Morgen-Ausgabe Nr. 5 A 3 50. Jahrg. Redaktton und Verlag, �Berlin SW 68, Lindenstr. 3 getnfpretfttr-«7 Am, Dönhoff 292 614 297 T-Itgr-mmadreff«- Lozlaldemotro, Berlin BERLINER VOLKS BLATT MITTWOCH 4. Januar 1933 In Groß-Berlin 10 Pf. Auswärts....... 15 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe am Schluß beS rebaktioncllen Teils Zentvalovgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Margarinestandal dauert an Konsumvereine uncl Oewerksebakten protestieren Die Vertreter des Zeatraloerbandes deutscher kousumoereinc und der tSrohhandetsgesellschast haben Gelegenheil ge- nommen, beim Reichslandwirtschastsminister ihre Bedenken gegen die Margarineplüne vorzubringen. Sie betonten, daß durch den Butter- beimischungszwang der Landwirtschaft nicht gc- halfen werden könne. Außerdem wiesen sie daraus hin. daß der Beimischungszivang unbedingt zu einer Verteuerung der Margarine führen müsse. 3m übrigen warnten die Vertreter der Konsumgenossenschaften vor den volkswirtschaftlich schädlichen Aolgen einer Kontingentierung in der Margarineindustrie. Ztm Dienstag hatten die Vertreter der freien biewertschaften eine Unterredung mit dem Reichslandwirtschasls- minister über die Morgarineprojekte der Reichs- regierung. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschosts- band war durch den Rcichstagsabgeordneten G r a ß nia i»», der AfA-Bund durch S t e h r und der Allgemeine Deutsche Beamtenbund durch Kohur vertreten. Ueber den Verlauf der Be- snrechung wird uns folgendes mitgeteilt: „Bereits am 23. Dezember 1932 halten die ftri- gewcckschastlichen Spißenorganisationen tele- graphisch an den Reichskanzler einen P r o l e st gegen jede Kontingentierung von Ein- fuhr von Margarinerohstosfeu, gegen jeden Bei- Mischungszwang von Butter zur Margarine, gegen alle die Margarine verteuernden oder ver- knappenden Maßnahmen gerichtet. Am 3. Januar 1933 mittags wurden Vertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaslsbundes, des AsA-Bundes und des Allgemeinen Deutsche» Beamlenbnndes bei dem Reichsminiftcr für Ernährung und Landwirtschaft vorstellig. Sic erneuerten den bereits telegraphisch mitgeteilten Einspruch gegen die Absicht der Regierung und betonten besonders, daß noch ihrem Ermessen die Rotverordnung vom 23. Dezember 1932 mit dem Artikel 48 der Reichs- Verfassung nicht begründet werden könne. Es sei Zache des Parlaments, die von der Regierung gemachten Vorschläge zu prüfen und entsprechend gesehgeberisch zu verabschieden. Der Rcichswirtschastsrat habe sich als gutachtliches Organ bei den Beratungen über Beimischungszwang wiederholt konsequent ablehnend ausgesprochen. Die Arage sei aus dem Grunde so bedeutungsvoll. weil die Margarine, besonders die billigeren Sorten, heute das ausschliehlicheAettder A e r m st e n, besonders der Arbeitslosen geworden sei. 3a, angesichts der gesunkenen Einkommen besonders der Kurzarbeiter und der niedrig entlohnten Angestellten und Beamten sei die Mar- garine heute al» Ersah für die Butter getreten. Die Gewerkschaftsvertreter sucderten die Aushebung der Rolverordnung mit dem Ziel, einen Zwang zur Beimischung von Butter zur Margarine zu beseitigen, und belegten diese ihre Aorderung mit einer Reihe von Gründen. Der M i n i st e r konnte siäz der Schilderung der Rotlage weitester Kreise der städtischen Bevölke- rung nicht verschließen, eine Verteuerung der billigen Margarinesorten würde zu einer weiteren Einschränkung des Konsums von Aetten führen. Auf der anderen Seite sei die Lage der Land- Wirtschaft, besonders der Veredlungsprodukte erzeugenden Betriebe, unhaltbar geworden. Der Rückgang des Verbrauchs an Arischmilch Hobe eine gesteigerte Erzeugung von Butter zur Aolge, die wiederum unverkäuslich bleibe. Die Regierung müsse Maßnahmen tressen, die der Landwirtschost gesteigerten Absah von Veredelungsprodukten er- mögliche, ohne daß deshalb der Aettverbrauch namentlich der Minderbemittelten und Erwerbs- lose» beeinträchtigt werden könne." Margarine-Wahlen La�erische Voraussagen Die„B a y e r i s ch e Staatszeitung" macht aus die politischen Folgen der Margarine- Notverordnung ausmerksam. Das Blatt betont, daß sich gegen diese Notverordnung eine Einheitsfront aus Produzenten und Konsumenten gebildet habe. Die überwiegende Mehrheit der Landwirtschaft sei durch die Notverordnung ent- täuscht, während aus der Konsumentenseite nicht nur die Linksparteien, sondern auch die christlichen Gewerkschaften, also das Zentrum, gegen die Not- Verordnung protestieren. Die Notverordnung werde unzweifelhaft im Reichstag mit großer Mehrheit aufgehoben werden, da auch die Nationalsozialisten keine Lust verspüren, die Not- Verordnung zu verteidigen. Jnsolgedessen sei für die Reichsregierung der Konflikt mit der Volks- Vertretung unvermeidlich und aller Voraussicht nach würden im März„M argarine» Wahlen" stattfinden. Vor den Entscheidungen Reventlow gegen Goebbels und Hitler Je Näher die Sitzungen des Reichstages rücken, um so unsicherer wird die Haltung der?iational- sozialisten, die sich nach außen furchtbar kamps- lustig gebärden, unter der Hand diesen Kampf ober immer wieder aufzuschieben trachten. Nach- dem G ö r i n g durch Verschiebung des Aellesten- rats die erste Januarwoche gerettet hat, müssen seine Getreuen harren, um zunächst die zweite zu retten. Die Regierung, die dem angstvollen Spiel mit einer gewissen Schadenfreude zusieht, erklärt kaltschnäuzig, sie habe an einer weiteren Ver- schiebung der Verhandlungen kein Interesse und sei jederzeit zur Abgabe ihrer Erklärung bereit. Der„Völkische Beobachter" gibt die komische Versicherung ab: Hitlers Neujahrsbotschaft, nach der es für uns keine Vergleiche und Kompromisse gibt, setzt unsere Feinde in Schrecken! Man hört förmlich das Zähneklappern aus Angst vor dem grimmen„Führer". Aber der „Angriff" will die Angst doch noch ein wenig ver- längern und oersichert schämig:„Unter Umständen wird die Reichstagssitzung erst am 17. Januar stattfinden". Die Schreckensstreiter wollen erst nochmal ihre Säbel schleifen. Die Gärung und Zersetzung im eigenen Lager geht inzwischen weiter. Das einzige Organ, welches darüber etwas verlauten läßt, ist das „Hamburger Tageblatt", gauamtliches Organ der NSDAP., das Herrn Hitler schon manchen Kummer bereitet hat. In ihm erklärt Gros Reventlow zum Neujahrstage, wie oft wohl an den gleichen Tagen der vergangenen Jahre „mit starken Worten und dicken Ueber- s ch r i f t e n prophetisch erklärt worden ist: Das kommende Jahr werde nun ganz sicher die Entscheidung bringen". Joseph, merkst du was? Wer kann der unvorsichtige Prophet wohl sein? Reventlow hält ihn für etwas„nerven- schwach". Er nennt es„eine tadelnswerte Unsitte und ein bedauernswertes Symptom für die Schwäche der deutschen Nerven", daß man immer auf die Entscheidung wartet, die dann eine Art goldenes Zeitalter bringen werde, „oder aus den großen Mann, nach dessen Erscheinen man sich um nichts mehr zu kümmern brauche". Herr Reventlow fordert, daß man sich an den Gedanken endlich gewöhne, daß Kampf, Entwick- lung, Hindernisse und Zersetzungsbewegungen nicht aufhören und daß das„goldene Zeitalter" nicht kommen wird. Er wagt sich also nidit nur an Mohammed, den Propheten, sondern auch an Allah, den Götze» selbst heran, an den großen Mann, der das „goldene Zeitalter" immer wieder— verspricht. Dagegen hat er immer wieder eine lobende An- erkennung für S t r a ß« r. den Geächteten und Gestraften, dessen„Krankheitsurlaub" eigentlich abgelaufen ist, aber wohl verlängert werden muß. Kein Wunder, daß die Herren Nazi es mit dem Reichstag gar nicht eilig haben. Terror im polendeer Ltandgeriehte gegen Aufrührer Eigener Bericht des„Vormär ts" Warschau, 3. Januar. Durch Verordnung der warschauer Garnisonleitung sind mit dein heutigen Tage militärische Standgerichte im gesamten warschauer Bezirk eingeführt worden. Danach werden Vergehen von ZNilitärpcrsonen, wie Uebersall aus vorge- setzte mit der Waffe in der Hand, hochverräterische und umslürzlerische Tätigkeit. Spionage usw. sofort standgerichtlich mit dem Tode durch Erschießen bestraft. vor einigen Tagen sind ähnliche verord- nungen auch von dem militärischen Kommandanten in der ukrainischen Stadt L u z k und in der wesl- polnischen Weberstadt Lodz erlassen worden-, sie dürsten bald aus ganz Polen ausgedehnt werden. Diese Naßnahmen haben größtes Aufsehen er- regt, da sie zu der Vermutung zwingen, daß es im polnischen Heere nicht so ruhig ist. wie die leitenden Stellen ständig versichern. Man be- sürchtet anscheinend vor allem ein schnelles An- wachsen radikaler Tendenzen unter den Soldaten unter der Wirkung des aufreizenden Massenelends ihrer proletarischen oder kleinbäuerlichen Angehörigen. Protest in hondon In der Silvesternacht hatte der englische Rundfunk Silvesterprogramme mehrerer europäischer Staaten übertragen. Bevor auf einen neuen ausländischen Sender umgeschaltet wurde, machte der Sprecher einig« einleitende Be- merkungen. Bei der Umschaltung auf Warschau soll Polen, wie eine polnische Protestnote sagt, als ein Land bezeichnet worden sein, dos ein Drittel seines Staatshaushalts für Rüstungen ausgibt. In dieser Bemerkung sieht Polen die Verwendung der englischen Sender zu p o l i t i- scher Propaganda gegen eine be- frerrydetc Macht und fordert Maßnohmen, die eine Wiederholung unmöglich machen. Gebot der Zeit Neugestaltung der>Virtschaft Von Rudolf Wisscll Die Einsicht weiter bürgerlicher Kreise in die Ursachen unserer wirtschaftlichen und sozialen Nöte ist unglaublich gering. So konnte man beispielsweise kürzlich in einer großen bürgerlichen Zeitung— der Name tut nichts zur Sache, da ihre Ansicht nur als typisches Beispiel angesührt werden soll— über die Pläne der Regierung Schleicher Ausführungen wie diese lesen: Das Arbeits- beschaffungsprogramm der öffentlichen Hand müsse in seinen natürlichen Grenzen bleiben, dürfe nicht Selbstzweck, sondern nur Not- brücke sein, um„normale Wirt- s ch a f t s v e r h ä l t n i s s e" wieder herzu- stellen, die allerdings ohne Abbau der über- steigerten Belastungen der Wirtschaft un- denkbar seien. Was sind denn„normale Wirtschastsver- Hältnisse?" Da wir seit dem Kriege„nor- male Wirtschaftsverhältnisse" nicht gehabt haben, können darunter doch nur die der Vorkriegszeit gemeint sein. Sind die denn überhaupt noch möglich? Immer noch haben weite Kreise nicht begriffen, daß wir uns in einer Strukturwandlung be- finden, die die Rückkehr zu den alten Wir:- schaftsverhältniffen ganz unmöglich macht. Seit 1914 ist die Zahl der von den Men- schen benutzten M aschin enkräfte um über das Doppelle gestiegen, ohne daß sich die Absatzmöglichkesten auch nur annähernd im gleichen Maße gehoben hätten. Der außerordentliche Aufschwung der In- dustrie, nicht nur in Deeutschland, sondern in der ganzen Well, beruhte auf der Tatsache, daß immer neue Märkte auf der Erde erschlossen wurden und für große Bevölkerungszahlen mit ihrem riesigen Bedarf eine stetige Vermehrung und Vergrößerung der industriellen Erzeugungsstätten ermöglichten. D a m i t i st e s v o r b c i. Die Erschließung neuer Gebiete hat auf absehbare Zeit ihren Abschluß erreicht. Wo noch Absatzmöglich- leiten liegen wie in den weiten Gebieten Asiens, hindern die politischen Wirren und die durch sie hervorgerufene Verarmung der Bevölkerung auf lange Zeit die Ausnutzung dieser Märkte. Die namentlich von französischer Seite als Mittel zur Wirtschaftsbelc- dung gewünschte Erschließung von O st- und Südosteuropa kann keine Hilfe bringen, denn die Kräftigung und der Aus- bau der dortigen Landwirtschaft, die freilich einmal kommen müssen, würden heute nur weitere Lebensmittel auf den Markt bringen und zu einem schweren Wettbewerb mit der alten Landwirtschaft Europas führen. Die Tatsache, daß mit einem ständig stark zunehmenden Verbrauchszuwachs für die Zukunft nicht mehr gerechnet werden kann, muß für die innere Organisation der eige- nen Wirtschaft in Rechnung gestellt werden. Die Hoffnung auf Wiederkehr des Bergan- genen ist nur ein Hindernis auf dem Wege zur Zukunft. Die Industrie der Produktionsgüter hat sich in den letzten Jahren erheblich erweitert und zur vollsten technischen Höhe entwickelt. Die volle Ausnützung ihrer Prodllktions- stätten ist ihr dadurch unmöglich geworden. Dafür schleppt sie jetzt das Bleigewicht eines toten Kapitals mit sich, das sie in schwerster Weise lähmen muß. Dies um so mehr, als die Vermehrung und Vergrößerung nicht nur in den alten Produktionsgebieten er- folgt ist, sondern die mittelbaren und un- mittelbaren Wirkungen des Krieges und der Kriegsfolgen auch in d e n Ländern eine In- dustrie haben entstehen lassen, die früher auf den Bezug der Waren aus den alten Pro- duktionsgebieten angewiesen waren. Zu dieser strukturellen Aenderung der Weltwirtschaft in bezug aus die Adsatzmöglichteiten der Industrie und die Vcschästigungsmöglichkeit der Arbeiter kommt nun die ungeheure technische Ent- Wicklung der letzten eineinhalb Jahrzehnte, die dann wieder auch die Arbeitslosigkeit ver- scharst Hot. Welche dieser beiden Entwick- lungsreihen den Hauptteil der Arbeitslosig- keit bewirkt hat, läßt sich nicht auseinander- halten und ist auch für das Endergebnis gleichgültig. Um so klarer ist dies: Die Rationalisierung ist überall nur mit Rücksicht auf den einzelnen Betrieb erfolgt. nicht mit dem Blick auf das Ganze, und daraus folgten Entlassungen. Steigerung der sozialen Lasten und Minderung der Kauf- kraft. Daß die wirtschaftliche und technische Ent- Wicklung so wirken konnten, zeigt, daß die Meutigen Wirtschaftsfllhrer unfähig sind, die Wirtschaft mit Rücksicht auf das Allgemein- wohl zu führen, ja, daß die heutige Wirt- fchaftsorganifation die Kräfte, die sie selbst geschaffen hat, nicht mehr beHerr- schen kann. Was schon zu Beginn des Ma- schinenzeitalters einmal der englische Staats- mann Sir Robert Peel sagte, nämlich, ..daß jene große Leistung britischen Scharf- sinns, vermöge dessen die Maschinen der Fa- briken zu solcher Vollkommenheit gelangten, statt zu einem Segen für die Nation, zu ihrem bittersten Fluche werde", ist gerade heute wieder für alle Industrieländer zur bittersten Wahrheit geworden. In einer vernünftig organisierten Wirt- schaft hätte die Verdrängung der lebendigen Arbeitskraft des Menschen durch die tote Maschine doch entweder eine Steigerung des Güterverbrauchs, also die Mög- lichkeit erhöhter Bedürfnisbefriedigung der Menschen, oder bei gleichbleibender Güter- Versorgung Verlängerung der Frei- z e i t a l l e r zur Folge haben müssen. Diese vernünftige Organisation der Wirtschaft hat gefehlt. Statt einer planvollen ist eine ziel- lose, nicht von der Rücksicht auf die Allge- meininteressen geleitete Wirtschaft betrieben worden. Das Widersinnige dieser Tatsachen er- kennen, heißt die Wege zeigen, die zur Be° seitigung der gemachten Fehler beschritten werden müssen. Aber, wie es scheint, ist man in den Kreisen der Wirtschaft unfähig, diese Fehler zu erkennen. Ein Schriftsteller unserer Zeit sagt nicht mit Unrecht, daß inmitten unerreichter technischer Fortschritte eine Wirtschaftskrise von dem heuti- gen Ausmaß ein Widerspruch in sich selbst sei. Es steige die Leistungsfähigkeit der Fabriken, die Tragfähigkeit des Acker- bodens wachse, ohne daß die Bevölkerung in gleichem Maße zunehme, und nach einem unerklärlichen Gesetz sei unsere Generation anscheinend zu immer größerem Mangel verurteilt! Es bleibe kein anderer Weg, als daß die Völker, die einen großen Teil ihrer fniheren Arbeitsleistung durch Maschinen bewältigen lassen, das körperliche Arbeits- Pensum verringern müssen. Das ist nur ein Teil dessen, was die Gewerkschaften und die Partei mit ihren Vorschlägen zum Ausbau und zur N e u g e st a l t u n g der Wirtschaft fordern. Die Forderun- gen der Partei sind getragen vom Gedanken des Sozialismus. Dieser Gedanke ist auf dem Marsche. Ihn in immer weitere Kreise hineinzutragen, ist unsere Aufgabe. Der junge M a r x hat 1843 einen Satz ge- schrieben, der klingt, als sei er heute in unserer Zeit geprägt worden. Er sagt:„Die Welt besitzt längst den Traum von einer Sache, von der sie nur das Bewußtsein be- sitzen muß. um sie wirklich zu besitzen." Erst wenn im Bewußtsein immer weiterer Kreise die Ueberzeugung von der Notwendigkeit des Sozialismus Platz gegriffen hat, dann wird er fein. Die wirtschaftlichen Voraus- setzungen für ihn find gegeben. Nun gilt es, ouch die psychologischen Voraussetzungen für ihn zu schaffen, das heißt, den Willen, ihn mr Verwirklichung zu bringen, im Volke zum herrschenden zu machen. Die Armee des Dritten Reichs Kriminalverbrecher in der NSDAP. 1932 G. M. befördert Weim Lächerlichkeit töten würde...! In der alten Königlich Preußischen Armee war der Monat Januar ganz besonder» bedeutungs- voll. Zum Jahreswechsel, am 18. Januar zum "'eichsgründungstag und am 27. Januar zu Kaisers Geburtstag gab es Beförderungen und regnete es Orden. Durch die Republik sind gewisse Gruppen des deutschen Dolkes dieser Segnungen verlustig gegangen, aber es ward ihnen ein Ersatz. Im„Völkischen Beobachter" dürfen wir nämlich folgenden Reujahrsbesehl Adolf Hit- lors lesen: Mit dem Rang eines Obergruppen- führers wird mit Wirkung vom 1. Januar 1933 beliehen: Reichsführer SS. Htmm- Adolf Hitler sah sich bereii» als Reichspräsident. Mit geringerem als dem Reichskanzlerposten wollte er sich unter keinen Umständen begnügen. Unter dem machte er es nicht! Die Mörder von Potempa begrüßte er ober als„meine Same- raden". Es waren Mörder, vom Sondergerich» zum Tod« verurteilt. Es waren ganz gemeine U e r b r e ch e r. die sich das politische Mäntelchen umgehängt hatten, um ihre Blulrünstigkeit zu verdecken. Mas tut's? Bon gemeinen Verbrechern wimmelt es ja ouch sonst in der SA., auch von vorbestraften Subjekten, deren schlummernde Sri- minalität bei der ersten Gelegenheit wieder durchbricht. Jedes Jahr bringt neue Listen krimineller Mil- glteder der RSvAP. und der SA. Unmöglich, sie auch nur annähernd auszuzählen! Die trasieslen kriminellen Heldentaten dieser Kameraden Adolf Hitlers aus dem Jahre 1932 sollen hier aber angeprangert werden. hförder, Totschläger und Räuber Der 2.Zjährige Bürogehilsc Friedrich Stark e r- mordete am 6. September in Berlin mit dem Hakenkreuz auf der Brust die Sprachlehrerin Carl, geb. Bruscato: er wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus ver- urteilt. Der Lüjährige SA.-Mann Ernst Kruse erhielt vom Landgericht in Schwerin wegen Tot- s ch l a g s an einem Reichswehrgesreiten 3 I a h r e 4 Monate Gefängnis: der Vorsitzende der Nationalsozialistischen Orts- gruppe Tegernsee wegen Totschlags an seinem Freunde vom Münchener Gericht 4 Jahre Gefängnis— der Staatsanwalt hatte 8 Jahre Zuchthaus beantragt: der Standartentröger Tiesch aus Eutin vom Lübecker Landgericht wegen versuchten Mar- d e s an seiner Ehefrau 3 Jahre 19 Monate Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust: der SA.-Führer T. wegen Totschlags an seiner Tante vom Berliner Landgericht 12 Jahre Zuchthaus und S Jahre Ehr- vertust: der SA.-Mann Ziebel wegen Totschlags an seiner Geliebten vom Berliner Gericht 3 Jahre 6 Monate Gefängnis. Gleichfalls vom Berliner Gericht der 22jährige SA.-Mann Rählow 12 Jahre Zuchthaus und S Jahre Ehrverlust, der Njährig« SA.-Mann Zepernick 6 Jahre Ge- s ä n g n i s wegen Totschlags in Tateinheit mit versuchtem Raub am Fouragehändler Meierhard: der Nazi G. und der SA.-Mann D. wegen Verabredung gegen das Leben eines Geldbriefträgers und wegen mehrerer Einbrüche vom Berliner Gericht je 2� Jahr« Gefängnis. Vier SA.-Leute wurden erst vor kurzem in Berlin wegen Raubmordversuch» an dem Ehepaar Leibholz verhastet. Brandstikter und Fälscher Der Säjährige Nazimann Schneidermeister und Hausbesitzer Walter Rahming wurde vom G e r a e r Landgericht wegen Brand st iftung in Tateinheit mit Versicherungsbetrug zu 2!4 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehr- verluft oerurteilt: wegen B r a n d sti f t u n g in mehreren Fällen der SA.