Morgen- Ausgabe Nr. 7 A 4 50. Jahrg. Redaktion und Verlag» Berlin SW 68, Cinbenftt. 3 germprHft« Ä 7 Am, DSnhoN 382 bti 297 T-l«giammadrels«> Soziald-moKal"Sttlto BERLINER VOLKS BLATT DONNERSTAG 5. Januar 1933 In Groß- Berlin 10 Ps Auswärts...... 15 Pf. ?)ezucSbehtngungen und Anze�g-nvren'c stehe am Schluh des redaktionellen Teile Jentvalovgan der Gozialdemoksatifchen Partei Deutschlands Reichstag erst am 24. Januar Die NaHkralrtion in der Schleicher-Front— Goering drückt sich Ter Ael testenrat stimmte für Reichs- tagseinberufnng am 24. Januar. Tie Nazis stimmten nicht mit ab. Die deutschen Wähler haben am 6. Nooem- der 196 natwnalsozialistische Abgeordnete in den Reichstag gewählt und damit den An- hängern Hitlers einen entscheidenden Einfluß auf die deutsche Politik eingeräumt. Sie wollten, daß die so oft angekündigten grund- stürzenden Vorschläge und Reformen für die deutsche Wirtschaft und Politik endlich ener- gisch in Angriff genommen werden. Was aber tun die 196 Abgeordneten mit dem ihnen anvertrauten Mandat? Sie gehen spazieren! Sie verhindern den Zusammen- tritt des Reichstages. Sie hindern auch die Arbeit anderer Fraktionen, indem sie ihre 196 Stimmen gegen die Aufnahme der par- lamentarischen Arbeit in die Wagschale werfen. Sie haben in den Ausschüssen Anträgen für eine weitergehende Winterhilfe zuge- stimmt— aber sie verhindern, daß der Reichstag ihnen Gesetzeskraft gibt. Sie haben die Aufhebung volksfeindlicher Rolverord- � nungen im Ausschuh gebilligt— aber sie verhindern durch Richteinberufung des Reichstages, daß sie wirklich aufgehoben werden. Sie kündigen jeden Tag fürchterliche Ab- rechnung mit Schleicher und seinem Kabinett an, aber sie sorgen durch Abwesenheit ihres Präsidenten und durch Ablehnung der Reichstagseinberufung dafür, daß das Ka- binett Schleicher ungestört wester regieren kann. Sie versprechen ihren Anhängern täg- lich den Sturz der Regierung— und halten sie am Leben, indem sie die Einberufung des Parlaments und damit die Abstimmung über die Mißtrauensvoten oerhindern. Das ist das Resultat der gestrigen Sitzung des Aelteftenrats, von dem man die endliche Einberufung des Reichstags erwartete. Der nationalsozialistische Präsident Göring war der Sitzung einfach ferngeblieben, um sich allen Weite- rungen zu entziehen und nicht an seine früheren Zusagen erinnert zu werden. Fern- geblieben waren auch die Fraktionsführer Dr. F r i cf S t ö h r und Goebbels. Mit dem peinlichen Rückzugsgefecht wurde ein politisch gänzlich unerfahrener Abgeordneter, Dr. Fabricius, beauftragt, neben dem in goldenem Schweigen der Brecher der Zins- knechtfchaft, Herr Feder, Platz genommen hatte, sonst war von den acht Naziältesten keine Seele zu sehen. Sozialdemokraten und Kommunisten be- antragten. den Reichstag auf Montag, den 9.. oder Dienstag, den 16. Januar, einzu- berufen— alle anderen Parteien, einschließ- lich der Nazis, lehnten das ab und hüllten sich weaen eines anderen Termins in Schwei- gen. Auf die energische Anzapfung des Genossen L ö b e. ob sie den Reichstag denn überhaupt nicht einberufen wollten, rückte Dr Bell vom Zentrum mit dem Vorschlag des 24. Januar heraus, während der Nationalsozialist Fabricius erklärte, das bliebe ja nun dem abwesenden Präsidenten Göring überlassen, der sich nach seinem Wiederauftauchen in der Oeffentlichkeit noch einmal mit dem Aeltestenrat auseinander- setzen möge Gegen diese Auffassung setzte sich mit aller Entschiedenheit Genosse Breit- scheid, der Kommunist T o r g l e r, aber auch der Abgeordnete Leicht von der Bayerischen Volkspartei zur Wehr. Genosse B r« i t s ch e i d wies darauf hin. daß dieses Verfahren im krasien Gegensatz zu allen Ver- sprechungen und Ankündigungen der Natio- nalsozialisten stehe, daß es praktisch aus eine Tolerierung der Regie- rung Schleicher hinausliefe und den Reichstag an jeder Einflußnahme hindere. Die Deutschnationalen erklärten sich durch einen Zwischenruf des Abgeordneten Ober- fahren an der ganzen Frage der Einbe- rufung für desinteressiert, ihretwegen könne sie ganz unterbleiben. Bei der nun folgenden Abstimmung nahmen die beiden Nationalsoziali st en den gleichen Standpunkt ein, sie stimmten auch nicht für die Einberufung am 24. Januar! Hätten Sozialdemokraten und Kommunisten nicht im letzten Augenblick noch für diesen Termin gestimmt, nachdem alle früheren, auch der 12. und der 17. Januar, abgelehnt waren, dann wäre es überhaupt zur Ansetzung keines Termins für den Wiederzusammentritt des Reichstags ge- kommen. Denn mit den Deutschnationalen weigerten sich auch die Nationalsozialisten, dem doch weit genug liegenden 24. Januar zuzustimmen. Die gestrige Sitzung des Aeltestenrates hat also die volle Entlarvung der National- sozialisten gebracht. Im„Angriff", im Sport- palast, im„Völkischen Beobachter" toben sie gegen die Schleicher-Regierung, im Reichs- tag verhindern sie ihren Sturz. Herr Goebbels wütet draußen wie ein Berserker. Herr Göring verduftet sich, damit die Drohungen seines geschwätzigen Brüderleins nicht in die Tat umgesetzt zu werden brauchen. Mit 230 Abgeordneten vom Juli haben die Nazis einen Reichstag arbeits- unfähig gemacht, mit 196 gehen sie spazieren und vertagen das Parlament. Erst wenn diese hilflosen und arbestsun- willigen Parlamentarier wieder eine bedeu- tungslose Gruppe sind, wird es wieder eine vom Volke beeinflußte deutsche Politik geben. *** Staatssekretär Dr. Plank gab für die Reichsregierung erneut die Erklärung ab, daß sie bereit sei, im Reichstag ihr Pro- gramm zu entwickeln und eine Klärung der politischen Lage herbeizuführen. In einem Bericht der„Telegraphen-Union" wird es so dargestellt, als ob die Ankündi- gung nationalsozialistischer Mißtrauensan- träge erfolgt sei. Das ist nichts als eine Entlastungsoffensive für die Nationalsozia- listen. Dr. Fabricius hat keinen eige- n e n Mißtrauensantrag angekündigt, son- dern sich nur mit der Abstimmung über die Mißtrauensanträge der anderen Parteien nach dem nächsten Reichstagszusammentritt einverstanden erklärt. Wann der sein soll— darüber hüllte er sich in vielsagendes Schweigen. Gerüchte aus dem Naziladen Je unsicherer die politische Haltung der National- sozialisten wird, um so lebhafter schwirren oie Gerüchte auf. Gerücht Nr. 1: Reichskanzler Schleicher hat Gregor Straßer versprochen, ihn zum Vizekanzler zu machen, wenn er ihm die Unterschriften von 25 Abgeordneten aus der nationalsozialistischen Fraktion bringe, die bereit sind, ihn zu unter stützen. Straßer soll bereits mehr als diese An- zahl Unterschriften gesammelt haben.(Wer glaubt's?) Gerücht Nr. 2: Herr Röhm sei dieser Tage bei Herrn Reichskanzler Schleicher gewesen, um dort seinem Herzen über den schwankenden Hitler Lust ,zu machen. Zweck: Straßer, Röhm und Schleicher sollen gemeinsam Hiller in die Schere nehmen und zur Vernunft bringen. Dieses Gerücht stammt aus der„Schwarzen Front" Otto Straßers—, was unseren Zweifel am der Echtheit der Nachricht nicht vermindert. 7933 U*Ttxu*Ufuda.1il. Der Parteivorstand beruft hiermit den diesjährigen Parteitag zum 12. Marz und folgende Tage nach Frankfurt a. M. ein. Tagungslokal: Zoologischer Garten. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Mar* und die Gegenwart. Aufruf zum Sozialismus. Referent: Rudolf Hilferding. 2. Die Politik der Sozialdemokratie. Politischer Bericht des Parteivorstandes und der Reichstagsfraktion. Referent: Otto Wels. 5. Krisenüberwindung durch sozialistische Güter- und Menschenökonomie. Referent: Siegfried Aufhäuser. 4. Wirtschaftliehe und politische Völkerverständigung. Referent: Rudolf Breitscheid. 5. Parteiorganisation und Parteifinanzen. Geschäftsbericht des Parteivorstandes. a) Organisation. Berichterstatter; Hans Vogel. b) Kasse. Berichterstatter; Siegmund Crummenerl. c) Frauenbewegung. Berichterstatterin: Marie luchacz. d) Sozialistischer Kulturbund. Berichterstatter: Adolf Grimme 6. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: Klemens Hengsbach. 7. Wahl des Parteivorstandes und der Kontrollkommission. 8. Erledigung der Anträge, soweit sie durch die vorstehende Tagesordnung nicht erledigt sind. Der Parteitag setzt sich zusammen aus den in den Bezirksverbänden gewählten Delegierten, der Vertretung der Reichstagsfraktion, den Mitgliedern des Parteivorstandes, des Parteiausschusses und der Kontrollkommission. Anträge für die Tagesordnung des Parteitages werden nur behandelt, wenn sie von Parteiorganisationen gestellt und spätestens bis zum 8. Februar 1933 beim Parteivorstand eingereicht sind, damit sie laut Organisationsstatut§ 13 Absatz 2 spätestens am 13. Februar veröffentlicht werden können. Zum Parteitag gestellte Anträge müssen, jeder für sich auf einem besonderen Blatt Papier, einseitig beschrieben und mit der Angabe, zu welchem Punkt der Tagesordnung gehörig, versehen sein. Im Anschluß an den Parteitag findet eine Frauenarbeitstagung statt, deren Tagesordnung noch bekanntgegeben wird. Wegen Wohnungsbeschaffung müssen sich die Delegierten rechtzeitig beim Lokalkomitee melden. Adresse: Conrad Broßwitz, Frankfurt a. M., Bürgerstr. 69— 77. Gastkarten für den Parteitag werden von dem Lokalkomitee in Frankfurt a. M. ausgegeben; Zutrittskarten für die Berichterstatter der Presse nur vom Parteivorstand, Berlin SW 68, Lindenstr. 3, Dor PartCIVOrStQnd Die Garde Prinz Heinrich: Aver sage mir, Hans, wessen Leute sind das, die hinter uns dreinkommen? F a l st a f f: Meine, Heinz, meine. Prinz Heinrich: Zeitlebens sah ich kerne so erbärmlichen Schufte. Sir John Falstaff, die unsterbliche Gestalt des großen Dichters Shakespeare, ist ein ge- waltiger Aufschneider und Renommist. Aber soweit läßt Shakespeare seinen Falstafs doch nicht gehen, daß er etwa die von ihm angeworbene sprichwörtlich gewordene Falstaff-Garde als die Elite des englischen Volkes bezeichnet hätte. Der artiges blieb dem größten Renommisten der Neu- zeit, blieb Adolf Hitler, vorbehalten. Der „Vorwärts" hat am Mittwochmorgen eine schier endlose Liste der Verbrechergestalten aus Hitlers brauner Armee gebracht. Und doch wird jeder Kenner der Verhältnisse bestätigen, daß es sich nur um einen winzigen Auszug der Liste handelt, die eine im Besitz aller Vorstrafen- r e g i st e r befindliche Behörde ausstellen könnte. Ist das Zufall? Ganz und gar nicht. Die Er- scheinung liegt in der geistigen Struktur einer Truppe begründet, in der planmäßig Verbreche» angestiftet und ausgedacht werden. Wir erinnern an den Fememord an H e n t s ch, wir erinnern an die planmäßigen Spreng st offserien in Holstein, wir erinnern an die im Zusammenwirken ganzer Stürme unternommenen A t t e n° täte der Wahlnacht in Ostpreuße», in Schlesien usw. Wer die Psyche des Verbrechers kennt, der weiß, daß Zirkel, in denen Verbrechen ausgeheckt und die Täter planmäßig beschützt werden, auf ihn magische Anziehungs- kraft ausüben. Dabei spielt auch der zweite Punkt, der S ch u tz nach derTat, eine große Rolle. In mehreren Fällen ist einwandsrei festgestellt, daß eine b e- sondere Organisation bei den Nazis be- steht, um straffällig gewordenen Mitgliedern der SA. über die Grenze zu helfen. Zum ersten Male trat die Organisation vor zwei Jahren in die Erscheinung, als sie den Mördern der Reichs- bannerkameraden Schneider und Graf über die österreichische Grenze hals. Jetzt sind die Mörder des Hentsch ins Ausland expediert worden, und ebenso ist daran zu erinnern, daß von den An geklagten des holsteinischen Bombenprozesses, die eine unglaublich vertrauensselige Gerichtsbehörde auf freiem Fuß beließ, mehr als die Hälfte spurlos verschwunden ist. Wer uns etwa ein reden möchte, daß hier individuelle Fluchtaklc vorlägen, den widerlegen wir mit der Tatsache. die jeder Jtalientourist kennt, wie außer- ordentlich schwer selbst dem harmlosesten Vergnügungsreisenden der Eintrilt nach Musso- linien gemacht wird. Außerdem läßt sich auch eine solche Flucht— ernschließlich der Aufenthalts kosten in Italien— nicht ohne erhebliche Geldmittel durchführen. Der Verbrecher sindet also bei Hitler alles, wonach sein Herz begehrt: einen Kreis Gleich gesinnter, mit dem er Verbrechen aushecken kann. eine Organisation, die ihm zur Flucht verhilft, und ein europaisches Land, das ihn aus politischer Sympathie nicht ausliefert.— Aber auch der anBetc Teil kommt auf feine Kosten: die Führung der SA. findet Leute, für die Gefängnis- und Zuchthausmauern, für die der Makel der Bor- strafen keine Schrecken mehr defitzt, die sich für ein paar Glas Bier oder für das Versprechen einer künftigen Anstellung zu allem gebrauchen lassen. Allerdings wird man diese Leitung auch an das Wort erinnern müssen: Sage mir, mit wem du umgehst, und ich werde dir sagen, wer du bist! Regierungskrise wegen derMargarine? Hilflose Erklärungen eines hilflosen Ministers Rückzug mit Sckrtn Klanges kann die Koalitionsfreiheit der Beamten nicht verbieten Eigener Bericht des„Vorwärts" Vraunschweig, 4. Januar. Der braunschwetgische Polizeimtnister K l a g g e s hat am Mittwoch die 600 Mann starke braun- hweigische Schutzpolizei besichtigt und bei dieser Gelegenheit vor den Beamten eine parteipolitisch« .Hegrede gehalten. Das Nooember-System, das 13 Jahre lang herrschte, sei schuld an der gegenwärtigen Not, als es sich den Versklaoungsbedingungen eines Schmachfriedens unterworfen habe. Die Regie- rangen dieses Systems hätten alles getan, was den Niedergang beschleunigen und die Katastrophe verschärfen konnte. Klanges suchte dann die Be- ainten politisch zu beeinflussen, indem er wörtlich erklärte: „Es liegt mir fern, Ihnen meine Herren, irgendwelche Vorschriften parteipolitischer Art machen zu wollen. Aber darüber muß sich jeder Angehörige der brannschweigischen Schuhpolizei klar sein, da st er seine Pflichten gegenüber diesem Staat um so besser erfüllen kann, je mehr er von nationaler Grundgesinnung und von völkischem Lebenswillen erfüllt ist." Klagges erklärte sich dann bereit, den Polizei- beamten die Zugehörigkeit zum Landesverband der braunschweigischen Schutzpolizei wieder zu ge> statten, wenn der Deutsche Beamtenbund in Berlin für sich und seine Unterverbänd? die bindende Er- klärung abgebe, daß er Kommunisten zu seinen Veranstaltungen nicht mehr zulasse Klagges hat vor langer Zeit in völlig verfassungswidriger Weise den braunschweigischen Pollzeibeamten ver- boten, Mitglied des dem Deutschen Beamtenbund angeschlossenen Landesverbandes zu sein. Die sozialdemokratische Landtagsfraklton hatte sich mehrfach an den Reichsinnenminister gewandt, um die Aufhebung des Verbots zu erwirken. Unter dem Druck der drohenden Landtagsverhandlungen bat nun Klagges einen Rückzug an- getreten, den er durch die Bedingung, die . r stellte, zu bemänteln suchte. 