Morgen- Ausgabe Nr. 3 A 2 50. Jahrg. Wcbaftlon und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Semipr«,»! 517 Ami Dönhoff 292 bU 297 Ttltgr-mmobr-ll-, Sozialb-mok-i«Bttlte BERLINER VOLKS BLATT DIENSTAG 3. Januar 1933 In Groß- Berlin 10 Pt Auswärts....... 15 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe am Schlutz deS rebattivncllen Teils Jentvalorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Hitlers SA. schlägt GA.-Köpse ein Nationalsozialistiscbe Bluttaten xeFen Nationalsozialisten Eigener Bericht des„Vorwärts" München. 2. Januar. 3m neuen Jahr ist es in München bereits zu zahlreichen blutigen Schlägereien Zwi- tchen Itazilcuten verschiedener Richtungen gekommen. Jn einem R a z i c a s v wurde der Streit m i t Stuhlbeinen au-getragen. Die Razigäste schlugen sich einander die Kopse blutig, drei Mann wurden mit schweren Kops- verlehungen vom Platze getragen. Jn einem W c i n h a u s gerieten sich ein S Zt.- und ein SS.- Mann in die haare. Der SA.- Mann wurde von seinem braunen Bruder aus die Slrahe abgedrängt und niedergeschlagen. Er muhte in das Krankenhaus gebracht werden. Jn einem Bierlokal im Stadtzentrum kam es zwischen SA.-Leuten zu einer blutigen Meinungsverschiedenheit über Sinn und Form der Ehrenbezeugungen. Mangelnde Ehrenbezeugung war auch der An- Iah zu einer anderen blutigen Szene, der ein Zbjähriger Gärtliereibesiher Joses Mayr zum Oplcr siel. Mayr starb an den Aolgen eines von einem Parteigenossen erhaltenen Kops- Hiebes mit einem Bierglas. Mayr, ein sanatischer Razimann. hatte bei einer Festlichkeit seiner parleisektion dem Sturmsührer bei dessen Eintritt keine Ehrenbezeugung erwiesen. Er war nicht ausgestanden, weil es seine Kriegsverlehung nicht erlaubte. Oasür wars ihm ein Kamerad ein Bierglas mit voller Wucht an den Kops. Der verhaftete Täler redet sich mit hakenkreuzlerischer Feigheit auf Rotwehr heraus. LA.-I�ann»ehiekt auk Na?ire6alrteur Eigener Beridit des„Vorwärts" Magdeburg, 2. Januar. Jm SchloHcas»! in Magdeburg feierten viele vnisormierte Razis Silvester. Ein uniformierter SA.-Mann fuchtelte mit dem Revolver herum und seuerte nach dem Vorbild seines Lsas zwei Schüsse in die Decke ab. Gegen 7 Uhr morgens am Reujahrstagc suchte der Redakteur B a r t h o l d y vom Magdeburger Raziblatt. der im Schlohcase mitgezecht hatte, ein weiteres Lokal aus. Zwei uniformierte SA.- Leute, darunter der Mann mit der Pistole, solgten ihm. Aus dem Bretten weg schoh der bewassnetc SA.-Mann dem Razi- redatteur eine Kugel in den Rücken. Bartholdy wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. BenneSes Immunität Naziabgeordneter als Fememord-Begünstiger Dresden, 2. Januar. Jn der M o r d s a ch e S e n t s ch hat der VZeneralstaatsantvalt Schlegel beim Landtag die Aufhebung der Jmmu» nität des national foziali st i» scheu Abgeordneten Dr. B e n n e ck e tvegen Begünstigung der Täter beantragt. Der Antrag wird angenommen werden. Sozialdemokratie fordert Landtagseinberufung Die sozialdemokratische Landtags- fraktion hat die Eiuberufung des Landtags zum lll. Januar beantragt. Das Parlament sollte ursprünglich am lg. Januar zusammentreten. Es entspricht jedoch der Stimmung der Bevölkerung, dah der Landtag unverzüglich zu dem Mord an hentsch. zu den braunen Mörderzentralen und dem Verhalten der verantwortlichen polizeisührer Stellung nimmt. Die Dresdener R a z i p a r t e i hatte für Dienstag. dm Z. Januar, eine Demonstration angesetzt. Durch die Erregung über den Fememord gezwungen, hat das Braune Haus am Montag die geplante Demonstration absagen müssen. Auslieferung der Hentscb-Morder verlangt Eigener Beridit des„Vorwärts" Dresden, 2. Januar. Dem deutschen Botschafter in A o m ist am Montag der Ausliefe» rungsantrag wegen der Mörder des SA.- Mannes Hentsch zugestellt worden. Unabhängig davon hat die säch» sische Regierung an den deutschen General- konsul in Mailand das Gesuchen gerichtet, bei den zuständigen Polizeibehörden die Jestnahme der Berdächtigten, die noch in Bozen weilen sotten, zu beantragen. Die SA.-l�leuterei von Kassel Kassel, 2. Januar. Das sozialdemokratische„V o l k s b l a t t" in Kassel ist in der Lage, die von der Nazipartei offiziell als Lüge bezeichnete Meuterei der Kasseler SA. dokumentarisch zu be- weisen. Das„Volksblatt" veröffentlicht einen Befehl des„Sturmbann 11/83 Kasfel-Land" vom 17. Dezember 1932. Darin verfügt die Unter- gruppe Hessen-Nassau-Nord: „1. 2luf Grund der neueren Vorkommnisse wird Sturmbannführer 1/83, Langenau, bis zur Eni- scheidung seiner Dienststelle enthoben. 2. D i t Stürme 1/83 und V/83 werde» wegen Meuterei aufgelö st." Gleichzeitig werden i'n diesem Beseht zwei Sturmführer und ein Gruppenführer wegen Meuterei ausgeschlossen; außerdem wird die Neuorganisation eines Sturmbannes 1/83 ange- ordnet. Di« Lüge der Nazipartei— in Kassel sei alles in Butter— hatte kurze Beine. Es bleibt dabei, daß 609 SA.-Leute wegen Meuterei ausgeschlossen werden mußten. Japans neuer Krieg Schanhaikwan besetzt Bor wenigen Tagen hat das fapanifchc Außenmiuifterium in einer Preffetonfe- renz zu Tokio scharfe Drohungen gegen „chinesisches Borgehen" ausgesprochen. .Kurz darauf gingen japanische Kriegs- schiffe nach Tsingtau in See, sozusagen in die Flanke Stordchinas. Schon ist auch die Stadt Schanhaikwan, wichtiger Knoten- Punkt auf dem Wege nach Peiping(früher Peking), beschossen und beseht worden. Der Raubzug auf die Hauptstadt Nord- chinas hat blutig begonnen? Oer Kampf um Schanhaikwan Schanghai, 2. Januar. Zu cniein Feuergcsecht zwischen Japanern und Chinesen kam es nach Berichten aus Tientsin und Peking nachts in der am Golf von Liau-tung gelegenen Stadt Schanhaikwan. Die Schießerei setzte sich bis m die Morgenstunden fort. Nach chinesischer Darstellung eröffneten die Japaner aus unbekannten Gründen das Feuer, das die Chi- nesen erwiderten, um ihre Stellung hallen zu können. In Tientsin läuft das Gerücht um, man habe in der Nähe des Bahnhofs, der von j a p a n i- scher Gendarmerie besetzt ist, zwei Bomben gefunden. Eine Abteilung japanischer Truppen wurde nach Schanhaikwan geschickt, um die dort ansässigen Japaner zu s ch ü tz e n. Die Stadttore sind geschlossen, die Telephonverbindung i st unterbrochen. Es besteht noch keine Klarheit darüber, ob es sich um eine japanische Aktion handelt, die im Zusammenhang mit dem Jehol-Konflikt steht, oder um ein M i ß v e r- st ä n d n i s.(Diese Arglosigkeit dürste unhallbar sein. Red.) Später wird gemeldet: Die japanischen Truppen sind durch das chaupttor in das besestigte Schanhaikwan eingedrungen, wo sich am Montag- abend blutige Straßengetechte ab- spielten. Die Zahl der Toten und Verwundeten ist noch nicht bekannt. Wie die neuen Feindseligkeiten zum Ausbruch gekommen sind, steht noch nicht fest. Nach einem Bericht des japanischen Hauptquartiers seien die militärischen Maßnahmen der japanischen Truppen darauf zurückzuführen, daß am Montagmorgen drei japanische Soldaten und ein Offizier von Chinesen getötet worden seien; auch wird behauptet, chinesische Truppen hätten eine Eisenbahnbrücke in der Nähe Schanhaik- wans gesprengt. Die Japaner haben ein B o m b e n g e s ch wa- der nach Schanhaikwan entsandt. Räch Mitteilung des Sowjetrundfunks find in und bei Schanhaikwan weit über 109 Ehinefen von japanischen Artilleriegeschosfen getötet worden. Sowjetradio über China Der Sowjetrundfunk berichtete am Montag- abend in langen Meldungen aus Schanghai und Charbin über den japanischen Angriff. Dabei war man gegenüber Japan außerordent- lich zurückhaltend. Zwar sagte man, daß durch diesen Schritt die Katastrophe im Fernen Osten außerordentlich viel nähergerückt ist, aber mit den scharfen Angriffen auf Japan ist es vorbei., Der Sowjetrundfunk teilte mit, daß die Erregung in ganz China bis zum Siedepunkt gestiegen ist. Die chinesischen Blätter aller Richtungen fordern sofortige militärische Gegenmaßnahmen und greifen die Nankingregierung an, weil sie nicht schon von vornherein genügend Kräfte be- reitgestellt habe. Schanghaier Blätter fordern ein Eingreisen der mit europäischer Hilfe neu geschaffenen chinesischen Luftflotte. Wie der Sowjetsprecher weiter mitteilt, ist die Eisenbahnverbindung mit Charbin, die in letzter Zell wieder funktionierte, augenblicklich voll- kommen gestört, ebenso das Telephon mit mandschurischen und chinesischen Orten; schärser als je überwache die M> l i t ä r z e n s u r alle Leitungen. Jn Charbin sind übrigens nach Mel- düngen des Sowjetrundfunks gerade in den letzten Tagen zahlreiche Verhaftungen vorge- nommen worden. Die„mandschurische" Geheim- Polizei glaubte einen Putsch gegen die Regie- rung entdeckt zu haben. Unter den Verhafteten ist auch ein hoher mandschurischer Polizeibeamter, der Propaganda für China gemacht haben soll. Frankreich ist eine Demokratie. Der Volkswille ist dort, soweit es sich mit. der kapitalistischen Gesellschaftsordnung über- Haupt verträgt, die Quelle aller politischen Macht. Seit Jahrzehnten stellt die parla- mentarische Republik die weder im Frieden noch im Krieg erschütternde Staatsform dar. Aber wenn G a m b e tt a einmal sagte, der Antiklerikalismus sei ke i n E x p o r t a r t i- k e l, gilt das auch für das d e m o k r a- tische Glaubensbekenntnis. Es ist schon sehr lange her und dauerte auch nur eine kurze Weile, daß der Krieg, durch den sich die Große Revolution des Ansturms des feudal-absolutistischen Europas erwehrte, als Propagandakrieg geführt wurde, der die Grundsätze der Freiheit, Gleichheit und Brü- derlichkeit auf den Spitzen der Bajonette zu den von ihren einheimischen Tyrannen unter- drückten Völkern tragen sollte, und unter der dritten Republik jedenfalls sah die Politik des Quai d'Orsay weit mehr darauf, daß die Bundesgenossen, deren man sich ver- sicherte, militärisch Murr in den Knochen hatten, als daß sie über eine demokratische Inneneinrichtung verfügten. Das am meisten zum Himmel schreiende Beispiel vor 1914 war die Freundschaft Frankreichs mit dem Zarismus. Mit Milliardenanleihen pumpte die Republik diesem von Blut und Schmutz triefenden, barbarischen Despotis- mus immer wieder frische Lebenskraft ein— fruchtlos erhoben stets aufs neue die Sozia- listen, am unerbittlichsten und leidenschaft- lichsten Iaures selber, vor dem Lande ihre empörte Stimme gegen diese Schmach. Jn dieser Hinsicht hat sich im Rachkriegs- Frankreich nicht gerade viel geändert. Daß in den Staaten des europäischen O st e n s und Südostens, die der französischen Politik als Flankendeckung dienen, von der Tschechoslowakei abgesehen, alles andere zu Hause ist als die reine Demokratie, daß in Polen und Jugoslawien sogar eine handfeste Diktatur ohne Scham und Scheu wütet, hat den maßgebenden Herren am Quai d'Orsay noch keine Biertelstunde den Schlummer geraubt. Soweit es I u g o- f l a w i e n angeht, brachte der in Paris als Emigrant lebende frühere Minister Swato- sar Pribitschewitsch in einem Vortrag, den er unlängst vor den Mitgliedern des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten hielt, den Franzosen diese blamable Tatsache mit aller Deutlichkeit zu Bewußt- sein. Was dieser Politiker, der sein Leben lang ein hingebender Vorkämpfer der südslawischen Idee war und als einer der wesentlichen Gründer des jugoslawischen Staates gelten darf, über die Lage in seinem unglücklichen Vaterlande zu sagen, zu klagen hatte, wird hoffentlich manchen der gespannt lauschenden Abgeordneten für längere Zeit mit Stoff zum Nachdenken versorgt haben. Vielleicht klang es etwas mißtrauisch, wenn Pribitschewitsch den Zustand, wie er heute herrscht, als Hegemonie der Serben aus dem früheren Königreich Serbien über die anderen Teile des Volkes brandmarkte. Denn in Wahrheit handelt es sich um die dürftig verlarvte Diktatur eines ganz winzigen Bruchteils, einer aus der Dynastie, ein par Generälen und Bürokraten bestehenden„hauchdünnen Schicht" dieser Serben, denen sich Ueberläufer aus dem kroatischen und slowenischen Lager ange- schlössen haben, über die breiten Massen, über mehr als 99 Proz. des Volkes, ganz gleich, ob sich diese Serben, Kroaten oder Slowenen oder wie immer nennen. Wie die oktroyierte Berfassung vom 3. September 1931 ein Blendwerk war, so stellte die Wahl vor einem Jahr eine Farce Die neue Vreußenverordnung Ein lendenlahmes Dementi der Kommissare dar, ist die Skupschtina eine KomSdle; es gibt nur eine einzige Partei, die der Regie- rung: die Presse darf nur Lobgesänge auf das Regime anstimmen-, jeder kulturellen, Humanitären, ökonomischen und ähnlichen Gesellschaft wird die Pistole auf die Brust gesetzt, damit sie ihre Tagung mit einem byzantinischen Ergebenheitstelegramm an den Selb st Herrscher Alexander Karad- jnröiemitfch beginnt, der nicht umsonst seine Erziehung im Pagenkorps des zaristischen Rußland genossen hat. Die Folgen eines solchen Despotismus? Wirtschaftlich: B.e r- fall auf der ganzen Linie; politisch: abso- lute Knechtung eines Volkes mit demo- kratischen Ur- und Grundtrieben-, national: gegenseitige Entfremdung von Serben und Kroaten, die nie in ihrer Geschichte durch einen solchen Abgrund getrennt waren. Aber oine Folge ist auch die Ausbreitung des i- publikanischen Gedankens, was schon im '.'ovember zwischen den Zeilen der söge- nannten„Agramer Punktation" zu lesen rnar, auf die sich eine Zusammenkunft der wichtigsten Parteiführer festlegte. Dort sprach Pribitschewitsch ohne Umschweife aus, daß am Ende der katastrophalen Entwicklung seit dem Staatsstreich vom 6. Januar 1929 nur die Republik stehen könne und ein '.'ieuaufbau des Staates auf föderativer Grundlage. Die sogenannte„große Presse" Frankreichs hart mitnehmend, die es aus durchsichtigen Gründen mit der Diktatur und dem Karadjordjewitsch hält, rief Pribitsche- witsch die' französische Demokratie auf. die jugoslawische Demokratie in ihrem Freiheits- lampf politisch und moralisch zu unterstützen. "lber seine Worte sollten auch in Deutsch- land nicht ungehört verhallen. Es gibt, namentlich in Wien, eine Spiel- o-t jugoslawischer, vor allem kroatischer Emigranten, die jeden Menschen von Per- stand und Geschmack abstoßen müssen. Das sind fchwarz-gelbe Reaktionäre, die den Untergang des Habsburgerreichs beweinen und sich mit allen Kräften der europäischen Gegenrevolution, mit italienischen Faschisten, madjarischen„Erwachenden", bulgarischen . Makedonisiereüden", österreichischen Mon- aichisten und deutschen Hakenkreuzlern ZU verbünden bereit sind, nicht um die Bei- grader Diktatur zu stürzen, sondern um die jugoslawische Staatseinheit zu sprengen, was i- n erzreaktionäres Beginnen ist. Daß ein !> Berlin residierendes„Zentralkomitee der kommunistischen Partei Jugoslawiens" zur i'merstützung dieser separatistischen Rück- >-artser aufruft, rundet das Bild lieblich ab- Am Ende trägt ober durch seine finanzielle > nd moralische Unterstützung des Belgrader Regimes das republikanische Frankreich auch die Schuld daran, daß diese Burschen einen outen und gerechten Kampf, den für die De- i'iokratie gegen die Diktatur, fälschen und oerwirren dürfen. �aekaekrikt 6er Redaktion Slürzltch erschien in den maßgebenden englischen Blättern eine Zuschrift von siebzehn führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Groß» britanniens, die sich auf das gleiche Problem be» log, das Genosse Hermann Wendel in dem obigen Artikel auseinandersetzt. Die Unterzeichneten, die Jugoslawien in letzter Zeit selbst bereist haben, gc- hören allen drei großen Parteirichtungen an. man findet dort beisammen die Namen des früheren Außenministers Lord C u f h e n d u n. der bekann- ten Publizisten Wickham Eteed und N e- o i n s o n, des Professors Gilbert Murray der ehemaligen Labourminister Noel-Buxton und Ben R i l e y. Sie alle bezeichnen die Ent- Wicklung in Jugoslawien infolge der Diktatur als höchst bedrohlich für den inneren Frieden des Staates und für den äußeren Frieden in �üdosteuropa. Sie weise» darauf hin, daß die Unterdrückung aller Freiheiten besonders in den nicht-serbifchen Gebieten Kroatiens. Slo- weniens, Bosniens, Mazedoniens und im B a n o t unhaltbare Zustände geschassen habe, die eine neue bundes staatliche B e r f a s s u n g dringend notwendig erscheinen lassen. Die Unterzeichner regen an, „daß die briiische Regierung im engen Ein- vernehmen mi« der französischen Regie- rung. deren Beziehungen zu Jugoslawien besonder» intim sind, und im Zusammenwirken mit den befreundeten Regierungen von.Prag und B u k a r e st, aus einen radikalen Wechsel in der Verfassung de» jugoslawischen Staates drängen und daß einstweilen keiner- lei finanzielle» Entgegenkommen der jetzigen Belgrader Regierung gewährt werden solle." Mag auch diese Zuschrift sich speziell mit der Unterdrückung der nicht-serbischen Bevölkerungs- teile befasien, sie richtet sich indirekt natürlich auch gegen das diktatorische System, unter dem das ganze Land, einschließlich der demokratischen und sozialistischen Volksschichten Alt- Serbiens, zu leiden hat. Präsident INasaryk hat erfreulicherweise den Grippeanfall überstanden und seine Arbeiten wieder aufgenommen. Die Absicht der Reichskommissare in Preußen, mit Hilfe einer neuen„Sparverordnung" die Aus- lieferung der Verwaltung an die deutschnationale Reaktion fortzusetzen, ist von uns gestern enthüllt worden. Zu unserer Enthüllung wird dos folgende lahme Dementi veröffentlicht: „Zu den Pressemeldungen, woncich die Veröffentlichung einer neuen Verordnung auf dem Gebiete der preußischen Verwaltungs- resorm in allernächster Zeit bevorstehe, teilt der Amtliche Preußische Pressedienst mit, daß s e l b st v e r st ä n d l i ch. wie der Reichskom- missar für das Land Preußen bei den ver- schiedensten Gelegenheiten betont hat, in den zu- ständigen Ministerien an der