Abend-Ausgabe Nr, 609 B296 49. Jahrg. Redoktion und?Zerkag, Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher<3 7 Olmt Dönhoff 2S2 bifl 297 Telegrammadresse» Gozialdemoerat Derlt» v e K i.l � e K voi.icssi.�'i'?' DIENSTAG 27. Dezember 1932 In Groß- Berlin 1l) Pf. Auswärts...... 10 Pf. Vezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Jentealoega» der Sozialdemotvatifchen Partei Deutschtands Schlange sagt: „�rheitemot ist Bauerntod" Der Reichsminister a. D. Schlange» Schöningen hat in der Weihnachtsnummer der„Frankfurter Zeitung" einen Aufsatz ver- öffentlichr, in dem er feststellt, daß die man- gelnde Kaufkraft der Massen die eigentliche Ursache der deutschen Agrarkrise ist. Er bringt seine ökonomische Erkenntnis auf die einprägsame und festzuhaltende Formel: „A r b e i t e r n o t i st B a u e r n t o d." Schlange-Schöninigcn, selber praktischer Landwirt in Pommern, sieht die Gefahr heraufziehen, daß ein neuer industrieller Auf- schwung durch die wachsende Last der Not- läge auf dem Lande wieder zu Bodengedrückt werden könnte. Er sieht, nach dem Ende der Lombardierung, ein neues Sinken der Ge- treidepreise voraus, während es in der Ver- edlungswirtschaft noch trauriger aussehe und weder die Schaf- noch die Schweinezucht noch rentabel sei. Die Gefahr für die Landwirt- schaft sei so groß, daß sie in wirtschaftlicher wie in politischer Beziehung nach neuen Wegen suchen müsse. Schlange warnt nachdrücklich vor allen „Patentlösungen", insbesondere solchen, die in immer neuen erzwungenenPreis- erhöhungen das Allheilmittel erblicken. Die Regierung P a p e n habe nicht einmal die Schiele-Preife zurückbringen können. Gerade die Entwicklung auf den Viehmärkten zeige, daß das deutsche Volk nichts mehr kaufen könne. Ein hermetischer Abschluß vom Ausland würde den Industrieexport treffen, also die Kaufkraft und damit die Lage der Landwirtschaft noch weiter schädigen. Darum schlägt Schlange zwischen den Er- zeugern und den Verbrauchern landwirtschaft- licher Produkte einen Verständigungs- frieden vor. Die Landwirtschaft müsse „heraus aus der glänzenden Isolierung und hin zu einer vernünftigen Zusammenarbeit mit allen, die guten Willens sind". Eine „planmüßige Wirtschaftsfüh- rung des Staates, die nicht resiort- mäßig und plötzlich bald hier, bald dort in das feingefügte Gewebe der Wirtschaft hinein- schlägt, wohl aber die führenden Menschen der einzelnen Wirtschaftszweige in sinnvolle Zusammenarbeit bringt", betrachtet er als Grundlage der anzustrebenden Verständigung. Es bleibt abzuwarten, welches Echo dieser Ruf eines weitsichtigen Landwirts bei seinen eigenen Berufskollegen finden wird. Die bisherigen Erfahrungen sind nicht geeignet, optimistische Erwartungen hervorzurufen. Das deutsche Großagrariertum war bisher immer noch ein Hort der borniertesten politi- schon und sozialen Reaktion und des brutalsten Slandesegoismus. Die Masse der Bauern aber hat bisher leider auch auf alle Ver- ständicungsversuche der politisch, gewerkschast- lich und genossenschaftlich organisierton Ar- beiter mit einer starken Verständnislosigkeit reagiert und hat dafür jedem neuen Kur- pfuscher bereitwillig Gefolgschaft geleistet. Herr Schlange-Schöningen selbst hat in früheren Jahre» zu den agrarischen Ultras im deutschnationalen Lager gehört. Erst mil der Zeit und der wachsenden Not ist ihm die bessere Erkenntnis gekommen. Die Sozial- demokratische Partei hatte sich schon die längste Zeit zuvor darum bemüht, bei den arbeitenden sNenschen in Stadt und Land das Bewußtsein ihrer Zusammengehörigkeit zu wecken und ihnen zu zeigen, daß die kapitalistische Produktion�- a n a r ch i e ihr gemeinsamer Feind ist. Sie wird sich bei ihren gesteigerten Bemühungen. klarere Erkenntnis ins platte Land hinaus- zutragen, auf das Wort des sehend ge- wordenen Agrariers Schlange-Schöningen berufen dürfen: „Arbeiternot ist Bauerntod l" Der preußische Schulputsch Mtan fühlt sich ertappt— man versucht zu beruhigen Die Mitteilungen in der heutigen Morgenaus- gäbe des„Vorwärts" über die bevorstehenden Maßregelungen in der Schulocrwaltung haben naturgemäß starkes Aufsehen hervorgerufen. An zuständiger preußischer Stille legt man Wert darauf, zu versichern,< daß die Angaben des „Vorwärts" über bevorstehende Personalver- änderungen innerhalb der Schulverwaltung „nicht ganz"(!) zutreffen. Allerdings würden, so sagt man. Personaloeränderungen zu erwarten sein. Diese hätten aber keineswegs po- litis che Hintergründe. Sie hingen mit der Durchführung der Verordnung über die Ver- cinfachung der mittleren Verwaltung zusammen, wonach in Zukunft die Provinzialschulkollegien vom Oberpräsidenten geleitet würden Der„Vor- wärts" sei durchaus nicht im Bilde, wenn er meine, die Regierung könne den bei den Schul- Verwaltungen erfolgenden Beomtenabbau nicht mit Sparmaßnahmen begründen. Es seien nur Spar- niaßnahmen für den bevorstehenden Beamten- abbau maßgebend. Einem größeren Teil der da- von betroffenen Beamten würden die Mitteilun- gen über die Veränderungen noch vor dem l. Januar zugehen. Es sei salsch, wenn es heiße, daß den abgebauten Beamten noch drei Monate das Gehalt weitergezahlt wiirde, ohne daß sie Dienst täten. Der ganze Abbau vollziehe sich in der üblichen Form, d. h. soweit eben einzelne Beamte zur Disposition gestellt würden, erhielten sie vom l. Januar bis zum 31. März die Uebergangsgebührnisse in der Höhe des vollen Gehalts, wie dies immer in fol- chen Fällen üblich fei. Usber den Umfang des bevorstehenden Beamtcnabbaues könnten jetzt noch keine Mitteilungen gemacht werden. Jedenfalls seien die vom„Vorwärts" genannten Zahlen z u h o ch gegriffen. Die genauen Zahlen würden erst dann mitgeteilt werden, wenn die Entscheidun- gen endgültig getroffen und den davon betroffenen Beamten zugeleitet seien. Falsch sei die Be- hauptung, daß nur Sozialdemokraten abgebaut würden und andere, vor ollem Deutschnationale, an ihre Stelle berufen würden Auch Beamte, die nicht der Sozialdemokratischen Partei angehörten. kämen in größerer Zahl zur Entlassung, während ein Tell sozialdemokratischer Beamter bei den Schulverwalwngen bliebe. Nur wenige der frei- werdende» Stellen würden neu besetzt. * Wir können in diesen Erklärungen der zu- ständigen Stellen nichts anderes erblicken als ein verschämtes Eingeständnis, daß der„Vorwärts" durchaus zutreffend unterrichtet war. Trog aller Ableugnungsvcrsuche handelt es sich um nichts anderes als um eine weitere Auswirkung des P a p e n- P u t j ch e s vom 20. Juli, der ja bekanntlich nach der Darstellung seiner Urheber gleichfalls mit der Absicht, S o z i a l de in o k r a, ten durch Deutsch nationale zu er» setzen, gar nichts zu tun gehabt haben soll. Daß man versuchen wird, durch Belassung eines oder des anderen marxistischen Konzessions. schulzen im Amt oder durch Abbau auch des einen oder des andere» Nicht-Sozialdemokratcn die p o- l i t i s ch c Bedeutung des Aktes für die Augen Unkundiger zu verschleiern, ist nach den bisherigen Erfahrungen ohne weiteres glaubhaft. Ob Pape», ob Schleicher, in Bracht-Preußen bleibt es beim Papen-Kurs, der nun erst recht in der Schulverwaltung zur Geltung gebracht wer- den soll: „Die Republik den Monarch! st en!" Brolat verhaftet Wegen angehliehen Fluchtverdachts— Ein Schlag gegen einen Gehetzten Der Direktor der VVG. B r o l a t war Heute vor den Untersuchungsrichter in dem gegen ihn schwebenden Meineidsver- fahren zur verantwortlichen Vernch- mung geladen. Nach Beendigung der Ver- nehmung erließ der Untersuchungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen ver Lhntauscb beginnt Es sind gegen ihn Disziplinarverfahren eingeleitet und durchgeführt worden, erst kürzlich ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts krimi- neller Handlungen gegen ihn eingestellt worden. In der Zeit der Verfahren und Prozesse war Brolat ein Gehegter, der nicht nur die Staats- anwallschaft, sondern auch die reaktionäre und die kommunistische Presse gegen sich hatte, die mit seiner Person politische Agitation machte. Er hat dieser Hetze standgehalten. Unmiirelbar im Zusammenhang mit der Einstellung des legten Ermittlunysverfahrens gegen Brolat tauchte ein Ermittlungsverfahren wegen Meineides gegen ihn auf. Er soll im Sklarek- Prozeß in einer Nebensrage unter Eid falsche Aussagen gemacht haben. Woher soll nun plötzlich der F l u ch t v e r- dacht aufgetaucht sein? Es ist völlig unerfind- lich. wie dieser Fluchtverdacht begründet werden soll. Hätte Brolat fliehen wollen, so wäre er heute nicht zur Vernehmung erschienen, sondern wäre schon längst verschwunden! Bei den angeblich falschen Aussagen Brolats kann es sich, wie wir erfahren, höchstens um einen fahrlässinsn Falscheid handeln, der mit Gefängnis- strafe bedroht ist. Wie die Staatsanwaltschaft aus Unstimmigkeiten, die sich in jeder Zeugen- aussage ergeben, einen Meineid konstruieren will. ist unerfindlich! Der letzte aufsehenerregende Fall von fahrlässigem Falscheid aber, der ins Politische hineinspielte, war der Fall des Weimarer Ober- staatsanwalts Dr. Frieders, der aus Grund eines politischen Prozesses durch ein eklatantes Fehlurteil vernichtet wurde. Damals ist das Delikt des„fahrlässigen Falscheides" ganz offen- kundig als politische Waffe zur Vernichtung eines Unbequemen benutzt worden. Falsche Fünfziger S.A.-Eeute als Falschmünzer „Unsere Gesinnung gefällt Ihnen nicht? — Gehen Sie sofort auf unser Umtauschlager. Sie finden da sicher eine passendere." Brolat wegen Fluchtverdachts einen Haftbefehl. Brolat wurde so- fort in das llnterfuchungsgefänguiei ab- geführt. * Gegen Brolat sind im Zusammeichang mit der Stlarek-Affär« oin« Reihe von Beschuldigungen erhoben worden. Brolat hat sich gegen diese Ve- schuldigungen auss energischste zur Wehr gesetzt. Eigener Bericht des„Vormärts" Kassel, 27. Dezember. Die Kasseler Kriminalpolizei verhastete zwei Nationalsozialisten wegen Falschmünzerei. Die Falschmünzer, die in einer privalwohnung eine vollständige Werkstatt zur Herstellung von Falschgeld unterhielten, haben insgesamt etwa 4000 Stück sasche Funszigpsennig- stücke in Kassel und insbesondere in Süddeutsch- lond in Verkehr gebracht. Die nationalsozialistischen Falschmünzer sind xestündig. Einer der Falschmünzer, der Sohn eines de- kannten Schauspielers am Kasseler Slaalstheater. der vor kurzem pensioniert worden ist. bezahlte am Sonnabendabend in einem Lebeusmiklel- rejchüst mit falschen Aünszigpsennigskücken. Dem Geschäslsiuhaber siel der Betrug aus, er alarmierte die pollzci, die in den Taschen des in SA.