffmann findet es nöthig, eine leb- Inseraten gegen die Pastoren. Ob die Angelegenheit mit einem Strafe nur den bedrohe, wer andere durch die im Paragraphen haftere Agitation durch baldige Einberufung von Werk Gotteslästerungs- Prozeß oder nur mit einem Verfahren wegen angeführten Mittel zu Berabredungen zu bewegen suche, wie sie ftätten Versammlungen zu veranstalten. Frau Schulze groben Unfugs enden wird, steht noch dahin. § 152 aufführt, 3. B. zur Theilnahme am Streit. Aus den verlangt auch für Arbeiterinnen einen bestimmten Prozentsatz bei Eine drollige Erklärung finden wir im Juferatentheil Aeußerungen, auf welche ihre Verurtheilung gestützt sei, gehe Affordarbeit. Ueber die Frage des Mindestlohns für nicht hervor, daß sie die Frauen zu einer derartigen Verabredung Arbeiterinnen entspinnt sich noch ein längerer Streit, des Reichs- Anzeigers" vom 7. September. Sie lautet: Hier darüber, obman fämmtliche Forderungen durch erkläre ich, daß ich direkter Anhänger Seiner habe bewegen wollen. Der Straffenat erklärte aber die Vor desgleichen entscheidung für rechtlich begründet und verwarf die Remit Neunstundentag Neunstundentag auf einmal oder später stellen Majestät bin, bin direkter Reichstreuer und ver vision. einen solle, um Erfolg zu erringen. Jost warnt werfe hierdurch das Gespräch, daß ich Anhänger der allzu hohen Aus dem Olympia- Theater. Vor dem Sizungszimmer vor hohen Forderungen wie all zu eilfertigem Sozialdemokratie wäre. Theodor Becher, Eisleben. einer Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts drängten sich Vorgehen, bevor man nicht genügend agitirt habe. Tilgner Bei einem schweren Gewitter, welches am Mittwoch in gestern zahlreiche junge Männer und Mädchen, denen man auf meint, daß der Mindestlohn für Arbeiterinnen nicht für An- der Gegend von Wünster in Westfalen niederging, wurden zehn Schritte ansah, daß sie insgesammt dem Reich der Schminke fänger oder Lernende, sondern nur für minder geübte gemeint mehrere Bauernhöfe infolge Blitzschlages eingeäschert. Auch angehörten. Mit lebhaften Handbewegungen und in einem ist. Schulze wendet sich gegen Jost, der immer gewarnt" in dem Hauptthurm der Mauritiustirche zu Münster Sprachengewirr, in welchem das englische Idiom vorherrschte, habe, anstatt die Kollegen für ein einheitliches Borgehen anzuzündete der Blik, so daß ein Theil des Thuringebälts ausftritt man sich über die Einzelheiten des Falles Douglas", der spornen; wenu auf seinen Vorschlag immer wieder nur Wert- brannte. demnächst zu Berhandlung kommen sollte." G3 schien sich um eine stubenversammlungen einberufen werden, sind wir im nächsten cause célebre au handeln, in Wahrheit aber waren all' Jahre ebensoweit wie jetzt, da man energisch vorgehen soll. die schlanken Männer und schönen Frauen, die sich hier ein Iost verwahrt sich gegen die ihm gemachten Vorwürfe, da er Stelldichein gegeben, Mitwirkende des„ Olympia Theaters" feine Meinung auf die gemachten Erfahrungen stüßt, wie z. B. und der Fall Douglas betraf eine Borerei, die sich eines Tages bei den Kartonarbeitern, deren Streit wegen der überins Wasser fiel; er werde sich in den Ankleideräumen des Riefentheaters entwickelt hatte und spannten Forderungen Aus Brüg meldet ein Telegramm vom Donnerstag: In sich um ein Paar Trikots und theatralischen Auspuh drehte. trotz aller Anfeindungen von seiner Meinung nicht abbringen der vergangenen Nacht sind zwischen der Johnsdorferstraße un Herr Douglas, ein Englishman vom reinsten Waffer, war, wie fich laffen. Tilgner tabelte das ganze Verhalten des Referenten dem leßtentstandenen Bruchgebiete, sowie am Bahnförper der aus den Gesprächen seiner Kollegen ergab, eines Tages mit einem Schulze, der anstatt zur Einigkeit zu ermahnen nur glaubte Aussig- Teplitzer Eisenbahn von neuem Grdsenkungen mit Riffen Artisten um die Berechtigung zum Tragen eines bestimmten Kostüms die Kontobucharbeiter zu tadeln; es sei überhaupt nöthig, daß entstanden. Eine Vermehrung und eine Erweiterung der Riffe Die ist wahrscheinlich. Bewohnte Gebäude sind nicht gefährdet. in Streit gerathen, diefer war in