Morgen- Ausgabe Nr.614 A302 49. Jahrg. Redoklton und Verlag» Berlin 3W 68. Lindenstr 3 F-ri»p"«kr A � Ami DSnhvtl 292 bl« 297 Tklegiammabrrslei Sozmlbemolrai B«r!tn ÜERLIH ER VOLKS BLATT FREITAG 30. Dezember 1932 In Groß- Berlin 1 0 Pf. Auswärts....... 15 Pf. �Yezuo sbek' wgungen und Änze'genpreise siehe am Schluß des redaktionellen Teile Jentvatovgan der Gozialdemotratische« parte» Deutschlands Adolf Hitler soll llagen! �Vir wünschen nicht«He Amnestie, sondern den Prozeß! Durch die politische Amnestie ist unter anderem ein S t r a f a n t r a g hinfällig ge- worden, den Adolf Hitler gegen den verantwortlichen Redakteur des„Vorwärts", V i c t o r S ch i f f vor mehreren Monaten gestellt hat Es handelte sich um die Enthüllungen, die der preußische Ministerpräsident Otto Braun in einer Ktrndgedung im Berliner Sportpalast am 11. April 1932 gemacht hatte. Sie bezogen sich auf bestimmte Aeußerungeo Adolf Hitlers im einer Rede, die dieser wenige Tage zuvor in Lauenburg in Pommern gehalten hatte. Wegen der Kennzeichnung dieser Red« Hitlers im „Vorwärts" vom 12. April hatte der Führer der NSDAP, gegen unseren verantwortlichen Redak� teur Strasantrag gestellt, zugleich auch wegen der Ausführungen Otio Brauns ebenfalls gegen diesen. Der Preußische Landtag hat es im vergangenen Sommer abgelehnt, die Jinmunität Otto Brauns Hitler zuliebe aufzuheben, dagegen lies die Klage gegen Schiff weiter. Sie wäre ohne die Amnestie in kürzester Frist vor dem Münchener Gericht zum Austraz gelangt. Termin war bereits auf de» 13. Januar 1933 angesetzt worden. An uns hat es nicht gelegen, daß die Gerichts- Verhandlung nicht schon längst stattgefunden hat. Vielmehr trägt Adolf Hitler selbst die Der- antwortung für diese Verzögerung, da er den Strasantrag zwar unmittelbar nach Erscheinen des ,.Vorwärts"-Berichts hinausposaunen ließ, aber e r st o m 29. I u n i die Klag« tatsächlich einreichte. Der Grund dieser Verzögerung läßt sich mit einiger Wahrscheinlichkeit erklären: Im Anschluß an das Verbot der SA das die Reichsregterung Brüning-Groener auf Grund von Material er- lassen hatte, das der Regierung Braun-Severmg bei hausstichuirgen in Hinterpommern in die Hände gefallen war. hatte der Oberreichsanwalt ein Ermittlungsverfahren wegen hoch- und Lan- desoerrats gegen die betelligten Kreise der NSDAP, und der SA. eingeleitet. Nun bewegten sich die Ausführungen, die Adolf Hitler in Lauen- bürg gemacht hatrc, durchaus im Rahmen jener beschlagnahmten Dokumente, die Ge- genstand der Ermittlungen des Oberreichsanwalts waren. Anscheinend wollte Hitler das Ergebnis dieser Ermittlungen abwarten, bevor er seine Strafantragsdrohung verwirklichte. Jedenfalls gelangte sein Strafantrag in die Hände unseres verantwortlichen Redakteurs erst unmürelbar nach- dem aus Leipzig durchgesickert war, daß der Ober- reichsanwalt das Vorliegen strafbarer Handlungen verneint hatte. Diese Entscheidung des Oberreichsanwalts war für niemand eine Ueberraschung. Bon demselben Oberreichsanwall, der seinerzeit mit auffallender Elle im Falle der Boxheimer Dokumente seine für die Nationalsozialisten günstige Rechtsoufiassung bekanntgegeben hatte, war eine andere Stellung- nähme kaum zu erwanen: Nach dem Buch- st a b e n des Gesetzes liegt nämlich Landesverrat nur dann vor, wenn der offene Kriegszu- stand zwischen Deutschland und einer fremden Macht bereits besteht. Aus den beschlagnahmten Dokumenten— ebenso wie aus der Rede Hitlers in Lauenburg— ging zwar eindeutig hervor, daß Hitler und die SA. im Falle eines ausgebrochenen deutfch-polnischen Krieges erst„das System" niederzuringen entschlossen waren, bis dahin aber den Schuh der deutschen Grenze ablehnen würden: aber zum vollendeten Landesverrat fehlte die Boraussetzung des bereits ausgebrochenen Krieges. Dies wurde ausdrücklich in dem Ein- stellungsbeschluh des Oberreichsanwalls■ Werner festgestellt. Dem gegenüber hat seinerzeit der frühere Reichswehrminister G r o e n e r öffeiulich erklärt: „Die Tatsache, daß eine solche Handlung straf- rechtlich nicht zu ersasieu ist. ändert jedoch an der Beurteilung der Handlungsweise der Täler nichts." Das eben wäre der hauptsächliche Gegenstand des Beleidigungsprozesses gewesen, der durch die Amnestie inzwischen hinfällig geworden ist. In- dessen soll es nicht an uns liegen, daß über diesen wichtigen Punkt der jüngsten deutschen Geschichte keine gerichtliche Klarheit geschaffen wird. wir geben Herrn Adolf Hitler hiermit Gelegenheil, abermals. Strafantrag gegen unseren ver- antworllichen Redakteur zu stellen, indem wir in aller Form folgendes öffentlich wiederholen: AdolfHitler hat Anfang April 1932 in Lauenburg eine Rede gehalten, in der er es ablehnte, feine«A.-Btannfchaften im Falle eines polnischen Einbruchs zum Schuhe der Grenzen zur Verfügung zu stellen, solange das„System" nicht be- seitigt wäre. Diese Rede bedeutete inhaltlich eine V c st ä t i g u n g gewisser landesver» räteri scher Befehle, die zur selben Z höhere Beamte aus die Straße gesetzt. Bis aus einen sind alle Gemahrcgeltcn entschiedene Republikaner. Der Richtrepubiikoner zählt zur Volks- Partei. Seine Amtsenthebung war schon seit Rio- naien wegen krankheil geplant. Ueber die Riaßregelungen in den übrigen Schulvcrwaltungen ist bisher näheres nicht be- tonnt. Aber die Art, wie die fchwarzweißroten Preuheukommifsare iu Berlin„gespart" haben, läßt über den Sinn ihrer neuesten„Sparaktlon" nicht mehr den geringsten Zweifel. Sie„sparen', um jetzt auch die preußische Schuloerwaltung reaklionären Kräften auszuliefern. Ihr Sparsam- keitsdrang ist nur die Etikette für einen von langer Hand vorbereiteten Rachcseldzug gegen alle freiheitlich gesinnten Kräfte der preußischen Schule. Bau den lZ Beamten, die allein in Berlin in die Wüste geschickt werden, gehört weit über die Hälfte der Sozialdemokratie an. einige sind Demo- kratcn, einer gilt als linksstehender Zentrums- mann. Alle rechtsstehenden und zum rechten Zentrum zählenden Beamten des provinzialschut- kollcgiums Berlin-Brandenburg bleiben unbe- helligt, so daß die Schule im roten Berlin in Zulunst Leuten ausgeliesec» ist. die gesinnungsmäßig im schroffsten Gegenfah zu dem übrigen Teil der Berliner Bevölkerung stehen. In ähnlicher Weife wird im übrigen Preußen„gespart" werden. Die Entlasfungsschreiben sind am Donnerstag abgegangen. Sie sind in der Haupt- fache an Sozialdemokraten gerichtet. Zn Berlin sind folgende Sozialdemokraten des Amtes enthoben: Vizepräsident König. Frau Dr. Wegscheidel, Oberschulrat Umpseu, Oberstudienrat Knolle, Oberstudienrat Hammes, Regierungsdirettor Kummerow. Die Auswirkung der fchwarzweißroten„Spar- oktion" in der preußischen Schulverwaltung wird sich im einzelnen frühestens am Freitag genau übersehen lassen. Aber darüber, daß sie sich ausschließlich gegen Sozialdemokraten und Republi- taner richtet, daß kaum rechtsstehende oder deutschnationale Beamte von ihr betrossen werden, ist schon heute kein Zweifel mehr möglich. der Partei zu decken. In der gleichen Zeit raufen aber die obersten Naziführer Frauen- f e l d und P r o k s ch ums Geldoerdienen an den Partei-Unternehmungen. Das Rundschreiben schließt mit der Aufforderung: die hillerparlei zu verlassen. für die der Sozialismus nur ein Aushänge- schild sei. In Haft sitzen sieben hakenkreuzler, die unter dem Verdacht stehen, an dem letzten Tränen- gasattentat auf das Warenhaus Gerngroß beteiligt gewesen zu sein. Jetzt hat die Polizei erfahren, daß im Braunen Haus ein Femegericht eingesetzt wurde, das die sieben verhafteten hakenkreuzler zur Verantwortung ziehen will, weil sie angeblich das Attentat g e- st a n d e n und die Zusammenhänge zwischen den« Tränengasattentat und dem Braunen Haus auf- gedeckt hätten. Nazipanama Wien Rarole blol3 raus! Wien, 29. Dezember. Der frühere Oberste Gauschatzmeister der öfter- reichischen Nazipartei. Walter T u r e k. verschickt ein Rundschreiben, in dem er die übelsten Kor- ruptionsaksären aus dem Braunen Haus in Wien schildert. Turck berichtet, wie die Noziangchörigen mit allen erdenklichen Mitteln zu Spenden ge- preßt werden, um damit die vielen Schulden Das Wiener Antimarxisteublatl„Neues Wiener Journal", hauptinsertionsorgan für„Massage" usw., steht, wie schon gemeldet, zum Berkauf. Sein Gründer und Herausgeber L i p p o w i tz ist bereits als Gesellschafter gelöscht und nur mehr mit Z999 Schilling beteiligt, ebenso sein Faktotum Oskar Löwenstein. Sie haften bloß noch mit dieser— für sie— geringen Summe. Sie mögen hoffen, durch ihr scheinbares Ausscheiden das Verkaufsgeschäft zu fördern. von einer geplanten Unterredung Schleicher-Paul Boacaur, über die vom„Daily Telegraph" be- richtet wurde, ist an zuständiger deutscher Stelle nichts bekannt. Die Neubildung der bulgarischen Regierung hat der zurückgetretene Ministerpräsident M u s ch a- n o s f übernommen. Die Regierung von Peru teilt mit. sie habe ernste Versuche unternommen, um eine friedliche Lösung des Konflikts mit Kolumbien herbeizu- führen. Theaterskandal Deutsches Theater geschlossen! Vislang bestand der Theaterskandal, der sich gestern und vorgestern im Deutschen Theater hei der Aufführung des Schauspiels„Gott, Kaiferund Bauer" abspielte, nur darin, daß aufgeputschte und a b k o m m a n- diertc Leute von der Galerie aus die Aufführung zu stören versuchten, obgleich sie in einer verschwindenden Minderheit waren. Jetzt ist ein viel größerer Skandal daraus geworden, das Stuck i st a b g e s e tz t worden, die Skandalmacher haben also Recht behalten. Lakonisch berichtet eine Lokalkorrespondenz darüber: „Wegen des Borfalls im Deutschen Theater anläßlich der Aufführung des Schauspiels„Gott, Kaiser und Bauer" fand heute im Polizeipräsidium eine Besprechung statt. Bei dieser Gelegenheit wurde von der Direktion des Deutschen Theaters die Erklärung abgegeben, daß sie auf die weitere Aufführung des Stückes verzichtet." Die Direktion des Deutschen Theaiers be- stätigt diese Nachricht und fügt hinzu, daß schon Donnerstag keine Aufführung mehr angesetzt werde. Die n a t i o n a l f o z i a l i st i f ch e wie oie Zentrumspresse in Berlin wetteiferten in der Begeiferung des Stückes von Julius H a y, das in derber Realistik mittelalterliches Papsttum wie Kaisertum aus d-m Beginn des 15. Jahrhunderts in ihrer Verlodderung zeigt. Die kritische Besprechung der„G e r m a- n i a" forderte gleich nach der Premiere das Verbot des Stückes, weil es wesentliche Belange der Katholiken verletze. Durch diesen Protest angeregt, erschienen im Theater etliche Gruppen von Mitgliedern des K a t h o l i- schenGefellenvereins, die durch laute Diskussionen ihr Mißfallen zum Ausdruck brachten. Ein bedenkliches Ausmaß hatten diese Demonstrationen nicht, zumal die Polizei das Erforderliche veranlaßte. Das Zentrumsblatt sieht mehr als ein Drittel des deutschen Volkes in seinem Glauben und in seiner religiösen Gesinnung beleidigt. Sie spricht von Geschichtsfälschung und übel- ster politischer Tendenz- und Verhetzungs- dramatik. Aus dieser Einstellung heraus ist es denn kein Wunder, daß das Blatt in aller Entschiedenheit an alle maßgebenden Stellen die Forderung stellt, das Stück umgehend vom Spielplan verschwinden zu lassen. Der„Angriff" führte noch stärkeres Ge- schütz auf. Er glaubt, an den Remarque- Skandal erinnern zu müssen und unterstreicht die angeblich rein politische Bedeutung der Affäre. Handelt es sich nicht bei dem Autor. so fragt et, um einen Ungarn und bei seinem Stück um eine unerhört zotige Schmiererei? Ist nicht für die Hauptrolle der Jude Kortner-Cohn verschrieben worden? Und so geht es in der lieblichen Tonart dieses Blattes weiter Es ist die Rede von einer un- appetitlichen Sudelei und einem„Hurenbock", der Kortner anscheinend besonders liegt. „Unter dem Regime Severing-Grzesinski- Weiß waren wir daran gewöhnt, daß die Berliner Polizei jüdische Sudeleien und freche jüdische Lüstlinge schützen mußte", ruft pathetisch dieses deutsche Kulturorgan. Natür- lich findet der„Angriff" es unverständlich von Herrn Bracht, daß eine solche Schweinerei auf dem Theater nicht nur aufgeführt wer- den darf, sondern vor dem berechtigten Un- willen des Volkes auch noch durch die Polizei geschützt wird Es wird kategorisch die Unter- sagung weiterer Aufführungen oder jeden- falls die Zurückziehung des polizeilichen Schutzes verlangt. Nach diesem ebenso verlogenen wie auf- reizenden Artikel sammellen sich in den Zu- gangsstraßen zum Deutschen Theater während des Spätnachmittags zusehends wachsende Massen, die gegen das Theater vorrückten. Die von der Theaterleitung befragte Polizei erklärte, daß sie der Aufführung den ge- botenen Schutz zuteil werden lassen würde, daß sie aber erst eingreifen könnte, wenn Un- ruhen entständen Bei dem Aufmarsch auf der Straße sei, so erklärte die Polizei, aller- dings nicht vorauszusehen, welche Folge für Publikum und Haus entstehen könnten. Dieser Hinweis und die Erwägung, daß das Deutsche Theater, diese historische Stätte theatrallscher Kultur, von der jetzigen Leitung nur gepachtet ist. veranlaßten diese, auf die Fortsetzung der Aufführung von„Gott, Kaijer und Bauer" sofort zu verzichten. Wir haben zwar keine Theaterzensur mehr, aber irgendein Haufen von Menschen hat das Recht, die Aufführung eines ihnen unbe- quemen Theaterstückes zu verhindern! Das nennt sichKultur» undTheater- freiheit in Deutschland! Die Motive der Nationalsozialisten sind ja allzu deutlich hinaustrompetet, als daß man sie noch näher untersuchen müßte. Für diese Partei handelt es sich einfach um eine Hätz, um eine erwünschte Gelegenheit, Radau- antisemitismus zu betreiben und den Straßenterror auch im Theater zu be- schönigen. Schwerer zu verstehen ist schon die Haltung des Zentrumsblattes. Mit Recht hebt die„Germania" hervor, daß die Zeiten des Konstanzer Konzils mit dem Gegeneinander von drei Päpsten und drei Kaisern zu den schmerzlichsten und bedauerlichsten Zeit- abschnitten der Weltgeschichte überhaupt ge- hören. Warum soll es denn aber einem Dra- matiker verboten fein, eben diese Zeitgeschichte in ihrem ganzen Chaos und in ihrer Unsitt- lichkeit vorzuführen? Der katholischen Kirche würde es besser anstehen, die Interessen der katholischen Kirche würden besser gewahrt werden, wenn die Zentrumspresse nicht nach dem weltlichen Arm rufen würde! Unsere Leser haben erst vor kurzem das großartige Kulturgemälde genießen können, das Oskar Wöhrle in seinem Roman H u s von dieser Zeit entworfen hat, der in unserem Feuilleton erschien. Wöhrle hat fast dasselbe Thema behandelt wie der Drama- tiker. Bei ihm gibt es auch einen Hurenback von Kaiser, und bei ihm wird auch die Laster- hastigkeit eines Teiles des Klerus nicht minder derb abkonterfeit. Dieser Roman ist in der Tschechoslowakei mit Anerkennung und Ehren überhäuft worden. Die Tschechen, die doch wohl zum größten Teil auch Katholiken sind. haben mit Recht diesen Roman gefeiert als eine klassische Darstellung des Hufsitismus in ihrer ersten Epoche. Warum soll das im Theater verboten sein, was im Buche jeder lesen kann? Niemand ist gezwungen, das Buch zu lesen, das ihm nicht zusagt: niemand ist gezwungen, in ein Theater zu gehen, wo ein ihm nicht zusagendes Stück gespielt wird. Aber der Terror von Radaugesellen trium- phiert über die Theaterkultur! Gruß den Befreiten! Eindrucksvolle Feier in Breslau Eigener Bericht des„Vorroärts" B r e s 1 a u, 29. Dezember. Die Breslauer Eiserne Front veranslallete am Donnerstagabend im Gewerkschaftshaus eine ein- eindrucksvolle Begrüßungsfeier zu Ehren ihrer durch die 2l m n e st i e aus den kerkern b e- freiten Kampfgenossen. Die Feier, an der 12 7 Amnestierte aus dem Bezirk Mittelschlesien, unter anderem die zu schweren Zuchthausstrafen verurteilten O h l a u e r Beichsbannerleute teilnahmen, war außer- ordentlich stark besucht und von bestem sozialisti- schen Geist getragen. Als die befreiten Genossen hinter den alten Fahnen der Breslauer Arbeiterbewegung in den großen Gewerkschaftshaussaal traten, brach freu- diger Jubel aus der Masse der Besucher empor und ein brausendes„Freiheit" kündete den aus Zuchthaus und Gefängnis erlösten Mit- streitern die unerschütterliche Treue und den Kampfwillen der republikanischen Arbeiterschaft der schlesischen Hauptstadt. Die Redner, Genosse Wiersich als Vorsitzen- der des schlesischen ADGB., Genosse Karl Mache, Bürgermeister der Stadt Breslau, und Genosse Paul Lobe, der eigens zu dieser Ver- anstaltung nach Breslau gekommen war, liehen der freudigen Stimmung der Breslauer Partei- genossen überzeugenden Ausdruck. Genosse L ö b e betonte unter einmütiger Zu- stimmung, daß die befreiten Kämpfer keine Ursache hätten, sich ihrer Strafen zu schämen, sondern mit Recht aus ihre Taten, aus ihre Teilnahme am Freiheitskampf für Bolksrechte und Republik stolz sein dürften. Im Namen der Amnestierten sprach Genosse S t r u l i t- O h! a u. Er gelobte für sich und seine Kameraden, auch in Zukunft alle Kraft im Streit für Republik und soziale Freiheit einzusetzen. Was ist Hitlers Geheimdienst? Lntlrölhmxen über Spitzel- und Terrorformationen— Der sächsische Trupp z.b.V.— Hintergründe des Fememordes Der ermordete SA.-ZNann hentsch in Dresden gehörte einer besonderen Formation, dem Ge- Helm dienst, an. Die Kenntnisse, die er dabei erworben hat. haben ihm offenbar das Leben gekostet. was ist dieser Geheimdienst? Eben seht äußert sich in den„Deutschen Nachrichten" shcrausgeber Reinhold Mulle) ein wann darüber, der es wissen muß. Dort schreibt Dr. Landeskroener-Dresden. ehemaliger ZI.