Abend-Ausgabe Nr. 10 BS 50. Jahrg. Reboktion und Verlag, Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernlvrrch«! A � 0lmi DSnhoil 792 bis 29? Selegiammabtef!«! Sojiatbemotroi B-rlvi BERLINER VOLKSBLATT FREITAG 6. Januar 1933 0n Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts.... 10 Pf. Bezugsbedingungen and Anzeigenpreis« siehe Worgenausacrbe Aentvalovga« der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Hitler beimHerrenklub In klagranti ertappt Sie haben alle Angst vor dem Reichstag— sowohl Herr Schleicher als auch Hitler, nur läßt sich Hitler die Angst anmerken. Wäh- rend aus der Angst heraus seine Propagau- disten laut schreien müsien, sucht Hitler angst- lich die Hintertreppe, die ihn zur Macht führen soll. Ein wenig K a i s e r h o f- t h e a t e r und ein wenig Herrenklub- intrige— das sind seine letzten Ausfluchts- mittel. Der Mittelsmann, bei dem Herr Hitler sich mit Papen getroffen hat, ist der Vertrauens- mann Heinrich von Gleichens für die Her- rengefellschaften in Rheinland und Westfalen, ein waschechter Herren- klubmann! Hitler sucht die Vermittlung und die Bundesgenosienschaft des Herrenklubs, aus der lauten Gegnerschaft gegen die feinen Leute in der Oeffentlichkeit ist ein Techtel- mechtel hinter den Kulissen geworden. Es nimmt nicht weiter wunder, daß sich der„Völkische Beobachter" lebhaft bemüht, die Initiative zu dem Techtelmechtel Hitler- Papen Herrn von Papen zuzuschieben. Aus der Beflissenheit, mit der behauptet wird, daß die Einladung nicht von Hitler aus- gegangen sei, leuchtet die Verlegenheit hervor. Die andere Seite jedoch gibt deutlich zu ver- stehen, daß nicht Popen, sondern Hitler die Aussprache gewünsclst habe, und daß dieser Wunsch nicht einmal, sondern mehr- m a l s an Papen herangetragen worden sei. Nachdem beide bei ihrem Techtelmechtel in kiagranti ertappt worden sind, beginnen sie zu streiten, wer angefangen hat. Diese Unterredung sollte geheim bleiben. Herr von Papen. der angeblich in derselben Richtung wie Herr von Schleicher wirken will. hat die Reichskanzlei nicht vorher unterrichtet, und Hitler hat noch vor zwei Tagen erklären lassen, daß Nachrichten über eine bevor- stehende Unterredung mit Papen„den Stem- pel der Unwahrhaftigkeit auf der Stirne trügen". Diese feierliche Erklärung war erlogen. Es mag dahingestellt bleiben, wer von der Enthüllung der Kölner Besprechung unangenehmer überrascht worden ist— Herr von Schleicher oder die harmlosen Anhänger Hitlers. Vielleicht hätte man auch nach dieser Unter- redung vom Braunen Hause die Erklärung gehört, daß alles nicht wahr sei— zum großen Leidwesen der Beteiligten jedoch ist ihre Ankunft vor der Wobnung Schroeders photographiert worden. So kam die Oeffentlichkeit zur Kenntnis der Tatsachen und Herr von Schleicher schließlich noch zu einer Benachrichtigung durch Herrn von Papen. Herr von Schleicher ist freilich auch nicht müßig. Er hat seinen S t r a ß e r im Hinter- gründe, er will, wie die.Kölnische Zeitung" behauptet, mit ihm ein wenig Trevironus spielen, wenn Hitler sich nicht zur Tolerierung verstehen sollte. Herr von Schleicher har außerdem noch vor Weihnachten Unter- redungen mit R ö h m und Gottfried Feder gehabt. Gehören Röhm und Feder auch zu den„K o n j u n k t u r r i t t e r'n" in der NSDAP., wie die neueste Bezeichnung für Gregor Straßer in der NSDAP, lautet? Diese Kulissenspiele sind die Begleit- erscheinung zu der Ausschaltung des Reichstags. Die Methoden der Politik ohne Parlament entsprechen den Erbärmlich- keiten, die dabei herauskommen. In den notwendigen Dingen, so vor allem in ernst- hafter Wirtschaftspolitik und Arbeitsbeschaf- sting geschieht nichts. In Intrigen groß— in der Leistung minderwertig, das ist noch immer das Kennzeichen der Reaktionäre und der Parlamentsfeinde gewesen. Otto Braun bei Schleicher Rrotest gegen Reichskommissar— Das Reich muß das Urteil des Staatsgerichtshofes respektieren heule mllwg Hot eine Unterredung zwischen dem preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun und dem Reichskanzler von Schleicher statt- gefunden. Die Unterredung war gegen l Uhr beendet. Die lange vereinbarte Unterredung hat keineswegs einen besonderen sensati Mellen Cha- rakter, sondern dient, wie auch die erste im De- zember staitgesundene Unterredung zwischen Braun und Schleicher, lediglich der Klärung über die zwischen der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung bestehenden D> s s e> r e n z e» über die Ausübung der der preußischen Staatsregierung nach der Entscheidung des Leip- ziger Staatsgerichtshofs verbliebenen Befugnisse. Ministerpräsident Braun steht, wie die übrige preußische Slaatsregierung. selbstverständlich nach wie vor aus dem Standpunkt, daß die Einsetzung eines Reichskommisjars vom 20. Juli 1932 von falschen Boraussetzungen ausging, daß daher an sich die völlige Zurücknahme dieser Maßnahme nötig und möglich sei. Da aber die Reichsregie- rung sich zu einem solchen Vorgehen nicht ent- schließen wird, wie aus den verschiedenen Mit- tejlungen auch des Reichskanzlers von Schleicher zu erkennen ist, besteht die preußische Staats- regierung wenigstens daraus, daß die Kon- s e q u e n z e n aus der Entscheidung des Staats- gerichtshofs auch von der Reichsregierung gezogen werden, was bisher nach Ansicht der preußischen Staatsregierung keinesfalls geschehen ist. Die Aussprache zwischen Schleicher und Braun soll daher der Klärung dieser fragen dienen. Mau will versuchen, eine Einigung zu erzieieu. Zu den strittigen Fragen gehört u. a. die vom Staatsrat und dem Landtag gewünschte Vorlegung eines Haushaltsentwurfs. Selbstverständlich kann die preußische Staals- regierung einen haushaitseniwurf nur vorlegen. den sie selbst für richtig hält und dem Lavdtag gegenüber vertreten kann. Um einen solchen Haushalt aufzustellen, muß natürlich die Staatsregierung die Richtlinien des 5z aushalts best im- in e n und bei wichtigen E i n z e l p o st e n vorher die Entscheidung tressen. Dazu ist not- wendig, daß sie sich der Beamten der einzelnen Ressorts bedient, was ihr aber vorläufig von den Kommissaren verweigert wird. Außerdem ge- nügt nach Meinung der preußischen Staatsregie- rung die bisherige Zusammenarbeit zwischen den Kommissaren des Reiches und der Staatsregie- rung auch den bescheidensten Anforderungen nicht. Die Lertretung der Interessen Ernst von Borslg Bedeutencler Berliner Wirtschaftsführer gestorben Es geht schnell mit den deutschen Wirtschafte- sührern. Bor wenigen Tagen ist Cuno, der elegante Wirtschaftsführer ohne Verdienste und der kostspieligste Kanzler des Deutschen Reiches, gestorben. Jetzt ist Ernst von B o r> i g, die typische Gestalt des deutschen Kapitalismus, einer Herzlähmung erlegen. Ernst von Borsig ist 63 Jahre alt geworden. Er ist auf seinem Landgut gestorben. Alle großen reaktionären Wirtschastssührer Deutschlands sterben aus ihren Landgütern: denn es ist kenn- zeichnend für das Scharfmachertum. daß sie sich innerlich verbunden fühlen mit dem Geist des Agrariertums, für den das Volk eine reaktionäre Masse ist, das man zwar ausbeutet, von dem man sich ober fernhält. Ernst von Borsig war ein Unternehmer älteren Schlages und er war ein schlechter Unternehmer. In der Reihe derer von Borsig bildete er mit seinem Bruder Konrad die dritte Generation. Er hatte ein großes Erbe über- nommen, und er war, wie man das so oft bei den späteren Generationen erfolgreicher Unternehmer- Pioniere erlebt, ein schlechter Verwalter dieses Erbes. Man weiß noch, wie der Bankrott der Firma Borsig im vorigen Jahre wie eine Bombe einschlug. Dil Zahlungsunsähigkeit der Familie Borsig war mehr als'ein Wirtschaft- iicher Unglücksfall, sie war ein Symptom jür die Lebensunjähigkeit eines Unternehmertums, wie es von den Borsigs repräsentiert wurde. Der Borsig-Geist war nämlich ein b e- sonderer Gel st. Wie die Borsig-Unter- nehmungen Familienbesitz waren, so glaubten die Borsigs auch an die Ewigkeit des patriarchalischen Unternehmertums. Die Borsig-Betriebe blieben hinter den Erforder- nissen ihrer Zeit zurück, aber es fiel den Borsigs nie ein, an eigene Schuld und Berantwortlichkeit dafür zu denken. Sie machten den neuen organisatorischen Geist dasür verantwortlich und wollten zurück zu einem Patriarchentum, deren Form die Werksgemeinschast sein sollte. Die orga- nisierte Masse war ihnen ein Schreckbild, obwohl sie selbst mit der kapitalistischen Expansion diese Masse, die hilflos war, wenn sie sich nicht orga- nisierte, erzeugten. Dieser Barsig-Getst wurde bestimmend für die Sozialpolitik der Unternehmer in Deutschland: denn Ernst von Borsig war führend im Verein Berliner Meiallindustrieller, und er „Deutsdie Rrre volution Reichstagspräsident Gering:„Ich melde mich d. u., und jetzt kommt erst die richtige nationale Revolution in Schlafrock, Filzpantoffeln und mit doppelter Aufwandsentschädigung." Preußens im R e i ch s r a l kann natürlich nur dann einigermaßen geschehen, wenn die Rechtsauffasiung der preußischen Regierung auch durch die stellvertretenden Bevollmächtigten zuin Reichsrat gewährt wird Auch hier mangelt es noch durchaus an der nötige», vom Staatsgerichts- Hof als selbstverständlich vorausgesetzten Bereit- Willigkeit, der preußischen Staatsregierung im Nahmen der ihr verbleibenden