weiteren Durchführung der Verwaltungs- r e f o r m gearbeitet wird. Im wesentlichen handelt es sich darum, durch Neuregelung von Zuständigkeiten und Verfahrensoorschristen in der Mittel- und linterin stanz weitere sachliche Ersparnisse zu erzielen. Mit p e r s o- nellen Fragen stehen diese Arbeiten i n keinerlei Zusammenhang. Wann sie abgeschlossen sein werden, läßt sich gegenwärtig noch nicht übersehen. Die Kommissare des Reiches haben sich mit den in Ausarbeitung be- sindlichen Referentenentwürfen noch nicht be- saßt" Damit wird bestätigt, daß die von uns angekündigte Verordnung in Vorbereitung ist. Sie ist sogar im Entwurf schon fertig! Daß die Absicht bestritten wird, die Personalpolitik des Rachefeldzuges gegen Sozialdemokraten fortzu- setzen, wundert uns so wenig wie wir es glauben, daß diese Arbeiten in keinerlei Zusammenhang mit Personalsragen stehen. Die Erfahrungen sprechen deutlich genug? Die zum 4. Januar vorgesehene Tagung des Aeltestenrotes, in der über den Zusammentritt des Reichstages entschieden werden soll, gibt politischen Sternguckern reichlich Gelegenheit zu ausschweifenden Kombinationen, über die kommen- den wichtigen Entscheidungen. In einen Teil der Presse wird die unglaub- würdige Nachricht lanciert. Gregor Straßer solle, nachdem alle Verständigungsoersuche mit Hitler resultatlos verlies««, ohne das Einver- ständnis des Führers, ja g e g e n ihn zum Vize- k a n z l e r des Reiches ernannt werden. Mit einer Anzahl von Gefolgsleuten— Optimisten sprechen von 49 Naziabgeordnetcn, die Angst vor den Neuwahlen haben, weil sie durchfallen würden— soll Straßer dazu berufen sein, die kommunistisch- nationalsozialistische Mehrheit zu brechen und so der Regierung Schleicher das Fortleben zu er- möglichen. Wie hinfällig diese Kombinationen sind, zeigt schon der Umstand, daß General Schleicher zu seiner Mehrheit denn auch die Deutschnatio- nalen und die Sozialdemokraten braucht, wofür sich mindestens die letzteren bestens bedanken— sie denken nicht daran, die Ausweisung immer neuerer Republikaner aus allen Aemtern in Preu- ßen mit einer demütigen Unterstützung zu beant- warten. Aber auch die Spekulation aus den Absall einer größeren Zahl von Naziabgeordnetcn die ohne jede Organisation dastehen würden, ist min- bestens um Monate verfrüht. Noch unglaubwürdiger ist die Meldung des „Jungdeutschen", noch der zwischen P a p e n und Hitler eine Aussöhnung stattgesunden habe und der Herr Baron demnächst eine Zusammenkunft Die Reichsfinanzen Krosigk balanciert auf dem Rücken der Gemeinden In den ersten acht Monaten des laufen- den Finanzjahres 1932/33(April— März) kamen an Steuern, Zöllen und Abgaben insgesamt 4933,7 Millionen Mark ein. Die Minder- einnahmen gegenüber dem Voranschlag be- trugen rund 356 Millionen. Die Ausgaben blieben um 388 Millionen Mark hinter der ver- anschlagten Summe zurück und erreichten bis Ende November 5999 Millionen, so daß sich bis- her ein Fehlbetrag von rund 73,3 Mil- lionen ergibt. Das Reich konnte das Defizit aber bisher nur deswegen niedrig halten, weil es mit einer Rück- sichtslosigkeit sondergleichen die Hauptlast der Ar- beitslosenfürsorge aus die schwer ringenden Kom- munen abgewälzt hat, bei denen Massenzusammen- bräche in gefahrdrohende Nähe gerückt sind. Im übrigen wird die auf dem Rücken der Kommunen bisher noch mühsam versuchte Balance der Reichs- finanzen durch große Zahlungen zur Jahreswende über 122 Millionen für Anleihe-Ablösung tmmüig- Die erste Verordnung zur Verwaltungs- reform betraf die Neueintcilung der Landkreise. Die Durchführung der Verordnung wurde zur Jagd auf sozialdemokratische Landräte benutzt. Korpsstudenten und Adlige wie deutschnationale Parteibuchangehörige traten an ihre Stelle. Die zweite Verordnung brachte die Zusammen- legung von Oberpräsidien und Regierungen, dann folgte die Austeilung des Wohlfahrtsministeriums. Mit Hilfe dieser Verordnungen wurde die große Auskämmung von Sozialdemokraten in den Ministerien, den Oberpräsidien, den Regierungen vorgenommen. Tic skandalöse Bevorzugung deutsch- nationaler Adliger aus feudalen Korps bei der Neubesetzung ist nicht vergessen? Auf Grund dieser Verordnungen wurde der Schulputsch eingeleitet, der noch nicht ab- geschlossen ist. Die kommende Verordnung, die noch im Laufe des Januar erscheinen wird, soll den rechtlichen Vorwand für die Kommissariatsregierung jchasfen> um auch in den mittleren und unteren Instanzen die große Auskämmung von Sozialdemokraten und Republikanern vorzunehmen. Natürlich aus „rein sachlichen Gründen" und zum Zwecke der „Verbilligung der Verwaltung". An Stelle der gemaßregelten Sozialdemokraten werden dann, wenn auch nicht gerade an denselben Posten, Deutschnationale eingestellt, die Personalausgaben wachsen damit, anstatt zu fallen, Man erklärt zu sparen und die deutsch- nationale Futterkrippenpolitik wird bis zum letzten durchgeführt! mit„dem Führer" abhalten w'll Beide hoben sich noch vor'drei Monaten heftig mit Stinkbomben bedacht, immerhin ipäre es deshalb nicht ausge- schlössen, daß.man sich nach einem bekannten Sprichwart jetzt wieder„verträgt", nachdem beiden die Türen zur'Reichskanzlei sachte zugeschlagen wurden. Der„Jungdeutsche" meint, General o. D. von Stülpngzel, der jetzt die„Berliner Börsenzeitung" leitet, hqbe sich um die Aussah- nung angelegentlich bemüht, da er in Schleichers Hand„zu viel Macht" vereinigt sieht und für den Fall seines voraussichtlichen Sturzes Vorsorge treffen will. Geht Schleicher, dann soll Pape» wiederkehren und diesmal van Hitler gestützt werden. Auch diese Meldungen müssen vorläufig in das Reich der Kombinationen verwiesen wer- den. auch wenn man den Beleidigten jeden Ge- sinnungswechsel zutraut. Die Herren haben sich ja schon einmal gut vertragen. Daß Hitler in seiner Furcht vor neuen Reinfällen überallhin ängstliche Umschau hält, ist sicher, bei Pape» dürste er aber noch nicht angelangt sein. Reichskanzler von Schleicher kann immerhin aus diesen Zeitungsmeldungen entnehmen, wie stark inan sich in„Freundeskreisen" bereits um seine Nochfolge bemüht. So nahm er denn am Soizntag abend in der Städtischen Oper auch mit süßsaurem Gesicht eine Anspielung von der Bühne auf, als ein Serenissimus seinen Famulus fragte:„Was machen wir nun?" antwortete dieser:„Wir bilden eine neue Regierung und lösen den Reichstag auf!"— ein Scherz, den das Publikum mit heiterem Lachen quittierte, Herr Schleicher mit einem verschmitzten und einem besorgten Auge quittierte. lich, von den in den Wintermonaten rückgängigen Einnahmen gar nicht zu reden, Die Ausgabenrechnung im November ist erstmalig mit 26,9 Millionen für den Kauf von Aktien der Gtlsenkirchener Bergwerks A.-G. aus der Stützungsaktion für den schwach gewordenen Jnslationsgewinnler Flick-Stahlverein be- lastet.— Der Bestand der Reichshauptkasse be- t»ug Ende November 127 Millionen. Rumänien-Italien Freundschaftsvertrag läuft ab Eigener Bericht des„Vorwärts" Bukarest, 2. Januar. Der Freundschaftsvertrag zwischen Rumänien und Italien, der 1926 abgeschlossen und im Sommer 1932 provisorisch verlängert wurde, wird am 29. Januar ablaufen. Während die rumänische Regierung Verlängerung anstrebt, stellt Italien eine Reihe von Forderungen, die nach rumänischer Ansicht aus eine Torpedierung der Klei- nen Entente hinauslaufen. Politisch fordert Alz der General von Schleicher im Rundfunk sein Programm verkündete— das ist übxigens noch keine drei Wochen her—, erklärte er: sein Programm bestehe aus einem einzigen Punkte: Arbeit schaffen, und das Volk jage dazu:„Alles andere interessiert uns nicht, am wenigsten Ver- fassungsönderungcn und sonstige schöne Dinge, von denen wir nicht satt werden." Vom Arbeitschafsen hört man viel aber sieht nichts. Von den„a n- deren schönen Dinge n", die Herr von Schleicher mit einer Handbewegung beiseite ichob, hört man wenig, sieht aber um so mehr! Es ist die gradlinige Fortsetzung der Papcnschen Politik der Provokalion, die in Preußen betrieben wird! Sie führt zu einer grundipgenden Ver- änderung der tatsächlichen Verfassung, denn der Wesenszug der Verfassung des Freistaates Preußen war die wachsende A n t e i l n,a h m e der Arbeiterschaft am Staat und seiner Verwaltung. Der Staat war in der Umgestoltuug vom Herrschastsstaat zum Verwaltungs- und Wohlfahrtsstaat. Die Politik der Kommiß.. unter Popens und jetzt unter Schleichers Führung kehrt diese Entwicklung völlig um. Der Staat soll wieder zum Herrschastsinstrument der Reaktion gegen die Arbeiterschaft werden. Wenn Herr von Schleicher meint, daß dieser Entwicklung die Ar- beiterschaft gegenüberstehe mit seinen Worte» „alles andere interessiert uns nicht, am wenigst»»- Versafsungsänderungen und sonstige schöne Ding», von denen wir nicht satt werden", f o irrt er sich gründlich! Die Arbeiterschaft steht der Fortsetzung der Pro- vokationspolitik in Preußen nicht nur mit dem größten Interesse, sondern vor allem auch mit der größten Erbitterung gegenüber! die italienische Regierung u. a.. daß Rumänien selbst im Falle eines bewaffneten Konflikts Italiens mit Südflawien neutral bleibe. Nicht weniger weitgehend sind auch die wirtschast- lichen Forderungen Italiens, das besondere Vor. rechte sür seinen Export nach Rumänien beansprucht Man erklärt diese italienischen For- derungen für Rumänien als unannehmbar— aber vielleicht nur, um Vorteile aus der Kleinen Entente herauszuschlagen, die ja ohne Rumänien bköß noch ein Zweibund wäre.* Gegen die Schulreaition Kundgebung der Solidarität Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft sozial- demokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutsch- lands sendet allen Genossen, die infolge des anti- marxistischen Kurses in der preußischen Schulver- waltung unter dem Vorwand einer Verwaltungs- ersparnis politisch gemoßregclt sind, herz- liche Grüße der Solidarität. Dieser neue Schlag gegen treue Republikaner und bewußt sozial und demokratisch handelnde, sachkundige und bewährte Beamte wird uns nur fester in der Eisernen Front gegen die wirtschaftliche, politische und kulturelle Reaktion für Freiheit und Sozialis- mus zusammenschließen! Zehn Leichen Sankiago de Ehile. 2. Januar. Ein l a u ch e r machte im Hafen von V a l- p a r a i s o eine grauenhaste Entdeckung. Er fand auf dem Meeresgründe zehn Leichen, die an Eisenschienen festgebunden waren. Man glaubt, daß es sich um einen polittschen Massenmord handelt, da eine der Leichen die de» im vergangenen Juli verschollenen Som- munistensührers A n a b a l o n sein soll. Anabalon hatte eine starke kommunistische Propaganda während der Amtszeit des Präsidenten Davila entwickelt. Die Reujahrsempsänge im Ausland brachten nichts Ueberraschendes. Präsident M i k l a s- Wien mußte für die neue Anleihe danken. Ministerreden und Zeitungsartikel in Paris und in Kopenhagen waren ziemlich melancholisch. In Moskau feierte man den Beginn des zweiten Fünfjahrplans. Smilga abgesetzt. Das Präsidium des Vollzugs- komitees der Sowjetunion hat Smilga seines Postens als stello. Vorsitzenden des Staatsplankomitees enthoben. Smilga soll später eine neue Verwendung finden; er war früher Anhänger T r o tz k i s. Sechs Anarchisten in Barcelona verhaftet. Die Polizei hat im Zusammenhang mit den Nach- forschungen wegen des kürzlich entdeckten Bombenlagers sechs Anarchisten verhastet.— Eine Bombe ist gestern in einer Konsumfiliale ex- plädiert. Politische Hellseherei Papen-Hitler-Schleicher-Straßer ERSTE BEILAGE DIENSTAG, 3. JAN. 1933 Die Schlacht im.�Besinnungöraum Früchte der Pfarrer Grüber'schen Erziehungsmethoden Die Zusaiien der Erziehungsanstoll der Znneren NiWvn w a l d h o s bei T e m p l l n in der 70.axt haben ceoolüerl. Die Eriiehungsfriichle des Vkarrers G r ü b e r s zeigen sich jetzt. Seine Erzieher standen erst im Sommer 1932 wegen bru- > a l st e r Zöglingsmitzhandlung bzw Sikllichkeiksverbrechens vor Gericht. Sechs von den acht wnrden in Prenzlau wegen gefährlicher bzw. einfacher Körperverletzung ver- irrteilt, darunter auch der stellvertretende Leiter der Anstalt. Willi Franks, der Schwager des Pfarrers. Das Verfahren gegen Gräber selbst war von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Vor Gericht belasteten chn aber zahlreiche Zog- linge äußerst schwer. Er hatte nicht nur die Mißhandlungen der Zungen begünstigt, sondern auch selbst sich solcher schuldig gemacht. Dahingehende Beweisanträge der Verteidigung wurden vom Ge- richt leider abgelehnt. Pfarrer Grüber. vor Ge> richt zwar nur Zeuge, mochte mehr den Eindruck eines Angeklagten. Di« Innere Mission beließ ihn trotzdem weiter als Direktor in Waldhos. Das Berliner Landesjugendamt weigerte sich jedoch nach wie vor. ihre Zungen in diese Anstalt zu schicken. Es waren in der Hauptsache Feiner SA.-Mann Rittergutsbesitzer als Betrüger Der ehemalige Rittergutsbesitzer Richard Spietermanv in Raagsdorf. stellvertretender Stvrmsührer der SA., ist auf Anweisung der Staatsanwottschasl am Silvester in Untersuchungshaft genommen und nach Moabit eingeliefert worden, well er zum hauptverhand- lungstermin nickst erschienen war. Gegen Richard Epiekermann. seinen Vetter Ferdinand Spiekermann und einen flüchtigen Italiener schwebt«in Straf- verfahren wegen Betrugs! sie hatten gemeinsam bei einem Berliner Notar einen ver- schlossenen Briefumschlag deponiert, in dem noch einer schriftlichen Erklärung des Spiekermann '2 4000 Mark tTT Wertpapieren enthalten sein sollten. Den Depotschein des Notars suchten sie dann bei einem Dritten zu beleihen. Als man den Umschlag öffnete, befanden sich darin nur wertlose Papiere. solch« aus Schlesien und aus den Provinzen Sachsen und Brandenburg. Es war nicht anzunehmen, daß in den Erziehungsmethoden des Pfarrers Grüber sich auch nur das geringste ge- ändert hatte. Die Folgen haben wir jetzt. Einige Fürsorgezoglinge hatten aus den Bor- ratskammern Eier und Spirituosen ent- wendet und sich daraus einen Eierkvgnak zube- reitet. Als Direktor Grüber sich den Hauptschuldigen, den ZOjährigen Zögling T-, vornahm. wurde dieser ausfallend. Man beschloß, ihn in den sogenannten ,.B e s i n n u n g s r a u m" zu bringen und chn dort zu verhören. Was es mtt diesen Verhören im„Besinnungsraum" auf sich hat. weiß man aus dem Prenzlauer Prozeß! Die Zungen wurden dort in der niederträchtigsten Weif« ver- prügelt. Es gelang T., sich loszureißen und zu den übrigen Fürsorgezöglingen zu flüchten. Diese ver- weigerten die Herausgabe ihres Kameraden und sielen über den Pfarrer und den Erzieher her. Direktor Grüber bekam«in paar Schrammen an der Hand und an, Arm. ein Erzieher erhielt«inen schweren Schlag über den Kopf und mußte in ärztlich« Behandlung gehen, auch«in Zögling wurde verletzt. Es war«ine regelrecht« Schlacht. Die Polizei wurde alarmiert. T. in die Straf- anstatt Prenzlau übergeführt und zwei weiter« Fürsorgezögling« in ander« Hell- und Pflege- anftotten gebracht. Der verletzte Direktor und der Erzieher haben Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt. Es wird also vermuttich einen neuen Prozeß Waldhof geben. Mögen diesmal die Zöglinge auf der Anklagebank sitzen. der eigentliche Angeklagte wird das Wald- hofer Erziehungssystem mil Pfarrer Grüber an der Spitze sein. Solange die Erziehungsanstalt dem Berliner Ju gendamt unterstand, hatte mau noch wenigstens einigermaßen Einblick in die Berhöttnisse. Wie es jetzt darin aussieht, wird man nun in der Ver- Handlung aus dem Munde der Zöglinge erfahren. Die phariföerischen Reden des Pfarrers Grüber werden aber auch diesmal auf die Oeffentlichkeit ebensowenig Eindruck machen, wie in der ersten Verhandlung. Die Innere Mission deckt ihre Leute offenbar unter allen Umständen. Die Re- votte im Waldhof Templin ist nur die Folge dieses verdammungswürdigen Systems. schlug, ist. abermals«in hinterhältiger Anschlag verübt worden, der nur um ein Haar oereitett worden ist. Das Lokal wird fett dem schändliche» SA- lieberfall von einem Polizeiposten beobachtet. In der Nacht vom 1. zum 2. Januar wurde der Posten gegen 2 Uhr von einem Kameraden des (58. Polizeireviers abgelöst. Der Beamte ging in Richtung des Reviers, und diesen Augenblick nrüssen SA.-Banditen, die vermutlich schon stundenlang auf der Lauer logen, benutzt haben, un, eine selb st gefertigte Bombe auf einem Mauervorfprung an der Gastwirtschast niederzulegen. Der Sprengkörper bestand aus einem B l« ch e i m« r, der mit einem Hanfstrick fest umwickell war. Aus der einen Seite ragte eine Lunte hervor, an der noch ein Stück Papier befestigt war. Die SA.