Abend- Ausgabe Nr. 613 B298 49. Jahrg. Reboktion und Verlag, Berlin 5W 68. Lindenstr. 3 Scm'tredxr Dönhoff 292 dl» 297 DtlegcammodKlje: SoztoldimoKoi Berlin BERLINER VOLKSBLATT DONNERSTAG 29. Dezember 1932 In Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Äentratovsan der Goziatdemokratifchen Oartei Deutschlands Masfenausweisungen Ausländische Kommunisten sollen Deutschland verlassen Sin Mörderparadies Organisierte IWirderbegiinstigung Die Mörder des SA.-Mannes Hentsch sitzen in Italien. Sie sind mit„Parteiauf- tragen" versehen„dienstlich" von ihren Or- ganisationen nach Italien abgeschoben wor- den. Inzwischen bemüht sich die offizielle nationalsozialistische Presse, nach Leibes- kräften zu verdunkeln und zu vertuschen. Das Kölner Organ der NSDAP, besitzt die Un- verfrorenheit, den Mord den— Marxisten zuzuschieben: „Parteigenosse Hentsch war seinerzeit unter aufsehenerregenden Umständen vermißt worden. Der jetzige Fund seiner Leiche dürste zur Auf- deckung eines der schauerlichsten marxi- st i s ch e n Verbrechen des letzten Jahres führen!" Die frechste Lüge soll die Verantwortlich- keit der NSDAP, für einen schauerlichen Fememord decken! Die Mörder sitzen in Italien, die Verant- wortlichen sitzen im Braunen Haus in München! Es ist System in der Flucht nationalsozialistischer Verbrecher nach Italien. Bald jährt sich zum zweiten Male der Mord an unseren Genossen in der Hufeland- straße. Die Mörder wurden auf der Flucht nach Italien ergriffen. Es er- gaben sich Einblicke in eine regelrechte Fluchtorganisation. in organisierte Mörder- begünstigung. Die Behandlung der Mörder wie der Begünstiger durch die Justiz waren ein einziger Skandal. Der Bombenverbrecher und Standarten- führer E i ck e aus Ludwigshafen, zu mehr- jähriger Zuchthausstrafe verurteilt, flüchtete n a ch I t a l i e n. Die Justiz hat ihm dazu Gelegenheit gegeben, sie hat ihm einen mehr- monatlichen Krankenurlaub nach dem Urteil zugestanden. Dieser Eicke ist der Chef der SA.-Truppe von Bozen, die mit den Fa- schiften vor dem„Siegerdenkmal" in Bozen paradierte und den Faschisten die besonderen Grüße Hitlers aussprach. Es steht einwand- frei fest, daß der nach Italien geflüchtete Bombenverbrecher Eicke vom Braunen Haus offizielle Aufträge erhalten hat. Die Mörder von Dresden, Schenk, Fränkel und Woicik, find sämtlich nach Italien geflüchtet, versehen mit offiziellen Partei- auftrügen. Sie sind von der Organisation der Mordbegünstigung fortgebracht worden. Die Verantwortlichkeit des Braunen Hauses läßt sich nicht verdecken. Alle Justiz- kunststücke können nicht verhindern, daß das Volk mit Fingern auf Hitler und feine Leute zeigt, wenn die Frage nach der intellektuellen Verantwortung gestellt wird! Hitler mußte den Fall Hentsch kennen. Er hat einen eindringlichen Brief der Mutter des Opfers erhalten. Er hätte Berichte ein- fordern können, er hätte von diesem Ver- brechen abrücken können. Statt dessen wer- den die Mörder begünstigt! Die Verlogen- heit und Doppelzüngigkeit des Braunen Hauses tritt auch hier zutage! Im Fall Eicke wurde erklärt, daß Eicke aus der Partei ausgeschlossen worden sei. In Südtirol tauchte er wieder auf als SA.- Führer mit Aufträgen vom Braunen Haus! Die Solidarität mit Verbrechern geht dem Braunen Haus über die Achtung vor dem Gesetz! Lachsen verlangt �.usliekerung Eigener Bericht des„Vorwärts" Dresden, 29. Dezember. Die sächsische Regierung wird heule oder morgen bei der Reichsreaierung den Antrag stellen, Zlalien um Auslieserung der drei Mörder des Heuhsch zu ersuchen. Die Regierung wird in llebereinstimmung mit Polizei und Staalcanwallschasl die Anschauung vertreten, Eine größere Anzahl von ausländischen K o m m u n i st e n. die seit mehreren Zahren in Berlin leben und bürgerlichen Bernsen nachgehen, haben vom Polizeipräsidium die Mitteilung von ihrer in Aussicht genommenen Ausweisung erhalten. Da diese Ausweisung in der allernächsten Zeit bevorstehe, sollen sie sich im Lause von acht Togen dazu äußern. Zn einem Falle wurde bei einer persönlichen Rückfrage dem Belressenden erklärt, daß eine Beschwerde seinerseits keine ausschiebende Wirkung haben würde, da die Politische Polizei seine schleunige Ausweisung verlange. Als Grund der Ausweisung wurde ihm seine staalsseindliche Tätigkeit angegeben, die u. a. auch darin bestanden haben soll. daß er für den Mahlfonds der KPD. gesammelt habe. Unter den zur Ausweisung vorgesehenen befinden sich nicht nur Staatsangehörige der Tschechoslowakei, deren Muttersprache und Kultur- kreis deutsch ist, sondern auch mehrere öfter- r e i ch i s ch e Staatsangehörige. Ausgewiesen soll auch ein Türke werden. * Die in Aussicht genommenen Matznahmen entsprechen dem scharfen Kurs gegen die KPD., den Herr von Schleicher in seiner Rundfunk- rede angekündigt hat. Die Deutsche Republik hatte bisher— und das war eine Folge des früheren sozialdemokratischen Einflusses— den Ausländern Der Luttermixer Dies die drei Hauptpunkte meines Programms: Heer, Marine und Margarine. daß der politische Charakter des Mordes bisher nicht erwiesen sei und daher die Aus- lieferung erfolgen müsse. Der Mörder Schenk war srujM Oberjäger bei der Reichswehr. Er ist erst vor einem Zehre wegen nationalsozialistischer Umtriebe entlassen worden. Schon damals verkehrte er in SA.-Kasernen. Dreisie Erkiärung der Mörderfreunde Dresden, 29. Dezember. . Der nationalsozialistische„F r e i h e i t s k a m p s" gibt folgende Erklärung der SA.-Untergruppc Dresden bekanm: „Die marxistische„Dresdener Volkszeitung" weih zu berichten, daß die Mutter des ermordeten Truppsührers Hentzsch der Leitung der NSDAP. mitgeteilr hat, daß sie bei der Beerdigung ihres Sohnes weder ein Mitglied der Partei noch der ein weitgehendes Asylrecht und mit ihm auch Möglichkeiten politischer Betätigung offengehalten. Man ging dabei von der Erwägung aus, daß der Kommunismus für den Bestand der Republik keine ernste Bedrohung darstelle. Daneben sprach. soweit es sich um Ausländer deutscher Mutter- spräche handelte, der Gedanke mit, daß Deutsche in Deutschland nicht vergebens eine Heimstatt suchen sollten. Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 29. Dezember. Der Auswärtige Ausschuß des Senats hat nach langer Aussprache beschlossen, dem Gesetzentwurf über die österreichische Anleihe nur unter gewissen politischen und diplomatischen vorbehalten hinsichtlich der Anschlußfrage dem Plenum zur Annahme vorzuschlagen. Der Vorsitzende Senator Berenger ist beaustragt worden. als Berichterstatter dies auseinanderzusetzen. wie verlautet, soll die Regierung angesichts der ablehnenden Haltung eines großen Teils der Kammer und des Senats gegen die Anleihe beschlossen haben, nicht die Vertrauensfrage für die Annahme des Gesetzentwurfes zu stellen. Unter diesen Umständen ist es durchaus unsicher, ob der Gesetzentwurf von beiden Häusern gebilligt wird. Die.AusschuQdebatte im Senat Im Auswärtigen Ausschuß des Senats haben, wie Havas berichtet, alle Redner betont, wie notwendig es für Frankreich sei, über die Politik Deutschlands und Italiens in der Anschluß- frage genau unterrichtet zu sein und daß man Oesterreich neue finanzielle Garantien nur be- willigen könne, wenn man dafür e n t s ch e i- dende politische Garantien von Oester- reich eintausche. Senator B a r t h o u forderte, daß man von Oesterreich die Bestätigung seiner Berpflich- tungen erhalte, die es im Protokoll von 1922 übernommen hat und die sich auf den Anschluß und die Aufrechterhaltung seiner politischen Selbständigkeit beziehen. Senator L a v a l äußerte den dringenden Wunsch, man solle von der österreichischen Regierung einen f e i e r- lichen Verzicht auf den Anschluß zu erlangen suchen. vlinislerpräsidenl Panl-Boncour erwiderte, das politische Znteresse an der geplanten Anleihe bestehe ja gerade in der neuerlichen Bestätigung des Protokolls von 1922 durch Oesterreich. SA. oder eine Kranzspende von dieser Seite zu sehen wünsche. Die Untergruppe Dresden stellt demgegenüber fest, daß bis zur Stunde keine der- artige Erklärung vorliegt. Die Untergruppe Dresden hat sich aber im Gegenteil bereits gestern vormittag dazu veranlaßt gesehen, der SA. der Standarte Dresden jegliche offizielle Beteiligung an der Beisetzung zu verbieten! Die Begründung dieses scheinbar harten Be- fehls ist darin zu finden, daß die A n g e h ö r i- gen des Truppsührers Hentzsch dessen t r a g i- s ch e s Schicksal dazu benutzen, um die national- sozialistische Bewegung, für die Hentzsch seit län- gerer Zeit gekämpft hat. durch Veröffentlichungen in der Presse unserer ärgsten Gegner zu diffamie- ren, obwohl die S ch u l d f r a g e bis zur Stunde in keiner Weise geklärt ist. Aus der Einstellung der Angehörigen ergibt sich auch logischerweisc, von welcher Warte aus man die bisher in der marxistischen Presse erfolgten Veröffentlichungen zu betrachten hat.". Die geplanten Ausweisungen sind nicht geeignet, ien Kommunismus wirtsam zu bekämpfen, noch das Ansehen Deutschlands in der Welt zu erhöhen. Mit Recht wird man fragen, wieso ein Mann wie Hitler in Deutschland bleiben und sogar „Regicrungsrat" welchen durfte, während Leute, die viel geringeren Schaden angerichtet haben, jetzt aus dem Lande gejagt werden sollen. Senat schränkt Notbudget ein Der Finanzausschuß des Senats hat zum pro- visorischen Budget für Januar einen Beschluß gc- faßt, der der Regierung einige Schwierig- leiten bereiten kann. Mit 13 gegen 9 Stimmen wurde beschlossen, der Regierung statt der vor- gesehenen süns Milliarden Franken nur die Er- mächligung zur Ausgabe von drei Milliarden Franken neuer Schatzanweisungen zu erteilen. Es wird behauptet, daß der Ausschuß damit nur den Wunsch des Senats betonen wollte, so schnell wie möglich die notwendigen Budget- und Finanz- r e f o r m e n zur Beseitigung des Defizits fest- gelegt und verabschiedet zu sehen. Der Finanz- minister ist aber entschlossen, für die Bewilligung der von der Regierung geforderten fünf Milliarden die Vertrauensfrage zu stellen. Befristetes Botschafteramt Die Regierung hat beschlossen, den Senator de I o u v e n e l an Stelle des verstorbenen Bot- schasters Beaumarschais nach Rom zu ent- senden. Da Parlamentarier nur vorübergehend mit Auslandsmissionen betreut werden dürfe», wird die Ernennung de Jouvenels vorläufig nur für sechs Monate erfolgen. Kommissarpreußen! Sabotage der Selbstverwaltung Die Stadtverordnetenversammlung in Eis- leben hat bereits vor vielen Monaten zum zweiten Male den Rechtsanwalt Dr. Appell- Eisenach— einen Staatsparteiler— zum Bürgermeister gewählt, nachdem die preußische Kommissarsregierung Mitte des Zahres die B e st ä t i- g u n g der ersten Mahl wegen ganz unerheblicher Formmängel verweigert hatte. Obwohl Dr. Appell bei der zweiten Wahl abec- Bezllglich der beiden im Falle Hentzsch vor- genommenen Verhaftungen scheine es sich, so schreibt der„Freiheitskampf", um eine über- eilte kopflose Maßnahme der zustän- digen Stellen zu handeln: denn es liege keinerlei Verdacht für die Mittäter- und Mitwisserschaft der beiden SA.