Morgen- Ausgabe Nr. 9 A 5 50. Jahrg. �Rebotflon und Verlag, Verlin SW 68, Lindenstr. 3 9tcnfprvd)er-<3?<3m: Dönhoff 292 bt« 297 DeUgtammobreffei Sozio Ibemokr««Bttlln BERLINER VOLKS BLATT FREITAG 6. Januar 1933 In Groh- Berlin 10 Pf. Auswärts...... 15 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe am Echlub des rebaütioncllen Teils Jentralovgan der Sozialdemottatischen Partei Deutschlands Nazis stimmen für Bolschewisten �-2�5 IVlit Hitlers LlilLe vvircl ein lcommunistisclies?räsi«lium gewählt Eigener Bericht des„Vormärts" Themmh, 5. 5anaar. Das im Mvember vorigen Jahres neu gewählte Chemnitzer S ta d t v e r 0 rd ne t e n k 0 l- l e g i u m trat heute abend;u seiner konstituieren- den Sitzung zusammen. Dies« erst« Sitzung be- wies wieder einmal auf das deutlichste, daß das kommunistische Gerede von Einheit?- front nichts weiter als Lüge bedeutet. Sie bewies ferner, daß die Kommunisten sich nicht s ch e ue n, in entscheidendsten Augenblicken gemeinsam mit den Nationalsozialisten gegen die Sozialdemokratie zu gehen. Im alten Kollegium hatten die B ü r- g e r l i ch e n mit einer Stimme die Mehrheit über die beiden Linksparteien. Bei der Neuwahl war es gelungen, dieses eine Mandat zu erobern, so daß das neu gewählte Kollegium eine Links- Mehrheit von 31 gegen 30 Stimmen besitzt. Obwohl im alten Kollegium die Sozial- deinokratie die stärkste Fraktion hatte, hatten da- mals die vereinigten Bürgerlichen und die Na- tionalsozialistische Partei es abgelehnt, der stärk- sten Fraktion den Borsteherposten zuzubilligen. In der heutigen Sitzung nun lehnte es darum die Sozialdemokratie ab, der jetzigen stärksten Frok- tion, den Nationalsozialisten, den Borsteherposten zuzubilligen und schlug darum einen eigenen Kan- didaten vor. Im ersten Wahlgang hatte der Ber- treter der Sozialdemokratie 10 Stimmen, die Stimmen der SPD-Fraktion. Der k 0 m m u- n i st i s ch e Vorschlag aber erhielt zur größten Ueberraschung nicht nur die 14 Stimmen der kom- munistischen Fraktion, sondern darüber hinaus auch noch süns Stimmen, die von der nationalsozialistischen Fraktion abkommandiert worden waren. Die Nazis hatten dieses Manöver unternommen, um zu erreichen, daß in dem Hauptwahlgang der sozialdemokratisch« Kandidat ausgeschaltet werde. In der nun folgenden Stich- wähl zwischen dem nationalsozialistischen und dem kommunistischen Kandidaten stimmte die So- zialdemokratie für den K 0 in m u n i st e n, um zu verhindern, daß ein Nationalsozialist in Chemnitz Stadtoerordnetenvorsteher wurde. Gewählt wurde also der K 0 m m u n i st W e s ch e mit 31 Stimmen gegen 29 Stimmen, die der national- sozialistische Kandidat erhielt. Ein bürgerlicher Stadtverordneter hatte im Hauptwahlkampf keinen Stimmzettel abgegeben. Bei der Wahl des ersten Bizevorsteher» wiederholte sich dasselbe Spiel. Im ersten Wahlgang kommandierten die Nationalsozialisten vier ihrer Fraktionsmitglieder ab, so daß wiederum für den Hauptwahlgang der sozial- demokratische Kandidat ausgeschaltet wurde. Auch diesmal kam es nun zur Stichwahl zwischen dem nationalsozialistischen und dem kommunistischen Kandidaten. Gewählt wurde der K 0 m m u n i st mit 31 Stimmen gegen 26, die auf den National- sozialisten fielen. Die sozialdemokratische Frak- tion gab daraufhin«ine Erklärung ab, in der sie imt aller Schärfe betonte, daß ihr zum mindesten der zweite Borsteherposten gebühre. Die Kommunisten haben es aber nicht verschmäht. sich der nationalsozialistischen hilse zu bedienen, um dadurch die beiden Vorsteher- Posten mit ihren Leuten besehen zu können. Die Sozialdemokraten erklärten weiter, daß sie sich an den ferneren Wahlen nicht beteiligen würden. Eine gleiche Erklärung gaben die Nationalsozia- listen und die Bürgerlichen ab, so daß bei der Wahl des dritten Borstehers sowie des ersten und zweiten Schriftführers wiederum Kommu- nistten gewählt wurden. Das Präsidium besteht also nur aus Kom- in u n i st c n. * 3n seiner Neujohrs-..votschasl" hat Adols der Große wieder den v 0 l s ch e w i st e n s ch r« ck an die wand gemalt. Als erste Auswirkung der Botschast müssen die Nazis in Ehemnih sür die Bolschewisten stimmen. Hitlers Zickzackkurö ?apen und Hitler verhandeln— Schwerindustrie im Hintergrund Jetzt werden schon die getreuesten Heloten aus dem Kurs ihres geliebten Führers nicht mehr gescheit; Herrn Rosenberg im„Völkischen Beob- achter" ist die Spucke weggeblieben, als er von der Kanossafahrt Hitlers zu Papen hörte— sein Blatt darf kein Wort darüber ver- lauten lassen—, und auch Goebbels ist, da ihn die Nachricht gerade erreicht«, als er im kleinen Lippe die große Lippe riskierte, von einer Plötz- lichen Maulsperre befallen worden. Während Adolf treu und bieder bei dem „feinen Herrn" von Papen in Köln saß und um gütige Beschwichtigung des gestrengen Herrn Reichspräsidenten bat, während R ö h in und S t r a ß e r in getrenntem Annmrsch bei Herrn von Schleicher erschienen, hatte der„Völkische Beobachter" noch von oben herab über „Schleicher in der Klemme" geschrieben und dabei auch Herrn von Papen noch einmal rauh mitgenommen. Es hieß da: „Genau so wie der feudale Herr von Papen an seinen alttestamcntarischen Frcun- den in und um den Herrcnklub scheiterte, so wird es Herrn von Schleicher mtt seinen Mossegardisten gehen." Um die Zeit, da das geschrieben wurde, sah Adolf schon auf den Stühlen, die sonst von den .Xilttestamentarischen Freunden" besetzt sind. Und Rosenberg donnert ungnädig weiter: „Der Boden, auf den: die Regierung Schleicher steht, ist nämlich genau der gleiche, auf dem auch die S e 0 e r 1 n g s und Erzb erger und Müllers standen." Die„neuen Herren", die alle sechs Monate auf- tauchen, dreschen nur grundsätzlich neue Phrasen— und trog alledem, trog aUedem ist Adolf schon wieder dicker Freund mit diesen verkappten Erz- berger und Severings! Denn die„National- sozialistische Korrespondenz" b e st ä t i g t die Zu- sammenkunft chres Führers mit Papen„im Haufe eines Freundes". Wer ist der gute Freund, der beide so liebevoll aufnimmt? Baron von Schroeder (Nieder mit den Baronen!), Teilhaber des Bank- Hauses I. H. Stein in Köln(Enteignet die Bank- und Börjenjürsten!), außerdem Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft Charlottcnhöhe, die zum Flick- Konzern gehört.(Nieder mit dem raffenden Kapital!) Bei diesem etwas gar zu prominenten Mitglied der„Arbeiterpartei" schleicht der große Adolf umher und sieht, ob nicht Papen wieder Kanzler und er preußischer Ministerpräsident wer- den kann, woraus sich Schleicher wieder ins Wehrministerium schleichen soll! Diese unerwartete Wendung durch Hitlers Fü- gung ist dem„Völkischen Beobachter" so in die Knochen gefahren, daß er sogar über den Aeltesten- rat und die ruhmvolle Rolle seiner Komplicen darin zu berichten vergißt. Er schreibt sehr sachverständig über französische Freimaurer, ameri- kanische Inflation, Skiwettkämpfe in St. Moritz und Fahrten über den Baikalsee— aber vom Aellestenrat des Deutschen Reichstags hat er nichts gehört. Morgen werden seine Leser vielleicht Näheres über den König von Honolulu erfahren. aber was Hitler mtt den Großkapitalisten ver- einbart, davon hören sie bestimmt nichts! >Vas Papen wollte Atis Düsseldorf wird gemeldet: Reichskanzler a. D. von Papen äußerte sich dem hiesigen Vertreter des Conti-Büros gegenüber auf Befragen zu den Gerüchten, die im Zusammen- hang mtt seiner gestrigen Aussprache mit Herrn Hitler in Köln in einem Teil der Presse auf- getaucht sind. Anläßlich meiner Reise nach Düssel- darf zu meiner Mutter habe ich mit Herrn Hitler eine politische Aussprache in Köln gehabt. Wie mir mitgeteilt wird, knüpft ein Teil der Berliner Presse ab die Meldung hierüber Koimnentare. die frei erfunden sind, so insbesondere die Darstellung, ols ob die Unterredung mit Herrn Hitler eine Spitze gegen den Reichskanzler oder die gegenwärtige Regierung gehobt habe. Das Gegenteil i st der Fall. Die Aussprache hat sich ausschließlich um die Lösung der Frage gedreht, der schon die Arbeit des letzten Halbjahres gewidmet war, der Frag« der Ein- gliederung der NSDAP, in eine nationale Konzentration. Also dem Frieden zwischen Hikker und Schleicher, der augenblicklich in der nationalsozia- listischen Presse noch genau so angeranzt wird, wie vordem Papen. Das Ganze ist der Gipfel der Nazi- Verlogenheit. Vor seinen Anhängern pran- gen man die Barone und Generale an, hinter verschlossenen Türen führt man Friedens- und Freundschaftsverhandlungen. Wie lange wird dieser Schwindel halten? Fall Hentsch im Landtag Um die Immunität des Ahg. Bennecke Eigener Beridit des„Vorwärts"' Dresden, 6. Januar. Der Landtagsoorftand hat am Donnerstag be- schlössen, den Landtag aus Donnerstag, den 12. Januar, nachmittags 1 Uhr, einzu- berufen. Auf der Tagesordnung wird stehen als 1. Punkt der Antrag des Generalstaatsanwalts auf Aushebung der Immunität des Abgeordneten Dr. Ben necke und die sozialdemokratischen und kommunistischen Anträge sowie eine kommunistische Anfrage, die den Fall Hentsch betreffen. Zum Fall Hentsch werden weitere Einzelheiten bekannt. Die Mörder sind am 10 November über die Tschechoslowakei und Innsbruck nach Bozen geflohen und befinden sich gegenwär- tig in Verona. Patentrnediziin Unter dem Druck der Empörung des Volkes über die Margarinenotverordnung und angesichts des entschiedenen Protestes der Gewerkschaften hat die Regierung Schleicher weiche Knie bekommen. Sie wird über ihre famose Verordnung verhandeln und beraten, es läßt sich erkennen, daß sie nicht mehr den rechten Mut zu ihrer Durch- führung hat, um so mehr, als in der Regie- rung selbst ernsthafte Differenzen darüber aufgetaucht sind. Mit diesem Mut vor der eigenen Courage zieht sich die Regierung Schleicher den Zorn des agrarischen Jnter- essentenklüngels zu— und den Zorn der Nazis dazu! Denn die Nazis find geschworene A n- Hänger der Buttermixerei Mo- d e l l von Braun! Sie lassen erkennen, daß sie darin ein Stück ihrer eigenen Rettungspläne erblicken. Die„Pommerschc Zeitung", das Naziorgan von Pommern, schreibt in Nr. 5: „Die Regierung Schleicher, die— nicht weniger isoliert als dos Kabinett Popen— ständig auf der Suche noch tolerierungsbereiten Parteien ist, hat in der Frage der Beimischung zur Margarine dem vereinten Druck der Großindustrie und der Gewerkschaften nachgegeben. Man hat eine lebenswichtige Aufgabe d er staatlichem Wirtschaftspolitik nicht angepackt, sondern den parlamentarischen Ver- Handlungen und Manövern der Interessenten ausgeliefert. Mit der trog solcher guten Worte feststehenden Aufgabe des Margarineerlosies verzichtet die Rcichsregierung auf den letzten ganz kümmerlichen Versuch, für die Landwirtschaft ein gewisses Preisniveau zu sichern." Das läßt erkennen, was die Nazis unter den lebenswichtigen Aufgaben staatlicher Wirtschaftspolitik verstehen! Diese Butter- mixerei ist also ein Rezept aus dem fest ver- schlossenen Geheimschrank Adolf Hitlers, eine Patentmedizin Marke Hakenkreuz! Mit solchen Medizinen wollen sie die Not der Zeit und die Krankheit der Wirtschaft kuric- ren! Zugunsten eines kleinen agrarischen Interessentenklüngels, der nur an seine eng- sten privaten Profitinteressen denkt und nicht einmal an die Interessen der Landwirtschaft in weiterenr Sinne, wollen sie dem armen Volke die Margarine verteuern und die Fett- Versorgung einschränken! Diese Zustimmung der braunen Wirt- schaftsscharlatane kennzeichnet erst das wahre Wesen der Buttermixerei! Diese Patentme- dizin sollte ganz ernsthaft von der Reichs- regierung dem Volke durch eine Notverord- nung aufgezwungen werden! Man hat sich nicht gescheut, wegen dieser Angelegenheit den Artikel 48 in Bewegung zu setzen, man hat diese Patentmedizin sogar zu einer poli- AufynoeseU zu BeeMieiM QeääekUUs! Am 6. Januar 1933, nachmittags 4 Uhr, findet die Beisetzung der Asche des verstorbenen Genossen Eduard Bernstein auf dem städtischen Friedhof, Maxstraße in Schöneberg, statt. Alle Genossinnen und Genossen, Reichsbannerkameraden, Arbeiterjugendgenossen und alte Arbeitersportler beteiligen sich. Antreten 3% Uhr auf der Mittelpromenade der Innsbrucker Straße, Spitze Warfburgstraße, und Nebenstraßen. Spitze 11. Kreis, dann folgen die Kreise 7, 9, 10, 12, 13, 14, 15, 16 aus dem früheren Wahlkreis des Genossen Bernstein. Anschließend die Kreise 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8, 17, 18, 19, 20. Abmarsch pünktlich SVj Uhr. Marsch durch Wartburg-, Martin-luther-, Grunewaldstraße, Akazienstraße, Hauptstraße, Tempel- hofer Straße, Ebers-, Maxstraße, Friedhof. Fahnen und Banner sind mitzubringen. Fahrgelegenheit U-Bahnhof Bayerischer Platz.— Straßenbahn 3, 5, 6, 19, 60, 119. Omnibus 8 und 19. Paill LÖbG wird an Stelle des leider erkrankten Parteivorsitzenden 0 1 1 o W e i S die Gedächtnisrede halten. Der Mädchenmord der Hakenkreuzler Das xrausame frankfurter Nazi-Verbrechen vor Gericht tischen Kampffrage ersten Ranges gemacht! Man hat das Ansehen der Reichsregierung fiir diese wirtschaftspolitische Scharlatanerie aufs Spiel gesetzt! Keiner der Vertreter des autoritären Kurses hat seine Stimme er- hoben, um die Regierung davon abzuhalten und sie auf die Konsequenzen hinzuweisen� Aber schliefjlich hat auch die Opposition ein Interesse daran, daß diese Art von Regierungsführung ein Ende findet! Auch die Opposition hat ein Interesse daran, daß die Regierungsführung sauber bleibt von Interessenteneinwirkung, und daß die wahre Staatsautorität nicht untergraben wird durch Maßnahmen, die nur ge- eignet sind, den Kurs, der sich als autoritär gebärdet, ins Lächerliche zu ziehen! Wir haben davon schon genug erlebt unter dem Regime Papen, und es scheint, daß wir noch mehr davon erleben sollen! Der reaktionäre Kurs hat alles in allem einen Triumphzug der Lächer- l i ch k e i t mit sich gebracht, angefangen vom Zwickelerlaß bis zur Mar- garineverordnung! Unter dem reaktionären Kurs ist stärker als jemals zuvor das Lob der Mi- uisterialbürokratie gesungen war- den. Ihre Leistungen erfüllen uns mit Schaudern! Vermag sie nicht zu unterschei- den zwischen ernsthaften wirtschaftspolitischen Maßnahmen, über die man streiten und bis- kutieren kann, und Patentmedizinen, die aus Hitlers Geheimschrank stammen könnten und noch dazu den fatalen Geruch des Jnter» cssentenklüngels an sich haben? Ist sie geistig nicht in der Lage, die Un- Möglichkeiten und Lächerlichkeiten einer solchen Maßnahme zu überblicken, die ihr vom ersten Tage an in der Oeffentlichkeit vorgerechnet worden sind? Oder hat sie nicht den Mut und die innere Unabhängigkeit besessen, sich gegen- über dem Drängen der politisch mächtigen Interessenten zu behaupten? Die Regierung hat sich der Möglichkeit ausgesetzt, daß der Reichstag diese Berord- »ung mit großer Mehrheit aufhebt. Sie hotte den Interessenten gegenüber eine starke Stellung gehabt, wenn sie sich fest auf den Boden der Verfassung gestellt und er, klärt hätte, daß derartige Maßnahmen An- aelegenheit der ordentlichen Gesetz- oebung sind. Statt dessen hat sie das Drängen der Interessenten flugs in eine Not- Verordnung umgemünzt, und in was für nne Notverordnung! So wird heute in Deutschland regiert! Die Buttermixerei wird zu einer Kabinettsfrage. zu einer hochpolitischen Angelegenheit unter dem lauten Beifall der braunen Medizin- männer! Das nennt sich dann autoritärer Regierungskurs! Keil-Kasse Patent der Harmlosen Aus dem Weheschrei eines Kassenführers er- fährt man. daß bei den Nazi»«ine K» i l- Kasse für B e r sa m m l u n g» s ch l a ch t e n besteht, aber auch gleichzeitig, daß sie— leer ist. „Parteiamtlich" veröffentlicht die Hiller-Presse den dringenden Mahnruf an alle Ortsgruppen, pünktlich und regelmäßig diesen Prügel- Beitrag an die„Sachschädenkasse in München" abzuführen. Die Saalbesttzer weigerten sich vielfach, ihre Säle weiter zur Verfügung zu stellen, weil das Mobiliar bei früheren Nazi- Versammlungen zertrümmert worden sei. Deshalb wird an die„Anordnung der Reichsleitung vom l. Mai 1331" erinnert, wo- nach jede Versammlung der„Sachschädenkasse" zu melden und ein Beitrag an die Kasse abzu- führen sei. Die Ortsgruppen sind aber, wie weiter zuge- standen wird, der Verpflichtung zur K e t l- K a s s e nicht nachgekommen, und die tatsächlich eingelaufenen Beiträg« reichen nicht aus. Deshalb der dringende Befehl: Zahlt endlich in die Kasse, damit wir weiter Säle bekommen! Die Zertrümmerung folgt automatisch nach! Die flüchtigen spanischen Monarchisten aus der westafrikanifchen Verbannung sind in Port Etienne lFranzösisch-Westafrika) eingetroffen. Spanien soll beabsichtigen, ihre Auslieferung zu verlangen. Brasilien hat den Amazonenstrom für Kriegs- fahrzeuge Perus und Kolumbiens gesperrt. Eigener Bericht des„Vorwärts" Frankfurt o. M.. S. Januar. Unter ungeheurem Andrang des Publikums de- gann am Donnerstag vor dem Jronkfurler Schwurgericht die Verhandlung gegen die drei Nazijünglinge, denen die Anklage eines der scheußlichsten verbrechen vorwirst, die seit Jahren in Aranksurt geschehen sind. Im De- zember 1331 verschwand unter rätselhasten Um- ständen die ISjährige Hausangestellte Emma Busse. Erst im Mai vorigen Jahres wurde sie als Leiche aus dem Main gezogen. Man nahm allgemein Selbstmord an, bis die Polizei im Oktober durch eine kette von Zufällen auf die Spur der drei Nazijünglinge Stubenrauch E i ch und Arzt kam, die jeht unier der A n- klage de» Mordes und der Beihilse zum Mord vor Gericht stehen. * Der 21jährige Hauptangeklagte Robert S t u b e n r a u ch, bi» zum Tage seiner Verhaf- tung Mitglied der Hitlerpartei, der im Augenblick seiner Festnahme das nationalsozialistisch« Partei. abzeichen trug, hat damals der Mordkommission des Polizeipräsidiums und oem Untersuchung-- richter in wiederholten Aussogen gestanden, daß er mit seineu beiden Mitangeklagten Freunden, die bei der Verübung der Tat 17- und 18jährige Lehrlinge waren, seine Geliebte um- bringen wollte, weil sie sich von ihm Mutter fühlte. Di« unglückliche Emma Busse wuro«, nachdem Stubenrauch noch ein- Der japanische Raubzug in Nordck)ina hat England, USA. und Frankreich zu diplo- matischen Vorstellungen in Tokio veranlaßt, die von den drei Botschaftern einzeln und gemeinsam bei dem Außennvmster U s ch i d a angebracht wor- den siqd- Biel Vertrauen zum Ersolg dieser Mah- nungen an feierlich geschlossene Verträge und Anti- kriegspakte wird man nach dem vollendeten Miß- erfolg des Vorgehens der Großmächte bei den früheren Etappen der kriegerischen Besitzung chi- nesischen Gebietes durch die Japaner wohl kaum haben. Der französische Sozialistenfuhrer Leon Blum fordert tagtäglich im„Populaue", daß Frankreich den japanischen Imperialismus rorder Welt anprangere und olle Bezichimgen zu einer derartigen Regierung abbreche. Aber dazu wird«in einzelner Staat nicht bereit sein, wenn nicht olle anderen das gleiche tun. In W a- f h i n g t o n hat der Leiter der Asien-Abteilung des Auswärtigen Amtes den japanischen Bot- schafter aufgesucht, eine Unterredung dieser Per- sonlichkeit mit dem Staatssekretär Stimson steht beoor. General M c C o Y. Mitglied der Lytton- Kommission, hatte eine Besprechung mit dem Prä- sidenten H o o v e r. Di« chinesische Regierung hat entgegen ihrer An- kündigung nun doch«inen direkten Protest an Japan gerichtet und darin Zurückziehung der Truppen, Bestrafung der japanischen Schuldigen an den Zwischenfällen der letzten Tage, Sicherung gegen künftige vorsälle dieser Art gefordert uird das Recht vorbehalten. Schadenersatz zu fordern. Die Besetzung der sowjetrussischen Grenzstadt Progranitschnaja durch japanische Truppen wird nun durch eine Charbiner Reuter-Meldung bestätigt, in der behauptet wird. 33011 chine- fische Soldaten hätten sich den japanischen Streit- trästen im östlichen Abschnitt der Ostchinabahn er- geben und darauf sei diese Stadt besetzt worden. Bi« jetzt ist von einem sowjetrussischen Protest nicht» bekannt. Zvoo Zivilpersonen getötet. Schanghai. 