- Uniform befindlichen Falschmünzers weitere Zalschftücke fand. Der Zestgenommenc, der lg Jahre alte Joachim Böckler. legte bald ein Geständnis ab und verriet auch seinen Komplice» Paul hoyer. der mil ihm in großem Stiel die Herstellung von Fünszigpsennigstücken betrieben hatte. Cohn bei Kaehler Oer ßreslauer Rektor nach Berlin gebeten Nachdem am Freitag voriger Woche der seli- iame Beschluß von Rektor und Senat der Uni- oersttät Breslau gegen Professor Cohn gefaßt worden war, hat sich Professor lljoh» noch am Freitag telephonisch beim Kultusministerium darüber beschwert. Im Verlaus dieser telephonischen Unterredung wurde Pros. Cohn gebeten, nach Berli» Fichte Sportler beschossen SA.-Ueberfall— drei Verletzte Limbacher Jabrifonfen, das dies r selbst steuerte, geriet in einer langgesireckteu Kurve auf den rechten Autzsteig und überfuhr dort vier in gleicher Richtung gehende Zuh- ganzer, und zwar einen Mann, eine I r a u und zwei Knaben. Danach flieh der krast- wagen an eine Gartenmauer, beschädigte diese. fuhr aus dem Zuhsteig zwölf Meter weiter und gelangte dann auf den gegenüberliegenden Auh- steig, wo der Kraftwagen einen Eartenzaun ein- stieß und dadurch zum halten kam. Die vier Fußgänger wurden durch das Auto zu Roden ge- schlendert, überfahren und schwer verlehl. Der Mann und ein Knabe starben nach ihrer Ein- tieserung in das Krankenhaus Limbach. Die Frau und das andere Kind sind ebenfalls im Laufe des Rachmiitags ihren Derlchungen erlegen. Während der F ü h r e r des Wagens u n v e r- letzt blieb, wurden die fünf Mitinsassen mrhr oder weniger schwer verletzt. Die Namen der Getöteten — es handelt sich wahrscheinlich um eine Fa- milie— sind noch nicht bekannt. Den bisherigen Feststellungen nach ist der Unfall auf grobe Fahrlässigkeit des Kraftwagensührers durch übermäßig schnelles Fahren und Schneiden der Kurve zurückzuführen. mächtigt, 1.Z Milliarden Frank neue Ob Ii- g a t i o n e n auszugeben. Im Finanzausschuß der Kammer haben die Sozialisten für das provisorische Budget ge- stimmt, obwohl die Parteistatuten vorschreiben, einer bürgerlichen Regierung die Mittel zur Aus- Übung der Macht nicht zu bewilligen. Der Ber- waltungsausschuß der Partei, der von der Par- lamentsfraktion gebeten worden war, ihre Haltung zu billigen, hat sich am Montag für nicht k o m- petent erklärt und die Verantwortung der Fraktion überlassen. Die Fraktion wird auch in der Kammer für den Budgetentwurs stimmen. Im anderen Falle würde die Regierung geschlagen werden und wahrscheinlich zurücktreten. ArSetterstreU Line LtraLensLkIaekt Dublin. 27. Dezember. In der irischen Stadt K i l r u s h in der Graf- schast Cläre kam es am Weihnachtsabend zu einer Straßenschlacht zwischen den A n- gehörigen zweier Gewerkschaften. die sich wegen L o h n st r e i t i g k e i t e n in die haare geraten waren. Bei dem Kampf, der mehrere Stunden dauerte, wurden etwa hundert Personen verletzt. Die aus nur 12 Mann bestehende Ortspolizei konnte sich auch durch wiederholtes Abfeuern von blinden Schliffen keine Achtung verfchasfen. Die an der Straßenschlacht beteiligten etwa zweihundert Personen benutzten als Waffen außer einigen Revolvern, Steine, Bierflaschen, Mistgabeln und Eisenstangen. In drei Häuser wurden sämtliche Möbel zerstört. Drei aus der Straße stehend« Kraftwagen wurden vollkommen zertrümmert. Das genannte Städtchen zählt 3300 Einwohner. zu kommen, um hier die Angelegenheit genauer zu besprechen. Diese Besprechung hat dann am Sonn- abend im Kultusministerium stattgefunden. Pro- sessor Cohn hat seinen Standpunkt dem mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichskommissars beim Kultusininisterium beauftragten Prosesfor K a e h l c r dargelegt. Nunmehr hat Pro- fessor Kaehler den Rektor, den Pro- rektor und den Dekan der juristischen Fakultät an der Universität Bres- lau nach Berlin gebeten mit dem Er- suchen, ihn darüber aufzuklären, wie es zu dem Beschluß von Rektor und Senat gegen Prof. Cohn gekommen sei. Diese Besprechungen werden vor- aussichtlich in den ersten Tagen des Monats Ja- nuar im Kultusministerium stattfinden. Vorher ist es, wie an amtlicher Stelle versichert wird, für das Ministerium unmöglich, zu dem neuen Fall Cohn Stellung zu nehmen. * Man muß den Bemühungen des„mit der Wahr- nehmung der Geschäfte des Reichskommisfars beim Kultusministerium beauftragten Professors", den Breslauer Universitätsskandal beizulegen, mit einem Mindestmaß von Vertrauen entgegensehen. ?rokessorenprotest sexfen c!en Lreslauer Senat In der„Vossischen Zeitung" protestieren maß- gebliche Professoren der deutschen Universitäten gegen den Beschluß des Senats der Breslauer Universität, der sich gegen den von den Nazistudenten seit Wochen befehdeten rechtsstehenden Professor Cohn richtet. Der Professor der Theologie an der Kieler Uni- versität, Baumgarten, telegraphiert: „Bin für entrüsteten Protest gegen derartige Einschränkung der Freiheit der persönlichen Meinungsäußerung." Der Völkerrechtslehrer an der Universität fjam- bürg, Professor Mendelssohn-Bartholdy, erklärt: „Mir bisher vorliegende Pressemeldungen lassen Haltung Breslauer Senats nach Universi- tntsrecht so unerklärlich erscheinen, daß mir zur Zeit Urteil noch unmöglich." Der Bolkswirtschaftler Professor Harms in Kiel äußert sich folgendermaßen: „Wie immer man über die Aeußerung Pro- sessor Cohns denken mag— der Beschluß von Rektor und Senat Breslaus legt die Axt an die Würde und Unabhängigkeit der deutschen Hoch- schulen." Der Bonner Staatsrechtler Professor Richard Thoma schließlich telegraphiert: „Breslauer Senatserklärung dienstrechtlich Uebergriff, verfassungsrechtlich gegen 118, mo- ralisch kleinmütiges Deckungssuchen hinter Vor- wand." Der syrische Parasit Htaicenkrenzi- Weihnachten in der Hitler-Presse Sie waren all« sehr fromm und sehr christlich zu Weihnachten, die braven Leute von der Haken- kreuzpresse. JJwar hat man in Dresden die Leiche m eines von SA.-Leuten ermordeten SA.-Mannes aufgefunden, in Kassel hat man SA.-Leute wegen Falschmünzerei verhaftet, aber in der Hakenkreuz- presse knien sie an der Krippe und beten zum Stern von Bethlehem: „Und gibt es dabei einen harten Strauß, dann holen wir uns die Kraft im Gebet bei jenem gottgesandten Welterlöser, der vor 2000 Iahren in Bethlehem in Armut geboren ist. So wird unser Volk, das wir zu diesem Wunderborn urückführen wollen, doch einmal nach ahren qualvollen Schicksals die Weihnächte- Verheißung, die Wintersonnenwende der frohen und starken Wiedergeburt allen Lebens er- fahren dürfen." So das Hakenkreuzblott von Baden. Aber nun kommt der Dr. Peter W i n k e l n k« m p e r vom„Westdeutschen Beobachter" in Köln, die Glanznummer des hakenkreuzlerischen Provinz- journasismus, der Mann von„Einst spielt ich mit Szepter, mit Krone und Schweif", er greift in die Saiten, daß sie aufrauschen: „Es war das Judentum, jener syrische Parasit, der sich immer und zu jeder Stunde einsog in die Flügel unserer Krast. wenn die deutsche Seele in ihrem erhabenen Geistesflug zu erlahmen drohte." Wo bleibt der syrische Wunderborn von Beth- lehem, wenn die Flügel der Hakenkreuzseel« Läuse haben? „Es war Ahasver, der aus dem Volk der Helden ein Volk von Krämern und Sklaven machen wollte, es war der Jude, der die deutsche Seele haßte und sie hineinzwang in die Seelenlos! gkeit und Leer« seiner syrischen Empfindung-- w e l t." Was dem einen sein Wunderborn und sein Stern von Bethlehem, ist dem anderen die Leere der syrischen Empfindungswelt! Es war Ahasver. der die Schulden des Herrn Ley gemacht hat und seine Geschäfte, es war der Jude, der die Finanzen des„Westdeutschen Beobachters" in Un- ardnung gebracht hat! „Er ist der Verbrecher, der aus den Söhnen unseres Volkes entwurzelte Proletarier intellektuelle Nomaden und aus vielen v e r- stahlen« Diebe und aus so vielen, vielen deutschen Töchtern verlorene Dirnen gemacht hat!� Viele verstohlene Dieb«. da hat der brav« 3n Zehlendors wurde in der vergangenen Rachl auf D r a u n s ch w e i g e r Sportler, die sich in einem Laslauko aus der heimfahrt von Berlin nach Braunschweig befanden, von SA.-Leuten ein hinterhältiger Feuerüberfall verübt. Es wurden von den Hiller-Leuten etwa S bis 10 Schüsse aus das Lastauto abgegeben. Drei Mann wurden verletzt und mußten ins Stubenrauchkrankcnhaus gebracht werden. Die Braunschweiger Sportler, es handelt sich um Mitglieder des kommunistischen Vereins„Ficht e", hatten in Eberswalde an einem Sportfest teilgenommen. Die Rückfahrt ging über Neukölln— Zehlendorf. Auf dem Last- auto befanden sich insgesamt 40 Sportler. Als der Wagen die Kreuzung Berliner- und Wind- friedstraße in Zehlendorf passierte, wurde aus dem Dunkel auf das Lastauto ein P i st o l e n- s ch n e l l f e u e r eröffnet. Die Kugeln prasselten nur so gegen die Wagenwände, drei Projektile er- reichten leider ihr Ziel. Der 26 Jahre alte Her- mann Dü r r k o p f und der 18jährige Lehrling Walter Brandt erlitten Beindurchschüsse. Der Führer des Autos, der 41 Jahre alte Karl Thiele, wurde von einem Querschläger am Fuß verletzt. Glücklicherweise gelang es dem An- London, 27. Dezember. Der Washingtoner Berichterstatter der„Times" meldet, daß Norman Davis, der sich mit Rooseoelt besprochen hat, in New Uork eine Unterredung mit Edmond Day, einem der amerikanischen Vertreter im vorbereitenden Aus- fchuß der Weltwirtschaftskonferenz, haben werde. Day fahre am Mittwoch nach Genf ab. Er werde der erste Beauftragte der noch nicht im Amt befindlichen Regierung R o o s e v e lt sein, der nach Europa komme. Es sei jedoch sehr zweifelhast, ob Day andere als negative An- Weisungen mitnehmen werde. Dem Washingtoner Berichterstatter des„Daily Expreß" zufolge hat Rooseoelt bereits vor 14 Tagen einen Sonderbeauftragten nach Europa entsandt, um die Meinungen verschiedener Persönlichkeiten in London, Paris und Rom über die Kriegsschuldenfrage zu hören. Der Name des Beauftragten werde nichtbekanntgegeben. �hrüstunx drängt Albany(New Port), 27. Dezember. In der Unterredung zwischen Rooseoelt und Norman Davis, die sich um die Abrllstungsfrage, die Weltwirtschaftskonferenz und internationale Geld-, Währung»- und Finanzprobleme drehte, erklärte Norman Davis, auch die Weltwirtschafts- Winkelnkemper an die SA.