Handgreiflichkeiten übergegangen die einzelnen Vertrauensmänner mehr zusammenhalten. und schließlich soll der Angeklagte seinen Gegner sehr unsanft Frage, ob die Kontobucharbeiter mit den Buchbindern zugleich Der Bahnverkehr ist vorläufig eingestellt. Amtliche Erhebungen wurde, nachdem sind im Gange. mit einem Schlagring bearbeitet haben. Wie es scheint, behauptet in die Lohnbewegung eintreten sollen, Herr Douglas, daß er sich nur im Stande der Nothwehr befunden Greiffenberg fie für überflüssig gehalten und sich Tilgner Wie die Neue Freie Presse" aus Brür meldet, ist legte habe, denn er packte plöglich aus einem großen Zeitungsbogen dagegen ausgesprochen, offen gelaffen. Dagegen wurden die von Nacht ein neuer Wassereinbruch in den Annahilfsschacht der einen bleigrauen Gegenstand heraus, der einem Geschosse der Lohnkommission formulirten Forderungen der Kontobuch- Brüyer Bergbaugesellschaft erfolgt. Derselbe hatte eine neuerliche nicht unähnlich war. Mein Gott, Sie bringen wohl gar arbeiter einstimmig angenommen. Die Zeit, wann in die Be- umfangreiche Erdbewegung in dem vorjährigen Berbruchsterrain eine Granate mit in den Gerichtssaal?" fragte ängstlich der wegiang einzutreten sei, wird in einer späteren Versammlung zur Folge. Besonders schwer wurde der Bahnhof der AußigVorsitzende; Herr Douglas verlor aber seine Ruhe nicht, er meinte festgestellt werden. Tepliger Eisenbahn betroffen, dessen Terrain eine wellennur: Not at all!" und suchte in gebrochenem Deutsch dem GeBerichtigung. In dem Versammlungsbericht über die am förmige Gestalt erhielt und nach allen Richtungen von Erdrichtshofe flar zu machen, daß die vermeintliche Granate Dienstag, den 8. d. M. stattgehabte Parteiversammlung riffen durchsetzt wurde. Auch die übrigen Verbruchsgebiete der aus Holz hergestellte Kopf eines dekorativen Theater- für den zweiten Reichstags Wahlkreis läßt mich zeigen neue Erbrisse. Drei Häuser einer neu erbauten Quergaffe hammers sei, den sein Gegner auf ihm entzwei ge- der Bericht des„ Vorwärts" bezüglich der Kandidatenfrage sind im Einsturze begriffen. Andere Häuser zeigen Riffe und A13 schlagen habe. Zeugen waren folgendes fagen: vier Personen Sprünge. Das gesammte Verbruchsgebiet ist durch die Behörde So sei im ersten Stadium der Wahlen... beginnend, abgesperrt. Der Wasserzufluß im Annaschachte soll noch ans schienen, die, wie sie erklärten, mit einer Monatsgage von und schließend:... es sei dies ein Zustand, der einer eingehenden dauern. Es werden daher noch weitere Erbsenkungen befürchtet. 45 M. zu Handbewegungen" für das Olympia- Theater engagirt waren bezw. noch sind. Sie kamen aber nicht dazu, ihr schäßens Aussprache auf der Konferenz bedarf." Die Nachts eingetretenen Erdsenkungen und Verbrüche sind, wie Hierzu habe ich zu erklären: daß dieser Bassus meiner Rede die Neue Freie Presse" sagt, offenbar durch einen Wasserwerthes Zeugniß abzugeben, denn Mr. Donglas erklärte, daß er zu wenig Deutsch verstände, um der Verhandlung folgen zu nicht richtig in dem Bericht wiedergegeben ist. Bur Sache selbst einbruch im Annaschachte verursacht worden. fönnen. Ihm erschien sofort ein Retter in der Noth: Die Thür habe ich ausgeführt: Im Laufe des Tages fanden weitere Erbsenkungen statt. des Gerichtszimmers wurde aufgerissen und herein stürmte Gründen, haben uns Mißstände, welche bei Aufstellung von Reichs- Bingen. Zwei früher schon beschädigte Häuser find theil Unter anderen für uns( die Kommission) ausschlaggebenden Jm Bahnkörper bestehen drei, an der Johnsdorfer Straße zwei ein fein pomadifirter, tänzelnder Jüngling, der auf die erstaunte Frage nach seinem Begehr dem Bor- tags- Kandidaturen bemerkbar wurden, dazu Veranlassung gegeben, weise eingestürzt. Der Bahndurchlaß hat sich erheblich gesenkt. fizenden wiederholt die Versicherung gab, daß er Deutsch diese Frage auf die Tagesordnung der Brandenburger Konferenz Die Verdämmungsarbeiten im Annahilfsschacht sind nahezu bes Englisch fließend wie Waffer spreche und seinem zu sehen. Einer dieser Mißstände sei der, daß die Genossen in endet. Freunde als Dolmetsch dienen wolle. Er