Morgen- Ausgabe Nr. 603 A296 49. Jahrg. Ri>dakt— 1870 war vom Geiste der modernen Arbeiterbewegung nur wenig berührt. Diese große Bewegung ist keineswegs über Nacht geworden. Erst nach jahrzehntelanger geistiger Vorbereitung ist ihr der Durchbruch in die Massen gelungen. Daran zu erinnern ist nicht unnütz in einer Zeil, in der sich jeder Kleinbürgertumult für eine geschichtliche Bewegung ausgibt. Es ist leicht, zwischen einer platten Demagogie und versinkenden Mittelschichten eine Partei- politische Verbindung auf Zeit herzustellen. Aber es war eine ungeheure Aufgabe, von den höchsten geistigen Höhen zu den tiefsten sozialen Tiefen die verbindende Brücke zu schlagen und damit d i e Fundamente zu legen für den Bau einer neuen Welt. In dem Hause des Vaters, des Lokomotivführers Bernstein, waren weder das Kommunistische Manifest, noch die Schriften Ferdinand Lassalles zu finden, und es war mehr ein Zufall, daß eines Tages in einem unpolitischen Verein, dem der junge Bankangestellte angehörte, der Sozialdemokrat F r i tz s ch e über die Ziele seiner Partei sprach. Es war kein Zusall, daß der Funke in Eduards empfänglicher Seele zündete. Was ihn damals in die Reihen der Sozialdemokratischen Partei Eise- nacher Richtung führte, war nicht Klassenbewußt- sein, sondern rein menschliche Solidarität mit den Ausgebeuteten und Unterdrückten. Es war der Sinn für Gerechtigkeit, Freiheit, Menschlichkeit, der den tiefsten Grundzug seines Wesens bildete bis zu seinem letzten Atemzug. Dem Bruderkrieg zwischen Eisenachern und Lassalleanern folgt in Gotha l87S die erste Einigung. Drei Jahre später führte ihn das Sozialistengesetz zu den Verbannten in der Schweiz. Hier erlebt er. als Redakteur des„Sozialdemokrat" in vorderster Reihe kämpfend, das Heldenzeitalter der Partei. Hier aber auch gründet er seinen geistigen Lebensbund mit Karl Kautsky, und hier erst wird aus dem Eisenacher der Marxist. Man tut der Größe von Marx und Engels keinen Abbruch, wenn man feststellt, daß der Marxismus ein Geistesschatz für wenige geblieben wäre, ohne die Arbeit von K. Kautsky und Ed. Bernstein. Ihnen erst ist es gelungen, mit den geistigen Energien, die in dem Werk von Marx und Engels aufgespeichert waren, eine polttifche Massenbewegung zu speisen. Das ging nicht ohne Umschaltungen und Reibungen. Doch sollten die großen Konflikte erst später kommen. Marx und Engels erlebten sie nicht mehr. Zwei Jahrzehnte hat Eduard Bernstein im Exil verbracht: das erste in der Schweiz, das zweite in England. Dieses zweite Jahrzehnt brachte den Streit um den Revisionismus. Der mutige Vorstoß, den Bernstein unternahm, war weder in seiner Absicht ein Angriff auf den Marxismus, noch war er es in seiner Wirkung Die künftigen Geschichtsschreiber werden feststellen können, daß in diesem Streit der Marxismus von seiner Kraft nichts einbüßte, viel- mehr an Kraft noch gewann. Sollte die große Lehre nicht zum Dogma entarten, so bedurste sie der Bewegung, und wie der Erdboden, um Frucht zu tragen, von Jahr zu Jahr gepflügt werden muß, so bedürfen auch die großen Wahrhetten der Menschheit von Zeit zu Zeit der pflügenden Kraft des Zweifels, um fruchtbar zu bleiben. Und noch ein anderes kann an dieser Stätte, wo jeder Streit ruht, ausgesprochen werden: In jenem Kampf für und gegen den Re- visionismus gewann die Partei ihre gegenwärtige Gestalt. Sie blieb die Partei der marxistischen Methode und der Demokratie im Gegen- satz zu einer Partei des marxistischen Dogmas Arbeitsbeschaffung gefährdet! Unerfiilldare Bedingungen für die Gemeinden— Die Bürokratie sabotiert Gestern hat Herr G e re ke, Reichskommissar für die Arbeitsbeschaffung, sein Programm be- kanntgegeben. Der Hausbesig erhält zu all den bereits eingesteckten Liebesgaben ein neues Ge- schenk von SO Mill. Mark. Außerdem werden 500 Mill. M. Reichskredtte für die öffentliche Ar- beitsbeschaffung zur Verfügung gestellt, für die als Kredttnehmer in erster Linie die Gemeinden in Frage kommen. Wieweit dabei die nicht in An- spruch genommenen Steuergutscheine verwandt werden, konnte Gereke noch nicht sagen. Darum und über die Bedingungen der Kreditaufnahme der Gemeinden kämpft er noch mit dem Finanz- und dem Wirtschaftsministerium und der Reichs- dank. Allem Anschein nach wird aber erwogen, den Gemeinden überhaupt keine Steuer- g u t s ch e i n e zu geben, so daß die Gemeinden den ganzen für die Arbeitsbeschaffung aufge- wandten Betrag zurückzuzahlen hätten— und in dieser Richtung scheint die Bürokratie der ge- 150 Glimmen Mehrheit Bau! Boncours Erfolg in der Kammer Eigener Bericht des„Vormärts" Paris, 22. Dezember. Die französische Kammer hat der Regie- rung Paul Boncour mit 365 Stimmen gegen 215 Stimmen bei einigen Enthaltungen das Vertrauen aus- gesprochen. Die Mehrheit beträgt somit 15« Stimmen. (Siehe auch zweite Seste.) nannten Stellen von der Privatwirtschaft scharf gemacht zu werden. Dadurch wird auch das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Schleicher- Kabinetts charakterisiert als ein Kampsprogramm der kapitalistischen Wirtschaft gegen die Gemeinden. Anderthalb Milliarden wurden der Privat- Wirtschaft als Steuergeschenke gegeben, und 700 Millionen wurden als Einstellungsprämie bereit geHallen, aber die Unternehmer machten keine „private" Arbeitsbeschaffung. Jehl sollen die Gemeinden mit Krediten die Wirtschaft an- kurbeln durch Vergebung hoher Aufträge: sie aber müssen die Lasten tragen— und die Steuergulschsine bleiben weiterhin der Privat- Wirtschaft reserviert, die sowieso die Gewinne aus den Gemeindeaufträgen einsteckt. Geradezu skandalös ist die Subventionspolitik gegenüber dem Hausbesitz, der in we- Niger als einem Jahre 103 Millionen in bar und 23S Millionen an Steuergutscheinen erhielt, aber nur die Barsubventionen wurden zu Reparatur- arbeiten verwandt, die den Substanzwert und die Renten des Hausbesitzes erhöhen müssen. Will man ernsthast glauben machen, daß die Gemeinden, die heute ihre fälligen Kredite nicht zurückzahlen, die fälligen Tilgungs- und Zinsen- betröge für ihre laufenden Schulden nicht auf- bringen können, daß sie eine neue Schulden- last von einer halben Milliarde über- nehmen können? Ist nicht in fast allen preußischen Städten die Neuaufnahme von Schulden, ja selbst die Bezahlung von Rechnungen für ausgeführte Arbeiten von den staatlichen Aufsichtsbehörden ver- boten worden? Die Umschuldung der kurzfristigen Gemeindekredite ist vor mehr als einem Jahre von der Reichsregierung versprochen worden, ohne daß bisher etwas in dieser Richtung geschehen ist. Und dann sollen die Gemeinden neue Schulden über- nehmen! Dieser finanzpolitische Unfug wird geradezu zu einem unerhörten Schlag gegen den kam- munalkredit, gegen die Kommunalwirtschaft überhaupt, wenn zur Tatsache werden sollte, was uns von wohlinsormierter Seite mitgeteilt wird: daß nämlich diesen ueuen Arbeits- beschaffungskrediten der Vorrang vor allen an- deren Schulden eingeräumt werden soll. Das wäre nicht nur ein Verbrechen an der Ge- meindewirtschaft, nicht nur ein unerhörter Ver- stoß gegen Treu und Glauben, der alle Gläubiger von Äommunalkrediten aufs höchste erregen würde, das wäre eine glatte Sabotage der Arbeits- beschaffung überhaupt. Denn unter diesen Be- dingungen wäre es von jeder Gemeinde finanz- wirtschaftlich unverantwortlich, diese Kredite in Anspruch zu nehmen. Aus alledem geht klar hervor: das Schleicher- Kabinett(oder wenigstens die verantworllichen Leute im Finanz- und Wirtschaftsminifterium) sind so privatwirtschastlich eingestellt. so feindselig gegenüber den Ge- m e i n d e n, daß sie in ihrer Verblendung selbst das öffentliche Arbeitsbeschaffungsprogramm ge. sährden. Aber Arbeitsbeschaffung ist das Gebot des Tages: darum muß sofort die Ausgabe der Steuergutscheine als Beschäftigungsprämien eingestellt werden. Der entsprechende Betrag ist den Gemeinden zur Verfügung zu stellen, ohne Zinsen und möglichst auch ohne Rückzahlungsoerpflich- tung! Sonst kommt es überhaupt nicht zur Ar- beitsbeschaffung durch die Gemeinden. und der D i k ta t u r, die später entstand, und sie blieb damit die wirklich marxistische Partei, denn ein marxistisches Dogma ist ein Widerspruch in sich selbst. Im Jahre 19l)1 hatte eine Amnestie— eine Seltenheit in jener Zeit— den Einundfünfzig- jährigen in sein Vaterland zurückgebracht, das er als Achtundzwanzigjähriger verlassen hatte. Ed. Bernstein ist aber aus England zu uns ge- kommen, nicht um sanftere Mechoden des Kampses zu predigen. Eher könnte man das Gegenteil behaupten. In einer Zeit nämlich, in der in der Partei die Erinnerung an das Sozialistengesetz noch stark nachwirkte, und noch die Parole galt: Genossen, laßt euch nicht pro- pozieren! Die Reaktion will schießenl in jener Zeit rief er zu Straßendemonstrationen für das gleiche Wahlrecht in Preußen auf. Jetzt war die Partei wirklich zur Massenbewegung geworden, ihre Stimmenziffern stiegen von Wahl zu Wahl, unerschüttert aber standen die Wälle der Reaktion— da kam der Krieg! Nach dem deutsch-französischen Krieg hatte den Einundzwanzigjährigen sein Gefühl für Gerechtig- keit zu den Cisenachern geführt. Mußte ihn nicht jetzt seine eigene Lehre vom Verhältnis der Arbeiterklasse zum Staat diesmal auf die andere Seite führen; auf die Seite derer, di« die Kredite bewilligten? Wie auf jeden von uns stürmten auch auf ihn die einander widersprechendsten Gedanken. Ge- fühle und Vorstellungen ein. Auch er sah die Gefahr, in der Deutschland schwebte, aber er sah auch die widerlichen Exzesse eines aufgepeitschten Nationalismus. Er sah den bar- barischen Uebermut voreiliger Siegeszuversicht, gegen den sich alles in ihm empörte. Als der Internationalste von uns allen empfand er noch stärker als wir andern den Weltkrieg als einen echten Bruderkrieg. Und so ward aus dem Weltkrieg dann auch ein Bruder- krieg zwischen deutschen Sozialisten und Proletariern, und dieser Bruderkrieg ging un- glücklicherweise weiter, auch nachdem die Mächte längst Frieden geschlossen hatten. Eduard Bernstein, der den Streit zwischen Cisenachern und Lassalleanern und dann die Einigung in Gotha miterlebt hatte, fand als einer der ersten den Weg zur Einheit zurück, um dann als Patriarch der wiedergeeinten Partei die Liebe und Verehrung aller zu genießen. Mit welcher Freuds empfing die Redaktion des„Vorwärts"' ihren alten Mitarbeiter; mit welchem Stolz sah die geeinte Reichstags- fraktion, die Berliner Stadtverordnetenfraktion ihn in ihrer Mitte! Und so blieb er alsParlamen- tarier, als Journalist, als Redner rüstig schaffend im Dienste des Sozialismus und des Proletariats, bis ihm die wachsende Last des Wers die nie erstrebte Ruhe auszwang. Und dann ist er ganz still von uns gegangen! Eduard Bernstein lebt njcht mehr! Es ist seine rührende Greisengestalt, die dieser Sarg umschließt; ein zu Ende gelebtes Leben, das sich tm Dienste einer großen Sache restlos erschöpft hat. Ach, wie wenig ist der Flamme geblieben, und wie viel bleibt uns! Flamme empor! Herzen empor! Genossen! Laßt uns noch einmal zeugen für diesen Mann, der einer der opfermutigsten, selbst- losesten Kämpfer für die Sache des Proletariats und des Sozialismus gewesen ist; für diesen Mann, der das Rüstzeug unserer geistigen Kämpfe geschmiedet hat, für diesen großen Vor- kämpfer eines neuen Zeitalters und einer neuen Menschheit. Wer gelebt hat, wie dieser, stirbt niemals ganz! Sein Werk wirkt in weltgeschichtliche Weiten. Sein Geist ist lebendig überall, wo die arbeitende Menschheit kämpft gegen das Elends- joch des Kapitalismus, gegen geistige Unfreiheit. Er ist lebendig überall, wo Jugend unker roken Fahnen marschiert. Eduard Bernstein, du guter Führer und Kamerad, zieh hin! Dein sei der Frieden! Unser aber— in deinem Geist«— der Kamps! Genosse Vliegen: „Im Namen der Sozialistischen Ar- beiter-Jnternationale bin ich gekom- men, um zu Ehren unseres toten Freundes Eduard Bernstein einige einfache Worte des Abschieds zu sprechen. Cr ist einer der wenigen Pioniere, die uns noch aus der Heldenzeit des Sozialismus ge- blieben waren. Er hat die ganz schweren Zeiten durchgemacht, und gerade in diesen Zeiten wurde er emporgehoben zu einem Kämpfer der lebte und wirkte, um den Sozialismus gegen alle Gefahren zu schützen. Wahrlich, als Mensch hatte er nicht dos Aussehen eines Kämpfers, und man kann sich ihn nicht mit der Waffe in der Hand vorstellen. Und doch war er ein Kämpfer! Er verachtete die Waffen der Barbaren, denn sein Schwert war der Geist. Durch diesen Geist aber hat er Un- endliches zur Schulung der Arbeiter aller Länder beitgetragen. Sein Einfluß war nicht auf Deutschland be- schränkt, er ergoß sich über die ganze Welt. Seine Schriften sind in viele Sprachen über- seht worden und für das. was er uns gab. danken wir alle aus allen sozialistischen Parteien der Welt unserem Eduard Bernstein. Der sogenannte Revisionismus war kein Vor- stoß gegen den revolutionären Kampswillen des Sozialismus. Nein, er schlug die Brücke zwischen diesem Kampswillen und der Notwendigkeit demo- Boncoms RegiemngskrWmng krampt um den Etatausgleich— Regelung der Kriegsschulden und Abrüstung Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 22. Dezember. Das Kabinett Paul Loncour stellte sich am Donnerstagnachmittag dem Parlament vor. In der Kammer verlas der Minister- Präsident die Regierungserklärung, deren wort- laut in einem am vormittag stattgefundenen Ministerrat festgelegt worden war. Die Abgeordnetenbänke und Tribünen waren stark beseht. Die wichtigsten Stellen der ziemlich umfang- reichen Regierungserklärung lauten:„Die Regie- rung verhehlt sich keineswegs die Schwierigkeilen, unter denen sie zu kämpfen haben wird. Unter außerordentlich heiklen Umständen war eine Ministerkrise ausgebrochen. Weder das Prestige des gestürzten Ministerpräsidenten noch die Poli- tik, die er vertrat, sind in irgendeiner Weise be- rührt worden.(Beifall links.) Ein vielleicht übertriebener, aber sehr ehrenwerter Gewissens- Zweifel ließ es dem Ministerpräsidenten jedoch als unmöglich erscheinen, dem Wunsche aller derer nachzukommen, die ihn wieder in der Leitung der Staatsgeschäfte sehen wollten Wie der Präsident der Republik sind der neue Regierungschef und seine Mitarbeiter der Meinung gewesen, daß über eine ernste, aber vorübergehende Meinungsoer- schiedenheit hinweg die aus den Wahlen hervor- gegangene Mehrheit die Pflicht hätte, dem die Stirn zu bieten, was das Interesse des Landes verlangt.(Beifall links.) Die Zusammensetzung unseres Ministeriums legt Zeugnis von unserem Willen nach Kontinuität ab. Diese Kontinuität ist nicht nur eine berechtigte und herzliche Hui- digung für das Werk des Ministerpräsidenten Herriot; sie erscheint uns auch als notwendig, um die Autorität der Minister über die Dienst- stellen, die sie zu verwalten haben, aufrechtzu- erhalten. Die Wiederherstellung der Staatsautorität in einer Demokratie, die der Ausdruck des Volks- willens ist, wird eine unserer Richtlinien, der erste und wesentlichste Artikel unseres pro- gramms sein. (Beifall auf allen Bänken.) Wir werden, wenn uns Zeit gelassen wird und trotz aller Kämpfe, die wir bestehen müssen, die kühnen Reformen durchführen, für die uns die Wähler gewählt haben.