3a der Reichsregierung herrscht, wie wir er- fahren, wegen der unerwartet auswühlenden Wirkungen der Margarine-Verordnung ein außerordentlich starkes Mißbehagen. das zwar bisher noch zu keinem Eklat geführt hat, ober jeden Tag politischen Ausdruck finden kann. Die einheitliche Abwehrfront der großen politi- schen Parteien, der durch die Landwirtschaft selbst wegen der Margarineoerordnung gehende tiefe Riß, die einheitliche Ueberzeugung fast der ganzen Oeffentlichkeit, daß die Margarineverordnung f ü r das Kabinett Schleicher«ine heillos« Blamage geworden ist, serner die Tatsache, daß die Margarineindustrie zur Mitwirkung bei der Durchführung nicht bereit ist, und endlich die Gefahr ernstester politischer Konsequenzen im Reichstag— alle diese Momente haben heute großes politisches Gewicht erhalten und die poli- tische Gefährlichkeit der Situation ist den Mit- gliedern des Reichskabinetts durchaus bewußt ge- worden. Dazu kommt, daß der Reichsernährung s- mini st er v. Braun kaum sehr loyal gehandelt hat, als er die Fettpläne vorzeitig der Oeffenllich- feit bekanntgab und auch Mitglieder des Kabinetts vor vollendete Tatsachen gestellt hat. Es kann keine Rede mehr davon sein, daß zwischen dem Reichswirtschaftsmini st er und dem Reichsernährungsmini st er heute noch irgend eine Spur von Uebereinstim- mung besteht, und das berühmte Konklave dieser beiden Minister, aus dem seinerzeit vor der Kabinettsbildung eine Einigung hervorgegangen sein soll, wird in informierten Kreisen immer humorvoller und spöttischer beurteilt. Die Gegen- sätze zwischen dem Reichswirtschafts- und dem Reichsernährungsministerium sind so scharf wie je. Es ist unter diesen Umständen nicht ver- wunderlich, daß die Reichsregierung ein G e- r ü ch t, wonach die Margarineverordnung wie- der aufgehoben werden soll, schon glaubte dementieren zu müssen, noch bevor die breitere Oeffentlichkeit von dem Gerücht Kenntnis haben konnte Die in der Reichsregierung Herr- schends Nervosität ist aus der Schnelligkeit dieses Dementis mit Sicherheit abzulesen. Daß das Ge- rächt aber entstehen konnte, kennzeichnet die Situation. Jedenfalls ist aus der Morgarinefrage, die im Programm Schleichers keine entscheidende poli- tische Bedeutung zu haben schien, eine poli- tische Frage ersten Ranges geworden. Das Reichsernährungsmini st erium bemüht sich im übrigen nach wie vor, die chilslosig- keit und den Dilettantismus seiner Bürokratie vor der Oeffentlichkeit in voller Beleuchtung erstrahlen zu lassen. Es hat zu einer Erklärung der Margarine- industrie, die in fast allen großen Zeitungen als Inserat erschien, eine Gegenerklärung los- gelassen. Gegenüber der Behauptung des Reichsernäh- rungsministeriums, die Vertreter der Margarine- inhustrie seien vor Erlaß der Margarineoerord- niitig gehört worden, erklärt die Industrie, daß chre Vertreter zwar zu informatorischen Besprechungen empfangen worden seien, daß man ihnen aber einmal gesagt habe, die Regierung werde kein Gesetz machen, ohne vorher mit der Industrie alles zu besprechen, und zum anderen, die Sache habe noch bis in den Januar hinein Zeit. Außerdem sei damals gesagt worden, es komme weder eine Kontingentierung der Erzeugung noch irgendeine Maßnahme in Frage, die zu einer Margarineverteuerung führen werde. Die Margarmeindustrie erklärt, durch die Notverordnung bewußt und gegen alle Vereinbarungen von der Reichsregierung über« rumpell worden zu sein. Das Reichsernährungsministerium blamiert sich auch weiter mll unhaltbaren Behaup- tungen über die technische Durch- sührbarkeit der Butterbeimischung und stellt von neuem die kühne, absolut irreführende'Be- hauptung auf, eine Verteuerung der Margarine sei vernieidbar. Es kommt dem Reichsernährungs- Ministerium auch nicht auf die weitere talsche Behauptung an, daß die Landwirtschaft nicht mehr als 6 Pf. pro Liter für ihre Milch be- komme. Auch hier wird einfach der Preis für W e r k s m i l ch zugrunde gelegt, der erheblich höhere Preis für Frischmilch aber ver- nachlässigt. Die Lage ist für den Reichsernährungsminister schon so mulmig, daß er die Margarineindustrie fast bitten muß, doch um Gotteswillen frei- willig an der Durchführung der Margarineoerord- nung mitzuwirken. Er weiß sehr wohl, daß er gehangen und gefangen ist, wenn seine Bürokratie etwa selbst in allen Einzelheiten sür die technische und wirtschaftliche Durchführung der Butter- beimischung gerade stehen müßte. Aus der an- deren Seite hält die Margarineindustrie� an ihrer Weigerung fest, sich freiwillig zur Durchführung zur Verfügung zu stellen, was angesichts der offiziellen Behauptung von der Vermeidbarkeit einer Verteuerung und der bereits zum Gesetz erhobenen Reklamebeschränkungen nur zu begreif- lich ist. Es ist also auch die Durchführbarkeit der Notverordnung selbst auf das allerernsteste in Frage gestellt. Japan marschiert Tschiangkaischek verspricht Hilfe für Nordchina RichwestSttgung Ausreden des Preußenkommissars Di« sozialdemokratische Kritik an der wieder- holten Nichtbestätigung der Bürger- >n e> st e r w a h l in C i s l e b e n hat die Preu- ßenkommisjare zu einer Erklärung veranlaßt, die durch ihren Mangel an Genauigkeit auffällt. In dieser Erklärung wird der zweimal gewählte s!aatsparteiliche Dr. Appell schlankweg zum SPD.-Mitglied gemacht und gesagt, die sozial. demokratische Mitgliedschaft sei kein Hindernis- grund für die Bestätigung. Vielmehr hob« die Bestätigung versagt werden müssen, well der Siadtverordnetenvorsteher und nicht der Magistrat den Antrag aus Bestättgung gestellt habe. Di« Gewissenhaftigkeit der Erklärung wird aber ge- kennzeichnet durch die einfache Feststellung, daß der«tadtverordnetenvorsteher einen solchen Antrag n i ch t g e st e l l t hat. Nach einer zweiten Lesart hätte die Bestätigung versagt wer. den müssen, weil die Stadtverordnetenversamm- lung es unterlassen habe, sich mll dem Magistrat in Verbindung zu setzen. Ein kurzer Blick in die Akten Überzeugt, daß die Stadtoerordnetenver- snmmlung sich wiederholt an den Magistrat ge- wandt hat. Der Magistrat hat bewußt ' abotiert, wie der Aufsichtsbehörde umsassend nachgewiesen werden konnte. Japanische Meldungen besagen, das Truppen- kommando in Schanhaikwan sei beaustragt worden, alles zu tun, um den neuen Konflikt zu„l o k a l i- s i e r e n". Dieser Schwindel wird entlarvt durch die Bedingungen, die das japanische Ober- kommando nach einem Telegramm aus Mulden, also aus japanischer Quelle, den Chinesen dafür angeboten chat: Räumung des Bezirks Schanhaikwan van chi. nesischen Truppen binnen 24 Stunden. Errichtung einer für chinesisches Militär ver. b o t e n e n neutralen Zone bis 30 Kilometer jen» seits der Eisenbahn. Alleinige Verantwortlichkell der chinesischen Ortsbehörden für die Ereignisse von Echan- haikwan. Schanhaikwan wird als Endpunkt des Gebiets von Manschukuo betrachtet! Die chinesischen Schanhaikwantruppen sammeln sich unter dem Schutz eines Panzerzuges bei Tschinwangtau. Japanische Panzerzüge fahren ebendahin! Auf eine japanische Note, die dem Marschall Tschanghsueliang alle Verantwor- tung ausbürdet, hat dieser geantwortet, daß er die Japaner verantwortlich mache. Zugleich hat er sie ersucht, ihre wetteren Mitteilungen an die chinesische Regierung in Nanking zu richten. Ein Telegramm Tschiangkaischeks an den Oberbefehlshaber in Nordchina versichert, China würde den Norden nicht im Stich lassen. Der kommandierende b r i r i s ch e Admiral in China Sir Howard Kesly hat zwei Kanonen- boote nach Tschinmantau entsandt, um dort die btitischeu. Interessen, zu schützen. Bngland protestiert Tokio. 4. Januar. Der englisch« Botschafter in Tokio stattete dem Außenminister U t s ch i d a einen Besuch ab, um über die Vorgänge in Schanhaikwan Aus- klärung zu erbitten. Chinesischer Diplomat erkrankt Mashington. 4. Januar. Der chinesische Pollliker Dr. David I u i aus Schanghai erlitt während einer Verhandlung mit S t i m f o n im Staatsdepartement einen Schlaganfall und wurde ins Marinehospital geschafft. in Schlesien von Tag zu Tag wahrnehmbare Fortschritte. Wie aus Neichenbach berichtet wird, befindet sich im Eulengebirgsgebiet die SA. in h c l l e m Aufruhr. Der bisherige Sturmführer D a n i s ch in Reichenbach wurde abberufen, weil er mißliebige Aeuherungen über etliche Nazibonzen getan hatte. Die Folge dieser Maßnahme der Hakenkreuzlerischen Zentral- instanzen in Breslau dürfte der völlige Zerfall der SA. in der Geg-nd um Reichenbach und Langenbielau sein. Die SA.-Leute stehen ge- schlössen hinter ihrem abgesägten Führer und ver- langen stürmisch dessen Wiedereinsetzung. Ob es den Hakenkreuzbonzen aus Breslau gelingen wird, den von ihnen unvorsichtigerweis« in Reichenboch entfesselten Sturm zu beschwichttgen, ist angesichts der allgemeinen Erbitterung in der schlesischen SA. höchst fraglich. Lahusen-prozeß erst am ZS. Februar. Di« Hauptverhandlung gegen die Gebrüder La- Husen wurde vom Gericht aus Wunsch der Ver- teidizung nunmehr endgültig vom 14. aus den 2 8. Februar verlegt, da der von der Verteidigung benannte Buchsachoerständige Prof. Dr. Lettner von der Handelshochschule Berlin erst zu diesem Termin abkömmlich ist. Syprermord in London Politischer Cnmd vermutet London, 4. Januar. In der Nacht zum Dienstag wurde der Uni- versitätsprofessor Dr. Zemenides,«in cypri- scher Staatsangehöriger, ermordet. Der Er- mordete ist vor mehreren Jahren von Cypern nach London gezogen und hat an i>er Londoner Universität Sprachenunterricht erteilt. Er wurde nach einem kurzen Wortwechsel mit einem Unbe- kannten in seiner Wohnung erschossen aufgefunden, ohne daß eine Spur des Mörders zu entdecken war. Die Nachforschungen haben nun ergeben, daß es sich wahrscheinlich um einen politi- schen Racheakt englandfeindlicher cyprischer Nationali st«n handelt, da Dr. Zemnides, der früher großen politischen Ein- sluß in Cypern hatte, ausgesprochen englano- freundlich war und mit dem Gouverneur von Cypern auf sehr gutem Fuße stand. Er war der Führer der sogenanillen„Cyprifchen Bruderschaft", die sich für englisch-eyprische Verständigung ein- setzte. Utdin ekd Eduaed Bemdeiu! Otto Wels sprichf! Am 6. Januar 1933, nachmittags 4 Uhr, findet die Beisetzung der Asche des verstorbenen Genossen Eduard Bernstein auf dem städtischen Friedhof, Maxstraße in Schöneberg, statt. Alle Genossinnen und Genossen, Reichsbannerkameraden, Arbeiterjugendgenossen und alle Arbeitersportler beteiligen sich. Antreten 3'� Uhr auf der Mittelpromenade der Innsbrucker Straße, Spitze Wartburgstraße, und Nebenstraßen. Spitze 11. Kreis, dann folgen die Kreise /, 9, 10, 12, i3, 14, 15, 16 aus dem früheren Wahlkreis des Genossen Bernstein, Anschließend die Kreise 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 17, 18, 19, 20. Abmarsch pünktlich 3 s/z Uhr. Marsch durch Wartburg-, Martin-Luther-, Grunev/aldstrcße, Akazienstraße, Häuptsiraße, Tempel- hofer Straße, Ebers-, Maxstraße, Friedhof. Fahnen und Banner sind mitzubringen. Fahrgelegenheit U-Bahnhof Bayerischer Platz.— Straßenbahn 3, 5, 6. 19, 60, 119. Omnibus 8 und 19. Die Gedenkrede hält Parteworsitzender Otto Wels, MdR. Der braune Sumpf Fäulnis überall In einer Zellenwartsitzung der Nazi- Partei in Halle wurde am Montag vom Kassen- wart bekanntgegeben, daß sich die Uschla in den nächsten Tagen mll über 200 Unterschla- gungsfällen zu beschäftigen haben wird. Weit über 200 der Nazileute haben das Geld, das sie auf Opferkarten und Sammellisten zusammen- gebettelt haben, trotz energischer Aufforderung nicht an die Parteikasse abgeliefert, so daß dort vollständige Ebbe herrscht. Außerdem wurden vier Zellungshändler beschuldigt, das von ihnen kassierte Zeitungsgeld unter- schlagen zu haben. Auch in der braunen Winterhilfe sind zahlreiche Unregelmäßig- kellen festgestellt worden. Die Folge ist, daß auch noch die wenigen Geschäftsleute, die bisher die Autlegung einer Sondersteuer für die Hillerei hin- nahmen, sich weigern, weller Spenden zu leisten oder Opsermarken der Gauleitung zu entnehmen. Voller Wut über das Bekanntwerden dieser Schweinerei hat der Kreisleller die Schaffung eines besonderen Nachrichtendien- st e s angeordnet, um herauszubekommen, auf welche Weise das Hallesche„Volksblatt" in den Besitz des Materials aus dem braunen Sumpf kommt! Die innere Zersetzung der NSDAP, macht auch SchwereGA-AuöschreiMng Eigener Bericht des„Vorwärts" Hannover. 4. Januar. Die Hannoversche SA. veranstallete ein« D e m o n st r a t i o n, bei der es wiederholt zu Ausschreitungen kam. Beim Vorbei- marschieren am Gewerkschaftshause stürzten sich aus Befehl eines SS.-Führers, der das Kam- mando gab:„SS. ran!" 40 bis 50 SS.-Leute aus harmlose Zuschauer und mißhandelten sie mit Schulterriemen. Die Polizei unternahm nichts gegen die Raufbolde. Gegen 12 Uhr nachts kam es in der Altstadt wiederholt zu Zusammen- stoßen zwischen SA. und Kommu- nisten. Dabei wurden auch Passanten und An- wohner, die zufällig des Weges kamen, mit Schullerriemen, Koppel usw. von rauflustigen SA.-Rowdys mißhandelt. Eine Truppe von 40 SA.-Leuten versuchte, das kommunistische Ver- kehrslokal zu stürmen, mußte aber zurückweichen. Dabei sielen auch mehrere Schüsse. Auch an anderen Stellen wurde bei Zusammenstößen zwischen Nazis und Andersdenkenden geschossen. Der Polizeibericht meldet sieben Verletzte. Zwei Nazis wurden durch Schüsse verletzt und fanden im Kronkenhaus Aufnahme. Ein Kom- munist, der mit einer Eisenstange auf Nazis ein- geschlagen hatte, wurde festgenommen und dem Schnellrichter vorgeführt. Vreußisches. Der Vorstand der sozialdemokro- tischen Fraktion des Preußischen Landtags hielt am Mittwoch eine Sitzung ab, an der auch die Minister Braun, Severing und Grimme sowie Mitglieder des Parteivorstandes teilnahmen. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Di« Behauptung der TU., Otto Braun habe sich gegen eine Au?- lösung des Landtags ausgesprochen, ist falsch. Die Frage, ob etwaige Reichstagsneuwahlen zweckmäßig mit Preußenwahlen zu verbinden seien, wurde nur gestreift. Es herrschte Ueber- einstimmung darüber, daß sie nicht beantwortet werden kann, solange die Lage im Reich ungeklärt bleibt. Eine neue Verletzung des Memelstaiuls ist die Zulassung einer Klage gegen die Zeitung „Memeler Dampsboot" vor dem K o w n o e r Gericht. Kläger ist der litauische Chauvinist und ehemalige Hospitant der deutschkonservattven Drei» klassenftaltion, Dr. G a i g a l a t. ERSTE BEILAGE DONNERSTAG. 5. JANUAR 1933 In den Tob getrieben! Das Gasunglüct in t»er tranienjtr. !ms, wie berichtet, zwei Todesopfer gc- fordert lint, scheint sich nach den letzten Ermittlungen als eine neue Tragödie der Arbeitslosigkeit herauszu- stellen. Am 1. Januar waren bei dem Garagen- Besitzer fs. ein junges Ehepaar, der Z-Zjährias Antreten des Reichsbanners AaveisunAeo kür Ersitax Der Gauvorstand des Berliner Reichsbanners teilt mit: Am Freitag, dem 6. 3a- nuar, wird die Asche Eduard Bernsteins aus dem Städtischen Friedhos Schöaeberg, Rlaxstratze. bei- gesetzt. Das Reichsbanner beteiligt sich geschlossen au dieser Tranerseier. Antreten aller arbeit*. freien Kameraden einschließlich Spielleute 15 Uhr in Schöneberg, 3nusbrncker Straße am 3nns- brucker Platz, kreisweise Westen. Rorden, Osten. Süden. Spitze des Zuges in Richtung Stadtpark. Zeder Ortsverem stellt eine Zahne. Fahrverbindung: U-Bahn ksauptltraße und Südring vahnhos Ebersstraße. Buchdrucker Erich Zahn und die 18 Jahr« alte Frau Lotte mit chrem 6 Monate alten Kind als Untermieter zugezogen. Die neuen Mieter be- wohnten eine kleine K o ch st u b e und lebten sehr ärmlich und zurückgezogen. Am Dienstag traf Zahn aus der Straße einen 21 jährigen Freund Arthur Lenz, der sich obdachlos und erwerbslos in Berlin oushält. Die beiden jungen Männer, seit langem ohne Beschäftigung, begaben sich ge- meinsam nach der Oranienstraße, wo Lenz auch die Nacht verblieb. Als sich gestern in der Kochstube nichts regte, I�enscKsnopker. unerhört.... schöpfte der Garagenbesitzer Verdacht. Man öffnete die Tür gewaltsam und entdeckte die Tra- gödie. Frau Zahn und das Kind waren bereits t o t. Die Wiederbelebungsversuche bei den Männern dagegen waren nach langwierigen Be- mühungen von Erfolg. Ihr Zustand war jedoch so bedenklich, daß sie ins Urbankrankenhaus ge- bracht werden mußten. Wie die näheren Nach- farschungen in der Kochstube ergeben haben, stand der Hahn des Gaskochers ganz offen, so daß ein Unglücksfall ausgeschlossen erscheint. Im Vorortzug hat sich der 50 Jahre alte Mühlenbaumechaniker Karl B a r a t h aus der Müllerstraße im Norden Berlins erschossen. B. wurde auf dem Potsdamer Bahnhof in einem Mteil dritter Klaffe bewußllos aufgefunden. Er starb im Krankenhause wenige Stunden nach seiner Einlieserung.