Abend- Ausgabe Nr. 604 B 294 49. Jahrg. Rsdoktton und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 5cm!pt«<6er A 7 Am» Dcmhvst 292 d>» M? T-Irgrammadr-si«! Cojtattfmottai BERLINER VOLKS BLATT FREITAG 23. Dezember 1932 In Groß° Berlin 10 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Jentvalorgan der Gozialdemokeaiifchen Oartei Deutschlands Protest gegen künstliche Teuemng OewerKscdaktlicKe Spit�envert>än6e gegen BeimiscKungspläne Knechtische Seelen Gestern noch die„deutsche Eiche" Heilte eingestanlpitc Leiche. Deutsche Aiamihaftigkeit. Bürgerstolch Ritterirutz, aufrechte Gesinnung— diese seit dem Novemberverbrechen verloren gegange- nen Tugenden des freien Mannes sind es. welche die Helden des Hakenkreuzes— die jetzt an den Straßenecken betteln gehen— dem gesunkenen deutschen Volke wieder- bringen sollen. Die letzten Wochen haben einige herrliche Beweise dafür gebracht, wie diese Vorsätze der Männlichkeit in die Tat umgesetzt werden und wie der neue Bastillen- stürm der Nazis gegen die Schleicher-Feste in Szene gesetzt wird, lohnt es sich, sie den staunenden Volksmassen immer wieder in Erinnerung zu rufen. „Gradlinigkeit, Mannhastigkeit und Treue, das sind die Grundzüge seiner Wesensart"— so wurde Gregor Straßer noch ani 8. Dezem- ber im„Illustrierten Völkischen Beobachter" gefeiert, so haben sie ihn in tausend Versammlungen angehiminelt, so war das Glaubensbekenntnis all dieser Helden. „Der treulose Hund, der Straßer! Unserem Führer solches Leid zuzufügen",— tönte die robuste Stimme eines Reichstagsabgeord- neten, als die weinende Korona am Abend des S. Dezember um den weinenden Führer oersammelt war— und legte damit Zeugnis ab für die„Treue und Mannhaftigkeit", wie sie in jenen Kreisen dem gefallenen Kameraden gegenüber geübt wird. „Wenn unser Führer einen zum preußi- schen Ministerpräsidenten bestimmt hat, dann ist die Sache für uns erledigt und kein anderer kommt mehr in Frage"— versicherte der nicht minder stolze Urpreuße K u b e, als Hitler seinen Liebling Göring an Straßers Stelle zu setzen gewillt war. „Preußen den Preußen", lautete ihre Parole— da kommt der Charlatan aus Braunau in Niederösterreich, der Regierungs- rat von Braunschweig, der umwechselnd i» München oder in Berchtesgaden residiert und befiehlt einen Ministerpräsidenten und 162 preußische Naziabgeordnete sinken in die Knie und beten im Chor„Herr, dein Wille geschehe!" Mannhaftigkeit und Ritterstolz, wie er nicht herrlicher sich offenbaren kann, Sie ist ein Charakterbild aller Diktatur- gläubigen, die hoch über den waschlappigen Demokraten stehen— nicht nur auf der Rechten, nein, vollkommen ebenbürtig auch auf der Linken. In Elmshorn hat ein kommunistischer Stadtverordneter und Reichstagsabgeord- neter I ü r g e n s e n— der Name hätte fast einen unserer festesten schleswig-holsteinischen Genossen in Mißkredit gebracht— es gewagt. in der Stichwahl zwischen einem bürgerlichen und einem sozialdemokratischen Bürgermeisterkandidaten dem letzteren den Vorzug und die Stimme zu geben. Kaum war die Sünde begangen, da erhob sich der Sturm im Lager jener, die täglich von der „Einheitsfront aller Arbeiter" lügen, und Herr Jürgensen, der aufrechte Mann im Lager der Rötesten erließ jene de- und wehmütlge Abbitte, die wir schon erwähnten. die aber im Wortlaut genossen werden muß, um die ganze Selbstjchändung dieser Gesellen zu ermessen. Herr Jürgensen von den Kom- munisten erklärt: „Bei ber Bürgerineistcrwahl in Elmshorn am Sonnabend, dem 10. Dezember 1032, Hab« ich im zweiten Wahlgang für den Vorschlag der So- zialdemokratischen Partei, für den Stadt- rat Petersen, meine Stimme abgegeben Meine Haltung bei dieser Abstimmung war politisch falsch und widersprach der politischen Linie der Kommunistischen Partei, deren Durch- führung allein den Interessen der Arbeiterklasse entspricht. Mein« salsche Haltung bei der Ab- Dir Borstäude des ATGB., des AfA- Bundes und des Zlltgemeiwe» Deutschen Beamtenbuudes haben gemeinsam au den Reichskanzler folgendes Telegramm gesandt: Die unterzeichneten gewerkschaftlichen Spichenverbände erhebe« hierdurch schärfsten P r o t c st gegen jede Kontingentierung der Einfuhr von M a r g a r i n c r v h st o f f e n, gegen jeden Beimischungszwaug zur Margarine, sowie gegen alle die Mar- garine als wichtiges Volksnahruugsmittcl verteuernden oder verknappenden Mast nahmen. Spiel mit Zahlen Die Winterhilfe maßnahmen der Reichsregierung— Verlängerung und Erweiterung der Frischfleisch- und Kohlenver- b i l l i g u n g für Erwerbslose— kosten nach amtlicher Darlegung 23,3 Millionen gegen 11,3 Mit- lionen im vorigen Winter. Daß die Zahl der Hilfsbedürftigen in diesem Winter unvergleichlich höher ist. wird bei dieser amtlichen Mitteilung einfach außer Betracht ge- lassen. Wie unzulänglich die„Bcrbilligung" im einzelnen ist, haben wir hier mehrfach dargelegt. Rothe, Teichmann, Schmidt frei! HalktenUassimg vom Gericht angeordnet— Weitere Haftentlassungen Aus Antrag der StaalsaawaUschasl hat sich die frühere Sondergerichkskammer unker Darsih des Landgerichtsdirekkors Talk mit der Frage befaßt, ob der Reichsbanncrmann Max Hokhe unter die Amnestie fällt. Es hat diese Frage mit Ja beanlwortek. Es siel dies der Kammer unter dem Vorsitz des Laudgerichls- direklacs Talk um so leichler. da Landgerichts' direktor Talk die gesamte prozehmaterie gut kennt und unter seinem Vorsitz seinerzeit dos Zuchlhausurteil gegen Rothe gefällt wurde. Rothe hat von Ansang au bis zum letzten Augenblick seine Unschuld beteuert. Er war, empört über dos Urteil, das er für ungerecht hielt, in den Hungerstreik getreten. Allein die lleberzeugung. daß seine Freunde draußen nicht aushören würden, den Kamps um ihn zu führen, konnte ihn veraulasien, den Hungerstreik auszunehmen. Die dank der Sozialdemokratie durchgeführte Amnestie hat jetzt ihm die Freiheit wiedergegeben. Der Entlassungsbeseht ist bereits telegraphilch nach Luckau überwiesen. Möglicherweise dürste er bereits in den Abendstunden in verlin cintrefsen. Zn den frühen Rachmittagsstunden siel auch die Entscheidung der Tolk-Kommer über die Angelegenheit der Reichsbannerleute T e i ch m a n n und Schmidt, die zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt waren. Auch in diesen Fällen wurde die Freilassung beschlossen. Die Entscheidung der Kammer im Fall Rothe wurde von der Staatsanwaltschaft m! t einer gewissen Spannung erwartet. Sie hat grundsätzliche Bedeutung. Es gibt mehrere Fälle, die ähnlich gelagert lind wie dieser Fall. In gewissen Fällen wird nun die Staatsanwalt- schast von sich aus Entscheidungen tressen. die durch sttmrnung entsprach dem Wunsch, noch besser als bisher den sozialfaschistisehen Charakter dieser Politik der SPD. entlarven zu können und stellt keinerlei Vertrauensvotum für die SPD dar. Aber auch dieser Gesichtspunkt mar falsch. Elmshorn, 15. Dezember 1932. Reinhotd Jürgensen." Ich will es nie, nie wieder tun, wimmert die Heldenseele in einer Erdärmlichkeit, die nur noch bei den Nazis ihresgleichen hat. Wahrlich, diese Herrschaften sind berufen, sich ihres Mutes und ihrer Tapferkeit im Gegensatz zu den Sozialdemokraten zu rühmen. Wenn das Ekki oder der große Adolf winkt, die„Zentrale" oder das Braune Haus befiehlt, dann liegen sie platt auf dem Bauch, wie es der erbärmlichste Spießer zu Wilhelms Zeiten nicht jämmer- licher zu tun vermochte. Und die Gesellschaft will die Welt durch Mannhaftigkeit erlösen. die Entscheidung der Kammer unter Borsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Tolk gewissermaßen vor- weggenommen sind. Die Z a h l d e l E n t l a s s e n e n hat sich unter- dessen wieder um ein beträchlliches vermehrt. Aus dem Zellengesängnis sind jetzt bereits 50 Straf- gesangene entlassen, aus Tegel etwa 90; weitere 50 Entlasiungen stehen bevor, aus Plötzensee 55. Die Zahl der aus den Zuchthäusern Luckau und Brandenburg Entlassenen wird morgen früh fest- stehen. Bei der Berliner Gefangenenfürsorge machten sich bereits heute morgen die Auswirkun- gen der Amnestie bemerkbar. Etwa 20 hilfesuchende Strafentlassene mußten be- treut werden. Es ist jedoch anzunehmen, daß eine große Zahl von Entlassenen sich direkt an die Wohlfahrtsämter gewandt hat, deren Fürsorger ihnen von früher her bekannt sind. Mul Bvncours Mchcheit Zahlenmäßig vergrößert— Innerlich gefestigt Paris. 23. Dezember. Zahlreiche Abgeordnete haben, wie das in Frankreich möglich ist, ihr Votum Nachtrag- l i ch geändert, so daß die Ziffer des„Journal Officiel" lautet: 379 für und ISO gegen. Die ge- samt« Rechte und dir' rechte Mitte, init Ausnahme der katholischen Demokraten, die sich gespaltet haben, und einige 60 Abgeordnete, die sich der Stimme enthielten, hoben gegen die Regie- rung gestimmt. Die Regierungsmehrheit ist also eine reine Linksmehrheit, zum Unterschied von den INehrheiten, d'e herriot in den meisten Fällen erhielt und die einen Teil der rechten Mitte umfaßten. Ob diese homogene Mehrheit zusammenhält, wird von de» Finanzplänen der Regierung, die sie im Januar einzubringen gedenkt, und von der Gestaltung ihrer'A b r ü st u n g s p o l i t i k ab- hängen. Die Rechtspresse ist mit dieser Entwick- lung der Dinge nicht zufrieden und kündigt der unter dem Einfluß der Sozialisten stehenden Regierung den schärfsten Kamps an. Sie hofft darauf, daß der Senat dieser Re- gierung, die nur das Vorspiel zu einem Kabinett Leon Blum sei, bald ein Ende machen werde. Die gewattige Mehrheil, die der Regierung Paul-Boncour das Vertrauen ausgesprochen hat, entsprich: durchaus dem parlamentarischen Stirn- menverhältnis zwischen rechts und links. Wenn nun trotzdem vielfach versichert wird, daß dieses Kabinett nicht von langer Dauer sein kann, so liegt das daran, daß noch nie ein Ministerpräsident sich so stark au die Sozialistische Partei angelehnt und um ihre Unterstützung ge- worden hat wie Paul Boncour. Sicher ist er dabei nach dem Geschmack der demokratischen Mittelgruppen, die ihn einstweilen unterstützen, und sogar mancher Radikalen etwas weit ge- gangen. Die Sozialisten haben durch den Mund Leon Blums die grundsätzlichen Bekennt- nisse des neuen Ministerpräsidenten zu ihrem Programm und zu ihren Ideen mit Genugtuung begrüßt. Ztber vielleicht wird gerade bei dieser demonstrativen Sympathiekundgebung der Sozia- listen für ihren ehemaligen Mitkämpfer manchen bürgerlichen Linkstreisen bereits etwas uicheimlich zumute gewesen sein. Das demokratische Bürger- tum Frankreichs will zwar links, aber nicht z u sehr links regiert werden. Gestern konnte zwar dieses Gefühl noch nicht zum Ausdruck kommen, aber sehr bald dürfte der Druck der kapitalistischen Kreise, der Banken, der Schwerindustrie, der Handelskammern, der Armee und überhaupt der„besseren Gesellschaft" einsetzen und sich in täglichen Angriffen der großen Pariser Presse verstärken, bis schließlich Konflikte im Ka- binett selbst entstehen und Paul Boncour vor der Alternative steht: entweder die Unterstützung der Sozialisten zu verlieren oder den Rechtsabmarsch eines Teils seiner bürgerlichen Linksmehrheit in Kauf zu nehmen. Wann und bei welcher Gelegenheit dieser Konflikt entstehen wird, läßt sich noch nicht voraus- sehen. Oft sind es gerade solche Regierungen, denen die kürzeste Lebensdauer prophezeit wird, die sich ani längsten halten. Die finanziellen Sanieningsmaßnahmen, die Paul Boncour und sein Finanzminister CHeron vorhaben, sind noch nicht präzisiert worden.'Aber ihre Bekanntgabe in den erste» Woche» des kommenden Jahres dürfte die erste große Belastungsprobe für die neue Regierung sein. Bei aller Sympathie, die Leon Blum dem neuen Regierungschef bezeugt hat, zeigte er sich gerade in diesem Punkte zumindest skeptisch und abwartend. Denn er kennt die Stärke der kapitalistischen Gegenkräfte, die gerade bei ent- scheidenden Finanzmaßnahmen gegen alle fort- schrittlichen und sozialen Lösungen eingesetzt werden und schon manche Linksregierung zum Rückzug gezwungen haben. Schon jetzt aber verdient festgehalten zu werden, daß Paul Boncour Worte über die Bedeutung der organisierten Arbeiterschaft in, demokratischen Staat gesunden hat, wie noch nie zuvor ein sranzösischer Staatsmann. Der Mann, der einst als Anwalt die Interessen des allge- meinen