(Großer Beifall links.) Zunächst müssen die Finanzen saniert, muß das Defizit beseitigt und der durch das Mißverhältnis zwischen öffentlichen Ausgaben und den Erträgen der Unternehmungen in Bruch gegangene Ausgleich des Budgets wieder hergestellt werden. Energische Einsparungen sind notwendig und unvermeidlich. Alle Länder, die leben wollen. haben sie durchgeführt. Die Methode und die Höhe dieser Einsparungen werden wir später bekanntgeben. Für dieses Werk werden wir getreu unseren Grundsätzen an die Mitarbeit der Parlaments- ausschüsse und auch an die betreffenden Personen selbst, d. h. an die Beamten und Kriegsteilnehmer apvellieren. Denn wir erklären sofort, daß wir außer gemeinsamen Opfern, die alle Bürger bringen müssen, ständige Ersparnisse nur in der Reorganisation der Verwaltung, in der Ab- schaffung der unnützen Beamtenstellen und in der Vereinfachung des Mechanismus finden. Für den Augenblick werden wir nur ein provisorisches Bud- get für den Monat Januar verlangen. Die zweite unserer wesentlichen Ausgaben ist die Regelung der Kriegsschulden. Mit derselben Ossenheit sind wir der Ansicht, daß die Umstände und die Kompliziertheit der gegen- wärligen politischen Lage in Amerika uns be- stimmen, die Verhandlungen mit einer äußersten Vorsicht zu führen. Ihre Richtung wird durch das Votum der Kammer vom 12. Dezember angegeben. Seit diesem Votum, das sofort der amerikanischen Re- gierung mitgeteilt worden ist, ist glücklicherweise ein Kontakt mit Amerika aufrechterhalten worden, und wir sind dankbar dafür, daß in Washington ernschafte Anstrengungen unternommen worden sind, um die Schwierigkeiten beizulegen. Wir werden die Verhandlungen mit dem festen Willen führen, eine Gesamtlösüng vorzubereiten, die der Unordnung ein Ende macht, d>e die Lasten der Regierungsschulden für die allgemeine Wirtschaft- liche Gesundung nach sich zieht. Die Krise ist nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch psychologischer Art, und sie ist auf die internationale Beunruhi- gung, auf die M-ßverständnisse und Rivalitäten zwischen den Völkern zurückzuführen. Die vorige Regierung hat sich mit Erfolg darum bemüht, die Abrüstungskonferenz von der Ungewißheit und der Langsamkeit zu befreien, an denen sie zu scheitern drohte, wir werden diese Arbeit fortsehen. Ein konstruktiver Plan, der m präziser Form die notwendige Verbindung zwischen Ab- riistung und Sicherheit herstellt und sich nicht eines dieser Ausdrücke bedient, um den anderen zu be- seitigen oder auf die lange Bank zu schieben, ist eingebracht worden. Wir werden ihn verteidigen. Ein wichtiges Ergebnis ist bereits erzielt: die Rückkehr eines großen Staates zur Konferenz, dessen Gegenwart notwendig rst, um, den zu vereinbarenden Abkommen, den Garantien und der Kontrolle, die seine Folge sein müssen, ihre volle Wirksamkeit zu geben. Wir werden darüber wachen, daß man nicht aus der loyalen Anerkennung einer Gleichberechtigung in der Gleichheit der Pflichten und in einer posit ven Organisation der internationalen, zum mindesten europäifchen Sicherheit Folgerungen zieht, d-e auf eine mit den Zielen der Konferenz und den ,zne- densverträgen nicht zu vereinbarend« Wieder- aufrüstung gerichtet sein würden."(Großer Beifall links.) lieber die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit heißt es in der Regierungserklärung:„Wir werden das von dem Arbeitsminister schon vollbrachte Werk weiter ausbauen, um in wirksamster Weise die unschuldigen Opfer zu unterstützen, die das Recht hatten, von ihrer Arbeit zu leben, und die infolgedessen auch das Recht haben, an die Solidarität der Nation zu appellieren. Zu gleicher Zeit werden wir uns um die Prüfung der Mittel kümmern, die eine bessere Verteilung der Arbeit erlauben und die Wirkun- gen einer Krise abschwächen, die die Entwicklung des Maschinismus zu verlängern droht, wenn die Organisation der Arbeit nicht der Technik der Produktion angepaßt wird. Dlese Mittel müssen nach unserer Ansicht auf internationalem Gebist gesucht werden. Wir werden der vorbereitenden Konferenz, die im Januar in Genf stattfindet, unsere kräftige Mitarbeit gewähren. Wir sind andererseits davon überzeugt, daß es für die Organisation und Rationalisierung der Produk- tion unter Achtung der Rechte aller dringend notwendig ist, Kollektivverträge auszuarbeiten, die geeignet sind, den allgemeinen Interessen zu dienen, und dem Landeswirtschastsrat den Platz einzuräumen, den er in der Wirtschaft haben muß. wir werden natürlich an keines der Gesehe rühren, die der Well der Arbeil eine größere Unabhöngigkeil, Gerechliakeil und Sicherhell verschaffen. Ebenso werden wir sorlsahren, durch eine Gleichberechtigung beim Unterricht allen Kindern des Volkes die unbegrenzten Möglichkeiten des Wissens zu eröffnen. Dieses sind unsere unmittelbaren Ziele, wir bitten heute um ihr Vertrauen. Die Regierungserklärung wurde bei den Radi- kalen und Sozialisten mit Beifall aufgenommen. Di« Kammer trat sofort in die Debatte ein. krätischer Taktik. Er brachte den Sieg der demo- kratischen Methoden, die nachher von allen Län- dern fast eingeschlagen wurden. Bernsteins Ver- dienst ist es, daß diese Brücke geschlagen wurde, ohne daß große Spaltungen eintraten. Sie wur- den erst durch den Krieg und seine Folgen ge- bracht. Seinen Gedanken bleibt die Zukunft, und im Namen der Internationale danke ich Eduard Bernstein für sein Leben, in dem Kampf und Ar- beit früh einsetzten und spät endeten. Wir haben viel von ihm gelernt, und auf immer ist ihm die Dankbarkeit der Internationale sicher." Vliegen schloß seine Rede mit einem besonderen Gruß der Partei seiner Heimat, der niederländi- schen sozialistsschen Arbeiterpartei, auf die Bern- steins Wirken einen großen Einfluß ausgeübt hat. Im Namen der„Sozialistischen Monatshefte" widmet ?eul Kempkkme�er dem taten Freunde herzliche, tiefgründige Wort« des Abschieds. Im Namen der Soziali st ifchen Partei Frankreichs nimmt Genosse Grinnbedb das Wort. Er rühmt den Lehrer, der sein persön- licher Freund war und dem er tiefste Be- wunderung und ehrlichste Dankbarkeit zollt. „Wäre", so ruft er aus,„unser großer Jaurzs nicht 1914 von uns genommen, er stände heute hier, um dem toten Eduard Bernstein zu huldigen und seinen Mut, seine Kühnheit und seine Klug- heit zu rühmen." Grumbach weist dann darauf hin, wie notwendig und aktuell es fei, sich in die Werke eines Bernstein und Kautsky zu»ertiefen, und schildert dann den Menschen Bernstein, der von tiefster innerlicher Heiterkeit erfüllt war. Das war er, wie IaurKs ja auch gesagt, daß die Menschen Freude brauchen. Grumbach würdigt dann die Arbeit Bernsteins, dem der Krieg schmerzlichstes Erlebnis war, für eine Verständigung zwischen dem deutschen und dem französischen Volke, die eine der wichtigsten Vorbedingungen für den Frieden und den Sozialismus ist, und schließt mit den Worten:„Es war ein Leben, wert, gelebt zu werden." Unsere Arbeitersänger lassen das Lied„Ein Sohn des Volkes" erklingen. Die„Litanei" von Schubert folgt. Die Hunderte haben sich erhoben. Die Kampffahnen neigen sich, und der Sarg ver- sinkt... Ireuerknnllgelzitngen Der Parteivorstand hat weiter folgende Tele- gramme erhalten: Wir trauern mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands um das Ableben Eduard Bernsteins, des unermüdlichen Vorkämpfers des Sozialismus. Sein Name ist für immer mit der Geschichte der Arbeiterbewegung verbunden, seine Arbeit diente in ihren letzten Zielen den G e» werkschaften ebenso wie der Polftik; deshalb wird auch die freie Angestelltenbewegüng immer feiner gedenken. Berlin. A f A- B u n d, * Die tschechoslowakische Sozialdemokratische Ar- beiterpartei bedauert herb den schweren Verlust, den die Sozialdemokratische Partei Deutschlands und das große internationale Proletariat durch den Tod eines der größten Führer der internatio- nalen Sozialdemokratie, des Genossen Eduard Bernstein, erlitten hat. Prag. Hampl. Dundr. * Die Exekutive der La b o u r Party betrauert mit euch den Verlust ihres lieben Freundes und Genossen Eduard Bernstein. Immer haben wir ihn als einen der unseren betrachtet, er selbst war ein Verbindungsglied zwischen der deutschen und der britischen Sozialdemokratie. London. Henderson, Parteisekretär. * Mit tiefem Bedauern höre ich von dem Heim» gang des Genossen Eduard Bernstein. Im Namen des Generalrats des Gewerk- schaftskongresses bitte ich, diesen Ausdruck unserer ernsten Sympathie an den Vorstand der Sozialdemokratischen Partei weiterzuleiten. Bern- stein,— der wegen seines Wirkens für die Partei aus seinem eigenen Vaterlande verbannt war— hat eine lange Zeit in England gelebt. Dies und die Tatsache, daß sein Leben ein langer Kampf für Frieden und Freiheit gewesen ist, wird sein Gedenken auch bei der organisierten Bewegung unseres Landes allzeit wach erhalten. London. Walter M. Citrine, Generalsekretär. Die Amnestie in Kraft Weitere Haftentlassungen Nachdem die politischen Staatsanwaltschaften die Haftsachen erledigt und auch die Strafvoll- streckung in den Fällen inhibiert haben, in denen die Verurteilten die Strafe noch nicht angetreten haben, befaßten sie sich gestern mit der Ein- stellung der noch schwebenden Ver- fahren, darunter auch solcher, in denen bereits der Eräffnungsbeschluß ergangen ist. Die nicht politischen Sachen werden von den Staatsanwalt- schaften noch eifrig bearbeitet. Die kleinen De- likte, deren Verursachung durch wirtschaftliche Not klar auf der Hand liegt, machen im großen und ganzen keine Schwierigkeiten; anders dagegen die sogenannten Wirtschaftsverbrechen. Hier muß festgestellt werden, ob die wirtschaftliche Not das Primäre war und die strafbaren Handlungen nur deren Folge, oder ob die wirffchaftliche Not bloß durch das strafbare und kaufmännisch unkorrekte Verhalten des Geschäftsmannes herbeigeführt worden ist. Die Entlassungen aus den Gesäng- nissen dauern indessen an. So wurden gestern der zu 114 Jahren Gefängnis verurteilte Reichs- bannerkamerad Be s ch(Nauener Landfriedens- bruch) aus dem Gefängnis entlassen. Der zu einem Jahr Zuchthaus wegen Körperverletzung aus politischen Mottven verurteilte Reichsbanner- mann Stock— er soll einem Nazi ein« Pistole abgenommen haben—, hatte seine Strafe zum Glück noch nicht angetreten. Vor mehreren Tagen bereits wurden ganz unerwartet die 17 Königs- wusterhausener Reichsbannertameraden aus der Untersuchungshaft entlassen, anscheinend gleich- falls angesichts der bevorstehenden Amnestie und der damals ,ju erwartenden Aufhebung der Anti- Terrornowerordnung. Der Freiheit wiedergegeben wurde gestern auf telegraphische Anweisung des Oberreichsanwalts der zu 18 Monaten Gefängnis wegen Verrats militärischer Geheimnisse verurteilt« Herausgeber der„Weltbühne", Karl von O s s i e tz k y; er hat von seiner Strafe bereits 714 Monate verbüßt. lieber das Schicksal der Reichsbannerkameraden Rothe, Teichmann und Schmidt wird, wi« bereits berichtet wurde, erst heute entschieden werden. Im Falle R o t h e hat die Staatsanwaltschaft aus eigener Inittatioe die Strafkammer zur Entscheidung angerufen; es ist zu erwarten, daß diese zugunsten Rothes ausfällt, um so mehr als in verschiedenen gleichliegenden Fällen die an- deren Staatsanwaltschaften für die Verurteilten günstige Entscheidungen berits getroffen haben. Bei den Reichsbannerleuten T e i ch m a n n und Schmidt ist die Haftentlassung von der Staats- anwaltfchaft abgelehnt worden: der Vertei- diger Rechtsanwall Joachim hat deshalb von sich aus richterliche Entscheidung beantragt. Keine Auslieferung Suplngwens. Diesen chine- fischen General auszuliefern, hat der Söwjetbot- schafter Trojanewski in Tokio abgelehnt und sich weitere Verhandlungen oerbeten, zumal die Sowjetunion mit„Mandschukuo" oiplomatisch« Beziehungen nicht unterhatte. Teuerung zu Weihnachten I�oasumvsrslae protestieren gegen die Butterbeimlschungspläne Friede auf Erden! In Hamburg verUbten die Nazis neue Terrorakte. .'f1 Der„soziale" Reichskanzler von Schleicher macht seine Versprechen an die Großagrarier wahr, daß noch vor Weihnachten die Butterpreise durch einen Butterbeimischungszwang zur Mar- garine in die Höhe getrieben werden sollen. Die Notoerordnung über den Beimischungszwang, die auch inlandisches Schmalz einbezieht und ebenso eine Kontingentierung sBegrenzungi der inländi- schen Margarineproduktion vorsieht, liegt dem Reichspräsidenten schon zur Unterzeichnung vor. Mit diesen Maßnahmen setzt sich die Reichs- regierung. die nach der Pfeife der Großagrarier und Hugenbergs tanzt, in schärfsten Gegensatz zu den. notleidenden Massen. Diese erhalten mit den Attplänen eine Weihnachtsbescherung, die den wahren Geist der Schleicher-Regierung deutlich enthüllt. Was die Fettpläne bedeuten, zeigt der vom Z e n tr a l v e r b a n d deutscher Konsum- vereine Hamburg bei der Reichsregierung eingelegte Protest. Die Konsumvereine weisen mit Recht darauf hin, daß die Matznahmen für die Landwirtschaft eine sehr zweischneidige Waffe werden. Denn für viele Konsumenten, die heute noch ungern Margarine kaufen, werden die Hem- mungen wegfallen, wenn der Margarine 25 Proz. Butter beigemischt wird. Auf diese Weise könnte es dahin kommen, daß der Margarinekonsum steigt und der Butterkonsum weiter sinkt. Die Spihenqualiläien der Margarine würden nach der Schätzung der Konsumvereine um eiwa 20 Pf. pro Pfund durch den Leimischungs- zwang verteuert werden, so daß die jetzigen Spihenqualitälen(Sanella) von SZ Pf. bis auf 80 bis 85 Pf. pro Pfund steigen würden. Ganz besonders gefährlich aber seien die mit dem Beimischungszwang oerkoppelten Pläne einer Kontingentierung der Margarine- i n d u st r i e, gegen die von den Konsumvereinen auf das schärfste protestiert wird. Die GEG. hat jetzt ihre große Margarinefabrii nahezu fertig, bei der im Februar 1930 der erste Spatenstich geleistet wurde. Sämtliche Maschinen sind bereits angeliefert und befinden sich in der Montage. Die GEG. müßte daher auch im Interesse der Verbraucher bei einer etwaigen Kontingentierung unbedingt ihre Einschaltung verlangen. Unbe- schadet dessen setzen die Konsumvereine jeder Kon- tingentierung grundsätzlichen Widerstand entgegen, weil diese die Inzucht in einer Jndustriegruppe fördert und immerhin Anlaß zu Monopol- tendenzen gegeben hat. Die Lage ist bei der Mar- garineindustrie besonders gefährlich, weil der holländisch-englische Margarinetrust über 70 Proz. der deutschen Produktion beherrscht, so daß hier von vorherein schon fast ein Monopol gegeben ist. Auch würde bei einer Kontingentierung die Industrie versuchen, die geringeren Margarine- qualiläten— die von dem Leimischuugszwang nicht betroffen werden sollen— im preise zu erhöhen, was dann aus dle Aermsten der Armen zurückschlägt. Heute gibt es Pfundpreise von 25 Pf. für die geringsten Qualitäten, an deren Aufftockung der Margarineindustrie sehr gelegen ist. Ueber den volkswirtschaftlichen Unfug der neuen Fettpläne siehe auch den Wirtschaftsteil. Kriegsopferkritik Der Reichsbund gegen Schleicher Im„Reichsbund", dem Bundesorgan der größten K'riegsopferorganisation Deutschlands, er- fährt die Rundfunkrede des Reichskanzlers von Schleicher folgend« Beurteilung: „Wenn der neue Reichskanzler etwa beab- sichtigt, den Geist und das System der kaiser- lichen Armee der Vorkriegszeit auf unser ge- samtes politisches und öffentliches Leben und besonders auf die Sozialpolitik zu übertragen, dann können wir ihm nur das berühmt ge- wordene Wort des ehemaligen Berliner Polizeipräsidenten und Kapp-Rebellen v. Iagow in empfehlende Erinnerung rufen:„W i r warnen Neugierige." Leider hat auch der neue Reichskanzler es nicht für nötig erachtet, auf die Lage der Kriegsopfer einzugehen und sich darüber zu äußern, welche Maßnahmen er zu ergreifen gedenkt, um die Not derer zu lindern, die für den Bestand des Reiches Leben und Gesundheit geopfert haben. Der Bundesvorstand teilt weiter mit, daß er den Reichskanzler vor seiner Rundftinkrede auf die Notlage der Kriegeteilnehmer noch besonder� hin- gewiesen hatte. Trotzdem hat Herr von Schleicher geschwiegen. Ist nicht auch dies ein Beilrag zum Kapitel „Kämeradfchaft"? PRODUKTION Die schluchzende Fraktion An den Wassern Babels saßen wir und weineten. Psalm 137, 1. Herrn Otto S t r a ß e r, dem Bruder Gregors, und seiner„Schwarzen Front" überlassen wir die Gewähr für die Richtigkeit der folgenden Schilderung aus der nationalsozialistischen Reichs- tagsfraktion: Nach kurzer,„gemütvoller Ansprache Hitlers, der mit tränenerstickter Stimme immer wieder ausrief: „Daß er mir das antun konnte! Gerade jetzt! Das hätt' ich nie für möglich gehalten!