-Banditen konnten Mißglückter Anschlag Sprenglrörper vor dem Parteilokal Auf dos sozialdemokratische Partei- lokal in der Kniprode- Ecke Kurische Sttoße, das zugleich Reichsbannerlokal ist und erst vor 14 Tagen dos Ziel einer nationalfozia- ltstischen Terrorgrupp« war, die das Innere der Gastwirtschaft völlig verwüstete und einen an- wesenden Schwerkriegsbeschädigten bewußtlos 0!s Ssisstrung ct«, �sct>« clss ver- slorbenen Genossen Eduard Bernstein findet am feeäa#, 6. Jauuac 1933 nachmittags 4(14) Uhr auf dem Städtischen Friedhof, Maxstraße in Schöneberg statt— Die Gedenkrede hält der Genosse Otto Wels, MdR. Die Partei wird dem alten Kampfgenossen ein großes Trauergeleit geben. Alle Kreise und Abteilungen nehmen mit ihren Bannern und Fahnen daran teil. Oer Aufmarschplan wird noch bekanntgegeben. teider war es gestern nicht gelungen, des natjoualjazialistischen Mörders des jungen Erich Hermann in Lichtenrade habhaft zu werden. Für die Aufklärung dieser und der übrigen Bluttaten in der Silvesternacht, bei denen die 37 Zahre alte Frau Martha Süustler in der Acker- straße von einem Rationalsozialisten erschossen und der ISjährige hitlerjunge Walter Mag- nitz iu der lltrechter Straße vorausjichtllch von Sowmuutslen erstochen wurden, hat der Polizeipräsident eine Belohnung von je 500— insgesamt also 1500— Mark Belohnung ausgesetzt. Unter dem Verdacht der Täterschaft an dem hitlerjungen M. wurden bereits vier Sommu- niflea festgenommen, drei sind jedoch wieder entlassen worden, da sie ihre Unschuld nachweisen konnten. llebrigens ist es uns durch die unmittelbar nach der Lichtenrader Schandtat aufgenommene. mit aller Energie betriebene Aufklärungsarbeit unserer Lichtenrader Parteigenossen und der Kameraden des Lichtenrader Reichsbanners möglich gewesen, die Hintergründe dieser neuen nationolsozialisfischen Bluttat aufzuhellen. wir konnten folgendes feststellen! Westlich vom Bahnhof Lichtenrade liegt«in etwa 30 Morgen großes nur teilweise bebautes Gelände, das einem ehemaligen Charlottenburger Großschlächter Hilbert gehört, der in Lichten- rode auch zwei große Wohnhäuser hat. Als die bannerkamcraden. die mit Dreipfell kennt- lich gemochten Parteige nassen und auch die Arbetter der in der Nähe gelegenen bekannten Lindcarwerke zu leiden hatten. Das Versagen der Lichtenrader Polizei wurde bereits festgestellt. Der derzeitige Leiter des 204. Polizei- reviers in der Bahnhofsttaße 47 in Lichtenrode, Oberleutnant Ruch, ist jedoch wiederhott aus das eindringlichste uich nachdrücklichste und unter Be legung mtt vielen Einzecheiten aus die unmöglichen Zustände hingewiesen worden, die sich durch dieses Nazilager herausgestellt haben. Herr Ruch ober stellte sich auf den Standpunkt, die Nazis seien harmlos«, anständige Leute, die niemand etwas zu Leide Inn. lind der jetzige Leiter des Lagers, ein gewisser Berger. der den früheren Letter Riewe abgelöst hat, war in den Augen des Oberleutnants Ruch ein durchaus zuverlässiger Mensch. Wieder- holte Aufmärsche der Nazis trotz Demonstrationsverbot wurden merkwürdigerweise von der Polizei als harmlose sportliche Aufzüge behandelt. Ein Aufmarsch von etwa 500 Hitter- mädels im geschlossenen Zug mit enttollten Fahnen am Sonntag vor der letzten Reichstags- wähl zu dem Nazilager, wo eine Ansprache ge- halten wurde, wurde von Oberleutnant Ruch gleichfalls nicht als politische Demonstration ge- wertet. die Bomb«, die zweifellos schweren Schaden angerichtet hätte, nicht mehr zur Entzündung bringen, well der Ablösungspoften sich inzwischen dem Lokal nähert«. Der Beamte entdeckte den Sprengkörper und ließ ihn später fortschaffen. Bisher ist festgestellt worden, daß ein Teil des Inhaltes aus Schwarzpulver besteht. Zur genauen Analysierung ist der Sprengkörper der Chemisch-Technifchen Reichs- anstalt übergeben worden. Bei dem Anschlag handett es sich zweifellos mn einen neuen Versuch, den Wirt, der seine Räum« den Parteigenossen und den Kameraden des Reichsbanners zur Verfügung stellt, einzuschüch- tern. Parteigenosten und Reichsbonnerkameraden werden in Zukunft, neben der Polizei, ihr Ver- kehrslokal vor weiteren Banditenftreichen der entfesselten Hitler-Soldatcska zu schützen- wissen. Die harmlosen Nazis von Achtenrade Der Mörder noch immer nicht gefaßt Hauptstraße dieses Geländes, in der sich in der SUoesternacht die beiden lleberfälle ereigneten, die Kaiser-Friedrich-Straße, angelegt und mtt Häusern bebaut wurde, entnahm man den Bausand den im wesllichen Teil des Geländes ge- legenen Plätzen, die dadurch sehr unwegsam wur- den. Um nun auf billige Art zu einer Planierung des Geländes zu kommen, offerierte jener Herr Hilbert zunächst der Deutschen Turnerschaft den Platz für fünf Jahre als Sportplatz. Dafür sollten ihm die Turner den Platz planieren und schön instand setzen. Die Turnerjchaft verzichtete, wohl aber stieß Herr Hilbert bei den National- sozialisten auf große Sympathie. Im Jahre 1020 verpachtete er den Platz an die Nazis, die sich hier alsbald häuslich einrichteten. Es wurden ein paar Baracken und Holzbuden errichtet, und unter Leitung eines gewissen Riewe ein SA.- Arbeitslager errichtet, und Herr Hilbert nahm ssch auch sonst der Nazis liebevoll an. Die Bevölkerung Lichtenrades jedoch gewann die Ueberzeugung, daß es sich weniger um ein Ar- beitslager als um eine getarnte Führerschulc Handelle. Etwa 30 auswärtige SA.- Leute wurden in dieses Loger gelegt. Van dem Augenblick an war es mtt der Ruhe in Lichtenrade vorbei. Es setzte ein« ummterbrochene Kette von Belästigungen. Anrewpelungen und zum Teil frechen Provokationen dieser Nazibande ein, unter denen ganz besonders unsere Reichs- In wenig Worten In den Abendstunden des Montag warf sich in umnittelbarer Nähe des Bahnhofes Wann« s e« der 43 Jahr« alle Beamte des Reichsver- sicherungsamts für Angestellte Willi R. vor die Räder eines Stadtbahnzuges. Er wurde sterbend in das Krankenhaus eingeliefert. •k In Emmagrube bei Radlyn in Ostober« schlesien kam es in der Silvesternacht.zwischen der Polizei und mehreren Arbettern zu einem Zusammenstoß, bei dem einem Polizeibeamten die Nase abgebissen wurde. Die Täter konnten verhaftet werden. •k Vor der Einfahrt zum HomburgerSegel- s ch i f f h a s e n kollidierte am Montag das Flens- burger Motorschiff„H. C. Horn" mtt einem seiner beiden Schlepper. Der Schlepper„Edith" der Firma Louis Meyer kenterte und sank sofort. Die Mannschaft wurde gerettet. k Der Arbeiter Müller, der auf dem Gut Behren- darf bei Werben a. d. Elb« beschäftigt war, wurde irn- Wolde erhängt aufgesunden. Müller ist nach den bisherigen Ermittlungen erwürgt und dann aufgehängt worden, um einen Selbst- mord vorzutäuschen. Ein 22jähriger Arbeiter wurde unter dem Verdacht, die Tat begangen zu hoben, oerhaftet. k Nachdem vor kurzem der wegen Bestechung zu einem Jahr neun Monaten Zuchchaus verurtetttc Regierungsamtmann S ch a a l e ins Zuchthaus Waldheim in Sachsen überführt wurde, wird am 7. Januar der am 7. Juli 1032 wegen Meineids zu zwei Jahren Zuchthaus verurteillc Berliner Rechtsanwalt Dr. Lange ebenfalls dem Zuchthaus W a l d h e i m zur Verbüßting seiner Strafe zugeführt. * Am Monlagvormittog gegen 11 Uhr ist, wie aus Cuxhaven gemeldet wird, bei der Em- fahrt nach Altenbruch der Zweimastschoner „Franziska" aus Schulau im Nebel auf Grund gelaufen. Schlepperhilfe ist nach der Unfallstelle abgegangen. k In dem zur Zell an der englijchen und schotti- scheu Küste herrschenden Sturm wurde der schottische Fischdampfer„Venetia" bei Stonehaven auf die Uferfelsen geschleudert. Die Besatzung von neun Mann fand den Tod in den Wellen. Eiu ktiabenjpiel. Am D o n n er s t a g, dem 5. Januar 1933. findet im Großen Saal des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht, Berlin W35, Pots- danter Straße 120, u m 20 Uhr die Erst »nlsführung des Knabenspiels„Der Ueber» fall" von Hugo Herrmaim statt. Di« Thüringer Sängerknaben singen unter Leitung von Herbert Wettemeyer außerdem Krippenlieder uich Chöre von Heinrich Schutz. Direkter Ausschank vom Faß von einem lotet Liter an xu Orieinalpreisen und Kostproben gratis In allen mit« versehenen Geschäften— Achtung: 1 Liter enthält ca. mehr als eine>/, Flasche BERLIN: •N, Brunnenstraße 42 ♦N, Müllerstraße 144 •N, Chausseestraße 76. O, Koppenstraße 87 •N, Prenzlauer Allee 50 •N, Sehivelbeiner Str. 6 •O, Petersburger Str. 42 •SO, Grünauer Str. 15 •SO,KöpenickerStr.134/5 •SW. Bergmannstr. 11 •W,Martin-Luther-Str.86 •NW.Gotzkowskystr. 31 •NW Wilsnacker Str. 25 •Steglitz: Schloßnr. 121 •Charlottenburg:WilmersdorferStr.1 57 Lankwitz: Charlottenstraße 34 •Neukölln: Berliner Str. 12. Hermann- straße 27 und Bergstr. 66 •Schöneberg: Kolonnenstraße 7 •Oberschönew.: Wilhelminenhofstr. 40 •Spandau: Potsdamer Straße 23 •Weißensee; Berliner Allee 247 •Tempelhof: Berliner Straße 152 ♦Pankow: Woilankstraße 98 •Lichtenberg: Wismarplatz 1 Reinickendorf; MarkstraBe 45 Schmargendorf; Berkaer Straße 5 Potsdam: Charlottenstraße 69 •Oranienburg: Berliner Straße 1 Fruchtsäfte. Se Erstklassiger süßer Apfelwein, Dessert, 12/14*/, Liter—.70 Dessert-Johannisbeerwein das Feinste 12/14%„—.85 Dessert-Kirsch wein„Edelklasse".. 12/14%„ 1.— EehtspanlscherTarragona„unverschnitten"16%„ 1.20% Fl. Echt span. Malaga,„unverschnitten" 16%„ 1.35 Echt iul. Dessertwein, gold,„ 18%„1.40„ Echter Original Insel Samos..... 18% 1.B0„ Echter Douro-Portwein, eigener Import 20%„ 2.80„ Echt spanischer Rotwein, tiefdunkel...-„ 1.—„ Echter weiBer süßer Bordeaux. 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Vs-Liter-FI. 1.25- 1.85 2.- 2.25 2.95 2.50 2.90 3.35 2.45 3.25 \ Prima deutscher Wermut. s Erstkl. ital. Vermouth,.. : Tasano, mach mich fröhlich. j Erstklassiger Pepstnwein IwMiniommiiin»»— i Sämtliche Preise ohne Glas! Auf Wunsch Lieferung frei Haus! Eduard Süsskind Die beste Bezug s q u e I i e für Weine und Spirituosen Gchulgeldbefreiung Der Reichskommissar für-Zas preußisch« Mini- sterium für Wirtschaft und Arbeit hat angeordnet, daß bedürftigen und würdigen Kriegshinterbliebenen der Besuch der gewerblichen Fach- schulen dadurch erleichtert werden soll, daß ihnen ausnahmsweise das Schulgeld von vorn- herein und über die sonst noch dem Kosfenonfchlag feststehende Grenze von 10 Proz. der Isteinnahme am Schulgeld hinaus ganz oder teilweife erlassen wird. Der Schulgelderlaß darf nur solchen Kriegs- Hinterbliebenen gewährt werden, die nach ihrer Borbilidung und nach sachverständiger Berufs- beralung sowie nach dem Urteil der Lehrkräfte der Anstalt sich zum Besuch der Fachschule eignen. Gegen die Kulturreaktion Für Freiheit, Volk und Sozialismus Die zunehmende politische und wirtschaftlich« Reaktion bedeutet auch zunehmende Gefahr für alle kulturellen Gebiete. Der Abbau von Kultur- «inrichtungen, die Maßregelung fortschrittlicher Persönlichkeiten im Schul- und Erziehungswesen reden eine deutliche Sprache. Alles freigeistige Denken, jede Sport- und Körperbetätigung ist den Mächten des Rürkfchritts und Muckertums ein Dorn im Auge. Der Sozialistische Kulturbund, in dem die Spitzenorganisationen der Arbeiter, A n g e st e l l t e n und Beamten oertreten sind, ruft daher alle werktätigen und freiheitlichen Beoölkerungskreise zum Kampfe aus gegen die drohend« Kultur- reaktion. Den Auftakt hierzu bilden zwei Kundgebungen. Di« erste findet am Mo n t a g, dem 9. Januar, abends 8 Uhr, im Saal des Preußischen Staats- rats, Leipziger Straße Z, statt unter der Parole „Gegen die Reaktion im Rundfun k". Sprecher: Siegfried Aufhäuser, M. d. R, Ministerialrat F o l ke n b e r g. Vorsitzender des Arbeiter-Radiobundes, und Dr. Alfons P a q u e t. Die zweite Veranstaltung ist eine Massen- kund gebung unter der Parole„Für Frei- heit, Volk und Sozialismus". Sic findet am Sonntag, dem 18. Januar, vormitags UH Uhr, im Theater der Volksbühne, Bülowplatz, statt. Es werden sprechen: Thomas Mann, Dr. h. e. Sei pari, Kultusminister Adolf Grimme und Dr. Kurt L ö w s n st e i n. Außerdem wird die Veranstaltung künstlerisch umrahmt durch Chöre des Neuköllner Sängerchors unter Leitung von Georg O- Schumann. Für die Massenkundgebung sind Eintrittskarten zu 30 Pf. bei der Berlagsgefell- schaft des ADGB., Sortiment, Jnfelstraße 6a: Buchhandlung I. ch. W. Dietz Rachf., Lindenstr. 2; Arbeiteröank, Wallstr. 65 und bei den anderen bekannten Stellen zu haben. Vor dem Schnellschössengerichl Berlin-kNitte wurden gestern zwei 21jährige Arbeitslose, die am 21. Dezember vorigen Jahres unter dem Ruf:„W ir haben chunger!" in ein Lebens- Mittelgeschäft im Norden Berlins eingedrungen waren, zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagten hatten jeder eine Wurst erbeutet. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, daß die jungen Leute nicht aus Not geplündert hätten. Zu einem Aulobus der Linie A-1S ist gestern, Montagmittag um l�l Uhr. zwischen Waid- mannslust und Hermsdorf ein größerer Stadtkoffer, enthaltend u. o. das Protokollbuch der 143. Abteilung, stehen geblieben. Der Finder wird gebeten, Koffer und Inhalt abzugeben bei Knauf. Waidmannslust, Huberwsstr. 10. Seinen 70. Geburtstag begeht heute Dienstag, den 3. Januar, Jakob K ü t t n e r, Berlin, Stre- litzer Str. 13. Das Geburtstagskind ist seit 1886 ununterbrochen Leser unserer Zeitung. Was zu Neujahr verjährt Für zahlreiche Forderungen tritt mit dem Jahreswechsel die Verjährung ein. Von den im Jahre 1030 entstandenen Forde- r u n g«n werden davon betroffen: die der Kauf- leute, Fabrikanten, Handwerker. Spediteure, Lotteriekollekteure, Landwirte, weiter Forderungen aus gelieferten Waren und Arbeiten, Zechschulden an Gastwirte, Forderungen von Privatlehrern, Angestellten(Hausangestellten. Kindergärtnerin- nen), Aerztoansprüche, Forderungen von Rechts- anwälten und Notaren. Weiter verjähren mit dem Jahreswechsel folgende Forderungen aus dem Jahre 1928: Unterhaltsbeiträge. Besoldungen. Zinsrückstänoe, Ruhegehäller, Rentenansprüche usw. Schließlich verjähren alle jene Forderungen aus dem Jahre 1902, die der dreißigjährigen Ver- jährungsfrift unterliegen. Verjährung tritt nicht ein, wenn eine ausdrück- lfche oder stillschweigende Anerkennung der Schuld gegenüber dem Gläubiger erfolgt ist. oder wenn der Schuldner Teilzahlungen oder«ine Sicherheitsleistung vorgenommen hat. Die Ver- jährung wird außerdem unterbrochen durch Zu- stellung eines Zahlungsbefehls oder einer Klage. Mit dieser Unterbrechung beginnt eine neue Ver- jährungsfrift zu laufen. Nicht ausreichend für die Unterbrechung der Verjährung ist die bloß« Znsendung einer neuen Rechnung oder Mahnung. Der Bund Deutscher Rechtspfleger strebt in ver- schiedenen Darlegungen eine Verbesserung des Zwangsvollstreckungsrechts an, das eine Beschleu- nigung, Vereinfachung und Verbilligung durch die Einführung des Oftizialverfahrens erfahren würde. Demgegenüber oertritt jedoch der Deutsche Ge< richtsvollzieherbund die Ansicht, daß durch die heutige Gesetzgebung schon ein genügender Schuld- nerschutz betrieben wird, wogegen in mancher Be- ziehung ein wirksamerer Gläubigerschutz durchaus notwendig wäre. Für die Bewilligung von Zahlungsfristen an gutwillige Schuldner will der Gerichtsvollzieherbund schon seit Iahren eingetreten sein, ebenso können heute schon Forde- rungspfändungen erfolgen, ohne daß vorher die Vollstreckung in die bewegliche Habe des Schuld- ners stattgefunden hat. Dies ist nach der jetzigen Ziollprozeßordnung allerdings nur auf Antrag des Gläubigers möglich. Demgegenüber hat oer Deutsche Gericht-vollzieherb'und schon seit langer Zeit den Vorschlag gemacht, daß dem Gerichts- Vollzieher das Recht gegeben wenden solle, von sich aus bei Kenntnis von bestehenden Forde- rungen des Schuldners sofort die Forderung?- Pfändung auszubringen. Alle genannten voll- streckungsrechtlichen Neuerungen könnten natur- gemäß aber nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn das Vollstreckungsgericht sich lausend auf die Berichte der bestinformierten Gerichtsvollzieher stützt. Wie wird das Wetter? In Berlin: Temperaturen langsam ansteigend, zeitweise Aufheiterung, besonders im Osten des Reiches anfangs noch nebelig Keine wesentlichen Niederschläge, auffrischende Winde aus südlichen Richtungen.— 3n Deutschland: Im Osten noch trübe und vielsach nebelig. Temperaturen nahe an Null, stellenweise geringfügige Niederschläge. Im übrigen Reiche meist mild und ziemlich heiter, nur im Süden kühl. Die bekannten Heinrich-Zacobi-Zigarrensabriken haben wieder eine neue Fabrik in Langenbrücken (Baden) eröffnet, so daß die Gesamtzahl der Hein- rich-Jacobi-Zigarrensabriken aus 24 gestiegen ist. Es ist beabsichtigt, vorerst 150 Arbeiter ein- zustellen. Winterhilfe des Schuhhos. Daß Notzeiten be- sondere Opfer erfordern, ist heute eine bekannte Tatsache. Was der Schuhhof aber in seinem dies- jährigen Jnoenturoerkauf leistet und bietet, ist so unglaublich, daß auch besonders diejenigen, die seit langem durch die Ungunst der Zeit aus dem Wirtschäftsprozsß ausgeschaltet waren, wieder die Möglichkeit haben, für ganz wenig Geld— das meist nicht mal für eine NeubcsoHlung reichen würde— sich mit neuem und wirklich gutem Schuhwerk zu versehen. Riesige Käufermassen und Umsätze sollen den Ausgleich für den germgen Nutzen schaffen. Sie werden überrascht sein von den Preisen, von denen Sie ja eine kleine Aus- wähl bereits am letzten Sonntag im Schuhhof- Inserat sahen und feststellten, daß Ihnen solche guten Qualitäten für derartig niedrige Preis« nirgends geboten werden können. es gibt Fra-e», dü leinen Pnl>-r verwende«, well sie eine Dortäufchung von Schönheit, die nicht vorhanden ist. ablehnen. Auch manche Herren denlen in diesem Sinne sehr streng, sind aber über jedes liebliche Frauen. antlin begeistert. Die wissende Dame lächelt ilder di« Naivität und Unkenntnis der Mitschwestern und bleibt weiter ihrem„Mystikmu Compaet" treu, weil sie weih, dah dieser Edclpuder bei einer vorbildlichen Teintpflege einfach unentbehrlich ist. Er„täuscht" kein« Schönheit vor, sondern beseitigt nur im Nu den unschönen Fett- glänz der Haut, bringt deren natürliche, pastellfeine Lieblichkeit wieder zum'Vorschein. „Hans Baterland" im Zanuar. Ganz besondere Ueber. raschungen bringt diesmal das Januar-Programm des „Haus Vaterland". Als Neuheit sindet täglich abends um 3.30 Uhr in der Haupthalle ein Monstrekonzert unter Beteiligung sämtlicher 10 Orchester des.Laus Baterland", betitelt„Die Fahrt ins Blaue", zusammengestellt und diri. Gin musikalischer Sketsch giert von Nudols Perak, statt. von Felix Bäsch, Musik oon Haren Hauptmann und Ernst Hauke, unter dem Titel.chic lustigen Strahensänger�, bringt Grete Freund, Ruth Kuthan, Harro Gondi und Ewald Wenck alz. Hauptdarsteller. Der Sketsch wird sicher, sich viele Besucher ins„Haus Baterland" ziehen. Der neue Schlager„Das Girl vom Hause Baterland" mit Harry Gondi und Ruth Authan als Solisten und den Daterland.Girls, dieser weit über Deutschlands Grenzen bekannton tanz, und gesangsfrohen Girltruppe wird bald ebenso populär sein wie die Girls, denen er gewidmet ist. «»sendnngea lue vtes» Rubrik statt «» r l i»<5® 68, Ltatteustrast» 1 parieinachnchien/M�für Groß-Berlin stet» an tta» Bezirkssetretarla: i. Hos, I Treppen recht», zu richte» Beginn aller Veranstaltungen i9ü Übt, sofern keine besondere Zeitangabe! 