-Führer Erbs aus Ude- stedt zu 3 Iahren Zuchthaus und S Iahren Ehrverlust. Wegen Brandstiftung wurde die Ehefrau des nationalsozialistischen SA.-Führers Oberjäger Anton Fuchs in Neckarsulm verhaftet. Auch der Nazimann R o h d e, Spediteur und Last- l e r. Befördert werden zu Ortsgruppensührern mit Wirkung vom 1. Januar 1933: der Ehrenführer der NSKK-: Gruppenführer von E p p: der Ehrenfuhrer der NSFK.: Kruppen- führer Göring: der O u a r t i e r m e i st e r im Stab der Ob. SA.-Führung: Gruppenführer H ü h n l e i n. Ernannt werden: zum Inspekteur der Aufmarsch- i n s p e k t i o n: Gruppenführer von Hör- auf, zum Chef des Flugwesens der SA. unter Beibehaltung seiner Dienststellung als Abteilungschef der Abteilung I: Gruppen- sichrer von Kraußer, zum Rechtsberater der Ob. SA.-Führung: Dr. Luetgebrune, zum Jnspektuer im Stab der Generalinspektion SA. und SS.: Gruppenführer von Fichte (unter Enthebung von seiner bis- herigen Dienststellung als Führer der Gruppe Westfalen). Die Herren von Epp und Göring. Himmler und Luetgebrune werden sich neue Tressen und Stern- chen und andere Mätzchen anlegen dürfen. Aber dieses majestätische Verleihen von selbsterdachten Würden und Titeln deutet auch auf anderes. Da gab es in Berlin einmal einen Stammtisch von Journalisten. Dichtern und Zeichnern. Auch sie hatten«inen„Führer". Er war Durchlaucht und hörte aus den Namen„Fü rst Labetrun k". Auch er„ernannte". Da hatte man einen„Ge- Heimen Obervizekanzler", einen„Reichsgerichts- Vollzieher", einen„Oberwachtmeister zur See" und so fort. Auch Orden wurden„verliehen", so der Großkordon der Ehrenlegion zum Biersilz... wagenbesitzer, wurde wegen Brandstiftung und Versicherungsbetruges in Haft genommen. In Wien entdeckt« man in der Wohnung des Nationalsozialisten Michael Karl eine Fälscher- Werkstatt. Man fand Versicherungsmarken im Werte von 1 Million Mark. Um diese Summe ist das Deutsche Reich geschädigt worden. In Schwarzenfels wurden die National- sozialisten Dorn und Zollinger wegen Herstellung falscher Fünfzigpsennigstllcke verhaftet. Littlichkeitsverbrecher Nur die schlimmsten Fälle können genannt wer- den— so groß ist die Zahl der nationolsoziolisti- schen Sittlichkeitsverbrecher. Die Bochumcr Polizei verhaftete drei SS- Leute und einen SA.-Mann, die sich an einem sungen Dienstmädchen in der gemeinsten Weise vergangen haben sollen. Die Halber st adter Große Strafkammer verurteilte den SA.-Mann Hermann Krüger, der sich an 4 sieben- bis neunjährigen Mädchen vergongen hotte, zu 2 Iahren 8 Mo- naten Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Der Kassierer der NSDAP. Friedrich Bendig au» Ponarth wurde von einer Königsberger Strafkammer wegen Sittlichkeitsver- brechens an minderjährigen Mädchen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt: wegen unzüchtiger Handlungen an Kindern unter 14 Jahren erhielt der SA.-Führer Augult Wolfshohl in K ö l n- M ü h l h« i m 19 Monate Gefängnis: der Führer der Hitlerjugend Jahn in Gera wegen Sittlichkeitsvergehens in sieben Fällen 2 Monate Gefängnis, der Staatsanwalt hatte 1 Jahr 8 Monate Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust beantragt: die Nationalsozialisten Adolf Schars und Fritz Witwer aus Dittersbach wegen vollendeter bzw. versuchter Notzucht 1 Jahr 3 Monate Gefängnis resp. 8 Monate Gefängnis; der Führer der Hitlerjugend Hermann Held vom Kasseler Schöffengericht wegen sittlicher Verfehlungen in elf Fällen an Kindern unter 14 Jahren 4 Jahre Gefängnis und S Jahr« Ehrverlust usw ßfeineid, Erpressung und Spionage Der Nazi-Studienrat Erich Pollex wurde in Kassel wegen Sittlichkeitsver- g e h e n s an seiner 16jährigen Schülerin und Verleitung zum Meineid zu 3H Iahren Zuchthaus verurteilt: der Nazi-Oberlandjäger Findeisen au» Wernigerode wegen Verleitung zum Meineid vom Halber st ädter Gericht zu 1 Jahr 9 Monaten Zuchthau» und 3 Iahren Ehr- verlust: der SA.- Gruppenführer Alexander Leide aus G l e i w i tz wegen Meineids zu 1 Jahr Zuchthau» und 3 Iahren Ehrverlust: der S A.- M a n n Hechler wegen fahr- lässigen Falscheides vom Landgericht in der Provinz Startenburg— er hatte in einem Prozeß seinen Parteigenossen durch ein« falsche Aussage zu entlasten versucht— zu 6 Monaten Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte wegen Mein- eids 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus und S Jahre Ehrverlust beantragt. Der Sturmführer Valentin Krug wegen A n- st istung zum Meineide vom Darm- st ädter Landgericht zu 2 Jahren Zuchthaus; der Nazi-Kaufmann Eduard Schwierz wegen Konkursoergehens und falscher eidesstattlicher Versicherung zu 1 Jahr 4 Monaten Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust. Eoldatenrat Gays Keine Antwort ist auch eine Antwort Der frühere Reichsinnenminister von G a y l weilte 1918 bei Ausbruch der Revolution als Hauptmann in Kowno. Da er den Anschluß an die neue Zeit nicht verpassen wollte, bat er, dem Soldatenrat als Mitglied angehö- ren zu dürfen. Die Chemnitzer„Volksstimme" enchüllte diesen interessanten Vorfall kürzlich und Nazi-Kube griff die Sache auf, indem er an die preußische Staatsregierung eine entsprechende An- frage richtete In seltsamer Zurückhaltung hat die preußisch« Staatsregierung Herrn ftube jetzt geantwortet, daß durch das Ausscheiden des Reichsinnenministers von Gayl aus seinem Amt die Klein« Anfrag« wohl als erledigt zu be- trachten sei. Warum diese Zurückhaltung gegen- über einem Mann, der schließlich für die Gewalt- aktion gegen Preußen mit verantwortlich ist? Sie wird nur dadurch begreiflich, daß auch in der zurückhaltenden Erwiderung auf die nationalsozia- listische Anfrag« ein« positwe Antwort ip dem Sinne liegt, daß Gayl im November 1918 in Kowno„revolutionärer" Soldatenrat gespielt hat. 14 Jahre später gehörte dieser Mann mit Herrn von Papen zu denen, die die Macht und das Recht in sich fühlten die Weimarer Versassung abzuschaffen. Eh« es soweit kam, mußten sie unter dem Druck der Arbeiterbewegung von der Bildsläch« verschwinden. In Schönebeck a. d. E. wurde m einem Prozeß qegen 3 Nationalsozialisten ein Nazizeuge wegen Meineids verhaftet. Als emem der Angeklagten, dem Nazimonn Karbe nachgewiesen wurde, daß er mindestens vier Zeugen seiiier Partei zum Meineid verleitet hatte und er n Gerichtssaal ocrhastet werden sollte, ilü�ie er In Halle erklärte der SA-Mann Bachmonn in einem Prozeß gegen Kommunisten, daß er von der Parteileitung die Anweisung erhalten habe. einen Meineid zu schwören. Die-taats- anwoltschast leitete daraus ein Dersahrei, ein. In Stuttgart wurden der SA-Mann Reissing wegen Verdachts der V- r l e i t u n g zum Meineid und der ehemalige Razi- Polizeibeamte wegen Verdachts des Meineids irti Gerichtssaal verhastet.. Derartige Verhaftungen von Nationalsozialisten im Gerichtssaal wegen Meineids sind im Laufe des Jahres häusig vorgekommen. � Der Nationalsozialist Zackel wurde m Halb er- st a d t wegen Erpressung von 3999 Mark zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt; der Nationalsozialist Wißl-r in Fulda wegen Spionage zugunsten Frankreichs zu 1 Jahr Gejängnis. Unterschlagung, Betrug und Urkundenfälschung Unterschlagungen sind bei den Nazis ein- alltägliche Erscheinung Das beweisen allem schpn die Derössentlichungen im Verordnungsblatt der Reichsleitung der N«DAP. Sämtliche Fälle von Unterschlagungen auszuzahlen, ist unmöglich. m,- u, Der SA.-Führer Frank Rexrodt aus Muhl- hausen flüchtete mit 21 999 Mark unterschtage- ner Gelder nach Frankreich. Der Sturm- führer Bunge aus Gandershausev unterschlug IS 999 Mark Krankenkassengelder— das B r a u n s ch w- i g e r Gericht wandte aus ihn die Amnestie an. Der Kreisleiter der NSDAP. Prinz wurde vom Schöffengericht in Wiesbaden zu 2 Jahren 1 Woche Gefängnis wegen Unter- schlagung von 28976 Mark an Betriebskronken- kassengeldern verurteilt: der Nozisührer in Rottenburg, der O b e r st e u e r s e k r e t a r Keim, wegen Amtsunterschlogung und Falsch- buchung zu 6 Monaten Gefängnis; die National- sozialisten Peters und Burg wegen Unterschlagung von 8999 Mark Lohngeldern zu 1 Jahr bzw. 3 Monaten Gefängnis: der Nazi-Bürger- meister von Maschingen bei Böblingen Zetz- mann wegen fortgesetzter Unterschlagung im Amt, Untreu« und Betrug zu 2 Jahren Gefängnis und 3 Iahren Ehrverlust usiv. Der Nozi-Obergerichtsvollzieher Kleinert aus G r ü n b e r g unterschlug 13 999 M.; der S A.- F ü h r e r in Stettin Günther Grohl 7999 Mark. Der Nazi-Bahnhossvor- st« h« r Lüder» in Braunschweig beging gleichfalls eine Unterschlagung: ebenso der SA.- Mann Mühlfriedel in Wilkau. Der Kafseehausbesitzer Heinrich Hause«, ein be- kannter Münchener Nazi, früherer Be- sitzer des Reichsadlers, des jetzigen dritten Braunen Hauses, erhielt wegen einer D e- oisenschiebung 4 Monate Gefängnis: der Staatsanwalt hatte ein Jahr Zuchthaus bean- tragt: der Nationalsozialist Narten vom Ham- b u r g« r Schnellgericht wegen Kaution?- schwindeleien in Höhe von 27 999 Mark, die zum Teil in die Parteikasse geslossen sind. 4 Jahre Zuchthaus und 4 Jahre Ehrverlust. Der SA.-Führer Neiden in Leipzig wurde wegen Betruges und Urkundenfälschung zu 2% Iahren Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt, der Nazi Staubitz in Hanau wegen Rentenbetruges zu 1 Jahr Gefängnis, der Na- tionalsozialist Thierhoff aus Stiepel vom B o ch u m« r Gericht wegen Betruges zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis. Einbrecher und Diebe Auch Hier nur eine kleine Auslese: �Za» Kieler Schössengericht verurteilte zwei SS- Leute wegen Einbruchs in 15 Fällen zu je 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und einen SA.- Mann zu 1 Monat Gefängnis. Die SA.-Führer Ströhmann und Zimmermann aus H e r s ch- k a l l e n wurden vom Schöffengericht in I n st e r- bürg wegen verschiedener Einbruchsdieb- stähle zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt usw Dann wurden drei Nazis als Segeljachtdiebe verhaftet, in Ochtrupp vier SA.- Leute wegen zahlreicher Einbrüche, dann wieder ein Nazi als Fahrraddieb, ein anderer wegen Kameradendiebstahls, dann erhielt ein Sturm- führer der SA. wegen Getreidediebstähle acht Monate Gefängnis, in Düsseldorf wurde der Sturmführer Leuchter als Führer einer Auto- diebeskolonne überführt und der SA.-Mann Kühl als M a n s a r d e n d i e b; mit dem letzteren wurden noch weitere fünf SA.-Leute der B e» satzung de» SA-Heims verurteilt: es waren dies die berüchtigten Koburg-Fahrer. * Die Liste krimineller Nationalsozialisten und SA.-Leute allein vom Jahre 1932 könnte beliebig vermehrt werden— es fehlen in Ihr z. B. die zahlreichen Selbstoerstümmler und alle gemeinen Verbrechen mil dem„politischen" Mäntelchen. Doch auch die Slütenlese hier genügt! Alle sind de, großen Adolf»„Sameraden"! ERSTE BEILAGE MITTWOCH, 4. JANUAR 1933 ErwerbölosenselbMse auch 1Q33 Das Werk der Notgemeinschaft muß ausgebaut werden Erwerbslose Helsen Erwerbslosen— das unier diesem Leitwori siehende Werk der A o l g e- mcinschasl Berlin ha« reiche Ariichie ge- lrogen. Ueber die bisherige Arbeit uniercichtet der nachsiehende Arkikel des sozialdemokratischen Stadl- oerordnelen L c m p e r i. der sich um die Förderung des Hilfswerkes besondere Verdienste erworben hat. * Wenn ein Wunsch und eine Hoffnung, seil Jahren in Millionen unserer Volksgenossen lebendig, seine restlose Erfüllung im neuen Jahre finden mühte, so der. daß Arbeit und Vrot ge- schassen werde». Leider ist die Erkenntnis, daß zur Erreichung dieses Zieles eine auf dos Gesamt- wohl der Menschheit eingestellte Wirtschaft von- nöten ist. noch nicht Allgemeingut. Die Vefriedi- gung und Erfüllung der millionenfachen Hoffnung ist deshalb.zunächst an die Frage gebunden, inwie- weit im kommenden Jahr die Möglichkeit besteht. den Forderungen noch einer planmäßigen Wirtschaftsführung stärkere Geltung.zu oerschaffen. Wer angesichts der immer noch steigenden Not und der unzulänglichen Ilnterstüßmig der Erwerbs- losen und Alten das furchtbare Las dieser Mit- menschen lindern will, der muß dos Prinzip der organisierten Selb st Hilfe sowie die Forderung noch stärkster praktischer Solidarität der Arbeitende» mit den Wirtschofrsopfern an- erkennen und unterstützen. Es wird für das begonnene Jahr Ausgabe der im Wege der Selbsthilf« allerorten arbeitenden Gemeinschaften sein, durch stärkere Herausstellung der dem Selbschilfewerk zugrundeliegenden Ideen, durch schnellen, umfassenden Ausbau der be- stehenden örtlichen Einrichtungen, weiteren Kreisen die volkswirtschaftliche Bedeutung und die Notwendigkeit geistiger und materieller Unterstützung des Selbsthilfewerkes klar zu machen. Die Selbfchllfegemeinschaften eimchließlich der in Berlin bestehenden Notgemcinschaft zur Er- £wa&sfasei*Uäf€' auch im neuen Jahr! Gebt für das Sesbs»- hilfewerlc der Erwerbsiosen! Unterstützt die Ziele der Notgemeinschoft Berlin zur Errichtung von Küchen und Heimen e.V.! Spenden können auf das Postscheckkonto Nr. 152242 zur Einzahlung gebracht werden. Auskünfte erteilen: Büro Thaerstroße 31, Alexander 1826; Büro Wilhelmstroße 46, iöger 1042. richtung von Küchen und Heimen dürften für sich nicht das Recht stärkster Beachtung in Anspruch nehmen, wenn ihr Wirken sich auf das Sammeln von Spenden und Geben von Almosen erschöpfen würde. Die Wiedererweckung brachliegender körperlicher und geistiger Kräfte, das heraus- heben der Jugend und des Alters aus dem sie verzehrenden Gedanken völliger Nutzlosigkeit, die Weckung der Freude an gemeinschafllich im Rahmen des eigenen Werkes vollbrachter Arbeit find in knappen Worten einige der neuen Gc- danken und tragenden Stützen der Selbschilfe- bewegung. Was geschafft wurde. Ein Jahr nicht immer leichter Arbeit ließ selbst unter erschwerten Verhältnissen in Berlin be- merkenswert« Ansätze entstehen, die es zielbewußt angesichts der großen Not zu erweitern gilt. Zwölf Küchen, von welchen sechs erst vor kurzer Zeit erstellt werden konnten, verabreichten etwa 750 000 Liter Esten- Portionen. Fünf großzügige heimonlagen, darunter ein Gartenhcim verbunden mit Viehhaltung, geben ein weiteres Bild von der im echten Ge- memschaftsgeist geleisteten Arbeit und stellen die Durch führungsmöglichkeit der vorerwähnten Ideen unter Beweis. Einige der im Jahr auf dies« Art erzielten Leiswngen verdienen auch im Rohmen dieser Be- trachtung sestgehalten zu werden. In Weißensee verrichteten unsere Freunde anläßlich der Erstellung ihres Heimes und der Küche nicht weniger als 6800 freiwillige, freudig geleistete Arbeitsstunden. In 4500 Stunden wan- Helten die Jugendlichen und Alten einen umfang- reichen Schuttplatz in ein blühendes Garten- heim um. Gleiche Opferbcreüschaft und Arbeits- freudigkeit auch bei dem vor einem Jahr ent- standen«« und täglich von 350 Jungen und Alten besuchten Heim Friedrichshain. Un- gezählte Arbeitsstunden und ausgewandter Fleiß w dem Arbeitskreis des W e d d i n g s. Leistungen aus dem Gebiete des Küchen-, heim- und Werk- stättenbetriebes, die allen außenstehenden Be- suchern Achtung abnötigten. Aber nicht nur die Bauarbeiten und die Ber- vollkommnung des Inventars werden aus Liebe zur eigenen Sache freiwillig getätigt, sondern das Bereiten der Speisen, die Betreuung der Heime, der Reinigungsdieust, die gesamte Verwaltung werden ehrenamtlich von den Gemeinschaften der Erwerbslosen durchgeführt. Von Pessimisten wurde im Anfang der Be- wcgung immer wieder die Befürchtung geäußert. bei der großen Zahl und der verschiedenen re- ligiösen und politischen Einstellung der Essen- teilnehmer und hcimbesucher, müßten sich für das Gemeinschaftsleben störende Auseinandersetzungen ergeben, kann als völlig gegenstandslos.'«zeichnet werden. Liefert doch dos heim Friedrichshain mit über 100 000 Besuchern im verflossenen Jahr den Beweis guten komeradschoftlichen Zusammen- Haltens. Rur stichmortmößig soll zur Abrundung des Bildes den der Bewegung noch Fernstehenden weitere Kenntnis vom inneren Leben der Gemein- Ichosten gegeben werden. Da musizieren erwerbs- lose Musiker, die sich im heim zusammenfanden. Außerordentlich groß ist die Zahl derer, die sich an belehrenden und unterhaltenden Vorträgen be- leiligten. Gleich starte Beteiligung war bei den Schachkurscn und beim englischen Unterricht zu oerzeichnen. Stets gefüllte L e s e r ä u m e und Be- streben der heiinleitungen, gediegenen Lesestoif in ausreichendem Maße zu beschaffen. Ein Rliclc in die Werkstätten zeigt Schuhmacher und Schneider den Nächsten im Rohmen der Gemeinschaft betreuend, zeigt Maurer, Tischler, Maler mit dem Ausbau und der wohnlichen Ausgestaltung der Anlagen beschäftigt. Alles in ollem sind es erfolgreiche Anfänge. die es im neuen Jahr mit allen Kräften zu fördern und zu erweitern gilt. Auch im Jahr,. 1933 muß der Satz Geltung hoben: Dem Nächsten. in Zeiten der Not zu helfen ist sittliche? Gebot und unsrer aller Pflicht.! Körperkultur verboten! Die I�oed'LekuIe sukxe'.öst— Sabotage des Landtagsbeschlusses Der preußisch« Kommissar Professor K a e h l e r im Mniisterium für Wissenschost, Kunst und Volts- bildung hat durch Verfügung vom 27. Dezember 1932 die Körperkulturschule Adolf Koch für aufgelöst erklärt, nachdem bereits durch Erlaß ein Verbot zum 1. November 1932 ausge- sprachen worden war. Die Auflösung der Schule widerspricht aber dem Beschluß des Hauptausschusses im Preußischen Landtag vom 20. Dezeniber, nach welchem mit über Zweidrittelmehrheit die Weite rführung der Adolf- Koch-Schule ncrlangt worden war und die kommissarische Regierung ersucht worden ist, ent- sprechende Verhandlungen sofort zu führen und dem Landtag zu berichten, Die Auflösungsverfügung des kommifjarifchen Kultusministers ist also«ine gla t-d« So b o t a g« des Volkswillens, der im Landtag verkörpert ist. Wie wir uns ziwerläffiger Quelle er- fahren, lind leitende Mintsteriatbeamte im Kultus- nnnifterürm nicht der Meinung ihres Ministers.' Sie stellen sich nur als Beamte gezwungenermaßen Hinter die Ansicht ihres jetzigen Vorgesetzten. In den vorhergegangenen Besprechungen mit Adolf Koch ist wiederholt festgestellt worden, daß kein Grund zu einer Beanstandung in pädagogi- scher oder sittlicher Beziehung vorliegt, sondern daß tatsächlich die Auflösung nur deswegen er. folgt, weil die Schule durch ihre soziale Tätigkeit ihre unentgeltliche ärztliche Vera- Malygtn" im Sinken Katastrophe im Eismeer Ter große sowjetrusstsrhe Eisbrecher .,fv!«rlt»giil" ist im Nördlichen Eismeer in voller Fahrt im Tuntel der Nacht auf einen Eisberg gerannt und hat sich dabei et» großes Leck zugezogen. Sofort nach dem Unglück wurden 8 O 8- N u f e ausgesandt, die von den Funkstationen an der Eisnieerküstc aufgefangen wurden. Die Funkstationen habe« während der Nnckst in funkentelegraßhischcr Verbin- dung mit..Mulhgin" gestanden, jedoch hörte« die Signale plöülich auf. Man be- fürchtet daher, daß der Eisbrecher im Sinke» ist. Zlu Bord des..Malygin" befinden sich über 100 Man« Befaüung. GA.-Giloester Krach mit Schupos Die Links- und Rechtsradikalen haben sich in der Silvesternacht gegenseitig die erst« Probeschlacht des neuen Jahres geliefert. Im Zusammen- hang mit der Tötung des lkjährigen hitlerjungen in der Utrechter Straße wurden von einem Polizei- kommando zwei KPD.-Lokale durchsucht. Die Beamten waren gerade damst fertig, als sie Fensterscheiben klirren hörten. Es wurde fest- gestellt, daß die Fensterstürmer in das SA.-Lokal geflüchtet waren. Der Polizeileutnant begab sich darauf mit seine» Beamten in das SA.-Lokal, um es zu durchsuchen. Einer der SA.