—" sank der gute Schauspieler„völlig gebrochen" auf einen Stuhl— und weinte. Und vor chm stand Göring, mit beiden Hän- den die Hand des Führers greifend, und d i e Tränlein liefen ihm über die dicken Backen. Daneben schluchzend Herr Brückner und — Krokodilstränen, seid gelobt— Dr. Goebbels mit weißem Taschentuch. In zweiter Reihe Herr Bernhard Kuß, von einem Weinkrampf geschüttett, und Herr Heines, wüste Drohungen gegen Straßer aus- stoßend. Im Hintergrund hörte man Streichers sonore Stimme: „Der treulose Hund, der Straßer! Unserem Fichrer solches Leid zuzufügen." I�acht! Und dazwischen drängte und schob sich die Schar der erstaunten, empörten, verdatterten, ratlosen Mannen, von denen nur Reventlow mit seinem mokanten Gesicht und Kaufmann und Koch mit ihren roten Köpfen auffielen." Otto Straßer behauptet, 35 Zeugen aus der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion an der Hand zu haben, um sich die Richtigkeit seiner tränenreichen Darstellung bestätigen zu lassen. Boncours soziales Bekenntnis Die Rammerdehatte.— Sozialistische Sympathiekundgebung Eigener Bericht des„Vormärü" Paris, 22. Dezember. (Fortsetzung von der zweiten Seite.) In der anschließenden Debatte grift der frühere Kriegsminister verschiedener Rechtsregierungen, O b e r st F a b r y, die neue Regierung an und fragte u. a.: Was werde Frankreich tun, wenn die Konferenz scheitert und Deutschland dann sein Prinzip der Gleichberechtigung in die Tat umsetzt, was es übrigens schon seit langem mache. Ueber die geheimen Rüstungen Deutschlands fei ein Aktenstück vochan- den, das allen Kanzleien und Generalstäblern be- kannt ist. Wenn Deutschland mit erhobener Stirn m Genf austrete, so sei das der Fehler Frank- r e i ch s, weil es niemals das Aktenstück geöffnet habe. Man habe ihn, den Redner, als einen An- Hänger der Wiederbesetzung des Rheinlandes hin- gestellt. Darauf antworte er, daß die Wieder- besetzung des Rheinlandes zu einem neuen Kriege führen würde. Aber er füg« hinzu, daß Frank- reich, solange der gegenseitige Beistand nicht organisiert wird, st a r k bleiben müsse. Auf eine Rede des Nationalisten Marin, der die Zusammensetzung der Regierung im Hinblick auf das Kammervotum über die Schuldenfrage kritisiert, antwortet Paul Boncour dem Interpellanten mit einer Rede, die auf der Linken, besonders bei den Sozialisten, stürmischen Beifall fand. Der Minister- Präsident erklärte, die bisherige Mehrheit sei durch das Votum über die Schuldenzahlung nicht zerschmettert worden und deshalb habe er sich bei der Bildung des Ministeriums van der politi- schen Auffassung leiten lassen, die sich aus der Auf- rechterhaltung dieser ständigen Mehrheit ergebe. Er habe der sozialistischen Partei die Beteiligung angeboten, und zwar nicht nur aus reiner Höflichkeit. Nichts wäre für ihn ermutigenderer gewesen, als sie er- halten zu haben. Er bedauere seine G e st e nicht und er bleibe von der Gerechtigkeit einer Mstarbest der Sozialisten überzeugt. Nur die gegenwärtige Finanzlage scheine ihm die Vertagung der von der Sozialistischen Partei ge- wünschten Reformen, die er persönlich billige, zu gebieten. Die Wiederherstellung der Autorität des Staates sei nach seiner Ansicht notwendig, ohne daß da- durch die Entwicklung der Gewerk- schaftsbewegung gehemmt werden solle. (Lebhafter Beifall bei den Sozialisten.) Der demokratische Staat müsse sich von den Direktiven der organisierten Arbeiterschaft inspirieren lassen. Das sei eine Auffassung vom modernen Staat, ohne die man die großen sozialen Reformen nicht durchführen könne. (Erneuter Beifall bei den Sozialisten.) Dann äußerte sich Paul Boncour zu den von dem Abg. F a b r y aufgeworfenen Fragen. In der Abrüstungspolttik Herriots, so erklärte er, sei eine Kontinuität und Festigkeit festzustellen, die selbst Fabry bis zum Abschluß des Fünf- Mächte-Abkommens nicht verkannt habe. Um diese Handlung zu beurteilen, müsse man sich die Frage vorlegen, ob die Rückkehr Deutsch- lands zur Konferenz nützlich sei. Die Anwesenheit Deutschlands auf der Konferenz sei für den Frieden eine Erwägung erster Ordnung. In dem in Genf zu vollendenden Werk sei eine allgemeine Kontrolle vorgesehen, die auch auf Deutschland angewandt werden solle. Die deutschen Geheimrüstungen, von denen Fabry ge- sprachen habe, seien in den Akten aller Regie- rungen erwähnt. Warum haben diese nicht ge- handelt?(Lebhafter Beifall links.) Weil sie Texte enthalten, die gewissermaßen ihre» ruhigen Inhalt verlieren, weil man den Artikel 213 des Versailler Verttages nicht angewandt habe und weil die einseitige Kontrolle nicht möglich ist. In bezug auf das S chu l d e n pr obl c m werde die Regierung das Votum der kommer achten, aber auch alles hm. um eine Wiederannäherung an Amerika zu ermöglichen. Die Regierung werde dabei in Uebereinfiimmung mit den Parlamentsausschüssen vorgehen. Näheres könne er darüber nicht sagen. In bezug auf die anderen Fragen bitte er die Kammer darum, die Regierung nach ihren Hand» l u n g e n zu berurteilen.(Lebhafter Beifall links und in der Mitte.) Der Kammerpräsident verlas dann die einzige von dem Radikalen Hulin eingebrachte Resolution, die der Regierung das Vertrauen der Kammer für die Fortsetzung der Politik des Friedens, der wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufrich- tung, der Verteidigung der Landwirtschaft, des sozialen Fortschrittes und der Laiengesetzgebung aussprach. Schließlich gab Leon Blum im Namen der Sozialistischen Fraktion«ine Er» klärung ab. Das Vertrauensvotum, führte er aus« das die Fraktion der Regierung geben werde, drückt eine Sympathie und ein« Hoffnung aus, die durch die Regierungserklärung bereits einen Anfang von Genugtuung erhalten hatte. Trotz aller gegenteiligen Behauptungen hegt die Sozialistische Partei keinen Groll gegen- über dem Ministerpräsidenten, dessen Aufrich- t i g k ei t er anerkenne. Paul Boncour tritt heute in die Reihe der Regierungs» chefs, die ihre staatsmännische Er» ziehungbeidenSozialistenerhalten haben. Er flöße den Sozialisten mehr Stolz als Bitterkeit ein. Der Ministerpräsident habe erklärt. Erbe einer Regierung zu sein, bedeute, aus Ihrer Erfahrung Nutzen zu ziehen. In den letzten Monaten hätten die Kräfte des sozialen Konservativismus gegen die Regierung Herriot gekämpft. Er, der Redner, glaube, daß diese Erfahrungen nützlich seien und daß der Ministerpräsident begreifen werde, daß Verhandlungen mit diesen Kräften vergeblich sind. Paul Boncour scheine auf die Absicht, die Beamtengehälter zu kürzen, verzichten zu wollen und er beglückwünsche ihn dazu. Wenn in einigen Wochen die Finanzpläne der Regierung ausgereift feien, werde er die Unterhastung mit dem Ministerpräsidenten wieder aufnehmen und dann feststellen, was die Erklärungen Paul Bon- cours über gewisse soziale Probleme in Wahrheit bedeuten. Aus allen diesen Gründen bleibe die Sozia» iistische Partei bereit, die Führung bei diesem noch kühneren und damit noch wirksameren versuch zu übernehmen.(Lebhafter Beifall links.) Die Kammer nahm darauf die Vertrauens« rcfolution mit 365 gegen 215 Stimmen an und vertagte sich bis Dienstag. wegen der Tränengasanschläge in Wien sind bis jetzt 26 Aufbauwillige verhaftet. Es wurde festgestellt, daß auch in einem anderen Haus am Sonntagnachmittag Tränengas ausgeströmt ist. Wahrscheinlich sind dort die übrig gebliebenen Tränengasbomben vernichtet worden. Einig« deshalb Verdächtige wurden festgenommen. 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Unter dem Druck der Arbeitsmarktlage hat sich der Reich- arbeitsminister Schäfser dazu aufgerafft. der Forderung der Gewerkschaften entgegenzu- kommen. Er brachte in einem von ihm an die zuständigen Ministerien des Reichs und Preußens gerichteten Schreiben mit erfreulicher Deutlichkeil zum Ausdruck, daß die von den Gewerkschaften erhobenen Beschwerden über die Arbeitszeit in oeu Krankenpslegeanstalten berechtigt seien und Abhilfe geschaffen werden müsie. Bei aller Würdigung der Geldlage der Provinzialoerwaltungen und Gemeinden müsse berücksichtigt werden, daß die Verordnung über Arbeilszeft in den Kranken- Vom Gesamtverband wird uns ge- schrieben: In der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom Mittwoch wird in dem Artikel„Arbeit und Arbeftszeit" mitgeteill, daß zur Zeit im Reichs- arbeitsministerium über eine Verkürzung der Ar- beitszeit in den Staatsbetrieben VerHand- lungen stattfinden. Dazu ist folgendes zu bemerken: Der Begriff„Staatsbetriebe" ist sehr dehnbar. Sollen dabei nur die Arbeiter gemeint sein, die in den V e r w a l t u n g s d i e n st st e l l e n des Reiches und der Länder beschäftigt sind, dann wäre die Einführung der 4c>-Stunden-Woche für diese Betriebe ei» wirtschaftlicher Schildbürgerstreich. Denn dadurch würden Hoffnungen erweckt, die sich niemals erfüllen würden. In den Reichs- und Staatsbetrieben sind zur Zeit etwa KZMXI Personen beschäftigt. Davon arbeiten heute schon mindestens 40 Prozent verkürzt oder sind sogenannte nicht vollbeschäftigte Arbeiter (Reinemachefrauen usw.). Würde also die Arbeits- zeit bei den n o ch in Vollarbeit stehenden Arbeit- nehmern des Reichs und der Länder auf 4l> Stun- den herabgesetzt werden dann würde dadurch die Zahl der zur Neueinstellung gelangenden Arbefts- kräfte außerordentlich gering sein: zumal wir leider die Erfahrung gemacht haben, daß Ent- lossungen, die in den letzten Jahren in den Reichs- und Staatsbetrieben allzu häutig durchgeführt wurden, immer nur dazu geführt haben, die Be- legschaft zu vermindern, daß man aber nie neue Arbeitskräfte eingestellt hat. Wenn in den Reichs- und Staatsbetrieben Ar- beitskräfte gebraucht werden, dann nimmt ma» ausschließlich Versorgungsanwärter: die armen Teufel, die seit Jahr und Tag aus Arbeit warten, werden nicht berücksichtigt. Darüber hinaus muß aber auch noch folgendes beachtet werden: Wird die Vierzigstundenwoche pflegeanstaften vom Jahre 1924 schon weitgehend auf die BesonderHeften der Arbeitsverhältnisse in diesen Anstalten Rücksicht nehme, indem die W-Stunden-Woche als Höchstarbeit- zeit an Stelle der für die ü rigen Arbeitnehmer gruntsätzlich geltenden 48-Stunden-Woche vorgesehen worden sei. Es müsse unbedingt daraus geachtet werden. daß die 60-Stunden-Woche nun nicht auch noch überschritten werde. Zu starke Personaleinsparun- gen könnten sich in der Folge als falsche Sparsamkeit erweisen. Ständig über- arbeitete Personen würden frühzeitig erwerbs- unfähig und verursachten dann vorzeitig Ruhe- gelderkosten. Längere Dienstzeiten der beamteten und karitativ tätigen Personen seien auch des- halb bedenklich, well sie einen Anreiz dazu bieten könnten, die im freien Arbeitsverhältnis tätigen Krankenpflegepersonen aus ihren Stellen zu ver- drängen. Es müsse eine Kürzung der über- mäßig langen Dienstzeiten vorgenommen werden, weil dadurch die erwünchte Wirkung der Reu- « i n st e l l u n g einer gewissen Anzahl von Pflegepersonen und damit eine Entlastung des Arbeitsmorktes eintreten würde. Was geschah? Bei den nachgeordneten Stellen ist jedes Eingehen auf die Wünsche des Reichs- eingeführt, dann schwanken die Löhne der un- und angelernten Reichs- und Staatsarbeiter(und das ist das Gros der Beschäftigten) zwischen 18 und 24 Mark pro Woche. Hier ist also eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich einfach unmöglich Werden hier die Reichs- und Staatsarbeiter unter ein Aus- nahmerecht gesetzt, müßte man mit den vielen Millionen, die jetzt nutzlos an Unternehmer ver- pulvert werden, auch einmal helfend eingreifen. In den Heeres bekleidungsämtern wird feit Monaten schon zum Teil nur noch 32 Stunden gearbeitet. Trotzdem wird dort durch alle möglichen Maßnahmen versucht, den Ge- dingeverdienst weiter herab zudrücke» und die Ar- beiter zu immer höheren Leistungen anzutreiben. Hier müßte das Reichswehrministerium oeranlassen, daß durch solche Erpressungsmaß- nahmen der Arbeitsmarkt nicht noch stärker be- völkert wird. Dasselbe trifft auch für die Einsührung neuer Maschinen zu. Gewiß, Reichs- und Staats- betriebe sollen technisch nicht rückständiger sein als Privatbetriebe: aber ob diese übertriebenen Rationalisierungsmaßnahmen ausgerechnet in der gegenwärtigen Zeit durchgeführt werden müssen, möchten wir doch sehr bezweifeln. Im übrigen sind wir der Meinung, daß die in dem Artikel des „Vorwärts" zum Ausdruck gebrachte grundsätz- liche Stellungnahme für die Einsührung der Vierzigstundenwoche für alle Arbeitnehmer auf gesetzlicher Grundlage eine der Möglichkeiten ist, um endlich aus dem Elend der Arbeftslosig- keit herauszukommen. Allerdings, zwingt man nicht gleichzeitig aus dem Wege der Gesetzgebung das Unternehmertum, für die ausgefallenen Arbeits- stunden auch Arbeitskräfte einzu- stellen, dann bleibt selbst die gesetzliche Herab- arbeitsministeriums nicht nur unterblieben ja, man hat häufig gerade das Gegenteil von dem getan, was der Minister empfohlen hafte. Wenn die Minister etwas anordnen, was sich gegen die Ar.eiterschaft richtet, dann sind die Landes-, Kreis-, Provinzial- und Gemeinde- Verwaltungen stets gehorsame Diener. Dann wird, vielfach mft unerhörter Rücksicht- losigkeil jeder Wink von oben befolgt. Will aber wirklich einmal ein Minister etwas für die Arbeiter tun dann streiken weiter unten die maßgebenden Stellen. Wie aber wäre es, wenn die Regierung die finanziellen Druckmittel, von denen sie zur Durchsetzung sozialdemokratischer Forde- rungen gern Gebrauch macht, einmal anwenden würde, um einem das öffentliche Wohl gefähr- denden Zustand— auch noch im Gesund- heitswesen!— ein Ende zu machen? Die Regierung will Arbeft beschaffen? liic rboftus, hic salta! Herr Reichskanzler, Sie haben sich in Ihrer Rundfunkrede einen sozialen General ge- nannt. Darf man von Ihrer militärischen Energie erwarten, daß Sie hier durchgreifen werden? setzung der Arbeftszeit ein Schlag in die Luft. Denn dann geht der Unternehmer dazu über, seine Maschinen rascher lausen zu lassen, und der Ar- beiter, der heute schon im Betriebe steht und eben- falls seit Iahren vielleicht ein verkürztes Ein- kommen hat, ist leicht geneigt, aus feinem Körper noch mehr herauszuschinden. SS geht also! 40»LttiiikIeiiwocIie mit Lohnausgleich Die bekannte holländische Türenfabrik E. Lruyn- Zeel n. Söhne in Zaandamm(Provinz JlordhoUand) ging infolge lebhafterer Beschäftigung zur Vierzigstundenwoche über. Zu gleicher Zeil hat sie den Stundenlohn von 7Z ans 78 Eent erhöht. Der Uebergang von der 48- Stunden-Woche aus 40 Stunden Wochenarbeitszeit ermöglicht die Wiedereinstellung einer ganzen Anzahl von Arbeitern, die früher wegen Arbeitsmangel entlassen werden muhten. Die Direktion erklärte, sie halte die Verkürzung der Arbeitswoche für unerlählich-, die Verkürzung müsse sowohl naftonal wie international erfolgen. 