-Falschmünzer von Kassel und ihre falschen Fuffziger gedacht! Der syrische Parasit ist an allem schulo—, darum feiert fröhlich den Stern von Bethlehem und den großen Juden Jesus Christus! Die gesegnete �Veinklasche Der„Westdeutsche Beobachter" veröffentlicht an der Spitze seines Textes einen Ausruf des Straßer-Nachfolgers Dr. Robert Ley an die „Amtswalter" der Nazis. Parole: Weitermachen! Folgendermaßen steigt der Schlußpassus dieses Pronunziamientos: „So gehen wir in ein neues Kamifjahr. Möge der Herrgott unsere Waffen segnen! Heil Hitler!" Der Herrgott ist ein arg in Anspruch genomme- ner, vielgeplagter Mann, seit er einmal so leicht- sinnig gewesen ist, aus ein bißchen Lehm den Adam zu formen. Die Sache ist aber nun leider nicht mehr rückgängig zu machen. Immerhin: das geht doch wohl entschieden zu weit, daß er jetzt sogar verurteilt werden soll, Dr. L e y s Weinflasche aus dem Hotel Deis in Köln zu segnen, mit der Ley den Genossen Otto Wels über den Kopf schlug. Wir wüßten nämlich nicht, über welche andere Waffen als solche, mittels deren man gefährliche Körperverletzung verüben kann, Dr. Ley sonst noch oerfügte. Der Fememord in Dresden Dresden, 27. Dezember. Es sclzeint festzustehen, daß die tödliche Kugel auf den Ättjährigen SA.-Wiann H e n t s ch, dessen Leiche am Atontag an der Malter-Talsperre aufgefunden wurde, an einem dritten Orte abge- geben worden ist. Tie Mörder haben anscheinend die Leiche vom Tatort nach Malter gefahren und von der 1» Meter hohen Brücke ins Wasser ge- warfen. geschossenen noch, das Lastauto zum Halten zu bringen. Unter den Sportlern entstand eine Panik. Alles sprang vom Wagen, von den verbrecheri- schen Schützen war in der Dunkelheit aber nichts zu erkennen. Man hörte nur noch das Knattern mehrerer davonrasender Motorräder. * Im Norden Berlins, an der Ecke Glas- gower und Ofener Straße wurden in der letzten Nacht Reichsbannerleute von SA.- Banditen überfallen. Ein Reichs- bannerkamerad erlitt erhebliche Kopfverletzungen. Der Verletzte wurde in das Paul-Gsrhard Stift nach der Müllerstraße gebracht. Die Täter flüch- teten und entkamen. Die polizeiliche Verfolgung verlief ergebnislos. AutvunzZück- 4 Tote Grobe Fahrlässigkeit des Führers Chemnitz, 27. Dezember. Am zweiten Weihnech'skag nachmittag ereignete sich aus der Chemnitzer Straße in Limbach ein schwerer Verkehrsunsall. Das Auto eines konferenz werde bei ihrem Zusammentritt Anfang nächsten Sommers nur wirksame Arbeit leisten können, wenn sich die Hauptmächte über ihr Vorgehen geeinigt haben. Rooseoelt soll in dieser Unterredung die Auffassung geäußert haben. das Gefühl der Sicherheit zwischen den Rationen werde in genau dem Älaße zunehmen, in dem die Zahl der Sriegswerkzeuge vermindert werde. Er habe in diesem Zusammenhang an eine Be- merkung Clemenceaus in Versailles er- innert, daß Frankreich sicher sein werde, sobald die Gewähr bestehe, daß es mit Deutschland keinen Krieg haben werde. Davis soll entgegnet haben, daß er eine günstige Aende- rung in der Haltung der franzö- fischen Politik gegenüber Deutsch- l a n d wahrgenommen habe. Hinzugefügt habe er, er glaube, daß trotz des japanischen und französischen Widerstandes eine Abschaffung der U-Boote möglich sein werde. Schließlich sei Davis noch für eine französisch-italienische Flottenvereinbarung entsprechend dem Londoner Vertrag, für die Abschaffung von Bombenflugzeugen, Giftgas und beweglicher, schwerer Artillerie sowie für das Verbot von Bomben- angriffen eingetreten. Die Amnestie Weitere 60 Anträge entschieden Die Abwicklungskammer unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors T o l k, die über sämtliche Amnestieanträge zu entscheiden hat, hielt auch a n beiden Feiertagen Sitzungen ad. Sämt- liche Beainte der Geschästsstell« waren bis 1 Uhr auf ihren Plätzen. Es waren im ganzen 00 An- träge zu erledigen Negativ fielen nur die Be- schlüsse aus, die auf eine doppelte Anwendung sowohl der Amnestie als auch der Friedensnot- Verordnung hinzielten. So hatte die Verteidigung z. B. den Antrag gestellt, die nach der Anwendung der Amnestie bei dem vom Sondergericht wegen schweren Landfriedensbruchs zu zehn I a h r e n Zuchthaus verurteilten S ch m i d t k e noch verbleibenden zweieinhalb Jahre Gefängnis zu streichen. Gleichlautende Anträge in bezug auf P ü s ch e l und K o p p e r wurden gleichfalls a b- gelehnt. Frankreichö FinanMmme Sozialisten kür l�egieriingspian Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris. 27. Dezember. Das Parlament, das heute wieder zusammen- tritt, wird in der Hauptsache einen provisorischen Budgetentwurf für das Jahr 1033 zu verab- schieden haben. Der Entwurf ist vom Finanz- ausschuß bereits gebilligt. Er bewilligt einen Ge- samtkredit von 4690 Millionen Frank, der unter Abzug der unter Herriot gemeldeten Ersparnisse im großen und ganzen den zwölften Teil des Budgets für das laufende Jahr entspricht. Außer- dem enthält der Entwurf aber die Genehmigung zur Ausgabe von fünf Milliarden Frank neuer Staatsbonds zur vorläufigen Deckung der Ausgaben des Staates in den ersten Monaten des Jahres, in denen die Steuereingänge sehr gering sind. Weiter werden die französischen Eisen- bahnen, die mit einem Defizit arbeiten, er- Kamp? mii Einbrechern �lüllerhnrsche niedergeschossen Ein blutiger Kamps zwischen einem Einbrecher und mehrere Müllerburschen, bei dem einer der Verfolger niedergefchoffen und getötet wurde, spielte sich in der Ortschaft Papendorf bei Pasewalk ab. Auf Anordnung der Oberstaats- anwaltfchaft in Prenzlau wurde die Berliner Mordkommission unter Leitung von Dr. Ziese angefordert. Das Anwesen des Müblenbesitzers S ch e r p i a g lingt mitten in der Ortschaft Papendorf. Als der Müller am Sonntag früh aufstand, traf er in den Wohnräumen plötzlich auf einen Einbrecher, der, wie sich später herausstellte, durch ein Fenster ein- gestiegen war. Der Verbrecher hielt dem Müller sofort eine Waffe vor die Brust und forderie chn aui, das Geld herauszugeben. Dem Bedrohten tlieb nichts weiter übrig, al'- der Aufforderung nachzukommen. Mit vorgehaltenem Revolver verschaffte sich der E-ndrmxling durch den Raum, in dem die Müllerbursch'.n schliefen, Durchlaß und gewann auch unangefochten die Straße. Die Müllerburschen bewasfneten sich jetzt mit Aexte» und Forken und verfolgten den Verbrecher durch den Ort hindurch. Dieser dreht- sich aber mehr- mal? um und feuerte auf seine Verfolger, ö iner der jungen Männer, der ihn fall eiuzcbo.'t hatte, wurde durch die Kugel in die Schalter und in die Stirn getroffen und sank tot zu Boden. In der allgemeinen Aufregung ist es dem Verbrecher gelungen, zu entkommen, Dockarbeiterstreik in Le Havre, Brest und S a i n t- N�a z a i r e legt dieje fran,-fischen Häfen still. Die Schisse werden zum größten Teil nach Eherbourg geführt, wo noch nicht gestreikt wird. Aoosevelt und Europa Erste Information Rundfunk der Woche Zwei Welten im Widerstreit „Der deutsche Rundfunk dient dem deutschen Volke", beginnen die freiherrlichen Rundfunk- richtlinien, die hinter diesem Einoangssatz ihre chaotische, kautschukartige Beschafsenheit zu ver- bergen trachten, das Resultat zeitgemäß natio- naler Gefühle und fehlender Sachkenntnisse. Aus dem sozialistischen Kulturtag, der vom 28. bis 29. September 1929 in Frankfurt a. M. stattfand, hatte Genosse Curt Vaake das Schlußreferat; er beendete seine Ausführungen folgendermotzen: „Wir sind unsere Forderungen im einzelnen ab- geschritten. Nunmehr hat der Sag, der sonst banal wäre: Der deutsche Rundsunk gehört dem deutschen Volke! seinen festen Sinn" Es genügt, diese beiden Zitate gegeneinanderzustellen, um zwei Welten aufzuzeigen: die freiherrliche der hohlen Worte, d:e sozialistische der verant- wortungsbewutzten Tat. Es lohnt sich, gerade jetzt wieder das umfang- reiche Heft durchzublättern, das die Referate von jener Tagung enthält, die rund drei Jahre vor Hcreinbruch des autoritä'en Scholz-Funkes vom Sozialistischen Kulturbund abgehalten wurden. Neben allen sozialistischen und freigewerkschaft- lichen Organisationen hatten die verschiedensten tulturell interessierten Kreise Delegierte zu der Tariung entsendet, die aus der Erkenntnis der Be- deutung von Film und Rundfunk für die gesamte Volkekultur sich ausschließlich mit diesen beiden Gebieten beschäftigte. Heinrich Schulz, der uns allzufrüh Entrisiene, leitete die Tagung. In seiner Erösfnungsrcde sagte er:„Wir wollen nicht übermütig und überheblich werden, weil wir es „so herrlich weit gebracht" haben: wir tun schließ- lich mit allem was wir tun, in Politik und Wirt- fchaft, in Wissenschaft und Kunst, nur das, wozu uns unsere Zeit verpflichtet. Allerdings, diese Verpflichtungen zu erkennen, dar- a u f k o m m t e s e b e n a n. Sie gegenüber den neuzeitlichen Wundern des Films und Funks besser erkennen zu lernen und demgemäß auch besser zu erfüllen, dazu find wir hier versammelt." Wir Sozialisten, die wir damals diese Worte der Weihnachtsnummer der pasisistischen ellung.,J e u n e R ö p u b l i q u e" erzählt eorgeso erlebt man lediglich da» gleichgültige