— Im Keller des Hauses Doemnitzsrraße 38 in Neukölln erschoß sich der 17 Jahr« alte Chauffeur Karl H.— In seiner Wohnung in der Brüderstraße in Lichterselde jagte sich der Reichsbonkiuspetwr Heinrich P. eine Kitgel in die Schläfe. Er war sofort tot.— In Schulzendorf bei Tegel wurde in einem Sommer- schuppen des dortigen Restaurants ein etwa 50 Jahre alter Mann erhängt aufgefunden. Der unbekannte Lebensmüde muß bereits vor einigen Tagen Selbstmord verübt haben. Schließlich vergiftete sich wegen finanzieller Schwierigkeiten in ihrem Geschäft in der Lauen- bnrger Straße 1 die 38 Jahre alte Frau Berta Mehner. Das Wittenauer Familiendrama Das nächtliche Famtliendrama auf dem Mol- kereigehäft des Besitzers Dessin in der Haupt- straß« 39 in Wittenau konnte in seinen Einzelheiten bisher von der Kriminalpolizei nicht weiter geklärt werden. Es scheint aber schon jetzt festzustehen, daß die beiden Söhne, der 21 Jahr« alte Werner und der 13jährige Herbert, von dem furchtbaren Plan der Eltern nichts gewußt haben. Als die Kinder ahnungslos schliefen, muß sich der Vater in»hr Zimmer geschlichen und beide durch wohlgezielte Schüsse aus nächster Nähe erschossen haben Wie bereits berichtet, wurde Frau Dessin mit einer schweren Gasvergiftung und der dreizehn- jährige Herbert mit lebensgefährlichen Schuß Verletzungen ins Reinickendorfer Krankenhaus ge- bracht. Das Befinden von Mutter und Kind ist sehr bedenklich, und es besteht leider keine allzu groß« Hoffnung, daß sie mft dem Leben davon- kommen werden. Aas brennende Schiff „Atlantique"-Besat?unx gerettet L o« t» o«. 4. Januar. In de» späten Rachmittagsitund«» treibt die ,.A tlantique" lichterloh bren- »cnd in dar Nähe der Kaualinfrln, und zwar etwa 30 Kilo mater westlich von Se» Easauetä. Es steht nunmehr fast, daß die gesamte Besatzung durch verschiedene Schiffe geborgen worden ist. lieber die Entstchungsiirioche des Brandes ist ebenfalls noch nichts bekannt. Auf der Campagnie Sird-'Zltlanftgue tritt noch heute nachmittag ein Ausschuß zulammen, der iotort einen Unter- l'uchungsausschuß einsetzen wird. Obgleich näher« Einzelheiten über die Auswirkungen des Brandunglücks nicht vorliegen, hat man bei der Schiff- iahrtsgefellfchaft wir wenig Hoffnung, den Ozean- riefen zu retten. Die„Atlantique", die den Wettkampf mit dem deutschen Hapag-Dampier„Cap?Ircono"' auf dem Südatlantik aufnehmen sollte, trat am 29. Sep- lember 1931 ihre Jungfernfahrt an und gall als das modernste Schiff auf der Linie nach Süd- amerika. Es wurde mit einem Kostenaufwand von cund 100 Mllwnen Franken(etwa tvi Mil lionen Mark) gebaut. Das Schiff kann bei voller Ausnutzung 2000 Fahrgäste befördern. Das Schiff war 226 Meter lang und 30 Meter breit. Der Dampfer„A t l a n t i q u e" ist inst einem Vierschraubenantrieb versehen, dem die Antriebs lcistung von Turbinen geliefert wird. Nach den bisherigen Rachrichten hat dos Brondttnglück rasch einen ungewöhnlichen Umfang angenommen. Anders dürfte es kaum zu erkläre» fein, daß es dem Dam-pfer nicht gelang, mit feiner großen Ge ichwindigkeit die verhöllmsmäßig kurze Strecke bis zur französischen Küste zurückzulegen. Die rasche Ausbreitung der Feuersbrunst dürfte aui die ziemlich reichliche und luxuriös« Ausstattung des Schiffes zurückzuführen fein, die naturgemäß eine starke Beladung mit brenn boren A u s st a t t u n g s m o t e r i a l i e n zur Folg« IM. Eine so gewaltige Katastrophe ist in den heutigen Zeiten um so tragischer, als es gerade in den legten Jahren der Chemie gelungen ist, Im prägnierverfahren für Holz,«toste und dergleichen zu entwickeln, die derartige Materia lien völlig uneniftammbar machen. Der französische M i n i st e r p r ä f i d c n t hat den Handelsminister beauftragt, der Befaguirg des deutschen Dampfers„Ruhr" den Dank anszn sprechen. Edremnal für„Niobe�-Opfer kiel. 4. Januar. Auf dem Morineehrenfriedhof, auf dem die bis- her geborgenen Opfer des untergegangenen Schul- jchiffes Niobe beigesetzt sind, soll, wie verlautet. ein Ehrenmal zur Erinnerung an die Katastrophe errichtet werden. Neben einer Grünanlage soll jedes Grab mst einem Stein geschmückt werden. Auf einer besonderen Gedenktafel sollen die Namen der nicht geborgenen Befatzungsmitglieder der Rachwelt erhalten werden. Das Mol soll am l. Jahrestag des Unterganges— 26. Juli-- ein geweiht werden. Die kommuuifien führten gejtern ehr« erste öffenlliche Kundgebung nach Ablauf des Burg friedens im Luftgarten durch. Der Platz war stark besetzt, zu Zwischenfällen ist es nicht ge- kommen. Geschnappte Erpresser Der Nazi-Gutsinspektor und sein Kumpan Ein feiner Mann, der Gutsinspektor fturt 2B o e I f e I, yührer der Nouener NSDAP Das Spondauer Schafsengsricht hatte chn und den Sandwirt Gearg Lilie wegen Erpressung zu je acht Monaten Gefängnis vernrteili Hätte» sie ihre Strafe ruhig abgesessen, die Sache wäre Kochst wahrscheinlich nicht in die Oefsentlichkeit gedrungen. Sie legten aber stol; Nerufung ein mit dem Erfolg, daß das Urteil erster Instanz oon der Stroskammer des Land» gerichts III mit einer geradezu vernichtenden Urteilsbegründung b e st ä t i g t wurde. Die An- geklagten, sagte Landgerichtsdirektor N o m b k e. follten froh sein, daß gegen sie nicht eine höhere Strafe verhängt worden sei. Der Landwirt Lilie hatte wegen eines Unfalls eine Entschädigung von MX) Mark erhalten. Im Besitz dieser Summe beschloß er sich eine Existenz zu tchafsen. Er kaufte sich ein Grundstück im Werte von 12 000 Mark, zahlte die 3000 Mark an und— saß auf dem Trockenen. Wo sollte er die restlichen 0000 Mark herbekommen? Als di« Teil- summe in Höhe von 2000 Mark fällig war, kam er auf die brillante Idee, die Witwe des verstorbenen Stadtrats M., Inhaberin des Bank- Hauses W, um die 2000 Mark anzugehen. Da er keine Sicherheiten bieten konnte, griff er zu einer �Erpressung. Er erklärte Frau W-. im Besitz oon kompromittierendem Material gegen ihren verstorbenen Mann zu sein: dieser Hube ein Doppelleben geführt und Orgien gefeiert. Be- komme er nicht die 2000 Mark, so übergebe er das Material der Presse! Frau W. zeigte ihm die kalte Schulter. Herr Lilie belästigte sie mit Tele- phonanrufen und brachte sich schließlich auch in ireundltche Erinnerung durch. eine Postkarte. Frau W. blieb unzugänglich. Jetzt erschien auf der Bildfläche der Gutsinspektor >Uirt W o e l f e l. Er stattete Frau W. seinen Besuch ab, stellte sich als Vertreter eines Blattes „Berliner Politische Presse" vor, erklärte, er habe den Auftrag erhalten, den„Fall" chres Mannes zu bearbeiten, er würde jedoch davon Abstand nehmen, falls Frau W. sich geneigt zeigen würde. ihm eine„Abstandssumme" zu bezahlen. Auch dies zog nicht. Was taten nun die beiden sauberen Gesellen Herr Lilie und Herr Woelfel? Sie begaben sich zu dem Führer der Nauener Kommunisten und machten ihm den Vorschlag, von dem Ma- terial gegen W. Gebrauch zu machen. Der Nauener Kommunistenjührer sagte ihnen aber: erstens nehme er kein Materiol oon einem Naziführer, und zweitens wolle er mit dem politischen Stunk nichts zu schaffen haben. Ob er Frau W. einen Wink gegeben, oder ob sie schließlich selbst daraus gekommen ist, mag dahingestellt bleiben. Jeden- falls lud sie die beiden Erpresser telephonisch zu sich, damit sie die 2000 M. in Empfang nähmen: in Wirklichkeit wurden sie von Kriminal- b e a m t e n in Empfang genommen. Eine saubere Gesellschaft! Der Borsttzcn.de des Gerichts hatte recht— dle Strase ist wirklich nicht zu hoch. Lebendig im Sarg Im Dorf G r e g e s wurde ein SSsähriger Mann namens Sembat zu Grobe getragen. Da er wett bekannt und sehr geachtet war. folgte eine beacht- liche Menge dem Sarge. Plötzlich hörte man merkwürdigerweise Geräusche von dem Leichenwagen und stellte bei näherer Unter- suchung fest, daß sie aus dem Sarge stamm- ien. Eilig wurde der Deckel geöffnet und zum größten Erstaunen der Anwesenden erwies sich der Totgeglaubte als lebendig. Sofort wurde noch einem Arzt geschickt, aber als er eintraf, konnte er nur noch den Tod feststellen, der in- zwischen wirklich eingetreten war. In wenig Worten Die Berschwendungssucht des Prinzen Friedrich Leopold Sohn nimmt immer größeren Umfang an und ebenso wachsen sein« Schulden enorm. Es ist jetzt soweit gekommen, daß auch das Rittergut Saarmuß bei Potsdam, das auf den Namen des verstorbenen Prinzen Fried- rich Leopold Vater von Preußen eingetragen ist, am 19. Januar auf dem Amtsgericht in Potsdam zur Zmangsvollft reckung gelangt. Auf dem Flugplatz N e w a r k(Newjerseq) verhaftete di« Geheimpolizei den mit einem Flugzeug aus Montreal eingetroffenen Hochstapler Hans D e ch a w, der sich„Graf Heinrich von Bülow" nannte. Dechow wird beschuldigt, in Kanada und Mexiko falsche Dollarnoten im G«- somtbetrag« von 30 000 Dollar vertrieben zu haben. Er soll angeblich das deutsche Handels- pilotenzeugnis besitzen. � Bei Ellesmer« Port in der englischen Grafschaft Ehester ist ein Benzintank der Shell-Mex-Ge- sellschoft mit einem Inholt von über 3800 Hello- liter Benzin explodiert Der Tankbeckel sauste hoch in die Lust und stürzte mit donnerartigem Getöse wieder aus die Erde nieder. Merkwürdigerweise wurde niemand getötet oder verletzt. Der ganze Tank bildet ein einziges Flainmemneer. ★ Im Eingeborenenviertel von Kairo ereignete sich eine schwere Katastrophe. Ein großes zweistöckiges Gebäude stürzte plötzlich zusanmien und begrub 20 Personen unter seinen Trümmern. Bier Personen konnten nur als Leichen geborgen werben, während acht Personen schwere Ver- letzungen davontrugen. * Ein Schulflugzeug der Fliegerschule Schwarza stürzte heute nachmittag aus bieher unbekannten Gründe» in der Nähe von Saalselb ab. Der Pilot, der 22jährige Deutschamerikaner D e l t s ch. wurde mit außerordentlich schweren Verletzungen geborgen: er starb kiKz darauf im Saalselder Krankenhaus. Der Apparat ging völlig in Trümmer. Ermnerimjf an Alwin Gerisch Heute vollendet Genossin Luise G« r i s ch ihr 80. Lebensjahr. Unserer Luise Gerisch zum Ehren- tage gratulieren, heißt sich dankbar a» Alwin Gerisch erinnern, der im Jahre lg22 erstarb und in Baumschulenweg nach arbeitsreichem Lebe» die letzte Ruhestätte fand. Die alte Generation in der Partei wird sich bei Nennung des Namens des un- erschrockenen Kämpfers und seiner Gefährten aus den Sturm- und.Kampfjahren im alten wilhelmi- irischen Deutschland erinnern. Als Sohn des Volkes aus dem ärmsten Test des Erzgebirges kommend, stand der junge Maschinenbauer, getragen vom Vertrauen seiner Berufskollegen und Parteifreunde TceU jt�zialLsiiscUt UuU�tUuie- Sonnabend, 21. Januar, IK'/z Uhr, Plenarsaal des ehem. Herrenhauses, Leipziger Straße 3, Vortrag von Dr. Hans Stoudin- ger, M.d.R., über: „Vom Kapitalismus zum Sozia ismus" Karten zum Preise von 50 Pf. an den bekannten Stellen. sehr schnell in der vordersten Lutie. Seine im reifen Mannesalter geschriebene» Romane„Cr- weckt",..Der Gotteztästerer" und„Enzgebirgilches Volk" zeigen das Bekenntnis zum Sozialismus. Bis 1892 Borstandsmitglied im Berliner Metall- arbeiter-Berband, wurde Alwin Gerisch, erst 33- jährig, 1890 zum Vorsitzenden der Partei gewählt, um dann aus dem Berliner Parteitag 1892 das Kassiereramt neben Bebel als Vorsitzende» zu übernehmen. Der Plauensche Wahlkreis wählt« Gerisch 1894 in den Reichstag, dem er bis 1906 an- gehört«. Im Atter, den Jüngeren Platz machend. schenkte er seine reichen kommunalpolitischen Kennt- nisse der jetzt Berlin einverleibten Genreindc Treptow. Herzlichen Glückwunsch und wettere Gesundheil für Luise Gerisch und auch setzt noch Dank für die Opferbereitschaft in den langen Jahren des fetten innigen Familienlebens, eine Opferbereit- schart, die Alwin erst zu seiner erfolgreichen Arbeit befähigte. Schwerer Raubüberfall Auf die Filialleiterin der Buttersirma H e i n z e in der Flughasenstraße 37 in Neukölln wurde gestern gegen 20 Uhr ein verwegener R a u b- Überfall oerübt. Die Angestellte, ein Fräulein Klara F u h n e r, verließ das Geschäft durch den Hinterausgang. Als sie ahnungslos den Flur betrat, stellten sich ihr zwei mit Pistolen bewass- nete junge Burschen entgegen. Die Täter entrisien der Filialleiterin eine Aktentasche, in der sich der gesamte Tageserlös in 5zöhe von etwa 300 Mark und eine goldene Damenarmbanduhr befanden. Mit der Beute er- griffen die Räuber die Flucht und entkamen in der Dunkelheit. Reue? AsphaN-vrozeß Lexinn einer Prozeßserie Nachdem die Stadt Berlin durch das Urteil des Amtsgerichts Berlin-Mitte auf Schadenersatz wegen eines Unfalls verurteilt worden ist, der auf den Asphalt zurückzuführen ist, wird vor dem � Amtsgericht Berlin-Mitte am 16. Januar über eine neue Klage verhandell, bei der es auch um den Rutschasphall geht. Ei» sächsischer Gutsbesitzer hat den Berliner Magistrat auf Schadenersatz in Höhe von 300 M. wegen eines Zttttounfalls verklagt, der stäz im Ollober 1932 in Eharlottenburg ereignete. Auch an diesem Unfall soll nach Ansicht des Klägers der schlüpfrige Asphall schuld sein. Ein Liefer- wagen eines sächsischen Gutes, der von der Be- sitzexin selbst gesteuert wurde, kam auf dem Asphalt ins Zttttschen und fuhr gegen einen Straßenbaum, wodurch das Fahrzeug beschädigt wurde und die Lenlerin erhebliche Verletzungen davontrug. Da die Sladt Berlin auf gütlichem Wege nicht zu einer Zahlung von Schadenersatz zu bewegen war, strengte der Geschädigte nunmehr Klage an. Da seine Zlnsprllche mehrere hundert Mark de- tragen, ist dieser Prozeß im Gegensatz zu dem «sten Rutschasphallprozeß berufmigsfähig, so daß auch durch die Entscheidung einer höheren Instanz damit ein endgültiges Urteil über die Frage des Berliner Asphalts herbeigeführt werhen kann. Arbeitslager aufgelöst Eins unirlare Verlautbarung Der Städtische Nachrichtendienst teitt mit:„In dem Arbeitsdienstlager aus dem der Stadt Berlin gehörenden Gute Vogtsbrügge bei Havelberg sind aus Anlaß des bevorstehenden Führerwechsels Un- stimmigkeiten eingetreten, die zur Folge hatten, daß der größte Teil der Arbeitsdienstwilligen dos Lager verlassen hat. Da der Termin, zu dem die Auflösung des Lagers von vornherein in Aussicht genommen war, nahe bevorsteht, ist seine Ergänzung durch neue freiwillige Kräfte nicht an- gebracht. Der Rest der Arbeitsdienstfreiwilltgen wird voraussichtlich aüf Wunsch in andere städtische Lager übernommen werden" * Diese Mitteilung des Städtischen Nachrichten- dienstes ist außerordentlich unklar gehatten. Er- kündigungen, die wir gestern abend bei den zu- ständigen Stellen einzogen, haben die Sachlage nicht geklärt. Es ist uns gesagt worden, daß es dem Lagerleiter nicht gelungen sei, den nötigen Konnex zwischen sich und den Arbeitsdienstwilligen herzustellen. Der Lagerleiter ist ein junger Re- gierungsbauführer, der jetzt zur weiteren Aus- bildung in einen Führerschulungskursus entsandt wird. Die Vertreter oon 39 Arbeitsdienstwilligen, die wegen der Unstimmigkeiten das Lager ver- ließen, sind beim Stadtjugendpfleger vor» stellig geworden, um auch weiterhin eine Beschöf- tigung im Rahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes der Stadt Berlin zu erlangen. Soweit unser« Ermittlungen! Es ist zu fordern, daß die zuständigen Stellen über die Vorgänge im Arbettsdiensttager Vogtsbrllgge eine A u f k l S- r u n g geben, die ohne falsche Scham die Dinge darlegt, wie sie sind, und die Oefsentlichkeit nicht aufs Rätselraten verweist. Gefängnis für Schreck- chub Bei der Fortsetzung der Verhandlung gegen den 21jährigen R.. der im Wohlfahrtsamt gegen einen Beamten einen Schreckschuß ab- gegeben hat, wurde noch solgendes festgestellt: Der Angeklagte hat wöchentlich 8.60 M Wohl- fahrtsiinten'tügung bekommen und auch eine Miet- beihllfe von 7'JH. nurnattlch. Der Zeuge Wischnat ist zum Glück nicht schwer verlegt. Aus dem ärzt- lichen Attest gehl hervor, daß di« Hornhaut nicht beschädigt ist und sein Augenlicht nicht leiden wird. Er erklärt: Es war Zahttag. Die Wohlfahrts- Unterstützungsempfänger haben bis 2 Uhr abgefertigt sein müssen, weil später die Kaste ge- schlössen ist. Er Hab« die Nummer des Angeklagten zweimal übersprungen, weil die Wohlfahrtsunterstützungsempfänger zuerst abgefertigt werden müßten. Die Mietbeihilfe hätte der Angeklagte bestimmt bekommen. Als der Zeuge gegen V>3 Uhr durch das Zimmer ging, kam der Angeklagte an ihn heran und sagte zu ihm in barschem Tone: „Ich werde in fünf Minuten a-bgeserttgt." Auf seine Antwort hin äußerte der Angeklagte noch: „Sie schikanieren mich." Gleich daraus erfolgte mich der Schuß. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr Ge- fängnis. Das Gericht verurteitte den Ange- klagten zu neun Monaten Gesängnis!— Ein hartes Urteil! Wie wird das Wetter? Zu Berlin: Anfang» meist stark bewölkt, svä- tsr zeitweife aufheiternd, keine wesentlichen Niederschläge, Temperaturen später etwas linkend, südliche bis südösttlche Winde. Zu Deutschland: Nirgends wesentliche Niederschläge mehr, sonst wenig Aenderung des herrschenden Wittenmgs- charakters. K.iulnchen. und Pelzfachen-Ausstelluug. Der Perband Brandenburgifcher Kaninchenzüchter, Sitz Berlin, im Bund deutscher Kaninchenzüchter, ver- .anstattet vom 7. bis 9. Januar im»Bürger» garten*(frilhex Schlaßbrauerei�, Berlin-Schöne- berg, Hauptftr. 122/123, eine große Kanin- chen- u n ix P e l z f o ch e n A u s st e l I u n g. Diese Austtellung oerspricht, alle bi-her in Berlin gezeigten Ausstellungen zu überbieten. Es wer- den über 700 Nurninern Kaninchen zur Schau gestellt. Es bietet sich günstige Kaufzelegenhett. Am Sonnabend, 7. Januar, 20 Uhr. findet im Ausstellungslokul ein Begrüßungskommers statt. Sozialismus ist heule möglich. Am Freitag, dem o. Januar 1933. 20 Uhr. spricht in der Aula der Handelshochschule, Spandauer Straße 1(Nähe Stadlbahnhof Börse), Pros. Dr. Adolf Löwe, Frankfurt a. M.. über: Sozialismus ist heute möglich! Planwirtschaft als Utopie und Wirk- lichkett.— An der Aussprache beteiligen sich u. a.: Wilhelm Eggert, Eduard Heimann. Carl Landauer, Emil Lederer, Fritz Naphtali, Otto Nathan.— Unkostenbeitrag 60 Pf., Studenten und Erwerbs- lose 23 Pf. Achtzig Zahre alt wird unser« Genossin Marie A l l e r t. Berlin. Ztettiner Sir. 55. Seit 50 Jahren ist Marie Allert Leserin des„Vorwärts". Seit Jahrzehnten gehört sie der Partei an. Trotz ihres Wer- beteiligt sie sich noch heute an den Äarteiarbeiten in geistiger Frische. Der jungen Generation kann sie als leuchtendes Beispiel der Pslichtersllllung gelten. Seinen 70. Geburl-tag begeht heut« Genaste Fritz Meier, Friedenau. Cran.achstr. 16. Das Geburt-tagskind ist fett fast 46 Jahren Leser des „Vorwärts". Die Fiuua AMigce Säha« gldt bekannt bah seit einiger Zeit die Villigcr-tti-Pi.-Tlnmpcu in ca. Ii) Pro? zrbhercni storyiar herauskammen. Ebenso sind die Laalttäten durch Verarbeitung de» ibZOer Sahrgang» nochmal» verbesicrl worden. Bekanntlich hat Lilliecr au» oer ausgezeichneten lLAer Ernte Ubee tö-l Waggon» lleberseetabak-"raekauit. f Freie Gewerkschafts-IugenS Berlin Heule. Donnerstag. Januar. I!»� tlhr, tage» die Gruppen: Schlesiichcs Tor: Iugnidhei:» Manteuffesttr. 7," Heimbeiprechung.— Betricbegrupp« bindcor: Um 17 Uhr in der tionline des Lindcar.Fahrradwerlcs Jahres- milglieherversammiung.— Südosten: Hugenhheim Reichenberger vtr.»6 i Feuer. wehrhau»), Mitgliederversammlung.— Sewerkschastshaus: Saal tt des tbe» werischoftshauscs. Sngeluser 2t— 27>. Heimbesprciliung. Neuwahl.— Tempel- hos: Jugendheim Germaniastr. t— B sLnzeum). Helmbesprcchung und Verband». buchlonüalle.-- Aopeniit: Jugendheim Grünauer Str. ö(Nähe Bahnhof Spindlorsscld) vahrcsnersammlung.— Zeppclinplatz: Jugenheim Turincr Erle Seeftraße, Eingang Turiner Straße. Etwas über Wesen und Wielen der Polizei. — Gesundbrunnen: Jugendheim Rote Schule, Gotenburgcr Str. 2. Helmhc» sprechung. Unser« Reporier berichten.- Osten: Jugendheim Franlkurter -■-JOf« 207 sköns.Zimmers. Heimbesprechung.— Neu-Lichtenberg: Jugendheim Eiunterstr.•M. iüeichskuratorium für Vuaendertüchtigung.— Lichtenberg: Zu. gendhcim Dosscstr 22. Der BVG.-Streik.— Landsberger Platz: Jugendheim Ebertystr. 12, Die Frau im Kamps um Sleichderechtigung.— Steglitz: Jugend- beim FIcmmingftr. 14h. Seimbesprechung, Heitere» iBerbandsbuchkonlrplle).— Zugendgruppe des Deutschen Bellcidi: uqsarbeitcr-Vcrbaudcs: Jugendheim Se. basttanstr. 27—88. Wir diskutieren.— Jugendgruppc des Verbandes der Zlab- riiog, Mitlei. und Getränke»! bcitcr: Jugendheim Neue Schönbauser Str. 4-7-5. Heimbesprechung.— Karten sür den Geielliaen Abend am 7. Januar sind noch an der.�0»« erhältlich. ** �uaenvonippe des Zentralverbandes der Anaestellten n&S Heut«, Tenne! ja linden folgend« Beronstaltungen statt: Nordost U: Wir besuchen die Versammlung de? Werbebezirk».— Norden: Jugend. heim Putbusser Strotze s-Alte Schute:- Ardeitsgemainichast: Ist der Mensch das Produkt seiner Umgebung? sl. Abend: Das Elternhaus). Leiter: Deigelt.— Ost«»!- Jugendheim der Schule Litauer Str. 18. Gruppenaussprach«: Rückblick aus das verslofftne Jahr— was wird uns lAZ dringen?— Stralau: Jugend- heim Dasiestratze(Zimmer 3). Wir grüßen das neue Jahr auf unsere Art.— Treptow: Jugendheim Elscnftr. 8 sPrivathaus). Das alt« Jahr ging zu Ende, im neuen Jahre weitere Arbeit für den Verband.— Schöncbero I Dir besuchen di« Versammlung des Werbcdezirks Echöneberg.— Spandau: Wir besuchen die Versammlung de» Gerbebezirk». Vortrage, Vereine und Versammlungen ffjlse Reichsbanner„Schwarz RotGold-. MfWa?« G»ichü>I»st»II«: Verlin S>4 Sebastionstl 87—88 Ho) r Ti eoriXV Witte. 3. Sameradschatt. Freitag,«. Januar, ttzzz Uhr, General. »4-8 Versammlung im ASB..Heim, Josinstr. 4. Neuwahlen.— Preaz. lauer Berg sVortruvp). Schar Friedrich Eberl. Donnerstag, 3. Januar, 17U Uhr. Heiln Gleimstr. 22—33. Schar Ludwig Frank. Freilag, 6. Januar, ISvJ Uhr, Baracke 3, Donziacr Str. 62. gahreorllckblick. Prcarainmsestsetzung. — Duwcrsdors. ltameradschastcn Süd und Nord. Donnerstag, 3. Januar, 20 Uhr, Versammlung bei Rpsenau, Laubacher«de Varziner Straß«.— Treptow. 3. Samerad schaft. Eonnabend, 7. Januar, 19', 5 Uhr, Zahresgenelat. versammluna bei Bressaa,..Zum kühlen Grund", Oderschöneweide, Siemen». straß« 1. Alle aktiven und vassioen Jemerade» sind zur Stelle. Buchtoinrolleu Anzug: Bundeskleidung. Di« angesctzte Nachtübung de« Orlsvcr-ins fällt für die 3. Samerodschaft aus. Zungba. Donnerstag, 3. Januar. 20 Uhr. General. Versammlung in Baumschulenweg, Ernsiltr. 18(Zugendhcim). Uniform Wcißeusee. Donnerstag. 3. Januar, 20 Uhr, in der dekannten Turnhalle.— Poakow(Ortsvcrein). Freitag, 8. Januar, 20 Uhr. Seneralosriammlung gut anschließrnder Vorstandsneuwahl im Restaurant Schloß Schduhausen, Jnh. Geier, Verlin.Ricderschbnhausen. Lindensir. tt. Alle Sameraden in Uniform. Mitgliedsbuchkontrollc. Spielleute mit Instrumenten. Fahnen mitnehmen. — Eharlottenburg. Jungbanner. Jahresversammlung mit Reuwahlen am Donnerstag, dem 3. Januar, im Jugendheim Peftalozzisiraße. Mitgliedsbuch. lontrolle.— Wassersporiabteilnng. Zug Tegel. D.nnerzlag. ö. Januar, 21 Uhr. «astenrudern bei Sand, Bahnhof Tiergarten, Stadtbahnbogen. MM?. Arbeiker-Samariter-Lund e. v.. Kolonne V-rlin. ®«schäftsflcn«! NO»3. Iostrstr. 4. Tclcphoo: E 8 SSuigftadl 5440. vvÄjK-i Ausweis Nr. 127 ist verloren gegangen und wird hiermit für un- "•WSISf' gültig erklärt. Finder werdrn gebeten, denselben an oben an» gegebene Adresse abzuliefern. Neichsbuad der Sriegsdeschädlgteu. SrieasteUnehmer und»ricaerhiuter. bliebencu. Ortsgruppe Eharlottenburg. MUglieoeroersammlung am Freitag, dem 3. Januar, 29 Uhr, in Eckmann» Festsälen. Scharrenstr. 34. Tagesordnung: Neuwahl de, Borstands» und Geschäftsbericht. Efperautagruppl Berlia-Nordeu. Jasmunder Str. 8, Jaowunder Vereins» hau». Heut» 29 Uhr U-bungen, Sdnoerfation, geselliges Beisammensein. Säfte willkommen. Ardciter.Steuogruphen.Vcrc!» Srah-Berlte. Anfängerkurse In Relchskurz. schrift: Berlin-Rordpst: Seneselderstr. 8. Menstaa. 17. Januar.— Berlin. 3u>cdon: cdjulflt. 09. Dienstag 17. Januar.— Berlin-Südwest:(Smeifenau« straße 7. Dienstag, 17. Januar.— Berlin-Südosi: Reichenbcrac: S:r. 67. Don» nerstag, 19. Januar— LerNn-Osten: Litauer Str. 18. Donnerstag, 19. Januar. — Schoneberg: Feurigstr. 57. Dienstag, 17. Januar.— R-ulillln: Saiser-Fried. rich-Str. 209. Dienstag, 17 Januar.— Lichtenberg: Halteistr. 7—9. Danners. tag. 19. Januar.— Eharlottenburg: Oranienstr. 13— lö. Freitag, 20. Januar. — Alle Kurse werden ,n Schnlen wbchentlich einmal von 19". bis iVA Uhr obgehallcn! Äursusdauer 16 Abend«. Das Kursusgeld einschließlich Lehrmittel beträgt für Erwachsene 6 M., für Jugendliche unter>9 Jahren SM. und für Erwerbslose 4 M. DI» Anmeldung-r'-lgt am ersten Abend, weiter« Auskunft erteilt Otto Benghoefer, Velten i. d. M., Dilhelmstr. 10». Ein neupreußischer Siedlungsskandal Reichskommissare torpedieren die Siedlung—- Gefährliches Spiel mit der Würde des Staates Kurz vor Neujahr wurde für die breitere Oefsent- lichkeit durch ein« Erklärung des Reichskommisjars für das Preußische Larrdwirtschaftsministeriuw� Muffehl, ein«iedwngsskandal von einer Bös- artigkeit und Tücke erkennbar, der seinesgleichen sucht. Seit 19Z0 besteht eine Geweinoühige Siedlungstri-uhand G. m. b. fT. die nach den Ideen von Untversitätsprofeffor Franz O p p e n h e i m e r mit Erfolg die An- setzung von landwirtschaftlichen Arbeitern als Siedler betreibt. Es werden im Zusammenwirken mit den Kulturämtern große Güter angekauft, die geeigneten Stellen an der Peripherie abgesiedelt, das Restgut als Großbetrieb weiter bewirtschaftet. Die Kauskrasi der Siedler und Landarbeiter wird in Wirtschastsgenossenschaften zusammengefaßt und die Ausrechterhaltung des inneren Zusammenhangs dieser Produktiosiedlung durch eine Markgenossen- schaft mit Vorkaufsrecht gesichert. Seit dem Jahre 1920 wurden rund 12000 M o r- gen Land auf den Gütern Bärenklau bei Velten, Lüdersdorf bei Wriezen, D ö b e n bei Magdeburg, B l u m b e r g bei Werneuchen und Frankenfelde bei Wriezen in erfolgreiche Bewirtschaftung genommen und zum großen Teile abgesiedelt. Die Erfolge dieser SIedlungsmekhode find au- erkannt. Aeußereu Ausdruck hat der Erfolg im Zahre 1930 dadurch gefunden, daß bei der Kapitalerhöhung der Gesellschaft von tM 000 aus 1 Million Mark der preußische Staat sich mit 500 000 Mark beteiligte und mit drei Vertretern tu den Aufsichlsrat eintrat. Geschäftsführer der Gemeinnützigen Siedlungstreuhand G. m. b. h. ist Dr. Dyck. Es ist begreiflich, daß diese erfolgreiche Sied- lungsarbeit bei den Großagrariern schon lange Unbehagen hervorrief. Bewies doch die hier angewandte Methode, daß man mit pro- duktiogenosfenschaftlichen Formen nicht nur wirb schastlich siedeln, sondern vor allen Dingen auch landwirtschaftliche Großbetrsebe ohne Großgrundbesitzer volkswirtschaftlich zweck- mäßig bewirtschaften kann. So wird es oerständ- lich, daß schon fest Iahren vom Reichslandbund, der chugenberg-Presie und in der letzten Zell be- sonders auch vom„Völkischen Beobachter' und der übrigen Nazipress« die schärfste Hetze gegen die Siedlungstreuhand G. m. b. h. entfesselt wurde. Der gegebene Zeitpunkt nun, die Hetze zum Erfolg zu führen, war die Einsetzung von Reichskommissaren und der damit zum Ausdruck kommende Sieg des Hugenberg-Äurfes in Preußen. Einen äußeren Anlaß für die Verschärfung der Hetze waren sogenannte Enthüllungen in einem Arbeitsgerichtsprozeß, den ein wegen Unfähigkeit entlassener Angestellter gegen dre Siedlungstreu- Hand A. m. b. h. anstrengte. Der Reichskommissar für das preußische Land- wirlschasksministerlum Mufseh! hat vor der hetzenden Reaktion prompt Kotau gemacht. Nun war es freilich nicht möglich, ohne weiteres gegen die Siedlungstreuhand G. m. b. h. selbst vorzugehen. Schließlich ist der preußische Staat an dieser Gesellschaft mit 500 000 Mark beteiligt und hat chr nützliches Wirken damit ausdrücklich anerkannt. Aber man fand einen Dreh, wie man der Gesellschaft an, Leder gehen konnte. Man entdeckte nämlich plötzlich, daß der verdienstvolle Geschäftsführer der Gesellschaft Dr. Dyck die polnische Staatsangehörigkeit hat! Daraufhin forderten die preußischen Aussichtsrats- Vertreter eine sofortige Aufsichtsratssitzung und stellten den Antrag. Dr. Dyck aus seinen Funktionen zu entlassen. Dieser Antrag wurde von der Mehrhest des Aussichtsrats aus wirtschastlichen Gründen aber abgelehnt. Man höre und stauue nun. wie es aber um die innere Begründung dieses preußischen Antrages bestellt ist: Dr. Dyk war von Geburt österreichischer Staatsangehöriger. Er hat fast sein ganzes Leben in Deutsch- land zugebracht. Mitte der neunziger Jahre hat er in Deutschland als Gärtner ausgelernt und sein ganzes Studium in Deutschland absolviert. Wäh- rend des Krieges hat er in den preußischen Staatsdomänen die Urbarmachung von Mooren durchgeführt. Aus dieser Zeit hat er die g l ä n- zendsten Zeugnisse des preußischen Staates und wurde auch mit dem Verdienst- kreuz für Kriezrhllfe ausgezeichnet! Als durch die Friedensverträge seine Heimat polnisch wurde, erwarb er zwangsmäßig die polnische Staats- angehörigkeit. Dr. Dyk hätte tausendiach Gelegenheit gehabt, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben. Er wollte es aber nicht wie jeder zu- gereiste Schnürsenkelhändler hm, bei dem mehrere Jahre Anwesenheit in Deutschland dazu genügen. sondern er wollte auf Grund seiner Leistungen die Einbürgerung in Deutschland erreichen. Er wollte es um fo mehr, als er Jude war. Dr. Dyk war also von besonders idealistischen und ehrenhaften Motiven geleitet. Alle diese Tatsachen waren der preußischen Staatsregierung bekannt. Dennoch hat es Reichs- kommisiar Mussehl fertiggebracht, wegen Dyks unfreiwilliger polnischer Staatsangehörigkeit besten Beseitigung als Geschäftsführer aus der Siedlungstreuhand G. m. b H. zu fordern und Neuer Direktorenschub Hilgenberg ist groß und Helferich ist sein Prophet Seit aus der Preußischen Zentral- genossenschofts lasse die Deutsche Zentral- genossenschaftskasse geworden ist. feit mit anderen Worten d« r großagrarisch-reaktionäre Kurs in der Preußsntast« zum Durchbruch gekommen ist, ar- bellet hugenbergs Direktorenguillotine mll hoch- druck. Zunächst wurde seinerzell der verdiente Direk- tor Posse entfernt, der das volle Vertrauen der Genossenschastsverbände