Mor gei- Ausgabe Nr. 1 A i[bT) Jahrg. R»dok»«? Am« Dönhoff 282 bu 287 »««oiiolbemottal®«löi XX 500 SONNTAG 1. Janyar 1933 In Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts....... 20 Pf. �Yezuqsdedmgungen und Änze'gen preise liehe um Gchluh ö«S rebaktioneLen Teils VOLKS BLATT JetttvalovgaN- er Gsziatdemottatifche« Vaetei Veutfchlands 7tm Jahr- neuer Kamps! Ei ie Neujahrsbetrachtung— Von Otto Wels Wieder liegt ein Jahr schn.'erer hinter uns. Auch in den verflofsenei zw« Monaten hat die Sozialdemokrat�" gez- daß sie in ihren G r u n d f e jt c. n t �- erschütterlich ist. AUe Anstürme gegen die rate Feste ig icheiterten an dem Abwehrwillen der Vil. Iwnett, die heute die Sozialdemokratie'r- körpern. Nur wenige wurden wo nkend', uir wenige haben uns verlassen! Neue Kämifer sind zu uns gestoßen. Der überwi-egendeLeil der deutschen Arbelterschast steht trei ge- stritten und gelitten haben, ist wo)l jeieni. der heute verantwortlich an der®ptfr der Partei steht. Herzensbedürfnis. Auch das neue Jahr wird d.e1 oe» hm*4*."»'-* mit seinem ungeheuren Eend uird seinen ich« etlichen Folgen geführt.mben, die Kräfte, die seit Papen und der Ecwaltaküon gegen Preußen wieder ihre Zeit für gekommen halten. I» dein Kampf gegen diese Zwickelgestalleu liegt die erste Etappe hinter uns. Sie dauerte nicht vier Jahre, die Papen in Deutschland regiere» wollte. Sie fand schon nach wenigen Moraten ihr Ende. Der .Rann, der sich einbildete, zu ollem, selbst zum Verstand, das„N ist und die Macht" zu haben, ohne jemals von dem Recht des Volkes zu sprechen, ist kläglich gescheitert. Der zähe Wille der deutschen Arbeiterbewc- gung führte zu seinen' Sturz. Sein„Wille zur Macht" und seine Rückversicherungsreden auf den Reichspräsidenten waren gegen die geschlossene Abwehrdewegung der'Arbeiter- schaft machtlos. Papen ging, gehaßt von Millionen, die er durch Reden und Handlmigen bis ins Innerste getroffen und verlegt hat. Er ist das lebende'Beispiel dafür, daß der Will zur Macht allein nichts nutzt, wenn die deutsche Arbeitersei, oft aller Richtungen ge ' ch l o s s e n in'Front tritt. Das Fiasko des Papen-Regimes brachte den intellektuellst Urheber dieses Regimes den General der Infanterie v. Schleicher. aus dem Reichst anzlerstuhl. In der Sprache per He ren Pa pen und Schleicher löste der „Frevstd" den, Freund" ab. Mit Schleicher kehrtest bisell Hitler!". Junge Mädchen flehten-.Helft mir doch aus den Tisch, Hitlers Aufstieg und Niedergang ich kann ihn nicht sehen!" Betagte Herrschaften flüsterten:„Ob wir wohl die Treppe hinaufgehen dürfen, damit wir ihn sehen können?" Brennende Zigaretten versengten unter„Hell Hitler!" fremde Jacketts, Biergläser zersplitterten unter.Heil Hillerl". Selbst der biedere alte Herr auf der Tollette bediente sich unter ,Hell Hiller!" des Faschistengruhes. Es war großartig!" So stand es an» 20. Mai 1931 im„Vorwärts", nachdem der Herr des Braunen Hauses, Adolf Hlller, zum ersten Male im Berliner Sportpalast gestartet war, und wir fügten hinzu:„Der Rausch des Wllhelminismus ist überwunden worden, auch die Fieberkrankheit des Adolfinismus wird vorübergehen." Einige Tage später, an> 27. Mai, stand dann hier zu lesen:„Aber es muß auch innerhalb der Parteigenossenjchast mit allem Ernst davor gewarnt werden, anzunehmen, daß der Höhepunkt der Fieberkurve uberschritten sei... Gewiß liegt kein Grund zum Pessimismus vor: noch immer war die Idee stärker als die Ideenlosigkeit, der Geilt mächtiger als der Ungeist. Aber das entscheidende Stadium der Krankheit kommt noch." Seitdem sind anderthalb Jahre vergangen, anderhalb Jahre, so augesulll mit Geschehen, wie wenige Periode deutscher Geschichte. Wir koinen voll Brüning über Papen zu Schleicher, wir traten in' Verlaus eines einzigen Jahres fünfmal an die Wahlurne, wir erlebten in diesem einen Jahre 1932 historische Tage wie den 13. März, den 10. Aprll, den 24. April, den 1. Juni, als Brüning entlassen wurde, den 3l. Juli, den 13. August, den 6. November, den 17. November, als Papen ging, den 24. Noveinber, als Hlller die zweite Absuhr erhielt und den 20. Dezember, als die Amnestie und die Aushebung der die Freiheiten des Volkes am stärksten bedrückenden, notver- ordneten Bestimmungen Wirklichkeit wurden. Aber für den Menschen, dessen Tätigkeitsgebiet in der Hauptsache außerhalb der Büroräume liegt, öeiielncke SA. Harhst 1932. rechen sich aus diesem Kampfsahr 1932 noll, andere Bllder aneinander, und wenn wir den Weg des Hitlerismus rein aus dem Blickicid des Außen- berichterstatters sehen, dann darf man sogen: Wir haben vor anderhaid Jahren nicht.zu Unrecht von einer noch steigenden Fieberkurve gesproche 1 tiitl«r-Jugea:.?re �it von seiner jungen Frau tennen zu >'">jen. Auf die Frage, was ihm denn bevor- "öi.de, erwiderte er, daß er ja sicher bei der Ein- fijhnmg der allgemeinen Arbeitspflicht durch' den neuen Reichspräsidenten Adolf Hitler einen hohen Aufsichtsratsposten einnehmen müßte. Bei der Bekanntgabe der Wahlresultate am 13. Mär; haben in den Braunschweiger Restaurants Aijährige Mädchen wegen der Niederlage Adolf Hillers Weinkrämpfe bekommen, aber„was nicht heute ist, das wird eben morgen fein". Die Reich-'agung der Hitler-Iugend in Braunschweig stand unter dem Zeichen des sicheren, u n- oermeidlichen Sieges Adolf Hitlers. 3. ZuU. Aufmarsch der mitteldeutschen SA. in Desia«. Di« einfttge Residenz der Herzöge von Anhalt, in deren Regierungsgebäudc ein national- iozialtstijcher Ministerpräsident sitzt, ist in den Villenvierteln und im Zentrum, wo die Geschäfte liegen, reib? beflaggt mit den Fahnen des Hakenkreuzes. und die Geschäftsleute, die dieses„Symbol von morgen" durchaus nicht leiden können, haben — man muß doch Rücksicht nehmen— wenigstens die Farben des Landes Anhalt gezeigt. Es herrscht an diesem regnerischen Julioormsttag so etwas wie ein regelrechter Hakenkreuzrausch m Dessau. 15000 SA.-Leute sind zur Tagung zusammengeströmt, mit der Eisenbahn, mit Last- kraftwogen, mit Fahrrädern und zu Fuß. Zwar tollten es eigentlich mehr sein, aber auch das, was sich abspielt«, genügt und imponiert. Da hört man eine.vame" der„besten Gesellschaft" auf der Straße tagen:„Man muß sich d>« merken, die tach nicht Hakenkreuz flaggen, aber auch die. die erst jetzt zu uns gekommen sind. Dt« liegie klappt ausgezeichnet. Ein Test der 15000 narj.h'ert in einer Art von Rundlaus durch die näheren und ferneren Lororte der Stadt, im Zentrum Dessaus wird überhaupt fort- während marschiert. Bor breitester Oefsenllichkest begrüßt der Ministerpräsident Frei- berg, dessen Dienstgebäude gleichfalls beflaggt ist, den großen Josef Goebbels und die anderen Würdenträger der NSDAP, und der braunen SA. Unb als dann nachmittags der Marsch der lvOOO durch die Stadt erfolgt, da Ist die Sonne durchgebrochen, da ist Hohenzollern- nein, da ist Adols-Hillcr-Wetter. Sturm aus Sturm rückt an, vorn die»hahne, vorn die Musik, und alle 15000, einer wie der andere, neu eingekleidet, wie aus dem Ei gepellt alle, im„Ehrenrock" der braunen Privatarmee, im Kleid des„Heeres der Zukunft"', ausrech» alle und— ein alter Soldat kann es nicht ableugnen— militärisch nicht undiszipliniert. Gewiß, es sind bezahlte Landsknechte, aber sie machen»inen sauberen Eindruck, und sie zeigen tatiächlich, mag man sich dessen als Deutscher ichamen,«inen starken Stolz, Hillers Leibgarde zu sein Das dröhnt und stampft über das Pflaster, dos singt und schmettert herausfordernd: Di« Straße frei den braunen Bataillonen! Und das Bürgertum applaudiert. In Arbeiter- i.rleln freilich herrscht eine stumme und um so grossere Ablehnung, die Fensterläden sind verhängt, denn die Parole heißt: Fenster zu, Straße u«i! Bon der Polizei bewacht, marschieren in se» Arbeitervierteln die SA.-Leute wie durch eine Sradt, die sie erobert zu haben glauben mögen. sihr Glaube ist irrig. Es ballen sich hinter den Gardinen Fäuste, und die Arbeiter, die Arbeits- losen denken an den Spruch: SA. hat neue Tressen, Dos Volk hat nichts zu fressen! Berlin. Bor den Wahlen des 31. Juli. Auf- marsch der SA. im Lustgarten. Am gleichen Abend: Hiller im Sportpalast. Die Fieberkurve ist ganz, ganz hoch gestiegen. Am 31. Juli kommt der große Sieg: 230 Mandate, und am nächsten Morgen krachen in Königsberg die Bomben, strecken feige Schüsse Arbeitervertreter nieder, icheint dem braunen SA.-Mann wirklich die ganze Der Gk»/rt uif Kühler Wer ist Kickhöffel?— Ein Musterkeisiiei für didr tschiaa�jonale Futterkrippe Der neue für Groß-Berlin in Aussicht genom- mene Schulmann Kickhöisel ist V o l k s s ch u l- lehrer in Jever, einem kleinen abgelegenen pommerschen Dorf. Di« Deutschnationale Bolls- parte» brachte ihn zu den preußischen Landtags- wählen mit auf die Liste. Er gehört dem Landtag seit längerer Zeit an. In der deutichnatwnolen Fraktion bearbeitete K. Fischereisachen und die Bienenzucht. Er bearbeitete aber nicht nur diese Sachen, sondern war auch ein sehr geschäftstüchtiger Mann. Der Deutsche Jmkerbund brauchte vor einigen Jahren einen Verbindungsmann zum Reichsernährungsministerium. Reichsernährungsminister war damals der Deutsch- nationale Schiele. Der deutschnationale Ab- geordnete Kickhöffel ließ sich in den Vorstand des Deutschen Jmkerbundes wählen und die Der- bindung war hergestellt. Er bekleidete dort die Stellung eines sogenannten wirtschastspolillschen Beirats als dritter Dprsitzender des Bundes. Diese Tätigkeil war nicht ehrenamtlich, wie aus den Dlilteilungen des Deutschen Jmkerbundes zu ersehen ist. So erscheint z. B. im Sassenbericht des Deutscheu Jmkerbundes für IZZO ei« Ansgabeposten für den Abgeordneten SIckHössel im Betrage von 4934.25 Mark. Als Vorsitzender des Arbeitsausschusses im Reichsausschuß für Bienen- zocht bezog S. ebenfalls eine namhafte E n< f ch ä d i g u n g. Heber die Höhe dieser Entschädigung dürfte das Reichsernährungsnnmsterium genaue Auskunft geben können. Wenn berücksichtigt wird, daß der Abgeordnete Kickhössel während der Dauer seiner parlamentarischen Tätigkeit sein Entkommen als Vollsschullehrer mft Zulagen weiterbezog, hätte wohl erwartet werden können, daß seine Tätigkeit in der Bienerrwirtjchast im Interesse der Sache ehrenamtlich verrichtet worden wäre. Für ihn nmßte sich aber das angebliche Interesse in Clin- gende Münze umsetzen, wie der Nachweis zeigt. Die Mittel dazu flössen aus den für Zwecke der S >. l« >. Bienenzucht bereitgestetsn Beträgen dem Schielesche' iandwirtj lichen Rotprogr&nm. Wir stellen fest, daß lätiftfeit t geordneten Kickhöffel i-, Schildlenst sl Dauer eines deinen �tzr-ehnt« daraj. schräntts, zum Zah�ngster m i n Lehrergehalt ein �stresch»». Mir stellen weiter fest,«tz« einen l«l parlamentarischen TätkeU unb seines scheu Einflusses dazu' rwanbie. sich h Bieaemvirtschost zu ieinu Ewaahmeo au Lehrergehall und den ZJgx-n'«tenitäte» erhebliche Reben taue n nie zu"* schassen. Jedenfalls hat dieser poltti't,.«:periiruir de> x tni ne utschnationalen Sachwalters im Kultusmm.i'e- rtum icdc praktisch« SJerltiu-i-inp und Beziehung zum Schulwesen oöllig»rioren Was chn in den Auitkn i ms pommerjchn Freundes, des Pro- l-> o r s K ä h l e r m Kultusministerium für de» Berliner SchnUtenst besonders geeignet et- scheinen läßt, ist nur der Besitz des "eut-chnatlonalen Parteibuches. Fort mft den anerkannten Fachleuten au» der Sckuloerwaltung! Her mit den Stümpern und politischen Geschäftemachern! Das ist dl« Parole. ach tem neuen Kurs! Professor Köhler mag st-», istagt sein lassen, die Berliner Schüler sind keine ."ien«n, und die Berliner Schulen keine Bienen- ::and«' Wir sind sest überzeugt, die Maßnahmen : l i' Schuioerwaltung werden sich eines Tags an •: n Urhebern selbst schwer rächen. Der Fememord vyn D�oen Eine neue VerEaHun, vcesd e» 31..zember. Am Freitag wurde in der"»rdse he Henstch eine neue Verhaftung vorgenowrnett. A>' verar lasiung der Staalsanwaltschast tnu--- der der Ratioaalsozialistischen Deutschen Ztrbeitervartei angehörende Gärtner Ewald Teaznk. iv Hainsberg wohnhaft, festgeuuom o- Hebet du Gründe der Verhaftung kann an cmium-t SUH nichts Räheres iy Erfahrung gebeucht Es wird aber weiter mitgeteilt, daß ine B rau t de. flüchtigeo Schenk, deren B rüder schon verhaftet ist. sich in der Tscheche jlowakei befinden soll. Ihr Aufenthaltsort fe.' auch den Be Hörden bekannt. grause Herrlichkev de» Dritten Re che- herbei- gekommen. K-;r!in,,I)e?emi>er 1932 'Man geht durch die Straßen der winterlichen Großstadt, vorbei an Wochenmarkt und Weih- nachismartt, an Warenhaus und Restaurant. Und da stehen sie überoll, die Männer der stolzen SA„ frierend, unrasiert, mit Augen, als ob sie seft Tagen kein richtiges Lager zum Schtasen gehabt hätten, mit schmutzigem braunem Hemd, mit ab- getretenen Stiefelsohlen, in einer Ausrüstung, die nichts, aber auch gar nichts mehr hat von dem Glanz von Dessau. Da stehen sie klappernd mft ihren Büchsen, bettelnd für die„hungernde SA.". Ein Anblick ist es. so elend und jämmerlich, daß einem jeder Spott vergehl, und wüßte man nicht, wie diese gleichen Leute jubelten, als ihnen ihre Führer die Rächt der laugen Messer, den Mord an ehrlichen Arbeitern ankündigten.— man könnte Mitleid mit ihnen haben. Bilder aus der Geschichte tauchen auf. Man denkt an die Lands- knechte aus Msrimees„Bartholomäusnacht" oder aus dem Deutschland nach 1648, nach dem Dreißig- jährigen Kriege, man erinnert sich an die Stiche, die 1813 die Trümmer der großen Armee, mit der Napoleon gegen Rußland marschiert war, zeigen. Und man möchte bei diesem Anblick einen alten Vers abwandeln und sagen: Mit Roß und Mann und Wagen Hat sie das Volk geschlagen. Man ißt im Restaurant zu Mittag. Im Ver- lauf von 10 Minuten kommen dreimal zwei SA.-Leute und betteln. Man geht vom Polizei- Präsidium zur Haltestelle des Autobus gegenüber. Es ist ein Katzensprung, aber acht SA.-Leutc klappern mit ihren Büchsen und betteln. Man ist bei T i e tz am Dönhoffplatz. An jeder Ecke steht einer und beftelt. ... Berlin. Dezember 1932. An den Plakat- faulen und im„Angriff" sind tagelang zwei Kanonen, Goebbels und G ö r i n g. für den Sportpalast angekündigt. Im Sportpalast finden sich ganze 4000 Menschen ein. �usliekerunxsantrnx eir'®#»gß« Der Antrag der sächsischen Regierst?>! Einleitung eines Auslieserungsverfx'p t» en der »rauci ö; für unser Ge Weise von höchst' pien und dsrab� *■.' Äiechvden Wer andere g-«m« g?ben? und zurückhast' t>.:l n ü Italien geflüchteten SA.-Leute, die unter de.z.-dacht stehen, den SA.-Mann Hentsch er- mxu't ZU halben, ist am Sonnabend mittag im Uts,,äu.g«n A'mt in Berlin eingegangen. Der u>; wird be.1chleunigt bearbeftet werden. ß-im Nazi-Bürgermeister Eigener Bericht des„Vormärtt" Stuttgart. 31. Dezember. i«r B.irpermeister van Maichingen bei Bäblinzep. Eb. starb. Zetzman«. ein strammer Nationalsozia- iist, der vor einiger Zeit wegen Detelligung an eine, dewusfneten Ueberfall aus Arbefter it, Löb-ngen eine Gesängnisstrase erhalten hat, w'.- ,etzt:,on der Großen Strafkammer Stuft- gart wtgen sortgesetzter Unterschtaz. g u rg'*m t», Untreue und Betrug, die er ;uer..al Dbersekretär tn einer anderen Gemeinde- ?erwc:' da>m in seiner Amt-Uel'',"..-'s Bürge'er sich hatte zuschulden kon>m«n lassen» ?% ei Iah r« n Gesängnis und' drei ,.«Shrorrluft oerurteist .n- nd °n -st ß ld ft Oer Niedergang Ein Niedergang, wie er vor allem in seinen Erscheinungen nach außen in solchem Umfang noch Wir ,al sich'"chts g' End« h sehen wir he slußrez s o n a r e st uns rkanzierschaft des Folge» � allgemeinen dann iie BeaMievschst >�«rwaltung dvsst der gegenwar werdet ein« e das w« halbwegs disziplin:: Der 5 er, der Miftelstär. n 31. Jlti mt und am 6. Nove>t noch n> zialisllsch gewählt h h nichts I �.stoßen wie durch du? n Slraßsi S zu Straßenecke. Sie greift an fern Heiligstes, an das Portemonnaie. Bei der Hoch- finanz, bei Schwerindustrie und ftiroßgrundbesttz hat der Hitlerismus schon seit längerer Zeft abge- wirtschaftet. Da kennt man das Wort aus dem „Fiesco": Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Gerade aber, well wir wissen, was bei der Hftler- Partei, was bei der SA. vorgeht, deshalb sind wir wachsam, doppelt und dreifach wachsam. Ließen wir uns durch unleugbare Zerfetzungs- erscheinungen etwa einlullen, so mochten wir uns einer schweren Versäumnis und einer Versünd: gung an den Interessen der deutschen Arbeiter- schaft schuldig. Die Eiserne Front lieben der braunen Front, die sichtlich zerbröckelt und wirklich alles von ihrem früheren trügerischen Glänze verloren hat, steht eine andere -Front: die Eisern« Front. Sie hcu im Jahr« 1932 in Abwehr und Angrist-inen Kamp! durchgeführt, der aichers verlief, aber auch anders endete, als der mft tagläglichen Trompetenstößen angekündigte„Siegeszug" der Hitleret. Wer nahezu jede große Kundgebung, die ocn. der Eisernen Front in Berlin 1932 veranstaltet wurde, mitgemacht hat, weiß, daß wir nie ge- schrien haben: Die Straße frei— aber nur für uns! Doch wir haben verhindert, daß die freie Straß« Monopol der braunen Gardisten wurde. „ ut*— Amt» S-r-zabev nie rpn langen Me.fer« um-.,-n, ticken gejarowen aber wir haben erreicht, daß die braunen Greu«, nicht Wirklichkeit' wurden. Wir haben nie behauptet� daß uns als einer Minder- Heft die ganze Macht zukomme, aber nicht zum geringsten Teil hat es die Eiserne Front unmög- üch gemacht daß dit braune Minderheft in den Besitz 1er ganzer Macht kam. Das ist die wahre Lristung der Eisernen Front. Manchen Mitkämpi rn, manchem mutigen Kameraden, manchem c. rlichen Genossen ist unser Kamps im Jahre 193'. nicht heroisch genug ge- wesen. Man oerweist aus den 20. Juli, und- man sagt, daß man damals �obe losschlagen und einen offenen Kampf riskieten müssen. Aber aus den 20. Juli folgte der 13. August, und niemals hätte Hftler dies« Abfuhr erle Nm können, wem, wir gegen die Reichswehr in ch l e cht e ft e r m a cht- »okiti scher Position losgeschlagen hättest und mit einem Höchstmaß von Wahrscheinlichkeit die Unterlegenen g> wesen wären. Manches hätte vielleicht oder gar gewiß nicht so gemacht werden sollen, wie e» geschehen ist. Aber auf den 20. Juli folgten dann weiter auch der 6 November, an dem Hftler weit über 30 Mandat« verlor, der 17. November, der Popen st ürzte, und der 20. Dezember, der immerhin einen erheblichen Abbau des Papen-Systems mft sich brachte. herv-mus am falschen Platz ift Selbstmord. Der Einzelmensch mag Rech« habe«, Selbstmord zu begehen. Verantwortung»- bewußle Führer werden ei« gtoß«. ans de« Geist und das Misien gegründ- et» Bewegung niemals aus wahrlich billiger, heldischen Er- wägungen in einen Selbst, nord treibest. Die sozialistische Ärbefterbewt'gung hat nichts mft dem zusammengelaufenen st ausen von Prin- zen und Bettlern» von Qffizie' en und Lands- knechten, oon Junkern und t inkrotten Klein- bürgern, kurz: sie hat nicht». aber auch gar nichts mit der H i t l-rei gemein. Die Eiserne Front steht da. e lern, wie es ihr Name sagt, sie ift nicht zu eis.fttern Sie steht auf sestem, weltanschaulichem Ar nd „Roch immer war die Idee stärker als die Ideenlosigkeit, der Geist möchtiger als der Ungei Sa hieß es am Anfang, st» heiß es auch am Ende! Es lebe sie Elser« Front« Freiheit! h. ch ulltich'Sailz!0�m eiiigt Verdauungsstörungen. TOnu!olo ER STE BEILAGE VsmUs Srfles Ziel der jtuggetranderien: Ellis 9slanci Es ist ein l ag oor Siloester und allerorten die stillste Zeit im Jahr, aber in der Gemeinnützigen Ausro and er er- beratungssteile in der Link str aß e 13 steht die Lür nicht still. Rund 6000 Männer und Frauen kommen in jedem Jahr allein in diese Beratungsstelle— Berlin hat noch eine zmeiie am Monbijouplatz 10— und fragen, ob denn das Ausmandern nicht doch noch einige Hoffnung biete. Es sind fast allemal oon ihrer Heimat irgendwie und irgendmann enttäuschte Menschen, dit im Vorzimmer der Beratungsstelle den kurzen Fragebogen über woher und wohin ausfüllen und bei manchen geht die jschmere Enttäusd'ung schon mehr in eine leise Verzweiflung über. Dann sagen