französischen Gewerkschaftsbundes vor Ge- richt vertrat, als Millerand dessen Zluslösung betrieb, hat damit bewiesen, daß er kein Renegat ist. Er hat auch ein grundsätzliches Bekenntnis zu den großen Reformen abgelegt, die die Sozialistische Partei in ihrem Aktionsprogramm vor Iahresirist gefordert hat.'Allerdings hat er ihre Durchführbarkeit im jetzigen Augenblick «mgesichts der schlechten Finanzlage Frankreich» bezweifelt. Aber selbst diese prinzipielle Bejahung wird ihm viele Feinde machen. In der A u ß e n p o l i t i k hat sich Paul Boncour bemüht, sowohl gegenüber Deutschland wie gegen» über den Vereinigten Staaten jede» Wort zu.ver- meiden, was zur Vertiefung der bestehenden Gegen» sätze beitragen könnte. Alles in allem: Frankreich wird unter Paul Boncour entschieden links regiert werden. Erst die Entwicklung wird be» weisen müssen, ob das vielgepriesene demokratische Bürgertum Frankreichs einen solchen prononzierten Linkskurs lange verträgt Wir in Deutschland können nur mit einem Gefühl des Neides dieses Experiment aus der Ferne verfolgen, das bei uns schon deshalb nicht möglich ist, weil es hier kein demokratisches Bürgertum mehr gibt. Lärm um Leipart FaMür unterm Teppich GeKeiimus eines Verstecks von Veamlen der Znspeklion II, die gemeinsam mit Mitgliedern der Eisenbahnüberwachung an der Ausklärung eines großen Einbruchs in einen Güterschuppen in Oderberg in der Mark arbeiteten, wurde in seiner Wohnung in der Bornholmer Straße im Norden Berlins ein Händler Sch. festgenommen. Am Donnerstag früh war in Oderberg der Einbruch in den Güterschuppen der Eisenbahn entdeckt worden, bei dem die Täter zahlreiche Lebensmittel wie Wein«, Konserven usw. erbeutet hatten. Die sofort«ingesetzten Ermitt- lungen der Eisenbahnüberwachung ergaben eine Spur, die nach Berlin führte. Die Berliner Kriminalpolizei wurde verständigt und stöberte den Aufenthaltsort des Verdächtigen auf. Es war der Händler Sch. Als die Beamten die Zimmer durchschritten und alles absuchten, konnten sie nichts Verdächtiges finden. Erst als man in einem der Zimmer einen Teppich aufrollte, entdeckte man darunter eine Klappe, die in den Keller führte. Die Beamten stiegen jetzt hin- unter und fanden das Diebesversteck. Der größte Teil der Beute konnte noch vorgefunden werden. Es befanden sich darunter K Kisten Wein, zahlreiche Säcke mit Mehl, Zucker usw. Sch. mußte jetzt den Einbruch in Oderberg zugeben. Verschmähte Liebe Schüsse auf der Straße In der Bernburger Straße spielte sich heute früh um%7 Uhr ein aufregender Vorfall ab. Eine Frau feuerte aus einen Eisenbahnbeamten vier Schüsse ab und flüchtete. Der Täterin gelang es, im Menschengewühl unterzutauchen und zu entkommen. Der Mann, dem das Revolver» attentat galt, ist ein Eisenbahnbetriebsassistent T. Er ist durch zwei Streifschüsse nur unerheblich verletzt worden. Nach den bisherigen polizeilichen Feststellungen ist die Revolverattentäterin eine Frau Charlotte L. aus Neukölln. Zwischen T. und der Frau scheinen früher einmal Beziehungen bestanden zu haben. Als der Eisenbahner von der Frau nichts mehr wissen wollte, verfolgte sie ihn auf Schritt und Tritt. Auch heute früh stellte sie sich ihm entgegen und gab die vier Schüsse ab und lies davon. Nach der Täterin wird von der Kriminalpolizei ge- fahndet. Tränengasbanditen Im>V!ener Postscheckamt Eigener Bericht des„Vorwärts" Wien, 23. Dezember. Am Zreitagoormittag um VtW Uhr haben hakenkreuzler einen Angriff mit Tränengas- bomben auf das Zentralgebäude der Oester- reichischen Postsparkasse(Postscheckamt), des größten staatlichen Geldinstituts, unternommen. Die hakenkreuzler haben den ganzen kasiensaal, in dem zahllose Menschen sich aufhielten, um Geld abzuheben oder einzuzahlen, unter Tränengas geseht. Es entstand eine Panik. Polizei wurde herbeigerufen. Die Feuerwehr arbeitet zur Zeit im Haus, um die Gefahr zu bannen und die eingeschlossenen Menschen zu retten. Ts besteht die Annahme, daß die hnkenkreuzbanditen mit diesem Angriff, der durch nichts motiviert werden kann, nur die Absicht hatten, die Möglichkeit für Raub und Plünderung zu schassen. Tribllnen-Rauferei Im Sal�hurxser Landtag Salzburg, 23. Dezember. Im Landtag kam es zwischen dem sozialdemo» kratischen Vizepräsidenten Neumayr und dem Nazi-Bundesrat S ch a r i tz e r zu einem Wort- geplänkel, das schwere tätliche Zusammenstöße zwischen den teils sozialdemokratisch, teils national- sozialistisch eingestellten Zuhörern auf der Galerie zur Folge hatte. Der Nazi-Wgeordncte Reicht trug eine Verletzung am Kopf davon. Polizei räumte die Galerie. Die Nazi-Abgeordneten verließen daraus den Saal und beteiligten sich nicht weiter an den Beratungen des Landtags. Kaum ist der Lärm über das„Excelfior"- Interview durch Le i p a r t s Erklärungen einiger- maßen zum Schweigen gebracht, so ist die Partei- und gewerkschaftsfeindliche Presse schon wieder eifrig dabei, sich eine neue Leipart-„Sensation" zurechtzumachen. Es handelt sich diesmal um einen Aufsatz, den der Vorsitzende des ADGB. in der republikanischen Zeitschrift„Alarm" veröffentlicht hat und in dem er folgendes ausführt: Die Gewerkschaften müsien verlangen, daß die Regierung Schleicher es ernst nimmt mit ihrem Vorsatz, Arbeit zu schaffen und alle ihre Regierungsmaßnahmen nicht nur„mehr oder weniger", sondern ganz in den Dienst der Arbeitsbeschaffung stellt. Da sie entschlossen zu sein scheint, aus den schweren politischen und psychologischen Fehlern der letzten Monate zu lernen, und nicht, wie die Regierung Papen, mit hochmütigen Wert- urteilen über unser tapfer um seine Existenz ringendes Volt um sich wirft, da sie anscheinend ein Gefühl dafür hat, daß der Kampf, den gerade die deutsche Arbeiterschaft in den letzten Jahren gegen die tägliche Not geführt hat. die tiefste Bewunderung verdient, so werden die deutschen Gewerkschaften zunächst abwarten, ob die Talen der Regie- rung ihren Worten entsprechen werden. Woraus es jetzt einzig und allein ankommt, ist nur blinder„Alarm" produktive Politik, das heißt, die Bewältigung der Aufgabe, die Lage der deutschen Arbeiterschaft durch entschlossenes Handeln zu verbessern. Diese Ausführungen des Genossen Leipart werden in der gegnerischen Presse oerschieden kommentiert. Die einen schlußfolgern, da die Partei in Opposition stehe, die Gewerkschaften aber„abwarten" wollten, bestehe ein Gegen- satz zwischen Partei und Gewerk- s ch a f t en. Die andern— das sind natürlich die Kommunisten— erklären, nun sei die Ver- räterrolle der SPD. gründlich entlarvt, ihre Opposition sei nur ein Schein- manöoer, und ihre wirkliche Haltung sei von Leipart richtig aufgezeigt. Das alles sind oberflächliche Urteile und absicht- liche Verdrehungen. Das Wort„abwarten" hat im Munde eines Gewerkschaftsführers eine ganz andere Bedeutung als im Munde eines Par- teiführers. Wenn ein Parteiführer einer Regie- rung gegenüber von„Abwarten" spricht, so kann man daraus schließen, daß er sich bis auf weiteres oller oppositionellen Handlungen enthalten und die Regierung„tolerieren" wolle. Die Gewerkschaften aber sind keine Regierung?- Partei, keine Tolerierungspartei und keine Oppo- sitionspartei, denn sie sind überhaupt keine Partei. Die Führung des Kampfes gegen die Regierung ist Sache der Sozialdemokratischen Partei, und die Gewerkschaften können dabei die Partei beraten und mit ihren Forderungen her- vortreten, aber aus dem Felde der Politik können sie als Gewerkschaften überhaupt nichts anderes tun als„abwarten", es sei denn, sie wollten mit einem Generalstreik dazwischensahren. In diesem Sinne hat ja auch Genosse Leipart selbst in seinen Bemerkungen zum Exzelsior-Jnter- view zur Frage der sogenannten„Wasfenruhe" mit Schleicher erklärt. „daß über eine solche wasfenruhe nicht die Gewerkschaften, sondern die politischen Parteien im Reichstag zu entscheiden hatten." Leiparts Aufsatz im„Alarm" beweist also weder, daß ein Gegensatz zwischen Partei und Gewer?- schaften besteht, noch daß die Opposition der Partei nicht ernst gemeint ist. Wir stellen fest, daß der Bundesvorstand des ADGB. in keiner Weise aus die Partei eingewirkt hat, um die Linie der Oppositionspolitik zu ver- wischen oder zu verbiegen. Wir stellen weiter fest, daß die Reichstagsfraktion, in der bekanntlich der Bundesvorstand und die sonstigen Gewerkschafts- spitzen stark vertreten sind, e i n st i m m i g den Mißtrauensantrag gegen die Schleicher-Regierung beschlossen hat. Diesen feststehenden Tatsachen gegenüber bleiben mißverständliche oder falsch ausgelegte Aeußerun- gen eines einzelnen Parteigenossen belanglos. Eine braune Blamage �la�i-PIeite: Kein Geld für Weihnachtsgaben! Im Preußischen Landtag hatte sich in der Nach- kriegszeit die Uebung herausgebildet, den gering besoldeten Lohnempsängern im Landtagcbetriebe eine kleine Weihnachtsbeihilfe zu gewähren. Die Fraktionen trugen alle dazu bei. Die praktische Vorbereitung und Durchführung hatte bis dahin die sozialdemokratisch« Fraktion als stärkste Partei. Durch die Wahl vom 24. April d. I. wurde die Sozialdemokratie in die zweite Stelle zurückge- drängt: die Nationalsozialisten wurden die stärkstc Fraktion. Der Geschäftsführer der Nationalsozia- listen, der Abgeordnete Hinkler, war daher ge- zwungen, di« Vorbereitungsarbeiten für die Durchführung der Weihnachtsbeihilfe für di« Lohnempfänger im Landtag in di« Hand zu Der GroLaArarier � C>V 56� dieses Satzes 4,35 M. pro Kopf des Abgeordneten auszubringen. Am 14. Dezember teilte der Abg. Hinkler den übrigen Fraktionen mit, daß sie auf Grund der Geschäftsführerbesprechung 12 M. Weihnachtsbeihilfe für jeden Lohnempfänger, d. h. 4,35 M. pro Abgeordneten, zu zahlen hätten. Jede Fraktion erhielt dann noch di« Gesamtberechnung der zu zahlenden Summe mitgeteilt. Am 13. Dezember richtete der national- sozialistische Abgeordnete Kub« an die Fraktionen des Preußischen Landtags folgendes Schreiben: „Die nationalsozialistische Landtagsfraktion hat davon abgesehen, in diesem Jahre eine Weihnachtsgabe den Lohnempfängern des Preu- hifchen Landtags zur Verfügung zu stellen. Diese Maßnahme hat sich erst nach der Zu- sammenkunft der Geschäftsführer ber einzelnen Fraktion«» am 14. Dezemb«r 1932 als not- wendig erwiesen. Wir bedauern deshalb, uns an die Ab- machung unseres F r a k t i 0 n s- geschäftsführers in der fraglichen Sitzung nicht halten zu können. gez. Kube, Fraktionsfllhrer." Zusammengefaßt sei folgendes festgestellt: Die Nationalsozialisten laden durch ihren Geschäfts- führer, Abg. Hinkler, zu einer Besprechung über di« Weihnachtsbeihilf« ein. Die Nationalsozialisten machen in der Geschästsführ«rbesprechung der Fraktionen durch ihren Vertreter, den Abg. Hinkler, den Borschlag. 12 M. für jeden Lohnempfänger auszubringen. Di« Ratio- nalsozialisten fordern die Fraktionen aus, diesen Betrag umgelegt aus die Mitglieder der Fraktionen zu zahlen. Alle Fraktionen, einschließlich der Deutschnationalen, die nicht an der Besprechung teilgenominen haben, haben gezahll. Nachdom alles in Ordnung war, ziehen sich die National- sozialsten, die zunächst die Sache einleiteten, zu- rück. Das Ergebnis ist, daß die Lohnempfänger statt 12 M. jetzt nur 7 M. Weihnachtsbeihilfe bekommen. Die Nazisrattion hat zwar für Scherben im Landtag gesorgt, aber für di« kleine Weihnachtsgabe an die Hilfskräfte im geringsten Lohnverhältnis haben di« braunen „Diätare" nichts übrig! Denn— das muß noch hinzugefügt werden, sie brauchen ihr Geld für einen Bierabend, den sie als einzige der Fraktionen veranstalten mußte. Großfeuer in Berlin N Polsterwattefabrik in Plammen Ein Großfeuer beschäftigte in der lehlea Nacht vier Züge der Feuerwehr in der w a l d e r s e e- st r a ß e 21 in Rcinickendors-Ost. Ein zwei- stöckiges Fabrikgebäude brannte völlig nieder. Auf dem Gelände in der Walderseestraße 21 hat eine Polsterwattefabrik ihre Fabri- kationsräume. Kurz nach Mitternacht bemerkte ein Wächter im Innern des Fabrikgebäudes starken Feuerschein. Als die Feuerwehr auf Großfeueralarm mit vier Löschzügen an- rückte, glich die brennende Fabrik einer riesigen weithinlodernden Fackel. Rohre größten Kalibers mußten in Tätigkeit gesetzt werden, um die Macht des Feuers zu brechen und die angrenzenden Schuppen, in denen große Lumpenvorräte lagerten, vor der Vernichtung zu retten. 