hatte. Gleichzeuig mll ihm wurde Dr. Lauffer beselligt. Lem ein großes Verdienst an der finanziellen Gesunderhal- tung des Genossenschaftswesens und an der Er- tenntnis der wahren Verhältnisse in Ostdeutsch- land zukommt. h e l f« r i ch, der neue Präsident, erweist sich Immer mehr als ein Beamter, der nichts anderes sein will als ein Beamter und dem neuen poli- tischen Kurz all« Opfer bringt, die man ihm zu- mutet. Es sind jetzt auf diesem Wege zwei neue Opfer gefallen: das stellvertretende Mitglied des Direktoriums Engelmann, sowie der Hand- lungslevollmächtigte Bloch haben ebenfalls den blauen Brief erhalten. Engelmann stt verant- wortlicher Leiter der wichtigsten Abteilung, nämlich der Kreditabteilung, gewesen und hat im Osten die Kredltkontrolle aufgebaut. Auch das war. nach objektiven Maßstäben gemesten, im In- tereste der Gesundung der östlichen Landwirtschaft eine sehr verdienstvolle Lesttung. Der Handlung;- sogar zu behaupten, die Regierung Hab« von Dyks polnischer Staatsangehörigkeit nichts gewußt! Auch nach der Ablehnung des preußischen An- träges durch die Mehrhell des Aufstchtsrates b e- steht Herr Mufsehi aus der Eni- l a s s u n g, so daß ein ofiener Konflikt zwischen Preußen und der Siedlungstreuhand G. m. b. h. besteht. Es Ist natürlich ganz kwr. daß dieser Vorstoß des Reichskommistars vlustehl sehr viel weniger Herrn Dr. Dyk persönlich glll als dem Sied- luagsgedanken und den fruchtbaren Siedlungs- melhodea von Professor Oppenh-eiwer selbst. Durch den fortbestehenden Lonsllkl hat man fetzt die günstige Gelegenheit, der Siedlungstreuhand G. m. b. h. Schwierigkeiten über Schwierig- kellen zu machen. In der Tat hat die Siedlungsbank sowohl bei der Kreditgewährung zum Ankauf von Gütern als auch bei der Kreditauszahlung neuer- Vings immer größere Hemmungen gemacht, so daß der Zellvunkt abzusehen ist, wo ernste Gefahren für das Unternehmen eintreten muffen. Auf diese boshafte und kaum ehrenvolle Weise wird jetzt die hetz« des Lanbbundes der Hugenberg-Partei und der Nazis zu dem gewünschten, auf anderem Wege nicht erreichbaren Erfolge gebracht. Es ist notwendig, daß sich der Reichstag und der Preußische Landtag mit diesen für das Ansehen des Staates geradezu gefähr- lichen Methoden Mustehls beschäftigen. Es ist zu verlangen, daß der ausschließlich polllischen Grün- den entspringende Entlastungeantraz gegen Dr. Dyk zurückgezogen und der Siedlungstreuhand G. m b. h. dieselbe Bewegungsfreiheit gesichert wird, die andere gemeinnützige Siedlungsunter- nehmen genießen. bevollmächtigte Bloch war in der letzten Zelt in erster Linie mit Fragen der Osthilfe beschäftigt. Die Tendenz auch des neuen Direktoren- fchutzss ist eindeutig politisch. Es wird wegrasiert, was in den Fragen der Oschilse und der Ostsanierung sachverständig ist und deshalb in den Augen der Agrarier nicht als zuverlässig erscheint, hoffentlich werden sich Herr hugenderg und seine Auftraggeber nicht einbil- den, daß ihre frischfröhliche Guillotinenarbell noch respektiert wird, wenn das Blättchen sich wieder einmal wendet. Salpetersorgen Chiles Ksgisrung löst die Cosech auf Die chilenische Regierung Hat die Auslösung der überschuldeten E o s o ch. des Solpstertrusts. der praktisch alle Werk« zur Gewinnung von Chile- salpeter beherrscht, beschlossen. Dieser Beschluß ist für die gesamte Wirtschaftspolitik Chiles entfchei- dend, denn das Schicksal der chilenischen Wirtschast wird vom Salpeter bestimmt. Die Cosach wurde vor einigen Jahren unter Führung amerikanischen Kapitals fGuggen- Heim-Gruppe) gegründet, um eine Rativnalisie- rung der chilenischen Salpeterinoustrie herbeizuführen. Die zunehmende Konkurrenz des k ü n st- lichen Stickstoffes, die katastrophale Ueber- Produktion in allen Ländern der Welt drückten die Ausfuhrziffern für Chilesalpeter außerordent- lich herab. Stillegung von zahlreichen Salpeter- gruben, Massenar.eitslosigkeit und schließlich die Revolution vom Frühjahr vorigen Jahres waren die Folge. Die Wut des nolleidenden Volkes richtete sich gegen das internationale Finanzkapital, gegen die Cosach. Ueber die Form der Auflösung ist bisher nur bekannt, daß ein Komitee, in dem ein Regie- rungsvertreter. ein Mitglied des Obersten Ge» richtshofs und ein Vertreter der Cosach-Verwal- tung(also der Guggenheims!) sitzen, vorläufig den einheitlichen Verkauf fortführen soll. Ob die einzelnen Werke wieder selbständige Unter- nehmen werden sollen, steht dahin. Jedenfalls werden die amerikanischen Finanziers und auch englische Banken, die an der Cosach durch Besitz von Aktien und„Obligationen" unid durch Vergabe von Bankkrediten interessiert sind, st a r k e Verlust« erleiden. Von Bedeutung wird die Auslösung auch für die Marktabreden mit den europäischen Stickstofsproduzenten, mit dem inter- nationalen Stickstoffkartell. Der Eriikstein Um den deutsch-schwedischen Handelsvertrag Am Mittwoch sind in Berlin die Mitglieder der schwedischen Delegation eingetrofsen, die noch im Laufe dieser Woche die Verhandlungen zum Ab- schluß eines neuen Handelsvertrages mit Deutschland aufnehmen wird. Die bevorstehenden Besprechungen mit Schweden werden den Prüfstein bilden, ob die Regierung Schleicher wenigstens in der Handelspolitik entschlossen ist, mit den ver- heerenden Methoden des vergangenen Papen- Kabinetts zu brechen. Der moralische Schaden, den die Androhung der Papen-Kontingente sowie die Kündigung des bestehenden Handelsvertrages durch Deutschland in Schweden angerichtet haben, und die materiellen Verluste, die infolge dieser Brüskierungen der deutsche Export zu tragen hatte, können nur durch eine gradlinige Handelspolitik wettgemacht werden, die den entscheidenden deutschen und schwedischen Exportinteressen gerecht wird. Sollte das Kabinett Schleicher es etwa zu« lassen, daß die Verhandlungen mit Schweden unter dem Druck agrarischer Inter» essentenhaufen gestellt und schließlich vom Reichsernährungsminister Freiherrn von Braun torpediert werden, so können die Herren sicher sein, daß der immer noch von den Kon- tingentsdrohungen her gegen Deutschland schwelende Groll in der schwedischen Oeffentlich- keit zu hellen Flammen auslodert. Der lachende Dritte wäre nur England, das mit auffalleieder Hartnäckigkeit sich um die restlose Eroberung der skandinavischen Märkte bemüht. Wenn es Großbritannien trotz der schweren Schläge, die die Ottawaoerträge gerade dem Eng- landexport der skandinavischen Staaten zugefügt haben, gelungen ist, in der gleichen Zeit moralische und materielle Eroberungen in Dänemark und Schweden zu machen, so kann es sich hiersür nur bei Deutschland bedanken. Soll der neue d e u t f ch- s ch w e d i s ch e Handelsvertrag ein Erfolg werden, so ist die Vorbedingung hierzu ein rücksichtsloser Bruch mit der unseligen Periode der Vergewaltigung der Handelspolitik durch Interesientenhaufen. Russenauftrag für die Eisenindustrie Die Verhandlungen des Röhrenverbandes mit den Vertretern der Sowjetunion haben jetzt zum Abschluß eines neuen Großauftrages auf Lieferung von 70 000 Tonnen Röhren gesllhrt. Die Unterschristen sollen bereits im Laufe des Sonnabends vollzogen worden sein. Einzelheiten über die Abwicklung sind noch nicht bekannt, dach wird als Ende der Lieferzeit September 1933 genannt. 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In, Jahre 19?>) traten die norwegischen Waldarbeiter in S t r e i k. Er gm sich insolge des hartnäckigen Widerstandes der Unternehmer sehr in die Länge. Die Mittel der Gewerkschaft gingen zu Eildc. Die streikenden Waldarbeiter wandten sich an die russische Bruder gewerkschast und sordcrten sie aus Grund der ge troffenen Abmachungen auf, die leere Streikkasse durch einen Beitrag zu sanieren. Allein statt der erwarteten finanziellen chilse traf nur ein— T e l« g r a m m ein mit der Aufforderung, die Komps- Methoden zu verschärfen und„durchzuhalten". Da diesem tröstenden Zuspruch keine reale chilfe folgte, reist« ein Vertreter der Streikeichen nach Moskau und machte dort darauf aufmerksam, daß ein„Durchhalten" ohne genügeiche Geldmittel undenkbar sei. Er erhielt die feierliche Zu- s i ch e r u n g, daß die erforderlichen Mittel prompt überwiesen wurden, woraus der Norweger getrost die Heimreise antrat Die versprochene Geldsendung blieb jedoch aus. Sie kam weder in den nächsten Tagen noch in den nächsten Wochen, und all« schriftlichen Mah- nungen blieben ohne Erfolg. Da reiste der Ber. treter em zweites Mal nach Moskau. Diesmal erhielt er— das feste Versprechen, das Geld werde bei semer Rückkunst dort bestinimt bereits sein. Der Norweger kam nach Oslo, das Geld war aber nicht da. Und— es ist auch nie eingetrossen. Ganz ist aber tatsächlich die vielgepriesene„Sa lidarität" der Dloskawitcr nicht ausgeblisbeiu Da das norwegische H o l g« s ch ä f t durch den Streik lahmgelegt war, benutzte man in Sowjetnißland die Gelegenheit, steigert« den Holzexport nach Norwegen und deckte so den Holzbedars der norwegischen Arbeitgeber! Nur dtese Lieserungen der Nüssen ermöglichten den norwegischen Waldbesitzern und Holzhändlern. dem Streik zu trotzen Die Arbeitgeber hätten— dank der sowjetrussischen„Solrdaritot"— sicher den Sieg über die streikende Wald- und Land- arbeitergewerkschast davongetragen, wenn nicht die norwegischen Zelluloseorbeiter einen Sympathie- streik erklärt und sich geweigert hätten, das a u s N u ß l a n d st a m m e n d e H o l z z u v« r- arbeiten. Trotz dieser gründliche» Enttäuschung haben die norwegischen Wald- und Landarbeiter chr« Be- Ziehungen zur russischen Gewerkschast erst bei einer späteren Gelegenhett abgebrochen. Die Russen am- morteten nämlich auf ein« Einladung zu einer Konferenz nach Norwegen mit einem— groben Telegramm. Damit schloß«in ereignisreiches Ko> pitel der norwegischen Gewerkschaftsbewegung, die in das Fahrwasser der Roten Gemerkschaftsiirter- nationale geraten war. für die von ihnen sntlaffenen AngestelLen. Wie unbequem muß«s den Herren sein, daß oie Mit- glieder der Gewerklchaiten durch ihre Verbands-- Ketträge sich einen Anspruch auf kosten- losen Rechtsschutz sichern, einen Schutz vor willkürlicher Enllaisung. der sich besonders im Gaftwirtsgewerb« als notwendig erweist. Ob und aus welchen Mitteln die Vertreter der yerliner töastwirte-Znnung vor den Berliner Arbeitsgerichten entschädigt werden. soll hier nicht umersucht werden. Dagegen er- icheint es nicht als übertlüssig, bei dieser Gelegen- heit den Herren dringend nahezulegen, daiür zu sorgen, daß die von ihren Inniingsmitgliedern pon de» Löhnen obgezogeiicii Beiträge rür die Innungskrankenkafse und sür die Arbeits- losenoersicherung in Höhe von wesentlich mehr als 1 0 0 0 0>) Mark im Jahre diesen verficherungseinrichlunge« zugeführt und nicht unterschlagen werden. We-ter empfehlen wir der Innung, dafür ein.zu- treten, daß ihre Mitglieder mit den bei ihnen beschäftigten Arbeitnehmern anständiger als bisher umspringen. Dann werden sie sich über ..hohe Entschädigungen" auf Grund des Betriebs- rätegefetzes nicht mehr zu beschweren brauchen. Hungermarsch? gegen die Gewerkschaften Sechzig ausgesperrte Glasarbeiter der Glashütte H e i l b r o n n hoben nach einer durch die bürgerliche Presie gehenden Meldung einen „Hungermarsch noch Hannover" ange> treten, um vor dem Haupworstand des Ber- bau des der Fabrikarbeiter, der die Zahlung der Unterstützungen an die Ausgesteuerten eingestellt habe, zu demonstrieren. Die?lrbeiter der Gloshüll« Heilbronn wurden End« August des vergangenen Jahres wegen Lohn- disferenzen ausgesperrt. Bon der Aus- iperrung an wurden sie vom Verband s a tz u n g s- mäßig unter st ützt. Anfangs Oktober wurde der Kampf offiziell beendet. LoHndifierenzen bestanden nicht mehr. Die Produktion wurde wegen graßer Vorräte und Osenreporaluren nicht wieder ausgenommen. Der Betrieb liegtftill. Seit dieser Zell hat der Verband den arbeitslosen Glas arlreitern Unterstützungen gezahlt, die die Sätze der statutarischen Ervaerbslosenumer stützung weit übersteigen. Mit dem Abbruch des Kampfes meldeten sich die ardeitsloseii Glasarbeiter bei ihren Arbeitsämtern erwerbslos. Die Aemter weigern(ich, Unterstützungen an die arbettsloien Glasarbeiter z» leiste». Oer Verband aber kann den Behörden nicht am die Dauer ihre Verpflichtungen abnehmen. In ihrem Haß gegen die Gewerkschaften führt die KPD. die Glasarbeiter der Glashütte Heil brenn in falscher Marschrichtung gegen ihren eigenen Verband. Sie führt sie nicht gegen d i e B e h ö r d e n, die zur Zahlung der Erwerbs- wfenunterstüguiig verpflichtet sind. Denn ein Hungerniarfch etwa nach Stuttgart vor das L a n- desarbeitsamt könnte ja aus den Wider stand der Behörden stoße», während eine Hetze gegen die Gewerkschaften durchaus nicht mißfällt.. Streik gegen Lohnabbau. Am Diensragfrüh trat die Belegfckiaft der Auloreparaturwerkstätte H a n k o, G. m. b. H., Halenfee, Katharinen- straße 11/12, gegen einen öMiprozentigen Lohn obbau in den Streik. Dieser Lohnabbau wäre innerhalb kurzer Zeit der dritte. Dazu kommt noch ständig« Kurzarbeit bis zu 29 Stunden Außerdem weist der Betrieb nach schwere gesundheitliche Mängel aus. Arbeitsveschaffung Ocier Geschenke an Unternehmer? Die Richtlinien für die Arbeits- 1,«fdiojfung liegen in ihren Grundzügen fest. Am Freitag>oll oer Kobinettsausschuß für Ar- bettsbeschafsung endgültig zu ihnen Stellung nehmen. Mit den Gewerkschaften wurden die Nichllimen dieser Tage besprochen. Wie gewöhn- lieh, hat man de» Gewerkschatten förmlich ver- boten, etwas über die Beratungen m die Oeffentlichkett zu bringen. Ein ganz unhaltbarer Zustand. Das hat natürlich nicht verhindert. daß trotzdem in der Prefie bereits Mitteilungen über den Inhalt der Richtlinien erscheinen. Di« Träger der'Arbeit des Arbeits-, befchaffungsprogramms sollen die öffentlichen Stellen sein. Der Kreis dieser Stellen wird in den Richtlinien genau abgegren.zt. Finanziert werden nur volkswirtschattlich wertvoll« Arbeiten. vor allem Berbeiicrungs- und Jnstanosetzungs- arbeiten. Gebiet« mit stärkerer Arbeitslosigkeit werden bevorzugt Voraussetzung für die Inon- ipruchnahme der Darlehen ist die Kredit- ' ä h i g k e i t des Trögers und die Sicherung der Darlehentilgung. Gewiste Arbettsbeschaffungs- maßnahmen will der Kommisior direkt bearbeite». Der Privatunternehmer soll gegenüber den Regtet«trieben bevorzugt werden, lind bei der Einstellung von Arbeitskräften will man dem Familienvater de» Vorrang geben. Die Ar- bell soll nur zu den Bedingungen des freien Ar- beitsvertrags erfolgen und bei einer Wochenarbettszett von 19 Stunden erledigt werden. So weit, so gut. Schlimm ist, daß mit dem M e h r e i n- ttellungsprämienskandal allem Anschein nach nicht aufgeräumt wird. Auch für die Arbeiten im Rahmen der öffentlichen Ar- beitsbeschaffung will man den Unter- nehmern Mehreinstellungsprämien zahlen. Dem Kommissar sind von dem Gesamtfonds der Steuer- gutscheine von 799 Millionen für seine Arbeiten nur Z99 reserviert worden Die übrigen 299 Mil- lionen will man den Unternehmern schenke». die aus öffentlichen Mitteln Austrage erhalten. Die Mittel, die zur Arbeitsbeschaffung eingesetzt werden, sind so bescheiden, daß dadurch ei» durch- greifender Erfolg in Frage gestellt ist. Sie noch- malz um 299 Millionen kurzen, muß die Wirkung weiter verringern. Und was würde man wohl sagen, wenn oie Arbeiter, die bei den doppelt bevorzugten Unternehmern beschäftigt werden, erklärten:»An dieser Einstellungsprämie wollen wir beteiligt sein. Was den Unternehmern recht, ist uns billig." Ja, was könnte man dagegen sagen? Abstieg der NGO. Bochum. 