Libretto und nichts von Meister Osfenbach, von seinem Geist und seiner Grazie. Lebte er. er würde sich in Berlin ein eigenes Theater aufmachen und mit Parodien auf die Rotter-Bühnen gut verdienen... Die Inszenierung hat Oskar H o m o l t a be- sorgt. Seine Einfälle konzentrieren sich auf die Drehbühne, die wild rotiert, ein toll gewordenes Karussell. Der Trost des Abends ist Grete Mos- heim— keine Sängerin, keine Offenbach-Figur, schon gar keine Madame Favart; ein prächtig lebendiges Menschenkind aber voll entzückender Lausbubenhaftigkeit, so wenig damit auch dem Stück(so wenig init dem Stück ihr) gedient sein kann. Das Publikum— der Zwesten Aufführung— war gerechterweise kühl bis ans Herz hinan. W, schen Sendungen. Von ihm wie von allen anderen Rednern, die dieses Gebiet berührten, wurde auf die Bedeutung des sachlich gehaltvollen politischen Mehrgesprächs hingewiesen, das den Hörer zum selbständigen Mitdenken und zum geduldigen An- hören auch der anders gerichteten Meinung zwingt und so ein außerordentlich wichtiges politisches Er- ziehungsmittel darstellt. Auch die Gebiete der Unterhaltung und der Volksbildung durch den Rundfunk wurden in ihren Ausgaben und Möglichkeiten durchleuchtet, nicht, uni die bisher gewonnenen Erkenntnisse als der Weisheit letzter Schluß hinzustellen, sondern um sie allen, die zur Mitarbeit am Rundfunk berest und verpflichtet sind, auszuliefern zum Weiterbau am Kulturgebäude des Rundfunks. Die tiefschürfende, bedeutsame Arbeit, die auf dieser Tagung des Sozialistischen Kulturbundes in einigen Referaten und Diskussionen zusammen- gefaßt wurde, wuchs aus dem kulturellen Ver- antwortungsgefühl des Sozialismus gegenüber dem deutschen Volk, gegenüber der Menschhest. Die freiherrlichen Richtlinien wuchsen aus echt nationalistischen,„autoritären" Gefühlen. Tes. Rabarettm derV olksbühne Dritte Matinee Die Kabarettvormittage der Volksbühne haben sich bei deren Freunden glänzend eingebürgert. Jedesmal ein bomben-volles Haus. Jedesmal ein wahrer Beifallsfanatismus. Was will man mehr? Man möchte doch noch etwas mehr! Heute ist es so, daß zu den Matineen aus den Berliner Kabaretts die Spitzennummern heran- geholt werden, die dann eine Auslese ihres Mo- natsrepertoires bieten. Es kommt dabei etwas dem Ränge nach Ausgezeichnetes, aber der Lin'e nach Zufälliges und Uneinheitliches heraus. Es muß zugegeben werden, daß jede von der jetzigen abweichende Methode der Programmzusammen- stellung auf außerordentliche Schwierigkeiten stößt. Aber Schwierigkeiten sind dazu da, um über- wunden zu werden. Die Tanznummern waren diesmal der begabten Lisa Ney und Edda und Erich M ü r i ch anvertraut. Bei den Mürichs, die akrobatisch kamen, wollten die Tricks zuerst nicht recht klappen: aber was klappte, war noch beachtlich genug. Der Katakombenmann Rudolf Platte sang ein sehr reizvolles Unterwelts-Chanfon und gab fünf Minuten Geschichtsunterricht. Manny Z i e n e r zählt im Lied auf. was jetzt alles gegenüber früher anders geworden ist. Baby Gray ist eine Entdeckung Bendows. Sie hat die un.edingte Durchschlagskraft der Jugend, der Schönheit, des Talents auf ihrer Seite: uns wenn sie nun gar noch sich etwas gehalts vollere Texte zulegen würde, so wäre das sehr erfreulich. Die große Könnerin und Hollywood-Aspirantin Hilde Hildebrandt sang, von Rudolph N e l- s o n und Fred F r e e t auf zwei Flügeln begleitet, zwei schmissige Parodien. Valeska Gert wartete mst zwei höchst grotesken Liellern auf. Hermann V a l l e n t i n las Tucholsky und Kästner. Recht witzig war eine mimische Szene Henry Loren- z e n s. Max Ehrlich sang, in seiner fabelhaften Maske, fein stilles, leises Zille-Lied. Tom J--»» s e y bot Schattenspiele. Conferencier: Werner Fink. Unter den vielen und wahrlich nicht unpopulären Ansagern, die sich bei diesen Matineen schon produziert haben, scheint er derjenige zu sein, der am uneingeschränktesten die Sympathien des Volksbühnenpublikums be- sitzt. H. B. Museums-Führungen. Die Staatlichen Museen haben für das nächste Jahr die amtlichen Fllh- rungen noch weiter ausgebaut als bisher. Abendveranstaltungen im Vortragssaal des Pergamon-Museums gelten nicht nur der antiken Kunst, auch— in Lichtbildervorträgen von Prof. Hermann Voß— der italienischen Monumentalmalerei von Raffael bis Tiepolo und— in Vorträgen von Direktor Demmler— Meister- werken deutscher Kunst des Mittelalters und von Riemenschneider. Dazu kommen Sonntags- führungen in allen Abteilungen der Museen, die von Direktorialbeamten geleitet werden und von der Mondstadt Ur bis zu den Ansängen des deutschen Expressionismus(im Kupferstichkabinell). von der Entwicklung der Armbrust(im Zeughause) bis zu deutschen Volksbräuchen im Jahreslauf (in der Sammlung für deutsche Volkskunde) und zur Slldseekunst-Ausstellung führen. An den Wochentagen finden gleichfalls zu bestimmten Zeiten solche Führungen in allen Abteilungen der Museen statt: eine größere Reihe von Vorträgen hält Dr. Zippert im Neuen Museum über die ägyptische Kultur. Die Teilnehmerkarten für die Führungen(einschließlich der Eintrittsgebühr) kosten 0,45 M. bis zu 1 M.(dies im Schloß- Museum). Hoffentlich ist es bald möglich, die Eintrittsgelder überhaupt abzuschaffen. Der„Grüne Tisch"! Die ersten deutschen Gast- spiele der Essener Folkwangschule, Leitung Kurt I o o ß, mit dessen in Paris auf dem internatio- nalen choreographischen Wettbewerb mit dem l. Preis und goldener Medaille prämiierten Tanz- spiel„Der grüne Tisch", haben nun stattgefunden. In den Overnhäusern Köln und Düsseldorf, in den Stadttheatern Krefeld, Dortmund und Elber- seid wurde der„Grüne Tisch" vor ausverkauften Häusern aufgeführt. „Tas Automatenbllfett" von Anna Ämevner erlebt ihre Premiere nunmehr Mittwoch, 8.1S ühr, im Theater der Schauspieler i Theater am Schiffbaucrdamm). Ludwig Hardt spricht Silvester, 7.39 Uhr, i m Schiller. Saal„Heiteres von Busch, Morgen- stein, Altenberg, Polgar, Ringelnatz, Peter Paüter, Erich Kästner und Roda Roda". Wo der Krieg starb Ein Märchen von gestern und heute Sport in Kürze UsberwäMgende Ereignisse hat der Sport an den Weihnachtsfeiertagen nicht gebracht. An erster Stelle zu nennen ist das Vorrundenspiel um die Europafußball m ei st erschast zwi- schon deutschen und polnischen Auswahlspielern des Arbeiter-Turn- und Sportbundes uird des Polni- scheu Arbsiter-Sportbundes, das am zweiten Feiertag in Leipzig, dem Sitz des ATSB.. statt- iand. Das Spiel endeie 4:l für Deutschland. Bei den bürgerlichen Fußballern siegte 5)ertha-BSC. in den Spielen um den Pokal gegen den Berliner Sportverein 92 3:1. In dem wichtigsten Verbandsspiel an den Feiertagen konnte Norden-Nordwest Minerva mit 2: 1 Toren ali- fertigen. Am ersten Feiertag siegte die Elf des Wiener Sportklubs im Poststadion gegen Tennis- Borussia verdient 4:1. In dem Spiel VFB.- Pankow gegen Kottbus 98 siegten die Berliner ohne Mühe mit 7:9 Toren. Die W i n t e r s p o r t I e r sind leider nicht zu den erhofften Sportfreuden gekommen; obwohl fast überall in den größereu Gebirgsorten Skiläufe und-spränge und. wo sich die Gelegenheit dazu bietet, Eishockeyspiele angesetzt waren, hat doch die Witterung versagt; es lag weder viel Schnee, noch war der notwendige Frost vorhanden. Lediglich in St. Moritz konnte der Schweizer Chiogna Skisprünge bis zu 79 Meter ausführen. Seine Gegner blieben unter dieser Strecke. Auf dem Rießersee siegte die einheimische Mannschaft gegen den Berliner FC. Preußen mit 11: 9 s.Z: 9, 4:9, 4:9) Toren. Die neue F r e i l u f t- K u n st e i s b a h» im Friedrichshain bereitete den Schlittschuh- freudigen am ersten Tage ihres Bestehens eine herbe Enttäuschung. Am ersten Feiertag trat gegen Mitternacht ein Maschinendefekt ein, so daß die schon gefrorene Eisschicht wieder auftaute. Am Morgen standen die Besucher vor verschlossenen Toren. Dafür wurden sie dann aber am Montag voll entschädigt. Der Schaden war in rastloser Feiertagsarbeit behoben; über 3S99 Personen passierten die Kontrollen. Von den abgehaltenen Radrennen inter- essiert insbesondere das Ergebnis der„Nacht" in Breslau. Das Rennen begann abends um 9 Uhr und endete um 5 Uhr in der Frühe. Mit vier ltunden Vorsprung siegte die Mannschaft Siegel- Thierbach, die 329,299 Kilometer zurücklegte, mit vier Runden Vorsprung vor T'etz-Preuß. In Dortmund machte bei den Weihnachlsrennen der Lokalmatador Mczey eine ausgezeichnete Figur. Er gewann beide Halbstundenrennen jedesmal mit Rekordleistung. Er legte hinter kleinen Motoren insgesamt 86,839 Kilometer zurück. In Frank- furt a. M. siegten Schön-Buschenhagen m einem Dreistunden-Mannschaftsfahren. Sie legten 139,699 Kilometer Zurück und beendeten dos Rennen vor Goebel-Pijnenburg, die eine Runde zurück blieben. Bundesojsenes Skisahrertrefsen in Klingenthal. Das Wintersporttressen der Arbeitersportler ist ausgefallen und findet bei günstigem Wetter Reu- jähr statt. Alz einzige Veranstaltung fand ein Eishockeyspiel zwischen einer Landesmannschaft Sachsens und Berlin statt. Sachsen gewann 7: 1. Das Werk von Jean Zourts Der Verlag„Les Editions Nieder", Paris, hat eins große Ausgabe von Jean Jaures in Angriff genommen. Die auf etwa 29 Bände gerechnete Ausgabe ioll alles Wesentliche der ge- sammelten Schriften und Reden des großen französischen Sozialisten vereinigen. Herausgeber ist Max Bonnaious, dem ein auserwähltes Rsdaktionskomitee zur Seite steht. Der vorliegende Band?c>ur la. Paix(Für den Frieden) umfaß: Aufsätze und Reden aus den Jahren 1887 bis 1993. Es gibt kaum ein Problem der europäischen und internationalen Politik, zu dem Jaures nich: Stellung genommen hätte. Wie vereinigte dieser einmalige Mensch eine umfassende Kenntnis der gesellschaftlichen Zusammenhänge mit der leiden- schastlichen Wucht des sozialistischen Kämpfers. Eine Artikelserie, in der Jaures das Problem„Pro le- tariat, Vaterlaich und Frieden" uiuer- iucht, mutz besonders erwähnt werden. Hier gibt Jaures eine gedrängte Skizze von der Stellung der Arbeiterklasse zur Idee der Nation von der großen französischen Revolution bis zu Ansang unseres Jahrhunderts. Die Auseinandersetzung mst Marx, der Jaures breiten Raum widmet, ist gerade gegenwärtig von besonderer Bedeutung. Schiffszusammenstoß im Hafen von Marseille Bei der Ausfahrt aus dem 5)afen von Marseille stieß der französische Dampfer„Bernardin-de-Saint- Pierre" mit dem aus New Pork kommenden spanischen Dampfer„Naoemar" zusammen. Der Dampfer „Navemar" erhielt ein schweres Leck und sank. Unser Bild zeigt den gesunkenen Dampfer. Rundfunk am Abend Dienstag, den 27. Dezember Berlin: 16.15 Vor einem zugefrorenen Fenster. 