3n England hat der Verkehrs- und Fabrik- arbeiterverband mit einer Zarben- und Tintenfabrik in Wolverhampton eine Vereinbarung über die Einsührung der Vierzigstundenwoche getroffen. Die Fabrik hat ihren Betrieb völlig umgestellt und ihre Arbeitsmethoden rationalisiert. Die Umstellung be- drohte eine größere Anzahl von Arbeitern mit Entlassung. Man will diese Entlassung durch die Einführung der Vierzigstundenwoche, und zwar unter Aufrechterhai tung des Lohnes, der früher für eine 47stündige wöchentliche Ar- beitszeit gezahlt wurde, vermeiden. Textilkonflikl beendet Eigener Bericht des„Vorwärts" Am Montag kündigte die Betriebsleitung der Kammgarnspinnerei Delmenhorst de» Ring- spinnerinnen und Zwirnerinnen zum 27. Dezem- der und gab zugleich bekannt, daß von diesem Zeitpunkt ab die von den einzelnen Arbeiterinnen zu bedienende Spindelzahl erhöht werden soll. Zugleich sollte der Gang der Maschinen verlangsamt werden Daraus traten die in der zweiten Schicht beschäftigten Zwirnerinnen und Ringspinnerinnen in den Streik wodurch auch andere Betriebsabteilungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Durch Verhandlungen der Vertreter des Textll- arbeiterverbandes mft der Firma gelang es, ver- schiedcne Streitpunkte zu klären und auch die Wiederein st ellung der inzwischen Ent- lassenen sicherzustellen. Wegen der Mehrbedienung von Spindeln soll bis zum 27. Dezember durch Verhandlungen Klarheit geschaffen werden. In einer Versammlung am Sonntag wurde dem Er- gebnis der Verhandlungen zugestimmt und die Arbeitsausnahme beschlossen. Die„Rote Fahne" glaubte aus Anlaß dieses Streiks den„reformistischen Gewerkschaften" wieder die üblichen demagogischen Vorwürfe machen zu müssen. Zu ihrer Beruhigung wollen wir jedoch zur Kenntnis bringen, daß zum Glück für die Delmenhorster Textilarbeiter die NGO. bei diesen Differenzen nichts zu melden hafte. Wilhelm de? LeIie freiwillig �ahlt er nicht Kürzlich mußte der Landarbeiter B. gegen Wilhelm den Letzten, der Herr der G u t s v e r- waltung Golzow im Oderbruch ist, klagen, weil ihm die Wegezulage nicht ausgezahlt werden sollte. Der Kläger, der in einem entfernt liegenden Ort wohnt, hat diese zu beanspruchen. Der Vertreter des armen Gutsbesitzers wendete vor dem Arbeitsgericht gegen die Klage ein, daß man dem Kläger ja gesagt habe, bei Anspruch auf die Wegezulage könne er keine Arbeit erhalten! Schon in anderen Terminen gab es in der gleichen Angelegenheit Klagen vor dem Arbeits- gericht, doch ohne Erfolg für die Kläger, well diese unorganisiert waren Wilhelm wurde diesmal aber zur Zahlung der Wege- zulage verurteilt, weil es sich um einen organisierten Arbeiter handelte, der als Tarifkontrahent betrachtet wurde: der Tarif sei unabdingbar. Die„Wegezulage" die IHM auf Kosten der deutschen Steuerzahler gegeben wird, solfte doch mit dazu ausreichen, arme Landarbeiter, die auf seinen Gütern arbeiten, tariflich zu entlohnen. Sie müssen erst klagen, um zu ihrem Recht zu kommen. Lohn der Farbenglasmacher Wie berichtet, Holl der'Akbeltgdberverband der Tafelgla-hüften den Lohntaris für die handarbeitende Taselgla-industrie, die sogenannte Farbenglasindustrie, zum 31. De- zember gekündigt Die Verhandlungen zum Neu- abschluß des Vertrages sind wegen der maß- losen Abbauforderungen der Unter- n e h m e r gescheitert. Die Glassabrikanten be- harrten auf ihrer Forderung, die Akkordsätze, die seft dem Höchststand der Löhne im Jahre 1929 schon um 39 Proz. gesenkt worden sind, nochmals um 13 Proz. zu kürzen. Eben- so bestanden sie aus der Beseitigung der Rest- Vergütung für Wohnung und Feuerung, was einen weiteren Abbau der Verdienste der Farben- glasmacher um 6 M. pro Monat bedeuten würde. Die Parteien einigten sich dahin, die Beilegung des Lohnkonflitts einem Sonderschlich�er des Reichsarbeitsministeriums zu übertragen. Die Verhandlungen vor dem Sonderschlichter sollen im Januar vor sich gehen. Hierzu 2 Beilagen Arbeitszeit in Staatsbetrieben IVarnung vor Illusionen Der.Vorwärts" erlchernl wocheniägllch jmetmal. Sonntag» unl) Monl-gs einmal SUuftnerte Sonntagsbeilage«Olk unb Zeil" t«ejugspieile:«ocheiUlich rs Pf., monatlich 3,2;)-Iii(baoon 87 Pi monatlich tüt zufleUung in» fiaus) Im voraus»ahlbar. Postbezug 3,37 M einlchlie(jlich 60 Pi Postzeitung. und 72 Pf. Postbestell gebühren. Auslnndsabonnemen! 5,65 M. pro Monat: für Länder mit erntäfetgietn Drucksachenporto 4 65 M Bei A stall der Lieletung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten aus Ersatz, i Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeterzeile SO Ps. Reklame, elle 1,50 M.„Kleine Anzeigen" das iettgedruckte Wort 20 Pi jedes weitere Wort>0 Ps Rabatt laut Taris Worte Uber 15 Buchstaben zählen iiir zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. JJamilienanzeigen Millimeterzeile 16 Pf Anzeigenannahme im Hauptgeichä-l Lindenstr 3 wochenläglich von SVe bis 17 Uhr Der Verlag behält stch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I Perantwortlich für Politik: Rirbols BrenbemShI: Wirtschast: S Klingelhoier: Gewerkschaftsbewegung- J. Steinet- sseuilllion- Herbert Pev re: Lokales und Sonstiges: Fritz Karftädi: Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin. I Verlag: Borrvärts-Berlag©. m b. H. Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsansialt Paul Singer u Co Berlin SW 68 Lindenstr 3 WERTHEIM Zusendung von 5M on. Obst, Gemüse u.ieichtveraerbliche Artikel werden nicht zugesandt Frlsdies Flelsdi Kalbskammo. Beilage. PM. 0.48 Kalbsbrust a.RückenPld. 0.54 Mammel-Vorderfleisch 0.54 LammrücKen....... Pti 0.68 Ochsen-Suppenfleisch 0.48 Ochsen-Scnmorfleisch 0.72 Ochsen-Roulaae...Pfd. 0.84 Schweinebauch...Pfd. t. 66 Schweineschulter o. Big. 0.72 Schwe neschinken o.B. 0.74 Schweinekamm....Pfd. 0.74 Schweinekotelett..Pid. 0.78 Kavier frfeeb tzereuelr., Pfd. 0 68 Ochsertalg uegeL..Pfd. 0.24 Kalbskeu.e£0 ohne Haxe, Pfd. Lammkeule ohne Beilage, r» Obst Wal- u. Haselnüsse Pfd. 0.25 Paranüsse......... Pfd. 0.48 Apfelsinen....... 3 Pfd. 0.38 Mandarinen..... 3 Pfd. 0.64 Jaffa-Orangen---- 3 Pfd. 0 70 Feigen........ Pfd. 0.20 0.24 Datteln,..Karton od. Pfd. 0.38 Krachmandeln..... Pfd. 0.55 Traubenrosinen---- Pfd. 0 66 Frisch. Ananas Pfd. ▼. an 0.6 Tafeläpfel........ 2 Pfd. 0.35 Amankan. Äp'el..2Pfd. 0.45 Kaiiforn. Äpfel...3 Pfd. 1.00 Kiate ca. 45 Pfd. brutto 1 2 50* Rot- u. Grünkohl 3 Pfd. 0.10 Weihnachtsstsllen Stück von an Fisdie Kabeljaufilet Pfd. von u 020 Frischer Zander Pfd. an 0 38 Frische Karpfen Pfd. 0.S5 0.45 Leb. Spiegelkarpfen an 0.65 Nur Leipziger Str u, Koni Str.: Holl. Austern...10 Stück 1.80 Leb. Forellen..Pfd. v. an 2 00 Leb. Hummern Pfd. ▼. an 2.90 Geflügel, Wild Tauben..... Stück 0.58 0.78 Hühner friach... Pfd. 0.68 0.84 Brathühner... Pfd. 0.8: 0 98 Hafermastgänse..0.78 0.88 Enten frisch... Pfd. 0 93 1.08 MaStenten gefror.. Pfd. an 0.5b Hasen ccstr.u.auagew. 0.68 0.88 Kaninchen.... Pfd. 0.65 0.75 Blatt Rück. Keule Hirsch Pfd.».an 0.60 0.66 0.80 Billige Lebensmitiel Soweit Vorrat: Käse u» Fett Camembert»ollfett Schtl. 0.24 Blockkäse(Tilfliter oder Emmental. Art) 20%. Pfd. 0.46 Emmenlal. Art»f. 6 Port. 0.48 Tilsit, Steinbuscher»f. 0.68 Holländer. Edamer»ollf. 0.72 Schweizer bayr.,»ollf.. an 0.86 Geheimratskäse...Pfd. 0.95 Margarine........ 3 Pfd. 0.74 Kokosfett........ 3 Pfd. 0.88 Molkereibutter Pfd. 1.18 1.34 Marren- u. Dän. Butter 1.42 Räucherwaren Lachs in S.ücken. Pfd. V. an 1,20 Spickaale____ Pfd. von an 1.20 Frische TA Gänse Pfund t Pf. Kolonialwaren Olympia-Mehl s-Ptd-Bt 1.18 Rauhreu-Mehl S-Pfd.-Bt 1.3.' Sultaninen....Pfd. 0.24" Zitron:t Orangeat..Pfd 0.95 Mandeln mü...Pfd. 1.12 i.t Puddingpulver Pfd 0.38 0.60 Pflaumen..... Pfd. 0.28 0.42 Backobst gemweht 0.35 0.58 Aprikosen..... Pfd. 0 42 0.58 Kaffee gebr Pfd. 1.90 2.20 2.40 Wurst Dampfwurst....... Pfd. 0.75 Landleber- u. Jagdwurst 0.84 Mettwurst(B.Art).. 0.88 0.95 Wiener Würstchen Pfd. 0.95 Zervelat u. balami 1 03 1.15 Teewurstfeinen.grobe.Pfd. 1.18 Zervelaiwurst!. Fettdarm 1.18 Ech.e Rügw. Teewurst 1.93 Schmkensoeck i. St.. Pfd. 1.15 Nußschinken...... Pfd 1.!?a Lachsschinken..... Pfd. 2.10 Gänsebrust........ Pfd. 2. j Wein''iF1««;» ohne Glas 31 Sprenolg. Wiesberg 0.80 31 Liebfraumilch....... 0 95 30 MehnngerZellerberg 1.15 31 Gimmeldmger Ziegler 1,40 28 La Fleur Margaux....1.75 28 Chät. Mallerp!...... 1.50 30 Piesport.Taubengart 1.65 28 Rüdesh. Engerweg.. 1.80 26 Nulls Passe, outgrain 2.00 Spez. Cuvee, fem. Trauberackt mit Steuer u. Flaache...3.50 Halb U. Halb Bert Speriat. 3.25 Rum-Verschnut...457o3.70 Maikammer Ltr.0.95 SLtr. 4.50 Muskateller Lt» 1.10 bLtr. 5,25 Konserven Vi Oos« Gemisch.es Gemüse 5. 0.62 Kaiserschoten......... 1.20 Bruch-Spargel---- dünn 0.90 Stg.-Spargei..mittelatark 1.40 Pflaumen od. Apfelmus 0.48 Preiselbeeren........ 0.85 Erdbeeren............ 0.90 Ananas.............. 1,05 E R STE B E I LAGE VomWs FREITAG, 23. DEZ. 1932 Weihnachten der Eisenbahner Wie der Weihnachtsverkehr bewältigt wird Durch die besonderen Ermogigunge» der Reichs- bahn zu den Wcihnachtsseiertagen wird auch dies- mal der Verkehr um Weihnachten unü Neujahr herum recht erheblich werden. Schon am ersten Tag« der Gültigkeit der Sondersahrkorten mußten Extrazüge eingelegt werden und erfahrungsgemäß wird der 24. Dezember dann den Hauptansturm der Weihnachtsretsenüen bringen. Da jedoch selbst i» den höhergelegenen Gegenden bisher gänzlich unwinterliche Witterung herrscht, dürsten allerdings gerade die festgelegte» S p o r t s o n de r z ü g e— so nach dem Riesen gebirgc und nach Bayern— vielleicht wieder wie im Vorjahr zu«inen, Zuschußunternehmen wer- den. Dagegen wird der sonstige Reiseverkehr wohl kaum schwächer als vor einem Jahre sein. Bisher hat auch die Organisation gut geklappt. weil es an allen Bahnhofsschaltern ohne vor- herige Anforderung nach den größeren Stationen sogar vorgedruckle Rückfahrkarten gibt. Mein am 24. Dezember legt die Reichsbahn- direktion Berlin zu den 161 planmäßig absahren- den Zügen noch 58 Sonder-, zum Tell Parallel- züge ein. Davon geht die Mehrzahl noch dem Osten Deutschlands und noch Schlesien, aber auch der Westen wird verstärkten Verkehr haben. So gehen nach Frankfurt am Main und München je vier Ertrazüge. Bei einem dermaßen gesteiger- ten Verkehr werden an die Rcichsbahnverwaltung erhöhte Zlnforderungen gestellt und schon lange im voraus ist für alle vorkommenden Fälle Bor- kehrung getroffen worden, um einen geordneten Betrieb in jedem Fall sicherzustellen. ?lm stärksten wird in diesen Tagen selbst- verständlich das Eiscnbahnpersonol bean- sprucht. Durch die Ausbildung der Eisenbahner sowohl im Güter- als auch im Personenzugverkehr ist es jedoch möglich, zu jeder Zeit eine große Anzahl geschulter Kräfte zusätzlich einzusetzen. So werden in Berlin zur Weihnachtszeit, wo der Güterdienst nur sehr schwach ist, etwa 130 Leute aus dem Güterpersonal und zum Teil aus den Streckenarbeiterrotten zum Personenzugdienst ver- wendet. Außerdem steht insbesondere au« dem Schlesischen Bahnhof Rcservepersvnal in Dienst- bereitschaft, das nötigenfalls sofort einspringen. kann Diese Dienstbercitschaft wird mit 50 Proz. als Arbeitszeit angerechnet. Am Heiligen Abend unterwegs Insgesamt werden nur auf den Zügen, die Berlin am 24. Dezember verlassen, 1100 Beamte tötig sein, die wohl kaum zum Weihnachtsabend wieder zu Hause sein können. Nach Möglichkeit wird jedoch versucht, das Personal so zu ver- kellen, daß die Eisenbahner Weihnachten ebenfalls im Kreise ihrer Familien verbringen können. Des- halb werden die Züge aus Berlin zum großen Teil mit Schafsnern. Lokomotivsührern und Hei- zern von auswärts besetzt, damit diese bis zum Abend ebenfalls in ihrem Wohnort sind. Um- gekehrt werden die nach Berlin sahrenoen Züge mit Berliner Personal besetzt. Außerdem soll, wenn irgend möglich, jedem Eisenbahnbeamten ein Weihnachtstag frei bleiben. Dadurch verteilt sich der große Berliner Eisen- bahiwerkehr aus fünf bis sechs Eisenbahndirek- tionen und es ist intevesiant zu wissen, daß ein großer Teil der in Berlii� ansässigen Eisenbahner gar nicht hier angestellt ist, sonoern von aus- wärtigen Direktionen. Nur müsten sie hier in Berlin ihren Dienst antreten und oerlassen. Die Ueberstunden der Eisenbahner bei verstärktem Verkehr wie jetzt zu Weihnachten werden nicht geldlich entschädigt, sondern müsten in stillen Zeiten abgefeiert werden. Dabei ist ein solcher Dauerdienst bestimmt nicht leicht, gerade dann, wen» olle anderen Leute feiern und Ferien haben. Weibnucbten der Alten.., Im Saalbau Friedrichshain sind für 80 0 G ä st e die Tische gedeckt. Zählte man die Zahl chrer Lebensalter zusoinmen, so käme eine unnennbare Ziffer heraus. Es find die Alten vom Prenzlauer Berg, die von ihrem Be- zirksamt zu Gaste geladen wiirden. Wenigstens einmal im Jahr soll es ein bißchen bester fein, soll ein ordentliches Stück Fleisch auf dem Teller liegen. Dazu gibt es ein hübsches, künstlerisches Beiwerk. Aus der großen Bühne konzertiert die Kapelle, der Elternchor einer Schule singt heitere Volkslieder und eine Sopranistin bringt bc- kannte Arien zum Vortrag. In chrem Sonntags- staat sitzen die Alten da und lauschen� vielen von ihnen merkt man es an. daß sie nicht immer an ftemden Tischen sitzen mußten, um sich einmal richtig sattzuesscn. Das schwere, schwarze Taft- kleid da spricht von geübten Schneiderhänden. und die feingearbeitete Brosche, an der Greisinnen- singer ängsllich nesteln, ist vielleicht das Letzte der Habe. Jetzt erhellt und verschönt ein kleines Lächeln die leiddurchfurchten Gesichter, ein Clownpaar treibt seine Spähe, die Harnwnieboys singen teste Schlager, und die Hildebrandt-Iüngerinnen führen zierliche Tänze vor. Ein kleiner, farbiger Klecks im trostlosen Grau, ein Lichtstreifen im dämmerigen Dunkel. Schade, in früheren Iahren hing noch an jeder Stuhllehne ein nahrhaftes Wcihnachtspäckchen... ... und der.Jungen Weihnachtsfeier der 10. Abteilung G o. fundbrunnen in den A t l a n t i c s ä lc n. „Proletarische Weihnacht-Lichtfest-Wintersonnen- wende 1932" heißt es auf dem Programm. Den Märchentraum hat der Proletarier ausgeträumt, weil die Wirklichkeit doch gar zu anders aus sieht. lind so wanderte der alte Weihnachtsmann, den man ja schließlich mit der Zeit dach als Vater oder Onkel entlarvt hatte, in die Mottenkiste und man feiert Weihnachten in einer neuen und tieferen Bedeutung: Licht und festliche Freude sollen der Begeisterung und dem Kampfeswillen einer nach Daseinsrecht und Lebensfreude hungernden Menschheit Ausdruck geben. In sinn- vollen, von Lobo Frank geschriebenen Bildern sprachen die Jungen von heute— die S AI- Gruppe und die Roten Falken, Gruppe Gesund brunnen—, wie sie sich des Proletariers Weil, »achten denken. Dann gab's was für die Kleinen, die zu Hunderten dichtgedrängt dasaßen: Kasperles Leidensweg, weil er nicht mehr an den Weih- nachtsmann glauben will. Aber da hilft der dickste Stock nicht mehr, das Iungensgehirn ist nun mal aufgeschlossen, und Vernunft läßt sich nicht heraustrommeln. Als der kleine Ketzer aber dann des„frommen Onkels" höchst unfromme Gesinnung bloßlegte, ließen sich alle daheim die dem Geizkragen entrissene Wcchnachtsgans trefflich munden. Sprechchöre, Freiheits- und Waichcr- lieder, musikalische Darbietungen der Orchester- gruppe der SAI. ergänzten die eindrucksvolle Feier. Es konnten 4 00 Gäste, darunter über 200 Erwerbslose, reich beschenkt werden. Kleidungs- stücke, Spielsachen und vor allem viel, viel Nahr- Haftes war da ausgebaut. Für die Kinder gab es außerdem noch bunte Teller. An 1000 M. wurden für Geschenke eingesammelt, das will beute schon was heißen. Die Regie der hübschen Ausführung lag in den Händen von Rettor Riet von der weltlichen Schule Gotcnburger Straße. RaubilberfallaufGasag-Kasfenboten Die drei Räuber im Auto entnommen Ein tiaububerfail. der in den Einzelheiten feiner Ausführung an den Raub der BVG.- Gelder vor dem Charlottenburger Rathaus erinnert, wurde gestern nachmittag gegen>i3 Uhr aus einen fta ifenboten der Zlebenstellc der Städtischen Gaswerke fGafags in P a n- k o w verübt. Zwei junge Männer schlugen den Boten nieder, raubten ihm die Aktentasche mit etwa 500 Mark und entkamen mit einem von einem dritten Mann gesteuerten Auto. das mit laufendem Motor vor der Tür hielt. Der Ueberfallene erlitt mehrere Kopfverletzungen. Die Nebenstelle der Gasag in Pankow, Müh- l e n st r. 68, pflegt in den frühe» Nachmittags- stunden bei Büroschluß den Rest ihres Kasten- bestandes, soweit er nicht schon am Mittag abgc- liefert worden ist, zur nächsten Filiole der Stadt- bank bringen zu lassen. In der Regel wird dieser Auftrag von dem 64jährigen Kastenboten Leonhard N i n n i g ausgeführt, der den betreffen- den Betrag in einer Aktentasche bei sich führt. Diese näheren Umstände der Kastenablieferung müssen den Räubern genau bekannt gewesen sein, so daß sie ihren Plan darauf ausbauen konnten. Unmittelbar nachdem Ninnig den Büroraum ver- lasten hatte, erhielt er von einem Unbekannten, der offenbar auf ihn gewartet hatte, einen wuchtigen Schlag mit einem harten Gegenstand oder Schlagring über den Kopf, sodah er eine blutende Wunde davontrug. Trotzdem blieb der Ueberfallene noch soweit bei Besinnung, daß er seine Aktentasche festhalten und nach der Haustür laufen konnte, um die Straße zu erreichen. Kurz vor der Haus- tür trat ihm ober ein zweiter Mann, ein Helfers- Helfer des ersten, entgegen, versehte ihm noch einen Schlag ins Gesichl. entriß thnt die Aktentasche und beide sprangen dann in ein vor der Tür hallendes Auto, eine dunkelblaue oder dunkelgrüne Opel- oder Chev- rolet-Limousine, in der ein dritter Mann am Stüter saß. Im nächsten Augenblick sauste der Kraftwagen, dessen Motor während der Warte- zeit weiterlief, in rasender Fahrt durch die Flora straße in der Richtung Wollonkstrohc davon. Als Hausbewohner und Büroangeftellte der Gasag aus die Hilfcruse des Kassenboten herbeieilten, war es zu spät, um eine Verfolgung der Räuber auf, zu- nehmen. Ninnig, der am Schädel und über dem Auge blutende Wunden davongetragen hat, konnte über das Aussehen der Banditen fast gar keine Angaben machen. Auch die Nummer des Wagens tonntc bisher nicht festgestellt werden. Das Raubdezernat der Berliner Kriminal- Polizei hat die Untersuchung dieses neuen Raub? Überfalles aufgenommen. Für die Ergreifung der Räuber ist von der Direktion der Gaswerke eine Belohnuui van 300 M. ausgesetzt worden. Tolldreister Raub Am bellen Tag im duwelierladen Hannover, 22. Dezember. Mit einer Dreistigkeit, die trotz allem, was man in neuerer Zell schon erlebt hat, ihresgleichen sucht, wurde am Donnerstogvormittag der Raub eines Brillantjchmuckes im Werte von 20 000 M. ausgeführt.