Rechte entgegen- zukomnien. * Da der R e i ch s r a t nach der Weimarer Verfassung bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Reiches mitwirken muß, müssen natürlich die preußischen Staatsminister über den Gang der Geschäfte in Preußen unter- richtet sein. Heute ist die Verbindung mit den preußischen Ministerien so gut wie abgebrochen. Die preußische Staatsrcgierung versucht daher im Interesse des Landes Preußen und im Jnteresie des Reiches die loyale Ausführung der Entscheidung des Leipziger Staatsgcrichtshofs vom Oktober 1932 zu erreichen, was ihr unter der Reichskanzler- schaft von Papen dank dem Widerstand der Kam- missare in Preußen, der Herren Bracht und Ge- nassen, nicht gelungen ist. Ob ibr Bemühen beim Reichskanzler von Schleicher mehr Erfolg haben wird, muß die Zukunft lehren! war viele Jahre lang der erste Präsident der Vereinigung der A r b e i t g e b e r v e r- bände. Es war dieser Geist, der die deutschen Unternehmer auf Adolf Hitler schwören und aus die Nazis hoffen ließ, und Ernst von Borsig war ja auch einer der ersten, der mit den Nazis die Verbindung aufnahm. Der Borsig-Geist im deutschen Unter- nehmertum wird mit dem Hinscheiden Ernst von Borsigs noch nicht tot sein. Die Hoffnung auf seine Renaissance durch die von den Nazis erwartete Herbeiführung des Faschismus hat seit der Verkundung der antikapitalistischen Sehnsucht durch die Nazis einen ernsten Knax bekommen. Die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands ist auf dem Wege, die Hoffnungen der Unternehmer auf den deutschen Faschismus vollends zu zerstören. Sie wird in unentwegtem scharfen Kamps« für VoUssreihest und eine neue Gesellschaftsordnung dem Borsig-Geist in ganz Deutschland ein hossentlich baldiges Ende be- reiten. U Die Gläubiger Nazi-Schulden heim Herrenkluhisten Köln, 6. Zauuor. Die„Rheinische Zeitung" teilt heute mit, daß der Barou von Schröder, in dessen Wohnung am Mittwoch die Zusammenkunft zwischen hiller und Popen slattsand, von dem Nachfolger Straßers im Braunen Haus, L e y. nicht weniger als 140000 Mark zu erhallen hat. von diesen 140 000 Mark sind SO 000 Mark durch die Pfändung einer Leibrente des Prinzen zu Schaum- -burg-Lippe gesichert, während die restlichen Schulden in höhe von 60 000 Mark nach wie vor aus das Konto des Herrn Ley fallen. Nazi-Bolschewiflen Die Wahl von Qiemnitz Di« Gesolgschast Hitlers in Chemnitz hat mit ihrer Unterstützung der Kommuni st en bei der Wahl des Präsidiums der Stadwerord- netenoerfammlung geglaubt, einen besonders schlauen Trick gegen die Sozialdemokratie zu voll- führen. In Wirklichkeit hat sie nur aufs neue die Brüchigkeit aller ihrer Theorien demonstriert. Die Sozialdemokraten haben mit 17 Sitzen (nicht 10, wie infolge eines telephonischen Ueber- mittlungsfehlers in der Morgenausgabe zu lesen war) in der vorhandenen Linksmehrheit die erste Stelle. Ihnen standen 14 Kommunisten gegen- über. Beide Parteien gemeinsam bilden gegen den Bürgerblock die Mehrheitsfront. Um aber zu ver- hindern, daß die Sozialdemokratie in die Stich- wohl und dann, nach der Vereinbarung mit den Kommunisten, zum Siege gelange, stimmten fünf Nationalsozialisten austrags- gemäß für den Kommunisten, so daß diese m die Stichwahl mit dem Nazikandidaten kam. Di« Rechnung war darauf abgestellt, daß We Sozialdemokraten aus Verärgerung den Kommunisten nicht wählen und ein Nazi durch politischen Taschenspielertrick gewählt würde. Die Rechnung hatte aber ein Loch. Die Sozialdemo- kratie hielt sich an die Vereinbarung. Infolge- dessen schied sie zwar selber aus, aber es wurde kein Anhänger der Nazis und ihrer Trabanten gewählt. Für die Hitlerei. die landauf, landab den Kampf gegen den Bolschewismus predigt, um die Besitzbürger einzufangon, war die Wahl von Chemnitz eine Gelegenheit, die V e r- logenheit ihrer Propaganda auf- neue vor aller Welt bloßzustellen. Die B o l s ch e- w i st e n w a h l von Chemnitz soll den Nazis nie und nirgends vergessen werden! Aufmarsch gegen die Morbbanditen Nazi'Gememdepolitik >VokIk»Ilrt5imt:erst;iitzunxen und Schulunterricht fallen aus kiel, 6. Januar. Mit besonderem Stolz sprachen die Nazis in Schleswig-Holstein von dem Bauern- darf Achtrup, in dem fle bei den Wahlen eine Fünsscchsteimehrheit bekommen hallen. In diesem Dorf konnten sie zeigen, wie eine nationalsozialistische Gemeindepolitik aussieht. Wie die Nazis die Gemeindeaufgoben be- wällig» haben, ist mi» deutlicher klarheil aus folgendem Vorkommnis ersichtlich: Der Gemeindevorsteher holte sich dieser Tage sämtliche Steuerzahler der Gemeinde zusammen, um sie von dem Unheil des feit zwei Jahren betriebenen Steuer st retks der Nazi» b a u e r n zu überzeugen. Von 188 Steuerzahlern zahlen nur 48 einen Teil ihrer Steuern. 14» zahlen seit zwei Jahren keinen Pfennig. Die Steuerstreikenden sind mit 3(1(MX) Mark im Rückstände, und zwar mit 12 VW Mark Staatssteuern, 16 AM) Mark Gemeindesteuern und 2(M1() Mark sonstigen Steuern. Jetzt besteht die Gefahr, daß die Gemeinde ihre Unter st ützungszahlun- gen einstellen und auch der Schulu.iter- richt aufgegeben werden muß. da die Gemeinde kein Geld mehr hat, die Heizung zu bezahlen. Ob bei dieser Art Erneuerer des Reiches die Mahnungen des Gemeindevorstehers, jetzt endlich Steuern zu bezahlen,. Erfolg haben werden, dürfte mehr als fraglich sein. Gefährliche Experimente Explosion im Laboratorium Im hygienischen Institut der Berliner Universität in der Dorotheenstrahe 28« ereignete sich heule vormittag eine folgenschwere Explosion, bei der zwei Personen Brandverlehungen erlitlen. Gegen Hll Uhr war der Chemiker Dr. C h a r g f f mit Versuchen an einem söge- nannten Schüttelapparat beschäftigt. Der Apparat besteht aus einem Holzgestell, in dem ein großer Glasballon eingebaut ist. In dem Ballon befand sich P e t r o l ä t h e r. Aus noch ungeklärter Ursache explodierte der Inhalt und der Apparat riß auseinander. Eine mächtige Stich- flamme schoß hervor. Dr. Chargff und ein 32 Jahre alter Heizer Sonnen bürg aus der Marktstraße 8 in Lichtenberg wurden von der Flamme getroffen. Während der Chemiker mit leichten Verletzungen davonkam, mußte der Heizer durch die Feuerwehr in die CHante gebracht werden. Durch die Explosion wurde Putz von den Wänden gerissen und einige Gegenstände in Brand gesetzt. Das Feuer konnte von der Feuerwehr im Keime erstickt werden. Bahnhossrazzia ,,.Alex" unter Polizeikontrolle Mit Unterstützung von Schupobeamten unter- nahm in den frühen Morgenstunden die Fahn- dungslnspektwn der Kriminalpolizei eine große Razzia am A l e x a n d e r p l a tz. Es wurden nicht nur die Wartesäle des Bahnhofes, sondern «ich die angrenzenden Straßenzüge der Markthalle usw. kontrolliert. Die Such« galt Per- sonen, die von außerhalb nach Berlin kamen, um hier Unterschlupf zu finden Gleichzeitig wollte man „fliegende" Händler mit Wildpret kontrollieren. Die Erfahrung hat gelehrt, daß Wilderer ge-wöhn- Funk überfüllte Versammlungen in Dresden Sie laufen weg... Lnd Hitler läßt warnen Aus der Hitler-Presse erfährt man, daß der „hauptpressewart der Nationalsozialistischen Ju- gendbetriebszellen" in Berlin-Steglitz, Schäfer, zu Otto Straßer übergegangen sei. Er habe mit seinen Freunden Heinz Gruber(Deck- name: heigru) und Grieksch-Franke (Deckname: Hildebrandt) versucht, die Hitlerjugend zu zersetzen. Vor den Leuten wird nazi-parteiamtlich ge- warnt. Schön. Aber vielleicht kann die„legale" Parteiführung auch glaubhaft— nicht etwa bloß „parteiamtlich"— Auskunft darüber geben, wozu all die jungen Leute in der„legalen" Hitler-Be- wegung die illegalen Decknamen be- nötigen? U. A. w. g.! Eigener Bericht des„Vorroärts" Dresden, 6. Januar. Fünf von der Sozialdemokratischen Partei ein- berufene überfüllt« Versammlungen, die polizeilich abgesperrt werden mußten, erhoben am Donners- tagabend Anklage gegen das nationalsozia- listische Mordbanditentum, dem der SA.-Mann hentsch zum Opfer gefallen ist. Landtagsabgeordneter Geiser, der auch im Landtag nn Auftrag der sozialdemokratischen Frak- tion die Mordangelegenheit behandelt hatte, faßte in einer der Versammlungen die Tatsachen noch einmal knapp zusammen und wies, wiederholt von Entrüswngssturm unterbrochen, auf die Beziehun- gen zwischen der Polizei und den hakenkreuzlern sowie' auf die Verwandtschaft zwischen dem der Mitwisserschaft verdächtigen N a z i a b g e- ordneten Dr. Bennecke und dem Dresdener Oberstaatsanwalt Viermetz hin. Die näch- sten Angehörigen des hentsch waren in der Versammlung erschienen, um ihre Verbunden- heit mit der Sozialdemokratie zu bezeugen, deren Hilfe sie gegen die Mörder gesunden hatte. In den Versammlungen wurde eine Eni- schließung angenommen, in der von den Behörden verlangt wird, daß die Untersuchung mit aller Schärfe geführt werde und die Beamten, die bisher bei der Untersuchung versagt hätten, beson- ders der Kriminalrat Vogel, der den einen Mörder des hentsch hat entweichen lassen, von der Mitarbeit ausgeschlossen sein sollen. -k Die Staatsanwaltschaft hat, um vor allem die Frage zu klären, w o der Mord an dem SA.