die Auswanderungslustigen nicht mehr1'„Ach bitte, kann ich Auskunft Uber Uruguay bekommen!" sondern kurz und bündig: „Sagen Sie nur, wo kann idi hin, nur raus hier jus dem Elend!' Lud auf die Rückfrage des au skunft gebenden Beamten: „Ja, wohin, nach Kapstadt oder dach Kiautsdiou odcT nach Montevideo?'' antworten diese Männer meist nur:„Das ist mir ja so egal!" In der Beratungsstelle Bereits die Vorzimmerluft der Gemeinniiyigen Auswandererberatungsstelle ist geeignet, die Wanderlust gehörig abzukühlen. Auf den Tischen liegen die Fahrpreisheste der grohen Dampfer- linien und man braucht nur das erste Beste aui- zuschlagen, um mit einem gelinden Schrecken zu sehen, daß eine Reise 3. Masse nach Südamerika rund 43l> M., nach Mittelamerita rund 450 M, nach Ztordamerika 500 M. und nach Südafrika sogar rund 600 M. pro Nase tostet. Wobei immer hinzukommt, daß kein Land der weiten Welt gegenwärtig einen fremden Auswanderer zu sehen wünscht, weil sie alle selber genug Arbeitslose haben und daß fast jedes Land, wenn es schon Gäste über die Grenze loht, erst einmal die Geld- tasche des Einwanderers unter die Lupe nimmt. Und da wären die 430 M. für die Zwischeniahrt nach Südamerika hinausgeworsenes Geld, wenn der Ankommend« in Brasilien beispielsweise nicht die vorgeschriebenen 1000 HJ. vorweisen könnte: hätte er sie nicht, dann käme er in Rio de Janeiro erst gar nicht an Land. Dann klappen die erwerbslosen Auswanderungslustigen mit einem leichten Seufzer die Fahrpreisheste wieder zu und. der Auswonderungslustigen. Die Mehrheit der- wollen Sie i„n nur in Lrasllien? Wollen Sie dort die Assc� aus dem.Tat-ak jagen'?" Um noch ein Beispiel zu geben: wer �npsladt zSüd- ajrikanilche Union) an Land>uuh 100 englische Bsunt, vorzeigen können. In dx* Vorzimmer ist aber uoch mehr: da hängen Bilder an der Wand. Photos aus dem Inneren Südamerikas, auf denen Deutlich genug zu sehen ist, wie die Auswanderer die erste Zeit unter nackten Palmblättern Hausen, naH ein paar Iahren erst langt es zu einem bescheidei'en Block- Haus und so manch« Frau, die voller.Hoffnung die Beratungsstelle in der Linkstraße betrat, rief beim Anblick dieser Photos erschreckt aus'...Um KottesmiUen!" So geht es denn meist mft ge- dämpftem Trommelklang in das Zimmer des Berate! s. Oer Butterpreis von GrieeLenland Das heißt, man soll die Auswanderungssrage nicht schief sehen. Die Erwerbslosen stellen näm- lich weder das.hauplkontingent der Auswanderer — woher sollen sie auch das Geld haben— noch fragen dafür den Berater:„Kann man sich au» dem Schiss nicht hinüberarbeiten?" Ach du lieber Gott? Halb Homburg sißt voller arbeitsuchender Seeleute und wenn die Schiffahrtsgesellschaften das„Hinüberarbeiten" gestatten würden, dann hätten sie wiederum nicht genügend Besatzung für die Rückreise. Aber was reden wir vom„Hin- überarbeiten", wenn der Erwerbslose doch nicht den Tauscndmarkschein in Rio vorzeigen kann, ■ms er, nebenbei gesagt, ohne die Erlaubnis der berliner Stelle für Devisenbewirtschaftung am Lützowufer gar nicht darf. Doch gesetzt den Fall, er hätte den Tausender und nun kommt der Mann zum Lützowufer und sagt:„Ich bin der Erwerbslose Max Schmidt aus der Bellermann straße, ich möchte mit einem Tausender nach Brasilien", dann liegt es erheblich im Bereich der Möglichkett, daß der Prüfer dort entweder vom Stuhl fällt oder den Erwerbslosen fragt:„Was jenigen, die die 25 über die Deutsche Republik verteilten Auswonderungsberatungsstellen auf- suchen, hat vielmehr Geld, wie ja in die Vera- lungszimmer auch so gut wie alle Berufe kommen, Bankdirektoren und Hausdiener. Uebrigcns unter- stellen alle 25 Nebenstellen der Reichsstellc für das Auswanderungswesen, die im alten General- 'tabsgebäude in der Molkestraße 5 untergebracht ist. Was hier an Material über das Aussehen der Welt zusammengetragen wird, ist einfach er- staunlich. Fortgesetzt melden die deutschen Bot- jchaften, Gesandtschaften und Konsulate alles nur irgendwie Wissenswerte für die Beratung der Auswanderer und das jetzt Folgende ist nun nicht etwa ein Witz: Jemand fragt den Berater, was in Saloniki(Griechenland) die Butler kostet. Antwort:„75 bis 95 Drachmen je 1 Oka. Ein Oka sind 1200 Gramm und 100 Drachmen 2,31 Mark. Also kostet ein Pfund Kuhbutter in Saloniki etwa 1 Mark. Die Auskunft stammt vom 7. November 1932." Oder jemand fragt, was kostet eine Uebernachtung in Dublin iJrland). Antwort:„Ohne Verpflegung 4 bis 7 Schilling, mit Verpflegung 10 bis 14 Schilling, ein möbliertes Zimmer etwa 3 Pfund im Monat. Die Unterlagen stammen oon Ende September 1932." Oder ein Dritter fragt, was kostet eine Flasche Vier in Teheran(Persien).„Moment— sagt der Berater, schlägt nach und— hier haben wir es ja: 30 Riols— 4,50 Mark." Gute Nacht! Es müssen also schon ganz tolle Fragen sein, auf die die deutschen Auswandererberotungsstellen keine Auskunft geben könnten. Wie nötig Geld für jedwede Auswanderung ist, ersieht man aus den Landpreisen in Uebersee. Die Zeiten oon Buffalo Bill und Old Wawerlg sind oorbet, Nirgends kann sich mehr der Auswanderer ein Stück herrenloses Land aneignen,- nicht ein Staat der Welt gibt mehr Freiland. Unter unsäglichen Entbehrungen könnte ein beut- fcher bäuerlicher Siedler in den Siidstaaten von Brasilien(Rio Grande do Sul. Santa Cathorina, Prranä) mit etwa 3000 M. ansangen. Es sind schon Deutsche dort, das Klima geht, aber nur sehr krüst.i�. Lerne können die Arbeit bewältigen. In den Ostprovinzen Kaindas(Neu-Brau»schweig und Neu-Schottland) ist ein Anfang mit etwa 5000 M. möglich, aber es sei nun niemand an- gereizt, unter Berufung auf Am„Vorwärts" nach Kanada abzudampfen. Als der Herr A. E. Johann fein hübsches Buch geschrieben hatte„Mit 20 Dollar in den wilden Westen", da wußten sich an manche» Tagen die Beratungsstelle, vor Kanadapilg»rn kaum zu retten. Dann steige, dir Landpreise immens: in Mexiko sind schon 15 000 Mark erforderlich, in Südafrika 20 000 bis 40 000 Mark, im ehemaligen Deutsch-Südwcst sogar teil- weise 50000 M.. und wer nach dem ehemaligen Deutsch-Ost will und hat nicht mindestens 40 000 Mark, der bleibe lieber in Deutschland.„Denn", sagte der Berater,„ein Planlagenbelrieb ist heute eine technische Sache mit einem Maschinenpark. Allein für Kaffee oder für Sisal sind rissige Auf- SONNTAG, 1. JAN. 1933 bereitungsmaschinen nötig, die enorme Kapi. alten erfordern." Dennoch wird ausgewandert Hier sind die neuesten Ziffern vom dritten Quartal IgZZ: Danach wanderten in den Monaten Znli, August und September 1932 insgesamt 4628 Deutsche aus. Und jetzt kommt vielleicht das Kurioseste der ganzen Auswanderung: davon waren nicht weniger als 2910 Personen weiblichen Geschlechts! Fast alle Berufsgruppen sind unter diesen 4628 Deutschen, die ihre Heimat verließen: zum Beispiel 239 Landwirte(immer mit Angehörigen ge- rechnet), 1100 Industriearbeiter, davon 29 Selbständige, von den Landwirten waren übrigens nur neun selbständig, 704 Personen aus Handel und Verkehr, 149 aus dem Gesundheitswesen und 783 Hausangestellte. Das große Ziel sind immer noch die V e r- einigten Staaten von Nordamerika, dort- hin fahren trotz aller Einreisebeschränkungen 3891 Deutsche. Dann folgt in weitem Abstand Argentinien mit 351 Deutschen. Bra- s i l i e n mst 152, Kanada mit 73, übriges Südamerika mst 57(außer Chile); nach 'Mexiko fuhren 27 Deutsche, und so geht es die Tabelle hinunter bis zu den fünf Australien-, den vier Asien- und den vier Afrikofnhrern, -k Inzwischen liegen ganz neue Ziffern oor vom Oktober 1932. In diesem Monat verließen 1524 Deutsche ihre Heimat, 735 über Hamburg und 789 über Bremen.(Im Ottober 1931 wanderten 1540 Personen aus.) Diese 1524 Aus- wanderer sind aufgeteilt nach Landsleuten: vornweg maxschieren 710 Preußen, dann 244 Bayern, 139 Württemberger. 110 Hamburger(!), 107 Dachsen und 102 Badenser. Von den preußischen Provinzen hatten die stärkste Auswanderung Rheinland und Hannover mit je? 43 Per- fönen, dann folgt Berlin mst 84 Personen, die im Oktober 1932 unserem Spreeathen vorläufig auf Nimmerwiedersehen untreu wurden. Feuer im Warenhaus Im 6. Stock des Karstadt-Hachhauscs am Hermannplutz entstand in der Nacht in der großen Käntinenküche des Kaufhauses ein Feuer, das durch U eherkochen eines Fett. k e f f e l s für die Zubereitung von Silvefterpfonn- fuchen verursacht wurde. Da bei einem Feuer m einem Warenhaus sofort dritter Alarm gegeben wird, rückten drei Zug« zur Brandstelle, von denen jedoch nur einer in Aktion zu treten b'-oucht-' Dt- Feuerwehrleute mutzten, da dichte Fcttdämpfe sich entwickelt hatten und unter derartigen Umständen erhebliche Explosionsgefahr besteht, mst größter Vorsicht zu Werk« gelten. Das in dem Kessel be. kindliche Ferr wurde mit Schaum bedeckt, um durch Abschneiden der Sauerstosszuzuhr die Flammen zu ersticken. Ein« westere Ausdehnung des Feuers auf die Einrichwngsgegenständ« konnte vernnedcn wert-r- Der Betrieb erleidet keine Einschränkung. Ein alter„Vorwärts"-Leser, Gustav hensch. Berlin, Veteranenstr. 25. begeht am Montag 2. Januar, seinen 85. Geburtstag in geistiger, und körperlicher Frische. Hcnsch ist alter Abonnent des „Vorwärts" und war schon Leser des...Ooltsblati". „Sozialdemotrat" usw Der wackere Alte lebt in bedürfsigen Verhältnissen. Iceine minderwertige Ware, sondern 'V'.P.- i&yKpi fcVsXi«Ms ZAHLREICHE SALAMANDER ARTIKEL ZU HERABGESETZTEN PREISEN Also auch im Inventurverkauf NUR ECHTE SALAMANDER-QUALITÄT 0 1933: Äahr der Gemeindewahl' li! Vor der Neuwahl der Stadtparlamente— Erobert die Rathäuser! Von Erich Fl au Das Jahr 1933 ist in kommunalpolitischer Beziehung von besonderer Bedeutung, roeil— bei normalem Ablauf der Dinge— oor seiner Beendigung die im Herbst 1929 gewählten Gemeindeparlamente neu zusammengesetzt sein müssen. Dies gilt auch für die Berliner Stadtoerordnetenoer- Sammlung. Heber die Arbeiten des Stadtparlamentes mährend der letzten Jahre roird im Zusammenhang nusfiihrhcher zu berichten sein, wenn der Berliner Wahl kämpf oor- bereitet werden muß. Einen Rückblick auf die großen kommunal politischen Probleme, die es im letzten Jahr zu klären galt, und einen A us blick in das kommende Jahr gibt nachstehend als ein besonders Berufener der Vorsitzende der Berliner sozialdemokratischen Stadtoerordnetenfraktion. Boraus tonn festgestellt werden, daß die fiih- rende Beeinflussung Per Berliner Selbstoerwal- tungsarbeit durch die Sozialdemokratie verhindert hat, brutale oberbehördliche Abbruch- wünsche zur Tatsache werden zu lassen. In tlei- nerem Ausschnitt zeigt sich dies auch für die Arbeit des Jahres 1932. Bis zum 1. April 1932 war nach den Bestimmungen der sogenannten „Berliner Novelle vom Frühjahr 1931" die Ab- grenzung d e r K o m p e t e n z e n zwischen den Bezirks Verwaltungen und der Berliner Stadt zentrale vorzunehmen. Geschah dies nicht im freiwilligen Zusammen- wirken zwischen Magistrat und Stadtverordneten- versammluirg, so erfolgte aufs neue ein Eingriff der staatlichen Aufsichtsbehörde. Trotz aller großen Schwierigkeiten, die sich bei den besonderen Mehr- heitsoerhältnissen der Berliner Stadtverordneten- Versammlung in solchen grundsätzlichen Fragen stets zeigen, ist es gelungen, diese wahrlich nicht bedeutungslose Arbeit zu leisten. Es wird Kritiker geben, die behaupten werden, das in einer besonderen Ortssatzung über die Zuständigkeit zwischen Bezirken und Zentrale Festgelegte sei nichts Vollkommenes. Zu einem kleinen Teil, mögen solche Kritiker recht haben. Festgestellt muß aber werden, daß Grund- lagen geschaffen worden sind, die bestehende Difse- renzen zwischen den Bezirken und der Zentrale aus ein möglichstes Mindestmaß beschränken und die MißHelligkeiten, die die Arbeit früher zum Teil beeinträchtigten, ausschalten. Auch ist der von der sozialdemokratischen Stadtverordneten- fraktion mit Recht verteidigte Grundsatz bei der Schaffung dieser Kompetenzabgrenzungen in den Bordergrund gerückt worden, der Berliner Z e n- t ra l e die Mägkichkeiten für olle m abgeben- d e n Entscheidungen zu geben und den Bezirken die für rhren Bereich in Betrachi kommenden i r w o l t u n g s a r b e l t e n anzuvertrauen. Em solches Ergebnis muß besonders hoch ge- wertet werden in einer Zeit, in der beinahe täg- lich Eingriffe der Staatsbehörde in das Getriebe h.c sagte man dort, doch gezeigt, daß Oberbürger- meister und Magistrate schließlich' allein„widt- schasten" müßten. Solchen Ansichen kann am besten nur mit p r a k s j| ch e r gl r b« i t entgegengetreten werden, einer praktischen Arbeit, die!n Erinnerung ruft, dvh hie Gedanken des Zreiherrn vom Stei-i,„Menschen aus deih pulsierenden Leben ehrenamtlich in der Gemeinde mitarbeiten zu lassen", entstanden waren aus der Erkenntnis, k«!' der kommunale bürokratische Bemntenapparat allza- leicht genfigt ist, Grundlagen wirklicher Selbst- Das Opernhaus der Berliner .Ankstie? der Städtischen Oper— Abbau der Preise— Aufbau der Leistung Professor Carl(Eberl, Intendant der Städllscheu Oper:„Vir können unser« Existenzberechtigung nur durch Leistungen bewetsen." Be: einem Rückblick am IaHvs�nde cuv das Berliner ftpirmunollebeij Unw als eine für die Reichshauptstadt in dieser Krisenzeit besonders erfreuliche Tatsache.iuf den glanzvollen künst- lerischen Ausstieg der Städtischen Oper geblickt werdeo. Seit der neue Intendant Professor Carl Eberl im August 1931 die Leitung der Städtisch«.: Oper übernahm, ist ein neuer glück- hafter Stern über dem Haus in der Bismarck- itroßc ausgegangen. Die unerhörte Arbeits- levstung der letzten Zeit, die vom IntArdaiüen bis zum kleinsten Bühnenarbeiter geleistet wurde, ist belohnt worden. Die Städtische Oper kann heute für sich in Anspruch nehmen, neben der Staats- oper als die führende deutsche Oper angesehen zu werden. War in der vorigen Spielzeit die ,M a c b e t h"- Aufführung in der Inszenierung Eberls das große Ereignis des deutschen Opernlebens, so wurde in der jetzigen Spielzeit der neu in- szenierte„M a s k e n v a l l" von Verdi zu dem großen Erfolg der Berliner Städtischen Oper. Wie in der Bismarckstraße seit 1931 gearbeitet worden ist, zeigt die Tatsache, daß in der ersten Zeit unter der neuen Intendanz fast alle vierzehn Tage«ine Novität herauskam, von der fast ohne Ausnahme jede einzelne starken Widerhall in der Oesfentlichk«it gefunden hat. Es sei hier nur er- innert an die Neuaufführung von„Zar und Zimmerman",„Boheme", Smetanas„Bertaufte Braut", dem„Troubadour", dem bald die Reu- aufführung von„Götterdämmerung",„Siegfried", „Undine" und der„Entführung aus dem Serail" folgte. Als Neuausführungen fanden besonders „Friedemann Bach" von Paul Graener und„Die Bürgschaft" von Kurt W«ill stärksten Nachhall. Carl Eberl sah seine Aufgabe nicht nur darin, besonders befähigte Dirigenten wie Paul Breisach, Fritz Sttedry und t L a d wi g an daz städtische Hau» zu binden, so». der» auch Regisseure des Sprechchealer» om: Ruf für die Oxernbühne zu gewinnen h- wurde die Inkzenierunk der„Bandit»"" Gründgens zu' einem Ereignis, ebenso: die Berusung Iütgen Fehlings als Regisseur ai vi starker Gewinn für die Städtische Oper gedn.bt werden kann. Diese künstlerischen Leistungen wurden err lchi in einer Zeit, in der die Städtische Oper als ein Zufchußunternehmen der Stadt wie all« städti- scheu Unternehmungen unter den rigorosen Sparmaßnahmen schwer zu leiden hohe. Die Stadt kann heute nur noch einen Zuschuß von ungefähr 2 Millionen M. im Jahre gewäh- r«n, eine Summe, die in früheren Jahren bei weitem höher war. Man muß hierbei berück- sichtigen, daß es keine Opernbühne gegelen hat und wahrscheinlich geben wird, die sich aus eigener Kraft erhalten könnte. Die'Opernhäuser anderer Städte in Deutschland erhalten einen relativ weit höheren Zuschuß. Ein gemeinnütziges Unternehmen, wie es die Oper der Stadt Berlin darstellt, darf nicht nur darauf bedacht sein, hohe künstlerische Leistungen zu erzielen, sondern muß seinen Betrieb daneben gwrz darauf einstellen, die K u n st dem A o l t e zu ermitteln. In diesem Bestreben hat der Auf- s l ch t s r a t der Städtischen Oper, dem auch maß- gebliche sozialdemokratische Kommunalpolitiker an- gehören, die Eintrittspreise im letzten Jahre erheb- lich herabgesetzt. Wie der Berwaltungsdirettvr der Oper, Dr. P a p r o t h, uns mitteilt, ist der Quaderstein der Einnahmen bei der Städtischen Oper nach wie vor das A d o n n e m e n t. Ader auch der Kassenoertaus de» Theaters hat sich in der letzten Zeit außerordentlich gehoben, so daß festgestellt werden kann, daß die Städtische Oper zu den bestbesuchtesten Theatern der Reichshaupt- stadt gehört. Verwaltung zu mißachten und das ehrenamtliche Element mehr als Dekoration zu betrachten. Seit längerer Zeit war die Neuschaffung einer Berliner Bezirksversaisung und mit dieser zusammenhängend die neue Glied«» rung der Berliner Bezirke von der Berliner Zentrale vvrberelter worden. In diese Vorbereitungsarbeit platzte im Sepiember 1932 die Verfügung des Papenjchen Preußenkom- missars Bracht hinein, die mit den„klassischen" Worten begann:„W ie ich aus der Presse ersehe..." Der durch diese Verordnung her- vorgerufene natürliche Widerstand der Ber- liner Stadtverordneten tonnte die notwendige verwaltungsreformatorische Arbeit gewiß nicht 'ordern. Wenn auch zum Schluß eine Entschei- dung der Stadtverordnetenversammlung wegen der unüberbrückbaren Gegensätze der Auffassungen nicht zustande kam, so war«! doch pie Beratungen der Bezirksoerwaltungsresorm nicht völlig zwqä-'- io«, weil von der sozialdemo kratischen Stadtver.- ordnetenfraktion bestimmte Grundgedanken. in de,, Vordergrund gestellt werden tonnten, die' später auch mit die Grundlagen der durch den' Magistrat gemachten Vorschläge für die Gesamt- gestaltung der Bezirksresorm abgegeben haben. Das Jahre 1932 endet in einer erschreckend schweren F i n a n z n o l der Stadt Berlin, die auch die Kommünalarbeit Berlins im Jahre 19 33 beeinflussen wird. Die von manchen Kom- munalpolitikern begeistert„gepriesene" neue „Berordnung. über die Haushalts- sührung der Gemeinden und G e- meindeverbände" vom 2. November 1932 (Preußische Gesetzessammlung 1932, Nr.'61) stellt nur eine Erleichterung der Technik der Haus- Haltswirtschaft der Städte dar: deren Finanz- misere beseitigt sie nicht. In ihren maßgeblichsten Lestimnmngen bedeutet sie eine neue schwere Vergewaltigung komnmnaler Seldstoer- waUung und die Verlagerung des Schwergewichts eines Hauptteils der Kommunalarbeit nach der Seite des kalt wägenden Beamtenelements hin. Starbt die Selbstverwaltung! Die sozialdemokratische Stadweiiprdnetenfraktion wird, wie bisher, versuchen, führend die Berliner Kommünalarbeit zu beleben. Sie wird die Notwendigkeit hierzu um so mehr erkennen, je deutlicher sie feststellen kantz, daß die oberste Leitung der Berliner Betpoal»- lung nicht in allen Fällen den klaren Willen zu einer völlig reibungslosen Zusammenarbeit mit ihr und der Etatmehrheit der Berliner Stadtver» -rdnetenversannnlung gezeigt hat. Hätte die mzialdemokratische Stadtverordnetensraktion in schwierigen Situationen auch nur vorübergehend ein, derartig„vornehme Kühle" der Betrachtungs- weis, und«in solches Phlegma in der Behayd» nng der einzelnen Gruppen gezeigt wie diesp beamtete Leitung des kommunalen Berlin, auch. -t:-d»r letzten Etatveradschi.«duna,:. ■a wäre die gesamte Kommunalarbeit Berlins.m Jahrs 1932 völlig negativ gewesen. Es muß ■rtr mit aller Deutlichkeit ausgesprochen werde», baß die„höchste" Spitze der Berliner Berwal- lung die sie sehr in Anspruch nehmenden äußer- lichen Repräsentatlonspslichteu nickst höher stellen sollte als die Pflicht, zu erkennen, daß die praktische Arbeit einer Sladtverordnetenmehrheit wirtlich nicht nur darin bestehen kann, bei jeweils eintretender Vakanz einen neuen Oberbürger meister zu wählen. Unbeirrt von allen„Strömungen" und Kritiken wird die Berliner Partei und insbesondere die Berliner sozialdemokra- tische Stadtverordnetenfraktion iu» kom- munalen Wahljahr 1933 wie bisher als Ziele ihrer Arbeit und ihres Handelns gelten lassen: Erhaltung derSelbst- Verwaltung, Wiedererlangung aller Rechte der von der Bevöl- kerung gewählten Kommunal» Vertreter, Wahrung der Jnter- essen der Werktätigen! Wie wird das Wetter? * In Berlin: Morgens etwas nebelig, am Tage wechselnd wolkig und mild. Keine Niederschläge von Bedeutung: südliche Winde.