• Am Hause des Juweliers Richard Leoin an der SeUwinderftraße fuhren zwei Unbekannte in einem dunkelfarbigen Kraftwagen vor. Einer von ihnen sprang heraus, zerschlug mit einem in Papier gewickelten Backstein die groß» Schauscnsterscheibe des Ladens, riß mit größter Geschwindigkeit ein Tablett mit Brillantringcn heraus, und sprang wieder in das Zlutö. Ohne daß einer der vielen Pastan- ten der verkehrsbelebten Straße es zu hindern oermochte, fuhr der Kraftwagen in schnellstem Tempo davon, um die kostbare Beute, die einen Wert von etwa 20 000 M. hat, in Sicherhell zu bringen. Der durch das Zerschlagen und Zer- springen der großen Schausensterschcib« verursachte Lärm war so groß, daß er weithin vernehmbar war und die Leute aus den angrenzenden Straßen und vom Marktplag her zusammenströmten. Da aber Polizei nicht zur Stelle und die Erregung des im Laden befindlichen Geschäftspersonals so groß war, daß es vor Schreck nichts zu unter- nehmen vermochte, konnten die Täter entkommen. Das Auto trug die Erkennungszeichen 1 D 2881, das aus den Herkunst-bezirk Schleswig Holstein schließen läßt, falls es nicht gefälscht sein sollte. Rekord der Anfalle Fimk in 30 Minuten 3n den gestrigen Nachmittagsstmiden ereigneten sich sti einem Zeitraum von knapp 30 Minuten fünf folgenschwere Verkehrsunfälle. Sechs Personen mußten mit teilweise lebensgefährlichen Verletzungen de» nächsten Krankenhäusern zugeführt werden. In der B a d st r a ß e, im Norden Berlins, ge- riet um 17 Uhr der Postschaffner Hermann E rd- mann aus der Strelitzer Str. 72 mll seinem Fahrrad unter ein Lastauto und erlitt einen dreifachen Beinbruch und einen doppellen Schädel- bruch.— In der Köpenicker Straße stieß um 16.50 Ilhr ein L a st a u t o mit einem Motorrad mit Beiwagen zusammen. Der Führer des Motorrades, ein 28 Jahre alter Er- win Heinrich aus der Schneeglöckchenstr. 21 und seine Begleiterin, deren Personalien noch im- bekannt sind, wurden mll schweren Verletzungen bewußtlos ins Krankenhaus geschafft.— In der Hildegard st raße in Wilmersdorf fuhr ein Motordreirad mit einem Radfahrer zu- sammen. Der Radfahrer, ein 39 Jahre alter Ar- beiter Franz B i e l e ck e aus der Hauptstraße in Schönebera erlitt dabei einen schweren Schädel- bruch.— Die 12jährige Schülerin Erika S ch w e- r i ck e aus der Holbeinstr. 38 in Lichterfelde geriet am H i n d e n b u r g d a m m um 17.15 Ilhr unter die Räder eines Lastautos. Schwerverletzt wurde das Mädchen von der Feuerwehr fortgeschafft.— In der Potsdamer Straße wuröe um 17 Uhr eine 70 Jahre alle Frau angefahren. Die Greisin erlitt einen Armbruch. Sie fand im Elisabethkrankenhaus erste Hilfe. B e s t e I 1:11 n gen über 5. 00 Mark unter F 6 Baerwaid 001? werden prompt erledigt. Für Sonnabend müssen sie Freitag'in unserem Besitz sein KONSERVEN KOLON i AI W AR E N OBST UND NÜSSE FRISCHE FISCHE WEINE U. SRIRITUOS. BUTTER, FETTE, KÄSE Stangensoargel SOaD'/iD».> 25 Stg.-Spargel extraslark•/, Ds. 1.65 Kaiserschoten........>/, Ds. l 20 junge extra kl. Karotten Vi Ds. 0.80 Erdbeeren...........>, Ds. 0.90 Apfelmus tate t.'/, Ds. ü.72, 0.4b Ananas Malaya........ l/| Ds. 1-05 Tafelreis.......... an 2 P'd.<.'.25 Siam-Palna-Reis........ Ptd 0.16 Eiersternchen........... tld 0.44 Haselnußkerne......... P.d. 0.6< Pfirsiche, getr........ an Pld. 0.45 Pflaumen bosnisdte.. an P.d. 0,20 Kaffee Pia. 3,«j, 2 so, jso, 2.40, 1.9 J Apfelsinen......... an 3 rtd. 0.38 Mandarinen........ an 3 Pid. 0.64 Mand.Luxus. Pack. 25 Slück-Kiste 1.50 Ananas............... an Pid. L.60 Wal- und Haselnüsse...an P'd 0,25 DaMeln....... großer Karton l.38 Tafel-ApfelAmerifc.an 3Pfd. 0.58 Schellfisch u Kobehau an rfd. 0, 14 Rotbars und Leeladts.an Pfd. 0.14 Heringe r. Einleq. an 10 Stüde 0,28 Lebende Hechte..... an Hd. 0.75 Lebende Schleie....an Pid. 0.68 Lebende Forellen..... rtd. 2.üu Spiegelkarpfen leb., an-id. 0.65 3ler Wehlener Sonnenuhr m FL 1.75 Edenkobener 10 Ltr.«.00, Ltr. 0.65 Niersfeiner... 10 ltr sso ltr. 0.90 Dürkh. Feuerberg, iO Ltr B.SO.ltr. 0.90 Malaga 5a mos 10 Ltr. 10/.0, ltr. 1.10 Weinbrandloby Bingen Vi PI.*.10 Edel-Liköre Merced 35, i Vi Fl. 3.50 Molkere butter......... ptd 1.18 Markenbutter od. Dänen Ptd. 1.42 Margarine.......... an 3 Ptd. 0.74 Briekäse vollieft......... Ptd. 0,64 Tilsiter u. Sfeinbuscher ptd. 0.68 Holländer u. Edamer.. ptd. 0.72 Schweizer voii.eit.....>/, ptd. 0.43 D E L I KATESSEN WURSTWAREN DIVERSES GEBÄCK GEFLÜGEL UND WILD KONFITÜREN FRISCHFLEISCH Stückenlachs t rtd. t.w» 0.3ü Dtsch, Caviar......... 14 Pid. 0.8j Oelsardinen..... Club Ds. 0.38 Itol. od. Heringssalat..rtd. 0.58 Lachs- u Sardellenbutter VI fd. 0.60 Delik. Frischgurken.. Dose 1.10 Räucheraal........ an Pta. 1.40 Damptwurst............ ita. 0.7- Streichmettwurst....... rtd. 0.98 Holst. Cervelar„ Salami Ptd. 108 Kalbsleberwurst...... ptd. 1.50 Gänsebrüste..... ptd 2.S3,>.90 Schinkenspeck moger.. Ptd 1.15 Aufschnitt gern Vi fa. JS 0.45, 0.35 Ananaskuchen......... Stüde 0.7ii Hefe-Naptkudi. Stüde 9.10, 2.-0, 1.00 Marmorkuchen,... stück 2.5, 1.01 Weihnachtstorten.. Siüt* an I.Ov Abgeriebenerm GußStck.an 1.00 KonigS'dt. mitu.oh Guß, St fJO, 0,68 Dresdner btollen. an Stüde 1.20 Frische Gänse____..an-Id. li.7ü Fr. Suppenhühner... an Pfd 0.88 Puten.................. an P d. 0,7b Rehrücken i. Gi...... an Pid 1.10 Hirschkeule eh. Kn....an P'd. 1.15 Hasen!m Fell.........an Stüde 3.50 Hasen, gespickt..... Stüde 4.50 Rhein. Spekulatius ptd. o.sj, u.bil Pfeffernüsse............ Ptd 0.60 Spitzkuchen............ pid 0.60 Dominosteine........... Pfd. 1.00 Fondant-Baumbehang pid. 0.80 lebkudtan mit Sdtok. 7 Stck. Pak. P.2S Volimidt-u.Mokka-Sdtokol. 100 g 0.20 Suppenfleisch....... an Ptd. 0.48 Ochstchmorbraten gesp o K.Pfd. 0,78 RückerPett, bratfertig. ptd. 0.58 Hammelragout......... ptd. 0.48 Kollier, mi d......... an pfd 0.68 Kalbskotelett........ an Pid. 0.88 Schweine-Schinken....pfd. 0.70 Der Kasperle Kasper ist der Freimd aller Kinder. Ein prüch- tiger, blondhaariger Kerl, der sich in allen Lebens» lagen zurechtfindet. Natürlich ist er Falk«. Kasper ist klug und geschickt und überwindet alle Schwierigkeiten mit geistiger Ueberlegenheit. Und das kleine Volk paßt argwöhnisch auf, daß seinem Kasper auch gar nichts passiert. Ohrenbetäubender Lärm erhebt sich, tausend Warnungen schwirren durch den Saal, wenn das große Krokodil den Kasper fressen will..Kasper ist gewarnt. Das Krokodil muß hungrig und enttäuscht abziehe». Kasper spiell mit dem kleinen Völkchen zusammen. es muß mitmachen und manchmal führt er seine Zuhörer nnfs Glatteis. Wer sich selbst und seinen Kindern«in» recht« Freud« bereiten w«. der tx» such« den Kasper, der feden Nachnitttag und Abend in der Ausstellung der Kinderfreund« im Metallarbeiterverbandshaus spielt. Die Skaatsanwallschaft l verlin hat, wie die Iustizpressestelle mitteilt, gegen den Kaufmann Fritz Brolat Anklage beim Schöffen- gericht Berlm-Mitte wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung erhoben. Dem An- geschuldigten wird zur Last gelegt, am 2. De- zember d. I. den Berichterstatter der tommunisti- schen Tageszeitung„Berlin am Morgen", Fritz Popper, körperlich mißhandelt und öffentlich be- leidigt zu haben. Jugend ln Itot Bon einem arbeitslosen Jugend- lichen erhalten wir folgende Zellen: Bor dem grauen Hause des Arbeitsamtes stehen Menschen Schlange. Tausendel Und immer mehr strömen hinzu. Menschen, denen vom Schicksal die härteste Strafe auferlegt worden ist, arbeitslos zu sein. Hände, schaifensfreudige Hände liegen im Schoß. Die furchtbare Langeweile und das Gespenst der langanhaltenden Arbeits- losigkeit machen den Menschen stumpfsinnig, ja, treiben ihn zur Verzweiflung. Besonders für die Hunderttausende jugendlicher Erwerbsloser ist es erschütternd: sie brauchen in erster Linie Hilfe. Hange Menschen zwischen vier- zehn und einundzwanzig. Kaum haben sie dt« Lehre beendet, so werden sie au» der Stätte chrer Ausbildung auf die Straße geworfen. Keiner will ihre Not kennen! Keiner hört ihren Schrei nach Arbeit! Es ist fa gerade für sie das Furchtbarste, ohne Beschäftigung zu sein. Immer mehr und mehr zu fühlen, wie man versinkt. Ohne Hoffnung aus eine Besserung. Es ist gar kein Wunder, wenn sie zu allen Taten bereit sind: die Verzweiflung treibt sie dazu. Sie finden keinen Ausweg mehr. Es darf aber nicht mehr so weiter gehen! Es darf nicht mehr an der Jugend gesündigt werden! Gerettet werden kann sie nur, wenn man ihr Be- schäftigung upd Arbeit gibt im Dienst der All- gemeinhell. vi« hübscheste Operette dieser Spielzeit mit der hohes Niveau haltenden Musik, dem an amüsanter Handlung reichen Buch, der von Temperament übersprudelnden Darstellung und den famosen Bühnenbildern. 8 Uhr-Abendblatt vom 19. Dezember IM KURFÜRSTEN DAMM-THEATER KURFORSTENDAMM 209/ BISMARCK 1400 auch an den beiden Wefhnachtsfelertagen, nachmittags 4 Uhr, In ungekQrxter Origlnalbesetzung[ FOr Jugendliche geeignet I Preise von 90 Pfg. bis RM 9.—/ Garderobe 30 Pfg./ Theaterzettel kostenlos/ Die Kasse ist ununterbrochen geöffnet ftaafs N&ä Pm Uieafer Freitag, den 23. Dezember Staatsoper unter den Linden I«"/« Uhr Oer Rosenkavalier Staatucnes Schauspielhaus 19 Uhr Faust I. Teil SCaU Tftgl.5ii.8HUhr e n .Solye'o- Stent el Neri SWrere/Nappusw. Heiligabend geschlossen I plAza Utk Sdil«. BM. >1.9". SHt, 7. 5, 8" U. E J VnAstl 4031 Dar I strie waizsr Heiligabend gesdi lotsen l Deutsches Theater Weidend. 5201 Heute 7«� Uhr Zum I. Male Gott, Kaiser und Bauer SdHosplel von J. Hey ton.: K. Ii. Martin Kortner, Melzcr, Wegener, Wiemann. Hart, Kaiser xammerspieie Täglich 8 Uhr Hans Moser Essig und Del Ein Märchen von heute von Geyer und Frank Musik von Robert Katscher üllridi, Siepanik, Tiiwin, tilinger, Staudt. Woiwodc siädiaOper Charlottcnbure Fraunhofer 0231 Freitag, 23. Dez. 20 Uhr Turnus II Zar und Zimmermann Hüsch, Frind, Müller, Kandl, Steier. Hedlund, Feher, Pechner Dirigent: Müller „\\eber ein Ge., I aber geht und � seht dieses Programm.. 12-Uhr-BI. v. a. 12. Drei Codonas |6v.d. Staatsoper I [ Cervantes-Truppe- Drei Baldorsj Naitto-Truppe Die Clowns 1 Angoly- Rico&Alex| Companle Sc h i 1 1 e r Blsnarckalr.(Knie) Steinpl.(CD 6715 8% Zeitungsnotizen Am 2i, 26. 28. nachmltt 4 Uhr: dr.Dollttlas Abenteuer mit Alfred Brenn Kleine Preise I Ab Weihnachten tKglich Ph Robert und Bertram Kleine Preise i.Weiliaaclitsleleriag vorm. ll'/> Uhr: Heitere Matinee Jo*ef Flaut Theater Täglich 8 Uhr 15. Flora 3434 Rauchen erlaubt! Rose- liieater Grob Fräir.hmir Stnb 131 Til. Weiditl EI 3422 8.15 Uhr Böhmische Musikanten RurlOrstenitTn. Korfürstcndamm 200 Tel. Blsm. 1400 Heute 8'/» Uhr Olöddidii! Reise ftn Esrtodi ond Schwabsd; .Musik; Küoneke Regte: Pcokert Hans Schindler mit seinen Jarr-Syropbonikcrn Vorvaricsüf onuDterofedisn Komödtennaus Schiffbauerdamm 25 Tel. 0 2 Wild. 6304-03 Täglich 8U Uhr Das Haus dazwischen von Schiffer und Joachimson Musik: Spoliansky tonierung: Barnowsky Lessing Ttieater Premlere Weihnachten 25. Dez. Grete Mosheim Brausewetier Der Liebling von Paris Musik Ton OffeDbadi Regie: Bomolka i. Feiertag, 25. 12.] II tZ 41' II. Feiertag, 26. 12.| j III. Feiertag, 27. 12. s aL Kein« erhöhten Preise, nachm. schon v. 50 Pf., abends v. 70 Pf. an— also unter Friedenspreis Vorverkauf dauernd! UStihrtS 4 Uhr kleine Preise CASINO-THEATER Lothringer Strafe 37 lumaMMiMmzHimimuasiaminniMuiMJHUnmuniiiiinneaiwmii Felertaaen 2 V0r8tkUllllgK!l Nachmittags 4 und abends SV* Uhr. In beiden Vorstellungen Alles um Lotti Posse mit Gesang und Tanz von Arnold und Bach, Musik von Walter Kollo Stettiner Sänger Relchsballen-Tb., Dönhoffpl. 8.15 u. Beide Feiertage 3.30 zu ermäßigten Preisen Das Weltinadits- programm An Beiden Feiertagen Dönhoff Brettl Vsrlete— Taus Am Dienstag, dem 20. Dezember, entschlief sanft, nach kurzem schwerem Leiden, mein treuer Mitarbeiter Ernst Wolf Mitinhaber der Firma Wolf 4 Roiohe, kurz vor Vollendung seines 54. Lebensjahres. Dies zeigt mit der Bitte tun stiUe Teilnahme tiefbeträbt an Karl Reiche Berlin, den 22. Dezember 1982. Lange Straße 79. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 27. Dezember, nachmittags st, 2 Uhr. von der Halle des Neuköllner Gemeindefriedhofä. Gottlieb-Dunkel-Straße, aus statt. KLEINE ANZEIGEN iiMmiiiiniuiiiiiiiiiiiiuiniiifuiiiMimiiuiiiiiiiiiiiiuiiim Oberschriftswort 20 Pf, Textwort 1 C Pf Wiodorholungsrabatt: 5 mal 5%, 8 mal 7Vt%/ 12 mal 10%# od«r 1000 Worte Absdiluö 10%, 2000 Worte 15% 4000 Worte 20%. Annahme durch den Verlag, Lindenstraße 3(,/»9 bis 5 Uhr), sämtliche Vorwarts-Fiiialen u.-Ausgabestellen sowie alle Annoncen-Expeditionen l/orKBuie Th.d. Schauspieler Thutcr an kkTüuauijnn Weidendamm J30U 4b2S.Dniin4«r, TliidiS"'•; 4n 2L Do. aad oadin. 4 Diu Kanidia no 1. Cmajnar mit Agnes Siraub, Silber. Htillc�r, Saai. Tnik-Tnbihdi. Odnar. -dM ¥-* v**> srlissilsalsi Uurlgtlanitr. SO Oinhalf 623 Zu wahr um schön zu sein Komödie von Shaw Xoiui.». Maaim. Evant. Birtam, Otta. Sima, Granau. Prall. 26. 4>i, u. Gespeusier mit Moiss', Terwin Deutsches Künstler-Th. Nürnberger Str. Tel Bavarla 6466 Tägl 8Va Uhr auch Weihnachten Leopoldine Konstantin in: Die Nacht zum 17. April Schroth, Steinbeck Gebühr, Brionne, Wolle, Picha VOLKSBUHNE rheateram Sülowpiatz 8 Uhr D I Norden 6536 Oliver Cromwells Sendung v. Waher OilbrichL Regie Heinz Hilpen. Großes Sdiauspielhaus Heute TVs Uhr Urauffflhrung Ball im Savoy mit<3ittaAlpar ab 25. täglich 8 Uhr, an beiden Feiertagen S�aU(billiöe Preise) BETRIEB-X KFMPINSKlV' Inserate im Vorwärts bringen Erfolg! 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Z'.'s Danksagung Fflr die vielen Beweise liebevoller Teilnahme anläßlich des Hin- sebeidens meines lieben Mannes Wenzel Gryziewicz sage ich allen Verwandten, Bekannten, Kollegen und den Mietern des Hauses herzlichen Dank Ganz besonders danke ich dem Redner der Freidenker und dem Kollegen Riesebeck vom Verband der Buchdrucker und Schi lltgleßer für die trostreichen Worte. Wwe. Martha Gryziewicz Radio. ffiptedjmaftftlnen, Seftanfdstuftanloge, tomplrtt mit Röhren. Lautsprecher, anschluftferlig 46,—, Lautsprecher 4,75, 7,50 pierpoltg 18,—, 18— 22,— Softem 3,95, 6,50, Sielira. dosen 8,50, 5,50 Mark. Änoden. 100 Lall, 2,85, Daran- tie.-2ln°de 805, 5,95, Netzanoden 700, cftlcrraalertnl billigst, Sprech- Maschinen, Rossel. apparate 9,—,� 12,—, Ti.— Marl. Schrant- iapparat» 28,—. «2,-. 45.- SR. 10 000 4, Leihhaus Bomttfr verlaust ju un-,™.,_ tragen»'ornie Herrengarderobe Herren, u. Damen. Selge. Weitester >ea lohnt Reine Lombardware. Prinzenstrafte 105. ein» Treppe. 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Bericht von den Berhandlunge» Uder die allgemeinen Gwnleurbeilim- mungen. Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreicher Btzluch wird erwartet. Die GrisverwallnNg. «sssi-gzzW»« W mil' mgiüö�si'ii! ö IN bedeutend gröSeien Räumen WlII.ZlÜlZsMWs.Zgll-IZIIll .!gel!SWiggr,.tt!l-ttIlll „ HMzipervJlHöflö „ Mdmi...... 1 63-25J ElnzeUMöbel jeder An in riesi er Auswahl-poubillig Eis Veihnaihien 10% sisvsl! faie. Sebrauchte fflcräle werden ln Zahlung genommen. Radiohaus am Sportpalast, Berlin W, 57, Potsdamer- strafte 1\. Vermeiden Sie Berwechse. lungen, beachten Sie genau Haus» »ummer und Kir» Plendezeichnung.' -c Fsiii'i'Zesk |e»l Sin, WWWWMI ien. Thau, tbrofte Franlsurierstr. 66.