6. Kreis. Achtung, Bezirksverordnetensraktion! Die Eenpssen und Genossinnen werden gebet«», sich vollzählig an der heute, lSzl Uhr, in Baumschulen. weg stattsindenden Einäscherung unseres alten Fraktlonskollegen Karl Siewert zu beteiligen. I. Abt. Donnerstag, 5. Januar, A Uhr, bei Klement, Sophieustr. 6, Funk» tionärverfammlung. Stellungnahme zur Reuwahl der Abteiluugsleitung. 15. Abt. Am Mittwoch, dem 4. Januar, begeht unser Genosse Albort Bich, Vinetaplatz S. seine» 80. Geburtstag. Ein Menschenleben lang hat er fitr die Arbeiterbewegung gekämpft. Wir beglückwünschen ihn und danken ihm sür seine Treu« Die Abteilungsleitung. 24a. Abt. Mittwoch, 4. Januar. Funktionärsitzung bei Köhler. . 28. Abt. Mittwoch, 4. Januar, 20 Uhr, allgemeiner Mskussionsadend bei Barteld, Wörther Str. 1». Leiter: S. P. Mager. Nationalismus und Sozia- lismus. 38. Abt. Mittwoch, 4. Januar. 20 Uhr, Zusammenkunft jüngerer Partelmit. glieder bei Pohst. Bunter?lb«nd. 33. Abt. Dannerstag, 5. Januar, Funktionärsttzung bei Lojak, Bepmeftr. tz. 3". Abt Donnerstaa, 5. Januar, alle Funktionäre bei Rafchk«, Matternstr. 14. 53. Abt. Donnerstag, 5. Januar, für dre Konsummitgliedsr Mitgliederversamm- lung der 81. Abgabestelle im Lokal Homer, Sickiugenstrr. 55. Als Auswei- dient die Warenbezugskart«. Um regen Besuch bitten die Mitglieder. Vertreter. 55. Abt. Donnerstag, Z. Januar, 20 Uhr, wichtige Funktionärsttzung bei Reimer, Kirch. Ecks Grünftratze. Borstand und Gruppenleiter um IS Uhr. 82. Abt. Mittwoch. 4. Januar. Funktionärsttzung bei Schellhas«. 83. Abt. Mittwoch. 4. Januar, allgemeine Funktionärsttzung bei Ouandt, Moltkestr. 31, Ecke Hindenburgdamm. »8. Ab«. Mittwoch, 4. Januar, 20 Uhr, Zusammenkunft jünger« Partelmit, glieder bei Düben, Fulda. Ecke Weserstraße. Massenorganisation des Prole- tariats in der Revolution. Referent: Kurt Laumann. 87. Abt. Donnerstag, 5. Januar, Funktionärverfammlung an bekannter Stell«. 182. Abt. Mittwoch, 4. Januar, bei Schlffler, vorm. Borgmann, Zusammen. kunst sämtlicher Porteigenossen, die Mitglieder des Konsum» find.„Set. braucherschaft und Konsumbewegung." Referent: Genosse Böhme. 184. Abt. Mittwoch, 4. Januar, 20 Uhr, bei Pamp, Sitzung sämtlicher Funk. tionäre. Die>n der Wohlfahrtspflege tätigen Genossen find dazu«in- geladen. 10«. Abt. Mittwoch, 4. Januar, 20 llbr, Funktionärsttzung bei Blockwitz. 114. Abt. Donnerstag, 5. Januar, Vorstands- und Funktionärsttzung an be. kanntet Stelle. II«. Abt. Mittwoch 4. Januar, Funktionärsttzung an bekannter Stelle. 122. Abt. Donnerstag, 5. Januar, 20 Uhr, Borstandssttzung iu den Schiller. Sälen, Königstr. 120. 124«. Abt. Mittwoch, 4. Januar, 20 Uhr, Funktionärsttzung bei Draber, Uhlanb. 127.«5?° Mittwoch, 4. Januar, 20 Uhr, Funktionärsttzung bei Schiebe, Bor. liner Str. 97. 131. Abt. Blankenfelde, Stadtrandsiedlung. Donnerstag, 5. Januar, Mitglieder. Versammlung bei Tiniu».„Sieblerfragen." Referent: Karl Dressel. 5 rauenveranstaltuvgen: - 14. Kreis. Mittwoch, 4. Januar. Funktionärinnensitzung an bekannter Stelle. 134. Abt. Mittwoch, 4. Januar, 20 Uhr, bei Sonnet, Schönower Str. 20. Res». rent: Dr. Karl Schröder. Neuwahl. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. 4.»reis Prenzlauer Berg. Mittwoch, 4. Januar, ISth Uhr, im Bezirksamt Pvcnzlouet Berg, Zimmer 4, wichtige Sitzung der Fachgruppe„Soziale G«. richtshilfe". 20. Kreis Reiuickeuttors. Dienstag, 8. Januar, IStZ Uhr, Reue Schule, Wittenau, Kursusabend über„Sozialverstcherung". Referent: Gen. Dr. Hanisch. Arbeitsgemeinschaft der Kiuderfreuude. Ppranzeigel Di« Borstandssttzung(Kreisleiter) findet Freitag, 1 18. Januar, 19% Uhr, statt. Kreis Mitte. Heuie, 20 Uhr. im Jugendheim Elifabethkiichstraß« � Helfer sitzung. Jahresberichte und Helterausweis« sind mitzubringe». ! Boranzeigol Am Sonntag, dem 8. Januar, 11 Uhr. in der«he» ! maligen Kulturabteilung des Deutschen Metallarbeiter-B-rbandes. l Linienftr. 197, Sonne» weadseier. Eintritt 80 Pf., Erwerbslos« und Kindel 10 Pf., Kreuzbwm. Achtung. Obleute für die Falkenzeitung! Zusammentun kt heute, 19 Uhr. tat Jugendheim Porckftr. 11. Sterbetafel der Groß-Berliner parle!-Organisation 25. Abt. Am 28. Dezember verstarb im Bad Nauheim unser Genosse Willi. bald Ritter. Ehr« seinem Andenken. Di« Einäscherung findet heut«, Dianstag. 3. Januar, 15 Uhr, im Krematorium Serichtstioqe statt. Um reg« Beteiligung wird gebeten. 134. Abt. Genosse Mathias Haminger ist am 80. Dezember verftorben. Ehre seinem Andenken. Beerdigung heut«, 14 Uhr, auf de» Anstaltefriedhof in Buch. Um«ge Beteiligung ntti) giäeteii. 180. Abt. Am 81. Dezember perstarb nach kurzem Leiden unser langjähriger Genosse Otto Raum, Reinickendors-Ost, Hausotterplatz(Schule). Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 4. Januar, 16pz Uhr, im Krematorium Gerichtstratze statt. Um recht rege Beteiligung wird gebeten. �lSozialistischeArbetterjugendGroß.Verlm Einiendunaen tür d»I» Rubrik nur an da» Jugends-kretariat Berlin SW 68 Lindenstraße 2 vorn l Treppe rechts. Abkelluags-Zahreshauptmitgliederoerfa mmluagen: heule, Dienstag, 3. Januar, 20 Uhr: Arkvnaplatz: Elisabethkirchstr. 19.— Rosenthaler Vorstadt: Zehdonicker Straße 17.— Gesuudbrnune» II: Koloniestr. 22.— Rorden: Putbusser Str. 22. — Wedbiug: Willdenowstr. 5.— Wedding-Rord: Turtner Ecke Seestraße.— Arnswaldcr Platz I; Schönlanker Str. 11.— Balkan: Mandelstr. 8.— Nordost Ii Danziger Str. 62.— Scncfeldcrplatzt Kastanienallee 82.— Wclßense«: Easeler Str. 2.— Kascnhlib«: Aassertorstr. 4.— Käpenicker Viertel: Man. touffelstr. 7.(Ohne Mitglredsduch und Einladung kein Zutritts— Südwest: Lindenstr. 4.— Friedenau: Bei Klabe, Handjerpstr. 60— 61.— Eharlottcnburg: Rosinenstr. 4.— Ebarlotteuburg-Nord: Sailorin-Augusta-Allee 97b.— Steg» litz I: Albr-chtlrr. 47.— Britz: Hannemannstr. 40.— Renlöll» 17: Kantter Straße.— Neukölln VTI: KWS.— Neukölln X: Ganghoferstraße.— Neukölln XI; Flughafenstr. 88.— Köpenick Ii Grünauer Str. o.— Reinickeadari. Ost: Lindauer Straße.— Witteuau: Hauptstr. 18.— Pankow Ii Dörschstr. 14. — Sichtenberg-Rorttwest: Dossestr. 22.(Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht, wichtige Tagesordnung.)— Humdoldthain: Putbusser Str. 22. >0 Zentrum: Heimabend fällt aus.— Reichenborger Viertel: Reichenberger Straße 67. Bunter Jahresanfang.— Wefteud: Sportplatz Westend. Sexuelle Fragen.— Wilmersdorf: WildeLnsaue 138. Heimabend.— Lankwitz: Anna. straf« 12. Berliner Humor.— Lichtenrade: Dorfstr. 36. Literaturabend.— Ren. Tempelhof: Heimabend fällt aus.— Schöneweide I: Berliner Str. 31. Zeitungs- abend.— Köpenick II: Dahlwitzer Str. 15. Brettspielabend.— Hermsttnrs: Roonstraße. Togesfragen. Werbebezirt vberspre«: Vorstand zsttzung im Heim Niederschöneweid« Punkt. lich um 20 Uhr. Gewertschafts-�ugend Verlin f: Heute tagen folgende Gruppen um 1944 Uhr: Moabit: Jugendheim Bremer Str. 69—70. Hetmbesprechung(Zutritt nur gegen Bsrzeigung de» Berbandsbuche»).— Spondaa.Wilbclwstodt: Jugendheim. Sport- platz Seeburger Straße. Heimabend. Verbondsbuchkontrolle.— Treptow: Jugendheim Elsenstr. 8. Heimbesprechung.— Schöneweide: Jugendheim Nieter. schöneweide, Berliner Ltr. 81(Rädchenschule, im Keller). Heimbesprechung.— Ablerehos: Sugeudheim Bismarcks«. L Heimbesprechung.(Borbandsbuch»it. bringen.)— Pankow: Jugendheim Sissingenftr. 48, Zimmer 5. Heimbesprechung. Bretispielabend. Buchlontrolle.— Arlon-platz: Jugendheim, Schule Elisabeth. iirchstraße 19. Heimbesprechung. Dtskusstonzabenb. Berbandsbuchkontrvlle.— Neu- Lichtenberg: Jug-ndheun Gunterslr. 44. Heimbesprechung.— Frankfurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18. Heimbesprechung.— Ostend«: Jugend. heim Karlshorst, Treskowallee 44(Kant-Schule). Wir rutschen rin..in» neue Jahr.— Ofthase»: Jugendheim Goßlerstr. 61(Rotes Zimmer). Heim. besprechung. Ohne Heimausweis kein Zutritt.— Luhtenberg: Jugendheim Dossestr. 82. Heimbesprechung. Berbandsbuchkontrolle.— Landsberger Platz: Jugendheim Dlestelmeperstr. 5. Heimbesprechung. Berbandsbuchkontrolle.— Hermonnplatz: Jugendheim Sander. Ecke Hobrechtstraße. Unsere Arbeitsgemein. schaft tagt. 0�uoendaruppe des'.-Zentralverdandes Oer Anaestellten Heute finden folgend« Beranftaltungen statt: Sesundbrunnen: Iu. gendheim Schönsteotstr. 1. Das Programm wird auf der Beranstaltung bekanntgegeben.— Osten: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Lichtenberg: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Rordwest: Jugendheim Lehrtor Str. 18—19. Wir grüßen das neue Jahr. Berliner Geweikschafksschule. Der nächste wirtfchaftspolitisch« Ausspracheabend findet heute abenb um 19 Uhr im Saal 5 des Gewertschaktshauses, Engelufer 24— 23, statt. Thema: ..Wirtschafteende 1032— Wirtschaftsaussicht 1933." Leiter des Abends ist der Genosse Dr. Otto Suhr. Vorherige Anmeldung nicht nötig. Zutritt haben all« froigewerkschaftlich Organisierten. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Gejchitt» stelle: Berlin S l« Sedastionstr 37-88 So« I Tr. Kreuzbero(Ordsosrein). Dienstag, 3 Januar, 20 Uhr, Mitglieder. versammrungen.' Zug I bei Seebak, WUlibald-Aleris�ötr. 5.— gug tu.zeit 2, Kreuzbergstt. I. Zug v Rttterstr. 1. Zug vi bei Krück, Fichtestr. 28. Zug IX im Jugendheun Schlestsche Str. 42. Zug IT General. Versammlung bei Gründler, Zrmmerstr. 30. Mittwoch, 4 Januar. Mitglieder. Versammlungen um 20 Uhr: Zug vis im Reichenberger Hof, Reichenberger Straße W Zug vm bei Siedentopf, Muskauer Str. 35. Zug ll bei Krepp, Planufer 75. Englisch Eipele„Persencrauce". Donnerstag, 5. Januar, 21 Uhr, im Bräu. Stiibl, Neue Kleine Hiittc. N 65, Müllerstr. 176, am Weddingplatz, englische Vorträge und Diskussion. Gäste willkommen. Berei» Freie Sammler Berlin. Dienstag, 3. Januar, 1914 Uhr, Tauschabenb im Lokal Schumacher, Wallstr. 32—38 sNShe Spittelmarkt). Gesinnungsfreunde stets willkommen. In bester zentraler Lage am Belle« Alllance-Platz 7—8 3 Zimmer u. Kfiche mlizubehdr 8 » »» »» »» sofort preiswert zu vermieten, evtl. auch ale BUroräume. 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Oomanne« im Verdondshauie. Zlutmer 5. tättlid) bis 4 Uhr. Freitag» bt»7 Uhr. ent- gegengenommen werden Vlesenlgen Selrlettsedl». die Ihr» Zelllchrislen Inmmeln. können die lehlentteu Ztnmmern. Znhrgang 32. noch beim Abholen Oer nenen Seit- (■hellt in Empfang nehmen. AdHanit. Funktionäre i Aus Anlast der am UUIfmod) flailfindendea Vezlrks-Verlrnaeas- mcknnet.Sonfetcnjea bleibl hie RechlsadleUaag am Mllkmoch. dem « Janaar 1933. oon 16 Ahr ah. ge- schlossen Die OiüvemoUang. Höchste Nationalisierung .Aber Löhne noch unter Vorkriegsstand Bei den Relchstarifverhandlungen für die Schuhindustrie im November forderten die Unternehmer von den schon mehrmals gefchröpf- ten Schuharbeitsrn ein« nochmalige Lohn- kürzung um fast 14 Proz. Wenn sie mit dieser Forderung selbst bei dem Sonderschlichter des Reichsarbeitsministeriums im Papen-Kabinett keinen Anklang fanden und mit einem Schieds- spruch abgefunden wurden, der das zentrale Lohnabkommen für die Schuhindustrie unverändert bis zum ZI. März 1933 verlängerte, fo war dies« Entscheidung nicht zuletzt aus die amtlich« Lohnerhebung im März 1932 zurückzuführen, deren vorläufiges Ergebnis gerade zur Zeit der Tarifverhandlungen bekannt wurde. Dies« amtliche Lohnerhebung, deren Ergebnis im Reichsarbeitsblatt Nr. 36 vom 2S. Dezember 1932 veröffentlicht ist hat den zahlenmäßigen Be- weis dafür erbracht, daß mit den Schuharbeiter» in den letzten drei Jahren in beispielloser Art Schindluder getrieben worden ist. Bei der letzten amtlichen Lohnerhebung in der Schuh- industrie im März 1929 hatten die über 21 Jahre alten Zeitlohnarbeiter einen Durchschnitts- verdien st von 42,29 Mark wöchentlich, die Stücklohnarbeiter einen solchen von 48,71 Mark und die Bandarbeiter von ALS Mark Bis März 1932 waren diese Berdienste gesunken: bei den volljährigen Zeitlohnarbeitern um 22,4 Proz. auf 32,81 Mark, den Stücklohnarbeitern um 24,8 Proz. auf 36,61 Mark und bei den Band- arbeitern um 26,1 Proz. auf 39,46 Mark. In diesen Bergleichen kommt aber nicht einmal der wirkliche Lohnabbau in der deutschen Schuh- industrie zum Ausdruck, der viel Häher war. Einmal sind feit März 193 2 noch weitere Abstriche an den übertariflichen und Akkord- löhnen erfolgt, zum andern aber war im März 1929 noch nicht der Höchststand der Löhne in der Schuhindustrie erreicht. Die Tariflohnsätze wurden in der Schuhindustrie im Dezember 1929 um 5,7 Proz. und im März 1939 nochmals um 3,2 Proz. erhöht. Im Gesamtdurchschnitt ergibt sich seit März 1929 eine Kürzung der Brutto' Wochenverdienste um 23,4 Proz., wovon 10,3 Pro;. aus reine Tariflrchnsenlungen entfallen, 9,94 Proz. auf Kürzung der Ueberstundenzuschläge, 8,6 Proz. aus die Senkung der übertariflichen Verdienste und 4,5 Proz. auf Verkürzung der Arbeitszeit. Die starke Kürzung der übertarislichen Verdienste ist übrigens ein netter'Beitrag zu dem Kampf der Unternehmer gegen die angebliche Starrheit der Tarifverträge und für deren„Auf- lockerung". Die„starren" Tariflöbne waren in der Schuhindustrie und auch anderwärts nur Minimal- löhne, zu denen die verschiedensten Ueberoerdienste durch Akkordarbeit, Zuschläge usw. kamen, deren Höhe mit der Konjunktur schwankten, und zwar viel stärker als die reinen Tariflöhne. So be- trugen z. B. die übertariflichen Verdienste in der Schuhindustrie im März 1932 nur noch 5,3 Proz. der entsprechenden Tariflohnsätze gegen 14,7 Pro.z. im März 1929. Die übertariflichen Verdienste sind somit um fast zwei Drittel(63,9 Prozent) gegenüber der ersten amtlichen Lohnerhebung ge- funken. Recht aufschlußreich ist auch der Vergleich mit den Vorkriegsoerdiensten der Schuh- arbeitsr. Nominell lagen im Gesamtdurch- schnitt die Stundenverdienste der Schuharbeiter im März 1932 noch 64,9 Proz.(1929— 194,7 Proz.) höher als 1913/14, die Bruttoverdienste allerdings infolge der kürzeren Arbeitszeit nur um 23 Proz. (69,3 Proz.). Die realen Nettoverdien st e lagen aber unter Zugrundelegung der Reichs- indexziffer für die Lebenshaltungskosten im März d. I. im Gesamtdurchschnitt um 5.4 Proz. uuler dem Dorkriegszeilslaud. Wo gibt es aber den Schuh zu kaufen, der um 5,4 Proz. billiger ist als der Schuh gleicher Qualität in der Vorkriegszeit? Ist das der Sinn der Rationalisierung, die gerade in der Schuhindustrie ungeheuer weit getrieben wurde, daß Zehntausende von Arbeitern für die Produktion entbehrlich gemacht werden, die in den Betrieben Verbliebenen in ihrer Lebens- Haltung noch unter die Vorkriegszeit herabgedrückt werden und von den Preisen der Produkte, von Qualitätsminderungen abgesehen, so gut wie gar nichts nachgelassen wird? Nichts zeigt deutlicher, als diese amtliche Lohnerhebung in der deutschen Schuhindustrie, wie notwendig es ist, nicht nur den Radiowellen schöne Worte von der sozialen Unerträglichkeit und wirtschaftlichen Unzweck- Mäßigkeit weiterer Lohnsenkungen anzuvertrauen. sondern solche Worte endlich auch in die Tat umzusetzen.. 4,36 M. 0,38 4,90 Mark Wochenlvhn Wirklich notleidende Landwirtschaft Das„Hildesheimer B o l k s b l a t t" bringt in Nr. 299 ein bemerkenswertes Beispiel für die Rückständigkeit der Entlohnungsverhält- nisie in der Landwirtschost. Es werden die Ein- tragungen auf einer Lohntüte eines landwirt- fchajtlichen Arbeiters genannt, der in Heinde, Kreis Marien werder in Hannover, ansässig und Vater von vier Kindern ist. Die Ein- tragungen lauten: Puygeld.......... 1,— M. Gearbeitet 36 H Stunden.... 8,64 M. 9,64 M. Davon ab: Porschuß.......... 1/— Ä. Krankenversicherung...... 9,98 M. Invaliden- und Altersversicherung 9,69 M. Erwerbslosenverstcherung.... 1,28 M. Licht........... 0,50 M. Milch........... 0,38 M. Zusammen 4,74 M. Zieht man die 4,74 M. von dem sich aus 9,64 M. belaufenden Wochenlohn ab. oerbleibt ein Betrag von 4,99 M. Davon soll eine sechs- köpfige Landarbeiterfamilie eine Woche lang leben! Man muß schon über die Denkweise eines landwirtschaftlichen Unternehmens verfügen, um das für möglich zu halten. 