Jeniraloesan der Soziatdemotvatifche« Partei DeutMSands -�.u8AS.Ize k�ir. 606 S 295 49. �krx. Rebaktton onb«Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 ?in,Ipr«ch«r A � Ami DSnhvtt 292 bt4 297 T-l-grammadr-sl«, Sozialdimotr«"Bertin VOLKSBLATT SONNABEND 24. Dezember 1932 In Groß° Berlin 10 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe m Ziffern statt Brot! Keine Versprechungen, sondern Arbeit!— Weihnachtsauf ruf des Reichspräsidenten Die Sohniaöe Ein Triumph der akademischen Lausbubokratie Die Geschichte der kleinen Erbärmlichkeiten. die für diese Zeit der„Erneuerung" kenn- zeichnend ist, ist um einen Fall reicher. Der Senat der Breslauer Universität hat die erste beste Gelegenheit ergriffen, um sich von der Solidarität mit einem Manne zu lösen, der, well er den Nomen Cohn trägt, dem an- geblich studierenden Pöbel von Breslau nicht gefällt. Die Gelegenheit bot sich, da der Professor Cohn dem Ausfrager eines Berliner Man- tagsblatles hereingefallen war. der ihn ge- fragt hatte, wie er zur Frage des Asylrechts für Leo Trotzki stehe. Der Professor ant- wortere darauf folgendermaßen: Die Frage gehört zu den sehr zahlreichen Fragen, die kein sachlich Denkender ohne sorg- fältigste Prüfung einer Reche von Ilmständen zu beantworten oermag. Insbesondere dürste es von Wichtigkeit erscheinen, zu wissen, welche Erfahrun- gen die Länder, in denen sich Trotzki bisher aufhielt, mit ihm und seiner Tätigkeit gemacht haben. Ein geistiger Arbeiter wird stets schutzwürdig erscheinen: beim an Agitatoren und Nurpolitikern haben wir wahrhaftig keinen Mangel. Die Antwort ist, wie man sieht, weder juristisch besonders scharfsinnig, noch beson- ders tapfer. Gleichwohl stürzte sich die Meute auf sie und behauptete, der Jude Cohn habe für seinen Rassengenossen Trotzki Partei genommen, er wolle einen„bolschewistischen Menschenschlächter" in Deutschland eine Frei- statt schaffen und was dergleichen Redens- arten mehr sind.(Als ob nicht die ganze offizielle Welt Deutschlands Trotzki mit den höchsten Ehren empfangen hätte, wenn er als Abgesandter Stalins gekommen wäre!) Herr Cohn— halt auch ein Professor!— glaubte mit seiner Antwort an den Berliner Ausfrager vorsichtig genug gewesen zu sein. Nun merkte er, daß diese Antwort immer noch zu viel Tapferkeit enthalten habe und wich erschrocken zurück. Er ver- sicherte in Zuschriften an die antisemitische Presse, die gedruckte Formulierung seiner Antwort sei auf einen telephonischen Ueber- mittlungsfehler zurückzuführen: er habe nicht erklärt, daß ein geistiger Arbeiter stets schütz- bedürftig erscheine, sondern nur. daß er schutzbedürftig erscheinen--„k ö n n e". Auch habe er die Frage, ob Trotzki ein „Geistesarbeiter" oder nur ein„Agitator" sei, durchaus offengelassen. Der Professor Cohn war ein Kind, wenn er glaubte, durch einen solchen Rückzug die Meute beruhigen zu können, natürlich trat das genaue Gegenteil davon ein. Und der hohe Senat? Er hatte sich bisher mit Hängen und Würgen zu dem Standpunkt bekannt, daß die Herren Lausbuben kein Recht hätten, ordentliche Studenten am Studieren zu hin- dern, weil ein Lehrer den ihnen mißfallenden Namen Cohn trägt. Jetzt aber— nach der Veröffentlichung in dem Berliner Montags- blatt, konnte man doch wieder— Gott sei Dank— der Welt beweisen, daß der Senat der schlesischen Friedrich-Wilhelm- Universität immer nach aus deutschen Männern besteht. Und so entstand jenes klägliche Doku- ment, dessen Wortlaut schon heute morgen hier wiedergegeben worden ist. Der Senat rühmt sich in diesem Schrift- stück, für die akademische Lehrfreihest auch des Prof. Cohn eingetreten zu fein. Dies jedoch hätte auch ihn verpflichtet, alles zu vermeiden, was zu einer Verschärfung führen könne. Leider habe er jedoch„die pflicht- gemäße Zurückhaltung in einer umstrittenen politischen Lage oermissen lassen", weshalb Zur Zeit trägt die Regierung eine für die Arbeitslosen und für alle verantwortungsbewußt denkenden Menschen unerträgliche Wintermode. cherr Gereke wirst mit großen Zahlen um sich und die Regierungspresse vergrößert die Zahlen mit fetten Ueberschriften. Das Reichs- finanzministerium schreibt großartige Ziffern der diesjährigen Winterhllfe, und andere offiziöse Stellen der Reichs- regierung behaupten, daß im Vorjahre viel weniger für gleiche Zwecke oerausgabt worden sei. Demgegenüber stellen wir für heute erst einmal fest, daß die milliardengroßen angeblichen Arbeits- beschaffungspläne der Reichsregierung vorläufig nur Reklame übereifriger Leute sind. Weiter stellen wir fest, daß das Reichskabinett Brü- n i n g im Winter 1931/32 für Verbilligung von Frischfleisch für die HUfsbedürktige Bevölkerung 13 999 712 Mark und für die Ver- billigung von Kohle für die hilfsbedürftige Bevöl- kerung 7 972 691 Mark, also zusammen 26 972 313 Mark ausgegeben hat. Wenn die Regierung Schleicher jetzt betont, daß sie diesen Winter für viel mehr Arbeitslose sorgen wolle als im Vorjahr nötig war, so reicht die Bewilligung von 3ö Millionen Mark bei weitem nichk aus! Die Arbeitslosen wollen keine offiziösen Pro- pagandazifsern, sondern Brot. Sie werden von kühnen Arbeitsbeschafsungsplänen noch nicht be- schästigt, auch dann noch nicht, wenn aus dem Papier mit Milliarden solche Pläne angekün- d i g t werden. Die Regierung sollte sich endlich einmal angewöhnen, in ihren Zahlenangaben nur das aufzunehmen, was Realität ist. Das»mge- kehrte Verfahren erzeugt im Augenblick Illusionen, aber dann schwere Enttäuschung, bei der auch das mißachtet wird, was wirklich an Arbeit geschafft wurde. Wir wünschen, deutlich zu sein und hoffen, daß die Regierung uns verstanden hat. Das Volk verlangt keine Ziffern, sondern Arbeit! Nie Not de? Augend Ein.Aukrut von Reichspräsident und Reichsregierung Der Reichspräsident und die Reichsregierung veröffentlichen einen Aufruf an das Volk, in dem zur Einleitung einer Hilfsaktion für die dcu.fche Jugend aufgefordert wird. Es soll ein„N o t w e r t für die deutsche Jugend" geschaffen werden, das allen erwerbslosen Jugendlichen bis zu 25 Jahren, die infolge der Krise ohne geregelte Beschäftigung bleiben, eine tägliche Beschäftigung bis zu vier Stunden mit Berufsschulkurfen, Sport und ande- rer Betätigung ermöglichen. Für dies Notwerk soll«in Reichszuschuß gegeben werden, der sich allerdings auf ein Minimum von etwa 29 Pf. pro Tag und pro Kopf beschränkt. Die übrige» Mittel sollen durch Sammlungen aufgebracht werden. Für die Beschäftigung der erwerbslosen Jugend sind alle, auch die geringsten, Mittel willkommen. Angesichts des Schicksals der Arbeitsbeschaffung-- pläne der Regierung jedoch muß festgestellt werden, daß die beste Hilfe für die erwerbslose Jugend ein rasch wirkendes, großzügi» ges Arbeitsbejchasfungsprogramm ist! Solange Unternehmer, Finanz- bürokratie und Großagrarier immer wieder im Kampse der Interessen jedem Arbeits- bcschaffungsprogramm Steine in den Weg wälzen, solange wird das schönste auf dem Papier stehende Arbeitsbeschaffungsprograimn nicht wirksam werden. Das Reich hat gewallige Mittel für sogenannte notleidende Großagrarier ausgegeben. Es hat Milliarde» in Gestalt von Steuerscheinen als Liebesgaben für die Privatunternehmer bereitgestellt. Und nun soll das Volk selbst für die erwerbslose Jugend sorgen! Wir fordern deshalb, daß dos Reich viel stärker noch als beabsichtigt sich der erwerbslosen Jugend annimmt, daß größere Mittel bereitgestellt werden! Hakenkreuzler unter sich Arzt schieLt auf Polizeibeamte 3n einem verkehrslokal der Nazis in der A n h a l l st r. 4 kam es heule gegen 2 Uhr früh zu einer blutigen Schlägerei zwischen SA.- und SS.-Leuten. wobei zwei SA.-Leule Sopf- Verletzungen erlitten. Einer der Verletzten stürzte mit mehreren uniformierten NSDAP.-Angehörigen auf die Straße. Dort begegneten sie dem von der Nacht- tontrolle in seine Wohnung zurückkehrenden P o l i z e i o s s i z i e r des Nachbarreviers und gaben ihm von dem Vorfall Kenntnis mit der Bitte, in dem Lokal die Ruhe wieder herzustellen und den Urheber der Verletzungen bzw. die noch im Lokal befindlichen Personen festzustellen. Als der Polizeioffizier die Gaststätte betrat, befanden sich außer dem Wirt und dem Kellner noch acht Personen in dem Lokal in lebhasten Auseinandersetzungen, die auch durch das Dazwischentreten des seine weitere Lehrtätigkeit nicht mehr„trag- bar" sei. Die Erklärung des Prof. Cohn zum Fall Trotzki war, wie gesagt, erstens überflüssig und zweitens alles andere als mutig. Sie war ein schüchterner Versuch, sich um eine bestimmte Antwort herumzudrücken. Aber, wenn einer Professor sein will, der Cohn heißt, dann darf er nicht einmal„Piep" sagen, während z. B. sein Kollege Frey- tagh-Loringhoven— was wir ihm natürlich nicht übelnehmen— so redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, ohne deshalb die geringste Belästigung zu erfahren... Die akademische Lausbubokratie hat ihren Triumph und führt hinter ihrem Sieges- wagen den gefangenen Senat mit sich. Wen aber kann es noch wimdern, wenn nach solchen Erfahrungen das sogenannte„aka- demische Leben" immer mehr der Verachtung aller gebildeten und anständigen Menschen verfällt? Polizeioffiziers nicht geschlichtet werden tonnten. Bei der Personenfeststellung stieß der Ofsizier auf Widerstand, so daß er zuletzt mit Zwangs- maßnahmen drohen mußte. Der 31jährige Gruppenarzt Dr. Fritz D o e p n e r, der auf Er- suchen des einen Verletzten festgestellt werden sollte, widersetzte sich besonders lebhaft. Da er sich nicht ausweisen konnte, erging die Aufforderung an ihn, aus die Polizeiwache zu folgen. Zehk zog Doepner plötzlich eine Pistole und richtete sie aus den Offizier. Der gab daraus aus feiner Dienstpistole zwei Schüsse über Doepners Kopf ab. Doepner schoß mehrmals nach dem Polizeioffizier, ohne zu treffen, worauf der Beamte in der Notwehr zwei Schüsse auf Doepner abgab, die ihn kampfunfähig machten. Doepner wurde so- fort ins Urbankrankenhaus gebracht, wo man zwei schwere Schußverletzungen des Brustkorbs und des Oberschenkels feststellte. Von inzwischen eingetroffenen polizeilichen Verstärkungen wurden in dem Lokal sechs NSDAP.- Leute fest- genommen und zur Einliefcrung gebracht. I» dem Lokal sind weiter zwei Mehrladepistolen vorgefunden und beschlagnahmt worden. Dr. Doepner war früher Kommunist und bereiste als Tierarzt Sowjetrußland. Später war er im Urbankrankenhaus als Assistenzarzt angestellt. Nächtliche Nazi-Ueberfälle In der letzten Nacht entfalteten SA-Banden wieder«ine ausfallend rege Tätigkeit. In zwei Fällen wurden KPD- Lokale überfallen. Gegen Uhr fuhr vor das KPD.-Lokal am Weidenweg das Privalauto M 35 579 vor, m dem sich Nationalsozialisten befanden. Die SA.- Leute feuerten auf das Lokal sechs Schüsse ab. Sämtliche Scheiben wurden zer- trünrmert. Der 29 Jahre alte Kommunist Hans Först erlitt Arm- und Beinfchüsie und wurde ins Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Zwei Täter wurden später festgenommen.— Ein zweiter Naziübersall wurde auf das kommunistische Berkehrslokal in der Havelbergcr Straße 9 verübt. Die Scheiben der Gastwirtschaft wurden zerstört. Bei dem sich entspinnenden Handgemenge vor dem Lokal wurde ein Nationalsozialist durch einen Messerstich verletzt.