'hv■' v Vroseffor 6aro freigesprochen Petscheck trägt die Kosten - Jfe. 4?' „Seit undenkbaren Zeiten stehe ich am Rande des Abgrundes, aber immer weiß ich mich auszubalancieren!" nehmen. Cr erließ an die Geschäftsführer der Fraktionen des Landtags folgendes Rundschreiben: Berlin, den 19. Dezember 1932. „Als Geschäftsführer der stärksten Fraktion des Preußischen Landtags lade ich ergebenst ein zu einer Besprechung über di« Weih» nachtsgabe der Fraktionen für die Lohn- empfänger beim Preußischen Landtag zu Mitt- woch, den 14. Dezember 1932, um 14.39 Uhr, Ministerjaal, Saalgeschoß Berbindungsbau. gez. Hinkler, Mitglied des Preuß. Landtags." Die Geschäftsführer der Fraktionen des Land- tags folgten dieser Einladung, mit Ausnahme der Deutschnationalen. Nach Eröffnung der Sitzung schlug Abg. H i n k l« r(Natsoz.) vor, den Lohn- empfängern wieder, wie im Vorjahre auch,»ine Weihnachtsbeihllse von 12 M. pro Kops zu ge- währen. Die Fraktionen hätten bei Annahme Am 97. Verhandlungslage ist endlich im Earo- Petscheck-Prozeß bei dichigedrängtem Zuhörerraum und unter starker Beteiligung der Presse das Urteil verkünde» worden. Das Urteil, das Pro- fesior Caro stehend anhörte, lautete: Der Ange- klagte Earo wird freigesprochen. Der Neben- klüger Petscheck trägt die kosten des Verfahrens wie auch die dem Angeklagten entstandenen notwendigen Verteidigerkosten. Die Urteilsbegründung war oerhält- nismäßig kurz. Landgerichtsdirektor Ohne- sorge verwies auf die schriftliche Ausführung der Urteilsbegründung und sagte dann: Dem An- geklagten ist Prozeßbctrug zur Last gelegt worden. Es wurde von ihm behauptet, er habe aus dem Wege der Zivilklage von dem Nebenkläger Petscheck die Rückzahlung einer Mitgift in Höhe von 499 999 Mark verlangt, die er nie gegeben habe, und als Beweis der Richtigkeit seiner Forderung die Existenz einer Quittung für bestehend erklärt, die in Wirklichkeit von ihm gefälscht worden sei. Das Gericht hatte zu ent- scheiden, ob die 499 999 Mark vom Angeklagten wirklich gezahlt worden waren und ob die Quittung tatsächlich existiert hat. Wurden diese beiden Fragen bejaht, so entsprach auch seine Versicherung an Eidesstatt den Tatsachen. Das Gericht hat sich eingehend mit sämtlichen Ver- dachtsmomenten auseinandergesetzt, die gegen den Angeklagten vom Nebenkläger vorgebracht worden sind. Es ist ober zum Ergebnis gelangt, daß alle diese Verdachtsmomente nicht ausreichten, um di« beiden entscheidenden Fragen zu verneinen. Das merkwürdige Verhalten des Angeklagten in der ganzen Angelegenheit findet eine ausreichende Erklärung sowohl in der Art seiner Persönlichkeit als auch in seinem Verhältnis zu Petscheck. Mit dem Urteil des Landgerichts III hat einer der unerfreulichsten Prozesse sein Ende gefunden. Das eigentlich Gute an ihm ist, daß dieser Monstreprozeß dem Staate keinen Pfennig ge- kostet hat. Er wird aber den 599fachen Millionär Petscheck noch um einige hunderttausend Mark erleichtern, eine Bagatelle angesichts der vielen Monstreprozeß dem Staat« schr wenig ge- kostet hat. Die Oeffentlichkeit hat aber tief beklagt, daß ein deutsches Gericht sich monatelang mit Erörterungen zu beschäftigen hatte, die eigentlich eine rein persönliche Angelegenheit zweier feind- lichen Familien war. Die Oeffentlichkeit hat es erleben müssen, daß ein 599facher Millionär, eine Stütze der heutigen Gesellschaft, mit einem Groß- industriellen und Gelehrten, gleichfalls einer Stütze der heutigen Gesellschaft, in ihrem Fa- milienstreite vor der ganzen Welt ihre schmutzige Wäsche ausgebreitet hat. Nach Schluß der Verhandlung kam es auf der Straße zu stürmischen Kundgebungen. In die Rufe „Hoch Caro ,? Petscheck raus!", mischten sich Nazirufe„Deutschland erwache!". Ein groteskes Schauspiel, Nationalsozialisten beglückwünschen den Juden Caro. Bolz unter Klage 8oz:ialclemol:rat!sct»s kralrtion ruft das Staatsgericht an Stullgark, 23. Dezember. Die sozialdemokratische Fraktion des Württembergischen Landtags hat beim Staats- gerichtshof des Deutschen Reichs Klage auf Auf- Hebung des Artikels 4 der 5. Notoerordnung des württembergischen Staatsministeriums vom24. Sep- tember 1932 erhoben, durch die die nach den bis- herigen gesetzlichen Bestimmungen für den 31. März vorgesehene restlose Durchführung des 8. Volksschuljahres„bis auf weiteres" verschoben werden, d. h. in Wirklichkeit überhaupt nicht mehr erfolgen soll. Bei dieser Mahnahme stützte sich das wllrttembergische Staatsministerium auf die durch die Notverordnungen des Reichs- Präsidenten vom 24 August 1931 und 7. Oktober 1931 den Länderregierungen erteilte Ermächtigung, zum Zweck der Herstellung des finanziellen Aus- gleichs in den Haushalten des Staats und der Gemeinden vom geltenden Landesrecht abzuweichen. Die Klage der sozialdemokratischen Fraktion stützt sich in erster Linie darauf, daß Artikel 145 Satz 1 der Reichsverfassung, der das achte Schuljahr vor- schreibt, zwingendes Recht sei, das auf Grund des Artikels 48 weder vom Reichs- Präsidenten noch von einer Länderregierung außer Kraft gesetzt werden könne. Außerdem macht die Fraktion geltend, daß die Anordnung des württem- bergischen Staatsministeriums insofern auch eine Ueberschreitung der vom Reichspräsidenten erteilten Ermächtigung darstelle, als sie schematisch die Verpflichtung zur Durchführung des 8. Schul- jahrs für alle Gemeinden des Landes aufhebt, in denen es bisher noch nicht bestehe, also auch dort, wo seine Durchführung gar keine Mehraus- gaben verursache, den Ausgleich des Haushaltes also gar nicht gefährden könne. Mit Rücksicht auf die praktische Bedeutung der Entscheidung für das am 1. April 1933 beginnende neue Schuljahr haben die Antragsteller um eine beschleunigte Er- l« d i g u n g des Verfahrens ersucht. Roosevelt will sich nicht binden Washington, 23. Dezember. Präsident H o o v e r hat seinen Telegramm- Wechsel mit dem zukünftigen Präfidenten R o o s e- velt nach Rücksprache mit dem Schatzsekretär Mills und dein Staatssekretär Stimson veröffent- licht. Der Präsident begleitet die Veröffentlichung mit der Bemerkung: „Gouverneur Roosevelt hält meinen Vorschlag, die außenpolitischen Probleme gemeinsam zu be- arbeiten, für unerwünscht. Ich respektiere seinen Wunsch. Meine Regierung wird daher ledig- lich etwa aufkommende Fragen bearbeiten, ohne die neue Regierung jedoch irgendwie zu binden." Präsident Hoover hatte vorgeschlagen, daß Oberst H o u s e oder Owen D. Joung zum Vorsitzenden einer Kommission ernannt werde, die sich aus beiden Parteien zusammen- setzen und mit jedem der Schuldnerstaaten einzeln verhandeln solle. Er hatte dabei auf die Verbundenheit von Schulden. Rüstungen und Wirlschastsfragcn hingewiesen und weiter in Vorschlag gebracht, Hoover unternimmt nichts mehr daß dieselbe Delegation auch diese drei Probleme behandeln solle. Der zukünftige Präsident lehnt in seinem Ant- worttelegramm ab, irgendwelche Vorschläge zu machen, da er sich dadurch zumindest moralisch binden würde, ohne bis zum 4. März ver- fassungsmäßig irgendwelche Funktionen ausüben zu können. Roosevelt betrachtet im Gegensatz zu hoover die von dem Präsidenten ongesührlen drei Probleme als vollkommen getrennte Gebiete. Er stimmt zwar dem in Genf unterbreiteten Plan Hoovers über die Abrüstung zu. glaubt aber nicht, daß schnelle Ergebnisse zu erwarten seien, obwohl eine Begrenzung der Rüstungen und die Abschaffung gewisser Angrisfswaffen heilsam auf die Schuldenfrage und die Weltwirtschaft ein- wirken dürsten. In der Schuldenfrage hält er es für angebracht, daß Hoover mehr tun müsse, als nur die Unter- lagen beizubringen, die die später von Roosevelt beabsichtigte Politik zu erleichtern geeignet seien. Auch der W e l t w i r t s ch a s t s ko n f e r e n z er- kennt er keine so enge Verbundenheit mit der Schuldensrage zu, daß eine Bearbeitung beider Fragen durch dieselbe Kommission angezeigt er- scheine. Infolge der Stellungnahme Roosevelts ist die Annahme, daß die Schuldensrage noch unter der Regierung hoovers behandelt werden würde, endgültig als erledigt zu betrachten. Amerika dankt Herriot Paris, 23. Dezember. Botschafter Ed g e hat dem früheren Minister- Präsidenten Herriot im Namen der USA.-Regie- rung für die mutige Haltung gedankt, die er in der Schuldenfrage vor der Kammer eingenom- men hat. Der Botschafter wird demnächst eine Unterredung mit Paul B o n c o u r l)aben. Bon der amerikanischen Botschaft wird aber versichert, daß es sich dabei nickt um eine offizielle Aussprache über die Schuldenfrage handeln werde. Denn nach den letzten Washingtoner Weisungen bleibt die Berantwortung für alle derartigen Berhand- lungen der amerikanischen Regierung überladen. Hochflut der Filme Mordaffäre Äiehm Ehemann unschuldig Wie erinnerlich, hatte die in den Giftmordprozeh in Guben wegen Ermordung ihres Sohnes zum Tode verurteilte Ehefrau Z i e h m, nachdem sie während der ganzen Dauer des Prozesses ihre Schuld bestritten hatte, einige Tage später dem Gefängnisgeistlichen ein Geständnis gemacht und darin im wesentlichen ihren Ehemann belastet. Darauf wurde jetzt in Gegenwart des Oberstaats- anwalts und unter Zuziehung des Lehrers Ziehm die Ziehmsche Wohnung in Fürstenberg erneut durchsucht. Im Anschluß daran ist Ziehm in Guben vernommen worden, und gestern hat eine äußer st dramatische Gegenüber- st e l l u n g der Eheleute Ziehm stattgefunden. Au- der ganzen Ermittlungstätigkeit ergab sich, daß der Frau Ziehm. soweit sie ihren Mann bezichtigt hat, nichteinWortzuglauben sein wird. Der Verteidiger wird allerdings Wiederaufnahme des Verfahrens beantragen. „Das �aus dazwischen" Sentimentale Chansons Der Uhrmacher Knorr, oder richtiger: Max Adalbert, das Ekel, die melancholische Gift- spritze, der heiserste aller Fisteltenöre, ist Besitzer eines kleinen baufälligen Hauses, das von einem Wolkenkratzer umzingelt wurde. Knorr weigert sich zu verkaufen, obgleich der Citypalast eine Mil- lion bietet; Adalbert knarrt, knarrt, tobt, explo- diert. Bis die baufällige Bude ihm über dem Kopf zusammenkracht. Auch dann noch. Um schließlich, von den Tränen Barbaras(vielmehr: Charlotte Anders), der kessesten seiner zahllosen Töchter, aufgeweicht, sich mit einem steifen braunen Hut zu beturmhauben(was am Zwerchfell reißt) und zum Notar zu donnern. Jetzt aber kann Citypalast nicht mehr zahlen. Ob welcher Zeit- groteske Knorr ein gackelndes Lachstaccato abdalbert. Die von Marcellus Schiffer(dem inzwischen Verstorbenen) und Felix I o a ch i ms o n nach uraltem Rezept gemischte Rührburleske gipfelt (was soll sie anderes tun) in einem Frontaufmarsch aller Mitspieler(darunter Jakob T i e d t k e, der einem Herzenstrottel glorreiche Hängebacken und ein seelenvolles Sitzfleisch spendet): im übrigen ist sie kaum mehr als eine Lokalnotiz. Mit einigem Krampf und nicht gerade kurzweilig zurecht- gebacken, wird sie im Komödienhaus(wo jetzt Viktor Barnowsky Direktor und Spielleiter ist) serviert; sie lebt, soweit sie lebt, von drei, vier Chansons, die den Volkston suchen und eine spirituelle Drehorgel finden: vielleicht versöhnt man mit der Zeit sich mit der Zeit. Die Musik, von Mischa S p o l i a n s k y, mit lockerer Hand kombiniert, läßt mancherlei Er- innerungen aufdudeln und bringt Sentimentales im Tanzschritt._ R. Br. Das neue Bühnenjahrbuch, das einzige authen- tische Nachschlagewerk auf dem Gebiete des Thea- ters, herausgegeben von der Genossenschaft Deut- scher Bühnenangehörigen, ist soeben erschienen. Außer dem reichhaltigen Kalender und Nach. schlageteil enthält das Jahrbuch einen Artikel ..T h e a t e r w i r t s ch a f t" von Beigeordnetem Zoepffel-Mannheim und Emil Lind-Berlin. „E. P. 1 antwortet nicht" Ufa-Palast am Zoo Verherrlichung der Technik ist große Mode. Dieser Film dient ihr mit nationalem Beige- schmack. Etwa so: Deutsche Technik schafft Wunder- leistungen, neidisches Ausland trachtet sie zu ver- Nichten. Zu dem Zweck starten viel Flugzeuge und wird eine künstliche Insel im Ozean auf- geführt, deren in der Ostsee errichtetes Modell sicher viel Geld gekostet hat. Aber die Technik bleibt unbeseelt. Es gibt sehr schöne Aufnahmen vo» Flug.zeugen und Eisenkonstruktionen, aber die Konstruktion der Handlung ist total