- Mann Hentsch verübt worden ist, in den letzten Tagen neue Nachforschungen in und bei Malter vorgenommen. Namentlich am Donners- tag wurden sehr umfangreiche Ermittlungen mit Hilfe einer großen Beamtenzahl durchgeführt, doch war das Ergebnis nicht allzu belangreich. Immer- hin wurde ein blutgetränkter Sack auf- gefunden, dessen chemische Untersuchung ergeben muß, ob Menschenblut daran hastet oder ob es sich um einen Sack zum Transport von Wild handelt, der weggeworfen worden sein könnte. Auch wurden zwei Einwohner von Paulsdorf und Malter vernommen, die in der Mordnacht Schüsse gehört haben Die Staatsanwalt- schaft gelangt immer mehr zu der Auffassung, daß der Kameradenmord nicht in Dresden, sondern in der Nähe der Fundstelle der Leiche verübt worden ist, doch ist der genaue Tatort noch nicht einwand- frei festgestellt worden. Im übrigen werden täg- lich Personen vernommen, die Angaben mehr oder minder bedeutungsvoller Art machen. Mord in Breslau Die Täter Heines-Gardisten Eigener Bericht des„Vorwärts" Breslau, 6. Januar. Am Donnerstag gegen 21 Uhr wurde(wie bereits in einem Teil der Morgenausgabe mitgeteilt) im Norden Breslaus am Waschteich eine Gruppe von Mitgliedern der Sozialistischen Arbeiterjugend von politisch Andersdenkenden, ver- mutlich Nationalsozialisten, überfallen. Es kam zu einer schweren Schlägerei, in deren Verlauf der jugendliche der SAZ. angehörige Arbeiter Friß h a n i s ch einen Messerstich in die hals- gegen d erhielt. Der schwerverletzte hanisch wurde sofort in das Allerheiligenhosxital überpesührl, wo er kurz noch seiner Einlieferung verstarb. Das Ueberkallkommando nahm zahlreiche an den Auseinandersetzungen beteiligte Personen fest und führte sie zur Vernehmung der politischen Polizei zu. Die Verhaktelen, unter denen der Täter bereits festgestellt werden konnte, sind S A.- Leute. Der Name des Mörders wird von der Polizei vorläufig noch nicht bekanntgegeben. Außer dem bereits gemeldeten Mord an dem jungen sozialdemokratischen Arbeiter hanisch wird eine weitere Gewalttat der braunen Horden des Herrn Heines bekannt. In den Abendstunden des Donnerstag oerübte ein Trupp von uniformierten SA.-Leuten einen planmäßigen Ueberfall aufeinheimder Breslauer Gewerkschaftsjugend in der Lohestraße. Die hakenkreuzler drangen in das heim ein, ver- prügelten mehrere Jugendgewerkschafiler und ent- rissen ihnen die Abzeichen. Nur durch das sofortige Eingreifen der Polizei konnten weitere schwere gewaltsame Auseinandersetzungen verhindert wer- den. Die vpn den Nazis bedrohken Mitglieder der Gewerkschaftsjugend wurden unter Polizei- lichem Schutz nach Hause gebracht. Das bestürmte heim in der Lohestraße gehört der FdA.-Jugend. Die Häufigkeit der nationalsozialistischen Roheitsakte in der schlesischen Hauptstadt läßt den Eindruck entstehen, daß es sich um eine von den verankwortlichen Stellen der schlesischen NSDAP, offenbar gewünschte und v e r a n- laßte neue Terrorwelle handelt. Es ist nicht das erste Mal. daß die schlesischen Provinz- größen der Hitler-Partei mit solchen Methoden einen Druck auf die großen politischen Entschei- düngen im Reich auszuüben versuchen. In Görlitz läuft zur Zeit ein großer Prozeß gegen Naziterroristen, die vor Gericht zugaben, daß man sie zu den Terrorakten von der NSDAP.- Zentrale in Görlitz aus veranlaßt habe, weil ein Druck auf die Regierunqsverhand- lungen in Berlin ausgeübt werden sollte. Der Schuß auf den pg. Geständnis des �lazischutzen Aus Magdeburg wird gemeldet: Das Verbrechen am Neujahrsmorgeu aus dem Breiten Weg in Magdeburg hat insofern seine vorläufige Aufklärung gefunden, als es der Polizei gelungen ist, den Nationalsozia- listen ausfindig zu machen, festzunehmen und zu einem Geständnis zu bewegen, der den Nazi- Redakteur Bartholdy niedergeknallt hat. Es ist der 2ö Jahre alte Bernhard Lucie, Mitglied der Nationalsozialistischen Partei und nach eigener Angabe des Magdeburger Nazi- blattes bis Anfang Oktober 1332 Angehöriger der SA. Krieger fordern Frieden Internationale der Kriegsopfer In Berlin tagen zur Zeit die beiden großen internationalen Kriegsopferorganisationen Ciamac und Fidac. Die Ciamac umfaßt Organisationen der Kriegsopfer aus allen am Krieg beteiligt ge- wesenen Ländern; sie hat 3% Millionen Mitglieder. Von deutscher Seite gehören ihr der Reichsbund der Kriegsbeschädigten und das Reichs- banner an. Die Fidac ist eine Organisation der Kriegsteilnehmeroerbände aus den ehemals alliier- ten Ländern und aus den neuen Staaten im Osten. Sie hat etwa 4 Millionen Mitglieder. ★ Der Zweck der Konferenz ist die Vorbereitung einer Manifestation an die Abrüstungskonferenz. Die ehemaligen Kriegsteilnehmer aller am Krieg beteiligt gewesenen Länder wollen auf die Ab- rüstungskonferenz zur Erreichung eines positiven Ergebnisses einwirken. Die Kämpfer des letzten Krieges oerlangen den Frieden. Die großen Organisationen der Kriegsopfer treten in Berlin zum erstenmal gemein- sam auf. Die Abrüstungskonferenz wird an der Willensäußerung eines Welttreffens der ehemaligen Kriegsteilnehmer, das der Berliner Konferenz im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung der Abrüstungskonferenz i n Genf selbst folgen soll, nicht achtlos vorüber- gehen können. urteil hatte S. Revision angemeldet. In den letzten Tagen hat S. nun„ausgepackt" und ein« Reihe von Bankleuten genannt, die an den umfangreichen Schiebungen beteiligt waren. Diese Angaben waren so detailliert, daß von der Staatsanwaltschaft die Festnahm« der Beschuldigten veranlaßt wurde. Für die Beteiligung an den Devisenschiebungen sollen drei Berliner Bankhäuser, darunter das Bank- gefchäst Laband, Stiehl u. Co., in Frage kommen. Die Aktien sind offenbar über Holland gegangen. Als„Hauptlieferant" wird die Firma L e e j e r aus Amsterdam genannt. (ich selbst in Berlin in der Nähe der Markthalle ihre Beute absetzen. Es wurden 2l1SPerIonen, davon öl Frauen, zwangsgestellt und aufs Präsidium gebracht. Nach Prüfung der Papiere sind sie alle bis auf 8 wieder entlassen worden. Todesfahrt im Autobus 3 Tote, 7 Verletzte am Bahnübergang Wien, 6. Januar. Der in Wien um 20.30 Uhr fällige Schnellzug Prag— Wien ist am Donnerstagabend mit einer Stunde Verspätung eingelrosseo. wie bekannt wird, ist die Ursache dieser Verspätung ein Zu- sammensloß zwischen dem Zuge und einem A u l o b u s, der sich in der Nähe der noch auf tschechoslowakischem Gebiet liegenden Grenzstation Lundenburg ereignete. Bei diesem Zusammenstoß wurden drei Personen ge- tötet, vier schwer und drei leicht verletzt. An der Stelle, wo sich der Zusammenstoß er- eignete, führt die Straße eine Zeitlang in der Richtung der Eisenbahnlinie. Der Autobus fuhr in rascher Fahrt die Straße entlang und suchte anscheinend den Zug zu überholen, wobei er zweimal noch vor dem Zuge die Bahnübergänge kreuzen konnte. Beim dritten Bahnübergang fuhr er in eine Schranke, die er zertrümmerte. Dieser kleine Aufenthalt genügte aber, einen Zu- fammenstoß mit der Schnellzugs- lokomotioe herbeizuführen, durch die der Auto- bus völlig zertrümmert wurde. Die Lokomotioe des Zuges wurde leicht beschädigt. Die Trümmer des Fuhrwerks und die unter ihm begrabenen Per- sonen wurden einige hundert Meter weit fort- geschleift. Im Zuge befindliche Aerzte leisteten den Verletzten sofort die erste Hilfe. Der letzte Wagen des Zuges wurde ausgeräumt und nahm die Verletzten mit nach Lundenburg, wo sie in das nächstgelegene Spital gebracht wurden. Der Kraftwagenlenker, der gleichzeitig Eigentümer des Wagens ist, wurde nur leicht verletzt. Die Insassen waren Bauern, die von einem Jahrmarkt in der Nähe zurückkehrten. Neue Devisenaffäre 3echs Berliner Bankleute festgenommen Wegen schwerer vergehen gegen die Deviseu- beslimmungen sind in den gestrigen Abendstunden aus Veranlassung der Staatsanwaltschaft sechs Berliner Bankleute festgenommen worden; werden heute dem vernehmungsrichter im Polizei- Präsidium vorgesührl, der darüber Beschluß sassen wird, ob Haftbefehl gegen sie erlassen werden soll. Die Devisenschiebungen scheinen nach dem bis- herigen kurzen Untersuchungsergebnis weitere Kreise zu ziehen. Die ganze Angelegenheit ist durch den Münchener Devisenschieber S. heraus- gekommen, der zur Zeit im Untersuchungsgesäng- ms sitzt. S. ist zu Anfang Oktober vergangenen Jahres wegen Deoisenschiebungen zu 3 Jahren vier Monaten Gefängnis und 100(MX) Mark Geldstrafe oerurteilt worden: er hat in kurzer Zeit für etwa ö bis b Millionen Mark Aktien ver- schoben. Nach dem abschließenden Gerichts- Freitod durch Gas Lclhstmord eines Kommerzienrates In seiner Wohnung in der h e i l b r o n n e r Straße in Schöneberg verübte in der ver- gangenen Nacht der 61 Jahre alte Kommerzienrat Ferdinand Frank Selbstmord durch Gas. Als die Tat kurz vor 1 Uhr von Angehörigen entdeckt wurde, war der Lebensmüde bereits tot. Die Sanitätsbeamten der Feuerwehr bemühten sich längere Zeit vergeblich um den Leblosen. Wie es heißt, sollen wirtschaftliche Verluste das Motiv zur Tat sein. Nazis immer aktiver Ein neuer frecher Lieherfall In der vergangenen Nacht gegen 142 Uhr kam es in dem S ü n st l e r l o k a l„Die Lunte" in der Eislebener Straße 11 im Westen Berlins zu nationalsozialistischen Ausschreilungen, die sich osseukundig und bewußt gegen die in jenem Lokal zahlreich verkehrenden linkspolilisch einge- stellten Künstler und Literaten richlele. Dieser un- verschämte llebersall ist neben den immer noch unaufgeklärten Lichtenrader Nazimord- taten und anderen nationalsozialistischen Gewalt- taten ein Dokument jener herrlichen Zeit, in der wir nun schon ein halbes Jahr leben. Nachdem ein uniformierter Nationalsozialist mit einem der Gäste eine Auseinandersetzung gehabt hatte, stürmte plötzlich eine größere Gruppe von Nationalsozialisten in die Gaststätte und provo- zierte in der frechsten Weise eine Schlägerei, bei der drei anwesende Gäste durch Faust schlüge am Kopf ver'etzt wurden. Auch Einrichtlingcgegenstände wurden bei dem sich entwickelnden Handgemenge demoliert. Während der größere Teil der an den Ausschreitungen Betei- ligten vor dem Erscheinen des Ueberfallkommandos entkommen konnte, wurden zwei der Täter fest- genommen und der Politischen Polizei zugeführt. Gegen 2 Uhr nachts wurden die Tür- und. Fensterscheiben des kommuniftsschen Verkehrs- lokals von Lange in der Wicleffftraße 4ö in Moabit von Nationalsozialisten«in» geschlagen. Für Geid alles— auch Kunst Hinter den Kulissen des amerikanischen Films Gewissen?