— In der Swine- münder Straße im Norden Berlins über- fielen Hakenkreuzler eine Gruppe Kommunisten. Die SA. schoß scharf, es wurde aber niemand ver- letzt. Drei Nationalsozialisten und ei» Kommunist wurden festgenommen und der Politischen Polizei übergeben. ErwerbSlvsenunruhen Lchaufenstersturm in Hindenburg hindenburg, 24. Dezember. Am Freitag sammelten sich im Innern der Stadt etwa hundert Erwerbslose, die geschlossen zum Bahnhofsvorplatz zogen und dort die S ch a u- fensterscheiben eines Kafseehaufes zer- krümme rten. Die Polizei löste die inzwischen auf 899 bis 1999 Teilnehmer angewachsene Demon- stration auf. Doch schlugen die Demonstranten während der Polizeiaktion noch acht weitere Schaufensterscheiben ein. Drei Personen wurden wegen Landfriedensbruchs festgenommen und in das Polizeigefängnis gebracht. Mildes Weihnachtswetter Lchnee nicht zu erwarten Unter dem Einfluß milder ozeanischer Lnfl- inassen. die von Island nach Europa vorgestoßen sind, ist in den letzten Tagen ein wesentlicher Temperaturanstieg zu verzeichnen gewesen. Eine neue Staffel warmer Lust ist heute früh bis nach Westdeutschland vorgestoßen und Hot dort teilweise trübes Wetter und vereinzelte Regeufälle gebracht. Der Warmluftkörper wird aller Wahrscheinlich- teit in der Nacht zum ersten Feiertag auch unser Gebiet erreichen und mit einer Eintrübung etwas Regen bringen. Diese Wetterverschlechterung dürfte aber nur wenige Stunden andauern, deim von den britischen Inseln stößt ein Hochdruckkeil nach, öer das Wetter in unserem Gebiet stark beeinflussen wird. Danach ist für den ersten Feiertag mit mildem und größtenteils heiterem Wetter zu rechnen. Für den zweiten Feiertag wird gleichfalls mildes Wetter vorausgesagt. Berlin hatte in der letzten Nacht 1 Grad Kälte und in den Mittagsstunden rückte das Thermo- meter auf annähernd 3 Grad Wärme. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Temperaturen am ersten und zweiten Feiertag noch etwas höher liegen werden. Begrüßung der Befreiten! Hakenkreuzvrgan pleite Line nette WeilmnctitsbescKernnx 3n Regensburg hat das Hakenkreuzorgan für die Oberpfalz„Das schassende Volk" am Freitag sein Erscheinen eingestellt, nachdem zuvor jeder Tag in den letzten Wochen neue Austritte aus der Regensburger Razipartei gebracht hat. Die überstürzte Einstellung der Zeitung wurde dadurch veranlaßt, daß die Zahl der nicht einlösbaren Wechsel zuletzt größer geworden ist Hitlers„Wein"-achten Er weint, die Kerzen weinen, alles weint über Gregor Straßer, ein trauriges Weihnachten! als die Zahl der Abonnenten, und der Drucker, die Papierlieferanten und zahlreiche Geschäftsleute jeden weiteren Kredit ablehnten. Ein Wechselversüumnisurteil gegen den Derlogsleiter des Razlblattes ist bereits ergangen. Für weitere Wechselsorderungen ist beim Regens- burger Gericht Termin für den 27. Dezember anberaumt. Ansang Zanuar steigt dann die Klage. die Klarheit darüber bringen wird, in welchem Umfang öffentliche Gelder au» der Erwerbelofen- fürsorge dazu herhalten muhten, da» Oohnkonlo des Raziblattes möglichst herabzuschrauben. Kombenwerksr gefaßt Braunschweig, 24. Dezember. Der braunschweigischm Kriminalpolizei gelang es jetzt, den letzten der Bombenattentäter, die im August die Bevölkerung Braunschweigs in Aufregung versehten, zu verhasten. Der verhastete. ein SA.- Mann Lehrmann, war nach Braunschweig zurückgekehrt, weil er sich amnestiert glaubte. Ein schon vor Rlonaten verhafteter Komplice des Lehrmann, ein löjähriger SA.-Rlann Klaus Hantel, hat bereits im Gefängnis einen Selbstmordversuch unternommen. Die Sraunschweiger Ralionalsozialisten bemühten sich kramps- Haft, alle Spuren zu verwischen. So hat der SS.-ZNann Kaune den SS.-Mann Kampe durch sieben Schüsse aus der Landstraße ermorde», weil die SS.-Zührer annahmen, daß Kampe nicht mehr dicht hallen würde, kaune ist immer noch flüchtig. Lehrmann war an einem Bombenatlentat auf Wohnhäuser der Altstadt beteiligt. Durch das Attentat wurden mehrere Häuser stark beschädigt. .Rednerisches Ungeschi«' Bsleidixunxf des Reichspräsidenten straflos! Bor einiger Zeit fand in Rahden i. Wests. ein sogenannter„Deutscher Abend" der NSDAP. statt, nämlich eine gesellschaftliche Veranstaltung. Im Verlaus dieses Abends hielt der Kreis- f ü h r e r, ein gewisser Watermann aus Lübbecke. eine Ansprache, in der er folgendes ausführte: Er appelliere an die deustchen Frauen und Mädchen, sie sollten tüchtig beten, damit„unser lieber Herrgott den allverehrten Reichs- Präsidenten von hindenburg bald zu sich nähme in sein himmlisches Reich!" Obwohl die schwere Beschimpfung offensichtlich war, denn das Wort„alloerehrt" war selbstver- Max Rothe, vor einigen Tagen noch eingekerkert im Zuchthaus Luckau, ist wieder unter uns. Die im Parlament erkämpfte Amnestie, die das Unrecht der Sondergerichtsbarkeit wieder gutmachte, hat ihm die Freiheit zurückgegeben. "k Bei seiner Ankunft heute vormittag am An- Halter Bahnhof wurde er als Freiheitskämpfer, der für feine Idee schwer zu leiden hatte, von den Kameraden des Reichsbanners und den Ber- tretern der Sozialdemokratie stürmisch be- grüßt. Auf dem Bahnsteig hatten sich einige hundert Reichsbannerleute und Sozialdemokraten eingefunden, die beim Einlaufen des Zuges immer wieder in begeisterte Freiheitsrufe ausbrachen. Als Rothe bleich, aber mit glücklichen Augen, in der Bundeskleidung des Reichsbanners, dem Zuge ent- stieg, wurde ihm eine herzliche Ovation dargebracht. Als einer der ersten drückte Paul L ö b e dem jungen Kämpfer als Ausdruck käme- radfchaftlicher Treue und Verbundenheit die Hand. Als dann die Vertreter des Reichsbanners und der Partei Rothe hinausgeleiteten, dröhnte die Riesenhalle wieder von den nicht endenwollenden Freiheitsrufen. Mit tiefer Bewegung hatte Rothe die Ehrungen entgegengenommen und Tränen traten ihm in die Augen, als ein kleines Mädchen ihm noch einen Strauß roter Nelken überreichte. Vor dem Bahnhof, wo die Mutter und Schwestern den Heimgekehrten glücklich und mit Max Rothes Empfang in Berlin tiefer Freude erwarteten, hatte sich auch der Reichsbannermann I e n s ch eingefunden, der ge- rade das Gefängnis in der Lehrter Straße auch als ein durch die Amnestie Befreiter verlassen hatte Er wurde gleichfalls mit Freiheitsrufen be- grüßt. Max Rothe und mit ihm den vielen anderen Kämpfern der Eisernen Front, die für ihre Uebcr- zeugung in die Gefängnisie und Zuchthäuser gehen mußten, ist die Freiheit wiedergegeben. Sie treten alle wieder in Reih und Glied in die Armee der kämpfenden Arbeiterschaft. Mit ihnen zusam- men wollen wir weiter ringen für die Befrei- ung der Menschheit. * Vom Anhalter Bahnhof geleiteten die Käme- raden Max Rothe zum Vorwärtshaus, wo er gleichfalls herzliche Begrüßung fand. Im Auftrage des Gauvorstandes des Berliner Reichs- banners sprach hier der Kreisvorsitzende Jockel- meier sowohl dem Parteivorstand wie der Redaktion des„Vorwärts" für die wirksame Unterstützung der Amnestie den Dank aus. Im Laufe des Nachmittags und der frühen Abendstunden treffen heute noch die befreiten Reichsbannerkameraden Schmidt und Teichmann in Berlin ein. Geht für die Befreiten! Wenn sich Heute für Hunderte unserer Genossen die Gefängnistore öffnen, so ist damit allein ihre eigene Not und die Not ihrer Familie nicht be- hoben. In die Freude über die wiedergewonnene Freiheit mischt sich die Sorge: Wovon leben wir am folgenden Tag? Denn abgesehen davon, daß täglich neue Verfahren anhängig werden, daß täglich neue Kameraden in Untersuchungshaft genommen und ihren Familien entrissen werden, ist zu be- denken, daß in zahlreichen Fällen die in Haft sitzenden Kameraden ihre Arbeitsstelle verloren haben. Der Verwundeten- und Gefangenenhilfe sind erschütternde Fälle bekannt geworden Viele Kameraden verloren durch die Verhaftung Arbeit, die sie nach oft jahrelanger Erwerbslosigkeit eben erst wieder gefunden hatten. Hier zu helfen, hier neue wirtschaftliche Möglichkeiten für unsere Kameraden zu schaffen, ist für uns alle eine be- sonders dringende Pflicht. Neben der Sorge für unsere Gefangenen müssen wir auch der Arbeit für unsere von politischen Gegnern verletzten Kampfgenossen be- sonder« Aufmerksamkeit widmen. Die Pflege jener Kameraden, die für unsere Sache ihr Bestes, ihre Gesundheit hergaben erfordert groß« finanzielle Aufwendungen. Wenn wir für die. die sich für uns opferten, Opf«r ünanzieller Art bringen, so ist das keine besondere Tat der Hochherzigkeit, sondern nur die Erfüllung einer Pflicht unseren gefangenen und verwundeten Kameraden gegen- über. Darum gebt! Gebt mehr! Es lebe die brüderliche Solidarität mit unseren Verwundeten und Verfolgten! GroHfeuer am Tegeler Weg Lahrih ausgebrannt Auch in der vergangenen Rächt hatte die Berliner Feuerwehr wieder ein Grohseuer in einer Fabrikhalle zu bekämpfen, dos bereits bei dem ersten Alarm soweit fortgeschritten war, daß das gesamte Inventar wie auch das Fabrikgebäude ein Raub der Flammen wurde. * Kurz nach K2 Uhr entstand im Obergeschoß einer etwa 60 Meter langen und 13 Meter tiefen Fabrikhalle am Tegeler Weg auf dem Gelände der früheren Munitionsanstalt, gegen- über der Luftschifferkaserne, ein Brand, der im Nu die ganze Dachkonstruktion in ein riesiges Flammenmeer verwandelte. In der einen Hälfte des Gebäudes befindet sich eine Fabrik für land- wirtschaftlich« Maschinen von Hüdig und eine Bilderrahmenfabrik, während die andere Hälfte der Halle unbenutzt war. Die Flammen fanden an der hölzernen Dachkonstruktion reiche Nah- rung, und obgleich vier Züge der Feuerwehr sofort mit neun Rohren von allen Seiten unauf- hörlich riesige Wassermcngen in die Gluten schleu- dertcn, konnte nicht mehr verhindert werden, daß die Fabrik bis auf die Umfassungsmauern aus- brannte. Erst nach etwa einstündiger angestreng- tester Tätigkeit konnten die Flammen eingekreist und nach einer weiteren Stunde völlig erstickt werden. Die Ursach« des Großfeuers konnte nicht mehr ermittelt werden. Teures Salz Binterzogene Salzsteuer Wegen Steuerhinterziehung hatten sich der Schlächtermeister K. und dessen Sohn vor dem Schöffengericht Berlin-Mstte zu verantworten. K. hatte sich vor Inkrafttreten der Salzsteuer- erhöhung noch auf längere Zeit eingedeckt und 10 Säcke Salz gekauft. Als dann die Steuer- kontrolle wegen der Nachverzollung bei ihm er- schien, hatte sein Sohn die vorhandenen Vorräte, die im Kohlenkeller versteckt worden waren, oer- schwiegen. Durch einen Gesellen, mit dem sich der Meister verkracht hatte, kam die Sache zur Kenntnis der Steuerbehörde. Für den vorsorg- lichen Meister wurde es jetzt eine teure Salzrech- nung. Nicht nur, daß die 10 Säcke beschlagnahmt wurden, muß K. jetzt auch noch eine Strafe von 330 Mark und sein Sohn von 83 Mark zahlen. der Amnestie eingestellt: er habe die ihm zur Last gelegten strafbaren Handlungen aus wirk» schaftlicher Not begangen. Man schüttelt den Kopf: was nicht alles aus wirtschaftlicher Not begangen sein soll und deshalb unter die Amnestie fällt. Eigentlich hätte Rechtsanwalt Dr. Triebe! allen Grund gehabt, feinen Prozeß durch ein Urteil beendet zu sehen. Nun aber bleibt ein Rest„zu tragen peinlich". Aeltestenrat 4. Januar Göring drückt sich asf Reichstagspräsident Göring hat den Aeltestenrat erst zun, 4. Januar ein� berufen und sich allen Weiterungen durchs schleunige Abreise entzogen. ständlich ironisch gemeint, schritten die bei der Versammlung anwesenden Polizeibeamten nicht ein. Auf eine Strafanzeige der Republikanischen Beschwerdestelle Berlin gegen Watermann hat nunmehr der Oberstaatsanwalt in Bielefeld, Dr. Schwederfky, mitgeteilt, daß er das V e r- fahren eingestellt habe.