-Führer in Sachsen über die Gründe seines Austritts au» der NSDAP, und enthüllt dabei zugleich das Wesen des Geheimdienstes: „Dann kam aber das Verbot und der Sommer 1ö32 mit all seinen Fehlschlägen. Anscheinend suchte man jetzt in München nach den Gründen der Fehlschläge, um so mehr, als sich dort viel Ma- terial über Vetternwirtschaft und Bonzentum angesammelt hatte. Da richtete man den Geheimdienst ein. Ein Ausatnien ging durch unsere Reihen.— jetzt wird es besser, jetzt wird ausgemistet. Daß mit dieser Beobachtung auch e i n Trupp z. b. V. aufgestellt wurde und daß gleichzeitig eine Bespitzelung der Gegner wie Stahlhelm. DNVP., SPD., KPD. und wie all diese Stellen heißen, stattfand, tvar uns nicht weiter ver- wunderlich. Man wußte, daß man auf gefährlichem und verlorenem Posten stand, man tat aber seine Pflicht und glaubte, es sei zum Besten des Ganzen. Als man später einsehen mutzte, daß alle Mel- düngen doch keine Besserung brachten, und man sogar erleben mußte, daß die geheime SS.-Führcr- besprechung vom 28 Juli 1932 in Chemnitz über Terrorakte am 12. August 1932 in der„Chem- nitzer Volksstimme" nachzulesen war, da war es aus. Soviel Unzulänglichkeit habe ich noch nie auf einem Haufen zusam- m e n gesehen. Man lebte bis dahin in einem Wahn, als ob alles nur Nebenerscheinungen seien, setzt wurde man hellhörig und sah mit einem Male, daß der Sumpf größer und tiefer war, als man glauben wollte. Es gab kein Entrinnen mehr. Man hoffte auf Hitler, aber der wollte ja nicht, oder konnte nicht mehr. Die Mauer um ihn war zu hoch. Man sagt« mir mal. nur über seinen Chauffeur käme man noch an ihn heran. Derartige Domestikenwege sind aber doch unwürdig und geht man nicht. Der Fall Röhm ist in dieser Beziehung geradezu typisch. Als die Angelegenheit mit ihm und dem Reichsbanner- führer Mayr an die Oeffentlichkeit kam, sagte man mir eines Tages in Berlin:„Röhm verschwindet." Alles wartete darauf, es geschah aber nichts. Was liegen da für Bindungen vor? Es kann dem Hitler doch nicht gleich- gültig sein, wenn es schließlich auf ihn zurückfällt. Eine Bewegung muß sauber bleiben, sonst ist sie zum Verfall verur- teilt." Mt dieser Berössentlichung fällt Licht nicht nur auf den Fall hentsch, sondern aus die Geheimorganisationen der Z1SDAP. überhaupt. Dieser Dr. Landeskroener. der es wissen muß, läßt erkennen. daß besondere Formationen für T e r r o r- fälle gebildet worden sind. Geheimdienst, ein Trupp z. b. B.(zur besonderen Berwendung). Bespitzelung, aus ge- sährtichem und verlorenem Posten— nun ahnt man. warum hentsch ermordet worden ist! wahrscheinllch gehörten die Mörder zu einem Trupp z. b. B.! Es wäre angebracht, diese Dinge in eingehend st er parlamentarischer Untersuchung zu klären, die nicht an den Grenzen des Falles hentsch halt macht! Die Vorder in Bozen Dresden, 29. Dezember. Die sächsische Regierung hat am Donnerstag bei der Reichsregierung den angekündigten Antrag auf Auslieferung der Mörder des hentsch gestellt. Die Mörder befinden sich in B o z e n. * Das„Tempo" veröffentlicht einen Bericht eines ehemaligen Scharführers eines SA.-Sturmes, der erst vor kurzem nach Italien gefahren ist. um dort zu versuchen, durch national- sozialistische Vermittlung Arbeit zu bekommen. Der � Mann ist, übrigens in Uniform, nach Venedig gekommen. Dort ist die Landesleitung der NSDAP. Italien stationiert, und zwar, wie er angibt. Aenedig-Lido. via Chipro 30. Der Lande-- leiter heißt Brand. An diesen wandte sich der Mann:«r wurde sofort gefragt, was er denn...a u s g e f r e s s e n" habe. Als er diese Frage mit einem erstaunten „Nichts" beantwortete, und die Bitte wiederholte, ihm Arbeit zu verschaffen, mußte er s e i n e Aus- weife vorlegen Dabei fiel insbesondere ein Ausweis mit der Unterschrift eines national- sozialistischen Abgeordneten ins Gewicht, durch den bestätigt wurde, daß er zuverlässig und„Hitler- treu" sei. Der Mann erhielt zunächst von dem Landes- leiter Brand 160 Lire und wurde an den Orts- g r u p p e n l e i t e r in Venedig, Harry B e r g e r, verwiesen. Von diesem hörte er, daß in Mailand sich allein zwei Standarten- führer, ein Sturmbannführer und ein Sturmfllhrer„für länger" ausholten würden. Er erfuhr weiter, daß in Bozen im Hotel zum Pfau ein SA.-Heim bestünde, in dem ständig etwa 30 Mann im Ouartier lögen, die dort auf Parteikosten verpflegt und auch sonst ..versorgt" würden. Der Mann ist, nachdem er von dem Orts- gruppenleiter Berger in Venedig nochmals 200 Lire erhalten hat, nach Bozen gefahren und hat die Angaben über das dortige SA.-Heim durch eigene Feststellungen b e st ä t i g t gefunden. In wekrloseni Zustand abgeschossen Die Leiche des SA.-Mannes Hentsch ist seziert worden. In der Brustgegend weist die Leiche eine breite Schußwunde auf, die darauf schließen läßt, daß Hentsch aus unmittelbarer Nähe abgeschossen worden ist. An den Beinen und ebenso an den Händen ist Hentsch gefessell. Die Stricke schneiden trotz der Uniform und der Leinwandverpackung tief in das Fleisch hinein. Die Hände sind gekrampft, auch das Gesicht ist furchtbar verzerrt, woraus zu ent- nehmen ist, daß Hentsch einen entsetztichen Todes- kämpf auszustehen hatte. Die Fesselung läßt darauf schließen, daß Hentsch vor der Er- mordung geknebelt und dann in voll- ständig wehrlosem Zu st and« abge- schössen worden ist. Dadurch erscheint die Tat der Dresdener Hitler- Leute als ganz besonders feig und grausam. Erbärmlich ist angesichts dieser.Tatsache die .Haltung, der Dresdener Nazis. Sie haben am Donnerstag auf das Gregor-Straßer-Haus in der Wiener Straße halb ma st geflaggt. Auf Anruf konnte man erfahren, daß dieser Trauar- beweis dem toten Hentsch gelte. Erst haben sie ihn abgeschlachtet und dann trauern sie um ihn! Ein Briet an den Ltaatsamvalt Eigener Bericht des„Eormärts" Dresden. 29. Dezember. Der Staatsanwaltschaft und einen, Teil der Dresdener Presse ist zum Fall Hentzsch ein aufsehenerregender anonymer Brief eines SA.-Mannes zugegangen, der dje Mordtat von einer neuen Seite beleuchtet und gewisse Gerüchte, die seit einiger Zeit im Umlauf sind, bestätigt. In diesem Brief heißt es, daß der Leiter des Nachrichtendienstes der NSDAP.» Abgeordneter Dr. Bennecke» der Auftraggeber an Schenk umd Ge- nossen(die Mörder des Hentzsch) gewesen sein müsse. Denn Schenk habe dem Brief- schreiber sofort, nachdem das Verschwinden des Hentzsch in der Ceffentlichkeit bekannt geworden war» wörtlich gesagt:„T e r i st sicher untergebracht. Das hat Bennecke wieder einmal fein geschoben. Es war auch die höchste Zei t." Als der Briefschreiber erfuhr, daß Dr. Ben- necke der Polizei gegenüber vorteilhaft über Schenk ausgesagt hatte, will er gleich gewußt haben warum. Aber ein so scheuß- liches Verbrechen habe er damals nicht geahnt, weil Schenk nur ganz allgemein gesprochen hätte:„Ich habe mitgeholfen. Daraus gibt's was." In dem anonymen Bericht wird schließlich Verwunderung darüber ausgesprochen, daß Dr. Bennecke noch nicht wegen Verdunkelungsgefahr verhaftet worden sei. Er» der Brief- schreiber» könne sich das nur so erklären, daß sich die von ihm schon oft in engerem Kreise gerühmten guten Beziehungen zur Polizei belohnt machen. Von Kriminal- rat Vogel(der den Mörder Schenk hat entwischen lassen) habe Dr. Bennecke immer mit besonderer Hochachtung ge- sprachen. Frankreich und Oesterreich �nleihsdehatte der Kammer Paris, 29, Dezember. Die Kammerdebatte über die französische An- leihe von 100 Millionen Schilling(360 Millionen Franken) für Oesterreich, gemäß dem Lausanner Abkommen, begann mit einem Vertagungs- antrag des Abg. Louis Marin(Rechte), der ausführte, Frankreich brauche seine Mittel selber und die 360 Millionen Franken würden Oesterreich auch nicht viel helfen. Nach anschlußfeindlichen Ausführungen zog er seinen Antrag zurück. Nach den Reden der zwei Berichterstatter be- kämpfte Abg. P e r i(Komm.) die Vorlage, weil sie die Freiheit Oe st erreiche be- schränke. Auch der ehemalige Finanzminister Flandin wandt« sich aus finanzpolitischen, wirtschaftlichen und politischen Gründen gegen die Anleihe. Herriol befürworiele die Anleihe in einer glänzenden Rede, in der er unter großem Beifall der Linken Flan- din widerlegte und die ohne Genehmigung des Parlaments von den früheren Rechts regierun- gen gewährten Auslandsanleihen kritisierte. Herriot faßte die Gründe für die Gewährung der Anleihe so zusammen: 1. muh die politische, wirt- jchaftliche und moralische Unabhängigkeit Oesterreichs gesichert werden, man dürfe Oesterreich nicht dem Schicksal preisgeben, eine Provinz eines größeren Staates zu werden: 2. würde Frankreich durch die Ablehnung der Anleihe zum Ausdruck bringen, daß es die Politik des V ö l k e r b u n- des nicht mehr mitzumachen gedenke: 3. würde der Friede gefährdet werden. Man müsse dem französischen Volt sagen, diese Geste zugun- sten Oesterreichs fei notwendig, um die furchtbaren krieg-folgen für diese» Land verschwinden zu lassen. Er, Herriot, sei davon überzeugt, daß das Volk diesen Appell zugunsten der Wiederversöhnung und des Friedens beherzigen werde.(Stürmischer Beifall links und in der Mitte. Herriot wird vom Ministerpräsidenten und zahlreichen A geord- neten beglückwünscht.) Nach kurzer Unterbrechung der Sitzung, wäh- rend der die Radikalen unter dem Eindruck der Rede Herriots beschlossen, für die An- leihe zu stimmen, allerdings ohne Fraktion»- zwang, verteidigten Finanzmmister Chiron und Ministerpräsident Paul B o n c o u r die Vorlage. Der Ministerpräsident stellte die Ver- trauensfrage. Ein Antrag Marin, den Zinssatz für die Anleihe von öZh auf i'A Proz. zu ermäßigen, um nicht die Unterbringung der späteren f r a n z ö- fischen Anleihen zu erschweren, wurde nach Stellung der Vertrauensfrage mit 387 gegen 189 Stimmen abgelehnt. Vor der Schluß- abstimmung gab Abg. Longuel für die Sozialisten die Erklärung ab, daß die Fraktion für die Vor- läge stimme. Die Rechte habe den Vertrag von St. Germain gebilligt und dürfte sich jetzt nicht über die Folgen beklagen, die die unsinnigsten Vertragsbestimmungen für Oesterreich gehabt habe. Die Sozialisten hätten gegen den Bertrag gestimmt und seien trotzdem bereit, Oesterreich zu Helsen, weil sie einsehen, daß es sich ohne fremde Unter st ützung nicht wieder aufrichten könne. Schließlich wurde die Regierungsvorlage mit 351 gegen 187 Stimmen, also mit 164 Stimmen Mehrheit angenommen Herriot hat mit seiner hervorragenden Rede die Radikalen und die kleinen Nachbargruppen für die Vorlage gewonnen und damit der Regierung den Sieg gesichert. Ministerpräsident Paul Boncour erklärte vor der Abstimmung, daß er eigentlich gehofft hatte, die Vertrauensfrage nicht stellen zu müssen, daß er aber diejenigen habe decken wollen, die dafür stimmten, weil er der Ueberzeugung sei, daß es sich um den Eckstein des Gebäudes handele, dessen Einsturz er verhindern wolle. Berbol des Rundfunkempsangs ist in Polen möglich. Dem Geschäftsführer Weyrauch des „Lissaer Tagesblatt" in Lissa sowie dem Ritter- gutsbesitzer Baron von Leesen in Retschke iKreis Lissa) hat die Behörde ohne Angabe von Gründen die Benutzung ihrer Funk- geräte verboten. Beschwerde ans Ministe- rium blieb nutzlos. Nicaragua wird geräumt. Die amerikanische Regierung hat 22 Offiziere und 39 Mann ange- wiesen, mit chren 22 Marineflugzeugen am 1. und 2. Januar Nicaragua zu oerlassen. Lchrsreiheit 1932 Dr. Anna Siemsen darf in Jena nicht lesen Gemiedliche Sachsen ..Angeklagt«?� mit heihkn Sie?" ..Ich heiße Cohn." „sechs Monate Gefängnis. Nächste Sache." (Gerichtsszene aus dem Dritten Reich.) Der Professor Cohn wird von der Breslauer Universität oergrault, aus dem einzigen Grunde, weil er Cohn heißt. Wäre er so vorsichtig ge- wesen wie ein Berliner Landgerichte- Präsident, de� seinen judischen Namen Seligsohn in Söllung umgewandelt hat, kein Nazistudent hätte ihm ein Härchen gekrümmt. Der Breslauer Universitätssenat hat nur einen S ch e i n v e � s u ch gemacht, die Lehrfreiheit zu schützen. Nachdem er glaubte, das Gesicht gewahrt zu hahvn, ließ der Senat mitten im Kampfe den von der gesamten Fakultät an die Universität be/ufenen Professor schmählich im Stich. Daß Herr Cohn gewagt hatte, sich auf eine Rundfrage über eine Aufenthaltsbewegung sllr Trotzki ösjent- lich zu äußern— übrigens unter Vermeidung einer klaren Stellungnahme zu der Frage—, das wurde ihm als Verbrechen angekreidet. Es ge- nügte, daß Cohn die Frage als eine sorgfältig zu überlegende bezeichnete, um ihn als„Protektor eines viehischen Meuchelmörders und Massen- schlächters" über die Klinge springen zu lassen.— „Gib mir drei Zeilen eines anständigen Mannes, und ich werde ihn an den Galgen bringen" hat einst ein Franzose gesagt! Von genau der gleichen Art— aber noch viel skandalöser als der Fall Cohn, ist eine neue Tat, die aus Nazi-Thüringen berichtet wird. Frau Dr. Anna Siemsen, Oberschulrätin und mehrer« Jahre hindurch sozialdemokratische Lairdtagsabgeordnete(jetzt SAP.), ist von der chiirin zischen Naziregierung das Recht entzogen worden, an der La?idesun>oersität Jena Vor- lesungen zu halten, das ihr im Oktober 1923 von der damaligen Linksregierung verliehen worden war. Es handelt sich um eine glatte poli- tische Maßregelung, weil Frau Siemsen Sozialistin ist. 5)aarsträiibender aber als die Tat- fach« ist der fadenscheinige Vorwand, mit dem die thüringische Regierung die Maß- regeiungen begründet. Laut amtlicher thüringi- scher Meldung ist nämlich der Grund für die Entziehung des Lehrauftrages der, daß Frau Siemsen als einzige Persönlichkeit, die zur Landesuniversität Jena in Beziehung stehe. die van einer Reihe deutscher Professoren ver- ässenllichte Erklärung sür den in Heidelberg ge- maßregelten Dr. G u m b e l unterschrieben habe. Dies verkündet dos thüringische..Bolksbildung»- Ministerium", ohne sich zu schämen. Es ist eine herrliche Maßregelungskette: Dr. G u m b e l wird in Heidelberg wegen seiner pazifistischen Anschau- ungen gemaßregelt. Frau Dr. Siemsen wird in Jena gemahregelt, weil sie gegen die Maßregelung Gumbels protestiert. Als nächster darf nunmehr derjenige linksstehende Professor fliegen, der gegen die Maßregelung der Frau Dr. Siemsen protestiert, und so kann dieses Ge- schüft bis in die Unendlichkeit fortgesetzt werden oder vielmehr bis zu dem Punkt, wo der letztelinksstehendeDozentden muffigen Staub deutscher Geisteslehrstätten von feinen Füßen geschüttelt hat. Wer protestiert, der fliegt! Alles im Namen der„akademischen Lehrfreiheit". Die Nazis haben eine Zeillang mit Vorliebe in ihrer Agitation den Namen„Metternich" ge- braucht. Sie behaupteten, daß sie nach den vor- märzlichen Methoden des Fürsten Metternich, des Lenkers der Heiligen Allianz von 1815, geknebelt würden. Nun, sie selber stellen jeden Metternich in den Schatten. Zu Metternichs Zeiten war eins der Ereignisse, das am meisten die Gemüter er- regte, der Hinauswurf der„Göttinger Siebe n". Sieben Göttinger Universitätsprofesso- ren, unter ihnen die Gebrüder Jakob und Wilhelm Grimm, wurden im Jahre 1837 ihres Amtes enthoben und davongejagt, weil sie gegen Gewaltmaßnahmen des Hannoverschen Königs Georg öffentlich protestiert hatten. 5ieute wie vor hundert Jahren! Heute ist j e d e r N a z i> minister ein Metternich im kleinen, heute wie damals genügt ein Protest gegen Ge- walt und Willkür, um einem oppositionellen Universitätsdozenten das Genick zu brechen. Aber während vor hundert Jahren der Fall der Göt- tinger Sieben einen Sturm der Entrüstung«nt- fachte, schweigt heute der weitaus größte Teil der Professoren feige zu jeder Gewalttot gegen fy6cwäds'/-McutclkaU(*dcc Neben dem Kalender in der Weihnachtsnummer van„Volk und Zeit" wird den Berliner Abonnenten des „Vorwärts" Anfang Januar der gewohnte Wandkalender des„Vorwärts" durch die Zeitungsboten kostenlos zugestellt werden. die Lehrfreiheit. Dieser Teil der akademischen Lehrerschaft scheint wirklich für sich das frivole Wort rechtfertigen zu wollen, das im Fall der Göttinger Sieben der hannoversche König Georg gesprochen hat:„Huren, Seil- tänzer und Professoren kann man zu allem gebrauchen." Sin Silvesterulk? >U>er kein schöner! Die Verordnung über den Beimischungszwang vnn Butter in Margarine ist im Reichsgesetzblatt veröffentlicht worden. Diese Verordnung ist ein groteskes Stück agrarischer Gesetzesmacherei. Das tollste daran aber ist der§ 9. Dieser Paragraph lautet: 1. Es ist verboten, im Verkehr mit Margarine und Kunstspeisefett durch Um- hllllungen, Bezettelungen, öffentliche Bekannt- machungen oder Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, i n Wort oder Bild auf Milch, Butter, andere M i l ch e r z e u g n i s s e oder Schweineschmalz oder auf deren Gewinnung hinzuweisen. 