5. Januar. Nach chinesischen Meldungen sind bei den Kämpfen in Echanhaikwan 3333 chinesisch« Zivilpersonen getötet worden. 133 333 Personen sollen nach Süden geflohen sein.- Amerika greift nicht ein Washington, 5. Januar. Es verlautet maßgebend, die amerikanische Regierung beabsichtige wederTruppen noch Kriegsschiffe nach Nordchina zu entsenden. Sie beschränke sich auf Mißbilligung des mal intim mit ihr verkehrt hatte, auf ein« Mainbrücke unterhalb Frankfurts gelockt und dann gewaltsam ins Wasser ge- warfen. Am ersten Tag« des auf mehrere Tage berech- neten Prozesses widerruft Stubenrauch sein« Ge- ständnisse. Der Prozeß beginnt mit der Vernehmung der Angeklagten über die Mordnacht aus der Main- brücke. Stubenrauch behauptet, er sei von Emma Busse in den ersten Dezembertagen zu einer Zu- sammenkunft gebeten worden durch einen Brief, in dem es hieß:„Lieber Robert! Wir bekommen einen kleinen Robert.. ," Bei der Aussprache habe er seiner Freundin gegenüber seine Vaterschaft be- stritten. In seiner Verzweiflung habe er sich dann mit seinen Freunde» beraten. Arzt habe gesagt: „Ach Quatsch, mach doch einfach Schluß." Er selbst habe nicht gewollt. Schließ- lich wurde verabredet, und das wird von keinem der Angeklagten geleugnet, daß man abends das Mädchen in den Main werfen wollte. Als man sich dann nachts traf, wollen die An- geklagten angeblich Reue bekommen und sich ver- ständigt haben, das Verbrechen nicht zu begehe». Nun wird Stubenrauch in«in scharfes Kreuz- oerhör genommen. Der Staatsanwalt will fest- stellen, warum Stubenrauch ursprünglich ein Gc- stondnis abgelegt habe. Auf die Frage de» Staatsanwalts, warum er in den Kassibern, die er seinen Freunden durchschmuggeln wollte, eine harmlose Darstellung japanischen Borgehens und würde Konserenzen mit den europäischen Mächten erst dann erwägen, wen» die fremden Niederlassungen in Ticntjin und Peking bedroht werden sollten. Somhen auf die Eisenbahn Peking, 5. Januar. Wie halbamtlich gemeldet wird, haben mehrer« japanisch« Flugzeuge die Eisendahnstreck« Peking — Schonhaikwan mit Bomben belege, wobei st« an verschied»»»« Stellen zerstört wurde. Mehrere Bomben trafen»inen chinesischen Transportzug, wodurch zahlreich« Soldaten getötet und verwundet wurden. Gegen TheakereeaMon Noch einmal: Gott, Kaiser und Bauer Der Vorstand des Verbandes Berliner Theaterkritiker hat folgende Erklärung ab- gegeben: „Der Verband Berliner Theaterkritiker hat m i t Eigener Bericht des„Vormärts" Detmold, 5. Januar. Für die letzten 14 Tage des Landtagswahl- kampse», an dem sich auch Hitler, Goebbels, Frank II, Rosenberg und zahlreiche andere Nazi» großen mit einer großen Zahl von Versamm- lungen beteiligen, haben die Nazi» in das kleine Land Lippe t16S 333 Einwohner) einige tausend auswärtige SA.- und SS.- Leute einquartiert. Da» hat bereit» zu Zusammenstößen mit der ruhigen lippischen Bs- völkerung'geführt. In den Städten werden Mit- glieder der Eisernen Front, die das Pfeilabzeichen tragen, von Hitler» Privatarme« angepöbelt. In Lemgo maßte sich die auswärtige Hitler-Truppe P o l I z e i g e w a l t an. In Trupps von IL bi» 23 Mann durchziehen die Braunhosen die Straßen, Gummiknüppel und Riemenzeug schlagbereit in der Faust, und komman- Vieren:„Straße frei!" Wiederholl kam e» bei solchen Anlässen zu Zusammenstößen. Al» einige Passanten dem„Befehl" nicht sosort Folge leisteten, rief einer der Nazis:„Schlagt die Hunde nieder!" Schließlich mußten die An- gegriffenen der Uebermacht weichen und wurden bis zur Polizeiwache verfolgt. Ein anderer Passant, der über das Gehaben der Nazi» lächelte. wurde angebrüllt:„W as, Sie lachen über un»? Sehen Sie zu, daß Sie keine in die Fresse kriegen!" Selbst Frauen wurden angepöbelt. Auf Grund dieser Vorkommnisse hat die Landes- regierung mit sofortiger Wirkung gemäß Art. 123 Abs. 2 der Reichsoerfasiung ein Verbot für alleDemonstrattonenundVersamm» über die Vorgänge in der Mordnacht geben wollte, vermag Stubenrauch keine Antwort zu geben. Nun erreicht die vormittagssitzung ihren Höhepunkt. Vors.:„Warum sind Sie doch mit dem Mädchen auf die Brücke gegangen. obwohl Sie angeblich den nachmittags verab- redeten Plan bereits aufgegeben hatten? Und warum sind Ihre beiden Freunde denn nach- gefahren und Ihnen immer gefolgt bls zur Brücke? Warum ist das alles genau so ge- schehen, wie es in dem Plan vorgesehen war. obwohl Sie den plan gar nicht ausführen wollten?" Stubcnrauch ontworlek zögernd und stotternd:„Ich weih selbst nicht, wie wir an die Brücke gekommen sind. Ich war noch nie vor- her dort. Arzt und Eich wollten vielleicht mal sehen, wie da» nun ausging mit dem Mädchen." Der Staatsanwalt hält dem Angeklagten Stubenrauch vor, daß er auch angesichts der aus- gegrabenen Leichenreste des Mädchens seinen Mit- angeklagten Arzt weiterhin belastet habe. Stuben» rauch schweigt aus die Frage des Staatsanwalts: „Wo haben Sie denn die Kraft her gehabt, an- gesichts der Leiche des Mädchens noch zu lügen?" Nach der Mittagspause werden die beiden Mit- angeklagten Arzt und Eich vernommen, die die Aussage Stubenrauchs bestätigen, also die gemein- sam verübte Mordtat bestreiten. Am Freitag um 13 Uhr wird ein Lokaltermin stattsinden. starkem Bedauern davon Kenntnis ge- nommen, daß die Leitung de» Deutschen Theater, sich einschüchtern und ohne zwingen- den Grund zur Zlbsetzung von Julius Hay» Schauspiel„Gott, Kaiser und Bauer" hat bestimmen lassen. Mit unserer Stellungnahme sind keineswegs berechtigte weltanschauliche Ausein- anderfetzungen gemeint. Der Rückzug der Bühnen- leitung ist etwas anderes: er ist ein Aus we i ch« n vor der eigenen Verantwortung und bedeutet für die Zukunft«in« Aufmunterung jener Element«, die sich unbefugterweise in künftke- rische Angelegenheiten»inmischen wollen." Eduard Bemsteia Kautskxs letztsr Abschiedsgruß Heut« nachmittag werden die Massen der Ho- zialdemokratischen Partei Groß-Berlins durch ihren imposanten Aufmarsch in Schöneberg noch einmal dos Andenken Eduard Bernsteins ehren. Slus Wien erhalten wir zu dieser Feier dieses Telegramm: Dem unvergeßlichen Freund und Kampfgenosien letzten Adfchiedsgruß. Karl und Luise Kautsky. lungen unter freiem Himmel für den Bereich de» Freistaate» Lipp« erlassen. Bei»iner Verschärfung der Lage ist nach der Verordnung der Landesregierung mit weiteren Eingriffen zu rechnen. Die Polizeibehörden sind angewiesen, schärfsten» durchzugreifen, wenn parteipolitische Formationen oder deren Mitglieder sich polizeiliche Befugnisse anmaßen. Zugendgenosse erstochen! Neuer Naisi-hlord in Breslau Eigener Bericht des„Vorwärts" Breslau. 5. Januar Am Donnerstagabend gegen 21 Ahr wurde im Norden Breslau» am Waschteich eine Gruppe von Mitgliedern der Soziali st ischenArbeiler- jugend von polttisch Andersdenkenden, vermul- lich Nationalsozialisten überfallen. Es kam zu einer schweren Schlägerei, in deren verlaus der jugendliche der SAI. angehärlge Arbeiter Fritz hanisch einen Messerstich in die Halsgegend erhielt. Der schwerverletzt» hqnisch wurde sofori in da» Allerheiligenhospital übergeführt, wo er kurz nach seiner Einlieferung verstarb. Da» llebersallkommando nahm zahlreiche an den Auseinandersetzungen beteiligte Personen fest und führte sie zweck» Vernehmung der politischen Polizei zu. Moc�odMUcie�££££*»\JotU OefäctoiUtUe, haieäUuutdQebuuty du fcaueu, am Montag, dem 9. Januar, 19.30 Uhr, im Großen Saal des Saal- bausFriedrichshain. Rednerin: Reichstagsabgeordnete Mathilde Wurm. Protestiert mit uns gegen die Aushungerung des Volkes 1 Eintritt freil s:..=s=5==S5S=ss=asaBBa:=a Protest in Tokio Besetzung der Sowjetgrenzstadt bestätigt Nazis„kämpfen" in Lippe-Detmold Brutale Gewalt und SA.»Terror FREITAG, 6. JANUAR 1933 ERSTE BEILAGE So geht eine Äugend zugmnde .Junsens von der Kolonne„Sandkasten"— Opfer des Wirtschaf tsirrsinns 5« irgendeiner Pufferdiele tagt seit dem Herbst die Kolonne.�Sandkasten". Seit dem Herbst, well bis dahin die Tage warm und die Nächte lau waren. Da genügten Sandkästen. Jetzt aber. in diesen Tagen zwischen Frost und Nebel gibt die Pufserdiele einen willkommenen Unterschlupf. Der I ü n g st e der Kolonne„Sandkosten" ist 13 Jahre, ein kleiner, blosser Bursch. Seine kurzen Kinderhosen machen chn noch jünger. Wer schlau ist er wie ein alter Rabe. Fragt man ihn: „Soge mal. schlafen die Eliquenjungen von Berlin in den verschiedenen Männerhcimen?". dann antwortet er nicht„ja", sondern:„Man sollte doch annehmen." Dieser' Dreizehnjährige ist bei seinem Tun und Lassen sehr vorsichtig. Er für seinen Tell behauptet übrigens, abends nach Hause zu gehen und bei seinen Eltern zu schlafen. Sonst hat er sich selbständig gemacht von seiner Familie: sein Vater ist Kutscher, anderchalb Jahre bereits arbeitslos. Nicht viel älter als der Knirps sind seine Kumpane. Nach einigem guten Zureden verstoßen sie auch mal gegen ihr oberstes Gesetz, dos Schweigegebot. Ewei Steckbriefe „Wieviel Mann zählt eigentlich Eure Kolonne?" —„Zehn Mann." Als diese Dreizehn- bis Sechzehnjährigen noch 3 Jahre jünger waren, trugen sie ständig dos Kriegsbell gegen die Jungen aus den Nebenstraßen in der Hand. Das hat sich ge- legt, den Kampf ums Dasein ficht die Ko- tonne„Sandkosten" nicht mehr mst Holzsäbeln aus. Zwei von der Kolonne haben bereits einen Anflug von Glorienschein: als Elfjährige waren sie getürmt, so well, daß die Ortspolizeibehörden sogar Steckbriefe hinter sie erließen. Diese Steckbriefe sind der vollwertigste Ausweis, um in ein« Clique als Hauptmann aufgenommen zu Bergaste Gelder Ein Erfinrler unter Anklage Der Name des Mannes soll nicht, �enoiml wer- den. Sein Bruder ist Inhaber einer bekannten Flugzeugfabrik: er hat auch selbst eine Zelllang mst ihm zusammengearbeitet. Als Flugzeugkon- strukteur besah er einst einen gewissen Ruf: im Jahr« 1913 ersand er eine neue Konstruktion, von der während des Krieges 399 Stück hergestellt wurden. Während der Inflation verlor er sein kleines Vermögen, er arbeitete als Konstrukteur auf einem großen Autowerk und als Fluglehrer bei der Deutschen Verkehrsflugfchule in Staaken. Sein Unglück war die Erfindung eines Ver- gaserersatzapparates: dieser sollte er- hebliche Brennstoffersparnis bringen. Wie sich aber später herausstellte, war die Ersparnis an Brennstoff nur gering, um so größer aber die „Vergasung" der in die Erfindung hineinge- steckten Gelder; ihr« Verwertung machte die größten Schwierigkeiten. Der Angeklagte sagte jetzt vor dem Schöffen- gericht Berlin-M'tte, vor dem er sich wegen Betruges zu verantworten hatte: Ich bin zwar ein guter Erfinder, aber ein schlechter Gc- schäftsmann, und das mag stimmen. Im Jahr« 1931 fand sich ein russischer Fürst, der die Gene- ralvertretung für Frankreich übernehmen wollte. Für das Recht der Ausnutzung der Erfindung gab er 3999 Mark hin. Im ganze» sollt« der Ange- klagte 139 999 Mark davon haben, 29 999 Mark will ihm die Freundin des Fürsten als Borschuß werden. Bielleicht hallen die beiden zuviel Nie Carter oder Sherlock Holmes gelesen, eines Tages packten sie sich einen Ranzen und sahen zu, wie sie von der Jorckstraße aus auf die Abstellgleise der Anhalter Bahn gelangen konnten Von dort aus dachten sie als blinde Passagiere nach Hamburg zu kommen, aber ihre Irrfahrt nahm ein vorzeitiges Ende, weil man die elfjährigen Dreikäsehochs sehr schnell von den Gleisen wieder weg- erpedierte. Bei der Gelegenhell war ihnen auch ein Licht aufgegangen, daß man von der Dorck- straße schlecht nach Hamburg kommt, gnd so suchten sie— was für ihre Zwecke auch besser war— die Döberitzer Heerstraße zu gewinnen. Wer auch hier wurden sie bald erwischt und wieder zu Hause abgeliefert. Einer von der Kolonne ist ein alter Afrika- f a h r e r. Es war chm berells gelungen, bis nach Hamburg durchzudringen, aber als er sinnend an den Landungsbrücken stand und nochdachte, wie er wohl auf ein Schiff kommen könne, fing man auch chn weg, und jetzt sitzt er vorläufig in seiner Pufferdiele und gibt gelegentlich etwas von seinen Erlebnissen zum besten. An Geld mangelt es den Kindern nicht. Denn sie berichten sogar, daß sie, wenn nötig, auch Erwachsene— jeden Menschen ab zwanzig bezeichnen sie nämlich immer als „Erwachsenen"— unterstützen lieber Weihnachten wollen sie einen?kjährigen stellungslosen Artisten durchgefüllert haben.„Was habt Ihr denn dem gegeben?"—„Was er brauchte. Essen und Geld. Sein Schlofgeld hat er immer bekommen." Aber wer jetzt weller fragt, woher denn das Geld stamme, mit dem sie noch„Erwachsene" unterstützen können, kann sich ebensogut mll einer Wand unterhalten. Manchmal nur verplappert sich einer und beginnt einen Satz:„Mein erster Diebstahl waren Weintrauben...", dann bricht er jedoch sofort ab, es ist ein Fremder dabei. Einige suchen und finden Herren- gegeben haben: das letztere bestritt der Angeklagte. Ws der Generalvertretung wurde nichts, die hin- gegebenen Gelder dagegen waren Gegenstand der Betru gsanklage Dann kreuzte ein anderer russischer Fürst den Weg des.Angeklagten Dieser Fürst hall« großen Eiüfluß am jugoslawischen Hofe; er ver- sprach den Vergaserersatzapparat in Jugoslawien anzubringen: es wurde daraus wieder nur ein« „Vergasung" von Geldern. Ein Kauf- mann sowie dessen Schwager, ein Arzt und«in driller Kaufmann hofften an der Erfindung un- geheure Gelder zu verdienen: gegen 69 Prozent Beteiligung am Gewinn gaben sie dem Auge- klagten 6999 Mark, damll er das Geschäft in Jugoslawien perfekt machen könne. Die Bedingung war, daß, falls aus dem Geschäft nichts würde, sie das Geld zurückerhielten. Eine unsinnige Be- dingung. da das Geld ja gerade für die Reis« nach Jugoslawien benötigt wurde und zum Test für Bestechungszwecke bestimmt war. Der Angeklagte baute in Belgrad eigenhändig die Vergaser- apparate in die königlichen Autos ein: sie inögen sich auch heute noch darin befinden. Aus dem Geschäft wurde aber wieder nichts, aus dem Ver- trag dagegen eine zweiteBetrugsan klage. Dem ehemaligen Konstrukteur der Kriegsflug- zeuge ging es so schlecht, daß er gezwungen war, den ganzen Sommer mit seiner Familie in einem Zell an der Havel zu verbringen. Das kam alles von dem Vergaserapparat. Das Gericht sprach den Angeklagten frei, ebenso seinen Mll- angeklagten, einen Herrn mll adligem Namen, der, obgleich er nichts besaß, mll seiner Giranten- Unterschrift die Wechsel in Höhe von 69 999 Mark geschmückt hatte, sie sollten den Kaufleuten„als Sicherhell" dienen. bekann tschoftev. Wegen dieses Metiers»st einer von der Schule getürmt, seine Schulkameraden hällen ihn verpetzt, bemerkte er bllter. Ein anderer verließ vor einiger Zeit die Ko- lonne„Sandkasten" und ging zum Freiwilligen Arbeitsdienst. Zwischen Weihnachten und Neujahr hat er seine Clique in der Pufferdiele besucht. .Nein"— Hot er gesagt—„ich will davon nichts mehr wissen, wenn mein Arbeitslager wieder auf- gemacht wird, dann geh« ich lieber wieder zum Arbeitsdienst." Mit dem Ersatz solcher Abtrünnigen ist man sehr vorsichtig.„Jeden nehmen wir nicht auf— erzählt der Dreizehnjährige— wir müssen uns doch unsere Leute erst ansehen und Erkundigungen einziehen." Wahrhaftig, sie ziehen Erkundigungen ein: bei den Nachbar- c l i q u e n. Fragt man sie. wie sie sich eigentlich ihre Zukunft denken, antwortet zum Beispiel der von der Schule Getürmte:„Ooch, was soll da werden? Ich gehe zur Polizei, am liebsten so Kriminalpolizei, ich muß mal sehen, wenn es soweit ist." Das ist immerhin ei» Vor- satz. Der Dreizehnjährige ist bescheidener und will Bäcker werden. Er ist für das lltahrhofte, aber soll man dem Jungen nun einen Vortrag halten und chm sagen, daß es ig Berlin 19 999 Bäckergesellen gibt, von denen 6009 bereits auf dem Arbeitsnachweis sitzen und die übrigen 4009 Bäckergesellen soviel Brot zu bocken imstande sind, wie es Berlin nienials mehr brauchen wird. Traurig sind diese Zellen, wo diese Jungen nun in den Pufserdielen hocke», zu Hause alles arbeits- los, Krach um die wenigen Pfennige, sie selber braucht niemand, überflüssig sind sie wie sonst nur etwas, und so achten sie daraus, daß ihnen irgendwie und irgendwo jene sechs Dreier in die Hände fallen, damit sie sich einen Kor- toffelpuffer kaufen können. Ihre Kind- heit haben sie läng st zu Grabe gc- tragen... Lunge Frau verschwunden In«1er Silvesternacht Seit Silvester ist die 23 Jahre alte Ehefrau E in ra G l u b a. geb. Rudolf, aus der Pren.z- lauer Allee 233 spurlos verschwunden. Frau G, hatte sich während der Silvesterseier aus ihrer Wohnung entfernt, um aus einem i» der Nähe ge- legenen Lokal Zigaretten für ihren Mann zu holen. Sie ist von diesem kurzen Gang nicht wiederaekommen. Es fehlt überhaupt von ihr jede Spur. Die Vermißte Halle sich in lustiger Stim- inung befunden und war auch in jenem Lokal ge- wesen. Danach aber wurde sie nicht mehr gesehen. Sie ist etwa 1,69 Meter groß, schmächtig, schwär- haarig und trug einen grünen Mantel sowie weiß- blau karriertes Kleid. Einen Hut hatte sie nicht aufgesetzt. Mitteilungen sind geAebenenfalls an die Vermißtenzentrale zu richten GepplS Spritztour Nacbtfabrt München— Berlin Seppl aus Innsbruck ist 16 Jahre alt und besucht das Gymnasium. In den Zellungen las er die Berichte über den Krieg im fernen Osten. Er überlegte hin und her und kam zu dem Eni- schluß, daß er den Schwächeren beistehen müsse. Heimlich riß er aus und fuhr nach München. Dort charterte er sich die Taxe II A 319. Cr versprach dem Chauffeur eine gute Belohnung, wenn er ihn im schnellsten Tempo nach Berlin bringen würde. Der Chauffeur hall« schon oft Fahrten nach Berlin gemacht und war jedesmal gut bezahlt worden. Er sah also kein Hindernis. Die Fahrt ging los. In Potsdam lieh Seppl halten, ging zur Reichswehrkoserne und erkundigte sich, ob man nicht wisse, wie er am besten feinen Eintritt in die chinesische Armee ermöglichte. Man sagte ihm Bescheid. Die Reise ging weiter noch Berlin. Der Chauffeur hatre inzwischen Hunger und Durst bekommen. Sepp! Sachte an solche Kleinigkeiten nicht. Er wollte nach China. Vor der chinesischen Gesandtschaft hielt er mit der Münchener Taxe, ging hinein und wurde ebenso schnell wieder hinausbefördert! Er entsann sich jetzt eines Onkels, der im Norden Berlins lebte und Sprachunterricht gab. Der war über seinen Neffen nicht sehr erfreut und könnte die Taxe— die inzwischen auf 429 M. angelaufen war— nicht bezahlen. Jetzt verlor der Chauffeur den Respekt vor seinem Fahrgast. Cr hielt in der Wörther Straße vor einem Schupoposten und klagte ihm sein Leid. Der Schupo brachte den Ausreißer Seppl zum Alexanderplotz Beim Kommissar vom Dienst lieh sich der Chauffeur zunächst ein paar Mark, um sich etwas zu essen zu kaufen. Der junge Seppl wurde vorläufig in Polizeigewahrsam genommen. Die Polizei wird seine Angaben nachprüfen und hat die Eltern bereits verständigt. Das Polizeipräsidium hat sich sofort irnt den Eltern in Perbindung gesetzt, die einmal für die Heimkehr des Jungen, zum anderen aber auch hoffentlich für die Bezahlung des Chauffeurs Sorge tragen werden. Immerhin ist die allzu große Vertrauensseligkeit des Münchener Chauf- feurs einem so jungen Fahrgast gegenüber schwer verständlich. Mtlantique� im Schlepp Branclursacbe noch ungeklärt London. 