wind- schief, die Menschen bleiben leer« Schemen; was geschieht, ist fürchterlichste Kolportag«. Die Dia- log« sind von einer geradezu unwahrscheinlichen Unbeholfenheit, und es ist nicht die Schuld der Schauspieler, daß sie niemals wissen, was sie mit sich anfangen sollen. Paul H a r t m a n n als Jnselkonftrukteur Droste ist ebenso brav wie färb- los. Sybille Schmitz als schöne, jugendliche Stahlwerksbesitzerin ebenso verschwonimen wie ihre doppelle Liebe. Der famose Peter L o r r e kann mit dem total verzeichneten Photoreporter auch nichts anfangen. Bleibt Hans A l b e r s als Wellflieger Elliffen, der zunächst(wie alle Flieger!) wunderbar sitzende Fräcke und seidene Schlafröcke in althergebrachten Salonszenen zur Schau trägt und sich erst nach und nach vermensch- licht. Seine kallschnäuzige Unwiderstehlichkeit mit dem Schelm im Augwinkel ist die alte geblieben. Wer selbst ihm glaubt man nicht, daß der Herr Wellfiieger wegen eines telegraphischen Flug- angebots die Geliebte seines Lebens Knall und Fall sitzen läßt. Der Knalleffekt dieser Rolle ist dann ein leibhaftiger Fallschirmabsprung aus dem Flugzeug(angeblich von Albers selber ausgeführt, aber ich leiste keinen Eid darauf). Wenn der blonde Riefe im Fllm den zwerghasten Presse- photographen dauernd mit Püffen und Hinaus- würfen mißhandelt, wiehert das Publikum vor Lachen und findet dies äußerst komisch. Ich nicht. E. K— r. „Das Gespensterschiff" P i e l s Weihnachtsulk. „.... und mitten im dichten Nebel tauchte plötzlich vor unserem Bugsprit eine Dreimastbark auf, ging mit vollen Segeln, dem Kurs und Wind entgegen, quer vorüber und verschwand. Das war ein Gespenfterschiff." So oder ähnlich erzählt an der Küste jeder seebefahrene Großvater seinen Enkelkindern. Auch Harry Piel hat sich nun eins zugelegt. Das geistert— nn„T i t a n i a- P a l a st"— bei Sturm und Nacht und Nebel. Täuschten die Nebelschwaden Wolken vor? Kreuzte dort wirk- lich ein Schiff? Man könnte sich vor Neugierde das Weihe in den Augen rot gucken, wenn Harry das Schiff allein arbeiten ließ. Wer er muß traditionsgemäß auch den eigenen Muskeln zu tun geben. Darum haut er sich unter eigener Regie als Seepolizist redlich durch alle Fährnisse, bis er hinter das Geheimnis des Gefpenfterschiffes kommt. Dessen Mannschaft sucht nach dem Gold eines gesunkenen D-arnpfers. Dazu ist natürlich ein bedeutender technischer Apparat notwendig und der großzügige Harry setzt sogar Taucher ein. Hoch oben auf dem Maftknopf wird Harry bei- nahe erstochen. Er sauft, imt dem Gegner vereint, minutenlang in die Tiefe. Neben ihm haut sich Eugen Rex tapfer durch sein erschwertes Film- das ein. e. b. Ein neuer Lergfilm Für den Film bedeutete die Hochgebirgsland- schaft bisher weseMlich eine Sportgelegenheit: die Wunder des Schneeschuhs konnten sich in der er- habenen Eis- und Schneeregion aufwm Nachdem diefes Gebiet ewas erschöpft ist, tritt der Berg jetzt in Erscheinung als Gegenstand des Kampfes und der Arbeit, mit dem sich der Mensch mißt. „Der goldene Gletscher", den uns das Marmorhaus zu Weihnachten beschert, ist von dieser Art. Die Arbeit und der Kampf eines ganzen Dorfes im hochalpinen Lötjchental wird uns vor Augen geführt. Es ist ein echter Natur- und Volksfilm— aber mit einer spannenden Handlung. Fast alle Darsteller sind Bauern. Die Gier nach Gold hält ihren Einzug in das arme Tal. Eine Gesellschaft betreibt hoch oben am Berg Bergbau auf Gold und lockt die Eingeborenen von dem Straßenbau, der für ihr gletscherbedrohtes Tal so wichtig ist, fort. Ja, sie opfern sogar ihre letzten Ersparnisse, um an dem Goldgewiim teil- zuhaben. Der Ingenieur, der das Projekt ausge- arbeitet hat, kämpft einen heroischen Kampf, aber da die Kapitalisten nicht genllgender Gewinn lockt, wird mit einem Schlage die Arbeit eingestellt. Die armen Leute sich um ihr Letztes gebracht, der In- genieur sprengt die Anlagen und sich selbst in die Luft. Jetzt wird man wieder die Straße bauen. Anton Kutter hat den Berg überall in die Handlung verslochten, das Leben und Treiben dieser Menschen wird höchst lebendig. Auch rein filmisch wird mancherlei geboten: eindrucksvoller ist wohl nie ein Sturm in den Bergen vor Augen geführt worden, und die Pracht der Gletscherwelt wird zum Schauplatz einer Kletterpartie, die mit der Rettung des Ingenieurs durch seinen Gegner, den Wildschützen Iosap, endigt. Sehr schön sind auch die Aufnahmen von einer Prozession, wobei die wackeren Männer in vorsintflutlichen Uni- formen aus napoleonischer Zeit paradieren. Wenn der Film gekürzt würde, käme er noch zu besserer Wirkung. Alles Lob für die Natürlichkeit der mit- spielenden Eingeborenen, die einzige schauspiele- rische Leistung von Bedeutung ist der Ingenieur Gustav D i e s s l s. Voran ging wieder„Das Kleine Kon- zert" mit Geigen- und Klavierdarbietungen und dem Gesang der Charlotte Börner. Die Frage der Programmzusammenstellung ist vorläufig noch nicht gelöst. r. „Oliver Cromwells Sendung" Walter Gilhricht in der Volksbühne Gilbrichts Historiendrama wird als Traumspiel maskiert. Der Schauspieler unserer Tage klebt Knebelbart und Perücke, um den Lordprotektor zu agieren. Da erscheint der wirkliche Cromwell als Gespenst. Der Geist will zeigen, wessen Geistes Kind er wirklich war. Nun erst beginnt das eigentliche Drama. Da die Aufmerksamkeit so nahe an die versteckte Psychologie des geschicht- lichen Mannes herangezogen wird, fallen die Rampenlichter eigentlich noch greller und schärfer auf den Helden. Daß heißt: man fragt immer wieder mit Eifer: War es so, mußte es so sein? Unter diesem Seelenmikroskop erscheint der Fall Cromwell, so wie Walter Gilbricht ihn betrachtet, etwas zu eintönig, zugleich aber auch ziemlich verworren. Der Puritanergeneral bringt den König um, damit nicht ein schwächlicher Stutzer das englische Paradies gefährdet, und der General jagt auch das Parlament zum Teufel. Und zum Schluß prophezeit er, daß bei seinem Leben nur Schlichtheit und Sozialpatriotismus regieren sollen. Durch solche Auslegung kommt in den Gilbrichtschen Cromwellcharakter, in die Frömmig- keit des Puritaners und in seine Diktatorenwut ein Zug, den die naiven Bolksbühnenbesucher nicht sehr empfehlenswert finden werden. Ein Königs- narr beseitigt, ein bigotter Diktatorennarr sein Nachfolger, armes England, ebenso armes Volk, dem solches begegnet. Etwa so dürfte die Rechnung des Zuschauers gehen. Und er sucht in der Weltgeschichte, wer Cromwell in unmaskierter Wahrheit war. Da findet sich denn ein viel lomplizierteres Individuum, aber auch eine außer- ordentlich interessante Theatersigur. Die zuver- lässigsten Historiker nannten Cromwell einen „gläubigen Bösewicht". Dieses schön schillernde Theatervariete läßt sich der treuherzige Dichter meistens entgehen. Eugen Klopfer spielt prachtvoll den treu- herzigen Gottes- und Volksfreund Cromwell. genau das dem Dichter behagende Ebenbild. Klöpfers Cromwell ist ein britischer Florian Geyer, der aus Briten und Iren und Schotten ein einziges Reich schmiedet, und die Monarchen- puppe, die das hindern will, wird aus Gründen der Vernunft abgeschafft. Dieser Gesinnung gilt denn auch der Beifall, gilt denn auch das Ge- lächter, wenn sich der verhaßte König in unheil- barer Narretei aufplustert. Der Regisseur Hilpert hat viele Gestalten lebendig zu niachen, eine wildbewegte Gerichtsszene mit auf- regendem Tempo vorzuführen und einen Dialog, der an sich nüchtern ist. zum tragischen Gewitter zu verdichten. Daß er 35 Darsteller individuali- siert, ist eine starke Leistung. Man ist jetzt glücklicherweise schon daran gewöhnt, daß an der Volksbühne nicht die Stars, sondern schr brauchbare Darsteller erzogen werden. Statt aller, werden nur einige genannt: K a r ch o w, G e r a s ch, die Damen L o o v s k y und Gisela v o n C o l l a n d e. m. h. „10 Minuten Glück" Theater am Nollendorfplatz Im Film, im Kabarett erlebt man Operette; und in der Operette Kabarett und Film: die Grenzen der sich gegenseitig überschätzenden Gattungen ver- fließen allmählich, und das Resultat ist meistens grenzenloser Unsinn. Womit keineswegs die holde Unwirklichkeit oder der süße Kiffch der sogenannten heiteren Muse an sich gemeint ist, vielmehr jene gewissenlose Mache, die, wie diese„19 Minuten Glück", weder ins Theater noch sonstwo hingehört. Hier hat ein Autoren-Äollektiv, mitleidig seien die fünf(!) Namen verschwiegen, seine kollektive Instinktlosigkeit unter Beweis gestellt. Und Will M e i s e l hat«ine Musik dazu gemacht, die an dürftiger Durchschnittlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt: nackte Schlager, versteht sich, nicht etwa eine Operettenpartitur. Mühselig schleppen sich die Szenen von einem Witz zum andern, von Episode zu Episode, bis alles in einem Finale von geradezu erhabener Verworrenheit gipfelt. Die das Ganze umrahmende Parodie vermag da nichts zu bessern: die Herren Drehbuch- und Textversasser sollten endlich ein- sehen, daß sie-nicht gerade sympathischer werden, wenn sie sich ewig über sich selbst lustig machen, so berechtigt dies übrigens fein mag... Die paar positiven Minuten des Abends waren Kabarett, hier also fehl am Ort: Morgans und Grünbaums Conference, Siegfried Arnos Ver- kleidungsscherze und Grotesktänze, ein nettes Couplet der Blondine E b i n g e r Was darüber war, war vom Uebel. w. „Automateiibiisett". Anna GmeynerS bei der Vericilung des diesjährigen Kleist-Preises ausgezeicki- nete Komödie, gelang« am 25 Dezember im T h e a t e r am Schiffbaucrdamm mit Agnes Straub in der Hauptrolle zur Erstanffiihrung. Verhinderte Eroberer Bei den Erwerbslosen ausgespielt Leipzig, 23. Dezember. Die KPD. hat sich mit ihrer REO. verschworen. um jede einzelne Funktionärposition in den reformistischen Gewerkschaften zu ringen und be- sonders die arbeitslosen Gewerkscl>ast-initglieder in die Opposition gegen ihre Verbände zu treiben. ?tber auch die Erwerbslosen gehen der APD.- REO. nicht mehr ohne weiteres ins Garn. Das zeigte sich recht deutlich bei der II r w a h l der Versammlungsvertreter der Erwerbslosen in der Leipziger Ortsverwaltung des Deutschen M e- tallarbeiteroerbandes. Die Aommu- nisten hatten die größten Anstrengungen gemacht. um wenigstens bei den Erwerbslosen einen Erfolg zu erzielen. Zllles hatten sie aufgeboten. mit Lüge und Verleumdung wurde gearbeitet, und der Erfolg ist, daß nicht einmal 20 proz. der Erwerbslosen kommunistisch gewählt hoben. Die Wahlpleite ist so groß, daß die Kommunisten das Ergebnis der Wahl völlig verschweigen. Die erwerbslosen Gewcrkschaflekollegen wollen von den Kommunisten nichts mehr wissen und stehen ge- schlössen in den freien Gewerkschasten. wurden von dieser erkannt und angegriffen. Uniformierte Schutzleute zu Fuß und zu Pserde kamen ihnen zu Hilfe und gingen mit den, Gummiknüppel gegen die Menge vor JnsgesanU wurden lt Polizeibeamtc verletzt, da- von zwei lebensgefährlich: auch eine Aivilperion trug Verletzungen davon. Film Personen wurden festgenommen. * Ohire die Einmischung der Geheimpolizisten würde die Kundgebung friedlich verlaufen sein. Jedenfalls hätten die uniformierten Schutzleute zu Pferd und zu Fuß zur Beobachtung genügt. Äiirft« in die Heimat Eigener Bericht des„Vonvärls" Warschau, 33. Dezember. Die französische Regierung beschloß zur Entlastung des Arbeitsmarktes die Ausweisung von etwa SO 000 polnischen Arbeitern aus Frankreich. Die Ausgewiesenen wer- den auf französische Staatskosten bis an die pol- nische Grenze abgeschoben In Polen ist man von dieser Maßregel der französischen Regierung wenig erbaut, denn die Arbeitslosigkeit in Polen ist ohnehin groß genug. Russische Anleihen Auch in Deutschland wird in russischen Beirieben die Methode befolgt, die Arbeiter und Angestellten zu..Anleihe n" heranzuziehen. Die Beträge worden einfach vom Gehalt abgezogen. Wer sich solche„freiwilligen" Abzüge nicht ge- fallen lassen will, wird f r i st l o s entlassen. Entlassene Angestellte, die aus der Sowjetun'on zur russischen Handelsvertretung in Berlin ge kommen waren, klagten auf Auszahlung der ein- behaltenen Bcrräge. Die Handelsvertretung sei nicht berechtigt, ihnen Gehaltsabzüge als Anleihe- Zeichnung einzubehalten. Das Reichsarbeitsgericht mußte d i e Kläger abweisen, well deursche Gericht« für Arbeiter und Angestellte nissischer Staatsangehörigkeit nicht z u st ä n di g sind. Wie würde die KPD.