2. Wer vorsätzlich dem Verbote des Abs. 1 zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten und mit Geldstraf« oder mit einer dieser Strafen bestraft. Ist die Zu- widerHandlung fahrlässig begangen, so tritt Geldstrafe bis zu 150 M. oder Hast ein. 3. Die Vorschriften im Absatz 1 und 2 treten am 1. April 1933 in Kraft. Da wird durch Notverordnung die Beimischung von Butter zur Margarine verfügt. Alle offiziellen und offiziösen Organe schreiben sich die Finger wund, um zu beweisen, welche Segnungen über die Verbraucher koinmen sollen. Die Qualität der Margarine, so wird amtlich und halbamtlich be- teucrt, werde zugunsten der Verbraucher e r- heblich verbessert werden! Dann ober wird verboten, im Handel auf die Verbesserung durch Butterzusatz hinzuweisen! Wer es wagt, auf dem Umschlagpapier zu ver- merken, daß die gesetzlich vorgeschriebene Butter- menge in der Margarine entholten sei— erhält sechs Monate Gefängnis! Wer zum Zeichen, daß die Margarine Milch oder Butter enthält, eine Kuh auss Umlckilog- papier oder aus ein Reklameplakot druckt, wird mit sechs Monaten Gesängnis bedroht! Was geschieht, wenn ein Margarinesobrikant ,,ChiZj|e mal an, hier wohnt Ihr Gom- hlietze? Da dunsn gleich abholn, awr vergricmln Sc sich nich, mei Wärtstr! Ich geh drweile mal seechn." „Gottverdammich, nu hats'ch das dicksche Luder wärklich vcrgricmld! Un ch'habs'n doch egalweg vcrbodn!" auf das Umschlagpapier drucken läßt:„Hergestellt nach den Vorschriften der Notverordnung vom 23. Dezember?" Er muß in sinngemäßer An- wendung des Paragraphen 9 bestraft werden! Auch der Name„Schleichcr-Margarine" wird unter diesen Paragraphen fallen. Nach dem Nahrungsmittelgesetz müssen alle Zu- sätze, Farbstofse, Konseroierungsstosse usw. auss genaueste dem Verbraucher initgeteilt werden. Hier wird im Gegensatz dazu eine Schweige- pflicht über einen wichtigen und hochwertigen Bestandteil festgesetzt und unter Androhung von Gesöngnisstrafc erzwungen! Es soll nicht nur verschwiegen werden, was tatsächlich ist, sondern dazu noch obendrein gegen den Willen der Hersteller erzwungen worden ist! Ein solcher Zwang verstößt ganz osfenkundig gegen die guten Sitten! An diesem Paragraphen 9 enthüllt sich die Up- Haltbarkeit dieser dilettantischen agrarischen Jitter- essentenhoufengesetzesmacherei. Man könnte diesen Paragraphen, der aiisgerechnet am 1. April in Kraft treten fall, für einen Silvesterulk halten, Der öeutfch-sranzöslfche Vertrag Ein Sieg des Protektionismus Das Zusatzabkommen zum deutsch-französischen Handelsvertrag von 1927, über dessen Abschluß wir bereits im gestrigen Morgenblatt eingehend berichtet haben, ist jetzt im Wortlaut veröffentlicht worden. Das neue Abkommen tritt am 1. Februar 1933 in Kraft. Die im deutsch-französischen Handelsoertrog ver- ankerte allgemeine Meistbegünstigung bleibt auch in dem neuen Abkommen bestehen. Nur für einzelne Positionen, die für Deutschlands Export bedeutungslos sind, wird sie ausgehoben. Die Meistbegünstigung kommt nur dann in Fort- fall, wenn in einem der beiden vertragschließenden Länder eine Entwertung der Währung von mehr als 10 Proz. eintritt. Das Kernstück des neuen Abkommens stellt der Artikel 5 dar. der die Lösung von den bestehenden Zolltarifbindungcn vorsieht. Das Hauptziel der französischen Unterhändler bei der Einleitung der Verhandlungen war, eine a l l- gemeine Lösung dieser gebundenen Zölle zu erreichen, die schon seit langem von sehr starken protektionistischen Jnteressentengruppen im fron- zösischen Parlament gefordert wurde. Bei diesem wichtigsten Verhandlungspunkt ist eine Lösung derart erfolgt, daß zunächst die Bindungen bis zum 1. Februar 1933, dem Tage des Jnkraft- tretens des Zusatzabkommens, unverändert bleiben und daß von diesem Termin an die gebundenen Zölle einzeln mit einer Frist von nur 14 Tagen gekündigt werden können. Nach der Kündigung gelten für die betreffenden Tarif- Positionen dann die autonomen Zölle. Ueber die Gegenmaßnahmen des Vertragspartners will man sich dann durch sosorttge Aufnahme von Verhand- lungen verständigen. Einen sehr gefährlichen Punkt dieser Abmachungen bildet die Bestimmung, daß bei einer innerhalb von 1» Tagen nicht zustandegekommenen Einigung der Vertragspartner aus dem ganzen Gebiete der Zollbindungen entsprechende Zollerhöhungen vornehmen kann. Hier ist also!ür eine hemmungslose Zollpolitik Tür und Tor aeöffnet. Die französischen Kontingent«, di« seit dem Sommer 1931 siir ein« große Anzahl wich- tiger Industrie- und Agrarprodukte eingeführt wurden, bleiben von dem Vertrag unberührt: man „hofft" auf deutscher Seite, daß Frankreich die Kontingente von sich aus mildern wird, wenn es nach der Lösung von Tarifbindungen die Zölle heraufgesetzt hat. Das Abkommen über den Devisen- und Reiseverkehr entspricht den Verträgen, die auf diesem Gebiete bereits mit Schweden und Italien und letzthin auch mit der Schweiz ab- geschloffen wurden.... Dieser Vertrag ist ein Kind des Pro- t e k t i o n i s m u s. Mag auch in den Kreisen der deutschen Unterhändler die Befriedigung darüber vorherrschen, daß der alte Handelsvertrag von 1927 in seinem Rahmen aufrecht erhalten und auch die Meistbegünstigung in Geltung bleiben konnte, so ändert das doch darin nichts, daß in diesem deutsch-französischen Zusatzabkommen alle Möglichkeiten für eine verschärfte Absperrungs- Politik enthalten sind. Die Lösung der Tarif- bindungen oder, wie es von deutscher Seite so schön heißt, ,chi« elastische Gestaltung der Tarif- bindungen", gibt unter Anwendung der überaus kurz bemessenen Kündigungsfristen beiden Teilen für eine Reihe wichtiger Positionen jederzeit die zollpolitische Ellenbogenfreiheit. Was bei dem handelspolitischen Ungeist, der gegenwärtig unter dem Druck mächtiger Jnler- essentengruppen in beiden Ländern olles andere überwuchert, dabei herauskommen wird, liegt ganz bestimmt nicht auf der Linie der internationalen Handelsfreiheit, sondern auf der Linie ver- schärster Absperrung. So geschehen, ist das deutsch-französische Zu- satzabkommen ein neues Hindernis für die Befreiung des internationalen Warenverkehrs aus feiner zollpolitischen Verkrampfung und eine weitere Hemmung für die Ueberwindung der Kris«. wenn er nicht bezeichnend wäre sür den agrarischen Uebermut, der keine Grenzen kennt. Dieser Art von Gesetzesmacherei muß der Reichstag ein Ende machen! Im übrigen zeigt ein weiterer Punkt der Ver- ordnung das schlechte Gewissen ihrer Väter. Sie ist datiert vom 2 3. Dezember— zwei Tage vor Weihnachten. Man hat nicht gewagt, diese unglaubliche Verordnung dem Volke zu Weih- nachten zu bescheren! Sie schreien schon 1 Weil die Kutterbeimischung nichts nijtzt Di« T litte auf dem Papier der famose» Ver- ordnung über die Butterbeimischung ist kaum trocken geworden. Schon aber bat der gcschüstv führende Präsident des Reichslandbunde? Graf von K a l ck r e u t h ein Telegramm an den Reichskanzler gerichtet, in dem die völlig« Sperre jeglicher Buttereinfuhr ge- fordert wird. Wir haben gestern geschrieben, daß der Reichslandbund schon das nötige Geschrei erheben wird, wenn, wie zu erwarten ist, die Butterbeimischung nicht zu der gewollten Er- höhung der Butterpreise führen wird. Gros Kolckreuth Hot nicht einmal geglaubt, den Eintritt des Mißerfolgs abwarten zu dürfen. Er schreit schon jetzt! Daß dem Grasen von Kolckreuth vollständig gleichgültig ist, wenn mit einem Buttereinsuhrver- bot die letzten Säulen des deutschen Exports voll- ständig zerbrochen werden, versteht sich ja für alle Eingeweihten. Ein VorstoQ gegen Hindenburg Das Organ der christlichen Gewerkschaften, der „Deutsche", schrieb gestern abend: „Es ist zuzugebe», daß die Ausschaltung des Reichstages zeitweise nicht zu vermeiden war. Aber der Mißbrauch des Artikels 48 zum Erlaß von Verordnungen, die auf gute Be- Ziehungen von Interessenten zum Reichspräsidenten zurückzuführen sind, steht nicht nur mit der Verfassung im Widerspruch, sondern zwingt auch dazu, den Reichspräsidenten als den verant- wortlichen Gesetzgeber in den Be- reich der Kritik einzubeziehen. Es ist ja auf die Dauer unvermeidlich, daß es zu einem Kampfe zwischen dem groß- agrarischen Klüngel, dessen Einfluß auf den Reichspräsidenten bei jeder Gelegenheit sichtbar wird, und der P a r l a- mentsmehrheit kommt. Der Zustand, daß eine neue Regierung durch den Reichspräsidenten von vornherein mit agrarpolitischen Bindungen belastet wird ist aus die Dauer nicht erträglich." Auf diesen sesteu Vorstoß antwortet die folgende amtliche Verlautbarung: „Die Behauptung eines Berliner Abendblattes, daß der Herr Reichspräsident besonderen Einfluß auf den Erlaß der Verordnung zur Neuregelung der Fettwirtschaft genommen habe, stellt sich nicht nur als eine in Form und Inhalt bedauerliche Entgleisung dar, sondern entspricht auch in tat- sächlicher Beziehung in keiner Weise der Wahrheit. Die fragliche Verordnung ist von den zuständigen Ministern einzig und allein auf Grund des vor- liegenden sachlichen Materials ausgearbeitet und auf Grund einmütigen Kabinettsbeschlusses vom Reichskanzler dem Herrn Reichspräsidenten vor- gelegt worden. ©triff oder Gasfchlauch Das Ergebnis einer Hilfsbedürftigkeitsprüfung Lon einem erwerbslosen Metallarbeiter erhalle» wir folgende Zuschrist: „Seit Wochen wird bereits von dem große» Arbeitsbeschaffungsprogranini der Reichsregierung geredet und geschrieben i aber mit der Zlrbettsbeschaffuilg selbst hat es offenbar noch grrre Weile. Wir älteren Arbeitslosen dürfen wohl überhaupt keine Hoffnung mehr habe», daß sich iroch einmal eine Reichsregierung finden wirb, die der Zlrveitslosigkeit ernsthaft zuleide geht. In den verantwortliche» Regierungsstellen ist man sich anscheinend noch immer nicht im klaren darüber, wie groß das Elend der Arbeitslosen ist und welche Verzweislungsstimniung unter ihnen herrscht. Wie soll man auch noch an die Wiederkehr besserer Zustände glauben, wenn einem das nackte Leben in der Gegenwart immög- fich gemacht wird! Ich bin jetzt 58 Jahre all und»reine Frau 63 Jahre. Im Januar dieses Jahres wurde ich arbeitslos, nachdem ich acht Jahre ununterbrochen m einer Akkumulawrenfabrik beschäftigt war. Zuerst erhiell ich wöchentlich 17,85 M. Arbeitslosenunterstützung, im Monat also rund 76,50 M. Und davon gingen 43,50 TO. für Miete drauf. Wir beide hatten also zum Leben 33 M. monatlich, womit wir schlecht und recht auskamen. Die letzten Spargroschen, die wir von früher zurück- gelegt hallen, legte meine Frau schließlich in einem kleinen Glaswagen für Zigaretten an, mit denen sie am 1. Juli zu handeln ansing. Ich gab natürlich auf dem Arbeitsamt den neuen Ver- dienst meiner Frau an, der pro Woche zwischen sechs und acht Work beträgt. Es wurde mir daraufhin, wogegen ich nichts sage, der Familienzuschlag ent- zogen, so daß ich nur noch 11,55 M. wöchentlich Krisenunterstützung bekam. Dann kam der Nowerordmingsabbau, durch den ich schließlich auf 10,35 M. Unterstützung anlangte. Trotz des .Handels meiner Frau haben wir beide heute nicht mehr zum Leben als zu Beginn meiner Arbeitslosigkeit. Damals hatte ich allein 17,85 M. Unterstützung, heute haben wir das beide zusammen aus Unterstützung und Handel. Das ist das Ergebnis der Notoerordnung des Herr» von Pape». Da meine Frau inll ihren 63 Jahren auch nicht mehr zu den Rüstigsten gehört, ihr das stundenlange Sitzen im Wagen nicht leicht fällt, und sie schließlich auch emmal in die Wohnung gehe» muß, um das Essen zu bereiten, habe ich mich jeden Tag einige Zeit an ihr« Stelle in den Wagen gesetzt. Das ist mir jetzt zum Verhängnis geworden. Ztachdem einige TOalc ein Prüfer in meiner Wohnung war, werde ich jetzt nicht mehr als hilfsbedürftig angesehen. Man hat mir meine 10,35 M. Krisenunterstützung in dieser Woche Kall gesperrt mit dem Hinweis, daß wir beide ja von dem Handel meiner Frau leben könnten. Wir wußten bisher schon nicht mehr, wie wir durchs Leben kommen sollten. Trotz bescheidenster Lebenshaltung bm ich berells um 56 M. mit der Miete im Rückstand. Um nicht noch tiefer in den Sumpf hineinzugeraten, habe ich mich um eine billigere Wohnung bemüht und auch eine gefunden, für die ich nach Abzug der Mietbeihilfe nur ungefähr 25 M. monatlich zahlen muß. Ich werde aber noch nicht einmal diese Wohnung, die ich am 1. Januar beziehen soll, bezahlen können, denn der Zizarellenhandel meiner Frau bringt ja nur knapp 30 M. im Monat ein. so daß uns dann nur noch 5 IN. im Monat zum Leben bleiben. habe ich dafür jahrelang meine Bellräge zur Arbeitslosenversicherung gezahll, um mich jetzt wie ein ausgebrannter eiserner Ofen auf den Schutt- Haufen werfen zu lasien? Ist das Arbeits- b e s ch a s s ii n g, weim man den Arbeitslosen den Strick oder den Gasschlauch in die Hände zwingt, weil sie sich irgendwie bemühen, ehrlich durch dieses elend« Leben zu kommen?" ★ Dies« Zuschrift haben wir auf ihre Richtigkeü nachgeprüft. Die Angaben stimmen Wir haben uns bemüht, dem Arbeitslosen zu seinem Recht— oder was man heute nach dem Buchstaben der Notverordnungen als Recht bezeichnen kann— zu oerhelfen. Wir wissen nicht, ob diese Bemühungen Erfolg haben werden. Die Arbeitsämter müssen sich an das Ergebnis der hilfsbedürftigkefts- Prüfungen der Gemeinden hallen. Zu welchen Ungeheuerlichkellen dieser Zustand führt, weih niemand besser als der Reichsarbeitsnnnistcr Dr. S y r u p, der als Präsident der Reichsanstalt ein Gillachten an seinen Amtsvorgänger erstattet hat, das ein erdrückendes Material enthüll. Der Reichskanzler Hai in seiner Pragrammredc im Rundfunk angekündigt, daß die Härten der Rotverordnung vom 14. Zum beseitigt würden. Der Reichskommissar kür Arbeitsbeschaffung Dr. G e r e k e veröftentlicht in der Zeftschrift„Der heimatdienst" einen ausführlichen Artikel über die Bekämpfung der Arbeitelosiakell. Im wesent- lichcn wiederholt Dr. Gereke darin die bereits in seiner kürzlichen Rundfunkrede gemachten Aus- führungen. Als eine wichtige Aufgabe sieht Dr. Gereke es an, die notwendige Wiederher- stellung des Gleichgewichts zwischen Stadt und Land herbeizuführen. Er vertrete keinesfalls Notstandsarbeiten oder im herkömmlichen Sinne„zusätzliche" Arbeiten, sondern die Durchführung regulärer Arbeite» der öffentlichen Hand, für die die Arbeitskräfte zu normalem Lohn herangezogen werden mühten „Nach den Feststellungen des Instituts für Konjunkturforschung", so heißt es u. a. in dem Artikel, „haben wir gegenwärtig eine Arbeitslosigkeit von mehr als Heben Millionen Menschen. Zusammen mit den Angehörigen der Erwerbslosen leben rund 15 Millionen Deutscher von öffentliche» llnterstützungen, belasten daniil nicht nur die öffentlichen Etats, sondern fallen auch für den Konsum weitgehend aus. Es ist deshalb von Anfang an mein Bestreben gewesen, der Aus- fassung zum Durchbruch zu oerhelfen, daß die Wirtschaft nur wieder belebt werden kann, wenn möglichst viele Arbeftslose zu vollen, Lohn eingestellt werden, damit wir wieder jene Kauf- k r a s t herstellen, die wir zur Verbesserung des Absatzes von Landwirtschaft und Industrie drin- gend brauchen. Gerade die Bemühungen zur Ver- vcsserung der Lage unserer Landwirtschaft werden nur dann von vollem Erfolg gekrönt sein, wenn die große Masse der Verbraucher in ihrer Kaufkraft wieder g e st ä r k t ist." Gereke meint es gewiß gut Seine Absichten mögen ausgezeichnet sein. Was er sagt, ist ein- leuchtend. Aber— so muß man sich fragen— hat e r etwas zu sagen? Ist es össenl- liche Arbeitsbeschaffung, wen» man den Unter- nehmern Prämien zahlt, weil sie aus öffentlichen Wir vervfsentlichen die Zuschrift des Arbeitslosen, nicht weil es sich um einen besonders krassen Fall Handell, sondern weil dieses Schicksal typisch ist. Gewiß wird das Ergebnis der Prüfung der HUfs- bedürftigkeit durch die Gemeinde, wenn es nicht geändert wird, im besten Fall zu einer B c- lastung der Gemeinde führen. Wenn die Krisensürsorge nicht mehr zahlen dars, muß die Wohlfahrtspflege einspringen, hier be- trägt der Richtsatz für ein Ehepaar 51 M. im Monat. Aber muß die Sinnlosigkeit des Buchslaben, der hier wahrlich tötet. io aus die Spitze getrieben werden, daß man einen Mann bestraft, weil er in seiner ihm aufgezwun genen freien Zeit seiner Frau Hüft? Müssen die beiden alten Leute bestrast werden, well sie ver- suchen, sich irgendwie auf ehrliche Weise ein paar Groschen zu oerdienen? Daß die Arbeitsbeschaffung das dringendste Problem ist, das jede Regierung lösen muß, die sich hallen will, darüber gibt es keine Meinungs- verfchiedenheft. Nicht weniger dringend, aber viel leichter zu lösen ist das Problem, die Arbeits- ämter aus Folterkammern wieder.zu einer sozialen Einrichtung zu machen. Millein Aufträge erhallen? Ist es Arbefts- beschaftung, wenn Milliarden für Steuer- gejchenke und Prämien verschleudert werden, die eigentliche Arbeitsbeschaffung aber auf den lächer- lichen Betrag von 500 Millionen reduziert wird? Sicherheit zur See Ourckkükrunx cier �dkommen Aus Grund der am 22. Dezember 1932 crgan- genen Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung der Seefahrt werden in einer der nächsten Nummern des Reichsgefegblalles Teil II vier Verordnungen des Reichspost- und Reichs- oerkehrsministers ergehen, die erforderlich sind, um das am 31. Mai 1929 in London geschlossene I n te r na t i ona l e U e b e r e i n k o m m« n zum Schutze des menschlichen Lebens auf See lSchiissficherheitsoertrag) und das ebenda am 5. Juli 1930 geschlossene Internationale Ueber- einkommen über den Freibord der Kauftahrtei- schifte(Freibordoertragj durchzuführen. Die vier Verordnungen betreffen: 1. Sicherheitseinrich- tungen und Sicherheftszeugnisie für Fahrgastschiffe, 2. die Sicherheft der Seefahrt, 3. die Funk- ausrüstung und den Funkwachdienst der Schifte, 4. den Freibord der Kauftahrteischifte. GchärMer Druck in LlGGR. Wie unter der Gesindeordnung vi o s k a n, 29. Dezember. Das Arbeitskommissarial der Sowjetunion hat sämtlichen Leitungen der werke und staatlichen Fabriken sowie anderer stoatlichea Unternehmungen verboten, neue Arbeiter einzu- stellen. Das verbot wird damit begründet, daß Arbeiter ihre Arbeitsstätte, ohne sich abzu- melden, verlassen und versuchen, neue Stellungen zu besseren Bedingungen zu erholten. Die werkleitungen sollen künftig von neuen Arbeitern die Vorlegung eines Entlassungsscheins ihrer bisherigen Arbeitsstelle verlangen, wenn solche Entlassungsscheine nicht vorgelegt werden können, dürfen auch keine Lebensmittelkarlen ausgestellt werden. 