5. Januar. Der Dampfer„A l l a n t i q u e" wurde von mehreren Schleppdampfern ins Schlepptau genommen und soll nach lv e y m o u t h oder P o r t- l a n d gebrocht werden. Das Feuer an Bord ist beinahe gelöscht. Oos französische Ministerium für die Handelsmarine veröffenklichl eine erste Liste der bei dem Brande der„Atlantique" ver- mißlen Matrosen. Diese Liste weis! die Nomen von 19 Mikgliedern der Besahung aus. Die Schisfahrlsgefellschast hingegen Hut aus Grund der bisher eingegangenen Telegramme und lelepho- nischen Erkundigungen eine vorläufige Berlust- tiskq verofsentlichl, die 21 Namen umsaßl. lieber die Ursache des Brandes der „Atlantique" herrscht noch immer keine Klarheit. Am Donnerstagmorgen haben die Verhöre der Geretteten begonnen. Anscheinend haben diese aber bisher hauptsächlich dramatische Einzelschil- derungen von dem Brandunglück ergeben. Alle Berichte stimmen dahin überein, daß dos Feuer sich mit unwahrscheinlicher und ausfallender Ge- schwindigkeit ausgebreitet habe. Ein großer Teil der Geborgenen, unter denen sich übrigens auch drei Frauen befinden, sind von den Anstren- gungen der Löscharbeiten und des Rettungswerkes noch sehr erschöpft Einige haben s a st zwei Stunden im Wasser schwimmen müssen. Es ist allerdings auffällig nnd beunruhigend, wie seit dem Jahre 1928 die französische Handels- marine von großen Schiffsbränden heinigefucht worden ist. Am 31. Dezember 1928 wurde in Mar- seille der Dampfer„Paul Leest" durch Feuer zerstört. Am 18. August 1929 brannte ini Hasen von Le Havre das ganze Mittelschiff des Dampfers„Paris" aus. Am 21. Mai 1939 ver- sank im Roten Meer der Postdampser„A s i a" brennend in den Fluten. Am 8. Oktober 1931 ge- riet bei der Wsfahrt von Marseille der Postdampfer„Lamartine" in Brand, und es kostete große Mühe, ihn zu retten. 1932 folgte die Kala- strophe mll dem„Georges Philippar", an die sich jetzt die der„Atlantique" anschließt. Sowohl bei der Philippar wie bei der Atlantique wurden die Kabinen für die drahtlose Telegraphie zuerst zer- stört. KARSTADT* Lebensmittel Bestellungen über 5.00 Mark unter F ö Baerwald 0012 werden prompt erledigt. Für Sonnabend müssen sie Freitag in unserem Besitz sein BUTTER, FETTE, EIER Gutsbutter........pm 0.98 Molkereibutter...... Pfd. 1.04 Markenbutter......Pfd. 1.20 Margarine...... 3 Pfd. 0.74 Schweineschmalz... Ptd 0.66 Kokosfett.......... 3 Pfd 0.88 Russ. Köhlh. Eier io stüdi 0.63 DIVERSE KÄSE HemrkäM. ca. I Pfd.-Pak. 0.25 WaiftkäMfriKh......... Pfd 0.34 Camftmb«rt*otlf»tt..2 Sd»tt. 0.25 Limb 30% o Rd. miltor u Steinboldiaf. Pfd. 0.68 £dom»r u. Holländer..-Pfd 0.72 Schweizer flnnitdi.>/, Ptd 0.37 Briekäse veilfert..... Pfd 0.58 Mangenabgab« vorb KONFITÜREN Malz-Bonbon...... ptd. 0.50 Menthol-Bonbon Z4 Pfd 0.25 Honig-Bonbon_____ Pfd. 0.60 Vollm.-Nußbrueh...Pfd. 1.00 Sondergebäck Misdi. Pfd. 0.80 Kokosmakronen....Pfd. 0.88 Sdiokeladcn Sortjin.3Tfl.19- g 0.50 OBST UND GEMUSE Mess. Apfelsinen.2 Pfd. 0.25 Jaffa Apfelsinen.3 Pfd. 0.58 Mandarinen..... 2 Pfd. 0.38 Boscoop-Aepfel....Pfd 0.24 Zitronen, groß..12 Stdt. 0.30 Rotkohl, Grünkohl. 3 Pfd 0.10 Blumenkohl....an Kopf 0.25 Kartoffeln......... io Pfd. 0.24 ihaltan• Verkauf so w GEFLÜGEL U. WILD Suppenhühner... an Pfd. 0.80 Renolätter........ an Pfd. 0.68 Hirsch rücken....an Pfd 0.75 Wlldsdwsinkeula...an Pfd. 0.95 Wildrogout.......... Pfd. 0.28 Hasen im Fell..... an Stück 2.90 Gänse frbdt...... an Pfd. 0.84 KOLONIALWAREN Tafelreis........... 2 Pfd. 0.25 Auszugmehl., Pfd. o�c, 0.24 Makaroni HartgrleQ Pfd. 0.36 Eier-Schnittnudeln..Pfd. 0.36 Haferflocken........ Pfd 0.18 Unsen................ Pfd. 0.15 Mischobst............Pfd. 0.35 Kaffee...... Pfd. tM.3�o, 1.90 elf Verrat• Inden FRISCHFLEISCH DELIKATESSEN FISCHE,RÄUCHERW.| Spitzbein mild gepök Pfd. 0.18 Suppenfleisch....an Pfd. 0.48 Odiudimerbr.gesp. a.B. Pfd 0.78 Kaßler, mild....... an Ptd. 0.68 Schweinebauch.. Pfd. 0.64 Hammelragout. an Pfd. 0.48 Kalbskeule....... an Pfd. 0.58 Fischmarinaden..ILtr.-Dose 0.55 Seeaal in Gelee Port.-Dete 0.30 Sprotten I. Tomot. 3 Dosen 0.84 Oelsardinen..) kg-Dote 1.20 Diverse Salate...... Pfd 0.58 Mayonnais.u.Remaui. Pfd 0.58 Gaoelbissen..... v.Pfd 0.35 Seelachs o. k., i.Oz. an Pfd. 0. 18 Kabeljau, o. K., i. G. an Pfd. 0,18 Leb. Karpfen... an Pfd. 0.54 Lebende Schleie an Pfd. 0.66 Encjl. Bücklinge, an Pfd 0.28 Stuckenlachs...an Pfd. 1-20 Räucheraal stark.. an Pfd 1.20 WURSTWAREN WEINE, SPIRITUOS. KONSERVEN Landleberwurst.. Feine Leberwurst Dampfwurst..... Cervelat u. Salami. Hambg. Gekochte Spedt, mager Pfd 0.92, S>chinkenspeck Leberwurst, Rotw., Bayr. Oachhallen spiel Pfd. 0.88 Pfd. 0.96 Pfd. 0.75 Pfd 1.08 pfd 1.28 fett 0,78 Pfd 1.15 Pfd 0.42 n die Kapellen Jlja Livschakoff• Adolf Ginsburg lem.-Rum.Versdinitl3(% N.FI. 2.80 Weinbrand-Spezial IL m PI 4.20 30er Dürkh.-feuerbg. m Fl 0.80 28er Margaux.... m. FI. 1.75 31er Fdenkob.-Häke m FI. 0.75 31er Oppenh. Krötenbr. m. PI. 1.25 Bernk. Traubensekt m. St. Fl. 2.75 Tofelliköre 30%dlv»i, Fl. 2.50 Hausb.Gemüs. getr. Erbe.'/i D. 0.34 Schnittbohnen.....»/, Ds. 0.42 Kohlrabi......... D». 0.42 Spinat............. v, Dt. 0.45 Jg. Erbsen mittelf Vi De 0.68 flrechspargel, Ig.Absdin.'/iD 0.95 Apfel-Gelee ca.i Pfd. Glas 0.47 Vierfrudit-Konf., ca 2 Pfd,-E. 0.75 BAHNHOF HERMANN -BAHNHOF Wann endlich Abbau der Mieten? GeKolken muß werden— Sozialdemokratie webt den Weg Bon einem besonderen Senner de» gemein- nijhigen Wohnungsbau«» erhallen wir die nach- stehenden Darlegungen. Das Jahr 1332 wurde eingeleitet mit der Ver- heihung einer wirtsamen Mietherabsetzung. Die Bemühungen der Regierung Brüning er- reichten nicht das gesteckte Ziel. Die wegen ihrer Zweckmäßigkeit auch heute noch umstrittene Zinssenkung hatte nicht den gewünschten Erfolg. Die Gründe des Bersagens waren ver- schiedener Art. Es handelte sich vor allen Dingen nicht um eine allgemeiue Zinssenkung. Die ch y p o t h« k« n, deren Hergab« nur durch Inanspruchnahme aus- ländischen Kapitals ermöglicht wurde, blieben von der Zinssentung oerschont. Bei einer Reihe von Fällen wurde die Erhebung eines Ber> waltungskostenbeitrages ab 1. Januar 1332 ge- stattet. Unberücksichtigt blieb bei der Senkungs» aktion der tatsächlich« Zins: denn daß eine Hypothek zu 7 Proz. Zinsen und einem Aus- zahlungskurs von 98 Proz. billiger ist als eine solche zu 6 Proz. Zinsen bei einer Auszahlung von 83 Proz., das ist auch dem Laien klar. Schließlich zollelle damals schon die ganze Melsenkungsakllon gemächlich hinler dem rasenden Galopp des Cohntaubes und des Gehallsschwundes her. Wieder hat ein neues Jahr begonnen und keine «rnsthasten Anzeichen deuten darauf hin, daß den notleidenden Mietern geholfen wird. Es sollte auch dem engstirnigsten Vertreter privotkapitalisti» scher Interessen klar sein, daß Schuldnermt Gläubigernot werden muß. Besonders tragisch sind die Folgen des wirtschaftlichen Elends bei den gemeinnützigen Wohnungsunter» nehmen. Ein« unendliche Menge von Kraft und Zeit des unbekannten Funktionärs wurde aufgewendet, um Aufgaben zu erfüllen, die eigentlich von Staat und Gemeinden zu leisten waren. Millionen von Mark wurden für den Bau gesunder Kleinwohnungen mittelbar und unmittelbar von den minderbemittelten Volksgenossen aufgebracht. Wer denkt daran, daß ein großer Teil diese» mühsam gebildeten Eigenkapilals sich tatsächlich aus erhungerten Arbeitergroschen zusammensetzt? Doch auch der gemeinnützige Kleinwohnungs- bau gerät in Not durch die Not seiner Stutz- nießer. Die statistischen Ergebnisse der ständig durchgeführten Untersuchungen des Revisionsver- bandes gemeinnütziger Baugenossenschaften e.-V�- Dewog-Revisionsvereinigung. zeigen folgendes. Bei einer Iohressollmiete für 1332 von 28 131 332 M. für 48 434 Wohnungen einschließlich Gewerberäume war bis zum 33. Sep- tember 1332 ein M i« t a u s f a l l von 661 950 TO. zu verzeichnen. Der M i e tr ück sta nd betrug am 30. September 1332 9S8 038 TO. Im Verhüll. nis zur Jahressollmiete betrogen die Mietrück- stände 3,40 Proz.(August 3,23 Proz.. Oktober 3,57 Proz.): die Mietausfälle zur Januar- bis September- bzw. Oktoberfollmiete 3,14 Proz. (August 3,24 Proz.: Oktober 3,34 Proz.). Trotz aller Schwierigkeiten behauptet sich der genmnnützige Kleinwohnungsbau. Doch die Grenze des Tragbaren für seine Nutz- nießer ist längst erreicht. Nicht nur das ständige Anwachsen der Mietschulden zeigt da» deutlich, sondern auch die Zunahme der Wohnungskündi- gungen. Am 31. Oktober 1932 standen 2,2 Proz. der Wohnungen und Gewerberäume leer. Damit ist aber nicht gesagt, daß am„Bedarf vorbei- gebaut" wurde. Uebrigens, ist es nicht mehr zeit- gemäß, von W o h n k u l tu r und Wohn- Hygiene zu sprechen? Hat die Wirtschaftskrise die Forderung nach eigenem Bett und Bade- möglichkeit wirklich illusorisch gemacht? Waren die Leistungen unserer Genossen in Stadt und Land, in der Verwaltung und in der Praxis nicht richtig? Abgesehen von einzelnen Fehlleistungen war die geschaffene Arbeit bitter notwendig und sie ist es noch heut«! Jedoch mit der Feststellung, daß das Geschaffene notwendig ist, ist weder den Mietern noch den Wohnunasunternehmen geHolsen. Während die Ernährungskosten im November 1332 gegenüber Ottwember 1330 um 20,4 Proz., und die Be- kleidungskosten um 2KB Proz. sanken, erreichte die Mietsenkung nur 7,1 Proz.! Immer wieder alarmieren Erhebungen von Verbänden und ein- zelnen Wohnungsunternehmen die Oestentlichksit. Der Vorstand der Ortsvereinigung Groß-Berlin für Eingestellten- Heimstatten stellt fest, daß 37 Proz der erwerbslosen Mieter über ein Jahr erwerbslos find und daß 46,3 Proz. gerade soviel Unterstützung erhalt««, wie sie Miete zahlen müssen. Geholfen muß werden! Wenn es sich dieses Mal auch nicht um Schlotbarone und Krautjunker handelt. Trotz der trüben Erfahr un> gen mit der letzten Zmsfenkung wird immer lauter die Forderung nach einer neuen Zins» Herabsetzung erhoben. Der Grund ist klar, ungefähr SO Proz. des G«samtauswand«s der Neuhausbesitzer entfallen auf den Zinsendienst. Di« Zinslasten sind hoch— unerträglich hoch in vielen Fällen. Fraglich ist es, ob eine neu« Zins- konversion für Kapital, das im Wohmtngsbau Anlog« fand, nicht für«in« spater« Neuanlage von Kapital hemmend wirkt, lieber die Sicherung des Bestehenden darf die Zukunft nicht vergessen werden. Das Baugewerbe Ist Schlüsselindustrie! Wer will es verantworten, dem Bauhandwerk die letzte Chance für die Zukunft zu vernichten? Darüber hinaus gill die Feststellung, daß die Wirtschaftskrise die Wohnraumnot und da» wohnelend verschärst hall Not und Elend bestehen, wenn sie auch in den Statistiken unsichtbar sind. Die Zunahme der Dolkskrankheiten. besonders der Tuberkulose, und der sittlichen Verwahrlosung sind warnende Zeichen. Arbeit für den Reichstag Helft den Mietern, die sich in wirtschaftlicher Bedrängnis befinden. Die sozialdemo- kratische Reichstagsfraktion hat in klarer Erkenntnis der Notlage verschiedene Gesetz- entwürfe eingebracht, die Mieideihilsen, Mietsenkungen und Vollstreckungs- s ch u tz fordern. Den Gemeinden sollen vom Reich hierfür 250 Millionen Mark überwiesen werden. Weiter sollen durch Zinsbeihilfen die Neu- baumieter entlastet werden. Der Finanzbcdarf wird auf 120 Millionen Mark geschätzt, was einer Mietsenkung von zirka 10 Proz. entsprechen würde. Weiter wird die Verwendung der Steuergutscheine zugunsten der Mieter gefordert. Es wird sich also in naher Zukunft zeigen, wer für die notleidenden Mieter und Kleinhausbesitzer eintreten wird. Schnelle Hilfe tut not! Hinter uns liegt ein Jahr nicht nur ungeheurer wirt- schaftlicher, sondern auch seelischer Depression. Ts gill. den Kampf im neuen Jahr weiter zu führen um den Aufstieg der Massen aus materieller und geistiger Not! Hans Krauß. zwischen ihnen und Lorant bestanden habe. Ein vom Vorsitzenden vorgeschlagener Vergleich aus Zahlung von 500 Mark an den Kläger wurde von ihnen abgelehnt, so daß das Gericht ein Urtell fällen mußte und Lorant mll seiner Klage abwies. In der Begründung der Entscheidung wurde vom Vorsitzenden, Amtsgerichtsrat G f r ö r e r, betont, daß Lorant tatsächlich für das Künstlerehepaar tätig gewesen sei und auch gelegentlich geldliche Zuwendungen bekommen habe. Ein Vertrags- Verhältnis sei aber nicht erwiesen worden. Immer wieder betrogene Bräute Heiratslustige fallen immer aufs neue rein Um seinen Bräuten Geld abzunehmen, erfand der ZZjährige Bierfahrer Karl wischlins kl immer neu« unangenehm« Strafprozesse, in die er angeblich verwickell worden sei und die sich durch Geld erledigen lassen könnten. WischlinskI, der stellungslos war, hatte einmal in einem lustigen Kreis von Männern, die sich in einer Gastwirtschaft mll Heiratsinseraten und Zuschriften aus solche Inserate beschäftigten. Adressen heiratslustiger Mädchen erlitten. Auf diesem Wege lernte er ein Wirtschaftsfräulem kennen, mit der er sich verlobte. Auf sein Bitten schenkte ihm sein« Braut ihren Schäferhund, den er sofort verkauft«, um den Erlös zu ver- brauchen. Dabei schrieb«r ihr Briefe, in denen er ihr immer wieder erzählte, daß ihr treuer Hund neben ihm sitze und ihn an sie erinnere. Um noch mehr Geld in die Hand zu bekommen, behauptete W. gegenüber seiner Braut, daß er einmal beim Grenzschutz versehentlich einen Familienvater erschossen habe und daß er jetzt noch die Gerichtskosten für den Prozeß gegen sich zu bezahlen habe. Obgleich der Angeklagte be- hauptete, daß«r«in großes Gulhaben über mehrere 1000 TO. bei einer Holländischen Bank habe, das ihm zur Zeit nur nicht auegezahlt werden könne, weigerte sich die Braut, ihm für die Gerichtskosten Geld zu leihen, so daß dies« Verlobung auseinanderging. Inzwischen hatte W. ein anderes Mädchen, Lieschen N.. kennengelernt, der er sich ebenso wie seiner ersten Braut gegenüber als Zoll- beamter von der Zollfahndungestell« ausgab. Auch ihr erzähtte er das Märchen von dem holländischen Guthaben, um sich zuerst 600 M. für«in Motorrad und dann weitere 200 M. zu leihen, mit denen er angeblich eine Differenz in seiner Dienstkasse ausgleichen mußte. Dieser Braut spielte er einmal im Walde ein« dramatisch« Szene vor Cr war mit ihr auf dem Motorad in den Wald gefahren, dort hatte er ihr „gebeichtet", daß er auf der Zollfahndungsstelle Devisenschieber begünstigt habe, so daß auch gegen ihn ein Verfahren«ingelettet werde. Mit einer Summe von 1000 M. könne er allerdings die Niederschlagung des Prozesses erreichen. Damit zog W.«ine Pistole aus seiner Tasche und drohte, Selbstmord zu begehen, wenn er das Geld nicht in die Hand bekäme, um der Anklage zu entgehen. Daraufhin gab ihm Lieschen N ihr Sparkassen- buch, von dem er die geforderten 1000 M. abhob. Wenig« Wochen später erzähll« W. freudestrahlend seiner Braut, daß endlich das Geld aus Holland eingetroffen sei. so daß er seine Schulden zurück- zahlen könne. Wieder forderte er ihr Sparkassen- buch, diesmal aber, um die geborgten Beträge wieder auf der Sparkasse einzuzahlen. Dabei benutzte W. das Sparkassenbuch nur, um den gesamten Rest der Ersparnisse des Mädchens abzuheben und noch eine Summ« von 250 TO. zu unterschlagen, die sie ihm zur Einzahlung aus der Sparkasse anvertraut hatte. Das Sparkassenbuch, das er ihr dann zurückgab, wies allerdings eine Einzahlung von mehreren 1000 M. auf. Diese Eintragungen hatte W. selbst vorgenommen. Die Strafkammer des Landgerichts III ver- urteilt« den Angeklagten wegen Betruges, zum Teil in Tateinheit mll schwerer Urkundenfälschung, zu zwei Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehr- verluft. Großer Eckhausbrand Oacbstubl in Schöneberg in Flammen Durch ein Großfeuer wurde gestern abend der größte Teil des umfangreichen Eckhausdachstuhles Goten st raße63 und Leuthener Straße in Schöneberg vernichtet. Um 13, 2l Uhr wurde der Brand entdeckt. Die Flammen hatten zu der Zeit aber bereits den größten Teil des Dachstuhles und die Bodenverschläge ergriffen. Der Schönbeger Löschzug, der als erster an der Brandstelle eintraf, mußte sofort drei wei- ter« Züge alarmieren. Aus den Dachluken schlugen meterlange Flammen empor. Prasselnd fielen Dachziegel und durch die Hitze zer- sprungene Scheiden auf den Bürgersteig nieder. Die Polizei mußte die Brandstelle in erheblichem Umkreise absperren. Ueber zwei mechanische Leitern und über die Treppenhäuser wurde mtt fünf Schlauchleitungen gegen das Feuermeer vor- gegangen. Erst nach zweistündiger angestrengter Löschtätigkeit war die Gewalt des Feuer» ge> brachen. Der Feuer- und Wasserschaden in den Wohnungen der oberen Stockwerke ist sehr groß. Unzweiselhaft handelt es sich um Brand- st i f t u n g. Die Spuren dürften allerdings verwischt sein. „Schwarzer Haus" Sprößlinge„vornehmer" Familien Am.zweiten Wethnachtsfeiertag wurde in der Rächt um 2 Uhr der Garderobenpächter Otto Krüger an der Ecke der Schlüssen- und Boelckestraße tn Zehlendorf auf dem Heimwege von vier jungen Männern überfallen, die ihm sein« Aktentasche mtt 600 M.. einen Steuergutschetn über 50 M. sowie Ausweispapiere raubten. Den Ermittlungen des Raubdezernats ist es jetzt ge- lungen, die Täter namentlich festzustellen, und zwar handelt ee sich um einen 23 Jahr« allen Hans M e r ch« l. der in seinen Kreisen „schwarzer Hans"' genannt wird,«inen 27 Iah« allen Leopold Klausener, der auch unter dem Spitznamen„Poldi" bekannt ist, einen 23 Jahre allen Hans B r o n n« r und einen Jugendlichen Heinz L. Während die ersten Drei noch nicht festgenommen werden konnten, wurde der Jugendliche Heinz L. verhaftet. Di« weiteren Ermittlungen er- gaben, daß zwei weiblich« Personen als Mit- wisserinnen des Ueberfalls in Frage kommen, und zwar eine 22jährige Helga o. Aaren sowie eine gleichallrige Ilse Achilles, die ebenfalls beide noch gesucht werden. Die Täter flüchteten nach dem Raubüberfall, bei dem Krüger mit einem Gummi- knüppel bedroht wurde, in einem Auto, das Bronner gehörte. Die Räuber sollen in der letzten Zell ständig Gäste vornehmer Lotale im Westen Berlins gewesen sein, wo sie auch wohnen. Das Raubdezernat bringt die zur restlosen Auf- klärung des Ueberfalls ausgesetzte Belohnung von 300 M. nochmals in Erinnerung. Sekt für„Heuboden" Die Klage gegen Gitta Alpar Da» Schauspielerehepaar Gitta Alpar und Gustav Fröhlich gab vor dem Berliner Arbeitsgericht eine unfreiwillige Gastrolle. da sich die Kommer mtt der Klage zu beschäftigen hatte, die der Propagandist und Schriftsteller Stephan Lorant gegen sie auf Zahlung von 1700 Mark angestrengt hatte- Der Kläger begründete seine Forderung mit der Behauptung, daß er als Pressechef für da» Künstlerehepaar engagiert worden sei und daß er bei dem letzten Sechstagerennen, auf dem Gitta Alpar auch sang, den ,L e u b o d« n" durch Sektspenden zu besonders starkem Beifall für die Künstlerin aufgemuntert habe. Für diese Tätigkeit stände ihm nicht nur sein Gehalt, son- dern die Zahlung der verauslagten Spesen zu, die er jedoch erst später einklagen wolle. Gitta Alpar und Gustav Fröhlich bestritten vor Gericht entschteden. daß irgendein Bertragsoerhältni» In wenig Worten Im unterirdischen Betrieb der Gewerkschaft Carolus Magnus, Uebach im Kreis Gelsen- kirchen, wurde ein Hauer von here nbrechenden Gesteinsmassen getötet. Ein zweiter Arbester er- litt lebensgefährliche Verletzungen. Von einer Pockenepidemie auf Ceylon wurden 53 Personen besallen, von denen 16 gestorben sind. Di« Behörden haben Maß- nahmen getroffen, um zwei Millionen Menschen zu impfen. ISO 000 sind bereits geimpft worden. Unter den Erkrankten befinden sich keine Europäer. * In einem Budapester Vorort spiellen drei in der Wohnung allein gelassene Kinder im Wer von ein. zwei und vier Jahren mst Feuer. Dabei ge- rieten die Möbel in Brand und all« drei Kinder erstickten. * Cm« Grippeepidemie ist im Land Wursten bei Wesermünde ausgebrochen. In einem freiwilligen Arbeitsdienstlager in Ellernwurth bei Wremen(Kr. Wesermünde), wurden 60 Freiwillige von der Grippe befallen. d. h. die Hülst« aller Insassen des Arbestslagers. * Bei einer Kohlenstaubexplosion in einer chemischen Fabrik in Ratingen(Rhein- land) wurde durch die Stichflamme ein Ar- beiter so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Ein weiterer Arbeiter mußte mit schweren Ver- letzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Ein dritter wurde leicht oerletzt. ★ In dem Zimmer eines Hotels in Hamburg wurde«ine ältere Frau erhängt aufgefunden. Sie halle sich als Emma Schulz, geboren am 27. September 1877 in Berlin, in das Fremden- buch eingetragen. Die Richtigkeit dieser Angaben konnte noch mcht söstgestellt werden. Achtjähriger ermordet Weil er Brandstifter beobachtet Rastenburg. 