- Kenn iS! Kfoxsses und der Rektor Eigener Bericht des„Vormärts" Braunschweig. 6. Januar. In einer überfüllten öffentlichen Versammlung machte der Vizepräsident des Landtags, Genosse Riete ausschencrregende Mitteilungen über eine Unterredung zwischen dem Nazi- minister Klagges und dem Rektor der Technischen chochschule, Professor Dr. G a ß n e r. Ans die Ankündigung Klagges', er werde aus der Hochschule eine„n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e M u st e r a n st a l t" machen, habe Professor Dr. Gaßner erwidert, eine solche Entwicklung könne er mit seinem Gewissen nicht ver- cinbaren. Darauf antwortete Klagges wörtlich: ,.2hr Gewissen, das kenne ich. Sie haben Ihre Pflicht zu tun!" Der weit rechtsstehende Rektor hat sich trotzdem nicht einschüchtern lassen, nur seinem Gewissen folgend zu handeln und das Ansinnen des Herrn Klagges abzulehnen. Aber dieses Ansinnen an sich, wie die klassische Aeußerung über das Ge- wissen, sollen der Mitwelt nicht verloren gehen! Kunstreiters hlot Zugleich Regierungskuhhandel und Opposition— Adolf, wenn das nicht schief geht! KredUkitndtgung Ein Schlag gegen Polen Warschau, 6. Januar. Eine der größten Maschinenfabriken Polens in Warschau, Lilpop, Rauh u. Löwen st ein, hat ihren Angestellten und Beamten gekündigt. Auch den Arbeitern soll demnächst gekündigt werden. Dies ist daraus zurückzuführen, daß das amerikanische Bankhaus Mellon die Kredite von etwa 16 Millionen Dollar gekündigt hat. Der seit fünf Jahren zwischen der Firma und dem Bankhaus Mellon laufende Vertrag ist gelöst. Der vernichtende Schlag der plötzlichen Kredit- entziehung dürfte nicht zuletzt mit der Weigerung Polens, seine Kriegeschulden an Amerika zu zahlen, zusammenhängen. Nicht minder ist die polnische Eisenbahn betroffen, die dank der amerikanischen Kredite den größten Teil ihres Bedarfs an Waggons und Maschinen durch diese Firma decken ließ. Da ernstliche Kredithilse von der Regierung oder der Staatsbank so gut wie aussichtslos erscheint, dürfte die Betriebs- e i n st e l l u n g der Fabrik in kurzer Zeit zu erwarten fein. Herriot an USA. Eigener Bericht des„Vormärts" Paris, 6. Januar. Die Zeitschrift„Annales" veröffentlicht einen Brief H e r r i o t s an das amerikanische Volk, der das verderbliche Mißverständnis zwischen Frankreich und Amerika infolge der Verweigerung der Schuldenzahlung beseitigen soll. Herriot schreibt u. a.:„Kein vernünftiger Mensch kann zulassen, daß das Schuldenproblem noch 6 6 Jahre lang auf der Welt lastet. Wir brauchen jetzt aufbauende und nicht zer- störende Lösungen, wie sie die Ueber- tragung von Schuldsummen ohne Gegenleistung in Waren darstellen würde. Was wir heute wünschen, ist, daß Frankreich und die Vereinigten Staaten sich über die Vollendung des in Lausanne unternommenen Werkes ver- ständigen."_ KoHZenftreW in Belgien Brüssel, 6. Januar. An verschiedenen Stellen des Borinage Kohlen- gebiets sind Teil- und Proteststreiks aus- gebrochen, weil die Grubenbesitzer nicht daran gehen, die niedrigsten Lohnsätze aufzuwerten, wie sie es bei Beendigung des großen Kohlenstreits im Sommer versprochen hatten. ..Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochen- schrift, liegt der heutigen Postauslage bei. Marlene Dietrich ist von ihrer Filmgesellschaft auf Schadenersatz verklagt worden, weil sie sich aus„Launenhaftigkeit und Reklame- sucht" geweigert haben soll, eine Rolle zu über- nehmen.(Inzwischen ist aber die Klage schon zurückgezogen.) Welche Gründe einen Filmschau- spieler geradezu zwingen können, eine Rolle ab- zulehnen, kann man nur oerstehen, wenn man die Gepflogenheiten der amerikanischen Film- industrie bei der Stoffwahl kennt. Marlene Dietrichs Regisseur, Josef von Sternberg, der soeben in Berlin eingetroffen ist, hat denn auch den Sachverhalt öffentlich richtiggestellt Cr hat daran erinnert, daß er wie die Künstlerin sich schon gegen die„Blonde Venus" mit„Hän- den und Füßen" gewehrt habe, gegen„das lächerliche Manuskript", dessen Derfil- mung man ihm zugemutet habe. Aber gegen das Buch, das die Dietrich zetzt drehen sollte, sei„der Venus-Stoff noch hohe Kunst" gewesen! In einer amerikanischen Filmgesellschaft ist nicht etwa das Atelier der wichtigste Raum, wie man vielleicht annimmt: dies ist vielmehr die Abteilung der Firma, wo die K a s s e n r e p o r t e aus ganz Amerika und dem Ausland geprüft und analysiert werden. Diese„Box Office" ist sozusagen der Richtpunkt für die gesamte Produktion, die letzte Instanz, die über die Wahl des Themas, des Drehbuchs, des Regisseurs und der Stars ent- scheidet. Noch mehr: diese Abteilung ordnet geradezu an, aus welchem Stoffgebiet der neue Film genommen werden soll. Wenn die Kassenreporte beispielsweise ergeben haben, daß ein Film aus dem Leben der Journalisten, der Unterwelt oder der Aerzte— selbstverständlich immer romantisch verklärt— volle Häuser erzielt hat, so wird einfach angeordnet, das fürs erste nur noch solche Filme gedreht werden dürfen, die Journalisten, Gangsters oder Aerzte zu Helden Lsfth'dsrunAen Hitler hat zu Neujahr für eine Anzahl Funktionäre seiner Partei „Ernennungen" ausgesprochen. .enge, klebe dir mit Kleister Tressen au! das Achselband. Hitler hat zum Aufmarschmeister Gestern dich ernannt. Bist du auch kein Anfgewedster, Kannst dn doch noch Höhres werden: Unlergruppenstabsinspektor Bei den Oberdienstbehörden. Feraeflüditlingsherbergsvater Mit dem Ordensschmuckbehang, Ganz Geheimer Mordberater Im Standartenführerrang. Wie der Osaf so erörtert, Wo du wärest hinzustellen, Da gehört er selbst befördert ... In ein Haus mit Gummizellen. Hans Bauer. Programmglossen Die Funkstunde sandte: Für eine Uebertragung von Beethoven- Sonaten, gespielt von Arthur Schnabel, wird jeder musikalisch Gebildete dem Rundfunk Dank wissen, auch dafür, daß solche Uebertragung in der günstigen Zeit von 8 bis 9 Uhr abends stattfindet. Aber es hätte nur Ehrfurcht vor der Kunst Beethovens und dem Können ihres Nach- gestalters Schnabel bedeutet, wenn Berlin und der Deutschlandsender sie nicht gleichzeitig über- mittelt hätten. Der Hörer, der sich Musik- begleitung zum Abendessen einschaltet, nimmt, wenn er nichts anderes hat, auch mit Beethoven- Sonaten vorlieb. Solche wichtigen Nebensächlich- leiten zu erkennen und zu berücksichtigen, gehört auch zu den kulturellen Verpflichtungen des Rund- sunks. Es ist vielleicht auch mehr als nur eine Frage des guten Geschmacks, wenn man. während die Zeitungen voll sind von der Brandkatastrophe der „Atlantique", eine„Moritat" auf eine Schisssexplosion singen läßt. An sich ist es sehr amüsant, alte Leierkasten- und Bänkel- sängerlieder auszugraben. Die Funkstunde hätte bei der Zusammenstellung dieser Sendung aber bei Kate Kühl in die Lehre gehen sollen, die in ihrem Programm Schauergeschichten, raman- tische Balladen und sentimentale Liebesliedcr richtig zu mischen versteht. Eine derartige Programmzusammenstellung wäre zweifellos unterhaltender gewesen als diese einstimmige Addition von Moritaten. Ein brennendes Zeitproblem wurde abends um Viö Uhr behandelt:„Läßt sich eine Frau auf der Straße ansprechen?" Selbst- verständlich war auch her„Zeitpunkt" höchst aktuell: er brachte, wie die Sendungen des Herrn haben. Selbstverständlich stürzt sich auch die Konkurrenz auf denselben Stoff. Jede Filmgesellschaft hat eine Redaktion. „Editorial Office" genannt. Die Mit- arbeiter dieser'Abteilung habe» jedes neuerfchei- nende Buch zu lesen und jeder Ur- oder Erstauf- führung im Theater beizuwohnen. Sie lesen auch alle ausländischen Stücke und Romane, die ihnen von besonderen Agenturen geliefert werden. In riesigen Leseräumen sitzen diese Lektoren über ihren Schreibtischen, stumm und bewegungslos wie Muinien, und lesen von morgens bis abends. Sie beziehen wöchentlich 56 bis 166 Dollars. Dafür haben sie kurze Referate über das Gelesene anzufertigen und die Kataloge aus dem Laufenden zu halte». Außerdem beschäftigt die Gesellschaft noch externe Mitarbeiter, die für jedes Buchreferat 5 bis 16 Dollars bekommen. Die Kataloge einer Filmgesellschaft weisen einen jährlichen Zu- wachs von 2666 Büchern und mehr auf, und manchmal wird nicht ein einziges davon erworben. Die größte Chance, verfilmt zu werden, haben natürlich die großen Buch- und Bühnen- erfolge Amerikas. Entgegen einer landläufigen Annahme erwirbt eine Filmgefellschaft in Amerika selten ein fertiges Drehbuch: es sei denn, daß berühmte Schriftsteller, die Dramaturgen der Firma oder gute Bekannte des Stars ein solches vorlegen. Im allgemeinen erwirbt die Gesell- schaft niemals ein Manuskript von einem Frem- den, um nicht Gefahr zu laufen, in einen Plagiats- prozeß verwickell zu werden. Ist das Buch oder das Stück angekauft, so wird es zunächst einem „treatraept" unterworfen. Dies ist eine richtige „therapeutische" Behandlung. Der damit beauf- tragte Schriftsteller überträgt das Szenarium in erzählende Form und arbeitet die Charaktere der Personen aus. Manche Filmgesellschaften haben die Gepflogenheit, diese Aufgabe drei oder vier verschiedenen Dramaturgen zu übertragen und Manaux schon häufig, eine Reklame für Ufa- filme. Einen hervorragend sunkgemäßen Vortrag über Hans Holbein den Jüngeren hielt Dr. Max O s b o r n. Er hatte leider nur 15 Minuten zur Verfügung. Seinen eindrucke- vollen Schilderungen, die den Künstler und Menschen Holbein so anschaulich in seine Zeit stellten, hätte man gern länger zugehört. Die Funkstunde hatte den Vortrag aus undurchsichtigen Gründen in der„Jugendstunde" versteckt.