'k Diese Verordnung des Arbeitskommissariats er- innert an die preußische Gesindeordnung der Vor- tricgs.zeit Damals war es LandwirKn verboten, Landarbeiter einzustellen, wenn diese nicht ,prd- nungsgemäß" ihre vorherige Stellung oerlassen hauen. Im Lande der„Diktatur des Proletariats" kommt noch die Entziehung der Lebensmittel- karten hinzu, eine Errungenschaft, die den blassen Neid des Januschauers erregen dürfte. 55 Vwzent GehaStöabbau Das nennt sieh Sozialversicherung Trotz der Erklärung des Reichskanzlers von Schleicher in seiner Runosunkrede, daß„eine weftere Senkung des Einkommens weder sozial erträglich, noch wirtschaftlich zweckmäßig ist", hat der Porstand der Landesversicherungs- a n st a l t Berlin seinen Angestellten der heil statten Beelitz mitgeteilt, daß ab 1. Januar 1933 eine weftere Kürzung chrer Ge hälter erfolgen würde. Durch die Notoerordnungen des Reichspräsi- denten und die Sparnotverordnung von Preußen wurden die Gehälter der Beamten und Festange- stellten der LVA. Berlin bereits bis zu 2 7 Proz. gekürzt. Dazu kommt aber noch die Kürzung der Gehälter durch das Beanstan- dungsverfahren des Oberpräsidenten im Jahre 1931 bis zu 8 Proz., so daß sich insgesamt bis heiue eine Gehaltskürzung bis zu 3 5 P r o z. ergibt. Die jetzt durch den Vorstand der LBA. angekündigte neue Gehalts- kürzung bis zu 20 Proz. würde einen Abbau der Gehälter bis 55 Proz. de? Gehalts nach der Besoldungsordnung vom Jahre 1927 mit sich bringen! Der Vorstand der LVA. behauptet, dieser unge- heuerliche Abbau erfolge aus Anweisung der Aufsichtsbehörde(Reichsoersicherungsamt). Daß dort sozialpolitisch reaktionäre Herren sitzen, ist uns nicht unbekannt. Wir können aber nicht glauben, daß das Rcichsoerstcherungsamt nur eine Nachprüfung der Besoldungsordnung der m i t t- leren und unteren Besoldungsgruppen der Festaugestellten der Heilstätten Beelitz fordern sollte. Wir nehmen vielmehr an, daß der oder die ZIbbauwütigen, die diesen buchstäblich unerträglichen Gehaltsabbau den ohnehin schon am niedrigsten Entlohnten zu tragen zumuten, in der Landesversicherungsanstalt selbst zu finden sind. Wie wir erfahren, soll der Ausschutz der LVA. Berlin diesen brutalen und gegen Recht und Ge- rechtigkeit oerstoßenden Gehaltsabba i heute be- schließen. Wir erwarten, daß der Ausschuß den Vorschlägen nicht folgt. Wenn aber wider Er- warten und gegen jedes menschliche Empfinden der Ausschuh seine Beschlüsse fasten sollte, dann wird es die Aufgabe der Angestellten der heil- statten Beelitz sein, mit ihrer Gewerkschaft gegen diesen sozial und wirtschaftlich unerträglichen Gc- Haltsabbau zu kämpfen. Die Dockarbeiter von Le havre haben nach längerem Streik beschlosten, zu den allen Bedin- gungcn die Arbeit wieder auszunehmen. Hierzu 2 Beilagen Gerekes Meinung Hat er aber etwa« zu sagen? Der.üociDäclß" erscheinl wochenIaAlich zweimal. Tonnlogs und Montags einmal. Illustrierte Eonntagsbeilage..Äolk und gell", i Bezugspreile tra voraus zahlbar. Postbezug Z.Si M einschließlich«i Pf Postzeitung, und 72 Ps. Postbcstellgebilhren. Äuslandsabonnemcnt 5,6ö M. pro Monat; für Lander mit ermäßigtem Drurtsachenporto«6:, M. Pej et. stall d-r Lieierung wegen Änzeigenpreise: Die einspaltige Millimcterzeile Zl> Pf. Rellumezeite l�0 M.-••—-........(-•~ häherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz., Wort lv Ps Rabatt laut Toris Worte über 15 Buchstaben zählen sstr zwei Worte Arbeilsmarkt MillimeterzeUe »preise: Wöchentlich 75 Pf., monatlich 3:2ö M. ldaoon S7 Pt monatlich tili Zustellung INS Haust Monat; für Lander mit ermäßigtem Drurtsachenporto 165 M. Bei A ssall der Lieierung wegen i.m„P l e i n e Anzeigen" das sctlgedrnrtt» Wort 211 Pt jedes weitere '' L i I Lindenstr 3 wochentägllch _ äimeterzeile 25 Pf- Familienanzeigen Millimeterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschi ban Szh bis l? Uhr Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht grnehmer Anzeigen vor./ Verantwortlich für Poliiil: Victor Schifft Wirtschaft: S.»livqclhöscr; Gewerkschaftsbewegung i I. Steiner; Feuilleton: Herbert Sonstiges: Fritz Äarstädt: Anzeigen: Otts Hengst: lämtlich in Berlin. I Verlag: Borwärts-Berlag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Varwärts-Luchdruckerei und Berlagsanstali Paul Singer u Co. Berlin EW 6S Lindenstr. 3. Lcpdrr': Lokales und wrOTrim Zusendung von 6M an. Obst, Gemüse �leichtverderbliche Artikel werden nicht zugesandt Frisdies Flelsdi Kalbsk£mmo.Beila«c,PI8 Gänse Pfund B"tzPf. Fisdie Kabeljau o. K.. ex. F., Pfd. 0.14 Rotbars o. K.. e-oi. F., Pfd. 0.16 Schellfisch........ Pfd. 0.18 Kabeljaufilet...... Pfd. 0.22 Grüne Heringe... 3 Pfd. 0.35 FrischerZanderex F. Pfd. 0 35 Frische Karpfen Pfd.«0.45 Leb. Spiegelkarpfen«n 0.65 Lachs eefrorea•••.Pfd. an 0.65 Leb. Schleie..... Pfd. an 0.65 wsad Hasen ec.tr. o. auae w.. an 0 68 Wild* BlattRuck. Keule schwein Pfd. an 0.70 0.18 1.08 Hirsch Pfd. an 0.53 0.62 0.88 Reh.... Pfd. an 0.78 1.03 1,28 Kaninchen gefror., Stück an Billige Lebensmittel Soweit Vorrat: Käse u» Fett Camembert sollfett SektL 0.24 Karzerkäse ea.i-Pfd.-Pak. 0.25 Blockkäse(Tilaiter oder Emmental. Art) 20o/o, Pfd. 0.46 Tilsit., Steinbuscher rf. 0.68 Holländer, Edamer toIH. 0.72 Margarine........ 3 Pfd. 0.74 Kokosfett........ 3 Pfd. 0.88 Schmalz(Brat.) 0.46 roh 0.50 Molkereibutter Pfd. 1.16 1.20 Markenbutter...... Pfd. 1.24 Räucfeegwaren Bücklinge....... Pfd. an 0.28 Sprotten..Kiste 0.22 Pfd. 0.26 Aale..Pfd. an 1.20 Bund an 0.34 Nur Leipriger Straße: Holländische Austern, Lob, Hummern u. Forellen Wurst Dampf- u. Fleischwurst 0.75 Landleber- u. Jagdwurst 0.84 Mettwurst(B-.Art).. Pfd. 0.95 Wiener Würstchen Pfd. 0.95 Zervelat u. Salami 1 03 1.15 Speck fett. Pfd. 0 64 mager 0.95 Fleisch-, Herings-, Bauern- sa at, Majonnaise..Pfd. 0.58 Humm.-Majonnaise Pfd. 3.00 Konserven 1/Do„ Kaiserschoten......... 1.20 Br.-Spargei«t. 1 35 o. K. 0.95 Stg.-Spargel et. 1.50°°/«1.25 Erdbeeren............ 0.90 Pfirsiche rhetn., V. Frucht 1.10 Ananas.......... 1.05 1.35 Enten gefror., Pfd. v. an 58 Pf. HschmasMiasten Vi Liter-Dose KS iS von an£l#Pf. ■HBBHHHHH Wein 31 Obermcseler....... 0 75 31 Liebfraumilch....... 0 95 31 Wöhlener Fein',er...1.20 29 Altenbambsrger Rotenbg. Na........ 1.'5 28 Niersleiner Domtal..1.50 30 Eitelsb. Sonnenb'...1.65 29 Ruppertsbg. Holst... 2.25 29 Graach. Lllienptad..2.40 31 Ingelheimer......... 0.93 26 San Justo apan. Rotw. 110 28 Chat. Mallerei...... 1.50 26 Chat. Lat. de Möns. 1.60 Fruchtschaumwein mit Steuer u. Flasche 1.101 20 Traubensekt m. St. u. Fl. 3.00 Spezial-Cuvee Tafelsekt mit Steuer u. Flasche•..3.50 We.Swein Ltr. 0.S0 5 Ltr. 3.SO Maikammer Ltr. 0.95 Z Ltr. 4.50 Dürkh Rotw. 0.90 5 Ltr. 4 23 Malagadunk. Ltr. 1.205Ltr.5.75 Rum-Vorschni.t...387o3.40 Burgunger-, Rum-, Arrak- Punsch m.n. l/,FL323 V,1.75 ER SIE BEILAGE FREITAG. 30. DEZ. 1932 Die Legende eines Hauses Das Haus Alte Leipziger StraSe Nr. 1 und Karl Marx J5n dem von groty Mehring 1902 herausgegebenen luerarischen Noä)loß Marx' und Engels' aus den vierziger Jahren, einem stattlichen Band von belläung rausendsünfhundert Seilen, rindet sich auf der achtzehnten Seile des ersten Bandes folgender Hinweis mrf M a r r' Berliner Wohnung: „Marc wohnte damals in der Alten Leipziger Straße 1, deinselben Haufe, das Lefsing bei seinen letzten Besuchen in Berlin bewohm hatte Run riech ihm ein Arzt zum Landaufenthali, und„so geriet ich zum ersten Mole durch die ganze lange Stadt vor dis Thor nach Stralow": Sttalow Rr. 1 lautete die Adresse auf den Briefen des Vater?," Wenn wir von der Stralauer'Adresse abschen, die richtig angegeben ist, dann hat weder Marx noch Lessing in der Allen Leipziger Strotze I ge- wohnt. Dennoch wurde dieses Haus zur ehrfürchtig betrachteten und bis auf die heittigen Tage erhaltene angeblich« Wohirstatt Marx' in seiner Berliner Zeit. Eine Nachfrage in dem alten windschiefen und baufälligen Haus, dessen rechte Giebelfeitc zur einstigen Sperlingsgasse hinuberschaut, davor liegt die sagenuniwobene Jungsernbrücke, kann die herrschend« Logende mir bestätigen.„Ja", meint der Gastwirt,„ich habe mein Geschäft schon seit der Vorkriegszeit und oft genug waren Leute hier, d:« ein« Gedenktafel für Marx anbringen wollten, Zluch sonst härte man bisweilen aus Gesprächen von Gästen, dah Marx hier gewohnt hat."— „Wissen Sie vielleicht, in welchem Stockwerk?"— „Rein, das kann ich nicht sagen, es hol übrigens auch keinen Zweck nachzuforschen, da der ganze Häuserblock Alle Leipziger Stratze— Raule? Hof— Adlerstratze über kurz oder lang abgerissen wird. um einem Crweiterungbau der Reichsbank Platz zu machen." Das ist nicht erschütternd, was der Gastwirt zu melden weitz, es bewegt sich aber in der Richtung parteigcnössischer Auskünfte, die alle einen mitleidigen llnt ertön haben:„Ach, die olle Äamelle wollen Sie wieder aufwännen, das Haus ist doch schon dugendmai photagraphiert worden," Run. wir merdeii sehen. Die Gedcnktaie! Berlins Inzwischen Hot nämlich die Stadt Berlin den Irrtum Mehrings stillschweigend von sich aus korrigiert und an dem Haufe M o h r e n st r a ß c 17— 18, das ist an der Ecke der Friedrichsttatze, folgende Gedenktafel angebracht: An dieser Stätte wohnte 1837—1838 Karl Marx der Begründer des wissenschaftlichen Soziol'smus. Seinem'Andenken die Stadt Berlin 1929. Es wird kaum mehr nachzuprüfen sein, aui Grund welcher Lüiellen Mehring zu der?lnnal»ne km», Riarx hätte Alte Leipziger Straße 1 gewohnt. Jedenfalls stieß vor einiger Zeit der Bibliothekar der Berliner Magist ratsbibliochei, Dr. Waller, bei seine» Nachforschungen über den Berliner Aufent hall historischer Persönlichkeiten auch am das Haus Alle Leipziger Straße l. Es fand sich lein Anhaltspunkt, daß Lessing jemals in diesem Hause gewohnt hat, ebenso- wenig wie Lelfing die Minna von Barnhelm in Berlin, sonder» in Breslau geschrieben hat. Wie mit Lefsing war es mit Marx Tie sicherste Quelle bei den Rachforschunge» nach den Berliner Woh nilngen waren die Akten des Einwohner-Melde- amles im Haufe des Polizeipräsidiums, Aber so »ehr man dos Hmis absucht«, so ivenig war etwas zu finden, leider waren vor einigen Jahren die alten Akten der 30er Jahrgänge des vorigen Jahr- Hunderts dem Floimiientode überantwortet worden, Glücklicherweise erwies sich aber ein anderes Dokument als erhalten geblieben, das einen so ziemlich vollgültigen Ersatz für die verbrannten Akten des Berliner Einwohner-Meldeanues zu geben vermag: das„Amtliche Verzeichnis des Personals und der Studierenden auf der Tgl. griedrich-Wühelms-IIniversität zu Berlin", Wenn nian hierbei von einem„vollgültigen Ersatz" spricht, dann mag berücksichtigt sein, daß in damaliger Zeit olles Studentische der wachen Aui- merksamkeit der Polizei begegnete, wir erinnern nur an Arnold Rüge, der als ein der Deniagogie verdächtigter Studem sechs Jahre in preußischen Gefängnissen zubringen mußte, und der auch in der berüchtigten Stadtvogtei saß. Es liegt also kein Anlaß vor, an der überlieferten Nachricht zu zweifeln, dah auch noch zu Marx' Berliner Zeit, als die Morgenröte der Pariser Julirevolution längst wieder von einem düsteren Grau überschattet wurde, alle studentischen Anmeldungen scharf von der Polizei kontrolliert wurden und wenn man noch hinzufügt, daß Marx, zumindest bis zu den Tagen der„Rheinischen Zeiiung" keinen Anlaß hatte, seine Adresse irgend jemand zu ver- bergen, dann darf man schon dieses von Dr, Woller ausgegrabene Univerfitätsoerzcichnis als Beweis- mittel für Marx' Aufenthalt in Berlin heranziehen. Marx als Nomade Danach wohnte der Student der Rechte Karl Heinrich Marx aus Trier(immatrikuliert am 22, Oktober l8:Zfif während ferner acht Semester in den Jahren 1839,'37'Mittelstrahe 61, 1837 Mohrenstraße 17, 1837/38'Alle Jakokstroßc 50, 1838 Mohrenstraße 17, 1838/39 Luisenstroße 45, 1839 Eharilestraße 10, 1839/40 Markgrofeiistraße 59, 1840 ebenda. Berfchiedene dieser Häuser existieren nicht mehr in ihrer früheren Gestall, einige haben die Haus- nummern gewechselt, das Haus Markgrafen- ftroße 59 trägt jetzt die Nummer 50 und an dem heutigen Haufe Mohrem'truße 17 hat die Stadt Berlin d:e oben erwähnte Ge.denktaiei anbringen lasten. Aber in der Allen Leipziger Straße l hat starl Marx niemals gewohnt, Dagegen bestehen, soweit sich übcrfehen läßt, aii der Strolauer Adresje keine Zweiiel. Das von Mehring erwähme Haus S t r a l o w Nr, 4, wohin die Briete feines Botcrs Heinrich Marx gerichtet waren, existiert noch und trägt hoitte die Bezeich nung Alt- Stralau 23. Einsam und unan- ie.hnfich steht das schmucklose Haus neben der „Allen Taverne", verdeckt durch ein« übcrinanns- hohe Mauer und der jetzige Besitzer des Hauses. ein Fuhrwerksbesitzer, würde mit dem Sozialisten Karl Marx keine Jogdporti« mehr wie damals unternehmen.?lls sich kurz noch dem November- Umsturz eines Sonntagsmovgens ein kieiner Trupp Stralauer Sozialisten nach dein Hoiii« Alt- Stralau 23 au'inachle, um eine Marx-Büste an dem Hause amzichängen, wehrte der Besitzer hart- herzig ob, Betörte Mädchen Drei.fahre Zuchthaus für einen Heiratsschwindler Heiratsschwindler sind über alle Maßen gc- wisienlos: sie locken den Hausangestellten die letzten Ersparnisse aus der Tasche, ruinieren die „Schwiegereltern", schwänger» die„Braut"— es ist ihnen nichts heilig. Solch ein gefährlicher Bursche ist der„Fliegeringenieur" und„Ch-'t- pilol", auch„Schauspieler" und„Filmartist" W i l- h e l m B r i n g in a n n. Die heiratslirstig�n Mädchen sollten sich den Name» merken In etwa zwetdreioierlel Jahren, nach Verbüßung der Zuchlhausstraje, die das schöfsengerichr Berlin-Schöneberg ihm soeben zudiktiert hat, beginnt er sein Unwesen bestimmt von neuem. Wehe den Frauen, die seinen Weg kreuzen! Bringmann ist ein Mann Ende der Vierzig, von gepflegtem Aussehen, äußerst gewandt in seiliem Benehmen, noch gewandter in Rede und Schrisl. Seine Briefe sind geradezu herzbetöreud, Seine Vorstrafen, 17 an der Zahl, reichen in das Jahr 1906 zurück. Im Jahre 1929 erhielt er seine letzte Strafe wegen eines Heiratsschwindels, Das Opicr war damals eine Äran- kenschwcster, die seinetwegen ihren Dienst ausgab. Im Sommer 1931 sprach er am Rathaus Schöneberg die Hausoi, gestellte 91. an: Seine Frau, unheilbar krank, sei in der Jrrenanstall, er habe mit verschiedenen Frauen viel Unglück erlebt usw. Die Bekannttchafl wurde iarfgesetzt, die Beziehungen wurden intim, der„Flieger- ingenienr" brauchte unter de» verschiedensten Vor- wänden Geld..Liese Kleinigkeiten wirst du doch für mich opfern können", sagt« er zu seiner zeit. Ich brauche unbedingt 60 Mark." Und als er gar keinen Ausweg mehr sah, stellte er sich der Polizei— die'Berliner Braut war bereits hinter, seine Schliche gekommen Der Schwieget voter ist ruiniert, sein Grundstück soll Zwangs- versteigert werden, die Haustochter erwartet von ihm ein Kind, die Hausangestellte ist 500 Mark los, Das Gericht verurteilte diesen Schurken zu drei Jahren Zuchlhaus, 100 Mark Geidslrase»nd drei Jahren Ehrverlust. Freundin,„wo ich dir za alles opfern will"— und erhielt von ihr Monate hindurch ihren ga.-i- zen Lohn. Er versprach ihr die Ehe, gab vor, Möbel gekauft zu haben, eine Wohnung inieten zu wollen usw. Daß er zur selben Zeit der Tochter eines Maurerpoliers aus Hildesheim gleichfalls das Eheversprechen gegeben hatte, ahnte die Hausanoestell!« natürlich nicht. Die Haus- tochtcr aus Hildesheim erklärte aber im Januar dieses Jahres den Eltern, sie beabsichtige sich zu verloben. Im Mai erichien der zukünftige Bräutigam im Hause der„Schwiegereltern" und durste hier mit seinem Sohne aus erster Ehe sechs Woche» lang wohnen. Der Schwiegervater gab 3 3 0 Mark zum Möbel kauf und nahm sogar eine Hypo thek aus sein unbelastetes Grundstück auf: 4000 Mark wanderten so»i die Tasche des zu- künstigen Schwiegersohnes� dieser brauchte das Geld z»l angeblichen Autogeschäften, 'Aus Hüdecheim schrieb er an seine Braut in Berlin, daß seine Mutter gestorben sei und er eine große Erdichait vo„ zwei Hausern, einem Gute und 168 000 Mark erhalten habe. Außerdem stünden ihni noch 33 000 Mark Entschädigung aus einem Flugunsall.zu. Das gleich« erzählte er seiner Braut und deren Ettcr» in Hildesheini: aus Hannover schickte er an sie einen gefälschte» Bescheid, der das Märchen von der Erbichait de- stätigte und ichrieb später am selben Tage a» seine Berliner Braut und an seine Hildes- heimer Schtviegerellerii: ,Lhr werdet mich dock) nicht 100 Meter vorm Ziele un Stich losten: üh steh« doch unmitteWar vor der Hoch- Gefängnis für Wüst RA. Triehel amnestiert und... verurteilt In dem Prozeß gegen den Kaufmann W ii st und den nationolsoziolistischsn Rechtsanwalt Dr, Triebe! wurde gestern nach vielwöchiger Verhandlung dos Urteil gelallt, Der Kaufmann Wüst wurde weg«» gemein- schaftlichen Betruges, in Tateinhest mit ilrkundenfälfchung, zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Beriahreu gegen Rechtsa»iwalt Dr. Triebe! ist bekanittlich curf Grund der Amnestie eingestellt worden: da er die ihm zur Last gelegten Handlungen aus wirtschaftlicher'Not begangen haben soll. Die Urteilsbegründung war aber sowohl für Wüst als auch für Rechtsanwalt Dr, Triebet vernichtend. In der Urteils- begründung heißt es: Wüst sowie Triebe! hätten sich bei dein Abschluß des portugiesischen Sardinen- geschäitcs, durch dos zwei portugiessiche Export- geschästc um 164 000 At. geschädigt worden waren, von gewinnsüchtigen Absichten leiten lassen. Es sei beiden nur daraus angekommen, das Sardinengeschast zu tätigen, um die Waren sofort zu lombardieren und Geldmittel in die Hand zu bekommen. Wüst hatte von dem Grafen Roten- bürg ein stillgelegtes kleines Bergwerk in Schlesien erworben und die Taxe von 20 000 M a u s z w e! M i l l i o n e n v e r s ä l s ch t. Die gefälschte Taxe benutzte Dr. Triebe! dann als Grundlage für seine Anskimite beim Abschluß des portugiessicheil Sar- dinengeschäsles, Strasmildernd für Triebe! ist die „wirtschaftliche Not", in der er sich zur Zeit der Tat beiaiid, Nach dieser Urteilsbegründiliig ist Rechtsanwalt Dr, Triebe! durch die'Amnestie wohl um das Gc- iängiiis herumgekommen, die Anwallskommer hat sich aber, wie verlaiuet, bereits eingehend mit dem Fall Triebe! beichästigt. Der Ausschluß Triebet? aus dem Anwaltsstand soll mir eine Frage von wenigen Togen sein, Rechlsanwall Dr Triebe! war in den letzten Jahren als Verteidiger fast in sömtlityen großen SA.