Morgen- Ausgabe Nr. 605 A297 49. Jahrg. •rReboftlon und Verlag, Berlin 8 XV 68, Lindenslr. 3 gerntpr«�..Vivlli� sollen. latmsrWg. erwerbslose Familienernährer, vor allem kindcr- ,n, ,!vv 1,11, i,i| Baps=sj=csi reiche, berücksichtigt werden. Die bei den Arbeiten beschäftigten Arbeitnehmer sind zu den geltenden Tarifsätzen zu entlohnen. Um möglichst vielen Deutschen Arbeit schassen zu können, soll die Arbeitszeit 4 9 S t u n- den wöchentlich nicht überschreiten. Sehr ernster Prüfung bedarf selbstverständ- lich die Frage, wie weit insbesondere die Ge- meinden bei ihrer schwierigen Finanzlage überhaupt Anleihen ausnehmen und tilgen können. Die Bedingungen für die einzelnen Kredite müssen deshalb so gestaltet werden, daß sie auch den in schwerster Bedrängnis befindlichen Kommunen die Möglichkeit geben, im Interesse der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Kredite auszunehmen. Wenn allerdings von der anderen Seite ost jetzt erklärt wird, erst müsse eine Sanierung der Haushalte erfolgen, müsse ein gerechter Finanz- und Lastenausgleich da sein, müsse die Umschul- dung durchgeführt sein, dann glaube ich allerdings, meine sehr verehrten Damen und Herren, daß wir in der heutigen Not der Arbeitslosen gar nicht warten können, bis all das durchgeführt ist. Wir müssen im Gegenteil im Rahmen dieses Arbeits- beschaffungsprogramms durch entsprechende Maß- nahmen die Wohlfahrtsausgaben der Gemeinden herabdrücken durch Schaffung von Lohn und Brot für die Arbeitslosen, damit die Gemeinden in die Lage kommen, einen Haushaltsplan aufzustellen, in dem der heutige Unsicherheitsfaktor der Zwangs- läufigen Wohlfahrtsausgaben möglichst aus- geschaltet und so der Weg zur Umschuldung frei wird." * Die Frage ist, welchen praktischen Ein- f l u ß Herr Gereke neben seinen Meinungen und Anschauungen hat! Es hat den Anschein, daß „der Schäferhund" schon sehr kräftig an die Leine genommen worden ist! Was er über die Bedin- gungen der Darlehen an die Gemeinden ausführte, läßt bereits erkennen, wie stark die Gemeinden gegenüber dem Unternehmertum benachteiligt werden. Wahrscheinlich bergen die noch nicht be- kanntgegebenen Einzelheiten noch andere unange- nehme Ueberraschungen, wie z. B. die Bevor- rechtung dieser Darlehen vor allen anderen! Der Plan, die Gemeinden zu Darlehen zu veranlassen, aus denen Aufträge für Unter- n e h m e r entstehen, die auf Grund dieser Auf- rräge dann auch noch in den Genuß der Ein- stellungsprämien kommen, zeigt deutlich, daß die Unternehmer nicht nur die Leine, sondern auch den Beißkorb in Bereitschaft halten! 3u Kreuz gekrochen! Professoren beugen sich der Nazijugend Rektor und Senat der Universität B r e s- l a u oeröfsentlichsn eine Erklärung, in der es u. o. heißt: „Rektor und Senat halten es für ihre wichtigste Pflicht, die akademische Lehrfreiheit unbedingt zu schützen. Deshalb sind sie mit aller Entschiedenheit für die unbehinderte Lehrtätigkeit des Professors Cohn ein- getreten. Leider hat Professor Cohn neuestens die pflichtgemäße Zurückhaltung durch sein unnötiges Hervortreten in einer umstrittenen politischen Frage vermissen lassen. Deshalb halten Rektor und Senat eine weitere Lehr- tätigkeit des Professors Cohn an unserer schlesischen Universität im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung und des ungestörten Lehrbetriebs für nicht t r a g b a r. In der letzten Zeit find gegen unseren Rektor, einen Mann von bewährter nationaler Gesinnung, in der Presse und im Landtag unerhörte Angriff« und Beschimpfungen erfolgt. Der Senat verurteilt diese Vorkommnisse aufs schärfste." Professor Cohn ist, trotz seines Namens, nicht Ach und Weh! Hitler ist entrüstet Die Enthüllungen der„Schwarzen Front", die von dem Bruder Gregor Strahers herausgegeben wird, über den schluchzenden Oberosaf und die weinende Nazifraktion haben im Münchener Braunhaus einen Wutanfall ausgelöst. Die partei- amtliche Pressekorrespondenz muß eine Erklärung veröffentlichen, in der Otto Etraher als ein „größenwahnsinnig gewordener Literat" beschimpft und mitgeteilt wird, daß Herr Frick der„Schwor- zen Front" eine Berichtigung auf Grund des ß 11 des Pressegesetzes gesandt habe. Otto Straßer hatte, wie mir mitteilten, be- hauptet, ihm ständen die Aussagen von 35 natio- nalsozialistischen Abgeordneten zur Verfügung, und er freue sich auf die Gelegenheit, in einem etwa ein ausgesprochener Republikaner oder gar ein Demokrat. Er bezeichnet sich vielmehr selbst als rechtsstehend, und man nimmt an, daß er etwa zur Treoiranus-Gruppe der„Volkskonser- vativen" zu rechnen sei. Diese politische Haltung hindert aber nicht, daß die Hakenkreuz-Iünglinge, die auf Kosten der Steuerzahler sich Kenntnisse aneignen sollten, dem Mann mit den rohesten Gewaltakten begegneten und seine Vorlesungen trotz aller Gegenmaßnahmen systematisch störten. Bis dahin hatte sich das Professorenkollegium mit einer in Preußen ungewohnten Entschieden- heit gegen die antisemitischen Lümmeleien zur Wehr gesetzt. Aber die Kraft ist bald verbraucht. Rektor und Senat bekunden feierlich, daß sie vor dem studierenden Janhagel die Segel st reichen. Plötzlich ist eine weitere Lehrtätigkeit ihres Kollegen Cohn nicht mehr „tragbar", weil dieser in einer umstrittenen Frage politisch Stellung genommen hat! Der Mannesstolz der Herren vom Unioersitäts- senat ist wirklich bewundernswert! Monstreprozeß die wahren Vorgänge nachweisen zu können. In der Erklärung der NSK. ist von diesem Prozeß nicht die Rede. Man will also eine schöne Gelegenheit, die angebliche Unwahr- heit gerichtlich seststellen zu lassen, augenscheinlich nicht ergreifen. Und dazu wird man in München wohl alle Gründe haben. Spionage in Biarritz Prinzessin Hohenlohe verhaftet Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris. 23. Dezember. Wie die„Liberte" meldet, ist in B i a r r i tz die Prinzessin Hohenlohe unter dem Ver- dachtwer Spionage verhastet worden. Die Beweise für diese Spionogetätigkeit sollen in einem Briefwechsel der Frau mit dem englischen Zeitungsperleger LordRothermerezu finden sein, der der Sicherheitspolizei von einer Pariser Persönlichkeit übergeben worden ist. Di« Machen- schatten der Prinzessin sollen schon wiederholt den Argwohn der sranzösischen Gegenspionage erweckt haben. Noch der„Libertö" soll ein Frankreich befreundetes Land, also wahrscheinlich Polen, vor längerer Zeit die Aufmerksamkeit der fran- zöstschen Behörden auf die Prinzessin gelenkt haben. Genfer Aemterwechsel Direktor Comert geht nach Paris Genf. 23. Dezember. Der Direktor der Informationsabteilung des Völkerbundes Pierre Comert hat sein Rück- trittsgesuch eingereicht mit der ausdrücklichen Bitte, ihn bereits Ansang Januar zu entlassen. Comert wird Pressechef beim sranzö- sischen Ministerpräsidium. Comert verläßt seinen Posten ein Jahr vor Ab- laus seines Vertrages, der ihm nach den ersten sieben Jahren Lauszeit nochmals verlängert wor- den wäre. Gerade seine Abteilung ist in Deutsch- land von der Rechten oft heftig angegriffen worden, doch treffen seine starke und fortschritt- liche Persönlichkeit die Borwürfe der Parteilichkeit und persönlicher Politik wirklich nicht. Anläßlich der Sekretariatsresorm durch die Völkerbundsver- sammlung im September hat Deutschland die Be- stimmung durchgedrückt, daß in der Zahl der Generalsekretäre, Untergeneralsekretäre und Di- rektoren nicht mehr als zwei der gleichen Nationalität angehören dürfen. Da der künftige Generalsekretär Aoenol und der Direktor der Verkehrsabteilung Haas als Franzosen noch lange Kontrakte haben, ver- liert Frankreich den wichtigen Posten des Direktors der Informationsabteilung, der mit emem Angehörigen eines kleineren Landes besetzt werden wird. Tribut. Die mandschurische Regierung hat sich bereit erklärt, für Warensorderungen aus der Regierungszeit Tschanghiueliang» nach vollendeter Untersuchung 7119 999 Pen innerhalb von zwei Jahren an Japanzuzahlen. Sofort werden IX Millionen ausgezahlt. Reichstag nach Neujahr �fotlonsliorialistiscker Schleppzug Weihnachten in Butter Daß der Reichstag erst nach Neujahr zu- sammentreten wird, ist der Sinn eines etwas sonderbaren Frage- und Antwortspiels, das Herr G ö r i n g augenblicklich veranstaltet. Die anti- parlamentarischen Kommunisten hatten eine Sitzung des Aeltestenrats auf oen dritten Weih- nachtsseiertag beantragt. Statt sie an diesem Termin oder an einem anderen einfach einzu- berufen, wozu er ja verpflichtet ist, veranstaltet Herr Göring eine„Kleine Umfrage" bei den Fraktionen, ob ihnen der Donnerstag nicht be- quemer sei als der Dienstag, Gleichzeitig gibt er aber an die Telegraphenbüros die Nachricht aus. die Antworten würden wahrscheinlich für Diens- tag zu spät kommen, weil die meisten Mit- glieder des Aeltestenrats vermutlich— hoffentlich?— v e r r e i st sind. Und so wird der Aelte- stenrat erst am Donnerstag tagen und eine Ein- berufung des Reichstags selbst vor Silvester nicht stattsinden. Das war zu erwarten—, aber warum soviel Umwege, wenn man einfach verschleppen will? Eine Bemerkung des Staatssekretärs Planck hat den Anschein erweckt, als könne die Regierung Schleicher den Zusammentritt des Reichstags kaum erwarten, und es soll Leute geben, die das geglaubt haben. Ihnen versichert jetzt das„Berl. Tageblatt", die Regierung denke gar nicht daran, die politischen Entscheidungen von sich aus zu beschleunigen, si« würde„am liebsten eine Tagung des Reichstags im Januar überhaupt vermieden sehen". In diese Nachricht einen Zweifel zu setzen, scheint uns weniger am Platze zu sein: so etwas klingt ganz glaubwürdig. Nachdem die Nationalsozialisten in der letzten Aeltestenratssitzung aber förmlich die Zähne ge- fletscht haben, wenn nur des Kabinetts Schleicher Erwähnung geschah, ist vorläufig nicht anzu- nehmen, daß der Regierungswunsch Erfüllung fände. In der ersten Januarwoche wollen sich die Hakenkreuzler blutdürstig auf Herrn Schleicher stürzen, sie benutzen den„Weihnachtsfrieden" nur, um sich in wehrsportlichen Uebungen darauf vor- zubereiten. Dann soll es losgehen, noch der Parole:„Gib ihm Saures" oder„Pardon wird nicht gegeben." Warten wir den vertagten, aber grausamen Feldzug in Fassung ab. Gtahlhelm-Ehristen Line Erbärmlichkeit beim Berliner Rundfunk Heute abend veranstaltet der Berliner Rund- stunk eine„Still« Stunde", die den religiösen Feiern vorangehen soll. In dieser„Stlllen Stunde" soll — oder sollte!— Alfred Braun mitwirken. der Sprecher der Berliner Funkstundc, dessen Name mit dem Berliner Rundfunk auss engste verbunden ist. Er sollte das Weihnacht»- kapitel aus der„Chronik der Sperlingsgosse" von Wilhelm Raobe vorlesen. Die Stahlhelm-Funkhörer-Lereimgung und der nationalsozialistische gunkhöreroerband haben da- gegen eine Hetze eingeleitet. Sie behaupten, daß die Teilnahme Alfred Brauns eine... Eni- Würdigung des Weihnachtsfestes sei. Man könnte dies« Hetze zu dem übrigen legen. Aber die Leitung der Funkstunde und die kam- inissarische Verwaltung des Innenministeriums haben prompt dem Befehl des Stahlhelms und des Herrn Goebbels gehorcht und beratschlagen darüber, ob Alfred Braun ausgeschaltet werden söll. Alfred Braun paßt den Kriegervereinlern nicht. Er ist religiöser Sozialist, dem es mit der Religion Ernst ist. Deshalb ist er„eine Ent- irnirdigunig des Weihnachtsfestes". Ein Stahl- Helmchrist, der heute„Friede auf Erden" deklamiert, und morgen den Krieg preist, ist keine„Entwürdigung des Weihnachtssestes". Bon den Stahlhelmchristen und von denen um Goebbels ist nichts anderes zu erwarten. Aber die Haltung der Leitung des Rundfunks ist eine Erbärmlichkeit, die zu den vielen Erbärmlichkeiten gehört, die man unter dem neuen Kurs beim Ber- liner Rundstmk erlebt hat! Sin Opfer der Nazis Oer Täter amnestiert Eigener Bericht des„Vorwärts" Frankfurt a. M.. 23. Dezember. Der Führer der Eisernen Front in Frankfurt- Sockenheim, Franz S r a u n. ist seht seinen schweren Verletzungen erlegen, die ihm im Mai durch Nazis zugefügt wurden. Der 47jährige Schlosser Braun wurde damals von fünf Nazis von seinem Fahrrad hcrunterge- schlagen und durch den 2ljährigen SA.