4. Januar. Wie sehr sich die Ruhr-Bergarbeiterschast in den Bettieben von den Kommunisten abwendet, deren Bettiebsräte besonders in ihren Hochburgen bei der Vertretung der Arbeiterinteresien schmählich versagt haben, beweist das jüngste Beispiel der Betriebsrätewahl auf der Zeche B e e k e r- werth in Hamborn. Im Jahre'l932 er- Hielten die Kommunisten dort von 1935 abge- gebenen Stimmen 61 Prozent, jetzt konnten sie bei 1855 Wahlberechtigten nur noch 35S Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Der Stimmenanteil des freigewerkschaftlichen Bergarbeiter- Verbandes stieg von 23 auf 36 Prozent. Die EHnsten blieben mit 17,7 Prozent gleich Der Rest der verlorenen kommuniststchen Stimmen findet sich bei den Nationalsozialisten, die 10,3 Prozent der Stimmen erhielten. Hierzu S-Beilagen Hinterhältige Angriffe Kewcislose Behauptungen der Gastwirte-Innung > n g hat i n P r a- sich jetzt in Form einer Eingabean de, iidenten de? Landgerichts l ein Stück geleistet, das ihr« soziatteaktionore Einstellniig in vollster Beleuchtung erstrahlen läßt. Obwohl der Leitung der Innung bekannt ist, daß die Eittschei- düngen der Zlrbeilsgerichte den, freien richterlichen Ermessen unterliegen, versucht sie. den Präsidenten des Landgerichts 1 zu bestimmen, die Arbeits- g-richtseittscheidungen zugunsten der Gast fr, i r t c z u beeinflussen. Usbler iil»Ä als dieses Berlaiigei, ist seine Be gründmig. Darin wird zunächst die falsche Be Häuptling ausgestellt, daß dos Berliner Arbeits- »nd Landesarbeitsgericht fast regelmäßig den gesetzlichen Höchstsatz der Entschädigung ieltletzten. In Wirklichkeit werden schon seit Iahren sehr oft völlig unbegründet viel geringere als ge- ietzlich zulässige Entschädigungen festgesetzt. Die Eingabe der Innung versteigt sich sogar zu der Behauptung, der Tiesstand der Wirtichait hänge — eng mit de m§ 87 des'Betriebsräte» g e s e tz e s zusammen!(Schutz vor unberechtigten Entlassungen.) Die Unternehmer seien empört über die Entschädigungssummen, obwohl sie diese„Zwangszahlungen" sehr gut sogenannten„Z w a n g s z a h l u n g e n" sehr gut vermeiden könnten, wenn sie, dem Zweck des Be triebsrötegesetzes folgend, es erst nicht auf Klagen ankommen lassen, oder wenn sie die Wieder- c i n st e l l u n g wählen. Die Gastwirteinnung in Berlin behauptet in ihrer Eingabe weiter, daß der wirtschaftlich Schwächere in vielen Fällen der Arbeitgeber. nicht der Arbeitnehmer sei. Weiter heißt es: „A ii ch die Sorge, brotlos zu werden. scheut eine große Anzahl von Arbeit- nehmern nicht mehr, ja. es gibt eine große Anzahl, die geradezu Sehnsucht noch einem Nichtstun haben----" Jedes Wort der Kritik wurde diese Blüte der Arbeiterieindlichkeit abschwächen. Es kommt ober noch bester: ..... Dabei kann außerdem natürlich nicht unterjucht werden, ob die gezahlten Summen refi- los den eittlastcne» Arbeitern zuflössen oder ob sie zu einem großen Teil in den Händen der Gewerk- ichauen hängen bleiben. Daß ein weientlicher Teil den letzteren Weg geht, ist ja allgemein be tonnt und in gewissem Sinne auch erklärlich, weil die Gewerkschaften den Gekündigten in ihrer Not ja auch Vorschüsse zahlen und sie andererseits ja ans irgendeiner Quelle auch die Mittel für den gewährten Rechtsschutz 1«, zahlen mußten." Hierzu erklären wir, daß die Gastwirte-Jnnung mit diesen Unterstellungen und Behauptungen sich einer nachweisbaren Verdächtigung und einer Lüge schuldig macht, dl« beide den unmoralischen Zweck haben, den Gastwirten aus kosten der auss Pflaster geworfenen Gastwirtsangestellten pekuniäre Borleile zu verschaffen. Oie Herren der Berliner Gastwirte-Jnnung hüllen sich zu diesem niederträchtigen Angriff gegen die Gewerkschaften für einen Augenblick in Mitleid i/se stömdseke Mpmmk zahlloser Käuferscharen beweist, daß Inventur- Verkauf wieder an dar Spitze steht! Auch für weitere Zehntausende ist eine unerschöpfliche Auswahl herrlicher Waren vorhanden. Die Preise erreichen die äußerste Grenze des überhaupt Mögflfchen. z I-MUS- Ein großer Posten wundervoller Baii- u. Tanz- Kleider« iv bester Vcrar- beitung, allen Abendfarben jetzt nur 1 Cln großer Posten moderner FSMt' Kleider seböu rerar- beir-e» jetzt nur Cln groGer Posten bedruckter MO lß Kleider iv sebönsteo Formen jetzt nur Ein gro8er Postön hocheleoantcr Ciesey sc �auskleiden au? edelsten stoÄer, teilweise Im Modelloenre. jetzt nur inter« mänteln entbäir einp uncrnisBliche Auswahl der schönsten Mäntel mit und ohne Pelz zu außerordentlich tief herabgesetzten Preisen, auch für diu stärksten Figuren. 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Wo die Sozialdemokratie stärker ist als die KPD., stellt die SPD. den ersten Vor- sicher, die folgenden Plätze werden dann ab- wechselnd besetzt. Lrste Anwendung in Leipzig Leipzig, 4. Januar. In der Sitzung der neuen Leipziger Stadtverordnetenversammlung wurde am Mittwoch die Wahl des Präsidiums vorgenommen. Sie ergab: Zum ersten Vorsteher wurde der Sozialdemokrat L a n d g e r i ch t s d i r e k- t o r Dr. h u b l e r mit 4? von 74 Stimmen ge- wählt. DI« KPD. hatte erklären lassen, sie wolle vcr- hindern, daß ein„offizieller Vertreter des Mord- faschiemus als Sladlverordnetenvorsteher austreten könne, und aus. diesem Grunde vereinige sie ihre Stimmen bei der Wohl mit denen der SPD. Aus dieser Wahlgemeinschast dürfe aber nicht geschlossen werden, daß die sonstige Gegner- schaft, die zwischen der SPD. und der KPD. grundsätzlich bestehe, ausgehoben sei". Er st er Vizevorstehcr wurde der K o m in u n i st Schmidt, für den 41 Stimme» von 74 abgegeben wurden, und zweiter Vize- vor st eher wurde der Sozialdemokrat Sctzpfand. der 41 von 7Z Stimmen erhielt. Ein von den Nationalsozialisten und ein von den vürgerlichcn vorgeschlagener Vertreter wur- den nicht gewählt. Selbstversorger �lazipriigelei untereinander Wien, 4. Januar. Die„Arbeiter-Zeitung" bringt den genauen Bericht über eine SA.-Bersammlung in Wien. bei welcher es zu einer blutigen Schlägerei kam. Im Hakenkreuzlager herrscht helle Aufregung wegen der Enthüllungen oer Arbeiterpresse und jeder verdächtigt den anderen des Verrats. Heute sollten beim Appell der Hakenkreuzler IS Nazis durchsucht werden, weil man ihnen nicht traute. Sie setzten sich aber zur Wehr, und es kam zu einer Schlacht mit Gummiknüppeln, bei welcher eine Anzahl Hakenkreuzler schwer v e r- letzt wurde. Der Führer der SS. hielt eine aufgeregte Ansprache, in der er den Leuten er- klärte, er bedauere, daß es hier noch nicht eine derartige Feme gebe, wie sie sich in De u t s ch- land seit langem gut bewährt habe. Kautschuk-Mrofessoren Der Lreslauer Universitätssenat interpretiert sich In der Angelegenheit des Universitätssenats in Breslau teilt der Amtliche Preußische Pressedienst folgendes mit: „Am 4. Januar fand im preußischen Ministerium für Wissenschast, Kunst und Volksbildung eine Besprechung des Reichskommissars Professor Dr. Dr. Köhler mit dem Rektor der Universität Breslau, Geheimen Rcgierungsrat Professor Dr. Brockelmann, dem Prorektor Professor Dr. Poschmann, und dem geschästsführenden Dekan der Juristischen Fakultät, Professor vr. li. c. Fischer, unter Zuziehung der beteiligten Herren des Ministeriums statt. Es wurde dabei festgestellt, daß der Senat der Universität Breslau nicht die Absicht gehabt hatte, mit seinem Beschluß vom 23. Dezember in die Befugnisse des Ministeriums einzu- greifen: vielmehr hatte er damit nur zum Ausdruck bringen wollen, daß durch das Hervor- treten des Professors Dr. Cohn in der Frage des Asylrechtes für Trotzki die Lage sich so verschärst hatte, daß der Senat den weiteren Schutz sür die Person des Professors Cohn sowie für die Ruhe und Ordnung in der Universität Breslau nicht mehr glaubte gewährleisten zu können. Es ist in Aussicht genommen, daß der weitere Senat sich demnächst in einer Sitzung seinerseits mit der Angelegenheit befaßt." * Die schmähliche Kapitulation des Breslauer Universitätssenats vor den Heines-Banden, seine Preisgabe der Lehrfreihcit vor dem Hakenkreuz- terror Mar eine Erbärmlichkeit. Dieser ersten Erbärmlichkeit folgt eine zweite: Die Professoren wurden nach Berlin gebeten, und nun inter- pretieren sie sich. Sie gaben eine pflaumenweiche Erklärung, wie es sich für brave Untertanenfeelen einem Ministerium gegenüber geziemt. Sie wer- den noch einmal beraten. Wer weiß, wohin sie nun wieder umfallen, wenn erst der studentische Kahler; Brausebäder?— Diese Schweinerei hört auf!" Pöbel mit dem Hakenkreuz sie wieder in Be- arbeitung nimmt! Nicole endlich entlassen Wegen Krankheit enthaftet Gens, 4. Januar. Der Genfer sozialistische Nationalrat und Chef- redakteur des„Travail", L ö o n Nicole, der seit den Unruhen vom 9. November unter der Anklage der Bedrohung der Staatssicherheit in Untersuchungshast gehalten wurde, ist am Diens- tagnachmittag endlich in Freiheit gesetzt worden. Während der sehr rücksichts- los durchgeführten Einzelhaft ist sein früheres Leiden, eine Knochentuberkulose, wieder akut geworden, so daß er schon vor 14 Togen in die Haftzelle des Kantonhospitals übergeführt wer- den mußte. Laut Anweisung des untersuchenden außerordentlichen Bundesrichters hat sich Nicole bis zum Sonntag nach der H e i l st ä t t e Lepsin, dem westschweizerischen Davos, zu be- geben. Mit dieser Entlassung sind nun alle Verhasteten der Demonstration vom 9. November wieder in Freiheit. Der Pariser„Zalranfigeant" verössentlichl ein Interview mit Genossen Philipp Scheide- mann. Dazu teilt uns Scheidemann mit, daß er seit Mitte September überhaupt mit keinem Ver- treter französischer Blätter gesprochen hat und dah daher das Interview eine Erfindung sein muß. 30 Todesopfer der ,AtlanNque'? Der Kapitän schildert die Katastrophe Eigener Bericht des„Vorroärls" Paris, 4. Januar. Der Brand der„Ailanlique" hat nach den letzten aus Eherbourg eingetroffenen Meldungen doch zahlreiche Todesopfer unter der Besatzung gefordert: ihre Zahl steht nicht genau fest, sie schwankt zwischen 2. Zm Lause des Abends sind in Eherbourg im ganzen ZvS gcrellete Sesotzungsmit- glieder an Land geseht worden. Außer den SS an Bord der„Ruhr" befindlichen hatte der Lloyd- Dampfer„Sierra Venia na" 84. der hollän- dische Dampfer.,?l ch i l l e s" 22 und der englisch? Dampfer„FordEastle" S Gerettete. Unter den an Bord des„Achilles" befindlichen Besatzungsmitgliedern befand sich auch der Kapitän der ..Atlantique". der folgende Erklärung abgab: „Es war ungejähr VA Uhr morgens, als dir Nachtwache A l a r m schlug. Aus dem Aus- kunstsbüro und verschiedenen Kabinen der ersten Klasse drang dichter Rauch. Ick) befahl sofort den Aesatzungsmitgliedern, an ihre Posten zu gehen. Der Telegraphis» begab sich sosort in seine Kabine und Holle gerade noch Zeit, einen einzigen Hilferuf abzusenden. Kurz darauf wurde die Funkstation selbst von den Flammen ergriffen und mußte geräumt werden. Ungejähr eine Halbe Stunde lang versuchten wir den Brand mit den an Bord besind lichen Feuerlöschmitteln zu bekämpfen." Leider griff das Feuer sehr schnell um sich und wir mußten daraus verzichten, es zu be- kämpfen. Schon von 5 Uhr morgens an war der Kampfstimmung in Belgien Belgische Arbeiterpartei warnt die Kegierung Eigener Bericht des„Vorwärts" Brüssel, 4. Januar. Der Generalrat der belgischen Ar- beiter Partei tagte am Mittwoch in Brüssel, um zu den Steuermaßnahmen der Bürgerblockregierung Stellung zu nehmen. Seit Jahren hat im Generalrat keine so scharfe und entschlossene Kampfesstimmung geherrscht. Die auf Grund einer Generalvollmacht der Parlamentsmehrheit gelrofsenen Maßnahmen der Regierung, die eine schwere Belastung der Volksmassen und der Arbeiterschaft bei gleich- zeitiger schamloser Schonung des Besitzes bedeuten, wurden von Vandervelde, Wauters und den Führern der großen Gewerkschaftsoerbände aufs schärfste gegeißelt. Es wurde beschlossen, sich nicht auf rein parlamentarische Kompsmittel zu beschränken, sondern den Widerstand gegen die Steuermaßnahmen und den Mißbrauch der Re- gierungsgewalt im Lande zu organisieren. Zu diesem' Zweck wurde ein O r g a n i s a t i o n s- k o m i t e e eingesetzt. * Am Mittwochnochmittag begab sich außerdem eine Delegation des Generalrats unter Führung von Vandervelde zum Finanzminister Jasper und machte diesen auf die erbitterte Stimmung der Volksmassen aufmerksam. Van- dervelde warnte die Regierung vor den Folgen und erklärte, daß bei einer leicht Wiederaus- flammenden Streik- und Aufstandsbe- w e g u n g wie im letzten Sommer die Sozialisti- fche Partei sich nicht für die Beruhigung, sondern für die siegreiche Durchführung des Kampfes ein- setzen werde. vordere Teil und das Hinterteil des Schisses durch eine Flammen- und Rauchwand getrennt. die niemand durchschreite» konnte. Um ö Uhr Hobe ich die Räumung des Schiffes befohlen. Dabei ereignete sich ein tragischer Unsalt. Dreißig Matrosen hatten in einer Schaluppe Platz genommen, die langsam in das Wasser niedergelassen wurde. Aber die Flammen schlugen mit solcher Geschwindigkeit vor. daß der Mann, der den Hebel für das Niederlassen der Schaluppe bediente, seinen Platz verlassen mußte. Außerdem wurden die Seile, an denen die Schaluppe hing, van den Flammen ersaßt und das voot fiel mit der ganzen Besatzung ins Wasser. Nach den Meldungen, die mir gemacht worden sind, glaube ich, daß von der ganzen Besatzung etwa 39 Personen verschwunden sind. Einige sind wahrscheinlich erstickt, andere ertrunken, andere getötet worden. Der Hapogdampser„R u h r" traf als erster um 147 Uhr an der Unfallstelle ein und nahm über 89 Besatzungsmitglieder an Bord. Um 8 Uhr kam der„Achilles" an und etwas später die „Sierra Ventana", als letzter kam„Ford Costte". Ich bin bis 11!- Uhr mit 19 Ossizieren an Bord geblieben. Dann Hobe ich festgestellt, daß unsere Lage absolut unhaltbar war, und ich habe Bejehl gegeben, das Schiff endgültig zu verlassen. Ich bin ins Meer gesprungen nnd von dem„Achilles" ausgefischt worden. Für den Augenblick ist es mir unmöglich, mich über die vermeintliche Ursache der Katastrophe aus- zusprechen." (Siehe auch 1. Beilage.) Wien und der Südosten Debatte im �ationalrat Wien, 4. Januar. Anläßlich der Beratung des Haushalts für das Jahr 1933 kam es im Finanz- und Haushalts- ausschuß zu einer außenpolitischen Aus- spräche, in der u. a. die italienisch- südslawischen Streitigkeiten zur Sprache kamen. Der Bundeskanzler erklärte auf die ver- schiede»«» Bemerkungen zu den italienisch-südsla- wischen Streitigkeiten, es sei eine Selbstverständ- lichkeit, daß die Regierung in dieser Frage voll- k o m in e n e Neutralität bewahren werde. Oesterreich stehe zu beiden Staaten in freund- nachbarlichen Beziehungen. Der sozialdemokratische Redner Dr, Otto Bauer wies dann auf die Spannung hin, die sich in letzter Zeit zwischen Italien und Süd- slawien entwickelt habe. Wenn er auch nicht glaube, daß sie heute oder morgen zu einem Krieg führen würde, so zeigten doch die Gereiztheit und die Sprache, die geführt werde, eine fatale Aehn lichkeit mit 1914. Im weiteren Verlauf kam der Abgeordnete auch auf die Aus- landsvertretungen Oesterreichs zu sprechen. Für den Gesandtenposte» in Paris solle der Gesandte von Pflügt ausersehen sein, der Oesterreich bisher beim Völkerbund vertreten hat. Man möge über feine Qualitäten denken wie immer, eines sollte man nicht übersehen, daß er ein schwarzgelber Monarchist sei und daß er als Vertreter Oesterreichs im Auslände solche Ansichten ofsen zur Schau trage Das berge die Gefahr»i sich, daß er in Paris in Bezie- Hungen treten könne, die aus Gründen der Gegnerschaft des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland ähnliche Pläne verfolgen. Inventur. Verkauf so billig wie Beginn 2. Januar Wir bringen in diesem Inventur-Verkauf große Warenmengen zu außerordentlich herab gesetzten Preisen, sowie viele besonders billige Gelegenheitsposten. Kleider- u. Seidenstoffe Bedruckte Kunstseide mit Baumwolle.