2,86 M gehen allein für Sozialbeiträge ab, das sind rund 39 Pro;. dieses Hungerlohnes. Für diese.Landwirtschasl" — denn schließlich gehören doch auch die Land- arbeiter zur Landwirtschaft— hat die Regierung kein Geld. Und hier kann man in des Wortes verwegenster Bedeutung von einer notleiden- den Landwirtschaft sprechen. Sw« aus dem Tollhaus Unmöglicher Schiedsspruch Für den Textilbezirk Greiz, Meerane und R e i ch e n b a ch u V. ist ein geradezu skandalöser Schiedsspruch zur Regelung der Ar- beitszeit in den Webereien geiällt worden. Das Mehrarbeitszeitabkommen ist abge- laufen. Die Textilarbeiterschaft fordert angesichts der grauenvollen Arbeitslosigkeit im Tarlfgebiet die Einführung der Vierzig- st u n d e n w o ch e in den Webereibetrieben. Die Verhandlungen der Parteien führten zu keinem Ergebnis. Der Schlichtungsausschuß für das Land Thüringen fällte unter dem Vorsitz von Asiessor Schneider- Weimar einen Schiedsspruch, der wie ein Stück aus einem Tollhause anmutet. Im Tarifbezirk sind über 59 Proz. der Webereiarbeiter und-arbeiterinnen a r b e i t s- los. Der Schlichtungsausschuß hält es sür zweckmäßig, den Antrag der Arbeiter aus Ein- führung der 49-Stund«n-Woche abzulehnen. Ihm genügt die 48-Stunden-Woche. Weiter be- stimmt der Spruch, daß der einzelne Unternehmer das Recht hat. im Jahre 1933 von sich aus 15 6 Ueber stunden anzuordnen. Aber der Schlichtungsausschuh läßt auch dle Betriebsver- tretung zu ihrem.Rechte" kommen: der Spruch sieht pro Jahr noch weitere 169 Ueber- stunden vor. die nur„mit Zustimmung der Betriebsvertretung" gemacht werden dürfen. Na- türlich sollen dadurch die Unternehmer nicht wieder zu kurz kommen, und daß„Recht" der Be- triebsvertretung soll dadurch nicht zu weit gehen. Deshalb hat derselbe Schiedsspruch für den Fall. daß die Betriebsvertretung die weiteren 159 Ueberftunden versagen sollte, vorgesehen, daß binnen drei Tagen der Schlichtungsaus- schuß über die Betriebsvertretung hinweg end- gültig entscheidet. Um das Recht des Unter- nehmers auf Anspruch dieser weiteren 159 Ueber- stunden von vornherein sicherzustellen, will der Spruch die Belegschaften, selbst wenn die gesetz- liche Betriebsvertretung nein sagen sollte, zwingen, bis zur Entscheidung des Schlich- tungsausschusies die vom Unternehmer geforderten Ueber st unden zu leisten. Die Unternehmer werden natürlich die V e r- bindlichkeitserklärung dieses unmög- lichen Schiedsspruches beantragen. Daß diesem Antrag entsprochen wird, halten wir für ausge- schloffen. Es wäre aber Zeit, daß der Reichs- arbeitsminister an die Schlichtungs- Instanzen eine Anw« iff u u g ergehen läßt, die die Fällung derartiger Schiedssprüche von vorn- herein unterbindet. Erste Betriebsratswahl Im Kabelwerk von Siemens In Berlin hat als erster größerer Betrieb am Mittwoch das Siemens-Kabelwerk die gesetzliche Betriebsvertretung neu zu wählen. Bei den Arbeitern sind vier Listen, bei den Angestellten zwei Listen ausgestellt. Die kommunistisch« Liste nennt sich„für Freiheit, Arbeit und Vrol". Ihr Spitzen- k a n d i d a t ist ein Mann, der der Firma Siemens schriftlich bescheinigte, daß sie im Kabelwerk keine schlechten Löhne zahle. Ein anderer RGO.-Kandidat hißte noch bei den politschen Wahlen im Frühjahr des verfloffenen Jahres die Hakenkreuzfahne, ist also durchaus der geeignete Mann zur Wahrung oer Jntereffen Moskaus. Aehnliche Blüten sind auch die änderen„Revolutionäre". Die Nazis präsentieren sich als„ehemalige Frontsoldaten". Ihr Spitzenkandidat war bei Ausbruch des Krieges 14 Jahre alt, sein Nach- folger 19 Jahre. Ein anderer Nazikandidat zeich- nete sich im vorigen Jahre bei dem feigen Ueber- fall in Siemensstadt aus, bei dem zwei politisch linkistehende Arbeiter den Tod fanden. Auf der List« der Gelben findet man nur aus- erkorene Lieblinge der Direktion. Bei den An- gestellten stehen sich, wie in den Vorjahren, eine Liste der freien Gewerkschaften und des DHV. gegenül er. Für alle Arbeiter und Angestellten des Siemens-Kabelwerks gcht es am Mittwoch nur sür die f r e i g e w e r k- I der Arbeiter oder für die L i st e V der Angestellten Seht es MHt anders? Sorgen der Wohlfahrtsernpfanger Von einem Arbeitslosen wird uns geschrieben: Die Mietunterstützung wird sonst an be- stimmten Zahltagen mitgezahlt. Da jetzt der Wechsel des Zahltages im Verhältnis zum Fällig- keitstage der Miete wieder für viele sehr ungüstig fällt, wird die dazu gezahlte Unterstützung erst um die Mitte des Monats greifbar. Das führt naturgemäß zu neuen schweren Auseinander- setzungen mit den Hauswirten. Die davon Be- trofsenen werden das nach Lage der Dinge vier Monate lang hintereinander immer wieder durch- zukosten haben, da bis dahin jedesmal der erste Zahltag nach dem Ersten in die zweite Monats- wache fällt. Besonders verbitternd wirken diese Verhältnisse auf die in Untermiete Wohnenden. Ein Hinaussetzen ist bei ihnen auch leichter. Zudem sind oft die Vermieter selbst Wohlfahrts- oder Rentenempfänger und deshalb doppell aus pünklliche Zahlung der Miete angewiesen. Denn auch sie kommen sonst in eine sich ständig er» weiternd« Kelle von Schwierigkellen. Hier muß unbedingt ein für alle tragbarer Ausweg gefunden werden. Es wäre zweifellos möglich, die in den einzelnen Bezirken Ver- antwortlichen anzuweisen, die Mietunterstützungen jeweils in den beiden Wochen vor und nach dem Ersten jeden Monats zu zahlen. Dann kann es nicht mehr vorkommen, daß, wer z. B. am 39. Zahltag hat, erst 14 Tage daraus das Geld dafür erhält. So sind die Verhaltniffe auf die Dauer unerträglich. entsprechend hoch wäre. Der Absatz ist jedoch stark zurückgegangen. Deshalb fft für die euro- päische Flaschenindustrie die Einführung des Vierschichtensystems— die Schicht zu sechs Stunden— unter Beibehaltung der Sonntagsruhe notwendig, wie es die Glas- arbcllerorganisZtionen in den Hauptglosindustrie- ländern von ihren Regierungen uind in Genf beim Internationalen Arbellsamt fordern. Aus volkswirtschaftlichen, kulturellen, staallichen und humanitären Gründen ist dieser Forderung endlich Rechnung zu tragen. Eine Erfüllung der Wünsche der Flaschenindustriellen wäre für Deutschland«ine Schande. Wahnsinn ohne Ende Im Kölner Bäckereigewerbe sind die Wochenlöhue mll Wirkung vom 16. De» zember ab um 3,59 M bis 5 M abgebaut worden. Im ersten Gehllfenjahr beträgt der Wochenlohn 32,59 M— bisher 36 M.— und für Gehilfen in lellender Stellung 49 M.— bis- her 54 M. Das Abkommen kann erstmals zu Ende März gekündigt werden. Also immer noch Lohnabbau! Nimmt denn dieser mörderische Wahnsinn kein Ende? Schwerarveit slirFrauen Lei 40— 60 Grad Hitze Die Frauenarbeit nimmt in der fein- keramischen Industrie, vor allem in den Porzellanfabriken des Waldenburger Bezirks, immer mehr überhand. Dort sind berells 89 Proz. Frauen gegen nur 29 Proz. Männer tätig. In den bayerischen Porzellanfabriken stehen sich männliche und weibliche Arbeitskräste ungefähr gleich gegenüber. Die Ausdehnung der Frauen» arbell in der Porzellanindustrie brachte es mit sich, daß Frauen heute schwere Männerarbeit oerrichten müssen. Eine Tellerdreherin muß z. B. neben ihrer eigentlichen Dreharbell täglich 69- bis 89mal Holzbreller mit Tellcrformen im Gewicht bis zu 49 Pfund aus den Regalen nehmen und zum Teil auf Kurzlleppen in Regale schieben, also ein« Last von 399 Zentnern hebend bewälligen. In den Brennhäusern werden Frauen auch zum Au- trage» der schweren mll Porzellan gefüllten Kapseln bei einer Hitze von 49 bis 69 Grad Celsius verwendet. Sie müssen zentnerschwere K ä st e n mit Geschirr transportieren, schwere Maffelasten heben und Kapseln stapeln. Selbst bei Arbellen, die mll B l e i g« f a h r verbunden sind, werden Frauen beschäftigt, obwohl ärztlich festgestellt ist, daß die Frauen oer Gefahr der Staublunge und der Bleikrankhell mehr ausgesetzt sind als die Männer. Der Grund für die Ueberhandnahme der Frauen- arbeit in Porzellanfabriken liegt natürlich darin. daß die Arbeitsleistung der Frau nur 69 Pro- zent der des Manches kostet. Die Ar- bellerorganisationen gaben sich die größte Mühe, diese Mißstände tariflich zu ändern, aber Unter- nehmer und Schlichtungsbehörden leisteten stets Widerstand, und dieser wird durch das u n- günstigere Organisationsoerhält- nis der Frauen in der Porzellanindustrie noch erleichtert. Die Frauen der Porzellanindustrie können nur mit Hilfe des Keramischen Bundes im Ver- band der Fabrikarbeiter sich erfolgreich gegen die brutale Ausnutzung zur Wehr setzen. Zn der Siegerländer Mekollinduskrie wurde ein Schiedsspruch für 8999 Metoll- arbeiter gefällt, der eine Lohnkürzung um 1 Pf. pro Stunde vorsieht. Die Unternehmer hichten einen Abbau um 12 Proz. gefordert. 100 Arbeiterinnen streiken In der hlarimeranstalt C. V. Mortensen eine Entscheidung: s ch a f t l i ch e Liste freigewerkschaftlichen zu stimmen. Ausgerechnet! Di« Unternehmer der Flaschenindustrie fordern die Wiedereinführung der Sonntags- arbeit. Sie stellen die Dinge so hin, als könn- ten bei der Einführung der Sonntagsarbeit in den Flaschenhütten mehr Arbeitskräst« be- s ch ä s t i g t werden. Die Flaschenindustrie in Europa ist kartelliert und ihre Produktion ist kontingentiert. Die auf- gestellten Maschinen können schon be! den gegen- wärtigen Quoten nicht voll ausgenützt werden. Die Mechanisierung in der Flaichenindustrie ist so stark, daß 828 Arbeiter an den 69 aufgestellten vollautomatischen Oipens-Maschinen in drei Schich- ten und bei Sonntagsruhe 645 849 999 Flaschen im Jahre herstellen könnten, wenn der Absatz dem- Sell gestern steht die Belegschaft der Mari- nieranstalt C. V. Mortensen in der Straffunder Str. 5, im Norden Berlins, im Streit. Der Kampf richtet sich gegen den Ver- such der Firma, die schon äußerst geringen Löhne ihrer Arbeiterinnen diktatorisch um rund 8lj Proz. herabzusetzen. Die Firma Mortensen hat im vorigen Jahr schon mehrfach durch ihre reaktionäre Lohnpolitik die Aufmerksamkell der OessenUichkell auf sich ge- lenkt. Seit der zwangsweisen Verlängerung aller Tarifverträge bis zum 39. Aprll 1932 auf Grund der Notverordnung vom 8. Dezember 1931, der- zufolge die Löhne in diesem Betrieb um 19 Proz. gesenkt wurden, sind bei Mortensen die Löhne schon zweimal abgebaut worden. Im Mai erging«in Schiedsspruch, wonach die Löhne um 19 Proz. gekürzt werden sollten. Dieser Abbau genügt« der rsaktionären Geschästsleitung aber nicht. Sie diktierte einen Abzug von 29 Proz., gegen den sich die Belegschaft durch Arbeitseinstellung mit Erfolg zur Wehr setzt« Im September wurden die Löhne durch Schiedsspruch nochmals um 5 Proz. gekürzt, so daß zum Beispiel der Lohn der über drei Monate im Betrieb tätigen Frauen nur noch 47 Pf. pro Swnse beträgt. Der Firma Mortensen ist ober der fast 25pro- zentige Lohnabbau im Laufe eines Jahres immer noch nicht genug. Sie hatte deshalb zum 31. De- zember das Lohnabkommen wieder gekündigt und einen neuen 8�prozentig«n Lohnabbau oerlangt. Als der Gesamtoerband ablehnt« und auch ein Vermittlungsversuch des Gewerberats Körner sehlgeschlagen war, oersuchte die FirmeMellung den Betriebsrat und die Vorarbeiterinnen für den Lohnabbau zu gewinnen und ihn schließlich der Gesamtbelegschaft in einer Belliebsversammlung schmackhaft zu machen. Zu dieser Versammlung verweigerte sie dem von den Arbeiterinnen ein- geladenen Gewerkschaftsvertreter den Zutritt. Schließlich verfügte sie durch Anschlag am schwarzen Brett am 2. Januar den Abbau sämt» licher Arbeiterinnenlöhne um 8)4 Proz., was mit der Arbeitseinstellung quittiert wurde. Die Arbeiterinnen der Firma Mortensen müffen zumeist im Freien oder in ungeheizten Räumen für einen kärglichen Lohn eine un- säglich schwere und widerliche Arbeit verrichten. Sie haöen«inen großen Verschleiß an Arbeits- kleidung. Erkältungskrankheiten sind während der Wintermonate ihr« ständigen Begleiter. Diele Wochen im Jahr haben sie nur zwei bis fünf Tage Beschäftigung. Der Versuch der Firma Mortensen. ihren Arieiterinnen durch Diktat noch schändlichere Verdienste aufzuzwingen, als sie zur Zell schon haben, ist geradezu sitten- widrig. Es ist selbstverständliche Pflicht der Berliner Arbeiterschaft, strengste Solidarität zu üben. Der Abwehrkampf wind vom Gesamt, verband geführt. Hemmungen der Weltkonjunktur Der neue Halbjahresbericht der Reichskredit A.-G. Mit gswcchmcr Pünktlichkeit Hot die Reichs- krsdit chren Meilen chalkijahresbericht „Deutschlands wirtschaftliche Lage an der Jahreswende 193 2/33" veröffentlicht. Mit ausgezeichnetem Material und in interessanter Weis« wird der in der Weltkonfunk- tur seit Mitte des vorigen Jahres eingetretene Wandel, der Uebergang zur Depression mit dem zu erwartenden Aufschwung, belegt. Mit ganz de- sonderem Nachdruck tritt der Bericht für die Bedeutung und Wiederherstellung der internationalen Arbeltsteilung ein. die durch dos Reparations- und Schulden- Problem und durch zahllose staatliche Maßnahmen in fast allen Ländern der Welt an ihrer frucht- baren Auswirkung in den letzten Jahren so emp- findlich gehemmt worden ist. Die Halbjahresbericht« der Neichskredit A.-G. haben im Inland und Ausland mit vollem Recht immer groß« Beachtung gefunden, da die groß- ptglgc Analyse der well- und Nationalwirtschaft- lichen Derhältnissc immer für die Wirtschafts- heilung wichtige Gesichtspunkte in klarer Anschau- lichkeit herauszustellen vermochte. Diese Anschau- lichtert ist in den letzten Berichten leider einer etwas ZU allgemeinen und zugleich diplomatischen Ausdrucksweis« gewichen, so daß der auch jetzt fortbestehende hohe Wert der Berichte für die größere Oefsenllichkeit weniger erfaßbar geworden ist. Wir glauben, daß«in solcher Mangel nicht nötig ist und würden größere Anschaulichkeit in der Zukunft sehr begrüßen. In der Einleitung wird die Bedeutung der R e- p a r a t i o n sv e r ei n b a r u n g« n von Lau- sänne nachdrücklich unterstrichen.„Die Beseiti- gung dieser Schranke... ist ein Ereignis, dazu angetan, die wirtschaftliche Entwicklung des ganzen Jahrzehnts auf das entschei- d e n d st e zu beeinflussen, falls die Völker nicht zögern, diesem ersten Schritt den notwendigen zweiten folgen ,zu lassen." In dem Ausblick, mit dem der Bericht schließt, werden die zur Wieder- Herstellung der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung erforderlichen Maßnahmen genannt. Den Lau- fanner Vereinbarungen müsse die volle Beseiti- gung der politischen Zahlungen folgen lÄriegs- schulden). Die zukünftig zu erwartende wirtschaftliche Besserung müsse davon geleitet sein, die U eberein st immung zwischen Produktions- und Aufnahmefähigkeit herbeizuführen. Die Besse- rung fei um so nachhaltiger, je mehr bei wieder wachsender Erzeugung für eine rechtzeitige Ilebereinstimmnng gesorgt werde. Der Schul- denäüf'bau sei zumeist der Tragfähigkeit der Fundamente noch nich� angepaßt worden(Jnbu- siriesanierung). Zwar sei durch behelfs- mäßige Stützen Zeit gewonnen worden— die Aufgab« des Umbaues sei' aber noch zu lösen und der fortbestehende Mangel Holle die Erholung auf, weil er zweckmäßige Aapitalübertragungen erschwere. Das letzte Halbjahr habe statt einer Beseitigung in einigen Ländern noch eine Ver- mehrung der Abschließungstendenzen gebracht. Der Ausblick schließt mit emem Appell an die kommende W e l t w i r t s ch a f t s k o n- f e r e n z:„Eine Weltkonferenz zur Wiederher- stellung arbeitsteiliger Zusammenarbeit unter den Völkern hat gegenwärtig eine große Aufgabe vor sich. Eine Periode wirtschaftlichen Krieges, der nur Geschädigte gesehen hat, ist zu beenden. Die Komeren; wird aber der Verantwortung, die ihr.zufällt, nur gerecht werden, wenn alle Be- teiligten bereit zu einem mutigen Entschlüsse sind, ebenso bereit, sich von der Politik des Druckes und Gegendruckes, in die sie sich ver- sangen haben, abzuwenden, wie die am Repara- tionsstreit beteiligten Länder in Lausanne be- gönnen haben, sich aus de» ihre Arbeitssreiheit hindernden Fesseln zu lösen, in die sie seit einein- halb Jahrzehnten verstrickt waren." Zur Lage der deutschen Landwirtschaft wird ein bemerkenswert günstiges llr- teil abgegeben.„Die landwirtschaftliche Er- .zeugung des abgelaufenen Jahres dürfte die höchste bi-her in Deutschland erzielte sein, oder ihr doch sehr nal>e kommen... Der Erlös der landwirischaftliche» Erzeugung dürste im laufen- den Erntesahre, sofern mau von den Preisen zu Beginn des Erntejahves ausgeht und chre sichres- zeitlichen Schwankungen berücksichtigt, um etwa 19 Proz. geringer sein als im vergangenen Ernte fahr---- Gleichzeitig sind die kosten gesunken für Zinsen, nach Berechnungen des Instituts für Konjunkturforschung, im neuen Erntejohr um mindestens ein Drittel, die gesamten Kosten wohl um einen Betrag, der den Bückgang der Ersösc wohl übertrifft." Das Verhältnis zwischen Kosten und Erlösen. so heißt es dann weiter, fei vielleickit nicht mehr wesentlich ungünstiger als im Durchschnitt der letzten Vorkriegsjahre, die.zu den besten der deutschen Landwirtschaft gerechnet werden. Frei- lich Hab« die Aufnahmefähigkeit der städtsschen Bevölkerung für tierisch« Produkte stark nach gelassen. Der Schluß, daß der landwirtschaftliche Absatz nicht mehr von der Preisseite, fon- , dern nur noch von der Kaufkraftfeite der städti- schen Bevölkerung erhöht werden kann, ergibt sich daraus von selbst.„Die Schere zwischen Erlös und Aufwand der Land- Wirtschaft dürfte im laufenden Erntejahr nicht mehr nennenswert zuungimsten der Landwirtschaft geöffnet fein, wahricheinlich nickst weiter als in Industrie, Handel und Verkehr." Dies« Feststellung empfehlen wir den wirtschaftlichen und agrarpolitischen Ressortministern des Reiches zur dringenden Beachtung. Zur Frage der Arbeitsbeschaffung hcißl es:„Zweckmäßig sind immer nur Arbeiten, deren Ertrag die Kosten oder deren Verzinsung und Tilgung deckt, oder, soweit es sich um ertraglosc Verbrauchseinrichtungen han- dett, wenn die zukünftige Einkontntensgesioltung eine entsprechende Berbranchserhöhung zuläßt, beide auch nur unter der Voroussetziing. daß dos für die öffentlichen Arbeiten benötigte Kapital anderwellig nicht eriragbringender verwendet werden würde. Zweckmäßig können schließlich solche Arbeiten geringen Ertrages sein, die in jedem Falle demnächst vorgenommen werden müssen, so beispielsweise die Unter- hallung wichtiger Baulichkeiten, die in den ersten Iahren der Krise aufgeschoben werden konnte, im weiteren Verlauf der Krise immer dringlicher wird, oder die Errichtung von Anlagen, die dem Bevölkerungswachstum entspringen. Das Vsr- höltnis von Ertrag zu Kosten, von Verbrauchs- dringlichkell zur Einkommeusgestolluvg ist der Maßstab für die Zweckmäßigkeit einer Vorweg- nähme solcher Arbeiten, und zwar um so aus- schließlicher, je begrenzter die Steuerkrast des Landes ist. Kostensenkung erweitert dett Kreis der vorwegzunehmenden Arbeiten." Für die wirtschaftliche Torheit des Koufkroft- mordes werden neben der Feststellung, daß der Per- brauch der Bevölkerung im letzten Halbjahr. noch weiter gesunken sein dürste, ernige für die Gefährdung der Volksernährung charok- teriftifche Angaben gemacht. Der Verbrauch an Fleisch, der im dritten Vierteljahr 1923 pro Kopf der Bevölkerung nur 4,3 Proz. unter dem Stande von 1913 lag, halle sich im dritten Quartal 1932 auf 84,2 Pro.;., also 15,8 Proz. unter dem Stand von 1913, gesenkt. Der F r isch m i l cha b s a tz der Molkereien lag von Januar bts September 1932 um 5 bis 15 Prozent niedriger als in den entsprechenden Mo- naten des Vorjahres. Beim Bier ist der Ver brauch von 51,9 auf 43,9 Proz. des Standes von 1913 je Kopf der olkoholoerbrouchenden Bevölke- rung gesunken. der Meinung find, daß die Preisbildung van politischen Konstollationeii allein abhängt.) Die Eesamtmeßzijfer Hai sich nach der erwählt- ten Veröffentlichung seit 1928 wie folgt entwickelt: 1928: 129, 1929: 134. 