16.30 Aus Leipzig: Nadxmlttags- konzert 17.30 Dürfen wir Ihnen raten? 17.43 Jugendstunde. 18.05 Lieder auf Sdiallplattcn, 18 30 Lesestunde. 18.33 Die Funkstunde teilt mit. 19.90 Stimme zum Tag. 19.10 Franz Schubert. 19.35 Carl Busse zum Gedäditnis. 20.00 Bunter Abend. 22.00 Wetter-, Tagesund Sportnadiriditen. Tanzmusik. Königs Wusterhausen; 16.30 Aus Leipzig: Nachraittagskonzert. 17.30 Französ. Spraebunterridii. 1800 Praktische Ziele der Arktisforschung. 18.30 Weltwirtschaftschronik am Jahresende. 18.33 Wetterbericht, 19.00 Philosophische Lesestunde. 19.30 Politische Zeitungsschau. 22.45 See-Wetterbericht Aus Hamburg:.Spätkonzert. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Enropaprogramm im„Volksfunk", monatl. 96 Pf., durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Poslanstalen. Abk. 139a. Freie Scholle. Mittwoch, 28. De- zember, pünktlich 29 Uhr, wichtige Funktionär- sitzung an bekannter Stelle. SAX Werbebezirk Prenzlauer Berg. Mittwoch. 28. Dezember, 29 Uhr, Funktionärbesprechunz Ak- tionsbezirk Nordost, S-chönlankerstr. 11. Funk- tionärbesprechung Aktionsbezirk Nord. Sonnen- burger Str. 29. 38. Abs. Die am 28. Dezember angesetzte Mit- gliederoersammlung fällt aus. 91. Abt. 1. Frauenveriammlung, 28. Dezember, 74- Uhr, bei Grimm Boddinskr. 19/11. Bunter Abend. Kuchen mitbringen Kaffee wird gekocht — 2. 74- Uhr Abteilungsvorstandssitzung bei Rausch, Flughafenstr. 29. Wetter für Berlin: Ueberwiegeich bewölkt, ohne Niederschläge, Temperaturen um Null, ausfrischende südliche Winde.— Für Deutschland: Im größten Teil des Reiches Fortdauer des trockenen, wenn- gleich meist trüben Wetters, mir im Nordwesten einzelne Niederschläge. Veranlworllich für Politik: Rudolf Brendemühl; WirlsMosl: Ä. K l i n g e l b ö s e r: GewerklÄastsbe- wegung: I. Steiner: Feuilleton: Herbert Le- p d r e: Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt; Anzeigen: Otto Hengst: fämtliüi in Berlin- Per- lag: VorwärtS-Verlag G m. b H. Berlin. Druck: BorwärtS-Bnckdrnckerei u. Berlagsanstali Paul Singer u. Co., Berlin SW. OS. Lindenstr 3• Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Mörgen-Ausgabe des„Borwärts" veröffentlicht. Hierzu 1 Beilage- PROGRAMM 'Ür die Zeit vom 27. Dez. bis 29. Dez. ÖQ BTL Po t: damer Str. 38 Harold Lloyd in Film verruckt Jugendiiche haben Zulrlt»! W. 5. 7. 9 Uhr BTL Turmstraße 12 TTclgra» Fall und Aufstie« mit fiireta Garbo« Cl. Gable W. 5. 7. 9 Uhr BTL Alexanderstr. 39 (PuHsa�e) Annemarie, die Kraut der Kooipaiciiie mit L. Enxliseh, P. Ilörbiger— Confisorllla W. den ganzen Tag geöffnet Alhambra Müllerstr 136. Ecke SeeslraOe. Film verrückt mit Harold Lloyd— Schön u ar's doch! (Mililärburleske)— Jgdl. hab. Zulr. Wochentags ab 4.30 Uhr 0deon.PotsdamerStr.7S Wie sagl' ich'* meinem Wannf mit R. Jliallcr.*Georif Alexander— Gut. Ueiprojgr. W. 5, 7. 9 Uhr Germania-Palast Charl.. Wilmersdorfer Str. 53/54 Film verrückt mit Harold Lloyd— Jugendliche haben Zuti. W. 5, 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Charl. Kanlstr. 54. Ich bei Tag: und du bei \achc mit Küthe von Angy, Willy Fritsch W. 5. 7. 9 Uhr Primas-Palast Potsdamer Straße 19. Das Blaue vom Himmel mit 31. Eggerth. II. Thimig:, Fr. Kampers— Für Jugendl. freigeg. W. 5 15. 7.15, 9.15 Uhr c Friedrichstadt Die Kamera Unter der Unden 14 Btzlnn 9 Dhr, totite 9 Uhr LuEtspieiproaramm Zirka.;r.: Charlie Chaplin- Di« MilUoi mit Bend Clair TAFEL Franziskaner Das große Weihnachtsprograanm Ura 9. 12, 3. 6, 9 Uhr beginnend: Der rhamp Um 10.30, 1.30. 4.30. 7.30 u. 10.30 Uhr ftarschall Vorwärts mit Paul Wegener, Theodor Loos,.' v. Schief, tow u. a. Neueste Ton-�Voehenschau Kolonncden-Kino Leipziger Sir 58 Ab 9 Uhr vorm. Traum von �chünbrunn mit H. Eggrerfh. II. Thimlg:— Ki t du mein Freund? mit jfor�an. Leo«, II ildebramlt— Kochenschau— Jugendliche haben Zutritt Moabit D Artnrhnf VVocheni ab 6 Uhr! ririU* ilOf Sonntags ab 5 Uhr | Perlebergcr Str. 29. 2 Großlonfiirae: Annemarie, die Kraut der Konipagsnie mit L. Englisch— Ein Kind d. Strafte U CHarlottenPurg j) Sch Iii t er- Theater 5."ttav Schlülerstr. 17. Stg. 3 U.: Jgd.-Vorst. Strich durch die Itechnun� mit Riihmunn. T. v. Eyck— Liebe in Uniform m. H. Liedtke— Jgdl. haben Zutritt! Wuchcni?. 9*4 U. Sig). 7 914 U Kaiserallee. Ecke Berliner Siraüe Urauff.: Kaby mit Anny Ondra. Adolf IVohlbrfick, Kurt Lilien —&iiigin£ buhy*«— Tonbeipr. Rheinsch loß-Lichtspiele Rheinstr. 60. Woch. 5. Stg. 3 Uhr Des großen Erfolges we�pn verlängert Unser Festprogramm: Paprika mit Franziska Gaol, P llörblger — Beiprogramm Sctidneberg � Flora-Tageskino Hauptstr 144. Der fliegende Tod!—.Sein kleiner Kamerad mit Tom Neukölln Excelsior Woch. ab 6�2 Sonnt, ab 4 U. Kaiscr-Friedrich-StraDe 191 Der weiße Dämon mit Hans Albcrs, Gerd» Uanrus— Ton beiproxramm Titania Schöneberg u�iir Hauptstr. 49. Stg. ab 3 Uhr Gr. Ton Operette; Ich bei Tai? und du bei\acht mit K. v*. Xa*.ry. F'ritsch— Beipr.— Tonwoche TV**»*«.,* Wochen!. 5. letzte 9% U. I uTUlQ Sonntags ab 3 Ilrr Hauptstr. 144. Gr. Tonoperette: Ich bei Tag: und du bei Xacht mit K v.\a*y. FrKsch— Tonbciprogrrumm W Hariendorf B /• Wariendorfer W 7, 9. tlQ-H Tonlichf�piele S. 5. 7. S Ghausseestr. 305. Liebe auf den ersten Ton mit Lee Parry, t. Jftken— Tonbpr. c Tempelhof Atrium W Zehlendorf-Mitte M /• Beginn tägl. 5, 7. 9 Uhr liCll Stg. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Str. 55. Strich durch die Iteclinuni? mit Toni v. Eyck. Hühmann— Ton | beiprogramm c Steglitz Titania-Palast mÄm.su. Steglitz. Schloöstr 5 EckeGulsmuthsstr Urauff.; Das Gespensterschiff fDas Schiff ohne Hafen) mit Harry Plel, In-rid Lindstrbm. Eugen Uex— Tonfilmbeiprogramm W Friedenau"b Kronen- Lichtspiele Bböinstr. 65 Täglich 5 7. 9 Uhr, Sonnt, ab S Uhr Ich bei Tag und du bei Xocht mit K. ▼. �»ffy, W. Fritsch— Beiprogramm Koltbusser Damm 92 AükUk Stg. ab 4 U. W. ab 6Vi U. Ich bei Tag und du bei Nacht mit Käthe v. Xagy. Willy Frltscb— Tonbeiprogramm Mercedes-Palast �g.6® Herraannslr. 212. Filmverrückt mit Harold Lloyd (deutschsprachig)— Böhne: Gastspiel Lotte Werkmeister Jugendliche haben Zutritt! Stella-Palast KApenicker Strafte 12/14 Wochtgs. 6-30. Sonntags ab 3 Uhr Hans Albers in dem Ufa-Großlonfilm: Der weifte Dämon Gerda Maurus, Trade v. Hole Dazu: Große Variete-Bübnenschau W ureptow"b Treptow-Sternwarte Dienstag 8. Donnerstag 8 Uhr: Ein Grab um Xordpol— Mittwoch 8 Uhr: Zwei.fahre im Grönland eis mit A. W egener PROGRAMM| • ör die Zeit vom 27. Dez bis 29. Dez.| FI" w- s>5. 7. S.IÖ ülr .Llysiam s. 3, 5.-.10. 9.15 uhr Prcnilauer Allee 5S Filmverrückt mit Harold Lloyd (dtntschsprachiß) — Bühne: 4 IManola* Flora-Lichtspiele W. 5.30, ca. 7. 8.30 Uhr. Stg. ab 3 Uhr Geheimnis des blauen Zimmers— Der Lausbub mit dem kleinen Leon Janney Primas-Palast �nnVschr Am Hermannplatz, Urbansir 72776. Helgas Fall und Aufstieg mit Greta Garbo— Bühne: Trio an 3 Flügeln Stern, Hermannstraße 49 Wochen l. ab 6.30 Uhr. Sonnt, ab 4 Uhr! Der weiße Dämon mit Hans Albers, Gerda Sfanrns— Ton beiprogramm ■ 0,tcn» Germania-Palast\*5 1 u; Frankfurter Allee 314 Harold Lloyd Filmverrückt in deutscher Sprache Auf der Buhn»: "l große Variete-Attraktionen Jugendliche haben Zutritt Großes Germania Orchester Südosten Knrfnr*f w 7' 9' sbd Sls 7'9 ilUTIUTSl>tg 3 Uhr Jgd.-Vorst Dorfslraße L2 Ecke Berliner Straße Gr. Tonop�i-clte: Ich bei Tag und du bei Stacht mit K. v. N»gy, f\. f j•» TL Fritsch— Tonbeiprogramm UeUtSCh-AtlieTlR. I nSat€T Köpenicker Str. 68. Beg. 5, 6.30, 7.45, 9| Friederike mit 31. Christians. II II. Kollmann— Husaren- liebe mit Adalbert 7V#l/l/; Täglich. 5. 7, 9 Uhr 1 IVOii Sonnt.: 3. 5. 7. S Uhr Berliner Straße 97 Der weiße Dänion mit Hans Albers. Gerda Maurus— Ton beiprogra mm Luna-Palast Woshtg. ab"? u. Gr. Frankfurter Str. 121 Der weiße Dämon mit Hans Albers— Bühne: ProL Mendelssohn. Cello-Virtuose Südwesten Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1. W. ab öVj, Stg. ab 3*'s Festprogramm: Harold Lloyd in Filmverrückt — Beipr.— Jugendliche hab. Zirtr. PnUnJ'nm Woch- 5. letzte 9 fuilClU.llUX Stg. 3, letzte 9 Uhr Baerwaldslr. 17. Großtonfilm Ich bei Tag und du bei\acht mit K. v.\egy, W. Fritsch— B. Tauber singt Scbnberrlieder Bühne»: 4 Adle ras n* Film und Bühne tXlVOll Wo. 5H. letzte 9 Uhr Eergmannstr. 5/7. Stg. 8-30. letzte 9 U Helgas Fall und Aufstieg mit Greta Garbo— Krminalsen�atlons- iGiuüm: Radlo-PollzeipatronlUe Filmeck W. ab 6 Mi ü. Sonntags Am Görlitzer Bahnhof ab 3 Uhr Harold Lloyd spricht Deutsch in Filmverrückt Variete. Bühnenschau und Filmeck-Orchester(14 Mann) Jugendliche haben Zutritt Schwarzer Adler ftÄ Wo. 5, 7, ca. 9, Stg. 3. 5. 7. ca. 9 Uhr Ich bei Tag und du bei Xacht mit Küthe v. Xagy. W. Fritsch — Riehard Tauber in Schubert- Hedem— Tonwoche— Bühnen- schau Volks-Kino Königstadt Schönhauser Allee 10. Tägl. 5. 7. 9 U. Der fliegende Tod— Husaren- liebe mit II.\iese, 11. Adalbert E Neti'iichtenbercj � Kosmos-Lichtspiele lut« 9 Lückstr. 70 So. Jgd.-Vorst. Ich bei Tag und du bei\achf mit Käthe v. Xagy. VI. Fritsch — Rieb. Tauher sin»rt Schubertlieder— Bühnenschau Pankow Palast-Theater Breite Str. 21a. Das Abenteuer einer schönen Frau w't LH Dagovcr— Trenck mit H. �»tüwe Luisen- Theater"1 v. Beifhenberaer Sir Sl Da» Alremeuer elnor»rhftnen Fran mit Hl Dugorer Friederike mit Iladzr Christian». Bona U. Bollmann Viktoria- Theater 1 o5 Frankfurter Allee 48 Ich bei Tag und du bei\achl rni: Küthe v. Xagy. VT. Fritsch — Beiprogramm U Frledrichafelde"b IS'„ D__„L Mon.