>Leute, der 22jährige Kriebel. ein mehrsach wegen verschiedener Delikte vor- bestrafter Mann, mochte oerjchiedene Redens- Krankenhaus gebracht werden mußte. In der Ber- Handlung, in der Frau h. als Nebenklägerin auf- trat, beteuerte die Angeklagte, daß sie das Alternat nicht beabsichtigt habe. Sie habe sich das Lötwasser zu anderen Zwecken besorgt und nicht gewußt, daß die Flüssigkeit so gefährlich sei. Der Staatsanwalt nahm dagegen an. daß Frau B. die Erb Ii»- dung ihrer Nebenbuhlerin beabsichtigt hatle und beantragte gegen sie zwei Jahre Zucht- Haus. Die Strafkammer des Landgerichts I urteille aber milder, indem sie annahm, daß die Angeklagte lediglich beabsichtigt hatte, ihrer'Nebenbuhlerin einen Denkzettel zu verabreichen. Frau B. wurde wegen schwerer Körperverletzung zu ein Jahr Gefängnis und zu einer an die Neben- klägeri» zu zahlenden Buße von 3000 Mark verurteilt. Bei Verkündung des Urteils brach die Angeklagte weinend zusammen, so daß sie aus dem Gerichtsfaol getragen werden mußte. rungan unbemittelte Mitglieder, ihre unentgeltliche Abgabe von Braufebädern. höhen- sonnenbeslrahüingen und Gymnastikunterricht an Unbemlltelte in den Vordergrund getreten ist! Tatsächlich hat auf Grund des Verbots d i e Stcuerbe Hörde das Postscheck- und Bankkonto der Körpcrkulturfchule Adolf Koch sperren lassen, nachdem eine wissenschaftliche Filnweronstaltnng„Die Seele des Kindes"' als eine vergnügungssteuerpflichtig« An- gelegenheit bezeichnet morden ist, obwohl sich die Schule trotz dieser unsinnigen Entscheidung zu Natenzahlungen bereit erklärt hat— well die Steuer nach dem Verbot mit dem wirtschaftlichen Bankrott der Schule rechnet. lieber 4000 Angehörige der Schule, die zum größten Tell zu den wenig begüterten Volksgenossen gehören, werden pon dem Schicksal betroffen. B e- strafung auf Grund freiwilliger Mehrarbeit— das ist Preußen von 1933! Appell an Schleicher Der Leiter der Schule Adolf Koch Hat sich in einem ausführlichen Schreiben an Reichskanzler von Schleicher mll der Forderung gewandt, von sich aus über die R e ch t s g ü l t> g k e i t der Verfügung Professor Kaehlers zu entscheiden. Wird Herr von Schleicher auch diesen neiiesten Streich der preußischen Reaktion mitmachen? Nie vieper-Slique Komplicen des Morders Bei der Aufklärung der Eiirbruchsjerie des in- zwischen durch Selbstmord geendeten Choufseur- Mörders und Bandenführers Eugen Pieper sind bisher vier Mitglieder der Berbrecherclique hinter Schloß und Riegel gesetzt worden. Die Täte» der Einbrecherkolonne reichen sehr well zurück und mehrere Dutzend Einbrüche und UeberfMe dürsten auf ihr Konto kommen. Am Dienstag hat der Vernehmungsrichter im Polizei- pröstdilim gegen Erna Trochmann wegen ge- meinfchaftlichen schweren Diebstahls, gegen Klose als Mittäter bei den verübten Einbrüchen, gegen Beyer wegen fortgesetzter Hehlerei und gegen einen vierten Mann, der die Bande mit Schußwaffen versorgte, Haftbefehl erlassen. Das vierblättrige Kleeblatt ist bereits in das Untersuchungsgefängnis Moabit gebracht worden. arten, wie: hier wird nichts durchsucht! Durchsuchung kommt gar nicht in Frage!, und störte die Beamten bei ihrer Arbeit. Als alle Beschwichtigungsoersuche vergeblich waren, ordnete der Polizeileutnant an, den Mann in Gewahrsam zu nehmen. Dieser leistete Widerstand, ein anderer SA.-Mann mischte sich ein, es kam zu einem regelrechten Ringen zwischen den Beamten und den beiden SA.-Leute», einer der Beamten erhielt einen Stoß gegen die Brust und siel zusammen mll Kriehel zu Boden: es kostete nicht geringe Mühe, die SA.-Leute abzuführen. Vor dem Schnellgericht erklärten sie, sie seien beide betrunken gewesen. Das Gericht verurteilte sie zu je einem Monat Gefängnis. Die Augen ausgeätzt Furchtbare Eifersuchtstat Schwere Folgen halte ein Eiserjuchts- a l l e n l o t, das Frau B. aus ihre Nebenbuhlerin Frau h. verübt hatle. der sie bei einem Besuch in ihrer Wohnung Lötwasser ins Gesicht spritzte, so daß eiu Auge herausgenommen werden mußte. während das andere die Sehschorse verlor. Frau B. hatle von ihrer erwachsenen Tochter er- fahren, daß ihr Mann, während sie im Kranken- Haus gelegen hatte, Beziehungen zu einer früheren Jugendfreundin, Frau h. in der Stargarder Straße, wieder aufgenommen hotte. Nach mel- fachen Auseinandersetzungen besorgte sich die ver- zweifelte Frau eine kleine Flasche mit L ö t- wasser, die sie in ihrer Tasche trug, als sie in die Wohnung der Frau h. ging, um diese über ihre zerstörte Ehe zur Rede zu stellen. Anstatt jeder Ausemandersetzung schüttete Frau B. aber gleich nach Eintritt in die Wohnung ihrer Nebenbuhlerin die ätzende Flüssigkell ins Gesicht, so daß diese zusammenbrach und schwer verletzt ins Strumpf statt Sparkasse Das..verlorene" Sparbuch Eine Hausangestellte hatte sich in langen Jahren 430 Mark gespart. Bor einiger Zeit bekam sie aber Bedenken, ob das Geld auch bei der Sparkasse sicher sei. Sie beschloß daher, es abzuheben und bei sich im Strumpf auf- zubewahren. Da sie aber vormillags- nicht abkommen konnte, erbot sich ihre Schneiderin, Frau Luise St., den Weg zur Sparkasse zu machen. Die Angestellte übergoh chr das Sparkassenbuch und die Sperr- karte, und dann hörte sie monatelang nichts mehr weder von dem Gelde noch von ihrem Sparkasien- buch. Frau K. hatte immer andere Ausreden und erzählte ihr, welche Schwierigkeiten die Abhebung der ganzen Summe mache. Schließlich ging Minna die Geduld aus, und sie drohte, daß sie sich selbst an die Sparkasse wenden werde. � Die Geschädigte zeigte sie nun an. und Frau K. hatte sich wegen Unterschlagung vor dem Schöffen- gericht Berlin-Mitte zu verantworten. Das Ge- richt glaubte ihr ihre Erzählung von dem Verlust des Sparkassenbuches nicht, denn an demselben Tage, an dem sie das Sparkassenbuch erhallen hatte, waren bereits ZOO Mark abgehoben worden und der Rest einen Monat später. Frau K. wurde wegen fortgesetzter Unterschlagung zu drei Monaten Gefängnis oerurteilt, sie erhielt aber Bewährungsfrist unter der Bedingung, daß sie den Schaden in Monatsraten ersetze. Mensch im Kanalrohr Ein ungeklärter Vorgang Wittenberg svez. Holle), 3. Zonuar. Frühmorgens gegen b Uhr hörten zur Arbeil gehende Leute plötzlich hilseruse aus der Erde dringen. Unter einew Kanaldeckel an der Ecke Adler- und Lnlherslroße kam menschliches Stöhnen nnd Hufen hervor. Die sofort benach- richle Kriminalpolizei. Schutzpolizei und Feuerwehr stellten fest, daß zwischen dem Einsteige- fchachl und der Einmündung in den vorbeifließeu- deo Bach iu deu Kanalröhren ein Mensch lag. obwohl die Höhren nur einen Durchmesser von 50 Zentimeter haben. Nach eifrigster Arbeit ge- lang es, den Unglücklichen mittels längs aneln- andergebnndener holzsiangen mit einem haken zu fassen und hervorzuziehen. Er lag in einer Eni- sernnng van etwa 15 Metern, vom Schacht. Als man ihn jedoch gegen S?g Uhr geborgen hatte, war er bereits toi. Es handelt sich um den ö5jShrigev Arbeiter Hermann Bossen ans Wittenberg. Die linke Pulsader war zweimal durchschnitten. Ein blutiges Messer steckte in der rechten inneren Brusttasche. Ob ein verbrechen vorliegt, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Einige Festnahmen sind erfolgt. Oesterreich im Knnsllichtbild. Vortrag mll 200 Aufnahmen von Redakteur a.?. Theodor B r i e g e r, Verkehrsbüroleller in Linz a. D., Mittwoch, 18. Januar, Naturfreunde, Fried- rich. Werderfches- Oberreolgymnasiinn, Wein- niestterstraße 16/17, 20 Uhr. In wenig Worten Die Hamburger Hochbohngesellsck>aft teill mit, daß die Abdichtung der Baugrube am U-Bahnhas Iungfornftieg sofort in Angriff aenommc» war- den sei Der bereits sertiggestellte erste Bauabschnitt und der in Beirieb befindliche Tunnel seien nicht gefährdet. Die wasserdichten Quer- wände zum Tchuge dieser Teile hätten ihren Zweck nollständig erfüllt. * Bei Abbrucharbeiten an einer seit langer Zell stilliegenden Spinnerei durch den freiwilligen Arbeitsdienst ereignete sich in Düren ein tödlicher Unfall. Als eine Mo u e r umgelegt werden sollte, lief der Baulechnikcr Blüm auf die falsche Seite, stolperte und wurde unter den Gesteinsmossen begraben. Mit schweren Verletzungen wurde der Verunglückte ins Krankenhaus gebracht, wo er kurz darauf verschilf. * Ein furchtbares Familien drama, das fünf Personen das Leben kostete, spielte sich in einer Villa in Versailles ab. Dort wohnte ein Notar mit seiner Frau, seiner Schwieger- mutter und seinen beiden Kindern. Am Morgen begab sich die Frau des Notars, die schon seit längerer Zeit Zeichen von Schwermut zeigle, in den Keller, wo ihr Mann mit den, Anmache» der Heizung beschäftigt war. Ohne ein Wort zu sagen, lötete sie ihn durch einen Schuß in den Kopf. Dann ging sie in das Schlafzimmer ihrer Mutter und sagte ihr ebenfalls eine Kugel in den Kopf. Nachdem sie anschließend ihr jüngstes Kind er- d r o f.s e l t hatte, tötete sie ihren zehnjährigen Sohn ebenfalls durch einen Renolverschuß. So- dann schrieb sie einen längeren Abschiedsbries an ibre Verwaiidten und machte ihrem Leben durch eine Kugel in den Mund ein Ende. Als die Polizei eintraf, waren alle fünf Opfer bereits oerschieden. * Auf einem der Stadt B o ch u m gehörenden Gute brach am Dienstagnochmittag Graßfeuer aus, das eine Scheune und einen Stall ver- nichtete. Acht Fohrzeuge und 230 Zentner Getreide sielen den Flammen zum Opfer. Wie gleich- zeitig bekannt wurde, ist der Pächter des Gilles seit Wochen verschwunden. Eelbftmofö auf bei- Straße Auf dem H o ck e s ch e n Markt spielte sich am Dienstagnachmittog ein ousregender Vorfall ob. Ein Passant setzte plötzlich eine P i st o l e gegen seine Schläfe und drüitie zweimal ab. Blutüoer- strömt brach der Lebensmüde zusammen. Durch einen Polizeibeamten wurde der Schwerverletzte ins Hedwigskrankcnhaus gebracht, wo er einige Stunden»ach seiner Einlieferung st o r b. I» den Taschen des Mannes wurde ein Zettel ge> funden, auf dem der Name„Paul Luther, Werkmeister" geschrieben stand. Der Selbst» mörder ist etwa SS bis SS Jahre all Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen auf- genommen.— Auf dem Heuboden seines Hauses in der Kaiser-Friedrich-Straße 6 in Adlershof erhängte sich gestern der SSjährige Pensionär Wichelm R. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. — Außerdem versuchten sich in den gestrigen Nach- Mittagsstunden vier Personen durch Gas zu ver- giften. In allen Fällen gelang es der alarmierten Feuerwehr, die Lebensmüden zu retten. Die ersten Maikäfer! Zehn Zentimeter unter der Erde fand gestern ein parteigenössischer Gärtner im Botanischen Garten in Dahlem beim Umgraben zwei ausgewachsene Maikäfer. Die letzten, für die Jahreszeit außergewöhnlich warmen Tage hatten die Tierchen zu so frühem Leben erweckt. Bei ihrem Besuch in der Redaktion des„Vorwärts" waren die beiden Kerlchen so munter, als wären wir wirklich schon im schönen Monat Mai. Wieder steht ein Quartett junger Burschen vor der Strafkammer. Wieder handelt es sich um einen Raubübersall. Und wieder steht man vor der Tatsachen wie groß ist doch der Gegensatz zwi- schen der Gemeingefährlichkeit der Tat und der Vorstellung der jungen Leute von der Gefährlich- keit ihres Tuns— für sich und ihre Mitmenschen. In chrem Innern scheinen die notwendigen Hem- münzen gar nicht aufgekommen zu sein, sie haben es hundertmal in Kitschheften gelesen, in Filmen gesehen. Aber gerade aus diesem Grunde sagt das Gericht: die Strafe soll hier eine abschreckende Wirkung haben. Von den vier Burschen— alle sind sie um acht- zehn Jhar« herum— hatten drei keine Mutter oder Vater mehr. Alle vier hatten gut gelernt, hotten gearbeitet, verfügten über einen guten Leumund und bezogen alz arbeitslose Minderjährige nur ganz geringe Unterstützungen von ZHtz Mk. die Woche. Nur einer erhielt 9,50 Mk., die ganze Summe wurde zu Haufe abgegeben. Man hatte dos Leben mit der Wohlsohrtsunterstützung satt, man dachte an Wanderschaft und braucht« dazu Räder. Es muhte Geld herbeigeschafst werden. Der lLjährige N.— sein Vater war einst«in vermögender Mann— gab den Tip. Er hotte früher in einer Werkzeugsabrik gearbeitet, er wußte, daß der Buchhalter jeden Freitag von der Bank die etwa sS OOEMk. Lohngelder holt. Man überlegte, wie man zu dem Geld koimnen könnte. man besorgte sich vorerst mal schwarze Mas- Inventur! Vor und hinter den Kulissen Der traditionelle Termin für den Kauf aller- größter Billigkeiten hat auch wieder mit dem traditionellen Ansturm am Morgen des Eröss- nungstages eingesetzt. Die Schlager-Preisliste enthält unter der reichlichen Fülle des Gebotenen wiederum allerlei Dinge, die des Kausens, zu- mindest aber des Ansehens wert sind. Oder soll man etwa kunstseidene Frauen- kleider für noch nicht 2 Mark, Woll- Neider, deren Preis noch nicht einen Taler er- reicht, und gar einen Frauenmantel für zwei und eine Halde Mark als teuer bezeichnen. Die großen Kaufhäuser überbieten einander im„Unterbieten", so gibt es in Neukölln sogar einen Wintermantel mit Pelzkragen für ganze vier Mark. Als sich da am gestrigen Tage die Pforten öffneten, ergoß sich naturgemäß die Hochflut der ersten Käufer- portie in das Mäntelloger und wer 4 Mark auf- bringen konnte, der ging, nach heißem Erobe- rungskampi, mit einem Wintermantel angetan k e n. Zum Gelingen des Unternehmens fehlt« ein Auto, und«in Ehausseur. der es noch gelungener Tot mit Blitzesschnelle vom Totort durch die Straßen führen tonnte. Da erinnerte man sich des lljährigen Sch.. eines Motorradrennfah- r« r s, der beretts mehr als«inen Preis auf der Avus und sonstwo für meisterhaftes, ja tollkühnes Rennen eingeheimst hatte. Sch. holte mit einem der Komplicen vom Viehhof einen Mer- cedesmagen, man fuhr zur Siegfriedstraße, nahm in der Nähe der Fabrik Aufstellung, zwei von den Burschen versteckten sich hinter den Bäumen. Der ahnungslose junge Buchhalter erhielt von einem der beiden einen Schlag gegen die Schläfe, der an- der« versuchte die Aktentasche mtt dem Geld zu entreißen. Der Ueberfallene schrie um H i l f«, be- kam noch einen Schlag, die Lehrling« aus der Fabrik eilten herbei, die Burschen flüchteten, stürz- ten ins Auto und weg waren sie. Zwei Monate später, im September, wurden alle Vier verhastet. Die vier unbestraften Burschen hatten nichts von Räubern an sich. Sie mochten nicht gerade einen schlechten Eindruck, bereuten ihre Tat. baten um ein mildes Urteil und um Bewährungsfrist. Sie erhielten Strafen von l Jahr fünf Monaten und l Jahr sieben Monaten Gefängnis!«ins Bewäh- rungsfrist wurde abgelehnt. In der Urtellsbegrün- düng sagte Landgerichtsbirektor Dr. F r ieb- mann: Die Abschreckung muß angesichts der Ueberhandnahme von Ueberfällen in den Vorder- grurid treten. nach Haufe. Wer aus sehr kleinem, oder ganz großem Fuße lebt, kann die schönsten Modell- schuhe kriegen und die Hutpyramiden bergen Kappen und Mützen, deren Preis sich zwischen einer Viertel- bis einer ganzen Mark bewegt. Was angestaubt oder sonstwie leicht blessiert ist— hauptsächlich Wäschestücke—, wird ganz, ganz billig verschleudert, Woll- und Wirkwaren. Strümpfe und Handschuhe, alles ist bis zum Aeußersten heruntergezeichnet. Das Hauptinter- esse gilt auch wieder diesen Lagern: warme Unter- kleidung, billige Stoffe, möglichst Reste, die noch einen extra niedrigen Restpreis haben, sind stark gefragt. Jüngere Verkäuferinnen konnten Verhältnis- mäßig gut untergebracht werden. Für alles, was über 25 Jahre ist, gibt es leider auch fetzt keine Arbett. Ebenso sitzen Verkäufer ohne Beschästi- gung da, denn die Herrenkonfektion liegt bei- spielsweise ganz danieder und wird auch durch die Inventur nicht wieder belebt. Ebenso ergeht es dem gesamten Konlorpersonal. Die Jnventur- beschäfligung ist aber auch für die wenigen Glück- lichen. die Arbeit bekamen, eine bonge Freude. Da wird mit täglicher Kündigung engagiert und nach ein, zwei flauen Tagen ist es gewöhnlich aus. Auf dem A r b e i t s m a r k t der Hersteller. der billigen Schlager, in der Wäsche- und Kleider- branche. gab es im Dezember so eine leichte Be- lebung. Bor allem waren es die Heimarbeite- rinnen, die vom Zwischenmeister etwas Arbett erhielten. Ueber die Entlohnung soll man allerdings lieber nicht sprechen: wenn die Tätigkeit der Näherinnen schon unter normalen Umständen mehr als kümmerlich bezahtt wird, so ist natur- gemäß die Bezahlung für billigste Artikel noch weit niedriger. Krach in Pankow Uursermeister gegen Stadtrat In Pankow ist jetzt ein seit einigen Wochen schwelender Konflikt zwischen dem früher deutsch- naiionalcn Bezirksbürgermeister Dr. Meißner und dem Vorsitzenden der deutschnationalen Fraktion und gleichzeitigen unbesoldeten Stadtrat Otto Faust akut geworden. Faust wird vor- geworfen, daß er, entgegen dreimaliger Verwor- nung durch den Bürgermeister, einen Angestellten für sein Dezernat mtt einem Gehalt engagiert hat. das beträchtlich höher ist, als es im Etat des Bezirks vorgesehen ist. Bor einiger Zett ist Dr. Meißner aus der Deutschnationalen Partei ausgetreten und hat nunmehr gegen Herrn Faust ein Disziplinarverfahren beantragt. Außerdem soll gegen Faust ein« Regreß- klage anhängig gemocht werden. Die Räume des Geaeralkonsulaks der polnischen Republik bleiben am 6. Januar d. I. ge- schlosien. Die Vier mtt der schwarzen Maske (�ekängnis für versuchten Rauh— Das Geld für die Räder ttatcnDungen ffit ütese Rubrik ftnd B f 1 1 i« TV 68 Liudenstraß» 8. parteinachnchten�M�fur Groß-Berlw ftcti»» ta> Scgtclffctretaria: !. 8«f. S Iteoucn reibt». ,u richte» 'Beginn aller Veranstaltungen lttl- Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Art'ts. Donnerstag, 5. Januar, erweiterter Kreisvorstand bei Krüger, Grimmstr. 1. Areis. Donnerstag. Januar. 16 Uhr. Zusammenkunft erwerbsloser Par. teimitglieder bei Will. MartineLuthereStr. 69. Ein Querschnitt durch die Zritlite.ratur. Referent: Dr. Walter Groß. J*reis Neukölln. Achtung! Montag, 9. Januar, Ratbaus, Zimmer 1?7. Eitzung der Bezirtsverordnetenfraktion mit engerem.�reisnorstand und Abteilungsleitern. Vortrag des Genossen Stadtrat Heuer über:„Die Neugestaltung Groß-Berlins". »reis. Mittwoch. 4. Januar, 20 Uhr. Zusammenkunft aller Obleute und Helfer der Zeitungskommission. Köpenick. Schloßftr. 27. Zireie. Der Kursus des Genossen I. P. Mayer:„Revolution und Gegen re.vokution" findet am ä. und 12. Januar, 20 Uhr, in der Bibliothek Wcichfclftr. 28 statt. «reis. Donnerstag. 5. Januar, Erwerbslosenzusommenkünfte an folgenden Stollen: Reinickendors.Oft 15 Uhr Schule Hoppestraße. Referent:«lurt Bi- ging. Reinickondorf-West 15 Uhr im Botkshaus. Scharnweberstr. 114. Vortragende: Genossin Schinz. Wittenau um 16 Uhr Jugendheim Reue Schule. Referent: Wilhelm Tietgens. Tegel um 15 Uhr Jugendheim Schöneberger Straß« 8. Vortragender: Hans Fuhrmann. Abt. Freitag. 6. Januar, wichtige Funktionärsitznng im Saal 3 des Ge° j werkschaftshauses.! Abt. Donnerstag. 5. Januar, 20 Uhr, Funktionärsitzung. Stellungnahme zum Reichs-- und Bezirksparteitag und Äbteilungsleiterwahl. Abt. Unserer alten Genossin Anna Körner zu ihrem 83. Geburtstage und Amhrrgcnl Parteijubiläum die herzlichsten Glückwünsche oller Parteimit. gltede.r. Abt. Heute Bunter Abend der jüngeren Parteimitglieder bei Pohst, Lychener Ecke Stargarder Straße. Kabarett. Abt. Donnerstag, 5. Januar, 20 Uhr. Funktionärsitzung bei Goldschmidt. Abteilungsleitung eine halbe Stunde früher. Abt. Donnerstag. Januar', Funttionärsitzung bei Valentin,.�rautstr. 36. Abt. Hente, 10 Uhr, Funttionärsitzung bei Reumann. Gubener Str. 44. Abt. Heute, 20 Uhr. Ausspracheabend der jüngeren Parteimitglieder bei Wolter,.Kaiserin. Aimusta-Allee 52. Abt. Freitag. 6. Jannar, 20 Uhr, Funktionärversammlung bei Reimann. Sedannr. 17. Abt. D.onnerstag, 5. Januar, 20 Uhr, Zusammenkunft jüngerer Parteimit- glieder bei Zlabe, Handjerystr. 60—-61, Grundlagen des Marxismus. Refe- r?ni: Genosse Hurewitsch. Freitag. 