■. Meter 0.48 Vclvetona vorzügllthe Kleiderqualitfil Meter Kleiderstoffe reine Wolle, eintarbig und gemustert. Meter Georgetfc bedruckt. gute Kunstseide, ca. 100 br. Meter Flamisol Wolle mit Kunstseide... Meter Waschsamt bedruckt, ca. 70 cm breit. Meter -.28 -.56 -■98 1.45 1.75 -.45 Damenkleidung 11.75 Mffk Mäntel m gute Quolitfiten, Herren-Kleidung Kleider aus Mooskrepp u. anderen modern. Wollstoffen Kleider für Nadimittag und Abend 23.- mod.Pelzbesälze Elegante Kleider u. Mäntel hochwertige Qualitfiten, bedeutend herabgesetzt 29.- ZI.- 49.- Anzüge u. Ulster.. Loden-Mäntel ä__ und Joppen".75 Berufs-Mäntel weih und tarbig..... Gestreifte Hosen.. Damenblusen S.SO 3.59 Oberhemd weih mit Popelin-Einsatz Nachthemd mit farbigem Besatz.» 2.90 2.90 1.68 1.75 Tisch- u. 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Januar, 18 Uhr, Vorstandssizung; 20 Uhr Funktionär» signng. Friedensir. 88. Abi. Freitag, 0. Januar, Funktionärsitzung an bekannter Stelle. Abt. Freitag. 8. Januar, 20 Uhr, Funktionärversammlung. Abi. Freitag, 0. Januar, 20 Uhr. ausierordentliche Funktionärsitzung bei Gllrlich. Begassir. 1. Abi. Freitag. 0 Januar, 20 Uhr, engerer Vorstand bei Burgemeister, Berliner Sir. 100. Abi. Freitag, 0. Januar, 20 Uhr, Funktionärsitzung bei Rulisch, Hobrecht» straße 62. Abt. Freitag. 6. Januar. 20 Uhr, Funktwnärsitzung bei Wolff, Kaiser- Friebrich-Sir. 173. Abt. Freitag, 6. Januar, Funkiionärsitzuug bei Keil, Prinz-Handjery» Str 3«. Partei, und lstewerkschaftsbuch Ulitbringen. Abt. Freitag, 6. Januar, 20 Uhr, wichtige Fuuitionärkonferenz bei Morr. Abt. Sonnabend, 7. Januar, pünktlich lg Uhr, Funktionärutzung bei Schade. Abt. Freitag 6. Januar. 20 Uhr, Funktionärsitzung an bekannter Stelle. Stellungnahme zur Neuwahl. Abt. Freitag, 6. Januar, Funktionärsitzung bei Anders. Abt. ö. Janaar, Funktionärsitzung erst um 20 Uhr, um 19 Uhr wichtige Varstandssitzung. Abt. Freitag, 0 Januar, 20 Uhr. Funktionärsitzung: pünktlich ISlh Uhr Vorstandssitzung im Türkischen Zelt. Abt. Die Bezirksführer holen heute von 16 bis 19 Uhr die Handzettel für die Kansumversammlung am 9. Januar von Klehne ab. Abt. Sonnabend, 7. Januar, 19 Uhr, bei Woitschach, Ernststratze, wichtige Vorstands, und Funktionärsitzung. Frauenveranstaltungen. 30. Abt. Besonderer Umstände wegen findet unser Frauenabend schon am Freitag, dem 6. Januar, bei Pohst statt. Neuwahl der Leiterin. 99. Abt. Freitag, 0. Januar, pünktlich 19 Uhr, wichtige Funktionärinnen» besprechung im Dersammlungskeller Hannemannstr. 40. Unsere Arbeit im neuen Jahr. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Mitte. Alle Gruppen müssen am Freitag, dem k. Januar, pünkt- lich um 16� Uhr in der Turnhalle Elisadethkirchstr. 19 sein. Probe dfwW'iU- 3ur Sonn.'nwendfeier.— Abt. Matteotti. Sonnabend, 7. Januar, illKwßSilt 2b Uhr, findet unsere nächste Elternversammlung statt. Erscheinen Pflicht, da Neuwahl, Kreuz berg. Dienstag, 10. Januar, 20 Uhr. �reishelfersitzung im Heim Porastr U(Db ese Sitzung gilt als l. Teil der Generalversammlung mit folgender Tagesordnung: Berichte der Äreisfunktionäre— Berichte der Abteilung jiber die geleistete Gruppenarbeit.) Fortsetzung der Sitzung am Dienstag, dem 31. Januar. Ort wird noch bekanntgegeben. Tages- Ordnung: Bericht der Kreisleitung und des Kassierers, Neuwahl. Treptow. Alle Gruppen senden sofort ihre Berichtsbogen und Helferaus- weise an die Kreisleitung. Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr, Kreishelfer- sitzung an bekannter Stelle. 38. 40. 76. 80. 85. 89. 95. 116. IIS. 120. 124. 128. 129. 136, 140. Stail besonderer Anzeige. Nach langem schweren Leiden verstarb am 2. Januar mein lieber Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Krankenkassenangestellte Otto Beyer, Stadirat a.D. nach eben vollendetem 54 Lebenslahr Mit ihm ist em selbstloser, sieis hilfsbereiter Mensch von uns geschieden Er wird in al en, die ihn kannten, in steter Erinnerung weiter leben. Im Namen der Himerbl ebenen Frau MatmidC üßver, Bin Wiimersdorl, Hanauer Str.21 Einäscherung: Freitag, den 6. Januar, 17 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. Berliner Straße 101/103. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation Am 2. Januar verstarb nach langem schweren Leiden unser Kol'ege Otto Beyer Mit ihm verlieren wir einen Fieund der uns in seiner P lichttreue stets ein Vorbild war und bleiben wird. Seine jahrzehntelange Arbeit im Interesse seiner Kollegen werden wir nie vergessen Sein Andenken halten wir hoch in Ehren Die Kollesen der Allsemelnen Oriskrankenhasse Cerlls-Wllmersiiori. 47. Abt. Unsere treue Genossin Marie Greier, Köpenicker Str. 1, ist am L Januar im 65. Lebensjahre verstorben. Ehre ihrem Andenken. Beerdigung heute, 14�2 Uhr, ans dem Gmmaus-Friedhof. Hermann ftr. 129— 131. Um rege Beteiligung wird gebeten. 72. Abt. Unser langjähriger, altbewährter Genosse Otto Beyer, Hanauer Strafte, ist nach schwerem Leiden verstorben. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet statt am Freitag, dem 6. Januar, 17 Uhr, im Ärcma« torium Wilmersdorf, Berliner Straße. Um recht rege Beteiligung wird gebeten. 1 Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin Einiendungen für dteje Nudrtk nur an das Zugendi-ktetarior Berlin SW 68 Lindenstrafte 2 vorn 1 Treppe rechts Proletarisches Orchester der GAI., Gr. B: Heute, 20 Uhr, Probe im Zeichen- saal der KMS�. Neukölln. Abteilungsleiter! Liefert sofort den Berichtsbogen vom IV. Quartal ab. Heule, Donnerstag. 5. Januar. 20 Uhr: Nosenthaler Vorstadt: Zehdenicker Str. 17. Funktionärtursus: Die Jugend- bewegungen.— Arnswalder Platz II: Schönlanker Str. 11. Leseabend.— Falk- platz I: Sonnenburger Str 20. Leseabend.— Humannplatz: Gleimstr. 33. Die kommende Gruppenarbeit.— Hasenheide: Wassertorstr. 4. Heimabend.— Xott- busier Tor: Urbanstr. 167. Gegenwartsaufgaben der Parten— Südwest: Lin- denstr. 4. Arbeitsgemeinschaft.— Charlottenbnrg-Nord: Heimabend fällt aus. — Wilmersdorf: Wilhelmsaue 123. Arbeitsgemeinschaft.— Scköncwcide I: Ber- Uner Str. 31. Heimabend.— Lichtenberg-Nord: Gunterstr. 44. Funktionärsitzung. — Karow: Fründsbergstr. 9. Brettspielabend. Abteilungs-Jahresmilgliederversammluugen: Schönhauser Vorstadt: Sonnenburger Str. 20.— Äöpeuickcr Viertel: Man- teuffelstr. 7.— Schöneberg III: Hauptstr. 13.— Westend: Sportplatz Westend. — Zchlendorf-Dahlem: Zinnowwaldscyule. * Werdebezirk Tiergarten. Spieltruppc„Rote«olonne". Die für heute an- gesetzte Probe muh ausfallen. Werbebezirk Weddiug: Aelterenkurfus fällt aus nächste Zusammenkunft am 12. Januar, ftoloniestr. 22. Werbebezirk Reukölln:„Der Querschnitt" probt pünktlich IS�z Uhr Stein- vretzstraßt 114. MWWWIW Werbcbezirk Reinickendorf: Spieltruppe„Galgenvögel bornstr. 94. 18 Uhr Studio. 20 Uhr Szenenprobe. bei Matter, Eich- DrniNssKzmK Allen denen, die mit uns den Schmerz um unseren teuren Entschlafenen Karl Siewert teilten, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Frieda Siewert geb. Neumann und Kinder Berlin, den 4. Januar 1933 Skalitzer Str. 46b. in bester zentraler Lage am Beile- Alliance- Platz 7— 8 3 Ummer Ii. Kiels« s.„ nsii Zubehör 8 »»»»»» sofort preiswert zu vermieten, evtl, auch als BUroräume. Antragen erbeten an die LINDENHAUS A.-G, Hausverwa'tung Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fem- prechor; A 7, Dönhoff 5190■ 6 Am Monlag, dem 2 Januar, verstarb unser langjähriger Kassenangestellter Otto Beyer im 55 Lebensjahre. Obwohl er seif längerer Zeit an einer schwe. ren Krankheit litt, hofften wir doch, dafe Srzt iche Kunst Ihn retten würde, leider vergebens. Wir verlieren in dem Verstorbenen, der seit dem Jahre 1919:n dem Verwaltungsdienst unserer Kasse tätig war. einen fleisiigen ge- wis-enhatlen und pflichttreuen Anges'ellfen. dessen Andenken wir in hohen Ehren halten werden. Der Vorstand und dieGescbäftsleitung der AI gemeinen Or.skrankenkasse Berlin- Wilmersdorf R. Engelhaidt, Vorsitzender. Die Einäsdi rung findet am Freitag, dem 6. Januar, nachmdlags 5 Uhr. im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 100/103, statt. düDtsdicr UMüM'WM Veiwaltungufelle Berlin Tod es- Anzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Graveur Max Graf geb. 9 Dezember 1867, am 3 Januar gestorben ist Die Beerdigung findet am Freilag, dem 6. Januar, 1.�/- Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes in Britz, Chausseestraße, aus statt___ Am 3. Januar starb unser Kollege, der Kernmacher Adolf Lück geb 22. Juni 1860. Die Einäscherung finde! am Sonnabend, 7. Januar. 15'. Uhi, im Kremator.um Gerichistraße statt Rege Beteiligung wird erwaitet. Nachruf 'Ann 29, Dezember starb unser Kollege, der Schlosser Mathias Hanlnger geb. 10 Januar 1863. Die Beisetzung hat bereits stattgefunden Ebre ihrem Andenken! Ole Orlsverwailan« MrtlaMMM Adiinng! Aditnng! Venvailanssmiigiieder! Freitag, den 6. Januar 1933, abends 7 Uhr, Sitzung der Mittleren Ortsver- waltuug. Die Ortiverwallong. Radio Schöne Kränze liefen preiswert Blumen-Meier Prenzlauer Allee 222 Tel. Humboldt 0652 Ertinfler MrtutreMe Auch heute noch Über Nacht z.Relc t. Kostenlose Aufklär sof. fordern von F. Erdmann& Co. Berlin bW. 11. AligemeineOrlskrankenkasse für den Verwaltungsbezirk XI Berlin Sdiöneberg- Friedenau Bekanntmachung. Der 28. Nachtrag zur Satzung ist ge- nehmigt und mit dem 23. Dezember 1932 in Kraft getreten, soweit nicht einzelne Bestimmungen bereits früher dosen 3,u0. 5, oll auf Grund der Reichsversicherungsord» Mark Anoden. 169 nung Geltung hatten. Die Aenderungen swir.,»a®ntan. erstrecken sich auf die§§ 19, 48, 60, 82,|tic. Anode 3,9o, 5,95, 97, 105 und 106. ä!e|anoben 78-0. Druckexemplare des Nachtrages siirdl. Bastlermatertal bei der Hauptstelle, Grunewaldstr. 3V,.btlltgst, Sprech- und bei der Geschäftsstelle für Frieden- jltlalchinen Köster» au. Rheinstr. 9. erhältlich. l-»par-,.».-,.18.-. Januar 1933. Äadioavlagen, alle Marken, gegen kleinste Monats» taten. Vorführung kostenlos Ostfunk Szilasi. Neander» strasie 10 Etagen» gefchäfi Telephon Iannowitz 0135* Radio. Sprrchmaschtnen. Netzanschlusianlage, komplett mit Näh. ren. Lautsptecher, anschlußterlig 46,—, Laullpeechet 1.75, 7,50 vierpolig 13,— 18- 22.- Stiftern 3,95, 0.50, Elektro. Berlin-Schöneberg. Der Borstand: A. S ch u l d t, Vorsitzender. Fritz S e n tz, Schriftführer. Mgeiiieliie0iMrankenka88ö Berlin-Norden Der 6. Nachtrag zur Satzung haltend Aenderung des K 43 Abi. vom Oberversicherungsamt Berlin nehmigt worden. Druckstücke Satzungsnachtrages sind in den nächsten Tagen im Äassenlokal, Berlin N. 24, Oranienburger Str. 54, und in den Zweigstellen erhältlich. Der Borstaubt Neubecker, Vorsitzender. Mark Schrank» avparaie 28,—, 82,— ,45.-3». 10 000 Sterke 3,- 4,—, 6,—, Dopvelfeder» werk 0.75, elektrische Werke 20.-. 22,—, 25,—. sowie alles Zu» dehär billig Mach» now Weinmeister- strasie 14. Filialen: Friedenau. Nhein- strasie 48: Chat- ent. lotienburg. Wind- 1 ist scheid- Ecke»ant- ge» strasie und Rani. des strasie 54.- Tempelliof l�-i 2», 2J4- u. S�-Zimmer-Neubauwohnungen von Wik. 48.—, 48.—, 58—, 87.— an mit Bad. Balkon, Zentralheizung, W armwasser, Zentral-Waschküche, je nach Lage und Größe. Die Preise verstehen sich ausschließl. H izung usw.. so ort oder später zu vermieten. Auskunft erteilt Verwalter Praska, Wittekindstr 81. Telefon: Südring 2021, auch Sonntags bis 1 Uhr Scfiilleri>arl«"s".?.?" 2- u. 2-Zimmer-Neubauwohnungen v.Mk.' 3.— bzw. Mk. 72.— an, 3- u. 3M-Zimmer-Neubauwohnungen V. 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Es fuhr mir mir so durch den Sinn, daß es eine verdammte Sache sein muß— bitte um Verzeihung— so ganz einfach übergangen zu werden wie ein Idiot." „Hätten Sie Ihre Kasse im Stich ge- lassen?" „Selbstverständlich nicht, das war natürlich Blödsinn." Fräulein Larsen sah ihn streng und mit routinierter Autorität an.„Na also. Und?" Es half nichts, Jversen mußte als der „Gezüchtigte" in der Ecke stehen. Und Fräu- lein Larsen war� mit stolzer Befriedigung die dünnen, gelblich-grauen Locken aus der Stirn zurück. Lüdersen fühlte sich bei alledem nicht recht wohl in seiner Haut. Er hatte mehrere Male unwillig zu Ingenieur Jversen hin- übergesehen Und eingedenk eines gewissen Sonntags und eines gewissen Montags hatte er auch scharf zu Rognos und Engelhardt binllbergesehen. Rognos hatte Jversen inter- essiert zugehört. Man sah ihm an, daß er Ioersens Auffassung teilte. Engelhardt aber sah nur interessiert aus, interessiert für Fräulein Larsen. „Wie hat er sich denn bei der Sache be- nommen?" fragte Rognos. Lüdersen zögerte. Er lachte etwas hyste- riich.— Nach einer Pause glaubte er, etwas lagen zu müssen, er war ja nun mal der Mittelpunkt. So blickte er denn im Kreise umher und sagte, wie zu seiner Verterdigung: „Was kann denn i ch dafür?" Da fing Engelhardt an zu lachen.„Sie sehen gar nicht danach aus, Lüdersen, aber Sie sind ein ganzer arger Sckielm, und wie ich sehe, fischen Sie nach Komplimenten. vmben Sie das nötig, solange Fräulein Larsen hier sitzt?" Lüdersen warf ihm einen wütenden Blick zu und wußte nicht, wo er seine Augen lassen lallte. Er sah vor sich nieder auf den Tisch, bis eine freundliche und aufmerksame Seele ihm zuprostete. Auch Fräulein Larsen machte ein strenges Gesicht. Als sie getrunken hatten, sagte sie mit einem verweisenden Blick auf Engelhardt und einem feierlichen auf Lüdersen:„Sehr richtig! Lüdersen braucht nicht zu fischen. Alle lind einig, daß er sich aufgeführt hat wie ein Mann. Und ihm soll nicht die Schuld zuge- schoben werden, wenn der andere übergangen wird wie ein„Idiot".— Wie der Dichter sagt: Laßt die Toten ihre Toten begraben!" Lüdersen wußte vor lauter Verlegenheit nicht, ob er sich verbeugen sollte oder nicht. Für alle Fälle rutschte er ein wenig auf dem Stuhl hin und her und räusperte sich. Da hörte nian, wie Roonos fest und doch vor Ueberzeugungsdrang leicht bebend sagte: „Da liegt ja gerade der Fehler: daß dieser Tote nicht wt ist" Fräulein Larsen war baff.„Na, erlauben Sie mal!" Aber Rognos fuhr eigensinnig fort:„Ja, er hätte sich wehren sollen und sich dann be- graben lassen." Fräulein Larsen sah ihn hochmütig an. „Was wissen Sie denn davon?" Roanos aber ließ sich nicht so mir nichts dir nichts in die Ecke stellen. Er sah sie an, sehr rot vor Erregung.„Und Sie? Was wissen Sie davon?" „Nun ja", sagte sie.„Wissen kann ich's sreilich nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist aus meiner Seite." „Verzeihung, aber gesetzt den Fall, sie wäre auf meiner?" „Was wollen Sie damit sagen?" „Daß eine Wahrscheinlichkeit im vorliegen- den Falle nicht existiert! Hier gibt es nur eine Möglichkeit. Die Möglichkeit nämlich, tot- geschossen zu werden. Und die hat der Mann selbstverständlich in Betracht gezogen." Fräulein Larsen schüttelte resigniert den Kopf und um ihre Verachtung einer solchen -��7 Romän von ipicfarä Christiansen Ausfassung recht nachdrücklich zu zeigen. richtete sie ihre Antwort an die Handarbeits- dame, die neben ihr saß. Ein schmales Hohn- lächeln umspielte dabei ihre Lippen.