war sehr betrübt, vom einzelnen Kreisen, besonders solche, die sich sehr oft als die Neber ein Eisenbahnnnglück wird aus Ostende vom Vorsitzenden zu erfahren, daß vor Gericht ein jeder seine eigene adikalsten aufspielen, bei denen nur der Mann mit der Haut zu Markte zu tragen habe und eventuell nur die Hilfe ich wieligen Faust etwas gilt, die auch so lange, als in dem Donnerstag berichtet: Heute früh 103/4 Uhr stieß der von Basel eines gerichtlichen Dolmetschers in Anspruch genommen werden Kreis nur eine Bewegung vorhanden, nur einen Arbeiter fommende Expreßzug bei der Einfahrt in den hiesigen Bahnhof dürfe. Da bei weiteren schüchternen Versuchen der Verständigung ganz unbesehen, ob der betreffende auch die nöthige mit einer Hangiermaschine zusammen. Beide Maschinen entMr. Douglas immer nur die Antwort hatte: J can not ver- Fähigkeit besigt als Reichstags Kandidaten aufstellen; gleisten. Der Heizer der Nangiermaschine wurde schwer verletzt, steh'n!" so blieb nichts übrig, als die Sache zu vertagen und zu dieselben radikalen Leutchen stellen sich aber, sobald die ebenso ein Schaffner des Expreßzuges. Ein Wagen mit Reisenden einem nächsten, noch vor Schluß des Olympia- Theaters an- Bewegung etwas in Fluß gekommen, d. h. Aussicht auf Erfolg rannte in einen Schlafwagen hinein, der dem Expreßzuge an zuberaumenden Termin einen gerichtlichen Dolmetscher zu laden. bietet, auf den Standpunkt, daß dann plöglich ein Arbeiter nicht gehängt war. Es wurde jedoch kein Reisender verletzt. Gegen den Herausgeber der Heirathszeitung", ber mehr gut genug für die Kandidatur ist dann muß es ein fürzlich in Breslau eine exemplarische Strafe erhielt, sollen noch Schriftsteller sein, am liebsten ein solcher der den Doktortitel beweitere derartige Klagen anhängig gemacht sein, die demnächst sitzt. Dabei ist es mir garnicht eingefallen, von nur Akademikern zur Verhandlung gelangen. Gegen das Breslauer Erkenntniß hat zu sprechen. Meine Stritit richtete sich vielmehr hauptsächlich der Verurtheilte Revision eingelegt, da er hofft, dem Reichsgericht gegen eine Art Schriftsteller, die eine akademische Bildung flar machen zu fönnen, daß er als Geschäftsmann" handelte, garnicht besigen; gegen Personen, die aus irgend welchem als er feine Angebote an die trauernde Gattin eines noch nicht Grund ihren bürgerlichen Beruf an den Nagel gehängt, deren Ueber Naufen's Empfang in Chriftiania wird vom beerdigten Mannes versandte. Zu den Gepflogenheiten dieses ganze schriftstellerische Thätigkeit im Abschreiben besteht. Mittwoch berichtet: Siebzig fast überfüllte Dampfer, waren Gerade diese Leute sind es, welche schon aus rein wirth Nansen's Schiff Fram" entgegengefahren, welches in Be Geschäftsmannes gehört auch der Versand seiner Zeitung an fürstliche Persönlichkeiten, sowie an Neu- Verlobte. Letzterer Kniff be- fchaftlichen Gründen versuchen müssen, durch Erlangen von gleitung von 20 von 20 Schiffen in den Christiania Fjord eins Fjords Alle Aussichtspunkte längs des zweckt, für den Fall, daß die Verlobung zurückgeht, rasch eine Ehrenamtern in der Partei bekannt zu werden, um dadurch fubr. andere durch die Heiraths Zeitung anzubahnen. Um dem Arm leichter Absatz für ihre Geistesprodukte zu finden. von jubelnden Menschenmassen besetzt, welche den Fram" Daß auch ähnliche Gründe manchen Akademiker veranlaffen mit begeisterten Hurrahrufen begrüßten. des Staatsanwalts zu entgehen, versendet der unverwüstliche Die Begegnung Heirathsvermittler neuerdings seine Angebote nicht mehr an nach demselben Ziele zu streben, wer wollte das wohl be- der Schiffe bot einen unvergeßlichen Anblick. Der„ Fram" einzelne durch plötzlichen Todesfall auseinander geriffene Ehe- streiten? ging sodann in der Piperviksbugt vor Aufer, wo er von den Gegen diese Art Streberthum habe ich mich glaube ich Kriegsschiffen, den Bergnügungsdampfern und sonstigen Privat gatten, sondern an die Hinterbliebenen des betreffenden Vermit recht gewandt. storbenen. booten umringt, von Kanonenschüssen und Musikkapellen begrüßt Die Hähne dürfen wieder krähen. Wir berichteten türz: Es ist außerdem