-Mann Riester mit einer Zaunlatte am Kopf schwer ver- letzt. Ein Schädelknochen wurde zertrümmert, Knochensplitter mußten aus dem Gehirn entfernt werden. Jöfolge dieser furchtbaren Verletzungen litt Braun an Reiz-Epilcpsie. Er konnte außer Ja und Nein nur wenige Worte reden und konnte auch nicht mehr schreiben. Nur durch Gesten konnte er sich verständlich machen. Er war voll- kommen erwerbsunfähig. Brauns Tod trat nach einer Operation ein, die durch feine schweren Ver- letzungen notwendig geworden war. Im Verlauf der Verhandlung gegen die Nazi- Rowdys im November machte der Hauptangeklagte Riester den Eindruck heiterer Gleichgültigkeit, ob- wohl ihm sein Opfer als bemitleidenswerte Ruine gegenübersaß. Lächelnd verließ der SA-Mann, von seinen Parteifreunden beglückwünscht, den Ge- richtssaal, als er lediglich wegen Raufhandel» zu S Monaten Gefängnis verurteilt war. Jetzt fällt auch diese Strafe unter die Amnestie. Nazi-Spenden Würste, die ihn nicht erreichten Der sozialdemokratische„Volksfreund" in Gelsen- kirchen veröffentlicht zwei Schrift st ücke au» dem N a z i l a g e r, die ein charakteristisches Bild aus dem H i t l e r s u m p f entwerfen. Das erste Schreiben, ein Brief, ist von dem Gauhilfswart Otto Schlimme aus Gelsenkirchen an den Ortsgruppenleiter H. Meier in Lauenhagen gerichtet. Schlimme ist der Verwalter des sozialen Naziheims in Gelsenkirchen. In dieser Eigenschaft schreibt er an seinen Pg. H. Meier: „Gern bestätige ich den Eingang Ihrer sehr guten Lebensmittel, und zwar 168 Kilogramm Wurst und Fleisch- waren, 163 Kilogramm Bohnen und Erbsen und Z4 Kilogramm Kohl. Sämtliche Lebensmittel sind in die Küche des Sozialen Heims gekommen und haben eine gute Verwendung für unsere Kämpfer während des Wahlkampfes ge- funden. Gerade für die Zeit des Großkampfes waren wir doch durch Ihre liebenswürdigen Spen- den in der Lage, unsere Kämpfer den hungrigen Magen sättigen zu können, welches große An- erkennung bei unseren braven Kämpfern auch ausgelöst hat. Wenn wir uns keine Ruhe gönnen, so sollen unsere ermatteten Gegner auch diese nicht finden, sie sollen unsere Härte noch stärker spüren, bis sie alle zerschlagen vor unseren Füßen liegen. Wir rufen Ihnen auf'dem Lande zu: „Auf zum Kampf, weg mit dem S y st e m!" Der„Kampf gegen das„System" bestand darin, daß kein Magen eines Naziproleten von den ge- spendeten Lebensmitteln je etwas gespürt hat. Der Ortsgruppenleiter H. Meier aus dem Dorf Lauen- Hägen hat deshalb am 14. November 1932 folgende mit Nazisiegel versehene Erklärung ab- gegeben:.i«— „Bescheinige hiermit, daß der SS.-Mann..., SS.-Standarte aus Gelsenkirchen. hier bei uns war und sich nach den Spenden erkundigte, welche von hier nach Gelsenkirchen gegangen sind. Nun sind wir ganz erstaunt darüber, daß die armen Pg. den Zentner Kartoffeln dort mit 2 Mark bezahlen mußten. Wir sind in dem guten Glauben, den Aermsten dort geholfen zu hoben, aber nun müssen wir annehmen, daß dort mit den gespendeten Sachen Ge- schäfte gemacht werden. Auch haben wir im Februar d. I. allerlei Kartoffeln, Brote, Fleisch und Wurstwaren nach Gelsenkirchen geschickt, auch da wird uns jetzt von einem Pg. gesagt, daß sie von den Würsten nichts bekommen hätten, welches „Wie, ihr Aermsten habt zu Weihnachten nur i�arZarine? Ich werde euch Butter beimengen." „Natürlich, nur gegen entsprechende Verteuerung," uns ja fürchterlich leid tut. Wir werden jetzt nicht eher ruhen, bis die Sache restlos geklärt ist, und an weitere Spenden ist nicht zu denken, so- lange dort nicht durchgegriffen ist." Nicht nur in Gelsenkirchen, auch an vielen anderen Orten fragen die Naziproleten ver- gebens, wo die Spenden und Lebensmittel ge- blieben sind! Auf nach Florida! hloover rückt aus— er hat genug Washington, 23. Dezember. Präsident H o o v e r geht heute auf längere Zeit nach Florida in die Ferien. Er ent- geht damit nicht nur der Notwendigkeit, am Neu- jahrstage das diplomatische Korps zu empfangen, sondern er braucht auch das stundenlange Hände- schütteln mit Amerikanern nicht mehr über sich ergehen zu lassen, das im Weißen Haufe zum Jahresbeginn präsidialer Brauch ist. Die Ver- Handlungen mit Frankreich, die Paul Bon- e o u r anbahne» zu wollen scheint, dürsten unter diesen. Umständen ebenfalls ver schoben werden. Der neu« Präsident, R o o s e v e l t, erklärt, er sei bis zum März ein Niemand, und denke nicht daran, sich vorzeitig zu binden und zu kompromittieren. Der andere Präsident, H o o v e r, erklärt, er sei seit dem 8. November«in Niemand, und denke nicht daran, sich nachträglich noch für einen Nach- folger zu binden und zu kompromittieren. Beide st reiten, beide rücken aus, beide nehmen Weihnachtsurlaub— die Welt kann warten! Hohn aus öle Armen Gefälschte Einladungen Aus immer mehr deutschen Städten kommt die Nachricht, daß unter Erwerbslosen und Sozial- rentnern namenlose, dürftig vervielfältigte Zettel verteill werden, in denen die Notleidenden auf- gefordert werden, sich an einer näher bezeichneten amtlichen oder privaten Stelle Kohlen, Kar- toffeln, Brot oder andere Bedarfsartikel, auch Geld abholen können, die für sie bewilligt worden sind. In Witten an der Ruhr wurde folgendes Schreibmajchinensormular ausgefüllt zu- gestellt: Familie........... straße Nr... Auf Grund Ihrer Unterschrift werden Sie aufgefordert, am Dienstagvormittag, 9.36 Uhr, im Rathaus auf Ihrer Abteilung wegen der Weihnachtshilfe vorzusprechen. Regelmäßig handelt es sich dabei um F ä l- schungen, da eine soche Ausgabe von nieman- den beschlossen oder bewilligt worden war. Regelmäßig bemächtigte sich der Getäuschte» ein« wilde Empörung darüber, daß man sie uni- sonst bestellt, daß man sie draußen warten und frieren läßt, daß man sie abweist. Regelmäßig richtet sich diese Wut gegen die betreffenden B e- Hörden oder Private, die vom Ursprung der Bestellung keine Ahnung haben. Regelmäßig kommen die Falsifikate aus kommunistischen Proookationskreisen und fast regel- mäßig führen die Ansammlungen zu Zusammen- stoßen mit der Polizei, zu Schlägereien, zu Ber- Haftungen— aber niemals ist unter den Geschädigten und Bestraften einer der kommunisti- schen Führer, die dieses Schindluderjpiel heim- lich arrangiert haben. Gibt es ein schamloseres Spiel mit der Armut, als das, das hier mit den Bedürftigsten getrieben wird von denen, die selbst in der warmen Stube sitzen und die Proleten in die Gummiknüppel der Polizei jagen? Aber es scheint ein Bestandteil jener„revolutionären Aktion" zu sein, welche die Kommunisten an die Stelle der ernsten kam- munalen und parlamentarischen Arbeit setzen. Wir können die Erwerbslosen und Notleidenden nur warnen, auf den Schwindel von Leuten hineinzufallen, denen ihr Elend gerade gut genug ist. ihre parteipolitische Provokationspolitik zu ver- üben. .Ausschreitungen als Folgen Wolffs Tel.-Büro meldet aus Wuppertal: Kommunistische Ausschreitungen, die sich bis in die Nacht und in den frühen Morgen des Freitag fortsetzten, hatten zu Zusammenstößen mit der Polizei an verschiedenen Stellen der Stadt geführt. In Wuppertal-Elberfeld gingen Teilnehmer eines Demonstrationszuges gegen �zwei Polizeibeamte vor, entrissen ihnen die Gummiknüppel und Tschakos und verletzten sie schwer. Ein größerer Demonstrationszug wurde an anderer Stelle der Stadt aufgelöst. In einigen Straßen wurden die Laternen durch Stein- würfe zertrümmert, in anderen das Straßen- Pflaster nach Einbruch der Dunkelheit aufgerissen. Bei vorangegangenen Unruhen aus dem Markt- platz wurden drei Personen durch Schüsse ver- letzt. Jedoch besteht bei keiner Lebensgefahr. Die Unruhestifter benutzten mehrfach auch die Ge- legenheit, Läden, deren Scheiben sie einwarfen, auszuplündern. Die Terrorakte wurden, wie die Polizei amtlich mitteilt, von der KPD. befohlen und organisiert. BroqueviNes Mehrheit Sozialistische Rampfansage Brüssel, 23. Dezember. Der Regierung wurde Heute in der Kammer mit Hundert gegen achtzig Stimmen das Der- trauen ausgesprochen. Die Regierungserklärung, die am Donnerstag verlesen wurde und über die wir am Freitagfrüh in einem großen Teil unserer Morgen- ausgäbe berichtet haben, war ziemlich farblos, doch enthielt sie einige reaktionär-nationalistische An- kündigungen, z. B. Gejetzesmaßnahinen gegen revolutionäre Umtriebe und Beleidi- gungen der Nationalflagge. Im Namen der Arbeiterpartei hatte Bänder- v el d e der Regierung schärf st e Opposition angekündigt und u. a. ausgeführt, daß die Ar- beiterfchast, die sich nicht vor dem K r u m m st a b der Bischöfe gebeugt habe, sich auch nicht durch den Säbel der Gendarmen zwingen lassen werde. Die gestrige Abstimmung zeigt, daß die Oppo- sition aus Sozialisten, Flämischen Aktivisten und Kommunisten besteht, während Katholiken und Liberale einheitlich für ihre Koalitionsregierung gestimmt haben. Äwei Ukrainer gehenkt! Oie letzten Worte der Verurteilten Warschau, 23. Dezember. An den Ukrainern Danylyszyn und B i l a s, die in Lemberg zum Tode verurteilt wurden, ist am heutigen Freitag um-47 Uhr morgens das Urteil vollstreckt worden. Sie wurden beide im Hofe des Gefängnisses gehenkt. Der Staats- Präsident hat nur den dritten zum Tode Ver- urteilten Zurakowfki zu 15 Jahre Gefängnis begnadigt. Während Zurakowfki und Kossak im Prozeß auf ihr„letztes Wort" verzichtet hatten, erklärte Danylyszyn:„Ich bin mir über meine Tat voll im klaren. Ich weiß, was mich erwartet und bin auf alles vorbereitet. Ich bedaure nur, daß ich nicht weiter für die Mutter Ukraina werde arbeiten können." Bilas sagte u. a.:„Ich bin mir meiner Schuld und Strafe bewußt. Ich bin ein bewußter nationaler Revolutionär, ich bin Bauer und habe durch meine Tat gezeigt, w i e das ukrainische Dorf reagiert." Immune Schieber Moskau, 23. Dezember. Das Außenkommifsariat der Sowjetunion hat dem Leiter der diplomatischen Mission eines Landes, das die Sowjetregierung noch nicht 6s jurs anerkannt hat. vorgeschlagen, zwei Beamte aus Moskau a b z u- berufen, da sie unter dem Schutz der diploma- tischen Immunität Wertgegenstände und Bilder, die sie zu Spottpreisen in Tscherwonetzwährung einkauften. »ach dem Auslande gebracht und dort verkauft haben. Das Außenmtnisterium des betreffenden Landes hat beschlossen, die beiden Beamten abzuberufen. Vor kurzem hat sich ein ähnlicher Fall mit dein lettischen Gesandten Osols abgespielt, der von den russischen amtlichen Stellen beschuldigt wurde, unter dem Schutz der diplomatischen Immunität mit russischen Kunstgegenständen Handel im Auslande getrieben zu haben. SA. und SS. in Senstenberg aufgelöst. Die Formationen der SA. und SS. in der Stadt Senstenberg sind weg«» mehrerer für die Nazi- parte! unliebsamer Zwischenfälle auf Hitlers Ge- heiß a u f g e l ö st worden. Russische Lohnpolitik Lohnerhöhungen unter Strafe gestellt Die„Legkaja Jndustria"(Nr. 258 vom 9. Dezember 1932) veröffentlichl eine Verordnung des Volkskommissariats der verarbeitenden In- dustrie der Sowjetunion. In dieser Verordnung wird den Betriebsleitern, den Truslleitern uiid den Leitern der Hauptverwaltungen der einzelnen Zweige der verarbeitenden Industrie strengstens eine Erhöhung der Löhne der Arbeiter und der Gehälter der Angestellten ohne jedesmalige bcson- dere Genehmigung des Volkskommissariats der verarbeitenden Industrie verboten. Zuwider- Handlungen sollen strafrechtlich verfolgt werden. Der Arbeitssektor des Volkskommissariats soll bis zum 15. Dezember d I. den Hauptverwaltungen der einzelnen Zweige der verarbeitenden Industrie genaue Angaben über die für das erste Quartal und das ganze Jahr 1933 festgesetzten Lohnfonds machen. Die 5)auptverwaltungen sind verpslichtet, spätestens bis zum 29. Dezember dieses Jahres diese Lohnfonds auf die einzelne» Betriebe zu verteilen, damit bis zum 25. De- zsmber d. I. jeder Betrieb der verarbeitenden Industrie einen festen Lohnfonds für das erste Quartal und das ganze Jahr 1933 besitzt. Die Leiter der Hauptverwaltungen der einzelnen Zweige der verarbeitenden Industrie werden per- sönlich für Fälle von Ueberschreitungen der Lohn- fonds durch die Trusts und Einzelbetriebe verant- wortlich gemacht Als weitere Maßnahme auf lohnpolitischem Gebiet veröffentlicht