— Donnerst. ft U Arno DUSCh Frdl.-S e 5 ühi AH Fnedrichsldd« 3 2 Tonflline; Zwei Tom Südexpreß mit Fr Berliner, O. Wernlcke — Sacht der Vcrsuchimg mit Fütterer Tit.n Ii Wochcnlags f. 30, 9 Uhr ilVLtll Sbd.. Sonnl ab 4.30 Cbr Berliner Str. 27. Jugendl. Zutritt Gr. Feslprogramm: Filmverrückt mit Harold Bloyd— Tonbeipr. ■ TCge'* Filmpalast Tegel s ab � Bahnhofslr. 2. Stg 2 U. Jgd.-Vorst. Ich bei Tag und du bei Xacht mit Küthe v. Xagy, W. Fritsch — Gr Tonbeiprogramm Kosmos Bühn W ab 6 Uhr Bühne S. IVj 8�.8� Hauptstr. 6 Großtonfilm Der sv elfte Dämon mit Hans Albers Union-Theater s'"� a'i.s'?. Hauptstraße 0 Skandal im Grandhotel mit Grit Haid— Sein kleiner Kamerad mit Tom Keene H Henniqtcr nicht als' Passagier, sondern als Schienentramp, wie er dies während seiner jahrelangen Jrrsahrten im Norden Amerikas rat. In Nairobi, dem Hauptort von Ukamba, an- gekommen, hört Mac zu seiner Freude, daß der Weg zum neuen Diamantendistrikt zwar schlecht, doch leicht m drei Tagen zu bewältigen ist. Mac braucht aber nicht so lange. Seine dürren Beine stoßen wie Kolben einer Schnell zugslokomotive nach vorne und der Drang nach Arbeit und Ber- dienen ladet leine Nerven mll nallirhaiter Energie Frisch wie nach einem Spazierganz komml Mac im Diggerlager an. Er hat gehofft, einer der ersten zu sein, was er aber sehen muß, zwingt ihn zu einem kollernden Lachen. Das Lager ist be- rells die Hölle von ein paar tausend Abenteurern. Geheimnisvoll wie Pilze nach einem Regen find diese heimatlosen Gesellen in der wenig bevölkerten Gegend ausgetaucht und der Distriktskommissar und seine Leute haben die schweren Coltreoolver schußbereit. Jm 3)iggerlager Mac sucht sich einen Platz, wo er möglichst un- geschoren ist und gewöhnt sich rasch an das Leben hier. In den drei Jahren, die er in den Gold- minen am Whitwaterrand arbeitete, ist er mit dieser Sorte Menschen genügend abgebrüht war- den. Neben ihm pennt einer in einer alten, vor- sintflutlichen Karre, die ein Zwitter von Auto und Ochsenwagen ist: eine Anzahl Hindus hockt in fast laillloser, zäh zusammengekitteter Güter- gemeinschast beisammen: Chinc, bei Nach! und Nebel über die Grenze gekommene Gelbe, schlafen auf dem nackten Boden und einige Luhuszelte verraten, daß auch wohlhabende Leute chr Glück bei dem„Run" oersuchen wollen. Neben kräftigen Halbwilden kauern Schwächlinge des Lebens. lieber allen brennt gleichmäßig die heiße Aeguator- sonne sengend und glühend: aus den braunen. schmerzenden Leibern sitzt ein Panzer von Schmutz und Staub und Schweißmellen wabern um die Wette. Hunger rumort in den Mägen, Durst dörrt die Kehlen. Indische Wasserträger machen ein Bombengeschäft mit lauem Brakwasier. In einem unvorstellbar primitiven Spielsalon klappern die Würfel und wie ein Getränk des Satans strömt beißend der unvermeidliche Whisky in fchreiende Kehlen. Mac hält sich fern vom Trinken und Spielen. Er kennt nur eines, seine körperliche Tüchtiglell zu erhallen für den„Run" auf die Claims, der erst in einigen Wochen sein wird. We Rossen und Berufe sind vertreten, aber alle benehmen sich wie Gent! einen der Wildnis. Sie tragen ihre Händel also nicht mll Messer und Re- volver, sondern nur mll Fäusten und Fußtrillen aus. Totschlag und Mord sind auf diese Weise vermieden. Die Dig-ger sind aber nicht aus Menjchlichkell so gesittet, absolut nicht, etwas anderes hält sie im Zaume. Bor ihnen liegt ja das Paradies im Stacheldraht: das Diamantenterrain. Es wird sorgfältig bewacht von Eingeborenenpolizei mit Bluthunden, die auf den Mann dressiert sind. Am Koppel tragen die Policemen eine daumendicke, aus Bllftelleder oder Nilpferdhaut geflochtene Ochsenpeitsche und den achtschüssigen, schweren Coltreoolver. Ein gezieller Schlag mit der Peitsche genügt, den stärksten Mann zum Krüppel zu machen. Eines Nachts hören die Digger vom Diamanten- terrain her eine wüste Schießerei, die rasch wieder verstummt. Ein voreiliger Neuling war durch den Draht der Absperrung gekrochen, um geheim einen Claim auszusuchen, aber von den Polizisten sofort mll Kugeln durchlöchert und von den Blut- Hunden zerrissen worden. Als abschreckendes Bei- spiel für die anderen, die durch das lange Warten imnier unruhiger werden. Der Tag für die Freigabe des Terrains>md den Wettlaus der Digger und die Claims rückt zwar immer näher, zunächst heißt es aber noch warten und warten. Für den Boden inio das Schürfrecht brauchen die Digger Vn«n Pscnnig bezahlen, auch ist weder für Ge'd noch gute Worte ein Platz oder Anrecht zu erwerben, mar eines entscheidet: wer am schnellsten laufen kann! Der erste darf eben den besten Tlaim für sich in An- sprach nehmen, den legten beißen, wie überall n» Leben, die Hunde... t'in seHsamer Vorschlag Mit jedem Tage mehren sich die Abenteurer im Lager. So viel sind es nun. daß der größte Teil beim„Run" leer ausgelgen wrd. Noch andere merkwürdige Gestalten tauchen auf. Eine ab- gekaute Shagpseise zwischen den schmalen Lippen, pockennarbig das Gesicht und den Korkhelm im Genick bieten sie selt'ame Geschäfte an. Sie drängen sich nur an die kräftigsten im Lager, an die Leute, welche ihrer Meinung noch gute Aus- sichten im Wetttaus um die Claims haben. Auch bei Mac biedert sich einer dieser Burschen an.„Maßlos schlechte Konjunktur jetzt für Dio- inanten!" spricht er trocken und wichtig. „Hm!" macht Mac. sonst nichts, und bläst dem Redner eine Ladung beißenden Pseisenrauch ins Gesicht. Doch der andere schert sich nicht um die Abweisung. „Ueber hundert Milliotten Karat Diamanten sind bis jetzt gefunden worden. Biel zu viel schon! Wer kaust heute überhaupt noch Steine? Die De Beers Co. zahll für ungeschlissene Diamanten nur nock) siebzig Prozent von dem, was sie noch vor einem Jahre anlegte," redet der Agent auf Mac ein. Mac hat mll wenig Interesse dem Miesmacher zugehört.„Sind noch genügend andere Gesell- schasten da, die Steine aufkaufen!" knurrt er un- willig. „Keine zahlt besser! Wissen Sie nicht, daß all« zusammengeschlossen sind? Das Syndikat, die Anzlo-American Co.. die Blue Ground, alle geben nur noch 70 Prozent Do lohnt sich das Warten und Lausen gor nicht mehr." „Und ich warte und lause!" erwidert Mac. Der Agent lenkt ein.„Ich habe von Ihnen nichts anderes erwartet. Ein so stämmiger Bursche wie Sie, hat Aussicht auf einen guten Claim.— Whisky gefällig, mein Herr?" „Danke!" Der Agent rückt noch näher zu Mac I bave buying diggers!" Solch« Worte hat Mac nicht erwartet." Was, Sie kaufen Diggers?" „Ye%l Hören Sie meinen Vorschlag! Sie lausen um einen Claim und verschaffen sich ein Schürsreckst. Aber Sie nützen dieses Recht zunächst nicht aus." „Sind Sie verrückt?" „Warten Sie doch! Sie brauchen es ja nicht umsonst zu tun. Sie brauchen nur dasitzen und aufpassen, damit kein anderer den Platz nehmen kann. Für diese schwere Arbell erhallen Sie monatlich 40 Pfund.. Mac schaut den Sprecher ungläubig an. Von unten bis oben und dann wieder von oben bis unten. Er glaubt einen Irren vor sich zu haben. Daß man mll Nichtstun Geld verdienen kann, ist chm neu. Der Agent zieht einen gedruckten Vertrag aus der Tasche und gibt ihn Mac zu lesen. Nach emcr Weile meint er:„Ein gutes Geschäft für Sic? Nicht?" „Wenn alles in Ordnung geht, nicht übel!" „Also, schlagen Sie ein!" Da Mac keine Miene dazu macht, fährt der Agent fort.„Bedenken Sie, jetzt ist wirklich eine sehr schlechte Zell. Sie wer- den, wenn Sie nicht außergewöhnlich gute Funde machen, kaum das verdienen, was Sie hier zum Leben brauchen, während ich Ihnen eine schöne Rente zahle für nichts, rein nichts. Zunächst für ein Jahr. Bis dahin sind die Zellen wieder besser und Sie können auch dann Ihren Claim verdienst- voller ausbeuten." Nun erfaßt Mac die Absicht des Agenten. Da- mll nicht durch neue Funde der Preis der Dia- manten noch weiter gedrückt wird, wollen die Diamantengesellschaften die Ausdeutung frischer Minen selbst mit großen finanziellen Opfern ver- hindern.„Gut! Ich bin einverstanden," erwidert er,„aber ich oerlange monatlich 50 Pjund." „45 Psund!" handelt der Agent. „Fünfzig und keinen Cent weniger." Oer Agent schaut Mac griindlich an, um zu prüfen, ob die Sache soviel wert ist. Er kommt zu der Ueberzeugung, daß keiner vom ganzen Lager mehr Aussicht auf den besten Claim hat, wie dieser Naturbursche.„Gemocht! Aber Sie müssen Erster sein!" Nun erzählt er Mac ganz ossen. daß in den Tresors der Diamantengesellschaften für ungefälir 4 Milliarden Mark Steine zurückgehallen werden, um einen Preissturz zu verhindern. Bei dem„Run" erläuft sich Mac tatsächlich den besten Claim und das sonderbare Geschäft geht in Ordnung. Run erhält er monatlich 50 Pfund ohne einen Finger zu rühren. Das vereinbarte Jahr ist lange noch nicht vor- über Was dann wird, weiß Mac Smith allerdings nicht. Aber wir auch nicht. S)er Weg mur Ginnst im Schallen des Diriseniahres 1932 Das Gebäude der Bereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst m der Hardenberg- straße ist noch in jenem pompösen Repräjen- tationsstll gebaut, der alle öffentlichen Bauten der wilhelminischen Epoche, von der Bedürsnisanstalt bis hinaus zum Dom, im schlechten Sinne be- merkenswert macht. Es ist kein Gebäude mehr, sondern eine Baulichkell, eine gefrorene Pose. Um so mehr, als von der einstigen Pracht nur noch die verlogene Fassade übriggeblieben ist, in derem Schatten sich Hunderle von jungen Wen- schen unter den härtesten Bedingungen einen Weg zur Kunst erkämpfen. Schon in den besten Vorkriegsjahren war das Dasein des Kunststudierenden nicht frei von ma- terieller Rot. Einer der bekanntesten Maler, Max Pech st ein. erzählt von seinen Akademie- jähren, daß ost die Frühstllckssemmel für den ganzen Tag herhalten mußte und ihn seine Mittellosigkeit gelegentlich vor die Entscheidung stellte, entweder Farben oder Brot einzulaufen. Doch winkten vor dem Kriege dem Begabten unvergleichlich bessere