„Die Ermitt- lungen haben ergeben, daß mindestens in subjektiver Hinsicht der Tatbestand der Ve- leidigung nicht erfüllt ist, da dem Beschuldigten bei seiner auf Angetrunkenheit und red- nerischem Ungeschick beruhenden Aeußerung jede böse Absicht gefehlt hat." Die kommissarische preußische Regierung hat da- gegen der Beschwerdestelle mitgeteilt, daß wegen des Verhaltens der Polizeibeamten„die erforder- lichen Maßnahmen in die Wege geleitet sind". werden und welch klägliche Rolle die Lehrerschaft spielen muß, die diese Burschen gerechterweise hinausgeworfen hat! Die höheren Schulen werden nun erst recht mit amtlicher Förderung Brutstätten der Reaktion werden! Hitler hat gesagt... In der Weltkriegszeit entstand ein Gedicht, das Deutschland mahnte, nicht zu vergessen, daß„sein ärmster Sohn auch sein getreue st er" war. Wir sachunkundigen marxistischen Unter- menschen haben bisher immer geglaubt, daß das Gedicht von einem der unseren, von dem be- kannten Arbeiterdichter Karl Bröger sei. Aus der Nummer 283 des Augsburger Naziblattes er- sehen wir zu unserem Ergötzen, daß diese Mei- nung falsch war: In einem Artikel dieser Nummer ist der Satz vom ärmsten, aber getreuesten Sohn zitiert, den--„Hitler einst gesagt hat"! Bmistättzn der Reaktion Der reaktionäre Kurs in Preußen geht nach dem Wechsel des Reichskabinetts unentwegt weiter. Der Reichskommiffor für das Kultusministerium. der Professor K ä h l e r aus Greifswald, ist ein deutschnationaler stockreaktionärer Mann. Ganz still und Ijife bemüht sich dieser Mann, in den Spuren des Herrn Klagges zu wandeln. Er hat an- geordnet, daß die S ch u l st r a f e n, die gegen Schüler höherer Schulen wegen ihrer Zugehörig- keit zum Nationalsozialistischen Führerbund ver- hängt worden sind, ausgehoben werden. Von der Anstalt verwiesene Schüler sollen nach diesem Erlaß wieder ohne weiteres in ihre alten Klassen aufgenommen werden. Das bedeutet, daß die von den Anstalten ver- wiesenen Revolverhelden und ähnliche Burschen vom Ministerium gerechtsertigt, ja geradezu b e- lohnt werden. Man kann sich vorstellen, mit welchem Nimbus diese Burschen umgeben sein Die Waffen im Schloß Das Riesenlager des Barons Nedlitz Auf dem Schlosse des im Zusammenhang mit dem Sprengstoffdiebstahl in Kynau verhafteten Baron von Zedlitz-Neukirch wurden in den letzten Tagen weitereHaussuchungen von der Waldenburger Kriminalpolizei vor- genommen, wobei 6000 Schuß Infanterie- munition, in Kisten verpackt und eingemauert, gefunden wurden. Im nahen Walde wurde ein Unterstand entdeckt, in dem sich ein Gewehr und Munition befand. /, ,Aus wjftschasMcher Not Verfahren gegen R.A. Triehel eingestellt Gegen den nationalsozialistischen Rechtsanwalt Dr. Triebe! lief in Moabit viele Wochen unter dem Rubrum Wüst und Genossen ein verwickelter Betrugs prozeß. Es spielten darin auch gewisse Sordinenlieserungen eine Rolle. Rechtsanwalt Dr. Triebe! hatte zu seiner Rechtfertigung erklärt, er sei durch Ueber- nähme verschiedener Verpflichtungen seiner Ge- schäftsfreunde in finanzielle Sebwierigkeiten ge- raten, so seien die ihm zur Last gelegten Hand- lungen entstanden. Das Gerickt hat das Ver- fahren gegen Rechtsanwalt Dr. Triebe! auf Grund Der Fingeryut'prvzeß Lreispruch aus Mangel an Beweisen Eigener Bericht des„VormärU" Wuppertal, 24. Dezember. Am Freitag wurde in der Berufungsinstanz der kommerzienrat Heinrich Fingerhut. der 1324 wegen Hehlerei zu 1!� Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. abermals freigesprochen. Der Freispruch erfolgte auch dies- mal aus Mangel an Beweisen. Die kosten des Verfahrens fallen der Staatskasse zur Last. Der Angeklagte hatte nach feiner ersten Verur- teilung immer wieder seine Unschuld beteuert, so daß es schließlich zu dem Wiederaufnahme- verfahren im Frühjahr dieses Jahres kam, in dem der Angeklagte ebenfalls, wenn auch überraschend wegen erwiesener Unschuld freigesprochen wurde. Auf Grund dieses Urteils meldete Fingerhut Ent- schädigungsansprllche in Höhe von 414 Millionen Mark an. Während Verhandlungen darüber schwebten, legte die Staatsanwaltschaft unerwartet Berufung gegen den Freispruch der ersten Instanz ein. In der Begründung des neuesten Urteils heißt es, daß an der Richtigkett der Aussagen der Belastungszeugen gegen Fingerhut nicht zu zweifeln fei Fingerhut habe über die Herkunft der seinerzeit von ihm angekauften, von der Firma Krupp gestohlenen Spiralbohrer, die in seinem Betrieb unkenntlich gemacht und weiter- veräußert wurden, unbedingt Bescheid wissen müssen. Er sei keineswegs der große Mann, als den er sich immer ausgegeben habe. Vom Regen in öl Die Belastung eines Kleinhäuschens Wer von der Stadt aufs Land zieht, und sei es nur vom Prenzlauer Berg nach Weißensee, kann arg vom Regen in die Trause kommen Nicht der verlorenen städtischen Bequemlichkeiten wegen, sondern viele sind darüber enttäuscht, daß es auf dem Lande durchaus nicht billiger ist als in der Stadt. So erhalten wir eine Zuschrift aus der Dauerkolonie Rennbahn in W e i ß e n f« e, in der lebhaft« Klage über die außerordentliche finanzielle Belastung der Kalo- nisten geführt wird. Für viele seien die Lasten überhaupt nicht mehr tragbar. Diese Douerkolonie wurde bereits 1924 als Grüngürtel um den Sportplatz Rennbahn auf- gezogen. Die Parzellen wurden verhältnismäßig groß geschnitten(667 bis 1185 Quadratmeter), der Vertrag sollte auf 30 Jahre lauten und Bau- erlaubnis wurde ursprünglich für 50 Quadrat- meter massiv gegeben. Dazu ein Pachtpreis von 2,4 Pf. pro Quadratmeter für das Land, so daß sich die Kolonisten das Kleinsiedeln nicht zweimal sagen ließen. Und viele haben auch wirklich ein Häuschen in die Höhe geschafft, es hat lange ge- dauert, manches mußte entbehrt werden, denn schließlich kosteten auch diese Häuschen rund 5000 M. Dennoch wäre soweit alles gut, wenn es nicht fortgesetzt Schwierigkeiten ge- geben hätte. Eines Tages wurde die Bau- erlaubnis eingeschränkt, jeder mußte auch noch eine Stadtwohnung haben. Die Kolo- nisten schreiben, ihre Häuser(drei Stuben und Küche) wären viel besser als eine Stadtwohnung. Bis es dann wieder Bauerlaubnis gab; erst 20 Quadratmeter, dann 28, hierauf 32, ver- schiedentlich auch 42, bis man schließlich nach un- zähligen Verhandlungen glücklich wieder bei 50 Quadratmeter massiv war. Wozu also der Lärm, fragen die Kolonisten. Dafür begann jetzt der Kampf um den Pachtpreis. Anfangs bezahlten die Leute 2,4 Pf. pro Quadratmeter und 1928 sagte die Stadt Berlin— sie ist die Verpächterin des Geländes— sogar, das wäre zuviel, und der Pachtpreis wurde damals auf 1,6 Pf. pro Quadratmeter ermäßigt. Mittler- weile stellten sich die Finanznöte der Stadt ein. die Kolonie, wie sie sich inzwischen entwickelt hatte, paßte auch nicht mehr in die Richtlinien als Dauerkolonie, und so sucht man nun mit den Kolonisten einen möglichst beide Teile befriedigen- den Vertrag zu machen. Das ist leichter gesagt als getan. Ursprünglich wunden 4 Pf. pro Quadratmeter bei unbewohnten und 8 Pf. b«i bewohnten Par- zellen verlangt. Dem standen die Vorschriften der Kleingarten-Ordnung entgegen, die einen Maximalzins von 3,6 Pf. vorsteht. Gut, sagte die Stadt, dann zahlt 3,6 Pf. für die Garten-, aber 1 M. für die Wohnfläche. Das heißt 50 Quadratmeter X 1 M.— 50 M. und 750 Quadratmeter X 4 Pf.(3,6 Pf.+ 10 Pro; Verwaltungskosten)— 30 M., zusammen 80 M. Bisher bezahlten die Kolonisten für eine 800- Ouadratmeter-Parzelle 16 M. Die Erhöhung um 400 Proz. können sie nicht tragen, schreiben die Kleinsiedler. Sie machen dafür folgende Rech- nung aus: Amortisation des Hauses(5000 M. zu 4 Proz.)....... 200,— M. Reparaturen am Haus.... 50,—„ Wasser- und Schornsteinfegergeld 21,—„ Feuerversicherung, Steuern, Beiträge.......... 37,50„ Wachhundsteuer....... 15,—„ Neuer Pachtzins(in Aussicht ge- nommen)........ 80,—„ 403,50 M. Soviel kommt an Abgaben für ein bescheidenes Haus heraus, und— schreiben die Kolonisten— dann hätten sie auch ihre 35-M.-Wohnungen be- halten können. Nun sind aber 40 Proz. der Kolonisten arbeitslos und es macht jetzt schon große Schwierigkeiten, die 16 M. Pacht ein- zukassieren, wieviel aber erst bei 89 M. Pacht. Die Kolonisten bitten also um Nachsicht, denn es koMrt ihnen ohnedies vor, als seien sie vom Regen in die Traufe gefallen. Ferdinand Meyer, am Freitag eins nach Adalbert Stifter: eine wahrhaft geniale Art, das Pro- gramm der Berliner Funkstunde klassisch zu be- leben. Es muh ungeheure geistige Anstrengung erfordern, eine derart abwechslungsreiche Sende- folge auszubrühen: man begreift, daß aus allen führenden Posten Doppelbesetzungen notwendig waren! Das Hörspiel nach Stifters Weihnachts- erzählung„B e r g k r i st a l l" wurde als 5zör- svielauftrag der Funkstunde an den stramm rechts- stehenden Dr Max Mohr vergeben. An dem rührenden Gespräch der Kinder, die sich in der Winternacht im Hochgebirge verirren, konnte er nicht viel verderben, zumal auch die Rollen- besetzung hier sehr gut war, trotz des einiger- maßen komischen Dialektgemisches, das die jugend- lichen Sprecher produzierten. Im übrigen wurde die Handlung ohne jedes Verständnis für die Grundbedingungen einer akustischen Darstellung zusammengefügt und mit reichlich viel Lärm untermalt. lr. „Lall!m Lavcw" Großes Schauspielhaus Hat man während eines halben Dutzend qual- voller Abende dem zugesehen, was heutzutage Operette heißt— dabei aber sind'- doch nur üble Possen mit Gesang in allen Varianten—, dann freut man sich unwillkürlich, endlich einmal einer richtigen, ausgewachsenen Operette zu begegnen: und das ist dieser„Ball im Savoy" zweifellos, äußerlich und innerlich, formal und ideell, im Guten wie im Bösen. Brauchbar zunächst das Textbuch von Alfred G r ü n w a l d und Fritz Löhner-Beda. Per- muteter Betrug des Ehemanns. Versuch prompter Revanche der jungen Frau, Aufklärung und Ver- söhnung, Ende in Glück und Glanz und Gloria— dies der dramatische Vorwurf. Milieu: so reich als irgend möglich, Nizza, Hotel Savoy, das Haus ferner des hochgeborenen Herrn Marquis de Faublas. Dazu Paul Abrahams Musik mit Schwung und Schmiß, melodischer Wärme und Verve rhythmischer Phantasie: graziös in- strumentiert und abwechslungsreich gegliedert: Walzerweisen, Tangotempo, Slowfox— Süße, venizianisches Ständchen, fentimentalische Liedlein: Stepp und Fox und Fox und Stepp, ruckende, zuckende, zärtlich sich wiegende Zweioiertel-, Drei- viertel-, Viervierteltakte, orchestraler Saus und Braus—, Herz, was verlangst du noch mehr? Und dann setzt das Farbenorchester der Bühne ein, da gibt es prunkvolle Bilder und festliche Lichter, traumschöne Frauen, raffinierte Toiletten, Chor und Ballett und Tanz und Taumel, sprühende Laune und schimmernde Schönheit. So tost das vorbei. Die A l p a r singt herrlicher als je, Rosy B a r s o n y. ein Genie der Groteske, erfindet immer neue, immer puppenhaftere, immer komischere Gliederverrenkungen, Oskar D e n e s behauptet sich mit Anstand im Vorder- grund, während Arthur Schröder mit Anstand mehr in den Hintergrund tritt. Der Erfolg, Freude und Begeisterung des Publikums sind groß. Der kritische Chronist aber fühlt sich, fühlt dieses Publikum und das Theater — die Prominenzen In den Logen mit dem Kanzler an der Spitze, die Herren im Frack, die Damen in großen Toiletten und größerer Nackt- heit— um ein halbes Jahrhundert zauberhaft zurückdatiert. Die reden vom Leben und meinen immer noch Champagner: von Liebe— und meinen imme» noch die Launen kostbarer Puppen. Schmerz wird Sentimentalität, Lust heißt Taumel, und Glück heißt Geld, und das ganze ist Tanz ums Gold und Sichneigen vor seinen Gesetzen... Was also ist es eigentlich?„Besonnte Ver- gangenheit" oder Morgenrot der Restauration? Es ist Operette 1932 und Kaviar fürs Volk, das sich hoffentlich nicht den leeren Magen daran verdirbt. A. W. Die Ondra als Baby Atrium Aus Carl L a m a c s Filmweihnachtskuchen darf sich natürlich die Ondra die dicksten Rosinen her- aussuchen. Damit sie das kann, tauscht sie, die junge Gräfin, mit der Portierstochter die Rolle. Sie wird inmitten der Sinzing B a b i e s ein Girl und und die Portiertochter, nett gespielt von Olly von F l i n t. genießt eine vornehme In- stitut-erziehung. Zum Schluß landen beide als Gattinen von echten Lords. Anny Ondra hat hier wieder alles, was sie braucht. Sie darf quicklebendig und vorlaut sein. sie kann tanzen und singen. Sie ist eine einzig- artige Begabung im deutschen Film: denn sie ist eine Komikerin. Eine solche Veranlagung findet man fast nie bei jungen, anmutigen Frauen. Bei weiblichen Darstellern kennt man eigentlich doch nur die komische Alte. Selbst die internationale Artistenschaft stellt zur Zeit nur eine Clowneß. Fast clownmäßig müsien sich dies- mal Margarete Kupfer und Kurt Lilien geben, die mal wieder nach häßlicher Filmmanier in ihren Rollen als Portierehepaar das Be- nehmen armer Eltern veräppeln. Sonst trifft Carl Lamac, dank der schmeicheln- den Photographierarbeit Otto Hellers, gut den Eindruck des Unwirtlichen. Ganz alte Revue- fzenen kommen noch einmal zu vollem Erfolg. Doch ist es jetzt allerhöchste Zeit, daß der Regisseur seine Einfallskraft mal kräftig auffrischt, e. b. in allen Sätteln gerecht, geben der Darstellung Niveau. Auch sonst gute, charakteristische Köpfe, Alexa von Engström fällt auf als Chanso- nette von Format.