die „Iswestija"(Nr. 338 vom 8. Dezember 1932) eine Verordnung des Zentralrats der Sowjet- gcwcrkschaften, wonach die Verordnung vom 20. August d. X über die Erhöhung der Arbeitslöhne für die Funktionäre der Betriebsräte ausgehoben wird. Diese Erhöhung habe den Grundsätzen der Entlohnung der Sowjet-, Partei- und Gewcrk- schaftsfunktwnäre nicht entsprochen. Als vor einiger Zeil die Sowjclregierung eine Lohnerhöhung in den wichtigsten Zweigen der Schwerindustrie— Eisen- und Stahlindustrie und lilohlenbergbau— anordnete, der sehr bald Lohn- erhöhunge» in den anderen Zweigen der Schwer- industric, so vor allem im Erzbergbau sowie im Verkehrswesen und in der verarbeitenden In- dustrie folgten, zeigte es sich sehr bald, daß sprunghaste Lohnerhöhungen über das von der Regierung und der Parteileitung festgesetzte Maß hinaus schon deswegen nicht mehr aufzuhalten waren, weil der Reallohn trotz der nicht unerheblichen Er- höhung der Rominallöhne infolge der kaia- strophalen Preiserhöhungen in Wirklichkeit stark gesunken war. Auch die von der Sowjctrcgierung vor- genommene Erhöhung der Löhne in diesem Jahr hat den Reallohn nicht steigern können. Die ein- zelnen Betriebsleiter sind daher vielfach zur Selbsthilfe geschritten, um das Fluktuieren der Arbeitskräfte, das jede geregelte Produktion un- möglich machte, zu unterbinden. Sowohl die„Sa Jndustrialisaziu". das Organ des Volkskom- missariats der Schwerindustrie, als auch der „Trud", das Organ des Zentralrats der Sowjet- gewerkschaften, haben offen zugeben müssen, daß die Ueberschreitung der Lohnfonds von den Be- triebsleitern nicht zulegt deswegen erfolgt fei, weil die Fabrikdirektoren mit Rücksicht aus die großen Ernährungsschwierigkeiten die Arbeiter an ihre Betriebe binden wollten, um einen Fortgang der Produktion zu ermöglichen. Wenn jetzt von der Sowjetrcgierung und der Parteileitung energische Maßnahmen gegen die Ueberschreitung der Lohnfonds ergrifsen und scharfe Strafen für Zuwiderhand- l u n g e n angedroht werden, so gliedern sich diese Maßnahmen in den allgemeine» Rahmen der neuen Verschärfung des sozialpoliti- scheu lZ u r s e s in Rußland ein. Sie bilden sozusagen eine Ergänzung der beispiellos harten und zum Teil sogar grausamen Repressiv- maßnahmen der Sowjetregierung gegen die Arbeitsoersäumnis, die ihrerseits wiederum zum wesentlichen Teil auf die Ernährung?- s ch w i e r i g k e i t e n zurückzuführen ist. Die Einhaltung der vielfach sehr eng bemessenen Lohn fonds, aus die die eingeschüchterten Betriebsleiter nunmehr besonders peinlich achten, dürften, wird zweifellos zu einer neuen Verschärfung des Drucks auf die Sowjetarbeiterschaft führen. Händlern der Gastwirtsangestellten wurde eine Vereinbarung getroffen, wonach der seit Anfang Juni nicht mehr bestehende Lohn- und Manteltaris sofort ab 31 Januar 1933 wieder in Kraft tritt. Es lag bekanntlich bereits ein Schiedsspruch des Hamburger Schlichtungsausschusjes vor, der diesen Tarif wieder in Kraft setzen wollte, dessen Ver- bindlichkeitserkiärung die Unternehmer aber im letzten Augenblick dadurch verhinderten, daß sie bei den Nachverhandlungen vor dem Schlichter plötzlich mit einem neuen Tarifentwurs aus- warteten. Der in aller Eile zusammengesloppeltc Tarisenlwurf war im großen und ganzen der schriftlich formulierte Wunsch der Unternehmer, die von ihnen seit dem 1. Juni, während der tariflosen Zeit, durchgeführten Verschlechterungen. wie z. B den Abbau der Garanlielöhne der Kellner um 25 Proz. und der übrigen Gastwirts- angestellten um 15 Proz., tariflich zu verankern. Der Schlichter hat den Unternehmern aufgegeben, einen annehmbareren Vertragsentwurf auszu- arbeilen und bis zum 9. Januar mit den Gewerk- schaften neue Tarisoerhandlungen zu führen. Für den Fall des Scheiterns dieser Verhandlungen soll der Hamburger Schlichtungsausschuß bis zum 15. Januar eine Entscheidung in dem Tarifkonslikt fällen. Kllnöjgungöschutz soll bleiben ChitAcKien des Reichswirtschaftsrats Oer Sozialpolitische Ausschuß des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats hat sich am Freitag auf Er suchen des Reichsarbeitsministers gutachllich zu der Frage geäußert, wie dos K ü n d i g u n g s- s ch u tz g e s c tz für Angestellte in der Zeit der Wirtschaftskrise gewirkt hat. Der Sozialpolitische Ausschuß verweist aus die Leitsätze, die er am 25. Februar 1926 mit allen gegen eine Stimme beschlossen hat. Es wäre nicht Aufgabe des Gesetzes gewesen, die Entlassung von älteren Angestellten überhaupt zu hindern, sondern den älteren Angestellten eine längere Frist zum Aufsuchen einer neuen Stellung oder zur Umstellung ihrer Lebensführung zu ge- währen und den Arbeitsmarkt der Angestellten vor plötzlichen Belastungen zu schützen. Diese Ausgabe habe das Gesetz erfüllt. Es habe die kurzfristige Entlassung der von ihm gc- schützten Angestellten auch in der Wirtschaftskrise verhindert. Las Gesetz sei jedoch zu schematisch, als daß es sich in der außerordentlichen Verschiedenheit der von ihm betrofsenen Tatbestände voll hätte be- währen können. Die Belastung kleiner Betriebe durch den derzeitigen langfristigen Kündigungs- schütz habe sich nicht selten als recht schwer erwiesen. Doch hätten auch große Unternehmungen nachteilige Wirkungen des Gesetzes verspürt. Unvollkommenheiten des geltenden Konkurs- und Vergleichsrechtes könnten nicht dem Kündi- gungsschutzgcsctz zur Last gelegt werden. Vor- sorgliche Kündigungen seien in erheblichem Um- sauge vorgenommen worden und hätten auch nicht selten die Entlassung tatsächlich eingeleitet. Doch sei auch in zahlreichen Fällen eine Verständigung unter den Beteiligten dahin erfolgt, daß entweder zu niedrigerem Gebaltssatz oder auf zeitlich oder sachlich begrenzte Frist die Weiterbeschästigung möglich wurde.. Die Wiedereinstellung oder Neueinstellung älterer Angestellter sei schon immer aus Schwierigkeiten gestoßen. Es fei jedoch die Besorgnis hervorgetreten, daß künftig im Hinblick auf das Gesetz sich die Tendenz verschärft, bei gleicher Qualifi- kation den, Angestellten den Vorzug zu geben, der auch nach fünf Jahren noch nicht unter den Kündigungsschutz falle, also dem jungen Angestellten. Nachdem das Gesetz vom 9. Juli 1926 seit ti'A Jahren in Geltung sei, habe der Sozialpolitische Ausschuß erhebliche Bedenken, Aenderungen vorzuschlagen. Die deutsche Volkswirtschaft be- dürfe im ersten Stadium ihrer Erholung vor- nehmlich der Ruhe. Sozialpolitische Gesetze von mäßiger wirtschaftlicher Tragweite zu ändern, er- scheine im Hinblick auf die Beunruhigung, die da- durch bei den Nächstbeteiligten entsteht, zur Zeit als abwegig. Der Kern dieses Gutachtens ist die nicht weg- zuleugnende Tatsache, daß das Gesetz sich bewährt hat. Die Mängel dieses Gesetzes, das ja nur eine Kompromißlösung ist, werden von den Ge- werkschaften nicht geleugnet. Es ist aber noch immer besser als der frühere Zustand. Industrie eine Entlohnung dar, die nicht mehr unterschritten werden kann. Die Parteien haben untereinander eine Ver- ständigung nicht herbeiführen können. Sie scheiterte auch jetzt wieder insbesondere an den Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, daß einzelne Firmen die im Schiedsspruch festgesetzten niedrigen Lohnsätze unterschritten haben und damit die in der Hauptsache auf Kosten der Löhne hervorgerufenen Konkurrenz- schwierigkeiten zwischen den Betrieben zum Dauerzustand erheben. Es mußte daher, um der Arbeiterschaft die Löhne der Schiedssprüche zu sichern, aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen die Berbindlichkeitserklärung ausgesprochen werden. Immer noch Lohnkürzung „Notleidende" gestellt Eigener Bericht des„Vorwärts" Köln, 23. Dezember. Der Schlichlungsausschuß für das Siegerland kürzte am Donnerstag den Tariflohn für die Siegerländer Gruben und Hütten u ni 1 Pf., von 58 auf 57 Pf., die Stunde. Die Umer nehmer hatten einen Lohnabzug von 9 Prozent beantrag!, den sie in der Verhand lung auf 12 Proz. erhöhten mit der Be gründung, daß mittlerweise die Notverord n u n g zur Unterschreitung der Tariflöhne für noi. leidende Betriebe aufgehoben worden sei. Als sie sich von den Gewerkschaftsvertretern sagen lassen mußten, daß trotz der immer wieder hervorgehobenen Notlage nicht ein einziger Betrieb im Siegerland von dem tür die not leidenden Betriebe gültigen t; 7 der Notverordnung Gebrauch gemacht hätte, weil sie dann dem Schlich ter einen Einblick in die Betriebsverhältnisse hätten geben müsien, wurden die Herren sehr klein laut. Sie stellen ein Einigung in Hamburg Wieder T'arif im Gastwirtsgewerbe Eigener Bericht des„Vorwärts" Hamburg, 23. Deiember. Der Konflikt im Hamburger Ga st wirts- ge werbe ist heule früh bei dem �.a)...ie»«ur die Nordmark Dr. Stenz«! beigelegt wor- den. Zwischen den Gastwirten und den Unter- In der Siegcrländer Industrie werden Neuein stellungen vorgenommen. Die Friedrichshütt« in Herdorf wird zu Jahresbeginn wieder die volle Produktion aufnehmen. Neu eingestellt werden insgesamt 299 Arbeiter. Für den sächsischen Steinkohlenbergbau wurde von dem Landesschlichter in Leipzig über ver- schiedenc Streitsragen aus dem Rahmentarif verhandelt. Für die Urlaubs frage des kom- inenden Jahres erging ein Schiedsspruch. der die Zahlung eines Urlaubsgeldes in 5)öhc von 75 Proz. vorsieht. Hierzu 1 Beilage. Vom Berrai zum Sieg Kürzlich erreichte der Baugewerksbund durch Verhandlungen mit den zuständigen Stellen im Reichsarbeitsministerium die Zahlung des vollen Tariflohnes für die Not- st a n d s a r b e i t e r, die mit Tiefbauarbeiten am Spandauer Schifsahrtskanal beschäftigt werden. Diese Notstandsarbeiter erhielten bis dahin, was auf Grund des Arbeitsloscnversicherungsgesetzes leider zulässig ist, einen um 15 Proz geringeren Lohn als den tariflichen Tiefbauarbeiterlohn, also 61 Ps. pro Stunde anstatt 72 Pf. Mit diesem unbestreitbaren Erfolg der Bau- gewerkschast Berlin versucht jetzt die NGO. krebsen zu gehen. In der„Roten Fahne" wird am Frei- tag von einem 6f-estündigen Strett bei der Bau- firma Habermann u. Guckes berichtet, die mit den Notstandsarbeitcn am Spandaver Schiff- fahrtskanal beauftragt ist. Dieser Streik hatte an- geblich den„Erfolg", daß für einen Teil der Ar- bester der Stundenlohn von 61 auf 65 Pf. erhöht werden söll. In Wirtlichkeit ist dieser RGO.-Streik nach ölestündiger Dauer ergebnislos ab- gebrochen worden Die Heraufsetzung der Löhne„für einen Teil der Arbeiter" von 61 auf 66 Ps. ist nämlich auf Grund der eingangs er- wähnten Verhandlungen des Baugewerksbundes erfolgt. Es handelt sich dabei um solche Arbeiter, die noch nicht vier Monate im Tiefbau beschäftigt waren und demzusolge laut Tarifvertrag nicht den vollen Tiefbauarbeiterlohn beanspruchen können: ihr Lohn liegt um 19 Proz. niedriger als der volle Tiefbauarbeiterlohn, beträgt also 65 Pf. Ziel des RGO.-Streiks war jedoch, auch für diese Ar- bester den Lohn von 72 Pf. zu erwirken. Die RGO. scheut sich also nicht, ihre Niederlage in einen Erfolg umzulügen, im übrigen sich mit dem Erfolg der Gewerkschaften zu brüsten. So wird aus dem„Verrat der Gewerkschaslsbürokratie" ein „Sieg der RGO."! Verbindlicher Schiedsspruch Lohndruck unwirtschaftlich Der Reichsarbeitsminister hat auf An- trag der Gewerkschaften die Schiedssprüche, die im Tarifftreit in der fränkisch-thüringischen Schiefertafelindustrie am 15. Nooem- der unter dem Vorsitz eines sür diesen Streitfall bestellten Sonderschlichters gefällt worden sind, mit solgender Begründung für verbindlich erklärt: Die in den Schiedssprüchen einheitlich sür alle Betriebe festgesetzten Löhne für männliche Arbeit- nehmer von 15 Ps. in der Spitze, heruntergehend bis aus 16 Pf. für die jugendlichen, und für weib- liche Arbeitnehmer von 27 Pf. in der Spitze, heruntergehend bis aus 19 Ps. für die jugend- lichen, stellen, auch unter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen m der Schiefertafel- Kmelerlsud 1933 Das beste und billigste Weihnacbtsbuch für unsere Kinder ist neu erschienen. Der Preis ist in diesem Jahr herab» gesetzt von 1.50 RM auf 1.00 RM Es ist bei allen Zeitungs- boten, V orwärts»Abgabe» stellen und Parteibuch- bandlungen oder direkt bei der Vorwärts Buch- druckerei, Berlin SW68. Lindenstraße 3, zu haben Jeutsdier Vei waltangsstelle Berlin Todes-Anzeige Den(Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Ziseleur Ernsl Sdiumadier geh I? April 1876 am ei Dezember gestorben ist Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 24. Dezember, H Uhr, auf dem Kirchhof in Fnedrichs- hagen, Kiefernstiaße, stau Ehre seinem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Oie Orievnrwaltann HieidungsstucKe. uiascne usw. 1 Benty getragene j �avaliergarderobe von Millionären, iAerzten, Anwälten. pöbelhaft billige Preise Emvirlile I Taillenmäntel Pa- letots Fracks Smo- . kings Gehrockart» I Aüge Hosen Srort» Gehpelze Damen» mäntel Gelegen- Iheitskäufe in neuer Garderobe Weite- tster Weg lohnend. Lothrtngerstrahe 56, 1 Treppe Rosen- thaler Platz. In bester zentraler Lage am Belle- Alliance- Platz 7—8 3 Zimmer u. Kttche i't.. mit Zubehör 8 »»»» ff sofort preiswert zu vermieten, evtl. auch als BJroräume. 