5. Januar. Dar einiger Zeit war der achtjährige Schüler Benno Hafk« mit einem Schnitt im Halse ermordet aufgefunden worden. Die unsinnigsten Gerüchte waren über diesen Mord durch die Stadt gegangen. Man hatte einen Traktätchenhändler aus Gumbinnen verhaftet, von Ritualmord gesprochen und so fort. Jetzt ist der Fleischermeister Popp, der im gleichen Hause wie die Eltern des Kleinen wohnte, unter dem verdacht der dreifachen Brandstifkung und des Wördes an dem Zungen verhaftet worden. Bemerkenswert ist, daß kurz vor dem Mord zum zweitenmal ein Brand in dem Haus Hafke-Popp entstand und auch kurz nach der Tat das Haus zum drittenmal in Brand geriet. Man vermutet, daß der Fleischermeister das Kind ermordete, als es ihm bei der zweiten Brandstiftung beobachtete. Gegen Nundsunkreaktton Die Freie Funkzentrale und die in ihr oereinigten Spitzenorganisationen der Arbeiter. Angestellten und Beamten veranstalten am M o n- tag, dem 3. Januar, abends 8 Uhr. im Plenar- saal des Preußischen Slaatsrats(ehem. Herren» haus), Leipziger Straße 3, eine Kundgebung, die sich mtt den Porgängen im Rundfunk beschäftigen soll. Redner sind: Reichstagsabgeord- neter Siegfried Auf häuf er und Dr. Alfons P a q u e t- Frankfurt a. M. Die Veranstaltung wird geleitet von Ministerialrat a. D. Falken- b e r g, de» Porsitzenden des Ardeiter-Raüio- b, indes. Einlaßkarten sind bei den Organisationen untz an den folgenden Stellen zu haben: Buch- Handlung Dietz, Lindenstr. 2: Arbeiterbank, Wall- straße 65: Derlagsgesellschaft des ADGB., Sarti- ment, Jnjelstr. 6a; Zigarrengeschäjt Hör ich, Engel- uker 24/25; Konsumwarenhaus, Oranienplatz: Geschäftsstelle der Volksbühne, Linienstr. 227: Voltsbühnenbuchhandlung, Köpenicker Straß« 68. Schweres Gtraßenunglück Auf dam Hindenburgdamm in Lichter- selb« unweit der Lugusiastrotze ereignete sich gestern abend ein entsetzlicher Straßenunsall. Ein« etwa 55 bis 57 Jahre alle unbekannte Frau wurde beim Ueberschretten des Gleiskörpers der Straßen- bähn von einem Wagen der Linie 74 über- fahren und mitgeschleift. Die beiden Anhänge- wagen gingen über den Körper der Unglücklichen hinweg. Bon der alarmierten Feuerwehr mußte der zweite Anhänger hochgewunden werden, erst dann gelang es, die verunglückte Frau aus chrer Lage zu befreien: sie starb alsbald. Der unheimliche Gast Im Lekraak erhängt Ein Selbstmörder, der in einem kleinen Hotel in Spandau am 30. Ottober seinem Leben durch Erhängen«in Ende machte, tonnte erst jetzt von der Polizei identifiziert werden. An jenem Tage hatte ein junger Mann, der an- scheinend von außerhalb kam, das Hotel auf- gesucht und ein Zimmer gemietet. Am nächsten Tage war er spurlos verschwunden. Sein« Kleidungsstücke lagen aber im Zimmer. Auf dem Tisch lag eine Brieftasche, in der sich eine größer« Summe Bargeld befand. Als das Zimmermädchen plötzlich den Kleiderschrank öffnet«, fand st« den unheimlichen Gast darin s r- hängt auf. Man entdeckt« jedoch tein« Papier« bei ihm. Gestern wurde in dem Hotel ein Groß- reinemachen veranstaltet, wobei auch die Matratze aus jenem Zimmer ausgetlopft wurde. Aus den Spiralen sielen plötzlich ein Photo und einige Legitimationspapier« heraus. Nach dem Photo erkannte man den unheimlichen Gast vom 30. Ok- tober. Der Selbstmörder konnte jetzt als ein 27 Jahre alter Paul H. identifiziert werden, der in Elausdorf in der Mark beschäftigt ge- wesen war. Rundfunk-Umfrage Es ist für die Entwicklung des Rundfunks von Bedeutung zu wissen, in welchem Umfang noch Detektorenempfänger im Gebrauch sind. Die Deutsche Reichspost ist bei der Beschaffung dieser Angaben auf die Hilfe und das Entgegen- kommen der Rundfunkteilnehmer angewiesen. Sie wird bei der nächsten Einziehung der Rund- funkgebühren die erforderlichen Ermittlungen von den die Gebühren erhebenden Briefträgern vornehmen lasten. Festgestellt werden soll, ob der Rundfunkteilnehmer einen Detektorenempfän- ger oder«inen Empfänger mit l bis 3 Röhren oder einen Empfänger mit mehr als drei Röhren verwendet. Wie wird das Wetter? 3a Berlin: Bewölkungszunahme und später leichte Regenfälle, im ganzen mild mit südlichen, später westlichen Winden.— 3a Deutschland: Im Osten weiterhin trübe und kühl ohne wesentliche Niederschläge, im übrigen Reiche Uebergang zu veränderlichem Wetter, leichte Regenfälle, mild. >V!ntergarten Im Januarprogramm des Winter- gartens sind wieder einige in Berlin bisher noch unbekannte vortreffliche artistische Nummern zu sehen und zu hören. Die vier W i n c l a i r s z. B. sind ganz junge Menschen aus Amerika, die den bekannten Step akrobatisch ausgeweitet haben und als akroba- tische? Spielzeug ihre junge Partnerin brauchen; sie stellen den modernen artistisch-akrobatischen Stil In Reinkultur dar. Neu und großartig ist die Radattraktion von Brach und Maysy. Brach? Brachial- und Pedalkraft ist ausgezeichnet und seine Maysy ist die entzückendste Mausi. Beide sind wunderbar eingearbeitet und beiden gebührt höchstes Lob. Tollkühn ist der P e r ch a k t des W a l k m i r t r i o mit einem besonders gefähr- lichen Trick. Der Inder Roba Dschapur— anscheinend mal ein wirklich echter—, ein Herr- lich gebildeter Achlet, vollbringt erstaunliche Hand- stand-Sprünge, eine Leiter aufwärts und ab- wärts, die ihm keiner nachmachen kann. Little Fred verfügt über ein« prächtig arbeitende Hundemeute, das Entzücken aller Hundefreunde. Das Entzücken aller Freunde von Jugend und Schönheit, Musik und Gesang erregen die 20 konzertierenden Wienerinnen, unter Leitung von dem tadellos befrackten Mario Guido; darunter ein« ungewöhnliche Harfnerin, eine Cellistin mit seidenweichem Strich, zwei sehr lustig blasende Saxophomstinnen und 8 Geige- rinnen, die süß und weich und sehnsüchtig wie die Engel spielen. G a st o n P a l m e r, der Meister- jongleur, ist wiedergekehrt und blufft die Zu- schauer mit einer Raffinesse ohne gleichen, so daß man nicht weiß, ob seine Versager absichtlich sind oder nich< Die sächsische Type Rudolf M ä l- zer hört man an der Spree ganz gern, aber seine schmetternd vorgetragene Hymne auf den Alkohol ist verrostetes Blech aus der Rüstkammer der Komiker vom Jahre 1003. Kurt Fuß tanzt gut und singt gut. feine Partnerinnen auch, aber mit seinen Texten ist es ebenso wie bei Mälzer nicht weit her. Sind denn zeitgemäße, geschmack- volle Texte so schwer zu beschaffen? 3a der Plaza am Küstriner Platz gibt man bis zum 18. Januar Leo Falls Operette„Madame Pompadour" mit dem Text von Schanzer und Welisch. Dos bühnenmäßig bunte Leben der französischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. die Spottlieder, die die französische Künstler- bohöme aus die Geliebte des Königs singt, die üppige Pracht des Hofes, die verliebten Intrigen, alles das scheint man auch im Berliner Osten zu lieben, denn das Haus ist ausverkauft. Beson- deres Lob gebührt Franz Heigl, Erika Fat» gar, Armin Münch, Walter K o ch n e r, Luise S t ö s« l und Max T o b l e n; sie sind die Stützen des Ensembles. Das Kostümfest der Boheme im ersten Akt vermittelt« einige volts- tümlich bewegte hübsche Bilder. Elaea tragischen Tod erlitt gestern abend die Genossin Martha Hintz« von der 187. Ab- teilung. Bei der Teilnahme an der Einäscherungs- feier des Genossen Raum im Krematorium Ge- richtstraße brach Genossin Hintze plötzlich be- sinnungsws zusammen. Bei der Einlieferung ins Rudolf-Birchow-Krankenhaus war Genossin Hintze bereits tot. Fortbildungskurse für Erwachsene. Di« bisher vom Bezirksamt Schöneberg durchgeführten Kurse in Deutsch. Franzötisch, Englisch. Spanisch. Schwedisch und Russisch so- wie die Mal- und Zeichenkurs« werden ab 1. Ja- nuar 1933 von der Volkshochschule Groß-Derlin weitergeführt werden; sie beginnen am 9 bzw. 12. Januar 1933 und finden m der Hohenzollern» Schule tOberrealabteiluna), Belziger Str. 48/52, statt. Teilnahme: 5 Mark(3 bzw. 2 Mark für die Mal- und Zeichenkurse) für das Vierteljahr. E r- w« r b s l o s e erhalten Karten zum ermäßig- t« n Preise von 1 Mark bzw. 50 Pfennig beim Volirbildungsamt Schöneberg. Rathaus Friedenau, Zimmer 79. Matinee des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Ortsverein Mitte, zum besten der Erwerbs- losenheime am Sonntag, dem 8. Januar 1933, 12 Uhr, im großen Saal des Gewerkschafts- Hauses. Eintritt 60 Pf., Erwerbslose 30 Pf. Führung durch llll-Charloktenbnrg von E. T r i n k a u s, Sonntag. 8. Januar; Treff» punkt: 10.15 Uhr, Am Llltzow, gegenüber der Feuerwach«. Tu ISO Krokodil« des Kapitän Watt befinden sich int Zirkus Dufch sehr wohl und haben sich an die girku», luft akllimatistcrt.— Kapitän Wall, der< Minuten unter Wasser bleibt, kämpft in dem Wasserbasstn mit einem Riesenkralodil.— Nur bis zum IS. Januar ist dies« Riesenattraktion im Zirkus Busch oerpflichtet.— Im selben Programm tritt Micaela Busch mit ihren Wunder- elefanten auf. 2Z Chinesen und 50 Pferde.— C» finden täglich zwei Vorstellungen statt, um 5 und S.S0 Uhr.— Preis« OSO bis 8,— Mark, nachmittags halb« Preis«. Einsendungen für diese Rubrik stnd Berlin Lv«. Lindeultratz» 8. Parteinachrichten für Groß-Berlin stet» NN da» Brztrkssetretaria. «. Hos. S Treppe» recht», zu richten Beginn aller Beranstaltungen 19K Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! ». Kreio. All« Parteigenossen, die an dem Trauerzug für den Genossen Bern. stein_ teilnehmen, treffen Jich_ lk>.� Uhr auf Bahnhof Gbeosstraße zur � meinfamen Rückfahrt nach Bahnhof Hohenzollerndamm, um sich 17 Uhr an der Einäscherung des Stadtrats Genossen Otto Betet im Wilmersdorfer Krematorium zu beteiligen. lt. Kreis. Achtung, Erwerbslofel Di« heutige Erwerbslofenveranstaltung fällt au». Wir beteiligen UN» an der Trauerfeier für den Genossen Bernstein. Treffpunkt l3ih Uhr Normaluhr Hermannplab. 4. Abt. Sonntag, 8. Januar, 17 Uhr, Bunter Abend mit anfchNcfiendem Tanz im Beloedere, Aleranderfir. 21. Eintritt 25 Pf., Erwerbslose 10 Pf. 20. Abt. Sonnabend, 7. Januar, Ä> Uhr, Funktionärsttzung bei Pos«, Kolonie, strajje 15. "' �unkiioniirsijung. iunktionärsttzung bei Lchabeiko. Weichselstr. 5. end, 7. Januar, Funktionärsttzung bei Schröder, Steinmetz. 77.«dt. Heute 90. Abt. Heute M. Abt. S'nni strotze 52. 108. Abt. Heute, 20 Uhr, Funktionärsttzung bei Förster, Flemmingstr. 11. 127. Abt. Heute treffen sich alle-erwerbslosen- Part-imitglieder um U Uhr Oranke. Ecke Berliner Strotz« zur Teilnahm« an der Trnuerfefer für den Genossen Bernstein 181. Abt. Sonnabend, 7. Januar, pünktlich im Lokal Wolfsschlucht, Treskaw- stratze, Funktionärpersammlung. Buchkontrolle. 180. Abt. Die BezirkssüHrer können das Material oon dem Kassierer Dipp- mann Freitag, Sonnabend und Montag nach 17 Uhr in Empfang nehmen. Eichwolde. Mittwoch, 11, Januar. 20 Uhr, bei Witte, Kaiser.Friedrich'Str. 1, Iahresgeneralperfammlung. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Heil» mann, M. d. St, Uber das Thema:„Was erwarten wir Pom Parteitag". Jahresbericht des Borstandes, Neuwahlen. In Anbetracht der autzer. ordentlichen Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mit» glieder Pflicht. Frauenveransialkungen: Für den Boktrag des Genossen Dr. Hann» Staudinger, M. b. st:„Pom Kapitalismus zum Sa-i-lismus" am Sonnadenb, dem 21. Januar, im Plenarsaal de» ehemaligen H-rr-nhans-s, Leipziger Str. 8, ssnd»arten zum Preise oo» 50 Pf. inkl. Garderobe im Zimmer 2 de, B-zirlsuerbanbe» zu haben.- Das Franensekretariat. Achtung, Kreisleiterinnenl Mit Rücksicht aus die Protestkundgebung der Frauen fällt die Kreisleiterinnensttzung am Montag, dem 9. Januar, au». Näher«» wirb durch schriftliche Umlabnnq mitgeteilt. Da» Franensekretariat. 99». Abt. Seute, 20 Uhr, Funktionärinnensitzung bei Kaufmann, Dorchläuchting. stratze 8. Vereinigung sozlaldewokraNscher Juristen. Dienstag, 10. Januar, 20 Uhr. im Saal 8 des Pfchorrhaufe», Tauentzien. stratze 13, I, Vortrag de« Genossen Professor Dr. Arthur Rosenberg.Berlin: Di» bolschlwistischo Staateidee- Gäste willkommen. Zlrbeilsgemeiuschast der Kind erfreunde. Alle noch rückständigen Kreil- schicke» ihre wiederholt geforderte- Brrichtsboqea umgehend ein! Mitte. Sonntag. 8. Januar, 11 Uhr, findet im ehemaligen Metall- arbeit erkino, Linienstr. 197, unsere Sonnenwendfeier statt. Ein. 'iW tritt 30 Pf., Kinder und Erwerbslose 10 Pf. Eltern und Partei» Vmi'genossen sind eingeladen. Abt. Wilhelm Liebknecht. Alle Falken � sind heute um 18 Uhr im Jugendheim Waisenstr. 18. Letzte Bor» bereituna für unsere Feier.„._ Zriedrichshaiu. Die Jahresberichte der Abt. Wenzels und Paul Singer stehen noch aus und ptüssen sofort an Ernst Saemerow geschickt werden. Man» tag. 9. Januar, lfltztz Uhr. KroisuorNandssitzung Müblenstr. 50, Pünktliches Erscheinen wird erwartet. Der Rote.ffalten. Karneval findet erst Ende März statt. Abt. Landsberger Platz. Freitaa. 18 Uhr. Arbeitsgemeinschaft. sWir fertigen Sasperleköpfe.) Abt. Paul Singer. Unsere Jnhresseter findet am Sannabend, dem 7 Januar, 17 Uhr. im Areishcim. Müblenstr. 50, statt. Wir bitten um Erscheinen aller Eltern. Kaffeetassen mitbringen. Schöneberg. Alle Falken In ffallenkleidung beut«, U% Uhr, not dem Heim. Lichtenberg. Schickt eure Helferansweise umaehend mit Lichtbild an die Kreislciterin. Abt. Neu-Lichtenbera. Ab heut« finden unsere Gruppenabende wieder regelmätzig Dienstags und Freitag» von l7ZH bis 19� Uhr statt in der Schule Pfarrsttasie. Weitzcasee. Dienstag, 10. Januar, Kreishellersitzung bei Pen. Kfliser, Hohen. fchönbaufen. Am Faulcnfee 8, pünktlich 20 Uhr. Tagesordnung: Reugründung der Weifenleer Gruppe usw. Hohenschönhairien. Ab Montag, l». Januar, beginnen unsere Gruppen- abende wieder reaelmätzig. Van 17 bi» lg Uhr Schulbaracke Dingelstädter Strafe Spielen der Nestfolken Mittwoch, 11. Januar, kommen alle Iungfalken im Jugendkeim Hauptstratz« und am Donnerstag alle Roten Falken nan 17ZH bis 19 Zh Uhr zusammen. Krci» ReakZIn. Autzerordenklich« Generalversammlung heute. Freitag, um 20 Uhr, im Kreisbeim. Di» DIA.» und Helferausweise müssen abgegeben werden. Abt. Raul Levv. Jung» und Rote Falken heute um 17 Uhr Sebule Moriendorfer Weg VMchtveronstaltuna. Abt. Sturmfolk«. Seute. 17 Uhr. KMS.. 1. Gruppenabend nach den Ferien. Wir sprechen über da« neue Monatsprogramm. Sterbetafel der Groß-berliner Partei, Organisation 128. Abt. Am 21. Sezember starb unerwartet unser Genosse Ernst Heimchen. Metzstr. 53. Ehr« seinem Andenken I Einäscherung heute, 19 Uhr, im Krema. torium Serichtstratz«. Um rege Beteiligung wird gebeten. 11 m Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Eintendunaen«llr dieie Rubrik nur aa oa» Zug-ndi-k'»taria, Berlin SW 88 Lindenstratze 2 vor» I Trepp'"lbt» Proletarische» Orchester de-«AS., Grup»« Ar Heute, 20 Uhr, Prob« im Heim Lindenstr. 4, p. L «anderanikunft heute pon 17 bi» 19 Uhr im Heim Lindenstr.«,». I. geöffnet. Heute, Freilag. 20 Uhr. Arkanaplatz: Elisabethkirchstr. 19. Politische Satire.— Rasenthiler Bor. (tobt: gehdeuicker Str. 17. Einblick in die Politik.— Zentrum: Heimabend fallt aus.— Haula: Bochumer Str. Sd. Soziallstische und bürgerliche Erziehung. — Sportpalast: Wenthiner Str. 17. Arbeiterdichtung.— Gesundbrunnen II: Äolaniestr. 22. Unsere Jahresarbeit.— Humbolbthain: Putbusser Str. 22. Politischer Rückblick und Ausblick.— Arnswatder Platz I: Schönlanler Str. 11. Aufgaben der freien Gewerkschaften.— Balkan: Mandelstt. 8. Der Faschismus in Italien und Deutschland.— Fallplatz II: Sonnenburger Str. 20. Musik. und Liederabend.— Ziordost l: Danziger Str. 82. Probe zum politlsch.sati, rischen Abend.— Scueselbcrplatz: Schule Kastanienallee 82. Arbeiterdichtung., — Weißense«, Taseler Str. 2 Warum geht es dem Arbeiter heute schlecht?—■ Frankfurter viertel: Frankfurter Alle« 307. Rückblick auf 1982.— Petersburger Piettel: Ebertgstr. 12. Gewerkschaften und Staat.— Stralauer Viertel: Sotzler., stratze 61. Warum Arbeiterjugend?— Warschauer Viertel(31. F.); Litauer i Stratze 18. Rückblick und Vorschau.— Lufsenstatt: Wassertorstr. 4. Eduard Bernstein.— Reiche nborger Viertel: Maitteusfelstr. 7. Jugend und Stxafrecht. — Friedenau: Offenbacher Str. 5-. Eduard.Bernstetn.Feier.— Schöneberg II: Sauptstr. 15. Die Partei zur Kampfzeit Eduard Bernsteins.— Ch-rlottenburg! Rastnenstr. 4. A.®— Spandau: Lindenufer 1. Musiladend.— Britz: Scklule Parchimer Allee. Fahrtenabend.