— Wenn man dieses Genre überhaupt zuläßt, ist dieser Film unter seines- gleichen einer der besten. r. Bin SIpkmaAekihn Capitol „Die unsichtbare Front" mit ihrem Kamps der Spionage und Gegenspionage, mit ihren spannenden und aufregenden Verwicklungen und Ueberraschungen, ist der Vorwand zu einem reinen Abenteuerfilm geworden. Ein junges deut- sches Mädchen, das dem Mqdchenpensionat ent- laufen ist, gerät in die Fänge der englischen Spio- nage, entdeckt aber in diesem Lager einen deut- schen Spion und unternimmt mit ihm kühne Gegenzüge in Kopenhagen und London. Es han- delt sich um die Seespionage, und so ist Gelegen- heit geboten, aus älteren Beständen Bilder aus dem Seekriege einzuschalten: Unterseeboote im Kampf mit Panzerschissen, der Abschuß eines Flugzeugs, Zeppeline über London, die Sprengung eines Munitionslagers. Richard E i ch b e r g ver- steht es, an der Hand eines Manuskripts, das es mit jedem Kriminal- und Abenteuerfilm auf- nimmt, wirklich sensationelle Effekte zu erzielen, ohne allzu aufdringliche deutsche Tendenz. Trude von Molo mit ihrem ausdrucksvollen Gesicht und Karl Ludwig D i e h l, höchst gewandt und Verfehlte Idörspiele Vom„Anblick des Friedens" sprach im Programm der Berliner Funkstunde Alfons P a q u e t. Er kündete von der Harmonie und der stillen Güte der Natur, die den Menschen zärt- lich an sich bindet, und die dem, der ihr Wachsen und Walten begreift, in ihrer sinnvollen Schönheit unablässig den Frieden als Grundbedingung alles Lebens predigt. Die Abendsendung„Jürg Jenatsch", Hör- drama nach der Erzählung von Konrad Ferdinand Meyer, war, wie die meisten solcher Bearbeitun- gen, ein Fehlgriff. Die mangelnde praktische Funkerfahrung der neuen Herren beweist sich immer wieder. Eine Sendung, die sich über zwei Stunden erstreckt, kann nur im Ausnahmefall, wenn ihre Problemstellung eine große Hörerschar ungewöhnlich stark packt, zur Wirkung kommen. Trotz ausgezeichneter Besetzung und eindrucksvoller musikalischer Ergänzung erlahmte sicher bei den meisten Hörern das Interesse an dieser Sendunq sehr rasch. Dabei widerstrebt diese Dichtung einer Funkbearbeitung durchaus nicht. Das Schicksal des Mannes, der durch den an seinem schwang«- ren Weib begangenen Mord vom Künder des Friedens zum Krieger wird, und der, da er das Schwert ergriff, durch die Axt umkommen muß, hätte sich auch im Hörspiel anschaulich gestalten lassen. Am Donnerstag ein Hörspiel nach Konrad Gott, Kaiser und Bauer" 99 Historie im Deutschen Theater Julius Ha y, dessen„Neues Paradies", eine simple Episode aus dem romantischen Frühjozia- lismus, kürzlich von der Volksbühne gezeigt wurde, hatte schon vordem eine große historische Maschinerie gewagt, einen kühnen Griff mitten hinein in die Verwesung des Mittelalters, in.die Gebärkrämpje neuer Zeit. Das Stück, das letzten Herbst in Breslau mit Erfolg gegeben worden ist, hieß„Sigismund": es behandelt die mörderischen Kämpf« zwischen dem Luxemburger und Johann, einem der drei Gegcnpäpste, ee wühlt in der Kloake des Konstanzer Konzils und enthüllt das frivole Spiel, das der Kaiser, der ebenso gewalt- tätige wie listige Machtmensch, mit Huß, dem Propheten des armen Voltes, treibt: schließlich entzündet sich an dem Scheiterhaufen des Ketzers der Brand eines frllhkomuniftischen Tumuts, Ziskas Horden rasen. Dies chaotische Gebilde heißt jetzt:„Gott, Kaiser und Bauer." Genau so tref- send oder abwegig, wie es ehedem„Sigismund" hieß: ein aufhellendes Berwechslungsfpiel: dem Stück mangelt die Achse, das zusammenfassende Flußbett. So rasend auch die Wogen des Hasses, der Brunst, des Betruges ausschäumen, es kommt zu keiner einheitlichen dramatischen Gestaltung. Ein Katarakt Weltgeschichte wird gekreuzt, gezick- zackt mit dem Familiendroma eines genialischen, zuletzt dreivertel wahnsinnigen Kaisers und dessen ewigkeitslüsterner Weibhure. Dazu kommt ein Felsenregen von revolutionären Hebelgedanken, von Zynismen und Ketzereien, die gelegentlich bis in die Gegenwart hineinhauen. Kaiser und Papst, Fürsten und Bischöse reißen einander die prunkenen Gewänder vom Leibe, bis sie nackt dastehen, während im Hintergrund ein neues Geschlecht der Bürger und ein noch jün- gerer Schrecken, ein gefährlicher Erbe, der kämp- sende Bauer, sich gespenstisch und doch furchtbar real erheben. In der Empfängnis«in urwüchsiger Entwurf, der gelesen, wesentlich mehr und einheitlichere Bühnenwirkung verspricht. Aufgeführt: im ersten Teil, der sich, groß geartet in einem dämonischen Ringen zwischen Papst und Kaiser entlädt, fesselnd und peitschend, dann aber jäh in alle Winde zer- fahrend. Dies um so mehr, als K o r t n e r den abenteuernden Intriganten auf dem Throne der Cäsaren anfangs scharf und blockhaft mauert, um ihn später und zunehmend in eine Musterkarte des übelsten Virtuosentums entarten zu lassen. Paul W e g e n e r, der den päpstlichen Auswurf gestaltet, erweist sich weit besonnener, als ein ein- prägfamer Künstler. Margarete M e l z e r gab sich alle Mühe, der Kaiserin menschliche Züge und ihre schicksalsdunkle Stimme zu leihen. Mathias W i« m o n n war Huß, in bleicher Haut ein glühender Brand. Spielleiter und Bühnenbildner, Karl Heinz Martin und Ernst Schütte, errangen dein wieder mächtig vorstürmenden Theater Berlins einen grandiosen Sieg. Die Szene des Konzils. ein tosender, schlangenwersender Zusammenprall der beiden Weltregenten,«ine teuflische, von Purpur und Hermelin umwetterte Komödianten- schlacht der Tiara mit der Krone, ist eine Bresche mehr in den berstenden, aber noch immer mäch- tigen Turm der Finsternis. R. Br, Wiedersehen mit Asta Nielsen Mozartsaal Die große Künstlerin des Films ist schon seit einer Reihe von Jahren vom Schauplatz ihrer früheren Triumphe verschwunden. Niemand weiß, warum. Aus einer Ansprache an das Publikum, die sie gestern abend nach ihrem großen Erfolg hielt, kann man entnehmen, daß die Film- beherrscher ihr den Weg versperrt haben. Sie sprach davon, daß Publikum und Künstler sich finden mühten. In ihrem Fall haben sie sich schon gefunden. * Man kann annehmen, daß Frau Nielsen an ihrem neuen Füm, der den nicht gerade glück- lichen Titel„Unmögliche Liebe" trägt, auch in der Anlage mitgewirkt hats Erich W a s ch n e k zeichnet für Regie und Drehbuch. Es ist das Schicksal der alternden Frau, das in dem Film gezeigt wird, es ist zugleich das Schicksal der Frau, deren Vergangenheit man nicht genau kennt, die jedem auffällt, eine ladellose Mutter ihrer nun bereits heiratsfähigen Töchter ist und doch den guten Bürgern irgendwie verdächtig erscheint. Jetzt, wo die eine Tochter verlobt ist und die andere auch bereits auf eigenen Füßen zu stehen beginnt, will die Mutter wieder ihr eigenes Leben leben. Zusammen mit einem hervorragenden Bild- Hauer versucht sie sich als selbständige Künstlerin — bisher hat sie sich als Kunstgewerblerin be- tätigt— Erfolg stellt sich ein. und eine neue Liebe sprießt in ihrem Herzen. Aber das gesellschaftliche Vorurteil, der Unverstand der einen, und die Rück- sichtslosigkeit der anderen Tochter, bringen sie um ihr Glück, um so mehr, als sie erfährt, daß ihr Geliebter eine Frau im Irrenhaus hat. Er- schütternd ist ihr Besuch in diesem Hause, aus dem sie �gebrochen zurückkehrt, wie es scheint, bereit, den Freitod zu suchen. * Frau Nielsen ist auch im Tonfilm chrer großen Tradition treu geblieben. Sie gestaltet mit spar- samen Mitteln in Mienen und Gesten, mit der Reserviertheit, die ihre Kunst immer charakterisiert hat. Sie erinnert oft an japanische Masken, wo- zu auch ihr schwarzes Haar, die dunklen Augen und der feine Mund passen. Ihre Stimme hat warmen Ton, und der etwas dänische Akzent stört nicht. Erich W a s ch n e k hat um die große Künstlerin mit außerordentlichem Verständnis die Mitwirken- de» gruppierte: Ery B o s. die etwas gefall- süchtige und egoistische Tochter, und Ellen Schwannecke, die etwas lausbübische und anhängliche Tochter. Hans R e h m a n n ist der Bildhauer, der dieser Gestalt Elan und eigenes Gesicht gibt. Einen interessanten Typ gestaltet Anton Poitner in seinem Möllenhof. Auch sonst lauter gute Be- setzungen, Julius F o l k e n st e! n hat als Diener neue und höchst amüsante Nuancen, Karl Bal-- Haus ist ein frischer, modernen Junge. Waschneks Regie ist etwas sprunghast, er wechselt die Szenen äußerst rasch und spiell sie nur selten aus, aber das Ganze wird dadurch höchst lebendig. v. Schiffsverkehr über den nördliche» Polar weg? In einer Sitzung des wissenschaftlichen Ausschusses des russischen Zentralvollzugsausschusses haben die Professoren Schmidt und Wiese über das Ergebnis der Expedition des Eisbrechers„Sibirjakow" be- richtet. Wiese bezeichnete die�wissenschaflliche Be- deutung der Expedition als gewaltig und erklärte, daß der große nördliche Weg damit der Schiffahrt erschlossen sei. Nach einer Mitteilung Schmidts soll über diesen Polarweg binnen kurzem ein regel- mäßiger Schiffsverkehr eröffnet werden. Flugzeuge über dem himalaya. Fünf englische Militärflugzeuge haben, wie das englische Lust- sahrtminifterium mitteilt, einen erfolgreichen Lang- streckenflug über bisher unerforschte Gebiete des Himalaya-Gebirges ausgeführt, wobei viele wert- volle Ausnahmen gemacht wurden. Di« Flugzeuge überflogen u. a. auch den rund 8000 Meter hohen Berg Rakaposchi. Ter Kuban-Kosaten-Chor wirkt im WeihnachtS-Pro- gramm im„B a b y l o n mit. „Eine bunte Silvesternacht im Wrangelschloh" wird der Titel des slestes sein, dah Gans Junkermann im Schau spielst aus Steglitz seinem Publikum darbingt. Silvester in der Städtischen Oper. In der Jnszenie- rung von Jürgen Fehling und unter musikalischer Leitung von Paul Breisach veranstaltet die Städtische Oper eine Silvester-Premiers von Ossenbachs„D i» Prinzessin von Travezuot". Lohnabbau um 26 proz. �Vurstkabrilcaiiten spielen verrückt Der verband der Berliner Alcischwarenfabriken E. V. hat den Manteltarisoertrag sowie wie dos Lohnabkommen für die Berliner Aleischwaren-, Wurst- und Konservenfabriken gekündigt. Zweck dieser Kündigung ist. die Zuschlüge für vacht- und Sonnlagsarbeit u m 50 Proz. z u kürzen, die voraussehungen von Lohnbezügen bei Arbeilsunsähigke't infolge Krankheit zu verschlechtern und den Urlaub radikal abzubauen. Die Löhne sollen unter die der Großbetriebe in der Provinz gesenkt werden. 3n Lohngruppe A sollen die Löhne von 1,08 m. aus 88 Pf., in Lohngruppe B von 96 aus 71 Pf. gesenkt werden. Also Lohnabbau bis zu 26 proz. Den Unternehmern scheint selbst nicht ganz wohl bei diesen oerrückten Abbausorderungen zu sein. Während der Verhandlungen hat man nur allge- mein eine„'Ungleichung" der Löhne an die des Ladenfleischergewerbes(Kleingewerbe) gefordert, aber feste Stundenlohnsähe nicht vor. geschlagen. Erst aus das energische Drängen des Vorsitzenden des Schlichtungsousschusses, Gewerbe- rat Körne r, ha«� man dann die Katze aus dem Sack gelassen und die oben angeführten Lohnsätze gefordert. Man konnte es dem Verhandlungs- führer der Unternehmer anmerke», daß sich so etwas wie Schamgefühl bei ihm geltend machte. als er diese Lohnforderungen erhob. Es muß einmal Schluß gemacht werden mit diesem Zustand durch ständige Lohnkürzungen, die Not der arbeitenden Schichten auszubeuten und damit die allgemeine Not zu vergrößern. Die Arbeiterschaft der Wurstfabriken wird sich jeden falls mit allen ihr als Zweckmäßig erscheinenden Mitteln gegen jeden Pfennig Lohnabbau wehren. Der MörtelkonfliN Wie schon berichtet, hatten die drei Berliner Mörtelfirmen Gebr. Tabbert. Gustav Weidner und die Vereinigten Berliner Mörtelwerke A.