-Leute vor, so daß man nur wünschen könne, daß sie bald wieder frei und gerechtfertigt in der Mitte der SA. erscheinen könnten. Anscheinend wolle man durch übereilte Festnahmen der Oessentlichkeit gegenüber den Eindruck entstehen lassen, als habe man„forsch zugepackt". "k Die Verlogenheit dieser Erklärung, die Krokodils- tränen um das„tragische Schicksal des Trupp- sührers Hentzsch" ist geboren aus dem Bewußtsein, daß die Mörder in Sicherheit in Italien sind. Die Frechheit aber findet ihre Erklärung darin, daß sie sich aus die nationalsozialistische Verseuchung der Dresdener Polizei zu verlassen scheinen! Nochmals Anschlußverbot! Bedingung für Frankreichs Darlehen »ak mit absoluter Mehrheit gewählt wurde und die beanstandeten Zormmängel ver- mieden wurden, liegt die Bestätigung noch immer nicht vor. Die Amtszeit des einzigen be- s o l d e t e n Magistratsmitgliedes(die Stadt hat 25 000 Einwohner) läuft am 2. Zanuar 1933 ab. Wiederholte Eingaben der Stadtverordnetenversammlung, die Bestätigung bis zum Ablauf dieser Amtszeil auszusprechen, blieben erfolglos. Die Haltung der Kommissare läuft auf eine B e e i n- trächligung der Selb sl Verwaltung hinaus, wie sie bisher ohne Beispiel ist. Sie wollen der Stadl offenbar den amtierenden Beigeordneten, dessen Wahl zum Bürgermeister von den Stadtverordneten wegen Mangel an Eig- nung ausdrücklich abgelehnl worden ist. a t s Kommissar aufzwingen. Unter dem neuen preufzenregime wird offenbar sogar Staatsparteilern die Bestätigung verweigert, weit sie nicht reaktionär genug sind. Das Eis- tebener Beispiel rundet das Bild von der Parteibuchwirtschast im Kommissarpreuszen ab! Wo bleibt Hitlers SA.? Eigener Bericht des„Forroärts" Halle, 29. Dezember. Das sozialdemokratische„Volksblatt" veröfsent- licht in seiner letzten Ausgabe einen Befehl des nationalsozialistischen Gauleiters Jordan, demzu- folge die erwerbslosen SA.-Leute in Zukunft ihre Parteibeiträge selbst bezahlen müssen oder betteln gehen dürfen. Sie erhalten Sammellisten, mit denen sie um milde Gaben überall umherlaufen sollen. Das Ergebnis dieser Sammlungen wird auf ihre Beiträge angerechnet. Ein äußerst anschauliches Bild von der Gärung innerhalb der nationalsozialistischen SA. unter dem Einfluß der jüngsten politischen Vorgänge geben u. a. auch zuverlässige Beobachtungen, die in Halle auf einem Exerzierplatz gemacht worden sind. Es traten dort zum Exerzieren der SA.- Mannschaften an: im Juli bis zu einer hundert- schaft, im August, nach der Reichstagswahl, vier Hundertschaften, im September, offensichtlich unter der Einwirkung der Ereignisse vom 13. August, kaum drei Hundertschaften. Im Oktober bröckelte es weiter ab: Anfang November war es eine Hundertschaft, nach den letzten Reichstagswahlen am 6. November kamen zeitweise etwa 80 Mann. eine Hundertschaft aber kam nicht mehr zustande. Seit über drei Wochen erscheint überhaupt nie- mand mehr zum Exerzieren. Nazis gegen volizei Episolle aus dem Verkehrsstreik Sehr oft hört man in den Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht, daß Kläger, die zur Arbeit bereit waren, ihr Fernbleiben von der Arbeits- stctte damit erklären, daß sie Gewalttätig- leiten von der vor den Bahnhöfen ver- sammelten, meist aus Nazis bestehenden Menge befürchteten. Das Hilst den Klägern aber nichts, wenn sie nicht nachweisen können, daß sie persönlich bedroht waren. Dieser Nachweis gelingt selten,' denn wer eine Menschenmenge, von der nichts Gutes zu erwarten ist, vor dem Bahn- Hofstor sieht, der wird doch nicht warten, bis er Prügel kriegt, sondern sich vorher zurück- ziehen, haben doch selbst Polizeibeamte — wie ein Kläger vorgab— sich durch Drohungen von uniformierten SA.-Ceuten einschüchtern lassen. Es war am Sonnabend, dem 5. November, da rückten 150 bis 200 Leute in SA.-Uniform vor dem Bahnhof in der Müller st raße an. Vier Polizcibeamte waren zur Stelle. Zwei ange- trunkene Nazis gingen auf die Beamten zu und drohten ihnen:„Wenn ihr die Gummiknüppel zieht, dann kommt ihr an die Reihe." Die Polizei- beamten reagierten nicht auf diese steche Drohung. So stellte es der Kläger dar, und seine An- gäbe wurde durch einen Zeugen, der den Vorgang beobachtet hatte, b e st ä t i g t. Aber ein anderer Zeuge, Polizeioberleutnant Träger, weiß nichts davon. Ob er ununterbrochen auf der Straße war und ihm deshalb nichts, was sich dort abspielte, entgehen konnte, danach wurde er nicht gefragt. Daß ihm die betreffenden Be- amten einen solchen Vorgang gemeldet haben, wird wohl niemand erwarten.— Die glaubwürdigen Angaben des Klägers und seines Zeu- gen sind durch die Aussage des Polizeiober- leutnants keineswegs widerlegt. Man darf wohl bezweifeln, daß sich die be- drohten Beamten ebenso passiv verhalten hätten, wenn ihnen nicht 150 bis 200 unifor- mierte SA.- Leute gegenübergestanden hätten. Der Kläger wurde abgewiesen, weil das Gericht aus anderen Umständen schloß, daß er nicht die Absicht gehabt habe, d i e Arbelt anfzunehmer // V(�äds''-Wc(MdUah4*dec Neben dem Kalender in der Weihnachtsnummer von„Volk und Zeit" wird den Berliner Abonnenten des „Vorwärts" Anfang Januar der gewohnte Wandkalender des„Vorwärts" durch die Zeitungsboten kostenlos zugestellt werden. Der Herr von Kattowitz Gefängnis für Räuberbande— 2� Jahre und 1 Jahr Die Strafkammer des Landgerichts III unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Rambke fällte gestern dos Urteil in dem Prozeß gegen die jugendliche Räuberkolonne, die sich in Tanzlokalen in der Nähe des Zoologischen Gartens getroffen, von dort aus Einbrüche unternommen und auch einmal einen Raubüberfall auf einen Geldbrief- träger verabredet hatte, vier Angeklagte im Alter von 18 bis 22 Zahren wurden wegen ge- meinfchastlichen schweren Diebstahls und Waffen- befihes verurteilt und zwar drei Angeklagte zn je 2 Vi Zahren Gefängnis, der vierte zu 1 Zahr Gefängnis. Zwei Mitangeklagte wurden wegen Hehlerei zu je 200 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Gericht wird sich bei seinem Urteil sowohl von Gründen der Abschreckung als auch von sol- che» der Erziehung haben leiten lasten Es wird sich gesagt haben, junge Burschen wie die vier Angeklagten aus gutbürgerlichen Häusern müssen vorerst hinter Gittern zur Besinnung kommen, da mit sie nicht zu wirklichen Räubern werden. Bezeichnend ist die Rolle, die der Rädelsführer und Nozimann G. gespielt hat. Er gab sich für einen Herrn von Kattowitz aus und führte u. a. feine Kumpanen unmittelbar vor dem ersten Raubunter- nehmen gegen den Briefttäger K. in sein SA.- Berkehrslokal. Von hier aus sollte der Uebersall steigen. Nicht minder bezeichnend ist das Ver- halten des SA.-Mannes B., der dem Sturm heimlich angehörte. Er erklärte, von den Absichten seiner Kollegen nicht in allen Einzelheiten unterrichtet gewesen zu sein, während sie dem Brief- träger auslauerten, habe er auf einer Bank ge- festen und die kommenden Dinge abgewartet-, er habe das alles nur getan, um in der Lage zu sein. als erster den Zeitungen von dem Raubüberfall Mittellung zu machen Das Gericht glaubte ihm kein Wort und verurteilte ihn zu 2)� Jahren Gefängnis_ Ner Aeberfa« im D-Zug Täter ein Erwerbsloser aus Leipzig Der Uebersall im v-Zug 33 Leipzig— Berlin. über den der„vorwärts" bereits berichtete, hat iür die im Abteil niedergeschlagene Berliner Reisende glücklicherweise keine eruslhasien Folge» gehabt. Mit einem Notverband konnte Frau M. in ihre Wohnung nach der köpenicker Straße gebracht werden. Der Täter ist inzwischen von der Kriminalpolizei als ein 23 Jahre aller Büroangestelller Herbert Jude aus Leipzig festgestellt worden. Er ist in vollem Umfange geständig und will aus Not gehandelt haben. Jude hat bereits einen ähnlichen Uebersall verübt. Er be- raubte eine Kontoristin und wurde dafür 1930 zu l Jahr Gefängnis verurteill. Durch die Vor- strafe war es I. bei der großen Erwerbslosigkeit gar nicht mehr möglich, eine Anstellung zu finden. Er fristete sein Leben hauptsächlich durch Betteln. In seiner Verzweiflung sei er dann, wie er bei dem Verhör angab, auf den Gedanken gekommen, sich durch einen Uebersall im D-Zug Geld zu verschaffen. Er kaufte in Leipzig eine Bahnsteig- karte und als sich der Zug kurz vor der Station Thürow befand, fiel er über die Frau her. I. wird dem Vernehmungsrichter vorgeführt. k�aubüberkall auf Postagentur Unbekannte Verbrecher unternahmen in der ver- gangeaen Nacht einen Uebersall ans die Post- a g e n l u r II in Mohlsdorf, die in der Kohlisstrahe 8 liegt. Die Verbrecher wurden bei der Arbeit überrascht und durch Revolver- ichüsse des Leiters der Agentur verjagt. Sie flüchteten und mußten ihre Beute, eine Kastetle, die mehrere hundert Mark enthielt. zurücklassen. Gattenmorö-Geftänönis Den hfonn mit Gas vergiftet Mit der schweren Selbstbezichligung, ihren Ehemann, den 27 Zahre alten Telegraphenarbeiter Willi w a l d h e l m in der gemeinjchasllichen Wohnung in der M e m e l e r Str. 6 8 mit Gas vergiftet zu haben, stellte sich bei der Mordinfpeklion die 26 Zahre alte Frau Klara Waldhelm. Sie legte ein umsastindes G e- st ä n d n i s ab und behauptet, durch die rabiate Behandlung ihres Mannes zu dieser Tat veranlaßt worden zu sein. Das Ehepaar W. wohnte im dritten Stock des Seitenflügels im Hause Memeler Str. 68. Sie waren seit sechs Jahren verheiratet und der Ehe entsproß ein jetzt fünf Jahre alles Töchterchen Ursula. Der Mann hatte Beschäftigung als Tele- gra lhenarbeiter. Die Frau war sehr fleißig uno arbeitete nebenbei noch als Schürzennäherin. Die Ehe war nicht glücklich. Das Paar geriet immer mehr in Schulden, die das Verhältnis zwischen den Eheleuten trübten. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden nahmen immer heftigere Formen an. Am Sonntag, dem 4. Dezember, kam W. abends gegen 8 Uhr wieder b« t r u n- k e n nach Haufe. Nach einem Streit und einer heftigen Szene legt« W. sich zu Bett. Die Frau selbst suchte mit der kleinen Ursula ihre im gleichen Hause wohnende Mutter auf und blieb dort bis zum Montag früh. Als sie gegen 0% Uhr morgens in die Wohnung zurückkehrt«, fand sie ihren Man tot im Bett auf. Alles deutete zunächst auf einen Selbstmord. Im Hause wollten aber die Gerüchte nicht verstummen, daß die Frau irgendwie ihre Hand im Spiele habe. Das kam auch der Mordmspektion zu Ohren. Durch die Untersuchung wurde die junge Frau immer mehr belastet. Sie ahnte wohl, was ihr bevorstand, obgleich sie noch nicht festgenommen worden war. Am Mittwochalend meldete sie sich selbst bei Kriminalrat Gennot im Polizeipräsidium und legte ein umfassendes G e st ä n d n i s ab, Als ihr Mann am Sonntag, dem 4. Dezember, betrunken noch Hause kam, hatte er sie wieder geschlagen. Jetzt sei ihr der Gedanke gekommen, ihn zu vergiften. Als er sich wie gewöhnlich be- rauscht ins Bett legte, nahm sie für eine Mark Groschenstücke und steckt« sie in den Gasautoma- ten. Dann öffnete sie den Haupthahn und den Hahn im Schlafzimmer. In seinem Rausch nahm der Mann den Gasgeruch nicht wahr und schlief in den Tod. Badens neuer Innenminister Eigener Bericht des„Vorwärts" Karlsruhe, 29. Dezember. Die badischen Regierungsparteien, Zentrum und Volkspartei, werden dem Mitte Januar zusammen- tretenden Badischen Landtag als I n n e n m i- n i st e r den Landeskommissar in Freiburg Dr. Schwörer vorschlagen. Schwörer ist bis- her parteipolitisch nicht öffentlich hervorgetreten. Er gilt jedoch als rechtsstehender Katholik._ Kampfansage In Dänemark Kopenhagen. 29. Dezember. Zn Dänemark steht ein großer Arbeitskamps bevor. Die Unternehmer planen die Kündi- gung sämtlicher Tarife zum 1. April. Die Lohnlarife der Seeleule sind vom Reederverband bereits vor mehreren Tagen gekündigt worden. diesen und Böhnisch zu überführen. Er lieferte auch einiges Material, das im„Kuli" verarbeitet wurde. Nach diesem Ergebnis der Beweisaufnahme wurden die Kläger abgewiesen, da einer Gewerkschaft nicht zugemutet werden könne, Ange- stellte zu beschäftigen, die Iersehungsarbeit innerhalb der Gewerkschaft treiben. RGO.-ÄSIIe Der Gewerkschaftsbund der Angestellten hat zwei seiner Angestellten, Kränke und Böhnisch, fristlos entlassen, weil sie unter den Angestellten des GdA. für die RGO. agitiert haben. Die Entlassenen klagten beim Ar- beitsgericht und behaupteten, sie seien weder Kom- munisten, noch hätten sie mit der RGO. etwas zu tun. Durch die eidliche Aussage eines Zeugen Damm, der gleichfalls im GdA. angestellt ist, wurde erwiesen, daß sich der Kläger Kränke an Damm gewandt und ihm mitgeteilt hat, daß In der Verwaltung des GdA. eine RGO.- Zelle bestehe, der er angehöre. Gleichzeitig wünschte Kränke von Damm Material für die Zellenzeilung, den u l i", deren Macher Böhnisch sei. Damm fragte zwei Betriebsratsmitglieder und seinen Abteilungsleiter, wie er sich verhalten solle. Er erhielt von diesen den Auftrag, zum Schein auf das Ansuchen Kröntes einzugehen, um Krönt? In ihre„Einheitsfront" nimmt die KPD. alles auf, was sich dafür einfangen läßt. In einer Be- triebsversammlung von Filmarbeitern brachte die RGO. einen Aus'uf heraus mit folgendem Satz: „Gleich, ob organisiert oder unorganisiert, ob SPD oder KPD., alle müsien wir zusammen- stehen in einer Front." Es fehlen hier noch die Nazis und der Nach- satz:„Unter Führung der RGO." Ein Haufen ist doch keine Front! Seit Jahr- zehnten mahnen die Gewerkschaften die Unorgani- sierien, sich ihnen anzuschließen, sich ihrer Front gegen das Unternehmertum einzureihen. Sie lehnen es jedoch ab, die Unorganisierten als solche anzuerkennen als einen bereits existie- renden Bestandteil chrer Front. Die Unorgani- sierten zählen nicht mit in der Front der Arbeiter- schaft, so lange sie sich weigern, sich zu orga- visieren, silWn die Front einzureihen. Sind die Unorganisierten auch nicht erklärte Feinde der Gewerkschaften, sondern Gleichgültige, Egoisten, Beitrags-., Sparer", so bilden sie doch einen Hemm- schuh der Arbeiterbewegung, der nur beseitigt wer- den kann durch die Eingliederung der Unorga- irisierten in die Gewerkschaftssront. Mit ausge- sprochenen Gewerkschaftsfeindcn jedoch, wie sie die spalterische RGO., die systematische„Oppo sition" und Gegenbündlerei gegen die Gewerk- schaften darstellt, ist eine Front mit gewerkschaft- lich organisierten Arbeitern undenkbar, solange die von der KPD. abhängige RGO. besteht. Front ist der Begriff einer bewußten Einheit. Eine Arbeiterfront setzt die Mitglied! choit zur Ge- werkschast voraus Andere„Franken", wie die innerlich unwahrhafte Agitations-„Einheitsfront" der KPD. und ihrer RGO sind das Gegenteil, sind Zersplitterung der Arbeiterfront, Schwächung der Gewerkschaftssront. Deshalb lehnen wir solche widersinnige Fron- ten, die aus der Spekulation auf die Dummheit geboren sind und polnische Bauernfängerei bezwecken, als nutzlos, schädlich und verwerflich ab. Schlagwetterkatastrophe 13 Bergleute in Ungarn getötet Budapest, 29. Dezember. Im Fünfkirchener Steinkohlen- gebiet hat sich gestern in einer Grube bei Nagymanyok eine katastrophale Schlagwetterexplosion ereignet. Drei- zehn Bergleute wurden getötet, ein Bergmann lebensgefährlich verletzt. Die Ursache des Unglücks konnte noch nicht festgestellt werden. Schweres Schiffsunglück Zehn Mann ertrunken Wellington sNeufeeland). 29. Dezember. Am Eingang des Binnenhafens stieß gestern abend ein Dampfer mit einem großen Motorboot zusammen, aus dem 31 Mann zu- rückkehrteu, die im Außenhafen an Bord eines lleberfeedampfers gearbeitet hatten. Das Motor- bot sank, von den Znsassen wurden 21 gerettet: zwölf von ihnen mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Die übrigen zehn Mann werden vermißt, und man befürchtet, daß sie ertrunken sind. * Aberdeeu, 29. Dezember. blähe der schottischen Küste kenterte gestern ein Fischerboot. Drei Mann der Be- iatzung ertranken. Brennend abgestürzt Hoehzeitsreisende als Flugopfer Paris, 29. Dezember. Nach einer Meldung aus Madrid Ist ein Postslugzeug, das in Barcelona mit Kurs auf Toulouse ausgestiegen war, bei Esteri-Aneo(Provinz Lerldaj brennend abgestürzt. Anscheinend ist das Flugzeug infolge Nebels gegen eine Bergspihe geflogen. An Bord befanden sich der Pilot und zwei Hochzeitsreisende. Der Pilot und die junge Frau kamen in den Flammen um. Der junge Ehemann wurde schwer verletzt. Kreuger-Nachspiel New Park, 29. Dezember. Die Irving Trust Company, die Treuhänderin der bankrotten International Match Com any, der amerikanischen Tochterfirma des Kreuger- Konzerns, hat acht Direktoren der anierika- nijchen Gesellschaft auf insgesamt 250 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Die Direk- toren der International Match Company sollen die Kontrolle des Unternehmens fahrlässiger- weise Jvar Kreuzer überlassen und d-mlt ihre eigenen Zlufsichtepflichten verletzt haben. Eiserne Front bleibt geschlossen! k.eickstcuratorium und Sozialdemokratie ?n dem Bericht über die Sitzung des Partei- ausschusses vom 16. Dezember ist mitgeteilt worden, dah die in der Frage der Beteiligung am„Reichskuratorium für Jugendertllchtigung' vorhandenen Differenzen zwischen Reichsbanner und Partei in einer er- neuten Aussprache über diese Angelegenheit r e st- los beseitigt worden sind. Das Reichsbanner wird sich weder am Kuratorium aoch an den Einrichtungen und Lehrgängen des Kuratoriums beteiligen. Welche sachlichen Gründe liegen dieser Eni- scheidung zugrunde? Das Reichskuratorium für Jugendertüchtigung ist durch einen besonderen Er- laß des Reichspräsidenten vom 13. September. also in der Aera Papen berufen worden. Als die Ausgabe des Kuratoriums wurde in dem Er- laß und in anderen MitteUungen die k ö r p« r- liche Ertüchtigung der Jugend, die„Er- ziehung der Jugend zu Zucht, Ordnungsliebe und Kameradschaft und zur Opferbereitschaft für die Gesamtheit" bezeichnet. Dieses Erziehungsziel soll erreicht werden durch die Ausbildung der Jugend im Geländesport, das heißt im Wehrsport. Das Reichskurawrium übernimmt die Er- ziehung der Jugend nicht selbst, sondern es de- schränkt sich aus die Ausbildung von Führern in dreiwöchigen Kursen, die dann als Unterführer der Verbände in chrem Wirkung?- bereich den Wehrsport sördern sollen. Die Kosten der Ausbildung trägt das Kuratorium, und es be- steht auch die Absicht, die Verbände, die sich an den Lehrgängen beteiligen, finanziell besonders zu unterstützen. Das Kuratorium ist inzwischen durch den Reichs- minister des Innern berufen worden. Es besteht aus Vertretern der Wehrverbände vom Stahl- Helm bis zur SA., des bürgerlichen Reichsaus- schusies für Leibesübungen, der konsesiionellen Sportorganisationen„Jugendkrast" und„Eichen- kränz" und einer Anzahl von Einzelpersönlich- leiten, meist früheren Offizieren, die sich auf dem Gebiet des Wehrsports besonders ausgezeichnet haben. Das Kuratorium ist eine beratende Körperschaft, die in der Regel nicht öfter als zwei- mal jährlich zusammentreten soll. Die eigentliche Leitung liegt beim geschästsführenden Prä- sidium. Geschästsführender Präsident ist der General von S t ü l p n a g e l, der 1931 aus dem aktiven Dienst der Reichswehr ausgeschieden ist. Alle vom Reichskuratorium veranstalteten Lehr- gänge stehen unter der Leitung von Osfizieren, die das geschästsführende Präsidium bestimmt. Der Sinn der Neugründung ist absolut klar. Die vormilitärische Erziehung der Jugend, die vor allem in Frankreich und in Italien in stärkstem Umfang betrieben wird, soll in Deutsch- land im Rahmen der durch den Friedensvertrag von Versailles gezogenen Grenzen mit stärkster amtlicher Unterstützung gefördert und ausgebaut werden. Die Auswahl der entscheidenden Per- sönlichkeiten, die Beschränkung der körperlichen Ertüchtigung der Jugend auf den Geländesport und die engen Beziehungen zwischen Reichs- kuratorium und Reichswehr lassen einen Zweifel über diesen Sinn nicht zu. Er wird auch ernschaft von keiner verantwortlichen Stelle bestritten. Das Reichsbanner, das als republikanische Wehrorganisation in erster Linie am Ausgaben- gebiet des Kuratoriums interessiert ist, stimmt in der Beurteilung der Absichten des Kuratoriums mit der Partei völlig überein. Da jedoch die Jührerausbildung des Kuratoriums auf der Grundlage der Freiwilligkeit geschieht und außer- dem die eigentliche wehrsportliche Ausbildung der Jugend in den Verbänden selbst im Rahmen ihrer allgemeinen weltanschaulichen oder politischen Zielsetzung erfolgen soll, bestand für das Reichsbonner die Frage, ob es die hier gegebene Rlögllchkeit einer Ausbildung von wehrsportlichen Leitern der eigenen Or- gonisation mit staatlicher Unterstützung unbenutzt vorübergehen lassen kann. Der Wehrsport ist eine der wesentlichen Ausgaben des Reichsbanners, und trotz der augenblicklichen Beruhigung der politischen Lage kann die Eiserne Front aus absehbare Zeit auf die Erhaltung einer schlagkräftigen Tchutztruppe nicht verzichten. Gegenüber der SA. wird der