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Bei•)! stall de, Liefeiung wegen l�herer Gewalt besteht lein Anspruch der Abonnenten aus Ersatz./ Anzeigenpreise: Die eint pal tige Millimelerzeile Zii Ps. Rellam.zeile 1,50 M.Kleine Anzeigen" das fettgedrulfte Wort 20 Pi sedes weitere £ Darn Worte über 15 Buchstab-n zählen für zwei Worte Arbeitsmartl Millimelerzeile 25 Ps. ssamilienanzeigen Millimelerzeile 10 Ps Anzeigeuannuhme im Haaplgescha-l Ilindenstt 3 wochenläqlich von 8>.z bis 17 Uhr Der Bcrlag behalt sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I Äerantwortlich für Politik: Rudolf Brenbemühl: Wirtschaft: S. Kliugelhöscr; Gewertschastsbewegung- I. Steiner: Feuilliton: Herbert «Ver«; Lorales und Sonstiges: Frttz Karftabt; Anzeige»: Otts Hengst; sämtlich in Berlin. I Verlag: Borwärts-Verlag®. m. b. H.. Berlin. Druck: Barwärts- Buchdruckerei und BerlagsanftaU Paul Einger u. Co.. Berlin SW. 08. Lindenstr. 3. SONNABEND, 24. DEZ. 1932 Höhepunkt des Weihnachtsverkehrs Hunderttausend verlassen die Weltstadt Nachdem bereits am 21, Dezember an Stelle der vorgesehenen acht insgesamt 13 Vor- und Nach.ptge gefahren werden muhten und am 22. De- zember der Verkehr durch 21 Vor- und Nachzüge oerstärkt wurde, erreichte der Weihnachtsverkehr am Freitag. 2 3. Dezember, einen Zzöhe- punkt. 41 Vor- und Nachzüge sowie ein Sonderzug stehen aus den Berliner Fernbahn- Höfen neben den ebenfalls verstärkten Hauptzügen bereit, um olle Reiselustigen zu befördern. Auf öem Anhalter Bahnhof werden 11. aus dem Görlitzer Bahnhof 5, auf dem Lehrter Bahnhof 3, auf der Stadt- bahn in Richtung Osten 14, in Richtung Westen 8 Vor- und Nachzüge eingelegt. Auch für den Vormittag des 24. Dezember erwartet die Reichs- bahn noch einen lebhaften Verkehr, der erfahrungs- gemäh in den ersten Nachmittagsswnden abslaut. Ebenso werden die Berliner Fernbahnhöfe auch noch an den beiden Feiertagen selbst einen starken Abreiseoerkehr aufweisen. ie Wahrscheinlich über hunderttausend Menschen werden allein am Tage des Weihnachtsabends von den verschiedenen Berliner Bahnhöfen abfahren. Die meisten fahren wohl zu Verwandten und Freunden auf Besuch, um dos Fest im Kreise von Bekannten zu seiern. Aber auch viele Reisend« aus der Großstadt fliehen vor der großen Em- samkeit hinaus in irgendein Dorf, in das Gebirge und in verlassene Wälder. Es gibt wohl nirgends so viel Alleinstehende und Verlassene als in den sonst vom Lärm und der Arbeit widerhallenden Stadtzentren. Vergnügen in Lokalen wird an diesem einen Abend des Jahres zur schalen Freude. Draußen aber in stillen Dorfwirtschaften, in Berg- Hütten, bei Bauern und Förstern ist Ruhe und stille Feierlichkeit auch für den Fremden. Außer dem hinausdrängenden Strom der Reisenden kommt ober eine vielleicht ebenso große Zahl von außerhalb nach Berlin. Die Millionen Einwohner der Riesenstadt bekommen ebenfalls Wechnachtsbesuch und so werden Un- zählige an diesem Tage durch die Bahnhöfe einem fernen Ziel zueilen. Und für alle hat die Reichs- bahn eine kleine Freude bereitgestellt: Brennende Weihnachtsbäume auf allen Berliner Fernbahn- Höfen geben den kalten, nüchternen Räumen einen heimatlichen, weihnachtlichen Glanz. So wird ein Räuber Der junsse Mensch ohne Arbeit Immer wieder bringt der Winter eine Hauste in Raubüberfällen. Jeden Tag liest man davon in den Zeitungen, und meist find die Täter junge Burschen. Zum großen Teil solche, die sich an richtige Diebstähle nicht heranwagen. Die Not macht sie zu Räubern. Hansens Vater ist Trinker, feine Mutter eine seelisch und physisch zermürbte Frau. Von den 25 Mark Wochenlohn kann die Familie von acht Menschen nicht satt werden. Hans ist früh ver- wahrlost, er macht sich wiederholt an kleine Kinder heran, lockt ihnen unter den raffiniertesten Bor- wänden das Einholgeld aus dem Portemonnaie. indem er ihnen bald einen Roller, bald Tanz- mäuse, bald sonst etwas verspricht. Nur einmal begeht er einen Einbruch, er holt aus einer Re- gistrierkaste 45 Mark. Er erhäll dafür eine Ge- fängnisstrafe mit Bewährungsfrist und kommt in die F ü r f o r g e a n st a l t. Am 19. April 1932 wird er als gebessert entlassen. Die Fürsorge bleibt aber bestehen, er ist erst 29 Jahre alt. Dann kommt die letzte Notoerordnung, sie de- schert den Abbau der Fürsorgeerziehung. Auch Hans hat von nun an mit ihr nichts mehr zu tun. Im Bericht über ihn heißt es aber, der Fürsorger hat große Bedenken, er befürchtet neue Straffälligkeit... Am 14. November begeht Hans einen versuchten Raub in Neukölln. Der junge Mensch hatte keine Arbeit. Er half dem Vater beim Bau einer Laube. In u n b e- heizbarer Stube und Küche wohnte die acht- köpfige Familie. Der Vater hatte Arbeit, Hans erhielt keine Unterstützung, hatte aber eine Braut: einem 29jährigen Burschen schließlich nicht zu verdenken. Sein Rock war voll Löcher, ohne Futter, für den ausgewachsenen Burschen viel zu klein. Eine alte Hose hatte er vom Onkel Er brauchte notwendig einen neuen Anzug. Viermal versuchte er sein Glück beim Wohlsahrts- amt: es gab da keinen Anzug für ihn. Hans brauchte ihn jedoch notwendig. Sollte er ab- gerissen herumlaufen? Und so kommt er aus einen ganz dummen Gedanken. Er besorgt sich einen Revolver in der Münzstraße. Wozu? Das weiß er noch nicht ganz genau. Etwas schwebt ihm aber so ganz undeutlich vor, so etwas wie ein Raubüberfall. Wen soll er aber berauben? Da war der H o l z p l a g b e s i tz e r, bei dem der Bater das Material für den Laubenbau ge- kauft hat. Hans buddelt den Revolver aus der Erde aus— er hatte ihn da versteckt—, sichert Im übrigen ist der Reiseverkehr bis jetzt doch unter den Erwartungen geblieben, die man sich durch die verbilligten Karten gesetzt hatte Das andauernd schlechte Wetter, insbe- sondere für Wintersportler, läßt die meisten ihren Reisetermin noch für einige Tage verschieben, in der Hofsnung, daß es dann bester sein wird. Wahrscheinlich wird allerdings dann der Ansturm wohl desto größer sein, denn wer es sich einmal vorgenommen hat, wird nun auch früher oder Xichterglans! auf dem Siahnfleig später seine Reise durchführen. Für die große Masse scheidet jedoch jede Reisemöglichkeit schon durch die fehlenden Mittel aus. Auch wohl für viele von denen, die im Vorjahre noch fortfahren den Hahn mit einem dicken Faden, danri der Revolver nicht losgeht— er hat noch nie eine Waffe in der Hand gehabt— und begibt sich zum Holz- platz. Guten Tag, Herr K., ich brauche Material für den Bau einer Laube. Schreiben Sie bitte eine Rechnung aus, das Wohlfahrtsamt wird es bezahlen. Während der Mann die Rechnung schreibt, fühlt er etwas Kaltes am Nacken, dreht sich schnell um, sieht in der Hand Hansens eine Pistole, es entsteht ein Ringen, Hans erhält zeitweilig Oberhand, stößt gegen den Mann Drohungen aus, dieser reißt sich schließlich los, läuft davon, schreit um Hilfe... Der Staatsanwalt beantragte gegen Hans drei- «inhalb Jahre Zuchthaus. Das Gericht verurteilte ihn zu 5 Iahren Gefängnis. Er soll noch arbeiten lernen. Deshalb die hohe Strafe. Hoffentlich lernt er es auch da. Und hoffentlich findet er auch Arbeit, wenn sich die Tore des Gefängnisses für ihn wieder öffnen. Gegen den auf Veranlassung des Untersuchungsrichters am Donnerstag verhafteten früheren Oberstleutnant Karl Thilo v. S t e ch o w ist von der Staatsanwaltschaft schon vor längerer Zeit Anklage wegen Betruges erhoben worden, nachdem die Voruntersuchung geführt worden war. Die Verhaftung dürste auf Grund weiterer Strafanzeigen und aus Mitteilungen zurückzuführen sein, die aus Fluchtverdacht hindeuten. Stechow war früher Oberstleutnant und zeit- weise im Gefolge der sriiheren Kaiserin. Seiner Familie gehörte das Gut Kotzen im West- Havelland, das Stechow wegen Ucber- schuldung aufgegeben hatte Zahlreiche Anzeigen wegen Hotel- und Logisbctruges, Zechschulden reichen teilweise bis in die Jahre 1939 31 zurück. So ist bekannt, daß er im Sommer 1931 mit seiner Familie, mehrere» Haus- angestellten, einem Hauslehrer, nach Swine- münde kam und in einem Hotel am Strande lWalfischl abstieg. Er zahlte nicht einen Pfennig, sondern erklärte dem Besitzer, daß die Gelder von seinem Gute noch nicht eingegangen seien, daß aber nach den Ferien sofort alles geregelt werde. Als die Summe auf etwa 1399 Mark angestiegen war, verschwand o. St. mit seiner Familie, ohne konnten. Am 23. Dezember waren die aussahren- den Züge nur zu 79 bis 89 Prozent bc- setzt und es wurden deshalb nur einige Sonder- züge nach den Hauptstrecken wie Frankfurt a. M., München und Stettin eingelegt. Zoo zu Weihnachten Auch der Zoo hat sich weihnachtlich geputzt. Auf der Leuchtfontäne, vor dem chinesischen Pavillon, steht eine herrliche Tanne, die bei ihrem Abtransport noch schnell ein kleines Tier- erlebnis vermittelte. Als sie abgehauen werden sollte, kamen unter ihren Aesten Wildschweine hervor und jagten die Weihnachtsbaumholer in die Flucht. Im Aquarium ist ein Tintenfisch einge- troffen. Der wird von den Berlinern mit Recht immer als eine Hauptsehenswürdigkeit betrachtet. Die 19 Meter langen Tintenfische, von denen so viel geschrieben wird, können nicht nach der Hauptstadt transportiert werden: denn erstens gibt es sie nicht im Mittelmcer und zweitens besitzen die Fischer keine derartig konstruierten Netze, um sie fangen zu können. Die Reise des Berliner Seepalypcn war vom Glück begünstigt, er traf noch bei 8 Grad Wärme hier ein. Wäre das Thermometer nur auf b Grad, also um 2 Grad gesunken, hätte er diesen Kälteeinbruch mit dem Tode quittiert. An Meerestiercn find neue Seenelken, See-Igel und Seesterne ge- kommen, sowie eine Barschart, die einzig und allein in der Donau vorkommt und den Namen Schrätzer führt. Im I n s e k t a r i u m kam eine Todesotter hinzu, während das malaische Pancher-Gecko-Paar selbst für Vermehrung zu sorgen bedacht war, denn es wurde ein Ei auf ein Blatt geklebt. Freilich können weder Frau noch Herr Gecko es ausbrüten, weil ihnen die Körperwärme fehlt. Das Ei gebraucht die Ein- Wirkung seiner Umwelt, um zur Reise zu ge- langen und nach vier Monaten wird wohl ein kleiner, rassereiner Gecko ans Ausschlüpfen denken. Im Zoo selbst sind die Kleinsten unter den Kleinen an Hirschen und Rehen eingetroffen, und zwar ein Paar Pudu-Hirsche aus Chile und ein Paar Waster-Rehe aus China. Die Chilenen sind ganze 34 Zentimeter und die Chinesen 59 Zenti- meter hoch. . Kampf mit Räuber Ein vereiteltes Attentat 3n der Durchfahrt eines Fabrikgrundstückes in der köpenicker Straße kam es gestern zu einem wilden Kamps zwischen zwei Polizei- b e a m t e n und einem Räuber, der von einem Kriminalbeamten vom Postscheckamt aus verfolgt worden war. Der Räuber, der 22 Jahre alte Erich V. aus der veteranenstroße, hatte am Zahlschalter die zwanzigjährige Kontoristin eines Versandhauses aus der Köpenicker Straße beobachtet, war dem Mädchen nachgegangen und wollte es berauben. 