Aussichten. Hunger und Elend waren keine Massenerscheinung. Die ver- hältnismäßig günstige Wirtschaftslage ließ jene erdrückende Aussichtslosigkeit nicht aufkommen, die heute die Energien des jungen Menschen früh- zeitig verbraucht. Es gab ein kapitalkräftiges Mäzenatentum, Stipendien, der Kunsthandel florierte und notierte auch die Werke der Jungen, und der Staat warf in seinem Etat für Kunst- pflege Beträge aus, die. verglichen mit den Heu- tigen Mitteln, sich stattlich ausnahmen, und für gefällige Talente sorgte nicht zuletzt die Denkmals- sucht. In verstärktem Maße gelten die ungünstigen Aussichten der Akademiker heute für den Kunst- Hochschüler. Schon die Ausbildungsmöglichkeiten haben sich verringert. Dem.Krisenjahr 1932 sind 3 von den 5 preußischen Akademien, die in Breslau. Königsberg und Kassel, zum Opfer gefallen. Die anderen mußten bei gekürztem Etat ihren Betrieb empfindlich ein- schränken. Längst sind an der Berliner Hochschule die Assistentenstellen gestrichen, ein großer Teil der technischen Hilfsarbeiter und Lehrer enllasseii. die Mittel für Modelle, Werkstätten und Heizung gekürzt: es gibt keine Studienreisen mehr, und gelegentlich mangelt es den Klassen sogar an Material, wie Farben, Gips und Ton. Die Unter- haltttngsarbeiten an dem Schulgebäude selber sind so weit eingeschräntt. daß man bereits von einer Verwahrlosung sprechen kann. Um auszukommen, versucht man auf der anderen Seite den Zustrom zum Studium durch verschärfte Aufnahmebedin- gungen zu stoppen: für das Wintersemester wur- den in der Abtellung für freie Kunst von 68 schon vorher ausgesuchten Bewerbern nur 26 zum Studium zugelassen. Die Statistiker errechnen, daß das monatliche Cxistenzminmum eines Studenten durchschnittlich 110 Mark beträgt. Diese Grenze wird von den Kunsthochschülern weit unterschritten: die Mehr- zahl der Berliner Studierenden nuiß mit 70 M. auskommen. Doch gibt es eine ganze Anzahl, denen nicht einmal diese Summe zur Verfügung steht. Seit 1928 ist der Prozentsag der Schüler, die ihr Studium aus eigenen Mitteln bestreiten, von Jahr zu Jahr zurückgegangen. Ja, die Ver- Hältnisse haben sich so weit verschlechtert, daß in diesem Winterhalbjahr fast ein Drittel von den 285 Schülern von der eigenen Fürsorge- e i n r i ch t u n g der Studierenden durch laufende Unterstützungen notdürftig über Wasser gehalten werden muß. Schon im Vorjahre zahlte diese Fürsorgekasse, deren Haupteinnahme der jährliche Reinertrag des alljährlichen Kostümfestes ist, über 20 000 Mark in Form von Freitischen, Woh' nüngs- und Materialbeihilsen an bedürftige Schüler aus. Ein vorläufig noch kleiner Teil der Studierenden bezieht Wohlfahrtsunterstützung: Stipendien, die früher Staat, Gemeinden und Private zur Verfügung stellten, gibt es so gut wie keine mehr. Noch vor wenigen Jahren waren für wirt- schastlich Schwache Freistellen vorhanden: aber schon im Vorjahre wurden die bereitgestellten Mittel erschöpft: von den 305 eingereichten Ge- suchen konnten nur 195 genehmigt werden. Doch nur ein Drittel der Antragsteller erhielt eine ganze Ermäßigung der Studiengebllhren, die etwa 150 Mark ausmachen. In diesem Jahr gibt es nur noch halbe Freistellen. Selbst bei der größten Bedürftigkeit muh die Hälfte des Schulgeldes bezahlt werden. Das bedeutet mit anderen Worten weitere Senkung des Existenz- Minimums. Damit wären wir bei den Aussichten. Das Gros der Studierenden stammt, wie es nach den vorausgegangenen Mitteilungen nicht anders zu erwarten ist, aus unbemittelten Kleinbürger- samilien. Viele, sehr viele, stehen beim Verlasien der Schule vor einem Nichts. Ohne Aufträge, ohne Atelier ohne Werkzeug und Material, bleibt ihnen— der Weg zum Wohlfahrtsamt, dessen Unterstllüuna sie kümmerlich am Leben erhält. Ihr« künsllertschen Pläne aber bleiben unaus- geführt. Wenigen nur gelingt es, sich durchzusetzen und, wirtschafllich gesehen, das Lebensniveau eines besseren Angestellten zu erreichen. Zwar hat sich in den letzten Jahren auf den Kunstschulen ein Umbau des Studiums vollzogen, eine Abwanderung von der freien zur angewandten Kunst. Man hat Werkstätten eingerichtet, Ateliers für Textilarbeiten, Kunstdruck, Keramik. Werbegraphik usw., in denen sich ein kunstgewerbliches Spezialistentum heran- bildet. Man hat versucht, mit diesen Werkstätten dem Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich während des Studiums seinen Lebensunterhalt zu oerdienen. Aber sie liegen zum Teil still, weil es ihnen an Aufträgen mangelt. Das Kunstgewerbe leidet unter der Krise mehr als die lebensnotwendigen Gewerbe, und alle Bemühun- gen, durch künfUerische Anregungen brachliegende Handwerke, wie z. B. Holzbildhauerei, Kirchen- und Grabmalskunst neu zu beleben, haben bis- her zu keinem Erfolg geführt. Wer also nach beendetem Studium als Werbe- graphiker. Textilzeichner, als Bauplastiker oder Innenarchitekt in der Industrie oder in einer kunstgewerblichen Werkstatt unterkommen kann. dars von Glück reden, denn das Angebot, auch an guten Kräften, ist übergroß. Die Stellenvermitt- lung der Schule konnte im vorigen Jahre von 150 Bewerbern nur 5 Stellen, also 3% Proz., vermitteln. Die anderen warten weiter von Se- mester zu Semester, halten sich, solange es möglich ist, auf der Schule, wo sie wenigstens arbellen können und stoßen dann endlich zu dem großen Heer der Arbeitslosen. Kaüdan. Deutschland— Polen 4:1 Um die Europameisterschaft der Arbeiter-Fußballer Eigener Bericht des„Vorwärts" Leipzig, 27. Dezember. Jlun ist wieder ein Spiel um die Europa- Zuhballmelsterschast der Sozialistischen Arbeitersport-Znlernationalc vorbei: das drille Treffen der Ostgruppe, und zwar diesmal zwischen Deutschland und Polen. Dieses Spiel reihte sich würdig an seine Vorgänger an: nicht nur was den Publikumserfolg anbclrisst— waren doch mehr als 2 S 0 0 0 Zuschauer erschienen—, sondern auch wegen des sportlichen Erfolges. Beid.e Mannschaften zeigten ein erstklassiges Spiel. Nur der Bielefelder ch. Schmidt, der mit diesem Spiel sein 25. internationales Treffen als Spieler der deutschen Ländermannschaft mit- machte, hatte wenig Glück. Er versiebte so manche sichere Torgelegenheit, schoß immer wieder knapp daneben oder kurz über die Latte. Ja, einmal stand er nur einen Meter vom Tor entfernt und schoß trotzdem doch weit daneben. Jubilars Pech! Erst nach der Pause änderte sich das Bild: Bon den drei erzielten Treffern buchte er zwei, während der dritte durch eine gute Vorlage von ihm verwandelt wurde. Besonders hervorgehoben werden muß noch das Erscheinen des sozialdemokratischen Polizeipräsidenten von Leipzig, Hermann Fleißner, und die Anwesenheit des polnischen Konsuls Dr. Brzezinski und des Attaches Wittkowski. Das Spiel Kaum haben die Jugendmannschaften von Thale und Stötteritz, die sich mit dem Re- sultat von 6: 8 trennten, das Feld verlassen, da stürmten schon die beiden Ländermannschaften Hand in Hand herein. Nach kurzer Erledigung der üblichen Formalitäten, wie Seitenwahl und Begrüßung, begannen die Deutschen den Kampf. Sofort stürmten sie nach vorn und setzten einige gefährliche Schüsse auf das Tor der Polen, ohne jedoch erfolgreich fein zu können. In der zweiten Minute setzte Deutschlands Halbrechter, der „Jubilar", den ersten Ball knapp über die Latte — damit begann seine Pechsträhne. Die Polen konnten sich anscheinend nicht finden. Erst nach- dem ihr Torwart einen Abstoß weit ins Feld gab. statteten die volnischen Stürmer dem beut- scheu Tor einen Besuch ab. Gleich bei diesem ersten Versuch mußte man feststellen, daß noch mehr solche bestimmt zu Erfolgen führen müssen. Nur dadurch, daß sich der deutsche Torwart im weiten Sprung dem Ball entgegenwarf, kamen die Polen zum Stehen. Wieder gingen die Deut- scheu im geschlosienen Angriff nach vorn. Zu enge Kombination und der fehlende abschließende Torschuß ließ es zu Toren nicht kommen. Auf der anderen Seite war aber die polnische Verteidigung auf der höhe, der Torwart so- gar blendend. Das sollte sich in der 7. Minute besonders zeigen. Bei einem Kopfball, den der Halblinke genau in die Ecks setzte, warf sich der Torwart, doch der Ball entglitt seinen Händen, der Mittelstürmer setzte nach, aber wieder hat der Torwart den Ball sicher. Lauter Beifall belohnte ihn. In der Ist. Minute war es aber doch geschehen. Der Rechtsaußen Deutschlands lief an der Linie ent- long, gab einen genauen Flankenschuh zur Mitte, wo der Halblinke den Ball im wprunge aus der Luft unhaltbar einschoß: 1:0 für Deutschland! Die Polen spielten im Sturm systematischer und taktischer. In der 15. Minute rannte der Rechts- außen mit dem Ball seinem Läuser aus und da- von und schoß scharf aufs deutsche Tor. Der Tor- wart warf sich, der Ball entglitt aber seinen Händen. Der hinzugelaufene Rechtsaußen schoß noch einmal scharf unter die Latte: 1:1. Wenige Minuten später konnte man die hervor- ragende Disziplin der Spieler und der Zuschauer bewundern. Dem rechten Verteidiger Deutschlands passierte das Mißgeschick, daß ihm innerhalb des Strafraums der Ball an den Arm sprang. Ob der Schiedsrichter den Vorfall nun nicht bemerkt hatte, oder ob er sich sagte, daß ein Elfmeter eine zu harte Strafe für ein Vergehen, das überhaupt kein Vergehen ist. sei, weiß ich nicht. Aber eines weiß ich: Weder die polnischen Spieler, noch die Zuschauer reklamierten diesen Fall.„Ich hätte ein- mal den Krach hören mögen, den die Zuschauer und Spieler angeschlagen hätten, wäre ein solches Vorkommnis bei den Bürgerlichen passiert!" Wer das sagte? Der Leipziger Sportkorrespondent des Wolsfchen Telegravhen-Büros, der es doch wohl wissen muß.