Hinweis auf eine für jede Auseinandersetzung geschulte Kamps- formation noch aus lange Zeit hinaus das wirk- samste Argument sein. Das Reichsbanner hielt aus diesen Erwägungen heraus die Mitarbeit am Kuratorium für zweckmäßig und möglich. Kein ernsthafter Politiker kann vor allem nach den Ersahrungen des letzten Sommers die Be- deutung dieser Argumente und Ueberlegungen leugnen. Dennoch hat die Partei von vornherein den ablehnenden Standpunkt eingenommen, dem sich das Reichsbanner jetzt angeschlossen hat. Sie ist zu chrer ablehnenden Stellungnahme aus politischen Gründen gekommen, die. nacy ihrer Meinung bei der Entscheidung dieser Frage in erster Linie in Betracht gezogen werden müssen, und die so schwerwiegend sind, daß alle möglichen technischen Vorteile einer Beteiligung dadurch bei weitem ausgewogen werden. Zunächst spricht gegen ein« Mitarbeit schon die einfache Ueberlegung, daß bei der Stellung des Kuratoriums zum gc- schästsführenden Präsidium und bei dem Aufbau der Einrichtungen des Kuratoriums die einfachste Voraussetzung für jede Mitarbeit an einer solchen Einrichtung fehlt, nämlich die Möglichkeit einer positiven und fruchtbaren Einwirkung aus Geist und Inhalt der Lehrgänge des Kuratoriums in unserem Sinne. Dann aber, und das ist der e n t- ! ch e i d e n d e politische Grund, dieses Kurawrium ist unter einem Regierungskurs geschaffen worden. zu dem die Sozialdemokratie in schärfster Opposition steht. Eine Beteiligung am Reichskuratorium wäre von jedermann ausgelegt worden als die Villi- g u n g der politischen Absichten, die das Kabinett init der Gründung des Kuratoriums verfolgt. Vor einer solchen Auslegung hätten wir uns um so weniger schützen können, als die Tellnahme an den Lehrgängen freiwillig ist. Unsere Mitarbeit hängt auch heute noch nur von unserer eigenen Entscheidung ab. In den Diskussionen ist wiederholt ein Ver- gleich gezogen worden zwischen der Stellung- nähme zum sreiwiltigt.v Arbeitsdienst und zum Reichskuratorium. Es ist richtig, daß wir zum sreiwilligen Arbeitsdienst zunächst eine ablehnende Haltung eingenommen haben, und daß wir heute posstiv im sreiwilligen Arbeitsdienst mit- arbeiten. Trotzdem ist der Vergleich falsch. Die Organisation des freiwilligen Arbeitsdienstes läßt für die Mitarbeit der Arbeiterorganisationen weiten Raum, und diese Mitarbeit hat gefährliche Tendenzen des freiwilligen Arbeitsdienstes zur Verfolgt von, vielen Gesichtern, schreibt Anna Gmeyner eine Komödie, in der es drastisch-komisch und zugleich mystisch hergehen soll. Enthüllen soll sich die Mickrigkeit der Spießer, enthüllen soll sich die Macht des Schicksals. Darum geht zunächst die kleine Eva, bräutlich verbunden einem Lyriker, Hallunken und Staub- saugeragenten und deshalb unzufrieden, ins Wasser. Der Name Eva soll symbolisch sein: Kleines Mädchen, das in dem Glückstops immer daneben greift. Doch Adam holt sie aus dem Wasser zurück. Adam mit Vornamen Leopold, angetraut der Frau Adam, Kneipwirtin, Hausdrachen. Be- haftet mit solchem Kreuz, weiß Adam, wie es drinnen bei dem Mädchen aussieht, wenn es über das Brückengeländer hüpft. Er redet dem Mäd- chen zu, das leben angenehmer als tot ist. Sie glaubt schließlich. Ilm sich noch genauer zu orien- tieren, folgt sie dem Retter in seine Heimat, in die Kneipe Das ist Vorspiel, poetisch und etwas geschwollen. In der Kneipe, dem Automatenbüfett, regiert also die Xanthippe: garstig hinterm Schanktisch, noch garstiger im Bett. Es wird das sichtbar in jeder Einzelheit, als sie sich an der Seite ihres Adam wachräkelt und zu gurgeln und Gift zu spucken anfängt. Bei dieser ehelichen Zeremonie verrät sie, daß sie chren Mann zum Teufel jagen will. der chre Genußsucht nicht mehr appetitlich findet, weswegen Pankraz, der möblierte Herr, die Zärt- lichkeit, den Speisekammerschlüssel und das Bant- depot der Dame leicht erobert. Der Schuft ver- dient keines von den dreien, weil er nicht die Wirtin, sondern nur die Wurst, nicht die Gattin, sondern nur das Geld wünscht, und sobald er kann, auch nach der heimgeführten Eva und der kalten Mamsell greift. Diese Griffe findet Eva unziemlich, gehört doch ihr ganzes Herz sehr bald ihrem Retter. Er ist ein liebenswertes Unikum, Schlemihl vor seiner Unholden, sonst aber ein schwärmerischer Fisch- züchter. Er will sich und seinen Krähwinkel be- reichern, indem er aus dem Stadtteich ein Fisch- paradies und aus dem Paradies eine Goldgruoe und aus der vom Selbstmord ausgefischten Eva eine Heilige macht. Die Spekulation geht schief, weil Pankraz das Anlagekapital schwindlerisch schluckt. So scheitern auch Adams schöne Pläne mit der Eva. Sie ist ein sauberes und gescheites Mädel, nachdem sie sich von dem Selbstmordwasser ge- reinigt hat Durch Schlauheit und Niedlichkeit bringt sie das ganze Philisternest auf Adams Seite. Doch zeitweise nur. Und als Adam, geld- los, gattinnenlos und benlos nun seinerseits ins Wasser aeht. holt Eva ihn couragiert heraus Das ist das Nachsoiel mit dem Glücksende. Die Tan- thippe und ihr Schwindler sind ausgeschaltet. Adam und Eva haben nur sich. Sie meinen, das genügt, und mit dem sunqen Glück des Mädchens und des Alten schließt die Komödie. Stoff zur Komödie wird herbeigeschafft, wenn sich alle Krähwinkelhonoratioren in das Mädchen vernarren und von ihm genasführt werden: dann auch wenn der verluderte Pankraz sich die abge takelte Kneivwirtin angelt. Die Personen stnden nicht immer logisch die Eingangs- und Abgangs- türen aus der Bühne, da aber eine Drehbühne vorhanden ist. wird os« ein ganz lustiges Karussell angekurbelt. Und die Parallele zwischen den beiden Menschlein, die sich umbringen wollen, Aibeitsdienstpflicht bis jetzt erfolgreich hintan- gehalten. Dann aber hat die wirtschaftliche Not unsere eigene arbeitslose Jugend in großer Zahl in die Lager des freiwilligen Arbeitsdienstes ge- trieben, weil sie eine gewisie Erleichterung der materiellen und seelischen Not der erwerbslosen Jugend bringen. Wir stehen hier vor einem erschütternden Rotstand der erwerbslosen Zugend. unserer Jugend, die wir durch unsere Mit- arbeit im freiwilligen Arbeitsdienst als der jetzt in erster Linie gegebenen Möglichkeit der Hilfe für die erwerbslose Jugend Rechnung getragen haben. Im Falle der wehrsportlichen Erziehung der Jugend liegt ein solcher Notstand offensicht- lich nicht vor. und schon damit erledigen sich alle Vergleiche zwischen Reichskuratorium und frei- willigem Arbeitsdienst, soweit die Stellung der Arbeiterorganisationen in Frage kommt. Die Auseinandersetzung über die rein tat- tische Frage der Mitarbeit der Organisationen der Eisernen Front im Reichskuratorium ist er- fchwert worden durch die Aufrollung von grundsätzlichen Fragen die nach unserer Auffassung im Zusammenhang mit der Ent- scheidung über das Reichskurawrium nicht zur Debatte stehen. Es handelt sich um die Stellung der Sozialdemokratie zur Wehrmacht und zur Ab- wehrorganisation der Arbeiterschaft. Die Stellung der Partei zur Wehrmacht ist festgelegt m den Magdeburger Richtlinien. Sie wird durch die Entscheidung in der Reichskuratoriumsfrage nichl berührt. Der ablehnende Beschluß zum Reichs- und gegensestig retten, ist alles in allem von possierlicher Symbolik. Das Drastische und Mystische hätte sich in einer weniger zähen Aufführung noch erfreulicher be- lichtet. Der emsige Theaterenthusiast Moriz Seeler. der vor etwa 12 bis 13 Iahren Bronnen und Konsorten managerte, hat inzwischen das Regieführen verlernt. Er läßt im klebrigen Tempo, nicht aufs Ganze, sondern auf Details spielen und drücken, und die Drehbühne, sogar mit Unterstock und Oberstock versehen, wird von ihm nur postkutschenmäßig manövriert. Agnes Straub spielt saftig und grotesk die Xanthippe. Heinrich H e i l i n g e r bemüht sich tragikomisch und wirksam um den modernen Adam. Hilde K ö r b e r blüht in den Szenen der Verzweiflung. Trenk-Trebitsch schlängelt sich mit dialektischen Finesien durch seine gefähr- liche Strizzirolle. Das„Theater der Schauspieler" gastiert am Theater am Schiffbauerdamm. Dort wird wieder gut geheizt und gut beleuchtet, dort weht wieder gute Literaturlust. Dort wird Anno Gmeyner von zahlreichen Theatersachverständigen mit Wohlgefallen aus der Dramatikertaufe ge- hoben, und sie behauptet sich auch gegen einige fleißige Hausschlüsielvirwosen. Max Hochdorf. „Ein Mädel ohne Mann" Operettendutzendware: Junkermann, der Di- rektor des Steglitzer Schauspielhauses, hat da durchaus keinen glücklichen Griff getan. Die Lustspielhandlung Theo H a l t o n s(man wird trübsinnig ob so viel Albernheit), die drastischen Witze, die abgebrauchte Situationskomik, die Schlagertexte— das ist alles von hanebüchener Dagewesenheit und ohne Niveau, sehr gleichgültig in jeder Hinsicht. Die Musik, sie stammt von Sieg- fried Schulz, ist nicht viel anders: einfallsloser Schlagerdurchschnitt. Die sanbere Aufführung er. freute ein in seinen Ansprüchen bescheidenes Publikum. er. Weihnachtsmärchen von heute Tingeltangel Victor Holländer wollte seine Stammgäste nicht ohne ein Weihnachtsgeschenk lassen, und so be- scherte er chnen, da er selbst sich zur Zeit dem Tonfilm verschrieben hat, die Idee:„Es war einmal", die er durch ein Kollektiv von Musi- kern uird Autoren ausführen ließ. Die Idee ist ausgezeichnet, die Ausführung nicht immer. Bei Holländer war immer alles aus einem Guß, da er— ein seltener Fall— sowohl als Komponist wie als Textoerfasser gleich begabt ist. Die Simon Köster, Erich Weinert, Mar K o l p e, David Weber, Hellmuth Krüger auf der Autorenseste, und die Musiker Walter Joseph, Hans E i s l e r, Erwin I o f p e. Walter G o e h r sind in ihrer Art alle mitsammen tüchtige Kleinkünstlcr des Brettls. WaUer Hasenclever, der das Märchen„Frosch- könig" bearbeitet hat und statt de? Conferenciers kleine Geschichten erzählt, sowie Ernst Toller. der„Des Kaisers neu« Kleider" nicht übermäßig glücklich modernisiert hat. sind respcktheischeude Namen. Trotzdem ist das Gesamtergebnis nicht kuratorium nimmt außerdem nicht die Eni- scheidung der Partei für den Fall voraus, in dem sie Stellung nehmen muß zu der Ilmorganisation der deutschen Wehrmacht, die jetzt durch den Hcrrwt-Plan in die öffentliche Diskussion gerückt worden ist. Die ablehnende Haltung der Partei zum Reichskuratorium bedeutet auch nicht die Ab- lehnung des Reichsbanners als republikanische Schutzorganisation. Die Bedeutung des Reichsbaunecs für den Abwehrkamps der Eisernen Front gegen den Faschismus steht außer Debatte, und in der Haltung der Partei zur Frage des Reichskuratoriums liegt nicht im entferntesten eine Krstik an den hervorragenden Leistungen, die