Nr. 169. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monat lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschluß: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 23. Juli 1891. Expedition: Benth- Straße 3. Richter Curran, als Sprecher der organisirten Arbeiter im Hafen Urtheil im Fall Treleaven lauten würde. Recorder Bompas Es giebt noch Richter in England. London, den 15. Juli 1891. von Plymouth, dem Vorsitzenden der vereinigten Unter- von Plymuth, der sich höhnend gerühmt hatte, direkt von nehmer, Herrn Treleaven, die generelle Erklärung abgegeben: dem durch Charles Dickens unsterblich gemachten Sergeant wenn diejenigen Ihrer Arbeiter, die unserer Organisation Buzfuz abzustammen, erhielt eine Züchtigung, die der seinem nicht angehören, nicht entlassen werden, so proklamiren wir Ahnherrn, oder vielmehr den Urbildern seines Ahnherrn Der geftrige Tag wird auf lange ein denkwürdiger in den allgemeinen Ausstand, und als das Verlangen definitiv applizirten nichts nachgab. Sein Erkenntniß wurde vom den Annalen der englischen Arbeiterbewegung sein. Die abgeschlagen worden war, hatte Curran die Arbeiter auf Lord Oberrichter Coleridge ganz unbarmherzig in Feßen zerArbeiter haben einen wichtigen Sieg errungen- nicht in dem Dock des Herrn Treleaven mit den Worten zum Streit riffen. Auf die Einzelheiten können wir hier nicht eineinem Streit, nicht in einem Wahlkampf, noch weniger in aufgefordert:" Euer Prinzipal geht auf die Bedingungen gehen, aber nur soviel sei erwähnt, daß die kunstvolle Dareiner Straßenschlacht oder sonst einem melodramatischen nicht ein. Legt daher die Arbeit nieder und gebt Acht, legung des Hern Bompas, ein Streif zur Erhöhung der Konflikt, sondern auf die prosaischste Weise von der Welt. daß Ihr dabei nicht gegen das Gesetz verstoßt. Droht mit Löhne der Arbeiter sei an sich zwar gesetzlich, werde aber im Prozeßwege, vor dem sehr ehrenwerthen Tribunal der feinem Gewaltakt, braucht teine gewaltthätigen Ausdrücke, sofort ungefeßlich, sobald er den Unternehmer zu benachsog. Queens Bench Abtheilung, d. h. der Berufungsinstanz geht ruhig nach Hause und laßt einfach die Arbeit liegen." theiligen drohe, mit der einfachen Erklärung zunichte gedes tgl. Gerichtshofes. Diese Worte neben der vorhergehenden Erklärung hatten macht wurde, es komme bei einem Streif nicht auf die mögEngland als das Musterland der bürgerlichen der bürgerlichen dem Recorder( höchsten richterlichen Ortsbeamten) von liche oder sekundäre Wirkung, sondern auf den ersten nnd Gesellschaft hat auch zuerst die wundervolle Einrichtung Plymouth genügt, Curran wegen gesetzwidriger Ein- eigentlichen Zweck an. Da aber Herr Bompas selbst hatte entwickelt, daß das Parlament zwar die Gesetze macht, schüchterung zu 20 Pfd. Sterling Geldbuße zu verurtheilen. zugeben müssen, daß Curran und Genossen keineswegs persönliche aber die Gerichtshöfe ihre Praxis bestimmen. Desgleichen hatte der Recorder von Newcastle den Arbeiter Bosheit gegen Herrn Treleaven bei ihren Forderungen zum Barlament tann das schönste Gesetz von der Welt Connor wegen der vorerwähnten„ Einschüchterung" ver- Beweggrund hatten, so sei es im höchsten Grade uuzusammenbrauen, bevor nicht ihrer Majestät Richter" in urtheilt, während das Richterkollegium von Tynemouth den gereimt", ihre Vereinigung als eine„ boshafte Verschwörung einem Probefall fundgethan, in welchem Sinn das Gesetz zu Arbeiter Lawson freigesprochen hatte, obwohl er genau das behufs Schädigung ihres Arbeitsherrn" zu qualifiziren. Das Urtheil sei daher umzustoßen und die Strafverfügung verstehen sei, ist kein Mensch sicher, wie weit er sich auf den selbe gethan hatte wie Connor. aufzuheben. Wortlaut desselben verlassen darf. Zumal derselbe meist so gefaßt ist, daß der richterlichen Auslegekunst nicht etwa mur ein Hinterthürchen, sondern ein sehr breites und bequemes Scheunenthor offen steht. Was das Parlament mit dem Gesetz gewollt hat, ist Nebensache, was man aus dem felben herauslesen kann, darauf fommt es an. " 1 Das deuten, wie schon Eingangs hervorgehoben, einen großen Dieses Erkenntniß oder vielmehr diese Erkenntnisse bes Sieg der Arbeiterfache. Bompas seiner Zeit allgemeine Entrüstung und einen Wie das Urtheil des Herrn Sturm von Protesten aus den Reihen der Gewerkschaften In keinem der drei Fälle waren Drohungen auf Leibesoder Sachbeschädigung zc. vorgefallen oder Schimpfworte geäußert worden. In Plymouth hatte sogar Herr Treleaven wiederholt seine Befriedigung ausgedrückt über die ruhige, höfliche und geschäftsmäßige Art, in der Curran mit ihm verhandelt, und demselben beim Abschied freundschaftlichst So haben denn, als im Laufe des vorigen Jahres fich die Hand geschüttelt. Es stand also sozusagen nur das hervorgerufen, so wird die zerreißung desselben durch das Berufungsgericht mit allgemeiner Genugthuung aufgenommen eine Reaktion gegen die Jubelepoche des Dockstreits von Prinzip zur Entscheidung: wo fängt die Bedrohung an, werden. Die organifirten Arbeiter von Plymouth haben 1889 einstellte, verschiedene Richter in der Provinz, wo der strafbar, ungesetzlich zu werden. bereits beschlossen, unter der Aegide der Gasarbeiter 2c. Klaffenkampf sich überhaupt ja meiſt ſchärfer zuspißt als in Im Falle Connor versus Kent hatte der verurtheilende Gewerkschaft, der Curran angehört, und der Matrosen- und der Hauptstadt, dem„ Einschüchterungs"-Baragraphen des Recorder sich eine grobe formelle Gesetzesverletzung zu Schulden Heizer- Union eine große Siegesdemonstration abzuhalten, Verschwörungsgesetzes von 1875 d. h. des Gesetzes von 1875 fommen laffen, so daß schon deshalb sein Erkenntniß umge- und anderwärts wird man wohl das Gleiche welches den Begriff der Verschwörung einschränkte und damit stoßen werden mußte. Im Falle Gibson wider Lawson thun. Ueber die Tragweite der Entscheidung, das Koalitionsrecht der Arbeiter erst auf eine feste brehte es sich nebenbei um die Frage, ob ein Streit daß es nicht ungesetzlich, oder sagen wir lieber, nicht strafbar Grundlage stellte eine Deutung gegeben, die das ganze zwischen Arbeitern und Arbeitern formell hatte ist, zum Streif behufs Entlassung von Nichtgewerkschaftlern Gesetz auf den Kopf und das Koalitionsrecht der Arbeiter von es fich um den Kampf zweier Arbeiter- Organi- aufzufordern und Streik anzudrohen, wenn solche Entlassung Neuem in Frage stellte. Zwei solcher Erkenntnisse standen fationen gehandelt: der Gewerkschaft der Vereinigten nicht stattfindet, brauchen wir uns hier wohl nicht erst des gestern vor dem Dueens Bench Gerichtshof zur Entscheidung Maschinenbauer, der Lawson, und einem Verein, der sich Weiteren auszulassen. Es ist die Legalisirung der ausge und außerdem noch eine Berufungsklage, die ein Urtheil Nationaler Gewerkverein der Maschinenbaner nennt und sprochensten Gewerkschaftstyrannei", über welche kapitaim Sinne jener Erkenntnisse forderte. dem Gibson augehört- ob ein solcher Streit auch ein ge- liftische Freiheitsliebe je Thränen vergossen. Es handelte sich jedesmal im Grunde der Sache um werblicher Konflikt im Sinne des Gesetzes sein könne, das Freilich soll nicht verschwiegen werden, daß diese Waffe dieselbe Frage: ist die Erklärung, wir wollen mit diesem doch eigentlich nur von Konflikten zwischen Arbeitern und des gewerkschaftlichen Kampfes sich schon wiederholt als eine oder jenem Arbeiter, mit diesen oder jenen Arbeitern, so Unternehmern handele. Mit Recht wurde diese Frage von recht zweischneidige erwiesen und der Sache, für die sie anlange fie unserer Organisation nicht angehören, nicht weiter den Queensbench- Richtern bejaht, denn in der Sache bezog gewendet wurde, mehr geschadet als genützt hat. Indeß arbeiten und werden daher, wenn sie nicht entlassen werden sich der Streik direkt auf das Arbeitsverhältniß. Zum Gegen- das ist eine Frage, um die es sich hier nicht handelt, über oder sich uns anschließen, die Arbeit niederlegen ist diese stand der Auflage selbst aber erklärten sie:" Da die An- die zu entscheiden den betreffenden Arbeitern jedesmal selbst Erklärung strafbare Einschüchterung oder nicht? In zwei kündigung, die Arbeit niederlegen zu wollen, an sich nicht zusteht. Solange sie die Waffe des Boykotts der Nichtge der erwähnten Fälle- Connor versus( wider) Kent und ungesetzlich sei, so sei es auch nicht ungesetzlich, zum Zwecke werkschaftler zum Zweck ihrer gemeinsamen Klasseninteressen Gibson versus Lawson haben die Verklagten, als Ver- der Entlassung eines Arbeiters eine Arbeitseinstellung au- brauchen, muß sie ihnen zur Verfügung stehen. Das haben treter von Arbeiterorganisationen, je zu einem einzelnen Ar- zudrohen. Ob es gut und recht sei, sei eine andere Frage, Lord Coleridge und seine Kollegen anerkannt beiter gesagt: wenn Du unserer Organisation nicht beitrittst, aber ungesetzlich werde eine Drohung erst, wenn sie einen würden im gleichen Falle deutsche Richter geurtheilt haben? treten wir Deinetwegen im Ausstand. Im dritten Falle ungesetzlichen Akt in Aussicht stelle." Oder, wie steht gegenüber dem englischen Gesetz der beCurran versus Treleaven hatte der Angeklagte, Pete rühmte§ 153 der deutschen Gewerbe- Ordnung da? Feuilleton. Nachdrud verboten.] erschien. Kapitän Lobe. Von John Law. Autorisirte Uebersetzung aus dem Englischen von Regina Bernstein. 3 Nach dieser Entscheidung war es vorauszusehen, wie das wie schricen in einer so wüthenden Weise„ Gelobt sei der Herr" Matrosen auszurauben. Dort kommt eine luftige Theerdaß es komisch gewirkt hätte, wenn sie nicht so völlig über- jacke taumelud daher; ein Vampyr, gekleidet in einen zeugt ausgesehen hätten. Die Pfeife wurde nur einer schmutzigen Rock, eine Reihe bunter Perlen um den Hals sonderbaren Sammlung symbolischer Gegenstände, symbolischer Gegenstände, wie und eine Franze schmieriger Haare auf der Stirn, zieht ihn Romane, Bänder, Trinkgefäßen und Photographien ein- am Ellenbogen. Dann schlingt eine Sirene int Samnit gereiht. jacket ihren Arm um seinen Hals und führt ihn in den Schnapssumpf hinein, aus dem er sicher nicht früher herauskommt, als bis er seines letzten Sixpence ledig ist. Sobald die Zeremonie beendet war, verließ Rapitän Lobe das Hauptquartier und kehrte ins East- End zurück. Sein erster Gang war, eine Höhlenretterin aufzusuchen, die mit einem anderen Mädchen in einem Blockhaus zusammen Das ist gewiß schon schlimm genug. Doch die Thecrjacke ist wenigstens ein erwachsenes Der Versammlungssaal war, als Kapitän Lobe ankam, wohnte und deren Amt es war, in die Höhlen und Gaffen Individuum und im Stande, sich selbst zu schützen. Behn= schon mit Menschen angefüllt; Männer in rothen Jacken zu gehen. Er fand sie jedoch nicht zu Haus, ebensowenig tausend Mal schlimmer ist es jedoch, mit anzusehen wie ein und Frauen in Kiep hüten hatten einen Kreis gebiidet. Sie ihre Zimmergenossin, die ausgegangen war, ein verbranntes betrunkenes Weib ihr Kind schlägt, weil es aussieht, als Kind ins London Hospital zu bringen. So entschloß er sich, wolle es schreien, während sie Becher auf Becher voll hielten die Banner und Fahnen und sangen eine Hymne, die Herberge selbst aufzusuchen und machte sich auf den Schnaps leert; wie sie auf das todtkranke, vom Spiritus indeß der junge Mann seine Pfeife hervorzog. Man konnte wohl sehen, daß ihm die Zeremonie durchaus nicht amüsant Weg durch einige der schlimmsten Straßen der Riesenstadt. halb vergiftete Kind loshaut. Er mußte, um das Herbergshaus zu erreichen, die Das sind Dinge, an die man kaum wagen darf, zu Es war, als begriffe er erst jetzt, was es heißt, Gegend passiren, in der das Mädchen lebte, an das er den denken. Tagsüber war die Gegend ruhig, und die Besich von seiner liebsten Gewohnheit für immer loszu- Abend vorher, nach seinem Besuch bei den Mädchen im wohner derselben haben sich so daran gewöhnt, des Nachts reißen. London Hospital, gedacht hatte. Die Gegend war, mit diese gellenden Schreie, diesen schenßlichen Lärm zu hören, Er blickte für einen Moment voller Wehmuth auf die Ausnahme der Stunden um Mitternacht, sehr ruhig. Dann daß weder Mann noch Frau oder Kind aus dem Schlaf Pfeife, dann seufzte er und übergab sie einem alten jedoch spien die an den Ecken des Platzes stehenden Wirths aufschrecken, wenn das Gesetz spricht:„ unn ist es Zeit, die Manne, dessen Amt es war, derartige Trophäen entgegen häuser ihre Ladungen von Elend und Laster aus, und die Wirthshäuser zu schließen". Straße ertönte von den Flüchen der Weiber, die ihre Kinder " Wenn irgend Jemand hier ist, der diese Pfeife zur um zwei Shillinge oder achtzehn Penny verkaufen, oder von Ehre und zum Ruhm Gottes rauchen kann, so melde er denen von Männern, die nur durch die Gabe der Sprache sich," sagte der Mann, und er soll sie haben." sich von den Thieren unterscheiden. zu nehmen. " Nein! nein!" riefen die Männer und Frauen. So wollen wir sie zu den anderen Sachen thun, die von den Leuten der Heilsarmee aufgegeben worden sind." Die Männer und Frauen schwenkten ihre Fahnen und Wir gewöhnen uns nach und nach an krächzende Krähen, tickende Uhren, schnarchende Verwandte, kurzum an Alles, was sich wiederholt, an jedermann, an jedermann, der fortgesetzt dasselbe thut. Wie es am Anfang war, ist es jetzt und Um diese Wirthshäuser herum sammelt sich die niederste wird es bleiben," wiederholen wir gleich Papageien, und Hefe des East- End. Männer von Shadwell und St. George halb schnarchend fügen wir hinzu:„ Amen“. Vor langen Jahren, so sagt die Ueberlieferung, war in the East, Frauen aus Ratcliff Highway und den hinter den Docks gelegenen Straßen vereinigen sich hier, die der Platz von wirklich vornehmen Leuten bewohnt; jetzt Politische Uebersicht. Berlin, 22. Juli. Die fortdauernd ungünstige Witterung hat wieder ein beträchtliches Steigen der Ges treidepreise zur Folge gehabt. Der Roggen stand gestern um 4 Mark die Tonne höher als am Montag. Wahrend bei uns das fünstlich vertheuerte Brot immer theurer wird, ist den Franzosen ihr Brot durch die Herabsehung der Getreidezölle billiger gemacht wor Sen. Und zwar beträgt der Preisunterschied des Weizens ( die Franzosen efsen nur Weizenbrot) zwischen Berlin und Paris mehr als der Unterschied der beiderseitigen Zoll sätze. In Berlin galt der Weizen am Montag 24 Mart 30 Pf. für den Doppelzentner, und in Paris 26 Franks 10 Centimes, das heißt 20 Mark 88 Pf. Der Preisunterschied zu Gunsten von Paris betrug also 3 Mart 42 Pf., wohingegen der Zollunterschied blos 2 Mark 60 Pf. beträgt. Es wird hierdurch die von den Agrariern mit der ihnen eigenen Dreiftigkeit geleugneten Thatsache, daß Kornzölle das Getreide nicht blos vertheuern, sondern auch über die Höhe des Bolls hinaus vertheuern, in eklatanter Weise festgestellt und auch dem stumpfesten Verstand tlar gemacht. Wie lange wird die Reichsregierung noch bei ihrer Ableugnung des Nothstandes verharren und sich der Suspension der Kornzölle widersezen? Soll die Hungersnoth erst ins Land tommen? ,, Das Wettkriechen vor Rußland" ist in Deutsch land nachgerade selbst unter den einst eifrigsten Bewunderern des Zarismus in Mißkredit gekommen, und es giebt eigent lich nur noch ein einziges deutsches Blatt, welches sich noch vor dem Herrscher des Knutenreichs auf den Bauch wirft und einem Bündniß mit Rußland das Wort zu reden die Stirn hat. Und dieses Blatt sind die Hamburger Nachrichten", das Leiborgan des Fürsten Bismarck. Da dieser zum Glück in Deutschland nichts mehr zu sagen hat und auch von den Nägeln der thatenluftigsten nationalliberalen Mühlhuber nicht aus seinem unfreiwilligen Tuskulanum herausgegraben werden wird, so hat dieser Juchtenleder- Enthuflasmus des Ex- Nationalhelden und er- größten Staatsmannes aller Jahrhunderte nur ein historisches Interesse, indem er die Ziele der Bismarckischen Politik klar anerkennen läßt. Deutschland verrussen und an Rußland anketten das war das Jdeal Bismarcks, und zwar sollte das deutsch russische oder russisch deutsche Zwillingsreich den Kern bilden für die neue Heilige Allianz, welche bestimmt war, das revolutionäre Frank reich zu erdrücken und die internationale Sozialdemokratie auszurotten. Aus der neuen Heiligen Allianz ist nichts geworden sie ist, wie weiland die alte Heilige Allianz, an dem Widerspruch und Widerstand Englands gescheitert und außerdem an der Unmöglichkeit, die russischen Interessen mit denen Desterreichs und Englands in Einklang zu bringen. Die Bismarck'sche Heilige Allianz ist zum Dreib und zusammengeschrumpft, und was dem allmächtigen Hausmeier der Hohenzollern nicht gelang, das wird dem unzufriedenen Privatmann von Friedrichsruhe sicherlich nicht gelingen. hierauf dem Scharfrichter übergeben, und nach wenigen sich nicht lange, und sprachen die Herren Revolutionär Gefunden war das Urtheil vollzogen. Die einfach frei. Leiche wurde sofort eingefargt und mit dem nächsten Zuge nach Rostock befördert, um daselbst der Anatomie übergeben zu dem tüchtigsten demokratischen Organ der Schweiz, wit Dieser Urtheilsspruch wird von der Züricher Post". werden." keine Bemerkung abschwächen und nur daran erinnern, daß Wir wollen die Wirkung dieser grausigen Scene durch im wilden" Griechenland seit Jahren keine Hinrichtung mehr vorgenommen werden kann, weil sich kein Henter findet! Aus Dresden wird gemeldet, daß der Gesammt ausschuß" für die Sedanfeier einstimmig beschlossen hat, in Anbetracht der drückenden Geschäftslage und der ungünstigen Erwerbsverhältnisse für dieses Jahr von einer Feier des 2. September abzustehen. Sehr vernünftig das. Die französische Kammer hat, ehe sie auseinander ging, wenigstens noch das Gesetz zum Schuh der Frauen und Kinderarbeit fertig gestellt. Einem Resumé der Frankfurter Zeitung" entnehmen wir folgendes über die hauptsächlichsten Bestimmungen des Gesetzes: folgt kommentirt: Wir wollen uns nicht verhehlen, wie leicht der von den Geschworenen gefällte Spruch so mißverstanden werden kann, als enthalte derselbe nicht allein die Rechtfertigung einer be stimmten, gegen eine bestimmte Regierung gerichteten gewaltsamen Aktion, nämlich der Tessiner September- Revolution, sondern eine Legitimation revolutionärer Handlungen überhaupt. Zu dieser Schlußfolgerung ist man gar sehr versucht. Es giebt zurückgesezte, Getränkte, Berfolgte auch in anderen Kantonen und auch im Bunde. Würden sie ebenfalls freigesprochen werden, wenn sie sich gelegentlich das Vetterli um= hängten und das Regierungsgebäude oder Bundesrathhaus besetzten? Wir überlassen unsern Mitbürgern die Antwort auf diese Frage. Glauben sie zum Beispiel, daß, wenn die So= zialdemokraten in einem solchen Falle sich befänden oder bei einem Streik zu den Waffen griffen, dann aber nicht freigesprochen würden, so ziehen sie die Unbefangenheit des eben gefällten Urtheils in Zweifel. Nehmen sie aber an, die Freisprechung, von welcher hier die Rede ist, müsse bei uns in Zukunft allen Revolutionären zu Statten kommen, dann legen sie demselben eine Wirkung bei, deren Gefährlichkeit sie selbst nicht leugnen tönnen. Jedenfalls haben die Geschworenen der eidgenössischen Assisen von Zürich bewiesen, daß unser liberales Bürgerthum im Kapitel der Gesetzlichkeit nicht so bombenfest ist, wie es, fällt etwa zu äußerst lints ber Schuß eines scharfen Wortes, mit Geschrei der Entrüstung zu sein sich brüstet. Wo