-G. ihren Arbeitern ab 16. Dezember die diktatorische Herabsetzung der Löhne um 11 Proz. angekündigt. Der Gesamtverband hat sofort alles aufgeboten. um dieses Diktat abzuwenden. Bei den von ihm sofort ausgenommenen Verhandlungen„ermäßig- ten" die Firmenleirunoen ihr Diktat aus 9 Proz., was von den Belegschaften aller drei Betriebe fast einstimmig abgelehnt wurde. Der Gesamt- verband hat daraufhin den S ch l i ch t u n g s- a u s j ch u h angerufen, der oie Parteien zmn Zkis Dezember geladen hat. „Emheitssronl" Zu unserer Notiz„Einheitsfroirt" im„Vorwärts" vom 18. Dezember schickt uns der Kam- munift Willi Ho top folgende Berichtigung: „Es ist nicht„offensichtlich", vielmehr unwahr, daß ich„Verleuindungen in den„Preußen-Adler" lanciert' habe. Wahr ist vielmehr, daß ich mit der Vorbereitung, der Redigierung. der Heraus- gäbe oder Verbreitung dieses Blattes nichts zu mn gehabt, auch nicht von dem Plane, das Blatt herauszugeben, etwas gewußt habe und daher auch nicht in der Lage gewesen sein kann, irgendwelche Mitteilungen in den„Preußen-Adler" zu lancieren." In einem Begleitschreiben drohen die Rechts- anwälte des Hotop, unseren Genossen David S t e t t e r vom Gesamtoerband zu verklagen und auch uns gegenüber die„rechtlichen Folgerungen" zu ziehen, iveil wir ihn verdächtigt hätten, auf Kosten der Staatstheater zu einer Konferenz nach Darmstadt gefahren zu sein und diese Gratisreis» dem Gesamtverband angehängt zu haben. Dies« Grati-reise und die Verleumdungen im„Preußen- Adler" bestreitet Hotop nicht. Er hat aber nicht den Mut. von diesen Verleumdungen abzu- rücken. Er will es nur nicht gewesen sein. Daist die hcrkömniliche„revolutionäre" Methode. Die niederträchtigsten persönlichen Verleumdungen werden gegen die verantwortlichen Vertrauensleute der Gewerkschaften in die Welt lan- ciert. Versucht inan aber einen Verleumder zu stellen, dann will er es nicht gewesen sein. Nicht er, sondern ein anderer dunkler Gesinnungsgenosse ist verantwortlich. lind der„Verantwortliche". wenn es einen gibt, versteckt sich hinter die Immunität seines Mandats. Wir fragen den Hotop, der den grotesken Mut ausbringt, uns mit dem„bürgerlichen Klassen- gericht" zu drohen: 1. Hat er die Gratisreise aus Kosten der Staatstheater gemacht? 2. Protestiert er gegen die schmutzigen Verleumdungen de- „Preußen-Adler"? 3. Oder will er sich nur vor der Verantwortung drücken? Theater der Woche vom 25. Dezember bis 2. Januar Volksbühne. THtatcr am BülompZatz: Oliver Cromwells Sendung. 81., 23 Uhr: Silvester. 5ionzert. Slaakskheaicr. Oper Unter den Lindeu: 25. �ida. 2(i. Die Meistcriwacr von Nürnberg. 27. Nigoletto. 28. Die Hiigenot-ten. 29. Der fliegende Holländer. 39. Die Macht des Schicksals. 31. Eine Nacht in Venedig. 1. Der Rosenkavalier. 2. Der Troubadour. Schauspielhaus am Gendarmeumarkt: 25., 26.. 28. und 29. Faust, I. Teil. 27. und 39. Nora. 31. bis 2. 109 099 Taler. Städtische Oper Charlottcnburg: 25. Lohengrin. 26.. 39. 2. Martha. 27. Freischüh. 28. Madame Butterfln. 29. Mas- kenball. 3i., 1. Die Prinzessing von Trapezunt. Thealer mit festem Spielplan. Xurfürstendamm-Thcater: Glückliche Reise.— Deutsches Theater: Gott, Kaiser und Bauer.— Kammcrspiele: Gfsig und Oel.— Die Komödie: Kolonie.— Deutsches Künstler' Theater: Die Nacht zum 17. April.— Komödieubaus: Das Haus dazwisckzen.— Metropol'Theatcr: Eine Frau, die meist, was sie will!— Theater des Westens: Der brave Soldat Schwejk.— Theater im Admiralspalast: Liliom.— Großes Schauspielhaus: Ball im Savoy.— Lessing. Theater: Der Liebling van Paris.— Theater am Schifsbauerdamm: Das Äutomat�.nbüfett.— Verliner Theater: Au wahr, um schön zu sein.— Komische Oper: Musik um Susi.— Schiller-Theatcr: Robert und Bertram. 26.. III* llhr: Seitere Matinee Joseph Plaut.— Rose-Theoter:'Böhmische Musikanten. 26., ll'h Uhr: Familie Selicke.— Easino» Theater: Alles um Lotti.— Plaza: Bis 31. Der letzte Walzer.— Scala, Wintergarten: Internationales Bariet»-. Rcichshallcn-Theater: Gtettiner Sänger. Nachmittagsvorsteilungen. Kurfürstendamm- Theater: 25., 26. Glückliche Reise.— Die Komödie: 26., 13 Uhr: Dornröschen und 17 Uhr: Ko- Ion je.— Deutsches Künstler' Theater: 25.. 15 Uhr: Rotkäppchen. 23., 26.. i., 17' i Uhr und 27.. 28., 29.. 16 Uhr: Kampf nee Tertia. 26., 1.. 15 Uhr: Kai aus der Kiste.— Metropol-- Theater: 25., 26., 17 Übt: Der Zarewitlch.— Theater des Westens: 26. Der brave Soldat Schwejk.— Theater im Admiralspalast: 25., 26. Die verkaufte Braut.— Komische Oper: 25.. 26.. 1.. Uiu Uhr: Musik um Susi.— Großes Schauspielhaus: 25., 26. Ball im Savoy. 27.. 29., gl. Rosinchens wunderbare Reife.— Theater am Schisil-auer- dämm: 26. Das Automatenbüfett. 28.. 31., 1. Hänsel und Grete!.— Berliner Theater: 26. Gesvenster.— Schiller- Theater: 26.. 28.. 39.. L Dr. Dolittles Abenteuer.— Rose-Theater: 26.. 14'.. Uhr, 27.. 17 Uhr. 29., 39., 16 Uhr: Goldhärchens Himmelfahrt. 26.. 28., 17% Ubr und 1.. 17� Uhr: Böhmische Musikanten.— Tafjno.Theater: 25., 26.. 37. Alles um Lotti.— Plaza: Bis 31. Der letzte Walzer.— Scala: Internationales Variete.— Winter- garten: 25., 26.. 27., 31.. 1. Internationales Barict-.— ReichshalleU'Theater: 25., 26.. 1. Stettiner Sänger. Erstausführungen. Sonntag. Lessillg'Theater: Der Liebling von Paris.— Theater in der Stresemannft raste: Der Mustergatte.— Theater des Westens: Der brave Soldat Schwejk.— Komödie: Kolonie.— Theater am Schiffbauerdamm: Das Auto- matenbüfett.— Tribüne: Karussell.— Schau- spielhaus Steglitz: Ein Mädel ohne Mann.— Freitag. Metropol- Theater: 199 Meter Glück.— Sonnabend. Städtische Oper: Die Prinzessin von Trapezunt.— Renaissance-Theater: Mutter muß heiraten. Rundfunk am Abend Sonnabend, 24. Dezember Berlin: 16.00 Die Brüder Steiner spielen! 17.00. Hansel und Grete!"(Märdienspiel in drei Bildern). 17.45 Unterhaltungsmusik. 18 30 Deutsche Glocke am Rhein. 18.40 Stille Nacht, Heilige Nacht. 19.05 Stille Stunde (Alfred Braun). 19.4« Weihnachtschöre. 20.15 Aus Königsberg; Glocken und Orgeln aus dem Ordensland. 21.00 Orchesterkonzert. 21.50 Cbristnacht. 22.10 Abendmusik. 2345 Aus New York: Weihnaditsgrufi aus Amerika. Aus Stuttgart; Zu Mitternacht im Kloster Weingarten(Hörbericht). Königswuslerhausen: 17.30 Stille Weihnaditsstunde. 19.15 Weihnachtskonzert. 20.00 Hirlenlieder(F. Röhn). 20.15 Weih- nachtskonzert. 21.00 Aus I rankfurt a. M.: Deutschlands Weihnachtsglocken. 21.45 Aus München; Weih nachtskonzert. 22.45 See- Wetterbericht. 23.00 Aus Hamburg: M eih- nacht der Einsamen. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europaprograinm im„Volks- funk", monatl.% Pf., durchfalle„Vorwärts*- Boten oder die Postanstalten. Sonntag, 25, Dezember Berlin; 6.00 Aus Quedlinburg: Christmette. 7-00 Aus Hamburg: Hamburger Hafen- konzert. 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wetter- vorhersage. 10.30 Märchen(Else Beyer). 11.00 Weihnaditsoratorium. 12.45 Blasorchester. 14.00 Heitere Stunde mit Josef Plaut. 15.00 Die Weihnachtsgeschichte in Volksliedern. 15.40 Zeitgemäße Gespräche. 16.00 Orchesterkonzert. 18.00 Aus Frankfurt a. M.; Kunterbunt erzählt ein Abenteuer. (9.00 Job. Brahras. 19.40 Nach großer Fahrt (H. Reimann). 20.10 Orchesterkonzert 21.10 Soldatenweihnacht(W. Bley). 21.25 Orchesterkonzert. 22.00 Nachrichtendienst. Nachtmusik und Tanz. v Königs Wusterhausen; 11.00 See- Wetterbericht, 11.10 Dichterstunde. 15.00 Weihuachtsgeschichten(Maria Menoni). 18.00 Kinder singen Weihnachtslieder. 18.15 Weih- nachtsmusik auf alten Instrumenten. 19.45 Der Mensch des guten Willens(E. Bacmeister). 22.45 See-Wetterbericht. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volks- funk", monatl. 96 Pf., durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Pastanstalten. Montag, 26, Dezember Berlin; 6.15 Funkgymnastik. 6.35 Aus Bremen: Hafenkonzert. 8.15 Mitteilungen für den Landwirt. 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 1 1.00 Schallplattenstunde. 11.30 Reichssendung. Aus Leipzig: Badi-Kantate. 12.00 Mittagskonzert 14.00 Weihnachtsstunde für Kinder. 154)3 Von der Trabrennbahn Mariendorf: Woihnachtspreis. 15.23 Hermann Zilche.r. 164)0 Kamerad Hund(Paul Eipper). 16.23 Unterhaltungskonzert 17.10 Kleine Urwaldsinfonie(L. Koch). 17.20 Unterhaltungskonzert 18420 Christnacht(Weihnachtsliederspiel). 19.20 Unterhaltungsmusik. 20.20 Sportnachrichten. 20.30 Personenver- zeichuis zu der Uebertragung aus der Staatsoper. 20.33„Die Meistersinger von Nürnberg" von Richard Wagner. 21435 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. 24.00 Glocken und Orgeln aus dem Ordensland(Schallaufnahme). Königswuslerhausen: 1 1.00 See- Wetterbericht 11.15 Dichterstunde. 144)0 Musizieren mit unsichtbaren Partnern (Dr. H. Just). 144)0 Schallplattenkonzert (Lieblinge des Publikums). 18.20 Junge Generation spricht 20.00 Aus Königsberg; Funk- potpourri. 22„30 Wetter-, Tages- und Sport- nacnrichten., 22.45 See-Wetterbericht 23.00 Aus London; Tanzmusik, Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Enropaprogramm im„Volksfunk", monatl.% Pf., durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. Detter für Berlin: Zeitweise heiter unä milder mit mäßigen Westwinden.— Zur Deutschland: In West- und Mitteldeutschland milder und größten teils heiter, in Oftbeut i cht emb meist trübe mit ge ringen Niederschlägen und wenig Temperatur- änderung. In Südeutschland Fortdauer des ruhigen und niesiach nebeligen Wetters. Beranlwortlich für Politik: RudolfBrendemühl; Wrlschasl: Theater, Lichtspiele usw. ftaafs Turnier Sonnabend, den 24. Dezember Staatsoper Unter den Linden Geschlossen staatliches Schauspielhaus Geschlossen CASINO-THEATER Lothringer Slrahc 37 iititiitiiinimiiiiiiiuiiiiMiiiimiiiiiiiiiitiiimiiMiiiiiiMiMiMmiiin Heule geschlossen 2 VyrUkUllllgKll Nachmittags 4 und abends 8>., Ulli. In beiden Vorsietlungen AHes um Lotti Posse mit Gesang und fanz von Arnold und Bach, Musik von Walter Kollo. Nicht lange suchen /st r i c ht ig\ ¥ Drei Codonas 6 v. d. Staatsoper Naitto's, 3 Baldors USW. I. Feiertag) F» 4 U. u.8U. 15 II. Feiertag l# Y 4 Uhr III. Feiertag( Kleine Preise Ein wahres Festprogramm: Stadl. Oper Charlottenburi: Fraunhofer 0231 Heute geschlossen VOLKSBÜHNE rheater am BttSowpSazz O I Norden 6536 Heuie geschlossen, sonst täglich 8 üh»; Oliver Cromwells Sendung v. Walter Gilbricht. Regie Heinz Hilperi. I Ul, Schiller Hismarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl> ftJIS Heute geschloss Ab 25 Dez Igi.«14 Ober 60 mal Robert unC Bertram ien a Söneland. Pani Hcidemaon l. Wdhnacntstag 25 üz.nachm 4li Qashplel der Drah&ea Masikbülroe »ansei o.6reiel Romantisdu 0?8r *on E. HumptijiDck Kleine Preise 2. Weihnachtsfeiertag 26 Dez.vorm. HVs HiitZte Matinee Jo-ef Plaut Kleine Pieise nachmitt 4 Uhr jr.OeUitles Absnieuer mit Alfred örect Kleine Pieise! Rurlürstenfl.Ti!. KurfünstCDilamm 209 Tel Bism. 1400 Heute geschloss Abmorg tgl 8'« U. VAiM Reise m Bertucti und Schwabadi iflnsik: Kfinnelce Regie. Peokert Han.« Schindler mit seinen Jaz2-Symphonlkeni Vorwkstif onantemodien HOHiomeniiaus Svhifibauerdanun 25 IeL 0 2 Weid. 6304-05 Heute geschlossen, ab morgen läglicn 814 Uhr Das Haus dazwischen m Sthifftr und hat. tr.cn Musik Spoliansky AiUlltrt. lodar. Tiedlk« sousoizmz: Bintowsky B. B. B. 3endows Bunte Bühne Kottbusser Straße 6 Oberbaam 3300 Heute tzesch.ossan „m a-z" raglid»»> 4 Uhr Sonnt, nachak»V« Kose. i heater GnS« Fmkfuder StnSi 13! Tri. Wridncl ET 3422 Heute geschlossen. I Feiertag, 5.15 und 8-30 Uhr: Böhmische Musikanten 11 45 U. Nachtvorst DleongehüBteEva 2. Feiertag 11 3ü vormittags Familie Sellike 2 it Uhr Goldbirte Hlminllatirt 5 15 und 8 30 Uhr. Rölraiitdi? Husikanfet Großes Sdiauspielhaus An beiden Feiertagen 8 Uhr auch nachm. S1: U(kleine Preise) Ball im Savoy mitCittaAloar Stettiner Sänger , Reichshallen-Th., DönboffpL Hcate geschlossen B.iü'ificiüs Feiertace3.30 zu ermilüisteii Preisen Das Welhnadits- pronramm An neiden Feiertagen Dönhoff-Bretil Variete— Tan/. TELA DER UNZERSTORBARi. NcUZEITL. FASERSTOFF SCHAFFT GESUNDE, BEHAGLICHE WOHNRÄUME IM KLEiNSIEOLUNGS- U.l AUBENBAU DURCH ISOLIEREN DER WANDFLÄCHEN.DECfCEN.