die Reichsbannerkameraden Schüller an Schulter mit den Parteigenossen in den Kämpfen dieses Jahres für die Verteidigung der Demokratie und der Ein- richtungen der Arbeiterbewegung vollbracht haben. Die Sozialdemokratie wird vielleicht schon in naher Zukunft Stellung zu nehmen haben zu den viel schwierigeren Problemen der Umgestaltung der Wehrmacht und der internationalen Abrüstung. Sie wird wester zu prüfen hoben, welche Notwendigkeiten sich aus den Er- sahrungen des letzten Jahres für ihren Kampf um den Sozialismus gegen den zum Widerstand mit allen Mitteln entschlosienen Gegner ergeben. Das sind Probleme von so weittragender Bedeutung, dah sie von allen Beteiligten leidenschafllich und nüchtern geprüft werden mllsien. Mit der Beseitigung der Differenzen in-der rein taktischen Frage der Beteiligung am Reichskuratorium der Regierung Schleicher ist die Voraussetzung für eine solche gemeinsame Erarbettung unseres Standpunktes gegeben, und gleichzeitig ist die Hoffnung derer im Lager der Gegner gründlich zerstört, die in dem Reichskuratorium auch ein Mittel sahen, die Geschlossenheit der Eisernen Front zu sprengen. von der Durchschlagskraft, die wir in diesem Hause gewohnt sind. Die artigen Kinder freuten sich aber sehr und kargten nicht mit ihrem Beifall. Es gibt ja auch Satirisches, Lustiges, Jnter- esiantes genug zu sehen und zu hören. Im ganzen sind unsere heutigen Zustände ja bereits so märchenhaft, daß es gar nicht erst der Einkleidung und Umsetzung in alte bekannte Märchensormen bedürfte, um ihren märchenhaften Charakter zu betonen. Aber es hat natürlich immer formalen Reiz und gibt dem Ausstatter Pid E l k i n s mannigfache Gelegenheiten, die Wirklichkeit im Märchen zu spiegeln und die allen Gehalte zu parodieren. Ohne Noten oertellen zu wollen, seien ein paar der stärksten der vierzehn Nummern her- vorgehoben: Erich Weinerts„Rübezahl" stark politisch zugespitzt und aggressiv wie„Des Kaisers neue Kleide r", die Lerulkung des Operettenkitsches„Der verlorene Schuh" und Hans Eislers„Heinzelmännche n". Unter den Darstellern hatten Kate Kühl und Lotte Mosbacher in dem elegischen sozialen Song„Aschingerbrödel sowie Hans Herr- mann-Schaufußals moderner„R o b i n s o n Crusoe" den meisten Erfolg. Hedi Schoop entzückte als Prinzessin und letzte Jungfer von Berlin. Zu Ansang und Schluß wie immer groß« Ensemblenummern, die das Ganz« einprägsam zusammenfasien. d. Em Zuschriftensaal im Pergamon-lttuseum. Heute wurde im Pergamon-Musewn der In- schriftensaal, eine ausgewählle Sammlung grie- chischer und römischer Steinurkunden, dem Publi- tum erstmalig geöfjnet. Eine Auslese aus dem Bestand von weit über 1999 Steinurkunden ist hier erschlossen. Wettgehend ist für das inh allliche Verständnis gesorgt, kostenlos werden deutsche Uobersetzungen aller Stücke ausgeliehen. Ein kleiner Führer von Profesior Dr. v. Masiow gibt außerdem weitere Anleitungen Jeder wird seine Freude an den schönen Buchstabenformen haben. die auch dem modernen Schrifttünstler vielerlei Anregung geben können Erneuter Theaterkrawoll. Am Mittwochabend kam es anläßlich der Aufführung von Hays „Gott, Kaiser und Bauer" im Deut- s ch e n Theater wie am Vorabend wiederum zu Radauszenen auf der Galerie. Das Pfeif- konzert und die ununterbrochenen Zwischenrufe nahmen schließlich einen derartigen Umfang an. daß das Ueberfallkommando alarmiert werden mußte. Auf Veranlassung der Theaterleituag wurden etwa zehn Besucher aus dem Zuschauer- räum entfernt. Später setzten die Störungen wieder ein, so daß die Polizei noch wiederholl ein- greifen und einen Teil der Theaterbesucher ent- fernen mußte. Zusammenarbeit zwischen Radio und Theater. Die staatlich« italienische Rundfunkgesell- ichaft hat aus ihren Einnahmen einen besonderen ssond geschaffen, aus dem die große» italienische.' Theater mll den neuesten Rundiun kein richtungen nerselien werden sollen. Die Bühnen in Roni, Mailand und Turin werden nicht nur mit Empfangsgeräten, sondern auch als Sendestation ausgebaut, um eine enge Zusammenarbeit zwischen Radio und Theater zu ermöglichen. Ju der Bottebllhue beginnt die Sllvestervorstellun.z von„Oliver C r o m w e l l s Sendung" Punkt lich um 7 llbr. Di« Kamera zeig! über Neujahr ein lustiges Pro. gramm: Max Pallcnberg in fernem einzigen Tonfilm „Der brave Sünder" und„Hurra! Ich lebe" mit Nicolai Äolin. Tie„Teutsche Muiilbühue" gibt am Silvesterabend um 7. Uhr im Stadtlhealer Neukölln, Bergstr. 147, die' 7,0. Aufführung der Mozartschen Oper„Die Hochzeit des Figar o". Anna Gmeyner: Das Automatenbufett Theater der Schauspieler Rundfunk am Abend Donnerstag, 29. Dezember 1932 Berlin: 16.15 Ludwig Devrient zum Gedäcbtnis(G. Droesdier). 16.30 Kammer- musikstunde. 17.30 Rechtsfragen des Tages (E. Heilfron). 17.13 Die junge Generation 1S.05 Chopin— Liszt. 18.30 Gelebtes Lehen: „Was ich suchte und was ich fand"(R. See berg). 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Chronik des Weihnachtsbaumes. 19.35 Orchesterkonzert. 20.30 Nun schlägt's Dreizehn (Hörspiel) Anschließend: Johann Müller unterhält Sie. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnacli richten. Tanzmusik. 21.00„Also sprach Zarathustra"(R. Strauss). Königs Wusterhausen: 16.00 Päd- agogisdier Funk. 17.30 Stunde des Landes. 18.00 Musikalischer Zeitspiegel. 18.30 Deut sehe Kulturpolitik in Deutschland(Dr. W. Stapel). 18.55 Wetterbericht. 19.00 Stunde des Landwirts. 19.20 Für und Wider. Wegweiser durch die Zeit(Dr. R. Pechel). 19.10 Zeitdienst. 20.00 Aus Köln; Tscherewitschki (Oper von Tsdiaikowsky). In den Pausen; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15 See-Wetterbericht. 21.00 Aus Hamburg: Tänze von 1900—1932. Sonst; Berliner Programm._____ Wetter für Berlin: Trocken und meist Heiter. nachts etwas kälter, am Tage ein wenig milder. mäßige südöstliche bis südliche Winde.— Aür Deutschtand: Im Süden und Osten noch vielsach trübe, im übrigen Reich noch vorwiegend Heiter, nur im nordwestlichen Küstengebiet wieder Wetter- Verschlechterung. Temperaturen im ganzen Reich etwas nieoriger: im Heileren Gebiet jedoch tags- über etwas milder. Englisch, Zranzösisch, richtiges Deutsch. Im Januar beginnen neue Sprachenkurse für An- fänger und Fortgeschrittene bei Genossin Heß, W. 50, Passauer Str. 13, l Tr l.(Untergrund- bahnhos Wittenbergplatz). Anmeldungen— auch schriftlich— bis zum 3. 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DEZ. 1932 Meinrich ffiraims£ehen %u einem tBuch von Julie ffiraun UogelHein Aus der Geschichle der deutschen und der deutsch- österreichischen Sozialdemokratie sind die Familien Adler und Braun nicht wegzudenken. Ein- zelne chrer Mitglieder haben eine bedeutende ge- schichtliche Rolle gespielt— für die Familien selbst aber ist kennzeichnend, daß Durchschnitts- menschen in ihnen so gut wie gar nicht zu finden find. Es sind mindestens in einer Beziehung, aber meist in mehr als einer, ungewöhnliche Erschei- nungen; sie tragen in ihrer Begabung, ihrem Charakter, ihrem Schicksal Kennzeichen des Außer- ordentlichen an sich. Heinrich Braun war durch seine Schwester Emma ein Schwager Viktors und Onkel Fritz Adlers, er war ein Bruder Adolf Brauns, der Mann der Lily Braun, Tochter des Generals von Kretschman, der Vater des genialen jung gefallenen Otto Braun. Cr war in diesem Kreise der am seltensten Genannte, sicherlich aber stand er an geistiger Bedeutung hinter keinem anderen zurück. Nach einem stürmi- schen Leben und nach dem Tode seiner Frau Lily und seines Sohnes Otto fand er in einer letzten Ehe mit der Kunstschriftstellerin Julie V o g e l st e i n, einer longjährigen Freundin der Familie, einen in Ruhe und Werken der Nächsten- liebe verklärten Lebensabend. Nun hat ihm die überlebende Gefährtin ein literarisches Denkmal errichtet in dem Buch„Ein Menschenleben. Heinrich Braun und sein Schicksal", das vor einigen Wochen im Verlag von Rainer Wunderlich in Tübingen erschienen ist. Es ist ein leidenschaftliches Buch über einen leidenschaftlichen Menschen, glänzend geschrieben und in der Verarbeitung eines ungeheuren Ma- terials bewundernswert. Es ist aber auch ein u n- gerechtes Buch in der Art. wie es allemal für feinen Helden und gegen dessen Gegner Partei ergreift. Am allerwenigsten wird es als ein ob- jeklioer Beitrag zur Geschichte der deutschen So- zialdemokratie gelten können, zu der Heinrich in einem ganz merkwürdigen Verhältnis der Haß- liebe stand' die Leidenschaftlichkeit seines sozia- listischen Bekenntnisses gab ihm gewissermaßen ein Recht, ungerecht zu sein. Dieses Recht nimmt die Verfasserin als sein Erbe nun auch für sich in Anspruch. In der Sozialdemokratischen Partei haben zu Heinrich Brauns Zeiten zahlreiche Persönlich- leiten an hervorragender Stelle gewirkt, die sich an Weite der Bildung und Tiefe des Denkens mit ihm in keiner Weise messen konnten. Das ist gewiß richtig. Es ist ebenso richtig, daß die Partei oft nicht verstau- den hat. die ihr ,ur Verfügung stehenden Kräfte ihrer Begabung entsprechend anzusetzen. Aber man wird dem Wesen Heinrich Brauns nicht gerecht, wenn man den Anschein erweckt, als fei ihm die ihm zukommende Stellung in der Bewegung durch irgendwelche feindliche Mächte verweigert worden. Das Gegenteil ist richtig. An Versuchen, ihm einen Platz in den Führerkreisen der Partei zu verschas- fen, hat es nicht gefehlt— sie sind an seiner e i g e- n e n Eigenart gescheitert: an seinem Uebermaß von Selbstkritik, seiner Scheu vor öffentlichem Her- vortreten, Eigenschaften, die Julie Braun-Bogel- stein selber ganz richtig schildert. Sie scheint nur zu übersehen, daß sie damit ein gut Teil chrer An- griffe auf die Partei selbst widerlegt. Hätte Hein- rich Braun soviel geschrieben und gesprochen wie sein ihm an Selbstlosigkeit ähnlicher, aber im Par- teidienst unermüdlicher Bruder Adolf— niemand hätte ihn daran gehindert, er wäre dann eben nur nicht Heinrich Braun gewesen! Heinrichs Leidenschaft war, andere Menschen, an deren Fährgkeiten er glaubte, anzuregen, zu fördern, geistig zu beeinflussen. Als Redakteur im Verhältnis zu seinen Mitarbeitern, im Ge- spräch von Mensch zu Mensch, im engen Kreis des Studienzimmers entwickelte er ungewöhnliche Kräfte, die in der Breite gedruckter Spalten und in der Weite der Versammlung nicht mit gleicher Wirkung zur Geltung kamen. Ihm fehlte voll- ständig der Wille und darum auch die Kraft, sich selber durchzusetzen; mit desto stärkerer Energie setzte er sich für andere ein, von denen er eine 'Förderung der Sache erwartete, und wenn dabei Freundschaft, ja Liebe mitsprachen, dann konnte er geradezu Riesenkräfte entwickeln. Mit solchen Kräften setzte er sich für Lily ein. Sein Zusammenstoß mit Bebel und K a u t s k y im Jahre 1ö03 hätte niemals diese ungeheure Schärfe angenommen, hätte es sich nur um Meinungsverschiedenheiten über die Politik der Partei gehairdell und hätte nicht Franz M e h- ring den Richtungsstreit auf das persönliche Gebiet geschoben. Hier hatte er sich auch gegen Lily gewandt und war dabei sosort aus Heinrich Braun gestoßen. Em Kamps auf Leben und Tod war die Folge. Hier kämpfte nicht nur der Ritter sür seine Dame, sondern auch der Schöpfer für sein Geschöpf. Heinrich Braun hatte— wie in viel früheren Jahren auch den hervorragenden Publizisten Franz Mehring— die schriftstellerisch und red- nerisch glänzend befähigte Generalstochter für den Sozialismus gewonnen. Er hatte in beide» Fällen seinen sicheren Blick kür Begabungen be- wiesen. Daß er in der Beurteilung von Eharak- teren weniger sicher war, beweist die Tatsache, daß er— glücklicherweise vergeblich!