von mir ausdrücklich hervorgehoben, daß wurde. Zwischen einem Spalier von Segelbooten ruderte die lich, daß einem Bewohner bei Lößnitz ein auf drei Mart bei Ausstellung von Kandidaten nicht zuerst der bürgerliche Mannschaft des" Fram" nunmehr an Land. Als Nansen ans lautendes Strafmandat zugestellt war, weil sich sein Hahn unter- Beruf des betreffenden in Frage kommen darf, sondern daß Land stieg. brauste enthusiastischer Jubel empor, in den die standen hatte, vor 6 Uhr morgens zu krähen. Dem Mann man in erster Linie die Fähigkeit, die Ueberzeugungstreue und Mufit einfiel. Dieselbe spielte einen Pfalm, der von allen wollte nicht recht einleuchten, daß sein Thier durch diese Aus- den Opfermuth des Aufzustellenden zu prüfen habe. Anwesenden entblößten Hauptes angehört wurde. übung seines Berufes groben Unfug begangen hatte und beantragte oder ohne Doktortitel ist, kann uns ganz gleichgiltig sein. Ob der Mann Schuster, Schneider oder Schriftsteller mit dem man das Vaterlandslied gesungen hatte, trat Nausen daher richterliche Entscheidung. Vom Schöffengericht Dresden die Fahrt nach dem Schlosse an, welche sich zu einem wahren Diese Ansicht habe ich vertreten und werde ich, so lange Triumphzuge gestaltete. Als der Zug vor der Universität aus ist der Besitzer des übelthuenden Hahns dieser Tage unter folgender Begründung freigesprochen worden: Das man mir nicht die Unrichtigkeit derselben nachweist, auch auf gekommen war, begrüßte Professor Schioß den Forscher, dankte Schreien der Hühner und das Krähen des Hahnes bilde ein dem Brandenburger Parteitag vertreten. ihm für seine unermüdliche stille Arbeit, und rühmte seine Bor charakteristisches Merkmal des Landlebens; auch sei die sechste Arbeiter- Bildungsschule. Freitag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Süd: aussicht, seine Energie und seine wissenschaftliche Einsicht. Nausen ost- Schule, Waldemarstr. 14: Nationalötonomte.( Die MaryMorgenstunde auf dem Lande nicht mehr der Nacht zuzurechnen. Engels'ichen Lehren. Werth, Mehrwert h, Kapital.) Herr Dr. Alfred Bern- dankte sichtlich bewegt und entgegnete, er habe sich als Vorposten Wer länger schlafen wolle, solle nicht auf dem Lande wohnen. ftetn. Nord- Schule, Müllerftr. 179 a: Rede Uebung.( Dinorwegischer Wissenschaft gefühlt. Wir gratuliven den krähenden Hähnen, daß sie ungleich den wichtigsten Gefeße für die Kunst des öffentlichen Nebens. Lehre vom Aufbau Den höchsten Grad der Verrücktheit haben jetzt ohne Menschen jetzt wieder krähen dürfen, wie ihnen der Schnabel tingung der Bibliothet und des reichhaltigen Beitschuhe quaterials schon von 3weifel 2 Amerikaner, J. E. Barry und Kromann mit Namen, Beitschriftenmaterials gewachsen ist. erreicht. New- York nach San Fransisko auf allen Bieren durch und er= " 8 Uhr an geöffnet. Hindung Otto Antrid. " Der 7. internationale Friedenskongres findet in den Tagen vom 17. bis 22. September in Budapest statt. Erdstöße. Aus Rom wird berichtet: Mittwoch Abend wurden in Citerna ein und in Citta di Castello zwei ziemlich starke Erdstöße verspürt. waren Nach anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. -N. P. Monatlich für jedes Kind bis zum zurückgelegten COWVO chrenen gleich richtigem Vieh! Sie werden ihre VorderBriefkasten der Redaktion. 6. Lebensjahr 12 bis 14, bis zum 14. Lebensjahr 14-18 W. iſt pfoten in eine Art Stiefel stecken, die bis zu den Schultern reichen werden, und damit sie niemand eines Schwindels be- Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Baht) angemessen., Friedrichshagen 100. Sie tönnten frühestens schuldigen kann, werden sie ihre Hinterfüße an ihrem Körper zum 1. April tündigen. A. R. Tischler. Die Rückforderung mittels eines eigens tonstruirten Gürtels so befestigen lassen, Die juristische Sprechstunde findet am Montag, ist unzulässig. Wie es scheint, ist es für Sie das rathsamste, daß ein„ Mißbrauch", das heißt also eine menschliche aufrechte Dienstag, Freitag und Sonnabend von 6-7 Uhr der Erbschaft zu entfagen. Die Entsagungserklärung müßte aber Stellung ausgeschlossen bleiben muß. Auf diese Weise hoffen abends statt. spätestens innerhalb 6 Wochen nach dem Todestage dem Gericht A. T. 44. Die von Ihnen angeführte Bestimmung des Land- übergeben sein. O. K. 100. 