1930: 119. 1931: 95. 1932:81. Das Kabinett Hermann Müller amtierte von Mitte 1928 bis Beginn 1939. In dieser Zell hat sich nach den vorstehend erwähnten Zahlen die Gesamtntcßziffer der Großhandelspreise cinhei- Mischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse derart stark noch oben entwickelt, daß fast der höchste Stand der Nachkriegszeit(135) erreicht wurde.. Somichin darf behauptet werden, daß es der deutschen Loitdwirtfchaft.zur Zeit der Regierung Müller nicht trostlos schlecht, sondern relativ gut ging und keine Partei mehr'Anlaß hat, über das. was heute ist, zu schweigen, als die Nazipartei. Zwei Milliarden Mark! Das Bankhaus Gebr. Arichoid in Dresden be- faßt sich in seinem Bericht zum Jahresende mit der im Laufe von 1932 eingetretenen Kursbesse- rung an den Wertpapierbörsen. Noch dem Zusammenbruch der Aktien- und Rentenkursc in der Kreditkrise von 1931 hat sich im Laufe des letzten Jahres eine anhaltende Kurs- aufwertung vollzagen. Der Bericht schätzt den Gcsanllkurswert der Attien zum Jahresbeginn auf 5 Milliarden und zum Jahresende 1932 auf rund sieben Milliarden Mark. Damit erreichten die Kursgewinne rund zwei Milliarden Mark! Damit fei aber bei den Aktien das Kitrsnioeau vom Juli 1931— vor dem Zusammenbruch der Danatbank—, das etwa neun Milliarden Mark betrug, noch nicht wieder erreicht. Die Kurse der Rentenwerte(Pfandbriefe. Anlechen usw.) haben größtentells erheblich den Kursstand vom Juli 1931 überfchrttten. Handelgkarniner-foitik Betrachtungen zum Jahresende Van den zahlreichen Jahresberichten der In» dustrie- und Handelskammern geben wir in folgendem einige bemerkenswerte Fest- stellungen über die«irsschaftliche Entwicklung im letzten Jahr wieder. Die Münchcner Kammer rechnet mit einem all- mählichen Auslaufen der Krise, wobei man sich allerdings keinen übertriebenen Hoffnungen über das Tempo der Wiederbelebung hingeben dürfe. Im allgemeinen habe sich die süddeutsche Wirt- schast krisenfester erwiesen als der Westen und der Norden des Reiches. Zur Agrarpolitik heißt es sehr richtig, daß die Regierungsmahnahmen viel zu sehr aus Stützung der Getreidepresse abgestellt gewesen seien, anstatt dafür zu sorgen, daß die Landwirtschaft Absatz und Erzeugung den Not- wendigkeiten der Krise angepaßt hätte. Dadurch Das liisen in der Weltkrise Europas Anteil ist gestiegen Erst nach und noch lassen sich die Verheerungen, die die Wellkrise innerhalb der kapitokistischen Wirtschaft angerichtet hat, übersehen. Am schärfsten hat sich der Schrumpfungsprozeß in der Eisen- und Stahlindustrie ausgewirkt. Heber die Entwicklung der Produktion in Deutschland und im Ausland feit 1927 gibt jetzt die Zeitschrift„Stahl und Eisen" eine aufschlußreche Darstellung: Stahlproduktion in Millionen Tannen 1927 1929 1939 1931 1932 fflüt 193,4 122,0 95,9 79,0 50,0 Europa 53,19 59,18 49,8 39,8 32,4 Im Vergleich mit dem besten Konjunkturjahr 1929 ist die Wellproduktiou an Stahl 1932 aus 41 Proz. und Europas Stahlerzeugung auf 55 Proz. gesunken. Die europäische Stahl- kris« ist also nicht ganz so heftig gewesen, wie die amerikanische, denn bei der überragenden Bedeutung der Vereinigten Staaten m der außereuropäischen Stahlproduktion geht der verschärfte Schrumpfungsprozeß ausschließlich zu Lasten der USA. Diese Entwicklung hotte interessante Ver- schiebungen bei dem Anteil an der Weltprodukiion mit sich gebracht. Im Jahre 1929 besaß Europa nur einen Anteil von 48,3 Proz., im letzten Jahre aber cinen Anteil von 64,8 Proz.(!) an der Wettproduktion. Dagegen ist der Anteil der Ver- einigten Staaten in den Jahren 1929 bis 1932 von 47.4 auf 28,2 Proz. gesunken. Innerhalb der europäischen Slahlindustrien sind die Krisenwirkungen sehr unterschiedlich. Am härtesten wurde Deutschland betroffen, dessen Pro- duklion 1932 nur noch 35 Proz. der Mengen von 1929 erreichte. Hier sank die Stahlerzeugung von 16,2 auf 5,7 Millionen Tonnen. In Groß- brttannien. wo der Konjunkturcwfschwung aller- dings geringer gewesen war, ging die Produktion in der gleichen Zeit von 10,1 aus 5,5 Millionen Tonnen, also auf 54 Proz. und in Frankreich von 9P auf 5,5 Millionen Tonnen aus 56 Proz. des Standes von 1929 zurück. Verhältnismäßig gut gehallen haben sich Belgien und Luxemburg, die gegen 1929 einen Produktionsindex von 68 bzw. 71 Proz. behaupteten. Als einziges europäisches Land kann Rußland eine Produktionsfieigerung verzeichnen, und zwar von 4.9 auf 5,4 Millionen Tonnen oder auf 110 Pro;, des Standes von 1929. Die Sowjetunion ist damit dicht a n Deutsch- l a n d. England und Frankreich herangerückt, während 1929 noch die deutsche Stahlerzeugung mit 16,2 Millionen Tonnen fast dreieinhalb- mal so hoch war wie die russische. In den Vereinigten Staaten ist von 1929 bis 1932 die Stohlkrise am heftigsten zum Durchbruch gekommen und Hot zu einer Produttions- schrumpfung von 57,8 auf 14,1 Millionen Tonnen geführt. Die USA. leisteten im letzten Jahr nur noch 2 4 P r 0 z.(!) der Produktionsmengen von 1929, fei die Landwirtschaft zu Sapitalfehlleitnngen geradezu ermutigt worden. Der Berkmnd der hessischen Hand e LS* kämme rn erklärt zur Sozialpolitik, daß ätf drtrt Grundsatz de? öffentlich-rechtlichen Bersicherung?.- zwänges sowie an der Dreiteilung(Kranken— Invaliden— Unfall) festgehalten werden müsse. Natürlich wird gegenüber der Versicherungsselbst- verwallung ein schärferes Aussichtsrecht des Staates gefordert. Zur Handelspolitik wird be- merkt, daß etwa 600 Millionen deutscher Guthoben durch die Devisenzwangswirtschaft im Auslände festgehalten würden. Nachdrücklich wird auf die Beunruhigung, die durch die Papenschen Kon- tingentspläne im Inland wie im Ausland hervor- gerufen wurde, hingewiesen. In die gleiche Kerbe schlägt auch der Bericht des Zweckverbandes der westfälischen Hon- delskammern, der sowohl das Ziel wie auch be- sonders die plumpen Methoden dieses Handels- polllifchen Zwischenspiels scharf unter die Lupe nimmt. Daß die Handelskammern des Ruhr- g e b i e t e s sich jetzt.zu der Feststellung bequemen müssen, die Haushalle der Gemeinden seien durch die ihnen aufgehalste Erwerbslosensürsorge erschüttert worden, muß festgehallen werden. Bon der Gesamtheit der kommunalen Defizite entfällt dabei mehr als ein Drittel allein aus die 14 Buhr- städte, obwohl diese nur 5 Prozent der Bevölkerung im Reiche umfassen Mit der besonderen„Krisenansälligkeit" des sächsischen Industriegebietes setzt sich«ine Per- öfsentlichung des Verbandes Sächsischer Jndu- striellen auseinander. Eine spezielle Ueberexpon- sion innerhalb der sächssschen Ittdttsitie wird als Ursache v e r n e: nt. Im wesentlichen haben ans- ländische und binnenwirtschaftliche Strukturwand- lungen dazu geführt, Sachsens Industrie krisen- empfindlicher zu machen als widere Bezirke. Dies trifft besonders für die Berbrauchsgüter-Induftric zu. Dringender denn je fei heute der Zwang zur Exportvertetdigung gegeben. 2üaklen beweisen Der Landwirtschaft ging es unter Hermann Müller am besten Auch die Nazis lieben es, die Sozialdemokratie für die Enmicklung der Preise der Land- Wirtschaft verantwortlich zu machen. Als die ärgste Berfündigung der Sozialdemokratie an den Interessen der deutschen Landwirtschast wird die Tätigkell des Kabinetts Hermann Müller bezeichnet. Aber die Nazis sind auch unintelligent genug. sich in ihren eigenen Schlliigen zu fangen. In Nr. 349 des„B ö l k i s ch e n Beobachter'. Jahrgang 1932,'gelangen Meßzissern der Groß- Handelspreise einheimischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse zur Veröfsenllichung, aus denen das gerade Gegenteil von dem hervorgeht, was die Nazis behaupten.(Wenn wir selbst auch nicht Die Aktionäre der SdiulllieiD- Pafzenholer Brauerei- JUtflengesellsfflall werden hiermit zu der am Donnersuiö, dem 19. Januar 1033* 11? Our vormlitads im Saale des Ausschankes unserer Brauerei-Abtei fang N „Zum Schulthein am Kreuzberg'"» Berlin SW 61, Lichterfelder Straße 11. stattfindenden ordenflldien Generalversammlung ereebenst eingeladen. Tagesordnung; f. Vorlegung des Geschäftsberichts sowie der Bilän*: nebst Gewinn- und Verlnstrechnung für das Gesdiafts- jabr 1931/32. 3. Genehmigung des Jahresabschlusses und der Gewinnverteilung. 3. Entlastung des Vorstandes und des Auf sich tsrate«. 4. WfedWaufitahime der gemäß Art. VEll der Notverordnung vom fL September 19SI mit»Ablauf der Generalversammlung außer Kraft tretenden � 16 Abs. 1—4, 22 Abs. T—=3, 32 AbK 3" des Gesell schaf tevertrages betr. die Zusammensetzung und Bestellung des Auf- sirhtsrates sowie die Vergütung an die Aufsichtsrats- mitglieder). und zwar mit fplgendpn Aenderungen: a) Zusatz zu§ 16 Abs. 2: Einführung eines jährlichen Turnms für das Ausscheiden von mindestens drei Aufsiditsratsinitglitfdern- b) Aenderung des§ 22 Abs, 1 und 2(feste Vergütung für den Aufsichtsraf); Bewilligung einer entsprechenden Vergütung für das abgelaufene Geschäftsjahr. <•) Aenderung des 5 32 Abs, 3 betr. Berechnung des Gewinnanteiles des Aufsicbtsrates. 5. Weitere Aendenfoge« des Gcsellschaftsvertrages, und zwar hinsichtlich der H 5 Abs. 7, letzter Satz, betr. Globalaktien(Umstellnng in besonderen Absatz 8). •>a, Ziffer 8, betr. Genuflscheine(Zusatz betr. Erfordernis der Zustimmung der Genußscheininhaber zu Ge- nerulversammlungsbeschlüssen über Auflösung der Gesellschaft), 25 Abs. 1, betr. Stimmreditsvnllmacbt(Wegfall des Erfordernisses der AktionäreigenscfaeJt für Bevollmächtigte) und Abs. 3(Streichung). 27 Abs. 1, letzter Satz, betr. geheime Wahl in der Generalversammlung(Streichung). 29, betr. Tagesordnung der ordentlichen Generalversammlung(Zusatz betr. Wahl eines oder mehrerer Bilanzprüfer). 6. Neuwahl des Aufsicbtsrates. 7. Wahl von Bilamrprülern. Zu Ziffer 4 und 5 der Tagesordnung findet neben der gemeinsamen Abstimmung der Stamm- und Vor- /ugsaktionäre eine getrennte Abstimmung beider Gattungen von Aktionären statt. Die Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilnehmen wollen, werden mit Bezug auf die§$ 34— 26 unseres Gesellsdiaftsvertrages ersucht, ihre Aktien oder die über die Aktien lautenden UinterJegungsscfaeinc der Bank des Berliner Kassenvereins bis spätestens Sonnabend, den 14. Januar 1933 während der üblichen Gcschäftsstunden. außer bei den Gesellschaftskassen in Berlin NW 40, Roonstr. 6-8, in Breslau. Matthiasstr. 204-208, in Dessau, Brauereistr. l-Z. bei den nachstehend bezeichneten Stellen zu hinterlegen: Bei der Deutschen Bank und Discootzt-Gesellschait. Berlin. Behrenstr. 9-13, und deren Niederlassungen in Breslau. Hamburg und München; bei der Berliner Handels- Gesellschaft. Berlin. Französische Str. 42-44; bei der Commerz- und Frivat-Bank Aktiengesellschaft. Berlin, Charlottenstr. 47. und deren Niederlassungen in Breslau. Dessau. Hamburg und München; bei der Dresdner Bank, Berlin. Behrenstr- 35-39, und deren Niederlassungen in Breslau, Hamburg und München; bei dem Bankhaus.laecsuier& Secnrius, Berlin. An der Sterhbahn 3-4: bei dem Bankhaus E. J. Me\er. Berlin Voßstr.(6; bei der Bank des Berliner Kassenvereins. Berlin. Ober- wellsfr. 3-4(nur für die Mitglieder des Girooffekteu- depots). Die Aktien können auch bei einem deutschen Notar hinterlegt werden. In diesem Falle ist der Nachweis der Hinterlegung durch F.iureicbung des notariellen Hinterlegungsscheines bei einer der angeführten Hinterlegungsstellen spätestens am Mon'oo, dem 16. fannar 1933 w.ihrend der vü blichen Gcschäftsstunden zu führen. Der Uiulerlegongssdiein eines Notars muß die Be- scheinicung enthalten, daß die darauf nach Nummern verzeichneten Aktien nur gegen Rückgabe des Hinler- legungsscbeines od<\r erst nach Schluß< der Generalvcr- saramlung ausgeliefert werden, dürfen. Gemäß 8 23 unseres OeseJlscfaaftPvertrages weisen wir darauf bin, daß die Vertretung stimmberrch- ttigter Aktionäre unserer Gesellschaft nur durch andere mit schrittlicher Vollmacht versehene Aktionäre zulässig ist»ad: daß die Stimmabgabe für j o r i s 1 i s c h e P e r s o n c n soweit sie nicht durch Bevollmächtigte stattfindet, durch ihre gesetzftchen Vertreter erfolgt, auch wenn diese nicht Aktionäre siud. Berlin, deu 25 Dezember 1932. Der Aufsiditsrat Schultheiß-Batzen hufer Brauerei- Akt ienffcsellschaff. Schiffer er. ck Verweigerte Weihnachtsbeihilfe Wie die Nazifraktion die Landtagsarbeiter in Preußen prellte Die Veröffentlichung über die Ver» Weigerung der Weihnachts- beihilfc für die Lohnempfän- ger deS Preußischen Landtags durch die Nazifraktion liegt der Nazipresse schwer im Magen. Sie ver- sucht jetzt die Tatsache zu bestreiten und unsere Tarstellung als blöde Hetze gegen die arme Nazifraktion darzustellen. Zu- gleich gibt die Nazipresse aber zu, die Gewährung einer Weihnachtsgabe grundsätzlich abgelehnt zu haben. Tie Begründung hierfür ist lächerlich. LS Proz. der Belegschaft deS Landtags sind nach der Naziauffassung marxistisch organisiert und terrorisieren die be- dauernswerte kleine NazibetriebSzellr. Demgegenüber stellen wir fest: der national- sozialistische Abgeordnete der Nazisraktion des Preußischen Landtags hat den Frattionsgeschäfts- führer chknller glatt fallen lassen. Während Hink- ler den Vorschlag machte, jedem Lohnempfänger 12 Mark zu zahlen und die einstimmige Annahme seines Vorschlags durch die Vertreter oller anderen Parteien feststellte, verweigerte die Fraktionsvorstandssitzung unter Vor- sitz von Wilhelm K u b e die Durchführung dieses Beschlusses. Der Abgeordnete Hinkler ist aber immer noch Geschäftsführer der nationalfozia- Detmold. 2. Januar. Am IS. Januar finden im Freistaat Lippe Landtagswahlen statt. Der bisherige Landtag ist im Januar 1929 gewählt, es ist also mit stärkeren Veränderungen in der Zusammensetzung des Land- tags zu rechnen, da sich ja die politischen Kräfte- Verhältnisse seit 1929 stark verschoben haben. Die Landtagswahlen in diesem Kleinstaat mit seinen ISS 000 Einwohnern würden im Reich nicht allzu sehr interessieren, wenn nicht zwei Gesichts- punkte ins Gewicht fielen. Einmal ist es die erste Landlagswahl feil dem Einsehen der Rückläusigkeil der Pazi- bewegung. und man wird die lippische Wahl al» Gradmesser dafür dewerlen. ob und in welchem Tempo sich die Bückwärlsbewegung bei hiller sorlscht. Dann aber scheinen die Nationalsozialisten ein ganz besonderes Gewicht auf die lippische Wahl zu legen, weil sie gerade in einen Zeitpunkt fällt, in welchem die NSDAP, mit Rücksicht aus ihr Ver- hältnis zur Reichsregierung den dringenden Wunsch hat, mit einem Wahlerfolg aufwarten zu können, und sei es auch in dem Kleinstaat Lippe. Deshalb spricht Hitler in IS Wahlversamm- lungen, und außerdem werden noch eine ganze Anzahl„Prominente" aus Lippe losgelassen, darunter Goebbels, Frick, Ley, Klagges, Kube. Alfred Rosenberg, Frank ll u. a. Und das in einem Ländchen, das nur neun kleine Städte und ISO Dörfer umsaßt. Hitler wird diesmal auch auf die Dörfer geschickt, weil man fürchtet, daß vor allem die Bauern den Hitler-Fahnen davonlaufen. hier schätzt man das große Ausgebot an „großen Kanonen" so ein, daß die Nazi» damit ihre eigene Schwäche eingestehen und nun durch Einsah ihrer bekanntesten Redner retten wollen, was noch zu retten Ist. Vom 31. Juli bis zum K. November 1932 sind die Nationalsozialisten von über 42 000 auf 33 000 Stimmen zurückgegangen. Selbst wenn man da- von einen kleinen Teil auf die Sommergäste der lippischen Bäder und Kurorte rechnet, die im Juli in Lippe gewählt hatten und im November wie- der abgereist waren, so bleibt der Rückgang für die Nationalsozialisten doch recht stark und schmerzlich. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß sich die Rückläusigkeit der Nazibewegung auch bei den Landtagswahlen fortsetzt. Im jetzigen Landtag, dessen Abgeordnetenzahi auf 21 festgesetzt ist, hatten Sitze: Sozialdemokro- ten 9, Demokraten 1, Volksrechtpartei 1(Regie- rungsparteien) Deutschnationale 3, Deutsche Volks- parte! 3, Landvolk 2, Wirtschastspartei 1, Kom- munisten 1. Einer der Landvolkabgeordneten ist vor einem Jahr zur NSDAP, übergetreten. An Stimmen erhielten bei der letzten Reichs- tagswahl am k. November im Freistaat Lippe: Nationalsozialisten.... 33 033 Sozialdemokraten.... 23 782 Kommunisten...... 14 601 Deutschnationale..... 9 377 Ev. Volksdienst..... 4 064 Deutsche Voltepartei... 3 613 Zentrum....... 2 479 Staatepartei...... 558 Landvolk....... 