— auch MaximUian H a r d e n für die Partei zu ge- winnen versucht hatte. So hatte er sich auch in Mehring getäuscht, aus dieser Enttäuschung floß ein Teil seiner Erbitterung. Und Lily'? Lily Brauns strahlendes Talent fand allge- meine Anerkennung. Ihre Eignung zur Führerin der sozialistischen Frauenbewegung wurde aus menschlich- persönlichen Gründen stark bestritten. Julie Braun-Vogelstein stellt sich ganz auf die Seite des Ehepaares Heinrich und Lily, liefert aber doch unabsichllich für den Stand- punkt jener Genossinnen, die Lily Braun als Führerin ablehnten, recht massive Stützen. Hier ist es auch, wo sich dieses philosophisch- politische Buch zur Tragödie emporsteigert, uip schließlich in einer Apotheose auszuklingen. Es rundet sich das Bild eines fanatischen Altruisten, der bereit war, für andere alles aufs Spiel zu setzen, ja selbst Bedenkliches zu wagen, der aber darauf verzichtete, für sich selber auch nur das Erlaubte und Natürliche zu tun. Dieser Sozialist, der alles andere war als ein Philister und Anstandsbürger, der>n der Leiden- schaft manche Grenze überschritt, war aus jenem Holze, aus dem die Apostel und die Heilige» der Vergangenheit geschnitzt waren. Verstehende Liebe hat ihm ein Denkmal ge- setzt, das durchaus kein Muster leidenschaftsloser historischer Objektivität, wohl aber ein in Leiden- schasl geforintes Kunstwerk ist. hrioclrich Stampfer. Dom ffiürgerium ZProlelarial Erinnerungen eines allen 3>arleigenofien Einer nach dem anderen steigen unsere großen Alten, zu denen wir als Schüler aufgeschaut haben, ins Grab. Und unversehens gehört man selbst schon zu den Alten und sieht das gleiche Ziel vor Augen. Da schweifen die Blicke zurück auf die Zeit des eigenen Werdens. Und manches, sei es auch an sich unscheinbar, inag denen, die heute jung sind, einen kleinen Beitrag geben zum Verständnis der Gewordenen, das wieder den planvollen Weg in die Zukunft erleichtert. Zum ersten Male hörte' ich das Wort„Sozia list" als sechsjähriger Knabe. Jemand sprach ab- schätzig von einer Tanzstunde.„Dahin gehen nur Dienstmädchen und nichts Ordentliches."„Können Dienstmädchen nicht auch ordentlich sein?" fragte ich, worauf mein Bater sagte:„Das ist der richtige Sozialist!" Es war im Jahr« 1874, in der ersten Blüte des vom Bürgertum umjubelten p r e u- Mit ffirockham bis Oftwakl Bis zu Wilhelm Ostwald, dem Chemiker und Physiker, ganz genau gesagt, bis zu dem Ostwald- schen Verdünnungsgesetz, von dem ich vorher ab- solut nichts gewußt habe, reicht der 13. Band des Großen Brockhaus. Der Ausbau des repräsen- tatioen deutschen Nachkriegslexilons ist also weit über die Mitte der Bandreihe und über die Mitte des Alphabets gediehen. Die oft anerkannte politische Neutralität des Brockhaus ist in diesem Bande schwer zu erproben, weil in die Buchstaben- folge„Mue— Ost" gar zu wenige zeitgenössische Polstiker fallen, Mussolini ist sachlich dar- gestellt, die Gegenliteratur könnte etwas voll- ständiger sein, wenn zur faschistenfreundlichen Literatur sogar ein Buch von Rümpel- st i l z ch e n gerechnet wird, dessen Verfasser weder zur Literatur noch zur Nichtliteratur, sondern zur Gosse gehört. Interessant ist dagegen die Dar- stellung Napoleons I. Zum ersten Male finde ich hier in einem Werk, das peinlich vermeidet, Anstoß zu geben, eine kriegsgeschichlliche Dar- stellung, die Napoleon in allen entscheidenden Kriegen als den Angegriffeneu zeigt. Sonder- barerweise zieht der Verfasser dieses Abschnitts dann in dem Kapitel, das Napoleon geschichtlich zusammenfaßt, Schlüsse, die sich aus der eigenen Darstellung des Verfassers nicht ohne weiteres er- geben, und sich also wieder der Antinapoleonlegende nähern. Immerhin ist der Forlschritt unverkenn- bar. In der Bibliographie fehlt das aufschluh- reiche Buch von Kurt Eisner, das init der landläufigen Darstellung Napoleons gebrochen hat. Im 13. Brockhausband dominieren in der Geographie und Menschheitsgeschichte Nieder- lande, Nordamer-.ka, Nordpol, Norwegen und Oesterreich. Besonders Oesterreich ist in außer- ordentlicher Weife bedacht, nicht nur das neue Oesterreich, sondern auch die alte Monarchie. In der Monographie über Nordamerika ist der ganze Kulturtell auffällig gut Da er meist fehlt, ist das ein Vortell mehr Durch den Zufall des Alnhabets nimmt aber in dem Band in vielen zerstreuten Abhandlungen der M e n s ch eine überragende S'cllung ein. Da sind drei Gebiete, die der neuen Körper- und Gesundheitspflege entsprechend be- dacht sind. Die überraschend reichen Darstellungen der Nerve n, d>e Sonderkapitel über Nasen und Ohren, die Darstellung der M u s k e l w e l t sind, rein als Lektüre betrachtet, fesselnd und lehrreich. Ganz besondere Aufmerksamkeit findet aber das Gebiet der Ernährung. Abgesehen von allen Untertiteln, erhält man in zwei Tafeln über Nahrungsmittel ein Bild von dem Wert aller wichtigen Nahrungsmittel, ihren Aufbau nach Ei- weiß, Fett, Kohlehydraten, ihre Gliederung nach Kalorien, ihren Vitaminwert. Das ist auf die ver- schiedensten Verhältnisse zugeschnitten, umgerechnet, aufgebaut. Ein anderes Gebiet, das hier herrscht, ist die Musik. Die große Gesamtdarstellung ist eine durch Oekonomie und Zusammenfassung alles Wichtigen gleich wertvolle Arbeit. Von ihr führen nun hunderte Kanäle durch das ganze Lexikon, so daß ma» sich immer wieder wie in einem Zirkel befindet, in dem unvermutet alles mit allem verbunden und verwachsen ist. Die Tabelle über Noten, die zwar nicht zur Musik gehörige aber wieder dahin führende Zusammenfassung aller Nationalhymnen mit Notenzitierung der Nationalhymnen, das Kapitel über Orgelbau schließlich die große historische Gcsamttabelle der Musik enthalten sür den Kenner wie für den Laien Anregungen weitreichender Art. Etwas merkwürdig ist das Urteil über den großen.Kom- ponisten Mussorgskij— aber es ist kein Grund Alarm zu schlagen. Sehr hübsch ist wieder die P o p u l a r j t ä t d e r Titel. Die alte Sorge, wo man denn überhaupt das Gesuchte findet, löst Brockhaus durch die natürlichste Ordnung. So gibt es ein Stichwort neue Sachlichkeit, Neujahrsblätter. Maßstab. N o n possumus, wie überhaupt Zitate, geflügelte Worte Sprüche reichlich wiedergegeben, erklärt. hergeleitet find. Ueberau ist also das Volks- t ü m l i ch e bedacht. Und wenn es trotzdem viele Kapitel gibt, die nur der Fachmann versteht, so kann sich auch der Laie diese Abschnitte erarbeiten. indem er jede? Wort, das er im Brockhaus sticht versteht, im Brockhaus selbst nachschlägt! Nach meiner Erfahrung lernt man dadurch am aller- meisten. b'dix Stöfiinger. ßisch-deutschen Kaiserreichs, das uns durch patriotische Schulseiern, Freudenfeuer in der Nähe unseres Hauses(an der„Schönen Aussicht", wir wohnten auf dem„Sclter-berg"), Bilder und Schriften in den Geschäften, Kinderlieder mit Spottversen auf die Franzosen und vieles mehr immer von neuem nahegebracht wurde. Im Elternhause, bei wohlhabenden, jüdijch-freidenken- den Kaufleuten, stand man dem schon kritisch gegenüber. Meine Mutter, deren ältester Bruder schon 1848 aus den Frankfurter Barrika- _ den gestanden und dann den Weg nach Amerika gesunden hatte, war in der Krieaszeit einmal am Bahnhof, als ein Gefangenentransport durchkaut. Als sie sah, wie man die Begleitmannschaften mit Speise und Trank überfütterte, die Gefangenen aber schmachten ließ, bestellte sie gerade sür diese zu essen und trinken. Das rief entrüsteten Wider- sprach der Mitbürger hervor, dem sie entgegnete: „Das sind auch Menschen!" Auch sonst war bei uns nicht alles wie bei den anderen. Von unseren beiden Fahnen, wie mau sie damals oft auszuhängen pflegte, war die eine schwarzrotgold: damals wohl die einzige in der alten Temagogenstadt, in der vierzig Jahre zuvor die Brüder Folien, der„rote Becker" und Georg Büchner„zersetzend" gewirkt hatten, oie im Jahre 1848 den Demokraten und Materialisten Karl Vogt in die Franksurtcr National- Versammlung entsandte. Damals war alles „patriotisch" im Bismarck-Sinn. Mein Vater mit einem Freund war wohl der einzige Bürger, der zum Protest, ohne Sozialdemokrat zu sein, seinen Stimmzettel für unseren Wilhelm Lieb- k n e ch t, auch«inen Gießener Laitdsinann, ab- gab. Ich denke noch, wie ich als Sextaner nach der Wahl von 1877 jeden Mitschüler fragte, wen sein Vater gewählt habe, und auf die einförmige 'Antwort:„den Rabenau"(einen Baron aus der Umgebung, der zur Reichspartei, auch Freikonscr- vatioe genannt, der eigentlichen Leibgarde Bis- marcks, zählte), mit Stolz antwortete:„Meiner den Liebknecht!" Es herrschte ein etwas heldischer Zug bei uns. An einer Wand hing ein B i l d G a r i b a l o i s, von dessen Taten wie von anderen Freiheit-- kämpfen mein Vater gern erzählt«. Er hatte als Bursche von 16 Jahreit schon tapfer gegen die kurhessischen Judenverfolgungen, mit denen dort die Revolution eingeläutet wurde, Stellung ge- nommen. Später hatte er es in Gießen zu einer kleinen Holzmöbelsrbrik gebracht, die eines Tages abbrannte. Um die Löfcharbeiien zu erleichtern. war er durchs Feuer gestürzt und hotte das Ben- til der Lokomobile geöffnet. Danach lag er auf den Tod danieder und brauchte vier Monate bis zur Genesung. Ich kannte ihn— das vollzog sich vor meiner Geburt—- nur mit roten Brand- krusten im Gesicht und auf den Händen. Sein Tod, der 22 Jahre später erfolgte, hing nach ärztlicher Aussage noch mit dieser Verbrennung zusammen. Der Stolz der Familie war die älteste meiner vier Schwestern. Damals die Erste in ihrer Schule, hat sie später als Henriette Fürth durch ihre wissenschaftliche und sozial- politische Arbeit einen geachteten Namen erwor den. dabei noch acht Kinder großgezogen. In dieser Art sind noch einige Dinge, deren ich mich erinnere. Mit zehn Jahren, beim Räuber- spiel, fragte mich der„Gendarm", der mich faßte: „Sind Sie der Räuber?" Worauf ich erwiderte: „Nein, ein Revolutionär!" Im Sommer 1878 erlebte ich als Quartaner die Attentate und die Sozialistenhetze. Ich verbrach dai'-ale, frei nach Körner, einen poetischen„Aufruf an die Sozialdemokraten", von dem ich nur noch die Schlußverse int Kopse habe: „Erhebt euch, werfet ab das Joch Der Grafen und Barone! Die Nationalkokarde an den Hut gesteckt, Und kämpfet tapfer wie einst Achtundvierzig!" Also noch ganz bürgerlich und kindlich Auch hinderte mich das nicht, in den Ferien mit großer Begeisterung an den H e r b st m o n ö v e r n uns?