— Iz. Tod einer guten Idee Im Gloria-Palast Am lausenden Band will man Paul A b r a- :i a m s Schlager vorführen, und darum zerdehnt wn eine gute Idee und bringt sie schließlich zum Absterben. Und wie nett hätte sich aus dem Film Glück Über Nacht" ein Lustspiel formen lassen! Ein Erfinder hat einen Geldgeber, der ihn plagt, ihn belästigt, iyb überall vordrängt und so die Erfindung um jede Aussicht bringt, bis der Zufall seine Rolle spielt, die Rakete allein die Reise antritt und den Höhenrekord bricht. Daß der Raketcn-Jngenieur dann zum Schluß noch «inen Goldfisch bekommt, versteht sich im Spielsilm von selbst. Dem Regisieur Max Neufeld fehlt das Vertrauen zur eigenen Begabung. Zu seinem Nachteil schielt er nach den Erfolgen seiner Borgänger. Immer, wo Tempo einsetzen muß. setzt er mit einem Schla- ger ein. Trotzdem werden viele Szenen glänzend zum Erfolg geführt, weil Hermann T h i m i g und Szöke Szakall die Hauptdarsteller sind. Beide sind stets die Beherrscher der Situation, die instinktsicheren Nutznießer jeder günstigen Ge- legenheit. Magda Schneider ist der Goldfisch. Nett wie immer, doch ohne jede Charakteristik, Paul Otto aber ist als reicher Onkel genau so vornehm und wohltätig, wie ein sattes Bürger- tum sich reiche Leute der großen Masse vorzu- stellen beliebt._ e. b. Vorläufig keine Rechtschreibungsresorm. Auf Veranlassung einer Fühlungnahme, die der Schweizer'Bundesrat mit den Regierungen Deutschlands und Oesterreichs wegen einer Rejorm der Rechtschreibung einleitete, hat das Auswärtige Amt Erhebungen angestellt. Sie haben ergeben, daß die Verwirklichung der Rechtschreibungs- reform noch in weiter Ferne schwebt. Infolge- dessen ist auch an eine Konferenz von Vertretern der ganz oder teilweise deutschsprachigen Länder zur Zeit nicht zu denken. Das Wiener Bundes- Ministerium für Unterricht bringt der Frage einer Neugestaltung der Rechtschreibung lebhafte Anteil- nähme entgegen, will jedoch von sich aus keine selbständige Anregung geben. Es ist wünschens- wert, daß ein schnelleres Tempo in dieser Frage gewählt wird. Deutsch wird Pslichlschulsprache in Portugal! Während des Krieges war das portugiesische Volk den Deutschen nicht sonderlich gut gesonnen. Das hat sich in den letzten Iahren sehr verändert. Mit Beginn des nächsten Schuljahres soll Deutsch als Pflichtsprach« in allen höheren schulen des Landes eingeführt werden. dann die Version auszuwählen, die ihnen am besten gefällt. Nach dem treatment beginnt die „continuity", d. h. die Verteilung der Szenen in der Reihenfolge, in der sie für die Ausnahmen gedacht sind. Dann wird das Drehbuch dem „Producer" vorgelegt, der meist bestimmte Aen- derungen verlangt. Die endgültige„continuity" dient dann dem Regisseur als Grundlage seiner Arbeit. In Hollywood erzählen sich die Filmleute eine Geschichte, deren Wahrheit verbürgt sein soll und die am besten die herrschenden Zustände charakterisiert. Ein junger europäischer Schrift- steller war von einer amerikanischen Filmgesell- schaft verpflichtet worden. Lange unbeachtet, machte er sein Glück an einem Tag, an dem sämt- liche Dramaturgen der Firma bei der Einrich- tung eines Stückes versagt hatte. Der Producer war unzufrieden mit dem Anfang, der Star mit dem Schluß und der Regisseur mit der Durchfüh- rung einer Intrige. In der allgemeinen Rat- losigkeit wurde dem jungen Schriftsteller aus Europa das Buch anvertraut mit dem Erfolg, daß hinterher alle Beteiligten entzückt waren. Seitdem steht der Glückliche im Ruf, in den un- entwirrbarsten Situationen Rat zu wisien und aus unlösbar scheinenden Probleme» einen ebenso logischen wie unerwarteten Ausweg zu finden. Auf diese Weise verdiente der junge Mann aus Europa ein Vermögen, und von allen Seiten be- stürmte man ihn mit phantastischen Vertrags- angeboten. Alle Well bewunderte sein Talent, aber niemand wußte um sein Geheimnis. Eines Tages aber, als chm auf einem Bankett der Wein die Zunge gelöst hatte, vertraute er sich einem Journalisten an, der den Augenblick zu nützen verstand und ihn fragte, wie er denn immer das Ei des Columbus finde.„Sehen Sie, mein Lieber", antwortete der große?Nann,„nichts ist einfacher als dies. Ich nehme einfach— das Originalmanuskript des Autors!" Hunäerttausenä Le!h5tmLr6er Eine Selbstmordwelle von geradezu erschrecken« dem Ausmaß geht gegenwärtig über d'e Erde. Es vergeht kein Tag, an dem nicht die Zeitung von Fällen berichtet, in denen oerzweiselte Menschen den Freitod gesucht haben. Wie umfangreich diese traurige Zeiterscheinung zu werden beg'nnt, kann man daran erkennen, daß sich bereits eine regel- rechte Wissenschaft vom Selbstmorde zu entwickeln beginnt. Vor kurzem erschien in Augsburg das erste Heft einer neuen, in mehreren Sprachen er- scheinenden Zeitschrist unter dem Titel:„Archiv für Erforschung und Bekämpfung des Selbstmordes". Der Herausgeber ist Dr. Hans Rost, einer der bedeutendsten Fachmänner-auf diesem traurigen Forschungsgebiete. Dr. Rost ist der Meinung, daß der Selbstmord heute keine Einzelerscheinung mehr sei, hervorgerufen durch bestimmte seel'sche Ver- wirrungen, sondern eine Massenerscheinung, eine Krankheit, ein säiweles Leiden am Körper der zi- oilisierten Menschheit, dem man mit einer durch- greifenden Heilmethode begegnen muß. Ge- radezu unheimlich wirkt die Sprache der Selbstmordstatistik. Wir erfahren dadurch, daß sich in den heutigen Kulturstaaten der Erde rund 166 666 Menschen jährlich das Leben nehmen. Ganz selbstverständlich ergibt sich die Feststellung, daß die von der Wirtschaftskrise und von den poli- tischen Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit am meisten betroffenen Länder mit der Anzahl der Selbstmorde an der Spitze stehen. Von 16666 Ein- wohnern nahmen sich im Jahre 1928 in Oesterreich 3,12 das Leben, in Ungarn 2.94, in der Tschechoslowakei 2,49, in Deutschland 2,45. Der leichtlebigere Süden und der höchste Norden in Europa stehen weit günstiger da. In Griechen- land nahmen sich von 16 666 Einwohnern nur 6,23 das Leben, und aus den Färöern, der dänischen Inselgruppe im Atlantischen Ozean zwischen Schott. land und Island, ist seit 1925 überhaupt kein Selbstmord mehr vorgekommen. Wieder:„Auslandsreise". Das Erfolgsstück des Komödienhauses, das durch Fellx Bresiarts Filmverpflichtungen unterbrochen wurde, ist jetzt ins Berliner Theater übergesiedelt. Man freut sich, Felix Bressart wieder zu sehen als den in allen Sätteln gerechten Privatdetektiv mit seiner prachtvollen Berliner Art, Sprüche zu machen und die Fremdwörter falsch anzuwenden, mit seiner Kunst, sich aufzudrängen und andere an die Wan!» zu drücken. Kurzum es ist ein famoses Ekel, aber eines, dem man keineswegs gram ist. Zudem versteckt er seine Pfiffigkeit hinter einer täuschenden Maske einer etwas dämlichen und halbwegs spleenigen Besonderhell. Neu ist Oskar S a b o als der Amateur im Ehebrechen, der so aber— merkste was, Moral?— hübsch kaltgestellt wird, auch ein vortrefflicher Berliner Typ in seiner Art. Maria P a u d l e r ist wie früher das selbständige Mädchen, das Herz und Mund an der rechten Stelle hat. Das vielfach nach all- bekannten Rezepten ausgemachte und etwas dünne Stück fand dank der Besetzung heiterste Aufnahme. O. Der Ruhen des Kaugummis. Wrigley, der vor kurzem verstorbene amerikanisch« Kaugummifabri- kannt, hat ein Vermögen von 45 Mill. Dolsar hinterlassen. Zum größten Teile fällt der Schatz des Kaugummikönigs ssiner Witwe zu. In den Kammcrspiclen wird Dienstag die Komödie „Tie Flasche" von Joachim Ringelnatz vom„Ensemble erwerbsloser Schauspieler" zum erslenmal zur Aul» sührung gebrach:. KaAenjammer im Sportpalast Die Zeiten sind endgültig oorbei, da die wilden Billetthändler wie an großen Vorabenden vor dem Sportpalast ein gutes Geschäft machen konnten. wenn Herr Hitler oder Herr Goebbels sich vor dem Berliner Volk vernehmen ließen Gestern abend mußte» die armen SA.