6. Januar, Funktionärversammlung bei Rosenau, Varzinex Ecke Laubocker Straße(20 Uhr). Abt. Wegen de'- Tranerkeier des Genossen Bernstein findet unsere Funk- tionärsitzuna Donnerstag, 5. Januar, im Lokal Wißmannssr. 10 statt. Abt/ Wir besuchen heute, 20 Uhr. die Jüngerengruppc der 00. Abt. bei Dübel, Weser. Ecke Fuldastraßo. Abt. Freitag, 6. Januar. 10 Uhr. Vorstandssitzung: 20 Uhr Funktionär- lltzung. bei Schumann. Treptower Str.-90. Abt. Donn-'rstog.' 5. Januar. Funktionärsitzung bei Lohann, Wipper. itraße 18—10. Abt. Donnerstag.*. Januar. Uebungsabend der Agitgruppe. Freitaa, 6 Januar. Funktionärversammlung im Sitzungsravm Hannemannftr. 40. Abt. Donnerstag. Januar, 19 Ühr. Funttionärsitzung bei Si-wert. Abt. Donnerstag. 5. Januar, 15 Uhr. an bekannter Stelle Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder. Referent: Hans Marx. Abt. Bezirk Weiße Taube. Donnerstag. 5. Januar. 20 Uhr, Mitgliederver. sommlung bei Rutzki. Reichsparteitag. Referent: Hans Lehnert. Abt. Donnerstag, 5. Januar, Funktionärfitzung im Rühleneck. Arbeiksgemeinschaft der kinderfreunde. � Zricdr-chshai»> Heut«, 18 Uhr, Voltstanzabend fit« Jung, unb fc Rote Falten Litauer Elr. 18. Abt, Stralauer Viertel. Heute Licht. P bildernoatrog: Hamburg, Unkosten IV Pf. Interessierte Partei. M genoslen beritlichst willtommen. IZW Areuzberq. Zlbt, Süden, Heute geben wir»um Basteln ins Heim AH Basssrtorftr, t, zum Singen ins Heim llrbanstr. 187. Montag, »IM!). Januar. Mitgliedcroerlammluna Diettenbachstr. 80. Reutälln. Freitaa, 8. Januar, findet unsere austirordeutliche Generalver. iamrnlung statt um' 20 llbr im itreizheim. Für diesen Termin muffen dl« Selsteausweise und Iugendherbeigsausweisc abgegeben werde«. Rcinickeudori. 20. Areiz. Wir treffen uns bei Frostwetter täglich zum Schlittschuhlaufen am Steinberggeländc, zwischen Wittenau und Frete Scholle. Segen Fallenausweis Eintritt o Pf. Montag, 9. Januar, Selferstttung im Jugendheim Wittenau. Alle GruPpenberichte müssen noch in dieser Woche an den Kreisleiter gelangen. Desgleichen die Helfcrauswcise und Lichtbilder. Frauenveranslaltuagen: >23. Abt. Donnerstag, ö. Januar, 20 Uhr. bei Hübner. Wilhelm. Ecke Bahn. holstrahe. Kainpijahr 1933 und die Ausgaben der Frauen. Referent: Paul Bernstein. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 9. Abt. Am l. Januar verstarb nach langem schwerem Leiden unsere lang. jährige. Genossin Katharina Bansemer, Lehrter Str. 52. Ehre ihrem Airdenken. Die Einäscherungsfeier findet am Freitag, dem 6. Januar, 16� Uhr. im Krematorium Gcrichtstraße stakt. 35« erwarte« rege Beteiligung. 110. Abt« Unser Genosse Richard Beckmann. Borsitzender der Betriebsfraktion der Heil. u. Pflegeanstalt Herzberge, ist im blühenden Alter von 48 Iahren verstorben� Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet am Freitag, dem 6. Januar, Vi Uhr. im Krematorium Gerichtstraße statt. Um rege Beteiligung bitten die Vorstände der 110 Abt. und der Betricbsfraktion. 01. 02. 0.1. 00. 0«. 117. 124. 127. 128. it V Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einlendungen für diel« Rubrik nur an da» Sugendl-lretariar Berlin CV 88 Lindenstraß« 2. vorn 1 Trevve recht, AsikeikungS'Jahreshaupkmitgliederverfammlungen: heule. Zlliklwoch. 4. Januar, 20 Uhr: Koltcnplatz: Tilsiter Etr. 4—3.— Petersburger Viertel: Ebcrtysir. 12.— Warschauer Viertel: Litauer ötr. 18.— Warschauer Viertel tR..A.>: Litauer Straße 18.— Spandau: Lindenufer 1.— Bohusdars und Falkcabcrg: Wachtel. straße I.- Zriedrichsbagc«: Friedrichsir. 87.— Lichtenberg-Mitte: Schar». weberstr. 22.— Reu-Lichtenberg: Gunterstr. 44.— Reinickeudars. West: Seidel. straße I. 4- Moabit 1: Walbenserstr. 20. Funltionärversammlung.— AirdreazpIaH l: Vrommustr. 1. Heimabend.— Frankfurter Viertel: Frontfurter Allee 307. Licht. bilder: Das alte und das neue Ehina.— Wannfec: Restaurant Lindenhof. Lustiger Monatsanfang.— Adlershof: Bismarckftr. 1. Bollstanzabend.— Lichtenberq-Rord! Gunterstr. 44. Heimabend.— Rahlsdors: Mclanchtbonstr. 63. Urteile über den Film. Werbcbczirt JUutölln: Erwerbslosenzusammcnlunft ab 15 Uhr Sonnet Straße. Sprechstunde lO'j Ilhr Ganghoscrstraßc. Werbebezirk Weding: Achtung, Gruppenvorsttzend«! Ilm Sontag, dem 8. Ja» nuor, Werbebezirtsnorsißendenkonferenz um 10 Uhr Schiinstedtstr, 1. Die Bs. richtsbogen für das 4 Quartal sind sofort bei dem Genoffen Willi Gentz obzugebsn. Sb�reie GeVerkschasts-Juaend Verlin t Heute, 10� Uhr, tagen die Gruppen: Südwesten: Jugendheim Äorck» straße 11 lFabritgebdudel. Ssimbefprechung, Berbandsbuchtorrtrolle.— Schüoeberg: Jugendheim Saurultr. 15(Gartenhaus). Gruppenabend fällt aus.— Spaudau-Äenftadt: Jugendheim Lindenufer 1. Heimbesprechung. — Nordring: Jugendheim Sannenburger Str. 20. Heimbesprechung.— W'ißea» se«! Jugendheim Weitzensee, Easeler Sir. 2. Heimbesprechnng. Berbandsbuch und ?iiimausw«iz sind mitzubringen.— Araswalder Platz: Jugendheim Schdn- anter Str. 11, Baracke 6, rechter Eingang. Heimbesprechung.— Neukälln: Jugendheim Borgstr. 29 sHos). Hcimbelorechung. Heimauswei» und Berbandsbuch mitbringen.— Flughafen! Jugendheim Flughafenstr. 88(U-Bahn Boddin. neue Jahr.— Humboldt: Jahresrückblick.— Baum» ,... 18. Jadrrsbeimbclvrechung. — llborlottenburg: Jugendheim Wallstr. 78, Zimmer 1. Heimbesprschuna.— Staaken: Jugendheim der 17. Bolisschule. Sartcnsiabt, Sirchvlntz. Omnibus. Haltestelle 81. Heimbesprechung.— Jugendgruppe de» Selamloerbandss: IN- gendhcim Engelufer 24— ZZ. Gesamtveranstaltung: 1. Bericht über die Ta- gung des Verbandsbeirat». 3. Aussprache. ®Iugent>oruppe des'Lenn-alverbanves der Ztnaestellten Heute, MittSoch. finden folgende Veranstaltungen statt: Schönhauser Barstadt: Zuganddcui, der Schule Sastanienallcc 81. Vortrag: Fuhrer der intsrnationalen Arbeiterbewegung: Marx und Engels. Reierent: Rachow. — Rardost 1: Jugendbeim Danziacr Str. 62«Baracke 3). Im neuen Jahr neuer Sampf.(Unsere Altivgruppenslihrer haben das Wort.)— Reinickendorf: Jugendheim Lindauer otr. 2(Baracks). Bunter Abend.— Köpenick: Jugend- heim Dahlwitzer Str. ld lGasanftalt am Bahnhof Söpenick). Das Programm wird auf der Bsranstaltung bekanntgegeben.— Zieulilln! Jugendheim Böh- mische Str. l— 4, Ecke Sanner Strafte. Taktik und Ideologie der Gewerlschafts. beweguna.— Südost! Jugendheim Mantcuifelstr. 7. Ein bunter Jahresanlang. — Eharlottrnourg: Jugendheim Spielhaaenstr. 4. Das Programm wird auf der Veranstaltung bclanntgegeben.— Spaadau: Jugendheün Lindenufer l. Mitgliederversammlung.— Potsdam-Rowawesi Jugendherberge Rowawes. Arbertsabend unserer Uebunasflrma.— Die Versicherungsgeiclllihaft„Sorgen- frei-' A.-K. tagt heute von 17 bis 19 Uhr im Berbandshaus, Hedemannftr. 12. SPD.-Funltioniir« bei den Städtische» Soswertcn. Donnerstag, 5. Januar. 1» Uhr, im Hackeschen Hos, Rosenthaler Str. 4«)— 41(kleiner Saal). Bar- sammlung. SPD.-Afü-Ardeiter, Staate». Freitag, 8. Januar, 20.Uhr, bei Wittschuß, Petersburger Str. 5, Frattionssitzung. Betriebsfraltiou der SPD. im Bezirksamt Sreuzberg. Unsere Jahreshaupt- oersammluna findet am Donnerstag, dem 5. Januar,.'0 Uhr, im Lokal von Ewald, Skalitzer Str. 128, Natt, Tagesordnung: l, o) Die Perwaltungsreform Groß-Bcrlins. Referent: Genosse Stadtverordneter Robinson, b) Jahresbericht. Referent: Genoffe Dr. Schloß, c) Sasscnbericht. Referent: Genosse Sutfchke. Mit ansä)li«ftender Aussprache. 2. Reuwahl der Obleute und des Borfiaudes. 3. Mitteilungen. 4. Verschiedenes. Vollzähllgrs Erscheinen ist Pflicht. Mit- glledsbuch legitimiert. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schlvarz Rot-Gold". Getchätts stelle: Berlin S 11 Sebastionstr 37—38 Hot 2 Tr WjySp weiftensce(Jungba). Donnerstag, 5. Januar, Turnabend in der bekannten Turnhalle.— Pankow(Ortsverein). Zu der bevorstehenden Generalversammlung machen wir alle Mitglieder nochmals auf Zahlung ihres Beitrages aufmerksam— Die fälligen Samcradschaftssitzungcn iilr Januar fallen au».— Sameradichast Wittenau. Mittwoch, 4. Januar, 20 Uhr, Generalversammlung im Lokal A. Schulze, Wittenau, Hauvlstr. 58. Tagesordnung: I. Bericht des Borstandes und Sassierers. 2. Entlastung des Saisierers und Borstandes. 3. Neuwahl des Porstande?. 4. Verschiedenes. Alle aktiven und passiven Samcradcn müssen erscheinen.— Treptow. Donnerstag, 5. Ja- nnar. Generalversammlung in Baumschulenweg, Ernslstr. 18(Jugendheim). Tagesordnung: Neuwahl. Beginn 20 Uhr. Erscheinen in Uniform,— Beißen- see. Donneretag, 5. Januar, 20 Uhr, in der bekannten Turnballe. Zentralncrband der Arbeitsinnaliden und Witwen Deutschlands. Am Mitt- woch, dem 4. Januar, finden nachstehende Berfamulluugen statt, zu denen Gäste eingeführt werden können: Grupve Wcdding II: 18 Uhr im Lokal Diet- rich, Swinemunder Str. 36, Ecke Demminer Straße.— Gruvve Mitte I: 18 Uhr im Metasiarbeit-rneoeinohau», Elfässer Sir. 88. Alle Verstcherungsrentner sind freundlich eingeladen. Arbeiter-Stenographen-Verria Sroß-Serli», im'Arbetter�Stenographen-Der- band für das deutsche Sprachgebiet. Reue Anfänaerkurse in Reichskurzfchrift beginnen: Rorb-sten: Senetelderstr. 8. Dienstag. 17. Januar. Norden: Schul- straße 99. 17. �Januar. Südwesten: Gneifenaustr. 7. 17. Januar. Sudosten: Reichenberger Str. 87. Donnerstag, 19. Januar. Osten: Litauer Str. 18. 19. Ja- nnar. Schöneberg: Feurigstr. 57. Dienstog, 17. Januar. Neukölln: Salfer- Friedrich. Str. 209. 17. Januar. Lichtenderg: Holteistr. 7—9. Donnerst---, 19. Januar. EhorloUcnburg: Oranicnstr. IS— 15. ssreireg. 20. Sonuar. All« Surs« beginnen um 19ih Uhr. Das Surfusaeld einschließlich L-brmittel be- trögt für 18 Dovpclstnnden für Erwachten« 8 M., Jugendlich« 5 M., Emoerb». lose 4 M. Weitere Auskunft, ouch über Fortbildung»,.i-nd Debatteknrfe«rteilt der Vorsitzende: Otto Wenghoefer, Betten:. d. Mark, Wilhelmstr. 10». Bund deutscher hirnnrrl-tzter Srieacr e. B.. Bezirisarupy« Berlin und der Provinz Brandenburg, Berlin O. It2. Niederbarnimsir. 5, m r. Freitag, 6. Januar, lg Uhr, Generalvcisommlona im Bereinslokal bei Herrn E. Branden. bürg, Berlin E. 2, Stralauer Str. 3—8. longiel c>« sinettist vedottn« cind, V01c>«»tr.'04: hsirnvoch. cken 4. lanuar adoncks fM, Uhr, spricht Count Colonna über;„AXeacher in England". Cästa willkommen. Vereinfachung bei der WoWahtt VorstoQ 6er Reaktion in Berlin erfolgreich abgewehrt Ein Beschluß der letzten Stadtgemeinde- ausschußsitzung des vergangenen Jahres ans- dem Gebiet« der Wohlfahrtsorganisativn ist bisher weniger beachtet worden, als seiner g r u n d s ä tz- lithen Bedeutung entspricht. Handelt« es sich doch dabei um die Abwehr des ersten— allerdings getarnten— reaktionären Vorstoßes gegen das große Werk der Vereinheit- lichung des Berliner Wohlsahrtswesens. Mit einem nicht zu verkennenden Geschick hatten Presse und Parteien der Reakt-on das gefühls- mäßige Moment einer besonders individuellen Bs- treuung der zahlreichen Kleinrentner in den Vordergrund gerückt, währeird der Angriff einem der Kernpunkte der ganzen Einheitsorgani- fation, der gleichmäßigen Behandlung aller auf die öffentliche Wohlfahrt Angewiesenen galt. Da das Prinzip der neuen Organisation noch immer nicht genügend bekannt ist, so sei es noch einmal in aller Kürze erläutert. Wie das gesamt« Wohlfahrtswesen eines Ver- waltungsbezirks einschließlich der Iugendwohlfahrt in Zukunft unter einem Dezernenten zu- sammengefaßt wird, so wird auch«in bestimmter kleinerer Ortsbezirk(mit etwa 100000 Einwohnern) künftig einem Sachbearbeiter zu- getellt. Mit der alphabetischen Alstteilung stt in ganz Berlin endgültig gebrochen, der Sach- bearbeiter bleibt durch die regionale Gliederung in ständiger Fühlung mit dem Famllien- fürsorger und den Vorstehern der WoHlfoHrts- und Jugend kommissionen seines Ortstells. An die Stelle der Gruppen fürsorge ist die Ein- h e i t s fürsorge getreten: dadurch werden einmal Zuständigkeitsstreitigkeiten und Doppeibetreuungen ausgeschallet, sodann wird aber vor allem eine wirkliche Einheitlichkeit der Fürsorge sicher- gestellt, die sich zwar von Gleichförmigkeit und Schematismus freihalten soll, aber die gleich- mäßige Anwendung von Richtlinien und Grundsätzen gewährleistet. Der Beamte erweitert seinen Blick dadurch, daß er nicht dauernd nur mit einer einzigen Gruppe von Hilfsbedürftigen zu tun hat. er vergißt weniger leicht, daß wirkliche Wohl- fahrtspflege nicht in mechanischer Bewilligung?- arbeit, sondern in individualisierender Fürsorge besteht. Loyale Gerechtigkeit Besonder« Sprechstunden für Sozial- und Klein- rentner waren bei Bedarf von vornherein vor- gesehen. Der Stadtgemeindeausschuh ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat beschlosien, daß grund sätzlich getrennte Sprechstunden für die einzelnen Gruppen, insbesondere für gebrechliche und kranke Personen einzurichten sind. Er hat damit dem deutschnationalen Vorstoß gegen das Prinzip überhaupt die Spitz« abgebrochen. Denn dieser Vorstoß gebraucht« als Vorwand die Möglichkeit, daß bei dem neuen Verfahren den alten und gebrechlichen Rentnern allzu lange Wartezeiten zugemutet werden könnten. In Wahr- heit ging es den Vertretern der Reaktion darum, die Schicht der Kleinrentner aus der gesamten Wohlfahrtspflege herauszuheben, well man in diesen Kreisen immer noch— ob mit Recht oder Unrecht, bleibe dahingestellt— den Stamm der deustchnationalen und nationalsozialistischen Wählerschaft sieht. Die Kleinrentner sollten wieder von besonderen, nur ihre Fälle bearbeitenden Beamten betreut werden. Und man wollte mit einer solchen unterschiedlichen Behandlung einer bestimmten Gruppe den K e r n p u n k t der ganzen Reform treffen: den Grundsatz sozialer Gerechtig- keit, die alle Hllfsbedürftigen nach e i n h e i t- l i ch« n Richtlinien betreut wissen will. Wir haben in Berlin ISN? Kleinrentner, da- neben aber 72 000 Sozialrentner und S32000 Wohlsahrtserwerbslose. Die Reaktion wehrt sich dagegen, daß die Kleinrentner aus das„Niveau" der Wohlfahrtserwerbslosen herabgedrückt werden. Aber diese haben- wie Genosse R o h d e im Stadtgemeindeausschuh treffend ausführte— g e- nau denselben Anspruch aus eine indi- viduelle Behandlung und Prüfung ihrer Verhältnisse wie die Kleinrentner, genau denselben An- spruch darauf, gegebenenfalls über den Richtsatz hinaus bedacht zu werden wie jene. Denn wenn die Deutschnationalen immer darauf verweisen, daß die Kleinrentner ohne ihre Schuld auf die Wohlfahrt angewiesen sind— stt das bei den 330 000 Erwerbslosen etwa anders? Eine wirklich soziale Gerechtigkeit verlangt, daß jede Unterschiedlichkeit des Standes und des Her- kommens bei der Behandlung von Hilfsbedürftigen beseitigt wird. Von dem Gedanken solcher Gerech- tigkeit ist das Reformwerk der Vereinheitlichung der Berliner Wohlfahrtsorganisation getragen, das letzte große Werk, für das unser Genosse W u tz k y als Stadtrat verantwortlich gezeichnet hat. Es ist erfteulich. daß es dem energischen Abwehrwillen der Sozialdemokratie gelungen stt, den reaktiv- nären Vorstoß dagegen zum Scheitern zu bringen. DasGoethe Filmmanuskript Line anspruchsvolle Dame Mit einem nicht alltäglichen Prozeß, bei dem es sich um einen Streitwert von 102000 M. handelt«, hatte sich das Arbeitsgericht zu befassen. Eine Berliner Schriftstellerin Fräulein Landsberger hott« den Schauspieler Eduard v. W i n t e r st e i n auf sofortige Zahlung von 12000 M. und ferner auf«ine monalliche Rente bis zu ihrem Lebensende in Höhe von 600 M. verklagt. Ursache dieses Streites war letzten Endes Goethe, denn die Klägerin hatte anläßlich des Goeche-Johres ein F i l m m a n u s k r i p t für einen Goethe-Film verfaßt. Sie wandt« sich da- mit an Eduard v. Winterssein, der sich für sie bei der Ilio einsetzen wollte. Obwohl er ihr sofort bedeutete, daß das Mamstkript wenig Aussicht auf Annahme Hab«, erklärte sich der Schauspieler nach langem Reden und Bitten der Schriftstellerin bereit, daß Drehbuch anzunehmen, um es einmal durchzulesen. Später schickte Eduard o. Winterstein der Klägerin das Manu- skript zurück, ohne sich weiter um die Angelegen- Heft zu kümmern. Als Dank für seine Mühe stellte hie Schriftstellerin Eduard v. Winterstein gegenüber plötzlich Geldsorderungen auf und be- hauptete, daß er sie bei den„Verhandlungen" als seine künsllerisch« Mitarbeiterin engagiert Hab« und daß sie deshalb die Zahlung verlangen könne. Außerdem fei ihr durch das lange Hinaus- zögern der Lektüre ihres Manuskripts ein großer Schaden ensttanden, so daß sie insgesamt ihre Forderungen auf fast 20000 M. und>>ne lebens- länglich« Rente bezifserte. Das Arbeitsgericht konnte sich jedoch davon überzeugen, daß das viel umstritten« Goethe- Filmmanufkript nichts weller als ein ziemlich unbrauchbares Expose darstellte, das in dieser Form niemals drehreis war. Außerdem hielt das Gericht allein auf Grund der Zlussogen der Klägerin ihre Ansprüche für völlig unbegründet, so daß ihre Klage rundweg abgewiesen wurde. Di« Klägerin, die, wie sie selbst zugab, aus diese Weis« endlich einmal zu einem festen Gehalt zu kommen hosste, muß nun obendrein noch die Kosten zahlen, die angesichts des hohen Streit- wertes von über 100 000 M. aus 500 M. sestgesetzt wurden. Tragödie eines Haltlosen Vom hehrer /um Dieh Ein haltloser, willenslchwacher Mensch eignet sich nicht zu einem Lehrer Wie soll er Kinder erziehen, wenn er mit sich selbst nicht fertig wird? Und was soll man zu einem Lehrer sagen, der nachts die Schule bestiehlt, um tagsüber die Kinder aus derselben Schule zu unterrichten? Wie es mit dem Lehrer A. soweit kommen tonnte und wie es in ihm aussah, erfuhr man aus seiner Lebensschilderung vor dem Schöffen- gericht Schöneberg, wo er sich wegen fortgesetzten Diebstahls zu verantworten hatte. Den Grund zu seiner späteren Entgleisung mag seine Erziehung gelegt haben. Die Eltern hatten Großes mll ihm vor. Um ihnen und sich selbst sein Können zu beweisen, spannte er seme Kroite über das ihm gegebene Maß an Er wurde Dolksschullchrer und Handelslehrer zugleich war strebsam, fleißig und schien auf bestem Wege. Als ober das Leben ihn auf eine ernste Probe stellie, versagte er. Er lernte«in Mädchen kennen und wollte sie heiraten. Sie war Protestantin. seine Ellern Katholiken: sie setzten als Katholiken der Heirat mit einer Protestantin ihr starres Nein entgegen. Er machte einen Selbftnwrdversuch, blieb aber ain Leben. Dann fuhr er zu seinen Schwiegereltern und verlobte sich: darauf ver- boten seine unduldsamen Ellern ihm das Haus. Das war der zweite Schlag. Unmittelbar danach folgt« der drstte. Die versprochene Mit- g i f t b l i e b a u s. Die jungen Eheleute waren ahne Wohnungseinrichtung. Ein vierter Schlag kam hinzu: die junge Frau erkrankte unmittelbar nach der Ehe. Die Arztrechnung konnte nicht be- zahlt werden. Der Mann machte Schulden und die Verhältnisse wuchsen ihm über den Kopf. Die junge Frau jedoch hatte sich die Che anders vorgestellt und kehrte zu ihren Ellern zurück. A. war wieder allein und kehrt« nun als reuiger Süicher ins Haus der Ellen, zurück, hie darüber nicht sehr erbaut waren. Sein Lehrergehall war auf lange Zell hinaus gepfändet. A. war auch nicht mehr derselbe wie früher. Er begann zu trinken, besuchte die Rennbahn und hoffte durch glückliche Wetten seiner materiellen Bedrängnis ein Ende machen zu können. Das Gegenteil trat ein. Er fühlte sich zu Hause nicht wohl und schlief eine Zelllang in der Schul«. Und brauchte Geld. So begannen seine Diebstähle. Er stahl fünf Schreibmaschinen, Bestecke usw. Als ihm die Ausweglosigkeit seiner Loge klar wurde, entwendete er aus dem Aerztezimmer Gift und versuchte, sich zum zweitenmal das Leben zu nehmen. Es mißlang wie das erstemal. Dann stahl er dem Schuldiener dos Rad und fuhr nach Kremmen; dort blieb er acht Tage. Als gegen ihn der Verdacht auskam, einen Gast be- stöhlen zu haben, warf er sich ins Wasser und wurde gerettet.?wn stand er vor Gericht Das Urteil gegen ihn lautete sechs Mo mit« Gefängnis. Der Hastbesehl wurde aufgehoben. Was beginnt nun dieser willens- und haltlose 32jährige Mensch? Verhungernde-Airkusttere Wie schon durch den Rundfunk bekanill wurde, ist der Zirkus Conrado, der zur Zeit an der Brandenburger Straße iTennishallen) ein Gast- spiel absolviert, in allergrößte Not geraten. 