-Prozesse» tätig, Sin schießender Pfarrer Die Liff-Baff'Bäffchen-Pistole Pfarrer Kessel von der Nieolaikirche i» Spandau sollt« gestern ein Ehepaar trauen. Als er im Amtelalar durch den Flur der Pfarrei schritt, warfen zwei Spandauer Bengel eine» Knallfrosch und liefen davon. Der geistliche Herr griff unter den Talar, zog eine Pistole und schoß— notürlich in die Luit. Wer hätte gedacht, daß unter der feierliche» Amtslracht des Pfarrers eine zivile Hose ist urii) in der Hosentasche eine Pistole! Wer hätte gc- dacht, daß der Herr Pfarrer fünf Gramm Pulver für kraltiger hält als die Macht des Gebets, und wer hätte sich vorgestellt, daß der Herr Pfarrer zur Trauung in die Kirche geht— mit der Pistole in der Hosentasche! Bestellungen über 5. 00 Mark unter F 6 Baerwald 0012 werden prompt erledigt. Für Sonnabend müssen sie Freitag in unserem Besitz sein FRISCHFLEISCH BUTTER, KÄSE, EIER GEFLÜGEL UND WILD BACKARTIKEL WEISSWEINE SPIRITUOSEN Kalbskeule.......... an Pfd 0.65 Hammelkeule...... an Pfd 0.70 Kaßler mild.......... an Pfd. 0.68 Spitzbein gapökelf..... Pfd. 0.18 Schmorbraten geipickt Pfd 0.78 Rindsroulade....... an Pfd 0.84 Schweinebauch..... an Pfd. 0.68 Molkereibutter......... Pfd. 1.16 Rohschmalz............. Pfd 0.46 Margarine........... 3 Pfd 0.74 Allg. Schweizer..... i/; Pfd 0.43 Tilsiter voiifett........... pfd 0.68 Holländer u. Edamer..pfd 0.72 Eier kon»............ 10 Sfädt 0.76 Suppenhühner...... an Pfd. 0.65 Frische Gänse...... an Pfd. 0.74 Enten.................. an Pfd. 0.85 junge Puten.......... an Pfd. 0.78 Hirschblab............ an Pfd. 0.68 Hirschkeule«. Kn..... an Pfd 120 Hasen gesplöcl...... an Stück 4.50 Weizenmehl........... p»d 0.18 Auszugmehl....... Pfd. 0.26, 0.24 Korinthen............... Pfd. 0.45 Sultaninen............an Pfd 0.24 Mandeln bitter 1.30,.■.süß Pfd 1.12 Zitronat................. pfd 0.95 Mandelersatz........... Pfd. 0.48 31erFrankenweilerer m. Fi. 0.65 31er Edenkob. Höhe m. Fl. 0.75 3ler Mesenidier König»bg. m. Fl. 0.85 51er Niersfelner Domtal...m Fl. 1.00 28erAljferw»iIerVogoljangm.FI. 1.30 3IarBemkastelerPfaffenbg.m.FI. 1.50 31or Wehlener Sonnenuhr m. Fl. 1.76 jam.-Rum-Versdmift 38% Vi FI. 2.80 Weinbrand-Spezlol.>-, Fl 3.25 Weinbrand, lob v. Bingen Vi Fl- 4.10 Arrae-Verschnitt 38% Vi Fl 8.25 Kornähre........ 38% liter-Fi 2.90 Berl. Tafelkümmel 35% Ufer 4.00 Schlummerpunsch.. PI 5.25 WURSTWAREN OBST U. GEMUSE DELI KATESSEN WEINE VOM FASS ROT- U. SUSSWEINE LIKÖRE, SCHAUMW. Blut- u. Leberwurst..... pfd. 0.58 Bockwurst................ Ptd 0.90 Feine Leberwurst.....pfd 0.96 Cervelat- u. Salami.. ptd 1.08 Sehinkenspeck......... ptd 1.15 Gänsebrust I. Sanaen...Pfd 2.30 Gem. Aufschnitt.... v, pfd 0.35 Ananas............... an Pfd. 0.65 Traubenrosinen......... Pfd. 0.65 Krachmandeln.......... Pfd. 0.55 Kranzfeigen............ Pfd. 0.20 Apfelsinen......... an 3 Pfd. 0.35 Mandarinen........... 3 Pfd 0.64 Rot- und Grünkohl... 3 Pfd 0.10 Fischmarinaden...... Dos« 0.54 Sprotten in Tom....... Do» 0.30 OeUardinen, 5Dos...... 0.86 Diw. Salate......... Pfd. 0.58 Mayon.od.Remoulade Pfd. 0.68 Gaoelbissen.........•/, Pfd(435 Spickaale, stark...... an Pfd. 1.40 Oürkh. Feuerbsrg 10 Irr. WO. 1 Ltr. 0.75 II fiel, Span. Rofw. 10 Ltr. 9.00, 1 ltr. 0.95 Tarragona...10 Ltr. 9.M, u,. 1.00 Muskat...... 10 Ltr. 1060, Ltr. 1.10 Edenkobener io ltr. bxo, Ur. 0.84 Nlersrelner Domtal 10Ltr.8JO',Ltr. 0.95 Erdbeerwein io irr»ojo, Ltr. 1.10• 29er Utiel spon. Rotw... m. Fi. 0.95 30er Dürkheimer..... m. Fi. 0.80 28 er Medac......... n. 1.20 2äer St. Estephe....m. Fl. 1.45 2öer Haut Sautemes m. Fl. 1.86 Tarragona, lohfarben..m. FI. 1410 Malaga Gold........ m. Fl. 1.46 Hausmarke-Likör 30% Vi Fl. 2.50 Merced es-Edel-Ukör.35% V, FI. 3.50 Eier-Likör............'/, P|. 3.25 Goldkirsch GorbatsdrowV, PI 4.90 Kantorowicr-binh..Uk6r..-Vi Fl. 4.30 Bernkasfeler-RleBIlog Vi Fl. m. Sf. 2.75 Kupferb.-Gold, Müller«fr. Vi Fl. 5.00 Pfannkuchen gefällt mit G prl- kosen Himbeer, Irdbr. l25tck.Pf. 60 Spiegelkarpfen od. Schleie lebend am Pfd. rt 65 Zur Bowle°�°'° AnanaSMalaya8Schb.V,D.M 1.05 U-BAHNHOF HER MANN -BAHNHOF Volizei und die Msorm Berlins I�»si»tr»t»vor»ekl»8 xutxsksiVsn— Die Grenzberichtigungen der p o N z e i p r ä s i d e« t hat gegen die vom Mogistrot vorgejchlogene Ileneivteilungder Bezirke gruadjähllch keine Bedenken erhoben. Er vertritt die ilusfastuvg, daß die städtischen und polizeilichen Bezirke wegen der engen Zusammen- arbeit der einzelnen Verwaltungsstellen möglichst übereinstimmen sollen. Allerdings hat der Polizeipräsident darum gebeten, dah die von der städtischen Verwaltung beabsichtigten Grenzberichtigungen die häusig zu besonders schwierigen Fragen an den Knotenpunkten des Großstadllebens geführt haben, mit großer Beschleunigung durchgeführt werden mögen. Vor allem erscheint dies für große V e r- kehrsmittelpunkte, wie den Hermann� platz, Potsdamer Platz, Nollendorfplatz und Auguste-Viktoria-Platz, notwendig. Nach Möglich- keit soll bei dieser neuen Grenzziehung auf leicht erkennbare Grenzen, wie natürliche Gewässer, Kanalläufe und Eisenbahndämme zurückgegriffen werden, sosern nicht der Charakter der Stadtteile diesseils und jenseits solcher Grenzen derselbe ist. Der Polizeipräsident glaubt allerdings, daß vom verwaltungspolizellichen Gesichtspunkt aus gegen die vom Magistrat geplante Zusammenziehung der drei großen Jnnenbezirke zu dem zukünftigen Ber- waltungsbezirk Mitte mtt über 900 000 Einwohnern ernstere Bedenken bestehen und daß daher für diesen Bezirk die Blldung von zwei Polizei- ämtern, etwa Mitte und Kreuzberg-Tiergarten, erforderlich sei, da gerade in der Innenstadt die polizelliche Tätigkeit besondere Anforderungen an die Polizeiverwallung stellt. Diese gutachlliche Aeußerung des Polizei- Präsidenten, der in Berlin bekanntlich in einigen verwaltungsrechtlichen Angelegenheiten die Be- fugnis des Regierungspräsidenten inne hat, ist auf Veranlassung des Oberpräsidenten er- folgt, der nunmehr abschließend zu den Vorschlägen des Magistrats für die Bezirkseinteilung unter etwaiger Berücksichtigung der vom Polizei- Präsidium aufgestellten Wünsche und gehegten Bedenken Stellung nehmen wird. Dann wird die Angelegenheit dem Innenministerium unterbrettet, das über die Frage der Bezirks- reform zu befinden hat. und schließlich wird die Stadt Berlin vorausstchllich noch einmal zu Worte kommen, so daß also die endgülligen Beschlüsse über die Bezirkereform noch geraume Zeit auf sich warten lassen dürften. nach der Ankunft, ym deutschen Verkehr kann man einer festen Fassung noch eigene Worte an- fügen. Feste Texte werden im Urschriststele- gramm nur durch ihre Kennzahl wiedergegeben, die als e i n Gebührenwort zählt und in der Aus- fertigung für den Empfänger durch die Text- worte ersetzt wird. Die Gebühren betragen für ein Telegramm im inneren deutschen Verkehr 75 Pf.(im Ortsverkehr 50 Pf.), wofür 10 Gebührenwörter gestattet sind. Jedes weltere Wort kostet 5 Pf. RAB. macht„mobil" Und verspricht 10 000 M. Belohnung An zahlreichen Berliner Anschlagsäulen, Haupt- sächlich im Osten der Stadt, in der Nähe der Box- Hagener, Romintener und War- schauer Straße, wurden am Mittwoch uiid Donnerstag illegale kommunistische Plakate von unbekannten Tätern angeschlagen. Ein weißes Plakat enthielt die Inschrift„Mobil- machung des Roten Frontkämpferbundes. Reichs- wehr und Polizeibeamte haltet euch bereit zum Massenstreik", und ein anderes Plakat auf rotem Papier forderte unter der Ueberfchrift:„10 000 Mark Belohnung zahlt der Rote Frontkämpfer- bund" die werktätige Berliner Bevölkerung auf, die Namen und Sldresfen derjenigen mitzuteilen, die auf Grund der Aufrufe des Polizeipräsidenten den Behörden Mitteilungen über die Herstellung und Verbreitung illegaler Schriften gemacht hätten. E» wird in diesem Aufruf allerdings betont, daß dies« Belohnung nicht gezahlt würde. aber gedroht, mit den„Verrätern" abzurechnen. Die Plakate, die mtt der Unterschrift..Die roten Frontkämpfer" versehen waren, wurden an v«r- fchiedenen Stellen von Polizeibeantten von tren- Anfchlagsäulen beseitigt und Anzeige gegen die bisher nicht ermittelten Verbreiter er- stattet. Nach der Herkunft und dem Druckort der Ausrufe ist seitens der Politischen Polizei eine Untersuchung eingeleitet worden. Nie vosi zu Neujahr Nichtige Adressen— frühe Aufgabe Der alljährliche Weihnachts-Paket- a n st u r m aus die Post liegt nun wieder hinter uns. Der zweite und letzte Ansturm, die Reu- jahrsglückwunschsendungen, steht nach bevor. Mit Recht weist die Post darauf hin, daß sich der Postverkehr zum Jahreswechsel glatter ab- wickeln wird, wenn die Neujohrsbriestendungen möglich frühzeitig aufgeliefert und mit genauer Anschrift des Empfängers(Straße, Hausnummer, Gebäudeteil, Stockwerk, Postbezirk und Zustellpostanstalt) versehen werden. Durch die Angabe der Zustellpostanstall aus den Brief- sendungen nach Berlin und anderen Großstädten wird die Ankunft wesenllich beschleunigt. Es wird auch dringend empfohlen, die Freimarken für Neujahrsbriefe nicht erst am 30. und 31. Dezember, sondern früher einzukaufen, damit im Schalterverkehr keine Stockungen eintreten. Billige Glückwunschtelegramme zu Neujahr befördert die Reichspost bis zum ö. Januar, die Post läßt die Telegramme den Empfängern am Silvesterabend oder am Neu- jahrstage zustellen, die später«intreffenden gleich Erhaltet die Wälder! Die Gesundheit des Großstädters— Sozialdemokratische Forderung Die Sozialdemokraleu Haben im Preußischen Landlag einen Gesetzentwurf ein- gebracht, wonach die in dem Gesetz zur Er- Haltung des Baumbestandes und Er- Haltung und Freigabe von Uferwegen im Interesse der VolksgesundHeit vorgesehene Schuh- srist von 10 aus 20 Iahre erhöht werden soll. Das Gesetz stammt vom 29. Juli 1922 und die Schutzfrist für die Erhallung des Baumbestandes läuft in zahlreichen Fällen mtt dem Jahre 1932 ab, wenn nicht die betelligten Gemeinden die betreffenden Flächen gepachtet oder gelaust haben. Da die Gemeinden heute aber nicht in der Lage seien. Aufwendungen für den Ankauf dieser Flächen zu machen, tauche für die Großstadt- beoölkerung die Gefahr aus. daß jetzt wieder wie m der Jnslationszett eine wilde planlose A b- Holzung dieser für die VolksgesundHeit so notwendigen Flächen erfolgt. Um dem vorzubeugen, sei eine Verlängerung der Schutzbestimmungen unerläßlich. Die sozialdemokratisch« Landtagsfraktion hat ferner folgenden U r a n t r a g«ingebracht: Di« für die Gesundheit der Großstadtbevölkerung von Berlin so notwendige Erhaltung des Wo ld b esto n de s ist gefährdet. Gelangen die Parzellierungsplän« im Osten Berlins in der K ö e n i ck e r D a m m f o r st usw. und die süd- liche Linienführung der Umgehungsbahn Erkner— Um denen, die es sich in dieser mehr als traurigen Zeit noch leisten können, die Siloeflernachl in fröhlicher Gesellschaft außerhalb der Wohnung zu verbringen, die Heimfahrt bequem und billig zu ermöglicku-n. hat die städtische Verkehr»- gesellschasl für die Straßenbahn, für die U-B ahn und für den Autobusbetrieb einen besonderen Zlachtsahrplan eingerichtel. Die Hoch, und Untergrundbahn wird wie in den vorigen Jahren wieder allgemein einen durchgehenden Nachtlettieb ousrechterhallen. Bei oer Straßenbahn ist ein durchgehender Nachtbetrieb bei folgende» Linien vorgesehen: Linie 1(Stadtring). 4 S(Görlitzer Bahnhof— Strelitzer Straße). 5(Außenring), 3(Weißensee— Turm- Ecke Beusselstraße), 9 S(Hermonnplag— Strelitzer Straße), 15(Bahnhof Neukölln— Potsdamer Bahnhof), 24(Rammlerstraße— Buchholz). 27(Hermannplag— Britz), 28(Tegel— Tegelort). 128(Tegel— Heiligense»), 44(Gorlitzer Bahnhof— Bahnhof Steglitz), 47 E(iNordend— Hackescher Markts, 60 E(Weißenlec— Rathaus Jüdenstraße), 64(Nollendorsplatz— Spandau, Pichelsdorf er Straße). 69(Leipziger Platz— Friedrichsield«), 72( Weißense«— Jüdenstraße Rathaus), 74(Knip- rodestraße— Lichterielde Zehlendorfer Straße), 176 (Halensee— Rathaus Jüdenstraße), 177(Bahnhof Zoo— Lichterfelde). 187(Behrenstroße— Köpenick), Schönbkick— Schöneiche zur Durchführung, wiro i» diesem Ge.iet der schönste und wertvollste Teil des fiskalischen Waldes der Erholung suchenden Bevölkerung geraubt. Die minderbemittelte Bevölkerung, die sich keine teuren Erholungsreisen nach außer- halb leisten kann, müßt« hierunter in erster Linie leiben. Diese Nachteile lassen sich oermeiden, wenn man für die Siedlung anderes Gelände nimmt und oie Linien- führung der Bahn andere legt. Beides ist mög- lich. Wir beantragen daher: Der Landtag wolle beschließen, das Staatsministerium zu ersuchen: 1. die zu Siedlungszwecken geplante AbHolzung von forstfiskolischem Gelände in der Köpenicker Dammsorst. in der Försterei Neu-Krummendamm und bei der städtischen Försterei Rahnsdorf zu unterbinden: 2. auf die Reichsbahn einzu» wirken, daß für die Umgehungsbahn Erkner— Schönl lick— Schöneiche die Linienführung nördlich des bestehenden Bahnkörpers gewählt wird. Tragödie des Abgebauten Im Müggelsee ertränkt Aus dem Müggelsee, unweit des Tunnels nach Zriedrichshagen, wurde gestern der 47 Zahre alte Oberfekretär Hugo C. aus der Elbivger Straße als Deiche gelandet. Der Lebensmüde hatte vor einigen Tagen nach fast 2Ssähriger Dienstzeit seine Entlassung erhalten. Aus Verzweiflung darüber verlieh er am 27. Dezember feine Wohnung und fuhr nach dem Müggelsee hinaus, wo er den Tod im Wasser suchte. Der Verkehr in der Silvesternacht Besonderer Nachtbetrieb aller Berliner Verkehrsmittel 88 E(Schöneberg— Steglitz). 96(Kranöli platz— Belle-Alliance-Platz) und Linie 99(Marienborf Doristroße— Seestroße). " Außer diesen Linien verkehren all« anHeren Straßenbahnlinien um mehrere Stunden ver- längert, zum Teil bis gegen)43 Uhr, zum Teil biz gegen l-i5 Uhr morgens. Auch die Stadt- bahn hat für die Slloefternacht einen besonderen Nachtsohrplan«ingerichtet. Von den Autobussen verkehren Linie: 1 ab Zeughaus bis ZLO. ob Bahnhof Halensee bis 6.10(6— 13); A 2 ab Pankow Kirch« bis 3.40. ab Hallesches Tor bis 5.53(10— 15); A 5 ab Stettiner Bahnhof— Steglitz durchgehender Nachtbetrieb(5— 8); A 8 ab Weißensee Anton- platz bis 5.00, ab WUmersdorf Kaiserplatz bis 5.55(10); A 9 ab Pankow Kirche bis 5.55, ab Reichskanzlerplatz bis 6B0(10—15); A 11 ab Neittölln Hermannplatz bis 5.50, ab Turmstr. bis 5.55(7— 15); A 17 ab Zahlend orf Rathaus 1.20. ab Stölpchenle« bis 5.00; A 20 ab Bahnhof Westend— Zehlendorf durchgehender Nachlbetrieb (7—15); A 24 ab Virchowkrankenhaus bis 4-25; ab Neukölln Hermannplag bis 4.25(15): A 44 ab Bahnhof Steglitz bis 4.45, ab Bahnhof Lichter- ielde-Oft bis 5.08(12—15): A 97 ab Bahnhof Steglitz bis 4.08, ab Bahnhof Tempslhof bis 3.27(10—15). In wenig Worten Am Donnerstag bemerkte«in Schiffer im Spandauer Südhasen die in der Havel treibende Leiche eines älteren Mannes. Er barg den Toten und benachrichtigte die Polizei, die nach einem vorgefundenen Paß feststellte, daß es sich um den 50 Jahre allen Rohrleger Andreas Curylo aus der Rykestr. 28 in Berlin handelt. Es dürfte Selbstmord vorliegen. Auf Ackerland an der Falkenhagener E Haussee bei Spandau wurde gestern der 66jährige Rentner Max P e tz o l d aus der Luckauer Str. 12 in Berlin tot aufgefunden. Es besteht der Verdacht, daß der Greis HUflos zu- iammengefunken und in der Nacht erfroren ist. Die Leiche ist zur Obduktton beschlagnahmt und noch der Spandauer Halle gebracht worden. Aus der Straße nach Hohenschwangau (Bayern) raste ein mtt fünf Fahrgästen besetzter Kraftwagen gegen einen Baum und stürzte darauf in eine Kiesgrube. Der Führer des Kraftwagens, den die Schuld an dem Unfall trifft, da er auf der vereisten Straße mtt zu hoher Geschwindigkeit fuhr, wurde verletzt. Von den Insassen zogen sich die Lehrerswttwe Hedwig Lehmann und die Kunftmalersgctttin Olga Görke, beide aus Berlin, Verstauchungen und leichte Quetschungen zu. Die Motorspritze der Freiwilligen Feuerwehr in « t o ck a ch in Baden geriet vormillags auf dem Wege zu einer Brandstätt« in Mühlingen infolg« Glatteises ins Gleiten und stürzte in einen Bach. Ein Mitglied der Wehr, der Friseur Hepp, wurde auf der Stelle getötet; fünf Feuerwehr- leute mußten mtt Arm- und Beinbrüchen und inneren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. B ctanntmadtun 2lm Freitag, Don iO-De�fmber 2lm Zormadenü, Den Zl.Hezember bringen wir in unserem Totalausnerfauf neue, aufsehcnerregenDe preise.(einige Beispiele: IDoUplüfch-ITeppidie, ca 2*3 Meter statt 46.