-Presse sich entrüsten, wenn deutschen Arbeitern und Angestellten in deutschen Betrieben ständig Lohnabzüge zu„frei- willigen" Tributen für politische Zwecke gemacht würden? Arbeitslosenprovokation London, 23. Dezember. Bei einer Arbeitsloseirtundgcbung in Glas- g o w kam es gestern nachmittag zu schweren Ausschreitungen. Mehrere G e h e i m p o l i- z i st c n. die sich unter der Menge befanden, Der Schrei der Steppe Schön und klar ist auch das neue Buch „Schrei der Steppe"(Verlag Knorr u: Hirth G. m. b. H.. München) des jetzigen Direk- tors des Berliner Zoologischen Gartens Dr. Lutz Heck geschrieben. Für den Verfasser ist bis- lang Afrika das größte Reiseerlebnis. Er hat die tiergefüllten Steppen des tropischen Afrika ge- sehen, er hat auf einer Stelle 3>) lM Gnuantilopen und 10 000 Zebras erblickt und schreibt da- her begeistert:„Jeder, der Afrika gesehen hat, ist diesem Erdteil verfallen." Nicht nur mit Worten, sondern auch in 26 Bildern und einer 2Z-Zentimeter-Ächallplatte, die doppelseitig Ton- ausnahmen afrikanischer Tiere bringt, will er dem Leser die Steppe näherrücken. Durch Vereini- gung von Bild, Text und Ton ist es leicht, rich- tiges Verstehen zu wecken und sogar den Men- schen wachzurütteln, dessen Phantasie nicht beson- ders entwickelt ist. In Blldern sehen wir Land- ichaften, die in der übergroßen Lichtfülle des Tropenklimas liegen, gewahren wir, wie im kurzen ?lbenddämmern die Giraffen zu unheimlichen Schattenrissen werden und erblicken wir im Blitz- licht erschreckend« Tiere. Auf der Platte jedoch hören wir die Steppennacht, wenn im Dunkel der Tod umgeht und Löwe und Leopard Beute machen. Es keckern die Schakale, es tönt der Lockruf der Hyänen und ihr Gelächter, das pein- lich an dos ü. erlaute Lachen irrer Menschen er- innert, es dröhnt das Löwengebrüll über die weite Ebene und das wütende Gefauche, wenn die Majestäten sich um den Fraß zanken. Diese Platte, die charakteristische Tierlaute festhält, weist nichk nur neue Wege zur Buchillustrotion. sondern auch zum Verstehenlernen der Tiere. Erva Büsinp. nacht. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten 22.45 See- Wetterbericht. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europaprograrmn im„Volksfunk", monatl.% Pf., durch alle„Vorvarts- Boten oder die Postanstalten. Rundfunk um Abend Freitag, 23. Dezember Berlin: 16.13 Zu dem Hörspiel„Bergkristall"(F. Hessel). 16.30 Aus Leipzig;\adi- mittagskonzert. 17.30 Das vergessene Buch. 17.40 Das neue Buch. 17.50 Vom Leinsamen bis zur Leinwand(G. Liibbert). 18.10 Blasorchesterkonzert 18.53 Die Funkstunde tedlt mit 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Die Reisegesellschaft. 19.33 Unterhaltungsmusik. 20.00 Aus Washington; Worüber man in Amerika ■mricht(K. G. Seil. Wachsplatten). 20.13 JDas Triinenkrüglein"(Weihnachtsgedicht von H. Erler). 21.00 Wir stellen vor. 21.13„Berg- kristall"(Hörspiel). 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Aus Magdeburg; Abend- Unterhaltung. Königs Wusterhausen; 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Leipzig: Nadi- mittagskonzert 17.30 Utopie und Utopisten (K. Figdor). 18.00 Maria und das Kind(Hörfolge). 18.30 Volkswirtschaftsfunk. 18.53 Wetterbericht. 19.00 Der Geldwert des Wetters und der Wettervorhersage(Professor Dr. C. Kassner). 19.20 Stunde der Arbeit. 20.13 Aus Breslau: Kinder singen zur Weih- 33. Abt. Der Genosse Georg Kurz. Markgrafendamm l. ist plötzlich verstorben. Die Be- erdiaung sindet am Sonnabend, dem 24. Dezember. 12.30 Uhr, auf dem neuen Michael-Friedhof, Mariendorfer Weg. statt. Um rege Beteiligung er- sucht der Vorstand. kindersreunde ZNoriendors. Sämtliche Teil- nehmer an unserer Neujahrssahrt müssen sich heute bei der Genossin Stessen im Jugend- heim oder bis spätestens Sonnaberrd. 14 Uhr, bei Genossin R a t m a n n, Laurweg 21. melden. Die jungen Falken Mariendorf und Marienfelde heule Heimabend, die Roten Falken Mariendork am Dienstag, dem 27. Dezember, lustige Unter- Haltung. Gruppe Schillerpark und lvedding(R. F.) (nicht Werbebezirk Wedding) Treffpunkt morgen, Sonnabend, zur Sonnenwendfeier um 18.15 Uhr. Bahnhof Gesundbrunnen. Das kajperlelhealer im Metallarbeiterhaus, über dessen Darbietungen wir eine Besprechung brachten. ist jetzt geschlossen. Reichsbanner Friedrichshain. Kamerad Georg Kurz ist verstorben. Die Kameraden der zweiten Marschkameradjchaft betelligen sich. Beerdigung am 24. Dezember, 12.30 Uhr auf dem Reuen Michaelfriedhos, Mariendorser Weg. Wetter für Berlin: Trocken, ziemlich heiter und wieder etwas kälter, auffrischende südliche Winde. — Für Deutschland: In Nordostdeutschland Wetter- besierung mit neuer Abkühlung. Im übrigen Reich« beständiges und vielfach heiteres Wetter. „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochen» schrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemübl? Wirtschaft: G. Klingelhöser: Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner: fZeuilleton: Herbert Le- p s r e: Lokales und Sonstiges: Fritz Karftädtt Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin' Verlag: Vorwärts-Verlag G m. b H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SD. 08. Lindenstr 3' Bezugsbedingungen und Anzeigenpreiie werden in jeder Morgen-Ausgabe des„Vorwärts" verössenlllcht. Hierzu I Beilage. PRO GRAMM ür die Zeil vom 23. Dez. bis 26. Dez. A F PROGRAMM für die Zeit vom 23. Dez bis 26. Dez. BTL Potsdamer Str. 38 Filmvorruckt mit Harold Ickoyd— Hcvierkrunk(Miitär- humoreske)— JugeucU. hab. Zulr. W. 5, 7. 9 Uhr An beiden Feiertagen 2.15 Ubr BTL Turmstraße 12 llel�aM Fall and A-uffttie? mit Greta Garbo W. 5 7, 9 Uhr An beiden Feiertagen 3. 5. 7. 9 i;b.r BTL Älexandsrstr. 39 (Passagrn) ■Sniieniarie, die Bra«> der Kompagnie mit L. Engliaeh, P. Hvrbij-er— Coneorilla W. den canwn Tag geöffnet Ad beiden Feiertagen ab 2.45 Uhr Alhambra Müllerslr. 136. Ecke Seebtralk. Filmverrückt mit Harold I/loyd— Schön war'« doch! CMilitärburieske)— Jgdl. hab. Zulr. W. ab%5 An beiden Feiert. �3 Odeon.PotsdamerStrJS Paprika(Das Glück kommt mir eimnaJ im Leben) mit Franziska fiaal, P. Hörhiser— Immer die-nutorradfahrcr mit Szilke Szakall W. 5. 7. 9 An beid. Feiert, ah 2. CS Germania-Palast Charl., Wilmersdorfer Str. 53/54 Filmrcrrückt mit Harold l�loyd— Jugendliche haben Zun. W. 5. 7. 9 Uhr An beiden Feiertagen 3. 5« 7, 9 Uhr Kant-Lichtspiele Charl., Kantstr. 54. Ich bei Tag: und du bei Xacht mit Käthe von Xairy, Willy Frit»ch W 5. 9 Ubr An beiden Feiertagen 3, 5, 7, 9 Uhr Primas-Palast Potsdamer Straße 19. Da» Blaue vom lllmmol mit n. Kgrßerth. II. Thiml*, Fr. Kampcr»— Für Jugendl. frclgeg. W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr A. bd. Feiert- 3.15, 5.15, 7.15, 9.15 U. c Fricdrlchstadt Die Kamera Franziskaner Georgenstraße, E. Friedricbslr. Unser Festprogramm; Paprika mit Franziska Cstaal, P. Ilörblger — Beiprogramni Das große Weihnachtsprogramm Um 9, 12, 3. 6, 9 Uhr beginnend: Der Champ Um 10.30. 1.30, 4.30. 7.30 u. 10.30 Uhr �farNrhall Vorwärt« Paul Weffener, Theodor Fook. FloTQ-TcigGsklllO Rheinsch loß-Lichtspiele Rheinstr."60.- Woch. 5," S{ß. 3 Uhr ächöneaerg v, Schleitow u. a. Veucstc Ton-TVochen*rhan Kolonnaden-Kino Toni i Im- Tageskino Leipziger Sir 58 Ab 9 Uhr vorm. Traum von Sehönhruno mit ?lf. E�gerlh. H. Thimitf— du mein Freund? mit SSoriron. Fnos, Hildcbrnudt— Vlochen- nrhau— Jugendliche haben Zutritt fl Moabit B Ab 10 U. leUte 9Vi Hauptstr 114. Oer fliegende Tod?— kleiner Kamerad mit Kecnc Neukölln "Woch. ab 6% Sonnt, ab 4 ü. Excelsior Kaiser-Friedrich-Straße 191 Der-weiße Dämon mit Hans Alber», Gerda?lauros— Ton- beiprogsramm Kukuk Sein! Tom Kottbusser Damm 92 Stg. ab 4 U. W. ab U. Ich be! Tag und du bei JTaeht mit Küfho v.\agy, Willy Frltseh— Tonbelprogratnnj Titanic Schöneberg �»i-'h' TCedes-Pa last Hauptstr- 49. 1. u. 2 ab 3 U Artus ho f Gr. Tonoperette: Filmverrückt mit Harold? loyd— Ufa-Tonwoche Tonbetpr.— Jugendl. hab. Zutritt Turma Wochcnt ab 6 Uhr Sonntags ab 5 Uhr Perkberger Str. 29. 3 Groß ton filme: Annemarie, die! Braut der Kompagnie mit i« Kn£l!«rh— Pin Kind d. Straße U Charlottenburg Schlüter-Theater».UN Schiüterstr. 17 strich durch die Rechnung: mit Rühmann. T, v, E.vck— Liebe in Uniform m. ll.Llcdtkc— Jgdl. hab. Zutr.— Feiert. 3 Uhr: Jgd.-Vorst. U Wilmersdor> � Atrium ws"het 77.99Vü. Kaiseraliee. Ecke Berliner Strafte Urauff.: Baby mit Anny Ondra. Adolf Wollbrüek, Kurt Lilien — Singing: bubys— Tonbeipr. Wochent. 5, letzte 9H U. I. u. 2. Feierl. ab 3 ü. Hauptstr. 144 Film verrückt mit Harold Lloyd — Tonbeiprogramm— Jugend- 1 Ii che haben Zutritt 3 Uhr Hermannslr. 212. Film verrückt mit Harold Lloyd (deutschsprachijz) Bühne: Rastaplel Lotte Werkmeister 1. Feiertag 2 Uhr; Wcihnaehtsmatinee Mitwirkende; L Werkmeister Verebea u. a. Im Filmteil: Filmverrückt mit H. Lloyd— Jugendliche haben Zutritt MariendorF W 7. 9, S. 5. 7. 9 flif/•.Haricndorfcr 'na-Ll Tonllcbtepielo Chaosseestr. 305. Der Diamant de*» Zaren(Der Oriow) mit Liane Haid— Ton- beiprosrramm W___ Tempalhof � Karfnrct w 7' 9' sbd Sx* 7' 9 Awr/ü/or Stg 3 Uhr. Jgd.-Vorst Dorfslraße 22 Ecke Berliner Straße Der weiße Dämon mit Hans Albers, Gerda TIanrus— Ton beipro�ramm ZRhlendorr-Mitte Unter den LiPdeo 14 Beg. 3. letzte 9 Uhr Sonnah. geöffnet Lcstspielprogramm". Zirkus müt Charlie C hapii*— Die nillion mit Ren© Cialr Zeli Beginn tag!. 5, 7, 9 Ubr Stg. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Str. 55. Wie sajp ich s meinem.tlanut mit Renate Jlüller, Alexander — Tonbeipro�ramm ■ st.gHtx j Tivoli Titania-Palast W.6.3(1, 9 U. Stg. 4. 6.30, 9U. Steglitz. ScbloOstr 5. Ecke Gutsmuthsstr Urauff.: Da» Gespensterschiff (Das Schiff ohne Hafen) mit Harry Fiel, Ingrid Ltnd»tröm. Luxen Rex— Tonfilmbeiprogramm Kronen-Lichtspiele Bheinstr. 65 Tagl. 5, 7, 9 Chi. Feiertage ab 3 Cbr leh bei Tait und du bei Xaeht mit K. v. Xagry. W. Frltseh— Beiprogramm Täglich; 5. 7, 9 Uhr Sonnt.: 3. 5. 7. 9 Uhr berliner StraQe 97. l iebe auf den ersten Ton mit I,ee Pnrry, Adeic Sundrork— Tonbeipregrainm Film-Palast Kammersäle Teltowcr Str. 1. W. ab 5%. Feiert. 3 Fcslpro�rannn; Filmverrückt mit Harold Lloyd— Helbas Fall und Auf»tiex mit Greta Garbo Woch, 5, letzte 9 Feiert- 3, letzte 9 Baerwaldstr. 17 Festprogramm Ich bei Tasr und du bei\och< mit K. v. Sagy, W. Frit�ch— R.Tauber Nhiirr Schubortlieder Bühne: 4 Adle ras Primus-Palast S�l'suhr Am Herraannplalz, Urbanstr 72/76 Helsa« Fall und Aufstieg mit Greta Garbo— Bühne; Trio an 3 Flügeln Stern, Hermannstraße 49 Wochent. ab 6.30 Uhr, Sonnt, ab 4 Uhr Der weiße Dämon mit Hans Alber«, Gerda!TIauru«— Ton- heiprogramm W Südosten W Deatsck-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68 Leg. 5, 7, 9 Uhr Traum von Schönbrunn mit �1. KgTfferth. II. Thimisr— Das Testamentaxy, W. Fritsch — Rieh. Tauber«!n�t Schubert- lleder— Bühne; 5 Siegrfricds— 1. u. 2. Feiertag: 2?« Jugend-Vorst. (1. Feiertag 2% Mäxcheavor Stellung) B Pankow H j Palast-Theater k 07,|. r�r- Breite Str. 21a. tag ab 4 Uhr Dam Abenteuer einer schönen Frau mit Lil Dag�>ver— Trenck mit H. Stüwe___ Filmeck Palladium Film und Bübue SllVOll Wo. ö'-j. letzte 9 Uhr Bergm-annsfr- 5/7. Feiertage ab 3 U. Festprogramm; Filmverrückt mit Harold Lloyd—- Helbas Fall und Aufstieg mit Greta Garbo W. abß�ü. Feierlage Am Görlitzer Bahnhof ab 3 Uhr Harold Lloyd spricht Deutsch in Filmverrückt Variete. RühnenMchao und Filmeck-Orehesier(14 Mann) Jugendliche haben Zutritt Luisen- Theater sts3 ah 3 u! Reichcnberaer Sir 34 Egrgerth. Herrn. Thlralgr in der Tonfilm operette Traum von Sehönbrunn Das» Geheimnis» des blauen Zimmers(Krimin a�Tonfilm) mit Hant Adalbert von Rchlcttow Lana-Palast"Voshts.5abü3u. Gr. Frankfurter Str. 121 l>er weiße Dämon mit Hans Alber«— Bühne; Prof. Hendel«- «ohn, Cello-Virtuose TV.t� /J Wochentass 6.30, 9 Uhr 1 IVOll Sbd., Sonnt, ab 4.30 Uhr Berliner Str. 27. Jugcnd.I. Zutritt Gr. Festprogramm: Filmverrückt mit Harold Lloyd— Tonbeipr. Schwarzer Adler �99 W. 5. 7. 9 U. Feiert. 3. 5. 7, ca. 9 U. Ich bei Tajf und du bei\acht mit Käthe v. Xajry. W. Prit*rh — Riehard Tauber in Schuberlliedern— Ton woehe— Bühnen- schau Tegel J Filmpalast Tegel T a6b � Bahnhofstr. 