1. Die Krankheitswochen werden rechts(§ 626 II, 2) besteht noch zu recht.- P. Sch., Spandan. mitgezählt. 2. Vom 11. Auguft ab. 3. Die Berechnung der 1. Nein. 2. Von demselben Bater: Ja.-H. F. 42. Ja. Höhe der Invalidenrente finden Sie im Arbeiterrecht" Seite 195. 1 die zwei Vierfüßler oder Vierhänder( wie man will) täglich 15 bis 20 Kilometer zu laufen. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. 1992 Freitag, ben 11. Sept. Opernhaus. Geschlossen. Neues Opern- Theater.( Kroll.) Falstaff. Die Rose von Schiras. Schauspielhaus. Wie die Alten sungen. Deutsches Theater. Die Weber. Leug- Theater. Halb- Tugend( Les Demi- Vierges). 193 rechts($ 626 II, 2) besteht noch zu recht. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wiſſenſchaftl. Theater& Sternwarte Invalidenstr. 57-62 Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 f. = Jm Theater Saale täglich 8 Uhr großen Lichtbildern ausgestattet. abends Vorträge mit Experimenten und Berliner Theater. Sein erster Rauf Passage- Panopticum. Hierauf: Bobi. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Der Hüttenbefizer. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie Madame! Neues Theater. System Ribadier. Vorher: Besuch nach der Hochzeit. Theater utet den Linden. Die Lachtaube. Schiller- Theater. Der Bureaukrat. Belle- Alliance- Theater.' n tolles Mädel.is Zentral- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplat- Theater. Die offi zielle Frau. Thalia- Theater. Cousin- Cousine. Oftend- Theater. Der deutsche Michel. Raufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten- Borstellung. 42 wilde Weiber maliaus Dahomey. Castan's Panopticum. Neu!! Neu!! Neu!! 4 M Schiller- Theater. hochsensationelle ABI( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Bureaukrat. Der L Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Stühen der Gesellschaft. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Direttion; Richard Schultz. Freitag, ben 11. September 1896: Eine tolle Nacht. Novität! Voranzeige. Novität! Jn Vorbereitung: Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chausseestr. 25/26. Direktion: Max Samst. Neuheiten die ein Jeder sehen muss! Thalia- Theater ( vormals: Adolphe Theater Direktion: W. Hasemann, tönigl. preuß. Dresdenerstr. 72/73. Mittwoch, 16. September 1896: Eröffnungs- Vorstellung. Zum 1. Male: Cousin Cousine. Vaudeville in 3 Atten von Maurice Ordonneau und Henri Kéroul. Musit von Gaston Serpette. Deutsch von Bolten- Bäckers. Spezial- Ausstellung Der Hüttenbefizer. KAIRO Schauspiel in 5 Akten nach dem gleichnamigen Roman von George Ohnet. Anf. 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorft. Offend- Theater. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion: Karl Weiss. Freitag, 11. September 1896: Der deutsche Michel. Volksstück mit Gesang in 4 Atten von R. Kneisel. Anfang 71/2 Uhr. Raffeueröffnung 6 Uhr. Alexanderplatz- Theater. Direktion: Max Samst. Zum 56. Male: Die offizielle Frau. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Viktoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112 19 Heute: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Kasseneröffnung 10 Uhr vorm. Von 7 Uhr nachm. ohne GewerbeAusstellungs- Billet zugänglich. Heute, Freitag, 11. Septbr.: Heute, Grosses orientalisches Fest mit Massen- Illumination des gesammten Kairo- Terrains. 5 u. 8 Uhr in der Arena: Gala- Monstre- Schaustellungen der Beduinen. Entrée ab 51 Mark. nachm. Kinder unter 12 Jahren die Hälfte. Alt- Berlin. Bei günstiger Witterung nachmittags 3, 5 und 7 Uhr: Drei grosse historische Umzüge. Zwei altdeutsche Musikkorps. Süddeutsches Doppelquartett ,, Alemania". Gintritt: 25 Pfg. W. Noack's Sommer- Theater. Anfang präziſe 8 Uhr. Entree 50 Pfund Vorverkauf 40 Pf.( siehe Blafate). Zum Schluß: Unsere Feuerwehr. Letzte Woche der täglichen Soiréen in der Viktoria- Brauerei. Sonntag, 13. September: Letzte Sonntags- Soirée daselbst; von da an finden die Soiréen der Stettiner Sänger nur Montags und Freitags in der Viktoria- Brauerei ftatt. Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert, TheaterSpezialitäten- Vorstellung. Elzevir. Genrebild mit Gesang in 1 Att. Eine tolle Nacht. Bosse mit Gesang in 2 Bildern. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag und Donnerstag im Saal: Großer Ball. Vereinszimmer m. Piano, albertstr. 45. 2246 Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52 53. Annenstrasse 42| 43. Bornehmster Familien- Aufenthalt. Vorstellung. Durchweg neues Programm. Grand- Konzert ApolloTheater. Friedrichstr. 218. Dir.: F. Glück. Paola del Monte. Otto Reuter. der neu engagirten Haus- Kapelle 7 Troubadours unter Leitung des Rapellmeisters Martin. Wochentags 8 Uhr. 6 Anfang: Sonntags& Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler u. Fröbel. Wiederholung der mit so tolossalem Beifall aufgenommenen Eröffnungs- Feftvorstellung 30 Künstler. Sensationelle Leistungen. Tata- Toto urbraftische Pantomime Anfang 71/2 Ubr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Platz 50 Pf. Feldschlößchen 142 Müllerstraße 142. Telephon: Amt Moabit 1213. Sonntag, den 13. September er. Grosses Konzert und u. s. w. u. s. w. u. f. w. Rasseneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Reichshallen. B ouing Leipziger Straße, am Dönhoffsplay. Täglich bis 30. September: Norddeutsche Sänger Stürmischer Heiterfeitserfolg von Eingezogen oder: Reservistenfreuden. Dazu zum 128. Male: Die Ulfparodie: Alle fünf Barrisons. Anfang Sonntag 37 Uhr.- Entree 50 Pf. ** Puhlmann's Vaudeville- Theater. Schönhauser Allee 148. Großes Brillant- Pracht- Feuerwerk. Spezialitäten- Programm. Anfang 4 Uhr. Enfree 20 Pf. Säle zu Festlichkeiten u. f. w. Theodor Boltz, Defonont. W. Pahr, 24 Nummern. Schlager auf Schlager. Anfang 4 Uhr. Arbeitsanzüge Benene. 112. Entree 30 Pf. Reserv. Play 50 Pf. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Charlottenburg. Sonntag, den 13. September 1896: Grosses Herbstvergnügen in„ Bismarckshöhe", Wilmersdorferstr. 39. Vokal- und Instrumental- Konzert. Theater. Vorträge. Tebende Bilder. " Typographia. Heute: Uebungsstunde( Arminhallen). 3026 Neu! Der Vorstand. Neu! Kaufmann's Variété und pinof Olinska COTTO Edison's Ideal! Neu! 810 dasds stingNew! Von der Reise zurück. J. Kallmann, Kaiser Wilhelmstr. 18, II. Ecke Münzstr. Sprechstd. für Zahnleidende von 8 Uhr vorm. bis 9 Uhr nachm. Achtung! 139 19 Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. 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Vortrag des Genoffen Dr. Joël über: Die moderne Entwickelung der Astronomie. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Nichtmitglieder haben auch Zutritt. 76| 18 Die Ortsverwaltung. Heute Abend bei Schöning, Köpnickerstr. 68: Sigung der Ortsverwaltung. Versammlung Montag, den 14. September, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Wilte, Andreasstr. 26: Gr. öffentl. Versammlung. Tagesordnung:„ Die Konkurrenz in unserem Gewerbe und wie treten wir derselben entgegen?" 2896 Der Einberufer: 2. Krause. im Restaurant u. Festsäle von J. Wernau für Berlin und Umgegend. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) General- Versammlung am Donnerstag, den 24. September, abends 8 Uhr, in z'schen Brauerei- Ausschank, Alte Jakobstr. 83. Zages Drdnung: Punkt 1. Vorlegung der Bilanz und Genehmigung derselben. Punkt 2. Verschiedenes. Bericht der 88/15 Schwedter- Strasse 23/24. Genossenschafts- Bäckerei für Berlin u. Umg. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht) pro 1895 96. Bilanz Konto. Aktiva. Den Vereinen, Klubs, Gesellschaften 2c. empfehle ich meine auf das eleganteste eingerichteten großen u. Kleinen Säle u. Vereinszimmer von 80, 100, 200 bis 500 Personen fassend, zu Versamm lungen, Sigungen, Arbeitsnachweisen, An Waaren- Konto Hochzeiten und Festlichkeiten jeder Art. 2 verdeckte Kegelbahnen. J. Wernau. 59152* Danksagung. " " " " " Für die vielen Beweise der Theil nahme bei der Beerdigung meines ge liebten Mannes, des Gastwirths Carl Scheibe, sage ich allen Freunden und Bekannten meinen tiefgefühlten An Dank. 2916 Frau Scheibe nebst Kindern. des Verbandes deutscher Zimmerleute mittenwalderstr. 