— In Deutschland: Im ganzey Reiche im wesentlichen Fort- dauer der herrschenden Witterung. Nur im Westen und Nordwesten später wieder zunehmende Regen- ne'gung. Sfgsset SteppotßcAe Kunstseide, XtcuAJi&utecke Kunstseid. bamdit, 1SO*20O Stetf' Dämdst.dkrSkefi mod. Karos, mit Bwdeinf'"" ScHtafctecketäit &2ßs Imon-SaAnttuA Steihg.m.einem besfl&tKissen" Statte VJLb£A£aX&n- Linon, handgezog. Höh/säume, wjsß'Vio statt zog. dkye WJ. 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JAN. 1933 Die freien Gewerkschaften 1932/33 Kampf der Krise— Vereint marschieren und vereint schlagen A" der Jahreswende 1932/33 steht die deutsche Wirtschaft anscheinend an einem Wendepunkt. linker dem Druck der freien Gewerk- sch a f t e n. unterstützt und verstärkt durch die Sdzialdemokratilche Partei und nicht zuletzt durch das offenbare Scheitern Popens privatkapitalisti- scher Wirtschastsankurbelung ist man sich darüber einig geworden, dah es ohne öfsentliche Arbeits- beschafsung nicht geht Diese Erkenntnis stellt die zweite Etappe dar. Zunächst hat man sich in Ncgierungskreisen und unter den Anhängern der privatkapitalistischen Wirtschast der Illusion hingegeben, dah die Wirtschaftskrise sich„automatisch" wieder ausheben werde. Man hat freilich durch den systematischen Lohn- abbau, mit dem eine Drosselung der Kaufkraft verbunden war, durch die„Sozialisierung der Per- luste" diese automatische Regelung zum mindesten stark behindert Als die Krise, statt abzuflauen, immer weiter fraß, kam man auf den Gedanken. die Privatwirtschaft mit öffentlicher Hilfe„anzu- turbeln" Das war das Papen-Programm. Es ist gescheitert Es ist aber noch nicht preisgegeben. Was die Regierung Schleicher versucht, ist sozu- sagen eine zwangsweise Ankurbelung der Privatwirtschaft durch Vergebung öffentlicher Auf- träge. Auch hier wird man nicht stehenbleiben können. Die Gewerkschaften und die Sozialdemokratisch« Partei werden nicht locker lasten und die Regie- rung zwingen, das L e r n ü n f t i g e zu tun. Ueberblickt man die Arbeit der freien Gewerk- schaften im letzten Jahre, dann kann man fest- stellen, daß sie mit ebenso großer Boraussicht wie Zähigkeit die Notwendigkeit einer großzügigen öffentlichen Arbeits- beschafsung vertreten haben. Schwierigkeiten und Widerstände aller Art stellten sich chnen dabei in den Weg. Die autoritäre Staatsführung des Herrn von Papen hat nicht nur den entgegen- gesetzten Weg eingeschlagen, den die Gewerk- schaften ,u gehen verlangten. Sie betrieb eine direkt arbeiterfeiudllche und somit gewerkschafts- feindliche politk. Die Sozialversicherung, besonders soweit sie den Schutz der Arbeitslosen und der Sozial- rentner zur Ausgabe hat, wurde zusammengehauen. Den Unternehmern wurde ein Freibrief ausge- stellt, die Bestimmungen der Tarisverträge über Löhne und Gehälter zu unterschreiten. Gegen diese arbeiterfeindlich« Politik haben die fteien Gewerk- schaften den offenen Kampf ausgenommen. Obwohl die Arbeitsgerichtbarkeit sie ins Unrecht setzte. haben die freien Gewerkschaften auf diesem Gebiete nach wenigen Monaten einen vollen Sieg errungen. Die autorftäre Staatsführung des Herrn von Papen und mit ihr die Notverordnung über die Herabsetzung der Löhne und Gehälter bei sogenannten Mehreinstellungen sind ge- fallen. Es ist notwendig, diese Tatsache heraus- zustellen, gerade in diesen dunklen Zeiten einer furchtbaren Wirtschaftskrise, deren Heftigkeit und Dauer seit Menschengedenken ihresgleichen sucht. Dieser Sieg über eine arbeiterfeindlich« Regierung, die sich angemaßt hat. für viele Jahre die deutsche Politik zu bestimmen beweist deutlich, wie falsch dos Gerede von der Aktionsunfähigkeit der Ge- werkschaften ist. Selbstverständlich haben die Gewerkschaften unter der Wirtschaftskrise schwer gelitten wenn 7% Millionen Arbeiter und Angestellte beschäftigungslos auf der Straße liegeu. dann müssen Mitgliederzahlen und Finanzen der Gewerkschaften davon in Mitleidenschaft gezogen ?ro6ulctions- und Mitgliederzahlen werden. Hunderttausende Jugendlicher werden arbeitslos, noch ehe sie in Arbeit gekommen sind. Sie können also nicht die Reihen der Gewerk- schaften wieder auffüllen Früher als sonst weiden die Alten abgestoßen, ohiie Hos'nung, wieder in Arbeit zu kommen. Der Abgang ist also hier ein größerer als der natürliche. Unter diesen Um- ständen müsten auch die Mitgliederzahlen der Ge- werkschaften zurückgehen. Am Schluß des dritten Quartals 1932 hatte der Allgemeine Deutsche Ge- werkschaftsbund 3 693 269 Mitglieder gegen 1 134 992 am End« des Jahres 1931. Mit dieser Zahl blieb er noch erheblich hinter der Mitglieder- zahl von Ende 1926 mit 3 932 935 zurück, die bis- her die niedrigste Mitgliederzahl im ADGB. seit dem Kriege gewesen ist. Allerdings muß man hier hinzusügen, war das Krisenjahr 1926 nicht nur ganz wesentlich weniger schwer als das Krisenjahr 1932, die Krise selbst war damals von weitaus kürzerer Dauer. Aus unserer graphischen Dar- stellung geht deullich hervor, wie die Mitglie- derzahlen der Gewerkschaften parallel laufen mit den Produktionszahlen. Wie der Beschäftigungsgrad unmittelbar zusammenhängt mit der Intensität der Produktion, so wird auch die Mitgliederzahl der Gewerkschaften beeinflußt und bedingt von der Größe der Produktion. Das ist ohne weiteres einleuchtend. Sieht man sich die beiden Linien unserer graphischen Darstellung näher an, dann stellt man die Widerstandskrast der Gewerkschaften gegenüber der Wirtschaftskrise soft. Wenn parallel mit der Zahl der Beschäftigten, jedoch nicht so stark wie diese, die Zahl der Mit- glieder der Gewerkschasten zurückgeht, ist die Aktionsfähigkeit und der Einfluß der Gewerkschaften keineswegs ausgeschaltet. Der prozentual« Anteil der Gewerkschaftsmitglieder an der Zahl der Beschäftigten dürfte heute nicht geringer sein als zu den Zeiten der Hoch- konjunktur. Im A f A- Bund ist übrigens der Mitgliederrückgong weniger stark. Die Aktionsmöglichkeiten sind allerdings in den Zeiten der Krise erheblich geringer. Auch dies ist ohne weitere- einleuchtend. Man sollte nun noch den Gesetzen der Logik annehmen, daß in Zeiten der Krise die Geschlossen- heit der Arbeiter- s ch a s t wächst und daß die Differenzen, die üler die Tak- tik bestehen mögen und be- stehen müsten, sich vermin- dern. Durch den Einfluß der KPD.— und in ihrem Ge- folge der NSDAP.— sind hier die Gesetze der Logik auf den Kops gestellt worden. Je schärfer die Krise, je schwerer der Kampf der Arbeiterschaft, desto verbissener die Angriffe der Extremisten aus die Gewerkschasten, desto gewistenloser die Verleumdungen gegen die Vertrauensleute der Arbeiterschaft. Blickt man rückwirkend auf das, was diese hem- mungslosen Kritiker selbst für die Arbeiterschaft geleistet haben, so steht man vor dem Nichts. Ohne diesen beispiellosen Bruderkamp', der in die Reihen der Arbeiterschaft hineingetragen worden ist, würde sicher inancher Rückschlag vermieden, mancher An- griff der Sozialreaktion erfolgreich abgewehrt worden sein. Wir stehen jetzt unmittelbar vor den Betriebs- rätewahlen. Die KPD. hat eine ungeheuer- liche Haßkampagne gegen die freien Gewerk- schaften eingeleitet. Sie hat aber selbst nicht ver- meiden können, von ihren eigenen sogenannten roten Betriebsräten zu sprechen. Was sie hier zu sagen gezwungen ist, bedeutet ein vernichtendes Urleil über diese„guten" Betriebsräte II w n i IM IM lmd somit ein vernichtendes Urtell über sich selbst. Die freien Gewerkschaften gehen in das Jahr 1933 mit unvermindertem Selbstvertrauen. Hat die Wirtschaftskrise die unmittelbare Aktion in den Betrieben und Berufen auch stärkstens behindert, so hat sie auf der anderen Seüe neue Arbeitsgebiete in der Sozialpolitik eröffnet und für alle aufgezeigt, wie eng und untrennbar verbunden die wirtschaftliche Aktion der Arbeiterklasse mit der p o l i t i s ch e n A k t i o n ist. Die kapitalistische Mißwirtschast zwingt die Arbeiterschaft immer mehr, vereint zu marschieren und vereint zu schlagen. In dieser Erkenntnis gehen wir in das Kampfjahr 193 3. Naneben getreten Gadkrieg der KPD. Auf einer Agitationsseite gegen die Gas- werke schimpft die„Rote Fahne" schon m den Ueberschriften über„Verrat der reformistischen und Renegatenbetriebsräte" und bringt dann im Text als ein Kapitel zu dem Berliner„G e- meindesozialismus" ein Zitat aus dem „Berliner Tageblatt", das sie überschreibt:„Der Prunkpalast in der Bendler st roß e." Das„Berliner Tageblatt" hatte berichtet: ..Die Villa Bendlerstraße 41, früher Herrn Katzenellenbogen gehörend, wurde... von den Eharlottenburger'Wasserwerken angekauft, die in diesen Tagen das Haus als Direktionsgebäude in Benutzung genommen haben." Die Reformisten hätten den Antrag der roten Betriebsräte der Städtischen Gaswerke, abgelehnt, sofort 59 Mark Winterhilfe auszu- zahlen. Dazu sei kein Geld da. Aber um einen Palast aus den Steuergroschen der Arbeiter zu zahlen, daiür sei Geld da. „Es ist eine Ungeheuerlichkeit"— entrüstet sich das kommunistische Zentralorgan—,„daß, wenn Winterhilfe für darbende Gemcindearbeiter ab- gelehnt wftd, Prunkpaläste gekaust werden. Weg mit den Prunkpalästen...!" „Am Molkenmarkt stehen die von der BVG. an- gekauften Häuser leer, aber diese Leute müsten am Tiergarten arbeiten." In der Redaktion der„Roten Fahne" ist noch nicht bekannt, dah die Charlottenburger Wasserwerke kein städtisches, sondern ein privates Unternehmen sind.„Der Prunk- palast in der Bendlerstratze" hätte sonst für die Herrschasten nicht das geringste Interesse gehabt. Die Sache paßte nur dann in ihren Gaskram, wenn es sich um ein st ä d t i s ch e s Werk gehandelt hätte. So aber ist der Gasangriff gegen den„G e m e i n d e s o z i a l i s m u s" und gegen die reformistischen Betriebsräte schmählich verpufft und der G e st a n k in der„Roten Fahne" geblieben. Das schadet weiter nichts, dort ist man daran gewöhnt. 's»..» 9-°-'"Vo-n'I."'-- Was das Handwerk will D« Borsitzende der Berliner Handwerk?- kammer, amtlich: der Präsident, hat der Presse die Klogen und Forderungen der Innun- gen übermittelt, dl« das Handwerk an der Jahres- wende vorzubringen hat. Wir entnehmen daraus, daß das Handwerk eine beruss ständische Wirtschaftsordnung fordert,„die auf der Grundlage der Gemeinschaftsarbeit zu erneuern ist", und zwar um der Handwerkswirtschaft den nötigen Lebensraum offenzuhalten. In dem Ar- tikel des Herrn Ludwig wird behauptet und diktiert: „Die wirtschaftliche Organisation kann nur aus d«r Grundlage der privalwirkschasl ausgebaut werden. Der Staat hat sich zu be- schränken auf die Führung der Gesamtwirtschaft nach außen hin und aus die Sicherung der Grund- läge alles wirtschaftlichen Handels im Innern. Darüber hinaus muß da» wirtschaftliche Handeln frei bleiben." Freiheit!— die sie meinen. „Eingriffe staatlicher Stellen in die Preis- b i l d u n g haben zu unterbleiben. Der Preis- stand des Handwerks deckt kaum noch die Un- kosten." Unseres Wissens ist nur den Zwangs- i n n u n g e n verboten<8 lOOqu ARO), ihre Mitglieder in der Festsetzung ihrer Preise zu be- schränken. Bei der vorstehenden Forderung kann e« sich lediglich um die Preisbildung für Brot und Fleisch handeln. Da sind wir denn aller- diiigs der Meinung, daß bei dieser Preisbildung ein Wort mitzureden ist, wenn sie allzusehr das Bestreben zeigt, all das zu decken, was als U n- kosten berechnet wird. Das Allgemeininteresse ist bei diesen unentbehrlichen Nahrungsmitteln wichtiger als die persönlichen Interessen der Bäcker» und Fleischermeister. Im übrigen aber halten auch wir Preiseingriff» bei den Handwerkebetrieben für überflüssig, solang« die Konkurrenz nicht ausgeschaltet wird. Die Betriebe der öffentlichen Hand sollen b e- s« i t i g t werden, soweit sie nicht Ga», Master und Elektrizität liefern. Di« Klag« über die G» f ä n g n i» a r b e i t ist sehr alt. Doch mit irgendeiner nützlichen Tätig- k»U müssen die Gefangenen beschäftigt werden.. Das Handwerk existiert seit Jahrzehnten trog Aefängnisarbeik, und es ist ein« starke Ueber- ,Nie schweigen seine Klagen still... treibung, zu behaupten, daß die Gefängnisarbeit eine der schwersten Schädigungen sei, die dem Handwerk von den Behörden bereitet würden. In einzelnen Fällen, in denen sich besondere Miß- stände aus diesem Gebiete zeigen, müßte diesem natürlich begegnet werden. Die Einschränkung der Gewerbefreiheit. die das Handwerk fordert, werde in der Oeffent- lichkeit vielfach falsch beurteilt. Es drehe sich lediglich um die Bekämpfung der Schwarz- arbeit. Es wird behauptet, daß sich auch nur durch teilweis« Abstellung der Schwarzarbeit Tausende von Handwerksgesellen Arbeit erhalten. Schließlich wird aber auch diese„Schwarzarbeit" von Menschenhänden geleistet, und in der Regel heut« meist deshalb, weil die Not der Ar- beitslosigkeit dazu treibt. So wenig man nicht die Wirtschaftskrise„abschaffen" kann, wird man auch die Schwarzarbeit nicht abschaffen können- Jedenfalls müßte zunächst deren Begriff ganz genau umschrieben werden, bevor man ihr mit gesetzlichen Strafen zu Leibe zu rücken sucht. Die Beträge für die Sozialfürsorge müssen nach Meinung„de» Handwerks" nicht etwa dem Bedarf, sondern der„Tragfähigkeit der Wirt- schaft" angepaßt werden. Das Handwerk aber sei mit Steuern und sozialen Lasten weit über seine Tragfähigkeit hinaus belastet. Wir müssen schon sagen, daß der Arbeiter und Angestellte auch im Handwerk mit Steuern verhältnismäß'g weit schwerer b e l a st e t ist al» der Hand- werksmeister. Wie viele Handwerksmeister kümmern sich aber um die„Tragfähigkeit" ihrer Gehilsen, wenn sie ihnen die Löhne herab- drücken? Daß die Stellen, die sich als„d a s 5) a n d w e r k" ausgeben, von jeher sozial» reaktionär eingestellt sind, ist von jeher be- kannt. Geklagt wird auch über die Beitragslasten für die Berufsgenostenschaften. Die Beseitigung der Schlacht st euer wird gefordert, da sie da» Schlächterhandwerk zum Erliegen bringe. Durch da» Sicherungsoersahren für Landwirt.« bekomme der Handwerker seine Rechnungen nicht bezahlt. Das alte Lied, das Lehrverhällnis sei ein»Er- Ziehung»"- und kein Arbeilsverhällnis, wird wiederum angestimmt, und weil es dadurch nicht bester klingt, die Not» eingefügt, die mühevolle Arbeit der Ausbildung des Nachwuchses könne «« nicht mehr erfolgreich sein, wenn der Lehrllug vom Tarifvertrag erfaßt wird. Di« Meister, die Lehr- lingsarbeit noch dem Tarif berechnen, sprechen hier eine schlechtverhüllte Drohung aus. Doch sie schreckt nicht! Der Ha.us besitz habe in den letzten Iahren keine oder nur eine geringe Rente abgeworfen. Daher wünsche„das Handwerk, das durch die In- standfetzung der Alchäuser Arbeit bekommt, die Einbeziehung der Hauszinssteuer in das Steuergutscheinverfahren". Die behördlichen Vergebungsstellen durften bei öffentlichen Ausschreibungen nicht das niedrigste Angebot wählen, sondern dos als am wirtschast- llchsten erscheinende. Schließlich wird auf«in« Stützung de» ge- werblichen Genossenschaftswesens hin- gewiesen und für den gewerblichen Mittelstand eine besonder« Vertretung im Reichsministerium gefordert. Die Erfüllung oder Nichterfüllung dieser Bitte werde einen Maßstab abgeben für die Einschätzung der Bedeutung des Handwerks, da» den Puffer zwischen Großkapital und Arbeil- nehmerschaft bilde. Die Selbsteinschätzung al» Puffer scheint uns nicht glücklich, doch wollen wir ihr nicht wider- sprechen. AeberardeU bei der Post? Lntl»»»unzsn sollen vermissen werden Wir erhalten Zuschriften, in denen darüber Klage geführt wird, daß bei der R« i ch» p o st zurzeit Ueberstunden gemacht werden, um den gesteigerten Feiertagsverkehr im Postzustell- dienst zu bewältigen. Man weist auf die große Zahl von Arbeitslosen hin. die sich zu Weih- nachten und Neujahr gern einige Mark als Aus- Helfer bei der Reichspost verdient hätten. In den Zuschriften wird auch bemerkt, daß sich unter den Arbeitslosen viele Leute befinden, die schon als Po st Helfer tätig gewesen sind. Wir sind den Beschwerden nachgegangen und haben sol- gende» festgestellt: Die P o st h« l s« r, die seit einiger Zeit ver- künt arbeiten, werden vorübergehend wieder voll beschäftigt, während das beamtete Personal Ueber- stunden leistet. Di» Ueberarbeit der Beamten der Zustellpostämter beträgt insgesamt durch» schnittlich SV S t u n d e n pro Mann. Sie muß im Januar wieder durch entsprechend« Freizeit abgegolten werden. Außerdem ist noch ein Aushelfer eingestellt worden Durch die Ab» geltung der Ueberarbeit der Beamten im Januar, sowie die dann schon beginnend? Urlaubsperiode wird aber— und das ist der Hauptzweck dieser Regelung— die Möglichkeit gsfchafsen, allen Posthelfern, auch den wem» gen jetzt neu eingestellten, für die nächsten Mo- nate ihre Weiterbeschäftigung zu sichern. Die Verwendung von Fernsprechhelfe» rinnen im Innendienst der Zustellpostämter er» folgt m diesem Jahr zum erstenmal, und zwar ahn« Zustimmung der gesetzlichen Personaloertretung oder der zuständigen Organisationen. Durch chr« «in- und zweitägige Verwendung im Innendienst der Zustellpostämter wird wohl den Fernsprech» Helferinnen ein kleiner Zusagverdienst verschafft, den sie ganz gut gebrauchen können, well st« zur Vermeidung von Entlassungen ebenfalls ver» kürzt arbeiten. Es wäre aber hier vielleicht richtiger gewesen, noch einige Aushilfskräfte ein» zustellen, zumal sich heut« aus oerschledenen Fern» sprechämtern an den Fernsprechschränken ein fühl- barer Mangel an gernsprechhelfertnnen bemerk- bar gemacht hat. Arbeitslose inNeinickendors! Das Arbeltsamt Verlln-Mitte teilt folgende» mit: Wegen eine» plötzlich aufgetretenen Notstandes muß die Dienststelle der F a ch a b» teilung sür die Metallindustrie. Berlin-Reinickendors-West, Waldstr. 22—»28, geschlossen werden. Di« Metallarbeiter, die dort zur Meldung eingewiesen waren, werden gebeten, von Montag. 2 Januar 1S33, ab entweder im Ar- beitsamt Berlin-Rord. Reinickendors» Ost. Gras-Rödern-Alle, S— U oder In der Dienststelle der Fachabteilung für die Metall- industrie in der C h a u s s e« st r. 42 ihrer Meldung nachzukommen. Die Vermittlung wird bis zur DeHebung des Notstandes von der Fachabteilung für die Metallindustrie, Chausseestr. 42, ausgeübt. Es ist für«ine gleichmäßig» Berücksichtigung der Arbeitsuchenden Vorsorge getroffen. Em« Schädigung der Arbeitslosen sindet weder in der Vermittlung noch in der Unterstützung. noch sonstwie statt. Die Vereinigung Deutscher Flaschensabrikea hat den M a n t e l t a r> s v» r t r a g sür die deutsch« Flaschenindustrie zu Ende März gekündigt. Abonderungsanträg« sind von der Vereinigung bis jetzt noch nicht vorgelegt worden. grcße Erfüllung allseitigrer Hoffnungen und Wünech« verwirklicht 'S INVENTUR- VERKAUFI Die Preise für alle unsere Waren sind auf eine unfaßbar niedrige Stufe herabgedrückt worden. ggf" Unsere Blaustift zahlen stellen alles jemals Gebotene in den Schatten und werden ffiiy wohl nie wiederkehren! Ein Besuch unserer Riesenläger zeigt Ihnen die unser Haus kennzeichnende unermeßliche Auswahl vorztlglieher Qualitittswaren, unter denen Sie bestimmt nach Geschmack und Figur das Ihnen Fehlende auswühlen können. Prüfen Sic unsere Behauptungen; Sie werden erkennen, daß eine solche Riesenleistuns noch niemals zu sehen war. Nachstehend nur wenige Beispiele aus unseren gewaltigen Bestinden. Folgen Sie dem hunderttausendfach bef eisten Rufe: Auf zu Ciadiel! Beginn 2. Januar 1933. Das Haus für Qrosse Weiften Ein 0r»6«r Posun hochtfowter Geseitschafii- Kleider aus edelateo Stoffen, darunter ▼!«!« Exemplare im MoStilanifi, etw, angest, Jetst hup 25: Sin IU«cnp«tUn htrrlichar Frauen Kleider aus fließenden! Ch arm eune, Ms OröSe 54, Jetzt nur r Ein Rtesanposten prachtv. bunter Georgette- Kleider m.Glockan- rook, rlnen'.