sie ihm selber nüßen können, würde es wohl noch heute Revolutionen oder" Putsche" machen. Gerade um so mehr wird es also unsere Aufgabe sein, einen verwirrenden Einfluß des Wahrspruchs auf die Arbeiterklasse abzuwehren, diese darüber aufzuklären, daß sie nicht so mächtig ist, wie sie oft glaubt, und daß sie in der Freisprechung einer andern Partei nicht eine Ermunterung zur Auflehnung gegen die bestehende Staatsgewalt erblicken darf, fte auch von dem innern Werthe der Reform gegenüber der Revolution zu überzeugen. Außer den offen auf Erwerb und Gewinn abzielenden privatindustriellen Anstalten jeder Art werden auch die privaten und öffentlichen Fachschul- und Wohlthätigkeitsanstalten, welche Frauen, jugendliche Personen und Kinder beschäftigen, tünftig der Fabrikaufsicht unterstellt sein. Dadurch werden viele verkappte Umgehungen des Gesetzes verhindert, vermöge deren jetzt die sogenannten Näh- und Industrieschulen, flöſterlichen Arbeitsasyle",„ Rettungshäuser" und ähnliche Anstalten der Aufsicht entzogen sind und daher die steuerzahlende, an die Vorschriften des Gesetzes gebundene Privatindustrie durch billigeren Verkauf überbieten fönnen. Ein anderer Fortschritt besteht darin, daß die Beschäftigung von Kindern unter 13 Jahren im Fabrik- und Bergwerksbetriebe grundsäßlich untersagt ist. Das Gesetz von 1874 gestattete, sogar Kinder unter 12 Jahren auf" Halbzeit", d. h. täglich 6 Stunden, und folche von 12 Jahren an gar täglich 12 Stunden abzuarbeiten! Ferner soll fünftig die Beschäftigung aller Kinder unter 16 Jahren nur auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses förperlicher Befähigung gestattet sein. Die Arbeitszeit für jugendliche Arbeiter unter 18 Jahren und für Mädchen unter 21 Jahren So die Züricher Post". Was sie von der liberalen wird auf 10 Stunden beschränkt, die Nachtarbeit für beide Bourgeoisie sagt, gilt übrigens auch von anderen Parund für Frauen grundfählich untersagt, wobei jedoch leider teien. Die Ultramontanen, die Junker, die Legitimisten, dem„ Grundsatze" sehr elastische Ausnahmen angehängt sind. Die Bonapartisten kurz, alle der besitzenden Klasse Auch die Sonntagsruhe, die das jetzige Gesetz nur den Kindern angehörigen Parteien pfeifen auf das Geses", sichert, soll den jungen Leuten von 16 bis 18 Jahren und den wenn es ihnen im Wege steht. Die Gewaltthätigkeit ist Frauen jedes Alters gleichfalls verbürgt werden. Die Fabrikaufsicht, die jetzt theils vom Staate, theils von den General- ihnen blos dann unangenehm, wenn sie nicht von ihnen räthen der Departements abhängt, foll einheitlich reorganisirt felbst geübt wird. Jede Partei will eben für sich das werden. Für die Anstellung der Fabrikinspektoren wird eine Monopol der Ungeseglichkeit haben und je Ronkursprüfung gefchaffen. Die Strafen für die Uebertretung größer ihr Hang zur Ungeseglichkeit ist, desto lauter predigt des Gesezes, oft lächerlich gering in Anbetracht des Vortheils, den sie den anderen Parteien die Gesezlichkeit. Die Geschichte die Uebertretung gewährt, werden angemessen verschärft. Das des letzten Jahrhunderts ist mit Beispielen gefüllt. Gesetz von 1874 und ein auf Grund dessen erlassenes Defret verboten den Gewerbe oder Handeltreibenden, welche Lehrlinge oder Die englischen Konservativen unterscheiden sich jugendliche Arbeiter beschäftigen, dieselben schwerere Lasten auf bekanntlich in nichts Wesentlichen von den Liberalen, Kopf oder Rücken tragen oder in Fuhrwerken ziehen zu lassen, und die alten Parteibenennungen: Tories und Whigs als für ihr Alter verträglich ist. Zur Durchführung dieses als Bezeichnung für Konservative und Liberale- haben leider feineswegs überflüssigen Verbots erstatteten häufig SchuhLeute, wenn sie auf den Straßen von Paris und anderen seit einem Menschenalter gar keinen Sinn mehr. Der Torn Städten derartig überlastete Wesen sich einherschleppen fahen, Disraeli war weit liberaler als die Whigs, und er hat pflichtgemäß Anzeige, allein häufig mußte Freisprechung er die englischen Konservativen" gelehrt, ihren liberalen" folgen, weil nicht der Arbeitgeber, sondern sein Kunde das Geschäftskonkurrenten dadurch den Wind aus den Segeln Kind überbürdet hatte. Der Art. 33 des neuen Gesetzes bedroht zu nehmen, daß sie über die liberalen Forderungen noch nunmehr überhaupt Jeden, der sich eine so rohe Hand- hinausgehen. Das jetzige Ministerium Salisbury hat lung zu Schulden kommen läßt, mit 16-300 Franks Strafe. Diese Praxis bei mehreren Gelegenheiten mit großem Glück Auch ein Kulturbild. Durch die Zeitungen geht nachgeübt, und soeben wieder eine solche Trumpfkarte gegen die stehende Notiz: Revolutionäre Bourgeois. Bei Besprechung des Liberalen ausgespielt: Der Minister Balfour hat näm" Hinrichtung. Am Sonnabend früh 6½ Uhr wurde, Tessiner Putsches im vorigen Jahre wiesen wir schon lich eine Regierungsmaßregel angekündigt, welche den Irwie uns aus Güstrow gemeldet wird, daselbst durch den darauf hin, wie die Bourgeoisie, welche bei dem Wort ländern vollständige Homerule gewähren soll. Scharfrichter Reindel aus Magdeburg die Hinrichtung des Revolution, wenn es einmal von Arbeitern aus Das Versprechen wird auch gehalten werden und des alten feinerzeit wegen dreifachen Raubmordes, begangen an dem gesprochen wird, schon in Krämpfe verfällt und gleich nach und in letzter Zeit sehr gealterten Gladstone lezte Hoffnung Erbpächter Meyer, dessen Ehefrau und fünfjähriger Tochter, Polizei und Staatsanwalt ruft, selber nicht blos eine auf Rückkehr an die Regierung ist nun zerstört. zum Tode verurtheilten Raubmörders Gustav Busch unter sehr revolutionäre Vergangenheit hat, sondern auch eigenthümlichen Neben umständen vollzogen. Nach= heute noch, sobald es ihr in den Kram paßt, dem früh 6 Uhr der Pastor Wollenberg es vergeblich versucht vor den revolutionärsten Akten, in des Worts: revolutio- besagt: hatte, den Verbrecher auf seinen legten Gang würdig vor zubereiten, machte der Delinquent, ein Mensch von hertulischer när" schlimmstem oder gefährlichstem Sinn, nicht zurückStärke, noch einen Fluchtversuch. Nachdem er die in der schreckt. In Tessin griffen die Herren Bourgeois, als sie Zelle anwesenden beiden wärter bei Seite gestoßen, über- vermittelst des Stimmzettels nicht ans Ruder kommen rannte er die drei vor der Thür postirten Wächter, eilte fonnten, ohne Umstände zum Vetterli- Gewehr und setzten durch die Wohnung des Wärters Voß und sprang von dort die Regierung gewaltsam ab. aus einem Fenster des zweiten Stockes in den gepflasterten Hof hinab, von wo er möglicher Weise entkommen wäre, wenn Und als dieser Tage einige der Hauptbetheiligten bei er nicht in Folge des Sturzes einen Beinbruch erlitten jenem Putsch vor den Geschworenen sich zu verantworten hätte. Unter Wehklagen und Stöhnen wurde der Verurtheilte hatten, da besannen die bürgerlichen Herren Geschworenen Ein amerikanisches Telegramm des Wolff'schen Bureaus Knoxville, 21. Juli. In Coalcreek und Briceville ( Tennessee) sind Unruhen ausgebrochen. Streifende Bergarbeiter schossen auf die als Ersatz zur Arbeit gefchickten Sträflinge und auf die zur Bewachung derselben beigegebenen Soldaten. Die Streifenden sind im Besitze der Telegraphenlinie. Die Erklärung des Bes Größere lagerungszustandes steht bevor. Truppenmassen mit Mitrailleufen werden hier zusammengezogen und sollen alsbald gegen die Ausstän= 3. Rapitel. wohnen Leute aus dem Mittelstande darin- Besizer kleiner Eine bestimmte Summe war auf Ruths Erziehung und Ruth's Geschichte. Fabriken oder großer Läden. Dieser Mittelstand spricht von Haushaltungs- Ausgaben zu verwenden, der übrige Gewinn den unteren Klassen", dabei ist es jedoch schwer zu sagen, aus der Kokosnußschnitzel- Fabrik Weldon u. Komp. sollte Rabitän Lobe verließ den Square und ging die Diebs in welche gesellschaftliche Rubrikt er selbst eigentlich ein- für Ruth verzinst werden. Alles dies war der Sorge des gasse hinunter. Die Gegend war ruhig. Vor dem Wirthszureichen ist. Sicher ist nur daß, die oberen Zehntausend" Leiters der Fabrik übertragen, einem Manne, der seiner haus spielten zwei kleine Buben ein beliebtes Straßenspiel, nichts mit ihm zu thun haben, obwohl freilich, wenn alle Beit, als der jüngere Theilnehmer des Geschäfts dasselbe und rändige Hunde liefen herum und leisteten GassenfegerLeute, die ein Recht zu haben glauben, sich zu den oberen plötzlich verlassen hatte, nur zur Aushilfe engagirt worden dienste. Zehntausend" zu zählen, ihre Namen in ein Buch ein- war. Warum dieser Theilnehmer das Geschäft so plötzlich„ Nüsse für die Heilsarmee- Knacker," schrie ein Mann, trügen, es sicherlich nicht zehntausend, sondern Millionen verlassen; wußte Niemand genau zu sagen. Der jezige der am Ende der Gasse stand und Früchte verkaufte. Damen und Herren sein würden, die zur Elite der Geschäftsleiter hieß Pember und war ohne Zweifel ein tüch- Kapitän Lobe tehrte sich nicht an ihn. Er schritt Gesellschaft" gehören. Es genüge festzustellen, daß dieser tiger Geschäftsmann. schnell vorwärts, da er kaum einige Schritte vor sich eine Frau bemerkt hatte, deren sauberes bedrucktes Kleib und schwarzen Hut er sehr gut kannte. Es war Esther, die alte Frau, die so oft in Begleitung Ruths in die Kaserne" kam. Kapitän," rief sie aus, als er sie erreicht hatte, gerade Sie brauche ich. Ich hatte mir vorgenommen, Sie Abend aufzusuchen." Weshalb?" fragte Kapitän Lobe. ,, Ruth ist entschlossen, eine Höhlenschwester zu werden," Kapitän Lobe stuzte, doch erwiderte er nichts. Mittelstand alte Kleider und Suppen an die ärmeren Es war zwar ein etwas sonderbares Testament, doch Klassen vertheilt, während die vornehme Welt bei ihrem hatte Niemand, nachdem der Rechtsanwalt es verlesen, Aufenthalt auf dem Lande die„ würdigen Armen" besucht, etwas daran zu ändern vermocht. Die verschiedenen Onkel und während der„ Saison" in" London wohlthätigen An- und Tanten waren gezwungen gewesen, es anzuerkennen. stalten Schenkungen zuweist. Sie schüttelten nur die Köpfe und nannten es ein schlechtes In einem der Häuser auf der rechten Seite des Platzes, Geschäft." Alsdann kündigte der Geschäftsleiter seine bisin einem Zimmer bicht unter dem Dach, wohnte das Mäd- herige Wohnung und zog in Herrn Weldons Haus, um heute chen, das nach Kapitän Lobe so vortheilhaft abstach von fortan mit dem kleinen Mädchen und der Wärterin zuden Mädchen im Londoner Hospital, das Mädchen, an das sammen zu wohnen. Er war damals achtunddreißig Jahre er am vorhergehenden Abend während seines Auf- und Ab- alt und nicht verheirathet. Er nahm Besitz von Herrn wanderns in seinem kleinen Zimmer in der Whitechapeler Weldons Bureau, er saß in Herrn Weldons Sessel und Was ist Ihnen? Sie können doch nichts dagegen Kaserne" gedacht hatte. wurde Chef genannt. haben?" Sie war die Eigenthümerin einer kleinen KokusnußDie Sprecherin hatte weißes Haar, das glatt über der Dies war im Jahre 1874 geschehen, und jetzt, im Jahre Stirn lag. Sanfte graue Augen und ein breiter Mund schnitzel- Fabrik. Ihre Mutter war, wie die Heilsarmee es auszudrücken 1886, wurde er von Jedermann für den Besitzer des Ge- mit dünnen blassen Lippen erzählten ihre eigene Geschichte, schäfts gehalten. liebt, hinweggenommen worden," als Ruth noch ein kleines Das East- End ist voll von solch kleinen Fabriken, in denn die Natur hatte auf ihnen in unverkennbaren Kind war. Ihr Vater war im Jahre 1874, da sie kaum denen Alles in Allem dreißig bis fünfunddreißig Menschen Schriftzeichen„ Selbstaufopferung" geschrieben. Es war fünf Jahre und nicht höher als der Tisch im Wohnzimmer beschäftigt sind. In Weldons Fabrik wurden drei Sachen so sehr für andere Menschen und so wenig für sich nicht schwer zu erkennen, daß alte Frau war, gestorben. Er hatte seinen Geschäftsleiter zum alleinigen verfertigt: Rokosuußschnitzel, mit denen das Hauptgeschäft selbst lebte, daß sie sich ihres eigenen Daseins gar nicht recht Verwalter seines Vermögens eingesetzt unter der Bedingung, daß dieser Mann die Vormundschaft über sein kleines Mäd- gemacht wurde, Zuckermäuse mit Chokolade überzogen, und chen übernehme, mit dem und dessen Wärterin er in seinem Farthing- Wunderpäckchen. Hause leben solle. Wenn der Geschäftsleiter diese Be- Ruth war zwar die eigentliche Juhaberin des Geschäfts, dingungen erfülle, so solle er, bis Ruth das Alter von acht aber der Geschäftsleiter suchte den Anschein zu erwecken, zehn Jahren erreicht habe, ein bestimmtes Einkommen aus als ob es sein Besitzthum fei, obgleich Ruth in weniger als dem Geschäft Weldon u. Ko." beziehen, alsdann aber sie einem Jahr das Recht hatte, ihn wegzuschicken oder ihn mit das Recht haben, das Besitzthum anzutreten. Der Wärterin einem Gehalt anzustellen. waren 50 Pfund jährlich vermacht, doch sollte sie des Geldes ver- Kapitän Lobe mochte den Mann nicht leiden; er hielt Lustig gehen, wenn sie ihre Pflegebefohlene vor 1886 verließe. Ruth's Vormund für einen Heuchler. bewußt war. " Sie können doch gewiß nichts dagegen haben", wiederholte sie.„ Es hat mich so glücklich gemacht, Kapitän." Selbft Heilsarmeeleute haben Vorurtheile. Kapitän Lobe sah im Geist Ruth vor sich, wie sie unter der Hefe Londons wirkte, durch nichts geschützt als ein S. auf ihrem Kragen und einen Kiephut. Betrunkene Männer sind keine gute Gesellschaft für junge Frauenspersonen, die zu allen Tages- und Nachtstunden in den tiefgesunkensten Diftritten digen vorrüden. Man erwartet einen sehr ernsten Zu-| sammenstoß. Offenbar handelt es sich um eine der in Amerika üblichen Arbeitermegeléien. Charakteristisch ist die Fassung des Telegramms. Die Arbeiter schießen, find also die Angreifer. Erst nachdem dies gemeldet ist, erfährt man, daß sie bereits durch Sträflinge", die von " Soldaten" bewacht werden müssen, in ihren Arbeitsplätzen " auf den legten Athemzug unter entfehlichsten Mißhandlungen| obliegt, soweit es irgend möglich, durch Versammlungen, Verin der Peter- Paulus"-Festung, am Galgen und in den furcht- breitung von Schriften u. f. w. die Ideen der Partei in immer barsten Gegenden Sibiriens sich peitschen, knuten und miß- weitere Kreise zu tragen. Aus dem Bericht der ländlichen handeln lassen um noch ein Paar Worte für die Freiheit und Delegirten ist hervorzuheben, daß sich auf dem Lande in kurzer Gerechtigkeit ins Volk zu schleudern das sind keine Zeit zwei Wahlvereine gebildet haben, einer in Brotterode, einer Nihilisten und Nichtswoller, das sind Apostel, welche genau in Kleinschmalkalden; überall ist ein Fortschritt der Partei zu dasselbe wollen, was die Proletarier aller Länder wollen: Die verzeichnen, troh der ausgesuchtesten Verfolgungen und VerleumBefreiung der barbenden Menschheit." dungen, mit welchen die Gegner uns drangsaliren. Die Konersetzt, mit anderen Worten um ihr Brot gebracht sind. liches Schreiben danken, möchten wir nur bemerken, daß kratie und unter dem Abſingen der Arbeitermarseillaise auseinUnserem russischen Genossen, dem wir für sein freund- ferenz ging mit einem begeisterten Hoch auf die Sozialdemo Wie kommen die„ Sträflinge" hin? Und wie die Soldaten? das Wort Nihilist" die von Turgenjeff ohne Zweifel be" ander. Das wird nicht gesagt. Aber die Mitrailleusen sind absichtigte geringschäßige Bedeutung doch längst verloren Bargteheide. Unsere Genossen Töpfer Werner und Tischler da, und werden die nöthige Gesellschaftsrettung besorgen.- hat, und daß es ganz allgemein zur Bezeichnung der Helmke wurden am 17. Juli jeder mit zwei Strafmandaten In Bezug auf die internationale Weltausstellung, russischen Revolutionäre gebraucht wird. In der Stelle à 10 m., zusammen 40 M., vom Amtsvorsteher Urlaub beglückt, die in Chicago stattfinden soll, werden ungünstige Ge- des Kongreßprotokolls, welche zu dem Briefe Anlaß ge- weil Helmcke in zwei Versammlungen, welche im benachbarten rüchte verbreitet das ganze Projekt schwebe in der Luft. geben hat, ist es offenbar gleichbedeutend mit Revolu- Wiemerstamp am 7. Juni resp. 5. Juli tagten, sich zur EntgegenVermuthlich rühren die Gerüchte von interessirten Parteien tionär." Gingeschmuggelt" ist der Ausdruck nicht ernahme freiwilliger Beiträge zur Deckung der Unkosten bereit erhet. Nachdem die amerikanische Regierung sich amtlich ist dem Originalprotokoll entnommen, das von Guesde lärt und Werner, weil er als Leiter beider Versammlungen diese für die Ausstellung erklärt hat, kann dieselbe kaum noch französisch redigirt wurde. Wer den betreffenden Theil des staatsgefährliche Handlung" nicht inhibirt hatte. aufgegeben werden. Protokolls ins Deutsche übersetzt hat, ist uns im Moment nicht erinnerlich. " Selbst im Rechnen ist Herr Engen Richter nicht mehr ganz sicher. Die Freifinnige Beitung" schreibt zur Raffeler Reichstagswahl: Die sozialdemokratische Partei ist recht erheblich zurückgegangen, nämlich von 9170 auf etwa 7800, also um 2300 Stimmen, während der„ Vorwärts" irrthümlich nur 1000 Stimmen als verloren angiebt." Was ist nun weniger irrthümlich, 9170-7872 als 1000, oder es als 2300 zu bezeichnen? Auch rich tig lesen fann er nicht. Er hat aus unserer vorgestrigen Notiz, betreffend den Artikel der Volks- Tribüne" über den Fall Vollmar, herausgelesen, Liebknecht hätte die erste Notiz des Vorwärts" in dieser Sache desavouirt, während die vorgestrige Notiz doch für Jeden, der lesen kann, bedeutet, daß jene erste Notiz sich nicht gegen das Recht der freien Kritik wandte, also mit der Auffassung der zweitengewählt. vorgestrigen Notiz übereinstimmt. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Nach Wahl eines Vergnügungskomitees zur Vorbereitung des Empfangs der am 2. August per Dampfer zu erwartenden Brandenburger Genossen wurde die Versammlung mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die völkerbefreiende Sozialdemokratie geschlossen. = " Beide haben, gestützt auf das Erkenntniß des preußischen Rammergerichts vom 14. Mai d. J. Widerspruch gegen diese Ueberraschung" erhoben und so dürfte die Sache demnächst vor dem hiesigen Schöffengericht zur Verhandlung kommen. " Trier, 16. Juli. Heute stellte sich bei der hiesigen Strafanstalt der zweite Vorsitzende des Bergmännischen Rechtsschuh- Vereins im Saarrevier, Bachmann, zur Abbüßung einer achtmonatlichen Gefängnißstrafe. Die Verurtheilung Bachmann's erfolgte seiner Beit wegen Beleidigung des Knappschaftsvorstandes. Die bei dem Reichsgericht eingelegte Revision des Urtheils wurde verworfen. Rathenow. Am 18. Juli fand hier in der Walhalla eine von ca. 600 Personen beiderlei Geschlechts besuchte VolksverPoesinet. Wie schon fura mitgetheilt, hat das Schwursammlung statt, in welcher Genosse Peus aus Berlin über das gericht in Weimar am 8. Juli die Polizeizeugin Beck, geb. Klette Thema:" Frauen und Mädchen! Die Sozialdemokratie Gure aus Poeßnek wegen Meineids zu 1 Jahr Buchthaus, 2 Jahren Religion!" in 1/ 4stündigem Vortrag referirte. Der Vortrag Ehrverlust und zu bauernder Unfähigkeit eiblicher Vernehmung ward begeistert aufgenommen und eine entsprechende Resolution bestraft. In der Straffache gegen Genossen Paul Seige in gelangte einstimmig zur Annahme. Unter dem zweiten Punkt der Poeßnet hatte die Genannte am 18. April 1890 für die beiden Tagesordnung ward die Delegirtenwahl für den Brüffeler Kon- Wachtmeister Sänger und Koch, welche des Meineids überführt greß vorgenommen und einstimmig Genosse Ewald- Brandenburg waren, gezeugt und Seige wurde, trotzdem er gegen die Zulassung der Beck als Zeugin auf Grund ihrer vielen Vorstrafen protestirte, zu 14 Tagen Gefängniß und Tragung der Kosten beider Instanzen verurtheilt. Troydem bereits am 6. Mai 1890 BeNihiliften." Dem Chefredakteur des Vorwärts" weismittel aur völligen Ueberführung der Beck in Bezug auf ist nachstehender Brief zugegangen, der auch ein allgemeines ihren Meineid von Seige beigebracht worden waren, blieb die Intereffe hat: Beck bis 7. Juli 1891, also 14 Monate lang, auf freiem Fuße. Berlin, im Juli 1891. Zur Verurtheilung der Beck war es nöthig, daß ärztliche GutIm Protokoll des Internationalen Arbeiterkongresses zu Königsberg, 18. Juli. In der auf den 13. Juli vom Ver- achten über ihren geistigen Gesundheitszustand beigebracht wurden; Paris vom Juli 1889, Seite 36, nach dem Bericht Lawroff's trauensmann einberufenen fozialdemokratischen Partei- Versamm der erste Staatsanwalt Kirchner aus Rudolstadt beantragte schließ= ist folgendes zu lesen: lung erstattete Reichstags- Abgeordneter Karl Schulze Bericht über lich unter Annahme mildernder Umstände nur 1 Jahr Zuchthaus, Einige Anarchisten hatten zu wiederholten Malen die Lage der arbeitenden und namentlich der ländlichen Bevöl weil Niemand durch den Meineid erheblich geschädigt sei! den Bericht von Lawroff unterbrochen, sie mußten vom ferung. Redner schilderte das in den Kreisen Meinel- Ragnit 14 Tage Gefängniß und einige hundert Mark BertheidigungsPräsidenten darauf aufmerksam gemacht werden, daß sie und Tilsit Niederung herrschende Elend und monirte u, A., daß und Gerichtstoften, und dennoch soll Seige nicht erheblich ge den russischen Nihilisten und dem Kongreß Achtung fogar die Frauen zum Brettertragen benutzt würden. Hierauf schädigt sein! wurde ein Provinzial- Wahlkomitee gewählt, welches aus den Geschuldig seien." Die Polizeizeugin Beck hatte nämlich in der Verhandlung gegen Ich weiß nicht, wer hier das Wort Nihilist eingeschmug- noffen Schulze, Tischler Lorenz und Steinsetzer Better besteht. unseren Genoffen Seige am 18. April 1890 über ihre Vorstrafen falsche gelt hat, immerhin ist es charakteristisch, daß ein von einem Bum Kandidaten für beide Wahlkreise nahm man Tischler Lorenz Angaben gemacht. Während sie erklärte, nur wegen ForstdiebBourgeois, Turgenjeff, in die Welt hineingeschleudertes Wort: in Aussicht, derfelbe hat sich bereits mit dem Reichstags- Abstahls bestraft worden zu sein, ist festgestellt worden, daß sie folNihilismus, welches Sie selbst in Ihrem Bolts- Fremdwörter- geordneten Schultze nach jenen beiden Distrikten begeben. Die gende Vorstrafen erlitten: buch als eine im wahrsten Sinne auf Nichts hinauslaufende Wahlen finden in Memel am 27. Juli und in Tilsit Niederung 1. Bier Tage Gefängniß wegen Umbertreibens beim JustizLehre bezeichnen und in Rußland auch genau dasselbe darunter am 28. Juli statt. amt Leutenberg 1855;" verstanden wird, daß dieses Wort im Protokoll eines weltbe- Am 28. Juni feierte der Arbeiter- Wahlverein für Königsberg 2. sechs Monate Gefängniß wegen Landstreichens bei der rühmten Kongresses aufgenommen worden ist. und Umgegend sein erstes diesjähriges Sommerfest und zwar per Kreisgerichts- Deputation Pößnect 1855, worauf eine neunmonatTurgenjeff hat das Wort gebraucht, weil er die russische Dampferfahrt nach Villa Rosenthal" bei Fischhausen. Da liche Korrektionshaft folgte; Jugend nicht verstanden hat, nicht verstehen wollte. Er fonnte Militärmusit nicht zu erhalten war, wurde eine Privatkapelle aus 3. fünf Monate Gefängniß wegen Diebstahls und Fühbei der Kreisgerichts- Deputation es nicht mit feinem Bourgeois- Herzen in Einklang bringen, der Provinz engagirt, deren Kräfte indeß nicht ausreichten. Der rung falschen Namens daß diese junge Generation vernünftigere und edlere Ideale Kapellmeister ließ daher einige Musiker, zehn an der Zahl, durch Ziegenric; 4. fieben Monate Gefängniß wegen Diebstahls bei derselben haben tönnte, als er, alter, erfahrener und gebildeter Mann. einen seiner Bekannten vom Militär engagiren, ohne daß der Der alte verkappte Bourgeois ist immer entrüstet darüber, daß Vorstand des Wahlvereins etwas davon wußte. Der Durchzug Behörde 1859; fein Sohn vernünftiger spricht, vernünftiger handelt, als er Dampfer und dann auf der Chaussee. Dafür erhielt der Stadt- Rückfall auf Appellation an den Straffenat zu Naumburg 1860 durch die Stadt war verboten. Die Musik spielte nun auf dem 5. ein Jahr Gefängniß wegen Diebstahls im wiederholten selbst. Es muß auch zugegeben werden, daß neue russische Generation Zeit nicht mit Stapellmeister eine Strafe von 30 M. zudiktivt und jeder Gehilfe mit nachfolgender Polizei- Aufsicht; zu jener man staune eine Strafe voller Klarheit und Bestimmtheit die wahren Ziele und Lehrling der Privatkapelle der Völkerbefreiung aussprechen fonnte. Die russische von 6 M. auf Grund des§ 17 Absatz 1 des Gesetzes vom fetzung bei der Kreisgerichts- Deputation zu Pößneck 1874. Jugend war nicht im Stande, dem Bourgeois, 11. März 1850. Außerdem find sämmtliche Militärmusiker und Turgenjeff die Details des Zukunftsstaates auszumalen, auch sämmtliche betheiligt gewesene Soldaten inhaftirt worden. fie fühlten aber im Innern ihrer edlen Herzen, daß es Soviel wir in Erfahrung bringen konnten, haben die Militärs nicht so ist, wie es sein muß. Hat denn Ihr junger sehr harte Strafen erhalten( man spricht von 2 und 5 Jahren " Josua Davidsohn" anders gehandelt? Ist er nicht von Gefängniß). Do das Vergehen der Soldaten mit der von der Bevölkerung edelsten Gefühlen durchdrungen gewesen, ohne jedoch eine bestimmte Anschauung vorzubringen, er möchte nur die Wahr vermutheten Strafhöhe auch nur entfernt in entsprechendem Ber heit finden, weil Alles was ihn umgiebt mit der Wahrheit in hältniß steht, das zu beurtheilen können wir ruhig jedem Leser Widerspruch steht, er spricht von Wahrheit und wird vom überlassen. Arzt als Verrückter betrachtet. Turgenjeff hat die russische Jugend mit dem Worte Nihilisten" bezeichuet. Und die Schmalkalden, 20. Juli. Am 19. Juli fand hier die erste Bourgeoisie hat sich an dieses Wort frankhaft festgeklammert, Parteifonferenz für den Kreis Schmalkalden unter dem Borsig weil sie fühlt, daß mit jeder neuen Idee ihre Existenz des Genossen Hugo statt. Dieselbe war von Genossen aus Scheitert.15 Orten besucht. Nach einem Vortrag des Genossen Hugo über Agitation und Organisation der Partei wurde eine Agitationstommission, bestehend aus 3 Mann, gewählt, dem die Aufgabe Die russischen Helden, welche bis auf den heutigen Tag für jedes freie Wort gepeitscht und geknutet werden, welche bis " " 6. acht Tage Gefängniß wegen Forstdiebstahls und WiderAuf Vorhalt dieser Vorstrafen entgegnete fie, diese Strafen beträfen ihre Zwillingsschwester. Später wurde festgestellt, daß die Angeklagte eine Schwester gar nicht gehabt hat. Auf alle sonstige Fragen erwiderte die Beck: Das weiß ich Alles Die deutsche Polizei hat rechtes Pech mit ihren Zeugen. nicht mehr." * " Lorsch. Die hiesigen Genossen haben sich die Kornzollverfammlung, welche neulich Genosse Müller aus Darmstadt hier abgehalten hat, zu Nutze gemacht und einen Wahlverein gegründet, dem bereits über 60 Personen beigetreten sind. Wenn der Verein recht gekräftigt ist, wozu das Lesen der Heff. Boltsstimme" wie überhaupt der sozialistischen Literatur, ferner die einzurichtenden Diskussionsabende viel beitragen werden, wollen wir auch die umliegenden Ortschaften in den Bereich unserer Agitation ziehen, um so nach Kräften der Arbeiterfache unsere Dienste zu widmen. Offenbach, 20. Juli. Unter großer Betheiligung aus allen des East- Ends zu schassen haben. All' das drängte sich ihm Dasselbe hätten Sie von ihrer Mutter geglaubt. Und Theilen des Landes tagte gestern hier die sozialdemokratische auf und machte ihn zögern. Und doch hatte er anderen doch hat ihre Mutter sich vergessen. Ganz plötzlich kam es Landeskonferenz vom Herzogthum Hessen. Die Versammlung, die jungen Mädchen, die Höhlenretterinnen geworden waren, über sie. Eines Abends, ich saß in der Küche und erwartete von Drb- Offenbach eröffnet wurde, war aus allen 9 Wahlkreisen jede mögliche Ermuthigung zugesprochen und war nicht zurück- sie Beide, hörte ich den Herrn mit seinem Schlüssel die von 63 Delegirten und 42 Ortschaften beschickt. Nachdem die beiden Gefangvereine Lasalleana und Vorwärts einige Lieder vorgeschreckt, wenn er sie die Heilsarmee- Schürze anlegen gesehen. Thür öffnen und wieder zuschlagen, wie wenn er wüthend getragen, wurde Landtags- Abgeordneter Müller- Darmstadt zum Warum sagte er sich, daß Nuth zu jung und zu zart für wäre. Dann hörte ich sie im Wohnzimmer sprechen, ihn Borsigenden gewählt und in die Tagesordnung eingetreten. Zum die Höhlenarbeit sei? laut und schnell, sie nur manchmal ein Wort erwidernd, ersten Punkte, Beschickung der internationalen Brüffeler Konferenz, " Ich glaubte, Sie würden sich freuen, es zu hören, ganz leise. Plötzlich kam der Herr an die Küchentreppe und referirte Reichs- und Landtags- Abgeordneter Ulrich- Offenbach. Rapitän," fuhr die alte Frau fort und sah enttäuscht aus. rief:" Esther." Bitternd ging ich hinauf und fand sie Er wirst einen Rückblick auf den im Jahre 1889 in Paris statt" Als das junge Mädchen mir anvertraute, was sie zu thun Beide vor dem Kamin stehen. Esther," sagte er, sie wollte gehabten Kongreß, der, da er von den deutschen Genossen als gedenke, schien eine Last von mir zu fallen. Ich habe mir weglaufen und mich und das Kind verlassen." Herr," rief Protest gegen das Sozialistengesetz betrachtet wurde, von deutscher oftmals darüber Sorge gemacht, was aus ihr werden solle, ich, das ist ein Irrthum." Nun trat sie auf mich zu, Seite besonders start befchickt gewesen sei. Der Pariser Kongreß wenn ich sterbe, und ich wäre so glücklich, wenn ich sie in legte ihre Arme um meinen Hals und ich führte fie fei trotzdem nicht als allgemeiner internationaler Kongreß zit erachten gewesen, da da die Possibilisten getrennt von der Armee sicher aufgehoben wüßte." hinauf zu Bett. Sie sagte nichts. Sie hatte Sen Den mit den Delegirten aller anderen Länder tagenden " Hat sie teine Verwandten?" fragte Kapitän Lobe. einen fremden Ausdruck im Gesicht, einen Ausdruck, Maryisten verhandelt hätten. In beiden Lagern sei nun damals ich Die alte Frau schüttelte den Kopf und sagte:„ Keine, den wahnsinnigen Leuten gesehen. beschlossen worden, die Brüsseler zu beauftragen, für 1891 einen von denen ich wünschte, daß sie bei ihnen lebte. Wenn mir Sie ließ sich von mir entkleiden, als sei sie ein Gegenstand Kongreß nach der belgischen Hauptstadt einzuberufen, so daß jetzt irgend etwas zustoßen sollte und ich werde alt, Kapitän ohne Empfinden. Als ich glaubte, sie schlief, ging ich hin- wohl angenommen werden könne, daß der Brüsseler Kongreß von beiden Richtungen beschickt und dadurch zu einem allgemeinen so ist sie allein Herrn Pember überlassen. Und das unter zum Herrn und sagte: fürchte ich. Er hat festen Fuß in der Fabrik gefaßt, und Das ist ein Frrthum, Herr Weldon, sie ist unfähig, werden würde. Wenn man in Hessen sich wolle vertreten laffen, genüge übrigens ein Delegirter für das ganze Land. ehe er fie aufgiebt, würde er lieber dem kleinen Mädchen sich so zu vergessen." Friedberg will die dadurch entstehenden Unkosten lieber zur Agietwas Böses zufügen." Er schüttelte den Kopf, befahl mir die Eingangsthür tation in Hessen verwendet sehen. Jöst- Mainz tritt entschieden zu verriegeln, weil er ausgehen wolle und erst am Morgen für die Beschickung ein. E3 wurde hierauf in diesem Sinne bewiederkehren werde. Dann ging ich zu ihr zurück und fand schlossen und Ulrich gewählt, da Jöst und Müller, die erst vorIhr Bater gehörte zu jenen Menschen, die immer irgend sie außer dem Bett im bloßen Nachtkleid vor der Wiege geschlagen waren, ablehnten. Nachdem noch hervorgehoben war, Einem völlig vertrauen, und die kein Verzeihen kennen," des Kindes. Sie sah mich an, als sei sie wahnsinnig, Ka- daß die Beiträge für den Zentral- Landesagitationsfonds reichlicher antwortete die alte Frau traurig. Ich habe keinen Grund, pitän. Ich wußte nicht, was zu zu thun und sprach kein fließen müßten, ivenn eine lebhaftere Agitation entfaltet werden sollte, wurde den Darmstädter Genossen empfohlen, ihre Zeitung gegen den Verstorbenen zu sprechen, aber ich will Ihnen Wort.in der Offizin der Mainzer Volkszeitung" herstellen zu lassen, Ruths Geschichte erzählen. Dann werden Sie auch be- Da ließ das Glück das Kind aufwachen und als das- damit das Organ besser den hessischen Verhältnissen angepaßt greifen, warum ich sie im Schutze der Heilsarmee zu sehen selbe zu weinen begann, nahm die Mutter es aus der werden könnte, was von den Darmstädtern als richtig anerkannt wünsche. Ich nahm sie aus den Armen ihrer sterbenden Wiege, setzte sich und legte es in ihren Schooß. So brachte und demnächst auszuführen beschlossen wurde. Für die nächste Mutter, der ich versprach, sie niemals Fremden zu über ich sie wieder zu Bett, wo ich sie beide in eine Decke Beit ist die Abhaltung einer Konferenz für Oberhessen in Auslassen. All die Jahre hindurch bin ich bei ihr gewesen, hüllte, und so lagen wir die ganze Nacht sicht genommen. und niemals hat sie irgend etwas gesagt oder gethan, das sie, ich und das Kind. Sie schlief nicht, doch sie war ruhig Das Nürnberg, 20. Juli. Als Delegirter zum Brüsseler intersie nicht Ihnen oder Jedermann sagen fönnte. Sie ist so und wir hörten die Uhr die Stunden verkünden. gut und unschuldig, daß es unmöglich erscheint, als könnte Kind schlief mit seinem Köpfchen am Halse der Mutter, nationalen Arbeiterkongreß wurde in einer zahlreich besuchten fie jemals unrecht handeln." und die Füße in die Decke eingewickelt. Der Herr kam Arbeiterversammlung Reichstags- Abgeordneter Grillenberger einstimmig gewählt. Die alte Frau hielt für einen Augenblick an, und ein zum Frühstück heim, dann ging er in's Geschäft, ohne zn Ausdruck von Schmerz überflog ihr Gesicht. Dann fuhr mir gesprochen oder sie und das Kind gesehen zu haben. ( Fortsetzung folgt.) Warum aber machte ihr Vater einen Mann wie diesen zum alleinigen Verwalter ihres Vermögens?" fie fort: " bei nur Scherf Theater. Sozialdemokratischer Wahlverein Donnerstag, den 23. Judes 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Leffing- Theater. Cavalleria rusticana. Vorher: Der Barbier von Bagdad. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Page Frizz. Bellealliance- Theater. und Cacolet. Ostend Theater. Wasser. Tricoche Berlin unter General- Versammlung Donnerstag, 23. Juli, Ab. 8 Uhr, im Weddingpark, Müllerstr. 178. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Vortrag des Genossen Dr. Lütgenan über unseren Programm- Entwurf. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragetasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Adolph Ernst Theater. Die 344/2 Wettschwimmerinnen. Der Vorstand. Kaufmann's Variété. Große Spe Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter( E.5.29) zialitäten- Vorstellung. und ,, Bulkan"( E. H. 89) Filiale Berlin I. Etablissement Buggenhagen Sonnabend, ben 25. Juli cr., Abends 8/2 Uhr, bei Winter, Lichterfelderstr. 8: am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Versammlung. Tages Ordnung: Raffenbericht und Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwünscht Der Einberufer: F. Bötticher. Große öffentliche Versammlung Der Maler 655b Passage- Panopticum. und Anstreicher Berlins am Freitag, den 24. d., Unter den Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Indier mit 4 Armen, 4 Beinen. Bartdame. Vitreo Abends 82 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Rommandantenstr. 77/79. Tagesordnung: 1. Der Werth des Bau- Arbeiter- Kartells. Ref.: Rollege W. Schweitzer. 2. Abrechnung des Agitationsfonds. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Üm zahlreiches Erscheinen ersucht Achtung. Der Vertrauensmann. General- Versammlung 666b Elisabeth Siefert, Hugo Bockelmann, Verlobte. 656b Unserm Freunde und Genoffen, Augußt Haberstroh, zum heutigen Biegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch, daß ein Kurzschluß über den andern kommt und in Kamerun Hanteln und Gewichte sitzen wie die Best! Brüderchen merkste nischt? Wette! 653b Franz. Prügel. Gustav. Achtung! Die Wasch- u. Bleich- Anstalt von A. Horn in Köpenick, Grünauerstraße 41, empf. sich den geehrten Gen. zu jeder Art Wäsche bei schonender Behandl., soliden Preisen u. prompt. Bedienung. Lief. und Abholung kostenfrei. Achtungsvoll A. Horn. Rohtabat A. Goldschmidt, Spandauerbrücke 6, am hiesigen Plaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt.[ 746 Rechts- Bureau be tonig Amtsrichters a. D., Alte Jakobstr. 102. Achtung. Gewissenhafter Rath, Hilfe in allen Angelegenh. Unbemittelten unentgeltlich. Sonntags bis 4 Uhr. des Vereins gewerblicher Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend ist Coars, Glas, am Sonntag, den 26. Juli, Vorm. 10 Uhr, b. Wendt, Cöslinerstr. 17( Norden). alte Stiefel etc. etc. Tages- Ordnung: Spezialitäten- Theater v. 6-10 Uhr. Geöffnet von Morgens 10 Uhr. 1. Vortrag des Kollegen Adolf Zahl über: Licht- und Schattenseiten in der Natur des Menschen". 2. Diskussion. 3. Ergänzungswahl. 4. Bericht der Kommission in Sachen des Kollegen Vogel. 5. Verschiedenes. Die Kollegen des Vereins werden hiermit dringend aufgefordert, sich Castan's Panopticum. zahlreich einzufinden. etzt: Friedrichstr. 165, Ecke Behrenstrasse. Neu UHamilton- Theater Originell! Ueberraschend! Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. [ 671] Der Vorstand. Achtung! Für die Mitglieder des Wahlvereins des IV. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Unsere Mitglieder und Genoffen, sowie deren Frauen werden hierdurch Moabiter Gesellschaftshaus aufmerksam gemacht, daß am Sonntag, den 26. Juli, ein Alt- Moabit 80-81. Artistische Leitung Wilhelm Fröbel. Täglich Gr. Konzert. Spezialitäten- Vorstellung. We Großer Erfolg des neu engagirten sensationellen Künstler- Personals. 1 Roloffaler Jubel E der Sensations Pantomime Die Räuber. Anfang Sonntags 4 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Play 50 Pf. Kaffeeküche ist geöffnet. Voltsbelustigungen aller Art. Sonntag, Montag, Mittwoch Ball. Dienstag, den 28. Juli: Benefiz für die Duettisten Glaser. Helmuth Peters. u. Zahlstellen sind Familien- Ansflug stattfindet und zwar nach Adlershof, Wöllstein's Lustgarten. Inhaber: Wiedemann& Manofski. Wir ersuchen nun alle Genossen, sowie deren Frauen und Gönner des Vereins, sich an dieser Partie recht zahlreich zu betheiligen. Gefangvereine, welche gewillt sind, an der Partie theilzunehmen, sind hierdurch freundlichst eingeladen. Für Unterhaltung und Kinderbeluftigung ist bestens gesorgt. Die Abfahrt beginnt vom Schlesischen Bahnhof früh 621 und 721, vom Görlitzer Bahnhof 635 u. 735, und kostet mit diesen Zügen die Fahrt hin und zurück 20 Pf. Für die Theilnehmer an der Partie werden rothe Schleifen mit Inschrift zum Preise von 20 f. ausgegeben zur Bestreitung der Untoften. 339/16 Wir ersuchen nochmals um recht starte Betheiligung. Das Konzert wird von den Zivil- Berufsmusikern ausgeführt. Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule. Saal u. Zimmer zu Bersammlungen Montag, den 27. Juli, in Keller's Hofjäger, Hafenhaide: an Sonntagen und Wochentagen zu Grosses Sommer- Fest. Garten babei, Gips- Str. 3. haben, schöner Vereinszimmer mit Piano ist auf mehrere Tage zu vergeben Brizerstr. 22. 413b Schmöckwitz. 1 657b Am Sonntag, den 19. Juli, nerstarb plöglich beim Baden unser werther Freund u. Sangesbruder, der Maurer Alfred Fender. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Gesangverein ,, Myrthenblätter". ( M. d. Arb. Sängerbundes.) Die Beerdigung findet Donnerstag, den 23. Juli, Nachmittags 31/2 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhofs i. Birkenwerder an der Nordbahn aus statt. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. 650b E. Schleuß. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß meine geliebte Frau, geb. Machus, den 21. Juli fanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Freitag, Nachmittag 6 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes aus statt. 1024L A. Karle, Waldemarstr. 66. Allen Denjenigen, die unserm Sohn Rudolph durch ihr zahlreiches Erscheinen die letzte Ehre erwiesen haben, insbesondere dem Arbeiter- Gesangverein " Hoffnung", Friedrichsberg, meinen tiefgefühltesten Dank. P. Frohmann. Jede Uhr 2 zu repariren ( außer Bruch) 665 b unter Garantie toftet bei mir 1,50 Mk. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. Silberwaaren Mar. 38, Resterhandlung! C. Wunsch,' s comple n. d. Oranienplay. Saal und Vereinszimmer Rester zu fleinen Anzügen v. 1 M., große von 7 M. an bis zum feinsten Rammgarn, fowie Rester au Regens mänteln, Umhängen. Kleiderstoffe, m. Gartenbenuzung. Montag, Dienstag, Sammt, Seide, Spitzen, Trifot.[ 822L Freitag frei. Auf Wunsch Alles zugeschnitten oder angefertigt. Karle, Waldemarstr. 66. aur anfertigung eleganter HerrenGarderobe. 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Ungarwein, F. 1,50 u. 2 M.) Rothwein, Fl. 1,50 M.( Orig.- Abz. 1. STIFTUNGS- FEST Franz Beyer, 1954 des Fachvereins der Schlächtergesellen Berlins statt. Prinzessinnenstr. 15. VERSAL- METAL & Co Schutzmarks. PUTZ POM POMADE ADALBERT VOGT& CO BERLIN FRIEDRICHSBERG reise goldene u silberna Moo 892L Die in der ganzen Welt rühmlichst bekannte ,, Helm- Putz- Pomade" ist nur unser Erzeugniss. Dosen mit anderen Helmen und nicht mit unserer Firma weise man als werthlose Nachahmungen zurück. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. PROGRAMM: Großes Garten- Konzert, V ausgeführt von Bivil- Berufsmusikern, unter Mitwirkung des Kummerschen Gesangvereins( Mitglied des Arbeiter Sängerbundes) unter Leitung des Dirigenten Herrn H. Flöther. Auftreten der Tyroler Duettisten Herrn und Frau Holfelner und des Gesangshumoristen Herrn W. Reinhold. Festrede, gehalten vom Stadtv. Herrn 0. Klein. In beiden Sälen: Grosser Sommernachts- Ball, verbunden mit Kappen- Polonaise.- Anfang Nachmittags 4 Uhr. Billets inkl. Tanz für Herren 50 Pfg., Damen 25 Pig. Freunde und Genossen, und besonders alle Proletariers- Töchter werden hiermit freundlichst eingeladen. Der Vorstand. 290/3 Der Fachverein der Töpfer zu Charlottenburg feiert am Sonnabend, den 25. Juli, von Nachm. 5 Uhr ab, in der Gambrinus- Brauerei, Wallitr. 46, sein VI. Stiftungs- Fest durch Konzert, Ball u.[. w. Festrede, gehalten vom Reg.- Baumeister G. Kessler. Billets für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf., sind Schulstr. 17, b. Woyde, sowie an der Abendkasse zu haben. 316/14 Roh- Tabak sämmtlicher Sorten. Größte Auswahl, billigste Preise. G. Elkhuysen, Alte Schönhauserstr. 5. Boyenſtr. 28, vorn II links. Arbeitsmarkt. 658b Mamsells a. Regenpaletots verlangt Kalisch, Wienerstr. 62. 670b Rartonarbeiterinnen verl. Hartwig, 668b Beuthsir. 4. Einen Farbigmacher und einen Verfilberer verl. Andreasstr. 10. 654b Arbeitsnachweis. Der Arbeitsnachweis für männliche Personen befindet sich: Stadtbahnbögen No. 103/104 am Aleranderplatz gegenüber dem Kgl. PolizeiPräsidium. Fernsprech Anschluß 203M Amt V. 1263. Der Arbeitsnachweis für weibliche Personen befindet sich: Klosterstrasse No. 97 an der RaiserCoco, Volksgetränk, Bilhelmstraße. Fernsprech- Anschluß durststillend, wohlschmeckend, nicht beauſchend 1 Pfennig das Liter, Französischestr. 33 E. 663 b Amt V. 3235. Die Bureaus sind geöffnet von 7hr Morgens bis 7hr Abends. Während dieser Zeit können sich die virung, empf. d. die Bureaus anstoßenden Sälen so Genossen G. Kleist, Waldemarstr. 48. lange aufhalten, bis ihnen Arbeit nachgewiesen ist. Die Gebühr beträgt 20 Pf. Vereinsabzeichen, Stempel u. Gra- arbeitsuchenden Personen in den an Hofen, Knabenanzüge, Arbeitssachen Wilh. Pahr, Elisabethkirchstr. 16. Andreasr. 23, 5.p. Kinderwagen. Bröstes eager Berlins Dr. Hoesch, homöopath. Arzt Artillerieftr. 27. 8-10, 5-7, Sount. 8-10. Die Herren Arbeitgeber werden um Meldung der offenen Stellen dringend gebeten. Der Vorstand des Zentralvereins f. Arbeitsnachweis. Dr. Freund, Magistratsassessor. Den Parteigenossen empfehlen wir zur Anschaffung unfere Neue Gesammt- Ausgabe: Ferd. Lassalle's Reden und Schriften in 40-50 Heften à 3 Bogen zum Preise von 20 Pfg. pro Heft. Herausgegeben im Auftrage des Vorstandes der sozialdemokratischen Partei Deutschlands von Eduard Bernstein, London. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt in Berlin SW. ナナ Verantwortlicher Redakteur: N. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 169. Korrespondenzen und Parteinachrichten. rung der Sozialdemokratie angehört. * * Braunschweig, 19. Juli. Am 17. Juli fand vor der Ferienſtraflammer des Landgerichts I gegen den feiner Zeit verDonnerstag, den 23. Juli 1891. 8. Jahrg. Operation und entzog sich der weiteren Beobachtung. Man wird langweilig nachzulesen und Schopenhauer hat sich genugsam als in die lebhafte Verurtheilung, die dieses Vorgehen sofort in der unversöhnlicher Gegner der„ Hegelei" bekannt, daß man eigentlich Akademie gefunden hat, selbstverständlich einstimmen und die nicht einsieht, was die Gegenüberstellung Schopenhauers und Anstellung solcher Versuche bei sonst gesunden, operablen Patienten Hegels hier noch bedeuten soll. Bei Cornil wird der Uetersen, 13. Juli. Bu Sonntag, den 12. Juli war eine barauf Rücksicht genommen ist, daß die Zuverlässigkeit und fäßen eines friegführenden Herrschers oder Feldherrn handelte! für ein schweres Verbrechen erklären; wobei noch nicht einmal Aber das fehlte gerade noch, daß ein Arzt nach den Grundöffentliche Bersammlung aller in der Landwirthschaft beschäftigten Beweistraft solcher Mittheilungen mehr als fragwürdig erscheint. Einen solchen Arzt müßte auf der Stelle der Teufel holen, Arbeiter einberufen. Diesmal war die günstige Witterung schuld Soweit befinden wir uns in vollständiger Uebereinstimmung mit wenn's einen gäbe! daran, daß die Versammlung, weil die meisten Knechte in der den Ansichten, welche in der französischen Fachpresse bei dieser Heu- Ernte waren, nicht zahlreich besucht war, immerhin mochten Die Befugnisse des Arztes sind zunächst durch die Gesetze gegen 100 landwirthschaftliche und ebensoviel industrielle Ar- Gelegenheit ausgesprochen sind. Wenn aber jetzt die französische begrenzt. Sonderbestimmungen existiren in dieser Richtung nicht. beiter anwesend fein. Die Versammlung war auf Grund der Fachpresse die Angelegenheit so zu drehen fucht, als ob die Stellen sich solche als nöthig heraus, so tann es kein anderes unter der ländlichen Bevölkerung sich geltend machenden Priorität dieses verbrecherischen Versuchs" auf deutscher Seite Brinzip geben, als daß jeder Kranke das Recht haben muß, von Strömung, eine Verkürzung der Arbeitszeit zu erringen, ein- zu finden sei, und dafür die Mittheilung Hahn's zitirt, so hält den ihm vorzuschlagenden Heilmethoden diejenige zu wählen, die berufen. Herr Theiß aus Hamburg referirte über die Lage der die" Berliner klinische Wochenschrift" es doch für noth- ihm die geeignetste erscheint. Nach geheimen Methoden mag ländlichen Arbeiter und über die Frage, wie dieselbe verbessert wendig, den himmelweiten Unterschied zwischen dem Vor- der Thierarzt verfahren, nicht der Arzt. dem der deutwerden könne. Er wies an der Hand der Schleswig- Holsteinischen gehen des französischen Anonymus und Nun sagt die Voffische Zeitung.": Kranken fehlen bi erGesinde- Ordnung nach, daß die Stellung des Dienstboten eine schen Chirurgen hervorzuheben. die forderlichen Kenntnisse, das Verfahren seines Arztes zu beurtheilen. menschenwürdige nicht zu nennen ist, der industrielle Arbeiter im Patientin, welche noch große Chancen der Heilung besitzt, in Das ist ungefähr derselbe Einwand, den im Parlament die Oppo Verhältniß sich besser stehe, die Arbeitszeit eine viel zu lange sei in Hahn's Falle hat es sich überhaupt um eine Operation zivecks baren einer Operation erst gesund, dann von Neuem frank gemacht sition von der Regierung und ihrem Anhange bei jeder denkund der Bauer und der Staat selbst ein Interesse daran hätten, Gelegenheit zu hören bekommt: Mangel an Sachdie Arbeitszeit zu verkürzen, weil in der fürzeren Arbeitszeit Entfernung einer Neubildung, geschweige denn Heilung derselben fenntniß! ebensoviel geleistet werde, wie in der längeren. Ferner betonte gar nicht mehr gehandelt; der Eingriff geschah vielmehr, wie Zunächst bemühe man sich, die Leute so zu unterrichten, er, daß es vor allen Dingen nothwendig sei, daß die jetzt be- Hahn schreibt, um der dringend nach einer Operation ver- daß sie sich ein Urtheil über die Grundzüge des ärztlichen Versteheben Gefinde- Ordnungen abgeschafft werden, jedoch werde der langenden Kranken nicht die Hoffnungslosigkeit ihres Bustandes fahrens bilden können; dann mache es sich der Arzt zum Prinzip, Staat und die besitzenden Klassen aus freien Stücken nie darauf ver- zu entdecken," und der erfahrene Chirurg glaubte, indem er die den Kranken über den Charakter seines Leidens aufzuklären und zichten, aus diesem Grunde müsse von unten herauf, von den Inter- Kranke unter den günstigen psychischen Eindruck der ausgeführten ihn über die verschiedenen Arten der Behandlung sich selbst entessenten, eine Bewegung gegen die Gesinde- Ordnung in Szene gesetzt und gelungenen Operation versetzte, die gleichzeitige Anstellung scheiden zu lassen. Es wird dann immer noch eine große Zahl werden. Er wies ferner darauf hin, daß das Gesinde durch die eines für den Patienten unschädlichen Experimentes verantworten von Fällen übrig bleiben, in denen ber Arzt seine Kunst ganz Gefinde- Ordnung verhindert sei, irgend etwas zu erreichen, daß zu können, welches wissenschaftlich und praktisch eminent wichtige nach seinem eigenen Ermessen handhaben kann, wenn aber dasselbe möglichst darauf bringen müsse, sich nicht mehr und auf andere Art nicht zu lösende Fragen betrifft. In der Kranke nämlich sein Selbstbestimmungsrecht nicht ausüben fann Züchtige Berliner Rassenärzte haben es längt auf längere Zeit zu vermiethen, sondern nur auf That besserte sich nach dieser Operation das subjektive Be- oder will. eine Woche, da es dann nicht mehr unter der finden, und die Schmerzen ließen nach. Patientin erlag erfahren, daß sie auf die von uns angedeutete Art am leichteste Besinde Ordnung stehe und dann eher etwas zu erreichen zwei Monate später, nachdem die eingepflanzten Knoten Kirsch einen großen Kreis von Klienten um sich sammeln, der ihnen sei. Der rauschende Beifall, welcher dem Redner gezollt wurde, ferngröße erreicht hatten, dem fortschreitenden Krebs der inneren treu bleibt und gern ihren Anordnungen Folge leistet. bewies, daß es auch unter der ländlichen Bevölkerung zu tagen Organe. Wir haben hier- so fährt das Blatt fort- in eine Die„ Voss. 3tg." schreibt dann noch: beginnt. Genoffe Knuth trat dem Referenten bei und befür Discussion der Frage nach dem wissenschaftlichen Ergebniß der beginnt. Genosse Knuth trat dem Referenten bei und befür Versuche und ihrer Bedeutung für die Heilung und Vorbeugung Will sich der Einzelne aus freien Stücken der Wissenschaft wortete, daß etwas Positives geschaffen würde; dem wurde zuge des Krebs, speziell für die Technik der Operation nicht einzugegenstand hergeben, nun, so läßt sich über die Sache weiter zum Opfer bringen und seinen Körper als Versuch 3= stimmt und beschlossen, einen Berein derjenigen ländlichen Ar- treten; andererseits stehen wir aber nicht an, zu erklären, daß beiter zu schaffen, welche nicht unter der Gesinde- Ordnung stehen; wir derartige Versuche am Menschen und mögen sie noch so 1prechen. Auch dann käme es, ehe man das Opfer annimmt, es wurde vorläufig ein Komitee gewählt, welches das Weitere zu wichtige Fragen betreffen- wenn überhaupt, so nur von denen Höhe des Zweckes, für welchen es gebracht wird, in dem richtigen veranlassen hat. Jedenfalls ist damit der Anfang gemacht, auch wenn überhaupt, so nur von denen noch darauf an, ob die Größe des gebrachten Opfers mit der die ländlichen Arbeiter zur Arbeiterbewegung heranzuziehen, und ausgeführt wissen wollen, deren wissenschaftlicher Name und deren Höhe des Zweckes, für welchen es gebracht wird, in dem richtigen Verhältnisse steht. Aber an einem Menschen einen Versuch vordaß damit gute Erfolge erzielt werden, dafür werden die Arbeiter über allen Zweifel erhabene humane Gesinnung die Bürgschaft zunehmen, zu welchem er sich nicht selbst mit klarem Geiste und von Uetersen Sorge tragen. Druck erzeugt Gegendruck; wäre der bietet, daß den betreffenden Kranken keinerlei Schaden erBauernverein im Pinneberger Kreise nicht gegründet worden, wachsen konnte, und welche die ganze Verantwortung dafür über- festem Willen hergegeben hat, ist unzulässig. Auch wir müssen gestehen, daß uns das Prinzip, seinen dann wären die Knechte noch nicht auf die Idee der Verkürzung nehmen. Bei uns find die vielbesprochenen Mittheilungen der Körper dem Versuche zum Opfer bringen zu dürfen, als allgemeines der Arbeitszeit gefommen; nun der Stein einmal im Rollen it, in wissenschaftlichen Vereinigungen, wie in der medizinischen Prinzip bedenklich erscheint. Trotzdem fam im gegebenen Falle ein wird er so lange rollen, bis die ganze ländliche Arbeiterbevölke- Presse erfolgt. In dem Namen biefer Herren ist jede Bürgschaft großer Heroismus in diesem Opfer liegen, daß wir es nicht ganz dafür gegeben, daß hier in keiner Weise die ethischen Grund- ausschließen möchten, und das verdienstvoller sein kann, als die Thaten manches ruhmgekrönten Feldherrn, der nur andere Leute prinzipien ärztlichen Handelns verletzt worden sind. fie meint vielmehr, daß selbst die wissenschaftliche Autorität Irrthümern nur im gegebenen Einzelfalle möglich fein. Die„ Voff. 3tg." fann sich damit nicht einverstanden erklären: ihre Haut zu Markte tragen läßt. Eine Entscheidung wird immer antwortlichen Redakteur des Braunschweiger Volksfreund", Das aber ist eine dringende Forderung des Publikums, daß C. Stegmann, wegen angeblichen Vergehens gegen§ 130 des ausgesetzt sein kann, und erörtert dann die Frage in einer tiefdes Reichs- Strafgefehbuchs Verhandlung statt. Die Auflage war sinnigen Ausführung, die sich wesentlich in folgendem Gedanken- die Herren Aerzte sich von dem Verdachte reinigen, als ob sie Versuche am Körper ihrer Patienten ohne deren Willen vorerhoben wegen eines am 18. März im„ Bolfsfreund" erschienenen, gange bewegt: Die Märztage" überschriebenen und der" Budapester diesem, daß er ihn von einem Leiden befreie, ihn heile, und Kreisen der Bevölkerung längst vorhanden und erzeugt bei vielen Der Kranke, welcher sich an einen Arzt wendet, verlangt von nehmen. Die Befürchtung, daß dies geschieht, ist in weiteren Den ganzen Artikel bezeichnete der Staatsanwalt als eine einzige wenn das nicht möglich ist, daß er wenigstens die Schmerzen Leuten eine unüberwindliche Scheu vor den Krankenhäusern. Es Uufreizung, gewissermaßen als einen Sch I ach truf gerichtet an So lange der Arzt Mittel anwendet, von denen er wäre zu wünschen, daß Maßnahmen getroffen würden, die solche das Proletariat gegen die Bourgeoisie. Er beantragte Gefängniß mit gutem Grunde annimmt, daß sie einem dieser beiden Zwecke Befürchtungen ein für alle Mal grundlos erscheinen lassen. trafe, deren Höhe er in das Ermessen des Gerichtshofs stellte. dienen, ist er in seinem Rechte. Sobald der Arzt an dem Kranten Handlungen vornimmt, die nicht einem der beiden vor- Das ,, Berliner Tageblatt" ärgert sich darüber, daß wir Dem Gerichtshof erschien die Sache nicht so fürchterlich, er erwähnten Zwecke dienen, überschreitet er die Schranken, welche in unserer Erwiderung auf seinen Leitartikel„ Sozialdemokratie erkannte auf 50 M. Geldstrafe event. 