509 Diese neun Parteien treten auch im Landtags- wahlkampf mit eigenen Listen auf. Nach dem Ergebnis des 6. November würde der Lippische Landtag sich so zusammensetzen: Nationalsozia- likte»" Soziakdemokraten 7, Kommunisten 3, listischen Fraktion. In jeder anderen Partei würde man ein ähnliches Verhalten eines Geschäfts- sllhrers mit dem eines Hampelmanns vergleichen. Bei den Nationalsozialisten ist es anders. Äube kommt seinen empörten Anhän- gern mit dem Honigtopf und weißer Salbe. Er will seine Gesinnung»- freunde gegen angeblichen roten Terror und Schikane schützen. Deshalb hängt er ihnen den Brotkorb höher. Auch >hm ist nicht entgangen, daß die Empörung und Entrüstung über das Verhalten der Nazisraktion bei den eigenen Gesinnungsfreunden besonders groß war. Man wird ihm auch gejagt haben, daß besonders eifrige Anhänger der Nazibewegung vor dem Arbeitszimmer des Abgeordneten Hinkler aufgeregt ihren Unwillen und ihre Verachtung über den Wortbruch der Nazifraktion zum Aus- druck brachten und die Drohung ausgestoßen haben, nicht mehr mitmachen zu wollen. Um die Pleite zu verdecken, wird erzählt, Kube habe der Nazigefangenenhilfe S00 Mark überwiesen. Wenn diese Behauptung ebenso zu bewerten ist wie die über den marxistischen Terror, dann ist sie be- stimmt falsch. Von Terror oder Schikane ist!ni Landtag bis jetzt nie etwas zu spüren gewesen außer in den Parlamentssitzungen, wo die Ratio- nalsozialisten sich völlig gehen ließen. Deutschnationale 2, Ev. Volksdienst 1. Da aber die kleinereil Parteien, die nach dieser Berechnung leer ausgegangen wären, zur Landtagswahl ihre Listen verbunden haben. Deutschnationale mit Volkspartei, Landvolk mit Ev. Volksdienst und voraussichtlich Zentrum mit Staatspartei, so düfrte bei der Londtagswahl die bürgerliche Mitte nicht ganz leer ausgehen, vermutlich auf Kosten der Nationalsozialisten. Die Sozialdemokratie ist seil 14 Jahren führend an der lippischen Regierung beteilig». E» geht jetzt darum, ob der Arbeitereinsluß weiter wirksam bleiben oder da» tipperländchen ungewißen Rozierperimenlen ausgeliefert werden soll. Die Kommunisten erklären allerding», es sei ihnen Gottlieb Schulze, ob ein Sozialdemokrat oder«in Nazi in Lipp« Landezpräsident sei. Glücklicherweiie denken die lippischen Arbeiter ander,, und sie führen mit der Sozialdemokratie den Kampf darum, eine Naziherrschaft in dem kleinen Lipperland zu verhindern. Die bisherigen Versammlungen der Sozial- demokratie waren außerordentlich stark besucht, zu einem großen Teil sogar überfüllt. In keinem der Wahlkämpfe de� Jahres 1932 hatte die Sozialdemokratie so ausgezeichnete Versamm- lungen. Sie geht deshalb mit b e st e r Zu- o e r s i ch t in den Wahlkampf und rechnet damit, wieder als die stärkste Partei in den Lgndtag einziehen zu können. Gr poltert wieder 8en»t»prL»!6ent a. D. Dr. Baumbach gegen— wen? Zu Neujahr 1928 erregte ein Artikel der„Deut- schen Juristenzeitung" Aussehen, der sich in pol- ternder und schimpsender Weise gegen die „Knochenerweichung der Strafrechtspflege" durch das Gnadenwesen wandte. Sein Verfasser, der Senatspräsident a. D. Dr. B a u m b a ch, wurde hierdurch mit einem Schlag zum Liebling der Rechtspresse. Sein Artikel diente den Deutsch- nationalen und Nazis als Sturmbock gegen das dreimal verfluchte„System". Nun veröffentlicht Senatspräsident a. D. Dr. Baumbach wiederum zum Neujahrstag in der gleichen Juristenzeitschrist einen Artikel, der sich mit der Tendenz des früheren deckt. Baumbach empfiehlt gegen die„Herren Halunken" die„neun- schwänzig« Katze", also Prügelstrafe in der barbarischsten Form, er predigt Grausamkeit in der Strofrechtsprechung wie im Strafvollzug mit der Begründung, daß der rücksichtslose st e Krieg der m e n s ch l i ch st e sei, weil der der kürzest« sei und die wenigsten Opfer erfordere.(Das hat man uns 1914 zur Verteidigung des Gas-, Luftbomben- und U-Bootkrieges auch gepredigt, worauf der„rücksichtsloseste und daher menschlichste Krieg" über vier Jahre dauerte und allein auf unserer Seite 2 Millionen Tot« kostete.) Aber uns interessiert ganz etwas anderes: Herr Baumbach unterstreicht, daß seit seinem Neujahrs- artikel von 1928 bis heute keine Aenderung eingetreten sei.„Ich glaube. Diogenes mit seiner Laterne fände keine Besserung." Wie das? Seit mehr als einem halben Jahr erfreuen wir uns doch im Reich und in Preußen einer rücksichtslos autoritären Staats- führung. Das schlappe„System" existiert nicht mehr, Männer von der Gesinnung und nach dem Herzen de» Herrn Baumbach Tie Gewährung einer Weihnacht»- gäbe an die F r a k t i o n s g e h i l- fen und an die Kellner entspricht einer alten Uebung. Alle Parteien im Landtag haben sich bisher daran be- teiligt. als die Nationalsozialisten noch gar nicht daran dachten. Falsch ist die Behauptung über die Aufbringung der Mittel für die Entlohnung der Kellner. Als Ende September 1932 endgültig feststand, daß vom Finanzministerium Zahlungen für den Zweck nicht zu erwarten waren, griff die sozial- demokratische Fraktion im Interesse der Kellner aktiv mit ein. Ab 1. Oktober 1932 zahlt jedes Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion am 1. jeden Monats 3 Mark Zuschuß für die Entlohnung der Kellner. Belege hierfür sind in der Landtagskasse einzusehen. Die Nationalsozialisten ober behaupten freiweg, sie bringen seit langem fast allein die Mittel fük die Kellner auf. Alle Behauptungen in der nationalsozialistischen Presse sind faule Ausreden, gemacht zu dem Zweck, die Oeffentlichkeit und die rebellierende Anhängerschaft abzulenken von der Schande, ein gegebenes Versprechen zum Schaden von bedürftigen R e i n m a ch e f r a u e n und schwer arbeitenden Männern im Ma- schinenraum und im Betrieb am Weih- nachtsabend gebrochen zu haben. stehen an der Spitze des Staatsapparats. Und trotzdem— keine Besserung? Herr Baumbach schreibt vielmehr: Eine Zeit, die jeden inneren Halt, die jede Weltanschauung ersetzt durch Phrasen- g e d r e s ch e, deren Rückgrat ein Drehkreuz ist und deren Charakter eine Wachsmasse, die jeder politische Schreier, jeder Schar- latan mit seinem Gekrakel be- schreibt: eine solche Zeit ist zwar ein geeig- netes Objekt für eine gute Strafrechtspflege aber sie stellt schwer geeignete Subjekte. Richtet sich Baumbach am Ende neuerdings gegen Adolf Hitler und die National- sozialistische P a r.t e i? Diese Sätze lassen es vermuten. Einsicht wächst! New JJork. 2 Januar. Der vom Präsidenten Hoover vor drei Iah r« n ernannte Ausschuß van 800 Persönlich- leiten zur Untersuchung der volkswirtschastlichen und sozialen Verhältnisse der Dereinigten Staaten von Amerika empfiehlt in seinem Bericht eine bessere Verteilung des Einkommens, Erhöhung der Kaufkraft der Massen, Sechs-Stun den- Arbeitstag und fünf- tägige Arbeitswoche, um einer größeren Anzahl Arbeitsuchender Beschäftigungsmöglichkeit zu geben. Weiser tritt der Bericht für die Er- richtung eines zahlungsfähigen Fonds zur Unter st ützung der Arbeitslosen, Er- Weiterung des Altersversicherungswerkes, Der- stärkung der össentlichen Kontrolle der Unternehmungen öffentlichen Interesses, darunter vielleicht auch der Kohlenindustrie, und Erhöhung der Erbschaftssteuern ein. In einem Vorwort zu diesem Bericht sagt Hoover, der Bericht sollte dazu beitragen, allen zu zeigen, auf welche Weise größere Anstrengun- gen gemacht werden könnten, um die soziale Notlage zu lindern. Aus der Partei Genossin Anna Nemitz vollendet heute ihr 60. Lebensjahr. Mit den Glückwünschen ihrer zahl- reichen Freunde in der gesamten Arbeiterbewe- gung verbinden wir auch die unseren. Der Lebens« weg der jetzt Sechzigjährigen ist der steinige Weg der Proletarierin, die in hartem Ringen ihren Gesichtskreis erweiterte und ihr Wissen vertiefte, um im Kampfe der Arbeiterklasse mit an vorderster Stelle stehen zu können. Als Schneiderin hat sie in ihrer Geburtsstadt Bromberg angefangen für den Sozialismus zu wirken. Jahrelang war sie dort Vertrauensperson der losen Frauenorganisa- tion, da das alte preußische Vereinsrecht noch die Zugehörigkeit der Frauen zu politischen Vereinen verbot. Von 1908 bis 1912 wirkte sie in gleicher Eigenschaft im Kreist Bochum-Gelsenkirchen. Später zog sie nach Berlin. Hier bot sich ihr wieder Gelegenheit, ihre agitatorische Kraft zu beweisen. Im Jahre 1919 wurde sie in Charlottenburg zur Stadtverordnetenversammlung gewählt. Seit 1920 gehört sie ununterbrochen dem Reichstag und seit 1922 auch dem Parteivorstand als Beisitzerin an. Wir wünschen der eifrigen Genossin noch viele Jahre rüstigen Schaffens! Da» Nazigeschenk. Die S ch l a ch i st e u e r war das von der Nazi-Regierung dem thüringischen Volke überreichte Weihnachtsgeschenk. E» be- steht in einer neuen Belastung der Be- v ö l k e r u n g. Damit wenigstens die Beamten ein« Chriftfreude erhielten, wurde angeordnet, daß am 3. Wechnachtsseiertag zur Ersparungder .Heizkasten alle Staatsämter- geschlossen bleiben. Mehr brachte die ganze Naziwe>»heit nicht zu Tage! Llnfug der Butterbeimischung Verteuerung ab»olut unvermeictlieb— Unwahre Regierungsbehauptungen Ueber die Umstände, die zur Rlargarineoerord- nung führten, werden au» Aachkreisen jetzt sehr interessante Mitteilungen gemacht. Danach soll der V«rkaus»verband Norddeutscher Molkereien bzw. die Vereinigten pommerschen Meiereien außerordentlich hohe Sühlhau»bestände haben, für die seit längerer Zeit keine Verwendung vorhanden sei. Man glaubt nun in Aachkreisen, daß diese A e h l. spetulationen der Vereinigten pommerschen Meiereien zum veimischung»zwang für Margarine Veranlassung gegeben haben. Weiter wird von dieser Seit« behaupt«t, daß die Gegenüberstellung der Butternotierung vom Dezember 1913 mit 135 M. zu der Notierung von 95 M., die zur Zeit Geltung hat, irreführend sei. Di« Berliner Butternotierung des Jahres 1913 basiere aus der Grundlage frei Haus inkl. Faß, die jetzige Butternotierung aber aus der Grundlage ab Erzeuger st ation exkl. Faß. Bei der angezogenen Notierung de, Jahres 1913 seien die tatsächlich gezahlten Preise notiert. worden, während die jetztige Butternotierung die wirklich gezahlten Preise nicht zum Ausdruck bringe. Zur Zeit würden in der Regel rund 6 Ni. über höchste Berliner Notierung ab Station be- zahlt, dazu kämen 2 M. für das Faß und rund 4 M. im Durchschnitt Fracht, also zu der Notie- ning von 93 M. noch 12 M. pro Zentner hinzu. Die Notierung betrage also zur Zeit im Vergleich zu der Notierung des Jahre» 1913 107 M., sie habe aber bis zum 22. Dezember noch der gleichen Berechnung 113 plus 12 M., also 12S M. betragen. Danach sei«in Anlaß zu einem Eingriss überhaupt nicht gegeben. Die jetzige vergrößerte Anfuhr in Butter se' außerdem nur vorübergehend, und zwar sei sie auf die Winterlaxationsperiode der Kühe zurück- Zuführen. Die Zeit größerer Butterzufuhreu .verde aber zwischen dem 13. und 20. Januar beendet sein, und von da an würde wieder größerer Bedarf und stark sinkende Butter ablieserungen einsetzen Diese Verhältnisse wieder holten sich jedes Jahr. Noch interessanter ist eine Beweissührung von industrieller Seite, wonach die Behauptung der Regierungserklärung:„daß die Butterbeimischung keinen Einfluß auf den Margnrinepreis, soweit es sich um Margarine für den Verbrauch der breite» Massen handelt, haben wird", einfach unwahr sei. Man erwarte in der Regierung das Wunder offenbar von dem Rückgriff auf die billigsten Fettrohstosfe, d. h. auf gehärteten Tran. Die hin- sichtlich der Preise nach der Buttexbeimischung zu stellende Frage laute: Kann die durch Butter- beimischung entstehende Verteuerung der Mar- garin« durch Mehroerbrauch billigster Rohstosse assung./ Freiwilliger Arbeitsdienst und Arbcitsdicnstp flicht. I Notwendigkeit sozialer Planwirtschaft national wie intrr- national. Jeden Donnerstag. 20 Uhr. bei Rostel, Putlitz- ttrafia 10. 8 Abende. Hörgeld 2 M. Beginn: 12. Januar 1933. 3. kreis Wedding .Ruhl-nd und der Sozialismus." Dr. Otto Mönchen. Dar Kursus soll ein solides Tatsachenmaterial geben, darüber hinaus eine grundsätzliche ÄlLruna in der Frage: Demokratie.oder Diktatur. Jeden Freitag. 20 llhr, Ledigenheim. Schönstcdtcr Str. 1. 8 Abende. Körgeld 2 M. Beginn: 13. Zanuar 1933. 4. kreis Prenzlauer Berg* „Arbeitsbeschassnng tut not." Dr. Alfred Braunthal. Wodurch unterscheidet sich die gegenwärtige Krise von den früheren? I Arbeitsbeschaffung— kein neues Schlag wort. Möglichkeiten und öchwieyjgkeiten der Arbeits- beschaffung./ Der Ausweg aus der Krise. Jeden Donners- tag. Igt/: Uhr, Schule Danzigcr Stratzc 23. 8 Abende. «örgeld 2 M. Beginn: 12. Januar 1933. 5. kreis Friedrichshain. »Prefic, Film, Funk." Dr. Walter Auerbach. Presse, Film, Funk als Mittel der Beeinflussung politi- scheu Willens. Presse und Klasscnbewufitsein./ Die Pressekonzerne: katholische, nationalsozialistische, kommunistische. sozialdemokratische Presse. I Gewerkschaftsprcssc. i Die ' Nachrichten bitros. I Besprechungen von Film und Funk, wenn möglich nach gemeinsamen Abhören bzw. Film- besuch. Jeden Montag. 20 Uhr, Heim Tilsiter Str. 4/3. 8 Abende. Hörgeld 2 M. Beginn: 16. Januar 1933. »Wirtschastsaeooraphische und gcapalitische Problem« des Tages." Dr. Wilhelm Tietgens. Die geographische Betrachtung wirtschaftlicher und voliti- uher Vorgänge wird in der Arbeiterschaft noch wenig angewandt. Der Kursus will in die Geovoiitik durch Bc- iprcchung wirtschaftlicher und voliiischer Probleme des Tages einführen. Lichtbilder sind oorgelobe». Jeden Donnerstag, 29 Ubr, im Heini Tilstter Str. 4/3. 8 Abende. Hörgcld 2 Ä. Beginn: 12. Januar 1933. 6. Kreis Kreuzberg. ..Sowjetrutzland»on heute." Dr. Z. Schlenugcr. Gegenwartsprobleme der russtschen Neoolutiou. u. n.: Kricgskommunismus.— Nep.— Fünfjahresplan. I Landwirtschaft: Vom Bauernhos zur Kollektivwirtschaft./ Dos politische Spstem: Wondluugen des Diltaturrcgimes.- Die Staatsocrfaffung.— Ist Sowjetrutzland ein Arbeiter- staat? Jeden Dienstag, 19'/> Uhr, Jugendheim Urban- stratzc 167. 8 Abende. Hörgcld 2 M. Beginn: 17. Ja- nuar 1933. 7. kreis Eharloiienburg. -Wie überwinden wir die Arbcitslofigkcit?" Bruno Neu- mann. Nationale Arbeitsbeschaffung oder internationale Plan- Wirtschaft.— Grenze» der..Autarken" Arbeitsbeschaffung. Jeden Montag, 19'- Uhr, im Jugendheim Rostnenstr. 4. 8 Abende. Hörgcld 2 M. Beginn: 9. Januar 1933. 8. kreis Spandau. Es werden folgende Kurse fortgesetzt:..Bom Wesen der Wiräschast und ihren Gesetzen." Fritz Fiul.—..»reu, und auer durch die Trümmer des K-pitalismu»." Fritz Fink.— Die Kurse des Gen. B c n c b clbar. Postbezug 3,97 M einschließlich 69 Ps. Postzeftung- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslandsabonncmenl 5,65 M. pro Monat; für Länder inif ermäßigtem Drucksachenporto) 65 M. Bei A. sfall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz./ Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeterzeile 30 Ps. Rellamezeile 1,50 M„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pj jedes weitere Wort 10 Ps Rabatt taut Tarrs Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarft Millimeterzeile 25 Pf. Familienanzeigen Millimeterzcile 16 Pf Anzeigenannahme im Ha n v t g e f chP i t Lindenstr. 3. wochentäalich van SZi bis 17 Uhr Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen»or. /Verantwortlich für Politik: Rndoli Vrendemühl: Wirtschaft: S. Klingelhöscr: Gewcrlschastsbeweguug: Z. Steiner: Feuilleton: Herbert »epere: Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt: Anzeigen: Ott» Hengst! sämtlich tu Berlin. I Verlag:.Varwärts-Berlag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Verlags ästjtalt Paul Singer u. Eo. Berlin SW. 68 Lindenstr. 3. .'J Inventur Verkauf Beginn 2. 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JAN. 1933 �n., �omcLn von Sigurd Christiansen Vin �cchr lang dauerte der dewaffnete nriede zwischen Berqcr und Lüdersen. Da ein Ereignis ein, das zu einer Art Zu- winrnenstoß führte. �-iner der Inspektoren des städtischen Post- ''"ntes wurde in eine andere Stadt verseht u"o dessen Stellung wurde frei. Berger war � dem Alter, daß er sich Hoffnungen machen � l'Mte; aber Helene gegenüber erwähnte er '"lchts davon. fragte sie eines Tages beim Mittag- q' Inspektor Rund ist ja versetzt?" antwortete er und wurde etwas rat. "Äoher weißt du das?" "?ch Hobe es erfahren— von andern." �Urz darauf fragte sie-„Willst du dich be- werben?" . sah sie verwundert an.—„Ich? Ja, 'i oeufc so halb und halb dran." sie zögerte eine Minitte, ehe sie sich mit wch sraqe herauswagte:„Hast dti "wssichten?" 1. Da lachte er hart und gezwungen.„Selbst- �'s'ltändlich.— Wenn sie mir nicht den �'idersen vorziehen." f sah, wie sie ein wenig blasser wurde. u bist doch der Aeltere", sagte sie kurz. Qjr zuckte die Achseln.„Ja—- aber er ist wpserer!" „«ie vermieden beide ihren Blick. Es mar wst ein Inbr, daß sie die Sache nicht mehr '"-'rührt hatten. erwähnten auch diese Angelegenheit ..'ssid seine Aussichten nicht weiter, aber chw�ler schickte sein Gesuch ein und war bei Ablauf der Frist der älteste Bewerber Lüdersen war Nummer vier, und beide rbrchlitten die Wartezeit in heftiger Span- •WiNg. Berger war es darum zu tun, seine Stellung zu behaupten. Lüdersen, den an- i�ren zu überholen. Einen Monat lang when sie einander nicht an, auch nicht, wenn rein dienstlich miteinander zu tun hatten. ch5 war wie ein böser und schweigender Is�weikampf, den sie nicht einmal selbst ent- 'cheiden konnten. „ Beide dachten: Kriege ich die Stelle nicht, 0 kriegr e r sie hoffentlich auch nicht. Dann �'kber einer von den anderen. Auch die Kollegen besprachen die Lage, ' /wch immer mit einer gewissen Scheu. Kam rwer der beiden in die Nähe, verstummte Won. Die meisten wünschten wohl Berger ..'W Sieg, aber sie hielten Lüdersens Aus- ch'en für besser. � Lüdersen stand in seinem Egoismus "Walen aus. Ich will an ihm vorbei, dachte lr- Das ist mein gutes Recht— nach allem, "*1 geschehen ist." Berger hingegen litt Qualen in seiner wstebe. Wenn er verliert, dachte er, ver- �rt er eigentlich gar nichts. Er hat dann -sw?; einfach nicht gewonnen. Verliere ich. wbx jch wirklich verloren. Und zwar alles l1frloren. Bghejm waren sie beide, er und Helene, w einer Unruhe, die keiner dem anderen ein- �stehen wollte. Jedesmal, wenn Berger in kritischen Tagen in die Tür trat, sah er '.rnn änastlich fragenden Blick auf sich qe- , Achtet. Einen Blick, der gleichsam auf die s'stastrophc wartete und sich doch an die ung klammerte und begierig in ihm �rschte, um es möglichst schnell zu erfahren. Lüdersen gewann. Das Schreiben mit der ''Nennung kam früh an einem Morgen, als ,.