- Wersen Sie da» Bett aus dem Wohnzimmer. Wunderoolle Schlaf» eouche», Rludschlaf. s-ssel, Rlubschlaf. sosas schassen Platz, von 43,50 an. Noster, Prinzen- strafte 73. Zw Marslall- aedäude. Brette strafte 36. gebrauchte Möbel spottbillig.» Rüchen 65—250. AnNeide- schränte 85,—, Me tallbettstellen. Holz. bettstellen 25,—... 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Entweder wird von ihm überhaupt kein Sühneattest vorgelegt und das Verfahren deshalb eingestellt, oder er legt solch ein Attest vor, wie jetzt beim Amtsgericht C h a r l o t t e n b u r g. Es ist aber mit Ha- n u s s e n unterschrieben, während des berühmten „Hellsehers" richtiger Name Hermann Stein- s ch n e i d« r ist. In Charlottenburg war«» sein Rivale, Herr Möcke, der Steinschneider-Hanussen einen falschen Propheten schimpfte. Vom Amtsgericht Charlottenburg begab sich Hanussen direkt nach Moabit, um hier unter Assistenz des rechtsstehenden Anwalt» Dr. Sack gegen den Redakteur der„Welt am Abend", Hurtig, zu klagen. Die Zeitung hatte in einem Artikel gegen Hanussen indirekt den Vorwurf er- hoben, er habe den Fürsten Lobkowicz, der auf der Avus verunglückte, in den Tod gejagt, indem er ausgesagt hatte, der Tag des Rennens würde für Lobkowicz ein kritischer Tag werden. Hanussen. hieß es im Artikel u. a.. genieße den besonderen Schutz gewisser Stellen, er sei für den Reichs- hellseherposten im Dritten Reich vor- gesehen. Und siehe da, Hanussen erklärte vor Ge- richt, er vertrete das rechtsgerichtete Deutschland. Dann kam die große Ueberraschung. Der Re- dakteur Hurtig war für den Artikel gar nicht v«r< antwortlich, sondern ein anderer Redakteur. Wes- halb dieser Umstand dem Gericht nicht früher bekanntgegeben worden sei, fragte der Richter. Um zu beweisen, daß Hanussens hellseherische Fähig- keit nichts anderes als ein Bluff sei, erklärte der Verteidiger. Könnte er wirklich hellsehen, so hätte er doch nicht gegen den falschen Redakteur die Privatklage erhoben. Hanussen hatte nur eine lahme Ausrede:„Ich kann nichts dafür, daß die Kanzlei meines Anwalts den falschen Redakteur verklagt hat", sagte er. Auch dieses Verfahren wurde eingestellt. Hanussen hat mit seinen Privat- klagen wirklich Glück. mittag entzwei ging, lchn» daß Ersatz im Hause ist. kann selbstverständlich in der diensthabenden Apotheke neu gekauft werden, well es sich hier um«ln dringende» Bedürfnis der Kinderpflege handelt. In diesem Zusammenhang sei noch einmal er- wähnt, daß irgendeine Gebühr neben den normalen Preisen während des Sonntagsdienstes in der Apochek« nicht zu entrichten ist. Lediglich nach 8 Uhr abends tritt, wie auch beim sonstigen Nacht- dienst, die Nachttaxe in Kraft. Verteidige»- Dr. Weiß Der frühere Polizeivizepräsident Dr. Bern- h a r d Weiß, der sich nach seiner Versetzung in den einstweiligen Ruhestand bei den Berliner Landgerichten als Rechtsanwalt nieder- gelassen hat, gab gestern vormittag in Moabit sein Debüt als Verteidiger ab. Als der neue Rechtsanwalt, der während seiner Amtstätigkeit unzählig« Mal« in Moabit als Zeuge und Neben» kläger aufgetreten war, im Anwaltszimmer er- schien, wurde er von seinen Kollegen auf das Lebhafteft« begrüßt. Felseneckprozeß»u Ende Auf Grund de» Amnestiegesetze» Da, Schwurgericht III verkündete gesteru unter Vorsitz von Landgerichlsdireklor Dr. Löh- merk folgendes Urteil im Zelsmeckprozeh: Die Angeklagten Becker und Schön werden wegen Diebstahls zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt. die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind, der Angeklagte Kaiser wird von der Anklage des Diebstahls freigesprochen. 3m übrigen wird das Verfahren gegen alle Angeklagten auf Grund des Amnestiegesehes eingestellt. * Das Gericht hat sich tatsächlich reichlich Mühe gegeben, während der vielwöchigen Verhandlung durch die Vernehmung von fast 201) Zeugen da» Dunkel jener blutigen Nacht in der Felseneck- Kolonie zu erhellen. Das Ergebnis, zu dem es gelangt«, stand im schreienden Widerspruch zu den ungeheuerlichen Zuchthausanträgen des An- klägers. Das Gericht hat die Totschlagsabsicht weder bei den kommunistischen noch bei den nationalsozialistischen Angeklagten feststellen, weder die einen noch die anderen für die Tötung des kommunistischen Arbeiter« Klemke resp. de« nationalsozialistischen Maler» Schwarz verant- wortlich machen können: es habe auf beiden Sellen, so heißt es in der Urteilsbegründung, im schlimmsten Fall Raufhandel und gefährliche Körperverletzung vorgelegen. Die Urteils- begründung hat aber nicht recht, wenn sie den Marsch der Nationalsozialisten zur Kolonie Felseneck weniger scharf beurteilt, als die Oeffent- lichkeit dies getan hat. Die SA hatte nachts in der Kolonie Felseneck nichts zu suchen, sie trifft die Schuld an all dem, was hinterher geschah. Nun, da der Felseneck-Prozeß so versöhnlich ausgegangen ist, darf man wohl den Wunsch aus- sprechen, daß ähnliche Prozesse nie wiederkehren. fertigen, während der sogenannte Handverkauf, d. h. der Verkauf von Hausmitteln aller Art, am Sonntag verboten sei. Das Verbot des Reichsgerichts bezieht sich aber nur auf ausgesprochen kosmetische Erzeugnisse, wie z. B. Parfüms, Puder, Lippenstifte, Toiletteseifen und dergleichen. Alle Erzeugnisse, die mittelbar oder unmittelbar der Gesundheitserhallung und Krankenpflege dienen. dürfen jedoch nach wie vor abgegeben werden. Also selbstverständlich auch Hellkräuter(wie z. B Brusttee oder Al führte«), Wasserstoffsuperoxyd, Essigsaure Tonerde, Jodtinktur, schmerzstillende Mittel aller Art, Verbandstoffe, Pflaster, Nähr- und Kräftigungsmittel usw. usw. Auch die Mllch- flafche für den Säugling, die am Sonntagvor- Eine Kugel im Lauf Todesopfer durch Unachtsamkeit Ein folgenschwerer Unglücksfall hat sich in der Gutsgärtnerei in Herzfelde zugetragen. Der 38 Jahre all« Gärtner August Bremse war mll seinem zukünftigen Schwiegersohn, dem 32jährigen Schlosser Richard H« n z e, mll dem Nachsehen aller Waffen beschäftigt. Als Henze einen Revol- ver nachsah, löste sich plötzlich ein Schuß und die Kugel drang dem Gärtner in den Leib. Er wurde sofort ins Krankenhaus Kalkberge ge- bracht, doch war keine Hllf« mehr möglich. Di« Polizei hat die Leiche beschlagnahmt. Das alle volkstümliche Warnungswort:„Eine Schußwaffe ist immer geladen!" hat sich also auch hier wieder einmal bewahrhellet. Eine Aktenmappe mit dem werlvolleu Prolo- kollbuch eines Kleingartenverein» ist verloren ge- gangen. Der ehrlich« Finder wird gebeten, das Buch an Franz Lau. Mariannenplatz 5, zurück- zugeben. Französlsch-öeuWe Kinöerhilfe Ein Hilfswerk der Völkerverständigung Die Sonntagsapotdeke Was darf verkauft werden? Ein« Mitteilung, daß da» Reichsgericht in Leipzig durch ein Urtell gewisse Beschränkungen für den Sonntagsverkaus der diensthabenden Apotheken festgesetzt Hab«, hat vielfach zu der An- nähme geführt, als dürften die Apotheken am Sonntag nur noch ärzlliche Rezept« an- Deutsche Kinder als Gäste französischer Freunde! Wer denkt da nicht an die Nachkriegsjahr« zurück, als unser« ausgehungerten Schulpflichtigen von den amerikanischen Quäkerorganifattonen ver- pflegt wurden. Für viele ist die Not jetzt gerade so groß und wieder kommt Hilfe vom A u s l a n d zu uns und diesmal aus Frankreich. Vor sechs Monaten hat sich in Paris eine Gruppe„Europäische Hilfe" gegründet, in deren Mittelpunkt die Sorge um die Kinder in allen Ländern steht. Wie der Vertreter der deutsch-französischen Sektton. Gilbert L e- sage, bei der Eröffnung des e r st e n K i nd« r- Heimes im Nordosten Berlins, Schönlanker Straße 11, betonte, soll die Arbeil der hilssgruppe der Verständigung unter den Völkern dienen, wobei alle polllijchen Streitfragen ausgeschallet bleiben. Gerade die Kinder müssen von der Ver- hetzung ferngehalten werden und auch im Aus- länder den Freund und Helfer sehen lernen. Di« Mittel der„Europäischen HUse" wurden nicht von irgendwelchen offiziellen französischen Stellen ge- geben, sondern durch kleinste Spenden aller Kreise zusamntengetrogen. Di« erste Kinderspeisung in Berlin ist mll Unterstützung des Bezirksamtes In wenig Worten In den Abendstunden de» Donnerstag drangen etwa acht bis zehn junge Burschen in die Filiale der Pommerschen Meiereien in der Letteallee in Reinickendorf-Ost ein, raubten die Ladenkasse mit dem gesamten Tageserlös und stahlen dann Lebensmittel. Eine Polizeistreife konnte die ganze Bande festnehmen.— Am Bayrischen Platz im Westen Berlins drangen vier Burschen in die Gänseschlächterei von Bergmann ein. Der Inhaber stellte sich den Männern aber entgegen, die unter Mitnahm« nur einer Gans das Weit« suchen mußten. * Der Polizeiwachtmeister M. vom S. Revier wurde am Donnerstagmittag vor dem Haus« Königstraße 33 bei der Zwangsgestellung«lne» Straßenhändlers tättich angegriffen Die Eheftau des Händlers schlug mit einem Krückstock aus den Beamten so brutal ein, so daß der Beamte bewußtlos zusammenbrach: er wurde mit einer Gehirnerschütterung in das Staatskronkenhaus eingeliefert. Di« 30 Jahre alt« Hausangestellte Emilie P l a t u s ch e i t ist in der letzten Nacht nach einem Streit von dem 17jährigen Kutscher Ewald M a s ch« l e i t mll einer Kartoffelhacke erschlagen worden. Beide dienten bei dem Besitzer Schnell in Grabuppen im Kreise Heydekrug im Memel- gebiet. Mascheleit hat die Tat eingestanden. * In der Nähe des Ostseebadewegs in Flens- bürg raste ein dänischer Autofahrer aus Haders- leben auf dem Bürgersteig und in ein« Gruppe von fünf jungen Leuten hinein. Alle fünf wurden zu Boden gerissen. Drei erlitten schwere Ver- letzungen. Bei der Verhaftung des Autoführer» stellt« sich heraus, daß er schwer de- trunken war. * In dem seit Sonnabend voriger Woche vor dem Standgericht in Lemberg statt- findenden Prozeß gegen vier Mitglieder einer geheimen ukrainischen Kampforganisation, die einen Ueberfall aus das Postamt in Grodek- Jagiellonski verübt hatten, wurde das Urteil verkündet. Drei der Angeklagten wurden zum Tode durch den Strang verurteill. Einer wird später vor dem Schwurgericht abgeurteill werden. * Die beiden Inhaber der Haus Bergmann A-G. in Dresden wurden am Donnerstag— an- geblich wegen einer Deoisenossär«— in Haft genommen, aber noch Stellung einer Kaution wie- der auf freiem Fuß gelassen. Prenzlauer Berg zustande gekommen. Täglich »erden dort zunächst dreißig und ad 1. Januar fünfzig Kinder bi» Ostern 1933 gespeist werden: sie kommen unmittelbar aus der Schule in das Heim, erhallen ein kräfttges Mlltagessen und bleiben dann den Nachmittag über in den warmen Zim- inern. Bor dem Nachhausegehen gibt es nochmal eine Mahlzeit. Di« Leitung der Küch« unter- steht einem jungen, französischen Ehepaar. Zwei erprobte, deutsche Hortlehrerinnen werden für Er- ziehung und sozialpädagogische Betreuung der Kinder sargen. Wie Stadtrat Genosse Dr. Friedländer vom Wohlfahrtsamt Prenzlauer Berg mittellts. wurden die Kinder aus den bedürftigsten Famllie» ausgesucht, die zu Haus« in den Laubenkolonien oft kein warmes Zimmer haben. Auch Bürger- meister Genosse Ostrowski betont«, daß die Stadt Berlin selbstverständlich da» neu« Hilfswerk mit allen Mitteln, di« ihr zur Verfügung stehen, unterstützen wird und dontt« in warmen Worten den französischen Freunden in ihrer Mutter- sprach«. Anschließend bekamen die Kinder Kakao und Kuchen und wurden in chmn zukünftigen Heim reich beschert. Auch in diesem Hilfswerk wird der große notwendig« Gedanke der Völker- Versöhnung schon In den Kinderherzen lebendig. Die juristische Sprechstunde fällt Sonnabend, den 24., und Dienstag, den 27. Dezember, aus. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Vorübergehend stärker bewölkt, ohne erhebliche Niederschläge, mild, Winde au» Süd- west bis Süd.— 3n Deutschland: Im Nordwesten wieder zellweise aufheiternd, in Mitteldeutschland etwas wolkiger, im übrigen Reiche kein« Aende- rung des herrschenden Wetters. UMwein 7S. Jamaica Rum-Verschnitt 38% 2.90 Halb und Halb.»,,»«»«. 3.— Alter Weinbrand..»»»» 2.95 Goldkirsch 3.30 Weinbrand-Verschnitt.»•• 235 Curacao orange......... 3.30 Wodka, 45%........... 3.40 Stary Wojak.......... 3.40 */» OHgtn»I.FIaichsn— Prtls« ohneier-Jus liefern. Im zweiten Halbjahr find die Talgschmelzen mit ihren Lieserungsverpflichtungen noch um 1399 bis 2999 Tonnen nn Rückstand. Eine Beimischung von geringwertigem Jus und von Schmalz, von der die Landwirtschaft immer redet, kann aber aus technischen Gründen nicht in Frage kommen. Auch eine Follerhöhung für Schnwllz oder desseu Einbeziehung in ein Fettmonopol würde der eandwirtschast nichts Helsen, die Versorgung der Bevölkerung aber sehr gefährden. So haben bei einer in H a m b u r g stattgefunoe- nen Aussprach« die beteiligten Wirtschastz- verbände jede weitere Einfuhrhemmung von Schmalz als völlig ausgeschlossen bezeichnet. Würde man die inländssche Produktion von Schmalz durch Beschränkung der Einfuhr er höhen, so bedeutet das nichts anderes, als oie Landwirtschaft zu zwingen, statt Fleisch- schweine jetzt Fettschweine zu züch- ten und vom Verbraucher zu verlangen, das un- beliebte fette Schweinefleisch zu essen. Den ärmsten Bevölkerung? schichten würde man ober zumuten, das heute schon teurere Inlandsschmalz zu kaufen, kostet doch im Die Sanierungshanhen Gründungen noch vor Neujahr Die Gründung der Deutschen Finanzie- rungsinstitut A.-G. und der T i l g u n g s- kasse für gewerbliche Kredite, über deren Bedeutung wir kürzlich berichteten(vergl. „Aufgeschobene Bankoerluste" vom 17. Dezember), soll noch vor Neujahr erfolgen. Ebenso soll eine Verordnung sehr bald erscheinen, die die Juan- spruchnahme von 39 Millionen Mark aus dem 39«)-Millionen-Garantiefonds der Golddiskontbank für die Stillhaltungskredite als Risikoreserve der Tilgungskasse legalisiert. Die inzwischen bekanntgegebenen Satzungen und Geschäftsbedingungen der beiden Institute bestätigen im wesentlichen die von uns bereits gemachten Mitteilungen über Zweck und Arbeitsweise der Institute. Neu ist die Regelung der Kapitalbeteiligung der Privatbanken an der Deutschen Finanzie- rungsinstitut A.-G. Die Uebernahme von 19 Mil- lionen Mark Vorzugsaktien durch Golddiskont- dank, Akzeptbank und Bank für Industrieobliga- tionen bleibt unverändert. Es werden aber auch die29 Millionen MarkStammaktien zunächst von der Golddiskontbank gezeichnet und von dieser dann privat nach einem noch zu bestimmenden Schlüssel an die Banken weitergegeben. Hierbei hat sich der Ge- danke durchgesetzt, daß sich» sämtliche führenden Banken am Kapital beteiligen, so daß gewisser- maßen eine solidarische Aktion zustandekommt. Man hat also aus der Risikokrage eine Ehren- und Standesfrage gemacht, und zwar ganz offenbar zu dem Zweck, das Fern- bleiben bestimmter Banken von diesem Institut nicht in Erscheinung treten zu lassen und auf diese Weise das Ansehen der sich durch Einbringungen beteiligenden Banken nicht zu schädigen. Der Gesamteindruck, den man von diesen Gründungen hat, wird durch diese Art getarnter Kapitalbeteiligungen nicht besser. Großhandel amerikanisches Schmalz 84 M.. deut- jches Rohfchmalz aber!14 M. Ebenso undurchführbar ist nach Mei- nung der Wirtschaftsverbänid« die Schmalz- beimischung, die daran schettern muß, daß die Schmalzproduktion ungewöhnlich zersplittert ist. Es gibt etwa 89 999 selbständige F l« i s ch e r in Deutschland, die Schmalz herstellen. Ein.Kontrollapparat würde schon aus diesem Grunde Summen verschlingen, die zu dem Wer! der kontrollierten Produktion in gar keinem Der- hältnis stehen. Schließlich wird die beabsichtigte K o n t 1 n- genkierung der Margarineproduk- t i o n von der gesamten Industrie abge- lehnt, mtt Ausnahme von einigen Fabriken, die ihren Absatz in letzter Zeit durch niedrige Prelle stark erweitert haben und hoffen, eine hohe Kon- tingentsquote zu erreichen und dann von der Er- höhung der Margarineprcise zu profitieren. Die Durchstihrung dieser Fettpläne wurde mit der Notwendigkeit begründet, daß den Siedlern unbedingt geholfen werden müsse, indem man ihnen ausreichende Preise für ihre Erzeug- niffe gewährt. Diese Begründung ist aber völlig irreführend, denn durch eine Verteuerung von Butter, Schmalz und anderen Fettsorten wird nichts anderes erreicht, als daß der Konsum und damit der Absatz immer weiter zurückgeht. Die einzige Hilfe für die Siedler ist eine Wieder- q u t m a ch u n g der durch die Getreidepoli- t i k und in erster Linie durch diese bewirkten 11n- rentabilität der Veredelungswirtschaft. Schwartzkopff Ein saniertes Unternehmen Es ist fast auf den Tag zwei Jahre her. daß auf der Schwartzkopff- Generalversammlung am 29. Dezember 1939 Aktionäre die L i q u i- dation des Unternehmens forderten. Diese Geldsäckc beherrschte nur die Angst, daß die starken Reserven von Schwartzkopff bei einer lange andauernden Krise dahinschmelzen würdein das Schicksal der hochqualifizierten Stamm- b e l e g s ch a s t und die Erhaltung eines technisch hochstehenden Unternehmens interessierten sie nicht. Damals hatte der Leiter des Unternehmens gegen diese Forderungen scharf Stellung ge- nomnien und erklärt, daß ein innerlich so gesundes Unternehmen wie Schwartzkopff die Krise überstehen müsse. Die Sanierungsbilanz, die Schwartzkopff für das Geschäftsjahr 1931/32 vor- legt, bestätigt die Tatsache, daß die Berliner Moschinenbau-A.