— Neukölln lll: giehtenstr. 58. Als Arbeiter in Amerika.— Neukölln FV: Kanner Ecke Böhmische Stratze. Alkohol und Nikotin.— Neukölln X: Jüngere. Ganghofersiratze. Brettsnielabend.— Aeltere. Bergstr. 29. Unsere Arbeit.— Neukölln XI: Flughafenstr. 68. Politisch.satirischer Abend.— Rudow: Schule Neuköllner Stratze. Heiterer Abend.— Baumschulen. weg: Grustftt. 16. Klassenkampf.— Adlershof: Bismarckstr. 1. Wie kam Ich zur TAI.?— Bodusdorf und Falfeuberq: Badeabend.— Köpenick Ii Grünauer Stratze 5. Tefeabend.— Karlsharft: Treskowollee 44. Fahrtenbericht.— Lichten- borg. Mitte: Scharnweberstr. 22. Brettfmel«.—. g!,n. Lichtenberg: Eunterstr. 44. Meine Erlebnisse im Gefängni».— Mahlsdors: Schule Walderseesttatze. Wir gründen einen Gesangverein.— Hermsdarf: Roonstratz«. Wie siebt die heutige. Äugend au»?— LLiar»: Schgllplattenabend.— R-inickendark-vst: Lindauer Stratze. 10 Minuten für den Funktionär.— Reinickendorf-West: Seidelstr. 1. Tagespolitik.— Tegel. Frei« Scholl«: Egidnstr. 9. Gruppengemeinslbaft.— Kittenau: Hauptstr. 18. Leseahend.— Buchhvlz: Schul« Berliner Str. 19. Tagespolitik.— Karow: Baden bei Koch. Abkeilungs-Jahresmilgliederversammlungen: Gewcrkschaftshaus: Sewerkfchaftshaus, Saal 9.— Moabit I: Waldenfer. stratze 20.— Moabit II: Bremer Str. 70.— Wedding(31. Fi; Turiner Eck« Seestratze.— Andreasplatz l: Brommgstr. L— Baltenplatz: Tilsiter Str. 4—5. — Warschauer Viertel: Litauer Str. 18.— Eichkamp: Schule Lärchenweg.— Marieudvrf: Doristr. 7.— Johannisthal: Rathaus.— Köpenick II: Dahlwitzer Stratze 15.— Friedrichsfelde: Gunterstr. 44.— Kanlsdorf: Adolfstr. 25.— Lichtcnberg.Rord: Gunterstr. 44.— Neukölln VIT; KMS., Raum 8.— Neukölln IX; Schule Mariendorfer Weg.— HodenschZuhaufe»: Hauptstr. 44. Be» ginn 19 Uhr. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. werbcbezirk schöneberg: Alle Senofsinne und Genossen treten um 1514 Uhr in Falkentracht in der Bozener Stratze 8 an zur Ueberführung her Urne de» Genossen Eduard Bernstein. Werbebezirk Webding: Tambourkapelle. Ueben Koloniestr. 22. Werbcbezipl Roukölln: Erwerbslosenzusammenkunft fällt ans. Treffpunkt 1811 Uhr Hermannplatz in Falkenkluft. Werb«be»Irk Tewpelbof: Treffnunkt zur Einäscherung de» Genossen Bern. stein um 1414 Ahr Berliner Stratze(Denkmal). Werbebezirk Mitte: Am Mittwoch dem 4. Januar, perstarb nach kurzem schwerem Leiden unser Jugenhgenoss« Herbert Sturm. Ehre seinem Andenken. Wcrbedczirk Osten: Sonntag, 18—22 Uhr, Litauer Str. 18, Heimabend. Ab 20 Uhr Schallplattenabend. Kerbcbczirl Oberipr««: Sonntag, 15 Uhr, Delegiertenkonferenz im Heim vberfchöneweide. Laufenor Str. 2. Erich Schmidt spricht über„F. A. D. und Arbeitsdienftp flicht". Wcrbebezirk Lichtenberg: Sonntag. 19 Uhr, Heimabend in Karlshorst, Treslowallee 44. Gute Bücher, gut« Schallplatten. 1814 Uhr ebendprt Bpr- standssttzung. Bd�reie Gewefkschasts�naeitd RerUn Leute, Freitag, 6. Januar, tagen die Gruppen: Freiheit: Jugendheim Wassertorstr 4. Heimbesprechung und Verbandsbuchlontrolle.— Ehar. lattenbnrg: Jugendheim Spreestr. 30. Streik und Schlichtungswesen.— Narbring: Jugendheim. Schule Sonnenburger Str. 20. Kulturaufgaben der Gewerkschaften.— Hcrmauuplatz: Jugendheim Sanderstr. 11, Ecke Hobrecht. stratze. Heimbesprechuna.— Frankfurter Alle«: Jugendheim Litauer Str. 18. Zu uuserer Arbeit.— geppeliuplatz: Jugendheim Turiner Ecke Seestratze. Leim- besprechung. Berbandsbuckkantrollr.— Reiaickeuborf-vst: Jugendheim Linbauer Stratze(Baracken). Seimbesprechung. Liebgrabend.— Adlrrshaf: Zugendheim Adlershof, Bismarckstr, l. Die Stellung der Deworkschaflen zum Reich». kuratorium für Iugcndertüchtlguna,— Hertzberanlatz: Jugendheim Treptower Stratze 96. Keimbesprechung: Rückblick— Ausblick.— Prenzlauer Perg: Zu. gendheim Sleimstr. 85. Heimbesprechung: Wir blicken zurück.— Wedding: Jugendheim Willdenowstr. 5, 2 Trevven. Heimbefvrechung: Wir eröffnen da« neu» Jahr mit„Zeitfokir«-'.— Moabit: Jugendheim Lehrter Str. 18—19. Di« Frau in Sowjettutzland.— Sehönhanfer Tor: Jugendheim gehdeuicker Str. 17. Heimbesprechung— Karten für den Geselligen Abend am 7. Januar find noch an der Kasse erhältlich. rfjt Tloaendanivve des �entrolverbandes der Anaekellten Heut». Freitag, finden folgende Veranstaltungen statt: Britz: Gemein. schaftshaus in der Hannemannilratze der Bau- und Soargenossenfchaft „Ideal" Ein Instiger Jahresanfang,— Südwest: Jugendheim Porckstr. 11 Cl. Los, Ouergebaude Aufgang N, Zimmer 4). Gruppenaussprach«: Unser« Arbeit im neuen Sabr.— Unser» Gemeinslbaft für neu» Feftgeftaltunq übt beut«»au 20 bis 22 IIb« In der Turnhalle Echönlauker Skr. 11.— Die Per- Uuer Druckarei- und Berlage pesellichast m. i. H. kommt von 20 bi» 22 Uhr im Berbandshau». Sedemannstr. 12, zusammen.— Di« Fntogrnpp« tagt ad 1814 Uhr im Zugendheim Frankfurter Allee 807, Ouergebäude lk, Dunkel- kammer Nr 2. Vortrage, Vereine und Versammlungen Reichsbanner..Schrvarz-Rot-Gold" Gekchäktsltelle: Berlin® 14 Eebastionftt 37—88 Ho« 2 Tr Treptow(Ortsrerein). 2. Kameradschaft. Freitag, 6. Januar, 20 Uhr, Bersammlung im Restaurant Reu.Tipoli, Rene Krug. alle« 85. Sonnabend, 7. Januar, 20 Uhr, Antreten Bahnhof Baumschulen. weg zur Nachtübung.— Tiergarten. Jungbanner. Freitag, 6. Januar, 2014 Uhr, Sahresnersammlung bei Schmidt, Wiclefstr 17.— K-meradfchaft Karlsbarst. Freitag, 6. Januar, 20 Uhr, Generalversammlung und Vorstandswahl bei Krüger. Zentralnerband der Arboitsinualidon und Witwen Deutschland. Freitag, 8. Januar. Gruppe Reinickendorf-West: 1714 üht im Lokal Bolkshan», Scharnwederstr. 115.— Gruppe Prenzlauer Berg I: 1514 Uhr im Lokal Ebers. walder Str. 85.— Sonnabend, 7. Januar. Gruppe Spandau: 15 Uhr im Lokal„Echerds". Reumeisterstr. 5, Versammlung.— Soirntag, 8. Januar. Gruppe Neukölln: 10 Uhr im Zugendheim, Steinmetzstr. 114, Bersammlung. Ardeiter-Radio-Pund Deutschland» S. P., Ortsgruppe Groß-Berlin. Unter. npe Friedrichshain: Tagungslokal Wertalla. Hohenlohestr. 8. Montag, anuar, 20 Uhr. Mitgliederpersammlung.— Untergruppe Lichtenberg: To- gungslokal Bibliothek Weichselstr. 28. Frettag, 18 Januar, 20 Uhr, General- Versammlung.— Untergruppe Neukölln: Taaungslokal Neukölln, L. Klemk, Ber. Huer Str. 100. Frettag, 13. Januar, 20 Uhr.„Fadwaiegulieruna." Referent: Zug. Bruxmeier— Untergruppe Prenzlauer Berg: Tagunaslokal Klug, Ber. lin 920. 55, Danziger Str. 71. Dienstag. 10. Januar, 20 Uhr. Bortrag über Fading.— Untergruppe Kpeuzberg.Tempelhof: Tagungslolal Siestauront Thiele, Fürbrtngerstr. 9. Frettag, 18. Januar, 20 Uhr, Gruppenabend. Arbottsgemeiuschaft für Fprstschutz und Naturknude S. P. 209. Arfo.Wande. rung Sanntag, 8 Januar: Forstwanderung nach Rahnsdorf— Schöneiche. Führung: Reoierförstei Heiny. Treffen 914 Uhr Bahnhof Rahnsdorf. Mir. glieder und Gäste frei. «.»WM*7» MiltW 1 ...... Die Seeschiffswerften im Jahre 1932 Auftragshunger ohne Ende— Verelendete Belegschaften Auch das Jahr 1&32 hat dem deutschen See- sckiiffkiau nicht die sehnlichst herbeigewünschte, aber weder von den Belegschaften noch von den Leitungen der Werften mehr erwartete Eni- spannung der Lage gebracht. Das Gegenteil ist eingetreten. Die allgemeine W e l t w i r t s ch o s t s- k r i f e Hot in Verbindung mit der enormen Ueberkapa�ität der Weltschissbau- i n d u st r i c weitere Arbeitnehmerenllossungen und Arbeitszeitverkürzungen aus ollen Werften zur Folge gehobt. Die verdienstmoglichkeiten der Arbeiter und Angestellte« sind bei der aosgezwnngenen Kurz- arbeit dermahen geschmälert worden, dah sie bei kinderreiche« Familien kaum noch über das Niveau der Unterssnhunossätze hinausgehen. Nach diesen allgemeinen Ausfuhrungen einige Zahlen, die die sich ständig weiter verschärfenden Schwierigkeiten in der Seeschiffswerstbranchc bc- leuchten. Der kleine Auftragsbestand Etwa 7ll0 000 Bruttoregistertonnen Neubau-Schiffsraum kann auf den deutschen Werften gleichzeitig gebaut werden. In Arbeit oder in Austrag befindet sich nur noch ungefähr der zehnte Teil, nämlich rund 70 000 BRT.. das ist die weitaus tiefste Quote seit Jahrzehnten. Aber auch dieser geringe Bestand an noch vor- liegenden Aufträgen ist nahezu völlig fertiggestellt, mir Ausnahme von zwei 12 OOO-Tonnen-Schisfen. die Blohm u. Boß. Hamburg, für die Hapag in Arbeit hat', und da bei der Abwendung Englands und der skandinavischen Länder vom Goldstandard und der dadurch noch stärker als schon vorher be- hinderten Äonkurrenzsähigkeit Deutschlands keiner- lei Aussicht besteht. Auslandsaufträge hereinzu- bekommen und Jnlandsreedereien vorerst nicht daran denken können, Neubauorders zu erteilen, so wird schon in den nach st en Monaten der Fall eintreten, daß s ogutwiegarkeinc Neubauten mehr auf den Helgen deutscher Werften liegen. Vom Reparoturgeschäft allein hat aber bisher auf die Dauer noch keine einzige größere Werft leben können. Es waren aus deutschen Seeschissswcrften be- fchäftigt: 1913 etwa 60 000 Arbeitnehmer. 1918 ,. 90 000 1931.. 25 000 3m 3ahre 1932 ist die Zahl auf unter 12 000 Arbeiter zurückgegangen, von denen noch dazu der größte Teil bei weitem nicht mehr voll beschäftigt wird. Die Finanzlage Die D e s ch i m a g der einzelnen Betriebe: arbeitete bereits im Vor- jähre mit einem Verlust von 11,18 Millionen. Der Vorschlag an die letzte Generalversammlung lautete: Herabsetzung des Grundkapitals im Ver- hältnis von 20:1 von 14 auf 0.7 Millionen und dann wieder Erhöhung auf 7,5 Millionen, ein Vorschlag, der die(freilich nicht ohne Schuld) ver- zweifelte Finanzlage des Unternehmens deutlich illustriert. Die N e p t u n- W e r f t, Rostock, die bereits zweimal saniert wurde, hör jetzt die Zahlungen eingestellt. Die F l e n s b u r g c r Schiffbau A. G-, Flensburg, arbeitete bereits im letzten Geschäits- jähr mit 420 000 M. Verlust, desgleichen die Deutsche Werft A. G., Hamburg, mit einem solchen von 08 000 M. Di« Howaldtswerke Hanrburg-Kiel zahl- ten keine Dividende, ebenso nicht die Schissswerst Henry stach. Lübeck, sowie erstmalig auch nicht B l o hm u. Boß, Hamburg, für das Ge- schäftsjahr 1931/32. Am besten schnitt bisher noch der Bremer Vulkan- Vegesack ab, der zuletzt noch 7 Proz. Dividende aus 10 Millionen Aktienkapital ausschütten tonnte, was sich in den nächsten Jahren hcstiinint nicht mehr wiederholen dürfte. Es muß mit einer weiteren Verschlechterung der Abschlüsse für dos jetzt abgelaufene Jahr gerechnet werden. Hieran wird auch die inzwischen erfolgte Inangriffnahme des Abwrackproblems nicht viel ändern können. Sicher wird die Ver- schrottung einer größeren Zahl alter Schisse man- chcr Werft für einige Zeit wieder regelmäßige Arbeit verschaffen und sie in den Stand setzen. sich einen Staimn eingearbeiteter, eriahrcner Arbeiter zu halten, mit dem sie die immer sehr eiligen Reparaturarbeiten schnellstens aussichren kann. Man täte aber gut. die Erwartungen nicht zu hoch zu spannen. Auch in der deutschen Schifsbauindustrie ist es so gekommen, daß die Arbeitnehmer für die Sün- den größenwahnsinnig gewordener Industriekönige büßen müssen, die in den Kriegs- und Nachkriegsjahren neben maßloser Er- Weiterung bereits bestehender Werften eine neue Schiffbau'anstolt nach der anderen ins Leben riefen, denen jetzt endgültig der Atem ausgeht. Leider ist es aber fo. dah sich für die an der Misere Verantwortlichen immer noch wieder ein warmer Platz im vorstand eines anderen Betriebes findet, während die Masse der entlassenen Arbeiter und Angestellten meistens lange Zeit zum Stempeln und schließlich zur Mohlsaftrt gehen muß, um überhaupt nnr das nackte Leben fristen zu können. Die deutsehe Zahlungsbilanz 600 Millionen Auslandsschulden wurden zurückgezahlt Das Kanjunkturinstitut veröffentlicht in seinen: neuesten Wochenbericht eine vorläufige Uebcrsicht iiber die Gestaltung der deutschen Z a H l u n g s- b i lan z im Jahre 1932, die im wesentlichen die Angaben der Reichskreditgesellschaft bestätigt. Die recht unerfreuliche, leider notwendige Zwangs- Wirtschaft für den Kopitalverkehr mit dem Aus- land hat wenigstens ermöglicht, die Zahlungs- bilanz genauer ckufzu gliedern, als es früher möglich war. Für 1932 wird nur der geringe Posten von 0,1 Milliarden Mark als„nicht auf- gliederbar" nachgewiesen, während für 1931 diese Aussage über drei Milliarden Mark gemacht wer- den mußte. Seiner Bedeutung entsprechend steht der Außenhandel in der Zahlungsbilanz an erster Stelle. Der Aussuhrüberschuß ist von 2,8 Milliarden Mark im Jahre 1931 auf 1,1 Mit- liarden Mark im Jahre 1932 zurückgegangen, eine bedauerliche Tatsache, deren Ursachen hier nicht weiter zu verfolgen sind. Unter dem Posten Dienstleistungen werden alle Zahlungen vom und an das Ausland für Schisssfrachten. Versicherungen und Fremdenverkehr zusammen- gesaßt. Hier rechnet das Konjnnkturinstitut mit dem gleichen Ueberschuß zugunsten Deutschlands wie im Vorjahre in Höhe von 0,2 Milliarden Mark. Daß Deutschland einen weit höheren Be- trag für Verzinsung seiner Auslandsschulden aufzuwenden hat, als es sür Verzinsung des im Ausland' angelegten deutschen Kapitals erhält, ist bekannt. Immerhin hat sich dieser Pasiivposten von 1,3 aus 0,8 Milliarden Mark ermäßigt. Ein weiterer Passivposten sind die R e p a r o t i o n s- Zahlungen, für die im Jahre 1932 nur noch 0,2(1,0) Milliarden Mark aufzuwenden waren, nämlich 150 Mill. Mark für Zinsen und Tilgung der Dowes- und Poung-Anleihe und 20 Mill. Mark aus dem belgischen Mark-Abkommen, Rechnet man diese vier Posten zusammen, so kommt man zu einem Ueberschuß zugunsten Deutschlands von 0,3(im Vorjahr 0,7) Milliarden Mark. Rechnet man die Gold- und Devisen- abgaben der Reichsbank, die im Vorjahre 1,7 Mil- liarden und im Berichtsjahr« 0,25 Milliarden Mark betrugen, hinzu, dann erhält man den Be- trag, der für Kapitalrückzahlungen an das Ausland zur Verfügung stand. Das waren 1932 also etwa 0,5 bis 0,6(1931 etwa 2,4) Mil- liarden Mark. Der genaue Nachweis des Kapitalverkehrs aus Kredstgeschästen bietet die größten Schwierig- keilen Die Tilgung langfristiger Kredite war mit 200 Mill. Mark etwas stärker, als den Stillhalteverträgen entsprach, da die Entwertung des englischen Pfundes einen großen Anreiz dazu ausübte, Rückzahlungen von kurzfristigen Krediten des Reichs, der Reichsbank und der Golddiskont- dank wurden in Höh« von 250 Mill. Mark vor- genommen. Unaufgeklärt bleibt ein Posten von 100 Mill Mark, der als Saldo aus Umsätzen verschiedenster Art übrig bleibt; solche Umsätze waren Bezahlung deutscher Waren, die schon 1931 geliefert wurden, Rückkehr von Kapitalflucht- geldern, neue Exportkredite. Die Reichskredit- qesellschaft ist der Ansicht, daß die Rückzahlung deutscher Auslandskredite tatsächlich höher gewesen ist als 500 bis 600 Mill. Mark, da von der Ausfichr des Jahres 1931(9,7 Milliarden Mark) erhebliche Betröge erst 1932 gezahlt worden seien. Di« Zahlungsbilanz des Jahres 1932 hat jeden- falls eine Schuldentilgung in beträchtlichem Umfange ermöglicht. Die Aussichten für 1933 beurteilt das Konjunkturinstitut ziemlich ungünstig. Do eine Erhöhung des Ausfuhrüberschusses nicht zu erwarten, weiter« Abgäben von Gold und Devisen kaum möglich sind, dürft« für 1933 nur ein Betrog von 200 bis 300 Mill. Mark zur Schuldentilgung verfügbar fein. Da dos Ausmaß der Schuldentilgung fast ausschließlich von dem Ueberschuß der Handels- b i l a n z abhängen wird, fo ergibt sich auch hier- aus für die Regierung die zwingende Notwendig- keit, die Verärgerungspolitik gegenüber dem Aus- lande den Großagrariern zuliebe endlich zu be- enden und alles an die Erhaltung der deutschen Ausfuhr zu setzen. Reingeminn wird mit 1,57 gegen knapp 1,80 Millionen Pfund Sterling im Vorjahr ausgc- wiesen, nachdem sämtliche irgendwie zweiselhosten Forderungen abgeschrieben worden sind. Der günstige Abschluß von Barclays Bank läßt aber noch keine Rückschlüsse auf die Qualität der übrigen englischen Graßbankbilanzen zu. Winftlg Firmen mit«ine? allgemeinen Devisen- genehmigung die über ihr Kontingent hinaus- geheichen Devisenbeträge auf einem Sonder- konto bei der Reichsbank in Mark einzahlen können. Diese Markbeträge werden dann zur Bezahlung deutscher Exporte nach den betreffe:,- den Ländern Verwender Die Verträge treten am 10 bzw. 12. Januar in Kraft. Daten zur Konjunktur Stahlwerksverband und Handels- kammern berichten Im Dezember ist nach dem jetzt vorliegende« Bericht des Stahlwerksoerbandes keine wcsenllichc Veräichcrung aus den Eisenmärkten eingetreten. Die Produktion fand, wie schon in den beiden vorhergehenden Monaien eine Stütze in den Aufträgen der Reichsbahn. Be, den Blech- Walzwerken haben sich die Anfragen vermehrt, so daß sür den Januar mit einem stärkeren Auf- tragseinzang gerechnet wird. Im Auslandsgeschäft ist nach dem erneuten Preisverfall ein Rückschlag eingetreten. Die Berichte der Industrie- und Handelskammern weisen daraus hin, daß die im November eingetretene Stockung im Dezember wenigstens teilweise(Wechnachtsgeschöst) wieder aufgeholt werden konnte Von Arbeiterein- st e l l u n g e n ist aber in keüiem Bericht mehr die Rede irnd so bildet auch der Appell an die R«- gierung, umgehend das Arbeitsbefchaffungspro- gramm in die Praxis umzusetzen, den Kern oller Berichte. Keidishahn im November Der jetzt vorliegende Berich, der Reichsbahn für Monat November ist etwas optimistischer gehalten. Der Güterverkehr hat sich mit einer Wagenstellung von arbeitstäglich 113 730 gegen 110874 Wagen im Oktober um 25 Proz. verstärkt, während in den vorhergehenden Iahren bereits eine faifon- mäßige Abschwächung eingetreten war. Der übliche Rückschlag im Personenverkehr wurde durch den BVG.- Streik in Berlin gemildert, denn die Z-Bahn beförderte im Ro- vember etwa 3,6 Millionen Menschen mehr als im Oktober. Die Gesamteinnahmen erreichten 229,9 Mill. M.. denen Ausgaben und feste Kosten von 278,7 Mill. M. gegenüberstehen. Die Beleg» j ch a f t hatte sich durch Einstellung von Zeit- arbeitern um etwa 24 700 Mann erhöht. Weitere Devisenerleichterungen Nach dem Abschluß des D e v i f e n a b k o m- mens mit Frankreich hat Deutschland jetzt auch mit Holland, Belgien und Luxemburg entsprechende Verträge vereinbart. Der Deoiscn verkehr mit diesen»Ländern wird in der gleichen Weise wie mit Frankreich der Art erleichtert, daß Russische Oellieferungen an Japan. Die japanische Nord- Sachalin- Oel- Gesellschaft bot mit der russischen Regierung einen Kaufvertrag über die jährliche Einfuhr von 300 000 Tonnen Oel und Oelprodukten nach Japan aus die Dauer von fünf Jahren abgeschlossen. Zerschlagener Baumarkt Eine trostlose Bilanz Kraeh um Benzinpreis Benzolverband gegen Autoindustrie Eiüilich ist die Liebesgabonpolitik gegenüber den deutschen Treibswffproduzcnten auch der deutschen Aiüomobilindustrie zuviel ge- worden. Der Reichsverband der Automobilindu- strie hatte vor kurzem aus die Tatsache hingewiesen, dah der Rulirbergbau aus der Benzolge- winnung etwa 50 Millionen Mark San- dergewinnc einsteckt, da die Ausgleichssteucr nur einen Bruchteil der Zollbelastung einzesiihrter Treibstoffe ausmacht. Inzwischen hat der Benzolverband in oller Un- verfrorenheit die völlige Streichung der Ausgleichsabgabe und gleichzeitig die Senkung der Benzinzölle um drei Pfennig je Liter gefordert. Man hoffte wohl, aus diese Weise, die eine Herab- fetzung des Benzinpreises um drei Pfennig er- möglichen würde, die Aufmerksamkeit der erregten Kraftfahrer von der Taffache der ungerechtfertigten Gewinne, die die Jnlandserzeuger einstecken, o b- z u l e n t e n. Als Ersatz für den Einnahmeaus- fall sollte das Reich die Zölle für Gas- und Schweröl erhöhen, eine Maßnahme, die sicher keinen Ausgleich hätte schaffen können Nachdem der R e i ch s v e r b a n d der Autoindustrie gegen diese Zollerhöhung schärfstens protestiert hat, ist der Benzolverband aus dem Reichsverbond aus- getreten. Englischer Großbankabschluß Von den fünf führenden Banken Englands, den sogenannten„Bix Five", eröffnet jetzt wie üblich Barolays Bank den Reigen der Jahres- abfchlüsie. Die Jahresdividende bleibt gegenüber 1931 unverändert und wird für die zwei Klassen von Aktien 10 bzw. 14 Proz. aus- machen. Da das Institut auch 1931 keine Ver- änderung der Dividendenzahlungen vorgenommen hatte, war es in der Lage, in den beiden heftigsten Krifenjahren, die jemals das Großbankwesen durchzumachen hatte, seine Dividenden aus den Konjunkturzeiten aufrechtzuerhalten.