-.'de Dienst hatten. Es wurde aus dem sortierungsümmer geschickt mit einem lär- 'n»chen Eilboten, der im Vollgefühl des usseh>'n.s, das er erregte, die Neuigkeit "'n'rall unterwegs verkündete. Berger saß allein in einem kleinen Neben- 'Min und trug gerade Zahlen in das An- �Uungsprotokoll ein. Die Tür zum Neben- iNirncr stand offen und er wußte sofort. "'vs geschehen war. ..Einen Augenblick drehte sich alles vor s'ben Augen. Er fühlte, wie er erbleichte, die Hand zitterte ihm so, daß er die ,'�der hinlegen mußte. Tief in, Innern aber ''�r est, Weh, das nagte und nagte. Eine "Zweifelte Mischung von Kränkung, Trä- "i. Enttäuschung und Haß. Er stöhnte leise vor sich hin, nur froh, daß wenigstens allein war. Dann plötzlich .?kug er' mit der stachen Hand aus das Pro- Noll. Und es durchfuhr ihn in heißer, ver- ,'veifelter Not: Was regst du dich auf? Du �?st es ja immer gewußt.— Was zun, �ufel hattest du dich zu bewerben? Du Mutztest es ja im voraus. Zn demselben Augenblick wußte er aber auch, daß er es hatte tun müssen, wenn er der Niederlage auch noch so sicher gewesen war. Ja, daß er es getan hatte, um Gewiß- heit zu bekommen. Und nun?— Nun hatte er also Gewißheit. Mit einer gewaltsamen.Kraftanstrengung raffte er sich auf und griff noch der Feder. Das Schreiben fiel ihm schwer— es ging nur langsam und wacklig, und er sah zu seiner Verzweiflung, daß diese Schrift doch nur eine höhnische Karikatur seiner eigenen vorstellte. Als er mit der Arbeit fertig war, ging er zu Lüdersen hinüber. Der Sieger sah auf, mehr verlegen und'ängstlich, als triumphie- rend. Und zum erstenmal seit langem sahen sie einander wieder in die Augen. „Gratuliere." „Danke." Lüdersen wollte sich verlegen erheben, aber schon hatte Berger sich wieder abgewandt und war an seinen Tisch zurückgegangen. Die Beine wollten ihm nicht gehorchen, und er hatte die Empfindung, daß die anderen ihm nachsahen. Wo er vorbeikam, wurde es still. Um neun Uhr meldete er sich beim Post- direktor. „Darf ich um ein Gesuchsformular bitten?" Seine Stimme war ohne Klang, nnd der Vorgesetzte warf ihm einen verlegenen Blick zu. „Nanu?— Wollen Sie sich um was bewerben?" Darauf gab er keine Antwort. Starr und unbeweglich stand er und wartete. Seine Hand zitterte, als er das Papier in Empfang nahm, noch immer. Ohne ein Wort ging er an seinen Platz und kam um seine Ver- setzung als Schalterbeamter an das Postamt zu Oslo ein. Dann ging er ins Direktions- zimmer zurück und gab das Gesuch schwei- gend ab. Er tat, als merke er nicht, wie erstaunt der Direktor war. Er machte nur eine stumme Verbeugung und ging. Alles dies hatte sich abgespielt, ohne daß er eigentlich zur Besinnung gekommen war. In ihm war nichts als die Empfindung, als wäre es das einzig Richtige und Natürliche. Jinnikheii und Ernährung 'DiiUbehnndlnng/ Qerjon ä)iäl/ Mungerhur Trotz oller Erkenntnisse auf diesem Gebiet ist die Ernährungsweise des gefunden Menschen aus eine so lange Erfahrung und meist auch aus einen so sicheren Instinkt gegründet, daß z. B. die übliche„bürgerliche Küche" durch die neuen Er- gebnisse nur in ziemlich geringem Maße beeinslußt wurde. Anders liege» die Dinge aber auf dem Gebiet der Ernährung des Kranken. Hier isl naturgemäß von einem instinktmäßigen Erfassen der„richtigen" Ernährung kaum die Rede, und Erfahrungen liegen zwar reichlich vor. sie sind aber vielfach noch keineswegs als gesichert zu bezeich neu, und die Ratschläge, die von der Wissenschait in dieser Beziehung erteilt werden, sind durchaus »illir immer einheitlich. Zwar es muerliegr nicht... dem geringsten Zweifel, daß gerade beim Kranken die Frage einer dem jeweiligen Krankheils zustande angepaßten Ernährung von allergrößter Bedeutung ist. Ein typisches Beispiel für den unter llmständen geradezu lebensrettenden Einfluß einer bestimm ten Ernährung auf die Krankheit bildet die be kannte Lebertherapie bei einer noch vor relativ kurzer Zeit für unheilbar gehalteneu Krankheit, der sog. perniziösen(gefährlichen) Blut armut. Sic kann durch Darreichung größerer Mengen von Leber außerordentlich wirk sam bekämpft werden. Ferner sei an die zahl- reichen sogenannten Mangelkrankheiten (z. B. Rachitis, Skorbut usw.) erinnert, die durch de» Maiigel der Nahnmg an gewissen Vitaminen entstehen. In letzter Zeit sind ferner bei der Be- tämpsting der oerjchiedensten Krankheilen be- stimmte Diätformen in den Vordergrund des Interesses getreten, von denen namentlich die Gerfon-Diät besonders viel von sich reden gemacht hat. Mai» weiß ja schon feit langem, daß bei zahl- reichen Krankheiten eine b e st i m in k e Diät un- umgängliche Voraussetzung der Heilung ist,— wir brauchen z. B. in diesem Zusammenhang nur auf die Zuckerkrankheit hinzuweisen, die bekanntlich eine außerordentlich strenge Einhaltung der Diä: Vorschriften erfordert. Manchmal braucht übrigens nicht einmal eine bestimmte Diät notwendig zu fein, sondern es kann schon die bloße Einschrön hing, ja sogar der tageweise durchgeführte fa't völlige Verzicht aus jede Nahrung<„H u n g e r k u r"> außerordentlich heilsam wirken. In der medizinischen Literatur iindet sich z. B. folgendes inkeresfankc Beispiel riir diese Tatsache: Ein Patient hatte sich durch unvorsichtigen llingang mit Röntgenstrahlen ei» großes, bösartiges Ge- schwür am Rücken zugezogen, das jahrelang mit allen möglichen Methoden vergeblich behandeli wurde und schließlich völlig unheilbar zu sein schien. Später bekam der Patient eine Erkrankung der Speiseröhre, die das Schlucken erschwerte und daher zu einer Unterernährung führte. Diese zweite Erkrankung aber führte überraschender weise die Keilung der ersten herbei: in dein Maße, wie der Patient abnahm, verkleinerte sich das Riickengcschwür, und schließlich war es prak- tisch vollkommen gebellt. Die Wissenschaft hat aus diesen und ähnlichen Fällen ibrc Lehre gezogen, und die„Hungerkur" spielt eine gewichtige Rolle i» der modernen Ernährungstherapie, weil sich dadurch bei de» verschiedensten Krankheiten ganz erstaunliche Erfolge erzielen lassen. In bezug aus die G e r s o» D i ü t herrschen in Laienkreisen häusig etwas unklare Vorstcllun- l'.en—»ick:! zum wenigllen liegt das wohl daran, ':ß es heute nicht eine, sondern gleich drei..Ger son-Diäten" gibt. Ans folgenden Gründen: Der berühmte Chirurg S o u e r b r u ch nnd seine Mit- arbeiter waren vor einigen Iahren mit Unter stichungen über die Wirkung bestimmter Ernäh- rnngsbedingungen aus die Tuberkulose beschäs- tigt und Sauerbruch setzte sich dann mit dem prak tischen Arzt Gerjon in Verbindung, als er von dessen Diätkur zur Bekämpfung der Tuberkulose hörte. Sauerbruchs Assistent H e r m a n n s- d ö r f e r studierte Gersous Methoden an Ort und Stelle, und von da ab datiert der Raine„H c r- m a n n s d ö r f e r- G e r i o u- S a u e r b r u ch Diät", von der unter der abgekürzten Bezeichnung H G S.- D i ä t jetzt viel die Red« ist. Diese HKS.-Diät ist meist geineint, wenn in der Octfsrulicbkeil von Gerfon-Diät die Rede At.— daneben gibt es aber noch die trsie von G-rio» allein ausgestellte Diät, und(neben der HGS.-) eine dritte Diät, die Gerson erst seit relativ kui zer Zeit anwendet. Die HGS.-Diät ist von Sauei bruch und Hermannsdörfer inzwischen etwas modifiziert worden und unterscheidet sich in cini- gen nicht unwichtigen Punkten von der gegen- wärtig von Gerson selbst verabreicht«» Diät. Die„Gerson-Diäten" stehen noch keineswegs endgültig fest, sondern werden noch mancherlei Wandlungen erfahren— das ist jedenfalls aus alledem mit Sicherheit zu schließen. Die bekann- testen Crfalge sind bisher mit der HGS.-Diät er zielt worden, sie hat namentlich bei der Bekämpfung der Knochentuberkulose und Hauttuberkulose, vor ollem bei dem sonst so schlver zu bekämpfenden Lupus ohne jeden Zweifel Erftannliches geleistet. f'rich HHiHiit'iirödt'v: Jiiihiiuke gewinnt in der Xotterie Der alte Häusler Kabunke spielte seit vielen Jahren, ach, er konnte sich nicht erinnern, seit wieviele» Jahren, ein Los in der Lotterie. Er hatte es sich in seiner Jugend einmal, von einem Agenten aufschwatzen lasten und spiellc seitdem unermüdlich dieselbe Nummer. Selber hatte Ka- blinke in seinem langen Leben noch nie clwos gewonnen, höchstens, daß er gelegentlich, wie man sagt,„mit dem Einsatz heraus kam". Trotzdem verlor Kabunke die Hosinung nicht Es war ihm, als mühte eine höhere Fügung im Spiel fein, die es eines Tages doch einmal jo lenken würde, daß er für seine Treue und seinen unzerstörbaren Glauben belohnt wurde. Und erst recht glaubte er das. seit er alt geworden war. und, was schlimmer war, arm und elend, da er sich von seiner Hände Arbeit nicht mehr ernähren konnte. Im Dorfe hielt mau ihn sür einen Narren. 'Räch und nach waren die alten Iugendgefährten wegestorben. Kabunkes Glauben an die Lotierie hotten sie nicht geteilt, aber sie warteten mit einem steten Interesse aus den Erfolg. I» den Tagen der Ziehung, wenn Kabunke in den.„Krug" kam, fragten sie all«:„Na, Kabunke— obwohl sie bereits in der Zeitung gelesen hatten, daß der erhoffte größere Gewinn wieder nicht auf Kabunkes Los gefallen war. Denn Kabunkes Los- nummer kannte das ganze Darf. Die Jungen machten sich unverhohlen lustig über Kabunke. Die Schulkinder riefen manchmal und daß er lange irgendwo in seinem Unter- bewußtsein als Plan gelegen hatte. Zweimal im Laufe des Vormittags kam Lüdersen an seinem Platz vorbei. Beide Male verlangsamte sich sein Schritt, als wolle er etwas. Aber er ging weiter. Berger bemerkte es nnd wurde unruhig. Jawohl, dachte er, da weiß er es also schon. Und die anderit wohl auch. Und eine harte Bitterkeit stieg in chm auf. Der Mensch macht ein Gesicht, als ob er kondolieren wollte. Um zwei Uhr wurden beide abgelöst Als Berger in die Garderobe kam, um seine Sachen zu holen, stand Lüdersen schon im Ucberzieher da. Er nesteUc an einem Paket herum, und es dauerte auffallend lange, bis er damit fertig wurde. Erst als Berger sich gewaschen hatte und beim Abtrocknen der Hände war, wandte er sich, als wolle er gehen. Er fleckte zögernd sein Paket unter den Arm. Und plötzlich sahen sie sich an. Sahen sich wirklich an. Jetzt mußte etwas kommen. So konnten sie nicht voneinander gehen. Lüdersen räusperte sich und sah angesichts der Lage bleich nnd ein wenig feierlich aus. „Ich höre, du willst weg?" sagte er. Berger trocknete seine Hände weiter.„Ja", antwortete er kurz. (Fortsetzung-folgt.) Anders liegen die Dinge allerdings bei der Lungentuberkulose. Hier ist die Mäglick> kost ihrer wirksamen Bekämpfung durch die Ger- son-Diät noch stark unrstritten, und die von Gerson selbst angegebenen Heilungen»Verden von seinen Fachkollege» scharf kritisiert, wie überhaupt Gersons Bcröfsentlichungen gerade in bor letzte» Zeit wegen ihrer starken Einseitigkeit und nichc immer völlig objektiven Dnrstellungsart scharst- Kritik gefunden haben. Das hindert natürlich nichc. daß Gerson ans diesem Gebicie Bedeutendes ge leistet hat. .Eine wesentliche Rolle spielt bei allen Ernöh- rungsfrage» neuerdings die von manchen Re formen» mit größter Intensität propagierte Roh- k o st. Nun ist zwar gerade in letzter Zeit durch zahlreiche Untersuchunge» scstgestellt, daß eine reine Rohkosternährung mindestens für de» Europäer nicht als zweckmäßig angeschen»verde» kann. Bei der Ernähnmg von Kranken kann aber die Rohkost unter llmständen außerordentlich heilsam wirken, weil'si? wciicg KächsalzZ Eiweiß und Fei! enthält, dagegen reich an Vita m inen und Basen ist. Außerdem sättigt Rohkost relativ rasch und regt die D a r m t ä t i g k e i t an— alles Eigenschaften, die sich bei den verschiedensten Krankheiten wirksam in den Dienst der Heilung stellen lasse». Das gilt z. B. für inanche Stoffwechselkrankheiten, ferner für gewisse Hautkrankheiten, sür Fettsucht, Zuckerkrankheit usw. Natürlich erfordert die Anwendung der Ro-hkost als Heildiät urrbe- dingt ärztliche Verordnung und Beaussichtigung, da eine kritiklose Anwendung dieser Diät bei den dafür ungeeigneten Krankheiten die schwer- sten Nachtelle für den Patienten im Gefolge haben kann. Aus dem Gebiet der Krankenernährung hat die Rohkost noch zahlreiche neue Möglichkeiten, die durchaus noch nicht völlig ausgeschöpft sind. Dr. ll. Bücher. im Chor die Losnummer hinter Kabunke her und schrieben sie an seinen Zaun, aus jede efnzelne Lotte. Halbwüchsige Burschen, die sich etwas daraus zugute taten, daß sie sich schon regelinäßig rasieren mußten, luden Kabunke zu einem Glase Bier ein. Wenn er dann mit ihnen trank, sagten sie:„Prost, Kabunke, aber wenn du gewinnst, imißt d u einen ausgeben," und dann ging er unter ihren« wiehernden Gelächter davon und träumte davon, wie er ihnen den Spott zurückgeben wollte, wenn er endlich gewinnen würde. Mittleriveile wurde es Kabunke iinmer schuuirer, das Geld für sein Los aufzubringen. Er ver- zichtete auf manches, ja. er hungerte zuweilen, um zur rechten Zeit sein Los abholen zu können. Eines Tages, als wieder Ziehung gewesen war. rief der Nachbar über den Zaun:„Na, Kabunke, genau daneben hat's getroffen," und hielt dem alten Häusler die Zeitung unter die Nase. Da sah er es denn ganz genau, auf das Achtel der nächsthöhere» Nummer waren dreitausend Mark gekommen. Kabunke vermochte diesen Hohn des Schicksals nicht zu ertragen, ging in seine alte zerfallene Kate und hing sich aus. Anderen Tags stand eine Berichtigung in der Zeitung: Ein Gewin» sei falsch wiedergegeben morden, richtig müsse es soundso heißen. Es war Kabuntes Nummer. Da, zu hatte der witzige Redakteur noch ein paar Bemerkungen über den Druckfehlerteufel gemacht, der es nicht einmal unterlassen könne, der Göttin Fortuna ins Hand- werk zu pfuschen. Darunter stand eine Notiz von drei Zeilen, der alte Kabunke habe sich erhängt. Man wisse nicht, aus welchem Grunde. MVM [N PA AT All cm ABTEI LUMO£H VWkill- VERKAUF MMftDabtake voiiidiaHMl Vtrfcnf»weit*orr»t! 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Januar Staatsoper unter den Linden 20 Uhi Boheme staatliches Schauspielhaus 19 Uhr l'a u st I. Teil i Uhr IS. Hora 3434. Äautfien erl 20 WieneriiM konzertieren Kurt Fun, 4 Wlnclalrs Gaston Palmer Rndoli Mälzor Walhrair-Trlo usw VOLKSBÜHNE Theater am Bfllowiriatz Täglich Ä Uhr D 1 Norden 6536 Oliver Cromwelis Sendung v. Walter Gilbricht. Regie Heinz Hilper mit Eugen Klöpfer I Große» 6MMoiis u8 1 BaUimSavoy Gitta Sttvav Rosy Bnrsoni, I Oskar TeneS Alfred Rotier Sonntag nachm. Z'/. Uhr kl-ine Pr. L�sirno-i-Hc�r�R «>/. l.o»kr«nger 5 trage 37 81,4 iiiiiiiiiuiiiiiiiiKilUiniiiiiimiiiiiHiiiiiiiiiiiiinininiiiiiinniiHM, Bis 6. Januar Alles um Lotti Ab 7. lanoar Onkel Muz Gutschein 1—4 Personen: Parkett nur 0,50, Fauteuil 0,75, Sessel 1,25 Schiller Blsmarckstr.(Knie) Steinpl.(CD"71.- Heute gcschloss Mittwoch 8 Uhr Urauffilhrunn nie minner sind mal so Musik: Walter Kollo Söneland. Heide mann Stg 8. Jan.. 4 Uhr Robert und Bertram B. B. B. Beedows Bunte Bühne Kottbusser 5 trade B Oberbanm 3600 raglldi 8'/. Uhr Stgs nachm 4 U de doiie Kiste Theater des Westens Steinpl. 5121 Täglich 8'U Uhr Max Pallenberg Der brave Soldat Schwejk SiÄ Kabarett für Alle < Wir Täglich 2* 9 Ohe Sa sensationelle Kabarott-Programm 1 Abendpreise 1—8 Mk. Nachm. Gedeck 1.23 Jwlentonnaband 1 ly, Uhr: WnchtvoreWIune Stettiner Sänger ' Reichshallen-Th., Dönhoffpl. 8.15, Sonntags 3.30 zu ermHBlgten Preisen titöS Das große Januar- Programm: I�LDielielißnErlien mmM Rdtautönl Berlins -iüEüiQWlLK- Arnold Scholz— U-Bahn Hermannplatz— Hasenheide 106/14 Groß. Bockbierfest OreO« Schweinebraterei u.Prämilerung der schönsten braunen Damenaugen 4 Geldpreise 40, 30, 20, 10 RM. s Kapellen Bayr. Bedienung Einlaß; Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr Th.d. Schauspieler Mir in Sdnflhiuitilimm Weidendamm 3300 Täglich 8'/. Uhr KiMii von I. Cnepsr mit Agnes Straub ROiber. Hiilingtr. Onis, Irenk-Ttibitsch, Odimir. Deutsches Theater Schumannstr.lSa Weidend. 5201 8 Uhr Hans Moser in Essig und Oel Musikal. Lustspiel v. Geyer u. Frank Musik: Roberl Kolscher Inszenierung O L. Preminger Ab morgen 8 U. Prinz von Homburg KamniGrspieiG Ab Donnerst.,5 1., täglich 8 Uhr Hans Moser m Essig und Oel MusikahLustspiel v Geyer u. Frank Musik; Roberl Kölscher Inszenierung O L Preminger Kose- I heater Oral« Ptanklurtfr StnOe 132 Tel. Weidisil ET 342? 8.15 Uhr böhmische Musikanten Lessing Theater Täglich 81/« Uhr Grete Mosheim Brausewetler Der Liebling von Paris Musik von Offenbadi Regie; Homolka Komlliileniiaus Schilfbauerdamm 25 Tsl. 0 2 Weid. 6304-03 Täglich 8t4 Uhr Sonnties nidi nidim. 4 Uhr Das Haus dazwischen von Sdiiffnr und Jornhimion Musik: Spolinnsky Inszenierung; Barnowsky Adilherl. Ander, Tindtk« Kurliirstenfl.-Tif. Kurfflrstendamni 209 Tel Bism. 1400 Täglich 8-4 Uhr &!üd(iiclie Reise von Bertuth und Schwabath Musik. Künneke Regie Peukert Hans Schindler mit seinen Jarz-Symplionlkern Vorverkauf ununterbrochen BilTMll oenauie| rkiaalrvffnneta Qfl niinKnff Charlottinstr. SO DSnholf 625 Letzte 2 Vorstellungen 81;. Uhr Zu wahr um schön zu sein Komödie von Shaw mit Alexander Molssi Ab 5. Januar täglich Auslandsreise mit FelixBressart Tneater im Admiralspaiast Merkur 9901 Täglich 8-4 Uhr: Hans Albers L i 1 i om Vorverkauf unnnterbr. Tapeten Saillat. SToIonte- ftrafte 9. niODsi Varieft am MIrchenbrjnnen Am Friedrichshain?.3— 32 (am KSnigstor) Täglich 8 Uhr Das sensationelle Erölfnungs- programm mit den■ litesängern Eintrittspreise Wochentags 60 Pf. Sonnab. u. Stg. 1 M. JUERGENS Pateatmatragen »Primissima" iluf. legematratzen Metallbetten Chaiselongues. Walter, Stargarber Straße achtzehn. Spegial. geschäst.' Speisezimmer 175,— bis 850,—, Bücherschränke 28,—. Mbbelbeizwerk. statten Mbbelgroh- lager Kamerling. Kastanienallee 56 (Ecke ssehrbelliner- (trage). Kassaver lauf, auch Teilzab lung. �' Teilzahlung. 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