2. Stg 2 U.: Jgd.-Vorst. Ich bei Tag: und du hei Nacht mit Käthe v. Nagy, W. FritMch — Gr Tonbelpro�rumm Film Viktoria-Theater s�blu5 Frankfurter Allee 4S Ich bei Tag und du hei Nacht mit Käthe v. Nagry. W. Frit«ch — Auserwählte» Belprogr. Frledriciisfelde tf*. Dw,n~L Mon.- Donnerst. 6 U HinO DUSCh Freit.—S c 5 Uhr All- Friedrichsfelde 3. Unser Fcslproaramm: Die— oder keine mit Gitta Alpnp, Max Hansen— Hadame hat Besuch — Tonwoche KoSmOS Bahne W. ab 6 Uhr S. VA 614. 8;'. Hauptstr. 6 Großlonfilm Der welüe Dämon mit Hann Alber»— l. Feiertag. 2 Uhr; Jugend-Vorst.: Helden der Luft.— 2. Feiertag. 2 Uhr; Kincter-VorsleFung — Böhne; Märcbcnpuppcnspiel: Der Wolf und die 7 Geißlein— Jed. Kind ein Geschenk_____' Union-Theater s0vi6%.s% Hauptstraße 0 Skandal Im Grandhotel mit Grit Haid— Sein kleiner Kamerad mit Tom Keene Q Hennigsdorf 8«? VV 6 8.0U Lhr Ntizs AM. 6�. 8% U. Filmpalast Berliner Str. 59 Unser WeihnachtsDrogTanual % Tonfilm-Schlager! BEILAGE FREITAG, 23. DEZ. 1932 Uadi Sibirien Sin Winderichickial/ Von Qrigory Ojcheroff X. Am nächsten Morgen büi ich gesund und munter. In der Kammer grohe Aufregung und Kommandorusc:.Lammer 19 ins Bad!" Di« Mutter nimmt Escherche und Berekche, und wir alle, die ganze Kammer 19, gehen ins Bad. Der Weg führt durch lange schmale Korridore, durch Modergeruch über glitschige Treppen, durch viele Stockwerke. Die Jungens ellen voraus und ent- kleiden sich schon aus dem Wege, die Aus- seherinnen schimpfen und zanken. Wir gelangen in ein niederes Gewölbe mit eisernen Stützen-, Jungens und Mädchen raufen sich bereits wegen der Waschbecken. Aus einem zweiten Raum hört man Wasser plätschern und Dampf quillt heraus. Frauen mit dicken Bäuchen schlagen sich mit Rutenbesen! sie bespritzen mich, und ich schäme mich vor ihnen. Die alte Zigeunerin will mich waschen, aber ich habe Angst-, doch die redet mir Mutter aus. So setzt mich die Alte zu dem kleinen Zigeunermädchen, das Jukhät heißt, in den Trog und wäscht uns beide. Später geht sie weg, um sich selbst zu waschen; Jukhät und ich bleiben im Trog. Wir spielen mit Seifenschaum. stoßen uns gegenseitig mit den Beinen, lachen uns aus und betrachten uns. Dann kommt ein anderer Schub, wir müsien hinaus gehen, und es läutet zum Mittagessen. Aber in der Suppe schwimmen viele Schwaben, und auf der Kascha liegt ein Stück Speck, also ist das Essen nicht koscher, und so esse ich nichts. Tagsüber spielen wir auf dem j?os und am Abend gehen wir zurück in die Kammer. Dort ist es stickig heiß; ich liege und denke an die schöne Straße, die ich jenseits des Zaunes liegen sah und auf der die roten und blauen Lichter sind, die jetzt hinter den Gitterfenstern brennen.„Mama, wer sind die seinen Herrschnsten, die auf der Straße in den herrlichen Kaleschen fuhren, und warum dürfen wir denn nicht aus die Straße?" Ich frage immerzu. Die Mutter antwortet und erzählt flüsternd, bis sie einschläft. Ick? will noch mehr hören, aber sie schweigt und ich versuche ver- geblich, ihr mit dem Finger den Mund zu öffnen. Jukhät drängt sich an mich, und auch wir schlafen ein. " Xl. Die Tage vergehen. Mit Jukhät spiele ich im Sand oder ich stehe chand in chond mit ihr am Zaun. Einmal, an einem Sonntag, schreien alle: „Zu Besuch, zu Besuch!" Die Mutter ruft nach mir, denn wir wollen zum Vater gehen. Das er» innert mich mit einemmal an alles, ich tanze und springe vor Freude und zerre meine Mutier vorwärts, aber wir müssen stundenlang warten, bis man uns ruft. Die Sonne brennt, die weiße Mauer blendet, aus dem hohen Hause sehen blasse Gesichter weinend und lachend aus uns herab. Dann ein Kommando, das große eiserne Tor öffnet sich, und wir marschieren hinaus— hinaus auf die schöne Straße, zwischen die weißen Häuser und die schnellen Kaleschen! Aus dem Wege sehen uns alle an: man schenkt uns Kringel und Konsekt. Endlich wird holt- gemacht vor einem Tor, das von zwei Soldaten geöffnet wird. Wir werden über einen Hos und durch lange Gänge bis in den Besuchsraum geführt. Den teilt ein Drahtgitter in zwei Hälften: ein Soldat wandert auf und ab: er trägt seinen Säbel icher der Schulter. Wir stürzen zum Gitter und belegen die besten Plätze auf dem Boden davor. Eisengcrasiel... Füßestampsen... alle drängen sich enger ans Gitter... eine Tür tut sich weit hinten auf... Füße kommen eine Treppe herunter.. Ketten hängen daran, die klirren über den Boden... wie sie unten sind, tragen sie Menschen, traurige Menschen mit blassen Ge- sichtcrn.. zur Hälfte abrasiert das Kopfhaar... .Lasarche, Söhnche, erkennst du deinen Vater nicht?" „Vater, Vater"— es reißt mich hoch. Wir sitzen mit der Mutter auf der Erde, da, wo gerade ein Loch im Gitter ist, und hinter dem Gitter hockt der Vater, hält ihre Hände in den seinen und spricht mit ihr. Er kommt mir so fremd vor: ich betrachte aufmerksam sein blasies Gesicht, seine weihen Hände, den immer noch ver- bundenen Finger. Wozu ließ er sich den halben Kops glatt rasieren? Wozu trägt er Ketten? Ketten klirren. Ketten sind schwer und häßlich.,. er hat etwas Schlechtes getan, er ist ein Zucht- Häusler, deshalb werden wir nach Sibirien ge- schickt, ebenso, wie die vielen anderen Männer, die neben meinem Vater stehen und hocken, die alle so aussehen wie er, mit so halbrasierten Köpfen und den Ketten an den Füßen, Sie reden mit den Frauen sie scherzen und lachen,— und sind doch aber Mörder— ist mein-- ist mein Vater auch ein Dlörder--?! Er sieht mich forschend an, dieser Vater. Seine Augen sagen:„Söhnchen, sieh mich nicht so an. so fremd. Söhnchen, ich bin nicht schuldig. Söhnchen. ich bin doch dein Vater.." Run sind sie gegangen. Sinti gegangen durch die Tür hinter dem Gitter, gegangen in langen grauen Mänteln mit einem gelben Viereck auf dem Rücken, gegangen auf Füßen in Ketten und in gelben Pantoffeln, gegangen über schwarze Treppen, und die Ketten schleiften klirrend nach. XII. Ich weiß: Jukhät ist ein Mädchen, und ich habe sie lieb. Entdeckten uns die Frauen in einer Ecke an- einandergeschmiegt, an den Händen uns hallend und uns in die Augen schauend, dann lachten und scherzten sie:„Seht doch, seht das verliebte Pärchen!" Es war alles so schön, so gut, und wir wollten immer so sitzen. Ich versank in ihre großen, schwarzen Augen, mich berauschte ihr braunes, holdes Gesichtchen, in dem ich alles las. was ich je gesehen hatte, alle versunkenen und alle werdenden Welten und selbst die schöne brennende Stadt, die ich damals am Himmel sah, und in die man nur im Traume kommen kann. Die alte Zigeunerin, Jukhäts Großmutter, prophezeit, daß Jukhät und ich heiraten werden, oh, sie weiß es bestimmt... Wenn sie Bauch- schmerzen bekommt, legt sie sich auf die Erde, und dann müssen Jukhät und ich aus chrem Bauche trampeln und springen, und dabei schreit sie immer:.Löher, höher!" In den Hof gehen können wir nicht mehr, denn es wird immer kälter: es regnet viel, nun schneit es. und alles ist traurig. Zweimal wöchentlich gehen wir zum Vater aus Besuch, und der Vater lehrt mich durch ein Loch im eisernen Gitter die Psalmen Davids. Man gibt uns allen gelbe Sträflingspantofseln; Jukhät auch. Mir gefallen die Pantoffeln ausnehmend, sie sind neu und gelb und knarren. Ich weiß nun auch, daß wir Per- bamtte sind und nach Sibirien fahren. Ich ge- wöhne mich allmählich an unser Gefängnis, ich glaube, daß alles so sein muß— auch dies, daß wir ganz andere Menschen sind, nicht solche, wie die in der Frecheit jensells des Zauns. Die fliegen in prächtigen, lackbezogenen Schlitten vor- bei. drinnen sitzen vornehme Damen und auf dem Bock ein dicker Kutscher, voran laufen stärkte auf dem Stalkan tin Stundgang/ Von Muri 31. Stauffmann Für alle balkanischen Städte, mögen sie nun in Serbien und Griechenland, in Bulgarien oder Rumänien liegen, sind die von Woche zu Woche abgehallenen Märkte und B a z a r e ein Er- eignis von besonderer Bedeutung, das die gesamte Bevölkerung in Spannung häll, weil sie die selbst über größeren Orten lastende Kleinstadt-Monoto- nie angenehm unterbrechen. Uno in sehr viel größerem Maße auch als bei uns sind die Märkte der Balkanftädte ein Konzen- Irationspunkt ursprünglichsten Volkslebens. denn auf ihnen trifft man, wie sonst nirgendwo in gleicher Vielfalt, Vertreter oller jener ollen Völker, die die Stammväter der heutigen Balkan- bewohner sind, deren Rasiengemisch ja so bunt- scheckig ist, wie man es sich kaum denken kann. Osmonep, Griechen, Armenier, Gagausen, Tor- toren, Zigeuner, Kurden, Lazen und Spaniolen, von ihnen ollen tragen die Völker des Balkans selbst heute noch immer etwas im Blute. Der Poneoelnik-Bazar. der Montags- markt, der uralten bulgarischen Hafenstadt Warna am Schwarzen Meer, die für balka- nische Berhältnisse ziemlich modern ausgebaut Ist und immerhin ihre 70 000 Einwohner zählt, wird also auch dementsprechend wichtig genommen. An solch einem Tage gleicht der riesige Markt da im ollen Warnaer Türkenviertel Ka° dir B a b a einem aufgescheuchten Bienenschwarm. Tausende kleiner Wägelchen, von den gutmütigen schwarzen Büsfeln oder ebenso harmlosen weißen Ochse» und niedlichen grauen Eselchen hierher- gezogen, stehen aus dem ungeheuer ausgedehnten. von einer dicke», weißlichen Staubschicht bedeckten Platz kunterbunt durcheinander. Als ein an euro- päische Organisation Gewöhnter sucht man so etwas wie«ine Ordnung in der Aufstellung der Wagen zu entdecken, das ist jedoch vergebens. In unbekümmerter Regcllostgkell stehen die Ochsen- gespanne, die Eselskarren und die kleinen Oteinridi Mcmmer: Sileines Vheaier— grotfe Itirkung Menschen kommen mir häufig wie unbeschäftigte Schauspieler vor: lange erscheinen sie teils gleich- gültig, teils undurchdringlich, bis irgendein oft scheinbar geringfügiger Anlaß sie auf die Lebens- bühne und in ihre Rolle stößt. Für junge Frauen mag dieser Anlaß«in— Kleid sein, ein Test eines Kleides, ein Garderoben- stückchen. Der Wunsch, sich in gewisier Weise zu präsentieren, kann bei sonst ganz stillen Wesen zu den lebhaftesten Szenen führen. Jahrelang z. B. kannte ich die Schwester eines Freundes als ein ausgeglichenes, schlagfertiges Fräulein(Bade- tassiererin), das jeder Situation gewachsen schien — aber ihr ganzes Leben wurde umgemodelt wegen nichts weiter als eines Hutbändchens, eines kleinen Stückchens Firlefanz, das ihr sür einen Spaziergang, zu dem sie geladen war. nicht zu passen schien... Als ich eines Nachmittags die Wohnung meines Freundes betrat, sand ich die Schwester, und, von dieser angesteckt, die Mutter in größter Nieder- geschlagenheit vor. Was wars? Das junge Fräulein sollte mit ihrem Freund, einem Witwer, einen Ausslug machen und die Sache hatte eine erhöht« Bedeutung dadurch, daß dieser zum erstenmal seinen Sohn mitbringen wollte: um zu Apfelschimmel mit zurückgebogenen Köpfen und dampfen aus roten Nasenlöchern, unter ihren Husen spritzt der Schnee, und die Glöckchen unter dem Holzbogen läuten winterlich kalt. Uns aber ist es gleichgültig, wir sind Verbannte, niemand darf mit uns reden— aber wir lieben uns alle desto mehr. Es ist finster und kalt und traurig bei uns, die alle Zigeunerin ächzt, well sie wieder ihre Bauchschmerzen hat, von überall her kommt Husten und Stöhnen, Esthersche ist krank und die Mutter voller Sorge um sie-- Wir aber liegen auf der Pritsche, Jukhät und ich, liegen fest umschlungen unter einer Decke, und unsere Lippen sind aufeinandergepreßt. Von draußen kommen öfters vornehme Damen, und dam, muß man Geschenke empfangen. Die Damen haben Lorgnons vor der Nase, bettachten uns damll und verteilen Spielzeug. Die Frauen müssen ihnen die Hände küssen: ich aber will das nicht und hasse sie. Einmal ruft man meine Muller zu der Ober- aufseherin: dort sitzen auch einige Damen: als sie zurückkommt, ist sie blaß wie Kalk und fällt in Ohnmacht. Sie weint und schrell die ganze Nacht hindurch, die Frauen mühen sich um sie, sie ver- langt nach mtt:„Mein Kind, mein Kind, ich verlasse dich nicht, oh Mörder, oh Räuber!" Die Frauen halten sie an den Händen fest.., ich weine.