-G. nach drei Krisenjahren ein im Kern gesundes Unternehmen ist, und es bleibt bezeichnend, daß die Generalversammlung am Donnerstag der Zusammenlegung des Kapttals von 18 auf 7,83 Mill. M. einstimmig zustimmt«. obwohl Aktienkapital und gesetzliche Reserven durch die drei Jahre Krisenverluste noch nicht an- gegriffen waren. Dieser Kapttalschnitt, der einen Buchgewinn von 9,7 Millionen ergibt, hat die Gesellschaft zu Abschreibungen auf Anlogen, Vor- röte, Forderungen und Beteiligungen in einem Umfang befähigt, daß Schwartzkopfss Bilanz als krisenbereinigt angesehen werden kann. Die große finanzielle Flüssigkeit— 4,6 Mill. M. Bankguthaben bei nur 1,(5 Mill. M. Bankschulden— er- mäglicht auch bei künstiger Austragsbelebung die Selbstfinanzierung von Aufträgen. Wrtschaktsauksclmung Nur durch Mehrverbrauch und Arbeitsbeschaffung möglich Das Institut für Konjunkturforschung spricht in seinem letzten Wochenbericht über die Voraussetzungen zu einer Besserung der Wjxt- schastslage. Der Konjunkturaufschwung könne. nachdem die Talsohle des Abfchwunges erreicht sei, jetzt beginnen: doch hänge die Intensität des Aufschwunges von der Dauer der De- p r e f s i o n ab. Wenn die Produktion steigen soll, so müßten entweder eine Erhöhung des Kon- sums der Verbraucher oder des Bedarfs in Investitionsgütern oder beides eiittreten. Gegen- wärtig bestehe aber weder ein Bedürfnis zur Er- Weiterung vorhandener, noch zur Errichtung neuer Produktionsanlagen. Von dort her seien infolgedessen auf längere Zeit belebende Impulse nicht zu erwarten. Die Zukunft des Arbetts- marktes hänge infolgedessen zunächst von der öffentlichen Arbeitsbeschaffung ab, die auch eine Erhöhung des Verbrauchs der Kon- fumenten mit sich bringe. A l l z hoch dürfe man aber die Möglichkeiten zur Verbesserung der Gesamtlage nicht veranschlagen. 16 Millionen Verlust Der Abschluß des Krupp-Konzerns Die Friedrich Krupp A.-G. in Essen schließt das am Z9. September beendet« Geschäftsjahr 1931 32 mit einem Verlust von 15.2 Millionen Mark ab. Einschließlich der vorjährigen Verlustes erhöht sich der S e s a m t v e r l u st auf 19.6 Millionen. Der Gesamtverlust wird aus Rücklagen gedeckt. Die Belegschaft ist bei den Slammwerken bis Ende September auf 35 647 gegen 44 107 Mann im Vorjahr und bei den Beteiligungen von l2 750 auf 10 460 Mann gesunken. Seitdem ist die Zahl der Beschäftigten um 1400 Mann gestiegen.. Dos Abwracken. Der Norddeutsche Lloyd will im ganzen 14 wchiffe mit 94 499 Bruttoregistertonnen verschrotten lassen. Das Bau- jähr der Schiffe wird nicht angegeben. Bei der Deutschen Schiffahrtsgesellschaft Hansa kommen 4 Dampfer mit 29 999 Bruttoregistertonnen zum Abwracken. «Kll-KRÄUILR UI�P TEES müssen gut und wirksam sein! Ihr Kauf ist daher Vertrauenssache. Die Apotheke bürgt für Reinheit und Gehalt an wirksamen Stoffen. Kauft Heilmittel in der Apotheke— ihr seid es Eurer Gesundheit schuldigl ZWEITE BEILAGE Vomlirks FREITAG, 23. DEZ. 1932 � � von pigurd Ckristiänsen Erst als er wieder draußen stand, allein und im grellen Tageslicht, ging ihm die volle verzweifeste Unerbsttlichkest der Kränkung auf. Er war nahe daran, aufzuschreien vor Empörung und Angst. Für einen Dieb hatten sie ihn gehalten. Einen Raubmörder.— Wenigstens hatten sie es für möglich ge- halten. Wenn nur bloß niemand es erfährt, dachte er nervös, und ein hitziges Unbehagen griff nach ihm. Vor allen Dingen darf Helene es nicht erfahren, Sie ist schon so außer sich und sie wird es nicht verstehen können. Aber jetzt hieß es, sich zusammenreißen. Er mußte aufs Büro, als ob nichts geschehen wäre. Man würde schon nicht den Mut haben, chn auszufragen, wenn man auch so allerlei hatte munkeln hören. Man würde ihn nur forschend ansehen, das mußte er sich eben gefallen lassen. Das war wohl die Strafe dafür, daß er am Leben geblieben war, ohne um Erlaubnis zu bitten. So ist es doch, dachte er. Ich scheine ein Verbrecher zu sein. Oder doch ein Mensch. auf den die andern herabsehen dürfen. In demselben Augenblick mußte er an Quisthus denken, und er blieb stehen und dachte sich in die andere Möglichkeit hinein. Möchtest du tauschen? fragte er sich. Da aber schüttelte er abwehrend den Kopf. Wenn Quisthus die Wahl hätte— und alles wüßte — würde er mit mir tauschen? Ohne Be- sinnen konnte er antworten: Ja, er täte es. Ich lebe doch wenigstens. Ich stehe hier auf der Straße. Ich bin. Und wir haben doch bloß dies eine Leben. Er aber darf nie wieder zurück. Aber während er weiterging, kam wieder das dumpfe, unruhige Schamgefühl über ihn: So fühlte sich also ein unschuldig Ange- klagter. So war es. von den Menschen ge- zeichnet zu sein. Eine seltsam starre, trotzige Härte stand in ihm auf. Und wie er die Straße weiter ent- langging, merkte er nichts von all dem Leben, das rings um ihn her sich regte. Er fühlle nur sein eigenes inneres Leben— als eine Wunde, als eine Qual. Und doch auch wieder als eine blutdurchströmte, atmende Gnade— trotz allem. Auf dem Büro war alles wie sonst. Düster, trübselig, alltäglich und unerschüstert. Diese Räume sahen nicht aus, als ob sie jemals der Schauplatz einer Katastrophe gewesen wären, Mit einem leichten Nicken, das er so lässig wie möglich hinwarf, löste er den Stellver- treter ab und übernahm den Schalterdienst. Fast gleichzeitig kam ein Kunde. Dann mehrere. Doch wie er da bei seiner Arbeit saß. mechanisch, fast ohne selbst mit dabei zu sein. fing die Empörung wieder in ihm zu wühlen an in verzweifelter, bitterer Gegenwehr. Ein sich selbst verteidigender Haß, der an ihm zehrte und ihn aufrührte, weil er ihn nicht gegen jemand bestimmten brauchen konnte. Nein, nein, hämmerte es in ihm. Ich halt's nicht aus. Ich werfe alles von mir und gehe! Und doch wußte er, das war unmöglich. und er blieb. Kurz darauf war er aber trotz- dem aufgestanden. Und er hörte sich selbst sagen— mit einer starren und klanglosen Stimme— zum Abteilungsvorsteher, der in demselben Raum saß:„Haben Sie bitte ein Auge auf den Schalter. Ich will hinüber zum Postdirektor." Er ging, ohne die Antwort abzuwarten, immer mit einem Gefühl, als wäre er ein ganz anderer. Einer, der nur in seinem Namen auftrat.« Der Postdirektor sah fragend auf. begeg- nete aber selber einem fragenden und tod- blassen Gesicht. „Wissen der Herr Postdirektor, daß die Polizei versucht hat, mich der Beteiligung an dem Raubmord anzuklagen?" Der Postdirektor sah. verlegen vor sich irieder.„Ja", antwortete er langsam. „Wissen auch noch andere davon?" „Nein.— Und es kriegt auch keiner zu wissen." Berger sah auf das gesenkte Gesicht des anderen,„Glauben, der Herr Postdirektor es auch?" Es entstand eine kleine Pause. Dann hob sich des anderen Gesicht.„Nein", antwortete . ext ruhig und bestimmt. ''Sie �ahen einander scheu, an. Das dauerte eine Minute. Dann wandte Berger sich und ging. Er ging am Postinspektor und der Kasse vorbei und in den Waschraum hinaus. Dort lehnte er sich hilflos gegen die Wand und brach mit einem kurzen Aufschluchzen zu- sammen. 4. Mittwoch um halb zwei wurde Quisthus beerdigt. Das Trauergeleit war sehr groß. Noch größer aber war der Zustrom der Neu- gierigen. Von der Kirchhofspforte bis zur Kapelle standen sie in zahllosen und aufdring- lichen Gruppen. Die in den Wegen nicht Platz fanden, trampelten auf den Gräbern herum. Die meisten waren Frauen. Die namhaften Leute bekamen beim Vor- beigehen ihre Bemerkungen ab. Außer der Witwe und dem Söhnchen des Verstorbenen waren es besonders zwei, die das allgemeine Aufsehen erregten. Berger und Lüdersen. Lüdersen kam allein, würdevoll und zuge- knöpft, den Verband unterm Hut. Er war sich völlig bewußt, eine wie fabelhafte Figur er machte. Deshalb sah er gerade vor sich hin und ging sehr langsam. Berger kam mit Helene zusammen. Sie gingen sehr schnell, als läge ihnen daran, in Deckung zu kommen. Berger versuchte, um unbekümmert auszusehen, dann und wann etwas zu ihr zu sagen. Da er aber nichts als einen verzweifelten Blick aus einem blaffen Gesicht zurückbekam, gab er es in bitterer Resignation auf. Könnte sie doch bloß alles ein bißchen ver- nllnftiger auffassen, dachte er, dann wäre es nicht so schwer. Sie begrüßten in der Kapelle niemanden, sondern suchten sich Platz auf einer die hinter- sten Bänke. Von dort aus konnten sie Frau Quisthus und Georg, die mit der übrigen Familie zusammensaßen, nur so eben sehen. Sie zuckten zusammen, als sie Esther sahen. Es war, als ob ihnen plötzlich alles näher- rückte beim Anblick dieser jungen gebeugten Frauengestalt, die in ihre schwarzbehand- schuhten Hände hineinweinte. Der Junge saß steif und weiß neben ihr. Und wenn sie sich auch alles genau so gedacht hatten, und wenn sie auch wußten, daß sie so aussehen würden, es wirkte doch überwältigend. In leidenschaftlicher Not schob Helene ihre Hand unter Bergers Arm und kroch zu- sammen in einem angstvollen Grauen, das sie über den ganzen Körper erzittern machte. Ihre Tränen flössen und sie drückte ihre Hand fester und fester gegen den Arm ihres Mannes. Ihm wurde warm ums Herz, etwas in ihm löste sich. Die Sehnsucht nach Verstehen, die er in all diesen Tagen zurückgedrängt hatte, wagte sich hervor. Mit leiser und dankbarer Hand strich er ihr sanft über die Finger. Und in Reue und Kummer preßte sie sich näher an ihn. (Fortsetzung folgt.) Was gibi es Ifleues? Sin fölick in die Sorfchung Mährend wir uns plagen, heil über den Winter zu kommen, schnarchen die Dachse, Igel und Murmeltiere in ihren Höhlen und leben von dem eigenen Fett. Sie haben keine Sorgen um Heiz- Material und Nahrung. Uns gab die Natur da- für die Vernunft mit dem Segensspruch: Hilf dir selbst! Doch wir dürfen der Natur schließlich keine Vorwürfe machen, wenn die, Krone der Schöpfung" diese Gabe nicht sinngemäß anzu- wenden versteht und aus der Wohltat der Ver- nunft die Plage der Dummheit macht. Das mag nichts Neues fein. Der Winter- schlaf der Tiere auch nicht, aber neu seine kürzlich festgestellten physiologischen Ursachen. Bevor die Tiere ihren langen Schlaf beginnen, mästen sie sich, um von den Zinsen ihres Fettes eine bescheidene Körpertemperatur aufrechtzuer- halten. Die Fledermaus schläft hängend mit dem Kopf nach unten, andere Gattungen rollen sich in ihren Erdhöhlen zusammen, und wie jeder Mensch seine bestimmte Schlafftellung hat, hält es auch das Tier. Seine Körperwärme sinkt auf ein Minimum und der Wem wird langsam. Der Dachs, der sonst in der Minute 30mal atmet. holt jetzt höchstens fünfmal Luft. Verschiedene Arten, wie der Hamster, schlafen nicht durch, sondern wachen von Zeit zu Zeit auf, um einen kleinen Imbiß zu sich zu nehmen oder etwas anderes zu erledigen. Die Ursache des Winterschlafs ist eine völlige Umgestaltung des Stoffwechsels, hervorgerufen durch die Drüsen mit innerer Sekretion. Auch hier sind sie der Hebel, der die Maschine reguliert. So zeigt besonders die Schilddrüse eine starke Rückbildung. Es gelang daher, durch Ein-' spritzungen von Schilddrüsenextrakt(oder auch Adrenalin) die Tiere sofort zum Erwachen zu bringen. Umgekehrt kann man durch Einführung anderer Stoffe(Insulin) einen künstlichen Winter- schlaf hervorrufen. Die Stoffe der verschiedenen Drüsen wirken auf die mannigfaltigste Weise; sie unterstützen sich gegenseitig oder heben sich auf. Nur ein harmonisches Zusammenspielen ergibt jene Melodie, die wir Gesundheit nennen. Während des Winterschlafs muß die Natur die normal« Funktion der Drüsen herabsetzen, um ihre Pfleg- linge heil durch den Winter zu bringen. Inter- essant ist noch die Tatsache, daß Gifte, die be. sommerwachen Tieren tödlich wirken, im Schlaf- zustand störungsfrei überwunden werden.. Diese Untersuchungen bieten wichtige Rückschlüsse auf die Hormontätigkeit im menschlichen Organismus. Jede Ticrgattüng wird' auf. rhke Art mit dem Winter fertig. Nahrungsmöglichkcit und Tem- peraturanpassung entscheiden. Tief im ge- frorenen Boden stecken die Larven und Puppen der Insekten, noch lebensfähig bei einer Kälte, bei der wir im gleichen unbeweglichen Zustand ein- fach erfrieren würden. Auch von den entwickel- ten Insekten überstehen viel mehr den Winter als wir, besonders in der Großstadt, wahrnehmen. Der Gefrierpunkt ihrer Körperflüssigkeit liegt tief unter Null, wie das mit Glyzerin vermengte Wasser in den Autokllhlern. Die dünnen Glied- niaßen werden zwar spröde wie Glas und brechen bei der geringsten Berührung, aber das Leben der Körperzellen ist nicht erloschen, und wenn die «öl.»»SN Ä, Gs». schigrsh �o.2S Baiir. Bieruum0.30 Fiieiwsi.. 0.30 GeNr.SM/IUp','10.30 PGKeiiiGiscn ,„„0.30 Sciw.-Braien a.o.45 Gem. Rouladen.d.0.50 lacnssciün»..»,.« o.ss Gdflseurust« 0.55 KausmacDer, 0.84 jaoauiurs!..» 0.84 iellWSls;r:?,:0.8S FlelSCliWSl 0.76 Feine leDefuuo.oe w.toniSatoUi.18 BoBseniflKen.».1.28 0.25 UNSERE PREISE für verbilligen den Haushalt! Verkauf soweit Vorrat— Mengenabgabe rorbehaltenl Leicht verderbliche Waren vom Versand ausgeschlossen! Csmemtzert»ome«, StantenHaseio»,.. Enuneninaier flpi Dan. Scnuieüer.«,<>, Tiisitep vom..... sutterHiise vom,.. moiRereiDuuer... TafeiDuttep.... marKBiHJUtlflP... DamschB Butler.. . 2 Stck. 6.35 .. pjd. 0.38 30%.. 0.46 , Pfd 0.65 . Pfd. C'.68 . Pfd. 0.88 .Pfd. 1 26 . Pfd. 1.34 , Pfd. 1.42 . Pfd. 1.42 HflCÜSDtBl.... AmsplK. TaleiBpfei ßDieislnsn..... maRdarinen.... EPdnüsse.... Haseir ubbb... TrauueRroginen. Datlein lose.... Kranzteigen.... Ananas...... . 2 Pld 0.25 . 3 Pfd. 0.58 I Pfd. ab 0.38 : Pfd. ab 0.64 .. Pfd 0.25 ,.Pfd. 0.25 .. Pfd. 0.66 . Pfd. ab 0.38 ..Pfd 0.20 . Pfd. ab 0.60 Pflaumen mit Stein. Vt Doae 0.48 Apleimus..... 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Gemüse ü...vtDoseO.62 Gern Gemüse mittel� vtooseO.ss Junge Ernsen m. Kar..% DoseO.s s junge Emsen mineif.. vt uose0'.68 stargenspargeidünn. v< iwi.«« Brecnspargei<>.«... v. DoseO.95 Flsctimerinaden'ALtr.-DoseO.25 Sardellen Fi.ets....pwo.ss Itai. Salat....... pm 0.5s magonnaise...... pu.o.58 Por.uo. Oeisardinen 2 d«. 0.45 KariOtlelSalat m Msymm. Pfd. 0.40 »eriieisei*0.72 suüpentieiseii 50.4s nmemn. �0.54 KaidSM ,«..0.54 Kaies-Ksuen».0.44 . BMI» �..0.48 . BW.»..0.58 SM-üeieiett-.0.78 Kamm und"�43 » Schuft. Pfd. ab WU a"S" .. Bauen„,.0.66 . Blau m.0.72 . Uesen.„,.o.S4 . Feil. pm 0.58 . K0ill"'"";s©.48 . Bieren.„ 0.54 .. teuer..