10 Tage Haft. und Volksbildung" die Ausführungen desselben nicht bestritten, Ferner kam vor demselben Gerichtshofe die Berufungsfache ihm gesetzt sind, und begeht ein Unrecht. Er bricht zunächst den Vertrag, den er mit dem Kranken sondern wenigstens in den meisten Punkten einfach be des Genossen H. Matthies aus Elbingerode zur Verhandlung. Derselbe war vom Amtsgericht zu Hasselfelde zu 4 Wochen Ge- geschlossen hat, er erfüllt die Pflichten nicht, welche er ihm stätigt haben, weil sie nämlich zugleich ihre eigene Widerlegung fängniß wegen groben Ünfugs verurtheilt. Dem Prozeß lag gegenüber auf sich genommen hat. Diese Untreute in der Gr enthielten und die Berechtigung unseres Bestrebens, die Arbeiter folgender Thatbestand zu Grunde: Genosse Matthies war bei füllung übernommener Pflichten ist um so strenger zu beurtheilen, mit Mißtrauen gegen die bewußt oder unbewußt antisozialistiweil der Kranke ihm wehrlos gegenübersteht. Der Krante ist schen Bildungsveranstaltungen der Bourgeoisie zu erfüllen, schlaMerbreitung des Landboten" mit dem Pastor in Tanne a. H. in außer Stande, das Verfahren seines Arztes zu beurtheilen. G send nachwiesen. Jetzt stelt das Blatt die Sache so dar, als ob Wirthschaft in einen Disput gekommen, wobei er auf die Verherrlichung der Braunschweiger der Braunschweiger Herzöge fehlen ihm dazu die erforderlichen Kennt wir überhaupt alle Bildung und alles Wissen als neben fäch feitens ienes Geistlichen antwortete: speziell der Her- iffe, und er befindet sich außerdem in einem Zustande förperlich für den Arbeiter gegenüber der Erkenntniß seiner gedrückten nisse, 30g Karl Ferdinand sei ein Ausbeuter, Kornhändler und licher, oft auch geistiger Schwäche, die ihn hindert, mit Auf- age anfähen, während wir diese doch nur als zunächst erMenschenhändler gewesen, der seine Soldaten an England ver- mertfamkeit der Thätigkeit des Arztes zu folgen. Der Krante strebenswerth, nur als erste und wichtigste, nichts als fauft habe. muß zu seinem Arzte ein grenzenloses Vertrauen haben. einzige Erkenntniß, die ihm Noth thut, bezeichnet haben. Auf die Denunziation des Geistlichen erfolgte die erwähnte Der Arzt seinerseits wird der Regel nach keine Neigung haben, Wir haben auch nicht alle Bildung und alles Wissen", Berurtheilung. In der jenigen Verhandlung beantragte selbst über diese ihm gesteckten Schranken hinauszugehen. Wenn er sondern jede Bildung, die ihm die Bourgeoisie für diese bieten fann", als verdummend hingestellt, Der Staatsanwalt Freisprechung, da durch den Disput der einen Kranken herstellt oder wenn er bei einer anerkannt unheil- Erkenntniß Beiden in der Wirthschaft kein grober Unfug verübt worden sei. baren Krankheit demselben einen Zustand von Ruhe und Schmerz- und auch nur als vergleichsweise verdummend. Wir haben ausdrücklich erklärt, daß wir nicht den Kampf gegen die, sondern Jeder, der sich in einen Streit begebe, wie es der Pastor gethan, losigkeit verschafft, so dient er zugleich sich selber am besten. müsse auch gewärtig sein, daß seine Gefühle verletzt würden. Eine etwas andere Gestalt nimmt die Sache bei einem Arzie gegen diese, d. h. die vom Berliner Tageblatt" angepriesenen, Der Gerichtshof Schloß sich dem an und erkannte auf Frei- an, der zugleich ein wissenschaftlicher Forscher ist. Dieser hat antifozialistischen Bildungsvereine sie werden jetzt vom„ BerSprechung. Die Kosten, mit Ausnahme derjenigen der Ver- zwei Seelen in seiner Brust. In seiner Eigenschaft als Arzt liner Tageblatt" durch eine geschickte, scheinbar unabsichtliche theidigung, wurden der Staatstasse auferlegt. will er diesem Kranken helfen, wie er jedem Kranten helfen will. Aenderung in, nicht sozialistische" Bereine verwandelt für In seiner Eigenschaft als Forscher hat er das Bestreben, unsere Pflicht halten, weil sie eine Schädigung der sozialdemodie Wissenschaft zu bereichern. Jeder Fortschritt der Wissen- fratischen Agitation bewirken können, also die wirthschaftliche schaft fann möglicher Weise in Zukunft das 2003 von vielen Befreiung der arbeitenden Klasse und somit die Schaffung der Tausenden mildern. Es ist menschlich begreiflich, daß ein alleinigen Grundlage wahrer Bildung und Gesittung hinausärztlicher Forscher sich sagt, es sei erlaubt, das Leid eines Ein- zuschieben, wenn nicht ganz zu vereiteln drohen. Wir müßten zelnen zu vermehren, wenn man um diesen Preis für alle Bu- beinahe unsere sämmtlichen Ausführungen hier noch einmal wiederDie abfichtliche Krankheitsübertragung auf den leben- tunst hinaus das Leid Unzähliger vermindert. Was thut denn holen, wenn wir dem Berliner Tageblatt" zeigen wollten, daß es den Menschen bildet gegenwärtig den Gegenstand lebhaftester ein friegführender Herrscher, ein Feldherr? Er giebt talten von seiner Kunst boshafter Entstellung noch nichts eingebüßt Erörterung in der Tagespresse und zwar aus Anlaß der auch Blutes das Leben und die Gesundheit von vielen schuldlosen, hat und in der Kunst des„ Mißverstehens" und" Irrens" bon uns mitgetheilten Krebsübertragungen, welche von den Pro- braven, in voller Kraft der Gesundheit prangenden Menschen bereits der Freisinnigen Zeitung" des Herrn Richter gleichfessoren v. Bergmann und Hahn angeblich vorgenommen preis, um fünftigen Geschlechtern ein glücklicheres Staatswesen fommt. Beispielsweise werden unsere Bemerkungen über die sein sollen. Diese Erörterungen gestalten sich insofern recht inter- zu sichern. Sollte der Arzt nicht in ähnlicher Weise handeln Nothwendigkeit einer vorläufigen folirung der Arbeiteressant, als dabei allerlei Dinge zum Vorschein kommen, die bis- dürfen? Wenn er zufällig ein Anhänger der Philosophie Schopen- klaffe dadurch verdunkelt, daß in dem Bitat:" Sie muß aber her öffentlich nicht bekannt geworden sind. hauer's ist, fann er sich mit dem Sage decken, es komme auf Erden jet darin erhalten werden", das Wörtchen jetzt" nicht, wie Die beiden beschuldigten Mediziner finden nämlich Berufs- überhaupt nur darauf an, daß möglichst wenig Leid vorhanden im Original, gesperrt gedruckt ist, und die folgenden Sätze über genoffen, die das Verfahren jener damit entschuldigen zu wollen fei, und wer einem Anderen ein Leid zufüge, fönne sich voll- die endgiltige Beseitigung aller Klassengegensäge einfach wegscheinen, daß sie den Nachweis versuchen, es sei anderswo noch ständig damit rechtfertigen, daß er das doppelte, das tausendfache gelassen werden. fchlimmer hergegangen als in Berlin. So theilt die Berliner Leid von Anderen abgewendet habe. Hier ist ein elender, fiecher, Wenn, wie das Berliner Tageblatt" meint, Bildungstlinische Wochenschrift" mit, daß auch in Frankreich die öffent- mit namenlosem Schmerz behafteter Körper, dessen Leben nur veranstaltungen möglich sind, welche, ohne daß ihnen die Abliche Meinung des ärztlichen wie des Laienpublikums in hohem noch nach Wechen zu bemessen ist; wenn man an diesem Körper ficht inne zu wohnen braucht", antifozialistisch sind, dann müssen Maße aufgeregt sei durch das Bekanntwerden zweier Fälle, in denen irgend eine Maßnahme vornimmt, die freilich seine Schmerzen auch Bildungsveranstaltungen möglich sein, welche, ohne daß ein Arzt lediglich zu Versuchszwecken Geschwulststückchen in ge- noch vermehrt und voraussichtlich sein Leben noch weiter ab- ihnen die Absicht inne zu wohnen braucht", sozialistisch sind. fundes Gewebe eingepflanzt hatte. Der Sachverhalt ist folgender: fürzt, so wird man eine wissenschaftliche Wahrheit feststellen Die Arbeiterbildungsschule", welche wir gar nicht erwähnt In der Sigung der Académie de médecine vom 23. Juni tönnen, die geeignet ist, in Zukunft von Hunderten oder von hatten, die aber das Berliner Tageblatt" zur Verunglimpfung theilte Herr Cornil mit, daß er seit längerer Zeit im Besitz von Tausenden ein finsteres Verhängniß fernzuhalten. Kann man in heranzieht, weil sie ihm wie allen bürgerlichen Blättern ein Dorn Präparaten sei, die ein auswärtiger ungenannter Chirurg dieser Lage zweifelhaft sein, was zu thun ist? im Auge ist, ist zwar von Sozialdemokraten gegründet wor Arbeiterpresse" entnommenen Artikels. Tokales. lindere. V " " durch Verimpfung von franken Geschwulsten gewonnen habe. Die Antwort darauf lautet mit festem Ton: Nein, das geht den und wird fast ausschließlich von Sozialdemokraten Im ersten Falle handelte es sich um ein einseitiges Uebel nicht. Der Forscher muß seine Pflicht, die Wissenschaft zu be- besucht, aber sie ist nicht in dem Sinne sozialistisch, daß dort der Brust; bei der Operation pflanzte der Operateur, während reichern, zurückstellen hinter die Pflicht, die er als Arzt hat, das direkt die Sozialdemokratie gepredigt wird. Wenn das„ B. T." die Kranke betäubt war, ein kleines Fragment in die ge- Leiden eines Kranken zu lindern. Und gegen die Lehre Schopen von der„ Arbeiter- Bildungsschule" etwas mehr als den bloßen funde Seite ein, welches alsbald einheilte, dann aber wuchs hauer's müssen wir den Ausspruch eines anderen Philosophen, Namen wüßte, dann würde ihm bekannt sein, daß dort das und nach zwei Monaten Mandelgröße erreicht hatte Hegel's, in das Feld führen, der da sagt, daß jeder Persönlichkeit Parteipolitische sorgfältig vermieden wird übrigens mit Rückworauf derselbe Arzt es entfernte. Die Untersuchung ergab, ein unendlicher Werth innewohne, und daß es gegen die Grund- sicht auf das Vereinsgesetz auch vermieden werden muß- und daß die überimpfte Geschwulst im Bau mit dem ursprünglichen fäße der Weltvernunft verstoße, einen Menschen lediglich als Mittel daß nicht einmal alle Lehrer Sozialdemokraten sind. Die„ ArFragment übereinstimmte und in rapidem Wachsthum begriffen für einen Zweck zu verbrauchen. beiter Bildungsschule" setzt ihre Theilnehmer durch war. Patientin starb sehr bald darauf an einer dazwischen- So die„ Voffische 3tg". Es ist wunderbar, daß die Leute parteiische Vorträge über Geschichte, Naturwissenschaften tretenden Krankheit; bei der Geftion ergab sich, daß nirgend- heutzutage erit in die tiefsten Tiefen der Wissenschaft hinabsteigen und Nationalökonomie in den Stand, durch eigenes Nachspeziell nicht in den entsprechenden Lymphdrüsen das einge- müssen, um die einfachsten Forderungen des gefunden Menschen- denken zur Erkenntniß zu gelangen. Daß sich aus einer wahrimpfte Uebel bestand. Der zweite Fall betraf einen Drüsenkrebs verstandes zu begründen. heitsgetreuen Behandlung dieser Unterrichtsgegenstände für jeden der Brust; auch hier ging der Arzt in derselben Weise vor; der Was die Herren Philosophen über das Leid in der Welt" denkenden Menschen die Richtigkeit der Lehren des Sozialismus Gjett war der gleiche- schnelles Wachsthum des eingepflanzten oder über den unendlichen Werth der Persönlichkeit" denken von selbst ergiebt, dafür können doch die Leiter der Arbeiter. Stückes zu einem fleinen Tumor- Batientin verweigerte aber dessen oder geschrieben haben, ist mehr oder weniger interessant oder Bildungsschule" nicht verantwortlich gemacht werden. Effekt " Bu einem wahren Fefte der Harmonie gestaltete fich das nach Wilhemsberg zu und enttam leider seinen Verfolgern. I der Hauptmann dicht auf ihn zutrat und mit den Händen fuchtelte, fechste Stiftungsfest der Freien Vereinigung der Bau Arbeiter Als der Vater des gemißhandelten Kindes von dem Vorfall faßte der Angeklagte denselben an einem der Arme und schob ihn Berlins, welches am Sonnabend, den 18. Juli, in Kliem's Volks- Kenntniß erhielt, gerieth der ohnehin brustkranke Mann in eine zur Seite. Nun wäre es wohl zu einem schlimmen Auftritt ge garten, Hasenhaide 14-15, stattfand. Um 9 Uhr Abends begann derartige Aufregung, daß er von einem heftigen Blutsturze be- kommen, wenn nicht in diesem Augenblicke ein von der Wirthin die Ballmusik in dem festlich geschmückten Saal, ausgeführt von fallen wurde und sofort nach einem Krankenhause überführt werBerufsmusifern. Vor dem Orchester wehte eine mächtige rothe den mußte. entfernt. " herbeigerufener Schuhmann das Zimmer betreten hätte. Derselbe Fahne, rechts und links davon je ein Banner derselben Farbe, trennte die Parteien, bevor es zu weiteren Thätlichkeiten kant. Der Hauptmann stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs Darunter war die Büste Lassalle's mit einem Lorbeerkranz aufWegen Betruges verhaftet wurde dieser Tage der vor und thätlicher Beleidigung, der Staatsanwalt sah sich aber nur gestellt, außerdem waren noch mehrere Banner mit entsprechender einigen Monaten vom Infanterie- Regiment Nr. 29( von Horn) veranlaßt, wegen des letteren Vergehens Anklage zu erheben. Inschrift wie„ Ginigkeit macht start"," Freiheit, Gleichheit, in Trier verabschiedete Hauptmann Humricht, über dessen Ver- Gegen das oben erwähnte Erkenntniß des Schöffengerichts legte Brüderlichkeit" u. s. w. u. s. w. in den Sälen angebracht. Die mögen kürzlich der Konkurs erklärt wurde. Humricht, der von der Angeklagte Berufung ein und mit Erfolg, denn die zweite Feier des Festes wurde noch erhöht burch die glitige Mitwirkung seiner Frau getrennt lebt, taufte im verflossenen Frühjahr in Instanz fällte ein freisprechendes Urtheil, da einestheils das Be der beiden Arbeiter Gefangvereine Vorwärts"," Süd- Ost" und turzer Zeit fünf Pferde und soll sich, da er nicht bezahlen konnte, rühren des Armes des Beugen nur als Abwehr geschah und des Männer- Gesangvereins Hilaritas"( Mitglieder des Arbeiter aller möglichen Vorwände bedient, sich u. A. auf seine reiche anderntheils eine beleidigende Absicht nicht vorlag. Sängerbundes) unter Leitung des Dirigentent Herrn G. Wuth. Frau, seine bevorstehende Beförderung zum Major und derSie entledigten sich ihrer Aufgabe mit den Gefängen Siegesmarsch", gleichen berufen haben. Die Pferde wurden von Humricht wieder Einen sonderbaren Aufbewahrungsort für seine Er " Mahnruf", Arbeiterlied" und zum Schluß der Arbeiter- Marseillaise verkauft und der Erlös angeblich zur Deckung alter Schulden sparuiffe hatte sich der Handelsmann Flockowski gewählt, der von Audorf. Jeder Aufführung folgte ein rauschender Applaus verwandt. Der Verhaftete wurde nach Frankfurt a. M. zur gestern als Belaftungszeuge gegen die Waschfrau Pauline Kley der Festtheilnehmer. Um 1/2 Uhr erschien Genosse Fritz Zubeil, Untersuchungshaft gebracht. vor der 90. Abtheilung des Schöffengerichts auftrat. Flockowski um die Festrede zu halten, diese erlitt aber eine furze Unterhatte sich 150 M. gespart, die er sich in einen Einhundert- und brechung, weil sich ein Polizeiwachtmeister in Begleitung eines follen im dortigen Kreise die Sperlinge vertilgt werden, feines- Hemdes einnähte. So hielt er seinen Schatz ficher Wie das ,, Berliner Tageblatt" and Münden erfährt, einen Fünfzigmartschein umwechselte und in den unteren Rand Geheimpolizisten ungerufen eingefunden hatte. Diese beiden Herren wurden aber durch das energische Einschreiten der Ordner und zahlt die Kreiskaffe für jeden Sperling 1 Pig. Es wird und warm, so lange er ihn auf dem Leibe trug. Eines Tages dann aufgezählt, einen wie immenſen Schaden die Sperlinge an meldete sich die Waschfrau bei ihm, Flockowski hielt es für Nach diesem Zwischenakt konnte Genoffe Zubeil feine er Salm stehenden Getreide thun, wogegen der Vortheil, der durch bei passirte es ihm, daß er vergaß, feinen Schatz aus dem Obst, Blüthen- und Blattknospen und an den noch auf dem angezeigt, noch schleunigst seine Leibwäsche zu wechseln und da hebende Rede zu Ende bringen, und mit einem dreifachen Hoch Bertilgen von Raupen und schädlichen Insekten entsteht, ein ver- baumwollenen ,, Arnheim" herauszunehmen. Erst am folgenden Tage auf das weitere Gedeihen der Organisation schloß Redner seine schwindend geringer sei. Zugegeben! Der Spaß ist ein frecher fiel ihm sein Versehen ein, er eilte zur Waschfrau und verlangte mit rauschendem Beifall aufgenommene Rede. Hierauf spielte Bursche, der unverfroren von Allem, was nur irgendwie zu ge- fein Hemd, in welcher Verfassung es sich auch befinden mochte. die Kapelle die Marseillaise, in welche die Festtheilnehmer nießen ist, seinen„ Behnten" nimmt, das ist unumstößliche That- Die Angeklagte brachte das soeben gewaschene, von Wasser fröhlich mit einstimmten. Sodann folgte eine Berloosung fache und deswegen muß er auch eins aufs Haupt haben", wie triefende Kleidungsstück, mit zitternden Händen untersuchte der mehrerer Salon- und Kabinetsbilder berühmter Männer wie alle Schmaroher. Die Bertilgung der Sperlinge an sich scheint Eigenthümer daffelbe. Sein Schatz war fort. Die Naht mußte Marx, Lassalle u. a. m. Nach diesem blieben die Festtheilnehmer also geboten, es handelt sich nur noch darum, wie die Vertilgung aufgetrennt und wieder zugenäht worden sein. Die beschuldigte noch bei Lanz und heiterem Gesang bis zum hellen Morgen bei bewerkstelligt werden soll, ohne zur Thierquälerei zu werden. Waschfrau betheuerte, daß sie an und in dem Kleidungsstück sammen. Erwachsene werden sich bei dem Jammerlohn von 1 Pfg. pro etwas Auffälliges nicht gefunden habe und bei dieser Behauptung Bei dem am 19. Juli v. J. abgehaltenen Sommerfest Spatzenseele kaum an diesem Vernichtungstriege betheiligen: blieb sie auch vor Gericht, als sie sich wegen Unterschlagung zu bes Fachvereins der Wirter und Wirkerinnen 100 Sperlinge machen 1 M. aus, aber 100 Serlinge sollen verantworten hatte. Eine Haussuchung, die bei ihr vorgenommen in Mohrmann's Salon, Gr. Frankfurterstr. 117, entfiel bei der auch erst vernichtet werden, dazu gehört Zeit. Werden wurde, hat das Geld nicht zu Tage gefördert. Der Staatsanwalt Bilderverloofung auf die Nr. 10 der erste Gewinn( Mary). Da aber Kinder gegen die Spatzen ins Feld geschickt, hielt die Angeklagte für überführt und beantragte gegen dieselbe fich der unbekannte Gewinner bis jetzt noch nicht gemeldet hat, fo sind eben Fälle von Thierquälerei absolut nicht fechs Wochen Gefängniß. Der Gerichtshof erwog aber, daß die so wird er hierdurch aufgefordert, den genannten Gewinn bei zu vermeiden, und das mußte doch in erster Linie inhibirt Möglichkeit nicht ausgeschlossen sei, daß eine andere Person die Moritz Voigt, Gr. Frankfurterstr. 124, abzuholen. werden. Weit richtiger wäre es, nur Erwachsene die Sperlinge That begangen habe. Es wurde deshalb ein freisprechendes Urtheil vertilgen zu lassen und die Kinder davon ganz auszuschließen. gefällt. Allerdings müßte dann die Kreiskasse zu Münden einen angemesseneren Lohn pro Sperlingsleiche zahlen. Ob das geschieht, steht freilich dahin. Die geftrige Monatsversammlung der Berliner Militärärzte, die im Hotel Imperial stattfand, erhielt durch die Wegen Beleidigung eines Postbeamten stand gestern Vorführung der vor einigen Wochen auf dem Tempelhofer Felde der Generalagent Uth von einer englischen Lebensversicherungsdurch den Blitz verwundeten Offiziere und Mannschaften einen Gesellschaft vor der 91. Abtheilung des Schöffengerichts. Der interessanten Charakter. Namentlich wandte man dem Musketier Dus Unwetter der letzten Wochen hat in den Waldungen Angeklagte hatte häufig mit den Postbeamten seines Reviers Bärs von der 1. Komp. des Kaiser Franz- Regiments eine große und Parkanlagen der Umgegend von Berlin mannigfachen über dienstliche Angelegenheiten Meinungsverschiedenheiten. Gines Theilnahme zu, der einzige, welcher ungeheilt geblieben und in Schaden angerichtet, den man zum Theil schon bei einer Eisen- Tages gab er einen Brief auf, den er auf der Rückseite des Umden nächsten Tagen wegen dauernder Dienstuntauglichkeit mit bahnfahrt im Vorortsverkehr bemerken kann. In den dichter von schlages mit einer Bemerkung an den Adressaten versehen hatte, Pension entlassen werden muß. Bärs hat durch den Blitz am Berlinern bewohnten Vororten hat man sich allerdings beeilt, die in dem Schreiben anzubringen vergessen worden war. Der Hinterkopf eine Wunde von der Größe eines Fünfmarkstücks er die Baumbrüche und ähnliche Schäden zur Vermeidung von Ver- Annahmebeamte wies diesen Brief zurück und stellte dem Abhalten, die allerdings wieder vernarbt ist, aber dem Bedauerns- tehrsstörungen zn beseitigen; kommt man aber beispielsweise über fender anheim, einen neuen Umschlag zu nehmen. Der Anwerthen zeitweise das Bewußtsein raubt, überdies sind Theile des Grünau hinaus, fo fallen die großen abgebrochenen Bäume schon geklagte wurde hierüber so entrüstet, daß er eine geharnischte Rückenmarks und die Schiene des einen Beins durch den elektri- vom Fenster des fahrenden Eisenbahnzuges aus auf. Am Süd- Beschwerde an die Postbehörde richtete. Diese sandte einen Inschen Schlag start verletzt. Welch gewaltige Wirkung der Blik- rande des Bahnkörpers dicht hinter Grünau hat der Sturm eine ſpettor zum Angeklagten, der bie Angelegenheit ordnen sollte. schlag gehabt hat, davon erhielt man durch die ausgestellten hohe Birke etwa in Manneshöhe über dem Boden geknickt. Im Der Angeklagte ließ sich hierbei zu Aeußerungen über die PostUniform- und Waffenstücke eine Borstellung. Der Rock war an Thiergarten der Oberförsterei Königs Wusterhausen liegt ein beamten im Allgemeinen und über den betreffenden Annahmedem Rückentheil durchlöchert, die Helmspite buchstäblich abgesengt, mächtiger Lindenbaum vom Blitz gespalten und dicht über der beamten im Besonderen hinreißen, die ihm obige Anklage zuund die Klinge des Seitengewehrs vollständig geschmolzen. Der Wurzel in zahllose Splitter aufgelöst. Am schlimmsten hat das zogen. Er nannte die Postbeamten„ Lügner" und den Beamten, Chefarzt Dr. Mismudt sette in einem Vortrage die mit Bärs Unwetter in den weit vorspringenden Waldecken gewüthet. Hier der seinen Brief zurückgewiefen, einen Flegel". Der Staatsvorgenommene Behandlung im Militärlazareth zu Tempelhof ein- sind zahlreiche Bäume vom Sturme gefällt, gewöhnlich in der anwalt beantragte eine erhebliche Geldstrafe, der GerichtsWeise, daß ein Wirbelwind die Baumkrone erfaßte und den hof berücksichtigte indessen die gereizte Stimmung des AnBaum dicht über der Wurzel