100 Tiere standen tatsächlich vor dem Ver- hungern. Un�er Leitung des'T i e r s ch u tz- Vereins hat jetzt eine H i l f s a i t i o n einge- setzt Die Berliner erweisen sich als sehr gebe- freudig: de.in in ihrem gesunden Menschenverstand sagen sie sich:„Wenn hundert Tiere verhungern, wird dadurch noch kein Mensch satt." Doch muß die Hilfe, damit auch nicht ein Pfennig verschleu der! wird, überlegt durchgeführt werden: nützt es doch nichts, wenn jetzt psundweise Zucker nach dem Zirkus geschleppt wird oder verschimmeltes Brot und verdorbene Konserven haufenweise zur 'Ablieferung kommen. Wer heute noch in der Lage ist. geben zu können und wer den Zirkus- tieren Helsen will, kann darum ein« Geldspende auf das Postscheckkonto Berlin 13293 des Tier- schutzve-.eins zu Berlin W 9, Potsdamer Str. 125. einzahlen. Diese Spende müßte den Vermerk tragen„Für den Zirkus Conrado". Wie wird das Wetter? ?n Berlin: Mild, teils stark bewölkt, zeitweilig troos Regen Mäßige bis srisch« südwestliche Winde— In Deutschland: Im Osten Milderung. im ganzen übrigen Reiche stark wolkiges, weiter- hin mildes Wetter: vielfach leichte Niederschläge. Nie BervMgungsaktioll neisch und Brennstoff Im Rahmen der Winterhilfe stellt die Reichsre�ierung Mittel zur Verfügung, durch die der hllfsbedürftigen Bevölkerung für die Monate Januar, Februar. März der Bezug von frischem Rind- oder Schweinefleisch und anderen Lebensmitteln sowie von Brenn» st off zu einem verbilligten Preise ermöglicht werden soll. Für die Durchführung der Maß- nahmen gellen folgende Bestimmungen: Berechtigt für den Bezug des Verbilligungs- scheines sind alle Hauptunlerstützungsempfänger der Arhellskosen- und Krisenunterstützung. Die Empfänger von Kurzarbellerunterstützung können dagegen wie bisher an der Bcrbilligung nicht teilnehmen. Die Vsrbilligung erfolgt aus Grund eines von der Reichsregierung herausgegebenen Perbilligungsscheines, der nicht übertragbar ist. Die Nerbilligung wird gewährt für frisches Rind- oder Schweinfleisch einschl. Rückenfett und Liesen(Flomen) sowie für frische Wurst- waren von Rind und Schwein. Jeder Berechtigte kann monallich 4 Pfund verbilligten Fleisches oder verbilligter Wurstwaren erhalten. Je ein- mal im Monat können an Stelle eines Pfundes frischen Fleisches oder frischer Wurst- waren wahlweise bezogen werden: 1 Pfund Schweineschmalz oder mindestens 2 Pfund f r i» scher Seefisch oder 1 Roggenbrot im Gewicht von mindestens 2H Pfund. Hauptunterstützung-empfänger mll drei Zu- schlagsempfängern, die im gemeinsamen Haus- hall leben, können zwei Scheine erhallen, wenn von den Zuschlagsempfängern mindestens zwei über 16 Jahre alt sind. Der in che» nächsten Tagen zur Ausgabe ge- langend« erst« Berbilligungsschein(Reichsbezugs- schein) enthält 4 Abschnitte, die sämtlich für den ganzen Monat Januar 193 3 yüllig sind. Die zur Ausgabe gelangenden Verbilligungs- scheine sind aus rosa Wasserzeichenpapier gedruckt. Für Hauptunterstützungsempsänger mit vier und mehr Zuschlagsempfängern, die im gemeinsamen Haushalt leben, wird als zweiter Verbilli- gvngsschein ein besonderer Schein mtt der Be- Zeichnung:„Für Kinderreiche" ausgegeben, der auf weißem Wasserzeichenpapier gedruckt ist. Der Schein läßt in seinem Aufdruck erkennen, daß aus diesen Schein wahlweise auch Milch be- zogen werden kann. Bei der Verbilligungsaktion für Brennstoff kann jeder Berechtigte monallich zwei Zentner verbilligte Kohlen(Steinkohlen, Braunkohlen- briketts, Koks) erhalten. Für den Monat Januar wird ein Berbilligungsschein mit zwei Wjchnitten für je einen Zentner ausgegeben. Beide Abschnitte sind während des ganzen Monatö Januar 1933 güllig. Die zur Ausgabe gelangenden Verbilli- gungsscheine für Brennstoff sind auf grünem Wasserzeichenpapier gedruckt. Die Ausgabe des Berbilligungsschein«? für Lebensmittel und Brennstosse erfolgt für die Hauptunterstützungsempfänger der Arbeitslosen- Versicherung und der Krisenfürsorge durch die Arbeitsämter, für die von der öffentlichen Fürsorge laufend unterstützten Personen(auch für die Wohlfahrtserwerbslosen) und für die Emp- fänger von Zusatzrente durch die Fürsorgeverbände. Die Ausgabe der Berbilligungsschein« hat in der Zeit vom Montag, dem 2. Januar 1933, bis Sonnabend, dem 7. Januar 1933, zu erfolgen. Gefährlicher Kellerbrand Im Keller des Wohnhauses Borstell st r. 5 2 in Steglitz brach gestern abend ein gefährlicher Brand aus. Die alarmierte Feuerwehr konnte nur schrittweise in den völlig verqualmten Keller vordringen. Es mußten eine Reche von Sauer- fwffgeräten eingesetzt werden. Die Flammen fanden an den Kellerverschlägen und Gerumpel reiche Nahrung. Mit vier Schlauchleitungen wurden die Flammen niedergekämpft. yMMe| Aochhepde jeder Art u Größe Riesenaueroahl. Teittahlung. Iran»- portable Kachelösen Badeivannen»Oesen. fl-fldSIen Die alte Firma Temmler und Blenberg. mi. Dresdenerstraß» Jannomiß F 7 i Linoleum TMol. Kolonie- straße S. KisidungsstflcKa. wasche um. Leihhan» Lowick, verlauft»u un. glaublich Preisen wenig ge tragen?'»wie neue Herrengaoderobe Herren, u. Domen- pelze Beitester Weg lohnt Kein» Lombard wäre. PrinZenstraße tgj. »ine Treppe rnusiK- instrurnenie •Bianoß öS 100,-, ge. brauchte. Marlen. tnstrumente, neue, große Auawahl. Lellzablung. Thür, Wstnzstraße W.- Prachtpiauos. zehnjährig» Garan- tie.«00.— Se. brauchte 150,—. Mo. notsraten 15.— Re. paraturen. Stimmungen. Anger. böfers Pianofabrit Sroße Frantturter. strafte t5v Kirch. durchgang._• Lintpiano», gute, gebraucht«, ab 150,—. Reparaturen btllläen polieren und mode» nisiere». Philipp Link, Brunnen. strafte S5.- Hasr» lür Zimmerei und Maurer. Wilhelm Brunnen. 78. nifiQsi Gebrauchte Model weroen bei Eintauf von neuen zu hohen Preisen in Zahlung genommen. Nomil. Rosentholer- strafte tZ. 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Der Art und dem Charakter nach aber erzeugen Kapitalismus. Nachwirkungen des Weltkrieges und die Wisper- rnngsmethoden, mit denen jedes einzelne Land glaubt, sich vor den Einwirkungen der Westkrifc teilweise retten zu können, überall die gleichen zer- setzenden Krisenerscheinungen. Weltwirtschaftlich kennzeichnend mr den Grad der Erschütterungen und gleichzeitig aber auch für den beginnenden Reinigungsprozeß ist tu, Jahre 1932 der Z u s a m- m e n b r u ch des am stärksten international oer- slochtenen hochkapitalrstischen Trusts, des Gebildes von Zvar Kreuzer gewesen. Aus den, Zündholzkönig war der mo- dsrnste Geldgeber von vielen Staaten geworden. Das Spiel auf den Instrumenten der internatio- nalon Kopilalmärktc schien einen neuen großen .Künstler gesunden, zu haben. Die kapitolistrschen Rerw alter großer Teile des Lolksvermogens schenkten den. Mann und seinem Werk ein nabezu unbegrenztes Vertrauen. Dann kam der Krisen- stürm. Der große„W e l t w i r t s ch a s t s- führ er" fiel ihm zum Opfer, das kapitalistisch« .Hochhaus entpuppte sich als ein Karteichaus, der Prophet als ein S ch w i n d i e r. Was man in nationalen, Maßstab viele Male erlebt hatte, spielt« sich auf dem Höhepunkt der Krise im inter- nationalen Rahmen ob. Hinter der Entschleierung der angebeteten Person zeigte sich die Zührnngslosigkeil des kapitalistischen Systems, die den Widerspruch zwischen der gesteigerten technischen Produktionsmöglich- keit und der Verelendung der Massen immer schärfer hervortreten läßt. Bon, Standpunkt der lleberwindung der Krise aus gesehen, bedeutete aber die Liquidierung des Kreugerfchcn Schwindelgcbäudes auch Entfpan- nnng. So groß aber die symptomatische Bedeutung des Krengerkrachs für die Entspannung gewesen ist, einen weit wichtigeren Faktor in dieser Richtung stellte der Beginn der großen Reuordnung der internationalen Kriegs- verschnldung dar. Aus den, Provisorium des hoover-Feierjähres von 1931 versuchte das A b k o m m c n v on Lau- sänne, ein Definitivum für den Abbau der deut- schen Reparationslasten ZU schaffen. Noch ist das Abkommen von Lausanne nicht ratifiziert, noch sind die innerlich mit ihm verknüpften Verband- lungen über die Neuordnung der interalliierten Schulden an die Bereinigten Staaten über das erste Anfangsstadium nicht hinausgekommen. Ver- Handlungen und Kämpfe um diese Bereinigung der finanziellen Kriegsnochwirkungen, die sich als un- erträgliche Störungsfaktoren der Weltwirtschaft er- wiesen haben, werden noch die nächste Zukunft be- lasten. Aber trotz alledem wird man auf diesem Gebiet den politischen Durchbruch des Jahres 1932 als einen wesentlichen Schritt der Be- reinigung zu werten haben Während wir auf dem Gebiete der Kriegsschul- denpolitik wenigstens di« Tendenz zur Entspan- nung klar vor uns sehen, müssen wir leider fest- stellen, daß auf den s o n st i g e n G« b i e t e n der politischen Einwirkung auf den internationalen Wirtschaftsverkehr das Jahr 1932 die Ver- krampfun g weiter verschlimmert Hot In allen Ländern streben mächtige Interessenten- gruppen der Landwirtschaft und der Industrie da- nach, di« Staatsmacht zu benutzen, um durch neue handelspolitische Absperrungen zu versuchen, einen Teil des Krisendrucks von sich fern zu hallen. Die hochprotektionistische Tendenz hat dabei im allgemeinen keinen Wandel erfahren. Es sind nur die Methoden der Absperrung vielfach ausgebaut worden. Zu der alten Form der Er- höhungdcrZollmauern ist die neuere der Festsetzung van Einfuhrkontin gcnten in Frankreich und Deutschland, in den Niederlanden, in der Schweiz und in vielen anderen Länder» hinzugekommen. In dei, Ländern, die un, die Auf- rechterhallimg ihrer Währungen mit Regelungen des Deoisenverkehrs kämpfen mußten, ist gleich- zeitig die D e v i s e n z u t e i l u n g zu einem neuen Instrument des Protektionismus geworden. Das wellwirtlchaftlich wichtigste Ereignis auf diesem Gebiete ist aber der im Jahre 1932 radikal vollzogene Uebergaug Englands zum Schutzzollsystem. Wertzölle.zwischen Ist und 331-3 Proz. umgeben heute die einstige Domäne des Freihandels. Durch die Konferenz von Ottawa ist in 12 Hau- delsverträgen zwischen England und seinen Do- minien ein System der gegenseitigen Bevorzugung beim Absatz ihrer wichtigsten Produkt« errichtet worden. Das alles zusammen bedeutet statt der für die Arisenüb erwindung wichtigen Erleichterungen des internationalen Austausches neue Verkramp- fungen. es bedeutet den Zwang zu neuen Umstellungen in den internationalen Hand- delsbeziehungen, und zwar zu Umstellungen, die nicht auf natürlicher Arbeitsteilung, sondern auf oeränderten politischen Bedingungen beruhen. Aus dem Gebiet der internationalen Kreditbeziehungen sind die Zerreißungen und Störungen, die das Jahr 1931 mit seiner Bankenkrise gebrach, haue, noch nicht überwunden morden. Man darf vielleicht in, besonderen vom deutschen Standpunkr aus Grund der mehrfache» Verlängerungen des Still halteab- t o in m c„ s für die kurzfristigen Auslaichsschulden und auf Grund der Teilrückzahlungen dieser Schulden non einer gewissen Entspannung sprechen. Aber man muß sich auf der anderen Seite darüber im klaren sein, daß wir auch auf diesem Gebiet von einer wirklichen Bereinigung und Konsolidierung. die den wiederauschluß an die internalionalen Kopitalmärkte eröffne«, noch recht weit enlfernt sind. Das gleiche gill in noch verstärktem Maße von den zahlungsschwachen Ländern im Osten und Sud- asten Europos. Nur in den kapital st arken Ländern. in den Bereinigten Staaten, Frankreich, England, der Schweiz und den Niederlanden, sehen wir in der scharfen Senkung der Zinssätze für kurzfristige Kredite den Entspannungsprozeß an, Kapitalmarkt voranschresten, der eine Voraussetzung für neue Ausschwiingsmöglichkeiten zu sein pflegt. Der Weg zum Ausgleich zwischen kurz- fristigen und langfristigen Krediten, vor allen Dingen aber der Weg zum Ausgleich zwischen den Kapitalmärkten der verschiedenen Läicher. ist immer noch durch eine Fülle von politischem und wirtschaftlichem Mißtrauen in der Welt versperrt. Bei dieser widerspruchsvollen Lage der well- wirtschaftlichen Beziehungen und den unendlichen Widersprüchen der von kapitalistischen Gruppen- intcrcssei, beherrschten Wirtschaftspolitik der ver- schiedenen Länder ist es außerordentlich schwer, auf diesem Gebiet einen Ausblick in die Zukunft zu tun. Die Erkenntnis von der Fülle der Fehl- schaltungen in den internationalen Beziehungen hat den Plan einer neuen kveliwirtschasts- konferenz für das 3aHr 1933 entstehen losten. Die Aufgaben, die auf dieser Kon- ferenz zu lösen wären in der Richtung der Wiederherstellung von Währungs- st a b i l i t ä t und der Erleichterung des intern ation alen Guteroustaufches und Kapitalverkehrs, find für die Frage des wirtschaftlichen Wiederaufstiegs von der größten Bedeutung. Man könnte nur wünschen, daß die Kon- ferenz sich auf diese in der Theorie geklärten, in der praktischen Verwirklichung aber außerordentlich schwierigen Aufgaben konzentrieren würde. Denn wenn sie den besonders in England stark ver- tretenen Ideen folgt und die Frage einer inter- nationalen Beeinflussung des Preisniveaus durch internatwnale Notcnbankpolitik in den Vorder- gntnd rückt, so ist mit ziemlicher Sicherheit voraus- zusehen, daß sie in theoretischen Debatten stecken bleibt ohne den Weg zu praktischer Wirkung zu finden. Aber auch in dem günstigeren Falle einer Be- schränkung der Arbeit auf die bescheideneren Gc- biete der Auflockerung der internationalen Ver- krampfungen wird man nicht allzuviel von dieser Weltwirtschoftskonserenz erhoffen dürfen. Die Regierungen der beteillglen Länder find beherrscht von den kapilallstischen Gruppen- inlxrcijen und den aus ihnen entspringenden nationalen Jnlcrcssengegensähen. Solange die die Politik beherrschenden Mächte die ollen sind, darf man auch von ihrem internalionalen Verhandeln nicht mehr als im günstigsten Fall die Korrektur grober Fehler, oichl aber wirklich neue Politik der internationalen Zusammenarbeit erwarten. So sehen wir insgesamt neben manchen Forlschritten zur Entspannung der weltwirtschaftlichen Lage noch viel Geröll auf dem Wege zu einer Krisenüberwindung vor uns. Die Aufgabe, die Kräfte großzuziehen, die dieses Geröll beiseiteschieben können, und die darüber hinaus dann aus dem wirtschaftlichen Chaos des Welt- kapitalismus den Weg zu einer planvollen wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Völker bahnen können, ist der Arbeiter- klaffe, ist den Parteien der Sozialistischen Inter- nationale in allen Ländern gestellt. Der Kampf um die politische Macht, der Kampf um den Umbau der Wirtschaft im nationalen Rahmen ist gleichzeitig die erste Etappe aus dem Wege vom Kapitalismus der Weltkrisen zu einer Ordnung der Weltwirtschaft im Geiste der Solidarität der Völker. 12 Millionen Mark im Berhättnis von 10; 4 anzunehmen.— Die betriebsfremden Beteiligungen wie Schroubeniobrik Archin,«des- Breslau und Papiermajchii�niabrik Füllner in Warmbrunn sind bereits abgeitoßen worden. Auch an einem Verkauf der Riga er Waggon- iabrik„Phönix", die 1929 vo» der Waggoniabrik Bufch-Bautzcn bei der Fusion mit eingebracht wurde, wird jetzt gedacht. Linke-Hofmann würde sich also mit dieser Neuregelung ausschließlich auf die Weüerführung der Breslauer und Bautzener Betriebe beschränken. Wie lange noch...? Zusammenbrechende Großstädte Die Stadt Dresden, nach Frankfurt'a. M. und Köln die drille zahlungsunfähig gewordene deutsche Großstadt, hatte ihre Gläubiger am Dienstag einberufen. Wie der städtische Finanz- refereill Stadtrat KrumnGiegel ousführtc, fei die Stadt nicht überschuldet, wohl aber wegen der phantastischen Wohlfahrtsloften zur Zeit zahlungsunfähig. Das Vermögen der Stadt be- trage 572 Millionen Mark, die Schulden erreichten 248 Millionen Mark, so daß ein R e i n v e r mögen von 324 Millionen Mark vorhanden sei. Die Dinge hotten sich aber so entwickelt, daß im letzten Jahre etwa Isti) Proz. sämtlicher Steuer- eingänge für Wohlfahrtslasten verbraucht worden seien, gegen 87 Proz. im Jahre l93l und 19 Proz. im Jahre 1913. Dabei sind die II e b e r- weisungs steuern des Reiches um fast tili Pro;., von 21,8 auf 8,8 Millionen Mark gesunken. Die Summe der unbezahlten Rechnungen habe in den letzten Monaten mehrere Millionen(!!) erreicht.— Die Versammlung wählte nach längerer Debatte den früheren Ministerialdirektor Dr. Just zum Gläubigervertreter. Just wird mit der Stadt verhandeln und soll der neuen Kläubigerversomm- llmg Vorschläge vorlegen. eingebrachten Summen bei der Rcichsbank unter- zubringende Wechsel schaffen. Die Genossenschaften sollen dadurch flüssiger gemocht werden, und in demselben Ausmaß, in dem die sich belebende Wirtschaft die eingefrorenen Kredite wieder aus- taut, soll dann die Tilgung der in Anspruch zu nehmenden Kredite erfolgen. Dieses neu zu schaffende Jnslllut ist nicht günstiger zu beurteilen, als die Stützungsinstilltte für die Banken. Kleiner Bamag- Verlust Der Ruf nach kommunalen Aufträgen Die Bamag l Berlin-Anhalter Maschinen- iabrik A.-G.), ein alleinaesesienes Unternehmen im Moabller Industrieviertel, schließt noch der im Vorjahr durchgeführten Sanierung das am 39. Juni beendete Geschäftsjahr 1931/32 mit einem kleinen Pertust von knapp 357 000 W. ab. Das Unternehmen, das fast ausschließlich den Bau von maschinellen Großanlagen betreibt, hat bei der fast völlig gedrosselt«! Investitionstätigkeit im Berichtsjahr weite rw erhebliche» Umsatzrückgang erlitten. Die Umsätze, die nicht genannt werden, dürsten 1931/32 kaum 23 Millionen erreicht haben. während 1930/31 noch 36 Millionen und 1929/30 rund 45 Millionen Mark umgesetzt wurden. Der geringe Verlustousweis zeigt aber, daß mll dem Kapitalabstrich von 12 auf 6 Millionen Mark die Grundlage für eine künftige Rentabilität ge- schaffen ist, denn auch der geringe Umsatz 1931/32 entspricht bereits einem vierfachen Kapital- Umschlag. In dem Bericht der Verwaltung kommt die von der Privatwirtschaft vief zu spät und dann erst widerwillig erkannte Tatsache deutlich zum Aus- druck, daß die k o m in u n a l s e i n d l i ch« P o l i ti k- der autoritären Regierungen schwere Rückschläge für den industriellen Beschäitigungs- grad ausaelöst hat. Der Bamag-Bericht betont unter anderem, daß das Hauptabsatzgebiet der Gesellschaft, die Erstellung kommunaler Anlagen (Müllverbrennung. Wasserreinigung usw.), völlig darnieder lag und die Konnnunen bei ihrer katastrophalen Finanzlage sogar außerstande sind, dem unwirtschaftlichen Wertversall bereits vorhandener Anlagen durch Rcporaturausträge zu begegnen. Die Entwicklung im neuen Geschästsjalzr, also seit Juli 1932. wird optimistischer beurteilt. So hat sich, sag! der Bericht, die Zahl der Anfragen in einem ganz erstaunlichen Ausmaße vermehrt. Wenn sie auch noch nicht zu Mf- trägen geworden sind, so befinden sich doch zahl- reiche, Wosettc, besonders solche im Auslande, in einem., yorgejchricbencn. Stadium aussichtsreicher. Verhändlungesi. binke-Rofmann saniert Die Sanierunosverhandlungen bei dem.oft- deutschen Waggontrust, der Li n k c- H o f m a n n- B u s ch A.- G. in Breslau, sind jetzt beendet. Wenn auch der offizielle Vorschlag der Verwaltung noch aussteht, ist doch mit Sicherheit«ine Zu- sammenlegung des Aktienkapitals von 3 0 auf Deulfch-polnijches konlingentsobkommen. Zwi- schen D c u t s ch l a n d u n d P o 1 c n ist am Diens- tag ein handelspolitisches Ergänzungsabkommen getroffen worden. Das Abkommen sieht eine be- stimmte Einfuhrmenge polnischer Butter und Textilien lgrobc Garnes noch Deutschland vor, wogegen Polen für den deutschen Export von Fein- garnen und Häuten Erleichterungen gewährt. Es handelt sich um Kontingente von 4400 Doppelzentner Leinen-, Jute- und Wollgarne und um 9500 Doppelzentner Rohhäute, für die bisher ein Einsuhrverbot in Polen bestand. Die Kontingente für die polnische Butter erreichen 13 000 Doppelzentner und für polnische Textilien 2200 Doppelzentner. Die Reichsbank am Jahresende Beispiellos geringer Geldbedarf der Banken Neue Tilgungskasse Bei den gewerblichen Kredttgenosieistchasten hat es im vergangenen Jahre gründlich gekrocht, sie wurden mit Reichskrediten gestützt, haben aber immer noch viele eingefrorene oder faule Schuldner. Vor wenigen Tagen haben d i e Banken durch die Gründung der deutschen Fi- iwnzieritngsinstitut A.