�SI M DÄCHER, FUSSB'Q'DEM MIT I ELM ANFRAGEN U. UNTERLAGEN BEREITWILLIGST DURC. EMIL ZORN A.G. 23. BERUN-HEINERS-ORf Der soiialdemokratische Abreißkalender 1933 ist neu erschienen. In Kupfertiefdruck berge« stellt, ist er ein schönes Geschenk für den Weih» nacbtstisch. Der Preis ist herabgesetzt und kostet statt 2.00 RM nur 1.75 RM Er ist bei allen Zeitungs» boten, Vorwärrs-Abgabe» stellen und Parteibuch- bandlungen oder direkt bei der Vorwärts Buch» druckerei, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, zu haben IS « I r k s a n sind die KLEINEN ANZEIGEN in derGesaimaDiiase 4m•Vorwäm** and BEILAGE Eduard föernjflelii/ Erinnerung an meinen Taler SONNABEND, 24. DEZ. 1932 Eines Eisenbahners WeihnacM Meines Vaters wie auch der anderen Familienmitglieder liebstes Fest war das Wechnachtsfelt, da- wir nach deutscher Sitte feierten. Graste Ge° schenke gab es freilich nicht, dazu reichte bei dem Kinderreichtum das Führereinkommen nicht hin. Die Jüngsten bekamen ganz billiges Spielzeug, die Aelteren zumeist Gegenstände, wie Schulutcnsilien und dergleichen, die sie ohnehin haben muhten, und daneben noch das eine oder andere Spiel- gerät, das der Voter unter dem Vorwand, es sei sür die Kinder des Kollegen soundso bestimmt, an einem in einer Ecke des Schlafzimmers stehenden Schraubstock selbst angefertigt hatte. Eine Zeit- lang bekam auch jedes, das lesen konnte, eins der Weihnachtsbücher, die dem Onkel als Rczensions- «remplar« zugegangen waren. Der Sie Spannung rege haltende Gedanke cur eine mögliche lieber- raschung war also nicht ausgeschlossen. Den Haupt- reiz bildete jedoch die Herrichtung und Aus- schmückung des Weihnachtsbaumes, woran austsr den Kleineren olles sich beteiligte. Es gab da nichts, was nicht im Hause selbst verrichtet wurde. Deu Baum brachte der Voter von der Reise mit. wo er ihn an irgendeiner Station in ganz rohem Zustande um ein paar Groschen erstanden hatte, und den er nun mit einem Arbeitsmesser selbst zurecht schnitzte. Eigenes Fabrikat war die Ritsche, die als Untersatz zu dienen halte, eigenes Fabrikat die langen Stäbe mit Haltern von Blech, in die oie Weihnachtslichte eingesetzt wurden, eigenes Fabrikat selbstverständlich die Netze und Ketten, mit denen der Baum behängt wurde. Ihre An- sertigung mit Hilse von Schere und Klcbestosf wurde den Kindern im Alter von 1l> bis 14 Iahren überlassen, was eine große Freude war: Sa* Behängen des Baumes übernahmen ältere Ge- schwister. Neben Ketten und Netzen kamen für diesen Zweck hinzu etliche Stücke besseren Zucker- Werks, die noch dem Fest sorgsältig wieder abgenommen und von Jahr zu Jahr vererbt wurden, um so oft als möglich denselben Dienst zu leisten, und hin.;ugekauste ganz billige Pfesser- kuchenstücke, die beim Plündern des Baumes ebenso wie die in die Netze gelegten Aepscl ver- , zehrt werden durften. Wenn dann am Heiligabend die Eltern in der Borderstube die Geschenke aufbauten, sangen w r , Kinder in der von uns.absichtlich dunkel ge- bastenen Schlafstube volkstümliche Weihnachts- lieber, unter denen, als ich schon ein Wort mit- zureden hatte, das mir ans Herz gewachsene „Stille Nacht, heilige Nacht" nicht fehlen durfte. Denn wenn ich auch nicht zu Jesus betete, zweifelte ich doch nicht, daß er gelebt und gelitten hatte und empfand für ihn das stärkste Mitgefühl. lind wie erhöhte alsdann, wenn die Tür.zum Vorderzimmer geöffnet wurde, der Weihnachts- bäum mst den brennenden Lichtern die Fest- stimmung. Zu einer Zeit, die für die Zimmer- beleuchtung weder das elektrische Licht noch das Gasglühiicht, ja nicht einmal das Petroleumlicht kannte, fühlte man sich beim Licht des Weihnacht-- baumes merkwürdig gehoben. Es lag wirklich eine Weihestimmung auf den Gemütern. So bei uns am Weihnachtsheiligabend des Jahres 1862. Die Bescherung war eben vorüber, wir Kinder beschäftigten uns mit den erhaltenen Geschenken, mein« Mutter steckte die frisch- gewaschenen weihen Gardinen an, die, da die Lichter am Baum iwckz brannten, das feierliche Aussehen der Stube nicht wenig erhöhten, und mein Vater, dem der Bescherungsakt wie immer, ein kindisches Vergnügen bereitet hatte, setzte sich eben behaglich auf«inen Stuhl am Tisch, um dem Treiben der Kinder zuzuschauen, da klopft es an der Tür und auf das„Herein" betritt der Sohn eines Kollegen meines Vaters das Zimmer und legt los:„Herr Bernstein, mein Vater bittet Sie. ihn heute für den Nachtzug zu vertreten, er hat sich einen Finger erfroren." Daß mein Vater der Bitte Folge gab, konnte ich allenfalls begreifen, obwohl es kein kleines Opfer war. Denn der 25. Dezember war sein Geburtstag, wo am Nachmittag neben anderen Besuchern sein von chm mehr als je verehrter Bruder Aron mit feinen Kindern sich einzustellen pflegte, und es in schöner Heiterkeit zuging. Aber daß Vater keinen Ton des Unmuts über die Zu- mutung vernehmen lieh, das wollte nicht in ineinen Kopf hinem. So aber geschah es. Ohne den geringsten Versuch eines Einwandes stand er auf, schritt zur Ecke des Zimmers, wo sein Schafpelz hing, zog ihn an, küßte meine Mutter, sagte uns Kindern gute Nacht, und hinaus ging es in die recht kalte Winternacht. Aus Eduard Bernstein:„Pen IWV bis 1872, Kindheit und dugcndiahrc"(Berlah Erich Reist, Berlin 1926). fßruno Srhiitilank: Winlerliehe ffiirke Winterliche Birke, ach, Geliebte! Sehneelast beugt dein zamies Haupt zu Boden, Reif und Eis umkrallen defce Glieder. Sag', wo ist der warme FrShlingsodem, Wo sind deiner Sänger süße lieder? Ach, sie lassen dich den Wintersehauern. Du auch einsam in den schwersten Stunden! Meine Seele kann nur mit dir trauern Und mein Blut erwärmt dich kaum. Sag', was singst du Und wie klingst du, Wenn ich deine Zweige streichle. Und wie rauscht dir Frühlingsblut durchs Holz Und wie spürest du den Kreislauf stolz Der Gezeiten, die das]ahr dir bringt. Ach, ich Tor, Oer mutlos sich verlor. Zittert Sternlicht über deinen Scheitel, Gleißt die Sonne heiß und schwer, Klagt der Herbstwind; Alle Welt ist eitel! Oder neigst im grünen Meer Wipfel du zum andren Wipfel, leise schauernd, Zitternd selig In der frühlingslauen Luft? Winterliche Birke, Du Geliebte! Qünlher ßirkenfeld: &iinf ffiücher E f I a d B e y: Mohammed. Wer künftighin Mohammed und das Wesen des Islams kennenlernen und verstehen will, der wird zu diesem Werke greifen, dos Esfad Bei) bescheiden eine Biographie nennt. Es ist mehr, ist nämlich nicht nur diktiert von umfassen- der Sachkenntnis, sondern auch vom inneren Wissen um die Bedingungen des Bluts und des Lebensraums, aus denen die Sendung des Pro- pheten van unscheinbaren Anfängen bis zur Welt- rcligion erwuchs. Dieses Werk ist selbst durch und durch orientalisch und mohammedanisch. Das ist das letzte und seltenste, was ein Biograph er- reichen kann. Die Macht des Wortes, durch das der Prophet siegte und das er mehr fürchtete als .die Spitze des Schwerts, übt auch in diesem Buche. seinen Zauber Es liest sich wie eine jener alt- orientalischen Heldenlegenden, die von den Wüstendichtcrn zum Rhpthmus der schreitenden Karawanen erdichtet wurden. Und ist doch blut- volle, kämpferische, von Ekstasen interpnnktierte Menschenwirklichkeit! Anna Seghers: Die Gesährten. Im herben Stil eines Chronisten, so, als handelte es sich etwa um die Christcnverfolgungen in Rom Kaiser Neros, berichtet Anna Seghers von der sichtbaren und unsichtbaren Gemeinschaft der Männer und Frauen, die heute in allen Ländern sür ihre kommunistische Ueberzeugung Verfolgung, Folter und lange Gefangenschaften. stete Gefahr, Elend und Heimatlosigkeit auf sich nehmen. Mag man über den Kommunismus denken wie man will, mag man all diese Opfer sür sinnvoll oder sinnlos halten: der Heroismus und die unerschütterliche Kameradschaft, mit der hier gelitten und gekämpft wird, muß auch dem Andersdenkenden Respekt abnötigen. Daß Menschen auch heute noch und immer wieder für einen Iflach Sibirien Ein SiinderSchickSal/ Ton Qrigory OSeiieroSS XIII. (Schluß.) Nun stegt kein Schnee mehr auf der Sttahe. man hört die Räder über das Steinpflaster holpern. jäh kommt der Frühling. In einer Woche, heißt «s, geht unser Transport ab. Ich freue mich. Aber die Mutter läuft von einer Kommandantur zur anderen, von einem Vorgesetzten zum andern, weint beständig und zieht die zitternden Hände durchs Haar. Ich verstehe nicht, was ihr fehlt, warum sie weint. Und als die Abreise auf den morgigen Tag fest- gesetzt wird— da fängt Mutter gar nicht mit dem Einpacken an, und, und ich erschrecke. Die Oberaufseherin läßt sie noch einmal rufen— zu- rück bringt man sie auf einer Krankenbahre. Man legt sie auf die Pritsche nieder, und sie erkennt niemanden. Ich weine und küsse sie und rufe sie; sie sieht aus mich aus verglasten Augen, sie bc- wegt leise die Hände und gibt keine Antwort. Iukhät ist nicht zu sehen, sie sitzt irgendwo in einer Ecke versteckt. In all den Nächten vorher hatte sie sich fest an mich geschmiegt und mich um- armt und gezittert und geweint. Und diesen ganzen Tag hindurch hat es in unserer Kammer ge- brodelt, gekocht, man ist gelausen, hat geschrien, hat Strohsäcke aufgerissen und Gepäckstticke überall hin verstreut— und diesen ganzen Tag hindurch habe ich Iukäth nicht gesehen. Darum will ich ihr in dieser Nacht sagen, daß es mir allein lang- weilig ist. Aber in dieser Nacht liegt Iukhät nicht mehr neben mir... Ich erschrecke und suche sie. Am andern Ende der Kammer sind alle Zigeunerinnen versammelt. Dort liegt Iukhät auf einem Stapel von Kissen, und die Zigeunerinnen hantieren mit ihr. Ihr Gesichtchen ist rot. sie wälzt sich und plappert viel Rasches, Zigeunerisches, und ruft nach mir. Ich will hin zu Iukhät, aber die Zigeunerinnen oer- treiben mich und die Lampe erlischt. Ich wimmere die ganze Nacht und wimmere leise:„Iukhät... Iukhät..." Am anderen Morgen ist unser Transport im Hof versammelt.?llle sind vergnügt, alle'chwatzen und tauschen Sachen mit den Herumstehenden. Die Mutter ist wieder in die Kommandantur gegangen. Ich suche Iukhät und finde sie nicht. Endlich aber entdecke ich die alte Zigeunerin, versteckt unter den anderen. Sie hält Iukhät in den Armen, eingehüllt in ein Tuch, Iukhäts Augen sind geschlossen.— „Ordnet euch!" Man treibt mich fort.— „Marsch!" Sie gehen.— „Iukhät!! Iukhät!!" Sie öffnet die Augen, sie erblickt mich, sie streckt ihre Händchen nach mir aus und fleht nach mir, sieht,.. sieht... Sie sind aus dem Hof. Das Tor schließt sich. Ich höre noch die Pantoffeln über die Steine der Straße klappern. Im Hofe ist niemand mehr. Leer... Alles leer. XIV. Iukhät ist nicht mehr da. Nirgend» zu sehen. Ich suche sie überall. Nicht da. Nicht da. Der Mutter ist verkündet worden, daß sie mich nicht mitnehmen darf nach Sibirien, weil ich älter als sechs Jahre bin— schon neun. Die Mutter hat sich bei allen vorgesetzten Behörden bemüht, aber sie hat nichts erreicht In einem Monat, mit dem nächsten Transport, muß sie fahren, ohne mich: oder sie kann mit den Kindern zurück nach Haus. Dann müßte der Vater allein reisen. Ich begreife nicht rechr, was da? alles bedeutet Ich suche nur Iukhät. Der Mutier redet man zu: es werde hier für mich viel besser sein, in eine Schule wird man mich schicken, gute Leute wer- den mich großziehen. Ein Rabbiner kommt und redet streng aus die Mutter ein. Fürsorgedamen kommen täglich. So oergeht ein ganzer Monat. Die Mutter erzählt mir üflärchen Einen tüchtigen Kerl wird man machen aus mir man wird mich lehr lieben: ich werde reich sein: werde in schönen Karossen herumfahren, werde Diener und La- kaien haben. Aber sie weint dabei und gräbt sich ihre Nägel ins Gesicht. Und dann schreit sie aus: „Söhnchcn mein. Trost mein, Krone mein, Herz mein, nein, nicht doch, die Mamma w'rd dich nicht weglassen... man wird ihr nicht das Vögelchen wegnehmen... Söhnche Hab keine Angst! Oh ihr Mörder, was wollt ihr von mir. oh ihr!" Sie liegt auf der Pritsche, sie bedeckt mich mit ihrem Körper, sie matt mir wieder die Zukunft aus; ich soll sie nicht vergessen, obwohl die Lehrer sehr gut sein werden... „Ich stehe am Zaun im Hof, und spähe auf die Straße. Es dünkt mich, drüben sei Iukhät, in jenem schönen Hause, und winke mir zu mit ihrem Händchen. Es scheint mir. als stehe Iukhät dort auf der Treppe. Ich gehe herum, ich suche sie überall. Iukhät ist durchs Tor gegangen aus die schöne Straße. Ja, dort ist Iukhät, und dorthin will ich auch.