- 1 Jetzt 24�71 tTaumay-Brücten, JKarfenfabrifate, ea 90*180, mit Franse statt 26 50 Urtztll.50! fäuferfroffe, Tlvar- f enfabrifat, ca 70 cm breit statt 4.80 l/etzt l65! Deforationsfroffe ca 130 cm breit statt 6. 1)0 erstes JUar- fenfabrilat I Jetzt T15](ftarctinen-fftorcs per JKeter I Jetzt 85M Sdilafdectm jetzt 58 pf rj •.. LEIPZIGER STR. ECKE MARKGRAEENSTRASSE Eyristuskind und Kreuz l'ut einer �Vulinsinnissn London, 29. Dezember. In einer katholischen Kirchs in Oxford ereignete sich am Donnerstag ein Vorfall, der großes Aufsehen erregte. Em junges Mädchen. das vor einem Krippenbild stand, entfernte plötz- lich zum Entsetzen der Umstehenden das Christus- kind aus der Krippe und legte ihren Säugling, den sie im Arme trug, an feine Stelle. Darauf stürzte sie zum Hochaltar, riß das Kreuz herunter und schleuderte es die AUarstufen hinunter. Schließlich wurde sie von den Kirchenbcsuchern sest- gehalten und der Polizei übergeben, die sie in eine Irrenanstalt bringen ließ. Geist der Volkspolizei biilkskereite Schupos Mehrfach haben wir über Weihnachtsbeschenw' gen berichten können, die von P o l l z e i b e- a m t e n durchgeführt wurden. Mir haben das mit besonderer Freude getan, weil diese Feiern zeigen, daß der von der Sozialdemokratie pro- pagierte Gedanke der Volkspolizei trotz aller Einwirkungen reaktionärer Kräfte bel großen Teilen der Berliner Schuhpolizei weiter siark und lebendig Ist. Vachstehend sei kurz die Sinderbeschernng gewürdigt, die von der 3n- spektion Linden in der Volizeiunlerkunft„Staats- minister Grzesinski" in der Prinz-Zriedrich-Sarl- Straße veranstaltet wurde. Trotz der auch bei den Schupos wirklich nicht glänzenden finanziellen Verhältnisse werden bei der Inspektion Linden wie in vielen anderen Polizeistellen von dem Gelde der Beamten täglich bedürftige Kinder gespeist Im Anschluß an eine dieser täglichen Speisungen wurden nun vierzig Kinder besonders beschert. Die Mittel zur Be- streitung der Kinderspeisungen und der Be- scherung waren durch freiwillige Spenden der PolizeiHeamtenschast im Bereich der Polizei- inspektion— Bereltschaften und Reviere— aufgebrocht worden. Im Lichterglanz des Weihnachtsbaums und unter den Klängen von Weihnachtsliedern, die die Musikkapelle der Schutzpolizei zu Gehör brachte, nahmen die Kinder an der reichgedeckten Tafel Platz. Der Polizeiinspektionsführer, Polizei- oberslleutnant von Zepelin, hieß alle Kinder. Eltern und die Beamten, die der Feier bei- wohMen, herzlich willkommen und wies in seiner Ansprache auf den Zweck und das Ziel dieser Kinderbescherung hin. Der Weihnachtsmann, der in üblicher Form und Aufmachung erschienen war, trug viel zur Belustigung und Freude der Kinder bei. Für sedes Kind war ein Paket mit Süßigkeiten und ein bunter Teller vorhanden-, außerdem erhielt jedes Kind ein Paket mit Lebensmitteln, um auch daheim den Eltern eine Freude bereiten zu können. Hier zeigt sich der Wille der Polizeibeamten, die Not lindern zu helfen und Verständnis für ihren Dienst und ihre Opferbereitschaft zu er- wecken. Besonderer Dank gebührt allen Be- amten, die sich in selbstloser Weise zum Gelingen dieser Feier einsetzten. �unrlkunhssräts für Blinde Die Städtische Zentralstelle für Blindenwohl- fahrt hat bisher rund 2300 Blinde mit Rundsunkgeräten oerjeheni etwa die gleiche Zahl harrt noch der Erfüllung sehnsüch- tigen Wunsches. Wer helfen will, wird dringend um Ueberweisung von brauchbarem Rundfunk- gerät, Ersatzteilen an die Städtische Zentralstelle für Blindenwohlfahrt, Berlin SO 36, Oranien- straße 26. gebeten. Auch die Abholung von Rund- funkgeräten erfolgt von dort aus nach telephoni- schem Anruf: E. 2(Kupfergraben) 0021, Anschluß 2465._ Branddirektor Pozdziech tritt w den Ruhestand. Branddirektor Bruno P o z d z i e ch, Stellvertreter des Oberbranddirektors, tritt zum 1. Aprll 1933 auf seinen Antrag in den Ruhestand. Direktor Pozdziech stand 32 Jahre im Dienst« der Feuer- wehr, davon 21 Jahre in dem der Feuerwehr Groß-Berlins. Seine Dienstunfähigkeit ist aui den schweren Unfall, den er am 13. September l93l> auf einer Brandstelle in Friedenau erlitten hat, zurückzuführen. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Trocken und zeitweise heiter, nacht» mäßiger Frost. Tagestemperawren nur wenig höher als bisher.— 3n Deutschland: In West- und Mitteldeutschland zeitweise Bewölkungs- abnahm« etwas ansteigende Tagestemperaturen, nachts mäßiger Frost, in Ost- und Süddeutschland wenig Aenderung, im nordwestlichen Küstengebiet aufkommende Regenneigung. Prosit Reujahr r»W— aber nicht ahn« Aschingers fabel» Haft« Silvester-Pfanntuchen, di« sich eines ganz besonderen Rufes erfreuen. Es gibt sie in den verschiedenste» Preis» lagen mit 10 verschiedenen Fllllungen. Und in ieder, selbst in der billigsten Preislage, sind sie von einer anerlannt hervorragenden Qualität. Es lohnt sich roirllich, Aschinger» Pfannkuchen in der nächsten Aschinger-Ronditorei oder im nächsten Aschinger-Bäckerladen«inzulausen— st« werden vorzüglich vervackt, so daß da« Mitnehmen selbst über weit» Wegsirecken nicht irgendwie beschwerlich ist. Der Andrang ist in den späten Nachmittagsstunden des Silvestertage» in den Aschinger.Aanditareien sehr stark, gehen Sie daher eine oder zwei Stunden vor Ladenschluß, um Ihr« Pfann- luchen zu kaufen. iiniendangr» K» biet» Rudrit sind Berit» SB«e utndenUraße Z stet» an da« Bezirtsletretarral i. Kot. i Trevvcv-echt», zu richte» partelnachrichten /WPür Groß-Berlin Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Beginn nller Veranstaltungen 19H Uhr. sofern kein« besondere Zeitangabe! 2. stiel, Tiergarten. Achtung! Montag, 2. Januar, 20>4 Uhr, bei Röstel, Putlitzstr. 10, streisvorstandssißung mit Bcistßern und ersten Abteilung»- leitern. Der geschäftsfilhrende Vorstand trifft sich schon um 1814 Uhr un gleichen Lokal. Zt. Abt. Unser alter Parteiwirt(Soldschmidt veranstaltet wie alljährlich auch in diesem Jahre eine Silvesterseier für di- Genossen unserer Abteilung. ®» wird um rege Teilnahme ersucht. zg. Abt. Achtung, Bezirke 180», d, 0! Die für heute bei Guß, Wilhelm�tolze. Straße ZI. anzeseijte Besprechung mit dem Abteilungsvorstand findet nicht statt. 47. Abt. Heute Funktianärstßung bei Lier, Naunpnstr. g. Zrauenveranstaltullgen. en Funktionärinnen und isammensein im Alter». 4. strei» Heute, pünktlich 20 Uhr, für di« Helferinnen der Arbeilerwohlsahrt gemütliches heim Danzigsr Str. 82. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahri. Achtung, stlei»leiterirk Wedding: Ueben der Tambourlapelle fällt heut« aus. Nächst« stusammenkunfl Anfang Igftuar. gufamumnlunft der Bildungsobleut« pünkt. lich 20 Uhr Willdenowstr. 5. Dcrbcbezirk Neukölln: All- erwerbslosen Genossen beteiligen ssch an der CW.»Zusammenkunft der Partei um 15 Uhr im Heim Sanner Straße. Morgen, Sonnabend: Wedding-Nord: Treffpunkt zur Fahrt nach Rüdersdorf 18 Uhr Bhf, Wehding, Eingang Nettelbeckpla»,— Falkplag I: Treffpunkt zur Fahrt nach Ueßdorf 18 Uhr und 21 Uhr Bhf. Schönhauser Allee.— Nordost I: Treffpunkt zur Fahrt nach Ueßdorf 18 Uhr Bhf. Weißens«. Unkosten IM.— Lchillerpark: Treffpunkt zur Fahrt nach dem Ueders« 21.50 Uhr Bhk. Gesundbrunnen.— Friedrich-felde: Treffpunkt zur Fahrt 1781 Uhr U»Bhs. Lichtenberg Sotfcheck, Nowawes, Fr. Kirch. platz.— Charlattenburg: Sonnabend. 28. Januar, 20 Uhr, bei Rührig, Schloß. straße 45,— Spandau: Sannabend, 28. Januar, 20 Uhr, im alten Rathau», Am Wall 14. Arbeiter- Ziadio-Bund Deutschlands S. V., Ortsgruppe Groß-Berliu. Char- lottenburg: Freitag, 8. Januar, um 20 Uhr, bei Lehmann, Charlottenburg, Königsweg 8, Bunter Abenb.— Friedrichsfelde: Wontag, 2. Januar, um 20 Uhr, bei Wcrtalla, Hohenlohestr, 3, Bastelabend.— Lichtenberg: Freitag, 8. Janaur, um 20 Uhr, Bibliothek, Weichsestr. 25,„Die Röhre und ihre Funktionen".— Neukölln: Freitag, 8, Januar, um 20 Uhr,„Stromarten und Schaltung lesen", Referent: Ing. Kirsch.— Prenzlauer Berg: Dienstag. 8. Januar, um A Uhr. bei Klug, Berlin NO, 55, Danziger Str, 71, Gruppenabend.— Kreuzberg. Tempelhof: Freitag, 8. Januar, um 20 Uhr, Restaurant Thiele, Fürbringerstr, 0, Gruppenabend.— Untergruppe Spandau: Anschrift: Oskar Linke, Esch-nweg 10. Vier ölovais nach dem Tode unseres lieber Vaters entschlief am 28 Dezember nach übeiaus schwerem Krankenlager unsere herzensgute Mutter, Schwester, Schwieget- und Otoßtnutter Berta Kraatz geb. BilDlIgam im 30. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen die Kinder Erich, Kurt, Lotte und EI11. Berlin 550, OiäfestraBe 18. Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 31. De ember nachm 5 Ulir, im Krematorium Baumschulenwee stall. WM! MMM-WW VeTwaltungsstclle Bcrllo Todes-Anzeice Den Mitgliedern zur Nachrieft, cksö unser Koltage, der Drücker Otto Most geb 20. Februar 1871, am 2A Dezember gestorben ißt. Ehre seinem Andenke»! Die Einäscherung finde' am Mon'aa, dem 2. Januar. ISVi Uhr. Im Kremator um Baumschulenweg, Kiefhoizstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsvprvetla»» Verband der graphischen Hilfsarbeiter u.-arbeiterinnen Dentsch- lands— Ortsverwaitang Berlin Plötzlich und unerwartet starb am Mittwoch, dem 28. Dezember, unser Kollege Richard Wolter kurz vor Vollendung seines 48 Lebensjahres. Kollege Wolter ist auls beste bekannt bei der Berliner Mitgliedschaft durch seinen allzeit bewiesenen Eifer in seiner E'gen- schaft als Funktionär, für die Interessen der Koliegenschatt ein- zutreten, so daß dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahrt bletl en wird Die Trauerfeier findet statt am Sonnabend, dem 31. Dezember nachm 3>/, Uhr, im Kremaiotium Baumschulenweg Rege Beteiligung erwartet Der Ortsvorstand. Am 27. Dezember>032 ent-chüel nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leide" mein innigsteeliebter Mann, unser herzensguter Vater und Schwiegervater Paul Sdilrmadicr im Alter von 50 lahren Dies zeigen tietbetrObt an rt nna Sßi rmoffier, geb. Ktrs«hP«K Ernst Wiest' er und Fron, geb sdilrmadier. Berlin C» F. Stop und Freu, geb. Sdnrmadier. Detroit, lsa Emäscherungsfeier: Freitag, den 30 Dezember IZVi Uhr. in der Trauerhalle des Krematoriums Wü- mersdotf, Berliner Str. 101/103- K*l JUERGEN5 Alexander platz Maua KdnlgAtr.43 Homöopathie ÄÄ Löser Am 28 De-ember riß der Tod unseren heben Kollegen und Kampfgenossen Richard Wolter im Alter von 48 Jahren aus unseren Reihen Sein schlichter, aufrechter Cha rakter. sowie seine jahtelan e un- ermDdl che Tätigkeit im Dienste der Atbei crbewegung sichein ihm ein ehrendes Andenken Friede seiner Asche! „Hammcrxtiatl*' der BuÄdrudtrrel t ad. Mo«k -aber nicht ohne ff fvImter-Pfannlflnheni iOoendußdeneTullunaai m uepKauie Linoleum Szillot. Kolonie- straße g. ! Patentwatratze» s.Primilssma" Aui- jegematratzen Me- tallbetten Chaise- longues. Walter Stargarder Straß» achtzehn. Spezial- geschält. «»naisst Silvester- Scherzart ilel. Zeuerwerk, Neu- .ahrskarten Riesen- äuswahl. Billigste Händlerpreise. Mo- krauer. Spandauer. brücke 1 B. Teilzahlung. Schlafzimmer, Speisezimmer, Küchen, Einzelmöbel, billig» Preise, niedrige Ra» ten, Thon, Große Frankfurterstr, 88.' Im Marstall» gebäude Breite. iß» 38, gebrauchte öb-1 spottbillig,- siZUll! Hieidungsstocka. uiasche usui. Leihhau, Lowick« oerkaukt zu un» glaublich billigen Preisev wenig ge» tragen»'vwie neue Serrengarderobe Herren» u Domen. pelze Seitester Weg lohnt Kein- Lowbardwar». Prinzenftraße 105, ein» Trepp«, rnoM 8>—250 Ankleide» schränke 85.—, Me. tollbettstellen, Holz» bettstelle» T&t—. Möbelgroßlaaer fto» merNng, Kastanie». alle- Ä lEcke Sehr- belllnersttaße). Cassaverkauf. auch Teilzahlung.• musi»' mstrumeniB Prachtpianos. zehnjährige Daran- tie,«00,-. Ge- brauchte 150,—, Mo» natsraten 15.—. Re. paraturen Stirn- mungen. Anger- höier« Pranofabrii Groß» Frankfurter- straße 48« Kirch- Kirchgang,_• Zirka 130 MO TrsiErgon• Schall. platten nur I» Auf- »ahmen 25 stenti» Meter, setzt 0,g5. Künstlerautnahmen, 80 Zentimeter, setzt 1,50 M, Machnow. Weinmeisterstr, 14, Filialen: Friedenau, Rbeinstr, 4L Char» lottenburg. Wind- scheidstraße Ecke Kantstraße und iKuntstraße 54. Radio. Sprechmaschinen, Netzanschlußanlage komplett mit Rod- ren Lautsprecher anschlußsertig 48,— Lautsprecher 4,75, 7,50 vierpolig 13,— >8- 22.— System 3,95. 6,50, Eleltro. dosen 3,50, 550 Mark. Anoden. 100 Volt, 2,85. Daran. tie»Anod« 8.S5, 5,95, Retzonoden 750 Bastlermaterial billigst, Sprech- maichinen, Koffer- apvaratk 9,—. 12,— 15,— Mark, Schrankapparate 28,—, 82,— ,45,— M 10 000 Werke 3,- 4,- «,—, Doppelseder- werk«.75, elektrische Werk» 20,-, 22,-, 25,—, svwie alle» Zu» dehör billig Mach. now Wernmeistei. straße 14 Filialen: Friedenau, Rhein. straße 48: Char. lottenburg, Wind- Icheid- Ecke Kant» ' aß», und Kant» atze 54,' Radioauiageu, alle Marken, gegen kleinste Monat». raten, Borlsibrung kostenlos Ostfunk Gzilust. Reander» stroß« 16 Etagen- eschäit Telephon wttz 0435.« | fslii'i'Siisi' � Gebraucht» Fahrräder 15,—> 20— 25.— 80,—. Machnow, Dein- meisterftraß» 14,» Sinderräder für jede» Alter. Drei» räder. Roller, Rie» senouswahl. Mach. now, Weinmeister. straße 14, Filialen: Friedenau, Rhein» straße 48, Charlot» tenburg.Windscheid» straße. Ecke Kant. straße und Kant- straße 54. HSUW8UCHfiI Fahugeblsse. Platinabfäll«, Quecksilber Stau» metalle Silber» schmelz».Soldlchmel. zerei, Ehriftionat, Söpenickerftraße 30» lSaltestelle Köpe» nickerbrücke).' I ün epnem stochkurs«. Förderkuric skle Hausangestellte, Wasch- und«lätt, kursc, Schuelder- kurfs, Servierturss. Kochschule de« Ber- liner Hausfrauen» Vereins sSina Mar» aenstern), Berlin C 2, Breitestr. 4. Äupfergraben 2288 Mit aufgepflanztem Zollbajonett Die neuen Einiuhrbestimmungen und die gekündigten Handelsverträge Die neuest« Agrarhilfe Hot bereits mit EinfuhrLontingentierung für Schmolz und S ch l e i f h o l z eingesetzt. Ueber den schweren Anschlag, den die Begrenzung der Schmol,zeinfuhr für die nächsten sieben Wochen, die danach eintretende Zollerhöhung in Verbindung mit den anderen Maßnahmen der Fettoerteuerung für die Volksernährunz bedeutet, ist schon in anderem Zusammenhang das Nötige gesagt worden. Aber auch handelspolitisch sind diese Maßnahmen leider durchaus nicht so harmlos. wie es die schleichertreue Presse darstellt. Die Einfuhr an Papierholz betrug im lausenden Jahre trotz starken Rückgangs noch immer rund 25 Millionen Mark! Haupteinfuhrländer sind die Osts waten und die Tschechoslowakei. Für die Papierholzeinfuhr ist in Zukunft ein h o ch n o t- peinliches Bewilligungsversahren erforderlich. Die Verarbeiter müssen sür jeden Rohstoffbezug aus dem Ausland den Nachweis bringen, daß dieser zur Ausrechterhaltung chres Betriebes erforderlich ist. Dieses umständliche Lizenzverfohren wird selbstverständlich weitere Bezüge aus den großen Holzländern stark er- schweren und möglicherweise die Miß- st i m m u n g der betroffenen ausländischen Staaten verstärken. Von der diesjährigen Schmolzeins uhr in Höhe von 2M Million Zentner kommen etwa zwei Drittel auf die Vereinigten Staaten, der Rest vornehmlich aus Dänemark rund 450 000 Zentner und aus Holland l00 000 Zentner. Die rigorose Kontingentierung der Schmalzein fuhr und die Erhöhung der Schmalzzölle wird naturgemäß in diesen beiden Ländern erneut als gegen ihre Interessen gerichtet empfunden werden. Da ohnehin bereits die so wertvollen deutschen Wirtschaftsbeziehungen zu Holland und Dänemark, den beiden reichsten europäischen Agrarländern, durch die rücksichtslose Abdrosselungspolitik der Lebensmitteleinfuhren sehr getrübt sind, kann durch diese und die beabsichtigten weiteren Maß nahmen den Boykottparolen neue Nahrung gegeben werden. Denn das alles ist ja erst der A u f t a k t. Es sind ja leider noch weitere Zollerhöhungen und sonstige Einnchrerschwerungen zu befürchten, Die wichtigsten Handelsverträge sollen in de« nächsten Wochen„erneuert" werden. Ende des Zahnes läuft das deutsch-niederländische Handelsabkommen, am 15. Februar der haudels- politisch bedeutsame deutsch-schwedische Handels- vertrag, am 15. März das Handelsabkommen mit Jugoslawien ab. Nachdem der Papen-Streich der allgemeinen Agrarkontingente kläglich scheiterte und schon die Ankündigung dieser Pläne und die wenig ruhn> volle Rundreise der Tomatenkommission der deutschen Wirtschaft und der deutschen Ausfuhr- industrie schwersten Schaden zufügte, soll jetzt das Autorkieziel des Landbundes auf dem Wege der Zollerhöhungen anläßlich der Bertragserneuerung erreicht werden, In dem deutsch-niederländischea Handclsal'- kommen sind für die wichtigsten Kstchenge wächst und Gartenbauerzeugnisse— Tomaten, Frühgemüse, Frühkartoffeln usw.