-G. und der Tilgungskasic für gewerbliche Kredite gezeigt, wie man sich in solchen Fällen helfen kann. Wir haben die Grün- dung dieser Institute nicht begrüßt, weil die Wahr- heit der Bankbilanzen damit versälscht, Industrie- samerungen gehemmt und die Zinssätze hochgc- halten werden. Bei den gewerblichen Kredit- genosienschaftcn waren nun nicht viel gute Sitten zu verderben: denn es wurde leichtsinnig genug gewirtschastet. Aber man will doch das schlechte Beispiel der Banken nachahmen. Unter Führung des Deutschen Genossen- schaftsverbandes und Mitwirkung der Deutschen Zentralgenosjenschaftskasje sowie der Dresdner Bank ist über die Gründung einer Mobilisierungskasse für die gewerb- lichen Kreditgenossenschaften abschließend ver- handelt worden. Man will etwa 100— 150 Millionen Mark eingefrorene Forderungen, die man noch glaubt abschreiben zu müssen, in diese Mobi- lisierungskasse einbringen, die eingebrachten Werte in einem bestimmten Verhältnis mit einer Reichsbürgschaft versehen und dann aus die Der Rcichsbankausweis zum 31. Dezember zeigt eine für den Jahresschluß beispiellos gc- ringe Inonfpruchnohme der Reichsbankkredite. Zum Jahresschluß mehren sich besonders die Kre- ditansprüche der Banken: nicht zulegt desHall,, weil die Häufung von Zahlungsterminen die Zah- lungsflüssigkeit der Banken einschränkt, die Banken zum Jahresschluß aber eine möglichst liquide Bilanz ausweisen möchten. Die letzte Woche des Jahres 1932 hat ober insgesamt nur rund 325 Willionen Mark— das ist die knappe Hälfte normaler Ultimoansprüche— on neuen, Kreditbedarf an die Reichsbank herangebracht. Letzllich kann die geringe Inanspruchnahme der Reichsbank mir durch die Tatsache erklärt werden, daß auf den, Höhepunkt der Krisenliquidation auch die in der Wirtschaft freigesetzten Gelder ein Höchstmaß erreichen, und daß zugleich von den Milliardenbetrögen still gehaltener Aus- landsgelder große Summen ebenfalls frei geworden sind, die in der Wirtschaft als Unilaufs- kapital arbeiten, ohne daß ein Zwang zur Rück- Zahlung ans Ausland besteht. Die geringe In- anspruchnahme der Rcichsbank entspricht also einer durchgus ungewöhnlichen Situation. 9ioturlich bedeutet sie auch, daß keine Rede davon sein kann, daß in der Wirtschast eine fühl- bar« Belebung eingetreten ist. Die W e ch s e l b e st ä n d e der Reichsbank haben in der letzten Dezembenvoche nur um 259,8 Millionen— im Borjahr waren es 404— auf 2805,5 Mill. zugenommen. Die Lombard- darlehe» vermehrten sich um 72,9 aus 176,1 Millionen, das sind rund 70 Millionen weniger als im Vorjahr. Die Bestände on R e i ch s s ch a tz- wechseln haben sogar noch um 7,9 auf 0,6 Mil- lione» Mark abgenoinimn. Die Bmiken hatten also Gelder übrig, um der Reichsbank Reichs- ichatzwechjel abzukaufen. Die hohe eigene Flüssigkeit der Banken zeigt sich auch in der Vermehrung der fremden Gelder aus Giro- konto um nur 153,6 aus 539,9 Millionen Mark. Die Auffüllung dieses Postens wurde von den Banken früher zun, Jahresschluß bclonbers gepflegt, weil sie dann flüssiges Guthaben in ihren Jahresschlußbilanzen ausweisen konnten. Entsprechend ist der Zohlungs mit teilt m l a u f relatin sehr niedrig ge- bliebe». Der Rotenumlaus stieg um 189,2 auf 3560,5, der Umlauf an RcnteiGankscheinen um 13,7 auf 413,2 Millionen Mark. Obwohl der Um- lauf von Scheidemünzen auch im vergangenen Jahre beträchtlich erhöht wurde,- waren unter Ein- rechnung von 1496 Millionen Mark Silber- und anderen Münzen um etwa 188 Millionen Mark Prioatbanknoten Ende 193 2 nur rund 5657 Millionen Mark Zahlungs- mittel in Umlauf gegen 6678 Millionen am Ende des Jahres 1931. Die Gold- und Devisenbestände wur- den in der letzten Dezemberwoche wieder etwas vermehrt. Die Goldbestände nahmen um 6,1 auf 806,2 Millionen zu, die Bestände an Deckung?- deoisen um 3,6 auf UZP Millionen ab. so daß sich die Deckungsreserven um 2,5 Millionen er- bähten. Die Deckung der umlausenden Noten durch Gold und Devisen verringerte sich gegenüber der dritten Dezemberwoche von 27,2 aus 25,8 Proz.. ist aber trotzdem gegenüber den 24,2 Proz. von Ende 1931 nicht unerheblich besser. Gchanhaikwan und Genf ?viscken»piel im Lcklaclitenlsrm Ritterrüstungen v«!- �!t«nbul-g«r e»k«r,os vsficlvpp« »in« S»mm>ung iiiswrizoiisn s?lj» Am formal nicht, zu versäumen, hat die chinesische Regierung dem Völkerbund Mitteilung von den Kämpfen um Schanhaikwan gemacht, hat ober keine Protestnote an Japan ge- richtet und wird dos nicht tun, bevor dle Lage geklärt ist. Indessen hat sie den Truppen weitere Anweisungen gegeben, jedem Angrisf aus die chinesischen Stellungen Widerstand zu leisten. Japan unternimmt bereits eine Gegen» o s s e n s i v e für den Völkerbund, indem es behauptet. in Schanhaikwan hätten die Chinesen da» Jeuer erössnet im Versolg der chinesischen Politik, den Völkerbund zum Eingreifen zu bringen. E» ist nicht ersichtlich, welcher Grund zu einer solchen Befürchtung Japans bestehen konnte. LIutiger Hohn Der japanische Gesandte in China, Arioschi, er- klärte der chinesischen Press«, daß die chinesisch- japanischen Beziehungen unverändert seien! Wenn China eine Entscheidung des Völkerbundes im mandschurischen Konflikt herbeiführen wolle, würde die politische Lage nur noch v e r w i ck e l- ter werden. Die japanische Regierung b«stehe darauf, daß der chinesisch-japanifche Konflikt nur durch unmittelbare Verhandlungen zwischen den beiden Ländern gelost werde! Er sei, so erklärte der Gesandte, zu Verhandlungen mit China bevollmächtigt in d«m Augen- blick, in dem die chinesische Regierung dazu den ersten Schritt tun werde! Ltreit um die Schuldfrage Bei den Kämpfen um Schanhaikwan sollen bei jeder Partei rund SOOO Mann beteiligt gewesen sein, die Japaner ließen aber auch Bomben- geschwader und die Geschütze ihrer Kriegsschiffe mitwirken. A ch t japanische Kriegsschiffe sind im Hafen von Tschinwangtau, 1k Kilometer süd- westlich Schanhaikwan, eingetrosfen. Bis jetzt haben sie denn auch den„Sieg" von Schanhaikwan noch nicht hinausposaunt. Tokio meldet vielmehr, man habe die Befehlshaber der Kwantung-Armee und der japanischen Besatzung von Tiensin an- gewiesen, ihr möglichstes zu tun, um den Kamps bei Schanhaikwan zu lokalisieren. Diese Geste wird aber in ihrem Wert sestgestellt dadurch, daß das japanische Marineministerium einigen im Hasen von Sasebo liegenden Kriegsschiffen be- fohlen hat, sich zur sofortigen Ausfahrt bereit zu halten, falls die Lage in Schanhaikwan es erfordere. Die chinesische Heeresleitung stellt es so dar, als ob Schanhaikwan noch in ihrem Besitz wäre. Der chinesische Kommandant im Abschnitt von Schanhaikwan, General H o s ch u k u o, meldet, daß die Japaner von den chinesischen Berteidigungstruppen zurückgeschlagen worden seien, nachdem ihre Artillerie mit Unter- stützung von Flugzeugen in einstündigem Kampf eine Bresche in die Mauer der Stadt ge- legt habe. Die Japaner hätten sich zurückgezogen. so daß die chinesische Garnison nunmehr in Er- Wartung eines neuen Angriffs die V e r- teidigungsftellungen ausbaue. Dagegen erklärt das japanische Kriegsministe- rium, daß nach einem Telegramm seines Stabs- chefs in China, N a k a m u r a, die japanischen Truppen am 3. Januar um 3.20 Uhr Echan» haikwan besetzt haben. Die japanischen Truppen sind in die Staidt eingerückt und haben sämtli.che staatlichen Gebäude be- setzt. Die chinesischen Truppen, die ohne Wider- stand Schanhaikwan verlassen, werden weiter verfolgt. Außerdem habe man mehrere tausend chinesische Soldaten entwaffnet. * Die Befehlshaber der ausländischen Truppen in Tjentsin beraten nach Meldung der japanischen Agentur„Rengo" im Hauptquartier der japanischen Garnison über die Lage, die nach der Sprengung einer Eisenbahn- brücke drei Kilometer westlich von Schanhaik- man, angeblich durch chinesische Truppen, ent- standen ist Die Eisenbahnlinie Schanhaikwan— P e i p i n g werde auf Grund des Boxer-Proto- kolls von ausländischen Truppen geschützt. * Nach Meldungen des Sowjet-Rundfunks von der mandschurischen Grenze sind Japaner aus Lastautos und Pferden bereits über Schanhaikwan hinausgedrungen. Japanische Flugzeuge werfen schwere Bomben auf die zurückweichenden chinesi- schen Truppen: dadurch sind auch schon die wichtigsten Eisenbahnwege zerstört. 1l> Kilometer landeinwärts von Schanhaikwan legen die Japaner bereits Befestigungen an unter dem beliebten Vorwand, das Land vor seinen eigenen Truppen schützen zu müssen! Sozialistische Gegenaktion Pari», 3. Januar. Der sozialistische Abgeordnete F o n t a n i« r hat dem Ministerpräsidenten mitgeteilt, daß er ihn nach der Wiedereröffnung der Kammer über den chinesisch-japanischen Konflikt und die Haltung Frankreichs im Völkerbund interpellieren werde. Der„Populaire" erklärt:„Wird die franzosische Regierung gegenüber dem japanischen Jmperia- li»mu» dieselbe Politik der Feigheit befolgen wie die Regierungen Tardicu, Laval und 5)erriot? Wird sie ebenso wie die früheren Regierungen die Sache des Friedens verraten? Wir er- warten eine klare und feste Antwort. Eine Ant- wort, die der Welt die Hoffnung gibt, daß noch Regierungschefs vorhanden sind, die die schönen Worte, die sie so oft aussprechen, in Taten um- zusetzen verstehen. Japan ist im Begriff, einen furchtbaren Krieg zu entfesseln. Um es daran zu hindern, gibt es nur ein Mittel: die Drohung mit dem Abbruch der wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen. Ist die französische Regierung gegenüber den Kanonen- Händlern und Bankiers unabhängig genug, um diese Handlung zu vollziehen, von der der Frieden im Fernen Osten abhängen kann?" * Die gleiche Anklage der Passivität, die der „Populaire" gegen die französische Regierung er- hebt, richten auch wir seit fünfzehn Monaten immer wieder gegen die deutsche Außenpolitik. Aber vergebens! Die Wilhelmstraße steht seit jeher auf dem Standpunkt, daß Deutschland keinen An- laß habe, sich nach irgendeiner Seite zu„kam- promittieren". Deutschland ist in Genf ängstlich be- müht, besonders mit England in dem Fernost- konflikt immer konform zu gehen, mit jenem England, das immer wieder das Signal zum Zurückweichen vor den Drohungen Japans gibt. Was kümmert es das deutsche Volk, ob in Ost- asien die internationalen Verträge gebrochen und ein friedliches Volk vergewaltigt wird? Rur keine Initiative ergreifen— das ist der leitende Ge- danke der deutschen Diplomatie in diesem Kon- flikt, der sich immer mehr ausbreitet und in einen neuen Weltbrand auszuarten droht! Es sieht zuweilen danach aus, als ob die deutsche Diplomatie geradezu wünschte, daß der Völkerbund durch sein Versagen gegenüber Japan in die Brüche ginge, damit sich wieder ungehemmt die nackte Machtpolitik austoben könne und die lästigen Fesseln des Völkerrechtes wieder ver- schwinden. Daß gerade Deutschland in seiner Lage seit Kriegsende alles Interesse daran hätte, mit den kleinen neutralen Staaten zusammenzugehen, die erst kür, stich in Genf für eine energische Aktion gegen Japan eintraten, will anscheinend nicht n die Köpfe unserer Diplomatie hinein. Es ist hier bei dem letzten Vertagungs- beschluß der Völkerbundsversammlung im De- zember, für den England die Hauptverontwortünq trägt, gesagt worden, daß damit der joponischc Imperialismus nur ermuntert werden würde, neue vollendete Tatsachen zu schaffen und seine Machtposition in Nordchina zu erweitern. Die jüngsten Ereignisse haben diese Voraussage in überaus bedrohlicher Weise mehr als bestätigt. v. Schleicher:„Ich suche eine passende liüstun� kür meinen kVeund, den Ritter ohne Furcht und Tadel." „Hier habe ich die historische Rüstung des sinnreichen Ritlers von der Mancha." Der Löwe von Trau Selbststellung südslawischer Zerstörer Der altvenezianische Löwe in Trau, einem süd- slawischen Städtchen Dalmotiens, war zertrümmert worden, was den Faschismus zu lautem Brüllen neranlaßte. Nun haben sich be> der Behörde in Split lfrüher Spalato) sechs junge Leute mit der Selbst- onschuldigung gemeldet, den Löwen beschädigt zu haben. Ihr Nationalgefühl und ihr Patriotismus fei durch Herausforderungen der ita- l i e n i s ch e n Presse auf das tiefste verletzt worden- Die jungen Leute wurden vom Polizei- gericht auf der Stelle zu Klag en®"i n« sch l i e ß u n g verurteilt. Die Stadtbehörde hat Schadenersatzanspruch wegen Beschädigung stadt- eigener Güter gegen sie erhoben. Bald nachher ist im Dorf S i n i m der Nähe von Spalato wiederum ein venezianischer Löwe zerstört worden. Nach italienischem Bericht hat Die Gohniade von Breslau Anprangerung im Landtag Die Zraktion der Sozialdemokratischen Partei im Preußischen Landtag hat eine Große Anfrage eingebracht, die sich gegen die„Cohniade" in Breslau wendet. Die Anfrage gibt zunächst eine Darstellung des Verhallens von Rektor und Senat der Universität Breslau und fährt dann fort: „Rektor und Senat haben damit das hohe Gnl der Lehrfreiheit und der freien Meinungsäußerung von Universitätslehrern preisgegeben Universitätslehrer haben dieses Gut gegenüber dem Slaotsministerium häusig auch in Fällen vertreten, in denen ein Einschreiten gegen formal anstößige und unsachliche Aeuherungen von Dozenten innerhalb und außerhalb des Hörsaals erforderlich war. Der Brcslauer Rektor und Senat weichen im Gegensah zu dieser Haltung dem Toben der Straße und den von den Rationalsoziollsten provozierten, den Lebensnerv der deutschen Hochschulen treffenden Terrorakten, ohne daß gegen die Haltung de» Professor Cohn der geringste Vorwurf erhoben werden kann. In ihrer Feigheit vor den Radaustudenten nehmen Rektor und Senat sogar in der Oessent- lichkeit Stellung gegen die Fortsetzung der Lehr- tätigkeit des Professor Cohn, obwohl sie nach den gesetzlichen Bestimmungen»zu unzuständig sinid und die Grenzen ihrer Befugnisse damit über- schreiten. Wir fragen das Staalsministerium: was beabsichtigen die Reichskommissare zu tun. um 1. die weitere Lehrtätigkeit des Professor Cohn an der Breslaver Universität zu sichern? 2. Energische Mahnahmen gegen die Fortsetzung der strafbaren Handlungen durch nationollozlallsllsche Studenten und andere Parteigänger zu ergreisen. durch die der geordnete Lehrbetrieb an der Pres lauer Universität gestört wird? 3. Rektor und Senat der Universität in ihre Schranken zurück zuweisen." * Der Kommissar des Reichs im Preußischen Kultusministerium, Professor Köhler, hat den außerordentlichen Professor an der Berliner Handelshochschule Carl Schmitt zun: ordentlichen Professor an der Ilniversität Köln ernannt. Der Deutschnationale Köhler hat sich um die Versetzung seines deutschnationalen Parteifreundes, Abgeordneten, Lehrers und Jnteresfenvertreters K i ck h ö f f e l so lebhast bemüht, daß die Be- rufung und Beförderung des Herrn Carl Schmitt nichts Ucberrafchcndes mehr hat. Denn dieser jetzt„ordentliche" Professor war der Staats- rechtsoirtuose, der vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig das Reich mit seinen„außerordentlichen" Theorien vertrat. Zwar ist der Staatsgerichtshof so klug gewesen, genau das Gegenteil dessen für Recht zu erklären, was dieser beflissene Mann ihm vortrug. Aber— man soll dem System der Kom-, missare nicht Undankbarkeit vorwerfen. Das außerordentliche Staatsrecht von Berlin kann jetzt als ordentliches Staatsrecht in Köln verkündet werden— von Amts wegen! Gold aus Moskau Riga, 3. Januar Eine russische Goldsendung im Werte von an- nähernd 20 Millionen Goldfranken, die in Riga auf dem Bahnwege eintraf, wurde am Sonn- abend mit dem deutschen Dampfer„Ostsee" nach Stettin befördert. Die an die Deutsche R e i ch s b a n k gerichtete Sendung sollte ur- sprünglich bereits in Riga von Beamten der Reichsbank übernommen werden. Dazu wurde die vorübergehend in Kellern der lettischen staatlichen Hypothekenbank eingelagerte Sendung von den Beauftragten der Reichsbank bereits genau ge- prüft. Nach einer auf russischen Wunsch erfolgten neuen Weisung wurde die Prüfung a b g e- brachen und unter starker militärischer und polizeilicher Bewachung das Gold auf den Dampfer„Ostsee" verfrachtet ein Soldat in Uniform im Angesicht der Wache den Markuslöwen, der an der Mauer eines jetzt als Kaserne dienenden Gebäudes angebracht war, mit einem 5)ammer beschädigt. Tags darauf habe der Gemeinderat den Löwen unter dem Vorwand der sicheren Aufbewahrung in ein Magazin e n t s e r n e n lassen. Der damit be- auftragte Gemeindebeamte habe dabei solchen „Eifer" gezeigt, daß er die schwer« Steinplatte fallen ließ, wobei sie i n Trümmer ging. Bauernterror DollfuK gibt nach Eigener Bericht des„Vormärts" Wien. 3. Januar Die Situation im oststeierifchen Gebiet gestaltet«. sich am Montagabend recht bedrohlich. Auf dem Hauptplatz in Borau hatte sich eine Bauern- menge von iiber 1000 Mann angesammelt. Nazi» und Heimwehrleute in Uniform, aber auch Kom- »mnisten hielten wilde Reden. Alles schrie sich gegenseitig nieder. Die Versamm- hing forderte schließlich die Freilassung der Ver- hafteten, die wegen Brandbombenlegung festgenommen worden waren. Als die Menge sich immer mehr erhitzte, nahm das Militär vor dem Gemeindehaus I ch u ß b e r e i t Aufstellung. Eine Zlbteilung brachte drei Maschinengewehre in Stellung. Gegen sechs Uhr abends drohten die Bauern das Rathaus zu stürmen. Im letzten Augenblick, als schon die Gendarmerie vorging. traf aus Graz eine Depesche ein, wonach die Staatsanwaltschaft die Verhafteten gegen G e- löbnis freigelassen habe. Gegen acht Uhr abends gelang es, die Bauern aus dem Städtchen abzudrängen. * Die Oststeiermark ist ein sehr rückständiges Gebiet und war bis vor kurzem eine sichere Domäne der Christlichsozialen. Den Kleinbauern dort ging es schon immer schlecht, die Krisennot hat sie empfänglich gemacht für die Rekord- demagogie der diversen Hetzparteien der Nachkriegszeit. Boni benleger hat man auf das Geschrei einiger hundert Bauern aus der Untersuchungs- Haft entlassen. Als man aber im Simmerin- ger Arbeiterheim Wiener Schutzbündler verhaftete, die den Ansturni bewaffneter Hakcnkreuzler ab- gewehrt hatten, da hielt man sie viele Wochen in Hast, obwohl die sozialdemokratische Millionen- parte! die Freilassung täglich forderte. Bürger» blockregierung! Seinen Verletzungen erlegen ist in Sofia der Chefredakteur Eftimoff, den am 23. Dezem- ber Terroristen der anderen mazedonischen Rich- tung niedergeschossen haben. Sechs Jahre Zuchthaus wegen Militärverrat». Der I. Strafsenat des Kammergerichts verurteilte dieser Tage den preußischen Staatsangehörigen Bahr wegen versuchten Verrats militärischer Geheimnisse zu sechs Jahren Zuchchaus, zehn Jahren Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizai» aufsicht. Ungefähre" Siege Oer NGO. Fortgesetzt schmückt sich die AGO- mit sremde» Federn. Obwohl sie angeblich keine Gewerkschaft und auch kein Gewcrtschaftsersatz sein will(siehe Rote Gewerkschastsinternationale 1932 Seite 898), berichtet das RGO.-Reichskomilee über eine „Streikwelle unter der NGO.