-Burschen immer wieder durch die Straßen um den Sportpalast herumziehen, um die noch fehlenden Massen mit Pauken und Trompeten in das Haus zu lacken. Drinnen gibt es um 8 Uhr noch reichlich Platz und erst als man mit einhalbstündiger Ver- spätung begimrt, ist der Sportpalast voll besetzt. keineswegs aber überfüllt. Die da sitzen, sind biedere Kleinbürger— welcher Arbeiter könnte auch in dieser Zeit 8Ü Pf Eintrittsgeld aufwenden, um Herrn Goebbels Phrosenschwall entgegenzunehmen. Man sieht sehr viele Frauen jener Gattung, die sich gerne Dame nennen hört. Die Mehrzahl ist mit einem Opern- glas bewaffnet und starrt wie hypnotisiert aus de» Tisch„der Prominenten" an der Rednertribüne. Bei der„Ehrung" für den in der Silvesternacht ums Leben gekommenen Hitlerjungen mllsien die Eltern des jungen Menschen als Schauobjekt dienen. Goebbels wird bei seinem Erscheinen aus dem Rednerpult nur mit schwachem Beifall begrüßt und die Hellrufe klingen recht dünn. Wer früher die Menge beobachten konnte, wenn dieser Gernegroß aus dem Podium erschien und damit die schwache Begrüßung vergleicht, die er gestern fand, merkt die Katzenjammerstimmung, die heute die Wähler der Nationalsozialisten beherrscht. Und dieser Katzenjammer klingt von Anfang bis Schluß trotz aller rhetorischen Spiegelfechtereien auch durch die Rede von Goebbels. Für den Nationalsozialismus komme es jetzt daraus an, hart zu bleiben und stärkere Nerven zu haben als der polllische Gegner. Bezeichnend für die geistige Struktur des Kleinbürgerpublikums war es, daß der stärkste Beifall während des ganzen Wends ertönte, als der Redner Wilhelm II. feierte, der für die Deutschen das Symbol der Einhell und der Waffenehre gewesen sei. Ohne den Namen auszusprechen, beschäftigte sich Goebbels auch immer wieder mll Gregor « t r a h e r, den Abtrünnigen. Er sprach in diesem Zusammenhang von„Konjunkturrittern". die erst zu der Bewegung gekommen seien, als sie einen starken Aufschwung genommen Halle und die wahrscheinlich mit Mellenschritten zurück- kommen würden, wenn die Gefahr, in der sich die Bewegung heute befindet, überwunden sei. Daß das Jahr ISZZ die von Herrn Goebbels in zahl- losen Reden und Artikeln verheißene Entscheidung nicht gebracht hat, erledigte er mit der allerdings nicht zu widerlegenden Feststellung, daß es ja viele Entscheidungen im Jahre 1332 gegeben habe, den Nationalsozialisten sei sedoch stets, wenn sie schon„die Hand auf der Klinke der Tür zur Macht hatten", ein neues Hindernis erwachsen. Er zog es diesmal vor, keinen neuen Termin für die„Stunde der Entscheidung" zu prophezeien.... Werktätige Auf dem S ch l e s i s ch e n Bahnhos kamen gestern abend, empfangen von der Genossin Fichiner vom Hauptaus schuh für Ar- beiterwohlfahrt, eine ganze Anzahl Kinder aus einem der schlimmsten deutschen Elends- gebiet«, dm um Waldenburg in Schlesien, an und bald daraus auch auf dem Anhalter Bahnhof einige Kinder aus dem Erz- g e b i r g e und aus dem Stelliner Bahnhof ein paar aus Pommern. Insgesamt sind es S 6 Kinder, die sofort auf ebenso viele partei- genössische Familien in den Berliner Außen- bezirken Pankow, Treptow und Reinickendorf ver- teilt wurden, wo man sich mühen wird, die armen Kleinen, so gut es geht, auf 4 bis 6 Wochen mitzufüllern und ihnen auch ein wenig das große Berlin zu zeigen. Die Kinder werden sich der besonderen Obhut der Berliner Kinder- freunde erfreuen. Unser Bild zeigt die Ankunft der Waldenburger Kinder. Wie entsetzlich die Not dort wütet, geht daraus hervor, daß die Menschen nicht einmal mehr so viel Geld haben, um sich B r o t zu kaufen! sie müssen allein von Kartoffeln und Molzkaffee leben. 15 erwerbslose Reichsbannerkameraden aus Berlin« Blankenburg hatten es sich nicht nehmen lassen, zum Schlesischen Bahnhof zu kommen und den Kindern die Sorge für die mitgebrachten Habseligkeiten abzunehmen. Mit Paketen, Schachteln, Köfferchen, Kartons und Decken hoch- beladen zogen die wackeren Reichsbanner- kameraden, gefolgt von den Kindern und den Berliner Pflegeeltern ab. Es sind solche Kinder von Parteigenossen, deren Familien durch politische Freiheitsstrafen oder langjährige Er- werbslosigkeit des Vaters in billerster Not leben ihre Betreuung hat der Hauptausschuß für Ar- beiterwohlfahrt übernommen. Rundfunk am Abend Freitag, 6, Januar Berlin; 16.15 Aus der Werkstatt des Fufiballsportes(C. Perls). 16.36 Aus Dresden: Nachmittagskonzert. 17.30 Das vergessene Buch. 17.40 Jugendstunde. 18.10 Das neue Buch 1820 Kantate zum Fest der Heiligen Drei Könige. 18.40 Als ich mit Kaspar und Mediior zog. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Unterhaltungsmusik. 20.05 Aus der Singakademie: Konzert. 20.35 Chorgesänge, 21.00„Der Doppelmord in der Rue Morgue"(nadi der Novelle von E. A. Poe). 22.01) Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 1630 Aus Leipzig; Nachmittagskonzert 17.10 Zeitdienst. 17230 Akademische Berufsnot und akademische Berufsverbände(Dr. O. Everling). 17-55 Tägliches Hauskonzeri. 18.30 Stunde der Arbeit 18.53 Wetterbericht 19.00 Der Laie als Forscher (Prof, Dr. A. Nippoldt). 19.30 Das Gedicht 19.35 Unterhaltungsmusik. 20.35 Die fröhlichen drei Könige. 21.00 Orchestermusik. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45 See-Wetterbericht Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volks- funk", monatl. 96 Pf., durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. Den Generälen der Republik gilt ein Vortragsabend, den die Deutsche Liga für Menschenrechte heute, Freitag, abend im Plenarsaal des Reichswirtschaj'srats, Belleoue- ftraße 15. 20.30 Uhr. veranstaltet und in dem Heinrich Mann den Vorsitz führen wird. Wetter für Berlin: Teils heiter, teils wolkig. nachts leichter Frost, auch Tagestemperaturen etwas niedriger. Mäßige weslliche Winde.— Für Deutschland: Allgemein zeitweise heiter, nachts leichte bis mäßige Fröste. Tagestemperaturen im Westen und Norden etwas niedriger, nirgends nennenswerte Niederschläge. SPD..Buch»i!u6cr. 5. Bezirl: gonnabeub, 7. 3amiac, tOV. Uhr. sehr wichtige Zraltioasiixuiig im..Reichenbergcr Hop. Aeicheiiberger strahe. Erscheinen ist Pflicht. Der Zrattionsnorstand. Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtschast: G. Klingelhöscr: Gewerkschaslsbe- wcgilng: I. Steinei; Feuilleton: Herberl Le- Pore; Lokales nnd Sonstiges: Fritz Äarstädt; Anzeigen: Otto H e n g st: sämtlich in Verlin- Verlag: Borwärts-Berlag G m. b H.. Berlin. Druck: Borwärts-Vuchdrnckerei n. BcrlagSanslall Paul Singer u. Co., Berlin SW. 08, Lindenstr 3/ Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen-Ausgabe des„Vorwärts" vcröfsenllicht. Hierzu t Beilage. iCii- die Zeit vom S. bis 9. Januar T A P PROGRAMM für die Zeil vom 6. bis 9. Januar 'W,W BTL Potsdamer Str. 38 Der wollie Dürnou irril llan* Albers, Gerda. ilauriis, Peter Lorre W. ö. 7. 9 Uhr. S. 3. 3. 7. 9 Uhr BTL Turmstraße 12 Der weifte Dämon mit rinn*» Albern, Gerda Glaams, Peter Lorre W. ö. 7. 3 Uhr, S. 3, 5. 7. 3 Uhr BTL Älexanderstr. 39 4Pa,»uge) Ol«- blonde Venu, mit Marlene Dietrich— Da» Kind der MtraOe W. den ganzen Tag geöttnel S. ab 2.3» Ubr Alhambra Müllerstr 136. Ecke Seestraße. Da»(>e»pen»ter»chit|i mit Harrj Piel— Die erste In- »trnktion»Ntnndc W. ab 1.30. S. ab 2.30 Uhr Odeon.PotsdamerStrJS ."tfar- nrit Die blonde Venu« lerne Dietrich W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3 5. 7. 3 Uhr Germania-Palast Charl.. Wilmersdorfer Str 63/54 Der Orlow(Der Diamairt des Zaren) mit Liane Haid. Iwan Pefrovic h W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3, 5. 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Charl. Kanlstr 54. DI© blonde Venn« mit Marlene Dietrieb W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3, 5. 7. 9 Uhr Primas-Palast Potsdamer Straße 19. Irauf/ühr.! Kun.pf um Blond (Mädchen, die spurlos verschwinden) mit Ursula Grabley, II. Frank W. 5.15. 7.15, 9.15, S. ab 345 Uhr Gcorsens'.raOe, E. Friedrichstr. Um S, 12. 3, 6, 9 Uhr hesivvend: 8a1to mortale mit Anna Sien, A. Wohlbrück u. a. Um 10.30, 1.30. 4.30, 7.30 u. 10.30 Uhr Die blonde Venus mit Marlene Dietrich Neueste Ton- Wochenschau Kolonncdsn-Kino Ta0Äi0 Leipziger Sir 58 Ah 9 Uhr vorm. Die blonde Venns nrt 3Iar- lene Dietrich— Flimmeralbum der Weltgeschicht© aus den Anfängen des„Kieotopps"— Wochenscbau Rheinschloß-Lichtspiele Rheir.str. 60. Woctu 5, SU. 3 Uhr I>tebe auf den ersten Ton mit Lc© Parry, C. Jftken. �androck — Beiprogramm W Schöwcberg Flora-Tageskino fötuvi Hauptstr 144. Der weiße Dämon mit Hans Albers. Gerda Jlaurns— Gr. Tonbeipro gsramm Neukölln Woch. ab 6H Sonnt, ab 4 U. Excelsior Kaiser-Friedrich-Straßc 191 Di© blonde Venus mit Marlene Dietrich— Tonbelprogramm — Tonwocbe Titania Schöneberg � uJ Hauptslr. 49. Stg. ab 3 Uhr Großtnnfi'Tn; Die blonde Venus; mit Marlene Dietrich— Ton belprogramm— Ffatonn oche L„L Koltbusser Damm 92 liUKUR w. ab 6�. Stg. ab 4 Uhr Die blonde Venus mit Marlene Dietrich— Tonbeiprogramm — Tonn oche Friedrich stadt Unter der Linden 14 Die Kamera Begiim 3. 5. 7. 9 Uhr Amerika von heule- Straßen der Weltstadt mit S. Sidney— Heinrich- Häuser-Film; Chlkago Artus hol H o a b i« M Wochen! ab 5 Uhr Sonnlafis ab 5 Uhr PerleberÄer Str. 29. 2 Großtonfü-me; Paprika mit Franziska Gaul. Ilörbigser— Der Schützenkönig mit Adalbert Schlüter-Theater Schlütcrstr. 17 Drlns; sie lebend heim! Jetrt freigegeben! Friederike mit 3Iady Christians.— JugejidJichc. Zutritt W WllmTsdorf Wochen! t, 9*4 U. Sfg 5. 