abbrach, die meist noch zum Theil aus dem Boden gehoben daliegt. Von den gefallenen Regen- geklagten und beließ es bei einer Geldstrafe von 15 Mark. mengen erhält man bei einer Fahrt auf der Görlitzer Bahn ebenfalls ein anschauliches Bild; zu beiden Seiten des Bahnkörpers findet man breite Wassergräben und überschwemmte Wiesen, die der Gegend den spreewaldlichen Charakter bis an das Weichbild der Hauptstadt erhalten. gehend auseinander. And der Aera der fozialen Reformen. Bassanten der Chausseefraße beobachteten in der vorgestrigen Nacht ein etwa 20 jähriges Mädchen, welches wie betrunken den Straßendamm entlang taumelte und schließlich in der Nähe des Friedrich Wilhelmstädtischen Theaters auf dem Trottoir zusammenbrach. Man eilte der Person schnell zu Hilfe und schaffte ste in einen Hausflur; hier konnte die Fremde nur noch mit erlöschender Stimme mittheilen, daß sie vor Hunger umgefallen sei, da sie seit Bezüglich der in vorgestriger Nummer des ,, Vorwärts" Monaten sich nur noch von trockenem Brot genährt, feit etwa veröffentlichten Notiz, betitelt:„ Ein alter( soll heißen edler) sechs Tagen überhaupt nichts mehr gegessen habe. Weitere Fragen Menschenfreund" sendet uns Herr Grassmé, Dresdenerstraße 4, über Namen und Wohnung konnte die Wermste jedoch nicht mehr unter Berufung auf§ 11 des Preßgefeyes eine Berichtigung zur beantworten, da sie bewußtlos wurde. Die Verhungerte wurde Veröffentlichung. Diese Berichtigung geht dahin, daß der Sistirte nunmehr nach der Sanitätswache in der Eichendorffstraße ge- nicht um Arbeit, sondern gleich um solche Sachen angesprochen schafft, doch alle hier angewandten Mittel zur Wiederherstellung habe, die ihm nicht verabfolgt werden konnten, und zwar sowohl blieben bei der großen Schwäche der Unglücklichen erfolglos, so die Frau des Herrn Grassme als auch diesen selbst. Dieser habe daß sie schließlich nach der Charitce überführt werden mußte, jenem schließlich wiederholt eine Stulle angeboten. Als sich der ohne daß es bis jetzt gelungen ist, die Personalien des Mädchens Betreffende aufdringlich erwies, habe G. die Geduld verloren und festzustellen. jenen mehrmals aufgefordert, den Laden zu verlassen. Als G. ihm auf die Straße folgte, sei ein Kriminalschutzmann gekommen Vom Schlachtfeld der Arbeit. Ein entfeßlicher Unglücks- und habe G. gefragt, ob der Betreffende gebettelt habe. Dies fall ereignete sich gestern Vormittag auf dem Neubau Koch- und habe G. bejaht und daraufhin sei die Sistirung erfolgt. So Friedrichstraßen- Ecke. Mehrere Arbeiter waren damit beschäftigt, fern dieser Sachverhalt der richtige ist, möchten wir ersuchen, bei schwere eiserne Träger hinauf zu winden, der Träger schwankte Mittheilungen an uns die größte Sorgfalt obwalten zu lassen. hin und her, da stockte die Winde: irgend ein Hinderniß mußte eingetreten fein. Ein Arbeiter meldete, daß die Kette über den Krahn sich verdreht hätte, infolge dessen kommandirte der anwesende Meister Loslassen". Die Arbeiter ließen los, einem Arbeiter schlug die Kurbel vor die Brust. Er schlug 2 Stockwerke rücklings hinab, das Blut tam aus Nase und Wund, schwere innere Verlegungen scheint der Mann davon getragen zu haben. Er ist Vater von mehreren Kindern. Er wurde nach der Charitee transportirt. Arbeiterbewegung. Bochum, 22. Juli. Heute fand die Wahl des geschäfts führenden Vorstandes der deutschen Bergleute statt. Budwig Schröder, der sozialdemokratische Kandidat des Wahlfreises Essen, wurde zum ersten, Thome- Saarbrücken zum zweiten Vorsitzenden, Meier- Bochum zum Kassirer, Hüninghaus- GelsenKirchen zum Schriftführer gewählt. Weimar. Hier wird am Sonntag den 2. August ein Thüringer Schuhmachertag stattfinden, um über ein engeres solidarisches und agitatorisches Wirken zu berathen. Voraussichtlich werden die Schuhmachergehilfen aller größeren Städte Thüringens Vertreter entfenden. Nürnberg, 19. Juli. In Kapfelberg bei Abbach haben die Steinmetzen die Arbeit niedergelegt. 3nzug ist strengstens fern zu halten. In Briun stellten, der Berliner Bolts- 8tg." zufolge, in der Polizeibericht. Am 20. d. M. Nachmittags stürzte der Maschinenfabrit von Brandt und Thuiller die einjährige Knabe Oswald Lücke aus einem Fenster der im Arbeiter wegen Entlassung eines ihrer Kollegen die Arbeit ein. dritten Stock des Hauses Kottbuserdamm Nr. 42 belegenen Die Gewerbebehörde suche zu vermitteln. Wohnung seiner Eltern auf den Hof hinab und verstarb auf der Stelle infolge eines Schädelbruchs. Vor dem Hause Dresdener- ftens fern zu halten. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck In Bukarest streiten die Tischler. Zuzug ist strengstraße 119 wurde Abends eine Frau beim Absteigen von einem stens fern zu halten. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Pferdebahnwagen von einem vorüberkommenden Geschäftswagen überfahren und an der Brust so bedeutend verletzt, daß sie von Ueber den Streit der französischen Eisenbahn- Arbeiter ihrer Wohnung aus nach dem Krankenhause am Urban gebracht liegen folgende Meldungen vor: Abgestürzt und zwar von der Plattform eines Eisenbahn- werden mußte. Am 21. d. M. Morgens versuchte ein Mädchen Paris, 21. Juli.( Köln. 3tg.) Der Ausstand der EisenWaggons ist gestern ein in der Keibelstraße wohnhafter junger in der Wohnung ihrer Mutter in der Jahnstraße sich mittelst bahnarbeiter ist beendigt. Der ausführende Ausschuß hat gestern Kaufmann R. Wiewohl bekanntlich der Aufenthalt auf der Zuckersäure zu vergiften. Sie wurde schwer erkrankt nach Abend eine Kundgebung erlassen, in der er sich auf das Versprechen Plattform der in der Fahrt befindlichen Eisenbahn- Wagen streng dem Krankenhause Am Urban gebracht. Zu derselben des Arbeitsministers Yves Guyot beruft, nach Wiederaufnahme der verboten ist, hatte sich der Genannte gelegentlich einer Fahrt Beit fiel der Kutscher Clemens Radke vor dem Hause Arbeit für die Besserung der Lage der Eisenbahnarbeiter wirken zu zwischen Straußberg und Rehfelde doch auf die Verbindung Lothringerstraße 58, als er neben seinem beladenen Arbeits- wollen. Der Aufruf schließt:" Im Vertrauen auf diese Erkläzweier Durchgangswagen gestellt. Beim Passiren einer Weiche, wegen herging, infolge eines Fehltritts zur Erde, gerieth rung des Ministers räth der ausführende Ausschuß den Kamewobei die Waggons start hin und her geschleudert wurden, ver- unter die Städer und erlitt eine Quetschung der Brust, so daß raden, in der Hoffnung, daß die Gesellschaften ihre Forderungen lor der junge Mann das Gleichgewicht und stürzte hinab, fiel feine Ueberführung nach der Charitee erforderlich wurde. zugestehen, in die Werkstätten zurückzukehren." jedoch so glücklich über die Schieneu hinaus, daß er nur geringe Vormittags sprang ein Mann nahe der Bärwaldbrücke in den Dagegen berichtete die Vossische Zeitung" schon am 20. Juli Hautabschärfungen erlitt. Den Weg nach Straußberg mußte er Landwehr- Kanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser ge- das angebliche Ende des Streits. Ursache sei gewesen der Widernun allerdings zu Fuße zurücklegen. zogen und nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Auf stand der Presse und des Publikums, sowie der EisenbahnUnterm uenen Kurs". dem Felde am Friedrichshain wurde zu derselben Zeit der zwölf- leute" selbst. Zum ersten Mal seit der neuen Ausstandsbewegung Eine umfangreiche ausjährige Knabe Reinhold Schadow beim Spielen durch einen habe übrigens der Pariser Stadtrath verweigert, sich um die ausfu chung nach sozialdemokratischen Liederbüchern und sonstigen Steinwurf am Hinterkopfe so schwer verletzt, daß er nach dem ständigen Eisenbahnleute irgendwie zu kümmern. ftaatsgefährlichen Sachen fand am Sonnabend, den 18. d. Mis., Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. statt. Gehaussucht wurde in den Wohnungen der Genossen dem Hause Landsbergerstraße 28 wurde gegen Mittag ein alter Maurer Werner, Bülowstr. 64, Schuhmacher Krüger, Friede- Mann von einem Geschäftswagen überfahren und am Unternauerstr. 90 und Zeitungsspediteur Kleinert, Potsdamerstr. 86a. fchentel schwer verletzt. Er mußte nach dem Krankenhause am Beschlagnahmt wurden bei ersterem 69 Liederbücher, sowie einige Friedrichshain gebracht werden. Nachmittags fanden zivei kleine Ottavbücher, welche Privatnotizen enthielten; beim Zweiten ein Brände statt. ganzes Liederbuch und beim Letzten war das Resultat gleich Null. Dafür wurden aber auch sämmtliche Sachen wie Waschfässer, Kinder- Bettstellen, Eierfisten, sowie sonstiges Gerumpel" nach den Gesellschaft umstürzenden" Sachen gründlich einer Durcharbeitung unterzogen. " M " Gerichts- Beitung. Vor Soziale Ltebersicht. Berlin. Arbeiter Entlaffungen größeren Umfangs haben nun auch in der Fabrit von Ludwig Löwe begonnen. Darauf läßt wenigstens eine Notiz der„ Volkszeitung" schließen. In der Zeit der vollen Arbeit beschäftigte die genannte Fabrit sechs bis sieben Tausend Mann. London, 21. Juli. Die Gerichtskommission der Lordkammer hatten. Drei Menschen ertrunken. Der am Sonntag Nachmittag plöglich auftretende Gewittersturm brachte auch auf dem Dolgen Wegen thätlicher Beleidigung war der Schlächtermeister see bei Storkom ein Boot mit vier Personen zum Kentern. Der Otto Cartuhn vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe von hat durch ihren Wahrspruch in zweiter Instanz vier ArbeitKaufmann F. aus Storkow vermochte sich durch Schwimmen zu 15 Mark verurtheilt worden. Der Angeklagte ist Verwalter eines geber zu Schadenersaz verurtheilt, weil dieselben retten, er versuchte auch noch einen bei ihm zum Besuche Hauses und hält sich als solcher für berechtigt und verpflichtet, ihre Arbeiter zu gefährlichen Arbeiten herangezogen weilenden jungen Mann von fünfzehn Jahren zu retten, doch für Ruhe und Ordnung im Hause zu sorgen und bei etwaigen vergeblich; dieser sowohl wie die anderen beiden Bootsinsassen, Störungen einzuschreiten. Eines Tages hörte er in der Wohnung Ueber Venezuela berichtet der in Buenos- Aires erscheinende ein Gärtner aus Rietz und dessen Sohn, sanken in die Tiefe und einer Wietherin so großen Lärm, daß die Leute auf der Straße Vorwärts", daß dieses Land unter den an chronischer finanzieller stehen blieben. Er begab sich hinauf und fand die Mietherin in Schwindsucht leidenden südamerikanischen Staaten noch am einem heftigen Streit mit ihrem Chambregarnisten, einem Haupt- günstigsten fituirt sei. Die Einnahmen des Staates hätten sich Ein Sittlichkeitsverbrechen wurde gestern Nachmittag mann a. D. v. F. Der Angeklagte bat fich Ruhe aus, der Herr im Jahre 1890 um 4 635 000 Bolivianos erhöht gegen 1889 und auf freiem Felde von einem unbekannten Manne an der zwölf Hauptmann war aber über das, seiner Ansicht nach unbefugte Be- nehme man bestimmt an, daß sich dieselben für 1890 auf jährigen Tochter des in Weißensee wohnhaften Maurers Sch. freten der von ihm gemietheten Stube in hohem Grade empört, er 50 000 000 Bolivianos stellen würden. Der Staatsschatz habe verübt. Als auf die Hilferufe des Kindes Arbeiter hinzueilten, hielt es für Hausfriedensbruch und verlangte stürmisch, daß der Ver- 2 000 000 Bolivianos und für 3 Millionen Kredit in der Bank entfloh der etwa 20- bis 22jährige Verbrecher in der Richtung walter sich entferne. Dieser wollte sich nicht fortweisen lassen und als von Venezuela. Das Land werde begünstigt dadurch, daß es ertranten. D nicht Papier, fond ern Silberwährung habe; seine Kreditbriefe| Saftpflicht errichtete. Ihm schloffen sich noch mehrere Kollegen| ber Borsitzende dann noch bekannt, daß in den Lesezimmern der ständen über pari, Venezuela sei also der weiße Rabe unter den an. Die Versammlung faßte eine Resolution, in welcher sie sich Arbeiter- Bildungsschule eine ziemlich große Bahl von Beitungen südamerikanischen Ländern. mit der Gründung einer Genossenschafts Bäckerei einverstanden ausliegt. erklärte für den Fall, daß die Berliner Arbeiterschaft eine solche beschließen sollte. Nachdem noch bekannt gegeben worden, daß bas legte diesjährige Sommerfest am 27. August im Gisteller stattfindet, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Bäckerbewegung geschlossen. 3 New- York, 21. Juli. Die hiesigen 3o II.Ginnahmen beliefen fich innerhalb der ersten 20 Tage des Monats Jult auf 6 795 487 Dollars, d, i. 8 285 551 Dollars weniger als in dem gleichen Zeitraum in 1890.Während das amerikanische große Privat Kapital durch die Mac Kinley Bill die Völker ausraubt, büßt auf der anderen Seite das amerikanische Staatswesen kolossale Summen ein. Das ist bürgerliche„ Ordnung". D Bur legten öffentlichen Versammlung der Firmen[ childer Arbeiter Berlins und Umgegend, nicht des Fachvereins, wie irrthümlich in der Sonntagsnummer des , Vorwärts" berichtet ist, welche Versammlung am 12. Juli stattfand und auch von Frauen besucht war, ist noch ergänzend mitDer Fachverein der Lederarbeiter hielt am 18. b. M. zutheilen, daß der Referent Kand. R. Hoffmann über den neuen seine Jahres- Generalversammlung ab. Der Kassirer Haunschildt Programmentwurf der Partei referirte und dabei die im Bericht verlas zunächst den Kassenbericht. Darnach betrugen die Ein- stehenden Punkte berührte; er vertrat die Ansicht unserer Fraktion, nahmen vom 1. Quartal 289,55 M., vom 2. Quartal 335,55 m., während Goldberg in der Diskussion seine oppositionelle Meinung vom 3. Quartal 171,15 M. und vom 4. Quartal 257,90 m., fundgab. Es wurde dem Genossen Goldberg von mehreren dazu Bestand vom Juli 1890 302,55 M., ergiebt eine Jahres- Rednern, unter anderem vom Genossen Hoffmann und dent einnahme von 1356,20 m.; dagegen beliefen sich die Ausgaben Kollegen Simpson, auf seine Einwürfe entsprechend geantwortet; auf 1218,90 m., so daß also ein gegenwärtiger Kassenbestand die Debatte ging nicht sehr in die Breite, weil man annahm, von 137,30 M. zu verzeichnen ist; es wurde hierzu ausgeführt, über die Tattit gäbe es wohl in anderen Versammlungen noch In der Versammlung der Vereinigung der Drechsler daß der Kassenbestand infolge größerer Ausgaben ein so niedriger Gelegenheit zu sprechen. Die vom Kollegen Simpson angebrachte Deutschlands, Zahlstelle Rigdorf und Ümgegend, abgehalten sei und die Einnahmen sich gegenüber denjenigen im Vorjahre und von der Versammlung angenommene Resolution ist in Beam 18. Juli, erstattete Kollege Jonas Bericht über die Thätigkeit( 1359,40 m.) gleich hoch bezifferten: aufgenommen waren 108 zug auf die Tattit nur in jenem Sinne abgefaßt bezw. zu verunferer Zahlstelle, seit ihrem Bestehen bis jetzt. Das Resultat Mitglieder. stehen. Versammlungen. war ein ganz vorzügliches: nur infolge des festen Zusammen- Die Revisoren bestätigten die Richtigkeit des Raffenberichts halts der Nixdorfer Kollegen hatten wir es schon nach halb- und wurde hierauf dem Kassirer Decharge ertheilt. Der Vorjährigem Bestehen im 4. Quartals auf 26 Mitglieder gebracht, figende gab dann einen kurzen Bericht über die Thätigkeit des was für unsern Ort etwas bedeuten will. Die Einnahme betrug Borstandes, in welchem er betonte, daß der Vorstand stets mit insgesammt 161 M. 35 Pf., die geleistete Unterstützung belief sich der größten Einigkeit für die Fortentwicklung des Vereins geauf die bemerkenswerthe Summe von 51 M. Davon wurden sorgt und ihm in diesem Bestreben ein großer Theil der Kollegen zweimal 10 M. an einen unserer Kollegen bewilligt, welcher von hilfreich zur Seite gestanden habe. der ausbeutenden kapitalistischen Produktionsweise zu Grunde gerichtet ist; er liegt schon ca. 4 Jahr frank darnieder. Der Bestand der Kasse beträgt jezt, im 2. Quartal 20 M. 20 Pf. Dem Kollegen Jonas wurde Decharge ertheilt. Kollege Sonnenschmidt machte dann nochmals bekannt, daß die neuen Mitgliedsbücher bis 1. August in Ordnung gebracht sein müssen. Aus dem Verschiedenen ist hervorzuheben, daß ein Stiftungsfest wegen schlechten Geschäftsgangs nicht abgehalten wird. Nach einem fräftigen Schlußwort des Bevollmächtigten wurde die Versammlung mit einem dreifachen braufenden Hoch auf das Gedeihen und Blühen der Vereinigung geschlossen. Einem Antrage des Borstandes dref Beisiger statt wie bisher zwei in den Vorstand zu wählen und des Vergnügungskomitee aufzu heben, stimmte die Versammlung und wurden hierauf folgende Kollegen in den Vorstand gewählt: Christian, Görig, Cottin, Döring, Alb. Schulz und Max Binder. Der Fachverein der Stuckatenre und Berufsgenossen hielt am 20. Juli seine Generalversammlung ab. Es ließen sich 12 Rollegen als Mitglieder aufnehmen, woraus zu schließen ist, daß die Stollegen eingesehen haben, ohne Vereinigung doch nichts schaffen zu können. Jedenfalls ist der Verein in stetem Wachsthum begriffen. Auf die Mittheilung des Vorsitzenden, daß unser Kollege und Genosse Hermann Sommerlade in Hamburg gestorben, ehrte die Verfainmlung das Andenken des geschiedenen Kollegen durch Erheben von den Plätzen. Kollege D. Daste verlas hierauf die Abrechnung des Kassirers. Danach betrug die Einnahme 580,26 M., die Ausgabe 172,05 M., blieb Bestand 358,21 M. Auf Antrag der Revisoren wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Dann wurde das Arbeitsnachweis Reglement bis§ 6 in folgender Fassung einstimmig angenommen: § 1. Der Arbeitsnachweis steht unter Kontrolle der Arbeitsnachweis Rommission. § 2. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, wenn dasselbe arbeitslos ist, den Arbeitsnachweis zu benutzen. § 8. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, wenn dasselbe Arbeit weiß oder selbst Hilfe braucht, den Inhaber des ArbeitsNachweises sofort davon zu benachrichtigen. § 4. Jedes Mitglied hat in der Meldestelle bei Anfrage nach Arbeit fein Mitgliedsbuch vorzuzeigen, doch erlischt das Anrecht, wenn das Mitglied länger als 3 Monate den Beitrag Schulbet. § 5. Die Arbeitsnachweis- Kommission und der Inhaber des Nachweises müssen nach unparteiischen, gerechten Grundsätzen ihre Aufgabe geschäftlich führen, und jedem arbeitsuchenden Kollegen die Reihenfolge im Buche zeigen." Ueber die Thätigkeit der Rechtsschutzkommission sprach Kollege Haunschildt. Derselbe führte nogmals die vorgekommenen Gesuche um Gewährung des Rechtsschutes an und nahmen dabei verschiedene Kollegen Anlaß, die Handlungsweise des Kollegen Macher gebührend zu kennzeichnen, welder auf Grund von Vorspiegelung falscher Thatsachen sich den Rechtschutz er schlichen hatte. Man glaubte dies: Handlungsweise am besten zu rügen, wenn man sie öffentlich bekanntmache. Die Wirksamkeit der Arbeitsnachweis Rommission besprach Kollege Wunschel. Es wurden im verflossenen Vereinsjahre 220 Gehilfen und 4 Lehrlinge verlangt. Als a beitslos hatten sich 812 Bergolderinnen. Am 15. Juli hielt die freie Vereinigung außerdem wurden 51 Mitglieder aufgenommen und 1030 Beis gemeldet, Beschäftigung erhielten 96 Gelilfen und 3 Lehrlinge; der im Bergoldergewerk beschäftigten Arbeiterinnen Berlins ihre tragsmarken im Arbeitsnachweis verkaufte. Sodann gelangte Monatsversammlung ab. Genosse Baginski referirte über das man zum zweiten Punkt der Tagesordnung: Neuwahl des VorRecht der Frauen und erntete reichen Beifall. Es ist zustandes. Von zwei zum 1. Vorsitzenden vorgeschlagenen Kandidaten, wünschen, daß die Mädchen solche Vorträge resp. Versamm den Kollegen Albert Schulz und Richter, erhielt der letztere die lungen zahlreicher besuchen, um endlich einmal die Einsicht Majorität; zum ersten Saffirer wurde Kollege Haunschildt, zum zu erlangen, daß nur durch Einigkeit und festes Zusammenhalten ersten Schriftführer Kollege Georg Schmidt einstimmig per Attladas Loos der weiblichen Arbeiter gebessert werden kann. Unter mation wieder gewählt. Gewerkschaftlichem kamen die Arbeitsverhältnisse der Mädchen bei August Werkmeister zur Sprache. Diese Arbeiterinnen sollen troß ihrer niedrigen Löhne noch immer Abzüge auf gewisse Sorten zu erleiden haben und da sie sich das ruhig gefallen laffen, so sollen auch schon in anderen Fabriken, wie Neumann u. Hennig, durch die Werkführer den Mädchen Abzüge angekündigt worden sein. In die Rechtsschutzkommisen wurden folgende Kollegen ge- fuchenden der Reihenfolge nach einzutragen und die Stelle an die § 6. Der Inhaber der Meldestelle ist verpflichtet, die ArbeitFerner gelangte zur Mittheilung, daß die Arbeiterinnen der wählt: Gerig, Hahn, Heindke, Hamburger und Schulz. Firma Schmidt infolge der Lohnabzüge sämmtlich hätten auf- Als Mitglieder der Arbeitspichweis- Kommission wurden ge- zuerst Eingeschriebenen zu vergeben. Wegen vorgerückter Zeit hören wollen, der Fabrikant aber dann auf seine Roften eine wählt die Kollegen Wunschet, Winter, Nühl, Peufert, Quarg, wurde die weitere Berathung bis zur nächsten Versammlung verLandpartie veranstaltet und es so fertig gebracht habe, seine Ar- Neuhaus und Hildebrand, 3 Revisoren ernannte man die tagt. Bur Mittheilung gelangte noch, daß am nächsten Sonntag 37 beiterinnen zu halten. An das Mitgetheilte knüpfte sich eine Kollegen Henke und Hahn unir zu Bibliothekaren die Kollegen wieder eine öffentliche Bauarbeiter Versammlung vom„ Kartell lebhafte Debatte, in welcher alle Rednerinnen einig waren, sich Gögelt und Hente; die Bah'elle für den Norden übernahm der Berliner Bauarbeiter" stattfindet und unsere nächste VereinsAbzüge nicht gefallen zu lassen. Dasselbe wird von den ferner Kollege Rohr. Versammlung ausfällt; an dessen Stelle wird eine öffentliche stehenden Kolleginneu erwartet, denn bei dem heutigen theuren Unter Verschiedenem wure zum fleißigen Vertrieb der Versammlung der Stuckateure und Berufsgenossen abgehalten, zu Lebensunterhalt ist es unmöglich, von dem ohnehin niedrigen Billets zum Stiftungsfest angefordert, welches Sonnabend, welcher mittelst Flugblättern und Säulenanschlags eingeVerdienst noch etwas sich abziehen lassen zu können. Die Ver- den 25. Juli, in Schmiedel's Ftsälen( fr. Orpheum) stattfindet. laden wird. golderinnen Berlins sind der Meinung, daß die Arbeitgeber an- Dasselbe bietet ein großes Voke und Instrumentalkonzert, wobei ständige Mädchen in ihren Fabriken haben wollen, dazu gehört, der Gesangverein der Offens cher" mitwirkt, und wird bei daß sie ordentliche Löhne zahlen. Zur Beihilfe des Vorstandes günstiger Witterung im elektri erleuchteten Garten abgehalten. beim Stiftungsfest am 22. August bei Joël's, wurden Frau Dem Konzert folgt Ball. Bil à 50 Pf.( inkl. Tanz) sind bei Arnold, Fräulein Gräber und Fräulein Bernhardt gewählt. sämmtlichen Vorstandsmitglie en sowie im Arbeitsnachweis, Louisen Ufer 22 im Lokaleerling, zu haben. Nachdem der ditation für unsere Bestrebungen Vorsitzende zur recht eifrigen und zum Ausbau unseres Bis aufgefordert hatte, ferner befannt gemacht worden war in der nächsten Versammlung ein Vertrag mit Experiment über" Phonograph und Gramo phon" gehalten wird, wozu uch Nichtvereinsmitglieder Zutritt haben, wurde die Versammli geschlossen. er diener( E. H. 61) hielt am 16. b. Wt. ihre 8. ordentliche GeDie Kranken- und Sterbekaffe der Berliner Hansneralversammlung ab. Nachdem das Protokoll der letzten Versammlung genehmigt des Verstorbenen wurde durch Erheben von den Blähen geehrt. war, theilte der Vorsitzende einen Sterbefall; das Andenken Alsdann gab der Kassirer den Wierteljahrsbericht, welcher sich folgendermaßen ſtellte: Gesammteinnahme 28 465,88 W., Ausgabe 9016,78 m., mithin verblieb ein Vermögen von 19 449,10 m. Eine öffentliche Versammlung Berliner Bäckergefellen tagte am 21. d. Mts. Dieselbe war leider sehr mangelhaft besucht. Gingeleitet wurden die Verhandlungen durch einen Vortrag bes Genossen Werner über das Thema:„ Die Macht ber Organisation", in welchem der Vortragende die Arbeiter verhältnisse im Allgemeinen und die Verhältnisse der BäckereiAuf den Bericht des Ausschusses wurde dem Vorstand Decharge ertheilt. Arbeiter im Besonderen eingehend beleuchtete und auf den Weg der Organisation verwies, durch welche allein der zügellosen Der Fachverein der ersten und Pinselmacher BerHierauf wurden noch einige interne Angelegenheiten, sowie Ausbeutung des Einzelnen und der fortschreitenden Verschlechte lins und Umgegend hielt ano. Juli feine Mitgliederversamm. der Fragekasten erledigt und dann die Versammlung geschlossen. rung der Lohn- und Arbeitszeitverhältnisse Einhalt zu thun sei. lung ab, in welcher unter em Beifall der Anwesenden Herr Redner ermahnte die Bäckergesellen, nicht nur im eigenen, sondern Schmidt über das Thema:" Was ist Religion gegenüber der der Sattler und Fachgenossen tagte am 11. Juli, Zunächst Eine geschlossene Mitgliederversammlung des Vereins auch im allgemeinen Interesse sich ihrer Organisation anzuschließen Sozialdemokratie?" referirte. Diskussion fand nicht statt. Unter der Sattler und Fachgenossen tagte am 11. Juli, Zunächſt und dieselbe kraftvoll auszubauen. Was durch die Macht der Verschiedenem wurde ein A ag Lindemann angenommen, die erfolgte die Rechnungslegung des Kassirers. Der Kassenbestand Arbeiterorganisation zu erreichen sei, legte der Vortragende an Berichte der Fachvereins" rsammlungen von jest ab im beträgt 28,74 m., der des Unterstügungsfonds 87,60 M. Bei der dem Beispiele der Buchdrucker flar. Wenn durch die Arbeiter Bürsten- und Binselmacher Su veröffentlichen. Der Vorsitzende Ergänzungswahl zum Vorstande wurden gewählt die Kollegen organisationen auch nicht die Abhängigkeit der arbeitenden Klasse machte noch bekannt, daß in der nächsten Versammlung die Jachmann zum zweiten Vorsitzenden, Kollege Müller zum Beisitzer und die Kollegen Schai, Schwarzer und Woite zu von den besitzenden Klaffen beseitigt werden könnte, so vermöchten Statistik über unsere Branch beröffentlicht wird. Revisoren. Beim dritten Punkt der Tagesordnung Unsere Besie doch, die Menschenrechte der Arbeiter zu vertheidigen. Als weiteres Beispiel führte Redner die Organisation der Hutarbeiter Der Fachverein der: Marmor- und Granitarbeiter, richte im Vorwärts", wurde Klage über die Kürzung der Vervor, die ebenfalls achtungswerthe Erfolge aufzuweisen habe. hielt am 19. Juli eine gut fuchte Mitgliederversammlung ab. fammlungsberichte seitens der Redaktion des Vorwärts" geführt Redner verwies ferner darauf, daß das Unternehmerthum aus unterm 1. Punkt, Ersaywahe eines ersten Vorsitzenden, wurde und eine in diesem Sinne gehaltene Resolution angenommen. Furcht vor der Macht der Arbeiterorganisationen gefchloffen gegen Kollege Bickert mit großer Wuorität durch Stimmzettel gewählt. Bum Schluß wurde noch das Verhalten des die Versammlung Diese Front mache. Wer als Arbeiter den Gewerkschafts- Organisationen Nach der hierauf gegebenen terteljahres- Abrechnung( Juni) be- überwachenden Beamten einer scharfen Kritik unterworfen. Derindifferent gegenüberstehe, begebe ein Verbrechen an der Menschheit, trug die Einnahme 20,40 2 die Ausgabe 9,40 W., mithin felbe hatte verlangt, daß jeder, auch wenn er nur einen Voran feinen Berufsgenossen. Deshalb legte Redner den Bäckergefellen bleibt ein Bestand von 11 Die Revisoren erklärten die Ab- schlag macht, oder einen Namen nennt, seine volle Adresse andringend ans Herz, für ihre Organisation zu agitiren und für dieselbe rechnung für richtig und darf wurde dem Kassirer Decharge geben sollte, was natürlich zur Folge hatte, daß die Versammallüberall einzutreten.( Beifall.) Kollege Pfeiffer verwies auf ertheilt. lung in die Länge gezogen wurde. Beschwerde hierüber soll beim Die nächste Versammlung die Bäckerei- Arbeiter in Amerita, welche es vermöge ihrer Dr Die Abrechnung vom fervefonds über die Zeit vom Polizeipräsidium eingereicht werden. ganisation dahin gebracht haben, daß sie Wochentags täglich zehn 15. März bis 21. Juni 1891 gab eine Einnahme von 63 M., findet Sonnabend, den 23. Jult statt. Stunden, Sonnabends elf Stunden, des Sonntags gar nicht 50 Pf. Ausgaben, 67,50 M.stand. Der Kassenbestand des arbeiten und die Meister alle Arbeitskräfte aus dem Arbeiterbetrug in i Reservesonds Die Schneider und Schneiderinnen Berlins hielten am Zeit vom 18. Oftober 1890 Verbande beziehen müssen. Er war überzeugt, daß auch in Berlin bis 21. Juni 1891 in ma 103,80 m. Die Ab- Montag Abend eine sehr start besuchte Versammlung ab. Den ähnliche Verhältnisse zu erreichen seien, wenn nur die Kollegen rechnung wurde ebenfalls o'n den Revisoren als richtig ersten Punkt der Tagesordnung bildete ein Referat des Kollegen den festen Willen dazu hätten, und forderte die Kollegen hierzu bestätigt und dann dem Kafe Decharge ertheilt. Die Frage, Pfeifer über das Waarenhaus des deutschen Beamtenvereins und auf, besonders auch, das Fachorgan der Bäckergesellen, die Deutsche wieviel Fünfpfennigmarten voler Streit- Stontrollfommiffion ent- die Mißstände bei der Firma Weltmann( Kaiser Wilhelmstr.) In Bäcker- Zeitung" zu halten und zu lesen. Kollege Schlüter nommen werden sollten, wenn wir unserer Pflicht vom 1. Mai Bezug auf das Waarenhaus führt der Redner zunächst an, daß äußerte sich im Sinne der beiden Borredner, seinerseits zur Hoch bis 31. Juli nachtommen woli, nrde durch einstimmige An- dieses keineswegs das erste berartige Institut sei, sondern erst haltung und Durchführung der beim letzten Kongresse in Alten- nahme eines Antrags: in festafetten Beit für 30 Mart die Erfolge des Offiziervereins hätten zu seiner Errichtung Verburg gefaßten Beschlüsse ermahnend. Auch Kollege Scholz Marten zu nehmen", erledigt. Der Puntt betraf die Ab- anlaffung gegeben. In diesem Waarenhaus sei Alles zu haben: plädirte für die Organisation, für den Verband, den Kollegen rechnung vom siebenten Stifingsfest. Danach stellte sich die von der elegantesten Bimmereinrichtung an bis herab zum fauren frischen Muth einsprechend und die beste Hoffnung für die Zu- Ginnahme auf 22 m. 50 Pf, die Mitgaben betrugen 84 M. Hering, furz, alle Bedarfs- und Luxusartikel, sowie Lebensmittel. tunft hegend. Auch versprach sich Rebner das Beste von der in 5 Pf., mithin blieb ein Defiz von 12 n. 45 Pf. Unter Ver- Die Artikel würden zum Theil in eigenen Werkstätten hergestellt. Aussicht genommenen Bäcker Genossenschaft, sofern dieselbe richtig schiedenem machte der Vorsigere noch beinnt, das die nächste Dies gelte besonders von den Bekleidungsartikeln. Es sei bei der geführt werde. Mit diesem Plane soll demnächst an die Berliner Versammlung am 16. Auguft fittfindet. Zusammensetzung des Vereins, besonders aber des Vorstandes, Arbeiterschaft herangetreten werden. In einer beschlossenen Pause der aus geheimen Regierungsräthen, Rabinetssekretären, Untererfolgte die Aufnahme neuer Mitglieder und Annahme neuer Ju einer vom Vorstaufe der Arbiter- Bildungsschule staatssekretären, kurz den höchsten Beamten bestehe, kein Wunder, Abonnenten der Fachzeitung. Im Verschiedenen tam Kollege cinberufenen Versammlung für den Wen Berlins sprach daß die Behandlung der Arbeiter, die besonders zahlreich in Schlüter auf das Projekt einer zu gründenden Berliner am letzten Dienstag Dr. Lügenau über 3 Thema:" Gab Schneiderwerkstätten beschäftigt seien, eine durchaus bureaufraGenossenschafts- Bäckerei zu sprechen. Nach seinen Dar- es im Alterthum Könige?" teferent zeichnete kurz die Gentil- tische wäre. Wer beim Waarenhause seine Einkäufe machen stellungen solle diese Genossenschafts- Bäckerei fein fapi- organisation, in welcher die Volksversammlun souverän war. wolle, müsse im Besitz einer Kaufberechtigungskarte sein. Da das talistisches Unternehmen werden, sondern in erster Linie Aus ihr ist kein König in die politische Geschaft hinüber- Waarenhaus aber sehr billige Preise stelle, hätten die übrigen unter dieser Konkurrenz eine Zufluchtsstätte gemaßregelter Kollegen. Dieses Unternehmen genommen. Der griechische Basileus und der rnische Reg sind großen Geschäftsinhaber schwer sie suchten derselben dadurch zu begegnen, tönnte feiner Meinung nach ebenso reussiren, wie die Genoffen- feine Könige, sondern Heerführer in militärische Demokratien. zu leiden, denen, welche eine Raufberechtigungskarte schafts- Bäckerei in Hamburg, indem dasselbe der Berliner Ar- Sie haben feine bürgerliche Funktion. In Ather ist das Amt daß sie allen beiterschaft entschieden, wenn auch nicht in quantitativer, so doch des Basileus schon vor der Entstehung des Staat abgeschafft, vorzeigen, 8 bis 20 pet. Rabatt", also Preisermäßigung gein qualitativer Hinsicht der Waare Vortheile bieten werde. Den als unerträglich mit den bewährten demokratischen Brundsätzen; währen. Den Ausfall am" Gewinn müßten, da der GeschäftsBäckergesellen würde eine solche Genossenschafts- Bäckerei insofern in Rom erfolgte die Abschaffung kurz nach der Berzuschung der inhaber auf seinen Entbehrungslohn in keinem Fall verzichte, die Don Vortheil sein, als sie eine nachdrücklichere Agitation ermög- gentilen mit der politischen Verfassung. Das Könthum tritt übrigen Räufer zahlen, welche eine solche Karte nicht vorzeigen liche und die Macht der Innungen zu durchbrechen vermöge. erst auf, nachdem sich scharf geschiedene Klassen in der Gesell- tönnten. Natürlich sei dabei noch zu bedenken, daß durch VerIn Berlin thäte eine derartige Einrichtung sehr noth. Alles schaft gebildet haben. Das Privateigenthum erzeugten Staat mittelung von Beamten auch Dritte( Nichtmitglieder), Kunden tomme natürlich auf die Ansichten der Parteigenossen an. und in späterer Zeit die Monarchie. Mit der Aufbung des des Waarenhauses würden. Die Arbeitslöhne beim Waarenhaus Rollege Most hatte nach den in Dresden, Leipzig und München Privateigenthums hören auch der Staat und alle polrchen Ge- des deutschen Beamtenvereins sind nach den Angaben des Refe mit den Genossenschafts- Bäckereien gemachten Erfahrungen fein walten auf. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Ball auf- renten um 5 bis 25, ja oft um mehr Prozente niedriger, als in Dies werde durch das sogenannte Positionsgroßes Vertrauen zu einer derartigen Einrichtung in Berlin, da genommen. In der Diskussion nahm nur Dr. Friedänder anderen Geschäften. Die Genossenschafts- Bäckerei in heutiger Zeit lediglich ein tapi- das Wort, um einiges hinzuzufügen. Unter Berschiedem ent- system ermöglicht. Es seien für die Güte der Waaren Positionstalistisches Unternehmen sein müsse. Zu Gunsten der Genossen- stand eine Debatte über den Beschluß des Vorstandes, in August nummern angegeben, nach welchen sich der Arbeitslohn und schafts- Bäckerei äußerte sich noch Kollege Pfeiffer und zwar Ferien eintreten zu lassen. Genosse Vogthere legte die ründe dementsprechend die Ausführung der Arbeit richte. Für die Ausfür eine auf Grund des Genossenschafts- Gesetzes mit beschränkter dafür dar, denen die Mehrheit beipflichtete. Zum Schluß achte führung von Position 16, der höchsten, werde aber nur " haben Zutritt. weiß" " " " Gesangverein Die Der Lohn von Pofition 12 gezahlt; andererseits werden bei ge- ballen". Wahrhett", Markusftraße 81. Beine" in Nirborf, bei Mittelfteine, Station der Gebirgsbahn, auf taufenb ringeren Waaren, z. B. den Positionen 1-4 der hierfür fest- ce nesebeck und Germannstraße Restaurant" Beyler. Säfte widmeter unterwaschen. Der Verkehr ist unterbrochen, Die tommen. Neue Beit", 8% Uhr, Bonenfir. 40. gefehte Lohn bezahlt, die Ausführung aber nach Position 5-8 Gäste haben Zutritt. Süd- Ost", 8% Uhr bei Zolksdorf, Görligerstr. 58. Gäfte, burch Mitglieder Reisenden müssen umsteigen. beansprucht. Ferner seien bei irgendwelchem freien Auftreten eingeführt, haben Butritt. Lefe- und Diskutirklub Fester Wille", der Arbeiter sofort Maßregelungen zu gewärtigen. Auf der Abends 8% Uhr, bei Schulz, Gartenstr. 70. Gäfte durch Mitglieder eingeführt Leipzig, 20. Juli. Auf der Fahrt des am Sonntag Abend einen Seite Schneidigkeit, Gottesfurcht, fromme Sitte und Maßregelung auf der anderen schlechte Zeiten und Hunger! Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. Uebungs- von Dresden nach Leipzig abgelassenen Ertrazuges hatte auf stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor St. Station Radebeul der in Neustadt wohnhafte Schaffner Börner Die Arbeitsverhältnisse bei der Firma Weltmann beleuchtet Röpenickerstraße 127a, bei Rüfter.- Gefangverein ,, Kornblume", Blumen: Trittbrett auszugleiten und zwischen die Wagen zu fallen, Urban", Annenstraße 9, bei Prot. Gesangverein Unverzagt", beim Roupiren der Fahrkarten das Unglück, vom Redner etwa wie folgt: Herr Weltmann sei von Brüssel nach straße 54, bei Wuttke. Gesangverein der Berliner Schmiede", Bres Berlin gekommen, um mit den ihm von katholischen Vereinigungen straße 5, bet Bartel. lauerstr. 27, bei Tempel. Gefangverein Frühlingslust", Flottwell wobei er überfahren und auf der Stelle getödtet wurde. zur Verfügung gestellten 2 Millionen Mark hier sein Waaren- bei Reßner. Gesangverein Brezelschluß", Annenstr. 16, sächsische Staatsbahn- Verwaltung ist schon oft ersucht worden, Arbeiter- Gefangverein" ,, Weiße Rose", Reinickendorf, haus zu begründen. Das ganze Haus an der Ecke der Spandauer- Residenzstr. 101, bei Garus.- Gefangverein Morgenroth 1", Rummels das Koupiren der Billets während der Fahrt abzuschaffen, bezw. und Kaiser Wilhelmstraße diene diesem Zweck. Er( Referent) burg, bei Henke. Gefangverein Dorfglödlein", Wilmersdorf, durchgehende Wagen anzufchaffen, welche den Schaffnern ermög felbst sei gelegenttich dort gewesen, um Arbeit zu bekommen; hauferstr. 42, bet Reimann. Brandenburgischestr. 106, bet Grätz. Gesangverein Echo 2", Alte Schön- lichen, innerhalb der Waggons zu fupiren. Gefangverein ,, Ginigteit"( Hutmacher), ohne nach seinem Namen zu fragen, habe ihm der Bappel- Allee 3-4. Gefangverein 8utunft 1", Steglitz, Restaurant betreffende Geschäftsbeamte erklärt: Für Sie, Herr Pfeifer, ist Hildebrand. Gesangverein harmonie", Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Dresden. Das hiesige Landgericht verurtheilte den Bigarren Gerth. feine Arbeit hier!" Die anerkannte Frömmigkeit des Inhabers Gefangverein, eilchen blau", Rottbuser Damm 74. Gesangverein treuzberger Harmonie", Lindenstr. 106. arbeiter Johann Glaz wegen Gotteslästerung zu zehn Sängerchor der Monaten Gefängniß. Die Verhandlung fand unter Aus verbiete ihm natürlich die Arbeiter in einer Weise, wie dies von Zöpfer Berlins, Brunnenstr. 38, bei Gnadt. anderer Seite geschieht, persönlich auszubeuten. Er überließeuphonia", köpnickerfir. 68, bei Weir. schluß der Deffentlichkeit statt. Gefangverein„ Blaue Auf dem zu den v. Burgkschen dies daher dem von ihm großgezogenem System der Schwih- Nieder- Schönhausen, Lindenstr. 25. Schleife", Pantow, Schönholzerstr. 