-fug, eleg.Mtroc.- Unter J«tat nur 29: Ela WManpmton elsotnlar Nachmittags- KSelder aus Wolle oder Wolle mit Seide o.&. jetst nur 5: Un snii» PMt'.n Moll- Komplets tu« Mant«! oder Jacke mit Kleid in vielen Au«- tUvunsen nur IS: ■In KroDer Poeten SomiDer Sport- Melder«i teilweise etwa« Ct'SL H eogeetaubt R. nur«7. 0 ■In KroBor Posten Frühjahrs' Män ntel su««ebSoen Stat- tea, rat varsrbel- »e«........ ID.» 8«» 5: Ha(rsltr Psstn relnwslIeMr Gabardine- Häntel imprägniert, jetart nur 22.- 15: Un res*' Posten raimeUener Olbaolmdntel la modernen Farben, auch In crenon Welten Jets« nur 13 Sin rreae« Poeten Lodemnäfitel für Damen, In Tcraiie- llnhen Qusli- tllen Jeta« nur 15 Sin sreSer Poeton MWr selll| gllnnU« Gummi mantei Q. Jetat Sin Krofjsr Posten Damen- Frühjahrsmäntel aus modernen neuartigen Stoffen sebwan und farbig,«leg. 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Januar] Die große Aufgabe der Arbeiterklasse Wir wollen für immer die Krisen überwinden— Von Erich Rinner Nach den Feststellungen des Statistischen Reichs- airus ist das deutsche Volkseinkommen van 75 Milliarden im Jahre 1928 auf 64 Mil- liorden im Jahre 1931 gesunken, ivobo> für beide Jahre die Kaufkraft von 1928 zugrundegelegt, die Senkung der Preis« also bereits berücksichtigt isr Auf dieser Grundlage wird man schätzen können. daß das Volkseinkommen im Jahre 1932, ent- sprechend der weiteren wirtschaftlichen Schrump- fung, nur noch etwa 53 bis 50 Milliarden erreicht haben wird. Was bedeuten diese Zahlen? Sie sind einmal der statistische Ausdruck für die Not der Arbeitslosen, für den ijohndruck und die Kurzarbeit, für all das Elend, das mit der Krise über die werktätigen Schichten herein- gebrochen ist. Diese Zahlen sind aber zugleich der Ausdruck für die ungeheuren wirtschaftlichen Ver- l u st e, die Deutschland in diesen Jahren erlitten hat. Die Wirlschaflskrise hol uns allein im Zahre 1932 15 bis 20 Milliarden gekostet, dazu im Zahre 1931 II Milliarden. Wenn wir nicht diese Verluste von 25 bis 39 Mil- liarden in zwei Jahren erlitten hätten, dann hätten wir in Deutschland nicht nur alle Menschen aus- reichend ernähren und Neiden können, für alle ausreichende Wohnungen errichten können, dann hätten wir immer noch genug übrig gehabt, um für den weiteren wirtschaftlichen Ausstieg vor- zu sorgen Zeigen diese Zahlen, daß die Wirtschafts- k r i s e n nicht nur die schlimmst« Geißel der Menschheit sind, sondern auch unermeßliche Ver- waslungen an Wirtschasts- und Volkskraft an- richten, so sind sie damit auch der klarste Ausdruck für die gewaltige Bedeutung des Umbaus der Wirtschast, durch den allein in Zukunft das namenlos« Krisenelend und die furchtbaren Krisenverlust« der Volkswirtschaft vermieden werden können k'Iucb 6er Tecbnik? Aber ergibt sich nur aus den Wirtschaftskrisen der Zwang zu ihrer Ueberwindung durch die Planwirtschaft? Taucht nicht Hinter der Ausgabe. Wirtschaftskrisen zu verhindern, ein neues gewal- tiges Problem auf: die Eindämmung des technischen Fortschritte? Stohen wir nicht erst im Ansang der größte» arbeitsparenden technischen Fortschritte? Was soll werden, wenn erst einmal die ganze Wtrtschajt nach dem Prinzip der modernsten Fabrikbetriebe arbeitet, in denen in menschenleeren Maschinen- sälen der Mann am Schalthebel ungeheure tech- nische Kräfte in Bewegung setzt? W-rd nicht der technische Fortschritt ein wachsendes Millionenheer von Erwerbslosen schaffen und— selbst nach Ueberwindung der gegenwärtigen Krise— mit einer großen Dauerarbeitslosigkeit ein« große „Dauerkrise" heraufbeschwören? Gibt es keinen Ausweg, um den technischen Fortschritt nicht zum Fluch, sondern wieder zum Segen der Menschheit werden zu lassen? Ist der Untergang am Ueberfluß unser unentrinnbares Schicksal? Haben die Maschinenstürmer, die sich gegen die ersten mechanischen Webstühle und Spinnmaschinen wandten, nicht doch recht gehabt? Nein, die Maschinen st ärmer haben nicht recht gehabt. Wenn heule ein Arbeiter mit den modernsten Maschinen zehnmal soviel Schuhe. Ziegelsteine. Zigaretten herstellen kann als vor wenigen Jahr- zehnten, dann kann das nicht dauernd zum Schaden der Menschheil ausschlagen. Je größere Früchte die menschliche Arbeit trägt, um so reich- licher muß sich auch die Versorgung der Menschen gestallen lassen. Nicht der technische Fortschritt selbst muß zum Verhängnis für die EZirtschost werden, wohl aber sein stürmisches Tempo und sein un- reguliertes Ausmaß. Soweit unsere Geschichte reicht, hat der Mensch die Kraft des Windes benutzt, um Segelschiffe über das Meer zu führen und Mühlen zu treiben. Aber immer wieder hat der Wind, wenn er zum Sturm anschwoll, seine Opfer gefordert. Sowell wir zurückblicken können, haben es die Menschen verstanden, die großen Ströme für den Verkehr und für die Bewäsierung nutzbar zu machen. Wehe aber, wenn es ihnen nicht gelang, die Hoch- walserfluten einzudämmen und die zerstörend« Ge- walt der Wassermassen von ihren Siedlungen und Kulturen fern zu halten. Unsere Ausgabe ist heule kaum eine andere wie die der ältesten Menschensiedlungen: Wie vor Jahrtausenden die Regulierung der großen Ströme im Orient zu gewaltigen kulturtragenden und staatenblldendeu Leistungen geführt hat. so ist un» die Ausgabe gestellt, den mächtigen Strom des technischen Fortchritts einzudämmen und zu regulieren und seine verheerende und zerstörende Srast zum wohl« der Menschheit zu zügeln. Mit der Verkürzung der Arbeitszeit, mit der Planwirtschaft am Arbsitsmarkt allein ist es nicht getan. Die ganz« Wirtschaft muh in dieses System der Regulierung einbezogen, die plan- mäßige Lenkung aus den ganzen wirtschasttichen Bereich ausgedehnt werden, wenn es gelingen soll, den technischen Fortschritt auch in Zukunft zu dem zu machen, wa» er seiner Natur nach ist: der groß« Förderer des wirtschaftlichen Ausstiegs, die wich- tigste Kraftquelle für den wachsenden gesellschaft- lichen Wohlstand. Das ist die zweit« Ausgabe des Umbaues der Wirtschost. Vsckuw„Umbau"? Diese Aufgaben der Planwirtschaft werden sich nicht von heute auf morgen lösen lassen. Mit vollem Bedacht haben die freien Gewerk- schaste» und die Sozialdeinokratle ihrem planwirtschafttichcn Programm die Ueber- schrift„Umbau der Wirtschaft" gegeben. Wir müssen eine Wirtschast, die mit einem überaus komplizierten Mechanismus arbeitet, umbauen, während sie in Betrieb ist. E» ist unendlich viel leichter, eine neue Eisenbahnbrücke zu bauen, als eine alle umzubauen, während über diese Brücke dauernd die Züge hin und her fahren, wir sind ab«r in unserer Wirtschaft vor die Ausgabe eines Ingenieurs gestellt, der eine solche Eisenbahnbrücke umbauen soll, und da» ist zugleich der entscheidende Unterschied zwischen den Problemen des sozialistischen Ausbaues in Deutschland und in Rußland. Die Russen müssen erst eine Jndustriewirtschait ausbauen, sie müssen erst lernen, eine neue Eisen- bahnbrücke zu errichten, dafür den besten Stahl herzustellen, geschulte Techniker und geübt« Ar- beiter heranzubilden. Für uns ist das alles kein Problem. Wir können die besten Brückenstähle erzeugen, mehr als wir brauchen können. Wir haben die besten Techniker und die g«schultcsten Arbeiter der Well. Wir müssen mit anderen Schwierigkeiten ringen. Weil wir unser« Wirt- schaft umbauen müssen, während sie in Betrieb bleiben muß, deshalb brauchen wir viele Hilf»- gerüst« und Hilfskonstruktionen Umleitungen und Umwege, deshalb müssen wir Problem« lösen, die für Rußland heute noch keine Rolle spielen. Ebensowenig wi» man ein« Revo- lution noch Maß machen kann ebenso- wenig wird man ein für ollemal die Pläne fest» stellen können, nach denen der Umbau der Wirt- schast durchgeführt werden soll. Sind deshalb aber Plane überhaupt überflüssig? Sollen wir deshalb tatenlos warten, bis wir die poli- tische Macht erobert und damit die Bahn srei- gemacht haben für die Einrichtung der Plonwirt- schast? Hoben nicht die Generalstäbe aller Heere seit Jahrzehnten Kriegspläne eittwors«» und. den wechselnden polltischen, militärischen und techni- sehen Voraussetzungen laufend angepaßt, obgleich im Ernstsalle unvorhergesehene und unvorherseh- bare Umstände die genaue Durchführung dieser Pläne unmöglich machen konnten und immer wieder unmöglich gemacht haben? So wenig die militärische Strategie nur im Kriege ausgebildet worden ist, so wenig werden wir unsere wirtschaslspolitische Strategie nur nach der politischen wachtergreisung ausbilden können. Das Programm der freien Gewerkschaf- t e n. die Gesetzentwürfe der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion sind nur die ersten Umrisse für den Ausbau der Planwirtschast. Um aus diesen Umrissen einen möglichst vollständige«' Plan zu entwickeln, dazu bedarf es noch um- fassender und zielbewußter Arbeit. Wirb dos Jahr 1932 in der Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung dauernd« Bedeutung haben als das Jahr, in dem die Forderungen zum Umbau der Wirtschaft zum erstenmal oufgestellt worden sind, so wird dem Jahre 1933 die nicht minder bedeutungsvolle Zlufgabe zufallen, diese Forderungen zu vertiefen und zu vervollständigen. �ener Glaube— neuer Wille Vieles spricht dafür, daß in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die großen wellpolitischen und weltwirtschaftlichen Eiitscheidungen außerhalb Europas falle» werden, vieles sogar dafür, daß da» wirtschaftliche und politische Machtzentrum der Well für immer von Europa nach Amerika und Asien verschoben ist. Aber damit hat Europa sein« geistige Führerrolle nicht ausgespielt. Wäh- rend im Fernen Osten noch das Zettalter des Frühkapitaliemus den wirtschasttichen Piraten reiche Beute verspricht, während in Sowjetruß- land eine ganze Völkerfamili« in Gewaltmärschen aus dem dumpfen Zustand primitiver Ackerbauern aus die Höh« westeuropäischer Industrievölter geführt werden soll, reist in Europa, r« i f t vor ca. 12000 Stück Damen-Kleider• Mäntel• Complets Damenmäntel Jl nn Damenkleider iflyg Abendkleider ffenQ mm! Ar» KImh KaII R/i+i«» Tpilmt.fhi-irmALKtA hl« lÄ.*• I a n n n« a �AlWAnlrlAlH Ar flnttA gummiert/ bleu oder heil Batist, schwarze lederoi-Mäntel, oder Oberaangsmäntei, melierte Stoffe, bis Größe 54.... jitxt Mark 6.90« 4 frikot-Charmouse bis Größe 54, Waschsamtkleider bis Gr. 54, Wollkleider. strickorrig« Kleider. 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Gehalt bezogen. gegangenen Jahre von monatlich rund 1299 Flaschen im dritten Quartal auf 1499 im Oktober und 3599 im November zuaenommen haben. In den ersten elf Monaten 1932 wurden insgesamt nur 29 979 Flascben Schaumwein importiert gegen 46 485 im gleiche» Zeitraum des Vorjahres, 152 926 in den ersten elf Monaten 1929, 198 916 Stück 1927 und 614 298 Maschen 1925. Davon waren im letzten Jahre 99 Proz. französischer Her- kunft 98 Proz. im Vorjahre und 99 Proz. 1939. Der �.3.p!talnmrht Auflockerung läßt auf sich warten Der Kapitalmarkt in Deutschland Hot sich auch im Laufe des November aus seiner E r st a r- rung noch nicht gelöst. Nach der jetzt veröffentlichten Statistik der Boden- und Kom- munal-Kreöitinstitute ging der Umlauf an Pfand- brieten weiter von 9,37 auf 9 34 Milliarden Mark zurück. Einem Zugang von 27,3 Millionen Mark entsprichi ein Abgang durch Einziehung und Hypothekenrllckkäufe von 69,6 Millionen Mark, fo daß sich der Abgang auf 33,3 Millionen Mark stellt. Bei den Kommunalobligationen betrug bei einem Zugang von 2,54 Millionen und einem Ab» gang von 19.84 Millionen Mark die Umlauf» schrumpfung 8,39 Millionen. Der Gesamtumlauf von Pfandbriefen und kommu» nalen Obligationen verringerte sich von 12 927 Millionen auf 11 985 Millionen Mark, also um 41,6 Millionen. Der Rückgang entspricht fast genau dem des Oktober. Die Geiamtjumme des Bestandes an Hypotheken, Kommunaldarlehen und anderen Darlehen hat sich im Benchtsnwnat um 193 Millionen auf 13 998 Millionen verringert. Hiervon entfallen auf dos Neugejchäft 97 Mil- lionen Mark, wobei sich agrarische Hypotheken um 15 Millionen auf 2685 Millionen gesenkt haben. Das Devisenahhoimnen Neue Eestimmungen für Frankreich Der Reichswirtschaftsminister hat im Anschluß an den deutsch-iranMiichen Vertrag mit Wirkung vom I. Januar die Deoisenbewirlschaftungsstellen ermächtigt, deutschen Importeuren, die im Rah- men ihres bisherigen Geschäftsbetriebes Waren aus Frankreich bezogen haben, die Genehniigung zu erteilen, diejenige» Beträge, die sie zur Be- Zahlung französischer Waren wegen Erschöpsung ihrer Kontingente nicht mehr zahlen können, auf ein Sonderkonto bei der Reichshauptbank in Reichsmark einzuzahlen Es macht dabei keinen Unterschied, zu welchem Zeitpunkt die geschuldeten Beträge fällig geworden sind. Der Gesamtbetrag der Genehmigungen für die einzelnen Firmen unterliegt der Höh« nach keiner Begrenzung. Der Importeur hat nur für jeden Einzelfall den Antrag bei der Devisenstelle einzureichen und nachzuweisen, m welchem Umfang er bisher Waren aus Frankreich bezogen hat, und weiter, daß der gekürzte Höchst- betrog seiner allgemeinen Devisengenehmigung zur Bezahlung der Einfuhr aus Frankreich nicht ausreicht. Diese für den Warenverkehr mit Frankreich ge- trofiene Regelung entspricht den. Abkommen, die bereits mit Dänemark, Italien, Schweden und der Schweiz getroffen wurden. Reue Sprozentige Preußische Sckmhanweifnngeu. In dieser Ausgabe weisen wir auf die Begebung neuer 6prozenliger Preußischer Schotzanweisungen hin. Die Abgabe erfolgt sowohl im Umtausch gegen die am 29. Januar 1933 fälligen und zu 192 Proz. rückzahlbaren bprozentigen lehemals 7proz.) Schatzanwcisungen wie im Wege des f r e i- h ä n d i g e n V« r k o u f s. Die Frist läuft bis zum 19. Januar 1933. Der Beaebunaskurs be- trägl beim Umtausch und beim Neuerwerö 94 Proz/ Da die alten Schotzanweisungen mit 192 Proz. zurückgezahlt werden, erhalten die Utn- tauschenden eine Barzahlung von 8 Proz. Die Effektivverzinsung der Schatzanweisungen i eträgt unter Zugrundelegung des Kurses von 94 Proz. etwa 9,3 Pro.z. Ein Deutschöilerreichisches konknrsabkommen. Zwischen Deutschland und Oesterreich wurde ein Abkommen über die gegenseitige Anerkennung der Konkurse und Vergleichs-(Ausgleichs-) Verfahren unterzeichnet. Neue Preußische Schatzanweisungen Umtausch und Verkauf Im Auftrage der Preußischen Finanzverwaltung bieten wir den Besitzern der 6%(ehem. 7%) Schatzanweisungen des Freistaates PreuBen, rückzahlbar zu 102% am 20. Januar 1933, den Umtausch neue 6% Preußische Schatzanweisungen rückzahlbar je zur Hälfte des Nennwertes jedes Stücks am 20. Januar 1935 mit 100% am 20. Januar 1936 mit 102% an. Jedes Stück ist also zur Hälfte nach 2 Jahren, zur Hälfte nach 3 Jahren fällige; die zweite Hälfte wird mit einem Aufgeld von 2% zurückgezahlt. Bei dem Umtausch werden die neuen Schatzanweisungen zürn Kurse von 94°/« abgegeben, so daß die Umtauschenden unter Berücksichtigung des Rückzahlungsaufgeldes der alten Schatzanweisungen von 2% erhalten. eine Barauszahlung von 8?» Die neuen 6% Schatzanweisungen werden auch durch freihändigen Verkauf -— zu den vorgenannten Bedingungen begeben Der Verkaufskurs ist ebenfalls auf 94% festgesetzt. Der Gegenwert kann sogleich ganz oder zum Teil gezahlt werden. Bis spätestens 10. Januar 1933 muß die Volleinzahlung geleistet sein. Auf die Zahlung werden 6% Stückzinsen vom Zahlungstage bis zum 20. Januar 1933 vergütet. Zinstermine: 20. Januar und 20. Juli j. Js. Der erste Zinsschein wird am 20. Juli 1933 fällig. Stückelung: ku 100.—, 600.—, 1000.—, 10000.— und 50 000.—, Zulassung der Schatzanweisungen zum Handel und zur Notiz an den deutschen Hauptbörsenplätzen wird veranlaßt werden. Die Besitzer der neuen Schatzanweisungen haben das Recht, an Stelle der am 20. Januar 1935 fälligen Teilrückzahlung zum Nennbetrage dieser Rückzahlung die Aushändigung neuer 6% Schatzanweisungen— rückzahlbar zum 20. Januar 1936 mit 102%— zu fordern. Anträge auf Erwerb der neuen Schatzanweisungen sowohl durch Umtausch alter Schatzanweisungen, als auch durch Bareinzahlung, werden bis zum 10. Januar 1933 von den nachstehend aufgeführten Firmen entgegengenommen: der Preußischen Staatsbank ( Hee h und. 11 n g:> „ Berl. Handels-Gesellschaft „ Commerz-und Privat-Bank Aktienire ellscliaft „ Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft der Deutschen �Girozentrale — lleutMflie Kommunalbank— .. Dresdner Bank den Herren Mendelssohn& Co. der Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktleneesellsehaft Die Anträge können auch bei den Niederlassungen der vorgenannten Finnen, sowie durch Vermittlung sämtlichei übrigen deutschen Banken, Bankiers und Sparkassen und bei den der Deutschen Girozentrale— Deutsche Kommunalbank— angeschlossenen Girozentralen und Landesbanken eingereicht werden. Berlin, im Dezember 1932. Preußische Staatsbank (Seehandlung) Die Nacht Der Karpfen Von der Moritzburg in die Zentralmarkthalle In der jeweils letzten Nacht des alten Jahres gerät die Z e n t r a l m a r k t h a l l e der Stadt Berlin außer Rand und Band: wenn sonst das Handeln und Feilschen erst in der sechsten Morgen- stunde anhebt, beginnt in der Nacht zum Sil- v e st e r bereits um 3 Uhr morgens die große Karpfenschlacht, Unaufhörlich rollen die schweren Lastzüge mit ihrer kostbaren Fracht heran und besetzen jede Zufahrtsstraße zur Markthalle, Wenn man es nicht schon von der Anschrift wüßte„Teich- Wirtschaft Moritzburg in Sachsen" oder„Karpfen- züchteroereinigung Niederlausitz", dann deuten die großen Stahlflaschen mit Sauerstoff darauf hin, daß in den Bottichen auf den Autos etwas Be- sonderes sein muß. Denn„eingepfercht" ist schon kein Ausdruck mehr für die drangvolle Enge, in der die Karpfen die letzte Fahrt ihres ohnehin so kurzen Lebens zurücklegen müssen. So perlt ein seiner Strahl Sauerstoff in jeden Bottich, aus daß das zappelnde Silber keinen Schaden erleiden möge. Zumal aus der Landstraße eine eisige Kälte herrscht, mit dicken Eiszapfen behangen sind die Autos in Berlin angekommen, und wenn die Bottiche geöffnet werden, fliegen zuerst die Eis- brocken auf die Straße, Die Stände der Fischgroßhändler machen unterdes den Eindruck eines Karnevals, Jeder hat eine bunte Fahne herausgehängt, auf der verzeichnet steht, daß heute der Tag des Karpfens ist, und da den meisten die Fahnen nicht genügen, haben sie' noch Transparente dazu- gehängt, die noch einmal die Mahnung unter- streichen, Silvester einen Karpfen zu essen. Jetzt geht der Handel an. Oben auf dem Auto steht ein Mann— aber es stehen nun dreißig Autos in einer Reihe— und schöpft mit Leibeskräften die Karpfen aus den Bottichen. Ach, die armen Karpfen! Hat sie der eine im Netz, dann fallen sie in das Netz des nächsten, der ladet sich das schwere Ding aus die Schulter und schleppt die Fische unter Flüchen und Geschrei zur Waage. Obwohl kein sichtlicher Anlaß dafür vorliegt, er- klärt sortgesetzt einer den anderen für verrückt, und dieses aufgeregte Gebaren der Fischträger scheint sich alle Augenblicke ein fetter Karpfen zu- nutze zu machen, der geschwind aus dem Netz In wenig Worten Der wegen Ermarduuz des Gutsbesitzers Gustav Wolf und dessen Ehefrau in, La u ldd o rf bei Oelsnitz im Vogtland am 23. September d, I, vom Schwurgericht in Plauen wegen Mordes in zwei Fällen zum Tode und wegen vorsätzlicher Brand- stistung zu zwei Jahren Zuchchaus verurteilte lgjährige Wirtschaftsgehilfe Alfred Erhard M o r g- n s r aus Tirpsrsdorf ist durch Verfügung des Justizministers vom 23, Dezember zu l e b e n s- länglich« in Zuchthaus begnadigt worden. ★ Bor der Westküste von I ü t l a n d ist im Sturm- weiter der schwedische Dampfer„Siegfried" aus Göteborg, mit Kohlen von England für Strue bestimmt, in der Nähe der Rettungsstation Agger gestrandet. Der Dampfer hat eine vierzehn- köpfige Besatzung und ist etwa 2S ) zum Preise von 75 Pf. pro Woche. i i Name:..................................................................