— die Zollsätze vertraglich festgelegt, im deutsch- schwedischen Handelsverträge die vertraglichen Zollbindungen sür Vieh, Fleisch, Fleisch waren usw., im Vertrag mit Jugoslawien für Federvieh, Eier, getrocknete Pflau- ni e n u, o. m Die Absicht der Reichsregierung geht nun offenbar dahin, auch noch die geringen und viel- lach für die Versorgung der Bevölkerung unent- behrlichen ausländischen Z u s ch u ß i m p o r t e durch Zollousstockungen unmöglich zu machen oder wenigstens wesentlich weiter künstlich abzu- drosseln. Der Reichswirtschaftsminister Warm- bald bat vor der Weltwirtschaftlichen Gc- sellschoft eine flammende Rede gegen die die deutsche Volkswirlschafr vernichstnden Autarkie bestrebungen geholten. Der Reichskanzler Hot irellich versichert, daß er von Wirischoftssachver- ständigen nicht allzuviel hält, und auch die Methode der Aussprache der Ressortminister unter vier Augen scheint nach allem, was bisher ge- lcbchen und was angekündigt ist, für die Inter- essen der Gesamtwirtschaft wenig fruchtbar. Unser Reichskanzlergeneral hat zwar eingesehen, daß man aus den Bajonetten allein keine Macht holten und keine Regierung führen kann, er Hai uns ferner versichert, daß er nicht beabsichtige, in der Außenpolitik mit Militärstieieln aufzutreten, Nun, um in der beute so gongbaren militärischen Ausdrucksweisc zu verbleiben, mil ausgepflanzten Zoll- und Sontiogents- bajonelbm kann man vielleicht eine Weile die ohnehin bereits sehr zusammengeschrumpften„feindlichen" Zu- schußlieferungen fernhalten, aber in kurzer Zeit werden die Stacheldrahtverhaue unserer Kunden länder sür zahllose bisherige deutsche Industrie- Warenlieferungen undurchdringlich sein, Sein Zirbeilsbeschafjungskommissar. mag er auch ein noch so wachsamer Schäferhund sein. wird den aus den Aussuhrindustrien verdrängten Arbeitern und Angestellten neue Arbeitsstellen geben können. Der deutschen Volkswirtschaft würde ein n i ch l mehr gutzumachender Schaden zuge- fügt werden, wenn man die Erneuerungsverhond- hingen mit unseren besten Kundenländern nicht mit stärkster Rücksichtnahme auf deren leben?- wichtige Interessen führt. Es wäre u n v e r oniwortlich, wenn die Schleicher-Regierung weiter durch Nachgiebigkeil gegenüber dem Land- buad dem deutschen Erport neue Wunden schlägi, Bei alledem ist mich ein weiteres zu berück- sichtigen. Die Vorbereitungen für die Welt- wirtschaftskonferenz sind im Gange. In kurzer Zeit soll diese ihre Beratungen beginnen, in deren Mittelpunkt der Abbau der Handels- Hemmnisse und die zollvolitische Abrüstung stehen muß. Wenn Deustchland setzt seine Abdra'selungs- Politik rücksichtslos fortsetzt, so wird den eng- stirnigen protektionistischen Interessenten anderer Länder Vorschub geleistet und damit die Liquidie rung der unseligen Blockade des internationalen Handels, an der wir am allerftärksten interessiert sind, äußerst erschwert, .Ausvei'liauf bei Flick Die R h e i n i s ch- W e st i ä l i s ch e E l« k t r i- z i t ä t- w e r te A.-G., der große westdeutsche Elektrotrust. hat aus dem Besitz der Cbarloüev, Hütte, das heißt also von Friedrich Flick, ein riesiges Aktienpaket erworben. Es handelt sich um nominell 21 Millionen Aktien der Rheinischen A.-G, iür Braunkohlen- Bergbau und Brikettfabrikation in Köln, oic bekanntlich unter dem entscheidenden Einihiß von Dr, Paul Silverberg steht. Der Aktienerwerb ist mit der Zustimmung der Rheinischen Braunkohlev- gesellichaft, also auch Paul. Siloerbergs, erwlgi. Bisher bestand schon die engste Verbindung zwi- schen RWE. und der Rheinischen Braunkohlen gesellschait, besonder- durch Großabnahme von Bvaunkohi« und Stroinerzeiigimg am Fundort durch das RWE. Man wird kaum anzunehmen brauchen, daß das RWE. große eigene Barmittel für diese bedeut- ■ame Transaktion aufzuwenden hatte: es dürire vielmehr wohl so fein, daß der hochverfchul dste Friedrich Flick das wahrscheinlich ver- pfändete Aktienpaket dem RWE. gegen lieber nähme der darauf liegenden Berpilichtungen und eine entiprcchende Difrerenzzahliing überlassen hat, 22,12 auf 20,74 M, zurückgegangen, was dem niedrigsten Stande für das Jahr 1932 entspricht. Der November hatte einen Kolendertag weniger als der Oktober, außerdem dürften die Mitglieder im November mit Rücksicht aui notwendige Ein- käute zu Weihnachten ihren Umsatz etwas he schränkt haben. Tobres, Direktor E r e m e r, der leit 1924 die ?lbteilung für Sparkassenwejen leüete, tritt mit dem 1. April nächsten Jahres in den Ruhestand, Die beiden Geichäit-führerposten werden zur Funktwn eines stellvertretenden Präsi- denten vereinigt, die mit dem Oberbürger- meister a, D. Dr. Gu g e l m e> e r. bisher Präsident des Vadischsn Sparkassen- und Giroverban- des. besetzt wird. F.eicbsbabnjabre5bsricbt Die Verkehrsschrumpfung in der Krise Die Deutsche Reichsbahngesellschast vcrösfevllicht seht ihren vorlüusigen Zohresbericht sür 1532. Dirkschafl und Verkehr wurden in diesem dritten und härkesken Krisenjahr aus den Stand von lSgll bis 1900 zurückgeworfen. Der Rückgang der Einnahmen fchlc sich in oerfchärflem Tempo fort: andererseits drückten aber neue Lohn- und Gehaltsabbauien. sowie Preissenkungen die Ausgaben der Reichsbahn ganz erheblich herunter. Seit dem letzten Konjunkturjahr>929 ent- wickelten sich die Einnahmen wie folgt: 1929... 5364 Millionen Mark 1930... 4551 1931... 3 855 1932 etwa. Z 850 ,.„ Die Einnahmen hoben sich also in den legten vier Iahren um rund 47 Proz. gesenkt Die Ausgaben der Betriebsrechniing gingen in der gleichen Zeit von 4500 auf 3000 Millionen Mark, also um 33 Proz, zurück. Welche Krisen- opfer hierbei den'Arbeitern und Beamten zuge- mutet wurden, zeigt die Drosselung der Personal- ausgaben um 8 20 Millionen Mark seit dem Jahre 1929, Das bedeutet, daß die Kauskra't der Eisenbahner, von denen im Verlaus der Krise über 100 000 Mann entlassen wurden, im Gesamt- durchschnitt um ein Drittel ihres Einkummens seit 1929 genommen wurde. Dmhau in der Girozentrale In der L« i l u n g des Deutschen Sparkossen- und Girooerbandes sowie der Deutschen Girozen- trale rieten im neuen Jahre Personalver änderungen ein. Stadtrat I u r s ch, der seit 1916 Geschästssührer der Girozentrale war, tritt nach Erreichung der Altersgrenze Ende diese? verlnstabschluß bei Aschingcr. Die A s ch i n- g e r A.-G. Berlin veröffentlicht jetzl erhebfich verspäte: ihren Jahresabschluß für 1931. Bei oui- follend großer Steigerung der Ziiisbelastung von 460 000 auf 830000 M, wird ein Verlust von etwas mehr als 782 000 M ausgewiesen. Der Verlust wird aus Reserven gedeckt. Bei der Ber- ichärsung der Wirtschaftskrise in dem jetzt abgelau- jenen Jahr wird man sür 1932 mit einem neuen Vcrluftabschluß bei'Aichinger zu rechnen haben. Eine Gcschäslsbelebung meldet die Robert Bosch A.-G. in Stuttgart, die bekanntlich in erster Linie Autozubehör herstellt mim GENOSSENSCHAFT BERLIN U.UMGEGEND E.G.M.B.H. Die Konsumvereine im November Der Ze ntr a l ve rba nd Deutscher Kon- sumoereine meldet für 151 vergleichbare Ge- nofsenschoften einen Monatsumsatz im Ro oember von 43,50 gegen 46,54 Millionen Mark im Oktober. Der llmiatz je Mitglied ist von PfannHuchen 12 Stück gefüllt..... ßQ Pf- 12 Stück ungefüllt... 75 Pf- Bauernfreundliche Politik? Auch Schleicher opfert die Bauerninteressen den Junkern Die Verordnung über den V u t t e r b e i- mischungszwang wurde von der Reichs- regierung mit der Notwendigkeit begründet, den Bauern und Siedlern höhere Preise für ihr« Er- zmignisse zu verschaffen. Zwar haben sich die okdenburgischen Bauern bestens für dieses Geschenk bedankt und auch der bayerische Bauernführcr Fehr ist ein ausgesprochener Gegner des Butter- bc-imifchungszwangss. Zur Groieskc wird diese angeblich baocrn- seenndliche Haltung der Rcichsreglerung aber durch die am gleichen Tage verkündete Einbeziehung von Reis und Reisfutlermitteln in dos Bloismanopol. Das Mais Monopol wurde seinerzeit errichtet zur Regulierimg der Futtergetreidepreisc. Jetzt dient es lediglich dazu, die Getreidepreise künstlich hochzuhalten. Den Schaden von dieser übertriebenen Getreideschutzzollpolitik haben aber die Bauern und die vielen Geflügelhalter zu tragen, die aus Zukaus von Getreidesutter angewiesen sind. Da wegen der gesunkenen Kaufkrail der Konsumenten eine Erhöhung der Preise für die Versdelungserzeugnisfe nicht möglich ist, bedeutet jede Berteuerung des Futters eine Ber- Ichlechterung der Rentabilität der bäuerlichen Landwirtschaft, Nachdem mm das Moisnwnopvl den Mais derart verteuert hat, daß die Moisver- füttsrung sehr stark verringert werdcn mußte, haben sich die auf Zukaus van Getreidejittter angewiesenen Landwirte nach Ersatz st offen umgesehen, um bei den niedrigen Preisen für Beredelungserzeugnisfe einigermaßen auf ihre Rechnung zu kommen. So wurden in den legten beiden Iahren in stärkerem Maße als bisher Reis- futtermehl, unpolierter'.Reis und andere Getreidearten wie z. B- Maiinagrütze in stärkerem Maße als Futtermittel verwendet. Die Einfuhr dieser Futtermittel rief aber sofort den Protest der Groß agrarier hervor, die ein Verbot der Einfuhr forderten. Herr von Schleicher hat sich diesen Forde- rungen jetzt gefügt, es wurde eine Verordnung erlassen, nach der die Einfichr von Reis und Reis- futtermittel sowie von einigen anderen im wichtigeren Getreideartev dem Maismnnapol unterstellt wird. Das Maismanopal erhebt jetzt nach einen: Bc schluß seines Berwaltungsrctts bei der Abgabe dieser Futtermittel einen Zuschlag van 85 bis 110 M., wodurch die preise sür unpolierlen Reis von 100 aus 185 Ak. und von Reisfvttermehl von 70 auf 180 7N. je Tonne erhöh) werden! Dos bedeukel e>ue völlige Einfuhrsperre sür die nicht un- michLgeu Futtermittel und eine beträchtliche Erhöhung der Produktionskosten für die veredelnde(!) Landwirlschast. Es ist also ein« absolute Irreführung. daß die Regierung sich rühmt, eine bauern irenndliche Politik zu treiben. Wenn sie aus der einen Seite einen Butterbeimischungs- zwang verfügt, der der Landwirtschaft nichts nutzt. auf der anderen Seit« wichtige Futtermittel ver teuert. ZWEITE BEILAGE FREITAG, 30. DEZ. 1932 Römcin von picfurd Ckrisüansen Aber Berger vergaß nicht. Und er suchte leidenschaftlich nach einem Menschen, der mit ihm einig wäre. Den Bankkassierer Rognos kannte er leider nicht. Liidersen kannte ihn, aber der zog es vor, den andern auf seine Existenz nicht aufmerksam zu machen. Es war ihm ohnehin ein Aergernis, daß Rog- nos, abgesehen von dieser Schrulle, ein durch- aus sympathischer Mensch war. Nie kam es Berger in den Sinn, den Men- schen seine Unzufriedenheit und seine wehe, verbitterte Empörung in die Ohren zu tuten Auch schimpfte er nie auf sie. Er bedauerte sie im Gegenteil um chrer grenzenlosen und unheilbaren Dummheit willen. Aber die De- mütigung, die diese blinde Einfalt ihm zu- gefügt hatte, die haßre er aus tiefster Seele. Die Tage feiner Erniedrigung halten ihn ae- zeichnet, und es schien ihm Hoffnungsws, sich je von der Schande reinzuwaschen. Das empörte ihn am tiefsten. Daß man auf ihn herabsah Daß man ihn für einen Verbrecher gehalten hatte. In der ersten ohnmächtigen Hilflosigkeit— nachdem er seine Lage erkannt hatte— dachte er: Irgendwer muß mich doch ver- stehen? Alle können doch nicht so unoer- nünstig verstockt sein? Wie eine Erlösung kam ihm da der Ge- danke an seine Mutter Zu ihr wollte er gehen und sehen, wie sie darüber dachte. Und er führte an einem der ersten Tage nach Quisthus' Beerdigung seinen Vorsaß aus. Die alte Frau Berger war schon zwanzig Jahre Witwe. Sie hatte nur den einen Sohn und eine Tochter, wohnte aber, da beide ver- heiratet waren, allein. Die langen Jahre der Einsamkeit mit einem nicht sehr reichlichen Auskommen hatten ihr einen ruhigen, zurückhastenden Ernst verliehen. Sie war vor kurzem sechzig geworden, war zarrgliedrtg und klein von Statur. An dem Abend als Berger zu ihr kam, saß sie und las Sie hatte die Brille in der Hand, als sie ihni die Tür ausmachte. Es war schon neun Ubr und als sie sah, wer da kam, nabm ihr Gesicht einen verwundert fragenden Ausdruck an. Sie lächelte ganz leicht und ein wenig müde. Vielleicht war ihr Lächeln etwas müder als sonst. Er sah sie forschend an. einen Augeitblick lang. „Guten Abend. Mutter. Ich bin lange nicht bestdir gewesen, nicht wahr?" „Ach, mein Iunae—." Sie sagte dies, als ob es ja nur natürlich wäre, daß er nicht mehr so häufig käme. Und während er sein Ueberzeug abnahm, stand sie wartend bei ihm. Dann ließ sie ihn vor sich ins Zimmer treten. „Seß dich doch." „Danke schön, Mutter." Aber er blleb erst noch stehen und wieder hatte er das Gefühl wie schon so manchmal,, daß sie jeßt, wo er selbst verheiratet war und ein Kind hatte, schwerer zueinander kamen. Es machte ihn leicht etwas unfrei Er fürchtete zu verletzen oder nickt lieb ge nug zu sein. Das hatte er schon öfter emp sunden. Fast jedesmal, wenn er von ihr ging. war es, als ob sie, ohne es zu wollen, beide nicht die Auslösung gefunden hätten für die Wärme, die doch in ihnen war. Als er sich gesetzt hatte, sah er knabenhaft . schüchtern zu ihr Hinüber.„Wie geht's dir denn. Mutter?" Wie sie da stand, sah er eine flüchtige Müdigkeit über ihr Gesicht gleiten, die aber gleich wieder oerschwand. „Danke", sagte sie.„Ich bin gottlob ge- sund." Es entstand eine Pause. Berger wußte nichts zu sagen und da die Mutter auch stumm blieb, griff er nach einem Notausweg. „Hast du kürzlich von Inga gehört?" „Ja— letzten Sonnabend kam ein Brief von ihr." „Und es steht gut dort?" „Ja. mit allen vieren.— Möchtest du den Brief lesen?" „Gern." Er ergriff es mit Begierde. Und während die Mutter den Brief hervorsuchte, pfiff er leise vor sich hin. Als sie damit kain, stand er auf und nahm ihn ihr ab. Er öffnete ihn langsam im Stehen. Dann legte er den Briefumschlag auf den Tisch und setzte sich zum Lesen aus einen anderen Stuhl. Es war, als läge ihm viel daran, möglichst in Bewegung zu bleiben, damit sie nicht plötz- lich mal so dasäßen. Der Brief war glücklicherweise am Tage des Ueberfalls geschrieben, war also ganz frei van Bemerkungen. Der Ton war lieb und nett und es stand auch ein Gruß an ihn drin. Das alles machte ihn zuiraulicher.„Es scheint doch alles recht nett dort zu stehen", sagte er.„Findest du nicht?" Die Mutter nickte.„Ja", sagte ste.„Bei denen steht's gut." Der fast unhörbare Nachdruck aus das Wort denen machte ihn stutzig. Er sah ver- stöhlen zu ihr hinüber, indem er das Brief- blast zusammenfastete. Sie hatte ihr Buch vom Tisch genommen und trug es nach dem Bücherbord. Er wartete, bis sie damit fertig war, steckte dann den Brief in den Umschlag und gab ihn ihr zurück.„Vielen Dank", sagte er. Die Mutter nahm chn schweigend. Dann fragte sie:„Haft du schon gegessen?" „Danke, ja." „Kann ich dir nicht irgendwas vorsetzen? Ich glaube, da ist noch etwas Obst—" Aber er dankte eifrig.„Nein, nein, Mutter. Setz dich lieber zu mir und plaudere ein wenig mst mir Hast du nichts Neues zu er- zählen?" Die Mutter setzte sich und es kam ihm in seiner nervösen Angst vor, als sei ihr ruhiges kluges Auge forschend aus ihn gerichtet. Aber sie sagte nur:„Nicht daß ich wüßte— bei mir passiert so wenig." Da nahm er seinen ganzen Mut zusammen und suchte sich dem schwierigen Punkt zu nähern.„Ja", sagte er mit erzwungener Leichtigkeit,„anderswo passiert scheint's mehr." Sie sahen einander an. Und sahen wieder weg. Und eine kleine Pause entstand. Dann fragte die Mutter:„Und wie ist es mit dir?" „Ach", sagte er,„du weißt sa—" und er sah sie prüfend an. Sie nickte und erwiderte seinen Blick.„Ja", sagte sie. Er fand mit einem Male, daß ihr Gesicht einen so enttäuschten Ausdruck haste. Und da hiell er es nicht mehr aus. Er mußte wissen, sicher wissen, wo sie stand.„Mutter", fragte er,„bist du enttäuscht von mir?" Die heiße Angst eines Knaben lag in der Frage. Und sie nahm sich Bedenkzeit, ehe sie antwortete, und auch dann noch war ihre Antwort ausweichend:„Wieso denn enttäuscht?" fragte sie. £andUör&er: Stallau hatte Munger! f Als Hassan gerade überlegte, bei welchem reichen Efsendi er die Nachr vorsprechen wollte, um chn um einige Hühnchen oder einen Sack Reis leichter zu machen(die hungrigen Mäuler seiner Kinder hörten nicht auf, vor Hunger zu brüllen), schlug ihm jemand auf die Schulter. „Schläfst du—? An der Reede gibt es ein paar Piaster zu verdienen!" Der Freund raste mit Windeseile wieder da- von. Hassan hestete sich an seine Fersen und schürzte im Laus den langen schmierigen Burnus hoch. Sie stürmten durch die dunklen verwachsenen Straßen zum Hafen. Sprangen in Iusioffs Boot. Legte» sich mit oller Kraft in die Riemen. Aus dem schwarzen glatten Wasser wuchsen hohe steile Klötze. Ihre schwachen Lichter wiesen ihnen den Weg.„Dort hinten—" stieß Iussuff hervor und warf den Kopf zurück. Ja dort hinten an der Reede vor den gewaltigen schwarzen Kohlen- bergen stand auch so ein Klotz. Riesentampen be- leuchteten sein« Umgebung. Und daneben— hunderte Menschen, klein wie Ameisen, krabbelten um den Riesenleib. „Wir kommen zu spät", stöhnte Iussuss. Die Riemen krachten. All« Knochen schmerzten. Hassan hatte den ganzen Tag nichts gegessen. In seiner Bauchhöhle rumorte es. Der Schädel schmerzte. Aber die zähen braunen Arme drückten die Riemen, daß das Boot pfeilschnell über die Flut peilte. Sic umruderten den schwarzen Riesen. Sprangen aus die Reede. Banden ihr Boot fest. „Ein paar Mann werden noch gebraucht!" krähte der Aufseher gerade. Iussuff und Hassan sprangen keuchend in den Menschenhaufen. Be- kamen einen Korb in die Hände gedrückt. Warteten mit den anderen einen Augenblick. Der Riese stöhnte dumvf. Schwarzer Rauch kroch aus de» gewaltigen Schloten. Unter Gebrüll wurden die schmalen Laufbretter an ihn geklammert. Der Weg zu den Bunkerschliinden freigelegt. Dann begann die Arbeit. Hundert Araber warfen»ach und nach«inen gefüllten Kohlenkorb auf die nackten Schultern. Trabten Mann für Mann über die schmale Laus- plante. Stießen sich. Keuchten. Rannten oben über die Backbordseitc, kippten ihren Korb in den Bunkerschlund und rannten über die andere Lauf- Planke wieder vom Schiff. Bekamen eine Blech- uummer. Schleppten einen anderen Korb hinauf. Der Riese war unersättlich. Die schwarzen Kohlen- berge auf der Reede von Port Said sind kleine Gebirge. Hundert hungrige Araber sind nicht viel. Ihre Leiber glänzten vor Schweiß. Ihre nackten Füße klatschten auf die Planken. Am Bunker- schlund stand ein weißer Aufseher. Fluchte. Rückte sich den Tropenhelm zurecht. Die Schlote qualmten. Das schwarz« Wasser gluckste dumpf. Hassan raste hinter Iussuff her. Der Kohlenkorb drückt« i» seine nackte Schulter. Hinaus, hin- unter— ein viertel Piaster. Hinauf, hinunter— ein halber Piaster Ei» Piaster, zwei Piaster— Brot, Reis, Zuckerrohr. Er schwitzt. Der Schädel droht zu zerplatzen. Hinauf, hinunter,— drei Piaster. Iussuff war in seinem Lauf unerbittlich. Hinaus, hinunter-- ..Weal zawar bachura achat— telu etazrman chnebachurim—" sangen die Kameraden Sangen es beim Schleppen. Beim Rennen Die Planke war naß vom Schweiß. Der Riefe stand unbeweglich Sein Bunker war erst halb voll. Hassan schwankte. Blieb einen Augenblick am Bunkerschlund stehe». Der Sturm der Hastenden raste an ihm vorüber. Riß ihn wieder mit. Noch einen Korb Hinaus die Lausplanke. Ihn schwindelle.