— Beide Mannschaften versuchten nun noch weitere Erfolge zu erzielen, alle An- griffe scheiterten aber an den Hintermannschaften. Die deutsche Mannschaft hatte bi» zur Pause, trotz des gleichen Torverhältnisses, ein Plus. Ecken- Verhältnis bei der Halbzeit 4:0 für Deutsch- land. Die zweite Halbzeit Dann kam die nervenanstrengende zweite Spiel- Hälfte. Mehr und mehr steigerten die Mann- schaften ihre Leistungen. Deutschland war aber immer wieder der temvoangebende Teil. In der 9. Minute mußte der polnische Torwart eine Serie von scharfen und placierten Schüssen über sich ergehen lassen, zeigte sich aber allen Anforde- rungen gewachsen. Erst der deutsche Mittelläufer befreite ihn, indem er den Ball mit scharfem Schuß neben das Tor seäte. Bald besuchten dann die Polen wieder unser Tor und so manches Mal sah es aus. als sollte der Glück'ichere den Sieg an sich reißen. Schon nahte das Spiel dem Ende; nur noch 18 Minuten Spielzeit! Der Halbrechte Deutschlands gab den Ball placiert zum Halblinken, der dann das Nötige zum Erfolg besorgte. Deutschland führt 2: 1. In der 75. Minute bot sich den Polen Gelegenheit für den Ausgleich, aber in der Hitze des Gefechts schössen die Stürmer daneben. Eine Minute später kam dann der tragischste Moment des Spiels. Deutschlands Halbrechter konnte eine schöne Flanke des Halblinken mit dem Kopf zum dritten Tor verwandeln. Der polnische Torwart schien diese Nervenprobe nicht mehr auszuhalten. Vollkommen gebrochen verließ er das Feld. Sein Ersatz zog sich schlecht und recht aus der Situation. Der polnische Sturm versuchte sich dann nur noch In schnellen Durchbrllchen. kam ober gegen die zur Hochform aufgelaufene Hintermannschaft Deutsch- lands nicht auf. In der 85. Minute gab der deutsche Linksaußen seine erste verwendbare Flanke zur Mitte: Halblinks und Mittelstürmer täuschten. Halbrechts war spruüz- und schußbereit, und unhaltbar saß der vierte deutsche Treffer. Die noch fehlenden fünf Minuten brachten keine Veränderung mehr, trotzdem sich beide Mann- schaften einer flotten Spielweise befleißigten. * Die deutsche Mannschaft hat mit diesem Sieg von drei ausgetrogenen Spielen zwei gewonnen. Nur das Spiel gegen Oesterreich ging knapp mit 1:0 verloren. Die Aussichten, noch einmal mit in die Entscheidung eingreifen zu können, sind also für die Deutschen bedeutend gestiegen. Wir wollen nur hoffen, daß auch die weiteren Spiele von derart disziplinierten Spielern durchgeführt werden wie die bisherigen Spiele, damit noch mehr Zuschauer das Urteil aussprechen können und müssen:„Will man wahren Sport sehen, so muß man zu den Arbeitersvortlern gehen!" norisu Manz. Berliner Fußball Normannia gegen Minerva 28 2:1(0:11.— Borwiirt« 31 gegeK övandau 2ö 6:4(2:0).— Sivl-Weiß Borwärl» 81 gegen Kiniaieil-Etaalen 6:1(3:1).— JicTvaivcs 94 gegen ASV. Neukölln 0:2(1:2).— PoNelport-Welßensee gegen AöV. Borsigwalde 2:1(0:1).— Alemannia gegen Nord 6:8(2:2).— Licklenberg gegen Bvtab 2:2(1:2).— Vor- wärts-Wedding geg-n S-lln-Weisi 3:2(8:1).— 2. Bezirk lNordenl gegen 1. Be,irk(Osten)(Alte öecrenl 6:4'3:1). Zugend- Borwiirle-Wedding geg. Wilmersdorf 1:0g gegen Minerva 1:2(0:0) p. Feiertag). Sihiiler: Hansa gegen Borroiirts. Wedding Z:Z(2:1). Canada—BSC. 1. Feiertag 4:0, 2. Feiertag 1:1 Der ausgezeichnete Eindruck, den die c a n a- dischen Eishockeyspieler der Edmont Su- p e r i o r s in ihren Spielen gegen die deutsche Nationalmannschaft vor einer Woche hinterlassen hatten, dürfte in erster Linie dazu beigetragen haben, daß der Sportpalast bei ihrem abermaligen Auftreten am ersten Feiertag fast ausverkauft war. Der Cishockeykampf brachte den Canadiern einen glatten 4: 0-('2: 0, 1: 0)> S i e g über die Mannschaft des Schlittschuh-Clubs. Das Spiel ließ insofern einige Wünsche offen, als die Canadier mehr wert auf die Verteidigung als auf den An- griff legten. X>'e Mannschaft wird eben allmählich müd:. Auf der anderen Seite hatten die Gäste keine sonderliche Mühe, die Berliner Torhüter Lincke und G. Ball viermal zu bezwingen. Von Sonja Henie, die man lange nicht ge- sehen hat, war natürlich alles wieder restlos be- gestert. Fabelhaft der Ausschnitt aus ihrer Meisterkür, eigenartig ihre pantomimische Dar- bietung, der„Sterbende Schwan", bei der dos läuferische Moment aber aus jeden Fall zu kurz kommt. Die Wiener Meisterpaare Frau Gaillard-Petter und Fräulein P a p e z- Zwack ernteten den üblichen, wohlverdienten Beifall. Am zweiten Feiertag ließen die Berliner das Spiel offen, die Canadier schössen ebenso wie der BSC. nur je ein Tor. Ergebnis: 1:1(0:1, 0:0. 1:0). Eanoda gegen Canada. Mit einem hoch- interessanten Wettspiel beschließt der Ber- liner Sportpalast seine Eishockeyweih- nachten heute. Die beabsichtigte Verpflichtung der Pariser Canadier, die vor einiger Zeit in der französischen Hauptstadt den E d- montan Superiors die einzige Niederlage mit 3:0 beibrachten, ist zustand« gekommen, so daß es heute. ZV.I5 ilhr, die sensationelle Begegnung Canada gegen Canada geben wird. Sportlers Weihnachten Ein„Waldlauf" in Neukölln Bei diesigem Wetter und schlüpfrigem Boden führten die Leichtathleten des Arbeiter- S p o r t- V« r e i n s Neukölln am 1. Feier- lag im Sportpark Neukölln ihren Weihnacht:- Waldlaui durch. In nach Leistungsfähigkeit getrennten Gruppen zogen die leichtfüßigen Sportler in froher Stimmung durch die Haupt- wege des von Spaziergängern belebten Parkes. Im ASV. scheint der erfrischende, gesunde Wald- lauf eine gute Pflegestätte gefunden zu haben, es ist angenehm, einen Sonntagvormittag auf diese Weise zu verbringen. Gegen 11 ilhr trafen die Gruppen auf dem vereinbarten Platz ein. Nach kurzer Atempause ging es in Lauf- und Gangübungen in langen Reihen kreuz und quer über den Platz. Darauf folgte allgemeine „Weihnachtsgymnastik". Alsdann zog die Schar in flottem Stillauf durch die Emser Straße zum Umkleidelokal zurück. Hier waren inzwischen die Vorbereitungen zur Morgenfeier getroffen worden. Eröffnung mit Musik, es folgte ein historischer Rückblick auf die Geschichte und Entstehung der Weihnächte- feiern und deren Bedeutung und Sie Auswertung durch die Arbeiterschaft. Unter Mitwirkung der Sozialistischen Ar. eiteriugend Neuköllns kamen dann satirische und heiter« Rezitationen zu Gehör. Einige einschlägige Grammophonplaiten trugen zur Ausgestaltung der Feierstunde bei; zum Ab- schluh, wie auch bei solchen Feiern üblich, ein Kampslieo. Zusammengenommen darf man sagen, daß die Veranstaltung durchaus ousbau- sähig zu größeren Veranstaltungen ist. Hier wurde wiederum ein Weg gezeigt, der erfaßten jüngeren Generation psychologisch beizukommen und ihren Gesichtswinkel in der Auffassung der Arbeiter- bewegung zu erweitern. Witt ist Meister Seelig verliert durch Tiefschlag Der Entscheidungskampf um die Deutsche Box- Meisterschaft im Halbschwergewicht zwischen den) Kieler Adolf Witt und dem deut- schen Mittelgewlchtsmelster Erich Seelig-Btt- lin hatte dem Hamburger Punching sin volles Haus verschafft. Die Begegnung nahm einen irregulären Verlaus, denn in der 2. Runde wurde Seelig wegen eines Tiefschlages disquali- f i z i e r t und Witt zum Meister erklärt. Schwarzes Brett Zguctstcnnetcia„Sie«atuifreunde". Sicnslag, 77. Dezember. Humbvldlhgin: WIllvenowstr. 8(Zimmer 18). Heimnbend.— Friedenau: Offenbacher Sir. Sa. Riickdlick auf 1882.— Rittwvch, 28. Dezember. Osten, Jugend- gruvpe: Frantfurter Allee 807.— Dvnnerstng. 28. De- zember. PbgtggrbeUegemelnsckafl Nowak: Iohannlostr. 18. — Humboldlhain: Pank, Ecke Wiesenstrasie. ötngekrei».— Südwest: Porckstr 11. Heimabend.— Blnelgplan-SchSn- baufer Borstadt: Roie Schule, Putbusier Str. 23. Heim. abend. Thcafcr Dienstag, den 37. Dezember siaatsoper unter den Linden 20 Lhr Rlgolelto staatlicnes sctiauspieinaus 20 Uhr Nora Slädi.Oper Ctiarlflticnbur Fraunhofer 0231 Dienstag, 27 Dez. l'urnus Iii 20 Uhr Oer Freisctifltz Fiiednch, Borger Pide.ser, Rodt-. Andresen, Hüech, Diner, Oonszar, Flrner Dirii ent Stiedry Reg e Eben TSgl.SundE�Uhr Märchen mit Ernst Matray Solveg* Sterna «Miel Mi Hajptdarstellenn aus d. Film„Tabu" Ii. weit. Altraldionen! Nähe MI«, Bht, 1 1, 1". li,i.'. 5.!"■ 1) 1 1 Weldiiti Wi 3(p»Ute ufiliep Ifä'KBjjoxii Bismarckatr.(Knie) iteinpl.(CD 071.) raglich 8>(« Uhr Zum 04, Mal Robert und Bertram ien a Sfineland, Faul Hcidcmaon 28., 30. Dez und I, Januar nachrnltt. 4 Uhr Jr.Oellttles Abenteuer mit AKred Braun Kleine Preise! 1030120 Theater de» Westens Stelnpl. Si 21 Täglich 8'/, Uhr Silvester 7 Uhr Max Pallenberg Der brave Soldat Schwejk VOLKSBUHNE Th«ater am BUIewpiaix Täglich 8 Uhr D 1 Norden 0530 Oliver Gromwells Sendung v. Walter Ollbrlcht Regie Helm Hilpert. eAeiTMei Chariottenstr. 93 Dönhoff S2 5 Zu wahr um schön zu sein Komödie von Shaw Hcltil, v. TMn!««. Evans, Btrltm, Otto, Sina, Grünau. PrUI. Komomenhaus Schüfbauärdamm 25 TU. 02 Will 5304-0) Täallch 8% Uhr Das Haus dazwischen na Sdiiltar und Jnidiinsnn Kirilk: SpelliuYr loszinitraog; Oiroowsky Adiltet. kdir, lledtka Deutsches Theater Weidend. 8201 Taglich S Uhr Gott, Kaiser und Bauer Stapiii von J. Hai Insien.: K. H. Marth Könner, Melier, Wegener, Wiemann. Hart. KaUer Hamnierspieie Täglich 8 Uhr Hans Moser Essig und Oel v.Oeyer u. Frank Musik von Vobert Katscher Inszenierung 0 L Piemin-er Th.d. Schauspieler Thiitar an Mann dann Weidendamm JdOo räglich 8\i Uhr KanOdia nn 1. Oniiynar mit Agnes S raub, Klbar. tieilinjar, Onas. Tnak-Tifbitidi. Odanar. Kurfürslenil.-Ti'. Kurtürstendanriii 200 Tel Bism. 140> Täglich Sti Uhr SilYiatar J illir iüüddidie Heise nn Bartndi und SOinabarli Musik: KOuncka Regia Hauken Hans Schindler mit seinen ItM-Symphonlkarn Vamitanf unintirkiadirn Sfettiner Sänger r Reichshallen-Th., Dünhollpl. B.lS,Sonn-u.Felerlaoe3.30 zu rrmäBixtcai Prolneia Das Weihnadits- programm I Großes öHjouipielimus S.| BaltmGavvy I Gitta«Wav Otafa Varloui,/ Oetar Xene« 1 ftigiu Äilfved Rottes| CASINO-THEATER Lothrlnflor Sirahe 37 Heute. 3. Feieriaa, Z Varslelluncen Nachmtttags 4 und abends Sh« Uhr Alles um Lotti <*osse mit Gesang und Tanz Qutscheln 1—4 Personen Parken nur 0.80. Fauieuil h.75. Sessel 1.28 Jm. rwBSe KEHPIHSKI* Schwerhörig- — aber doch Hut hören MOchien Sie das wieder 7 Wollen Sie Ihrem Beruf uneehemmr nachgehen, an allen r-'reuden von Wort. Ton und Musik wieder teilnehmen? 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