7 9*4 U Kaiseraliee. Ecke Berliner Straße DaVr mit Anny Ondra. Adolf Wohlbrück. Kurt Lilien Slnging babys— Tonbelpr. Ab Moni.: Die Herren v..Ilaxiin Atrium Tnfynrr Wochenf. 5. letzte 9*4 U. i a/tHu Sonntags ab 3 Uhr Hauptslr 144 llclsras Fall und Aufstieg (deutschsprachig) mit Greta Garbo —- Tonbeiprogramm W Marlenaorf /• Uaripndorfer W?. 9, fia-Ll Toniloht. picle S. 5, 7, 9 Cbausseestr 305 Filmverrückt mli H. Lloyd— Dring sie lebend heim Jugendliche haben Zutritt! Tempelhof"b gnrfnrrt w'■ S. Sbd Slg 3,7,9 nur rarst ii« 3 lidr 4«ii�vvrri Uorkstraße 22 Ecke Berliner Straße Abenteuer im Engadin mit Gur.zi Lantsehner. 13. Hart wich— Tonbeiprogramm Mercedes-Palast s�6,38Vu& Hermanns lr. 212. 3 Großtonfilme: Das Geheimnis des blauen Zimmers mit Th. Loos.— Grün ist die Heide Zeli Beginn tägl. 5» 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugend Vorst. Postdamer Str. 56 leh bei Tag und du bei\ac*h( mit K. v\aicy, M%. Fritsch — Tonbeiprogramm ■ Steglitz» Titania-Palast»u Mcalitz SchloBslr t EckrGutsmnthsstr Abenteuer im Eusadin— TontllmbelprosraniDi Jugendliche haben ZuiriW M frlndenau � Kronen-Lichtspiele Rhetnstr. Sä Taglich 5 7. 9 Uhr, Sormt. ah 8 Uhr Der Diamant de« Zaren(Orlow) mit L. Haid. J. Petrovlcb— Gr. Beiprogramm Ttnnlt Täglich. 5, 7, 9 Uhr i lUUll Sonnt.: 3. 5. 7. 9 Uhr Herliner Sirade 97 Da« Gehelmni« de« blauen /Immer«— Die blonde. Venut* mit Marlene Dietrich Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1. W. ab 5H. S. ab 3H 2 Großtonfilme* Die blonde Venus mit Marl, Dietrich— Lumpen kavalierc mit Paf u. Pataehon PnUndnim w- letzte e raiiaaium s. � lelzte 9 Baerwaldstr. 17 GroQlonnim; Der weifte Dämon mit Hans Albers.— Deiprojrr. — Bühne; Wrelck A Co. u a. m. Primas-Palast Am Hermannplatz, Urbans! r 72/76. FUmverrQekt mit H Lloyd— Das Gespensterschi fk mit H. Piel— Sonnt. H1� Uhr vorm.: Eine Filmreise durch den?Ien- schcnkörper Stern, Hermannstraße 49 Wochenl. ab 6.30 Uhr. Sonnt, ab 4 Uhr Abenteuer Im Enj?udin mit GuttA Lantschncr. II. Hart wich— Tonbciprogrramm W Südosten W Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Beginn 4�. 6. 7�. 9 Uhr Die blonde Venus mit Marlene Dietrich— Das Gespenster schiff mit Harry Piel Stella-Palast Kdpenicker Strafte 12/14 Wochtgs. 6.30, Sonntags ab 3 Uhr Zwei Großtonfilme: Der Arnold-Frank-Großtonfilm: Abenteuer im Engadin Else Elster in dem Kriminal tonfilm: Das Geheimnis des blauen Zimmers W W Treptow-Sternwarte Sonnabend 8. Sonntag 4, 6, 8 Uhr: In den Dolomiten. Ein Film von den Schönheiten der Bergwelt 0««en» Germania-Palast\"X| Ü; Frankfurter Allee 314 Marlene Dietrieb in ihrem letzten großen Welterfolg: Die blonde Venus Auf der Bühiw-: Lotte Werkmeister Berlins beliebteste Kabareltisün Flora-L ich tsp iele W. 5.30, ca. 7. 8.30 Uhr. Stg. ab 3 Uhr Helbas Fall und Aufstieg: mit Greta Garbo— Schiff ohne Hafen mit Harry Piel Lana-Palast Woch 5 Uhr Slg. ab 3 U. Gr. Frankfurter Str. 121 Das Geheimnis des blauen Zimmers— Das Rätsel um Joh. Orth mit C. Diehl Volks-Kino Königstadt Schönhauser Allee 10. Tägl. 5, 7, 9 ü» Der weifte Dämon mit Hans Albers— Bühne: Intern. Variete — Sonnt. 11% vorm. Filmmatinee: HrsUufführung;«Deutsche Sinfonie**— Sonnt. 3 Uhr: Jcgend-Von- stetlung Tabu M Neu'tichtcnberq B Kosmos-Lichtspiele$2; l Lückstr. 70 So. 7?U: Jgd.-Vorst, Der weiße Dämon nr* Hans Albers— Bühne: Der göttliche Funke— Sonntag II1, 6 U vorm.: SonderveranstaJtnmi: Hassan, die Insel der 5.�lill. Pinguine— Jugendliche haben ZurtrlU W Pankow"fc Palast-Theater v'. Breite Str. 21a. Abenteuer Im Eug:udin mit"IV, Itlenil— Der.Schützenkönig mit.lla.v Adalbert Tivoli Schwarzer Adler aii«1» Wo. 5, 7. 9 Uhr. Slg 3, 5. 7. 9 Uhr Das Abenteuer der Thea Ro- Wochcntags f.30, 9 Uhr Sbd.. Sonnt, ab 4.30 Uhr Berliner Str. 27. Helbas Fall und Aufstieg: mfl Greta Garbo— Gutes Tonbei- prograuuu Tegel 3 Verhärtung um.ISItter- Tonweche Filmeck Am Görlitzcr Bahnhof W. abSMt U. Stg. 3 Uhr Helgas Fall und Aufstieg (in deutscher Sprache) mit Greta Garbo Put und Pataehon in dem Lustspiel Lampenkavaliere Rico Ii Film ood Bühne W-c 5, letzte 9 Uhr BergmannKr. 5/7. Sig. 3. letzte 9 Uhr 2 Grußtonlilme: Da. Gcspouster- «chUf mit Harry Piel— L>nin- penkavaliere mit Pat und Pataehon Luisen- Theater aBab,S1 u Reichcnberger Str. 31. f.rofHomilra: Hens Alber» in dem L7a-GroBtorJUiu Der weiße Dämon Tonbolprogramm Aal der Böhne; Varletd Viktoria-Theater sÄlu5 Frankfurter Allee 48 Film Liebe auf den er.ten Ton mit KoSmOS Uühne Leo Pnrry— Griff in die Mottenkiste Filmpalast Tegel s Bahnhofslr. 2. Slg 2 U Jgd. Vorst. Paprika mit Franziska Gaal. Ilöraig-cr— Immer die Jlotor- radfahrer mit.Szakall > Frledrichsfclde> Kinn ßncr/l Mon--Uonnerst.6U liino uasen Freil.-stg, 5 Uhr Alt Friedricbsfelde 3 Der u elfte Dämon mit Hans Albers, Trude v..tlolo, Gerda Maurus— Tonbclprograrnm— Tonuoche M Nordosten W Fl emm" w- 5-15' 615 ü- 9L/l. SlUTn s ab 5 Uhr Prenzlauer Alice 56 Helbas Fall i�nd Aufstieg mit Greta Garbo— Das Gespen- sterschUf mit Harry Piel W. ab 6 Uhr S.4V4 6%. 8% Hauptstraße 6. 2 Tonfilme: Die blonde Venus mit Marlene Dietrich— Wenn du noch eine Tante hast Union- Theater 1 S\. 1% Hauptstraße? Paprika mit Franziska Gaal, Ilörblger— Badlo Polizeipa- troullle Hennigsdorf 3 P:l„ Bcj W 6 ü an Uhr riimpalast ,>� öi2. � u. Berliner Str. 58 Filmverrilekt mit H. Lloyd— Ka.ernonhof und BleohmutUt — Emelbntonwoche iusesdliche haben Zatrlta FREITAG, 6. JAN. 1933 BEILAGE 3>le mtveHe deutsche Qründermeit Sin Aufrifl mich einem ffionuin/ Ton Taliban Im Vorwort seines neuen Romans„D a s wachsam« Hähnchen" serschienen im Ro- wohlt-Verlag) stellt Erik Reger ocm Leser an- heim, das konventionelle Wort Roman im Unter- titel durch„Vivisektion der Zeit" zu ersetzen. Ohne Zweisel kennzeichnet dieser Begriss well eher das Charakteristische dieses Buches: die Eigenart der Untersuchungen, die Reger an einem Zeitabschnitt anstellt, den er nicht mit Unrecht die zweit« deutsche Gründerzeit nennt. Ton*923 bis 1930... Gemeint sind die Jahre 1923 bis 193 9. Drei westdeutsche Städte— Avhl-dors, Wahn- sdadt, Eitetield—. die trotz ihrer grob-symbolischen Namen«inen realen Hintergrund haben, tragen einen erbitterten Konkurrenzkanips miteinander aus. Eine versucht die ander« an Glanz, Schön- hell und Einfluß zu überbieten. Mit Hllse der ins Land strömenden Auslandskredit« entsaltet sich in ihren Mauern jene Scheinblüte beul- scher Städte, deren geborgte Grohspurigkell, vor- treten durch Hochhäuser, Festhallen, Stadions. Riesenhotels usw., von vornherein beängstigend wirkt. Kritiklos, von Phrasen, wie.Deutscher Wiederaufstieg",„Modernität",„nationale Groß- taten" überblendet, werden die amerikanischen Einrichtungen in Bausch und Bogen übernommen und der alte Zug nach Pracht und Herrlichkell er- wacht wieder: bis endlich die Krise hereinlricht und die Potemkinschen Dörfer einer Acheinprospe- rität mit Getöse zusammenstürzen. Auf fünseinhalbhurrdert Seiten bemüht sich Re- ger um die Darstellung dieser bedeutung- vollen Epoche der Nachkriegs, zell. Kein Monumental» gemälde entsteht, vielmehr ein riesiges Mo- s a i k. eine verwirrende Häufung von Fakten. Erfahrungen und Erkenntnissen. Schon ollein der Aufmorsch der handelnden Personen! Die Stadt- oberhäupter mll ihrem Beamtenstab, die Wirt- schaftssührer und Jndustriekapllän«, die Vertreter der Verbände aller Schattierungen, und neben ihnen ein Heer von Projektisten, Nutznietzern und Geschäftlhubern, die„Gemeinwohl" sagen und die eigene Tasche meinen—, das gibt einen ■ Ouerschnllt durch die bürgerliche Gesellschast einer großen Provllrzstadi. der um so überwältigender : wirkt, alz Reger nicht an der Oberfläche hasten bleibt, sondern den verborgenen Mechanismus auf- deckt, das unterirdische Kaimlsystem: die komplizierten wirtschastlichen und politischen Vorgänge, zu denen die Menschen in Beziehung gekracht werden, als Treibende und Getriebene zugleich. „Die Bürger stehen auf, das Geschacher bricht los", heißt es einmal zu Beginn dieser Zeit. Da- mit ist die bürgerliche Aktivität, die in ihr zum Vorschein kommt, schon gekennzeichnet. Die ganze «llfertige Projektiersucht. der ausgeblasene Gründungseifer, die die Menschen dieser Städte in eine kribbelnde Geschäftigkell versetzen. Die Pläne überstürzen sich förmlich, niemand möchte zu spät zum Zug kommen, und«in Getümmel hebt an. das die Lärmtrompeten der lokalen Presie in Ve- wegung erhallen. Plant beispielsweise Eitel- s«ld eine große Industrieausstellung, so wird W a h n st o t t ein Riesenhotel bauen, um als „Kongreßstadt" von der Tagung- wut der deutschen Vereinsmeier, vom Hauptverband der Höhlen- forscher bis zum Reichsbund krastfahrender Flei- scher zu profitieren, während K o h l d o r f, bald im Besitz eines neuen Festspielhauses, sich selber zur„Kunststadt" befördert. Bald ist man den tat- sächlichen Verhällnissen weit voraus: Die Ver- kehrsordming ist eher da als der Verkehr: die auf Kosten der Stabilität mit Komfort ou-gerllste- ten Neubauten eher als die Mieter: die neuen funkelnden Geschäfte warten aus die Kunden, die sie erhalten sollen. Mit einem Wort: Um einer nüchternen, erdrückenden Gegenwart zu entgegen nimmt man sieh ein« Zukunft vorweg, für die vorläufig nicht di« geringsten Aussichten vorhanden sind. Temebelung... Woher aber dieses Unmaß, dieses Leben über die Verhältnisse, dieser unreelle Austrieb? Reger geht diesem Phänomen