— Der Die Anzahl der im Jahrs 1932 bezugsfertig hergestellten neuen Wohnungen hat nach einer Untersuchung des Instituts für Konjunktursor- schung eine» Tiefstand von höchstens 110- bis 120 000 Wohnungen erreicht. Damit ist der Zugang von Wohnungen auf die knappe Hälfte des Umfanges von 1931 gesunken und errcicht nur noch ein Drittel der durchschnitt- lichen Wohnungsneubauten in den Iahren 1928 bis 1930 Die Größe des Rückschlages im Woh- nungsbau wird erst dann klar, wenn man er rechnet, daß die Zahl der bezugsfertig gewordenen Wohnungen auf den Stand von 1924 zurück- geworfen wurde. Den größten Anteil an den Bauvollendungen hatten Eigenheime und Siedlungshäuser, sowie U m b a ut e n von Großwohvungen. Am stärksten hat der Bau großer Mietshäuser nachgelassen, wobei die Finanzierungsschwierigkeiten ausschlag- gebend gewesen sind. Der Wohnungsumbau war 1932 am Ge- famtzugang neuer Wohnungen mit etwa 20 gegen nur 5 Proz. im vorhergehenden Jahr beteiligt, und hat damit einen Umfang erreicht, wie er feit der Stabilisierung der Mark noch nicht festzu- stellen war. Auch in den folgenden Monaten wird die Umbautätigkeit voraussichtlich noch zu- nehmen, da hierfür im Rahmen der Arbeits- beschaffung auch öffentliche Zuschüsse vorge- sehen sind. Da schon in den letzten Jahren eine Finanzic- rung von größeren Bauvorhaben ohne Inan- spruchnahme fremder Miüel nur in den seltensten Fällen möglich war, sind infolge der wachsenden Schwierigkeiten 1932 größere Bauten überhaupt nicht mehr in nennenswertem Umfange ausge- führt worden. Die gefamkeu öffentlichen Mittel für den Wohnungsbau betrage« 1932 schätzungsweise nnr noch 120 bis ISO Millionen Mark und sind damit auf weniger als ein Zehntel der Zn- fchüsie in den konjunklurjahren zusammengeschrumpft. Noch ärger wirkte sich die Drosselung bei den H a u s z i n s st e u e r- Hypocheten aus, von denen im vergangenen Jahr nur noch SO gegenüber 850 Millionen im Jahrs 1929 vergeben wurden. Die entscheidende Bedeutung der Hauszinssteuer- Hypotheken wird daraus ersichtlich, daß in den .Konjunkturjahren 1927 bis 1929 mehr als«in Viertel der gesamten Wohnungsbaufinanzie- rung auf diesem Wege beschafft wurde. Die Baukosten haben im letzten Jahr ihren Rückgang fortgesetzt. Seit dem Höchststand im November 1929 sind sie um rund 34 Proz. und seit dein Dezember 1931 allein um rund 25 Proz. gesunken. Die bisherigen Erfolge der Arbeitsbeschaffung sind noch sehr mätzig. 3m öfseutlichcn Hochbau ist von einer lebung fast nichts zu verspüren. Be- Die Bausperre, die über zahlreiche öffentliche Körperschaften, in erster Linie Kommunen, ver- bängt worden ist hat vorläufig alle größeren Bauvorhaben unterbunden. Dagegen ist i m Tiefbau die Beschäftigung in den letzten Mo- noten gestiegen. Auch die Zahl der Arbeiter hat im Gegensatz zur Soisontendenz sich von Jahresmitte bis»um Dezember um etwa 15 Proz. erhöht. Die Beschäftigung im Tiefbau dürfte etwa zwei Drittel des Umfanges von 1929 wieder erreicht haben. Die Baubilanz des vergangenen Jahres ist ein- fach trostlos. Schwere politische Fehler(Abbau der Hauszinssteuer') haben mitgewirkt, um durch Drosselung der öffentlichen Zuschüsse die schon schwierige Lage des Baumarktes katastrophal zu verschlechtern. Die Gewerkschaften haben bereits auf ihrem Srifenkongreß im Frühjahr 1932 im Rahme« ihres Arbeitsbeschakfnnosprooramms nachdrücklich eine Inlevsive Vermehrung des Slelnwoh- nungsbaues gefordert. Die Arbeitsbeschaffung würde heute schon Cr- folge aufzuweisen haben wenn die Regierung anstatt der massenhaften Subventionen an die Privatwirtschaft im Rahmen eines großzügigen öffentlichen Beschaffungsprogrammes sich die Forderungen der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie zu eigen gemacht hätte. Ealvin Eooliöge gestorben Devise �.nno Dunnemals Der President 6er„Prosperität' Der frühere Vräjidcnt der Vereinigten Staaten. Calvin Coolidge, ist gestern mittag in Ztorthampton(Staat Massachusetts) im kl. Lebens- jähr einem Herzschlag plöhlich erlegen. ★ Cooliüge mar keine hervorragende Persönlichkeit. sondern«in höherer Beamter von durch- schnittlichem Format Als Vizepräsident der Ber» inigten Staaten zugleich mit h a r d i n g s Sieg m November l9M gewählt, wäre er wohl nie über die relativ bescheidene Rolle eines Stellvcr- treters des Staatsoberhaupts hinausgeragt, wenn nicht zufällig harding im Sommer 1923 vor Ab- laiU seiner Amtszeit während einer Aloskareise gestorben wäre,(lieber die Ursache dieses Todes sind übrigens nach Iahren sehr dramatisch-abcn- teuerliche Gerüchte aufgetaucht, wonach harding entweder von seiner eisersüchtigen Frau oder von korruptionistischen Geschäftemachern seiner Umgebung vergiftet worden sei!) Jedenfalls rückte gemäß der amerikanische» Ber- fassung der Vizepräsident Coolidge nunmehr automatisch zum Präsidenten auf. Er trat wenig auf, wurde aber durch die äußeren Um- stände begünstigt: in dieser Zeit begann nämlich die Aera jener trügerischen„Prosperitä t", in der das Wirtschaftsleben der Vereinigten Staaten ein« noch nie dagewesene Blüte kannte und auch der„kleine Mann" zu nie erhofftem Reichtum gelangte. Davon profitierte politisch die regierende Re- publikanische Partei und erst recht Coolidge per- sönlich, der von seiner Partei wieder aufgestellt und im November 1924 mit ungeheurer Mehrheit gewährt wurde. Calvin Cooljdges Ansehen wurde durch seine schweigsam« Zurückhaltung«her erhöht ol« vermindert: außerdem kam ihm seine sprichwärt- lich« Unbestechlichkeit zugute, die chn ver» anlaßt hatte, auch gegen jene hochgestellten Per- sönlichkeiten seiner eigenen Partei scharf vorzu- gehen, die sich unter charding bei den übelsten Petroleum- und sonstigen Korruptionsaffären schamlos bereichert hotten. Demgegenüber mußt« damals die Gegnerschaft der„Nassen" oerstummen, die in diesem sittenstrengen Puritaner und über- .zeugten Anhänger der Prohibition ihren stärksten Gegner erblickten. Wahrscheinlich wäre er, wenn er es gewollt hätte, zum drittenmal Präsident geworden, aber«r selbst lehnte«inen solche Wiederaufstellung ab, dt« den Traditionen der Dereinigten Staaten widersprochen hätte. So kam choooer an die Reih«, der unter ihm Staatssekretär im Handel»- departement gewesen war und der al» einer der ersten Urheber der„Prosperität" galt. Dies« Selbstbescheidung war Coolidge» geschicht- liches Glück. Denn es ist kein Zweiftl daran, daß die„Prosperity", die zum großen Teil auf Epe- kulation beruhte, unter ihm ebenso schnell zu- sammengebrochm wäre wie es unter Hoover ge- schah. und daß ihn jetzt das Schicksal Hoovers erreicht hätte, von den enttäuschten und ruinierten Bürgern, von den Geschästsleutev, Farmern und Arbeitslosen als Sündenbock geopfert zu werden. AGA. und Frankreich Großer Tag im Kapitol Washington, 5. Januar. Im dichtbesetzten Senat begann vor überfüllten Tribunen die Kriegsschuldendebatte. Senator Johnson griff sehr scharf die Zahlungsverweige- rung Frankreichs und die Machenschaften der Finanzier» an, die er für die augenblicklich« Verwirrung in der ganzen Welt verantwortlich macht. Senator B o r a h hielt eine mehr- stündige Rede, in der er Hoooer für schuldig an der festgefahrenen Situation erklärte. Frankreich habe gutgläubig gehandelt. Di« Rück- sprachen Hoooers mit den Kongreßführern über das Moratorium und die Aussprache mit L a v a l seien alz Beweis« der, Bereitwilligkeit des Prä- sidcnten zu einem französischen Schuldennachlaß angesehen worden Borah traten Verteidiger der Hoover-Politik entgegen, während die demokratischen Partei- führer den Republikanern mangelndes Erinne- rungsvermögen vorwarfen. Johnson kündigte oine Gesetzesvorlage an, nach der Anleihe- g e w ä h r u n g e n an die jetzt nicht zahlenden Staaten verboten werden sollen. Die Senatsdebatte und die Erklärungen Borahs werden allgemein als eine starke Stützung der französischen Positiön angesehen. .Aaerlceimiing der Sowjetregierung Washington. 5. Januar. Bald nach dem Amtsantritt Roosevelts sollen die Verhandlungen über die Anerkennung der Sowjetregterung wieder aufgenom- men werden, um der amerikanischen Ausfuhr einen neuen Markt zu erschließen. Nach der Zah- lungsverweigerung zahlreicher Schuldner der Ver- einigten Staaten, insbesondere Frankreichs. bestehe kein Grund mehr, die Sowjetregierung Licht anzuerkennen, weil diese die zaristischen Schulden nicht übernommen hat. Diese Auffassung wird von verschiedenen Abgeordneten, u. a. auch von Senator Borah, unterstützt. 'Abg. Martin(Massachusetts) brachte eine Vorlage ein, nach der alle fremden Waren mit dem Stempel ihres Herstellungslandes versehen werden müssen. Das fordert die sehr stark um sich greisende Bewegung„Sausl USA.-Waren". Etilleguug um Profit Der Skandal der Zeche Sachsen 3n Heeßen in Westfalen ist bei der Zeche Sachsen ein beispielloser Stillegung»- skandal im Gange. Diese Zeche gehörte dem kupserkonzern Manss-eld, der sich schon seit Iahren nur noch mit hilse slaat- licher Subventionskrücken aufrechterhallen kann. Jehl ist die Grube Sachsen von Mansseld unter dem Druck de» bekannten Montankapitalisten Otto Wolfs an den vergwerkskonzern Rhein- preuhen verkaust worden und soll in kürzester Frist stillgelegt werden. Schon dieser Verkauf ist ein Skandal für sich, den» Mansseld beabsichtigt, seine Bergwerks- betriebe aus dem Konzern herauszulösen und dem Reiche zum Verkauf anzubieten. Der Fall„Zeche Sachsen" zeigt aber, daß das gerissene Privat- kapital vorher die besten Stücke aus dem Montan- besitz herausschneiden und dem Reich nur die faulen Betriebe andrehen will. Die Angelegenheit wird aber noch toller, wenn man erfährt, daß es sich bei der Zeche Sachsen um«in« erstklassige hochrentable Kohlengrube handelt, die zurzeit 3999 Bergarbeiter mit Familien ernährt. Daß es sich hier um eine Angelegenheit handelt, die alle angeht, beweist die Tatsache, daß sich vom Regierungspräsidenten über die Kommunalbehör- den bis zur Belegschaft eine einheitliche Abwehrfront gegen diesen Akt der Vergewal- tigung gebildet hat. Die Vertretung der Beleg- schast hat sich jetzt mit einem H i l f e r» s an die Regierung und die Oeffentlichkeit ge- wendet und in einer zu diesem Zweck verfaßten Broschüre nachgewiesen, daß es sich bei der Zeche Sachsen um eine Kohlengrube handelt, die sowohl in der Förderleistung als auch bei den Kohlen- vorkommen es mit den besten Bergwerken im Westen aufnehmen kann. Wie der Abbau gelten auch die Kohlenwaschanlagen und Kokereien als Musterbetriebe erster Ordnung. Bei besserer Konjunktur kann die Zeche eine Belegschaft von Z909 Mann bes.lhäjtjg.en.. Di« Gemeinde Heeßen hat seit der Abtäufung der Zech« ihr« Einwohnerschaft verdreifacht. Diese Industriegemeinde von über 9999 Einwohnern wäre durch die Stillegung zum Tode verur- teilt. Die Millionen Investitionen für öftentliche Gebäude, Straßen und andere kommunale An- lagen wären nutzlos vergeudet. Di« Belegschaft „�usje/eichneter Wit?!" warnt mit Recht davor, die Bevölkerung durch derartig« skandalöse Maßnahmen zum hemmungs- losen Radikalismus zu treiben. Die Reichsregierung muß vor dem parlamenl Farbe bekennen, was sie gegen diesen Anschlag de, Sonzernkapital« zu tun gedenkt. Eine Re- gierung. die ein derart verbrecherische» Treiben in einer Zeit, wo Millionen erwerbvlo» aus der Straße liegen, dulden würde, hat jede Existenz- bercchtigung verloren! polonisierung! Deutscher Unterricht in Pommerellen strafbar Die deutsche Minderheit in W«sipol«n hat nicht nur durch ihre Abgeordneten im Sejm zu War- schau wiederholt ihre Loyalität siir den polnischen Staat bekannt, es kann auch gor keine Rede von irgendwelcher gewalttätigen Auflehnung dieser Minderheit sein. Trotzdem sucht man sie.zu po� Ionisieren, ebenso wie man gegen die slawi- schen Minderheitsvölker der Weißrussen und Ukrainer vorgeht. Die deutschen Schulen in Pom- merellen sind weitest gehend abgebaut, deutscher Schulunterricht kann, besonder» aus dem Lande, nur durch Wanderlehrer erteilt werden. Da» aber ist in Polen«in gefährlicher Be- ruf, wie»ach verschiedenen„Vorgängen" dies« zwei neuesten Fälle beweis««. In Posen wurde die deutsche Wandcrlehrerin Margarete Krcnz wegen unberechtigter Unter- richtscrteilung und„Weitergabe von Nachrichten an eine fremde Macht, di« im Interesse des Etaa- tes hätten gehe'nngehaltcn werden", zu eineinhalb Jahren Gesängnis verurteilt. Der Strasan!:z hatte auf ein Jahr Gefängnis gelautet. Die Oesfentlichkeit war ausgeschlossen, obwohl der Verteidiger nachgewiesen hatte, daß ein Urteil des Warschauer höchsten Gerichts in einem ganz ähn- lichen Falle den Ausschluß der Oesfentlichkeit als rechtswidrig erklärt hatte, Ein grausamer Witz der Weltgeschichte ist es. daß die deutschen Wanderlehrer verfolgt werden aus Grund einer Königlich-preußischen Ka- binettsorder von 1836. Der zuständige Starost(Landrat) hat einen Diako nonwärter in dem Dorfe Salzdors in Posen-Pommerellen wegen Erteilung von Kinder« gottesdienst mit zwei Wochen Haft bestrast. Während der Wojewode von Posen in einer srüheren Erklärung ausdrücklich anerkannt hatte. daß die Erteilung von Religionsunterricht und Kindergottesdienst außerhalb der Schul« durch Privatpersonen in der uniierten evangelischen Kirche erlaubt sei und keiner besonderen Ge- nehmigung bedürfe, findet der Starost in dieser Tätigkeit des Diakonanwärtcrs eine strafbare Handlung. Arbeitsbeschaffung beschloffen Gerekes Sofortprogramm— Druckende Bestimmungen für Gemeinden, noch Einstellungsprämien für Unternehmer! Der Ausschuß des Reichskobinett» hat am Donnerstagnachmittag die Grundsätze für das neue Arbeitsbefchaffungspro- gramm festgelegt, so daß das Programm nun- mehr umgehend in die Tat umgesetzt werden kann. Der Reichskommissar für die Arbeitsbeschaffung, Dr. G e r e k e, äußerte sich darüber zu einem Ver- treter der Telegraphen-Union. Danach können Träger der Arbeit nur Reich, Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände, sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts so- wie gemischtwirtschaftliche Unterneh- mungen sein. Diesen kann auf ihren Antrag von der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten (Oeffa) oder der Rentenbank-Krcditanstalt(RKA.) ein Darlehen gewährt werden. Die Arbeiten müssen volkswirtschaftlich wert- voll sein, den Arbeitsmarkt entlasten und mög- lichst 1933 beendet werden. Sie sollen sich vorwiegend auf die Instandsetzung, Verbesserung und Vollendung vorhandener Anlagen, aber auch aus die Förderung der Bodenkultur erstrecken und die durch den Kapitalaufwand entstehenden Zukunftslasten r«ck>t- fertigen. Es muß sich besonders um Arbeiten han- dein, die aus Mangel an Geldmitteln bisher nicht ausgeführt werden konnten und auch in absehbarer Zeit au» Haushaltsmitteln voraus- sichtlich nicht bestritten werden können. Ist der Träger der Arbeit teilweis« dazu imstande, so kann ihm für den Rest ein entsprechendes Dar- lehen gewährt werden. Die Vergebung der Arbeilen an Unlernehmer ist der Ausführung in eigener Regie grund- sählich vorzuziehen. Die Arbeiten sollen' möglichst nicht freihändig oergeben, sondern ausgeschrieben werden. Mittlere und kleinere Betriebe sind ausreichend zu berücksichtigen, wobei erforderlichenfalls meh- rere Unternehmer zusammengefaßt werden können. Generalunternehmer sind tunlichst auszuschalten. Sleuergulscheine für Rkehrbeschäsligung von Arbeitnehmern sind in der Preisgestaltung zu berücksichtigen. Dadurch soll verhindert werden, daß Unter- nehmungen, die ohnchin durch Aufträge der öffentlichen Hand wieder Mehrbeschöftigung be- kommen, noch eine besondere Vergünstigung er- halten.(Warum aber nicht einfach diese Prämien beseitigen?) All« Arbeiten sollen möglichst durch menschliche Arbeitskraft unter Zurückstellung maschineller Arbeitsleistungen und unter Ver- wendung innerdeutscher Baustoffe ausgeführt wer- den. Durch dies« Anordnung wird erreicht, daß vor allem langfristig Erwerbslose: also besonders Kinderreiche und Familienväter, bevorzugt werden. Die Einstellungen erfolgen unter den Be- dingungen de» freien Arbeitsvertrages. Die Arbeitszelt soll 49 Stunden wöchentlich nicht überschreiten. Die Darlehensbedingungen sind sol- gende: di« Laufzeit soll der voraussichtlichen Lebensdauer der Arbeiten angepaßt werden, jedoch 2S Jahre im allgemeinen nicht überschreiten. Die Laufzeit beginnt erst am 1. Juli 1935, im Ausnahmefall ein Jahr später. Bei einer Til- gungszeit von 29 Jahren find ö P r o z. de» ursprünglichen Darlehensvertrages jährlich als Rente zu zahlen, bei längerer oder kürzerer Tilgungszeit tritt«in« entsprechende Verwinde- rung bzw. Erhöhung«in. All« übrigen Lasten aus der Darlehensgewährung werden vom Reich gettagen. Für Anlagen, die Nutzungen in wirt- schaftlich angemessener Höhe ermöglichen, wie z. B. Gas-, Wasser- und Elektrizitätsmerk«, gilt die Regelung, daß der Darlehensnehmer di« Zins- und Tilgungslasten selbst. zu tragen hat. Die» gilt also besonders für die gemischt» wirtschaftlichen Unternehmungen. Di« Laufzeit des Darlehns beginnt ftir diese Art Unternehmungen mit Fertigstellung der Anlage, spätestens am 1. April 1934. Bis zu diesem Zeit- punkt kann das Reich die Kosten der Finanzie- rung übernehmen. Auf die Frage, wie dieses Programm i m wirtschaftlichen Gesamtrahmen ge- Lacht sei, betonte der Reichskommissar, daß es sich hier nur um ein Sofort Programm handele, also nur um den ersten Schritt zu dem aus- gesprochenen Zweck, die össentlickzen Körper- schasten, die ja immer schon im hohen Maße Auftraggeber der Privatwirtschaft gewesen seien,' wieder stärker in den produktiven Arbeitsprozeß einzuschalten. Größten Wert, so erklärt« der Reichskommissar abschließend, lege ich auf die beschleunigte Durchführung des Sofortprogramms. Nach der Festlegung der Richtlinien wird sofort mit den praktischen Arbeiten begonnen werden. Mit der Genehmigung der ersten Projekte ist bereit» in den nächsten Wochen zu rechnen. * Es ist also bei den drückenden Finanzierung»- beslimmungen für die Gemeinden geblieben, eben- so bei der skandalösen Regelung, daß Unter- nehmer, die aus Grund dieses Programms Aufträge erhalten, noch Anspruch aus Ein- stellungsprämien haben! Die„Berücksichtigung in der Preisgestaltung" ist lediglich eine Kulisse vor dieser skandalösen Tat- fache! Die Feindschaft gegen die Kommunalwirtschaft wie die Liebesgabensehnsuchl der Unternehmer höben die Grundzüge des Programms bestimmt. Damit sind seine Ersolgsaussichien von vorn- herein beeinträchtigt! Do» Programm ist fertig— aber wir fürchten, daß die Arbeit auf sich warte« lassen wird. Metallarbeiterwahlen Die Organisierten gegen die KPD. Die Neuwahlen der Bezirksleitun- gen im Organisationsgebiet der Berliner Orts- Verwaltung des Metallarbeiterverban- des fanden am Mittwoch in 2� von insgesamt 26 Bezirken statt. In allen Bezirksvertrauens- männerversammlungen sind die bisherigen„refor- mistischcn" Bezirksleitungen entweder e i n st i m- m i g oder fast einstimmig wiedergewählt worden. Die Versammlungen waren durchweg stark be- sucht. In vielen Bezirken waren viele hunderte Vertrauensleute anwesend. In allen 24 Ver- trauensmännerversammlungcn brachten die Kommunisten zusammen noch nicht einmal 20 Stimmen gegen die Wiederwahl der alten Bezirksleitungen aus. Die Beauftragten der APD.