- rer Brigade als Zuschauer teilzunehmen und stolz neben meinem Klassenlehrer, der als Rcjervelcut- nant dal ei war, einherzumarschieren. Der ältere Sozialismus war überhau t stark tniliz-militärisch eingestellt. Noch im Weltkrieg brachte mich das Bekenntnis zu den Engels-Bebelschen Gedanken über militärische Jugendoorbereitung in Gegensatz zu den Ge- nossen, in deren Auftrag ich bis dahin das Jugend- heim in der Brunnenstraße geleitet hatte. Im Städtchen gab es eine kleine Bewegung der Partei, an deren Spitze damals ein nicht gut beleumundeter Tischlermeister stand. Mein Vater erzählte einmal von einer Versammlung, der er beigewohnt hatte, in der man ihn aufgefordert hatte, an dein Vorstandstijch zu sitzen. Er hatte das nicht getan, da er ja nicht Parteigenoss'.', sondern bürgerlicher Demokrat, Richtung Frank- furter Zeitung, war. Als 1881 die bürgerliche Opposition gegen Bismarck wieder aufkam, schloß er sich an und gehörte zu den wärmsten Ver- ehrern Eugen Richters. Ich denke noch. wie er manchmal, wenn ich von der Schule kam und ihm aus seinem Weg zu seinem nahegelegenen Holzgeschäst begegnete, mir sagte:„Ich habe dir die Frankfurter dagelassen. Der Richter hat wieder großartig gesprochen." 1881 wurde unser Kandidat, der hervorragende Rechtsanwalt Dr. G u t f l« i f ch, gewähll. Ich stand an der Tür. wo die Wahlnachrichten eingingen, und stürmte nachher jubelnd zu meinem in der Nähe wohnenden Onkel, wo auch meine Mutter wartete, mit den Worten:„Wir haben gesiegt!" Das war unter dem Ausnahmegesetz, wo die Partei von der Bildfläche verschwunden war Nur durch die glänzenden Aufsätze Franz Mehrings in der„Gartenlaube"(1882), die ich immer wieder las, wurde man wieder darauf aufmerksam. Sie waren damals(Mehring hatte der Partei angehört, war 1877 Gegner geworden und fand sich erst 1892 nach langen Kämpfen zu- rück) scharf gegen die Partei gerichtet, beHandel- ten sie aber doch mit einer gewisien Sachlichkeit und ließen die Größe der Bewegung ahnen. All- mählich rückte ich weiter links, war namentlich mit der sozialpolitischen Haltung der Freisinnigen nicht«inverstandeit, hatte vorübergehend Neigung zum Anarchismus, auf den man damals durch einige große Strafprozesse aufmerksam wurde, nährte die Gedanken einer Erziehungsresorm, be- luchte die freireligiösen Versammlungen im be- nachbarten Krosdors(woher später Eduard David zur Partei kam) usw. Mit 14 Jahren war ich, nachdem ich DavidStrauß'„Der alte und der neue Glaube" gelesen hatte, religiös aufgeklärt und dem Judentum abtrünnig. Dabei war ich überzeugter Republikaner und nahm die Folge- rungen, die sich daraus ergaben, auf mich. Simon Kateonstsin. Aus dem Arbeiter-Fußhall-Lager Nachklänge zur Europameisterschaft— Was es sonst gibt Heber das Vorrundenspiel zur Europameister- schaft der Arbeitersußb aller berichtet die bürger- liche„Neue Leipziger Zeitung" in ehr- licher Begeisterung:„Ms einen der stärksten äußeren Eindrücke muß man da zunächst die ganz ausgezeichnete Disziplin und Objektivität der Zuschauer sesthalten. Deren politische Gegner, die sich bekamülich rühmen, im Alleinbesitz deutscher Art und deutschen Wesens zu sein, hätten hier vor, während und nach dem Spiel eine hervor- ragende Gelegenheit gehabt, sich darüber zu unter- richten, wie auf„der anderen Seite" natür- liche Anständigkeit der Gesinnung, vernünstige Disziplin und gutes u n p a r t e i- isches Sportverständnis sich wohltuend auswirken. Selbst die Freiheiten, die die Fuß- b�llregeln hinsichtlich erlaubten Körpereinsatzes gestatten, wurden nicht beansprucht, so daß es einen Kampf gab, der an Fairneß kaum zu übertreffen ist." Wir nehmen dieses Lob gern zur Kenntnis. ★ Am 1. Feiertag spielten im westdeutschen Spiel- verband der Sozialistischen Arbeitersportinter- nationale Belgien und Lzolland in der Borrunde um die Europameisterschaft. Das Spiel fand in Lokeren bei Amsterdam vor 1500 Zuschauern statt— ein guter Besuch in Anbetracht der verhältnismäßig schwachen Arbeitersport- bewegung. Die Bürgerlichen hatten ein großes Gegenspiel aufgezogen. Die Holländer wurden auf dem Bahnhof von einer tausendköpfigen Schwerathletik Europameisterschaft im Kraftsport? Die großen Erfolge der Arbeitersußballspieler um die Europameisterschaft haben die öfter- reichischen A r b e i t e r- K r a f t s p o r t l e r erneut veranlaßt, die Durchführung einer E u- ropameisterschnft der Kraftsportler zu beantragen. Bereits im Frühjahr lag dem internationalen Fachausschuß ein derartiger An- trag vor, der aber abgelehnt wurde. Da nun die Fußballspieler für ihren Sport die Genehmigung erhalten haben, glauben die österreichischen Alh- leten, daß ihnen diesmal die Austragung einer Europameisterschaft gestattet w rd. Jin deutschen Arbeiter-Athletenbund wurden bisher internationale Kämpfe nur als Mann- schaftstreffen durchgekührt. Auf der letzten Tagung des Bundesvorstandes wurde diese Bestimmung aufgehoben und den Sportlern die Teilnahme an Einzelwettkämpfen gestattet. Damit ist eins der größten Hindernisse für die Austragung inter- nationaler Meisterschaften aus dem Wege ge- räumt. Auch die deutschen Arbeiter-Athleten wür- den die Einführung einer Europameisterschaft be- grüßen: die hohe Technik und ein ausgezeichneter Kämpfgeist wird auch den Athleten dabei neue Freunde zuführen. Matte und Ring Bei einer großen Kundgebung der Arbeiter- Achteten in Ludwigshafen stellte R« n f e r- Ludwigshafen bei einem Körpergewicht von nur 114 Pfund eine neue internationale und eine neue Bundeshöchstleistung auf. Renfer verbesserte seinen eigenen Rekord im Beidarmig-Reißen von 170 auf 175 Pfund. Im Beidarmig-Stoßen schraubte er den Bundesrekord von 200 auf 205 Pfund.— Die österreichischen Arbeiter-Athleten haben eine neue Werbemethode ersonnen. Sie stellen eine Gruppe von Sportlern zusammen, die Fahrten auf das Land unternehmen und hier für chren Sport werben. Der Erfolg von zwölf Fahrten waren sechs neu gegründete Vereine.— Die Lorrunde im M a n n s ch a f t s b o x e n um die oft- deutsche Gruppenmeisterschaft gewann die Staffel des ostdeutschen und zugleich auch Bundesmeistervereins„Hansa"-Weibwasser(0.-2.) nach einem harten Kampf mit 9:7 gegen die Meistermannschaft des 1. Kreises„Spartania"- Waldenburg. Durch diesen Sieg hat die Hansa- Menge einstimmig mit dem nun internationalen Gruße„Freiheit" jubelnd begrüßt. Belgien siegte 3:2(2:2). * In der mitteleuropäischen Zone der Sozialisti- schen Arbeitersportinternationale sollen am 6. und 8. Januar in Wien das 4. und 5. Spiel um die Europameisterschaft steigen. Die ä st e r r e i ch i- schen und ungarischen Arbeiterfußballspieler haben sich geeinigt, an diesem Tage gleich das Vor- und Rückspiel in Wien auszutragen. Oester- reich darf diese Spiele nicht leicht nehmen, denn die Ungarn sind sehr gut. Die Rundenspiele der mitteleuropäischen Zone haben bis jetzt folgende Paarungen und Ergebnisse aufzuweisen: Oester reich-Deutschland 1: 0, Deutschland-Böhmen 4: C. Deutschland-Polen 4: 1. Wir spielen nicht mit Bürgerlichen Im Berlin-Brandenburger Gebiet ist in der srisch-fröhlichen kommunistisch-bürger- lichen Fußballgemeinschaft eine Krise ausgebrochen. Die„Rot-Sportler" sollen bei den Spielen mit den Mannschaften des Deutschen Fußballbundes die vereinbarten Bedingungen nicht eingehalten haben. Das amlliche Blatt „Die Fußballwoche" des Verbandes Branden- burgischer Ballspielvereine im DFB., das diese Angelegenheit wiederholt behandeUe, schrieb bei der Benennung der anderen Vertragspartei stets von„Arbeitersportlern". Die Zentralkommission » Mannschaft die Berechtigung erworben zum End- kämpf um die Gruppenmeisterschast gegen die Ber- liner Vereinigung„Lichtenberger Faustkämpfer 30". Voraussichtlich findet dieser Kampf Ende Januar in Weißwasser statt.— Der süddeutsche Meister im Mannschaftsringen Fürth schlug in der Zwischenrunde Mitteldeutschlands beste Staffel „Vorwärts"-Gera mit 19H: 914 Punkten.— Der im Bezirk Stettin führende bundestreue Arbeiter- Athletenverein„Stolzenhagen" hatte am ersten Weihnachtsfeiertag eine Berliner Mann- schaft im Ringen verpflichtet. Der Kamps wurde vor einem überaus stark besuchten Haus ausge- tragen und endete mit dem 20: 6-Punktsieg für Stolzenhagen. Am zweiten Feiertag starteten die Berliner noch in Altdamm und unterlagen hier mit 7: 21 Punkten. Arbeiter- Wintersport Die nächsten Veranstaltungen Die nordböhmischen Arbeitersportler haben fol- gende Winterveranstaltungen festgesetzt: Das internationale Wintersporttreffen, das gemein- schastlich vom Arbeiter-Turn- und-Sportbund (Aussiger Verband) und der DTJ.(Prager Ver- band) veranstaltet wird, findet am 11. und 12. Februar in Großhammer im Iser- g e b i r g e statt. Es wird die große offizielle wintersportliche Veranstaltung des Arbeiter-Turn- und-Sportbundes in diesem Winter. Die mäh- r i s ch e n Kreise veranstalten vom ti. bis 8. Ja- nuar in Karlsdorf-Klein-Mohrau einen Kreis- wintersporttag, der ein umfangreiches Programm vorsieht. Reben Hindernis-, Langläufen und Springen ist Rodelwettfahren. Eishockey und eine Fuchsjagd im Programm. Meldungen an das Kreissekretariat des Arbeiter-Turn- und-Sport- bundes, Mähr.-Schönberg, auf der Schanz 3. Der VII. Kreis R i e s e n g e b i r g e hat den 28. und 29. Januar für die Veranstaltung eines Kreis- wintersporttages vorgesehen. Neben diesen Ver- anstaltungen findet eine große Anzahl von Kursen für Anfänger und Fortgeschrittene statt. Als Gäste beteiligen sich die ATuSB.-Wintersportler an folgenden Veranstaltungen der reichsdeutschen Ge- nossen: 31. Dezember und 1. Januar: Bundes- offenes Skifahrertreffen in Älingenchal(Sa.). 