(Schluß folgt.) K a st e n w a g e n der bulgarischen Bauern, deren Wände vielfach in naiver Manier mit grell- bunten Bildern aus der reichbewegten Ge- schichte des Landes bemall sind, kreuz und quer durcheinander. Nirgendwo erblickt man auch nur die leiseste Andeutung einer Gasse oder eines Pfades, Es bleibt jedem selbst überlassen, sich durch dieses Tohuwabohu einen Weg zu bahnen, Die einzig sichtbare Manifestation von Ordnung und Gesetzmäßigkeit ist die auf dem ganze» Bal- kan allgegenwärtige Polizei, eine unter einem Zeltdach regelrecht ausgebaute kleine Station be° findet sich an der Peripherie des Marktes, über- weht von der La n de» f l a g g e. "stn beängstigendes Sprachengewirr der ver- schiedenften baltanischen Idiome erfüllt den staub- verwehten Platz, auf dem mtt erstaunlicher Zungenfertigkeit türkische und griechische Händler neben gagausischen Weinzüchtern und bulgarischen Bauern chre Waren ausrufen. Ein jeder preist seine Produkte in mindestens vier oder fünf Sprachen und Dialekten an, wobei er sicher sein kann, noch nicht einmal von allen verstanden zu werden, denn der Dialekte dort sind eben zu viele. Vorbei an meterhoch zu einem dicken runden Berg getürmten Zwiebeln, Lukowizi genannt, geht es. Diese Zwiebelberge sind charakteristisch für die bulgarischen Märkte und ein Zeichen dafür, daß es rundum noch mehr Gemüse und auch Obst gibt, O b st in phantastischen Mengen, aus riesig« Zeltplane geschüttet, liegt es da: Sarfali. die Aprikosen, sieht man: Aepsel und Birnen, die Jäbälki und Kruschi heißen: Seliwi und Orechi. Pflaumen und Nüsse, sind so hoch und reich, wie bei uns daheim die Kartoffeln geschichtet. Von den Weintrauben aber, die Grosde heißen und die der Reichtum des Landes sind. findet man unvorstellbare Mengen. Alles wird dort k i l 0 w e i s e verkauft. Ein Kilo dieser Weintrauben, deren kultivierte Sorten Bulgarien sehen, wie sie sich zu dem Jungen stelle und er zu ihr... was natürlich als die Präliminarien zu einer Verlobung gedeutet wurde,„Und— und?" fragte ich. Tja: da saß sie nun im Aus- gehstaat.. nein, eigentlich in keinem besonderen Staat, ganz schlicht saß sie da, die werdende Braut, und der Hut lag neben ihr auf dem Boden, das Band herabgerissen und zerschnipselt - es paßte nicht, es paßte i h r nicht. Für diesen entscheidenden Augenblick schien es der Kassiererin irgendwie irgendwarum nicht ganz das Richtige zu sein, außerdem lag es zerschnitten aus dem Boden und am Sonntag war kein neues zu de- schaffen. Sie konnte nicht gehen, sie konnte dem Mann nicht erklären, warum sie sich nicht am Treffpunkt einstellen würde. Er würde also ver- geblich warten, würde denken, sie interessiere sich nicht für seinen Jungen, wolle nicht Mutterstelle an ihm vertreten— käme als künftige Frau nicht in Frage. Tatsächlich ließ sich der Witwer nicht wieder blicken. Er. der von dem Hutband sicher nicht die geringste Notiz genommen hätte, hatte wegen dieses dummen Hutbandes, ohne es zu wissen, mit ihr gebrochen und später eine andere geheiratet. Sie war lange allein geblieben und hatte dann auch einen anderen genommen. Und so hat sie wegen des Hutbandes heute andere Kinder als sie sonst gehabt hätte, ein anderes Leben, andere Ansichten vielleicht, einen anderen Bekanittentteis, einen anderen Wohnsitz, eine andere Heimat... Alles, alles wegen dieses lächerlichen Hut- bände». stark nach Westeuropa, insbesondere nach Deutsch» land ausführt, kostet nur 3 bis 3 Lewa in den billigsten Preislagen, dos sind 9 bis 15 Pf.! Sie in Verbindung mtt dem langen weißen Kilobrot, das 4 Lewa kostet, sind dort die Volksnahrung, wie bei uns Kartoffeln und Hering, die man aber in Bulgarien wieder gar nicht kennt, denn erstens einmal baut man die Kartoffel nur in sehr geringem Maße an und zweitens ist das Schwarze Meer ungeheuer fischarm. Die Ribi, die Fische, sind für das Volk u n» erschwinglich. Ein armseliger Fisch, den man in einem Lokal ohne Kartoffeln, wohl aber mit einem riesigen Brocken Brot serviert bekommt, kostet 12 bis 15 Lewa, 30 bis 45 Pf. also, da- für kann man in gutbürgerlichen Restaurants sogar schon ein ganzes Mittagessen mit Suppe, Nachtisch und Wein haben. Fische fehlen darum auch fast gänzlich auf den bulgarischen Märkten. Dafür aber gibt es um so mehr Gemüse: riesige Melonen(3 Pf. nur!), grüne und rote Pfeffer- und Paprikaschoten, die man in mäch- tigen Kilolasten einkaust, um sie«inzumachen. Spottbillig kaim man auch Geflügel haben. Eine ausgewachsene fette Gans für 60 Lewa, gleich 1,80 M.! Ein Riesenhahn kostet nur 75 Pf. Freilich bringen die Armen des Landes selbst diese wenigen Pfennige nicht zusammen, und mir dem mit hoher Valuta dorthin kommen- den Ausländer erscheint alles so lächerlich billig. Es ist denn auch vielfach das Ziel der auf solchen Märkten scharenweise herumstrolchenden, bettelnden Zigeunerkinder, die sich, eine gute Beut« witternd, mtt flehend erhobenen Hän- den und jammervoll verzogenen Gesichtern auf ihn stürzen, meistens mit Erfolg, weil sie so zudringlich stird, daß man sich chrer einfach gar nicht anders erwehren kann als durch die Hergabe von Geld. Mtt ebensoviel Glück, wenn auch nicht mit gleicher Unterschämthett, appellieren die mit ihren nackten Kindern herumziehenden Türkinne r an das Mitleid Barmherziger, für ein Backschifch sind alle Orientalen empfänglich Indes man an dem in einer Halle untergebrachten F l« i s ch m a r k t vorübergeht, in dem es sowohl von Menschen als auch von Fliegen wimmett, erspäht man da am Rande dieses tiir- bulenten Bazars die Töpfermaren: irdene Krüge edelster Formen stehen zwischen wahren Scheusalen von Tongesäßen aller Art, über deren Verwendungsmöglichkett man sich in den wenig» sten Fällen klar ist. Die Frauen der Töpfer sitzen aus primttiven Schemeln oder hocken nach orien» talischer Sitte aus den Hacken und bemalen die roh gebrannten Krüge, Vasen. Schalen und Teller mit den buntesten Farben und schönsten Blumen- mustern, indes der Herr Gemahl Zigaretten- r a u ch e n d(15 Pf. nur eine Schachtel zu 20 Stück!) geruhsam mit dem Nachbar plaudert, denn das Nichtstun ist das Teil der Männer dort auf dem Balkan, die Arbeit hat die Frau. Ein Stückchen weiter hinunter die holprigen Gasten von Kadir Baba liegen in der Nähe der alten Moschee die primitiven G a st h ö f e und Ausspannungen der Bauern, liegen die vielen winzigen K a f f e e- und W e i n s ch e n k e n und die Garküchen der Türken und Griechen, dort ist des Volkes wahrer Himmel! Während die Männer da drin in den Kneipen den billigen sanften Wein und den scharfen Mastikaschnaps zu den auf dem Rost schnell gebratenen Kebab- schita und Karnatschtta— das sind kleine, finger- lange W ü r st ch e n— essen, sitzen die Frauen draußen am Straßenrand mttten im Csel-mist und Büffellosung und stillen ungeniert ihre Kinder. So bunt und auch so ungeniert geht es da auf den Märkten zu. Das Volk zeigt sich hier eben noch in seiner einfachen, von keinen Können- twnen«ingeengten Natürlichkeit— und das ist für den Westeuropäer, dem solch« malerischen Bil- der fremd sind, von besonderem Reiz. Rund um den Sport Von Gberall etwas Neues Neue Eisbahnen Heute, Freitagabend, wird die Eisbahn der Arbeitersportler an der Grenzallee in Neukölln eingeweiht. Eintrittspreise für alle Mitglieder des Kartells für Arbeitersport und Körperpslege: Kinder S Pf., Erwachsene 10 Pf., Eishockeyspieler IS Pf. Mitgliedsbuch mitbringen! Fahroerbin- dung U-Bahn Grenzallee, Ringbahn Neukölln. Von 20 bis 21 Uhr Kursus für Anfänger, 21 bis 22 Uhr Eishockeyspiel: Volkssport Neukölln I c3�r3\\V\4 M b &razjm\\ EisfaaM x(fniiSchwimmaj gegen Osten I. In den Pausen Kunstlauftraining. Von 22 bis 23 Uhr Kursus für Slnfänger und Kurse für Fortgeschrittene. * Der Wunsch der Berliner Eissportfreunde nach einer Freiluftkunsteisbahn wird nun am Sonntag in Erfüllung gehen, denn für den ersten Feiertag ist die Eröffnung der Anlage am Friedrichshain in Aussicht genommen. Das Röhrensystem in einem Ausmaß von 2400 Quadratmeter ist fertig, ebenso die Zuschauerterrassen für 6000 Personen. Um- tleideräume, Erfrischungsraum usw. vervoll- ständigen die Anlage, die im nächsten Jahre noch eine geheizte und gedeckte Tribüne erhalten soll. Bei genügender Kälte besteht serner die Möglich- keit, die verfügbare Eisfläche durch Inbetriebnahme einer Spritzeisbahn auf 4000 Quadratmeter aus- zudehnen, so daß sich etwa 3000 Personen aktiv betätigen können Eine Beleuchtungsanlage von 2S000 Kerzen überstrahlt die Anlage; das Ge- lände ist von der Stadt Berlin zur Verfügung gestellt. Ziu-Zitsu-Aursus in Tegel. Die Freie Sportver- einigung Tegel 1899 beginnt mit einem Kursus im Jiu-Jitsu. Er dauert drei Monate. Uebungs- abende für Frauen jeden Dienstag, ab 3., für Männer jeden Freitag, ab 6. Januar, 20 Uhr. Un- kostenbestrog für Erwerbslose und Frauen 2 M., für in Arbeck stehende Männer 3 M. Partei- genossen. Reichzbannerkameraden, Gewerkschaftler, Arbeitersportfreunde werden sorgfältig in dieser Kunst ausgebildet. Die Uebungsstunden finden in Tegel in der Oeberrealschule, Steinbergstraße, statt. ADAC.'Gau ohne Führer. Anfang Dezember hielt, wie gemeldet, der Gau I(Berlin-Bränden- bürg) im Allgemeinen Deutschen Automobil-Club seine fällige Iahrestagung ab. Diese Zusammen- kunft der Delegierten nahm einen recht stürmischen Verlauf und endete damit, daß dem Vorstand keine Entlastung erteilt wurde. Da man ihm aber trotzdem das Vertrauen aussprach, sollte das Gesamt- Präsidium des ADAC, eine Klärung der Diffe- renzen vornehmen. Die Aussprache mit dem Ge- samtpräsidium hat nun ergeben, daß der geschäfts- führende Vorstand des Gau I seine Aemter zur Verfügung stellte. Bis zur nächsten Gauhauptver- sammlung, die bereits am 8. Januar 1933 in Berlin stattfindet, bleiben die bisherigen Funktio- näre jedoch provisorisch in ihren Aemtern. Derichs 100-Meker-kraulrekord mit 59.6 Sekunden. Die Rekordleistungen, die anläßlich des Düsseldorfer Abendwettschwimmens am 1. Dezem- der aufgestellt wurden, sind jetzt vom Schwimm- wart des bürgerlichen Deutschen Schwimmverban- des amtlich bestätigt worden. Im Vordergrunde steht der Kraulrekord des Kölners Ernst Derichs über 100 Meter mit 59,6 Sekunden. Es ist das erste Mal, daß ein Schwimmer die 100 Meter unter einer Minute geschwommen ist. Zusammenschluß zwischen Luftsahrlverband und Aeroclub. Die deutsche Flugsportbewegung steht vor einer bedeutsamen Vereinigung. Zwischen dem Deutschen Luftfahrtverband und dem Aeroclub von Deutschland haben in letzter Zeit Besprechungen stattgefunden mit dem Endziele des Zusammen- schlusses beider Verbände. Nachdem eine grund- sätzliche Einigung erzielt worden ist, steht einem Zusammenschluß der beiden deutschen Großver- bände nichts mehr im Wege. Zu diesem Zwecke wird daher ein außerordentlicher Lustfahrttag ein- berufen, der am 1. Februar in Berlin stattfindet. Schmeling gegen Max Laer. Die schon fett geraumer Zeit laufenden Verhandlungen über einen Kampf zwischen Max Schmeling und dem jungen Deutschamerikaner Max Baer sind jetzt so weit gediehen, daß die Kontraktunterzeichnung durch Schmelings wieder in Amerika befindlichen Jnteressenoertreter Joe Jacobs unmittelbar bevor- steht. Das Treffen soll im Juni nächsten Jahres im Rahmen einer Wohltättgkeitsveranstaltung vor- aussichtlich in New Park stattfinden. 