> \ Wohnung:..............................................................? Beginn 2. Januar Inventur-Verkauf so billid wie noch, nie Wir bringen in diesem Inventur-Verkauf große Warenmengen zu außerordentlich herabgesetzten preisen, sowie viele besonders billige Gelegenheitsposten. Stoffe Kunstseide b«dr., m. Baum wolle., jetzt Meter 0.48 Wollmusselin mod. Oruckdes-, Mtr. jetzt Serie II 0.88, Serie I Crepe Frise reine Seide,!. zarten, Pastellf., jetzt Mtr. .28 .58 .68 Pyjamaflaneii entzückend. Druckmust., jetzt Meter 0.58 Streifen, Schotten, mod.Webart,, jetzt Mtr. Phantasiestoffe reine Wolle, einfarbig, u. gemustert, jetzt Mtr. .39 .78 .98 Waschsamt m C SP bedruckt, jetzt Mtr. 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Beimengung von Margarine anordnet. die Sammelbüchsen der SA, sprichwörtlich ist. imiwH Bffesa HuncU/fiikuxsewcLe det- schcmstc�iSchahe fö/f- Scutt�n, und Kindel Z» � �"W � tm, ncKhvddn*- #«»WM W>»M MWWWWMMM» mmBBe dngßU�SCKß�t VYQAS&VV. NPLemaidd vomiag»neh/-«u! Staat und Wirtschaft 4932 Grundsätzliche Betrachtungen von Fritz Naphtali Die offiziellen Reden, mit denen in den Unternehmerorganisationen von Industrie, Handel und Banken das Jahr 1932 zu Grabe getragen wird, sind genau so wie die Reden, mit denen es'begann, auf das Lob und die Verteidigung der freien Privatwirtschaft ein- gestellt. Ob Herr Dr. S o l m s s e n beim Bankenverband oder Herr Dr. S p r i n g o- rum mit der Assistenz des vielgewandten Staatsrechislehrers Prof. Carl Schmitt im Langnamverein redet, immer steht der Ruf nach klaren Grenzen zwischen Staatsmacht und freier Wirt- fchaft-inr Vordergrund. Diese Begleitmusik ist an sich nicht neu. Aber es scheint, daß sie um. so lauter gemacht.wird, je größer das Bedürfnis ist, ihrsn Widerspruch zum tat- sächlichen Geschehen zu verdecken. Denn wenn man auf das wirtschaftliche und wirb schastspolitische Geschehen des Jahres 1932 in Deutschland zurückblickt, so ist ja nichts kennzeichnender als die dauernde Flucht der theoretisch auf ihre Freiheit so sehr bedachten privaten Großwirtschaft zur Hilfe des Staates. Die Wirtschaftskrise hat, vor allem nact ihrer schwersten Zuspitzung durch die Kredi krise von 1931 Formen angenommen, i. denen der normale?lblauf der Bereinigung durch Kapitalverluste besonders in Deutsch> land einfach unerträglich schien. Es kenn- zeichnet die widerspruchsvolle Lage in dieser Krise des Spätkapitalismus, daß auf der einen Seite die Vertreter der Idee der freien Wirtschaft immer wieder zu den Krücken greifen müssen, die nur der Staat chnen zu gewähren vermag, und daß auf der anderen Seite die staatliche Hilfsaktion oft auch von denen gebilligt werden muß, die grundsätzlich an der Stützung kapitalistischer Positionen in dieser Form kein Interesse haben, aber auf der anderen Seite auch eine unbegrenzte Krisenverschärfung nicht wünschen können. Als Wahrzeichen dieser Entwicklung steht am Anfang des Jahres 1932 die große Sanierung der Großbanken durch das Reich unter Mithilfe der der Reichsbank gehörigen Golddiskontbank, die die Aktien- Mehrheiten der Bereinigten Dresdner und Danatbank und der Commerz- und Privat- dank in den Besitz der öffentlichen Hand brachte. Um die Mitte des Jahres folgte die zweite große Hilfsleistung des Reiches für die Schwerindustrie. Die Charlottenhütte des Herrn Friedrich Flick war, wie es damals Herr Dr. Dietrich ausdrückte, nicht mehr imstande, eine Bilanz zu machen und bei einem Bankrott wäre das ganze kunstvolle Gebäude der Großkonzerne der Montan- industrie, die irgendwie damit in Beziehung standen, ins Wanken geraten. Deshalb kaufte das Reich zu einem sachlich nicht gerecht- fertigten Kurse die Mehrheit der Aktien der Gelsenkirchener Bergwerks-Gesellschaft auf und wurde damit auch zum Mehrheitsbesitzer der Vereinigten Stahlwerke, des größten deutschen Montantrusts. Am Ende des Jahres steht schließlich die Gewährung von neuen Krücken für die Gesamtheit des deutschen Bankwesens durch die Gründung der.„Do u t s ch e n Finan.- ziorung« Institut 21.=®." und der „T i l g ü n g s k a s se für gewerbliche Kredite", zweier Institute, die den gemeinsamen Zweck haben, den Banken und damit zum großen Teil auch ihrer industriellen Kundschaft die an sich gegenwärtig not wendige Verlustabschreibung zu ersparen und sie auf eine längere Reihe von Jahren in der Zukunft zu verteilen. Wir haben hier drei Vorgänge der irückenpolitik gleichsam als Symbole für das Jahr 1932 hervorgehoben, aber wir wissen natürlich, daß es nur die weithin sichtbaren Symbole für eine Fülle von grund- sätzlich gleichgerichteten Aktionen sind. Ein großer Teil der Arbeit der 1931 als Hilfskonstruktion geschaffenen Akzept- und Garantiebank liegt in der gleichen Richtung und hat manchen im normalen Ausleseprozeß unvermeidlichen Zusammenbruch bisher ver- hütet. Besonders umfangreich war auch in diesem Jahre wieder die Staats Hilfe für den landwirtschaftlichen Grundbesitz. Von der Verkürzung der Gläubigerrechte durch die Entschuldungsoer ordnung vom März 1932 über die Zins Zuschüsse für landwirtschaftliche Realkredite vom September 1932 und die Sanierung der landwirtschaftlichen Genossenschaften bis zur Kontingentierungspolitik und den neue- sten Beimischungszwängen. Das tiefe Eindringen der Staatsmacht in die Wirtschaft im ZZerlauf dieser Krise könnte zum wichtigen Ansatzpunkt einer Neugestal- tung des Wirtschaftssystems werden, wenn im Staate der Wille lebendig wäre, nicht nur den strauchelnden kapitalistischen Unter- nehmern auf Kosten der Gesamtheit Krücken zur Verfügung zu stellen, sondern auch aus dieser Hilfestellung die Kon- s e q u e n z der Herrschaft der Gesamtheit über die private kapitalistische Willkür zu zieh e n. Wenn heute die Unternehmer nach klarer Grenzziehung zwischen Staats- macht und Wirtschaft rufen, so bedeutet das nichts anderes, als daß sie den Kampf führen gegen das Ziehen der Konsequenzen aus der von ihnen selbst herbeigerufenen Staatshilfe für die Wirtschaft. Auf der anderen Seite müssen die Gegenspieler, die Arbeiter, die Sozialdemokratie, mit allem Nachdruck fordern, daß aus der systemlosen Uebernahme von Risiken in der privaten Wirtschaft durch den Staat die Folgerung gezogen wird, daß der' neue Risikoträger Staat auch den ent- .sprechenden Machtanspruch gegenüber der Wirtschaft gellend macht und sich zur plan- mäßigen Führung der Wirtschaft im Interesse der Gesamtheit durcharbeitet. Das Jahr 1932 hat im Staate die Kräfte gestärkt, die nicht gewillt sind, diese Kon- jequenzen zu ziehen» Gestützt auf die klein- bürgerliche Bewegung, die unter der Flagge der„antikapitalistischen Sehnsucht" groß ge- worden ist, ist die Herrschaft einer Herren- schicht gefestigt worden, die bereit ist, den ihr verwandten Jnteressentenhaufen in Stadt und Land Krücken zu liefern, die aber nicht bereit ist, aus dieser Krisenpolitik antikapita- listische, sozialistische Konsequenzen zu ziehen. Ueber diese Sachlage dürfen wir uns keinen Illusionen hingeben. Wir müssen klar er- kennen, daß die Frage, ob und in welchem Maße aus der Hilfsstellung des Staates in dieser Krise Folgerungen gezogen werden, die die Aussicht eröffnen, durch grundsätzliche Wandlung des Wirtschaftssystems heraus- zuführen aus der ständigen Wiederholung des kapitalistischen Wechselspiels zwischen Konjunktur und Krise, allein abhängig ist von der Frage der politischen Machterobe- rung. Der Kampf um die Folgerungen, die aus der Hllfsstellung des Staates für den Umbau der Wirtschaft in sozialistischem Sinne ge- zogen werden müsien, ist aber auch deshalb von ganz besonderer Bedeutung, well man sich der Erkenntnis nicht verschließen darf, daß ohne eine grundsätzliche Umstellung auf diesem Gebiete alle die Krisenlinderungs- maßnahmen, die im letzten Jahre getroffen worden sind, sich als schwere Vorbe- lastungen für einen Wiederanstieg der Konjunktur in der Zukunft er- weisen werden. Wenn eine Krise sich ohne künstliche Hemmungen auswirkt, so tritt durch Zusammenbrüche, durch notwendige Abschreibungen von Eigenkapitalien und Schuldforderungen eine Bereinigung von- den Fehlleitungen der voraufgegangenen Konjunktur ein Der vorangegangenen lieber- kapitalisierung, falschen Ausdehnung, folgt die Dekapitalifierung, die Abbuchung der Kapitalverluste. Ein neuer Konjunkturauf- schwang auf Grund neuer Preis---und Produktionsverhältnisse kann sich in diesem Falle vollziehen ohne Belastung durch alte Sünden und Rückstände. In dieser Krise, im besonderen in Deutschland, hat man' zum Teil aus dem Zwange der Not, zum Teil aber auch aus dem Mißbrauch politischer Machtpositionen den Bereinigungsprozeß künstlich unterbunden. Der Bankensanierung vom Anfang 1932 folgt die organisierte Bilanzverschleierung von Ende 1932. Der Uebernahme der Gelsenkirchenmehrheit durch das Reich folgte bis heute nicht die überfällige Sanierung des Stahloereins, So wird die Wirtschaft, wenn es anfängt, wieder'bergauf zu gehen, in weitem Umfang den Bremsklotz der Lasten der Zlergangenhett noch mit s ch herumschleppen. Dadurch wird das Tempo des Wiederaufstiegs gelähmt fem. Hand in Hand mit den unberein igten Borbelastungen der Wirtschaft stehen aber wiederum im Zusammenhang mit den mannigfachen Krücken- lieferungen des Staates und einer gleich zeitig betriebenen leichtfertigen Finanzpolitik große Borbelastungen der öffent- lichen Haushalte einer vollen Ent- fallung der Aufschwungskräfte auch von dieser Seite entgegen. Die Politik der ge- hemmten Krisenliquidation droht in eine Hemmung der Aufschwungskräfte umzu- schlagen. Die Erkenntnis dieser Zusammenhänge bedeutet aus der traurigen Gegenwart her- aus auch eine ernste Trübung des konjunk- turellen Zukunftsblldes. Je rücksichtsloser man aber das Bild dieses spätkapitalistischen Krisenablaufs entschleiert, desto klarer wird auch die Bedeutung, die der Kampf der Arbeiterklasse um die politische Macht im Staat und der Kampf der Ar- bellerklasse um die Festigung ihrer Wirtschaft- lichen Positionen in Gewerkschaften und Konsumgenossenschaften für die Arbeiterschaft selbst und darüber hinaus für die Gesamtheit des Volkes hat. � Der Kapitalismus geht auf Krücken. Er wird auf diesen Krücken mit der Hllfe eines von ihm beherrschten Staates vielleicht noch lange weiter vegetieren. Ein neues jugend- frisches Leben für die Gesamthell wird aber erst dann zur Entfallung kommen, wenn ein von den Kräften der Zukunft beherrschter Staat den Durchbruch vom gestützten Kapitalismus zum sozialistischen Aufbau vollzieht. Neujahrskrieg im Urwald CohnnKien gegen Peru Rio de Janeiro, 31. Dezember. Die in paro liegenden columbischen Kriegsschisse hoben den Sesehl erholten, sich skromauswörls noch Leticia in Bewegung zu sehen, um die militärischen Mohnahmen gegen die Veruaner bei Leticia zu erössnen. Zwei der Schisse. die umgeboute hondelsschisse sind, sind mit Ge- schuhen, Lustabwehrkanonen, Torpedorohren und Maschinengewehren ausgerüstet. Ein drittes Schiss. die„Boyaca"", hat etwa 800 Soldaten an Bord. Sie soll sofort noch der Landung des Militärs noch Puerto Columbia an der Karobischen See zurückkehren, um einen weiteren Truppentransport durchzuführen. �Vorum es geht Eigener Bericht des„Vorwärts" Bio de Janeiro, Ende Dezember. Der südamerikanisch« Kontinent gärt. Tief in den Schwammwäldern und herzbedrückenden Oeden des Gran Choco sind Bolivien und Paraguay in blutige Kämpfe ver- wickelt. Hoch im Norden haben sich die P e- r u a n e r des kaum auffindbaren chüttendorfes Leticia bemächtigt! Columbien droht im Interesse seines Besitzes zu den Waffen zu greifen. Mag es auch nur um Dschungelprobleme gehen, der ganze Kontinent wartet nichtsdestoweniger gespannt darauf, wie dos Ringen um unbekomitc Landesstrecken und Ortschaften entschieden werden wird. Denn was hier zur Sache steht, ist nicht mehr ein Kampf um nationale Eitelkeiten und kleinliche Belange, sondern um Dinge, die die sogenannten Lebensfragen der südamerika- nischen Politik darstelle». Natürlich, vom Gran Chaco und Leticia als südamerikanischen Lebensfragen zu sprechen, mag verwegen klingen, wäre es nicht um der Tat- fache willen, dah Südamerikas Völker langsam zu erwachen und sich der Bedeutung des ungeheuren, kam» bekannten kontinentalen Innsren be- wuht zu werden beginnen. Jahrhunderte haben die Augen Südamerikas fasziniert auf dag Meer hinaus geblickt, haben feine Nationen danach getrachtet, ihre Positionen an den Meeresküsten — wo die Mehrheit der Bevölkerung lebt— so stark als möglich auszubauen. Erst in den letzten Iahren ist ihnen eine dunkle Crkennlnis der Probleme des Landes- innern aufgegangen, wo am grünen Tisch gezogene Grenzen durch nie betretene Dschungel laufen und ungeheure Bodenstrecken mit u n e r s ch ö p f- lichenNaturreichtümernder Erschließung harren. Das einzige Volk, das diesen Fragen schon seit jeher große Beachtung schenkte, waren die B r a s i l i a n e r, die auch alles zur Sicherung ihres Einflusses und chrer Besitztitel daransetzten. 5bch heute findet man an den wesllichen Grenzen Brasiliens alte Steinforts und primitiv angelegte Befestigungen, beredte Zeugnisie brasilianischer Staatsmannskunst und chrer portugiesischen Vor- gänger, die schon vor Jahrhunderten Besitzverträge mit den eingeborenen Stämmen abschloffen. Die anderen Völker Südamerikas haben sich nicht weitsichtig gezeigt und gerade in dieser Außerachtlassung liegt der Beweis, warum dos südamerikanische Biimenlottd immer mehr ein Objekt gewalttätiger Auseinandersetzungen wird. Es sind weder wilde Kriegsliist noch in den Himmel reichende Croberungswünsche, die die Südamerikaner um Strecken kämpfen lassen, die dem ausländischen Beobachter als nutzlose Wüsten erscheinen, ohne jegliche praktische Bedeutung für die Gut und Blut daransetzende Nation. Worum es auf dieser Stufe menschlicher Eni- wicklung im Inneren Südamerikas geht, sind die großen, kaum in ihrem Laufe erkundeten Flüsse, welch« den Binnenreichtümern einen Zugang zum Meer erschließen. Der Gran Chaco mag trostlos sein, aber Bolivien weiß sehr gut, daß durch ihn ein Weg zu schiffbaren Gewässern und zur Ver- wertung der Bodenreichtümer um Santa Cruz de la Sierra sich erschließt. Columbien wehrt sich mit allen Kräften gegen den Raub Leticias durch Peru, nicht weil es um ein halbes Dutzend wahr- scheinlich längst niedergebrannter Hütten geht, sondern weil hier die verwundbare Stelle ist, wo der schmale columbianische Landeskorridor den Amazonenfluß berührt In schmerzhaften Krämpfen und bittere» Eifersüchteleien wird hier ein Erdteil erschlossen, dessen Entwicklung maß- gebend für die Zukunft der Welt sein mag. NeujahrSempfänge heim Ltaatooherhaupt Einem lang geübten Brauch folgend wird der Neujahrstag dazu benützt, auch zwischen den Ver- tretern der einzelnen Nationen Glückwünsche aus- zutauschen und Gratulationscouren vorzunehmen, die sich dann zwischen den Spitzen der Behörden in der eigenen Nation wiederholen. Nach internationaler Gewohnheit erscheinen die Botschafter und Gesandten in feierlicher Uniform beim Staatsoberhaupt. König, Kaiser oder Präsi- dent, und der Aelteste der beglaubigten Botschafter, der Doyen, hält dabei eine die freundschaflliche Gesinnung aller Regierungen betonende Ansprache. Friedlich vereint stehen dann beisammen der bolschewistische Vertreter der russischen Sowjet- unio» und der Botschafter des faschistischen Italien, zwischen den Gesandten der Staaten aller Regie- rungssormen. In Berlin findet dieser Empfang am Neu- jahrstage mittags 12 Uhr in der Reichskanzlei in der Wilhelmstrahe stall, in welcher Herr von Hindenbnrg zur Zeit residiert. Die Ansprache häll der Vertreter des päpstlichen Stuhles, Mon- fignore O r s e n i g o, der in Berlin Doyen der Botschafter ist, hindenbnrg danU und in dieser Zwiesprache sollen diesmal Friede, Abrüstung, Gleichberechtigung und Krisenüberwindung berührt werden. Dann gibt der Franzose F r a n c o i s- Poncet dem deutschen Reichspräsidenten die Hand, ihm folgt der Bolschewist Herr C h i n ch u k. beide wünschen der deutschen Republik und ihrem Präsidenten hindenburg Glück und Segen im neuen Jahr und werden dann von den Bot- schastern und Gesandten der übrigen Länder ein- zeln abgelöst— bis zum kleinsten Lande und dem jüngsten Geschäftsträger Der zweite Empfang gill dann dem Reichs- kabinett. Auch hierbei werden Ansprachen aus- getauscht. Der Reichskanzler, diesmal Herr Schleicher, knüpft an seine persönlichen Glückwünsche einige kurze politische Betrachtungen, die durch eine Ansprache des Reichspräsidenten er- widert werden. Kürzer und formloser wickeln sich die weiteren Empfänge ab. Es erscheinen nacheinander: das Präsidium des Reichstages, eine Abordnung des Reichsrates, Vertreter der Wehrmacht, der Reichs- bank und Reichsbahn. Da der derzeitige Reichs- tagsprästdent Göring sich ins Ausland begeben hat und die beiden anderen Vizepräsidenten zwingend verhindert sind, wird Reichstagsvize- Präsident L ö b e wie in den letzten zwölf Jahren als Präsident auch diesmal den Reichstag ver- treten. Vor diesen offiziellen Empfängen pflegt der Reichspräsident die Glückwünsche seiner Büros und eine Abordnung der Halloren zu empfangen. Dieser letztere Empfang ist das Wiederaufleben einer alten Sitte aus Preußen, bei der Vertreter des halleschen Salzbergbaues dem Staatsoberhaupt symbolisch Brot und Salz überreichten. Genosse Simon kahenslein, der heute seinen KS. Geburtstag begeht, gehört zu jener kleinen Gruppe dem Bürgertum entstammender Aka- demiker, die sich um 1890 in den Dienst der sozio- listischen Arbeiterbewegung stellte. Seit seiner Maß- regelung als hessischer Referendar hat er in einem arbeitsreichen Leben als Redakteur. Arbellersekre- tör, Schriftsteller und Redner der Partei, dem Ar- beiterbildungswese», den Genossenschaften, der Abstinenzbewegung selbstlos gedient. Er ist seit vielen Jahren— und auch jetzt noch als Stadt- verordneter— im kommunalen Leben Berlins tätig. In der Nationalversammlung hat er dem Verfassungsausschuß angehört und an dem Zu- standekommen des Werks von Weimar tatkräfllg mitgewirkt. Die Partei bringt dieiem guten Demo- traten und echten Soziali st en am heutigen Tage ihre herzlichsten Glückwünsche dar. Der.�Zorwärtz" erlcheinl wochenlaglick, zweimal. Eannlaga und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage„Voll und Zeit-. I Bezugspreiie: Wöchentlich 75 Ps., monatlich 3,25 M.(davon 87 Pt monatlich tili gustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,S7 M einschließlich 60 Pi. Postzeitung, und 72 Ps. Postbestellgebiihren. Auslandsabonnemcnt 5,65 M. pro Monat! für Länder mit ermäßigtem Drulisachenporto<65 M. Bei A. ssall der Lieferung wegen höherer Gewalt bestehl kein Anspruch der Abonnenten aus Ersaß, i Anzeigenpreiser Die einspaltige Millimeterzeile 30 Pf. Reklumczeilc l.50 M.„Ä I e i n c Anzeigen" das fettgedruckre Wort 20 Ps. sedes weitere Wort<0 Ps Rabatt laut Tarif«orte über lä Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. Familienanzeigen Millimetcrzeile>6 Pf. Anzeigenannahme im Sauptgeschäil Lindenstr. 3, wochentäalich von LZ, bis 17 Uhr Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I Verantwortlich für Politik: Rudoli Brcndemühl! Wirtschaft: S.»lingelhöfer: Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner! Feuilleton: Herbert Lepdre: Lokales und Sonstrges: Friß kiarstädt! Anzeige»: Otto Hengst! sämtlich in Berlin. I Verlag: Borwärts-Verlag®. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts.Buchdruckerei und Berlagsansialt Paul Singer u. Co.. Berlin SW 68, Lindenstr. 3. 