-Zentrale hatten nicht einmal den Mut, in den Vertrauensmänner- Versammlungen die ihnen mitgegebenen E n t- schließungen einzubringen. Unter diesen Feiglingen befand sich auch der Ortsführer der kommunistischen„Opposition" Krauter In einer Zusammenkunft der„oppositionellen" Funk- tionäre des Metallarbeiteroerbandes hatte er an- gekündigt, in seinem zuständigen 6. Bezirk selbst eine scharfe Entschließung einzubringen. Darauf hat man jedoch in dieser Versammlung vergeblich gewartet. In den beiden Bezirken, in denen die Neuwahlen noch ausstehen, haben die Kommunisten nicht die geringsten Erfolgs- aussichten, so daß schon jetzt feststeht, daß die KPD. bei dieser Wahlkampagne eine schmähliche Nieder- läge erlüten Hot. Das Wahlergebnis ist für die KPD. um so niederschmetternder, als sie sich die denkbar größte Mühe gegeben hat, diesmal in den Bezirksleitungen Fuß zu fassen. In Flugblättern und verlogenen Zeitungsartikeln hat man versucht, die Ortsverwaltung des Metallarbeiterverbandes und die Berliner Bezirksleitungen bei den Ver- trauensleuten herabzusetzen. Es erschien der KPD. nicht zu blöde, in der„Roten Fahne" zu be- haupten, der Bevollmächtigte Genosse U r i ch sei der Förderer einer neuen Inslation! Es wurde sogar, nur zu dem Zweck, bei diesen Bezirks- leitungswahlen Eroberungen zu machen, eine neue Oppositionszeitung ins Leben gerufen, die zum ersten Male im Dezember herauskam. Alle Bemühungen der KPD. waren jedoch vergebens. Dem Stamm geschulter Gewerkschaftssunktionäre, der in den Bezirksvertrauensmännerversammlun- gen vertreten ist, kann man mit solchen„revolu- tionären" Mätzchen nicht beikommen. Damit kann die KPD. höchstens für einige Zeit bei den Iln- organisierten Erfolg haben. * Die Betriebsratswahl im Kabelwerk der Siemens-Schuckertwerke A.-G. hatte folgendes Ergebnis: Wahl zum Arbeiter- rat: Juni 1931 4. Januar 1933 Stimmen Mandate Stimmen Mandate DMB.......... 1068 7 773 5 Gelbe......... 353 2 452 3 Nazi.......... 374 2 284 1 Stahlhelm..... 257 1—— Kommunisten.. 1101 7 1026 6 Ungültig....... 262—_ 210— — 19— Ü Wahl zum Angestellten rat: Dezember 1930: DchB. und Nationale 765 Stimmen(9 Mandate), AfA 265 Stimmen(3 Mandate).— 4. Januar 1933: DHB. und Nationale 486 Stimmen (8 Mandate), AfA 156 Stimmen(2 Mandate). Der Betriebsrat setzt sich zusammen aus 5 Freigewerkschastern(bisher 7). 6 Kommunisten (6). 2(1) Gelben. 1(2) Nazis und 3(4) DchB. Der Stahlhelm hatte diesmal keine Liste. Seine Stimmen kamen fast restlos den Gelben zugute, während die Nazis nur schwach davon profitierten, dagegen einen Teil ihrer Wähler an die Kommunisten verloren. Der Antell der kommunistischen Stimmen st i e g von 34,92 Pro- zent bei der letzten Wahl auf 40,47 Prozent bei dieser Wohl, während die freigewerkschaftlichen Stimmen von 33,87 auf 30,49 Prozent zurück- gingen. Die Ursachen dieses unbestre-itbaren Erfolges der Kommunisten sind verschieden Der„Sozial- Politiker" des Werkes ist ein Herr Rasch, Stahl- helmer, der alles daran setzt, um den Einfluß der freien Gewerkschaften zu schwächen. Der Stahl- heim hat zu diesem Zweck sogar diesmal auf die Aufstellung einer eigenen Liste verzichtet. Es kommt hinzu, daß es unter den Mitgliedern der freien Gewerkschaften im Kabelwerk an Zielklar- heit gefehlt hat. Unter den Arbeiterkandidaten be- fand sich ein einziger Sozialdemokrat. Wenn sich die freigewerkschaftlichen Müglieder als„Dppo- fition" deklarieren, ist es nicht weiter verwunder- lich, wenn die Arbeiter gleich die„richtige" Oppö- fition wählen. Unsere Parteigenossen im Siemens-Konzern werden dafür sorgen, daß bei den übrigen Be- triebsrätewahlen ein anderes Ergebnis heraus- kommt. Wird doch gerade den diesjährigen Be- triebsrätewahlen die stärkste Beachtung geschenkt. Daher ist es notwendig, daß unser« Genossen alles daran setzen, den freigewerkschaftlichen Einfluß im Siemens-Konzern zu st ä r k e n. Ansichere Tanfpariner In der Geschichte der Tarifoertragskämpfe bil- den die Winkelzüge ein Kapitel sür sich, durch die sich Unternehmer als Tarifkontrahenten unsichtbar zu machen suchen, sobald es sich um die Erfüllung der einen oder anderen ihnen unbequemen Ber- pflichtung aus dem Tarisoertrag handelt. Bei der Firma Voigt u. Co.. Kisten- fabrik in Berlin, waren Arbeiter beschäftigt die wegen des Urlaubs mit ihr in Differenzen ge- rieten. Z. und Genossen klagten auf U r l a u b s-, a b g e l t u n g. wobei sie sich auf ein Tarifabkom- nie» vom?. Januar 1932 beriefen, das von einein Bevollmächtigten der beteiligten Unternehmer für diese unterzeichnet worden war. Der Streit vor dem Reichsarbeitsge- r i ch t dreht sich darum, ob die beklagte Firma Voigt u. Co. zu den Auftraggebern dieses Bevollmächtigten gehört, der Bevollmächtigte seine Vollmacht nicht überschritten oder über den Inholt des schriftlichen Abkommens sich im Irrtum befunden hat. Das Landesarbeitsgericht in Berlin hat die Maßgeblichkeit des Tarifabkommenz des- halb abgelehnt, weil es sich auf einen nicht als Anlage beigesügten Tarisoertrag vom 15. Mai 1929 bezogen hat, der infolge Auslösung der an ihm beteiligten Arbeitgebervereinigung keine Geltung mehr gehabt habe und weil durch diese Be- zuguahme dem Erfordernis der Schrifllichkeit des Tarifvertrags nicht genügt sei. Die Revision der Kläger bekämpft die Auffassung des Vorderrichters. Es wird Aufhebung des vor- instanzlichen Urteils verlangt. Das Reichsarbeits- gericht wies die Revision als unbe- gründet zurück und schloß sich in der Urteils- begründung der Auslegung der Vorinstanz an (RAG. 428/32.) Sin Entlarver entlarvt „Das ist ein großer Lump!"— sagte der Vorsitzende der R G O. in der Ziegelei Ludwigsburg(Württemberg) namens Soitz zu dem Osenmeister Fischer des gleichen Betriebes, als Fischer den Ofenleuten mitteilte, daß ihre Kol- legen von einem Osenarbeiter bei der Direktion als Angehörige der RGO. denunziert worden seien. Auf den Entrüstungsausbruch des RGO.- Vorsitzenden Seitz drehte sich der Meister um und sagte diesem ins Gesicht:„Du b i st doch der Lump. Du warst doch bei der Direktion und hast alles verraten." , Dieser prachtvolle RGO.-Führer Hot in kommu- nistischen Zeitungen Dutzende von Artikeln ver- ösfentlicht, in denen der Fabrikarbeiterverband und dessen Funktionäre in ordinärem Ton her- untergemocht wurden. In diesen Artikeln hagell es nur so von„Lumpen" und„Verrätern". Dieser famose RGO.-Führer betrieb auch gelegentlich „Sozialisterung" auf eigene Faust. Er hat auch aus„revolutionärer" Wut in der Arbeiterkantine der Ziegelei eingebrochen. Zum Streik bei Mortensen In dem Streik der Arbeiterinnen der Ma- rinieranstalt C. V. Mortensen, über den wir bereits ausführlich berichteten, ist die Lage unser- ändert. Die Streikenden haben die Firmenleitung wissen lassen, daß sie nicht eher die Arbeit auf- zunehmen gedenken, bis das Lohnabbaudittat von ihr zurückgenommen ist. Die Streikenden führen ihren Kampf in mufter- gültiger Disziplin. Die RGO. macht vergebliche Versuche, sich in die vom Gesamtverband geführte Bewegung einzuschalten. Mit nicht mißzuver- stehender Deutlichkeit ist einigen Abgesandten der RGO., die das Gelände erkunden kamen, von den streikenden Arbeiterinnen zu verstehen gegeben worden, daß sie sich jede Einmischung außenstehen- der unverantwortlicher Kräfte in den Kampf energisch verbitten. Man Hab« nicht Lust, sich von der RGO. in einen der üblichen„Siege" hinein- manövrieren zu lassen. Textilstre» in Frankreich Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris. 5. Januar. Die Textilarbeitergewerkschaften aller Richtun- gen von A r m e n t i e r e s bei Lille haben den G e n e r a l st r e i t für Freitag beschlossen. Die Unternehmer hallen die Durchführung eines neuen Lohntarifs vorgeschlagen, der eine beträchlliche Herabsetzung der Löhne bringen soll. Alle Ver- Handlungen mit den Gewerkschaften wurden von den Unternehmern abgelehnt. Daraufhin wurde der Streik beschlossen. Im Streik stehen bereits 1000 Arbeiter. Am die Arbeitszeit Einen außerordentlich aufschlußreichen Beittag zu der Frage der Verkürzung der Ar- beitszeit, über die«ine Sonderkonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation in den näch- sten Tagen beraten wird, hat das Internationale Arbeitsamt geliesert. In dem Bericht an die Kon- serenz, der nunmehr auch in deutscher Sprache vorliegt(„Arbeitszeit und Arbeitslosigkeit", 214 Seiten, broschiert 4,80 Mark) ist ein reiches Material zusammengetragen. Das Material beleuchtet sozusagen die Frage der Verkürzung der Arbeitszeit von allen Seiten. Sowohl die Möglichkeiten der Einstellung von Ar beitslosen durch die Verkürzung der Arbeitszei auf 40 oder 36 Stunden wie die Ursachen und die wirtschaftlichen Folgen der Massenarbeitslosig- keit werden untersucht. Ein umfangreiches Ta- bellenwerk unterstützt die Darstellung. Darunter befinden sich auch interessante Stattstiken über den Lohnanteil an den Produktionskosten, über die Entwicklung der Arbeitsleistung usw. Der hohe Preis der Schrift— ein Mangel, unter dem leider alle Veröffentlichungen des Internationalen Arbeitsamtes leiden— schließt eine Massenver- brettung von vornherein aus. Den Organisationen kann jedoch die Anschaffung der Schrift zur In- formation sür ihre Angestellten nur empfohlen werden. Reichsarbeitsgericht Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit Ein srüherer Flugschüler B. führt seit längerer Zeit einen Rechtsstreit gegen die Verkehrs- fliegerschule in Berlin. Cr macht die Beklagt« für Sie bei der Ausbildung als Verkehrs- sliWzeugführer von ihm aufgewendeten Kosten verantwortlich. Die Verkehrsfliegerschule Hab« in Aufrufen und Werbeschriften unrichtige Angaben über die Aussichten des Fliegerberufs gemacht. Der Kläger will durch dieses Vorgehen der Beklagten schwer geschädigt worden sein. Da in der Verhanolung angeblich wichtige und im öffentlichen Interesse geheimzuhaltende Dinge zur Sprache kamen, wurde die Oeffentlichkeit aus- geschlossen. Die Pressevertteter wurden nicht zu- gelassen. Das Reichsarbeilsgericht verhandelte zum erstenmal hinler verschlossenen Türen. Die Revision des Klägers wurde kostenpflichtig abgewiesen. Erfolg in der Fischindustrie Eigener Bericht des„Vorwärts" Hamborg, 5. Januar. Die Verhandlungen zwischen dem Verband der Fischindustriellen Deutschlands und den zustän- 1 digen gewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen in' der Altonaer Fischindustrie bzw. Fisch- Wirtschaft über die Tarifbewegung sind abge- schlössen. Man kam in freier Vereinbarung zur Verlängerung des Tarifvertrages für alle in der Fischwirtschaft Altonas Beschäftigten bis zum 31. Dezember 1933. Die Verlängerung des Tarifes um ein Jahr bedeutet in dieser schwierigen Zell einen vollen Erfolg der freien Gewerkschaften, die unbeirrt von der kommunistischen Hetze ihren Weg gegangen sind und damit der Arbeiterschaft einen großen Dienst geleistet haben. Hierzu 2 Beilagen ITct..SonBärls"«Idjctnt wochkNtägüch zweimal, Sonntags und Montags Einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage..Volk und Zeit". I Bezugspreile: Wöchentlich 7ä Pf., monatlich z,2ö M.(davon Pf monatlich tiir Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug Z.g? M einschließlich SN Pf Postzeitung, und 72 Pf. Postbestellgebllhren. Puslandsabonnement S,kö M. pro Monat: für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto 4 Sä M. Bei A.-fall der Lieieiung wegen höherer Gewalt besieh! kein Anspruch der Abonnenten aus Ersatz., Anzeigenpreise: Die e i n f p a I t i g e Millimeterzcile 30 Pf.. Ziellumczeile lL0 M.„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 2ll PI jedes weitere Wort IN Ps Padatt laut Tarif Worte über lä Buchstaben zählen sllr zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeterzeile 2ä Pf. Familienanzeigen Millimcterzeile IS Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschätl Lindenstr. Z, wochentäglich von 314 bis 17 Uhr Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. /Bcrantwortlich für Politik: Ziudolj Brendcmiihl; Wirtschaft: G. Klingelhöser: Gcwertichastsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: Herbert Lcperc: Lokales und Sonstiges: Fritz Karftädt: Anzeigen: Ott« Hengst: sämtlich in Berlin. I Verlag: Borwärts-Berlag®. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW öS. Lindenstr. Z. WERTHEIM Zusendung von 6M an. Obst, Gemüse u.leichfverderbliche Artikel werden nicht zugesandt: Frisdies Fleisdi Kalbskamm«.Beilage, Pfi 0.40 Kalbsbrustu.RückenPH.0.48 Kalbskeule«. Hue..Ptt. 0 58 Kalbsschnitzel..... Pick. 0.98 Ochsen-Suppenfleisch 0.48 Ochsen-Scnmorfleisch 0.68 Ochsen-Roulaae...PH. 0 80 Hammel-Vorderfleisch 0.50 Kaßler irisch geräocb., PH. 0.68 Schweinebauch...PH. 0.64 Schweinekotelett..PH. 0.74 Frische Zunge..... PH. 0.66 Fr. Blut- u. Leberw...PH.0.48 Kalbsroulade Pfund ��pf, Kalbskotelett Pfund 74pf. Geflügel Frische Puten... PH. an 0.58 Suppenhühner fr. Pick, u 0.60 Friscne Enten.... PH. u 0.70 Oderbr. Gänse.. Pick.*n 0.78 Obst u. Gemüse Musäptel groll«---- 2 PH. 0.35 Kochbir.-.en groll.... PH. 0.15 Apfelsinen....... 3 Pick. 0.35 Jaifaorangen..... 3 PH. 0.58 Mandarinen...... 3 PH. 0.58 Amerik. Äpfel..PH. 0.20 0.28 Tiroler Apfel..... 2 PH. 0.25 Zitronen.......... DtH. 0.30 Rot- u. WeiöKohl 3 PH. 0.10 Wirsingkohl...... 3 PH. 0.10 Möhren gewaschen..3 PH. 0.10 MärK. RQbchen...4 PH. 0.15 Sellerie, Zwiebeln 3 Pick. 0.20 Rosenkohl....... 2 PH. 0.35 Blumenkohl Kopf venu 0.25 Fische Kabeljau gz. Fische...Pfd. 0.18 See. actis gz. Fische..PH. 018 Schollfisch........ Pfi 0.20 RotbarS ganze Fische..Pfd. 0.25 Austerntisch ahgezog. Pfd. 0.25 Fischfilet........ PH. an 0 25 Grüne Heringe... 3 Pfd. 0.36 Leb. Schleie..... Pfd.«» 0.45 Leb. Spiegelkarpfen«a 0.54 Räucherwaren Sprotten..Kiste 0.20 Pfd. 0.24 Schellfische....... Pfd. 0.28 Seelachs.......... Pfd. 0.34 Fleckheringe...... Pfd. 0.40 Makrelbücklinge..2 Pfd. 0.45 Aale Pfd. an 0 98 Bund an 0.20 Frische Gänse pfd.an 64 Pf. Billige Lebensmittel Soweit Vorrat: Wild Hasen gestr. u. ausg:w., an 0.56 Hirschblätter..,. Pfd. an 0.56 Rehblätter....... Pfd. an 0.68 Wildragout...... PH. an 0.28 Käse u. Fett Camembert voUfe« Schtl 0.24 Har2erkaseca.1-Pfd.-Pak. 0.25 Limburger PH. 0.40 rollf. 0.70 Blockkäse 20°/«---- PH. 046 Tilsit, Steinbuschor»f. 0.63 Holländer, Edamer toIU. 0.72 Schmalz Grieb. 0.54 Brat. 0.48 Kokosfett........ 3 Pfd. 0.88 Markenbutter...... PH. 1.20 Oän. Butter...... Pfd. 1.26 Margarine 3 Pfund 74 Pf. Konserven i; Dot# Brechb-hnen 0.46 Schnitt 0.42 Gemüse-Erbsen....... 0.50 Erbsen Kaistr*.1.20 mittel 0.68 Br.-Spargei m. 1 25 dünn 0.90 Stangen-Spargel w/m..1.25 Gem. Gemüse mittclicin 0.88 Pflaumen.............. 0.48 Erdbeeren............ 0.90 Mirabellen............. 0 95 Kolonialwaren Weiße Bohnen PH. 0.12 0.16 Linsen......... Pfd. 0.15 0.22 Viktoria-Erbsen PH. 0.180.24 Br.-Reis..0.11 Tafel 0.12 0.18 Makkaroni Bruch Pfd.0 360.46 Eier-Schnittnudeln 0.36 0.50 Bosnisch. Pflaumen 0.22 0.34 Kaffee g-hr. Pfd. 1.90 2.20 2.40 Molkereibutter Pfund 1,�4 Wurst Hall. Blut- u. Leoerw. Pfd. 0.56 Dampf- u. Fleischwurst 0.75 Landleber- u. Jagdwurst 0.84 Mettw.(Br.Ärt)..Pfd. 0.88 0.95 FeineLeberw...Pfd. 0.96 1.08 Zervelat u. Salami 1 08 1.15 Teew., Zervelat i. F ttd...1.18 Speck fett. PH. 0.78 mager 0.92 Schinken«eachnitten V« PH. gekocht 0.28 roh 0.33 Wein!iR"c,h9 ohne Glas 31 WellenerRiesling...0.80 29 Siefersn. Martinsberg 1.10 28 Rauenth. Siebenmrg. 1.45 Dorna ne St Coloma...1 25 28 Chät Malierei...... 1.50 Weißwein Ltr. 0.80 5 Ltr. 3.90 Wermut.. Liter 0.95 S Ltr. 4.50 Kaliforn. Pfirsiche Pfund Inventur- Verkauf, 50 wie noch nie Baalnn 3. Jonuof Z�EITE BEILAGE FREITAG, 6. JANUAR 1933 einm r116 frQ9te ihn einmal, ob er nicht noch för� �en versuch machen wolle, sich be- nijbf**1. 3" lassen. Er wies es scheu ab, es sie p � nichts, meinte er. Da fragte >md 0 fer Zur Postoerwaltung gehen in,-:??�ugen wolle, ob er immer noch nicht " sei. Auch das schlug er ab. ugegen bewarb er sich aus Wirtschaft- Post Sünden um eine Stelle an der Bahn- Da konnten sie wohnen bleiben und n-°."nte an seinen Diäten etwa 1000 Kro- rs i�hrlich einsparen. ilidio �5 ganzen Zeit hatte er keine eigent- mT ��unde. Er hatte Kollegen, mit kein kameradschaftlich umging, aber bei ! enr von chnen verkehrte er und nie lud - Zu sich ein. Ein Quisthus war eben ganz wach davon. So im Halbschlaf dösen, ist ekelhaft." Berger warf einen Blick auf die Tasse. „Sie trinken den Kaffee auch ohne Sahne?" „Ja— auch ohne Sahne." Es entstand eine Pause, aber es schien, als hätten beide Lust, das Gespräch fort- zusetzen. Kurz darauf sagte der andere:„Ich habe Sie noch nie hier gesehen?" Berger lächelte.„Nein", sagte er.„Ich bin auch ein Gewohnheitstier, und zwar ein Haustier. Abends bleibe ich fast immer zu Hause. Aber zur Zeit bin ich Strohwitwer." Der andere nickte, ebenfalls lächelnd.„Ich bin häufig hier", sagte er.„Aber ich bin ja auch nicht verheiratet." „Auch nicht verlobt?" Der andere zeigte seine Hand vor.„Wie Sie sehen, auch das nicht. Zum Glück nicht. Ich möchte ungern die Verantwortung für andere als für mich selbst haben" Irgend etwas an seiner Stimme erregte Bergers Aufmerksamkeit.„Ist das Ihr Ernst?" fragte er Aber der andere schob die Frage mit einem Lächeln beiseite.„Gott", sagte er,„wir sind ja alle schwache Menschen." Dann sah er nach der Uhr.„Es ist bald elf", sagte er. „Man müßte wohl eigentlich gehen. Morgen heißt es wieder arbeiten." Berger nickte.