„,0.80 scninheoDeine ,, 0.34 -AUSSERDEM: SIMSER WiOHNÄCHIfS�VERKAUE MiUKSeUN KAU FT SEINE WEINNACHTSGESCHENKE BEI H. JOSEPH CO. 6oitne W)rf roflrrnertfcen Strahlen fihlrft, wetcht die Totenstarre. Man hat sogar beobachtet, day Mucken, die in Eis eingefroren waren, nach der Befreiung aus ihrem Gefängnis weiterlebten. Wie weit die Widerstandsfähigkeit einzelner Tiere gegen die Kälte gehl, zeigen einige Experi- mente, über die in„Wissen und Fortschritt" berichtet wurde. Man schloß Fliegen in em Ge- säß ein, das mit flüssiger Lust bespült wurde. Di« Temperatur sank aus etwa 100 Grad Kälte. Die Fliegen erstarrten zu einem Eisklumpen, aber nach Erwärmung mittels eines Kurzwellen- geräts flogen sie in ihrem Eisschrank munter um- her. Die Radiowellen hatten ihre Körpertempera- tur so gesteigert, daß ihnen die Kälte nichts mehr anhaben konnte. Meie in Eisblöcken eingefroren« Tiere leben nach dem Austauen weiter. Schnecken halten ein« Abkühlung bis minus 7S Grad aus, ein Frosch erträgt bis minus 2S Grad und«in Karpfen stirbt erst bei mimis IS Grad. E» gibt zwar menschlich» chungerkünfNer sfret- willige, aber leider viel mehr unfreiwillige), ad« Källekünstler grbi es nicht Wir sind keine Eis- bären. Wir besitzen aber technische Möglichkeiten, uns vor der Kälte zu schützen. Daß diese Mög- lichkeiten nicht allen Menschen zugute kommen, liegt nicht an der Technik, sondern an der Form, wie der Mensch seine technischen Errungenschaften verwaltet. » Das Leben ist an Wärme gebunden. Sie wird von dem chemischen Laboratorium unseres Kör- pers erzeugt und wie bei einer automatischen cheizungsanlage ungefähr auf der gleichen Tem- peratur gehalten. Da hier der Pumpanl.ige unseres Herzens ein« entscheidende Rolle zufällt, fragte sich der amerikanische Arzt Dc G i b b s, ob man diese Pumponlage nicht künstlich nach- ahmen könnte. Nach zweijährigen Versuchen ge- lang es Ihm wirklich,«inen Apparat au« M«. tall- und Gummibeuteln zu konstruieren, der dt« Ardettswets» de, Herzen» nachahmt und da» Liut rhythmisch durch die Adern treibt. Der Apparat wurde einem narkoiisierien Iber an Stell« seines natürlichen Herzens einoperierl, und es gelang für kurze Zeit, das Tier lebendig zu erholten Trotz Narkose und Forschungseifer erscheint dieses Experiment wie ein grausige- Spiel mit der Natur. Die Verfälschung des organisch Le�en- digen, die Prothese am und im Körper haben ihre Grenzen Und statt eines„künstlichen Herzens" hat die Gegenwart ein„soziales Herz" ungleich notwendiger. Der Versuch des Dr. Gibbs erinnert an den ab- geschnittenen Hundekops des Prof. Brjuche- n e n k o in Moskau. Der Kops wurde durch Blut- zufuhr aus einer künstlichen Herzmos�ine nehrere Stunden am Leben erhalten, und es geschah da« Unheimlich«, daß dieser isolierte Kops die Schnauze öffnete, nach einem Stück Wurst schnappte und es wirklich oerschlang, um es an dem anderen T«N d» Speiseröhre wieder h«e- auszubringen. Aus die ewige Frage, ob das Leben unter künstlichen Bedingungen aufrechterhalten werden kann, wird un» dieser abgeschnittene Hvndekopf kaum eine Antwort geben können. Wo liegt die Grenze zwischen Leben und Tod? Wie viele Hunde und andere Versuchstiere wurden jchon geopfert, um uns der Lösung dieses Priblems näherzubringen. Aber bis heule vergeblich Gog. Ton Wünfllern und fo Alfred K e r r der dekannte Berliner Kri- tiker, soll von Rudolf Großmann porträ- tiert werden. Kerr nimmt Platz und fragt: „Soll ich mich nun natürlich geben oder soll ich posieren?" Großmann, mit ernster Miene:„Sie müssen posieren, damit e» auch ähnlich wird." H. Sch. ClnicnOangto M, iilei» Rudrit ftnd >»«>>» SS« Lindenitrag»» parieinachrichten�AHfür Groß-Beplin st«» an Oo»■Btjirtsieftctanai L Cot, l Srttwtn»»cht»,»u eicht»» Beginn aller Veranstaltungen I9H Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Tl. Abt. Sonntag, 25. Dezember, große W«ihnochi»t«ier In der Hochschul. drauerei. Amrumer Str. St. liaffenLfsnung lS Uhr. Ansang 17 Uhr. Eintritt 50 Pf. <5. Abt. Am Freitag, bem 25 Dezember, von 17% Uhr an, Abrechnung samt» lich-r BezirlsfUhrer, auch der Freiheitsmarken! bitte auch die Mitglied». blichet und Listen mitbringen, Bezirksausschuh für Arbeiterwohlsahrt. 14. Ä«ls Neukölln. Mittwoch, 28. Dezember, 18 Uhr, im Parteibüro Air»« gitbe der Essenskarten. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Di«„Sozialistische Erziehung-' ist da. Di» Sclchäst-stelle bleibt a» 27. Dezember(5. Weihnacht, seiertag) 9 Z�ilte, Abt, Will». All» Ziestfallen treffen sich nicht heut«, sondern Sonntag, 15 Uhr, bei C. Backhofer, Neandcrstr, ZZ, zum gulllapp. Friedrichshain. Heut«, Freitag, findet um U Uhr die Bescherung von 50 Kindern mit der Arbelterwohlfahri im Kreisheim MUHlen- strafte 50 statt. Jede Abteilung schickt 0 Rate Falten in Falleniracht. Fahnon mitdrinnen. Reulöll». Heute, Freitag, 18 Uhr, 1. Arbeitsstunde im Kreishelm. All« au». stehenden Abrechnungen müssen erledigt werden.— Abt. Lichtliimpfer, Jung. und Note Falten heut«, Freitag, 17 Uhr, Zulklapp im Kreisheim. Alle e» scheinen In Fallentracht. Abt. Lichtenrade. Heute, IkZh Uhr, Sonnenwendfeier im Waldrestaurant Zlohrmann, Hilbertftraße. Elter» find herzlichst eingeladen. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 8. Abt. Unser bewährter Genosse Johann Schmidt, Auriürstsnstr. 140, ist «erstorben, Ehre seinem Andenken, Beerdigung Sonnabend, 24. Dezember, 0>4 Uhr, auf dem Städtischen Friedhof, Spandau. West, Zeppelinstraße. I Sozialistische Arbelterjugend Groß-Verlin Einiendungen kilr btest Rubrik nur un das gugends-tretoriai Verltn SW 68 Lindenstra�e 2 vorn 1 Treove rechts Proletarische« Orchester der SAI., Gruppe Heutige Probe fällt au». Refereutenschule uuo MänchcN'Kursus fallen in oteser Woche aus. Wanderleiterauskunft heute, von 17—19 Uhr, im Heim Lindenstr. 4, geöffnet. Achtung, das Sekretariat bleibt am 8. Feiertag geschlossen! heute, 20 Uhr. Weihnachtsfeiern: ____. Elifabethlirchstr, 19.— Geweri Engelufer.— Rosenthaler Vorstadt: Zehdenicker Arkonaplaß: Elifabethlirchstr, 19.— Gewertlchaftshau»: Gewerkschaftshaus, ..... itr. 18.—' Zentrum: Waisen. raße 18.— Hansa: Bochumer Sir. 8d.— Moabit ll: Bremer Str. 70.— Straße 18.— ZleutZll» IT: Kanner Straß».— Reulölln VII: KZ schulenweg: Ernststr 15.— Köpenick li Grünauer Sir. 5.—! Gunterstr, 44— KarI»ha,N: Treakowallee 44.— Lichtende rg-Z weberstraß« 22.— Rcu-Lichtcnberg: Gunterstr. M. 3.— Baum- riedrichs selbe: litte: Schorn, Gesundbrunnen ll: Koloniestr. 22. Parteiweihnachlsfeter.— Humboldt- Hain: Besuch der Weihnachlsseter der 15. Abteilung.— Wedding: Willdenow- strafte 5. Heimabend.— Wedding sR.-F.): Seestraft«. Schallplattenadend.— Arnimplaß: Sonnenburger Str. 20. Friede aus Erden?— Arnswaldcr Platz I: Schönlanler Str. 11, B. 5. Reuter. Abend.— Balla»! Mandelstr, 8. Sonnen- wendseier,— Falkplatz ll: Sonnenburger Str. 20. Weihnachten im Zerrbild.— Hohenschönhausen: Haupistr. 44. Sonnenwendseier.— Nordost l: Donziger Strafte 52, B 8. Jugend gegen Kriegl— Weiftensr«: Easeler Str. 2, Der Ar» beiter� vor Gericht.— Baltenplatz TUsiter Str. 4—5. Lehre Vorbereitung»» zur Weihnachtsrahrt.— Stralauer Viertel: Goftlerstr, 51. Fahrtbesprechung,— Luisenftadt: Rassertorstr. 4. Polltischer Rückblick aus 1932,— Reichenberger Viertel: Heimabend fällt aus.— Schöneberg ll: Haupistr. 15. Fabrtbefprechuna. — Eharlottenburg: Rosinenstr 4. A. G.— Eharlottenburg-SIib: Pestalozzi. strafte 40. Des deutschen Spiefter» Heiligabend.— Eichtamp: Schule Lörchen- weg. Das Märchen oom freien Arbeiter.— Spandau, Illnger«: Lindenufer 1. Wie d-nl« ich mir den Sozialismus�— Lanlwitz: Annastr. 12. Helmabend,— Lichterseld«: Albrechistr. 14a. Sonnenwendfeier,— Marienbors: Dorsstr. 7. Tagespolitik.— Britz: Schule Parchimer Alle«. Brettspielabend,— Neukölln I: Sander. Ecke Hdbrechlstrafte, Fahrtdesprechung,— Neukölln tll: Ziethensir 58. Sonnenwendfeier,— Neukölln IX: Schul» Morsendorfer Weg, Wir schneiden aner das Jahr 1932,— Rcuköll» XI: Flughafenstr. 58, Sonnenwendfeier,— iudaw: Schule Reulöllnifche Straft«. Heimabend.— Jobanniithal: Raihauo. Aussprache.— Schöneweide ll: Berliner Str. 31, Geschichte der Ardeiter. bewcgunq, 2. Teil.— Treptow: Elsenstr, 8. Sahresendseier.— Ablershos: Bismarckstr. 1.— Bohnsdors und Folkenberg: Bohnsdorf, Wachielstr. I. Ehristentum und Weihnachten.— Köpenick Ii: Dohlwiher Str. 15. Was haben wir in unserer Bibliothek?— Lichtenberg-Rord: Der Heimabend fällt au».— Mohlsdorf: Heimabend fällt aus,— Sermsdorf: Roonstrafte, Sonnenwende.— Reinickendorf-Ost: Lindouer Strafte. Bedeutung der Sonnenwende für die Ar. beilerjugend,— Reinickendori-West: Seidelstr. l. Aufbau und Aufgaben de» Staates.— Wittenau: Haupistr. 13. Sonnenwendfeier.— Karow: Baden bei A. Koch. Werbebezirk Wedding: Tomdourkapell« fällt au». Zusammenkunft wieder Ansang Januar. Morgen Treffpunkt zur Sonnenwendseier um 18.15 Uhr Bahn. hos Gesundbrunnen. Werbebezirk Preu-Ianer Vera: Aelterenkursu» um 20 Uhr Danzlger Str. 25. Geschichte der kapitalistischen Wirtschaft. Werdebezirk Neukölln: Alle erwerbslosen Genossen beteiligeir stch an der Erwerbslosenzusammentunft der Partei ad 15 Uhr im Heim Kanner Strafte. * Steglitz I: Morgen Treffpunkt zur Fahrt am UZH Uhr an Rathano. t Trete Gewertschafts-�ugend Verltn Heut», Freitag. 23. Dezember, iOxh Uhr, tagen die Gruppen: Freiheit: Jugendheim Wassirtorstr. 4. Wir feiern Weihnachlen mit der Gruppe Dewerkichaftshaus,— Eharlottenburg: Jugendheim Spreestr, 30. Für und wider die Religion.— Nordring: Jugendheim, Schul« Sonnenburger Straß» 90. Weihnacht«» auf unser« Art.— Hermannplatz: Jugendheim San- derstraße 11, Ecke Hodrechtstraß«. Wir find auf Fahrt.— F>aiits»r«»» Alle«: Jugendhelm Litauer Sir 18. Sonnenwende.— Zeppeiinplatz: Jugendheim Turiner Ecke Seestrafte. Wir begehen die Wintersonnenwende.— Neinicken. dors-Ost: guaendheim Lindauer Straft«(Baracken). Wir machen eine Weihnacht». seier.— Adicrshos: Jugendheim Adlershos, Bismarckstr. 1. Weihnachtsfeier.— Wedding: Jugendheim Willdenowstr 5. 2 Treoven, Proletarische Weihnachten. — Prenzlauer Berg: Jugendheim Dleimstr. 35, Wir feiern mit Nordring Weih. nachten.— Hertzbergplatz: Jugendheim Treptower Str. 95. Zum Jahresende mit Henry Reifst �uaendaruppe des �entralverdandes der Anaestellten öeule, Freitag, finden folgende Veranstaltungen statt: Britz: Gemein» fchaftshaus in der Hannemannstraft« der Bau. und Spargenossenschaft „Ideal". Julklapp.— Südwest: Jugendheim Porckstr. II(2. Hos. Quergedäud», usgang ll, Zimmer 4). Winiersonnenwrndstier.— Unsere Sprech- und Spiel- -meinschaft übt heute oon 20 bis 22 Uhr im Jugendheim Schänianler Str. 11. — Di, Fotogruppe tagt ab 18.iö Uhr im Jugendheim Franksurter Allee 307, Ouergebäude, 2 Treppen,— Di« Berliner Druckerei- und Verlagsgesellschaft b. H. kommt oo» 20 bi» 22 Uhr im Berbandshau«, Hedemannstr. zusammen 12, AfA-Ortiiartell. DI» Geschästsstellen de« Ortskartell» Berlin und de» Bezirk». kartells Brandenburg de» Allgemeinen freien Angestelltenbundes, Engel. Ufer 24—25, bleiben vom 24, bis einschlieftlich 27. Dezember geschlossen. Am 31. Dezember sind ste bis 12 Uhr mittag» geöffnet. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold" Geichöit» stelle: Berlin S 14 Sedaftiansti 37-38 Ha» I«r. Pankow. Di« für heut» angekündigt« Sungbannersitzung muß ausfallen. «inheitskArzschrift. Regelmäßig- WWWWU 19H bi« 21>4 Uhr Zimmer 10. An» Monatsbeiirag Weiter« 1». Polizeispartverei» Berlio«. A., Abteiiuul Uebungsabend» an allen im Polizeischulgebäude. fönger-, Fortbildung 1,50 Mark. Der nächste Anfängeriehraana deginnt Mitte Januar Auskunft erteilt gern Erich gwickert, 9!eukolln, Pannierstr. Landsmannschaft de« Schleswig-Kolfteiner zu PeeliN. Geschäftsstelle: S 14, Prlnzenstr, 51, Sonntag, 25. Dezember, 1. Feiertag,„Schleswig-holsteinische Weihnachtgscier" in sämtlichen Räumen de» Dresdener Gartens. Dresdener Straße 45. Anfang 17 Uhr. Eintritt inkl. Tan, und Steuer nur 50 Pf. «ereinigung dee Freund«»»»»eligion M»d vilkerfrieden. Am 2, Weih. nachtsfeiertag, 10 Uhr, spricht Pfarrer Bleier in der Trinilatistirche, Ehar. lottenburg, im Rahmen einer religiösen Feierstunde über da« Thema: Weih. nachten und Ehristfest. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 11 Uhr, Pappelallee 15. Portrag 5es Herrn Prof. Dr. A. Rosenberg: Darwin, Höckel und der Marxismus, Gäste willkommen. Eni-llsh Coiivcrsoilonal t uo loui.ded 17»..Ueei ngs everv Friday 8 p. rn Cal« König, Leipziger Str. 117—118. Lecturer: Mr. Ul brich:„Short Speeches". Molkereibutler i 40 pfj v» BCp Tiisiter Käse n&& voiife«......... pid vs-o vsp'yy Gek. Schinken nn _ Pfd Kaffee ri,ob i gebrannt aus eigener Rösterei Pfi v 1.90 Suppenhühner...... pm. e«° 0,68 PUten frisch......... Pfd von 0,73 Fische und Räucherwaren Mongenabgobo vorbehalten— Frische» Fleisch Kalbskatnmo Wg.Ptö.*. 0,48 Kalbsbrusti'ftotii ,Pid 0,54 Kalbsschnitzel Pfd. r 1,18 Schw.-Uaucho.B., Pfd. 0 66 Schw.-Schulterbt.PM 0,70 Schw.-Kofelett»o«0.78 Röckenfetttiratltrt, Pfd 0.58 Schw.-Köpfe i Baeks.Aö.0,48 Hammelvorderfl.fU." 0,54 Suppenfleisch Pfd t 0,43 Schmorfl.K«ui«.o.K«..PId.« 0,72 Rinderroulade Pfd.« i,84 Rlnderbackeno.n«(74.0.34 fllleinverkaut Gefrorene russische Yerkaui soweit Vorrat- Proist nur Freitag und Sonnabend— Lebensmlttelzusendungen von M. SfiO an Wurstwaren Fleischwurst...Pfd 0,75 Dampfwurst..... Pfd 0,75 FelneLeberwurstcid 0,96 Wiener.......... Pfd 0,95 Zervelatwurst.. Pfd. 1,08 Salamiwurst— Pfd 1,08 Feine Teewurst Pfd 1,10 Feltdarmwurst Pfd« 1,18 Bierwurst........ Pfd 1,20 Gänseleberw.'«Pfd 0,45 Schinkenspeck Pfd. 1,15 Nußschinken. Pfd 1,28 Lachsschinken'.g..Pt4. 2,10 Pfund von Essäpfel.................> Pfd 0,35 Role Tafeläpfel........ ptd 0,25 Jaffa-flpfelsinen.....- pm 0,70 Qpfelslnen.............- pm 0,38 Mandarinen...........» pm 0,64 Dattein>os« pfd 0,38 i.K»fu>n 0,88 Caiamala-Feigen ,p.tz°. 0,15 Kranzfelgcn.............. pm 0,20 Haselnüsse........ pm. 0,25 Haselnusskerne.......™ 0,60 Erdnüsse.............. ptd 0.25 Krachmandeln........... pfd 0,55 finanas fneeb......... Pfd von 0,60 Traubenrosinen...... pm 0.66 290 1 Konserven Brafschoilen 3 Ptd 0,28 Schellfisch m.K..i.|„Ptd.,. 0,14 Seelachs|f..«.ii..i.|i..i7d. 0,14 Rotbars gr..».*,,!.!!., 814. 0,14 Kabliau er.o.K.,i,|i.,PI4 0,14 Kabliaufllet iriseh, PI4. 0,20 GrüneHeringeSPtd.,. 0,34 Räucheraal PM von 1,40 Lachs i.Staok.. Pfd. von 1,20 Bücklinge.. Pfd. von 0,28 Gemüse Grünkohl" 3 Pfd 0,10 io kohl...... 3 Pfd 0,10 Sellerie tewucdtg, cid> 1,06 Musäpfel....... PM 0,15 Zitronen.. Du von L.SO Hol. Salat, Heringssalat oder Mayonnaise Pfd. 0,58 Marinaden SLtr. Ds 0,25',Ltr De 0,38 GabelbissenDt.0,50 0,65 Appetitsild Di 0,50 0,65 Japan Krebs >/, Dos« 1,15'I, Dos« 2,20 Kronenhummer V, Dos« 2,05 i, Da»« 3,65 OelsardinendPort.-O«. 0,68" Bockcrfikel Auszu imenl Md. 0,2» 0,24 Su taninen.. Pfd 0,24 Mandeln tüs» Pfd. 1,12 Mohn blau od weise>74. C ,4t Kakao»tark entölt. Pfd 0,50 Qderliriichir A»VA Masliäue � U,/o Eulen».0,02 Kaninchen 0B8 gast reift n«n«g» werten. Pfd v W J W w Erdbeer-, Kirsch- oder Aprikosen- Konüti're............... Rlmer CS 2 PM Konfitüren W 1 Hasen Thorn.Kothorin. 3P«k. 0,9C Persip.-Mokron.pid. 1,00 Morr.-Toekonf, PM 1,4 Marzip.-Brote,-Früchte, gestreift an d aasgeworfen... Pfd von «.«« echte Nürnberger Mischung....... Pfd 0,70 Pralinenmischung inursip.-uiuic,-iruunw, Karion l.ös, 0,75-Figuren mvielenPreisIg. Prallnan• Gesetze ksackunBen In Brosssr llu«wahll| üirsclirickn j) Kalhskenle�O Bft ganz oder geteilt........ Pfd. v. Wf l| M? i, Dos« Leipziger Allerlei Span. Apriko«.% Pr crdbeeien.......... Mirabellen.......... Apfelmu« Apf Pflaumen mit stein. Malaya-AnanasSSch Münster vollfett. PM Kokosfett...... 3 PM Margarine....3PM Rohschmalz..... Pfd Dänen- od. allerf. dtreh. Markenbutter Pfd. Altcrfeinsle deutsch« Molkereibutter PM SchweiiiescMen 8 78 mit sei»...... Pfd Uy■ II Sdiweinetamm und-Schuft o Beiisc ptd 0,74 Kassler mild Pfd von 0,68 Stangenspargel oim»>1.40 Brechspargel mittel. 1,25 Junge Erbsen rein 0,88 Junge Erbsennutitilein 0,66 Gem. Gemüse mm»it, 0,88 Käse und Fette Mochalpkäse-oili.rid. u 86 Edamer o.M»it.140ivtd. 0,72 Romadour2U,>/u. Stach 0,15 Briekäse vollfett Ptd 1,64 Butterkäse rainait, cid 0.88 Dan. Schweiz. Su-kPid. 0,65 Black k. in«,«n 70«/,«in. 0,46 Weine und Spirituosen kr«! so ohn« i laich«, Fl 10 kl. kraii» otzo» NMotz«>t,S. JdltllööfäL-UöÜölll. 6.6! 6.66 ZI�ttPösetstlööLllS I2S fontägnö-llolweln 1,00 9,50 30erEllenlerRii erbg.<.8. iDlär lorraionä 1,00 9 50 Rot» Douro-Porlkein 1 85 ,1er SLMart.SCilonb. MO'0.50 � Hau Sau ernes 2? 0.70 0.72 0.93 0.95 0.48 0.46 1.05 0,88 0.18 0.74 0.44 M2 1.34 101 12, OL ii,5L 17,51 25.00 Lebsr.de SplegelkarpfoR 8 65 pm wn eejwv Zur Bowle In �uier i ualiifii RheinpfSIzer Weisswein Liter 0.85 Liter 4.00 In sehr guter Krlm-Polweln von h.mi» Liier 1,00 � Liter 4,75 Marhen-Sctiaumwäine«io-«tziiM-i>°i> ei««od.,»»»> Kupferjj.-Kupf.,.urgtff Gelb. Kenkell-Sllbers.roil, s, gl Z.75 Kup.erdeig-Gold, FsItMtblnei, Mtlneo« MUller-Extr«, Surrjf.-Brün, Snnlein, Sheingold, Mörder u«w..>/, Fl 5,90