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JAN. 1933 Der Silvesterabend Ruhige Nacht in Berlin Leider war auch in diesem Jalir wie in all den Iahren zuvor, der S i l v c st e r abend für viele Hunderttausende ein Abend der Entsagung. Hunderttausende haben nicht einmal eine warme Ttube, an Punsch und Psannkuchen oder Silvester- karpfen schon gar nicht zu denken. Das Riesenheer der Erwerbslosen wird an das kommende Jahr nicht allzu grohe Erwartungen knüpien, zu oft sind alle bitter emiäujcht worden. Silvester— in den Außenbezirken! Da knallt es schon in den Rachmittagsstunden aus den Straßen. Frösche und kleine Äanonenschläge werden von der Jugend abgebrannt, bengalische Streichhölzer slammen aus. lim 1ö Uhr, als die Verkaufsladen schlössen— eigentlich herrschte nur noch in den Scherzartikelgeschästen bis zum legten Augenblick Betrieb— war die Innenstadt schon reichlich menschenleer. Die Gaststätten lagen ver- lassen da. bei dem unfreundlichen Wetter strebte jeder recht schnell seinem Heim zu. Die Schupo— Verkehrsposten in der City wurden bereits gegen 20 Uhr und die Posten im Berliner Westen eine Stunde später eingezogen. Wie immer zum Silvesterabend waren jedoch die Straßenftreifen verstärkt worden. Bei der Feuerwehr ging der„Betrieb" bereits gegen 19 Uhr los. Weihnachsbauin-, Gardinen- und Wohnungsbrände waren die Ursachen vieler Alarme. !Raubühersasl in derKWefei IMt 1000 M. entkommen 3n den gestrigen Tlachmittagsstunde» wurde in dem Büro der„F r i e d e n s g e m e i n d e" in der Ruppiner Str. 44 im Horden Berlins ein s recher Baububersall verübt. Dem Täter sielen 1000 M. in die Hände. Gegen 14 Uhr war die Frau des Äüsters allein in dem Äassenraum anwesend. In dem in der zweiten Etage gelegenen Zimmer erschien ein junger Bursche, der um eine kleine Unter- stiitzung bat. Als die Frau des Äüsters dem Mann erklärte, daß er ein schriftliches Gesuch einreichen mühte, setzte der Fremde plötzlich Über die hölzerne Barriere hinweg, schlug die Überraschte Frau nieder und raubte aus eine jiassette, die ossen aus dem Tisch stand,>000 M. Mit der Beute ergriff der Räuber die Flucht und entkam trotz der sofort aufgenommenen Verfolgung. Ein anderer schwerer Raub wird am Silvester abend aus der Braunsberger Str. 8 in Pankow bekannt. Dort wurden der Fuhrumernehmerin Frau M a b e l von ihrem 43 Jahre allen Unter- mieler, dem Chauffeur Willi Schweiger, 5999 M. bares Geld geraubt. Die Abwesenheit der Frau benutzte Sch. dazu, ei» Behältnis auszubrechen und sich mit deg S099 M aus dem Staube zu machen. Von der Bestohlenen ist für die Wieder- hcrbeischaffung des Geldes eine hohe Belohnung ausgesetzt worden Erdbeben in Südafrika Zghannesburg, 31. Dezember. Ein sehr starkes Erdbeben erschütterte heute einen großen Teil der südafrikanischen Union. Das Beben dürfte wohl das schwerste sein, das bisher im Lande verspürt wurde. Der Hauptstoß dauerte rund 199 Sekunden. Das Zentrum des Bebens dürfte etwa 59 Kilometer von Johannesburg entfernt sein. Bisher ist noch nicht bekannt geworden, ob das Beben Todesopser gefordert hat. Sachschaden ist bereits gemeldet worden. „Die?rin2es5in von Trapezunit', Städtische Oper. Die geistreiche Operette, die zarte Musiquette Ossenbachs lein wenig verstaubt freilich und im luftleeren Raum jenseits des zweiten Raiserreichs, jenseits aller Lebendigkeit der großen Oper) ver- mochte den Riesenraum der Städtischen Oper nicht ganz zu fülle», trog aller Regielünste und-künste- lei»n Jürgen Fehlings. Dos Musikalische unter Brcisach ließ an Präzision manches zu wünschen übrig. Die Darsteller aber. Friedet Schuster und Irene E i s i n g e r insbesoichere sowie das Ballett sorg- ten für eine mit Beifall aufgenommene launige Aufführung. A. W. //\/(&wäds//-MauidUateudee Neben dem Kalender in der Weih- nachtsnummer von„Volk und Zeit" wird den Berliner Abonnenten des „Vorwärts" Anfang Januar der gewohnte Wandkalender des„Vorwärts" durch die Zeitungsboten kostenlos zugestellt werden. Cintcnöunacn für diele Rubrik nur an das Sugendl-tictariar Bertin SW öS. Linbenftraße 2. vorn l Treppe rechts. heule. Sonntag. Schönhauser Vorstadt: Heimabend 19 Uhr Schönflieger St.r. 7.— Stra- louer Viertel: Fahrt nach Erkner. Treffpunkt 7 Uhr Wasserturm.— Mohlsdorf: Treffpunkt sam Spaziergang 14 Uhr Melanchthonplah.— Südwest: löVa Uhr Pelle-Alliance.Pkatz: Schlittschuhlaufen. Heimabend fällt aus. Bwchtbeziti Weddi.tg: Heimabend Pilldenowstr. 5. Morgen. Montag, 20 Uhr. Zahresmitgliederverjammlungen Sportpalast: Genthiner Str. 17.~ Schillcrpart: Turiner E: Seruellc Fragen. 2. Teil. � Schönhauser Borstadt: Sonnen, burger Str. 29; Oclterrcichifchcr Dichterahend.— Stralauer Viertel: Goßler- Oraße A: Riwblict auf die Veihnnchtsfahrt.— Aottbufser Tor: Urbanstr. M: �lusspracheabend.— Chaelottenburg: Rasinenstr. 4: Funktionärsitzung,-r- B au w schulen weg: Ernststr. 16: Aussprache über unsere Fahrt. � Friedrichs teldc: Gunterstr, 44: Ringelpietz.— Pankow III RF.: Aissingenstr. 48: Fahrtenbericht usw. Wcrbebezirk Echöneberg: Esperantokursus Schule Tompelhofer Weg. Werbcbezirt Neukölln: Alle irwerbslosen Genossen beteiligen sich an der EW.Zusammenkunft der Partei ab 1�) Uhr im Heim»tanner Straße. Wcrbebczirt Müggelsee: Delegiertenkonferenz piinktliä) 19'/- Uhr. Grünauer Straße ö. Alle gemeldeten Delegierten müssen erscheinen. f Freie Gewerkschasts-�ugend Berlin Heute: Unsere Gruppen sind auf Neujahrssahrt.— Boranzeige! Sonn. abend, 7. Januar, im großen Saal des Gewerkfchastshauses, Engel- Ufer 24— 2�, Geselliger Abend. Beginn 19 Uhr. Unkostenbeitrag öO Pf., Erwerbslose �0 Pf. 0)uoendaruppe des lentralverbandes 0er ZinaesteUten Morgen. Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turiner Ecke Secstroßc. Hallo 1932! Bunter Abend.— liordost ü: Jugendheim Schönlanter Str. tl. Iack-London-Abend.— Weitzen- sec: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Das Programm wird auf der Veranstaltung bekanntgegeben.— Urban: Jugendheim Hobrecht- Ecke Sanderstraßc...Traven. ein Dichter der Freiheit".— Nordwest: Wir besuchen die Versammlung des Werbe bezirkh.— Die„Freie Angestellteubank e. G- m. u. H. tagt heute von bis 22 Uhr im Verbandshaus, Hedemann str. 12. Betriebs fraktion beim Bezirksamt 5lreuzberg. Donnerstag, ü. Januar, 29 Uhr, bei Ewald. Skalitzer Str. 120. Jahresversammlung.„Die Verwaltungs- reform Groß. Berlins", Referent Paul Robinson. Berichte. Neuwahl. Mit- gliedsbuch legitimiert. Vortrage, Vereine und Versammlungen LAz Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold". G e I ch ä i t s st K l l e: Berlin E- 14 Sedaftiunstr 37—38 Hot 2 Tr. Wedding l Vortrupp): Dienstag, 8. Januar, 17 Uhr, Heimabend, See- straße 57. Vortrag: Freiheitskampf 1848 und 1918, Entstehung der roten Fahne.(Kam. Freitag.)-- Friedrichshain, Kameradschaft Frankfurt: Mittwoch, 4. Januar, Kameradschastsnersammlung bei Wittschutz, PetersbuTger Straße. Neuwahl der Kameradschaftsleitung. 20 Uhr.— Vortrupp: Mittwoch, l. Januar. 19% Uhr. Jugendheim Ebertnstr. 12.— Treptow(Kameradschaft'): Montag. 2. Januar, 20 Uhr. Jugendheim Elsenstraße. Tagesordnung: Neuwahlen der Zugleituna. MitgliedsduchkoittroUe. Wer mehr als 3 Monate im Rückstand ist. hat kein Abstiuunungsrccht. Anzug: Uniform.- Weißens?« (Sungba): Dienstag, 3.?anuar. 20 Uhr. Heimabend im Jugendheim Eafvlcr Straße 2.— Kreuzberg(Ortsverein): Kamerad Karl Siewerck ist verstorben. Ein- äscherung Dienstag, 3 Januar. 19'.. Uhr, Krematorium Baumschulenwcg. Ave dienstfreien Kameraden beteiligen' sick). Zentralnerbaud der Arbcitsinvalideu und Witwen Deutschlands. Montag. 2. Januar: Ortsgruppe Lichtenberg: 10 Uhr, im Lokal Wegner, Frankfurter Allee 2.20. Ortsgruppe Pankow: 14 Uhr. im Geselllchaftshaus. Berliner Straße 102.— Dienstag, 3. Januar: Ortsgruppe Charlotteuburg: 18 Uhr, im Lokal Arndt, Kantstr.'0 Ortsgruppe Friedrichshagen: lä Uhr, im Lokal Stadt- theater. Friedrich str. 112. Alle Bersicherungsrcntn er sind freundlichst eingeladen. Gäste können eingeführt werden. Sprachklub The English Speakers. Dienstag. 3. Januar, 21 Uhr. im Aord- west-Kosino. NW 67. Alt-Moabit öö, nahe Gotzkowsknbrücke. englische Vorträge med Diskussion. Gäste willlommcn. ckas ist cks« bringt clie ymetout- Resultat: dieser Inventur- Verkauf niedrigsten Preise für hochwertige Fertigkleidung seit Bestehen unseres Hauses SAKKO-ÄNZUG aus reinem Kammg., ZWEITEILIGER SPORT-ANZUG ULSTER--PALETOT aus reinwollenem ca. 460 gr. schwer, Kette u. Schuß gezwirnt, aus reiner Wolle, Kette u. 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Neumann und Kinder Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 3 Januar 1933, I9>/, Uhr, Im Krematorium Baumschulenweg. Kiefholzstr, statt Von Beileidsbesuchen bitten wir dankend absehen zu wollen. Nach kurzem Leiden entschlief am 31 Dezember mein lieber, guter Mann, unser Vater. Schwiegerva'er und Onkel, der Schulhausmeister Otto Raum im Alter von 44 Jahren. In tiefer Trauer Frau Martha Raum geb. Syrbe und Kinder Einäscherung 4. Januar, 16Vt Uhr, im Krematorium Oerichtstr 37/38. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme anläBlich des Hln- scheidens unseres gu en Vaters, Schwieeer- und Großvaters sagen wir hiermit allen Bekannten, de" Männerchor.Fichte Georginia" und dem Gesamtverband der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und desFersonen- undWaren- verkehrs unseren herzlichen Dank! Im Namen der Hinterbliebenen; Gustav Zimmer Ger rud Jadie, geb. Zimmer. Nach langer, schwerer Krankheitverstarb im Alter von 72 Jahren unser allseits verehr er ehemaliger Mitarbeiter und Kollege, der Setzer- Invalide Karl Franzel Ein Mann mit lebensfrohem Wesen. Pflichttreue und Gerechtigkeitssinn hat seine Augen für immer geschlossen. Alle Kollegen und Genossen, die den Verstorbenen kannten, schätzten ihn inlolec seines vornehmen Charakters, seiner Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit. Während seiner jahrelangen Tätigkeit in unserrh Betriebe hat sich der Dahingeschiedene selbst ein dauerndes ehrendes Andenken gesichert Berlin, den 31. Dezember 1932. Gesdiäftslcifong und Pcnooal der Vorwäris-Bodtdnackcrei Die Beerdigung findet am Montag, dem 2. Januar 1933. nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Canlow iMark), Mühlenweg 82, aus statt. OenUdier MetallaiheltHemaDii VeTwaltnntfaftiellc Berlin To/» Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes in Stahnsdorf aus statt. Ehre ihrem Andenkenl Rege Beteiligung erwartet Ole Orlsverwaltong Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Hinscheidens unseres teuren Entschlafenen sprechen wir hiermit allen Freunden und Bekannten, besonders den Mietern des Hauses Weichselplatz 6, sow e den Parteigenossen der 90. Abteilung unseren tiefgefühltesten Dank aus Anna Wolf als Ehefrau Karl Reiche als Sozius i Fa Wolf£ Reiche. Berlin-Neukölln, den 1. Januar 1933. Paul Nielner Eisenwarenhandlung KdpenicK,schioBstr.i3 Id.; F. 4 santmoioamnier?585. OröBI« Auswahl bei fabelhaft billigen Preisen Teppiche Linoleum Stepp*. TUch- und SdiUidccken Lftaferstofte und Wandbchängc für LS den. Treppen. Zimmer usw. Läufer. Tcppiche, Tischlinolenm And�eaMfr, 4t. a. d. Gr. FrankhirVT Str. KflirSt dfi CO. ß MaraUr. fScfalf< BhM S ad*b?hnbo�en OeWrttallaWrtM Dienstag, öen 3. Januar X933. abenbs 5 Uhr(nach BlrbeitsfdiluBl. im Slgungsfaal II Oes Verbands- haales. Sing, ö, Slfdffec Sie. 88 88 Brandien-Versammlunö der EieKIromonieare und Heller Sagesocbnung: Vortrug:„Die freien©emecffdjaftcu im aiafienlampF'. Referent: Kollege F u b 1 u n. Ohne ßnitgltebsbud) lein Zutritt. Es ikt Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen, an dieser Versammiung teilzu- nehmen._ Aditttii& Betriebsrüle! Die Betriebsräte• Zeitschrift Nr. 18 ifl erschienen unb tann gegen Vorzeigung der Legifimulionsfurle des Befriebsrufs- Obmannes im Verbandshauie. Zimmer ö. täglich bis 4 Uhr, Freitags bis 7 Uhr, ent- nommen werden. Olesenlgea Brfrirbstäf«. bie ihre Zeillifirtslea sammeln. kSaaea die sehleabea Ilarnmera. Zahrgaag 32, nod) beim Abholen der neuen Zell- schrlff In Smpsnng nehmen. AdHand. Funktionäre! An» Anlas, der am Mitfmoch slnltftnbenben vezirfs-verlranen». manner-Ronferenzen bleibt die Rechlsnbleilnng am MINmoch. dem 4. Januar 1933. nun 16 Ahr ab. geschlossen. Ole OTlsvrrwaltang. Das ist unsere Zigarette! 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Daß er tot ist. Der Paswr sagte, jetzt würde er's schon wissen — warum es geschehen mußte. Und auch ich würde es einmal erfahren. Aber bis dahin, Erik? Bis dahin?" Berger schüttelte fassungslos den Äopf. „Nein", sagte er. Sie sah scheu und hart an ihm vorbei. „Ich habe neuerdings etwas gelernt", sagte sie.„Trösten ist leicht, aber getröstet werden schwer." Berger sah vor sich nieder.„Ja", sagte er. „Ich habe auch nicht gerade leichte Tage gehabt." „Ach— ich weiß. Aber du l c b st doch." Er zuckte die Achseln.—„Ja, aber wer freut sich darüber, außer mir selbst?" Sie hob abwehrend das Gesicht.„Ach", sagte sie.„Helene und Leis." „Ja— Leis." Das klang so armselig, daß sie aufhorchte. Sie sah ihn ungläubig an. „Und Helene?" Ohne sie anzusehen, antwortete er aus- weichend:„Den ersten Abend— ja. Aber dann haben sie es ihr vergällt." Doch Escher Quisthus schüttelte den Kopf. „Du irrst dich, Erik. Ich weiß, Arne starb wie ein Held— so nennen sie es ja wohl, Und ich bin ja auch stolz darauf, daß er tat. was wohl seine Pflicht war. Ach, aber wie- viel lieber wollte ich, er hätte auch Angst gehabt." Berger fuhr zusammen und sah scheil auf. ..Angst?" Sie hörte ihn schon nicht mehr. Sie war schon wieder in ihr eigenes Leid versunken und starrte in jene andere Möglichkeit hinein. Da ging er voll Unruhe von ihr. Und er hörte sie sagen— nicht zu ihm, mehr zu sich selbst, oder zu niemand:„Ich möchte ihm doch nicht gern einen Vorwurf machen." ?. Eine leise Bitterkeit blieb nach dem Besuch bei Frau Ouistus in Berger sitzen. In mut- losem Nichtbegreifen durchlebte er wieder und wieder den Auftritt auf dem Friedhof und ihre Worte. Damals hatte sie ihm das Verständnis, das alle die anderen ihm ver- weigert hatten, aus ihrer eigenen Not heraus zugerufen. Und wem in der ganzen Welt sollte es leichter sein, ihn zu begreifen, als ihr? 8m fumger Warm wartet.. Xiebesgeschichte vom Remter aus/ Don föruno Schmidt VIERTE BEILAGE Damit war also die Frage erledigt und er senkte beschäint und enttäuscht den Kopf. Aber Gram und Trotz brannten in ihm und plötzlich richtete er sich auf.„Gut", sagte er, „dann gehe ich eben." Ohne sich um ihre ungläubige und er- staunte Miene zu kümmern, ging er und zog sich an. Insgeheini hoffte er, sie würde ihm nachkommen und statt seiner gehen, oder doch wenigstens ihn überreden, zu Haus zu bleiben. Er wußte genau, sie wünschte es- Aber sie verhärtete sich und kam nicht und also ging er. Die Treppe hinab und das erste Stück Straße zögerte er noch Dann blitzte ein Ge- danke, eine Hoffnung in ihm auf und machte ihn begierig auf den Besuch. Wer weiß, dachte er, wozu es gut ist. Esther Quisthus sah ihn matt und fremd an, als sie ihm die Tür öffnete. Dann glitt eine Verwunderung über ihr Gesicht.„Erik?" sagte sie.„Du kommst, mich besuchen?" Die Verwunderung, der Schmerz hinter chren Worten, verwirrten ihn anfangs. Seine eigene Qual erschien ihm plötzlich als nichts, aber ihre als alles. „Ich wollte mal nach dir sehen", sagte er. „Wie es dir geht.— Dir helfen kann ich wohl nicht?" Da sah sie ihn lange an und ihre Stimme hatte einen klagenden Ton.„Wer weiß, Erik", sagte sie.„Wer weiß?" Er ging ihr in beklommener Ungewißheit nach. Und er hörte immerzu diese klagenden und seltsam mahnenden Worte:„Wer weiß. Erik, wer weiß?" Es war. als erhoffte sie etwas von ihm, und er dachte beschäint. daß er ja nicht nur gekommen sei, um zu geben, sondern auch um zu nehmen. ..Zetz. dich bitte�Lagte sie.„Es. ist sq eigen, daß gerade v u hier bist." Sie wirkte unruhig. Und als sie ihrer Bewegung Herr geworden war. sagte sie bitter:„Der Gedanke ist so entsetzlich. Wir haben hier dies kleine Heim, aber er soll es nie mehr sehen- Alles hier war ihm so' lieb, weil es eben unsres war. Und nun wird alles wieder auseinandergerissen. Ich kann es ja nicht zusammenhalten. Das kann ich ja nicht.— Das ist fast das schlimmste— nach dem andern." Er fragte behutsam:„Willst du nicht ver- suchen...es zu behalten?" Aber sie schüttelte den Kopf.„Nein", sagte sie.„Was denkst du, wie weit solche kleine Pension reicht! Ach nein— wir müssen schon in eine kleinere und billigere Wohnung ziehen. Bedenke doch, ich habe den Jungen. Wir wollten immer so gerne, daß was Tüchtiges aus ihm würde." Es ging plötzlich ein kleiner Ruck durch sie, als wäre sie nahe daran, in Tränen auszubrechen. Und sie verstummte, um der Bewegung Herr zu werden. Dann erschien um ihren Mund ein weher Zug.„Die tausend Kronen", sagte sie,„möchten wir gern dafür zurücklegen." � Bergers Augen wichen ihr aus. Ein Schamgefühl überflutete ihn, als hätte er selber Anteil an dieser Taxierung des Toten. Dann sagte sie:„Ich klage ja nicht. Es mußte wohl so kommen. Aber bitler ist es, daß der Junge und ich nun auch noch arm werden. Man gibt uns zwar eine größere Pension, als wir eigentlich haben sollten, aber trotzdem wird es nicht leicht, durchzu- kommen." Berger stand auf„Ja", sagte er bitter. „Das wäre doch wohl das wenigste gewesen, daß sie dich und den Jungen vor Sorgen geschützt hätten. Das andere war grad genug!" Ich kann das folgende fast tägliche oder bester ollabe.ndlichc Schauspiel von meinem Fensterplag aus recht gut beobachten. So kurz nach sieben Uhr, wenn die Rolläden vor den Ladentüren herunter- geschnurrt sind, das Jnnenlicht erloschen und die bunte Schausensterbeleuchtung ihre farbigen Reflex« über- den Damm tblm. koMmi von links die stillgewordene Straße herunter ein junger Mensch. Er kommt wie einer, der es durchaus nicht eilig hat, der vor sich eine gewisse Spanne Zeit liegen sieht, von der er nicht weiß, wie er sie am besten hinter sich bringen soll. Wenn dieser junge Mann etwa i» Rufnähe vor meinem Fenster angelangt ist, passiert er den hellen Kern des Lichtscheines einer Straßenlaterne. Hier bleibt er einen Moment stehen, wirst zunächst einen Blick aus die Uhr drüben vor dem Äoldwarengeschäft, welche ebenfalls von dem hellen Lichtschein prosi- kierk, Und beginnt donn�etwas äußerhalb desselben wartend langsam auf und ab zu gehen. Dabei habe ich nun Muße, chn eingehend betrachten zu können— er wandelt nämlich zumeist recht lange da auf und ab. und von seinem Aeußeren gibt es eigentlich wenig zu berichten. Das Gesicht der Typ SONNTAG, 1. JAN. 1933 Und nun. dachte er. macht auch sie chren Vorbehalt. Aus ganzer Seele wünscht sie, daß er noch avt Lebe» wäre, lind doch, möchte sie die Heldenglorie, die sie ihm ver- liehen haben, nicht entbehren. Armer Quist- hus— armer Junge. Rein, es war nicht zu begreifen. Ebenso- wenig wie er Helene begreisen konnte.