„Mama", sage ich,„ich will weg von hier. Komm, wir wollen fahren. Ich will in die Schule." Die Mutter heult und verwünscht sich. Ich gehe auf meine Pritsche und scharre mit der Hand über den Strohsack Nicht-. Man führt mich zum Vater, um Abschied zu nehmen. Vater weint. Man kann ihn nicht von mir wegreißen.„Ein Iud' sollst du bleiben! Vcr- giß nicht deinen Bater!..., deine Mutter!... Mein Sohn— mein Sohn!.." Man bringt mich zurück zur Mutier Sie liegt aus mir den ganzen Tag, bis zum Abend. Tränen lropsen unaufhörlich auf mein Gesicht, naß und heiß. Aufseherinnen kommen. Man zieht mich an. Mutter sitzt reglos und wortlos auf der Pritsche. Nur ihre Augen starren mich an, merkwürdig blind. Ich denke nach: wohin führt man mich? Auf die schöne Straße? Zu Iukhät...? Man sührt mich in den Korridor. Eine winzige Lampe flackert unruhig. Zwei Herren warten aus mich. Sie nehmen mich an der Hand und schieben mir Konsekt in die Taschen. „Söhnche! Mein Söhnche!!" Der Schrei fährt mir durchs Hirn, reißi mir durchs 5)erz. Die Mutler entwindel sich den Auf- seherinncn und stürzt zu mir. Man reißt sie von mir weg. Sie fällt mit dem Kops aus die Stein- fließen. Man schleppt mich eilig fort-- Und plötzlich verstehe ich alles. Ich reiße mich los, laufe schreiend zurück: „Mama! Mama! Mama— a— a— II" XV Iukhät ist aus dem Weg nach Sibirien gestorben Ihr Grab liegt unter einer tiefen Schneedecke. Sie ist in der Stadt, w die man nur Im Traume gelangen kann. Glauben täglich ihr Leben einsetzen das ist in jedem Falle groß und denkwürdig. Und mehr wallte Anna Seghers ja nicht sagen. Sie hat es schlicht und eindrucksvoll gesagt. Julien Green: Treibgut. Ein Roman von morbiden, müden, sebensun- fähigen Bürgern. Man denkt an einen über- alterten einst sehr kostbaren Stoff, der bei der geringsten Reibung knirscht und reißt wie Zunder. Julien Green ist Meister in der Schilde- rung der subtilen inneren Prozesse, er sieht, was unter der Haut vor sich geht und besitzt die magische Fähigkeit, den Leser zum Mitwisser zu machen Das Buch also eines delikaten, schon überfeinerten Franzosen,— nichts für Leute, die im üblichen Sinne unterhalten sein wollen. Würde ich hier den Inhalt angeben, so würde man ausrufen: wie fad. welche Armseligkeit! Und dennoch! Feinschmecker werden nicht mehr loskommen, werden das Gefühl haben, als wohnten sie einer virtuosen Operation mit unsicherer Diagnose und ungewissem Ausgang bei. Die Uebertragung von Friedrich Burschell ist musterhaft. Joses Breitbach: Die Wandlung der Susanne Dasseldorf. In diesem Koblenzer Roman aus der Zeit der amerikanischen Besatzung ist alles safttg und deftig, bunt bewegter und mit starken Hand- lungen ausgefüllter Vordergrund. Ein sehr sinn- lichcs und sinnenhaftes Buch. Nichts für prüde Gemüter. Das Ganze liest sich wie ein Nick Carter. Man kann nicht mehr aufhören und überfährt die richtige Holtestelle. Immer hart an der Grenze des Kitsches entlang. Manchmal ist es schon Kitsch. Oft wird der Autor ärgerlich breit und erklärt nachträglich plump und genau, was er vorher schon sehr eindringlich geschildert hat. Zu redselig. Hier hätte der Verlagslektor ener- gisch eingreifen müssen. In der Dichtung ist weniger meistens: mehr. Und man weiß auch schon nach den ersten Kaptteln, daß die Susanne ttotz aller stolzen Abwehr den amerikanischen Major heiraten wird. Und dennoch, ttotz dieser kapitalen Fehler: man kommt nicht mehr los. Weil der Autor äußerst impressiv und lebendig zu schil- dern versteht Alles ist durchblicket, hat eigenes Temperament und die richtige Farbe. Bei stärkerer Bindung und Bändigung kann diesem Taleick noch mal eine bedeutende Leistung gelingen. Marieluise Fleißer: Andorranisch� Abenteuer. Marieluise Fleißer besitzt das, was Vreitbach noch fehlt: den Abstand, die überlegene Formung bei aller Ouicklebendigkett und Fülle. In ihrer herzhasten Weltfreudigkeit schwingt Melancholie, und ihr Humor hat, wie aller echte Humor, etwas Schmerzliches und Schmerzendes. Sie weiß sehr viel, diese Frau. Das oerrät sich etwa, wenn sie, scheinbar spielerisch, von„Pardelrollern, Wickel- bären und Kusimansen" erzählt. Und so originell und drastisch sie samt ihrem Mann und Dichter Draws-Tychsen auch austtitt, in Schweden oder im spanischen Andorra: um den Mund, der so übermütig lacht und so witzig komniandiert, ver- bleibt ein resignierter Zug.— Manches Gewollte, zum Beispiel in der letzten und schwächsten Er- Zählung„Hölderlin in einer Berliner Kneipe", nimmt man gern mck in Kauf, auch manches Zu- viel, etwa im kleinen Raubtterhaus. Dieser schmale— übrigens sehr geschmackvoll cuisgc- stattete— Band mck sieben kleinen Geschichten ist proppeooll von echter und reifer Menschlckhkeck. Die Bücher erschienen im Bering Sufta».»repenheuer. BerR». i Sport an den Feiertagen „Wir bauen eine neue Welt!" Unter diesem Motto veranstaltet die Freie Turn- und Sport- Vereinigung Notvawes von 1894 am ersten Weih- nachlsfeiertag um 19 Uhr in Nowawes, Gesellschaftshaus„Zur Turnhalle", eine Bühnenschau. Aehnlich wie bei den erfolgreich stattgesundenen Neranstaltungen Berliner Bereine werden auch die Nowaweser Arbeitersportler einen Querschnitt vom Turnbetrieb zeigen. Ueber den Rahmen einer Bühnenveranstaltung hinaus wird diese Schau den Charakter einer proletarischen Weih- nachtsfeier tragen. An die Nowaweser Arbeiter- schaft ergeht der Ruf zur Teilnahme an diesem Weihnachtsfest der Arbeitersportler Im Zeichen der Eisernen Front begeht der Arbeiter-Turn- und Sportverein Friedrichsfelde am ersten Feiertag in Tempels Festfälen, Friedrichsfelde, Prinzenallee, seine traditionelle Weihnachtsfeier. Freunde des Arbeitersports haben Gelegenheit, einen Einblick zu gewinnen in den Betrieb der Arbeitersportler. Anfang 19 Uhr Eintrittspreis 69 Pfennige. Weihnachls-Werbeveranftallung der Freien Turnerfchaft Britz 1L88. Am ersten Weihnachtsfeiertag, 17 Uhr, veranstaltet die Freie Turner- schaft Britz 1888 in Beckers Festfälen, Britz, Chausfeestr. 97, ihr 44. Weihnachts-Werbeturnen. Gymnastik und Geräteturnen sollen den Wert des Arbeitersports für die Erhaltung der Gesundheit zeigen. Eintritt für Arbeitende 73 Pf., für Er- werbslose 39 Pf. Die Gruppe Neukölln der Freien Schwimmer Grotz-Berlin veranstaltet am 2. Weihnachtsfeiertag, vormittags 19 Uhr. in der Aula der Karl-Marx-Schule, Neukölln, Kaifer-Friedrich- Straße, für ihre Kinderabteilung eine Winter- Sonnenwendfcier. Alle Freunds des Schwimm- fports find herzlichst eingeladen. Eintritt frei. Ferner machen wir daraus aufmerksam, daß bei eintretendem Frostwetter die in Verbindung mit der Wintersportsparte aus unserem Gelände an der Grenzallee-Brücke hergerichtete Sport-Eisbahn allen Genossen gegen eine Gebühr von 19 Pf. für Erwachsene und 3 Pf. für Kinder zur Verfügung steht. Dort werden auch Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene abgehalten. Weihnachlswaldlauf in Aeuköll». Am 1. Weih- Nachtsfeiertag veranstaltet der Arbeiter-Sport- Verein Neukölln im Neuköllner Sportpark einen Weihnachtslauf Es wird in gefchlosfenen Gruppen, ferner für Mittelstreckenläufer, Sprinter, An- fäuger und Sportlerinnen gelaufen. Ablauf um 19,13 Uhr vom Umkleidelokal Krüger, Emser Straße 86. Um 19.48 Uhr Eintreffen aller Gruppen auf Platz 2 im Sportpark und gemein- same Weihnachtsgymnastik. Nach anschließendem Trainings- und Sckiaulaufen Morgenfeier im Um- kleidelokal. Gäste und Interepenten find zu der Veranstaltung freundlichst eingeladen. Der Turn- und Sportverein Eiche-Köpenick spielt am 2. Weihnachtsfeiertag gegen den FSV. Pankow. Der Sieger dürfte i» Pankow zu finden fein. Eine Ueberrafchung ist jedoch nicht aus- geschloffen. Der Rudsrverein vorwärls veranstaltet am zweiten Weihnachtsfeiertag auf dem Sportplatz in Lichtenberg, Normannenstraßs, sin chandball-Blitz- Turnier. Außer den 4 Mannschastsii des Veranstalters ist auch noch der Kanu-Versin UndiNe beteiligt. Gespielt wird von 8.39 bis 12 Uhr. Arbeiler.hockcy. Das Spiel der kombinierten Mannschaften von ASV. Pankow u. Tennis-Rot I und II am zweiten Feiertag auf dem Sportplatz Ost, Laskerstraße, beginnt nicht um 14 Uhr, sondern bereits um 13 Uhr. * Weihnachts-Eisfefl im Sportpalost. Das eis- sportliche Weihnachtsprogramm im Berliner Sportpalast stellt sowohl den Eishockeyfreunden als auch denen des Kunstlaufes wieder erlesene Genüsse in Aussicht. Die Edmonton Superiors au« Kanada werden sich an den beide» Feiertagen der ersten Garnitur des Berliner Schlittschuh- Clubs zum Kampfe stellen, nachdem die Zu- samnlenstellung einer Europamannschaft an der Unabkömmlichkeit der in Frage kommenden aus- ländischen Spieler scheiterte. Auch diesmal wieder wird es Kunstlauf in höchster Vollendung geben. Die in Berlin bereits populär gewordenen Wiener Paare Frau Gaillard-Petter und Frl. Papez- Zwack werden diesmal im Verein mit der Welt- Meisterin Sonja ftenie für restloses Gelingen der Veranstaltung sorgen. Eröffnung des Eisstadions Zrlednchshain. Noch- dem alle technischen Einrichtungen glänzend funk- tionieren, wird am 1, Weihnachtsfeiertag. vor- mittags 9 Uhr, die neue Freiluft-Kunfteisbahn Friedrichshain ihre Pforten öffnen. Die Eintritts- preise an Sonn- und Feiertagen betragen für Erwachsene 73 Pf., für Kinder 33 Pk An Wochen- tagen werden 69 Pf. bzw. 23 Pf. erhoben Skispringe« Weihnachten. Eine Fülle von Ski- sprungkonkurrenzen ist für die Weihnachtstage vorgesehen, aber wie es bisher aussieht, wird kaum damit zu rechnei sein, daß alle die vorge- sehenen Veranstaltungen auch glatt durchgeführt werden können. C» fehlt noch sehr viel Schnee. Hoffentlich stellt er sich noch bis zu den Feiertagen ein, damit die zahlreichen Skifportfreunde, die an den Feiertagen im Gebirge weilen, auch auf ihre �rbeftersportückss und anderes Kosten kommen. Besonders viel Beschäftigungs- Möglichkeit finden die Skispringer des Erzgebirges. Auf Deutschlands größter Anlage, der Hanns- Heinz, Schanze in Iohann-Gsorgenftadt, soll am ersten Feiertag gesprungen werden, und zwar unter Mitwirkung des norwegischen Olympia- siegers Birger Ruud. Auch Oberwiesenthal und Roßwein laden zu Gaste. Die bayerische Garde ist am 23. Dezember in Garmisch an der Haus- bergschanze, am zweiten Feiertag in Partenkirchen an der Gudibergschanze versammelt. Am Montag soll auch die neue Anlage in Altenberg in Sachsen eingeweiht werden, die besten Springer aus Schlesien und Deutschböhmen werden am gleichen Tage an der Strischek-Schanze in Bad Reinerz erwartet. Von den Veranstaltungen der Schweiz interessiert vor allem das Springen auf der Olympiaschanze in St. Moritz, an dem die besten Schweizer teilnehmen werden. lind die Boxer: Wer wird deutscher Halbschwer- gewichtsmeister? Von den verschiedenen Box- Veranstaltungen, die für die Feiertage angesetzt sind, erheischt die des Hamburger„Punching" am 26. Dezember das meiste Interesse. Im Mittel- punkt des Programms steht der Kampf zwischen dem deutschen Mittelgewichtsmeister Erich Seelig und dem starken Adolf Witt um den Titel eines deutschen Meisters der Halbschwergewichtsklo sie. Daß Seelig zu diesem Kampf antritt, ist gewisser- maßen nur ein Notbehelf, zu dem man nach dem völligen Versagen des Titelanwärtes Hartkopp, der ohne Ausscheidungen zum Titelfight zu- gelassen werden sollte, griff. Weihnachten im Spichernring. Das Box- Programm, daß der Kleinring in den Berliner Spichernfälen am dritten Weihnachtsfeiertag, 27. Dezember, zur Abwicklung bringt, steht jetzt fest. Im Mittelpunkt des Abends steht das Re- vanchetreffen zwischen Hein Domgörgen und Trollmann, die sich vor kurzem an gleichen Stelle unentschieden trennten. Im Halbschwergewichts- kämpf trifft der in Berlin debütierende Ham- burger Klockemann mit Eggert-Spandau zu- sammen und im Federgewicht stehen sich Bart- neck-Breslau und Stegemann-Berlin gegenüber. Fußballspiele. Tennis-Borussia hat sich die Elf des Wiener Sportklub für den ersten Feiertag nach dem Poststadion verpflichtet. Von den Wienern weiß man, daß sie neben Vienna, Rapid und Austria zu den besten und stärkstes' Wiener Mannschaften gehören.