3m letzten Moment konnte der Uebersall vereitelt werden. Der Beamte der Taschendiebstreise hatte im Postscheckamt einen jungen Mann beobachtet, der sich nacheinander in verdächtiger Weise drei jungen Mädchen näherte, die Gelder abholten. Der Mann traf Anstalten, die Mädchen zu ver- an die Begleichung seiner Schulden zu denken. Aehnlich machte er es in einem großen Hotel in B i n z. In einem Hotel in der Friedrichstraße in Berlin hinterließ er 1259 Mark Schulden, lieh sich van dem Geschäftsführer 299 Mark und vom Portier 88 Mark. Verschiedene Hotels und Pensionen in Berlin und Umgebung hat er um gleiche Summen geschädigt. Da in verschiedenen Fällen bei den„Pumpmanövern" der Betrug osfensichllich war, ist gegen St. Haftbefehl erlassen worden. Er bewohnte zuletzt eine Achtzimmer- wohnung am Kaiserdamm 77. Auch hier lebte er auf großem Fuße. Er bestellte z. B. für 5999 M. Teppiche. Als die Leute der Firma kamen und auf eine Anzahlung warteten, erklärte er ihnen, daß es schon zu spät sei. Er könne die Teppiche im Dämmerlicht nicht mehr besichtigen, sie sollten am nächsten Tage wiederkommen. Die Leute ließen sich aber nicht daraus ein und nahmen die Teppiche wieder mit, als sie kein Geld erhielten. Wenige Tage darauf lieferte eine andere Firma für 8999 Mark Teppiche. In der letzten Zeit drängten die Gläubiger auf Erfüllung der ein- gegangenen Verpflichtungen. Die Anzeigen gegen den großzügigen Junker v Stechow häuften sich, und die Folge war der Haftbefehl. folgen, kehrte aber immer wieder unschlüssig zurück. Inzwischen waren der Botin am Schalter 1599 M. ausgezahlt worden, mit denen sich das Mädchen entfernte. Der Beamte sah jetzt, wie der junge Bursche diesem Mädchen folgte. Langsam ging er nach. Die Kontoristin bestieg eine Straßenbahn. Der junge Mann und der ihn beobachtende Beamte ebenfalls. In der Köpenicker Straße verließe» sie den Wagen. Das Mädchen schritt auf das Haus ihrer Firma zu und betrat schon den breiten Hausflur, als der junge Bursche ihr nacheilte und«inen Sandbeutel aus oer Tasche zog, um das Mädchen niederzuschlagen. Der Kriminalbeamte war aber schon heran. Es entspann sich ein heftiger Kampf. Die Kontoristin, die erst jetzt die Gefahr erkannte, in der sie geschwebt hatte, rief um Hilfe. Mit Hilfe eines Schupobeamten konnte der Räuber, der wie ein Rasender um sich schlug, überwältigt werden. In wenig Worten Die Vorbereitungen für die Einrichtung des Eisenbahnfährbetriebes über den Kanal von England nach dem Festland sind in vollem Gange. Die englische Südbahn hat be- schlössen, drei Fährboote bauen zu lassen, die ab nächsten Sommer in Betrieb genommen werden sollen. Mit dem Fährbetrieb wird es voraus- sichtlich möglich sein, in demselben Eisenbahn- wagen von London nach Jstambul zu fahren. ★ In C h i k a g o wurde ein fünfstöckiger G e- treidespeicher mit 1 359 999 Bushels Weizen Inhalt durch mehrer« Staubexplosionen zer- stört. Das Gebäude brannte völlig nieder. Der Schaden wird auf eine Million Dollar geschätzt. 36 Löschzüge waren an der Brandstelle tätig. * Auf dem Rückweg von der Bayerischen Staats- dank in H o f i. B. wurde eine ältere Frau, die für einen Fabrikbetrieb 9999 M. Lohn- g e l d e r geholt hatte, von einem etwa 29jährigen Burschen überfallen. Der Räuber schlug die Frau nieder und flüchtete unter Mitnahme der Akten- tasche mit dem Geld. * Auf der Zeche Sosia-Iakoba in Hückel- Hofen bei Erkelenz brennt seit Tagen die große Berghalde. Dichte Rauchwolken steigen empor und lagern über der ganzen Gegend. Etwa 129 Arbeiter der Zeche sind damit be- schäftigt, den Herd des Brandes zu suchen. •V",0' j-V,* Auf dem Hartmannsbruch, einem Zweigbetrieb der Schieferbruch-Gewerkschaft„Glückaus" in Reichenbach bei Saalfeld in Thüringen wurden zwei Bergleute von niedergehendem Ge- stein oerschüttet. Der Schieferarbeiter Räthe aus Reichenbach konnte nur als Leiche geborgen wer- den, der zweite Mann mußte lebensgefährlich ver- letzt ins Krankenhaus gebracht werden. * Arbeiter, die im Lagerraum der Flugzeug- landungsraketen des Forts A p p i a(6 Kilo- meter südlich von Rom) beschäftigt waren, ließen eine Kiste mit Raketen zu Boden fallen. Die Kiste ging sofort in Flammen auf, und der da- durch entstandene Brand verbreitete sich mit solcher Schnelligkeit, daß die Besatzung des Forts nur mit großen Schwierigkeiten das Feuer ein- zudämmen vermochte. Drei Arbeiter kamen ums Leben, einer ist leicht verletzt. * Bei einem Uebungsfluge im Sudan(Afrika) stürzte ein Militärflugzeug ab, wobei die drei Insassen getötet wurden. ★ Als am Mitwochabend der Spielleiter an einem Roulettetisch iin Spielkasino in Zoppot bei Danzig die letzten drei Spiele ansagte, da um 11 Uhr abends das Roulcttespiel geschlossen wird, erfolgten unter dem Roulettetisch plötzlich mehrere Explosionen. Es entstand zwar eine Panik, aber die Ursache war nur ein Feuerwcrkskörper. Der Täter konnte nicht ermittelt werden. * Der Dampfer„W i t r a m" des Norddeutschen Lloyd hat aus noch nicht geklärter Ursache auf dem Nordatlantik einen R u d e r s ch a d e n er- litten und muß nach dem englischen Kanal zurück- kehren. ie Zirkus Krane beabsichtigt im Frühjahr auf dem Tempelhofer Feld in Berlin ein Gastspiel anzutreten. Der Botanische Garten ist am 1. Weihnachts- scicrtag und am 1. Neujahrstag geschlossen. Am 2. Wcihnachtsseiertag ist der Garten geösfnct wie an Sonntagen. Führung durch Spandau von E. T r i n k a u s am 2. Weihnachtsfeiertag. Treffpunkt: Eingang zur Zitadelle 19.15 Uhr(Straßenbahn 94). Arbeitszeit der Frifeurgefchäste zu Weihnachten. In Groß-Berlin dürfen die Friseurgeschäste am e r st e n W e i h n a ch t s f e i e r t a g in der Zeit von 8 bis 12 Uhr geöffnet sein. Am zweiten Feiertag ruht der Betrieb. Auch außer dem Hause darf die Kündschaft nur am ersten Feiertag während der angegebenen Geschäft»- stunden bedient werden. Der Lunker von Stechow Haktbekehl wegen Betruges Nach wie vor Wohnungsnot! Zur Beendigung der Wohnungszwangswirtschaft in Berlin 3m„Städtischen Nachrichtendienst- nimmt Direktor Wild, der Leiter des Zentralwohnungs- amtes.?u der ikinstellung der Woh- nungszwangswirtschasl in Berlin aus- fuhrlich Stellung. Seine Darlegungen verdienen besonderes Interesse, weil sie den Glauben grundlich lerstören, dah in verlin die wohnungs- n o t überwunden sei. Das Wohnungselend ist vielmehr stärker denn je! Direktor Wild schreibt: Zweifellos ist durch den Rückgang der Einwohnerzahl der Stadt Ber- lin und vor allein durch die sehr erhebliche Neu- bautätigkeit— seit dem Jahre 1924 sind in Berlin allein mit öffentlichen Mitteln 159 WO Wohnungen neu errichtet worden— eine ganz erhebliche Milderung der vor Jahren noch vorhanden gewesenen Wohnungsnot zu verzeich- ncn. Gleichwohl besteht aber auch heute noch— vielleicht richtiger gerade heute— eine Nachfrage noch brauchbaren und billigen Kleinwohnungen. die das Angebot um das Vielfache übersteigt. Dieser Feststellung steht die Tatsache nicht ent- gegen, daß sich bei der am 19. Oktober d. I. durchgeführten Leerraumzählung ein Lcerbestond von 9,9 Pro; an Wohnungen bis zu zwei Räu- men(cinschh Küche) ergeben hat: denn das Leer- stehen dieser Wohnungen ist lworauf der„Vor- wärts" bereits hingewiesen hat) in erster Linie darauf zurückzuführen, daß es sich hierbei Haupt- sächlich um Wohnungen handelt, die in den ä l- t e st e n Häusern Berlins liegen und die zum größten Teil infolge ihres baulichen Zustandcs als„Wohnungen" überhaupt nicht mehr bezeichnet werden können. Allein im Laufe des Jahres 1932 haben bei dem Zentralwohnungsamt rund 25 999 Wohnung- suchende den Antrag aus Zuweisung einer brauch- baren billigen Kleinwohnung gestellt. Zu diesen 25 999, die zum weitaus größten Teil mit einer entsprechenden Wohnung leider nicht versorgt werden konnten, kommen noch viele Zehn- tausende, die schon früher als Wohnungsuchendc eingetragen wurden und die wegen des völlig ungenügenden Angebots an den so begehrten Kleinwohnungen ebenfalls zum große» Teil heute noch nicht im Besitze einer eigenen Wohnung sind. Die furchtbare Arbeitslosigkeit und Wirtschastsnot läßt das wirklich vorhan- dene Ausmaß des Mangels an brauchbaren 5k l e i n Wohnungen überhaupt nicht in Erschei- »ung treten. Man vergegenwärtige sich einmal den Zustand, der entstehen würde, wenn„nur" Neue Ladenüberfälle Polizei gibt Schreckschüsse ab In die Hefter-Filiale am K o t t b u s s e r D a m m drangen etwa 25 bis 39 jüngere Bur- schen ein und raubten, was ihnen gerade erreich- bar war. Insgesamt erbeuteten die Täter Wurst- waren und. Fleisch im Werte von 1599 Mark. Ein Polizeibeamter, der den Burschen den Weg verstellen wollte, wurde derart bedrängt, daß er zwei Schreckschüsse aus seiner Dienstpistole ab- feuerte. Ein Rädelsführer wurde festgenommen und dem Raubdezernat übergeben.— In der Weser st raße 16 wurde eine Buttersiliale der Firma 5iofsmann überfallen. Den Tätern fielen für über 199 Mark Wurst- und Räucherwaren in die Hände. Einer der Burschen war mit einer Pistole bewaffnet und hielt damit die Verkäufe- rinnen in Schach. Bei einem weiteren Ueberfall auf eine Hosfmann-Filiale in der Danckelmann- Ecke C h r i st st r a ß e in Charlottenburg raubten die Eindringlinge 35 Pfund Wurst. der Strafkammer auf ein Jahr sechs Mo- natc Gefängnis herabgesetzt wurde. Außer- dem wurde aber gegen Löwenstein auf eine Geld- strafe von 2999 Mark und auf drei Jahre Ehr- verlust erkannt. Der Angeklagte wurde nach der Urteilsverkündung verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis übergeführt. Bankier Löwcnstein hatte zahlreiche Auslandsdeutsche geschädigt. Er hatte ein Bankgeschäft in der Friedrich-Wilhelm-Straßc gegründet und Filialen im Reiche eröffnet. Durch Inserate erbot er sich, Reichsgrundschuldforderungen von Auslands- geschädigten zu beleihen oder zu lombardieren. Die Schuldtitel hatte er in Empfang genommen, die 39 999 Daucrwohnlaubenbesitzor in Verhältnis- mähig kurzer Zeit infolge Besserung ihrer wirt- schastlichen Verhältnisse Anspruch auf eine„rich- tige" Wohnung erheben würden! Dann würde sich in geradezu erschreckender Weise zeigen, wie groß trotz umsangreichster Neubautätigkeit der Mangel an Kleinwohnungen in Berlin auch heute noch ist. Es kann keine Rede davon sein, daß die Wohnungsnot in Berlin behoben wäre. Wenn trotzdem die eigentliche Wohnungszwangs- Wirtschaft in Berlin praktisch schon mit dem 31. d. M. ihr Ende findet, so ist dies durch die Tatsache begründet, daß das Wohnungs- mangelgefetz mit dem 31. März 1933 außer Kraft tritt. Neueintragungen wären daher völlig zwecklos, da die Neueintragungen mit derZuweisung einer Wohnung bis zum 31. März 1933 unter keinen Umständen mehr rechnen könnten. Des- gleichen würden Inanspruchnahmen und Woh- nungszuweisungen keinen Zweck mehr haben, da die Durchsührung etwa notwendig werdender Zwangsmaßnahmen durch Einlegung von Bc- schwerden bis zum 31. März 1933 vereitelt wer- den könnte. aber den Erlös zum größten Teil für sich ver- braucht. Die Strafkammer hatte seit dem 29. No- vember gegen Löwenstein oerhandelt. Erst am Schluß hatte Löwc-nstein ein teilweises Geständnis abgelegt und daraufhin seine Berufung auf das Strafmaß beschränkt. Fraktion Genossenschoslsausbau. Eine Reihe von Wahlvorschlagslisten aus den Abgabestellenbezirken sind bis heute noch nicht eingegangen. Es wird ersucht, die fehlenden Listen umgehend an den Genossen Daniel B ö r ck e l, Berlin-Lichtenberg, Rittergutstraße 25, einzusenden. Freude in schwerer Lei! .Aus der Reihe der Weihnachtsfeiern Hauptgewinn: Nr. 379135 der Arbeiter-Wohlfahrtslotterie Am Dienstag, dem 29. und Mittwoch, dem 21. Dezember fand im großen Ziehungssaal des früheren Dienstgebäudes der Preußischen General- Lotterie-Direktion, Berlin, Markgrascnstraße, die Ziehung der Arbeiterwohlfahrts- Lotterie statt. Die Ueberwachung unterlag einem Notar und einem Beamten des Berliner Polizeipräsidiums. Gespannt folgte eine große Zuschauermenge dem Ziehungsvorgang, der bis in die kleinste Einzel- heit reibungslos verlief. Auf folgende Nummern fielen größere Gewinne: Der Zwanzig- tausend-Mark-Gewinit fiel auf die Nummer 379 1 35, der Zehntausend-Mark- Gewinn auf die Nummer 266 698, ein Fünf- tausend-Mark- und ein Füns-Mark-Gewinn auf die Nummer 856 931, der Zweitausendfünshundert- Mark-Gewinn auf die Nummer 771 527, die Fünf- Hundert-Mark-Gewinne auf die Nummern 932 398, 1 298 157, 137 658, 367 273 und 592 284. Die ge- nannten Nummern sind in beiden Abteilungen A und B auf den gleichen Gewinn gezogen worden. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Zahle» übernehmen wir nicht. (Bankier wurde Betrüger Die Berufungsoerhandlung gegen den Bankier Albert L ö w e n st e i n vor der Straf- kammer des Landgerichts I endete gestern damit, daß die von der ersten Instanz festgesetzte Strafe von einem Jahr neun Monate» Gefängnis von Der Weihnachtsmann von Treptow hat die kleinen Freunde, die fleißig die L e s e st u b e n des Bezirkes aussuchen, um dort ihre Freizeit nutz- bringend und anregend anzuwenden, ganz be- sonders in sein Herz geschlossen und mit ihnen erstmal eine extra Weihnachtsfeier verlebt. Im„Sprecgarten" in Treptow fanden sich 899 regelmäßige Leser der Kinderlesestuben ein und führten ein selbstverfaßtes Theaterstück„Frohes Volk und lustige Bücher" aus. Nach dem be- währten Rezept von Dr. Dolittle gab es eine prächtige, fröhliche Bilderfolge von den Moritaten des lustigen Bücherpaars, das einmal ein krankes Pferd heilt, dann wieder Eulenspiegels Schaber- nack aufdeckt und dabei selbst eine Menge ulkiger Spitzbübereien vollführt. Mit Lust und Begeiste- rung war die kleine Künstlerschor bei der Sache, es klappte alles ganz vorzüglich und neben dem Vergnügen konnte man aus dem fröhlichen Spiel vor allem die ungemein fördernde Wirkung der Bekanntschast mit gutem und passendem Buch- Material herausfühlen. Zur Belohnung gab es nachher für jeden ein Buch und einen hübschen Kalender und allerlei zum Knabbern. Die 6 Lese- stuben des Bezirkes Treptow werden von etwa 1799 Kindern, das sind über 25 Prozent der ge- samten Kinderzahl des Bezirks, besucht. Tags daraus war im gleichen Lokal die Bescherung von 499 Waisenkindern, die. mit allerlei nützlichen und nahrhaften Geschenken reich bedacht von ihren kleinen Kameraden den Nachmittag über mit einem reichhaltigen Programm unterhalten wurden. ★ Die 136. Wohlfahrtskommission des Bezirkes Mitte hat im Verein mit einer privaten Stelle ein wenig ihrer Bezirksarmen gedacht und ihnen auch eine kleine Weihnachtsfreude bereitet. Im jilub- Haus Ohmstraße 2 war ein Kasfeetisch für 599 Gäste gedeckt, außerdem wurden 199 Kinder und 39 Familien mit Lebensmitteln und Kleidungs- stücken beschert. Es ist ungemein anerkennenswert. daß doch ein wenig der vielen, vielen Bedürftigen gedacht wird, sür die Weihnachten so gar kein Fest der Freude bedeutet. Und wenn es auch hier nur hundert Kinder von etlichen Tausenden waren. deren Augen Festesfreude widerspiegelten und 39 Mütter, die zum Fest die hungrigen Mägen stillen und ein paar Kleinigkeiten den Ihren unter den Baum legen können. ★ Eine besondere Weihnachtsfeier wurde im Ber- liner Klubhaus durchgeführt. Der Verband Groß- Berliner Molkereibesitzer-Bereine hatte für über 49 Angestellte Prämien in Form eines Diploms und eines Geldbetrages bereit- gestellt. In einer kleinen Ansprache dankte der Vorsitzende des Verbandes, Fritz Lehmann, all den treuen Helfern für ihre geleistete Arbeit, dann wurden die zu Prämiierenden namentlich auf- gerufen und jeder erhielt sein Geschenk. Man zählt an die 1399 Molkereibetriebe in Berlin, die etwa 25 Prozent der gesamten Milchlieferung Berlins besorgen. Die Prämiierung treuer An- gestellter war schon vor dem Kriege Tradition, mußte jedoch der Notzeit wegen dann unterbleiben und ist in diesem Jahre, aller Wirtschaftskrise zum Trotz, doch wieder aufgenommen worden. Die Peuerwehr beschert Die Berliner Feuerwehr hat sich auch diesmal wieder wie in den Vorjahre» zum Weihnachtsfest in den Dienst der guten Sache gestellt. Eine ganze Reihe von Zugwachen haben in den legten Tagen den Kindern Erwerbsloser eine Weihnachtsfreude bereitet.— Den Reigen der Weihnachtsbcjcherungen eröffnete die Steg- litzer Feuerwache, wo dreißig arme Kinder in den Nachmittagsstunden bewirtet und beschenkt wurden. Die Spandauer Feuerwehr- l e u t c hatten sich dreißig alte uno bedürftige Leute in die Räume der Wache geladen, wo den Alten in der freudlosen Zeit einige schöne Stunden bereitet wurden. Am Freitag hatten die R u ni- melsburger Feuerwehrleute in der Marklstraße die Kinder von dreißig Erwerbslosen als Gast: sie verließen reich beschenkt die gastliche Wache. Zur gleichen Zeit strebten 33 Kinder von Wohlfahrtsempsängern der Feuerwache der Schöneberger Wache in der Feurig- st r a ß e zu. Es gab eine Weihnachtsfeier mit Musik, einem richtigen Weichnachtsbaum und vielen Geschenken.— Am zweiten Weihnachtsseiertag wird die Feuerwehrwachc in der R a n k e st r o ßc und die Lichterfelder Feuerwehr die Feiern mit einer Bescherung bedürftiger Kinder beschließen. Falscher Gasrevisor Endlich gefaßt Durch die Aufmerksamkeit einer Hausangestell- ten wurde in T e m p e l h o f endlich ein falscher Gasrevisor festgenommen, der seit Monaten seine Schwindeleien betreibt. Es ist der 49 Jahre alle früher« Expedient Max Vogel. Er hatte sich einen geschickten Trick ausgedacht. Unter dem Arm trug er ein« Mappe mit allerlei Lgandwerkszeug. An seiner blauen Seglermütze hatte er vorn ein blankes Schild angebracht. So ausgerüstet, sprach er in Villen vor und erklärte, daß er die Gasapparate bzw. die Heizungen nach- sehen wolle. Er klopfte an den Röhren herum, nahm auch manchmal die Gaskocher auseinander. baute sie wieder zusammen, und, wenn er mit seiner völlig zwecklosen Arbeit fertig war, holte er einen Quittungsblock aus der Tasche. In aller Ruhe stellte er eine Rechnung aus. Er kassierte bis zu 39 M. Am Donnerstag versuchte er seinen Trick in einem Villenhaushall in Tempelhof. Der Hausangestellten kam das Verhalten des Mannes verdächtig vor und sie rief heimlich einen Schupo herbei, der die Ausweispapiere des Gasreoisors prüfen sollte. Jetzt war es um ihn geschehen, und Vogel wurde verhaftet. Anscheineick» hat er aber Jubiläen. Die Eheleute August Gründet. geboren am 29. Juni 1842, und Amalie Gründet, geb. Kersten, geboren am 1. September 1847, feiern am 2. Weihnachtsfeiertag die„Eiserne Hochzeit".— Die Eheleute Julius und Minna Schulvater. Charlottenburg. Wind- fcheidstratze 49, feiern am 28. Dezember das Fest der Goldenen Hochzeit. Sein vierzigjähriges Parteijubiläum begeht heute Genosse Otto Luzens, Manteuffelstr. 126. Der Jubilar, der jetzt der 47. Abteilung angehört. ist der Partei vor 49 Iahren als ein Dreiund- zwanzigjähriger am Heiligen Abend beigetreten. Seitndieser Zeit ist Genosse Luzens auch treuer Leser des„Vorwärts"..•, Wie wird das Wetter? In Berlin: Anfangs ziemlich heiter mit kälterer Nacht, später wieder zunehmende Bewölkung und milder. Auffrischende südliche Winde.— In Deutschland: In Norddeutschland Wetterbesserung mit Abkühlung. Im mittleren Deutschland, sowie in Süddeutschland zeitweise aufheiternd. Im Westen und Nordwesten vorübergehende neue Milderung und Wetterverschlechterung. Briefkasten v. H. 22. Nein.— Fritz 20S0. Nach dem Anleihe-Ai». liisungsgesctz erhalten Altbesitzer im Falle der Bedürftigkeit eine Vorzugarente. Sport-Adam" Mitte März wird die„S p o r t- A d a m G. m. b. H." ihre neuen Geschäftsräume in der Leipziger vtraße 19 Ecke Mauer- straße, gegenüber dem Reichspostmuseum, be- ziehen. Dr.�Fritz Adam, der frühere Mitinhaber der Firma S- Adam, wird allein die Führung des Unternehmens übernehmen. Sachlich und sportlich eingestellte Verkaufskräfte werden den Käufer be- dienen, es soll versucht werden, besonders den Kunden, die irgendeinen Sport nur vorüber- gehend oder aus Liebhaberei ausüben, ob Herr, Dame oder Kind, durch überzeugende und spart- kundige Belehrung darauf aufmerksam zu machen, daß der übermäßige Luxus, den man häulig beim Sport findet, überflüssig und nicht praktisch ist, ferner teuer und unsachlich. CialcnOungcn tiir vtef» Rubrik ftnb B e r l« n SB s«. Lludrnstratz« a, Groß-Aerlin stet« an da» Beztrt»lekr,tart-I i. Bat, 2 Trebbe» recht».>u richte» Beginn aller Veranstaltungen 19K Uhr, sofern keine üesonbere Zeitangabc! un» t. Zkrei». Die Juristische Sprechstunbe fällt heut« aus. 2«. Abt. Unserer alten bewährten itzenosstn Mathilde Henkel, Kaiser.Wilhelm. öiifl. Schulstratze, zu ihrem heutigen W. ctzehurtstage die herzlichsten Glüctwünsche aller Parteimitglieder. !il» Abt. Bczirkssiihrer. die noch nicht abgerechnet habe», mijssen dies noch heute unbedingt beim Aalsiercr nachholen. BezirlstährerbUcher abgeben. SS. Abt. Montag, ZK. Dezember, 9u Uhr, treffen sich die Genossen zu einer Aussprache bei tteil,„Grllner Grund", Prinz-Handjerp-Str. ZK. Ginladen. Arbeitsgemeinschaft der Sindersreunde. i Achtung, itrel,l«iter! Wir bitten euch, dem letzten Duartalsbericht auf der Rückseite die Veranstaltung des Jahres ISZZ beizufügen, damit wir Uber alle eure Veranstaltungen orientiert sind, und der II Jahresbericht nicht noch einmal gesondert nötig ist. sI Ztrcuzberg. Achtung, Hclferkreis! Wir treffen un, am Sonnabend, dem Zi. Dezember, i7 Uhr, im Heim, Porckstr. Ii, zu unserem „Lustigen Jahresende der Kreuzberger Heiser". Die Krcisfunktionärc sowie alle Abteilungsleiter werden gebeten, umgehend ihre Jahresberichte scrtig. tzvftellen. Treptow. Abt. Laura de Bosi«. Am Dienstag fällt der Gruppenabend aus. Wir beteiligen uns an der Weihnachtsfeier der Partei. Treffpunkt l? Uhr Bahnhof Treptow. Tempelhof. Zusammenkunft der Roten Falten am Dienstag, dem 27. De. zember, IK Uhr, im Seebad Mariendorf. Mittwoch, 28. Dczeinder, fällt der Äetmabend aus. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation it. Abt. Unsere Genossin Glsbith Köhler, SUlzhainer Str. H(Bezirk 29»), ist verstorben. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Dienstag, 27. Dezember, lk Uhr. im Krematorium Baumschulenweg III Sozialistische Arbelterjugend Groß.Verlin Einsendungen kstr diese Rubrik nur an das iZugends-kietariar Berlin SW ätz Llndenstratz» 2 vorn I Treppe recht» »eserenteufchule Bros. Deneck« und Pros. Rosenberg fällt heute aus. Manchen. Ziurlu» fällt heute aus und findet am Mittwoch, dem 28. Dezember, pllnktlich 19 Uhr. im Vugendheim. Lindcnstr. i, vorn l, statt. Achtung, da« Zugeabfekeetariat bleibt am Z. Feiertag gelchlosie». heute. Sonnabend. 24. Dezember: Schillerpark und WeddtngSchützcn»«rei». Bertin-vstra. Montag, 28, Dezember, ab 13 Uhr, allgemeines Preisschictzcn auf dem Sportplatz Fried richsteldc. Anschlietzenb Preisverteilung und geinittliches Betfammenfein. Gäste willkommen, Männer- und Gemischter Shor.»ppentckZ Sonntag, 23. Dezember, im arotzen acaal des Stadttheaters. Friedrichstr. 8. Wcihnachtsleicr mit Tanz, Eintritt 80 Pfennig. V\\\\ 0--.V\\ üii'llli.-i;•;////// iXyW. V.Uliiiü? l!/ ///,'// >v>w:-<';//' //'X X�v.wv,','M . 7�0 mein von piefurä Christiansen, Nach dem Choral sprach der Pfarrer mit tiefer Innerlichkeit. „Wir sind eine große Schar Leidtragen- der", sagte er,„die mit der Gattin und dem Söhnchen des treuen Verstorbenen hier zu- sammen stehen. Da scheint die Frage uns natürlich: Herr, mußte dies geschehen? War dies notwendig? War es nicht möglich, daß er weiter unter uns Lebenden hätte wandeln dürfen?— Herr, sein Lächeln war uns noch nötig, seine Freundlichkeit war uns nötig.