1700 Pferde liefen auf deutschen Bahnen. Aus dem jetzt erschienenen Jahresrennkalender lassen sich einige interessante Zahlen entnehmen. Auf deutschen Bahnen liefen rund 1700 verschiedene Pferde in 1886 Flach- und Hindernisrennen. Die Zahl der Rennen hat gegen 1931 nur um 99 ab- genommen, dagegen waren die Preise, über die genaue Aufstellungen noch fehlen, ganz erheblichen Kürzungen unterworfen. Deutsche Ställe beteiligten sich insgesamt an 25 ausländischen Rennen in St. Moritz, Wien, Paris und Budapest. Hans Stuck fährt Maserali. Der internationale Bergmeister der Sportwagenklasse, Hans Stuck, der in der letzten Saison den Titel in überlegener Manier auf Mercedes-Benz„88K" errang, wobei er in der schwersten aller fünf Bergprüfungen, dem Stilfser Jochrennen die absolute Bestzeit her- ausfuhr, wird im nächsten Jahre wohl nicht mehr für die Untertürkheimer Firma tätig sein. Die Gerüchte, die von einem Engagement bei Alfa Romeo wissen wollten, sind indessen nicht zu- treffend, vielmehr betrafen die Verhandlungen mit einer italienischen Firma lediglich Maserati, mit der es, wie uns der Bergmeister mitteilt, in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen dürste. Der Berliner Sportpalast hat als Termin für seinen nächsten Großkampftag Freitag, de» 6. Januar, angemeldet. Im Mittelpunkt des Programms soll der Kampf zwischen dem deutschen Leichtmittelgewichtsmeister Franz Dübbers-Köln und dem Italiener Cleto Locatelli stehen. Dieser verlor seinen Europameistertitel mit viel Pech, er wurde vor kurzem in Brüssel gegen Sybille wegen eines Tiefschlags disqualifiziert. Weiterhin sind zwei Schwergewichtstresfen geplant In dem einen soll der deutsche Meister Hein Müller, der an gleicher Stelle von dem Norweger Porat schwer geschlagen wurde, gegen einen leichteren Gegner antreten, im anderen Tressen will man Hower mit einem guten nationalen oder ausländischen Partner zusammenbringen. Das Wellenbad im Lunapark teilt mit, daß durch den Einbau einer neuen Anlage zur Eni- keimung des Badewassers es gelungen ist, die früher unangenehm empfundenen Chlordämpfe zu beseitigen unter Beibehaltung der vom städtischen Gesundheitsamt geforderten Vorschriften für die Sterilisierung des Wassers. Die Filtermaschinen arbeiten Tag und Nacht und entziehen dem Bade- wasser durch täglich viermaliges Umlaufen jegliche Fremdstoffe, so daß ständig ein garantiert bakteriensreies, kristallklares Wasser vorhanden ist. Badezeiten während des Winters: 8 Uhr vor- mittags bis 11 Uhr abends. I�ärz;: 29. Sechstagerennen Der Termin für das zweite dieswinterliche Sechstagerennen in der Reichshauptstadt ist nun- mehr endgültig festgesetzt worden, das 29. Berliner Sechtagerennen findet in der Zeit vom 9. bis 15. März 1933 statt. Ursprünglich hatte man die Absicht, die 145-Stunden-Fahrt während der inter- nattonalen Berliner Automobilausstellung im Februar zu veranstalten, doch ließ sich dieser Plan nicht verwirklichen, da Frankfurt a. M. dagegen Einspruch erhoben hatte. Plan, die aus dem Neu-Bötzower Gemeindesport- platz eine Mannschaft von B l a u g e l b oer- pflichtet hat. Volkssport Reuköll», ZuSballabteilu-». sucht Zum I. Friert!! g für sein- t-, 2. und 2- Fußballmannsch-tt Gegner aus eigenem Platz. Angebote heute telephomsch unter Neukölln F 2 0276 ab 20 sh Uhr. AZC. Bormärts-Bedding sucht zum 2. Weihnachtsfeier. tag für I. und 2. Männer Segner auf eigenem Platz. Eilangcbote heute abend unter 0 6 7310. F2V. S-ronia sucht Segner fiir 1. Mannschast zum 2. Feiertag auf eigenem Platz. Anruf heute ab 20 Uhr v 2 NZO, UmIIeidelokal Karl Klöckner, Gaudystr. 12. Handball Die meisten Mannschaften haben für die Feiertage eine Pause eingelegt, so daß das Programm nur schwach ist. In der Bezirksklasse Norden steigt das einzige Serienspiel zwischen FTGB.- Buch und Volkssport Weißensee um 14 Uhr am Bahnhof Buch. An Gesellschaftsspielen gibt es die Tressen von den Frauen Eiche-Köpenick mit FSV.-Reinickendorf-West um 15 Uhr auf dem Vereinsplatz in Köpenick, Wendenjchloßstrahe. Vorher, um 14 Uhr. messen die Jugendmann- schoften von Eiche-Köpenick und FTGB.-Stralau ihre Kräfte. Am zweiten Feiertag ist die FT.-Kalkberge Gast bei der FTGB.-Baumschulen- weg um 14 Uhr im Plänterwald. Auf dem gleichen Platz treffen bereits um 11 Uhr FTGB- Südost 2 und Volkssport Neukölln L 3 zusammen. In Schwante steigt um 15 Uhr ein Pslichtspiel von FT.Schwante gegen FTGB.-Lichtenberg 2. FT.-Finow— Freie Foltbootsahrer Berlin um 14 Uhr in Finow. Pätzer Sonnenheide im Winter Zur Winterszeit am stillen Herd zu sitzen, taugt für Sportler nicht. Wer die„P ä tz e r Sonnenheide" der Freien Turnerschaft Groß-Berlin noch nicht kennt, wer sie im Sommer nicht be- suchen kann oder will, für den ist jetzt die ricyttge Zeit. Als Cinkehrort und Nachtquartier für Wanderungen stehen geheizte Räume zur Der- ftigung. Herrliche Touren können von hier aus unternommen werden, Berge, Wälder, Seen gibt es genug, Skier und Schlittschuhe können eifrig in Tätigkeit tteten. Die Bergabhänge geben gute Fahrt, die zusammenhängenden Seen bieten lange Eisläufe, selbst Segelschlitten werden hier in Betrieb gesetzt. Da ist es erst recht eine Freude, unter Genossen und Gleichgesinnten srohe Stunden zu verleben. Zu den Weihnachtstagen und Sil- vester herrscht in der Sonnenheide immer fröh- liches Leben und Treiben. Es ist deshalb gut, sich vorher zwecks Uebernachtung mit der Ge- schäftsstelle der FTGB., Berlin, Lichtenberger Straße 3, in Verbindung zu setzen. Silvester findet die Wintersonnenwende des Freikörperkultur- bezirks auf der Pätzer Sonnenheide statt. Fahr- Verbindung: Sonntagsrückfahrkarte Groß-Besten oder Vorortbahn bis Königswusterhausen. Ab Bahnhos Groß-Besten 40 Minuten am Bahn- dämm bis Kilometerstein 38. Fahrtrichtung Berlin— Görlitz. Schwarzes Brett Freie Turn-rsch-st Srotz.Berlin. Bezirk Rorbost: Frei- tag, 23. Dezember, 20 ulir, Probe zur Weihnachksieier. vonnlag, 23. Dezember, 17 Uhr, Weihnachtsfeier, Unions» Festsäle, Greisswalber Str. 221.— Bezirk Süden: 23. De- zember, 10 Uhr, Weihnachtsfeier der I. Männerabteilunz bei Bogt, Boppftr. 8; der 2. bei HöhIIc, Lcrqmannstr. 69. — Nuderbczirk: 26. Dezember Weihnachtsseicr,„Fürsten- hos", Köpenicker Str. 137. 17 Uhr. Eintritt 50 Ps. Erwerbslose Mitglieder mit Frauen frei. VsL. Lstring. Heute, 20 Uhr, letzter Trainingsabend im Realgnmnasium an der Parkaue. Wiederbeginn Mittwoch, i. Januar, 20 Uhr. 1. Januar von 13 bis 16 Uhr tradi- tionelles Fußballspiel Hocken- gegen Handdallspleler im Lichtenberger Stadion. A2B. Schöneberg-Friedenau 07, Tnrnsparte. Turnabend Freitag, 26. Dezember, fällt aus. Dafür Beteiligung am Schwimmabend 22ia Uhr Hauptstraße. 1. Feiertag Vereins- winterfest im Schubert. Saal, BUlowstraße(Nollendorfplatz), 19 Uhr. 1. Feiertag Bormittagsausslug. Treffen 9 Uhr U-Bahnhof Krumme Lanke. „Solidarität" Radfahrer. 23. Dezember: Abt. Tiergarten: 18 Uhr Weihnachtsfeier, Nationalbof, Bülowstr. 37.— Abt. Oberschöneweide: 17 Uhr Weihnachtsfeier bei Emmerich, Wilhelminenhofstr. 61.— Abt. Mitte: 17 Uhr Weihnächte. und Iubilarfeier, Forster Str. 9.— 26. Dezember: Abt. Kreuzberg: 16H Uhr Besuch des Planetariums, Treffpunkt am Eingang.— Abt. Mitte: Fahrt zum Sirfchgarten. Start 13 Uhr Mariannenplatz.— Abt. Prenzlauer Berg: Ziel am Start. Start 9 Uhr Oderbcrger Str. 31.— Heim- abende der Jugend fallen aus. Arbeiterspiele zu Weihnachten Wie immer finden an den Weihnachtsfeiertagen keine F u ß b a l l° Serienspiele statt. Infolgedessen haben die Vereine eine Reihe von Freundschafts- spielen abgeschlossen, die dadurch besonders inter- essant werden, daß sie Gegner aus verschiedenen Bezirken zusammenführen. Adler 08 hat sich gleichsam als Probe für die Kreismeisterschaftsspiele eine schwere Ausgabe gestellt und fährt am 2. Feiertag nach Rathenow, um gegen eine Städtemannschaft aus den Ver- einen„Sportfreunde Süd" und„Freiheit" die Probe für den 8. Januar abzulegen. Die Mann- schaft Süds ist bekannttich in den Spielen um die Meisterschaft des 3. Bezirks erst in der zweiten Runde von Nowawes ausgeschaltet worden. Vorher werden die Schüler von Freiheit und Sportfreunde Süd beweisen, daß beide Ver- eine dem Nachwuchs ihre besondere Pflege an- gedeihen lassen.— Ein hochinteressantes Treffen findet am 2. Feiertag 12.30 Uhr auf dem Hansa- platz in der Chriftianiastraße statt. Der 1. und der 2. Bezirk tteffen sich zu einem Wettstreit der „reiferen Jugend über 30 Jahre". Die Mannschaften enthalten Spieler, die einst in ihren Vereinen zu den Besten zählten. Normannia und Minerva 28 treffen sich mit den beiden ersten Mannschaften am 2. Feiertag und mit der dritten und der Jugend- Mannschaft am 3. Feiertag in der Normannen- straße zu einem Vereinsderby. Minerva hat eine gute Position im 4. Bezirk inne, Normannia führt ihre Abteilung im 1. Bezirk an, so daß wertvolle Spiele in Aussicht stehen.— Ale- mannia 2 2 spielt am 2. Feiertag mit zwei 'Mannschaften gegen Nord auf dem mittteren Platz in der Christianiastraße, vorher mit Jugend und Schülern.— Rot-Weiß hat ebenfalls am 2. Feiertag E i n i g k ei t- Staaken mit zwei Mannschaften zu Gast. Das erste Spiel gewannen die Slaakener auf eigenem Platz 3: 1. Inzwischen sind beide Mannschaften stärker geworden, Rot- Weiß sollte sich diesmal behaupten.— Volks- spart Weißen see empfängt am 1. Feiertag auf der Rennbahn den A S V. Neukölln. Der Zusammenschluß der Weißenseer Arbeitersportler hat die Mannschaft wesentlich verstärkt, so daß die Neuköllner, zumal auf dem schweren Platze, kein leichtes Spiel haben dürsten. Zum Schluß tritt noch der jüngste Bundes- verein, die Freie Turnerschaft Bötzow, auf den ffaali fe. Theater Fieitag, den 23. Dezember Staatsoper unter den Linden 19V» Uhr Der Rosenkavalier Staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Faust I. Teil VOLKSBUHNE Theater am Bttlewpiatz S Uhr D I Norden 0336 Oliver Cromwells Sendung v. Walter Gilbricht. Regie Heinz Hilper. CAS1NO-THEATER Lothringer 3 trabe 37 IIIIII IIIIMIIIIIIHIIIIIIIII IIIIII aKeiertitfeS 2 Vorstellungen Nachmittags 4 und abends 8V< Uhr. In beiden Vorstellungen Alles um Lottä Posse mit Gesang und Tanz von Arnold und Bach, Musik von Walter Kollo. m«.«per Charlottenbure Fraunhofer 0231 Freitag. 23. Dez. 20 Uhr Turnus II Zar und Zimmermann Hüsch, Frind, Müller, Kandl, Steter, Hedlund, Feher, Pechner Dirigent: Müller Kur!urstend.-To. Kurffirstendaatm 209 Tel Bism.1400 Heute SV. Uhr üliddie Reise nti Bertndi ond Sdtwabadt Musik: KQnoeke Regle: Peukert Haut Schiadler mit seinen Jazz-Sympbonlkern lonrertoof aiuitirtnoilten Komödienriaus Schiffbauerdamm 25 1-1.61 Wild. 5304-01 Täglich 8% Uhr Das Haus dazwischen von Schiffer und Joachimson Musik: Spoliansky Inszeniennj; Binowsh) 5 c h i// h r Blsmarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl) 67IJ 8% Zeitungsnotizen Am 23.. 26.. 28. nachmitt. 4 Uhr. Jr.Dolittle* Abenteuer mit Alfred Braan Kleine Preise! Ab Weihnachten täglich 6V> Robert und Bertram Kleine Preise t.Welknnchtsfelertag vorm. ll'/i Uhr Heitere Matinee Jo*ef Plaut HntaiTHei Cliirletteintr. 51 DSelteff 621 Zu wahr um «chön zu sein Komödie von Shaw Milssi. v. Ihillfflinn. Erani. Serie»>. Otto, Ilms. Orseiu, MAI. 26. 4V- u. Gespenster mit Moissi, Terwin KÄ Kabarett für Alle 4 Uhr TStflieh S* 9 Uhr Dsx senseiitmaUe Kabireit-Progriam Abenrlppetse 1— 3 Mk. Nachm. GedecS I.2S Jeden Sonnatitnd 1 1 y, Uhr: Nuchtvürtf Hong I �•näiük�M 'hmdmL, I nUtjurüiUs'l! itrC BETRIEH kempimskN; Stettiner Sänger Reichshallen-Tli., Dönhoffpl. 8.15 Q.held« Feiertage 3.30 zu ermäBleten Preisen Dos Welbnadits- prograDim An beiden Feiertagen Dönhoff-Brettl Variete— Tanz Deutsches Theater Weidend. 4201 Heute T1/! Uhr Zum I. Male Sott, Kaiser und Bauer Sdianspiil van J. Hay Inszin: K. il. Martin Kortner, Melzer, Wegener, Wiemann. Hart, Kaiser Kanunerspiete Täglich 8 Uhr Hans Moser Essig undüel Ein Märchen von heute von Geyer und Frank Musik von Robert Katscher IDIriih, Steparek, lirwi». Etlinjer. Stagdt. Wolvode 0a 0s 0a Scndows Bunte Bühne Kottbasser Straße§ Oberbau m S500 ..von A-Z" T Agil dl SV. Uhr Sonni. nsrttm. 3>/, SüMMMM-WiM Sdstnng, Anfienmontenre! fllontag. ben 26. Dezember tZereiker welhnockilsl« lertog). vorm. 10 Uhr. Im Säuaeriaat, Saphiensdle, Sophiensrr. 17 18 Versammlanä «Her im Dealsdien Melallarbeiler- Verband organisierten Auhenmon- tenre(aussehl, Hclzangsmontcnre) Tagesordnung: 1. Bericht über die Neuregelung der Aus. löfmtitsiätze; 2. Bericht von den Berdandlungen über die allgemeinen Monteurbestim- mungen. Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreicher Besuch wird erwartet. Die Ortsverwaltnng. namen-Maniei zu ganz niedrigen Preisen MaBan Fertigung spez. für starke Damen Paul Lindl, DamenmaalllHaßrUtailon Ncukdiiu, ReaJerstr. 63 Rose-ineaier Grelle FreaHtirter StnSe 132 Ttd. Weiikul E7 3422 8.15 Uhr Böhmische Musikanten Blumen iiiiuiiiiiiuiiumnniiiiiiiiiii Paul Golletz Mariannanstr. 3 FS, Oberbauin 1303 Der sozialdemokratische Abreißkalender 1933 i! ist neu erschienen. In Kupfertiefdruck herge» stellt, ist er ein schönes Geschenk fiir den Weih« nachtstisch. Der Preis ist herabgesetzt und kostet statt 2.00 RM nur 1.75 RM Er ist bei allen Zeitungsboten, Vorwärts»Abgabe» stellen und Parteibuch« handlangen oder direkt bei der Vorwärts Buch» druckerei, Berlin SW 68, Undenstraße 3, zu haben v t r ks a■ sind die KLEINEN ANZEIGEN in derüesamtaailase des■VorväruH und