-Führung" in den Jahren 1931/32 und lügt frisch-sröhlich drauflos, es hätte„weit mehr als die Hälfte aller Kämpfe unter der Führung der NGO. mit Erfolgen oder Teilerfolgen abgeschlossen". Insgesamt wären nach den„Feststellungen" der NGO. im Jahre l932 2558 Betriebe bestreikt, im Jahre 1931 nach amtlichen Angaben 1529 Be- triebe. Nach Inkrafttreten der September-Not- Verordnung hätten 914 Streiks(davon allein 272 Streits von Erwerbslosen, in Notslands-, Pflichtarbeitcr-, Arbeitsdienstlagern) mit„u n g e- fähr" 299 999 Arbeitern stattgefunden. Ihre tatsächlichen„Erfolge" verschweigt die NGO. begreiflicherweise. Sic hat sich einmal auf dieses Glatteis begeben, und in der„Roten Fahne" am 13. Januar 1932 über„191 siegreiche Streiks" unter Angabe der Orte und Firmen berichtet. Der„Vorwärts" hatte damals sofort durch Nach- Prüfungen den öffentlichen Nachweis erbracht, daß es sich bei den Streiks entweder um Nieder- lagen, um aufgebauschte Miniaturbswegungen oder um Kämpfe handelte, mit denen die NGO. nichts zu tun hatte. Eine Umfrage des ADGB. �urecktsemaekter Zahlenschwindel bei den Gewerkschaften und Betriebsräten lieferte den schlüssigen Beweis, daß es sich bei den NGO- Siegen um einen ausgelegten Schwindel handelte. Diese tarsächlichen Feststellungen hat der Vorstand des ADGB. in einer Broschüre„Siegreiche NGO.- Streits?" herausgebracht. Die Bra- schüre ist durch die Verlagsgesellschast des ADGB. zu beziehen. Diesmal ist die NGO. also vorsichtiger. Ihre einzige Angabe lautet„u n g e s ä h r". Wie hem- inungslos.die KPD.-RGO. aber auch jetzt wieder drauflos schwindelt, dafür liefert die Statistik des ADGB. den besten Beweis. Danach sind im Jahre 1931 allein durch die Gewerkschaften des ADGB. 7872 Betriebe mit 155 591 Beteiligten bestreikt worden. Die Zahl der durch die freien Gewerkschaften bestreikten Betriebe war also größer als die durch die amtliche Statistik er- mitteltc, was wahrscheinlich aus verschiedenartige Zählungsmethoden zurückzuführen ist. Was bleibt da aber für die NGO. übrig? Das Ergebnis für 1932 liegt noch nicht vor, aber durch die Papcn-Verordnung allein veron laßt, traten 89 Betriebe mit etwa 14 999 Beteiligten in den Streik. In taufenden Betrieben gc- nügtc die geschlossene gewerkschaftliche Wwehr- front, um Lohnkürzungen mit Erfolg abzuwehren, so daß der Reichskanzler von Schleicher die Not- Verordnung aufheben muhte. Nur immer abbauen! Das I�ostxelcj eler �lsisrlekrlmxe Der Ausschuß der Vereinigten Berliner M a l c r i n n u n g e n Berlins, zu denen die Malerinnungen Charlottenburg, Spandau, Lichter- felde, Neukölln, Lichtenberg und Pankow gehören, hat ohne Zustimmung der Gesellenausschußmit- glieder eine Herabsetzung der Kostgeld- s ä tz e der Malerlehrlinge ab 1. Januar um 29 bis 331-0 Proz. beschlossen. Die Kostgeldsätze würden demnach herabgesetzt werden im ersten Lehrjahr von 6 Mark auf 4 Mark wöchentlich, im zweiten Lehrjahr von 8 aus 6 Mark, im dritten Lehrjahr von 19 auf 8 Mark und im vierten Lehrjahr von 15 auf 19 Mark. Die Berliner Maler- i N n u n g, die diesem Ausschuß nicht angehört und mehr Mitglieder hat als die Vereinigten Malerinnungen, hat sich diesem Vorgehen nicht angeschlossen. Die bis jetzt gezahlten Kostgeldsätze sind durch Verhandlungen zwischen dem Verband der Maler und allen Berliner Innungen, auch denen, die jetzt aus der Reihe tanzen wollen, am 22. Februar 1932 vereinbart und von der Vollversammlung der In Berlin, wo die RGO. den wirksamsten Resonanzboden in der Metallindustrie hat, berich- tele kürzlich der„Rote Metallarbeiter- Verband"— allerdings in vertraulichem Rundschreiben— nur über„24 von ihm geführte Streiks und Bewegungen". Die Epigonen Potemkins in der Zentrale der RGO. reden für die kommunistische Oeffentlichkeit von 914 Streiks. Ein handgreiflicher Schwindel. Die RGO. sollte wieder einmal so offenherzig sein wie im Januar des Vorjahres und über die Stätten der RGO.-Erfolge genauere Angaben ver- öffentlichen. Was übrig bliebe, wenn man die blutigen Niederlagen bei der BVG., Käß, Zeiß-Jkon usw. abzöge— denn hier handelt es sich höchstens um Erfolge politischer Ver- hetzung zugunsten der Nazis—, wäre sehr mager. Wo sich bisher die Arbeiterschaft der Führung der RGO. anvertraute, da gab es fast ausschließlich Opfer. Deshalb wohl auch das diplomatische Schweigen über„Erfolge und Leistungen der eigenen KPD.-Gewerkschaften". Noch nie haben die„roten" Verbände der Metallarbeiter, Bau- arbeiter, Bergarbeiter, Fllmgewerkschast, Tertil- arbeiter u. a. öffentlich berichtet, weil sie ihre Niederlagen eingestehen müßten. Die„unge- fähren" Behauptungen der RGO. sind den Unter- nehmern ungefährlich Sie sind bestimmt, den gutgläubigen Arbeitern Sand in die Augen zu streuen. Erweiterung im FAB. 8ciiiilaintsbewert»er zugelassen Die Erweiterung des Freiwilligen Arbeitsdienstes hat auch die Möglichkeit zur Teilnahme von Schul- amtsbewerbern geschaffen. Der Kommissar des 'Reichs für dos Preußische Kultusministerium hat deshalb die zuständigen Behörden ersucht, die Teilnahme von Schulamtsbewerbern ani FAD. zu fördern, und ini einzelnen folgendes angeordnet: Fortbildungs-Zuschußempfänger, die am FAD. teilnehmen wollen, sind für die Dauer der Teilnahme van ihrer Unterrichts- und Hospitierpflicht zu entbinden. Den Schulauüs- bewerben: kann die Tätigkeit im FAD. bis zu einem halben Jahre— foweil sie eine Führer- st e l l e ume Hutten, bis ,zu einem Jahr«— auf die dreijährige Vorbereüungszeit fiir die zweite Prii- tung angerechnet werden. Die Tätigkeit im FAD. ist bei späterer Festsetzung nach den Härte- 'ousgleichsbestimmungen als unverschuldete Warte- zeit zu berücksichtigen. Die Schulaintsbewerber erhalten für die Dauer ihrer Tätigkeit im FAD. wie die übrigen Teil- nehmer ein Taschengeld von der Leitung des Lagers(„Träger des Dienstes"). Außerdem wer- den ihnen von der Regierung— dem Prooinziol- fchulkollegium— die Kosten der Hin- und Rück- reise unmittelbar erstattet: auch kann ihnen nach der Rückkehr in den Volksichuldienst van der Re- gierung— dem Provinziakschulkollegium—«in einmaliger Zuschuß gewährt werden, der in der Regel einhundert Reichsmark nicht über- steigen soll. Die Zahlung des Fortbildungszuschusses ruht iür die Zeit der Teilnahme an dem FAD. Die Meldung der Schulamtsbewerber zum FAD. hat be: den zuständigen Bezirkskommissaren unter Vorlage einer Bescheinigung.zu erfolgen, die von der zuständigen Regierung— dem Provinzialschul- kollegium— nach dem beiliegenden Muster aus- zustellen ist. Die Bestimmung des Arbeitslagers erfolgt durch den Bezirkskommissar, an den ge- gegebenensalls besondere Wünsche zu richten sind. Für die Teilnahme der Schulamtsbewerber am FAD. sind im übrigen die für die Arbeitsdienst- willigen allgemein gellenden Vorschriften maß- gebend. Handwerkstänimer am 27. April 1932 sowie später vom Minister für Handel und Gewerbe genehmigt worden. Die Ellern der Malerlehrlinge haben also auf diese Kostgeldsätze einen Rechtsanspruch. der durch den Beschluß des Ausschusses der Ver- einigten Berliner Malerinnungen nicht hinfällig wird. Bon der Berliner Ortsverwaltung des Maler- Verbandes ist bereits bei den amtlichen Stellen. die die fehlende Zustimmung der Gesellenausschuß- Mitglieder zur Herabsetzung der Kostgeldsätze evtl. ersetzen könnten, Beschwerde eingelegt worden. Da die abbauwütigen Malermeister jetzt versuchen, mit den Erziehungsberechtigten der Lehrlinge auf der Grundlage ihres Ausschußbeschlusics Einzel- abmochungen über die Kostgeldsätze zu treffen, ergeht an sie die Warnung, sich nickt dazu überreden zu lassen. Bie Macht der RGO. Eigener Beridit des„Vorwärts" Bochum, 3. Januar. Der kommunistische Einheitsverband der Berg- arbeiter sucht in der letzten Zeit, besonders im Ruhrgebiet, sich durch Streikparolen und erhöhte Agitation den Anschein einer mächtigen Organisation zu geben. Demgegenüber muß fest- gestellt werden, daß die Mitgliederzahl 4999 nicht übersteigt von denen höchstens 1999 noch im Betrieb sind. Besonders im argen liegen jedoch die Kassenoerhältnisse. An Bei- trägen gehen im Monat höchstens 3999 Mark ein, über deren Verwendung vollkommenes Dunkel herrscht. Selbst der Generalversammlung, die kürz- lich in Esten stattfand, wurde von der Führung der Kassenbericht glatt unterschlagen. In Mit- gliederkreisen herrscht große Bestürzung darüber und man fordert Aufklärung, was aus den ein- gegangenen Geldern geworden ist. 'Arbeiter zu verringern ist. In anderen Worten: der technische Fortschritt»darf nicht zu einer Zerstörung der Besckzäftigungsmöglichkciten führen." Arbeitszeitkonferenz Die deutsche Delegation sür die interiwtionale Arbeitszeitkonferenz, die am 19. Januar in Gens zusammentritt, ist zusammengestellt. Die Reichs- rcgierung entsendet Ministerialdirektor Sitz- l e r, Ministerialrat N e i tz e l und Regierungsrat Dr. Weber. Die deutsche Arbeitgeber- gruppe wird vertreten durch Kommerzienrat Vogel- Chemnitz. Seine drei Sachverständigen sind Syndikus Dr. Pfeffer, ferner Krüger und Dr. E r d m a n n von der Arbeilgeber- Vereinigung. Der stimmführende Arbeiter- Vertreter wird diesmal nach dem Tod von Hermann Müller-Lichtenberg der frühere hessische Innenminister L e u s ch n e r sein. Auch er wird begleitet von drei Sachverständigen: S p l i« d t vom ADGB., Lemmers von den Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften und Kreil von den Christlichen Gewerkschaften. klagen, daß ihnen im Betriebe Geldbeträge aus den Taschen entwendet worden waren. Mehrere Personen, besonders die Stenotypistin K. standen im Verdacht, die Diebstähle ausgeführt zu haben. Ein im Betriebe angestellter Assessor, der wohl bei dieser Gelegenheit den Befähigungsnachweis als Kriminalist zu erbringen glaubte, sagte sich: „Prüfen wir die Verdächtigen dadurch, daß wir ihnen bei der Gehaltszahlung mehr geben, als sie zu bekommen haben. Geben sie den Mehr- betrag nicht zurück, dann haben sie ihre Unehrlich- keit bewiesen und dadurch den Diebstahlsverdacht als begründet ericheinen lassen."— Sonderbare Methode. Im Einverständnis mit dem Angestelltenrat wurde dieser Plan gegen Fräulein K. ausgeführt. Sie erhielt bei der Gehaltszahlung fiir Dezember in ihrem Kuvert 19 M. zu viel, ohne daß sie elwas sagte. Nach einigen Stunden ging im Be- triebe ein Rundschreiben der Geschäftsleitung herum, des Inhalts, bei der Gehaltszahlung feien 29 M. zu viel ausgegeben, wer mehr erhalten habe, als ihm zukomme, solle sich melden. Fräu- lein K. meldete sich nicht. Erst als eine Kollegin sagte:„Man will uns wohl auf die Probe stellen, zählte sie ihr Geld nach und fand, daß sie 5 M. zu viel hatte. Am folgenden Tage hatte sie durch eine nochmalige Nachzählung ein weiteres Plus von 5 M. festgestellt, was sie sofort der Geschäfts- stelle zurückbrachte. Die Geschäsisleitung hielt hierdurch die„Unehr- lichkeit" des Fräulein K. für erwiesen und sprach ihre fristlose Entlassung aus. Als Fräu- lein K. chre Sachen zusammenpackte, wollte sie auch ein Stenogramm mitnehmen, das sie vor einiger Zeit aufgenommen hatte. Es ist der Text eines Geheimberichts an die Oberrechnung-- kommer, der nach Meinung von Fräulein K. und anderen ihrer Kolleginnen, mit denen sie darüber gesprochen hatte. Angaben enthielt, die zum Nach- teil der Preußischen Elektrizitäts-A.-G. vielleicht veröffentlicht werden konnten. Das Gericht verurteilte die Beklagte zur Gehaltszahlung für die Kündigungszeit, da die fristlose Entlassung unbegründet sei. Der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Dr. A s ch n e r, führte zur Begründung des Urteils aus: Bei der Mehr- Zahlung des Gehalts handele es sich um ein Spitzelsystem, daß in Betrieben sehr ungewöhnlich sei. Ein Beweis für die Unehrlichkeit der Klägerin sei nicht erbracht. Selbst wenn sie— wie die Beklagte behaupte— das Geld beim Empfang gezählt haben sollte, so könnte sie siäi doch geirrt und den Mehrbetrag nicht entdeckt haben. Die Angelegenheit mit dem Stenogramm scheine schwerwiegender, aber hier müsse berück- sichtigt werden, daß sich die Klägerin wegen ihrer unrechtmäßigen Entlassung in einer degreiilichcn Erregung befunden habe, was man ihr zugute halten müsse. Bei dem Gerede über eine etwaige Veröffentlichung des Geheimberichts handle es sich um einen Büroklatsch, der keine Bedeutung habe. Spitzele» Reinfall ihres Anstifters Angestellte der Preußischen E l e k t r i z i- t ä t s- A.- G. hatten sich öfter darüber zu be- ...................-so 3n den Rheinmetallwerken in Sömmerda (Thüringen) fand dieser Tage die B e- triebsratswahl statt. Bei der letzten Wahl erzielten Kommunisten und Syndikalisten die Mehrheit: sie haben diesmal prozentual schlechter abgeschnüten und die Mehrheit ein- gebüßt. Die freien Gewerkschaften er- hielten 459 Stimmen(1931: 384), RGO. 342(168), Syndikalisten 269(322), Christen 46(72), Nazis 97(9). Die freien Gewerkschaften haben sich gut behauptet, die Christen haben verloren, die Stimmenzahl der Nazis ist olles andere als über- wältigend. Freunde der Arbeitslosen Anhänger der RGO. als Ueberstundenschieber Arbeitszeit und Technik In dem Bericht des Internationalen Arbeits- amts an die demnächst zusammentretende vor- bereitende K o n i e re n z zur Arbeitszeit- Verkürzung werden auch Stimmen von Industrieführern zur Frage der Arbeits- zeitverkürzung veröffentlicht. So sagte der be- kannte Industrielle Robert Bosch: -„Es dürfte nicht notwendig sein, bei den heutigen Berhältmifen des Arbeitsmarktes noch langatmig darzulegen, daß bei den Produktionsmitteln und Methoden, die ims zur Zeit zu Gebote stehen, eine Beichäftigungsmöglichkeit für alle Arbeits- fähigen und m allen Berufen nie mehr m ö g- lich sein wird, wenn man die tägliche Arbeitszeit nicht herabsetzt. Man wird am'tatt der heute üblichen acht Stunden nur noch vielleicht f e ch s Stunden täglicher Arbeitszeit ansetzen müssen." Der Präsident der Fiat- Werke in Turin, Senator Agnelli, äußerte sich wie folgt: „Bis jetzt verfolgte der technische Fortschritt— Mechanisierung und Rationalisierung— das Ziel, die Höchstmenge mit einem Mindestaufwand von Arbeit zu erzeugen, ohne Rücksicht auf die dadurch entstehende Arbeitslosigkeit. Dieses Ziel muß dahin g e ä n de r t werden, daß die Höchst- menge in der kürzestmöglichen Zeit erzeugt wer- den soll, wobei die Arbeitszeit der«in.zelnen Arbeiter und nicht die Zahl der beschäftigten Zwischen dem Arbeitnehmer- und dem Arbeit- geberkartell der Berliner Filmindustrie ist im November ein Abkommen getroffen worden, das die Belegschaften sämtlicher Fllm- ateliers zum Abbummeln der lieber- st u n d e n verpflichtet. Durch dieses Abkommen soll je noch dem Arbeitsansall in den einzelnen Filmateliers erwerbslosen Filmarbeitern für kür- zere oder längere Zeit eine Arbeitsmöglich- keit geschaffen werden. In den gut organisierten Filmateliers war dieses Zlbbummeln von lieber- stunden übrigens schon geraume Zeit vor dem Abschluß dieser Vereinbarung in Uebung. Eine Ausnahme bildet die Belegschaft der I o s a- T o n f i l m- A l e l i e r G. m. b. H. in Berlin-Johannisthal, die sich in der Hauptsache aus Anhängern der RGO. und ähnlichen Wortradikalen zusammensetzt. In einer Betriebsversammlung, über die die„Rote Fahne" mit sichtlichem Behagen berichtet, wurde von den RGO.-Leuten wegen dieses Abkommens auf die Gewerkschaften geschimpft. Um ihr brennendes Interesse an der Beibehaltung der U e b e r- stundenschindcrei zu vertuschen, machten die revolutionären Großmäuler nicht nur die örtlichen Verbandsinstanzen, besonders sogar den ADGB. für das von chnen betriebene Ueber- ltundenunwesen verantwortlich! Da stand ein Belegschaftsmitglied auf und verlangte die Herbeiführung eines Beschlusses, in Zu- kunft keine lieber stunden mehr zu leisten.' Der naive Antragsteller blieb allein auf weiter Flur. Man beschloß dagegen die Einbe- rufung einer„Vollversammlung" sür die gesamte Filmindustrie unter Ausschluß der Ge- w e r k s ch a f t« n, in der aber nicht zu der Frage der U e b e r st u n d e n Stellung genommen, son- dern gegen die angeblich drohenden Verschlechte- rungen des Manteltarisoertrages und der Entloh- nung der Filmarbeiter mobil gemacht werden soll. Nur nicht zum Thema reden! Bis zu dieser Ver- sammlung sollen natürlich die U e b e r st u n d e n weiter gemacht werden. Da der Betriebsratsvorsitzende wie selbst der offizielle Vertreter der RGO. die Einberufung' einer solchen Versammlung von vornherein ab- lehnten, der Manteltarif schon vor dieser be- schämenden Versammlung infolge Nichtkündigung bis zum 31. Dezember 1933 automatisch unver- ändert verlängert worden ist, und mit Zu- stimmung sämtlicher Betriebsräte der Film- industrie, also auch des Betriebsrates der Jofa der vorläufig noch bis Ende März geltende Lohntarif gekündigt werden soll, kann die Ueber- stundenwirtschaft in diesem„revolutionären" Be- trieb weitergehen. Die Arbeitslosen können ja sehen, wie sie sich durchschlagen. Wie wir erfahren, wird diese Ueberstundenwirl- schaft in der Filmindustrie durch die T o b i s geradezu herausgefordert, die ihre Apparaturen nur unter der Bedingung verleiht, daß sie zehn S t u n d en im Betrieb sind. Vielleicht interessiert sich für diesen Skandal einmal die Gewerbe- oufsicht. Hierzu 2 Beilagen zweimal. Cmintaas un!> Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage..Boll and Zeit", i Bezugspiette: Wöchentlich 75 PI., monatlich 3,23 M.(davon 87 Pt monatlich tür Zustellung ins Haus) ......- en. Äuslandsabonnemcnt 5,83 M. pro Monat: für ständee mit ermägiglcm Druckiachenvorlo 4 83 M. iVi A. stall der Lieferung wegen Der„Borwäris" erscheint..„ im voraus zahlbar. Postbezug s.ä? M einschließlich 60 Pf. Postzeitung, und 72 Pf. Postbestellgebühren. böhercr Gewalt best' kein Anspruch der Llbonnenten aus Ersatz., Zlnzeigen preise: Die einspaltige. Millimeterzeile 30 Ps Rellamezeile 1,50 M .ri' r«a er,: cti.ii'...z. rr-.-.J:s er.?______ sc AZ.. r.. r.. �. 3ir. r«.. i;;_, � ox cm orr>;rf;,»- ic ..Klein« Anzeigen" das ieiigedruelte Wort 20 PI sedes weitere Wort 10 Pf Rab>. laut Tarif. Borte über 13 Buchstaben zahlen sstr zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. Familienanzeigen Millimeterzeile l6 Ps. Anzeigenannahme im Haaptgeschä't Lindcnstr. 3. wochentägliö, von ihj bis 17 Ahr. Der a erlag behau sich das Recht der Ablehnung nickt genehmer Anzeigen vor. I Berantrvorilich für Politik: Stubolf Beende mnhl: Wirtllliakt: s. Slingelhiser;(Sewertschastsbewegung: I. Stciver; Feuilleton: Herber:. Lex die: Lokales und Sonfüges: Fritz Karstadt: Anzeigen: Ott» Heagft: s-mtllch in Jerlin. I Derlag: Lorwärts-Berlag S. m. b. H„ Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Berlagsanswlt Paul Singer u. So.. Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, ZWEITE BEILAGE MITTWOCH, 4. JANUAR 1933 "Hoffentlich doch nicht um meinetwillen?" "Vas willst du damit sagen?" Lüdersen hatte vor lauter Unsicherheit �Uvas ungeschickt Väterliches.„Du brauchst �ch keine Angst vor mir zu haben". logte er. "Angst?" g--Na ja— denkst du etwa, ich hätte die Absicht, dich zu schurigeln?" -oerger ließ das Handtuch sinken und sah 'bn an. Dann sing er plötzlich an zu lachen. Es war ein hartes und höhnisches Lachen. bas Lüdersen in Verlegenheit setzte. "Was lachst du denn?" fragte er etwas gekränkt. Verger lachte noch lauter, noch verbissener und ausgelassener. Da richtete Lüdersen sich in gekränkter Asurde auf.„Benimm dich gefälligst nicht ein Idiot", sagte er. And da Berger immer noch lachte, machte Jst kehrt und warf die Tür mit einem Ruck Nuter sich zu. Ncrger wußte selber nicht, warum er ge- ucht hatte. Vielleicht um nicht heulen zu Nüssen wie ein Frauenzimmer, dachte er, als N verwirrt und entmutigt nach Hause ging. �ttvas hatte dies Lachen wenigstens in ihm ausgelöst, aber nun graute ihm davor, heim- Zukommen und Rede zu stehen. Als er in die Tür trat, fühlte er gleich Nieder die stumme und angstvolle Frage. Er pflegte gewöhnlich gleich mit einem Kopf- schütteln zu antworten. Heute aber tat er, uls sähe er es nicht. Aber Schweigen ist auch eine Antwort, und er sah ihre Frage Nieder zergehen. Das beunruhigte ihn noch wehr. Jetzt hast du's verpatzt, dachte er. Nun wird's noch schwieriger. Sein Gewissen peinigte ihn weil er chr Niswjch� Das steigerte noch feine ohnehin Nchitzte Stimmung, dock> versuchte er mit aller Nacht, dies zu verbergen. Erst beim Kaffee Ngte er:„Ach, richtig, übrigens: Ich gratu- Nre zu Lüdersen." Beide wurden blutrot. .