„Ich glaube", sagte sie,„kein Mann dächte in der Stunde der Gefahr an das Risiko. Dieser Berger hatte ganz einfach Angst." Rognos setzte das Glas hart auf den Tisch. „Verfluchter Blödsinn!" sagte er.„Und selbst wenn er welche hatte— was dann?" Sie sah ihn an, etwas verdutzt und unsicher geworden, instinktw aber sehr von oben herab.„Ja, was dann?" Rognos sah ihr in die Augen. „Dann war es eben erlaubt, Angst zu haben. Ohne daß es diese verflixten Folgen für ihn zu haben brauchte Selbst ein Mann darf wohl ein wenig an sein Leben denken, das einzige, was man ihm gegeben hat." „Aber sehen Sie doch mal Herrn Lüdersen!" Das war ein Trumpf. Und der Trumpf wurde rot und sah feindselig und flackernd zu Rognos hinüber. Dieser aber zuckte nur müde die Achseln und gab das Gespräch auf. „Ia, Lüdersen", sagte er. Und es hörte sich an, als ob er Lüdersen zu Boden fallen ließe. Fräulein Larsen ließ ihn unbeachtet sitzen und wandte sich an Engelhardt„Und vie. Herr Engelhardt", sagte sie,„was hätten Sie getan?" Er lächelte sein etwas ungezogenes mageres Lächeln, wobei er sein Glas etwas hob:„Ich hätte leider Gottes mit einer Ver- beugung gesaat:„Bitte, meine Herren, grei- seil Sie zu." Damit meine ich natürlich nicht, daß andere das auch tun sollten. Um Gottes willen, ich habe doch soziale Instinkte." Fräulein Larsen zog sich zurück wie von etwas Widerwärtigem.„Quatjchkopf!" sagte sie. Engelhardt verbeugte sich lächelnd.„Ia", sagte er.„der liebe Gott hat mich auf einen Uriasposten gestellt." Da erhob sich Lüdersen schwerfällig und feindselig von seinem Wbiskvglas und ließ seinem aufgespeicherten Groll freien Lauf. „Sie auf einem Uriasposten?" sagte er höhnisch.„Und dabei sind Sie nicht mal ver- heiratet!" Er blickte sich ratlos um, ohne sich über den Grund des allgemeinen Gelächters klar zu werden. Vergebens. Selbst Fräulein Larsen lachte. IV. Eine Freundschaft. 1. Jahrelang wartete Berger auf ein Wim- der. Das Wunder, das ihm feine Ehre Andre OSaillon:'Dd' tß Vit WS In einer kleinen französischen Stadl war es, in der Nähe der Front des Weltkrieges. Man hörte die Kanonen von ferne rollen, gerade noch laut genug, um sich zu sagen:„Uns gilt das nicht: die da vorne schießen sich wohl gegenseitig ihre Feld- küchen in Klumpen?" Und da es heiß war an diesem Morgen, tagte der hohe Gerichtshof des Städtchens bei offenen Fenstern— davor die zarte Bläue des Himmels und das Zwitschern der Schwalben. Die Herren Richter und Geschworenen dösten vor sich hin. Di« Richterkappe in die«kirn ge- schoben, stellt« der Vorsitzende nachlässig seine Fragen. Der Gegenstand der Verhandlungen in- teressierte ihn nicht sonderlich: ein ganz alltägliches Berlrechen, nicht eins jener grausigen Kapital- verbrechen, die Publikum und Presse erregen und die Namen der Richter in alle Zeitungen bringen. Der Angeklagte hauchte seine Antworten. Zwanzigjährig, Flaumbärtchen, sanftes Auge— nichts von dem, was man so„Mörder auf den ersten Blick" nennt. „Warum hoben Sie getötet?" „Ich weiß nicht mehr!" Vom Jähzorn uberwältigt, hatte der Junge ein Messer genommen. Nun schien er sich zu schämen, diese hohen Herren hier, wenn auch nur für kurze Zeit, bemüht zu haben. Der Staatsanwall und der Verteidiger, die sich gegenüber saßen, warfen einander böse Blicke zu. Im Leben draußen nannten sie sich zwar„lieber Freund", aber hier stand der Angeklagte zwischen ihnen— der eine vertrat die Gesellschaft, die seinen Kopf forderte, der ander« hatte die'Aufgabe über- nominen, den Kopf auf den Rumpf.zu hallen. Im Zuhörerraum saßen— auf reservierten Plätzen— die Damen der Gesellschaft, unter ihnen selbstverständlich die Frau des Verteidigers und die Frau des Staatsanwalts. Denn das Gerichts- geläude war auch chr Besitz: hier sühllen sie sich wie zu Hause. Und dann— hatte man etwa in diesem gottverlassenen Nest allzu viele Möglichkeiten, sich zu zeigen? Und ihre Kleider waren doch neu. Die beiden Frauen trugen auf ihren Hüten dieselben Rciherbüschel— einen grünge- färbtcn die«ine und die andere einen rotgefärb- ten. Schließlich— waren nicht sie eigentlich die Heldinnen dieses Schauspiels? Würden nicht ihre Männer gleich auseinander losstürzen und sich mit den Schnäbeln hocken wie zwei Hähne— für ihre Hennen? In Erwartung dieses spannenden Aktes tusche!- ten sie miteinander: „Heute nacht hat mein Mann bis zwei Uhr ge- arbeitet!" „Pah! Meiner ist ganz srüh zu Bett gegangen. Dafür aber heute morgen noch vor Sonnenauf- gang..." Und dann schwätzten sie über ihre Kleider und hernach ein wenig— über den Krieg(der ferne Kanonendonner mochte sie aus dieses entlegene Thema gebracht haben). Hinter ihnen— das ge- wöhnliche Volk hatte nur das Recht, den Mund zu halten. Dicht gedrängt saßen dort Arbeitslose, Reugierig«. Nichtstuer. Ein streng dreinschauen- der Amtsdiener beaufsichtigt« sie: beim ersten Muck würde der Saal geräumt. Unterdessen hat der Vorsitzende das Verhör be- endet— gottlob! Er schiebt seine Kappe ein wenig zurück. Der letzte Zeuge geht soeben durch den Sitzungssaal zur Tür. Er ist nicht vom Ort. ein Fremder. Das veranlaßt die Damen zu neuem Getuschel. Plötzlich brechen sie ab: der Staats- anwalt hat gehustet, was bei ihm soviel bedeutet wie:„Achtung, jetzt beginne ich!"„Hm!..." Wie es Madame berichtete— er hat bis zwei Ulp: gearbeitet, der Herr Staatsanwalt. Seine Augen schmerzen vor Müdigkeit, aber sein Bart — sein Barr ist wundervoll gepflegt. Jetzt streicht er ihn mit der Hand, in Gedanken geht er noch einmal alle Punkte seines Plädoyers durch, dann wirft er einen bösen Blick aus den Verteiidiger, einen noch böseren auf den Angeklagten. Und dann beginnt er: „Hoher Gerichtshof! Meine Herren Geschwo- renen! Hm!..." Ein guter Start— in der Tat: feine Stimme klang rein. Was hatte doch seine Frau heute morgen zu ihm gesagt?„Trink hier das Ei, mein Liebling. Das macht deine Stimme geschmeidig!" „Stimme geschmeidig!"— ein reizendes kleines Frauchen. Die Affäre an sich— du lieber Himmel, die verlohnte solche Vorbereitungen kaum, aber vielleicht würde sein Talent erkannt, stand nicht heute morgen der A. vor dem Gericht,«in führender Journalist, der in Paris die„Juristische Chronik" herausgibt? Wahrhaftig, da sitzt er ja! Also jetzt los:«ine gute Redewendung! „Dieser Mensch, meine Herren, wie er hier vor uns sitzt..." Abgesehen von den Zeitungen— sein Frauchen würde stolz sein, vor allem, wenn er sich durch- setzte und den Kopf des Angeklagten erkämpfte. Sie würde seinen schönen Bart kraulen und würde ihn„Liebling— mein gryßer Mann" nennen. „Liebling— mein großer Mann!" Hihi— Liebling zu sein und großer Mann, während eine Frau einem durch den Bart streicht, wenn auch nur die eigene Frau. „... erfüllt uns, meine Herren, mit tiefem Abscheu..."* Und dann gibt es ja schließlich noch andere' Frauen, blitzt es dem Staatsanwalt jetzt durch das Hirn. Sitzt da nicht zum Beispiel Fräulein Sowieso, ein oerlockendes Geschöpf, voll von geheimen Versprechungen und— vielleicht, wer kann es wissen?— von noch ganz anderen Dingen... Wag für schöne Augen sie hat, wenn sie ihn an- schaut! Hat sie nicht früher einmal zu ihm ge- sagt:„Meister! Sie sind ein so bewundernswerter Redner!" Redner! Bewundernswert! Gewiß! Also weiter: „Die ärgste Gemeinheit, meine Herren, ist die Gewissenlosigkeit..!" Aber gewiß, bald würde Fräulein Sowieso mit ihren schönen Augen an den Lippen des Ver- teidigers hängen! Die Frauen sind doch alle gleich! Sic gehören immer dem, der unmittelbaren Erfolg erzielt. Und in diesem lumpigen wiedergeben sollte, nicht vor den Menschen — denn chrer waren zu viele— aber vor dem einen, der sie alle repräsentierte: vor Lüdersen, dem Helden. Und sonderbar, in dieser verwickelten und an Verwicklungen so reichen Welt geschieht bisweilen das Wunder. Nicht gerade so, wie wir es erwarten. So offenbarte es sich auch Berger nicht. Aber es kam doch. Es kam so, wie er es sich nie gedacht hatte, heftig und überraschend, erschütternd und brutal. Voran gingen die langen und einförmi- gen Jahre. Manchmal war er ungeduldig und mutlos. �Doch selbst in solchen Augen- blicken der Schwäche wußte er, es würde geschehen. Die Weltordnung selbst, die Ge- rechtigkeit hing davon ab. Und was war denn er, daß in seinem kleinen, von allen übersehenen Schicksal so mächtige Institutio- neu hätten stranden können? Im dritten Jahr starb seine Mutter. Es schmerzte ihn tief, nicht am wenigsten, weil er nun nie vor sie hintreten und sagen würde: Sieh, Mutter, ich hatte doch recht. Nun brauchst du dich meiner nicht mehr zu schämen.— Gleichzeitig mit dem Schmerz aber kam auch etwas Beruhigendes: Seine Ungeduld wurde zahmer, als eile es mm nicht mehr so. So gingen seine Tage hin, geteilt zwischen Büro und Heim, ohne daß er sichtlich alterte. Staunen, Groll und Erwartung hielten ihn jung. Sic bewahrten seinem Wesen das knabenhaft Rechtschaffene Nie gewann die Bitterkeit die Oberhand über die lebendige Wärme in ihm. (Fortsetzung folgt.) Prozeß hier— gegen einen jungen Menschen, ach, gegen ein halbes Kind, würde der Verteidiger leichtes Spiel haben. Nu gerade: das ist«ine gute Wendling. „Ich weiß Bescheid, meine Herren, ja, ich weiß Bescheid! Man will mir vorhalten, daß der An- geklagte..." Glücklicherweise ist das Recht auf nieiner Seite, denkt jetzt der Staatsanwalt. Das Recht ist ein unerschütterlicher Fels, ein Mensch, der getötet hat. bleibt ein Mensch, der getötet hat: ein Mörder! Und er läßt seine Stimme gewaltig anschwellen, um das Gericht von vornherein von seinem Stand- Punkt zu überzeugen: denn.. „Das menschliche Leben, nieine Herren, das nienschliche Leben fft heilig!" In diesem Augenblick bewies ein lautes und langes Kanonenrollen, daß das menschliche Leben ... heilig ist. lAutorlsicrt« Uebersetzung von Werner Boumann.) Die höhle Buddhas ausgefunden. Nach viel- hundertjährigem Suchen ist es nun doch.geglückt, die Höhle aufzufinden, in der Buddha lebte und predigte. Sie liegt an dem sogenannten„Geier- gipset" in den Rajgir-Bergen von Bengalen. Hier befinden sich etwa ein Dutzend Höhlen, die schon vor 2500 Jahren buddhistischen Einsiedlern zur Wohnung dienten. Die Entdeckung ist mit Hilfe buddhistischer Mönche von dem indischen Gelehrten P. C. Ehaudhury geinacht worden, und zwar auf Grund von alten Berichten chinesischer Pilger. Nach den heiligen Schriften des Poll hat Buddha von dieser Höhle aus einige seiner berühmtesten Predigte», die die Grundlage der buddhistischen Lehre bilde», der Well verkündet, und hier war es auch, wo Buddhas feindlicher Bruder ihn zu töten versuchte, indem er einen Felsen auf ihn herab- rollte, als der Religionsstifter am westlichen Berg- abhang umer seiner Höhle in tiefer Beschauung sah. Die Höhlen, in denen sich noch Einrichtungen zur Wasserzufuhr und verschiedene Verbindungs- wege unteleinander finden, sind aus natürlichen Höhlungen in der Art der„Zyklopen-Mauern", d. h. durch Auseinanderschichtung von Steinen ohne Mörtel, angelegt worden. Der Naine des Gipfels rührt von einem großen grauen Felsen her, der die Höhlen überkrönt und, gegen de» Himmel gesehen, die Ilmrisse eines hockenden Geiers zeigt. Die älteste Weizcnverwertung. 5000 Jahre alle Speisereste hat Prof. Dr. I Grüß auf Tops- scherben aus der ältesten Steinzeit nachgewiesen, die im Ries bei Nördlinoen gesunden wurden. Durch sinnreiche mikroskopische und chemische Ver- fahren wurden Bruchstücke von der Spelzenhaut, der Samenschale und der Aleuronschicht des Emmerkorns, einer Weizenart, festgestelll und so der Beweis erbracht, daß in der ältesten Stein- zeit das Emmerkorn femgelchrotet und als Mus oder Brei aufgekocht, genossen wurde. Dieser Brauch der Getreideverwertuirg bestand bis ins frühe Mittelalter: er nahm erst etwa um das Jahr 1200 n. Chr. allmählich ein Ende als die verbesserten beweglichen Backöfen auskamen. Wilfck Vit nie erdMek sein- nimm VqzzKWZ-'/ tN fast ai|...... mirrFM-"* öüüJi; VERKAUF Verkauf soweit Vorrat! Mongenabgabe vorbehalten Beginn: 2. Januar Leinenwaren Staubtücher ca. 48(48_ 1 c». �_ Stück A ä/O Stück A 40 jetztr. V|4wW| jetztr. W|IO Küchenhandtücher SUt angerauhte Qualität, sehr bitlig ca. 43;43_._ 1 ca. 35/35 Stück A 1ZZ Stück jetzt». Vg I O 1 jetzt t 'l3b*** iv. 0,10 Serie LEeinleineu Drell, ca. 45/100 cm, früh. St. Ä Ä "/SO, 38 Serie II. Halblein. m.Binweb.,ca.48/100, frfih. 8t. b.O,75, jetzt' 0,58 Stubenhandiiicher gute Gebrauchs- qualität Serie III. Beinl. Gerstenkorngewebe früh. St. b.0,85, 6 Jetzt* 0.62 Serie I. Halbleinen Jacquard, ca. 48;'100. früh. 8t. � ""10,42 jstzt RoSStücher Serie kl. Halblein. Jacquard, ca. 48 110, früh. 8t. b.0,85, jetzt' haltbar im Gebrauch Serie III. 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Ermäßijtc Eintrittspreise bei zahlreichen Sonderveranstaltungen(Konzert, Tanz, Kabarett) Aus dem Spielplan des Theaters a. Bülowplatz (Künstl. Leitunj: Heinz Hilpert): Gilbricht, Oliver Cromwelis Sendung/ Zuckmayer, Schinderhannes/ Castonier, Die Sardinen- fischer/ Breche, Die heilige Johanna der Schlachthöfe/ Ebermayer u. Mann, Professor Unrat/ Eine Posse mit Musik u. a. m. Unter den Darstellern des Theaters a. Bülowplatz Eugen Klöpfer/ Emil jannings/ Attila Hörbiger/ Hans Brausewettcr/ W. Diegel- mann/ Reinh. Berndt/ Ernst Karchow J. Almas/ Paul Dahlke/ H. Halden/ Hch. Marlow/ Camilla Spira/ Berthe Drews Luise Rainer/ Cäc. Lvovsky/ Lotte Stein usw. BEiTRiTTS-ERKLSRUNGEN in 200 Zahlstellen(u.a. ümtlkhe Theaterkassen der Firma Tietz und K. d. W.) sowie in der Hauptgeschäftsstelle Berlin C 25,(Jnienstraße 227.— Fernruf D 1 Norden 6536 Wer sieb bis 31. Januar der Volksböhne anschließt, erhält damit das Recht der Teilnahme an dem großen Preisausschreiben der Volksbühne („Wieviele Menschen werden in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1933 datTheater am Bülowplatz besuchen 2"') Gesamtwert der Preise 4000 M 4 Barpreise zusammen 2000 M Alle, Nähere im Januar /Februar- Heft der Verein». zeiuehrrft. du unentfelciich abfefeben wird. Vielreitiger JnhaUr enftsteinijddaiitFreiing. Prciwniiminsr borte rüai Zu beziehen durch sämtliche Ausgabestellen des„Vorwärts" und deren Botenfrauen. mit&ircFapnonrarrjn und aeratevchnehfirimg monatUdi 96 P% freiHatu Qnzcilieft25Tfg Theater Schumannstr.l3a Weidend. 5201. Täglich 8 Uhr lisBaltreiaMuRilalunh Prinz von Homburg von H. v. Kleist Tbiialj, Filiiliatr. Frähiki, Ksyälar, Weanir, Sthürsabtis Hammerspieie täglich 8 Uhr Hans Moser in Essig und Oel Wusikal.Lustspiel v. Geyer u. Frank Musik: Roburt Katsdicr Inszenierung: O. L Preminger Rose-Theater Irak franltrirtar StraJ« t;2 Tal«ärteä El 3412 8.15 Uhr Böhmische Musikanten Variete am Märdunbrunuen Aar FrWrirlHhain 23—32 (aar Sönlgstor) Täglich 8 Uhr Daa acasationelle Eröffnungsprogramm mit den Elltesängcni Eintrittspreise; Wochentag» 60 PI. Sonnab. u. Stg. 1 M. MIWWM dizJujxhiJMitfJriejik -/HEIIEQwlLT?- ,1 1/14■ \Ü .... � Arnold Scholl— U-Bahn Hermannplatz— Hasenhelda 103/14 Cirof)« Bockbierfest in allen SHIen«. C«r. Seliw eine�elilaebt�n » Kapellen Bayr. Betficnu»� 6. iedsr 400. Beul Sief erhält ein Seideokleid od. ein silbernes ZigareHetetei U ElnlaB: Wochentags 7 Uhr, Sonntags 3 Uhr