— Herr, warum muß seine junge Gattin so jäh und unerwartet ohne ihren Versorger, ihren Freund und Beschützer stehen? Warum muß sein Sohn aufwachsen ohne den Vater, den er so bitterlich vermissen wird? Ja— so fragen wir Menschenkinder. Gottes Weisheit aber ist uns verborgen. Wir wissen nicht, was er mit uns im Sinne hat. Wir wissen nicht, was dem Ver- storbenen vielleicht erspart geblieben ist. Und Jesus Christus selber hat gesagt: Noch be- greifst du nicht, was ich an dir tue, aber es kommt die Zeit, da du es begreifen wirst. Auch unser teurer Verstorbener wird es einst begreifen. Dann wird es ihm klar wer- den, daß es notwendig war. Daß es ihm zum besten diente. Und eines wissen wir: Wir kennen seinen Tod; wir wissen, daß er in Ehren fiel auf dem Posten, der ihm von Gott bestimmt war. Als die Pflicht ihm gebot, das Leben einzusetzen, zauderte er nicht. Er tat, was für einen ehrliebenden und pflichttreuen Mann das einzig Rechte und Natürliche ist: Er verteidigte seinen Posten. Er setzte sein Leben ein— und gab es hin." Der Pfarrer sagte noch anderes, aber Berger hörte nichts mehr. Ihm war etwas geschehen, und nun saß er da, noch hilfloser und ärmer als er gekommen war. Beim ersten Teil der Rede hatte er noch Helenes bangen Druck gegen seinen Arm ge- fühlt. Als aber die Worte über Quisthus' Tod kamen, fühlte er, wie der Druck sich langsam lockerte und dann erstarb. Die Hand glitt vorsichtig zurück, machte sich frei und lag leblos in ihrem Schoß. In Bergers Gesicht regte sich keine Linie. Er sah der Hand nicht»ach. Erstarrt und reglos lieh er es geschehen, während seine Augen den Geistlichen unverwandt ansahen. Aber er hörte die Worte nicht mehr. Er war anderswo. Er war nirgendwo. Ihn weckte ein plötzliches und heftiges Weinen. Da konnte er das Gesicht wenden und er sah Esther Quisthus vornübergebeugt in ihr Taschentuch schluchzen zwischen den zwei schwarzbehandschuhten Händen. Ihr ganzer mädchenhafter Körper schüttelte sich unter einem hemmungslosen und krampf- haften Schluchzen. Von da an ließen seine Augen sie nicht mehr. Er sah sie sitzen— halb sinnlos vor Verzweiflung— ohne zu hören, ohne dabei zu lein. Der Gesang und das Niederlegen der Kränze gingen auch an ihrer beider Be- wußtsein vorbei. Dann trug man den Sarg zum Grabe. Berger und Helene gingen wie zwei Fremde nebeneinander. Sie sah mit einem ver- grämten und verschlossenen Gesicht vor sich nieder. Er ging und dachte an die Gestalt dort drinnen in der Kapelle und an Quist- hus, den sie da an der Spitze des Zuges trugen. Es zehrte an ihm unruhig, und ein weher und schwindelerregender Gedanke drängte sich vor: Das hätten w i r sein können. Da entdeckte er dicht vor sich Lüdersens rötlichbraunen Kopf mit dem Verband. Da fiel etwas in ihm zusammen und er wurde ruhiger— und bittrer. Ihm war mit einem Male, als ob der da vor ihm der eigentliche Feind wäre, der Haupturheber all des Bösen, was über ihm zusammengeschlagen war. Als sie den Sarg hinabsenkten, brach Frau Quisthus abermals zusammen. Sie weinte laut und jammernd, während sie den Klei- nen heftig an sich drückte. Als sie die drei Handvoll Erde hinabgeworfen hatte, wurde sie ruhiger. Mit dem Knaben ließ sie sich auf den Bretterstieg über dem Erdhügel führen und wunderlich einsam und verlassen stand sie da und starrte in die Tiefe hinab, in die sie ihn gesenkt hatten. Mechanisch nahm sie die Beileidsbeweisc entgegen— ohne die Vorübergehenden on> zusehen oder zu erkennen. Auch Bergers gingen zu ihr heran, erst Helene. Da war es�als ob etwas in Frau Quisthus erwache. Sie s a h plötzlich. Fra- gen und oerzweifelt, so daß die andere ihre Augen abwenden mußte. Dann stand Berger vor ihr, entblößten Hauptes und mit ausgestreckter Hand. Da geschah etwas. Sie nahm seine Hand zwischen ihre beiden, und während ihr die Tränen über die Wangen strömten, hob sie das ver- grämte Gesicht zu ihm auf. „O Erik", brach es aus ihr heraus.„War- um hat er's nicht gemacht wie du!" Und plötzlich lehnte sie ihren Kopf an seine Schulter und weinte wie ein Kind. Es dauerte nur einen Augenblick. Aber es war, als rufe sie nach Schutz— oder Verständnis— oder Ruhe— oder Hilfe. Der Austritt versetzte Berger in hilflose Verwirrung. Auf dem ganzen Heimweg waren er und Helene schweigsam und fanden nicht den Mut, sich in die Augen zu sehen. Ist sie gekränkt? fragte er sich erstaunt. In tiefer Erschütterung dachte er an Esther Quisthus. Er sah sie vor sich, lebend wie im Traum. Sah, wie lie vornübergebeugt in der Kapelle saß. Und wie sie am Grabe stand und erst Helene und dann ihn ansah. Auch die Worte, die sich ihr entrangen, ein Vorwurf, nicht gegen ihn, nein gegen den Toten: Warum hat er's nicht gemacht wie du! Sie war der erste und einzige Mensch, der diese Worte gesagt hatte. Aber war sie nicht auch die einzige, die ihre Bedeutung kannte, die volle und fürchterliche Bedeutung? Als sie zu Hause angekommen waren und Helene noch immer stumm und verschlossen in ihrer Gekränktheit verharrte, folgten die Worte ihm wie eine heilende Gnade. Die Abendzeitungen brachten ausführliche Beschreibungen der Beerdigung. Sie lasen sie beide, aber keiner sprach darüber. Sie er- wähnten überhaupt das Geschehene mit keinem Wort. Nicht vor dem nächsten Abend. Als Berger nach Haus kam, merkte er gleich, daß etwas in der Luft lag. Irgend- was erinnerte ihn an Sonnabend. Es machte ihn unruhig, aber er fragte nicht. Beim Abendessen saß er nur immer und wartete, daß es käme. Wartete und fürchtete sich: denn er wußte ja. oder hatte einen Ver- dacht, was es war. Plötzlich sah sie auf und ihr Gesicht war bleich und verbittert. Sie konnte nicht länger an sich halten.„Hast du's gelesen? Esther hat tausend Kronen bekommen von der Stadt. Und Lüdersen hat eine Gabe ge- kriegt— eine Ehrengabe. Fünfhundert." Er nickte kurz.„Ja", antwortete er schüch- tern.„Aber tu mir die Liebe und sprich nicht davon." Da glitt ein halb furchtsamer, halb her- ausfordernder Zug über ihr Gesicht.„War- um denn nicht?— Du mußt dir schon ge- fallen lassen, daß man drüber spricht." „Gut also. Wenn du willst", antwortete er müde. S)er Slfle Erzählung aus einem Sanalorium/ Ton Wenn tßarhuffe Bei der Morgenoisite blieb der Chef, der ein bleiches Gesicht und schneeweißes Haar hatte, und dessen Brillengläser seicrlich sunkelten. plötzlich vor meinem kleinen Tisch am Eingang des Saales 28 stehen und geruhte mir mitzuteilen, daß ich von nun an die Aufnahme der zehn Armen zu leiten hätte, die allmonatlich im Krankenhaus gastliche Unterkunft fanden. Dann schritt er, umgeben von der eifrigen Schar seiner Jünger, so groß und bleich weiter, daß diese eine berühmte Büste von Saal zu Saal zu tragen schienen. Ich stotterte ein paar Dankesworte, die er nicht mehr hörte. Mein fünsundzwanzigjähriges Herz zitterte voll stolzer Freude bei dem Gedanken, daß ich auserwählt war, einer der edelsten Tradi- tionsn unseres Hauses zu dienen, in dem ich doch nur ein bescheidener Anfänger und wenig beachtet war unter den vielen Kranken von Rang und Ansehen. Am Ersten jeden Monats wurde nämlich das pomphaste Sanatorium das Paradies van zehn Vagabunden. Dann öffnete sich eine der äußeren Türen, uni die zehn zuerst Angekommenen herein- zulassen, ganz gleich, wer sie waren, woher sie kamen oder entronnen waren. Und einen ganzen Monat lang genossen diese zehn menschlichen Trümmer die Gastfreundschaft des feenhaften Sa- natoriums— genau so wie die vornehmsten Patienten des Chefs, wie die Erzherzöge und die Milliardäre. Ihnen gehörten die hohen Säle mit den blendend weihen Wänden, die Korridore von der Breite von Straßen, die Sommer und Winter die milde Wärme des Frühlings ausstrahlten. Ihnen gehörten die riesigen Blumenbeete inmitten der grünsamtenen Rasenslächen, die wie zauber- hast große Buketts anmuteten. Ihnen gehörten die fernliegenden, unllbersteigbaren Mauern, die den weiten Raum schützten vor den ziellosen Wegen draußen, vor den Ebenen, die sich erst am Horizont verlieren. Dreißig Tage lang taten die Flüchtlinge nichts anderes als Nichtstun. Ihre einzige Arbeit war dos Elsen, sie hatten keine Angst vor dem Morgen und dem Unbekannten. Jene, die Gewissensqualen peinigten, lernten die Ton WiinWern und fo Signatur Ein Kunsthändler hatte ein Bild von Trüb- n e r hängen, ein gutes Bild, aber ohne Trübners Namenszug: wäre es signiert gewesen, hätte er einen viel höheren Preis dafür verlangen können. Er schickte also eikie Photographie des Bildes an Trübner und bat um nachträgliche Signierung. Trübner antwortete: Jawohl, das Bild stamme von ihm, er verlange aber für die Signierung eine gewisse Summe Der Kunsthändler ver- zichtete höflich: er habe sich erlaubt, den Brief Trübners auf die Rückseite des Bildes zu kleben. Die Aehnlichkeit Ein amerikanischer Millionär, der im Rufe stand, sein großes Vermögen in nicht einwand- freier Art erworben zu haben, ließ sich von einem berühmten Maler malen und hängte das Bild in feine Galerie Als er einem Besucher das Bild zeigte, fragte er ihn, ob er das Bildnis, das den Millionär mit den Händen in den Taschen darstellte, charakteristisch und ähnlich fände. „Nein", meinte der Besucher.„Warum denn nicht?", fragte der Millionär zurück. Der Be- sucher:„Es wäre das erstemal, daß Sie die Hände in Ihren eigenen Taschen hätten." H. Sch. Dinge vergessen, jene, die eine Trauer bedrückte, lernten die Menschen vergessen.... Begegneten sie einander zusällig, so kannten sie sich rasch abwenden. Spiegel, in denen sie ihren bösen Traum wiedergesunden hätten, gab es— auf Beiehl des Chefs— nicht im Hause. War der Tag vorüber, so empfing sie der Schlassaal, ruhig und still wie ein Friedhof— aber ein guter Friedhos, wo man nicht tot ist, sondern wartet — wo man lebt, ohne es gewahr zu werden. Am Ersten des folgenden Monats, früh um acht Uhr, gingen die zehn wieder fort, einer nach dem anderen, in die Welt hineingestoßen wie in das Meer. Zehn andere rückten an ihre Stelle, die ersten einer langen Reihe, die seit dem vorher- gehenden Abend an die Mauer de�. Hauses brandete wie die Wellen an die Ufer einer Insel. Her- ein kamen die zehn Ersten, nicht mehr, nicht weniger— niemals Vergünstigungen, Ausnahmen, Ungerechtigkeiten. Nur eine einzige Regel galt: niemand wurde ein zweites Mal zugelassen. Sonst wurde nichts von den Ankömmlingen ver- langt, nicht einmal die Bekanntgabe ihres Namens. Und so öffnete sich am Ersten jeden Monats, immer genau zur gleichen Zeit, die kleine Pforte, die die Armen einließ. Ein dichtes Knäuel von Menschen drängte sich gegen die Mauer und die Tür. Kaum knirschte die Angel, so stürzte sich der zerlumpte Hausen, wie von einem Magnet angezogen, herein. Der Gehilf« mußte sich ihnen entgegenstellen, um ein wenig Ordnung in diesen zügellosen Ein- fall zu bringen. Mit Gewalt mußte man jeden einzelnen der Belagerer, die Seite an Seite, Ell- bogen an Ellbogen, zusammengeklumpt waren, aus der Masse herausreißen, in der sich einer ver- zweifelt an den anderen gehängt hatte. Der achte trat ein, der neunte— der zehnte. Di« Tür schloß sich wieder schnell— und doch nicht schnell genug, als daß ich nicht, einen Schritt von mir entfernt, jenen noch gesehen hätte, dem sie vor der Nase zugeschlagen wurde: den elften, den Pechvogel, den Ausgestoßenen. Es war ein Mann von unbestimmtem Alter mit farblosen, welken Zügen und dunkel um- schatteten Augen. Berzweiselt blickte er mich an. Ich zuckte zusammen, so unvermittelt traf mich diese maßlose Enttäuschung, dieser schmerzvolle Ausdruck des stummen Gesichts. Im Augenblick — während sich die Tür wieder schloß— erkannte ich, welche ungeheure Anstrengung er auf sich ge- nommen hatte, um hierher zu kommen, sei es selbst zu spät, und wie sehr es ihm notgetan hätte, aufgenommen zu werden. Ich mußte mich mit den anderen beschäftigen, aber es ließ mir keine Ruhe: sobald ich Zeit fand, öffnete ich die Tür wieder, um zu sehen, ob der Mann noch da war: keine Seele mehr draußen. Die drei oder vier Uebriggebliebenen — undeutlich wahrgenommene zerlumpte Gestal- ten hinter ihm— waren alle wieder in die vier Winde zerstreut, verweht wie welle Blätter aus den Wegen. Ein Schauer packte mich: etwas wie die Trauer dieser vom Schicksal Besiegten. Abends, im Bett, mußte ich wieder an sie denken, und ich fragte mich, warum sie Pohl bis zum legten Augenblick ausharrten, wo sie dock? wußten, daß schon zehn an der Tür warteten Was hofften sie? Nichts. Und dennoch hofften sie etwas— mit diesem armseligen Wunder- glauben, der dem menschlichen Herzen eigen ist. * Es war im März. Am letzten Xage fres Mo- »als schlug gegen Abend ein etwas drohendes Gemurmel von der Straßenseite her, dort, wo die kleine Eingangstör war, an mein Ohr. Von Etwas in seiner Stimme machte sie ver- stummen. Etwas Ersticktes und Würgen- des, als ob er es nun bald nicht mehr aus- hielte. Aber in ihr arbeitete etwas Böses und wollte heraus. Es war ihr nicht mög- lich, es zu verdrängen. Sie litt darunter— und litt doch noch mehr, weil es nun heraus mußte. Berger stand mit einem stummen Nicken vom Tisch auf. Als er sein rastlos erregtes Wandern durchs Zimmer wieder aufge- nommen hatte, kam der kleine Leif ihm nachgelaufen. Er sah den Vater erstaunt und besorgt an:„Bist du wieder krank, Vati?" Berger blieb stehen und würgte an einer Qual, die ihm die Kehle zuschnürte.