— Und doch fühlte er nicht einmal eine eigent- liche Bitterkeit gegen sie. Einmal wird es sich geben, tröstete er sich. Sie braucht nur Zeit. Im Innersten denkt sie ja ganz wie ich. Nur die andern haben's ihr vergällt. Aber in wirklicher Bitterkeit, in Schmerz und unversöhnlicher Feindschaft sah er vor sich diese„andern", die alle bereit gestanden hatten, ihn zu verurteilen. Voran der Post- direktor und der Polizeiinspektor Lier, die ihn ja geradezu überfallen hatten. Und hinter diesen beiden die anderen, die nicht de» Mut gehabt hatten, etwas zu sagen. Und die vielen Unbekannten, die immer schwatzten und schwatzten. Doch allen voran stand Lüdersen. Er war Partei in der Angelegenheit. Er war der bewußte Feind. Wenn irgendwo etwas zu meiner Vertei- digung gesagt würde, dachte er, er würde es als eine Kränkung seiner eigenen Rechte auffassen. Aber wir werden ja sehen. Cr ist noch nicht tot. Es kann eine Zeit kommen, wo er es mit andern Augen sehen lernt- Es war dies nicht etwa eine Drohung, es war nur eine hartnäckige Hoffnung. (Fortsetzung folgt.) eines ordentlichen, gutartigen Menschen, durch- schnittliche Intelligenz Kleidung de eines Stadt- menschen ohne übriges Geld der blaue Stangen- anzug etwas dünn und sadenscheinig schon— alles aber sauber und ordentlich Vielleicht Handwerker, kleiner Bnroangestelltek, Verkäufer.. " Don Zeit zu Zeit bleibt der junge Manir stehen, schickt einen forschenden Blick aus die Uhr und dann einen geradeaus in die Richtung, aus der sie komme» muß, die nämlich, auf die er hier wartet. Aber gewöhnlich bleibt sie recht lange aus— und er wendet wieder die Augen auf die Trottoir- steine zu seinen Füßen, oder zuweilen auch gedankenvoll hinauf zu den Sternen, die sich im Licht des Großstadthimmels nur schwach behaupten. und setzt sich zögernd wieder in Bewegung. Um diese Zeit dann etwa greift er in die Tasche, zieht ein Päckchen Zigaretten hervor, und sich eine von ihnen anzündend, raucht er sie in genießenden Zügen. Aber bei dieser einen bleibt es— auf jede» Fall: offenbar gestattet es fein Etat nicht anders. Dann— wenn der Z garettenreft längst im Rinnstein verglüht ist, die Blicke auf die Uhr sich häufen— kommt in sein friedliches, nachdenk- liches Gesicht eine kleine Unruhe, die sich auch in wiederholterem Stehenbleiben, sorgsamem Aus- schauhalten und gelegentlichem, leisem Kopsschütteln ausdrückt— Zeichen langsam aufsteigenden Unmuts... Und nun beginne auch ich,«in klein wenig un- ruhig zu werden, denn ich warte ja doch ebenfalls auf sie— warte darauf, daß sie sich treffen, wünsche es: ich inöchte gern, daß die beiden zusammen- bleiben, ich habe sie liebgewonnen Und was liegt näher, als daß der junge Mann einmal die Geduld verliert— wie viele Mädchen gibt es, wer wollt« sich wundern darüber.. ,? Und siS, ich weih es, sie ängstigt sich darum, das arme Ding.. Und wenn er auch jetzt sich aus seiner schlaffen Haltung ausrichtet, wenn auch seine Augen leuchten, aller Unmut daraus verflogen ist, er plötzUch rasche Schritte macht, ihr entgegeneilt-- die Angst bleibt doch im geheimen. Sic kommt aus dem großen Haus dort einige Nummern weiter. Was sie dort macht, weiß ich nicht. Es gibt da einen Rechtsanwalt, einen Arzt, Büros sind da und Geschäftsräume. Viele Brot- Herren gibt es, die ein junges, sich nach den kärg- j/l illlCS! Wenn wir zurückschauen ins Dunkle der verflossenen Jahre, und alle, die wir bereit waren, unsere Kraft einzuordnen ins Heer der Unerschrockenen, Verrat, Mutlosigkeit und Verzweiflung sich anschicken sehen einzubrechen in die zerstörten Herzen der Brüder, so brennt die Stunde der Einkehr auf, eine warnende Flamme. Seht, sie feilschen auf deg Kirchhöfen der Vergangenheit mit den blechernen Münzen des Betrugs und mit falscher Gebärde. Sie ziehen wieder die verschlissenen Monturen der Barbarei an, Bärte, stiere Gesichter, und wollen im Blut baden, um wieder Herrscher zu sein über Volk und Völker. Bleiben uns die herrlichen Güter der menschlichen Freiheit und die harten Wege des Anstiegs als Pflicht und Arbeit, so sind wir an der Reihe das Tor zu öffnen, das die Zukunft einläßt, die Erfüllung, Glück und Frieden. Bereit sein ist alles! Noch glüht das kaum vertrocknete Blut unsrer ermordeten Brüder. Enger schließen wir fortan den Ring und hängen Glauben und Willen in das fliegende Licht unserer Fahnen. Heilig sei uns der Bund, der die Republik schützt und Rufer ist im offenen Kampfe um unsere deutsche Erde. Inventar Verkauf 2:14 Jan. Schwarz B'-Chevreauxl Spange mit Blockabs. bequemer Laufschuh] Braune DamenSchnür- 1 schuhe. m.Derbyschnitt schönes Sportmodell{ Ktäftlge Schulstiefel,| schwarz Pindbox, Strapazlerquallt 27/35 Herren Ladchalbschuhel elegantes Modell; auch In braun Rindbox Herren-Sportstiefel, Rindbox. 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Manchmal kommt die Kleine etwas früher, dann wieder noch später, und der junge Mann hat immer mit Ausdauer gewartet— ich segne ihn dafür. Dann aber kam ein Tag, an dem ich Angst aus- stand, regelrechte Angst. Ein ziemlich kalter Herbstech�nd war es. Der Tag hatte gar nicht so ausgesehen— der junge Mann, der wieder aus dem Platz« war, trug keinen Mantel! aber vielleicht hatte«r auch gar keinen. Die Hände in den Taschen, blickte er öfter als sonst nach seinem Mädchen aus. Di- Zeit der Zigarette kam! sie tat ihr« Pslicht und machte dos Warten gemütlicher. Aber sie ist kurz, und das Warten wird heut sehr lang Gerade heut! Unruhig spähe ich noch der Uhr und zucke leicht zusammen: der Zeiger weist auf neuni Und sie kommt nicht, sie kommt nicht. Der junge Mann steht verdriehlich au«. Es geht schon halb auf zehn Jetzt bleibt er stehen, fleht unschlllsstg vor sich nieder, dann In die gewohnte Richtung— dann in die, aus welcher er gekommen. Ich zittere— wenn er geht—?! Wie leicht kommt mit dem Aerger über die ver- lorenen Stunden die Erinnerung an die vielen früheren— wie leicht vergssten sich die. die alles wieder gut machten— wie leicht wäre es der Anfang vom schnellen Ende! Ich lausche auf die Tritt«, welche die Strohe herauf kommen, die ihren sind nicht dabei Der junge Mann sieht wieder die Strohe nach der entgegengesetzten Rich- tung hinunter: ängstlich forsche ich in seinem Gesicht. Verwundert sehe ich aui einmal, wie er die Zigaretten aus der Tasche zieht: er öffnet die Schachtel, ich sehe, dah er wie zählend den Finger über ihren Inhalt gleiten läßt, einen Augenblick denkt er nach, dann steckt er die Schachtel wieder zurück. Er raucht nicht! Ein gutes— ein schlechtes Zeichen? Atemlos lausche ich, olles ander« um mich her vergessend, die Bedeutung der fortge- schrittenen Zeit für mich selbst— alles! Draußen geht der junge Mann wieder aui und ab; sein Gesicht ist sinster. Wenn doch bloß das Mädel käme...! Aber sie kommt nicht. Zehn Uhr vor- über! Aus einmal sehe ich, wie der junge Mann wieder die Zigaretten hervorzieht Im Bogen fliegt das Streichholz fort... seine Bewegungen sind heftig — gereizt. Sein Gesicht zeigt etwas wie einen Entschluß. Cr sieht wieder nach der Uhr. geht aber nicht, sondern bleibt wartend aus einer Stelle stehen. Man sieht ihm an, wie die Kälte von den Füßen aus in ihm hochsteigt. Sein Gesicht ist ebenfalls kalt und verschlossen. Jetzt wünsche ich, dah er gehen möge wenn sie jetzt käme, es wäre nicht gut... Cr raucht die dritte ZigareU«, da— fast fahre ich zusammen.— irgendwo klappt ein« Tür. Sie ist ee! Ihr abgehetztes, müdes Gesicht wird hell, als sie ihn sieht: natürlich hat sie nicht mehr aus ihn gerechnet. Aber er geht ihr nicht entgegen, rührt sich nicht! Ich halte den Atem an... Da steht sie vor ihm, ich sehe, wie sie bittend auf chn ein- spricht, geängstigt von dem killten, verschlossenen Ausdruck in seinem Gesicht Ich meine ihre sanften Borwürse zu hören, daß er nicht gegangen ist— und sehe in ihren Zügen doch das verborgen« Glück, daß er da ist, daß er gewartet hat— gewartet auf sie...! Aber zum Teufel— der Bengel rührt sich nicht! Nur ein frische Zigarette steckt er sich an. Und nun sagt er elwas— kühl anscheinend und sachlich.. Ich füh'e direkt, wie das Mädchen zusammenzuckt— das>st die Katastrophe! — ich ahnte es.— Das Mädchen hat lrampshast den Arm des jungen Mannes gefaßt In dem ge- hetzten, müden, angstvollen Gesicht suchen die weichen, braunen Augen flehend die seinen... langsam füllen sie sich mit schimmernden Tränen. Herrgott noch mal! Dieser— aber., was.. na na— Der junge Mann hat aus einmal den Kops des Mädchens zwischen beide Hände genommen— und behutsam küßt er die braunen, feuchten Augen. — Ein Prachtkerl— ein lieber Kerl— der junge Mann da! Und jetzt nimmt er mit der einen Hand die Tasche, mit der anderen faßt er die ihre, und eng aneinandergedrückt, zwischen sich die fest inein- andergeschlossenen Hände, gehen sie davon. Prich Sachnenröder: Wngenulsles ItIHtefd An einem langen Bretterzäune, gerade auf einem grellbunten Kinoplakat, lehnte ein junger Man«: den Kops stützte er auf einen Ellenbogen, der rechte Arm hing lässig herunter. Das Aeußere des jimgen Mannes ließ daraus schließen, dah es sich um einen sungen Arbeiter, oder, was heute ja wahrscheinlicher ist, um einen jungen Arbeits- losen, handelte. Ja, es schien sogar sicher, daß man hier einen der sungen Leute vor sich hatte, die in den Straßen der Stadt marschieren, weil sie nicht wissen, wo sie mit ihrer Verzweiilung bleiben sollen. Gewiß, und hier war er zusammen- gebrochen, ja und— nun mußte schließlich etwas geschehen. So wenigstens dachten die Menschen, die sich, in einem kleinen Abstände, denn man geht auch heute noch nicht gerne all, zu nahe an das Elend heran, um den jungen Mann oersam- melten. E» waren einige Frauen mit Einholekörben, ein paar Männer, die eigentlich eilig« Geschäfts- reisend« waren, aber, da sie doch nichts ver- kauften, die billige Sensation gerne mitnahmen. und mehrere Kinder, die sich hier auf ihrem Schul- weg verspäteten. Der junge Mann, dem das Interesi« der Um» stehenden galt, rührte sich nicht. In der kleinen Menschenansammlung wurden halblaute Bemerkungen gewechsett Vermutungen, die sich mit der Lage des Unglücklichei, beschäs- tigten. Aber«s dauerte lange, ehe man sich ent- scheiden konnte, was denn eigentlich getan werden sollte, ob man ein Glos Wasser reichen oder einen Schupo rufen sollte. Man ließ das Mitleid, dos sich in allen regt«, erst langsam und bedächtig ausreifen, genießend pflegte man es und würzte es mit bitteren Bemerkungen, die, so berechtigt sie auch waren, dem jungen Manne ganz gewiß nicht Helsen konnten Aber in dem Augenblick, als einer gerade ent- schlössen war, sich dem bisher nutzlos Bemitleideten zu nähern, erschien über dem Zaun der bärtige Kopf eines älteren Mannes und sagte:„Js Emil,'s hält nu." Der junge Arbeiter trai vom Zaun zurück, rückte noch einmal prüfend an dem Plakat, das er wohl gestützt hatre, erwiderte:„Ra, denn i» jut" und wandte sich zum Gehen, ohne die Umstehenden zu beachten. Diese aber, da sie sich In ihrer Anteilnahm« io grausam enttäuscht sahen, starrten sich zunächst wortlos an, um dann wütend und bösartig zu schlmpien über eine Unverichämtheit und Frech- hett, die selbst mit den heiligsten Gefühlen scherze. Dann gingen sie hastig und nach verschiedenen Richtungen auseinander, um sich ihren gewöhn- lichen Tagesgeschästen weiter zu widmen. Die Frauen noch ganz starr und ratlos, die Männer ärgerlich und sichtbar mit dem Gesühl, die Ge» foppten zu sein. Die meisten von ihnen aber, davon war der stille Beobachter dieser Szene Uberzeugt, werden, wenn ihr Mitleid wieder einmal angerufen wird, sicherlich eilig vorübergehen in der unangenehmen Erinnerung an dieses Erlebnis. Oder aber sie werden resolut aui den Bsmttlei- beten zutreten und etwa fragen: Wie kann hier geholfen werden? Und erst damit hätte dlese Szene ihren Sinn gesunden. »oda»oda; Schwäitke tontSSalkan Die folgende lleine Oeichichie eNtstamNI dem achten Band der„Crnogorci" de» Mirun Paviceoie. In Podgoripa hatte«in Mann sich selbst gelötet. Man erwog erregt, was ihn zu der grausigen Tat könnte veranlaßt haben. Da sogt« ein«eiser Atter: .Leute, zerbrecht euch nicht die Köpfe! Per- ständige Menschen leben, so lange sie wollen: dumme, so lange sie müssen." WoclienproAramm des Berliner Rundfunks Berlin Sonntag, 1. Januar 6.19: Gymnastik. 6JI: Aus Hamburg: Hafcnkomert. 8.55: Morgenfeier. 10.05: Wettervorhersage. 10.45: Der Weg in die Zukunft. 11.15: Minldtt. Erzählung von Ruth Storm. 11.3«: Aus Leipzig: Bach-Konzert. 12: Aus Breslau: Mittagskonzert. 14: Neuland. Wir siedeln auf eigene Faust. 14,30: Für die Kinder. 14.55: Aus Stralsund: Musikalische Vorträge. 15.25: Aus Bologna. Fußball-Länderspiel Deutschland— Italien. 16.10; Aus Magdeburg: Orgelvorträge. 16.30: Dichtung der Lebenden. 16.55; Aus Magdeburg: Orchester- und Chorvor- trige. 17-10: Kinder spielen. 17.50; Au» Frankfurt a. d. 0. Orchegierkongert. 18.30: Mut zum Schicksal. 18.56; Au» öreifswald: Konzert. 10.30: Aus Stettin: Orchesterkonzert. 19.55: Sportnachrichten. 20: Funk- Potpourri,..Ins neue Jahr." 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Montag, 2. Januar 6.15: Qymnaetik. 6.35: Aus Braelau: FriibkonzerL 11.30: Aus Hannover; Schloßkonzert 12.30: Wetter- meldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tages- nacbrlchten. Wasserstände 14: Schallplatlenstunde. 14-55: Bdreenbericbte. 15.10: Berlin 1933; 235 Einwohner. 15.35( Brahnts— Schubert— LiszL 15.50: Haydtt— fecarlatti. Konzert, 16.15: Rund um die Utlaß- Säulf. 16.30: Orchesterkonzerl. 17.30: Der eile und der neue Mensch. 17.45: Besuch im Fllmaielier. 18.05: Lieder. 18.30: Für die Jugend 19: Die Fnnkstunde teilt mit.,. 19.05: Stimme zum Tag. 19.15: Aus Lenaus„Troslflbel und Qelächterbuch". I9.35t Hermami Kundigraber Eine kleine Mausmusik. 20: Aus Wien: Was wollen Sie tanzen? 2Ji Wetter-. Tages- und Sportnachrichten. Danach: Abendunterhaltung. Dienstag, 3. Januar 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: PrüJikonMft. 11.30; Aus Königsberg; Mittagskonzert. 12.40: Die Viertelstunde für cjen Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. 14: Scballplattenstwide, 14.66: Börsenberichte 15.20: Jahre In Paragraphen. 15.36: Operettcn-Oesingc. 16.50: Campanella. Elu Lieder- zyklus. 16.10; Adam Müller-Quttonbrunn zum 10. Todestage. 16.25; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 16.30: Aus Leipzig: Nachmjttagskonzert. 17.30: Filmdarstellcr wer- (Jen gesucht! 17.45: Jugendstunde. 18.05: Bach-Konaerr. 18.30: Bücherstunde. 15.85: Die Funkstuode teilt mit... 19* Stimme �um Tag. 19.10t Archiv der Temperamente. 19.40: Fünf Kindbcitsbilder von Walter Benjamin. 20: Sinfoniekon�ert. 20.30: Die Liener von Verdi. 21.20; Der Weg in die Freiheit Hörspiel. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Flensburg: Spätkonzert. Mittwoch, 4. Januar 6.13; Gymnastik. 6.35; Frühkonzert. 11.30; Aus Leipzig: Mitta�skonzcrt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.53: Börsenberichte. 15.20: Vom Taschengeld und anderen Geldern in der Ehe. 15.36: Opern-Arien. 16.80: Klaviermusik. 16.10: Warum ist der Hilfsbedürftige unzufrieden mit dem Wohlfahrtsamt? 16J0: Aus Hamburg: Nachmlttagskouzert. 17.30: Soll man jetzt kaufen— oder wird es noch billiger? 17.45: Jugendstunde. 18.05: AJte und neue Chorlieder. 18,25: Tip und Tap, die zwei Schotten. 18.40: Dürfen wir Ihnen raten? 18.55. Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10; Gedenkstunde für Otto Stransky. 20: Fünf Takte aus dem Lied der Großstadt. 21: Unbekannte Sinfonien von Joseph Haydn. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 5. Januar 6.15: Gymnastik. 6.35; Aus Leipzig: Prühkon/ert. 11.30: Aus Breslau: Mittagskor.zen. 12.35: Wertet- msldungen lür deu Landwirt. 12.40: K8pf« der Land- wirtschaiL 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Bfirsenbetlchie. 15.20: Versetzung fraglich. 15,35: Lieder und Jodler aus Oesterreich. 16: Lieder. 16.15: Woran Bewerbungen oftmals scheitern. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Läßt sich eine Frau aui der Straße ansprechen? 17.50: Jugendstunde. 18.05: Altllallenlsche Cellomuslk. 18.40; Der Hörer und sein Apparat. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Robert- Scbumann-Kouzert 19.30; Unterhaltungsmusik. 20.05: Konzert. 21: eeltlunk. 21.10: Moritaten. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnacb richten. Danach: Tanzmusik. Freitag, 6. Januar 6.15: Gymnastik. 6.35: Friihkonzert. 11.30: Aus Bremen: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14: Schallplaltenslunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Du sprichst deutsch! Wie schreibst du? 15.35: Aui drei Klavieren. 16.15: Aus der Werkstatt de« Fußhallsportes. 16.30: Aus Dresden: Nach- mittagskonzert. 17.30! Daa vergtsaene Buch. 17.40: Jugendstunde. 18.10: Daa neue Buch. 18.20: Kanutte zum Fest der Hefligen Drei K8nlge von Georg Philipp Telemann. 18.40: Als ich mit Kasper und Melchior zog. I5k55: Die Funkstunde teilt mit.. 1t; Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 26.05; Konzert. 20.33; Chorgesänge. 21, Der Doppelmord In der Sue, Mortua von D. R Amtmann. Oäsisplel der Spielgemcinschaft Berliner Schauspieler. 22: Weiter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Sonnabend, 7. Januar 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Königsberg:: Frühkonzert. 11.36; Aus KönffSberk: Mittajrskonzert. 12.36: Wettermeldungen für den Landwirt 13.30; Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14-65: Börsenberichte, 15.20: Jugendstunde. 15.46: Mundbarmonika-Vorträge. 16: Heitere Ouvertyren und Fantasien. 18; Neues Bild der alten Heimat 18.30: Zeitfunk. 18.55: Die Funkstunde teilt, mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Konzert 19.30: Oliver Cromwell von Heinrich Bauer. 20: Aus Bonn: Oeffeptlichcr Lustiger Abend zum Besten der Winterhilfe des Westdeutschen Rundfunks. 22.30: Witter-. Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Als Einlage: Aus dem Sportpalast; Hörbericht vom Hallen-Handball-Turaier des Verbandes Brandenburgischcr Athletik-Vereine. Königswusterhausen Sonntag, 1. Januar 6.16: Aus Berlin: Gymnastik. 6.35; Ans Hamburg: Hafenkonzert. Ab 8.56: Uebertragung aus Berlin. 11.30: Aus Leipzig Bach-Konzert 12: Aus Breslau: Mittags- konzert. 14: Die Kunststätten und Kunstschätzc der Nation. 14.30: Der Lebenskampf der Ostmark. 15: Werner Fink spricht Märchen von Geliert. 15.25: Aus Bologna: Fußball-Länderspiel. Deutschland—Italien. 16.18: Tägliches Hauskonzert. 17: Aus London: Blas- konzert 18:..Christgeburt"(ein geistliches Spiel von Weber). 19.10: Aus München:„'s Jahr is aus, a neu's gebt an." Deutscblandsender: 20: Aus Hamburg: Orchesterkonzert. 21: Uebcrtragung aus Berlin. 22.46: Deutscher See- Wetterbericht. Anschließend: Uebcrtragung aus Berlin. Montag, 2. Januar 16: Pädagogischer Funk. 16.20: Aus Berlin; Nach- mi:tagskonzerL 17.10: Netzliche und schädliche Tiere. 17.30: Tägliches Hauskonzert. Loewe-Balladen. 18: Aui Spuren einstiger deutscher Siedlungen'im Südosten. 18.25; Musizier»« mit unsichtbaren Partner». 18.55: Wetterbericht lür die LandwlrtAchatl. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Olenslcs- 49: EngllscheJ Sprachunterricht. 19.30 1 das Oedicht 19.3*1 Aus Dresden: Unterhaltungskonzert, Deutschlandseader: 20.30: Hunte Stunde. 21.30: Wandlungen der Schauspielkunst. 22.10; Wetter-, Tages- und Sportaachrlchlen. 22.45: Deutscher See-Wellerberlcht. 23: Aus München: Sacht- mlisik. Dienstag, 3. Januar 16; Für die Pfau. Anschließend: Warum schreibt mein Kind so schlecht? 16.30: Aus Leipzig: Nachmitlags- konzert. 17.10: Weltpolitische Stunde. 17.30: Tägliches Hauskouzert Liszt 18: VolkswlnschaflAfuok. 18.25: Kluführung io die Beethoven-Symphonie Nr. 1. 18,65: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: KäthOlizU- mus und Protestantismus. 19,30; Das Gedicht 19.35: Politische Zeitungsschau des Drahtlosen Dienstes. Deutschlandsender: 20: Aus Hamburg: Nordisches Konzert. 20.30; Die Lieder von Verdi. 21.20: Aus Stuttgart: Die Jagd nach dem Gold d« Kapitän Kid. Eine abenteuerliche Geschichte. VI. Teil. 21.16: Witter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.46t Deutscher See- Wetterbericht. Anschließend; Ucbertragung aus Berlin. Mittwoch, 4. Januar Ki VKfteltttmd« für die GewindlaeiL K.50t Au» Hamburg: NachmittagtkonZOrt. 17.10t Fabtienehre usd Pahn&ntreue 1700: Adalbert Stlflart Heimat 17.55: säglich«a Hauakonzert. 18.30: Llnbertskurudirlit dir rortgesebrlKen, 18.551 WetefMÖMtl Kr dl« Land- wirrsebaft. 19: Französischer Sprachunterrldn. 19.30: Das Gedicht. DeuUchlandseuder; 19.35; Aus Bremen: Mllitärmarsch der Nationen. 20.45: Jagt Ihn— ein Mensch. Schauspiel von Envio G. Kolbeubeyer. 22.15: Werter-, Tages- und Srorlnachrlchtes. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschl.: Uebertrngung aus Berlin. Donnerstag, 5. Januar 16: Für die Landjrau. 16.30: Aus Berlin: Nachmittags- konzert. 17.10: Viertelstunde Funktechnik. 17.30: Tägliche» Hauskonzert. Scbuberl-Lieder. 17.55: Volkstum und Dichtung. 18.25; Colleglum Muslcum. 18.55: Wetterbericht ißt die Laudwirtschaii. Anschließend; Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 10: Deutsch für Deutsche. 10.30: Da» Gedicht. 19.38: Stunde des Landwirts Deutschlandsender: 20415: Uebcrtragung aus Berlin. 21: Mabomet-Fragment von Goethe. 21.20: Kammermusik. 22: Werter-, Tages- und Sportnacb- richten. Anschließend! Fortsetzung der Kammermusik. 