— Das Spiel des zweiten Feiertages ist das Finale um den Verbandspokal zwischen Hertha-BSC. und dem Berliner Sport- verein von 1892 im Poststadion— Am Gesundbrunnen tragen Minerva und Norden-Nordwest das Rückspiel um die Punkte aus. Vor wenigen Tagen gewannen die Nordleute knapp, diesmal müssen sie einfach gewinnen, um nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel gezogen zu werden— Der VfB. Pankow empfängt die tüchtige Elf von Kottbus 98. Der Radsport an den Weihnachtstagcn. Wie in allen Jahren herrscht auch diesmal an den Weih- nachtsfeiertagen im Radsport Hochbetrieb. Die jetzt unter der Leitung des Berliner Rennfahrers Paul Kroll stehende Winterbahn in Breslau eröffnet ihre Saison mit einem Achtstunden-Mannschafts- rennen, das am ersten Weihnachtstag um 9 Uhr abends beginnt. Für dieses„Die Nacht" betitelte Rennen sind folgende zwölf Mannschaften ver- pflichtet worden: Dinale— Bresciani, Bras- Penning— v. d. Heyden, H. Aerts— Haefendonck, Smets— Haegelfteen, Tietz— Rieger, Preuß— Re- stger, Thierbach— Siegel, Junge— Maczynski, Buse— Sieronski, Wolke— Kutz, Kupke— Hanke und Müller— Pietz. Ein erstklassiges Programm bietet die Westfalenhalle in Dortmund am zweiten Feiertag. Den Großen Weihnachts-Preis der Dauerfahrer bestreiten Erich Möller, Metze, Loh- mann und der Engländer Grant, während im Amateur-Flieger-Kriterium u. a. Frach— Breslau, Merkens— Köln, Groß— Dortmund, Walter— Leipzig und Lorenz— Chemnitz zusammentreffen. Ebenfalls am zweiten Feiertag finden auch in der Festholle zu Frankfurt a. M. Radrennen statt. Im Mittelpunkt steht hier ein Dreistunden-Mann- fchaftsrennen, an dem u. a. Schön— Buschenhagen, Pisnenburg— Göbel, Rausch— Hürtgen, Jims- Oesterreich, Vopel— Korsmeier, Gebr. Nickel, Medri— Piano, Siehl— Reiländer und Lehmann— Altenburger teilnehmen. Trabrennen. Am 26. Dezember findet jber letzte diesjährige Renntag auf der Trabrennbahn in Berlin-Mariendorf statt. Im Mittelpunkt des guten Sport verheißenden Programms steht der Weihnachtspreis über 2499 Meter für die gute Jnländerklasie. Die Ski-Ausrüstung Vom Görlitzer Bahnhof und auch von anderen Bahnhäfen fahren zu Weihnachten viele spart- begeisterte junge Menschen mit ihren Schnee- schuhen und all dem Zeug, das zu einer rechten Schneeschuhwanderung gehört, hinaus in die Täler und Höhen der deutschen Gebirge. Von Jahr zu Jahr wird die Zahl derer, die die Müggel- berge als ein erträgliches Skigelände schätzen, größer. Aber allen Wintersportzügen zum Trotz, ist der Skilauf bei uns etwas nicht Alltägliches. Die Schönheiten des Skisports können eben nur im Gebirge wirklich ausgekostet werden. Was gehört zu einer richtigen S k i a u s- r ü st u n g? Da sind zunächst einmal die Stiefel. Wer aus den Schnee geht, soll und muß sich seiner Füße annehmen: der Schneestiefel soll so wasserdicht sein, wie ez nur irgend möglich ist. Wer nicht ins Hochgebirge geht, kann Stiefel mit glatter, ungenagelter Sohle wählen, doppelt oder dreifach von Hand genäht und so verpaßt, daß man über die Strümpfe noch ein paar dicke, wärmende Socken aus Kamel- oder Ziegenhaar ziehen kann. Dann nmß der Schuh nicht zu lose und nicht zu fest sitzen, denn sonst gibt es Blasen oder Frostbeulen, Erscheinungen, die den Sport durchaus nicht zu einer Freude werden lassen. Der vernünftige Arbeitersportler wird Mode- faxen nicht mitmachen. Er wird eine zweck- mäßige Kleidung wählen: Lange Hose, die den Schnee nicht festhält, Jacke, die ain Hals und an den Aermeln gut schließt und dem Schnee den Zutritt sperrt, wenn man einmal„niedersetzen" muß, was ja nicht nur dem Anfänger passiert. Diese Kleidung ist für beide Geschlechter die best«. Dann einen guten Kopfschlauch: erfroren« Ohren tragen auch nicht zur Erhöhung der Freude an» Winter und seinem Sport bei. Unter keinen Umständen Schundware kaufen! Schneeanzüge muß man strapazieren können. Langt das Geld nicht für diesen Winter, dann ist es besser zu warten und zielbewußt zu sparen, bis man das Beste und Zweckmäßigste besorgen kann. Dazu eine Windjacke und einen guten Pullover, Faust- Handschuhe, Schneebrille und auch Salbe gegen Sonnenbrand, sowie den Rucksack, am besten einen mit Traggestcll, so ausgerüstet kann man sich ins verschneite Gebirge wagen. Was die Ski selber anbetrifft, so gibt es da allerlei Sorten Für ältere Personen sind sogar sehr brauchbare Kurzskier zu haben, die etwas breiter wie die gewöhnlichen sind und das Laufen erleichtern. Efchenfkis sind billiger und leichter als solche aus dem harten Hickoryholz. Sie ge- nügen für den Anfang und meistens auch später. Man nehnie ungelackte Skier und achte aus gleich- mäßige Maserung. Das ist wichtiger als Ausputz. Es gibt viele gute Bindungen und von jeder Marke wird behauptet, daß sie die beste fei. Auf alle Fälle müssen Stiesel und Schneeschuhe gut zusammenpassen. Darauf ist beim Einkauf zu achten. Also erst einmal die Stiefel und dann die Skier! Auch Schneeschuhwachs für die ver- schiedenen Schneearten ist zu besorgen, damit die Skier kunstgerecht gleiten können. Zu allen diesen notwendigen Dingen, die vollauf genügen und die »tan noch durch den Photoapparat oervollstän- digen kann, werden tausend Kleinigkeiten in den Geschäften empfohlen, die sie schließlich ja auch verkaufen müssen, die man aber ebensogut ent- behren kann. Eine gute Kartenausrüstung, Wetter- künde uitd ein wagemutiges Herz werden bei Beachtung der sportlichen Regeln Skifahrten zu einer reinen Freude machen. Gesetzliche Regelung des Skiunterrichts. Vom Tiroler Landtag ist ein Gesetz angenommen worden, das den erwerbsmäßigen Skiunterricht an eine behördliche Bewilligung bindet. Die amt- lich zugelassenen Skilehrer dürfen nur in den ihnen zugewiesenen Skigebieten ihre Tätigkeit ausüben, fteberwachungsbehörde ist der Fach- verband, den die Landesregierung bestimmt. Die Gelben Kraoh im Firmensportverband Der..Reichsverband Deutscher Firmensporlver- bände"(RDF) hat eine außerordentlich stürmische Reichstagung hinter sich. Dieser mit bestem Unter- nehmerwohlwollen— und wir möchten nicht wissen mit wieviel Unternehmer g e l d e r n— unterstützte Verband ist am Ende seines Lateins, die Pleite grinst aus allen Fenstern. Und wie wunderbar wurde doch im RDF.-Organ dauernd die große Aufgabe des Firmensports gegenüber den anderen Sportverbänden besungen! Wie arrogant nahm man im RDF.-Organ besonders Stellung gegen den Arbeitersport! Die Herrschaften. Feinde des sozialistischen Ar- beitersports. der den Gemeinschaftssinn pflegt, boten auf ihrer Reichstagung in Bremen einen durcheinander quirlenden Haufen Uneinigkeit. Dem Vorstand wurde weder Entlastung er- teilt, noch sein Kassenbericht gc- n e h m i g t. Mehr Mißtrauen tonnte er tatsäch- lich nicht ernten Entsprechend dem Vorschlag einer Kommission sollte die Geschäftsstelle in Ham- bürg aufgelöst und jeder Unterverband der Reihe »ach zwei Jahre lang mit der RDF.-GeschäftS- führung betraut werden. Bremen sollte zuerst drankommen, lehnte aber sofort ab als bekannt wurde, daß der RDF. zu allem Ueberfluß auch noch eine Klage auf dem Hals sitzen hat. Schließ- lich mußte der alte Vorstand weiter amtieren. Die Bedingungen, die er stellte, um ihm die Weiter- führung der Geschäfte zu ermöglichen, wurden allerdings von Hamburg und Köln abgelehnt. In Kürze soll eine neue Reichstagung stattfinden, um die schwebenden Fragen zu erledigen. In den Kreisen des Firmensports wird damit gerechnet, daß verschiedene Unterverbände ihren Austritt aus dem RDF. vollziehen. Kunstlaufmeisters chatten Für die vom 14. bis 13. Januar in Oppeln stattfindenden deutschen Meisterschaften im Eiskunstlauf für Herren. Damen und Paare ist die Ausschreibung soeben erschienen. Sie weist insofern eine Neuerung ans, als die Pflicht- figuren nicht ausgeschrieben, sondern zum ersten Male abends vorher ausgelost werden. Dadurch werden die Prüfungen erheblich erschwert, denn die Läufer und Läuferinnen sind aus diese Art ge- zwungen, sich auf alle 41 Pftichtflguren einzu- arbeiten, wenn sie keinen Versager erleben wollen. Im Rahmen der Meisterschaftsprüfungen gibt es noch Juniorenwettbewerbe für Herren, Damen und Paare. Meisterfckaftsverteidiger sind der nach USA. abgewanderte Maier-Labergo-München. Edith Michaelis-Berlin und Frl. Hempel-Weiß. Vervollständigt wird das Programm des zweiten Tages durch ein Eishockeywettspiel zwischen dem oberschlesischen Meister EV.-Hindenburg und dem Meister von Deutsch-Böhmen EV.-Troppau. Im Anschluß daran unternehmen die neuen Meister eine Grenzlandfahrt die am 16. Februar nach Gleiwitz, am 17. nach Beuthen, am 18. nach Ratibor führen wird. Arbeiter- Wassersportler Der Vorsitzende der Schwimmersparte des 1. Kreises im Arbeiter-Turn- und Sportbund, Marx Schulz, ist von seinem Amt zurückgetreten. Auf Beschluß des Spartenvorstandes wurde die Geschäftsführung bis zum Spartentag dem Ver- treter der Wassersportler im Bundesvorstand, Adolf Buck, übertragen. Alle Zuschriften der Vereine sind an seine Adresie zu richten: Berlin- Britz, Parchimer Allee 7 II. Schützenmeister Der deutsche Arbeiter-Schützenbund hat durch Fernschießen seine neuen Meister im Mannschaftskampf festgestellt. Meister der -4-Klasse wurden auf 29er Ringscheibe, Groß- kaliber, Entfernung 173 Meter: Grossauheim bei Hanau, 723 Ringe; Kleinkaliber, Entfernuyg 39 Meter: Karlsruhe-Knielingen, 824 Ringe: Bolzen, Entfernung 8 Meter: Stammheim in Hesien, 889 Ringe; Kleinkaliber für Frauen, Ent- fernung 39 Meter: Rheinau bei Mannheim, 491 Ringe; Pistolenschießen, 19er Ringscheibe, Entfernung 25 Meter- Knielingen, 395 Ringe; Zimmerstutzen, 19er Ringscheibe, Entfernung 19 Meter: Wolsenbüttel, 789 Ringe: Zimmer- stutzen für Frauen, Entfernung 19 Meter: Mllnchen-Dachau, 491 Ringe. Schwarzes Brett Freie Ruderer und Ztauufahrcr, 1. Kreis. Mittwoch, 28. Dezember, 20 Uhr, EpartenausschußsiKung, Kreis- geickiiiftsstell«, Slsässcr Str. 8?—«8. Der Fraueu-Wassersportcrein Republik veranstaltet am 2. Feiertag sein» Weihnachtsfeier im RWA.-Bootshaus. Tegel, Uferstr. l. Beginn töZi, Uhr. Anschließend gemein- same Feier mit der RWA. BEB. Schöneberg-Friedenau 07. 25. Dezember, 18 Uhr, Mutersest im Lchubert-Saal. Billowstr. 104. Wichtige Daten: Bis zum 0. Januar müssen die Anträge für dm Eeneralversammlung am LZ. Januar beim Borstand ad. geaen sein. DIL. Lstrina. Sonntag, 25. Dezember, 10 Uhr. Wald- laustraining im Planterwald. Umlleidelokal: Alte» Eier- Häuschen. Boltsiport Reulölln-Brih, Sportabteilung. 1. Weih. nackitsfeiertag Waldlaustraining. Treff«14 Uhr Ring. bahnbrücke Koiser-Friedrich. Straße. Rächste» Hallen- training Dienstag, 8. Januar, Turnhalle Sertzbergvlaß. Reichsbauner-Wassersportabteiluna- Fug Köpenick. Man- tag,'20. Dezember, Weihnachtsfeier im Bootshaus. 10 Uhr gemeinsame Kasfeelafel mit Unterhaltungsmustk und Gesangsvorträgen. 18 Uhr Bescherung der erwerb»- losen Kameraden, anschließend Tanz. Das Eberi-RIanz-Ouartott Hai zum zweiten Weihnachtsfeiertag eine„Säng«r-Morgensprache" im Restaurant des Gewerkschaftshauses, Engelufer, angesetzt. Beginn 19.39 Uhr. Die staallichen Museen sind am Weihnachts- Heiligabend und am Silvestertage von 9— 13 Uhr geöffnet, am 1. Weihnachts- und am Neujahrstage geschlossen. Weihv.achksbestich im Märkischen Museum und Ermelerhau». Sonntag, den 25. Dezember 1932, und Sonntag, den 1. Januar 1933, geschloffen. Ermelerhaus: Montag, den 26. Dezember, bis Donnerstag, den 29. Dezember, geöfsnet. Märkisches Museum: Montag, den 26. Dezember, bis Sonnabend, den 31. Dezember, geöffnet. Eine Führung durch die Schloßhöfe mit an- schließender T u r m b e st e i g u n g der Friedrich- Werderschen Kirche veranstaltet H. Starke am 2. Weihnachtsfeiertag. Treffpunkt Schlohfreiheit, gegenüber Schloßhauptportal, 11 Uhr. Rachtwanderung durch die vergeffenm Winkel Alt-Lerlins. Die nächste Wanderung veranstaltet das B.zirk-amt Schöneberg am Mittwoch, dem 28. Dezember 1932, unter Leitung Georg Lam- bergers, T r e s f p u u k t: 29 Uhr im Ephraim- Haus, Poststr. 16. Ecke Mühleiidamm. Teil- nehmergebühr 1 M.