„Vorwärts, vorwärts", stießen ihn die anderen in den Rücken. Hinauf— auskippen— hinunter. Zitternd Hob er den nächsten Korb aus die Schulter. Wankte auf die Plante. „Findest du. ich Habe mich feige benommen?" Da sah sie ihn ruhig und fragend an.„Du hast wohl getan, was du für das Richtige hieltest." Das heftige Bedürfnis, diesen Vorbehast zu brechen, machte ihn eifriger.„Ja, Mutter. Aber andere meinen eben nicht, daß es richtig war. Sie denken, ich hätte ganz ein fach Angst gehabt. Aber das ist nicht wahr. Mutter. Ich dachte nur. das Leben fei mehr wert." Ein milderer Ausdruck kam in das Gesicht der Mutter.„Also daran dachtest du?" „Ja, Mutter. Daß man um so wenig nicht zu sterben brauche, dachte ich. Aber vielleicht findest du das nicht?" Sie sah ihn mit einem Anflug von Un gläubigkeit an.„Sterben?— Du glaubst also, er hätte geschossen?" „Ja", antwortete er,„bestimmt. Er sah so aus. Und da fand ich, ich sollte nicht-- aber du findest es vielleicht—?" Die Frage kam so hilflos heraus und machte auch die Mutter hilflos.„Ach, ich", sagte sie.„Ich bin bloß eine alte Frau. Ich oerstehe davon nichts." „Wer du hast es von den andern gehört?" Das Gesicht der Muster sah jetzt plötzlich wieder inüde und vergrämt aus.„Ick", gab sie zu.„Aber die andern sagen ja soviel. Du weißt doch, wie die Leiste sind." (Fortsetzung folgt.) „Los ,los!" Der volle Korb entfiel seinen Händen. Krachte auf die Planke. Klaschte ins Wasser. Hassan griff sich an den 5topf. Undurchdringliche Finsternis umgab ihn. Stöhnend sank er in die Tiefe-- „Ah--!" Aber keiner wußte, wie er helfen sollte. Du Körbe drückten. Die schmale Plank« war mit den drängenden Menschen besetzt. Nach einer Minute sprang einer von der Reede ins Meer. Es war Iussuff. Kam ans Land. Hielt einen leeren Korb in den Händen. „Weiter, weiter!" kreischte der Aufseher. Die Schlote qualmten drohend. Die Bunker waren erst dreiviertel gefüllt. fnw töiilinq:»/fll füll 1*1 2t 61 III Dos Haus, in dem Ali wohnte, gehörte zu diesen grauen Mietskasernen, deren Schicksal es von vornherein zu sein scheint, unpersönliches leid volles Alltagsleben zu beherbergen. In dieser Zell der Weltwirtschaftskrise und der Massenarbeitslosigkeit halle sich die Not in jede Wohnung eingenistet. Sie hatte die Menschen eng zusammengepfercht, ohne sie seelisch einander näherzubringen. Viel Mißgunst stand zwischen ihnen und alle Augenblicke flammte die Reiz- barkeit auf. Dennoch beneidete niemand ihn, den stellungs- losen arabischen Artisten. Einst war er ein guter Untermann gewesen, bis ein Fußknöchelbruch chn jählings aus seinem Beruf warf. Noch heute, wenn er an seinen Unfall denkt, hört er ein leises Knacken in den Gelenken. Damals, gleich nach dem Unfall, kam das Liegen im Krankenhaus, kamen die Besuche und die zahlreichen Karten- grüße mit aufrichtig gemeinten Wünschen zur baldigen Genesung. Und dann kam die Genesung und sein ängslliches Haushalten mit dem kleinen krfporten Vermögen, das trotz aller Sporfoinkeii so erschreckeich schnell zusammenschmolz. Ein befreundeter Truppenches versuchte, den Verunglückren in seine Truppe einzureihen. Doch hielt er als Untermann nicht mehr. Es mar chni nicht, als ob er seine Kollegen auf den Schultern träge, ihr Gewicht ruhte allein aus seinem einen schwachen Fußknöchel. Er zitterte und das Zittern pflanzte sich fort bis in die Spitze der Menschen- Pyramide. Da versuchte er es als Obennann Er war reichlich schwer, der Untermann biß die Zähne zusammen und gab seine legte Kraft her, aber der schwache Fuß machte wiederum zu schaffen. Er konnte ebensowenig vier Mann hoch stehen wie er einen Menschen aus seinen Schultern zu tragen vermochte, er stand weder sicher, noch konnte er abspringen aus der Höhe. Da er nicht als Ballast mitgeschleppt werden wollte, ging er von der Truppe. Da war ja die große Stadt, in der so viele lebten. Auch ihn würde sie ernähren. Der zurückgebliebene Araber hastete durch Berlin und bot seine Dienste müh sam ausfindig gemachten Landsleuten an. Er liei mit einer Aktenmappe voll Schallplatte» in die Wohnungen von Menschen, die sich für den Orient interessierten, und konnte durchschnittlich alle vier- zehn Tage eine Platte verkaufen. Er handelte mit Zigaretten und schrie sich einmal auf einem Rummelplatz vertretungsweise heiser. Doch ver- siegten die Einnahmequellen immer mehr. Ost saß er tatenlos in seinem mulmig-kalten Zimmer und starrte in den mit üblen Gerüche» angefüllten Hof, der einem Lichtschacht glich. Der Araber wollte arbeiten, aber niemand wollte chn haben. Warum auch gerade chn. den halben Krüppel, da doch alle Menschen in diesem großen Elendshaus die Kräfte in Arbeitslosigkeit ver- zehrten! Ein Glied in einer Kette sein, ist schön. Das wußte er von der Truppe her, da er als Untermann arbellete. Wer nichts fem, ist furchtbar. Diese Menschen um ihn, die waren nichts, waren eine nomenlose graue Masse. Da sie nicht durch erkannte Intcressenbande zusammengeholten ward. glich sie zerriebenem Staub, dem es nicht einmal möglich ist, unangenehm auf den Fußpfad der alles niedertretenden Großen zu rieseln. Der Araber kroch in sich zurück und wartete auf den Ruf aus seiner Welt. Und eines Tages kam diese Stiminc zu ihm. In der Artistenzeitschrift „Das Programm" fand er folgendes Inserat: „Liebe Kollegen, hierdurch gebe ich bekannt, daß ich spätestens am.... mit meiner Truppe wieder noch der Heimat fahre. Jeder arabische Artist von Spanisch- oder Französisch-MaroUo, der wünscht. nach Hause zu fahren, aber das Reisegeld nicht hat, soll sich spätestens bis...... bei mir melden. Ich zahle gern die Reise ab Berlin nach der Heimat. Meine Adresse......" Der Araber ging zu dem Inserenten. Durchaus nicht hastig. Nein, in voller Selbstverständlichkeit und orientalischer Gelassenhell: er war jetzt eben der Mensch, dem der andere Gutes tun konnte. Er bekam die Schiffskarte und konnte für die Heimfahrt rüsten— zum Erstaunen der Mll- bewohner dieses Elendshauses, die den Glauben an menschliche Güte längst verloren hatten. ßniia»«da:Si'htrUnhv touilßnihan Die folgende kleine Geschichte entstammt dem achten Band der„Crnogorci" des Micun Pavicevie. Die Volksmeinung. Bajv Bosch kowitsch, Brigadier, war aus einer Dienstreife nach Slatina gekommen: rief den Müller dort zu sich und sprach: „Sei aufrichtig! Wie denkt man hier über die Regierung?" „Das, Herr Brigadier, wage ich nicht zu sagen..." „Fürchte dich nicht und sprich offen!" Darauf der Müller: „Gut, Herr Brigadier, so sage ich dirs offen: Laß irgendeinen von uns Bürgern oerhaften und fesseln, tu ihn in einen Sack uis feg dich auf ihn: lade einen andern Bürger zu Tisch und iß mll ihm und trink Wein: so werde» beide haargenau dasselbe von euch Regierenden denken— der Mann am Tisch und der Wann im Sack" Lebende Splegelkarpfei 0,65 Fasche Kabliau gr. o. K, Pfd 0,14 Schellfisch i.gi.m.K„Pt(i. 0,>8 Seelachs gr o.k. Pfi 0,12 Rotbars.......... Pfd. 0,16 Kabliaufilet..... Pfd 0,22 Grüne Heringe3Pfd 0,35 Fettherige. lü Stück 0,38 Riesenmatjes.. Stück 0,15 Riesenfettheringe3Si.O,25 Frisches Fleisch Suppenfleisch.. Pfd 0.48 Rouladen........ Pfd 0,84 Schweineb. o. B. Pfd. 0,68 Schweinekamm oder-Schutt,.o. B., Pfd. 0,74 Rückenfett bratfsrtig, Pfd. 0,58 Kassler müd____ Pfd. y. 0,68 Schw.-Köpfem.B.,Pfd 0,44 Kalbsbrustu.�ück.,Pfd.vi0,54 Kalbskammo.B.Pfd.y. 0,44 Kalbskotelett. Pfd. y. 0.S4 Kal>zsschn!tkel Pfd. y, 1,28 Fiammelvorderfl.Pfd,t.0,52 Schweinenieren. Pfd. 0,54 Rinderherken...Pfd. 0.44 Rinderbacken...Pfd 0.34 Euter..............Pfd 0,18 Delikatessen Japankrebse>.2,20'.'jO.I.IS Hummer'/.Ds.a.eB.'/jDs 2 05 Gabelbissen Os. 0,65, 0,50 Fettheringei. lom., 2Ds. 0,65 Leckerbissen Hbg..Ds. 0,65 Appetits! Id.. Ds. 0,65, 0,50 Sardellen....... Pfd 0,88 Oelsardinen 4 Port.-Ds. 0,68 Fischmarinaden... VrLtr.-Ds.O.SB,;,Ltr.-Ds. 0.25 Rollmops in Gemoulade. Dose 0,85, 0,65 Lachs in Stücken, Pfd 1,20 Bücklinge..Pfd. von 0,28 Mengenabgabe vorbehalten- Verkau. sowe. Vorrat- Preise nur Freitag und Sonnabend- Lebensmittelzusendungen oiiicascs- Pfannkuchen rersch.edenen füllungen 0,60 Feinste Inanas-Ptannkuchen»» y. ÖJSl Werne und Spirituosen Italienischer Seiet. Heringssalat"t.n cg Mayonnaise Preise ohne Flasche Fi. lü FL 1931e! Edenkobener 0,85 8,00 1931er Diirkheim.FeuerberoBoiweiD 0,85 8,00 Mnntagna-Rotwein von und kernig 1,00 9,50 1931er St. Martiner Schlossberg 1,10 10,50 1931er Edlgerer Riesling 1,25 12,00 1928er St. Emilion-Bordeaux...... 1,45 14,00 1926er Chatcau Molescasse...... 2,00 18,50 1926er Graves SUR. süsser weiss. Bord. 1,85 17,50 1929' r Haut Sauternes edeisües.. 2,75 25,00 Rum- od. Weinbrand-Verschnitt 2,95 27,50 Preise ohne Flasche „Cider" süsser Apfelwein........... Rbelnpfälzer Weisswein............ Krim-Rotwein sehr gute Qual.. t.01ühw. Insel Samos....................... Roter Tarragona u Qnauut........ Malaga, dunkel..................... Gold-Maiaga vorzilgl. Dessertwein.. Douro-Portweln................. ]amaika-Hum:Verschnitt*0%...... Deutscher Weinbrand unsere spcziai. Ltr. 0,65 0,85 1,00 1,20 1.25 1.45 1,60 1,85 5 Ltr 3,00 4,00 4,75 5,75 6.00 7.00 7,50 8,75 3,75 18,00 4,20 20,00 KonfitÜr©tim8rca.2Pfil. dprikose. Joiiannlsbeer 0,96 Erdlieer.Hiinbeer, Kirsch 0.98 PreisElbeerkompoll■ 0.95 Wild u. Geflügel Hühner frisch. Pfd. von 0,65 Enten frisch, Pfd. von 0,80 Puten frisch. Pfd. von 0,78 Hasen gestreift und u. ausgeworfen. Pfd. von 0,68 Kaninchen gestreift a. ausgeworfen, Pfd. von 0,63 Rehblätter....... Pfd. 0,78 Hirschblätter Pfd. von 0,58 Hirschrücken.... Pfd 0,64 Marken- Schaumweine und Punsch-Extrakte in reichhaltigbr Autwahl Roter J o h a n n i s b e e r w e i n QuaL I Qual. II Ltr. 0,75 nLtr. 3,50 Ltr 0,57 lü Ltr. 5, 50 Gabinet- und Carte-Blanche-Fruchtschaumwein zur Bowle Flasche 1.25 mit Steuer und Flasche Schmorfleisch 0,74 Pfd. Schweineschinken mit Bein, Pfd. 0,74 Grosse Auswahl in Bürobedarfsartikeln zu sehr vorteilhaften Preisen Wurstwaren Get. Schinken'i, Pfd 0,28 Gänseleberw.'/«Pfd. 0,45 Sülzwurst........ Pfd. 0,68 Dampfwurst..... Pfd 0,75 Landleberwurst Pfd 0,78 Jagdwurst...... Pfd 0,84 Mettwurstäischw.trt.Pfd 0,88 FeineLeberwurstPfd 0,96 Zervelat, Salami Pfd 1,08 Schinkenspeck..Pfd 1,15 Filetwurst....... Pfd 1,15 Nußschinken....Pfd 1,28 Lachsschinkeni.g„Pfd 2,10 f Wien. Würstchen"1'' 0,95 Konserven � Dose Apfelmus........... 0,48 Erdbeeren........... 0,90 Pflaumen mit stein.. 0,48 Mirabellen.......... 0,95 Kirschen mit stein..., 0,90 Ananas Malaya, S Sch. 1,05 Aprikosen span-�Fr. 0,72 Kolonialwaren Auszugsmehl....Pfd 0,24 Sultaninen....... Pfd. 0,24 Korinthen....... Pfd 0.45 Weisser Mohn..Pfd 0,48 Blauer Mohn....Pfd 0,48 Mandeln süss....Pfd 1,12 Backobst........ Pfd. 0,35 Kaffee....... Pfd. von 1,90 Käse u. Fette Camembert Scnacm 0,20 Romadourüü'/o. S'ück 0,15 Blockkäse lil«J,20i>.Pid. 0.44 Tilsiter voUfett....Pfd 0,68 Edamer 40%.... Pfd 0,72 Holländer lo»',.. Pfd 0,72 Margarine....3 Pfd 0,74 Rohschmalz..... Pfd 0,46 Kokosfett..... 3 Pfd 0.88 Mnlkereibutter Pfd illert. deutiche 4 Q J Markenbutter� 1,16 Obst u. Gemüse Krachmandeln..Pfd 0,55 Haselnüsse...... Pfd 0,25 Paranüsse....... P'd 0,58 Erdnüsse........ Pfd 0,25 Mandarinen...3 Pfd 0,64 Apfelsinen.... 3Pfd 0,35 Jaffa-Apfelsin. 3 Pfd. 0,68 Bananen......... Pfd 0,24 Traubenrosinen Pfd 0,65 Datteln i. Karton. Kart. 0,38 Tafeläpfel...... 3Pfd 0,58 Grünkohl....... 3Pfd0.10 Rotkohl......... SPfd 0,10 Sellerie........... Pfd 0,06 Kalbskeule bis« pm 1 Hammelkeule 0,66 1 Pfand von 0,70 schwer, ganz u geteilt, Pfd. v ] Am Montag, den 2. Januar 1933 beginnt unser GROSSER Itiials Tüealer Freilag, den 30. Dezember Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Die Hecht des Schicksals Staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Nora VOLKSBÜHNE Theater am Bülewpiatz Tdglidi S Uhr D I Norden 6S36 | Silvester 7 Uhr[ Oliver Cromwells Sendung v. Walter Gilbricht. Regie Heinz Hilpert mit Eugen Klopfer siam. oper Chariottenbur« Fraunhofer 0231 Freitag, 30. Dez. Turnus III 20 Uhr Martha Piahl. Zador, Paiaky, Andrdsen. Pechner Dirigent: Ladwig StAtH Tigl.Su.SHUhr „ Märchen" Hatray-Saiveg-Stem (SomtJitl Neri 3WI«f«/Wapputw. ■ j.!", Stjs. 2. 5,!" ü Nur noch ü T a k e I Oer letzte wilzer Deutsches Theater Weidend. 5201 Kiüti geidilgsnol Morgen Silvester 7 Uhr Hans Moser in Essig und Oel Hammerspieie Heute 8 Uhr Hans Moser Essig undUel v.Geyer u. Frank Musik: Robert Hatsdiei Inszenierung O L. Preminger Ab morgen gesdilosseni BFn H Unwiderruflich B nur noch 2 Tage die Sensation Berlins: DREI CODONAS 6 v. d. Staatsoper Naitto's• 3 Baldors usw. Tljl.8 Il)ir15■ Flora 3434• Rauche« erl. Sonnabend u. Sonntag auch 4 u. zu kleinen Preisen I Großes 6diQU)Dleliious S.\ Ba» im Savoy Gitta Älvav Nosy Barsonn/ OStar Dene» Regie Alfred Roitev Silvemtcr 7 Uhr CASINO-THEATER Silvesterfeier der Volksbühne Sonnabend, den 31. Dezember, abends II Uhr Im Theater am BUIow platz Beethoven; IX. Symphonie Ltg: Qsntralmutikdir: Joseph Rosenstock, Nationaltheat. Mannheim Rose Walter, Harth sar Wieden. liudwiff. Schey Oer Berliner Volkt-Chor— Das Philharmonische Orchester Loskarten für Mitglieder 2,50 M. in den bek. Verkaufsstellen. Platzkarten 3.—, 3,50 4.- M. bei Bote& Bock, Wertheim, Tietz, Karstadt, Theaterkasse und Abendkasse Kurfürstend.TO. Kurfürsteudaram 308 Tel. Bism. 1400 Täglich BVi Uhr Silrnftr 7 Uhr Glüddidii! Reise m Bertuth und Sdiwabsdi Maslk: KSnaeke Regle: Peukert Hsns Schindler mit seinen Jazz-Symphonikern Vorvtrkiuf ununterknidien Theater des Westens Steinpl. 5)21 Täglich»>/. Uhr Silvester 7 Uhr Max Pallenberg Der brave Soldat Schwejk metropoi-itiBaier Heute Vh Uhr' Silvester 7 Uhr Premiere Max Hansen lOOMeterOlfick ßperettivon Spoliuslir mit Erika von Thellmann HVi Lothringer Strafte 37 «V* lllllilllllMIIIIIIIIHHUIMIMMMMMMIIIMIIMIM Sonntags mich 4 Uhr Nur noch wenige Aufführungen Alles um Lotti Posse mit Gesang und Tanz Gutschein 1— 4 Personen: Parkett nur 0.50. Fauteuil 0.75. Sessel 1,25 Stettiner Sänger 'Reictishallen-Th., Döntioffpl. 8.15, Sonn- u. Feiertage 3.30 zu ermäßigten Preisen Das Weihnachtsprogramm -IWZMU- Kraolil Schob— U- Bolin Hsmannplatz— Nasentieide 108-114. Silvester Ball in Ofaerbayern und Eröffnung der Bockbier Gr, Ochsenbraterei u. Schweinebraterei. An allen Tagen: grFofieF Zllpenball. 6 Kapellen. Bayr Bedienung. Elnlal: Wochen ags 7 Uhr, Sonntags 9 Uhr. Th.d. Schauspieler Thutir im SdnffbiuirOinm Weidendamm 3300 täglich»14 Uhr flQtomateDli&fett Komödie von A. Gmeyner mit Agnes Straub Körber, Htilinger, Gnn. Trenk-Trebitsch, Odemar. Schiller Bismarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl) 6715 SV« Uhr Letzte Auffflbrungen Zum 73. Mal Silvester 7Vi Uhr Robert und Bertram Senta SSncland, Paal Heidemann ZletiteAoffObrnngcn 30. Dez. und I. Januar nachmitt. 4 Uhr. Or.Deiittles Abenteuer mit Alfred firann Kleine Preise! Kose• Iheater Orols Fnikfgrtir Sinti 132 Tel. Weidistl E7 3422 4 Uhr Goldharchens Himmeltahrt -.15 ehr Böhmische Musikanten väterwnS J/n Tblm lee. mUßiuttisJhMtrtX BETRIEB KEMPINSKI�T Willi Schaeffers MJr«b»rqfrSfr. 50 "Kabarett für Alle 4 Uhr Täglich 7 x 9 Uhr Du sensationelle Kabarett-Progrunm| Abendpreise 1—3 Mk. Kachm. G,decK 1,25 Mw\ gonnabenq 11>, Uli r: hacMvontaHuni Theater im Admiraispalasl Merkur 9901 Täglich 854 Uhr; Sllventer Beginn 7 Uhr Hans Albers L i I i o m Vorvorkauf ununtorbr. Lessing Theater Täglich»>/. Uhr Silvester 7 Uhr Grete Mosheim Brausewatter Der Liebling von Paris Musik von Offoobad) Regia: Honolki Deutsches Künstler-Th, Nürnberger Str. Tel Bavaria 6466 Täglich 8',! Uhr: Silvester 7 Uhr Leopoldin» Konstantin in Die Nacht zum 17. April Schroth, Steinbeck, Gebühr, Brionne. Wolle, Picha Kornomeniiaus Schiffbauerdamm 25 Tel. D 2 Weld. 6304-05 Täglich 8% Uhr Silvester 7Vt Uhr Das Haus dazwischen nn Sdiihtr und Judiinun Musik: Spoliansky Inszsimmog; Baroowsky Adilbtrt.»Uder, Tiidtke eillDEiTbeatn Charletfnstr. 90 Dönhoff 625 Täglich S1/# Uhr Silvester 7 Uhr Zu wahr um schön zu sein Komödie von Shaw Moissi, Miwk. Evanj. Bertens, Otto, Sima. Gronau, Prtkkl. B. B. B. Bendows Bante Bühne Kottbasser Strafte 8 Oberbaam 3500 Täglich aV« Uhr [ Silvester Sonnt, nachm. 3, „uon fl-z" Ab 1. Januar »' doiie Kiste [Öuiftunqi vQvattl 1 u BrKlomrmdrKml ['erti# snf 1 al' SpenalilQl I Conrad Müller| tÄ. Varteft am Mäntienbninnen im Friidridishiin 29-32 (am Könljstor) Tädllch 8 Uhr Dal scgsatloaellc Erölfnungs- programm m l den tlitesingera Eintrittspreise Wochentags 60 Pf. Sonnab. n. Stf. 1 M. HUZI GROSSDESTILLATION Prinzessinnenstrasse 17 mmmmm Am Moritzplats Mi Neu aufgenommen; IRaöiü auch gegen Monatsraten RaÜdMtz Berlin W8 Leipziger Str. 122-25