22.45t Deutscher See-Wettertjerich». Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Freitag, 6. Januar 16: Pädogoglscher Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nach- nüttägskonzert 17.10: Zeltdienst. 17-30; Akademische Berufsnot und akademische Berufs verbände. 17.55: Tägliches Hauskonzert. Beethoven. 18.30: Stunde der Arbeit. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Der Laie als Forscher. 19.30: Das Gedicht 19.35: Unterhaltungsmusik. Deutschlandseader: 20.05: Ueber- (ragung aus Berlin. 20 JS: Die fröhlichen drei Könige. Ein Spiel in der Weihnacht 21: Orcheslermuslk. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Weuerberlcbt Anseht: Uebertragung aus Berlin. Sounabend, 7. Januar K: Dramatiker ohne Bühne. 16.30; Aus Hamburg: Nachralttagskonzert 17.10; Wochenschau. 17.85: Tägliches Hauskonzert Oiienbacb. 18.30: Große deutsche Maler. 1855: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Stille Stunde. Deutschlandsender: 20: Aus Manchen; Bunter Abend. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45> Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Uebertragung ans Berlin. Weit unter Selbstkostenpreis stellt uns die Lingel-Schuhfabrik zum Jnventur-Yerkaiif echte Llngel• Herrenschuhe mit kleinen Schönheitsfehlern und Reisemuster zum Preise von M. 6.85 zur Verfugung, ohne Rucksicht auf die bekannten, bedeutend höheren Ladenpreise. Jedes Paar Schuhe dieser Art ig» besonder* gekennzeichnet. Varkauf nur tolanga Vorrat raicht. Verkauf ab a. Januar 1933 In allen Lingel-Gescharten Kiatciitiangcn füt uttle■Snbttl ftnb •( t II b SS«8 Lind-nstrahe 3 Parteinachrichten für Groß-Verlin stkl,»a dB» Scitttilttrctarut i. Kol. t Treppe» recht».»» richte» beginn aller Veranstaltungen td'A llhr, sosern keine besondere Zeitangabe? voranzeigeni l«z. Abt. Wir machen nochmals auf den am I«. Zonuar beginnendsn kuriu« leiten. l. jlrei». Beginn des Kursus von Dr. Karl Schröder am 12. Januar 1933 in der SBcttimelftcrflt. 13—17. Anfang AI Udr. Erwerdslafe frei. Montag, 2. Januar. l» Krei». Sidung des erweilelten Kr»i»voiltandes. 14. Ätti». 16 Uljv Zuiammenfunfi erwerbsloser Parieimitglieder Im Keim, Kannec Sir. 42- Spanien. Referent Otto Bach. 17. Klei». Kreisvorstandsstdung. 24. Abt. ZunkilonSrNtiung im Lokal Ii. 27. Abi. chunftlonarilituna im Sportresiourani. 52. Abt. R iliir bei Woller, Kaiserin, Äuguila. Allee 32, ffunktionilrsttzung. 55. Abt. isuilltiviiörlidung im Ranke, Ha»s 59. Abi. AI Uhr Kuiammenfiinft>iingcr«t ParieimttgNedei! bei Iaeck. Sander. aße Ii» Saiialisimt- und Siaat Referent Dr. Hans Adler. straft Dienstag, Z. Januar. Z. Siel», Iii Uhr Kreiskonferen» bs> Wende. Kolonieftr. 147.— Donnerstag, i, Januar, in den Atlantikflilen. Bedmstraft«, am Bahnhof iSefund- brunnen und in der vochschulbrauerei. Amrumer Strafte. Berlammlung jtt den Wahlen der KoNsunigenoneNfchaft. Wir bitten unler« Mitglieder. ftch daran ,u beteiliaen. Parteibuch oder Vorwärts-Luittung legitrmleri. Z. Kiel». Arbeitrewohlsahrt. 11 Uhr im Selm Ttlstlcr Sir. 1 1. riusammen- fünft erwerbsloser Parleimitaliedeti Politisch« Satire und Heiteres. Bor. tragend« Luft.Haedrtch und Puggi Mu.l Blaue Kontrollkarle.— 19V, Uhr im gleichen Raum Bildungsausschuft.Siftung. 19. Krci». lg Uhr Erwerbsiolen-isilmnachmltiag im Äesellschaftshaus Pankow. terlinar Str. 1UZ. Eintritt frei. Alls erwerbsioien Mitglieder der artet, freien Gewerkichaslen. des Reichsbanners, anderer uns befreu». deter Organisationen, benachbarter Abteilungen sowie deren Angehörige sind eingeladen. Mitgliedsbuch gilt als Ausweis, 5. Abt. Funktionärkonferenz bei Dobrohlaw. 1». Abt. Bei Krüger, Sufsitknstr. 34 ESc Scherlngsilaßr Mtglliderver. fammlung Jahresbericht und Neuwahl der Abteilungsleitung. 24. und 27. Abt. 17 Uhr Erwerbslofenzusammenkunft im Alicrsheun, DanPger Str. 62: Bortrag des Genossen Tietgens. Musskalische Unter. Haltung. 28. Abt. Unsere erwerbslosen Genossen können am 3. Januar, 1.1 Uhr. an der Filmveranstaltung des IS. Kreises im Pankowcr Gefellschafrshaus, Berliner Str. 162. teilnehmen. Eintritt frei. 29. Abt. 26 Uhr Funktionärsiftung. 36. Abt. Wichtige Funktionärlonfcrenz bei Pobst. .14. Abt. 5. Gruppe stahl» dend. 90. Abt. 26 Uhr Porstandssiftung. 125. Abt. Vorstandssiftung bei Galla». Mittwoch. 4 Januar. 14. Krei». Ausspracheabend für die erwerbslosen Partetmitglieder 13 Uhr im Heim Kanner Strafte. 8. Abt. Beiirk 487 Ertraiahlobettd bei Thunich, Echwedler Str. 23. 11. Abt. Funltionärkonserenj bei Scholl, Leveftowstr. 21. artetmitglieder im Jugendheim, arxifttsch« Denkmetdode. Referent Ge- U. Abt. gahlabend« in den Bekannten Lokalen. 8. Gruppe.siahlabend aw Dienstag, 3. Januar, bei Minier. Voranzeige! Besonderer Verhältnisse loegen findet die nächste MitaNederversammlung bereits Montag, 16. Ja» nuar, 19'/, Uhr, im Altersheim, Danziger Str. 62, statt. Näheres wird noch bekanntgegeben. 25. Abt. 26 Uhr stusammcniunft>ÜNl Schdnlanker Str. 11, Barocke 6: S nosse Rudert. 27. Abt. stahladcnde in den bekannten Lokalen. 45. Abt. Pünktlich 19 Uhr Milaliederversamntlung im Heim, Echlestsche Strafte 42. Referent Karl Litk«, M. d. R. bekannter Stelle. ierer Parteimitglieder i» der Halle am Josse im Klassenkamps. Vortragender Bruno Schvnlank. 115. Ab«. Funktionärsiftung bei St»d«r. 143. Abt. 19 Uhr Vorstgndsstftung an bekannter EteUe. 84. Abt. 26 Uhr Funktionärsiftung an l 99?. Abt. 26 Uhr Zusammenkunft süngo Hufeisen: Arbeiterdichtung als Wo Donnerstag. 5. Januar. 3. Krei». 16 Uhr Erwerbslosenzusanwienkünfte! Gruppe Kart Rarg Willde- nowstraftel: Innenpolitische Information. Referent Gottlieb Reeie. Unter- baltungsteil: Lichtdildcrvortrag: Alt-Beriin. Gruppe Ed. Dernstei» lPui- busser Strofte): D«r Ferne Osten. Referent Oswald stienau. Unterhai, tUng»I»il Elfriede Wollmann. 12. Krei». 15>i Uhr Srwcrbtlosenzusaminenkunst in der Schule Steglift, Soeiteraum: Gereke-Plon. Rcfrrent Bruno Läschc. 13. Krei». 14V> Uhr stusainmenkunft«rwerbsloier Parlcimitgiicder im Zu- gendheim Temvrlhos, Göftstrafte: Au» der Praxis der Wohlfahrtspflege. Rsferentin Paula Kurgoft. 15. Krei». 11 Uhr Erwcrbslose»»usaimnenkunft im Lyzeum Wciftcusee. Park- Ecke Pistociussiraft«: Poliliscki« Loge. Referent Alfred Markwift. i. Abt. Funktionärsstzuug bei Lukaschewsii, Georgenlirchstr.»8. 19. Abt. stusammentunft jüngerer Parteimitglieder wird auf de»>8. Januar verschoben. 18. Abk. Funktionärsiftung bei Bauer. lilsiter Str. 27. 54. Abt. 6. und 7. Gruppe stahlabenbe im Iugendboim. 117. Abt. Konsummitgliederl Donnerstag, 5. Januar. 19'- Uhr, i» der Zur», balle der Schul« Lichlenderg. Lückstr. 6«. Mitgliederversammlung der 29. und 133. Abgabestelle. Bonrag des Genossen Säiweikert. Homburg: Als Ausweis dient die Warenbezugslarte. Um regen Besuch bitten die Mit- gliebervertretcr. Freitag. 6. Januar. 5. Keeis Arbeiierwohllohrt. 11' 1 Uhr EruvrbsIon'Nzusammrnlnnfl im Heim. Tilsitcr Str. 4/5: Positische Solire und Heileres. Vortragende Luft, Hacdrich und Puggi Muck. Rote Kontrollkarten. 14. Keeis. 1.1 Uhr Unterballunimnachmiilog füt die erwerbslosen Partei- Mitglieder im Heim Kanner Strafte. Poriragender Puggi Muck. «61. Abt. Vorstondssiftung an bekannter Stelle. >29. Abt. 14 Uhr stusanimenlunfl erwerbsloser Parteimitglieder im Jugend- heim, Görschstr. 14: Eine Reise durch England. Referent Wilhelm Tietgens. Frauenveranstallungen: 9. Krei». Mittwoch. 4. Januar. 26 Uhr, FunktionSrinnenssftung in der Dom- klause am Fehrbelliner Piaft. 8. Abt. Donnerstag, Z. Januar, vünktlich 2ii Uhr, wichtig« Sclkcrlnnen- siftuiig bei Dobrohlaw, Swinemiinder Str. II. ». Abt. Donnerstag, Z. Januar, bei Sufenbach. Perleberger Straft«: Orgoui. sation der Partei. Rcserentin Gerinid Eisieldcr. 21. Abt. Mittwoch. 4. Januar, bei Kroll, Uircchter Str. 21: Die Familie in der Krise. Refcrentin Gertrud Eisleider. 22. Abt. Donnerstag, B. Januar. Im Ratskeller. Limburacr Strafte: Karl Marx und seine Bedeutung für die Arbeiterkiasse. Referent Hans Marx. 24. Abt. Freitag, 6. Ionuar, bei Winzer, Ätnostr. 46, Fortseftuitg der Ar- dettsgemeinschafl: Dos Komiministische Manifest. Elellungnahme zur Reu. wähl der Abiellunasleiterw. 39. Abt. Dienstag. 3. Januar, wichtige.Zusammenkunft der Frauen bei Top», Hollmann. Eck« Alt« Zakobfir. 1, Besprechung der Arbeit tm n«ii«n Sohr. 74». und 74b, Abt. Donnerstag, b. Januar, 26 Uhr. bei -""Bfnfi■•---■-■ v--_..- W>,______________.... �_________..._ �«r«. Beritner Eck- Winsriedstrofte, Bericht der Genossin Trojan über die Tätigkeit der Wohl»' öffentlichen ahrt. Neuwahl, Schno- die I 104. Abt. Dienstag, 3. Januar, Bunter Abend bei Pomp. Hasselwerderftr. 12. Vortragende Klara Brat. 166. Alt. Dienstag. 3. Januar, im Waldkatcr, Ewbcnrouch- Ecke Kaiser- Wilhelm, Strafte: Mit Frohsinn ins neue Jahr. Vortragender Theo Märet. 121. Abt. Mittwoch, 4. Januar, Frauenfeierstundc bei Krüger, Dönhoff, Ecke Junker. Jörg. Strafte: Dem Lichte entgegen. Vortragende Elfriedc Woll» mann. 135. Abt. Donnerstag. Z. Januar, W Uhr. Diskutierabend I» der Baracke, Llndauer Strafte. 135. Ad». Mittwoch, 4. Januar, HeUerinnensiftung bei der Genossin Zburow. Freitag. i>. Januar, Frauenabend an dekannier Stelle. Jahresbericht und Neuwahl. Sozialistische Studenienschast. Montag. 9. Januar, U Uhr, im Bund, Funktionärsiftung. Donnersiag, 12. Januar 26 Uhr,>>n Bund. Aldrechtstr. Ii, Garlenhau» 2 Tr. H'iiosst Rupgrrchi: Die sozialdemolratische Presse und ihre Ausgaben in der Massen- Werbung. Aussprache. Sonnabend, 14. Januar, stndel unser bceeii« ongeliin- .... �....... riha Jahr WWWWWMWWWWWWW m den Funliiauäre». im Bund i» 1 456!> und im Polfslindentelthetm, Luise». digter �lubentrnbau im Eiudeiilenbous, Oranienburger Str. 18, statt MU- wlrkeude u. a. Auila Gura, Wilhelm GütlinaNli, Mgrilm John. Siegfried Prager. Karlen Hl itlr Studenirn und ZitgeiidgenosskN� 6,75 M. bei i. Siegfr 6,75 M. strafte 19 fli 1 1366). Arbeitsgemeinschos» der kindersreundc. Gill»!. nur Ausweise»uit dem neuen 6»|» Kresk Weddlug: Donnersiaa.). Januar. Ouarjaisabrechnung um elsleitet. Die Berichisbogen sind mitzubringen. Fii rre Filmnmtinee ani 29. JunUgr werden bei der-! geben. Die Kieishellerverlammluna ist am Donners- r. in der Putbussrr Str. 22. � Abt. Sumboldthaln! rar. in der Putbusser Straftr, gemütliche Helfer- sstemvel. Alle Kelle« g«b«n ihre H«ls»«i,n»«e>s«»n den Keeiiieiier ab. Mg füi»----------- MM-----" MM---' NRnS Wgl..........,—... 17 Uhr beim Krrlsleiiet. Die Berichisbogen sind mitzubringen. Ftfm. karten für unlrre Filmnmiinre am 29. Januar werden bei der Ab- rechNung ausgegeben. tag. 12. Januar, it Am Sonnabend. 7. Januar. WW................ zusanunenlunli. Alle Helfet des Kreises Und eingeladeti.— Ab Mi>t. woch deginnen Wiedtr unser« regelmäßigen GruNpenabinde. Abt. Tchillerpael: Am 2. Januar beginnen wieder unsere reaelmitftiaen Peranslgltun- gen. Montag Turnabend, Dienstag Rote Falken, Mittwoch gungfasfcn und Donnerstag Restfalken im Jugendheim Turiner Ecke Seestrafte. Kreuzbeeg! Beginn de» Relgungsleeifc Mittwoch. 4. Januar, um 171� Uhr, an den belannten Eiellen. Alle Beraniworilichen dieser Ncigunaslreisc müssen iich darauf vorbereiten. Die Bastelvergntwortlichen besorgen selbst das nötig« Material. Steglift! Kreishelfersitzung Moniog,?6 Uhr, bei Bradler, Südende. Longen- fteiner Weg!>4.— Albrechtstraße t Jugendheim Aibeechisir. 47,>7 Uhr. Dienstag Pretifpiele, Freitag Zieic der Roten Falken. Zrielenstrafte: Schule Friescnstrafte. Mit t wach, 17 Uhr, Oraanifationssragen. Lichtcricld«: Schule Ringstr. 3. l7 Uhr. Montag Prcttspieie, Freitag Lesen.— ftanlwift: Anmeldung nriier Kinder bei Käibe Echulft«. Kaiser. Wilhelm.Str. 42. Treptow: Alle idruppen miisseu umgehend die Berickstsbogen und sämtliche Seiserausweise an den Kreisleitcr einsenden. Köpenick: Grnppcnleiterstftung am.1. Januar, 17 Uhr, im Parteiheim.— Abt. Bohnsdorf: Jung- und Rote Falken: Schlittschuhlaufen am Montag. 2. Januar,»',i Uhr, Bhi. Grünau. Zurück 16 Uhr. 16 Pf. mitbringen. Sterbetafel Der Groß-Berliner Partei-Organisation 45. Abt. Nach'i.ijöhriaer Parteimitgliedschaft verstarb linier iOenosse, der Bezlrksverordnetc Karl viewert, Skalifter Str. 45>>. Ehre feinem An- denken! Einäscherung Dienstag, 3, Januar, lilhi Uku. Krematorium Baum- schulenweg. Alle Genossen beteiligen sich. Eeschäitsnummer: 289. 0. 1483/32. Verkündet am 11. November 1982. Wiesjahn, Iustizangestellter. als llrkundsbramter der Geschäftsstelle. I»«amen des«»lle»! In Sachen des Reichsverbandes Deut- scher Dentisten E. B., Sroftbczirk Berlin E. B., vertreten durch den Geschäfts- filhrer, Berlin E. 25, Alexanderstr. 39/46, Kläger, Prozeßbevollmächtiater: Rechtsanwalt Alfred Kohn. Neukölln, Kaiser-Friedrich- Strafte 9, gegen den Denlisien Karl Bernstein, Berlin SO. 86. Wiener Sti� 46, B-Ilagton, trozeßbevollmöchiiater: Rechtsanwalt arrn Sumpel, Berlin W. 15, Kursur. stendamm 225, wegen Unlerlassung hat das Amtsgericht Berlin-Mitte, Ab- tcilung 239, auf die mündliche Bcrhand, lung vom 4. November 1932 durch den Amts» und Landrichter Weismann für Recht erkannt: I. Dem Beklagten wird bei Bermei- dung einer vom Gericht festzuseften- den Geld- oder Haftstroi« für jeden Fall der Zuwiderhandlunq verboten, durch Handzettel oder Flugblätter oder sonst anzukündigen, daß er ein Ober- oder Unterteil aus 14 Zähnen bestehend, in lo Ausführung mit GolMnapsstisten für 39,20 RM. liefert. II. Dem Kläger wird die Befugnis zu- gesprochen, den verfügenden Teil de» Urteils innerhalb 2 Wochen nach Rechtskraft des Urteils auf Kosten des Beklagten im„Berliner Tageblatt", der„Berliner Morgenpml", der„Bosssschen Zeitung", dem„Bei- liner Lokal-Anzeiger". dem..Vor- wärts", dem„Anarlfs", der„Roten Fahne", der„Berliner Volkszeitung" örtsttlmlenfosse Des BuDOrutf- geraeröes. Der BudiDiaDer unO Dem. GewerDe 3U Berlin. Di« vom Vorstand und Ausschuft be- schlosseue 32. Abänderung der Kassen- satzung ist vom Obcrvcrsicherungsamt genehmigt worden. Sie tritl am 1. Ja- nuar 1933 in Kraft. Die Abänderung betrifft die§| 2, 11, 17, 21a, 27, 28, 36. 31, 35, 47b,(1 und 89 der Saftung. Es gelanaen dadurch wieder verschiedene Mehrleistungen zur Einführung. Die Krankenpflege für die Persicher- ten wird aus die Dauer eine» Jahre». die für die Familienmitglieder iEhc, gatten und Kinder) der Versicherten aus 26 Woäien verlängert. Für gröftere Heilmittel wird den Versicherten ein Zu. schuft bi» zu 46 RM., für Hilfsmittel gegen Verunstaltung und Verlrsippelung ein stufchuft bis zu 66 NM. gewährt. In der Famiiienhilse wird zu den Kosten von Hilfsmitteln und gröfteren Heilmitteln ein stufchuft bis zu 26 RM. gezahlt. Die Krankenhausloste» Utr Familienmitglieder können auf die Dauer von 13 Wochen bi» zur Hälfte des städtische» Kurkostensaftes III. Klasse. iür Kinder mit akuten Infeklionslrank- heilen und Tuberkulole in voller Höhe nach de» hierfür festgesetzten Säften der städtischen Krankenhäuser übernommen werden. Berlin, den 31. Dezember 1932. Der Vorstand. Richard Lenz, Borstftender. Alfred Ekström, Schriftführer. und der machen. „Germania" bekanntzu- III. Dem Beklagten werden die Kosten des Rechtsstreit, auferlegt. IV. Das Urteil ist vorläufig vollstreck. bar, jedoch kann der Beklagte die Zwangsvollstreckung durch Sicher. heitsleissung in Höhe von 766 RM. abwenden.-' gez. Weiftmann. Ausgefertigt: I,. S. Martin, Iustizangestellter. als Urkund-b-antter der Seschattsstell« des Amtsgerichts Berlin-Mitte. Abt. 239. Die vorsiedenb» Ausfertiaung wird dem Kläger zum Zwecke der Zwangsvoll- streckung erteilt. «eelin. den 17. Rovembet 1932. Unterschrift. Iustiztnsvektor, als Urtundsbeomler der Gefchäktsstell» des Amlsqerichts Berlin. Mitte. Abt. 339. Es wird hiermit bezeugt, daft bi» zum Ablauf der Rotsrisi ein» Rechtsmittel- schrif! nicht eingereicht ist. Berlin, den 22. Dezember 1932. I-.S. Di» S-fchästsstelle de» Landgericht» I. /Generalvrozeftlifte.) Unterschrift. IuitizobersekretSr. Die Rechtskraft des vorstehenden Ur- teils wird diermit defcheiiiigt. f.. 6. Berlin, den 36 D»zemder«933. GcichäilsiteUe de» Amtsgerichts Berlin. Mitte, Abt. 239. Unterschrift. Sustizinspektor. vDiisiänckiR renoviert, mit allem Komfort, in Ruter VerltehrilaRe, vermietet Malerhüile, Landibcrger Allee 19. Der sozialdemokratische UAMTMCirCR EICKE TEPPICHE- IKUf ERSTOf FE- LIHOIEUM Großer Inventurverkauf ab 2. Januar Gute Ware bis 500/o herabgesetzt. 55 Wilhelmstraße 55. an der Leipziger Straüe JUERGEt� Alexanderplatz Neu« KdnigKtr.43 m In bester zentraler Lage am Belle- Alllance• Platz 7—8 3 Zimmer u. Küche S-.. mil Zubehör 8 »»»»»» sofort prsisvRSkt tu vermieten, evtl. auch als BUroräume. Antragen erbeten an die LINDENHAUS A.-G., Hausverwaltung Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fem precher: A 7. Dönhoff 6190— V 5 Yempelhof Sdaillerisarl« 2-, 2y.- u. 3'•Zimmer-Neubauwohnungen von Mk. 48.—, 48.—, 58.—, 87.— an mit Bad, Balkon, Zenlraltielzung, Warmwasser. Zemral-Waschküchc, je nach Lage und Größe. Die Preise verstehen sich ausschlieBl. H izung usw., so'ort oder spätei«u vermieten. Auskunft erteilt Verwalter Priska. 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A.: Albert Schmidt. s iiepmepki| Kanarienhähuc 4,59. Otrcmba, Melchiorstraße 39. Hautpesuche Z-dngebiste, Platinabiälle, Quecksilber. Zinn- metalle. Silber- schmelze.Goldfchmel- zcrei. Christionat Köpenickerftraßc 39a (Haltestelle Köpe- nickerbrücke). r» Zahngebißbrücken. Goldbruchabfälle, Platinbruchsachen. Silberschmelzcrei Cliristionat. Köpe- nickerstr. 29a(Halte- stelle Manteusscl- straße).' Ehrenerklärung! Hiermit nehme ich die Beleidigung gegen Herrn Eugen Wieczorek sowie gegen dessen Ehe- frau, wohnhaft Verlin-Pankow, Kaiser-Friedrich- Straße 67. mit dem größten Bedauern zurück. Frau M. Goluchowirz, Vcr- . lin-Pankaw, Kai- ser-Fricdrich-Str. 66 u/ascnepeien Genossen. die Wäsche nur zu, Damviwäscherei „Merkur". Berlin O 112. Frankfurtei Allee 397 Andrea- 2829. Preisliste verlangen Freie Ab- holuna täglich dura Automobile Mit. alied SPD u. RB inr Schneider Maßanzug, Maßmantel. ab 89,—. Monatsrate 19,—. 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Prosit IVeujahr! wünscht allen seinen werten Gästen und Bekannten jLicliterfelder Festsäle OTTOSCHILLING Lichterfolde-West.ZehlendorferStr.S.Tel.G 5, 1445 Allen meinen Gästen und Freunden ein fröhliches und gesundes Neues Jahr! Willy Schwarze) und Frau Pilsätor am Halleachen Tor rii'.M— Allan Usben Gästen und Osnosstn ein frdhUchss und gssundes NEUES JAHR! HERBERT KREBS „Brauatübl" BBlla-Alliance-Platz 6 Meinen werten Gästen und Freunden einfrohes„NeuesJahr" August Schulz Dresdener Str. 135 Allen meinen werten Gästen und Bekannten ein frohes und gesundes �NEUJAHR"! Hotel„Neustrelitz" 1 N H.: WALTER KUHN BERUH N 4, BORSIOSTRASSi 14 Gleichzeitig empfehle ich meine Ver> einszimmer und Saal(120 Personen fassd.) für Sitzungen u. Festlichkeiten Ihsater, Liditspids usw. n ö 5 j<) flAUll Theater Sonntag, den I. 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Die durch Aenderung der§{j 20 und 31(Nr. 6) wieder eingeführten Mehrleistungen haben auch iür die schwebenden Unterstützungsansprüche Geltung. DruckstOcke der Satzungsänderung sind bei der Kasse erhältlich. Hugo Albracht, Vorsitzender. Uhler IkvttnturJIMßiuf Mmm@m iiMm trewHU- mm cmmmm SEHSATIOM ca, Beiden Riesenmengen von> Qualitätswaren können wir nicht die einzelnen Webarfen und Marken nennen, sondern bringen nur eine Gegen* Überstellung der bisher gültigen Preise und tev jetzigen In venfur- Verkaufspreise! '€ 130�200 siatt21.- jei-zf- 9.®� 3150' 14?° 44.,' 23?� 7750« 3750 ca. .170x240 S(at43.-.(.17,50 55?°• 22.5° 5?50' 27.50 «87-■ 465° «172,-• 86.- ca. 70x160 m Franse 200-300 S(aft59-jcht28.50 7650! 39.5° 86,50' 4450 95.-• 49.50 114-■ 72.5° 265.- 129- Bettvorlagen ca.A-Ox 70 statt 4-.� jetzt- 95� ca. 57*110• 7-' 2.� ca 53x125' 950. 4.45 ca, 57x110 ♦ 9.80. 5.40� ca. 68x125• 13.20' 735j 21- M Brücken QO/180 Statt-ßW je» �5 21-- 9.85 24.50. 13.35 31."' 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