40, ( Zahlstelle Berlin) 3 Stuben, Küche, Zubehör 1. Okt. 96 zu am Sonntag, den 13. September cr., vormittags 10 1hr, vermiethen. in den ,, Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Friedeberg über: Werth der Statistit für die Arbeiter. 2. Neue Regelung des Kassenwesens. 3. Abrechnung vom 14. Stiftungsfest. 255/7 Rameraden zeigt, daß Ihr treu zur Organisation steht und erscheint vollzählig, mache daher besonders auf den 2. Punkt der Tagesordnung aufmertfam. Der Vorstand. J. A.: Hermann Knüpfer, Berlin W., Golzftr. 17. Verband der Sattler und Tapeşirer Filiale( Bentrum). Wegen des Stiftungsfestes der Filiale II( Norden) fällt die Mitglieder Versammlung am 12. d. M. aus. Der Vorstand. 268/9 Verein z. Wahrung d. Interessen sämmtlicher auf Holz- u. Kohlenplägen, sowie Gasanstalten Berlins und Umgegend beschäftigten Arbeiter und Kutscher. 2 374 10 Per Kreditoren- Konto. 699.04 Passiva. · •. " 10 160,88 # Afzept- Konto. Genossenschafter Konto 4 039 39 Kassa- Konto Utensilien- Konto Maschinen- Konto Debitoren- Konto. Gewinn- u. Verlust- Konto Debet.. 13 314 65 641 79 31 229 85 Gewinn- u. Verlust- Konto. 10 pt. Abschreibung auf Utensilien Per Waaren- Konto • 1 128 99 " " desgl. auf Maschinen 448 82 • " Unkosten- Konto Verlust- Konto 41 101 37 " 42 679 18 Unkosten- Konto 8 956 90 22 000272 95 131 229 85 Kredit. 41 132 32 905 07 641 79 142 679 19 Es haften 755 Genoffen mit 1050 Antheilen für einen Betrag von 57412 5250 M. Freiwillig ausgeschieden sind 28 Genossen mit 55 Antheilen. Der Kaffenumfaß hat im Geschäftsjahr 1895/96 in Einnahme Mühlenstr. Nr. 8, 178 877,76 m., in Ausgabe 178 178,72 Mt. betragen. nahe Oberbaum, sind vom 1. Oktober eine Wohnung von 2 Stuben u. Küche und eine Wohnung von 1 Stube und [ 5829L Küche billig zu vermiethen. Der Verwalter. Möbl. Schlafft. für Herrn, Pr. 7 M., Grimmstr. 34 H. 2 Tr. b. Silakowski. Einnahme. Bestand am 1. Juli 1895 Erlös für Brot Fußmehl. Pferdedung Pferde " " " Teere Säcke " " " " " 301b " Holzkohlen Utensilien. Mehi " Möbl. Schlafft. zu vermiethen NeuKölln am Wasser 4 III. Kreuzbergstr. 12, Werkstatt mit Lagerplatz f. Tischler od. and. Gew. sof. f. 320 M. zu verm. Näh. Wirth. Arbeitsmarkt. Lohnenden Verdienst erwerben sich rührige Herren aller Berufsarten durch Sonntag, den 13. September 1896, nachmittags 6 Uhr, Acquisition von Feuerversicherungen in bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44: Versammlung. Tages Ordnung: Berlin und Vororten für alte folide Feuerversicherungs- Gesellschaft, die die höchste Erwerbs- u. Abschlußprov. zahlt und noch besondere Vortheile gewährt. 1. Vortrag. 2. Diskussion. 8. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Auf- Off. sub A. Z. Poftamt 8, Taubenstr. nahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. 42/20 Um zahlreiches, pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Konst. Purschke. Möbelpolirer. Sonntag früh 71/2 Uhr: Dampfer- Ertrafahrt nach Schmödwith. Person 75 Big. intl. Tanz. Billets find Blumenstr. 38 und Oranienstr. 197 zu haben. 290| 10 Allgemeiner Verein der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands, Filiale Berlin. Sonntag, den 13. September 1896, vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Babiel, Rosenthalerstraße 57: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Die Lebenshaltung des Proletariats". Referent: Genoffe P. Jahn. 2. Verschiedenes. Allseitiges Erscheinen dringend nöthig. Der Vorstand. Bauanschläger Berlins und Umgegend. Oeffentliche Versammlung 1964 am Sonntag, den 13. d. Mts., vormittags 10% Uhr, bei Buske, Grenadierstraße Nr. 33. W Tages Ordnung: 1. Berichterstattung des Gewerbegerichts- Beisigers Otto Schenker. 2. Bericht des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission und Neuwahl eines solchen. 8. Gewerkschaftliches. 34/14 Die Kollegen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Delegirte Alb. Bergau, Frankfurterstr. 129. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 13. September, vormittags 102 Uhr, im Lokale des Herrn Wilke, Andreasstr. 26. 1. Vortrag. Tages Ordnung: Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 31| 18 Gäste willkommen. Achtung! Der Vorstand. J. A.: Fritz Krüger. Maurer. Arbeitsburschen, von 14 bis 16 Jahren, verl. Grussan& Heinrich, Engel- Ufer 1b u. Andreasstr. 82. 2826 Tüchtige Stuhlbauer, auch für Polsterstuhlgestelle, finden dauernde Beschäftigung. * H Fr. A. Schütz, Leipzig. Hofmöbelfabrik. Simsmacher, • 52- B. Fuhrwert an Fourage 544 95 C. Unfosten: Komtoir Ausgabe. . 12 003 74 7 057 4 580 8 930 14 71725 233 05 . 1 690 11 A. Löhne an Bäcker 154 199 40 • 217 35 " " Rutscher Verwaltung. 1 883 65 " Schmied 91 Sattler. " 26 85 Stellmacher 293 05 442 60 187 25 185 04 47 92 576 70 14 199 25 Beleuchtung 521 21 Maschinenbetrieb 466 90 B Annoncen u. Reklame 21640 Gericht u. Anwalt 146 79 190 98 16 021 08 119 14 Zurückerstattete Gerichtstosten Vermiethete Räume Baare Darlehen 348 58 178 877 76 Bäckerei. Trinkgelder. Aufsicht. • Zinsen u. Darlehn Steuern Diverse Miethen B D. Waaren: Mehl 897 44 5 191 60 Rollgelb 861 Invaliden u. Krt.-R. 481 59 114 602 15 Salz. Holz Utensilien 837 80 2 722 90 822 62 Die Bilanz liegt im Romtoir, Müllerstr. 34, zur Einsicht aus. Der Vorstand. 178 178 72 A. Schweizer. K. Petersohn. Große Berliner Schneider- Akademie, System Ruhn, feit 1880 im Rothen Schloß, befindet sich vom 1. September an in den mit allem Comfort der Neuzeit ausgestatteten Prachträumen des Hohenzollernhauses Berlin W., Leipzigerstr. 117 118. Gründliche Ausbildung in der Herren, Damen- und Wäscheschneiderei. Neue Kurse am 1. und 15. jeden Monats. Lehrbücher zum Selbstunterricht. Unentgeltlicher Stellennachweis. Prospekte gratis. 5505L Die Direktion. jirka 50 Mann, werden bei Beltener R. F. Mittelstädt, Berlin N., Brunnenstr. 152. Lohntarif sofort verlangt und finden dauernde Beschäftigung auf Mücke's Werke, Lindow i. d. Mark, Bahnstation. Fahrpreis hin u. zurück 2,20 m. Züchtig. Räderspanner b. hohem Lohn und dauernder Beschäftigung sof. verlangt. Att.- Ges. vorm. J. Mehlich, 293b Sophienstr. 21. Nieter verl. Gutmann& Meyer, Mendelssohnstr. 2. Barock- Vergolder u. Farbigmacher auf Leisten fof. verl. 3ander, 300b Schönebergerstr. 27. Panachekrauserinnen verl. 294b Nawrazki, Wallstr. 24. Federboa- Arbeiterinnen verlangt Nawrazki, Wallstr. 24. 295b Schildermaler verl. Matthies, Wilhelmstr. 180. 292b Zentral- Arbeitsnachweis der Töpfer Deutschlands, Berlin, Rosenthalerstr. 57. 4 unverheirathete Ofenseger erhalten in der Umgegend von Berlin sofort Arbeit. 196/15 Geübte Belegerinnen auf GoldLeiften f. Werkmeister, Brunnenstr. 194. Achtung! Sonntag, den 13. September, vorm. 10% thr, im Feenpalast, Burg- und Wolfgangstraßen- Ecke: Gr. öffentl. Generalversammlung der Maurer Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Berliner Maurer zur Auflösung der Lohnkommission resp. Neuwahl Derselben. 2. Die Mißstände auf Bauten und wie ist denselben am wirksamsten entgegen zu treten. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Kollegen. Die Lohnkommission der Maurer Berlins. 181/7 ist aus passenden Kräutern abdestillirt bea fördert vorzüglich die Ver daung und regr. besonders den Appetit an. RFMittelstädis Original Lowenbiler ist In Fl. Mk.0,60. 1,10.& 1,80 Im Ausschank und in Flaschen überall zu haben. Den geehrten Vorständen der Vereine zur geft. Kenntnih, daß der Saal in Kaufmann's Variété, Königsfolonnaden 3, zu Matineen und sonstigen Vergnügungen, unter Mitwirkung der Mitglieder meiner Spezialitäten- Bühne, zur Verfügung steht. Gute Küche u. bestens gepflegte Biere. Medicin. Ungarwein 4303L beste Qualität, à Literflasche 2,10 M., 5 Literfl. 9,25 M. Alter Portwein und Malaga( Bajarele) à Fl. 1,50 M. 10 FI. 13,50 M. Medic. Panillac( abgelagerter Bordeaux) à Fl. 1,50 m. 10 l. 14,-m. Ananas- Bowle, Pfirsich- Bowle à Fl. 3/4 Liter 60 Pf. Eugen Neumann& Co., Belle- Alliancepl. 6a. Neue Friedrichstr. 81. Oranienstr. 8. Genthinerstr. 29. Potsdam Bäckerstr. 7. Charlottenburg: Kaiser Friedrichstr. 48. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.