„Ich habe morgen frei. Ich reise nämlich dienstlich mit der Bahnpost. Da haben wir einen um den andern Tag frei." Sie blieben noch ein Weilchen sitzen. Dann bezahlten sie gleichzeitig und gingen gemein- sam auf die Straße hinaus. Sie sagten sich L,."er- Und nach dem tragischen Tod des oeftv11, 3 und der Rolle, die er selbst dabei tmi hutte, blieb ihm eine Scheu vor sdinf?Cn �Ziehungen. Bei näherer Bekannt- wurde leicht der Ton vertraulich, und �.�r Vertraulichkeit stellten sich die ge- A„i•"sen und aufdringlichen Fragen und �'Pielungcn ein. lein �kene war es zufrieden. Sie hatte k�n�.ur.Freundinnen gewonnen, von denen P in irgendwelcher Verbindung mit dem ruf des Mannes stand, es war also nicht rrwgrten, daß sie von dem unglückseligen ei�uis wußten. Vor dem Umzug hatte sie � paarmal Frau Quisthus aufgesucht, sj„�.k>en alten ungezwungenen Ton hatten f. utcht wieder gefunden und seitdem waren nicht mehr miteinander in Verbindung �.rsen, mit Ausnahme eines flüchtigen Ruches am Tage nach der Beerdigung der �"lwiegermutter. ijj-30 sahen die Dinge aus, als Berger im oenten Jahr seines Aufenthaltes im Oslo s c Bekanntschaft machte. Es war ein �"bstabend und Helene war mit dem jMgen, der drei Tage schulfrei hatte, zu . Eltern gefahren. Berger kam nach f endigter Fahrt mit der Bahnpost vom j�uptbahnhof und ging müde und hungrig , ein Aulomatencafe, um vor dem Nach- begehen eine Kleinigkeit zu essen. z Drinnen war es sehr voll, und er mußte das ganze Lokal gehen, ehe er in einer cii ß'nen freien Tisch fand Er bestellte sich ' Kotelett und ein Glas Bier, und etwas 'n�°ttet begann er zu essen, ohne an was blonderes zu denken. Die Unruhe um ihn heil beruhigend auf ihn, und als er mit Essen fertig war, zündete er sich eine in>!• an �nk> saß halb abwesend, versunken v die Betrachtung aller dieser Menschen, die .Pw ihn saßen, kamen und gingen. kannte keinen und doch stand er ihnen � en irgendwie nahe. Sie waren alle in der � jachen Lage wie er, hatten ihren Arbeits- � hinter sich und keiner wollte ihm übel. we? dieser versöhnlichen Stimmung be- . erkte er einen Mann etwa seines Alters, i si J; hch in dem überfüllten Lokal etwas un- i 7er nach einem Platz umsah- Als er auf- i,.?' stand der Fremde unweit von ihm und . Achtete ihn sinnend. sicher will er sich gern an meinen Tisch DPin. dachte Berger. Aber er weiß nicht, J* es wagen soll. � Die Sache interessierte ihn ein wenig und � deantwortete den Blick des anderen, ohne z»?dch eine eigentliche Aufforderung in seinen /sk zu legen. Ich Augenblick zögerte der Fremde. Er Tj n zu Überlegen, ein wenig verwirrt. �Nn kam er langsam näher und blieb mit unsicheren Lächeln vor Bergers Tisch ist überall so voll.— Darf ich?" Derger sah ihn freundlich an.„Bitte sehr." "Danke." �.Der Fremde schien erleichtert und setzte sich jjZ einer kurzen Verbeugung Berger gegen- der bereitwillig seine Sachen weg- !"hte. um Platz zu schaffen. ftpn6 Kellnerin kam und der neue Gast be- g,�e. Er wollte nur etwas zu trinken, und . kr das Bestellte bekommen hatte, sah er nnerksam zu Berger hinüber, der ihn die Zeit mit heimlichem Interesse beob- �tet hatte. „ Drüber wurden beide ein wenig verlegen, q,, der Fremde lächelte, wie um Entschuldi- dg bittend. --Ich dm ein bißchen Gewohnheitstier", sA'e er.„Ich muß meine Tasse starken dffee haben, ehe ich zu Bett gehe." "Schadet das Ihrem Schlaf nicht?" --Das schon. Aber man wird wenigstens Sylvias selfjmni'ler ItildrveUQ�i�hichle/ lHon Qerharl Sterrnmnn Ifloffar „Well", sagte Sylvia,„das sind ja alles ganz nette Schwipsgeschichten. Aber man bloß euro- päische Geschichten. Was ist schon ein Suff in Europa, von diesem kläglichen Kognak... Dam- ned, dahingegen so eine Sauforgie im—" „Gran Chaco—" „Allright, im Gran Chaco, wenn einem in den Knochen, im Fleisch diese verdammte Krankheit, dies—" „Schwarzwasserfieber—" „Allright, dies Schwarzwasserfieber sitzt, ivic mir im Jahre—" „1894—" „Jawoll, 1894, ihr braucht mich gar nicht damit aufzuziehen, chr Greenhorns, daß ich ewige wenige Tatsachen aus meinem reichen Abenteurerleben zweimal erzähle, kann euch nur nutzen, ihr Land- ratten— und im übrigen wollte ich euch gar nicht vom Gran Chaco erzählen, sondern von Alaska."~. „Nanu, Sylvia! Warst du denn auch in Alaska...?" „In Alaska...? Dreimal war ich da, tnv little Boy, oder sogar viermal, man vergißt das all- mählich. Also nun laßt mich endlich erzählen� es ist eine dolle Geschichte. Es war bei meiner zweiten Alaskareise, im Winter 1894. Ich hatte den ehrenvollen Auftrag, eine wissenschaftliche Expedition in das mir wohlbekannte Gebtrgs- gebiet von Alaska zu führen. Wir schleppten auf dreißig Hundeschlitten ein ganzes Laboratorium mit mindestens zwanzig komplizierten Meßappa- raten mit, denn die Männer, die ich zu führen hatte, übrigens samt und sonders weltberühmte Kapazitäten, waren Seismologen. Seismologie ist. wenn du das wieder mal nicht wissen solltest, du ungebildeter grinsender Asse, die Lehre von den Erdbeben, und mitten in Alaska liegt näm- lich so ein tektonisches Zentrum, jawoll. Aber im übrigen ist das erst mal Nebensache, ich wollte ja von meinem tosmischen Rausch erzählen, nicht wahk? Jlurl 3)oberer: 3) RS S& tili tlt* Hfl Ihr jungen Zähne, glänzend noch und hart, wenn spindeltreibend ihr im Kreise tanzt, dann wißt ihr kaum, daß ihr wie Sklaven seid, die angeschmiedet die Galeere rudern. Doch wenn die Flanken euch zerfurcht und rauh von Arbeit sind, wenn euer Fuß sich mild am Zahnkranz angeklammert hält, dann klingt euch der Getriebe schriller Laut wie Peitschenschwirren. Wer nicht mehr kann, der stirbt und bricht! Und der, der sich am längsten hält hat nichts gewonnen. Er sieht die rote Sonne nur, wenn er verrostend auf der Halde liegt. Und— lange liegt er nicht. Es greift die harte Pranke des großen Greifers in das alte Eisen. Der wirft die Generation von Zähnen und was noch übrig ist vom alten Rad, hinein ins weißglutheiße Maul des Ofens. Ein neues Rad, das träumt dort schon im dampfend roten Fluß und wartet auf die Schmelze. Well, es war da nämlich sehr schwierig mit den Räuschen, indem es bei der Expedition keinen Alkohol gab, nicht um die Welt. Die sämtlichen Professoren, vor allem der Leiter, der Professor NUller, der sogar bewußter Temperenzler war, berauschten sich lediglich an ihrer Wissenschaft, bauten ihr Labor auf mit den zwanzig Seismo- graphen und wie die Dinger alle hießen, und warteten auf ihr Erdbeben, das der Professor Miller für die nächsten Wochen vorausgesagt hatte. Aber weiß der Deubel, die Erdbeben haben wohl auch ihre Launen, die Tektonik wollte nicht, wir warteten, und aus den paar Wochen wurde ein halbes Jahr. Die Gegend war vollkommen menschenleer, nur wir, der Schnee und die Alaska- wölfe und Alaskabären, keine Mädchen und eben kein Alkohol. Ihr könnt euch denken, was das sür mich bedeutete. Tag für Tag, Abend für Abend der labbrige Tee mit Keks— ich sage euch, nachts wenn ich unter der Alaskakälte litt, träumte ich von Whisky und anschließendem sauren Hering mit Bullrichsalz, um nur desto trauriger zu er- wachen. Also und wie das halb« Jahr bald rum ist und die Expedition schon wieder zum Ausbruch rüstet, gehe ich noch mal auf die Jagd, denn ich mußte diesen ungeschickten Gelehrten natürlich das Fleisch zusammenschießen. Ich hatte auch diesmal Glück, bin ja auch im übrigen nicht gerade un- geschickt, und so schieße ich richtig drei aus- gewachsene Bären, lade sie auf meinen Schlitten und ziehe heim. Es war ein Weg von zwei Stunden, es fror jämmerlich, mindestens sechzig unter Null, und ringsum Schnee, nichts wie weißer Schnee. Wie ich so hinzockele mit den müden Hunden, denke ich an frühere Heimmärsche von der Jagd, wo einen dann zu Hause ein steifer Grog erwartete oder ein Liter Whyisky oder so was, und mir wurde ganz heimwehkrank. Und wie ich denn nun endlich im Lager ankonime, durchfroren, kaputt von der Jagd und Schlitten- führen und Aerger mit den Hundebiestern, und ich trete in den Gemeinschastsraum, und da hocken sie wieder und schlabbern ihren scheußlichen Tee und knurpseln ihren Keks— also da packt's mich. Ich konnte mich nicht mehr halten, wirklich nicht, ich bin von Natur ein friedlicher Mensch, aber jetzt stürze ich aus Miller, den Alkoholseind, los und lege ihm die Hände um Gurgel nebst Vollbart und drücke zu und schreie, während mir rot und grün vor Augen wird:„Gib mir Alkohol, du Schurke, Alkohol, Alkohooool...!— und drücke immer fester zu... Die anderen stürzen ihm zu Hilfe, ich schüttle sie mühelos ab, aber Miller kommt doch für einen Augenblick frei, und da stammelt der Kerl:„Beruhigen Sie sich doch! Ich kann Ihnen Alkohol geben! Es befinden sich zehn Flaschen Wein unter unserem Gepäck ich habe es Ihnen bisher nur verheimlicht, aus Prinzip."— „Zum Deubel mit Ihren Prinzipien, her mit dem Wein!" schreie ich, und wirklich fördert der Lump zehn Flaschen zutage... Das mir' Das mir so lange zu verheimlichen!! Aber Gott sei Dank, jetzt war er jedenfalls da, der Alkohol. Na ja, Schnaps wäre mir lieber gewesen, ich schätze das Konzentrierte— aber Wein ist besser als gar nichts. Ihr könnt euch denken, daß ich keinen von den anderen an die Flaschen ran ließ, so sehr sie nach gieperten. Ich trank die zehn Flaschen allein, es war sowieso zu wenig sür einen richtigen Trinker, und ich merkte denn auch kaum etwas von einem Rausch. Aber ich war so froh, mal saufen zu können, daß ich mich schließlich in eine gewisse Fidelitas hineinsteigerte und endlich zufrieden grunzend in den Kahn kroch. Na, wie ich eine Weile geschlasen habe, merke ich nun doch, daß es das Zeug in sich hat. Ich mache die Augen aus, mir brummt der Schädel, und in der hellen, weißen alaskischen Nacht drehen gute Nacht und gingen jeder nach seiner Richtung. Berger hatte ein wohltuendes Gefühl, so ähnlich wie damals, als er nach seinem Be- such bei der Mutter im leisen Regen ein paar zufällige Worte mit einem zufälligen Menschen gewechselt hatte. Er dachte mit einer gewissen Wehmut daran, wie ihn die damals erwärmt hatten. Weiter bin ich also immer noch nicht, dachte er. In den folgenden Tagen kehrten Bergers Gedanken häufig zu dem Unbekannten und der knappen Stunde, die sie miteinander verbracht hatten, zurück. Auch als Helene und der Junge zurück waren, dachte er noch an ihn. Ich hätte nichts dagegen, ihn wieder zu treffen, gestand er sich. Er machte den Ein- druck, als wäre er ein aufrechter Mensch. Unbewußt verglich er ihn mit Quisthus, den er nie hatte vergessen können. Aber eigentliche Aehnlichkeiten waren keine da. Außer der einen, daß man mit beiden so mühelos reden konnte. Zwischendurch mußte er seine Leichtgläu- bigkeit belächeln.(Fortsetzung folgt.) sich alle Gegenstände um mich. Ich muß gestehen. daß ich unter normalen Verhältnissen diesen Zustand nicht sehr schätze: ober jetzt kostete ich ihn förmlich mit Genuß aus. Es war geradezu Herr- lich, es war direkt heimatlich, wie das Bette zu schaukeln schien, hin und her, wie die Wand auf mich zu kam und wieder weghuschte, und sogar als das gewisse peinliche Gesllhl so langsam aus dem Magen raufkroch, fand ich das herrlich. Aber aufstehn muhte ich schließlich doch und nach draußen gehn und Kühle suchen. Also entklimmc ich mühsam dem Kahn und renne zweimal an der Tür vorbei und finde sie erst beim dritten Mal, wie sichs gehört, und wie ich nun erst durch das Zimmer muß, wo die andern drin schlafen, rollt Millers Bett auf mich zu und saust mir direkt gegen die Schienbeine, aber natürlich weiß ich. daß in Wirklichkeit ich schief gelaufen bin: immer- hin kann ichs nicht hindern, daß ich schwer über den schlafenden Professor sinke, der nun total per- plex die Augen ausmacht und mich anstarrt. ..l bsg vour pa-pa-pa-pardon", stammle ich: aber Miller antwortet:„Mir ist sooo übel, Sylvia!" „Wawawas", stottre ich,„Ih-ih-ihnen ist ü-bcl, wo i-i-ich doch gefosten habe!"— und bis hierher mar alles in Ordnung, so richtig in betrunkener Ordnung. Jetzt aber springt Miller plötzlich aus und schreit:„Was ist denn das..? Die Wände schwanken.! Die Betten kippen..?! Raus! Alle raus! Zu den Seismographen! Das Crd- beben!! Unser Erdbeben ist da.!!" Und die ganze Bande springt raus und saust aus dem Haufe, und ich renne hinterher und schreie nun meinerseits:„Macht doch keinen Unsinn! Es ist kein Erdbeben! Ich bin doch bloß besoffen..!!" — aber keiner hört zu. Und wie der Miller grade ins Labor stürzen will, gibts einen fürchterlichen Krach, und, glaubts oder glaubts nicht, und die Erde tut sich auf und verschluckt Haus und Labor, und wir alle stehn am Rande der Erdspalte und kucken uns an... Und wie der Miller seinen Schmerz über de» Verlust der Seismographen und über die nicht zustande gekommenen Messungen verwunden hat, legt er mir die Hand aus die Schulter und sagt: „Sie haben uns gerettet, wackerer Mann! Sie haben uns gewarnt, uns aus dem Haufe geholt, Sie haben als einziger das Beben bemerkt!" „Aber", sage ich nun,„wieso gerade ich, wo ich doch—" „Nein, Sie waren nicht betrunken, Sie können gar nicht betrunken gewesen sein. Ich habe Sie gestern angeschwindelt, ich hatte ja gar keinen echten Wein, die Flaschen enthiellcn alkoholfreien Wein..!" Ich schlug ihn natürlich sofort nieder, aber ge- rettet hatte ich ihn doch Ves, dies war mein seltsamster Schwips, ein Schwips ohne Alkohol. der in Wahrheit ei» Erdbeben war, damals in Alaska anno 1894!" schloß Sylvio. „1894..? Ich denke, da lagst du am Schwarz- Wasserfieber Sylvio? Holt man sich denn in Alaska das Schwarzwasserfieber..?" „Rede nicht von Dingen, die du nicht verstehst, verdammtes Greenhorn!" schrie Sylvio wütend und ging nach Hause. ffiund um das Kleinauto Schotte kauft Kleinauto. Der Schotte geht in ein Autogeschäst. „Ich möchte ein Kleinauto haben," sagt er. Der AutoHändler zeigt ihm einen hübschen Kleinwagen. Das Kleinauw gefällt dem Schotten, aber er erkundigt sich vorsichtshalber: „Braucht das Auto nicht viel Benzin?" „Ach wo." lobt der AutoHändler seinen Wagen, „das ist eben der Witz, daß dieser neueste Typ nicht viel Benzin verzehrt, nur einen Löffel Benzin!" „Eßlöffel oder- Kaffeelöffel?" fragt der Schotte. FIschejRfiucherw. Obst u. Gemüse Frisches Fleisch Grüne HeringeSWd. 0,36 Kabliau gr., o.K. Pfd. t. 0,18 Schellfischm.K, 0,20 Seelachsjr..«.R..i.|.,PH.». 0,18 Rotbars..... pm. too 0,25 Kabliaufilet Ptd. tob 0,36 Lebende SchleiePflt. 0,45 Steinbeisser ger, Ptd. 0,48 Seelachs geriueh., Pfd. 0,34 Sprotten......... Pfd. 0,24 HeringeinTomaten, 2Dob. 0,65 Lochs in Stücken, Pfd.T. 1,20 Olsardinen.3 Dosen 0,88 Delikateßgurken Owe 0,98 Heringssalat Italien. Salotod.Moyonnaiae.Pfd. 0,58 Zitronen Dutzend van 0,30 Bananen......... Pfd. 0,26 Kochäpfel....... Pfd. 0,14 Mandarinen..3 Pfd. 0,58 Jaffa-Apfelsinen3Pid. 0,58 Tafeläpfel..... 3 Pfd. 0,58 Grünkohl...... 3 Pfd. 0,10 Sellerie.......... Pfd. 0,07 Rotkohl od. w.i.8K..3P(d. 0,10 Wi rsi ngkohl... 3 Pfd. 0.1 0 Kohlrüben....... Pfd. 0,04 Möhrengewaich., 3 Pfd. 0,10 SchwarzwurzelnPfd, 0,25 """*»?,! 0,35 Kalbskatnmo. Big.. Pfd*. 0,40 Kalbsbrusto.Rflcken, Pfd.«. 0,48 Schweinebauch Pfd. 0,64 Schweineschinken ni.Beinod.-Schulterblatt, Pfd. 0.68 Schweinekamm»der -Schuft ohne Big., Pfd. 0.72 Rückenfettbratfortig, Pfd. 0,58 Eisbein mit Spitibein. Pfd. 0,48 Suppenfleisch Pfd. v. 0,48 Rouladen...Pfd. von 0,82 Gulasch....Pfd. von 0,64 Rinderherzen...Pfd. 0,38 Rinderbacken...Pfd. 0,34 Euter.............. Pfd. 0,18 SchwelnekDpfe m.Backo, Pfd. 0,40 Prelsa nur Freilag und Sonnabend,— Lebensmittelzusendung von M. 5,00 an.— Mengenabgabe vorbehalten.— Verkauf soweit Vorrat. iKolbsKeuleSif: NZg ganz und geteilt, Pfd. von 7 IScliwßinßRotßlßtt fj 71 Pfd. von i•* Kassler Q KS mild............. Pfd. von v y v v Leb. Karpfen n>«1 Pfand VOR BuckSinge Pfund VOR 0,26 Schmornelsch n k» Pfd. von WJW1®# | Oderbruoher a mag* Gänse 0,lo Kolonialwaren Tafelreis......... Pfd. 0,12 Bassinreis........ Pfd. 0,14 Patna-Reii....... Pfd. 0,1 8 Eierbandnudeln Pfd. 0,36 Bruchmakkaroni Pfd. 0,36 Eiersternchen... Ptd. 0,48 Viktoriaerbsen. Ptd. 0,18 WeifieBohnen kleine Pfd. 0,1 2 Linsen............ Pfd. 0,15 Erbsen poiieit....Pfd, 0,20 Backobst......... Pfd. 0,35 Aprikosen....Pfd. von 0,44 Prlaumen....Pfd. von 0,22 Pfirsiche........ Pfd. 0,48 Kakao lose, stark entäU Ptd. 0,50 Tee Ioeo...... Pfd. von 3,60 - Wild- Geflügel Rehblatt...Pfd. von 0,68 Wildsehwein- Blatt....... Pfd. von 0,56 HirschblätterPfd.v. 0,56 Puten...... Pfd. von 0,78 Wildragout Ptd. v. 0,28 ftwnhiliiner n es | frisch.......... Pfd. von v jp w V Kaffee I QQ Pfd. von■fWW Worstworen Speckwurst...... Pfd. 0,68 Sülzwurst........ Pfd. 0,68 Hausm.-Leberw. Pfd. 0,82 Fleischwurst..... Pfd. 0,75 Dampfwurst..... Pfd. 0,75 Knoblauchwurst Pfd. 0,98 Mettwurst Brschw. Art. Pfd. 0,88 Jagdwurst....... Pfd. 0,80 Zervelatod.Salami Pfd. 1,08 Speck fett........ Pfd. 0,78 Speck mager..... Pfd. 0,92 Schinkenspeck...Pfd. 1,15 Nußschinken....Pfd. 1,28 Bierwurst........ Pfd. 1,20 Feine Leberwurst Pfd. 0,96 Teewurst......... Pfd. 1,10 Konserven I;iDose Junge Erbsen fein... 0.88 Jg. Erbsen mittelfein 0,68 Gemüseerbsen..... 0,50 Gem.Gemüse mitteif. 0,88 Leipziger Allerlei...0,70 Haushaltmischung ans getrockn. Erbsen... 0,34 Apfelmus............ 0,48 Span. Aprikos. Vjir. 0.72 Erdbeeren........... 0,90 Mirabellen.......... 0,95 Pflaumen mit Stein.. 0,48 Margarine 3 Pfd. 0,74 Käse u. Fette 8 Harzer........... Pfd. 0,25 Kuhkäse......... Pfd. 0,38 Allg. Käse 20°/,...Pfd. 0,38 TiIs.Biackkäse20°/»PÄ. 0,44 Briekäse voliiett, Pfd. 0,58 Steinbuscher)ollfatt.Pid. 0,68 Dän.Schweiz.W/oPfd. 0,62 Tilsiter vollfett...Pfd. 0,68 Edamer, Holl.dOo/i�Pfd. 0,72 Schweizer vclifett, Pfd.>. 0,84 Allerfeinste Molkereibutter..Pfd. 1,16 Molkereibutter.. Pfd. 1,04 Kokosfett...... 3 Pfd. 0,88 Rohschmalz..... Pfd. 0,46 Bratenschmalz..Pfd. 0,48 Wiener Würstchen Pfund 0,95 Gehocliter ScUnhen 'U Pfund 0,28 — Konfitüre Eimer oa. 2 Pfd. Erdbeer-Konfitüre 0,98 Himbeer- Konfitüre....... 0,98 Kirsch-Konfitüre.. 0,98 Preiselbeer- Kompott........ 0,98 — Weine und Spirituosen Prei»e oime Flasche Ltr. 5 Ltr.-/.Fl. 10 Fl. „Cider süss. Apfeiw.0,65, 3,00 1931 er Edenkobener. 0,85, 8,00 Rheinptälz.Weisiwein 0,05, 4,00 St. Martiner Sclilossb. 1.10,10,50 Deutscher Wermut... 0.05. 4,50 I93Ierf llenr erRiesling 1,25, 12,00 Oller Malaga dnnkei, 1,25, 6,00„Esmeradn" Rotwein 1,00, 9,50 Johannisbeerwein Deutscher Weinbrand*** Qualität i Qualität IT Jamalen- Rum-Verschnitt 0,75, 5 ltr. 3,50 0,58, 10 ltr. 5,50 Hi Flastlie 3,75, 10 Flaschan 36,00 Beginn 3. Januar Ausserdem in fast allen Abteilungen Beginn 3, Januar INVENTUR-VERKAUF Frsüag, den 6. Januar Staatsoper unter den Linden JO Uhr Der fliegende Holländer Staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Faust I. Teil Tägl.5 u. 8'/, Uhr MAURICK COLLE A N O PAUL QRAETZ R0BIN8 U.S. W. PtAZA Nibi Sdiies. Bbf. ij.8", Stsi.2, S. II'°0. E 7 WeidiDl 4031 Mme. Fomr.idour fharlsttinstr. 90 Dlnhtff 02! 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