„..Hat er—?" Ihre Stimme war fast un- hörbar. Er nickte kurz.„Ja", sagte er. Helene sah ihn an. bis ihr die Augen voller Tränen standen. Sie weinte nicht. Hn Tränen kamen nur so. Aber daß sie da n still saß und nichts sagte, machte ihm alles "och äwl schwerer. ..Sag doch was", bat er. . Aber sie schüttelte nur den Kopf. Gleich darauf stand sie auf und ging vom Tisch. jWe Kaffeetasse ließ sie halb ausgetrunken Nhen. Er hörte wie sie ins Schlafzimmer ÖNg und sich dort setzte. Er selbst blieb 'Nein in der Dämmerung— ganz leer und Richen. . Eine Weile darauf kam sie zurück und Lien das Schlimmste überwunden zu haben. ?"e goß den kalten Kasse weg und schenkte "ch neuen ein. . Er sah ihre Hand noch immer etwas 'Ntern. Das tat ihm weh. Und plötzlich Nöte er, und es klang im Zwielicht wie ein �ufzer:„Ich wünschte, einmal klärte sich Nles auf." .. Sie sah ein wenig befremdet zu ihm her- Ner, aber sie wußte wohl, was er damit Neinte. Sein schmales Gesicht sah so seltsam QrN aus. "Würde dir das helfen? Glaubst du?" ..Das Kinn in die Hand gestützt, sah er vor Nh nieder.„Ja", antwortete er.„Dann Nü&ten sie doch einsehen, daß mir kein hdrer Ausweg blieb, daß es ums Leben ging/- wieder kam die Unruhe über ihn und er �hvb sich und ging auf und ab. „Kurz darauf fragte sie van hinten:„Was Nst hu denn jetzt tun?" .»Ich bin um meine Versetzung einge- Ntnmen", antwortete er Und er sah sie an Um.die Wirkung seiner Worte zu sehen. Sie Nsz einen Seufzer der Erleichterung aus "Gott sei Dank." . Nach einer Weile fragte sie:„Wohin denn?" »Nach Oslo.— In der großen Stadt ist Nvn einsamer." Ex war schon wieder auf seiner Wände "g— scheu und wehrlos. Da sagte sie hinter chm wieder etwas, jetzt r�r in härterem Ton:„Du hättest das nicht Nn sollen!" ..Er wandte sich aufhorchend um.„Was Ncht tun sollen?" Ohne den Mut, ihr Gesicht zu heben, aber mit tiefer Erregung in der Stimme, sagte sie:„Das— damals—. Ein bißchen mehr Mut hättest du schon haben können." Er sah sie an, ohne zu antworten. Und in seinem Blick lag etwas wie Empörung. Sie sah auf und bemerkte es. „Ja", jagte sie trotzig,„das meine ich. Wir werden's unser Leben lang zu entgelten haben. Das hast du davon." „Und weiter?" fragte er empört. „Weiter?" Er tat einen Schritt auf sie zu.„Du ver- gißt, daß ich lebe", sagte er.„Und wenn auch keiner von euch mir das Leben gönnt." Als sie ihn ansah, ohne zu antworten, trat er dicht an sie heran und wiederholte in tiefster Erregung:„Ich lebe— lebe— lebe!" Dann wandte er sich und ging. Sie aber blieb bleich und erschüttert zurück. 4. Die Abendzeitungen brachten die Notiz von Lüdersens Beförderung, und im Pensionat mußte er sie begießen, mit Madeira für die Damen und Whisknsoda für die Herren Lüdersen war in Geld- anaelegenheiten ein vorsichtiger Herr, wenn auch nicht eigentlich geizig. Er willigte mit ziemlichem Widerstreben und erst auf sehr energische Anzapfungen in die Feier ein, aber als er nicht umhin konnte, kaufte er reichlich ein. guten Madeira und ordentlichen Whisky. Als die Schlacht begann, setzte er mit großem Selbstgefühl die guten Marken aus den Tisch. � Sie hatten sich nach dem Abendessen im Salon versammelt und waren hochgradig vollzählig,-um nicht mit Ingenieur Engel- Hardt zu sagen, überzählig. Lüdersen war ein etwas linkischer, aber netter Wirt, von zwar etwas trägem, aber gutem Benehmen. Das zurückhastende und verdrossen würdige Wesen, das er für all- tags Zur Schau trug, ließ sich nicht so ohne weiteres ablegen. Freilich fühlte er, wie es ihm leicht und berauschend zu Kopf stieg, daß er der Triumphator war, andrerseits aber war es chm ungewohnt, den Wirt zu spielen, und er wgr etwas benommen. Aber Fräulein Larsen, die Lehrerin, die im Namen der Frauen das Wort führte, 9lecMs und Ton Äi. 53. kernte Die meisten Menschen sind Rechtshänder, bei den Kulturvölkern find nur etwa 2 bis 5 Proz. sagenannte Linkser. Da ein Rechtshänder sich ge- wöhnlich sehr ungeschickt vorkommt, wenn er etwas mit der linken Hand tun will, hat die er- drückende Majorität der rechts Veranlagten alles, was unbeholfen ist und auch seelisch einen ver- legenen Eindruck macht,„l i n k i s ch" genannt, während sie— nur die Lumpen sind bescheiden— unter rechts alles Gewandte, Gute, Rechtmäßige verstehen, wie es in verschiedenen Sprachen zum Ausdruck gebracht wird. Diese Beavertilng- der. Rechts- und Linkshänder befriedigt den forschenden Geist natürlich nicht, sondern unwillkürlich muß man fragen, weshalb es denn überhaupt diesen Unterschied gibt. Es wäre ja an sich viel natürlicher, wenn beide Hände von der Natur in gleicher Weise bedacht worden wären. Man könnte denken, daß es sich hierbei um eine besondere menschliche Eigenart handele, aber wir finden die Vorherrschaft der rechten Seite auch im Tierreich. Der Papagei z. B. nimmt sein Futter fast immer mit der rechten Pfote, auch der Affe ist ausgeprägter Rechts- händer. Die Ursachen dafür, daß die eine oder andere Seite des Körpers bevorzugt ist, liegt in der Organisation des Gehirns. Die Nerven, die vom Gehirn zu den Körperteilen führen, kreuzen sich in ihrer Bahn. Die rechte Körper- feite wird vom linken Teil des Gehirns und die linke Körperseite vom rechten Teil des Gehirns dirigiert. Wenn also die meisten Menschen Rechts- händer sind, so ergibt sich daraus der einfache Schluß, daß bei ihnen die linke Gehirichälfte stärker ausgebildet ist als die rechte. Wie ist es aber dazu gekommen, daß bei den meisten Menschen die linke Gehirnhälfte eine stär- kere Ausbildung erfahren hat und der Mensch da- durch zu einem vorzugsweise rechtshändigen Wesen' geworden ist, und wie sind die verhältnismäßig geringen Ausnahmen der Linkshändigkeit zu er- klären? Wie ein jeder weiß, liegen sehr wich- tige Organe mehr nach der linken Seite zu. vor allem das Her z. Dadurch wird der linke Gehirnteil besser ernährt, und diese bessere Versorgung mit Blut mußte zu einer ent- sprechend kräftigeren Ausbildung des linken Ge- Hirns und damit zu einer Bevorzugung der rechten Körperseite führen. Knochen, Muskel», Nerven usw. sind auf der rechten Seite im allge- meinen besser ausgebildet als auf der linken. Diese Entwicklung ist durch die Art der Menschheits- entwicklung noch besonders verstärkt worden. Denn der Naturmensch mußte im Kampf, um die aus der linken Seite gelegenen edlen Organe zu bewahren, von selbst dazu kommen, der linken Hand die schützende, der rechten die angreisende Ausgabe zu erteilen. Daß diese in vielen Gene- rationen geübte Aufgabenverteilung durch die Daner einer gleichmäßigen Hebung das Ueber- gewichi der rechten Hand an Geschicklichkeit und Kraft bedeutend erhöhen mußte, ist ohne weitere? verständlich Weshalb die Gaben zwischen rechts und links ungleich verteilt sind, das erklärt sich einleuchtend aus der Anlage des Organismus und der Ge- schichte der Menschheitsentwicklung Um so merkwürdiger müssen die Ausnahmen von dieser Regel erscheinen, die demnach der Ver- nunft der Natur zu spotten scheinen. Die Links- h ä n d e r stehen aber nur scheinbar im Gegensatz zu den Regeln der Natur, in Wirklichkeit lassen sich auch diese Ausnahmen auf einfache Weise in sie einspannen. Größere Gewandtheit der linken Hand läßt sich einmal auch durch Ucbung soweit erreichen, daß sie sich von der rechten Hand nicht unterscheiden läßt, ohne daß eine andere Organi- sation des Gehirns vorzuliegen braucht. Von dieser erworbenen Geschicklichkest der linken Hand muß man die angeborene Linkshändigkeit scharf unterscheiden. Was hat diese zu bedeuten? Man hat verschiedentlich erfahrungsgemäß feststellen wollen, daß Linkshändigkeit beim Mann einen besonders starken Zuschuß weiblichen und bei de r�Fra u � i�y.l.i che«. seMß bedeute. Eine andere Totsache aber eröffnet einen weit klareren Weg zum Verständnis der Links- händigkeit. Es zeigte sich nämlich, daß sich unter den Linkshändern auffallend viel minder- begabte Menschen befinden, daß unter den mit einem körperlichen Fehler Behafteten, wie z. B. den Stotterern, sich dreimal so viel Linkshänder befinden, als sonst dem normalen Prozentsatz ent- spricht. Wenn bei der angeborenen Linkshändigkeit die rechte Gehirnhälfte das Uebergewicht hat, so würde das nach dieser Statistik darauf zurück- zuführen sein, daß bei diesen Menschen der linke Tell des Gehirns, der für den Gebrauch der geisti- gen Fähigkeiten besonders wichtige Funktionen enthält, stiefmütterlich bedacht worden ist. Linkshändigkeit würde hier also geistige Zurück- gebliebenheit bedeuten. Sie muß es aber nicht. Dem würde die einfache Erfahrungstatsache Xoda Stada: Schwänke vom tBalkan Die folgenden kleinen Geschichten entstammen dem achten Band der„Crnogorci" des Micun Pamcemc. Der Mißtrauische. Ein Bauer wanderte mit semer Bäuerin aus den Markt. Als sie ein Stück unterwegs waren, sagte der Bauer: „Höre, Weib! Hast du auch den Regenschirm mitgenommen?" „Wozu?" fragte sie.„Der Himmel ist klar wie Kristall." „Dummes Weib, du solltest endlich einmal ge- lernt haben, daß man Göll niemals trauen darf." Der Urheber. Ein gewisser Dumeljin, ein armer Teufel, be- suchte seinen Freund in Kotor. Der Auswand im Haus des Gastgebers stach dem armen Dumeljin schmerzlich in die Augen— er sann nach, wie er hier durch eine List etwas Geld ergattern könnte. In der Nacht erhob er sich, schlich im Haus iimher und richtete in Küche und Keller allerlei ärmenden Unfug an. Morgens wollte niemand von der Dienerschaft es gewesen sein— am wenigsten natürlich der Gast. Der Hausherr, die Familie gerieten in schwere Sorgen. Und als sich das nächtliche Rumoren wiederum und nochmals wiederHolle, waren sie sich olle nnig: Es sind Gespenster. Da nun wußte der arme Dumeljin Rat: der Hausherr soll doch dem Heiligen Wassilije dort im siebenten Kirchspiel zehn Zechinen spenden— der Heilige werde sicherlich Ordnung machen. war ihm eine gute Stütze. Sie übernahm nicht allein die Rolle des Festordners, sie hielt auch sozusagen die Festrede. Das geschah nach dem ersten etwas lauen und forcierten Beglückwünschungstrunk. „So sihht also ein Held aus!" sagte sie. „Wie gut, daß der Tugend manchmal ihr Lohn wird. Denn— nicht wahr, Herr Lüdersen— Sie waren ja gar nicht der älteste Bewerber?" „Nein", sagte er.„Es waren drei allere da." Und er sah sich prüfend um, bevor er fortfuhr:„Berger war der älteste.— Er ist zwei Jahre älter als ich." „Ach richtig, der damals die Kasse rauben ließ?" „Ja" Fräulein Larsen nickte stumm, aber über- zeugend Beifall. Einer der Ingenieure aber strich nachdenk- lich mit dem linken Zeigefinger an seiner Nase entlang, sah auf und sagte vernehmlich in die Stille hinein:„Ist aber doch eine ver- dämmte Sache für ihn." Die Worte wirkten momentan ver- stimmend oder doch dämpfend. Der eine sah den andern an. Das war ja beinahe eine Katastrophe. Und der Sünder sah sich ver- legen und schuldbewußt um. Aber Fräulein Larsen rettete die Situation zu Lüdersens großer Erleichterung, denn er hatte zu seiner eigenen Ueberraschung einen kleinen Stich im Gewissen gefühlt.(Fortsetzung folgt.) widersprechen, daß einige höch st begabte Menschen Linkshänder waren, so z. B. Leonardo da Vinci. Bei diesen Höchst- begabten ist die linke Gehirnhälfte zumindest ebenso gut entwickelt wie bei dem normalen Menschen, aber das rechte Gehirn hat eine über- mäßige Ausbildung erfahren, fo daß im Gesamt- ergebnis eine wesentliche Steigerung der Bega- bung eintritt. Schließlich komntt eine Linkshändig- keit vor, die in gar keinem Zusammenhang zur stärkeren oder geringeren Begabung zu bringen ist. Durch eine Abweichung der Blutverteilung im Brustkorb z. B. kann mit einer Aenderung der Ernährung des Gehirns die Betonung von der rechten auf die linke Körperseite gelegt werden. Wie soll sich der Mensch zu der von der Natur verliehenen Rechts- und Linkshändigkeit einstellen? Bestehen Gründe, diesen einseitigen Zustand zu verbessern? Es gibt allerdings einen wichtigen Grund, weder Rechts- noch Linkshändigkeit als vollkommenen Zustand anzusehen, sondern � sich eine gleichmäßige Ausbildung beider Hände als Ideal zu denken. Gerade weil der linke Gehirnteil für die geistige Tätigkeit des Menschen so wich- tige Ausgaben zu erfüllen hat, wäre eine Ent- lastung des linken Gehirns durch Uebernahnre verschiedener Tätigkeiten mit der linken Hand sehr wertvoll für die geistige Hygiene. Man könnte also allen Links- und Rechtshändern empfehlen, der Natur nachzuhelfen und die weniger entwickelte Hand auszubilden. Viel- leicht wird sich eine gymnastische Schule heraus- bilden, die die Gleichwertigkeit der Hände betont und nicht mehr den Unterschied zwischen dem„linkischen" Menschen und der „guten" Hand zieht, und wird der Mensch der Zukunft weder ein Links- noch ein Rechts-, fon- dern ein Gleichhänder sein. „Wenn du meinst?" sprach der Hausherr..Aber die Zeiten sind jetzt, weißt du, unsicher— rch möchte nicht selbst gehen. Trag du dem Heiligen seine zehn Zechinen hin!" Dumeljin inachte sich vergnügt auf den Weg. Allerdings gab er dem Heiligen Wassilije nur die Hälfte ab. „Die übrigen fünf Zechinen, lieber Helliger", sagte er knieend vor dem Altar,„wirst du sicher- lich gern mir zubilligen, wo der ganze gute Ein- fall doch von mir stammt." Der Zeuge. In Wirpasar, beim Kreisgericht gab es Prozeß rm eine Erbschaft. Der Pfarrer halle den letzten Willen des Sterbenden nach dessen Diktat nieder- geschrieben— der Pfarrer sollle nun unter Eid aussagen: ob der Erblasser damals wäre bei vollem Verstand gewesen. „Meine Herren Richter", sprach der Pfarrer, „Sie verlangen viel von mir. Ich kann reinen Gewissens nicht einmal beeiden, daß Sie, meine Herren Richter, heute bei vollem Verstand sind." Jllfo Sprach... Der Sohn des englischen Sattrikers Jonathan Swift, des Verfasiers von„Gullwers Reisen", wollte sich sehr jung oerheiraten. Ein Freund Swifts machte den Vater auf die allzu große Jugend des Bräutigams auinierksam und meinte: „Ihr Sohn sollte doch lieber warten, bis er etwas mehr Verstand hat." Swift zuckte die Achseln: „Wenn mein Sohn mehr Verstand hat, dam» heiratet er auch nicht mehr." IN FAST ,rM* nTCH IIN6EN_�=SggSg Riesenmengen Stoffe I«««»,« Taschentücher«anciarheiten Kleiderstoffe...... 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Uhr Max Hansen lOOMeterGlück Opirtllzvao Spoliamlry mit Erika von Thoiimann SlädLOpcr Charlottenbure Fraunhofer 0231 Mittwoch, 4. Januar 2ü Uhr Turnus IV Die Prinzessin von Trapezunt Eisinger. Schusier a. C., Burgwinkcl Frind. Braut a Q dombert, Oronau a. G., Kandl. Heyei Dirigent; Müller Schi! Ist Bismarckstr.(Knie) Steinpl.(C i> 67, S Heute 8 Uhr Uraufführurtq Die Minner sind msl so Musik; Walter Rollo Söncland, Heide mann Stg 8. Jan.. 4 Uhr Robert unti Bertram ilCTIIJÜ Lessing ineBter Täglich m Uhr Grete Mosheim Brausewetter Oer Liebling von Paris Musik im Olfinliidi Regia: Homoika B, B. B. Bendows Bunte Bühne Kottbusser StrtSc 6 Oherh.nn 3660 TlgUdz»'/, Uhr Stgs nachra 4 U ne doiie Kiste VOLKSBÜHNE rh«ater am BUIewolat« TägUch 8 Uhr O I Norden 6436 Oliver Cromweiis Sendung v. Walter Oiibricht. Regie Heinz Hilpert mit Eugen Klopfer IM» SAWMus'.f Bali w Savvy Gitta Alvav Roso Bartonu I Oskar 3»nee ste gut Alsved Rotte« Sonntag nachm. ZV, llhr in noUcz Promirrondesctzung flctnc Preiie CASINO-THEATER S'/r Lothringer Sirahe 37 SVJ iiiiiiiitiiaiiiRiiiiiitiiiiiaiiiiiiiiii it iiiiiiiiiitiiiiiiantaiiHtiaiii miii ii HU 6. Januar Alles um Lottl Ab 7. jzzuar Onkel Muz-ÄS Gutschein O.SO, Fau:euil Personen• Parkett nut 0,78. Sessel 1,25 Stettiner Sänger > Beicbsballen-Tb., Oönboifpl. 8.16, Sonntags 3 30 aa ermäBigten Preisen Das große Januarprogramm: Deutsches Theater Schumannstr.13a Weidend. 5201 8 Uhr Hans Moser in Essig und Oel Muslkal. Lustspiel v.Geyer u. Frank Musik; Robart Ratsdiar Inszenierung: O. L. Preminger Ab morgen 8 U. Prinz von Homburg Kammerspieie Ab morgen täglich 8 Uhr Hans Moser in Essig und Oel MusiKal.Lustspiel v. Geyer u. Frank Musik; Rudatl Ratsdier Inszenierung O L Prem nger Theater des Westens Steinpl. 5121 Täglich 8>/, Uhr Max Der brave Soldat Schwejk Wmsi!» tturUtlrnm. 90 Dtihtff EZS Letzte Vontellaag 8»/» Uhr Zu wahr um schön zu sein Komödie von Shaw mit Alexander Moissi Morgen 8% Auslandsreise mit FelixBressart Theater im Admiralspalast Merkur 9901 Täglich 8% Uhr: Hans Albers Liliom Torverkaut umniterbr. Rose- Theater GnBi Fiankfirtir Slrale 132 Til. Waiths«] n Z«! 5.15, 8J0 Uht Böhmische Musikanten Komöilientiaus Schiffbauerdamm 25 Ttl. Dt Weit. 6304-03 Täglich 8% Uhr god Stmiagi nadim. 4 Ohr Das Haus dazwischen mit Ma* Adalbert Jakob Tiedtke Unit; Spoliandty KuriOrstend.-Tn. Kurfürstendamni 209 Tel Blsm.1400 Täglich 81,4 Uhr WI'M Reise »o« Brrtodi und SAwtbzdi fluslk: Köoneke Regie: Pcakert Hans Schindler mit seinen Jazz-Symphonikern fomHuif ununtrrbrcdifln Th.d. Schauspieler Thatir im Sthiffhruridaram Weidendamm 3300 Täglich 8V. Uht fiolomatenbiilett XnnUie vio L Cmiymr mit Agnes Straub Rödler. Hnlingir, Cnn, Ttenk-Ttthikdi. Odemar. Donnerstag 4 Uhr HBniel and Grrtrl Variete am Minbgnbninntn im friedriciishilii 26—32 («n Ränlutor) Täglich 8 Uhr Das seneatloncllc Eröffnungsprogramm mit den blltesäagera Eintrittspreise WochpntSgs 60 Pf, Sottnabk u* St«. 1 M. Ibis» MONATSRATEN, taedah' |Leipzi9erStf,l2;-i'2; MWZMZ- Arnold Scholz- U-Bihn Harmannplatz- Haaenheld. 108/14 Grofi. Beckbierfest im allen SSle.i 6 Kaoellen Bayr. Bedienung Der 1000. Besocb. erhält eise 8 tägige Reite nach Tirol Elnlat; Wochentag. 7 Uhr, Sonntaqn I Uhr ÄS Kabarett für Alle 14 Uhr Täglich 2- 9 Uhr DaswasatSonelleKabara�ProgTAtnm Ahendpreise 1—8 Mk. Nachm. GcdacK 1,25 Jode�oncobem���hr�Nachtvorsinlhint Homöopathie Behandig. I Merk| Xettr Ull"»»tr.» Innere u. Nervenl. IrvSCl 10-2, 4-7. Shfl, b 5 Ganz unerwartet verstarb am 2. Januar im 56. Lebensjahre unser verehrter Mitarbeiter und Kollege, der Korrektor Ernst Heimchen Obwohl der Verstot bene erst ver- hältnismäBig kurze Zeit in unserem Betriebe tätig war. er reute er sich allgetneiner Beliebtheit Seine vorbildliche Kolleglalitäi und Pflichttreue. seine Bescheidenheit und Friedfertigkeit sichern ihm ein ehrendes Andenken. Berlin, 3. Januar 1933. Gesdrälistelteng unti Personal der Voiwam-ßuöidruiKerei Einäscherung: Freitag, den 6. Januar, ahends 7 Uhr, im Krema- toi ium Gerichtslraße DeDtsdier Rletaliatbültei-VeiliaDil VezwallangMiclle Berits Todesanzeige Den Mitgliedern zuf Nrchrltht. daß unsere Ko leg n, die Arbeiterin Anna iVlärzke geh.r Mal 1896, am 31. Detembgi gestorben ist. Ehre Ihrem Andenken' Die Einäscherung findet am Don- nersiag, dem 5. Janyar. vormittags 91/. Uhr, im Krematorium Gericht- stiaßa stau Rege Beteiligung wird erwartet Die Orfsverwaifuog. OfyaiusiuJe <&AD$ed&,Angesle£tif»& odu ßecuivbec.Jkest a& JunkJt&eee nur die gnße FUNK ILLUSTRIERTE du schaflittnden /o£heJ miibuopapcogecunmiutd �uäUveesicfMeurtgjowtt i&usir. Sondecpaygcamm. desOtJsoderliedrksrtneUrt iSwrdi&Jü&Usckufl EathwdwHhenüühfceäagi iQJkJdbux geoftformat ceick belnSdect. btmgfpt.rrwnM'chftei. HausQö Pfia, Bi/tüehtfiiSPfg. Junkhüeu irfatittt. PcvOvUUnnmktfrimUei. Zu beziehen durch sämtliche Ausaabestellen des „Vorwärts" und deren Botenfrauen. Der sozialdemokratische Abreißkalender 1933 ist neu erschienen. In Kupfertiefdruck hergestellt, ist er ein schönes Geschenk für den] a h r e t- Wechsel. Der Preis ist herabgesetzt und beträgt statt 2.00 RM nur 1.75 RM Er Ui bei allen Zeitungt- boten. Vorwäm-Abgabe« stellen und Parteibuch- Handlungen oder direkt bei der Vorwärts Buch- druckerei, Berlin SW 68. Lindenstraße Z. zu haben