„Nein", sagte er freundlich.„Wie kommst du darauf?" „Weil du so aussiehst, so— anders." Da lächelte der Vater. Aber das Kind merkte, wie müde dies Lächeln war. Instinktiv fühlte der Junge, daß der Vater Trost brauchte. Und er nahm ihn sanft bei der Hand und suchte ihn abzulenken.„Komm, ich zeig dir was Hübsches." Aber gerade da kam die Mutter.„Schnell ins Bett!" sagte sie kurz. Der Junge sah den Vater voll Mitleid an und lächelte tapfer ein verunglücktes Lächeln, um ihn zu erheitern. Dann trollte er sich ins Bettchen. Aber im Nachthemd kam er nochmal zum Gutenachtsagen. Eine lange Angelegenheit war das, die mit dem ge- wohnten Zubettgeh-Ritual endete. Dann wurde im Schlafzimmer das Licht gelöscht. Die Tür durfte aber noch offen bleibet:. (Fortsetzung folgt.) memem Ballon aus konnte ich dort Menschen henuiiwiimnelii sehen, Insekten ähnlich: das waren die Einlaßbegehrcndcn. Am nächsten Morgen öffneten wir diesen Phantomen die Tür, die die zauberhafte Sage des Hauses aus allen Teilen der Welt herbeilockte und die, um bis zu uns zu gelangen, auferstanden, wieder ans Licht gekommen waren aus den furcht- barsten irdischen Schlupfwinkeln... Wir nahmen die zehn, die zuerst eintraten, auf, wir waren angewiesen, den elften wieder ins Leben hinaus- zusagen— unbeweglich stand er vor uns, auf der anderen Seite der Tür. Ich sah ihn an— und senkte die Augen. Cr sah schrecklich aus nnt seinem hohlwangigen Gesicht, seinen wimperlosen Augen- lidern. Es ging von ihm ein Vorwurf von un- erträglicher Selbstverständlichkeit aus. Als sich die Tür für immer zwischen uns ge- schlössen hatte, fühlle ich ein maßloses Bedanern, am liebsten hätte ich sie wieder geöffnet... Fast vorwurssvoll wendete ich mich den anderen zu, die sich entzückt ins Haus begaben, und konnte nicht von dem Gedanken loskommen, daß jener andere, mehr als bisse hier, der Pflege bedurft e hätte. lind so war es immer. Iedesnial wurde mir die Schar der Eingelassenen, der Zufriedenen gleichgiiltiger, und jedesmal konnte ich meine Blicke nicht von jenem losreißen, den man nicht retten wollte... Und jedesmal erschien gerade er mir der Erbarmungswürdigste, und ich selbst fühlte mich in dem Verurteilten getroffen. Im Juni war es eine Frau. Ich sah, wie sie begriff und ansing zu weinen. Ich zitterte, als ich sie verstohlen musterte. Die weinenden Augen der Frau schienen blutig wie frische Wunden. Im Juli war das gezeichnete Opfer besonders beklagenswert wegen seines hohen Alters, und keiner war so jämmerlich wie der, den man im nächsten Monat zurückstieß— so rührend jung war er. Ein andermal beschwor mich jener, den man gewaltsam aus der Schar der Auserlesenen entfernen mußte, mit flehentlich erhobenen Hän- den, die aus den zerlumpten Hemdsärmeln hervor- lugten wie aus Scharpie. Jener, den das Schicksal im nächsten Monat ausschied, bedrohte mich mit der geballten Faust. Die Bitte des einen flößte mir Angst, die Drohung des anderen Mitleid ein.. Den elften vom Monat Oktober hätte ich beinahe uni Verzeihung gebeten, so versteinert stand er da, mit seiner grauen Halsbinde, die sich wie ein Ver- band ausnahm, und so skeletthaft mutete er an in seinem Rock, der wie eine Fahne im Winde wehte... Was aber hätte ich dem Aermsten sagen können, der dreißig Tage später auf ihn folgte? Er errötet«, stammelte eine schüchterne Entschuldigung und zog sich zurück, nachdem er sich mit einer tragischen Höflichkeit verbeugt hatte, die wohl ein Ueberrest aus besseren Tagen war... * So verging ein Jahr. Zwölfmal ließ ich die wegmüden Wanderer, die Arbeiter die zu keiner Arbeit mehr fähig waren, die Verbrecher, deren Widerstand besiegt war, eintreten, zwälfmal lieh ich einig« von jenen herein, die sich an die Stein« anklammerten wie Schiffbrüchige an die Riffe der Küste. Zwölfmal wies ich andere, ähnlich«, zurück, die ich vielleicht lieber eingelassen hätte als die Begünstigten. Ein Gedanke marterte mich: der dar furchtbaren ll»gerecht igtest, an der ich mitschuldig wurde. Es war wahrhaftig kein Grund vorhanden, alle diese Armen so in Freunde und Feinde einzuteilen! Es gab dafür nur einen willtürlichen. ausge- klügelten Grund: eine Zahl, ein Zeichen. Das war keineswegs gerecht oder auch nur logisch Bald tonnte ich diese Kette von Irrtümern nickst mehr ertragen. Ich suchte den Chef auf und bat ihn, mich von diesem Amt zu befreien, damit ich nicht jeden Monat dieselbe schlechte Handlung zu begehen brauchte... is Hochöfen arbeiteten mit 49 Pro.;., die Stahlwerke mit 35 Proz. und die Schmieden und Walzwerke sogar nur mit 25 bis 35 Proz. ihrer Leistungs- fähigkeit. Etwas günstiger lagen noch die Ver- hältniste im Maschinenbau, wenn auch die Umsätze bei Lastkrasiwagen und Registrierkosten gegenüber dem Vorjahr nahezu um die Hälite ---.d bei Landmaschinen sogar um 62 Proz. zurück- giNgei,. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist zum ersten Male noch den neuen Vorschriften des Aktienrechts aufgemacht Als Rohgewinn werden nach Abzug der Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 198 Mill. Mark sowie 7,6 Mill. Mark Ertröge aus Beteiligungen usw. ausge- wiesen. Demgegenüber stehen an erstmalig ge- nannten Löhnen und Gehältern 69,5 Mill, Mark. Die Abschreibungen sind mft rund 18 Mill. Mark höher als in den beiden letzten Jahren. Entgegen den Bestimmungen des Aktien- rechts werden aber die Bezüge von Vorstand und Aufsichtsrat verschwiegen. Seit Beginn des neuen Geschäftsjahres, also seit Anfang Oktober, haben sich die Anzeichen für eine Belebung verstärkt. Insbesondere hat sich der Beschäftigungsgrad bei den Zechen gehoben. Daten zur Konjunktur Entsprechend den günstigen Förderziffern des Bergbaues weist auch der jetzt vorliegende Bericht des Rheinisch- We st fälischen Kohlen- s N n d i k a t s für den Monat November eine Absatzsteigerung auf. Der Gesamtumsatz stieg auf 6,67 gegen 6,54 Millionen Tonnen, was a r- b e i t s t ä g l i ch einem Absatz von 273 721 gegen 251 599 Tonnen im Oktober entspricht. Die Besse- rung beträgt 8,84 Proz. und die Absagmenge liegt um 1,67 Proz. unter dem November des vorigen Jahres. Der Äohlenabsag für Rechnung des Syn- dikates erreichte im unbestrittenen Gebiet 1,84 gegen 1,76 Millionen Tonnen und im bestrittenen Gebiet 1,78 gegen 1,71 Millionen Tonnen. Die Leistung der deutschen Walzwerke ist im November nach„Stahl und Eisen" aus 391 963 gegen 369 476 Tonnen im Oktober gestiegen. Die Novembcr-Produktion 1931 betrug 371 295 Ton- nen. Die arbeitstägliche Produktion stieg im No- oembcr von 14 211 auf 16 294 Tonnen gegen 15 471 Tonnen im November vorigen Jahres. Der Rückgang des Stromabsatzes ist, wie auf der Generaloersammlung des R. W. E. (Rheinifch-Westsälifchen Elektrizitäts-Werke) mitge- teilt wurde, seit Beginn des neuen Geschäftsjahres Anfang Juli zum Stillstand gekommen. Von Juli bis November wurden 996,1 gegen 939,8 Mil- lionen Kilowattstunden in der entsprechenden Zeit des Vorjahres abgesetzt. Im Oktober betrug der Absatz 194,1 gegen 191,6 Millionen Kilowattstunden und im November 194,7 gegen 184,9 Millionen Kilowattstunden in. der entsprechenden Zeit des vergangenen Jahres. Liedlerentlastuns Nach der Herabsetzung der Jahresleistungen der Siedler auf zwei Jahre soll die Siedlungsbank auch noch ermächtigt werden, Rückstände zu stun- den. Erfaßt wird derselbe Siedlerkreis. Auch weniger Dollarmillionäre. Aus den statt- stischen Angaben, die das amerikanische Schatzamt am Donnerstag veröfsentlichte, geht hervor, daß sich in den Vereinigten Staaten die Zahl der Leute mit mindestens einer Million Dollar Jahreseinkommen innerhalb eines Jahres um die Hälfte verringert hat: 1939 waren es noch 159 Personen, 1931 nur noch 75. plAza Nähe Sthln. Bhf. Stiis. 2. 5, 815 Ii, E 7 Weidnel 4031 low letzte waizer Heiligabend geschlossen J Th.d. Schauspieler Theater an Sduffbauetdanrn Weidendamm d30ü Ab 25. Oeiember, täglich S1'*: Am 26. Dez. auch nachm. 4 Uhr Komödie von A. Gmeyner mit Agnes Slraub, Kälber. Heilinger. Gnas, Tronk-Irrtitsdi, Odemar. Stadl. Oper Charlotienbure Fraunhofer 0231 Heute geschlossen hftmyrstfinfl.-Tii Kurfürslendamm 200 Tel Bism. 1400 Heute geschloss Abtnorg.tgl>>« U- Olöddidie Reise vm Bertuch und Sdiwibath Musik: KOoneke Regle: Reukert Hans Schindler mit seinen Jazz-Sjmphonihern fomrbul ugielntndtta ist r i c h t i g\ * Drei Codonas 6 v. d. Staatsoper Naitto's, 3 Baldors usw. Feiertag| f* 4 U. u. 8U. 15 II. Feiertag' y Y 4 Uhr III. Feiertag J Kleine Preise Ein wahres Festprogramm! VOLKfBCIHNE Theater am Bfllewpiatz D I Norden 6536 Heute geschlossen, sonst täglich 3 Uhi: Oliver Cromwells Sendung v. Walter Gilbricht. Regie Heinz Hilpert. 5 c h i 1 1 e t Bismarckstr.(Knie) SteinpMCII 6715 Heute geschloss Ab 25. Dez tgl. 8>4 Ober 60 mal Robert und Bertram Scilla SOnelaad, Paul Heidcmaou I. Weihnachtstag 35. Dz., nachm. 4,/2 Gashpiel der Deahdien Musikbühne Hansel u.Grelel Bomaotisdii Oper im E. HumpinJmdf Kleine Preise 2.Weibn»cbt»felertag 26 Dez., vorm. II1/: Heitere Matinee Joxef Plant Kleine Preise nachmitt 4 Uhr: ar.Dolillles Abenteuer mitAKredBraon Kleine Preise! C ASINO-TH E AT E R Lothringer Sirahe 37 Komomenhaus Schiffbauerdamm 25 Iii. D2 Wiid. 6304-05 Heute geschlossen, ab morgen täglich 8Zt Uhr Das Haus dazwischen von Schiffer und Joachinson Musik: Spoliansky Adalbert. Ander. Tiedtke limniireog: Bomowsky: Heule gcAcfaloMen aPeieiU™ 2 Vorstellungen Nachmittags 4 und abends S1,'. Uhr. In beiden Vorstellungen Alles um Lotti Posse mit Qesang und Tanz von Arnold und Bach, Musik von Walter Kollo. Stettiner Sänger Reichshallen-Tb., Dönhoffpl. Heule geschlossen 8.15 u. beide Feiertage 3 JO zu ermäßigten Preisen Das Wefhnadits- programm An beiden Feiertagen Dönhoff-Brettl Varlet«— Tan« Bekanntmachung. Die in der Zeit vom 1. Apr i l bis 39. Zun i 1931 versetzten Pfänder sind oersteigert worden. Ueber- schösse sind bis zum 24. März 1933 abzuheben. Staatliches Leihamt. Deutsches Theater IVeidend. S201 Heute geschloss. Ab morgen tgl 8U Gott, Kaiser und Bauer Sdiaussiiel von J. Bay Inszen.: B. B. Martin Kortner, Melzer, Wegener, Wiemann. Hart, Kaiser Kammerspiete Heute geschloss. Ab morgen tgl.81�. Hans Moser Essig undüel v. Geyer u. Frank Musik von Robert Katscher Inszenierung: O L. Preminner Theater des Westens Steinpl. 5>21 Premlere Weihnachten 25 Dez. Max Pallenberg Der brave Soldat Schwejk 2. Fdertag nachm. zu kleinen Pr Großes Sdiauspielhaus An beiden Feiertagen 8 Uhr auch nachm. SVj U.(kleine Preise) Ball im Savoy mitGittaAloar netropoi-itieater Weihnachten 25., 26., 27. Dez 3 Abschiedsvorstellungen Srchi Massary £lne Frau. die weil, was sie willl I. u. 2. Feiertag nachm 5 Uhr Zarevliich Theater im Admlralspaiasl Merkur 9901 Ab 25 Dezember wieder tägl. 8 Vi U. Hans Albers L i 1 i om I u 2. Feiertag 4 Uhr Die verkaufte Braut mmm fp reipugun#- Redauait Berlins BETRIEB KEMPINSKIl BBflifl6fTll6at6f|Lessing Ttieater Chirlottnstr. 90 Dinlutf 625 Heute geschlossen, ab morgen Zu wahr um | schön zu sein Komödie von Shaw Moissi. v. Thellmann. Evans. Bertens, Otto. Sima. Gronau. Prfdrl. 26. Vh U. GesDßnsler mit Moissi, Terwin Deutsches Künstler-Th. Nürnberger Str. Tel Bavaria 6466 in btiden Wrihnidihfiitrlq und tagl">/. Uhr Leopoldine Konstantin in Die Nacht zum 17. April Schroth, Steinbeck Gebühr, Brionne, Wolle, Picha B. B. B. iendows Bunte Böhne Kottbosser Straße b Oberbau ra 3500 Heute gesch ossen ..von A-Z" raglich,. Uhr sonnt, nachm. S''s Premlepe Weihnachten 25. Dez. Grete Mosheim Brausewetter Der Liebling von Paris Musik«oo Olfenbadi Regie: Uomolka Rose■ Theater Onii! Frinkfürter Slrih 132 Tel. Wtidml E? 3422 Heute geschlossen. I Feiertag, 5.15 und&JO Uhr: Böhmische Musikanten 11.45 U. Nachtvorst DleunoekUOleEva 2. Feiertag Ii 30 vormittags Familie Seilte 2 30 Uhr: Coldbärdiens Biminillabrl 5.15 und 8 30 Uhr; BöhnmUie Musikaoten Rocnnderc vlrlcsnm sind dte Dcaunucra K|ejnen Anzeige« m der Oesamt. Anflage kj««]»« des Vorwärts und trotzdem WZaHJJI