10. Gesangverein 8 utunft 2", Steinkohlen- Bergwerfen gehörigen„ Glückauf- Schacht" wurde am Ostpreußischer Männer Sonnabend Morgen in der dritten Stunde der Berghäuer meifter, vulgo Sausindustriellen. Ein Herr Krüger, Rosen- gefangverein"( Dirigent Droes), feden Donnerstag 9-11 Uhr, Fischer: Hunger aus Deuben durch hereinbrechende Kohle verschüttet thalerstraße 52( derfelbe war übrigens anwesend) biete neben fraße 41, bet Stockfisch. Landsleute willkommen. Gesangverein„ EdelAnderen hierzu bereitwilligst die Hand, und müsse infolgedessen Admiralftr. 38, bet Bülow. Melchiorstraße 15, bei Stehmann. Gesangverein Borar", und sofort getödtet. Er ist Vater von sieben noch unSeeger'fcher Gefangverein", erzogenen Kindern. die denkbar niedrigsten Preise zahlen, wenn für ihn noch etwas Blumenftr. 46, bet Weid. abfallen soll. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Stattlub, tüdwärts", Abends 8% Uhr, tm Restaurant Boderte, Pallisaden- Troppau, 22. Juli. Die Oppa und Mohra sind über straße 47. Stattlub Revolution". Jeden Donnerstag und Sonnabend ihre Ufer getreten und überschwemmten die Gassen. Der von 8% Uhr Abends ab Sigung im Restaurant Langestraße 70 bet Bogasch. Verkehr wird durch Nothbrücken und mit Kähnen bewerkstelligt. Gäste, burch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Elisabethstr. 57-58, Königstädt. Gymnasium. Lübeck'scher Turnverein, Männer- Abtheilung, Abends 8-10 uhr, Der Regen hat übrigens jetzt aufgehört. lings- Abtheilung, Abends-10 Uhr, Blumenftr. 63a. Berliner Kattowih, 21. Juli. Auf der Wandagrube bei Brzezinka Turngen offenschaft, 1. Lehrlings- Abtheilung, Abends 8-10% Uhr, fanden der Maschinenwärter Janotta und der Schürer Klimsa im Lessing- Theater, Pantstr.-10. Männer- Gesangverein Srescendo", Abends 9 Uhr, bei Körting, durch schlechte Wetter den Erstickungstod. Auch der Gneisenaustraße 88. Offenbacher Sängertrang", Uebungsstunde Obersteiger Hentschel schwebt in Lebensgefahr. von 9-11 im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Gäste willfommen. Beren# 3 td 3 a d", Sigung mit Damen 9 Uhr in Krösches GeſellſchaftsGefe iger Verein, Regina". Sigung mit Damen, haus, Fichteftr. 29. Abends 8% Uhr, in den Luiferstädt. Bierhallen, Alte Jakobstraße Nr. 89. Gefangverein, Blaue Sdleife", Bantom, Schönholzerstraße Nr. 11 bei Kuhnert. Gefangverein, Mandoline", Neue Friedrichstr. 44, bei abRöllig. Pfropfenverein 0, Wedding", Abends 8 Uhr bei K. Helterhoff, Antonstr. 5. Vergnügungserein, Gaprice", Ab. 9 Uhr, Sigung mit Damen im Marienbad", Badstr. 3-36, Saal 1 Tr. Bergnügungsverein Beil Die regelmäßige Mitgliederversammlung der Bauchen", 9% Uhr, Sigung mit Damen bet Lülow, Admiralstraße 38. Gäste willPrivattheater- sellschaft offnung", Abends 8% Uhr, im und gewerblichen Hifsarbeiter für Rigdorf Klubhaus, Dhingasse 2. Gäst willkommen.- Berein ehemaliger Schüler und Umgegend fand am Sonntag im Lokale des Herrn der 98. Gemeindeschule, bends 9 Uhr, im Gesellschaftshause„ Ostend", Weiß, Prinz Handjernstr. 7 statt. Nachdem die Entgegennahme schule. Sigung, Abends 9 Uhr, bet Saeger, Grüner Weg 29. Rüdersdorferstr. 45.- Barein ehemaliger Schüler der 23. Gemeinde: Gäste will rückständiger Beiträge erledigt und die Aufnahme mehrerer neuer tommen. Berein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule bei Mitglieder vor sich gegangen war, wurde der übliche Bericht ge- Schröder, Stegligerstr. 18, Gäste willkommen. Verein ehemaliger geben, gegen welchen Niemand etwas einzuwenden hatte. Dann Schüler der 85. Gemeindeschule. Heute Sigung. Beginn 9 Uhr im Reschritt man zur Neuwahl; aus derselben gingen hervor als erster ſtaurant Schweißberger am Schlesischen Thore. Ehemalige Schüler der 85. Gemeindeschule als Gäste willkommen. Tambourverein Jungfern Kassirer wie bisher H. Gauersch, als 2. Kassirer G. Schönberg, trang", Weidenweg 12. als 1. Vorsitzender N. Lüben, als 2. Vorsitzender A. Stammwitz. Rauchtlub„ Dezt mal- Waage", Abends 9 Uhr bet Insinger, Krautsstraße 48.- Rauchflub ernspise", Abends 8 Uhr bei A. Böhl, Rüders: Da Kollege Schneegaß aus eigner Angelegenheit sein Amt als dorferstr. 8. Rauchtlub Collegia", Abends 9 Uhr, in Spengler's WirthsSchriftführer fündigte, wurden an seiner Stelle als I. Schrift- haus, Staligerstr. 41. Rauchflub Vorwärts", Abends 9 Uhr, bei Tempel, führer W. Fiedler, als 2. P. Robiolfa gewählt. Zu Revisoren Breslauerstr. 27. Rauchtlub ,, cona", Abends 9 Uhr Reichenberger straße 71. ernannte man die Kollegen Wagner, Malchow und Grunert. Nachdem noch mehrere Angelegenheiten erörtert waren, erfolgte Schluß der Versammlung. Diesen Ausführungen folgte eine überaus heftige Debatte. Der genannte Herr Krüger versuchte in Gemeinschaft mit anderen Beamten der Firma Weltmann sich zu vertheidigen. Schon während des Referats hatten die Herren ihrem Unmuth über die Kritik durch störende Zwischenrufe Luft gemacht. Es sprechen etwa 20 Redner, die wesentlich Neues nicht mehr anführen können, bis ein übereifriger recht junger Mann die Versammlung unter allgemeiner Heiterkeit frägt, ob man denn vielleicht glaube, Herr Weltmann sei von Brüssel hierher gekommen, um seine Millionen mit den Arbeitern zutheilen"? Da die Opponenten durchaus kein Glück hatten, verließen die meisten derselben vor Schluß der Versammlung den Saal. Die übrigen Punkte werden von der Tagesordnung gefeßt. tommen. 1 Turnverein D sten", Lehrbei Gaillard, Prinzenftr. 87. Geselliger Berin Grüne Eich e", Solmsstr. 1. Bund der geselligen Arbeitrvereine Berlins und Umgegend. Donnerstag: Geselliger Klub„ BIcu Beilchen", 9 Uhr bet Förtsch, Stall schreiberstraße 60. Bergnügungserein Schneeglöd c) en", 9 ihr bei Birt, Straußbergerstr. 3. Privat Theater- Gesellschaft Fidelio", 9 Uhr Musttilettantenverein ,, Animo" bet Schmidt, Wrangelstr. 141. Theaterverein Selmerding", söthenerstr. 11. Vergnügungsverein bilaritas", Fruchtstr. 52.- Pivat- Theater- Gesellschaft, umor" alle 14 Tage bei Wohllebe, Alexandrinenft. 114.- Privat- Theater und Pantom. Gesellsch.„ tedeler Geist", Albertstr. 8, bet Schneider. Gäste will tommen. Sprechsaal. " der serbischen Grenzbevölkerung tam es in Grocka während einer Belgrad, 21. Juli. Zwischen ungarischen Zollbeamten und Sch muggler Verfolgung zu blutigen Konflikten. Brest, 22. Juli. Durch das Plazen einiger alter Gra= naten wurden mehrere Arbeiter verwendet. Brest, 22. Juli. Der der deutschen DampfschifffahrtsGesellschaft Kosmos" in in Hamburg gehörige Dampfer Neko" wurde gestern früh nördlich von Quessant von dem englischen Dampfer„ Staincliffe" angerannt. Der„ Staincliffe" fezte, nachdem er den„ Neko" angerannt hatte, seine Fahrt fort; der Kapitän des„ Neko" glaubte Anfangs, daß das Schiff nur eine mäßige Beschädigung erlitten habe und daß es unter Benuhung der Pumpen den nächsten Hafen erreichen könne. Das Schiff begann indeß tiefer zu gehen und fant plöglich so rasch, daß es nur noch möglich war, die Boote in das Meer zu lassen und Passagiere und Mannschaften einzuschiffen. Das englische Schiff" Ottercaps", welches den Booten begegnete, nahm die Schiffbrüchigen( 12 Passagiere und 38 Schiffsleute) dann auf und landete dieselben in Conquet. Von hier aus begaben sich die Paffagiere nach Brest; die Mannschaft fand bei einer MarineAbtheilung gastfreundschaftliche Aufnahme. Paris, 22. Juli. Die erste Nummer des anarchistischen Blattes Le Forçat" ist gerichtlich mit Beschlag belegt worden. Die Herausgeber desselben sollen wegen Aufreizung zum Mord gerichtlich verfolgt werden. " Gibraltar, 20. Juli. Das Gesundheitsamt hat, wie„ R. B." meldet, die Ueberführung des untergegangen gewesenen und wieder gehobenen Schiffes Utopia" nach der Quarantänestation verfügt. Es befinden sich noch immer einige Leichen an Bord des Schiffes, welche demnächst auf der See bestattet werden fnllen. Der Dampfer ist unter der Aufsicht der Behörden gründlich desinfizirt worden. Kairo, 21. Juli. Aus Metta( Südarabien) wird ge meldet, daß dort und in der Umgegend bis zum Sonntag 360 Todesfälle infolge der Cholera vorgekommen sind. Die egyptische Regierung hat in Eltor ein militärisches Lager zur strengen Handhabung der Quarantäne errichtet und alle sonsti gen erforderlichen Vorsichtsmaßregeln getroffen. Auch in bessinien wüthet die fürchterliche Seuche. Buenos Ayres. Nach Pariser Nachrichten ist der bereits vollkommen unterdrückt gewesene Militäraufstand unter den Truppen von Corrientes wieder ausgebrochen. Bei den Unruhen find angeblich 4 Mann getödtet. Die Hauptschuldigen Depeschen: ( Depeschen des Bureau Herold.) Studentenversammlung. Die Ueberzeugung, daß die Lehren der Sozialdemokratie einen dicken Kern Wahrheit haben müssen, bricht sich mit unwiderstehlicher Gewalt in immer weiteren Kreisen Bahn und zwingt selbst solche Personen, die ihrer sozialen Herkunft zufolge der Sache sonst theilnahmslos gegenüberstehen, gelegentlich sich mit den sozialdemokratischen Forderungen zu beschäftigen. So fand am vergangenen Montag im sogenannten Christlichen Verein junger Männer eine Stu dentenversammlung statt, in welcher zunächst ein Studiosus der Theologie über das Thema:" Hat die Sozialdemokratie Aussicht auf Erfolg?" einen einstündigen Vortrag, oder vielmehr eine Die Redaktion stellt die Benutzung des( prechfaals, soweit der Raum dafür abzuVorlesung, hielt. Zunächst gab Redner eine turze Statistit der geben ist, bem Publikum zur Bespre ung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; fie verwab sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Entwickelung der sozialdemokratischen Partei, konstatirte, daß die Inhalt desselben irtifiziert zu werden. Bewegung bis jetzt in den Städten den günstigsten Boden ge Auf die Berichtigung des errn Hildebrandt habe ich funden habe, und vertrat die vernünftige Ansicht, daß sich auch zu erklären, daß dieser Herr de Geld für die Inferate monate die Landbevölkerung zweifelsohne der Sozialdemokratie an- lang in Händen hatte, ehe er für den bestimmten Zweck verschließen werde. Auf die sozialen Uebelstände eingehend, be- wendete. Wie nennt man so eine Handlungsweise? Was Yeuchtete Redner das große Elend der Arbeiter und deren Be- das Darlehn betrifft, so hat er Hildebrandt vergessen anzudrückung durch das Kapital, deren Vertreter er Tagediebe" geben, daß er sich zu einem stimmten Zweck vom Kollegen nannte. Den also bedrückten Arbeitern flänge die Lehre der Koschel 36 m. hat geben lassen nd dann vom Kollegen Plagens Sozialdemokratie gleich verlockender Musik und schaarenweis noch 40 M., ohne den Empfang des Geldes von ersterem Kollegen schlössen sie sich derselben an. Bis hierher hatte der Redner ver- zu erwähnen. Und wenn Kollee Plagens auch das Geld als hältnißmäßig gesunde Ansichten entwickelt. Im weiteren Verlaufe persönliches Darlehn gab mit der ausdrücklichen Verlangen, das fällte er aber über die Sozialdemokratie, deren volle Berechtigung selbe in 14 Tagen zurückerstatte zu erhalten 16 M. find ja er foeben felbst nachgewiesen hatte, ohne jeden vorbereitenden bis jetzt schon zurückgezahltne nennt man eine derartige Eroder begründenden Uebergang das übliche abfällige Urtheil, langung von Geld, blo3 Darlehnoder Mißbrauch des geschenkten sollen verhaftet sein. indem er alle die unbegründeten Vorwürfe nachbetete, welche Vertrauens? unserer Partei von den Gegnern gemacht werden. Hin und Herr Hildebrandt nennt user Vorgehen ein persönliches, wieder blitte freilich ein Strahl der Anerkennung hervor, z. B. aber durch Einsendung einer Rhnung über noch zu tilgende lobte er die sozialdemokratischen Schriften, die sich durch Klarheit, Inseratenschulden an die Expedion dieses Blattes wurden wir Kürze und Deutlichkeit auszeichneten; ferner die offenbare Be- auf seine Handlungsweise erst aimerksam und mußten Vorsorge geisterung und tiefe Durchdrungenheit der sozialdemokratischen treffen, um Aehnliches in Zufuns zu verhüten. Ob wir persönRedner von der Heiligkeit ihrer Sache u. s. w. Auf die Be- lich oder den Umständen angemsen handeln, wird die nächste tämpfung der Sozialdemokratie eingehend, beklagte Redner die öffentliche Drechslerversammlung entscheiden. Bemerkt sei nur, Spaltung und Uneinigkeit zwischen den übrigen Parteien und daß die Drechsler vor der Frag stehen, Herrn Hildebrand als war der Ansicht, daß deren gemeinsames Vorgehen nicht mehr für die Bewegung taglich bei Seite zu stellen. wohl geeignet sein dürfte, der Ausbreitung der Sozial- Auf eine weitere Polemik hen wir an dieser Stelle nicht demokratie wirksam entgegen zu arbeiten; die staats- ein, denn der Raum des„ Vohärts" ist zu werthvoll, als daß erhaltenden Parteien eigenen Anhänger im man ihn mehr als unbedingt othwendig durch die Erörterung Unklaren über die Endziele der Partei, während die Sozialdemo- folch' unliebfamer Angelegenheit in Anspruch nehmen möchte. fraten alle Welt um sich versammelten und öffentlich ihre Biele Diese Erklärung glaube ich unter der Zustimmung aller mit darlegten. Die Sozialdemokratie könne im übrigen nur durch der Angelegenheit Hildebrandt jeauftragten abgeben zu können. vier Mittel bekämpft werden. Durch Christenthum, Wissenschaft, Schule und Monarchie. Die konkrete Beantwortung der im Thema enthaltenen Frage ließ der Redner offen. Nach einer furzen Pause sprach sodann der durch seine Broschüre:" Drei Monate Fabritarbeiter" bekannte cand. theol. Herr Göhre, der die Ansicht vertrat, daß ein so weitgehendes Thema nicht an einem Abend behandelt werden könne. Die Sozialdemokratie müsse ihren schärfsten Feind in den Gebildeten, besonders den Görlitz, 22. Juli. Pas 2triebsamt Görlitz macht bekannt: Theologen finden. Hierauf führte Professor Wagner furz aus, daß das sozialdemokratische Programm unbedingt diskutirt wer Infolge anhaltender Recenniettschläge haben von Neurode und Den fönne, soweit es sich Briefkaffen der Redaktion. die wirthschaftlichen hinter Mittelsteine Dam rufschungen stattgefunden, durch Forderungen desselben handele. Er stehe mit seiner welche der Betrieb auf der Strede von Königsganzen Sympathie voll und ganz zu den Forderungen der alde bis Möhen auf voraussichtlich zwei Tage ge- Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Arbeiter. Wenn von Seiten der Kirche diese wirthschaftlichen sperrt ist. Durgjangsverkehr wird von Dittersbach fiber Forderungen bekämpft würden, so sei das völlig unberechtigt; Rönigszelt und Kanz nach Gaß geleitet. Lokalverkehr zwischen denn in der Bibel stehe nichts von Eigenthum u. s. w., wie ja Dittelsbach und Agswalde, owie zwischen Möhlten und Glazz das Christenthum auch nicht die Steuern bestimme. Der heutige bleibt aufrecht eten. Ferner ist die Strecke Mittelsteine bis Sozialismus stehe aber zu sehr auf materialistischem Boden, das Landesgrenze amehrere Tage aus gleicher Ursache gesperrt. müsse aufhören. Nicht Neid, Haß u. s. w. trenne den Arbeiter Unfälle sind nicborgelommen. von seinem Arbeitgeber, sondern die Thatsache, daß die Reichen von der elenden Lage der Armen keine Kenntniß hätten und demgemäß hartherzig erschienen. Redner schloß seine Rede, indem er die Berechtigung der wirthschaftlichen Forderungen der Sozial demokratie betonte und erklärte, man müsse dieselbe nicht auf diesem, sondern auf sittlichem, religiösem und politischem Gebiete befämpfen.um In der Theorie erkennen die Herren unsere wirthschaft lichen Forderungen an, in der Praxis bekämpfen sie dieselben aber schon dadurch, daß sie dem arbeitenden Wolke nicht die wirkliche Koalitionsfreiheit zusprechen, und wirkliche Rede- und Preßfreiheit ebensowenig. Montag, den 27. Juli, im Lokale des Herrn Feindt, Weinstr. 11, statt. Die F. Aautenberg, Drechsler, Prinzessinnenstr. 22. Vermischtes. London, 22. Juli. Eine ernste Meuterei des 2. Bataillons der„ Coldstream- Guards", die am Montag im Hydepark auf dem Wege zum Ererzierplate ausgebrochen war, hat sich heute gelegt. Als sich die Insubordination zeigte, wurde das Bataillon sofort in die Kaserne zurückgeführt und 10 Mann ins Gefängniß abgeführt, während die Uebrigen in der Kaserne eingeschlossen wurden. Hierauf verbarrikadirten sich 90 Mann in einem Bimmer und warfen nach dem Feldwebel, der durch die durchbrochene Thürfüllung hindurch eine Ansprache an sie halten wollte. Am Dienstag erklärte der General den Leuten, er wolle ihnen in Anbetracht der bisherigen guten Haltung die Meuterei verzeihen, wenn sie am nächsten Tage zu ihrer Pflicht zurückkehren würden. Diese Milde besänftigte die Leute und der Sturm legte sich. Die Veranlassung zur Meuterei gab die Verweigerung eines außerordentlichen Urlaubes nach den anstrengenden Tagen des Kaiserbesuches. Antwort wird nicht ertheilt. Pank. Wir können Ihnen nur mündliche Auskunft ertheilen. 2. K., Alexanderstraße. Das wissen wir nicht. Zwei Wettende, Holzmarktstr. 54a. Das Wort heißt „ Kalospinthechromofrene" und ist aus griechischen Worten gebildet, die wörtlich übersetzt„ Schönfunkenfarbenquelle" heißen. Göttinge 19. Juli. Das Rind des Thurmwärters Es wird mit dem Wort ein fünstlich mit wechselnd verschiedenen Grimme auf dem Haupt hurme der St. Johanniskirche Farben beleuchteter und dadurch prachtvoll funkelnder Springstationirt is stürzte aus einer Schallthür des brunnen bezeichnet. Thur me hinaus und wurde als Leiche am Fuße des N. Starke. Ob in Berlin ein Verein oder Institut für Thurmes gehoben. Das siebenjährige Kind hatte sich aus geometrischen Dekorationszuschnitt besteht, können wir Ihnen dem Schafhe vorgebeugt, um ein Seil zu erfassen, an dem der nicht verrathen. Vater Hour Thürmerwohnung emporzog. Dabei schnellte das straff an gene Seil zurück und riß das Kind aus der Luke, so daß es über zur Erde stürzte. Es ist dies der erste derartige unglück, der geschehen, so lange der Thurm bewohnt ist. ( Magdeburgische Zeitung.) Förster, Koppenstraße. Pariser Platz 2. P. W. Das Wort„ Enthusiasmiren" ist natürlich von Enthusiasmus abgeleitet. Vertrauensmann Bochum. Derartige Steckbriefe tönnen, wir nicht veröffentlichen. Mehrere Genoffen aus dem Zukunftsstaat. Am 2. Mai beantwortet werden könnte. Welche Waaren wollen Sie denn vorigen Jahres erschien das„ Berliner Volksblatt" nicht. C. Bottner. Ihre Frage ist viel zu unbestimmt, als daß sie ennen letten? Manz, 20. Juli. Drei Wegelagerer haben heute Münzstr. 11 baffelbe aufgegeben hat, so findet die nächste Versammlung am überfala und durch viele Messerstiche tödtlich ver Achtung! Fischnharbeiter! Da der bisherige Besitzer des Lokals Nacht ne Veranlassung vor dem Gauthor zwei ältere Männer Kollegen werden dringend ersucht, Borstehendes zu verbreiten und rege für wunde; einer der Ueberfallenen ist bereits verstorben. Zwei den Besuch der Versammlung zu agitiren, da das so hochwichtige Thema: Die Person sind bereits als muthmaßliche Thäter verhaftet. Entstehung unserer Erde( Referent: Herr Henning) fortgesetzt wird. ( Kölnische Zeitung.) Donnerstag. Verein ,, Bolts: Lefe- und Diskutirklubs. bildung"( Männer und Frauen) Abends 9 Uhr, im Restaurant( us Pischkowitz im Kreise Glatz wird berichtet: Infolge Nürnberg, Schönhauser Allee Nr. 28.- Lese- und Diskutirklub Wa ch Au f" Nachmittags 3 Uhr, in der Große Frankfurterstr. 99, Frankfurter Bier: 48fhdiger heftiger Niederschläge ist der Eisenbahndamm Verantwortlicher Redakteur: R. Conheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW.. Beuthstraße 2. E. Stockelsdorf. Theilen Sie uns den Namen des be treffenden Herrn mit, dann werden wir die Adresse ermitteln. δι sc a ( el I g 11 16 I e: b 9 C e