22. Januar: Der sächsische Turnkreis eröffnet an diesem Tage eine neue Sprungschanze am Geising- berg. Die neue Anlage ist über 200 Meter lang für Arbeitersport und Körperpflege, gez. Wildung, hat„Die Fuhballwoche" auf diese allgemeine und dadurch irreführende Bezeichnung hingewiesen, weil Vereine der Verbände der Zentralkommission für Ar- beitersport und Körperpflege keine Spiele mit bürgerlichen Mann schaften ausgetragen haben. Der Hauptschristleiter der„Fußballwoche", Herr E. Werner, hat mit journalistischer Spitzfindigkeil folgende Schlußfolgerung gezogen: „Wenn wir richtig zwischen den Zeilen lesen, glauben Sie für die Ihnen angeschlossenen Ver- eine die Gewähr übernehmen zu können, daß sie Abmachungen, die vor eventuellen Wohl- tätigkeits spielen mit BVV.-Vereinen getroffen werden, innehalten würden. Eine sehr wichtige und richtunggebende Feststellung." Herr Werner und alle, die sich seinen Gedanken- gang zu eigen machen, sind im Irrtum, wenn sie annehmen, Vereine der Zentralkommission würden mit bürgerlichen Mannschaften spielen. Der Bundesvorstand des Arbeiter-Turn- und Sportbundes— desien Vereine kommen für den Sxielbetrieb ja nur in Frage— hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, daß Winterhllfespiele nur mit Vereinen der Zentralkommisiwn in Frage kommen. Das ist übrigens im ATSB. ein alter Grundsatz. Der Deutsche Fußballbund wird darum am besten tun, die Sportgemeinschaft mit Rot- Sport aufzufrischen. Dort ist man für so etwas bekanntlich sehr zugänglich. und hat einen Höhenunterschied von 85 Meter. Der Anlaufturm besitzt eine Höhe von 18 Meter. Am 28. und 29. Januar veranstalten die„Natur- freunde" in Waltersdorf im Lauschegebiet ein internationales Treffen. Der Polizeisäbel regiert! Dem wegen fehlenden Schnees von weihuachte» auf Neujahr verschobeneu AUnlersportfest in klingenlhal i. Sa. wurde ein neuer Stein in den weg gerollt. Die Aschbergschanze war schon immer den Arbeitersportlern verweigert. Durch Vertrag mit dem bürgerlichen wintersportverein Mühl- leiten wurde für das Fest die Vogtlandschanze gesichert. Nun hat die Aar st Verwaltung als Besitzerin der Schauze dem Verein verbot e n, sie an die Arbeitersportler zu vermieten? Da keine andere Schanze aufzutreiben ist, muß das Springen ausfallen. Für jeden Arb'iter- winlerfporller muh es nun aber lauten: Wenn Schnee fällt, dann erst recht nach Klingenthal am ZI. Dezember und 1. Januar. Sieger im Sulky Erfolgreiche Trabrennfahrer Das unvergleichliche Können von Charlie Mills und fein einzigartiger Rekord von 205 Siegesfahrten in einer Saison sind längst an- erkannt. Der Champion, der bereits weit über 2000 Siege in seiner Laufbahn erringen konnte, führt zum fünfzehnten Male die Liste der erfolg- reichen deutschen Fohrer an, stand aber auch während seiner jahrelangen Tätigkeit in Wien stets an der Spitze. Von seinem Ehrgeiz, seiner unermüdlichen Arbeit und seiner genialen Fahr- kunst legt ja eben die Tatsache Zeugnis ab, daß er den vorjährigen Rekord von 143 Siegesfahrten, den zu schlagen er sich vorgenommen hatte, ein- fach in den Schatten stellte. Walter Heitmann, der populäre Lasbeker Trainer, konnte gerade am letzten Hamburger Renntag den Spießschen Rekord von 143 Siegen erreichen. Auch seine Leistung ist ganz unge- wöhnlich und verdient allergrößte Anerkennung. Noch ein dritter Fahrer, der junge I. F r ö m- m i n g, überschritt die„Hundert". Mit 103 Sie- gen hat auch dieser kleine Fahrkünstler eine phan- lastisch zu nennende Leistung vollbracht. Einen guten vierten Platz nimmt G. Jauß jr. mit 88 Siegen ein. Auf 20 Siege und mehr brachten es dann noch: I. Spieß(50), I. Mills(47). W. Eberl(45), C. Weidmüller, I. Absmeier(je 29). M. Roth(28). R. Stegmeier(27). K. Vart- nick(26), Alb. Freundl G. Neuenfeld, E. Teubel (je 24). K. Gillar(23). I. Kruithof(22). A. Loh- mann(20). Erfolgreichster Herrenfahrer war der junge W..Kraus mit 30 Siegesfahrten. Auch gegen Professionals errang er für die Farben des Stalles Geiselgastcig zahlreiche Erfolge. Mit 24 Siegen steht der Hamburger A. Stege- mann an zweiter Stelle. Aus sechs und mehr Siege kamen weiterhin: P. Schmidt(14). I. Mid- deldorf(13), S. Frensdorfs, E. Perk. Th. Retzki (je 12), G. Paulus. 21. Brümmer(je 11), R. Scho per. I. Schmidhuber(je 10), Th. Böcker(9), I. Heider. K. Rochkopf(je 8). H. Baumgart. E. Speckmann(je 7>, F. Brandt, H. Rosenberg, K. Schmidt(je 6). Aus den Boxringen Der deutsche Boxmeister der Fliegen- und Bau- mmgewichtsklasse Willi M e tz n e r- Köln wird demnächst beide Titel zu verteidigen haben. Der Kampf um den Bantamtitel soll, nachdem Megner die Herausforderung von Hinz- Burmen ange nommen hat, bereits im Januar in der Barmer Sladthalle stattfinden. 2luch der Berliner Werner Riethdors will Bantammeister werden. Gegenwärtig bemüht sich die Kölner Rheinlandhallc um das Zustandekommen des Kampfes Riethdorf- Metzner. Um die Fliegengewichismeifterschafl haben sich Paul Schäfer. Dortmund und Her bert L i st- Zwickau beworben, die beide einen Ausjcheidungskampf bestreiten müssen, dessen Sieger die Berechtigung zum Meisterjchaftskampf erwirbt. Der nach dem Disqualifikationssiege des neuen Halbschwergewichtsmeisters Adolf Witt von Seelig eingelegte Protest wird den Sportausschuß in Kürze beschäftigen. Seelig bestreitet den Tiesschlag, der von zwei Richtern bestätigt wird. Außerdem hat der Arzt bei einer spätere» Untersuchung Witts eine gleiche Feststellung ge macht. Man darf auf das Urteil des Sportaus- schusses gespannt sein. Schwarzes Brett Solidarität, Radfahrer. Touren fiir den t. Januar: Abt. Nreuzberg: Sonnabend, 31. Dezember, Silvefier feier im Semerlschaitshaus, Engelufcr.— Abt. Mitte: Mahlsdork-Eiid, bei Dräger. Start: 13 Uhr Mariannen- vlatz.— Prenzlauer Berg: Ziel am Start. Start: g Uhr Oderberger Str. 31.— Heimabende der Jugend: Dbt. Areuzberg: Montag, Z. Januar, 20 Uhr, Zugendheim Wasferlorftr. 4.— Abt. Ariedrichshain: Dienstag, 3. Za- luiar, 20 Uhr, Jugendheun Sberlqstr. 12. Touristenoerein„Die Naturfreunde�. Freitag, 30. De- zcmber. Photoarbettsgemeinfchaft Franke: Zobannisftr. 15 tDunkelkammcr).— Pbotoarbcitsgemcins-hafl Reu- kölln: Bergstr. 20.— Photoarbeitsgemeinschaft Osten: Frankfurter Allee 307.— Faltbootabteiluna: Zohannis- ftrahe 15. Ausktang.— Sildoft: Mantcuifelstr. 7. Heimabend.— Charlottenburg: Soreestr. 30.»ehraus.— Britz: Fcstfaal der Zdeal-Siedlung, Sanneinannfttahe. „Britz steht kopv!"— Muslkarbeitsgemeinfchaft, 1. Abt.. Friedrichsbain: Lei Ch. Schnbnrock, O. 17. Paul-Singer- Strafte 50, I.— Mufikarbeitsgemeinschafl, 2. Abt.. Humbolithain: 3m Musikzimmer der, Jugendheim«, wraun- Cckc Lortzinastraße. ZtcgcUlub„gn spitz". Montag. 2. Januar, 18 Uhr. Kegeln in der Alerandrinenstr. 107. Gäste herzlich will- kommen. Kegeln findet regelmäßig jeden Montag um 18 Uhr statt. Freie Schwimmer tSroft-Bcrli», Gruppe Lichtenberg. Der Uebungsabend Freitag. 30. Dezember, beginnt für alle Altersstufen bereits um 18 Uhr. Arbeitcr'portuerein Schonederg. Friedenau 07. Freitag 30. Dezember, Schwimmabend um ZOZH Uhr im Siadtbad Hauvtftrafte. Die Turnsvarte beteiligt stch daran. Ruderperein Collcgia. Freitag, 30. Dezember, 20U Uhr. Sitzung. Die Organisationsausweisc sind dem 2. Bor- sitzenden bis zur Eencraloerfammlung am 8. Januar vorzulegen. Teuuis-Rot üichteubcrg. Während der Schulferien mästen unsere Hallenabendc in der Turnhalle Lsiek- strafte 60—03 aussallen. Wiederbeginn Donnerstag, 12. Januar, 18 Uhr. Baltssport Ncnkölln-Britz. Ausammenlunst der Männer- und Jugendabteilungen einfchlieftlich Leichtathleten und Ballspieler Freitag, 30. Dezember, 20 Ubr. Turnhalle Donaustrafte.—.Neujahrspartie. Treffpunkt 43ze, Uhr Bingbahnhvf Neukölln. Verantwortlich iür Polilik: Rudolf Brendemübl: Mirtschaft:©. Klingelböser: Gewcrkschastsbc- wegung: I. Steiner: Feuilleton: Herben Lc« v ö'r e: LAkalcs und Sonstiges: spritz K a r st ä d t: Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin< Verlag: Lorwärts-Berlag 05. m. b H.. Berlin. Druck: Vorwärtä-Buchdruckerei u. Berlagsanstal« Paul Singer u. Co., Berlin 393. B8, Lindenstr 8/ Bezugs- bedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen-Ausgabe des„Vorwärts" verössentlicht. Hierzu 1 Beilage. Staats 1% Theater Donnerstag, den 29. Dezember Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Der fliegende Holländer staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Faust I. Teil VOLKSBÜHNE Theater am BUlowpiatx Ttglldi ft Uhr D 1 Norden 6i36 ["Silvester 7 Uhr| Oliver Cromwells Sendung v. Walter Qilbricht Regie Heinz Hilpert mit Eugen Klöpfer Nur noch 3Tage die Sensation Berlins: Drei Codonas 6 v. d. Staatsoper Naltto's. 3 Baldors usw. TigU BkrlS. Ftarj 3434. Rafdiea tri. CASINO-THEATER SVi Lothringer Strafe 37 S�4 iiiimniiimiimiinitmiiiiinn n nmitiiiinuiii n n muujiii iiiiiiin Sonntag;, auch 4 Chr Nur noch wenige Aufführungen Alles um Lotti Posse mit Gesang und Tanz Gutschein 1— 4 Personen: Parke« rur 0,50, Fauteuil 0,75, Sessel 1,25 stütlt.Oper Charlottenbure Fraunhofer 0231 Donnerstag, 29 Dez Turnus III 20 Uhr Ein lYiasHenuaii Sch.üter a. Q, Thorborg, Berger, Famky. Keinmar, Destal, Diner. Dirigent: Fritz Busch a G. {nrlürstend-Tn. KirrffirstniUnni 209 Tel Blsm.1400 T ältlich 8Vt Uhr Silvntir 7 Uir DlSddidie Mn ra Uertadi lud Sduntack Musik: KOnueke Regle: Peokrrt Hone Schindler mit seleen lazi.Srmphoniktrn /oneitnl aniattiMn netropoMheaier Freitag, 30 Dez I Premiere I M-k Hansen lOOMeterGlück Opmtti von Sptliankr mit Erika von Thellmann Regie: Robert Klein. Mdientiaus Schlffbeaerdemm 25 Id. D 2 Wiid. 6304-05 Täglich 8% Uhr Silvester 7>/t Uhr Das Haus dazwischen toi Sdiitfir ond JudtinucD Musik: Spoliansky Inaenierjng: Barnowöj Adalksrt, tad«. Tudtki I Großes ßAWelhM».! BalltmSavoy Gttta Aivav | Steig Barfoug/ OStar Tees j »«sie: Alfred Kotier j 4 Uhr Täglich 2 x 9 Uhr | Du sonsationslle Etbirett-Frogramm .Abendpreiso 1— 3 Mk. Nachm. Gedeckt 1.25 | Joden Sonnab endl 1 y2 Uhr: Ngchtvoretellonp Th.d. Schauspieler Theater an Sdnfthaimdainn Weidendamm 5300 liglich 8-4 Uhr iWMiMeü Rgnidit tob A. SnayBer mit Agnes Siraub, lUibtr. Hdlingir. Gnas. Tmt-TnliilHh, Odaaar. 3a 3a 8a Sendews Baute BSbao Kottbasser StraCe 6 Oberbaam 3500 Täglich SV« Uhr Sonnt, nadim. SVi ..von A-Z" Rose-Theaier GnSe Frankfortir Slraii 132 Tal. Weidisol El 3422 4 Uhr eoldhärchens Himmellahrt 8.15 Ohr Böhmische Musikanten Lsssing insater Täglich 8t/. Uhr Silvester 7 Uhr Grete Mosheim Brausewetier Der Liebling von Paris Musik von Otleebadi Regie: Honiolki BUmarckstr.(Knie) Steinpl.(CD 671J 8V« Uhr letzte AnilOhningen Zum 72, Mal Silvester Iv« Uhr Robert und Bertram Senia Söneland Paul Heidemaoc 2 letzte Äufführangen 30. Dez. und I. Januar nachmitt 4 Uhr. 3r.Doiittles Abenteuer mit Alfred ßraan Kleine Pteisel iirmm Snfccate im ßl Vorwärts sichern Erfolg I SteMnB? Sänger > Reichshallen-Tb., Dönhoffpl. 8.15, Sonn- o. Feiertage 3.3G zu ermttßlKteii Preisen Das Weihnachtsprogramm