nach und findet als Ur- fache ein merkwürdig illusionistisches Denken, ein sich Berauschen an großen Worten, ein künstliches Ueberhöhen der Begriff«—, eine einzige Vernebelung. Wie im Krieg an den opti- mistisch gefärbten Heeresberichten, so läßt sich der Bürger jetzt von den hochtrabenden Pro- klamationen des..Wiederanstiegs", des„Ausbauwillens", betäuben, von den Berichten von Zcppe- linfahrten und Riesendampfern: an Zahlen, Re- korben, Statistiken: also von derselben gefähr- lichen. wirklichkellsfeindlichen Phraseologie, di« schon einmal den Zusammenbruch Deutschlands verschuldet hat. Mit dieser eigentümlichen Unaufrichttgkell, dieser Unfähigkeit, sich die wirklichen Verhältnisse einzugestehen und danach zu handeln, charakterisiert Reger die Grundhaltung der deutschen Mittel- ständUr; mit einer Mischung von Krämergeist und dem Hang zum Idealen, wobei dt« Ideale meist als kostenloses Vorspann sür saftige Geschäft« benutzt werden. Einmal soll die schlecht gewachsene Industriestadt Wahnstadt mit 5zilse eines„Generalplanes" von Grund auf um- gebaut werden. Wahren der Architekt die zukünftige Gestalt der Stadt ausmall, Straßendurchbrüche, Achseu- verlagerung, neuer Leben: räum, Ekhif dez Städtebauers, überschlägt Roloff, Gaststättenbesitzer und Gründer der Bürgervereinigung„Das wachsame Hähnchen", ein Interessenklüngel schlimmster Art. im stillen die Möglichkeiten einer handfesten Grundstücksspekulation.„So redeten sie bei einer Zigarre von Geschästen und über- sinnlichen Dingen." Alles wird nach Möglichkeit mit ideell ausgepolsterten Phrasen garniert, ein Geschäft ist nicht niehr Geschäft, sondern eine „kulturelle Mission". „Warum?" fragt der junge Roloff.„muß bei uns gleich alles Religion sein?.. Ob Fußballspieler oder Briestaubenzucht. olles wird zum Kriterium für Deutschtiun und letzte Dinge." „Er sieht alles grau in grau", antwortet der alt« Roloff,„mag sein, daß alles grau ist, aber dann ist es auch unsere verdammte Pslicht und Schuldigkeit, Rosenfarb« sür«ine komplette Mor- genröte zu besorgen." Dick aufgetragen glänzt diese Rosenfarl e auf den neuen Hochhäusern, bis sie unter dem Dauerregen der Krise allmählich ab- brückest und die P a r a d e b a u t« n mit den Notboracken der Exmittierten auffällig kontrastierten. Sie teill das Schicksal mancher deutschen Morgenröte. Line Ffnladmig Die Gestast in der weißen Djellaba, mit dem unchängenden Gewehr und einem Riesendolch an der Seite, tauchte plötzlich wie aus dem Boden gestampft, an der Wegbiegung hinter einem Felsen auf. Im Nu erinnerten wir uns all der Warnungen sestens der französischen MUstär- Verwaltung und sahen uns als Geißel in irgend- ein entlegenes Berberdorf verschleppt.„La Bas". sagten wir, um dt« gegensestige Ueb«rraschung zu überbrücken und erhoben die Hand zum Gruß. linser vermeintlicher Gegner tat das gleiche und grinst«. Wir boten ihm aus unserer Feldflasche zu trinken an, abc� er dankte. Erst als er unser Fernglas sah, wurde er lebendig und betteste mit unmißverständlicher Gebärde solange, bis er mal durchsehen durste. In der Zwischenzest besichtigten wir das achllos beiseite gelegte Gewehr. Es war ein uralles, englisches Militärmodell, noch aus dem vorigen Jahrhundert. Sichtlich beruhigt, ver- suchten wir nun, ihn mit Zeichen auszufragen. Wir ließen uns den Sack zeigen, den er bei sich liegen halle. Darin waren Einkäufe aus dem Markt in Marrakesch, mit denen er in längeren Tagemärschen über das Atlasgebirge gezogen war. Ale wir weitergehen wollen, macht er ein trauriges Gesicht und deutet rückwärts noch dem Dorf Takatert, durch das wir eben unter dem Gejohle der Jugend gekommen waren. Eine Ein- ladung? Wer werden sehen, vielleicht können wir dabei einige interessante Beobachtungen bei diesen verlassenen Atlasberbern machen. Also zurück aus dem engen Felsenpfad. Vornweg die schmale, stolze Gestalt des Freniden, der beim Abwärts- gehen leise in den Knien wippt und trotz seiner schweren Last keinerlei Ermüdung zeigt. Fern am Ende dez Tales liegt die Zentralkette des Hoch- atlas, über dessen Pässe wir hier noch dem Süden abgestiegen waren. Takatert besteht aus etwa zwei Dutzend Stein- Häusern, deren Wände mit Lehm und Stroh ver- schmiert sind und die übereinandergctürmi am Abhang liegen. Kleine Maisfelder und größere Baumgruppen, dazwischen winzige Wiesenstrecken in der Umgebung sind der wirtschaftliche Rückhalt dieser primitiven Bauern und Viehzüchter, die aus den Terrassen gerade das Getreide mit Gabeln in die Lust werfen, um dadurch die Körner von der Spreu zu scheiden. Eine Methode, die schon zu biblischen Zeiten angewandt wnrde. .9m.ßfauir de» Merher» Das Haus unseres Führers liegt misten im Dorf. Die Bewohner schauen hinter Türen und Wänden auf uns, werden aber keines Blickes ge- würdigt Durch«inen kaum mannshohen Eingang b'mmen wir in einen Kuhstall, dann weiter durch ein schmales Loch in eine Art Heubaden, aus dem es stockfinster ist. lieber ein paar Stufen auf- wärts tappen wir schließlich in einen Raum, der SKracii, aber nMtl Ilmkehr Aber auch oaim. als die Riesenpleite wirklich da ist, die Kredit« erschöpft sind, die Industrie, nachdem sie an der Bauwul der Städte Millionen verdient hat, die Arbester auf die Straß« setzt. nachdem die großspurigen Geschäfte zusammen brechen, di« Hochhäuser leer in de» Himmel ragen und die Finanzkraft der Städte unter den Wohl- fahrtslasten zerbricht, reißt die Jllusionsdecke nicht Jetzt ist es das„System", etwas geradezu Metaphysisches, dessen llnkomrollierbarkeit«s jedem ermöglicht, sich seiner höchst privaten Schuld aus bequeme Weise zu entledigen. Und waren am Anfang die Schlagwort«„Selbstoerantwor- tung" und„Freiheit des Bürgers" in aller Munde, so meldet sich nun wieder der alte Untertanengeist, ertönt der Schrei noch Rettern und Führern, nach starten Händen und eisernen Besen, und bei Millionen stellt sich plötzlich das unwiderstehliche Bedürfnis ein, den Befehlen eines eitlen politischen Scharlatans zu gehorchen. Die Reaktion bricht an: an die Stelle des„Aufbanwillens" tritt oi«»Opferbereit s ch a s t". Im Grunde ändert sich wenig. Wenn am Schluß einer der Hauptmacher sagt: die Mehrheit des Volkes sei gewillt, den Ernst der Zeit zu ükerwinden und zu neuen schweren Opfern bereit, die Regierung könne jetzt mit einschneidenden Maßnahmen vor die Oefsenllichkeit treten, alle seelischen Vorbereitungen seien getroisen, so de iveilt das nur, daß die alten Phrasen durch neue ausgewechselt worden sind. Der Selbst- b e t r u g g e h t w e i t e r. Die Arbeiter, an den nach einer Seste ganz frei ist. Eine Bastinatte. einige Decken, Feuerstelle mit Blasebalg m,d ein Teetablell sind die einzige Einrichtung. Trotzdem ist hier wohl Wohn- und Schlafraum für die ganze Familie. Niemand hat sich bis jetzt blicken lassen, bis ein junger Mann hereinkommt, der unserem Gast- geber die Hand küßt. Cr macht nun auch alles zu unserem Empfang zurecht. Wir müssen uns auf die Matten setzen, trotzdem wir dort mit Recht Flöhe vermuten. Ebenso werden wir von Mücken- schwärmen gepeinigt, was unsere Freunde kaum zu stören scheint. Dos Feuer wird angefacht und ein verrußter Teekessel ausgesetzt. Wcchrenddessen hat sich der Hausherr schon wieder des Fernglases bemächtigt, legt sich aus den Bauch und schaut wie ein Feldherr auf die benachbarten Dächer, wo sich andere Männergruppen in weißen Umhängen versammell haben. Bon oben herab werden von unsichtbarer Hand Teeglöser und Zucker gereicht, die der Diener in die Hand nimint. Es ist die Frau des Hauses, die das heruntergibt, sich aber vor den Fremden nicht zeigen darf. Endlich verbreitet der Minztee feinen scharsen Geruch. Das Messingtablett wird schnell mit Asche gereinigt und die Gläser vor unseren Augen mit ein paar Tropfen Wasser ausgespült. Dann wird alles schön geordnet und wir setzen uns darum herum Aber jetzt beginnt erst die eigenllichc Zeremonie. Mehrere Mole wird der Tee in ein Glas gegossen, stark gesüßt und vom Hausherrn gekostet. Dann erst gibt er jedem eine Kleinigkeit und beginnt mit lautem Schlürfen zu trinken. Je mehr Geräusch damst verbunden ist. desto deutlicher gibt man zu erkennen, daß es einem gut schmeckt. Deshalb gurgeln auch wir den Tee halbwegs im Mund herum, bevor wir ihn herunterschlucken. Im übrigen ist das Getränk sehr würzig und löscht stark den Durst. Inzwischen war noch ein kleiner, unendlich schmutziger Junge hereingekommen. Der Alte kramt den Sack aus und zieht ihm über die Lumpen einen neuen Kittel. Aber wir müssen gehen Beim Ausstehen steht Entrüstung auf allen Gesichtern, von der wir nicht wissen, ob sie ernst ist oder nur Vorschrift. Ent- scheidend wird die Tatsache, daß eine Nacht mit Flöhen in diesem Hause eine Marterqual wäre. „Klo.ms. Auf Wiedersehen!" Wehmütig läßt man uns gehen. Bold Ist der Platz wieder erreicht, wo wir den fremden Berber getroffen hatten. Es ist genau die Spitze zweier zusammenlaufender Täler, was in uns doch wieder die Annahme stärkt, daß er hier Posten gestanden hat. Links biegt der Bach Asii n'Imi n'Tisgui ein, dessen Weg wir iolgen müssen Auf den kahlen, runden Bergen des Saus brennt dunkelrot die Abendsonne. Wir beeilen uns. ein Nachllaqer zu sinden. Unterwegs schenkt uns ein freundlicher Ftscher. der eine Reihe Forellen mit einer Schnur um die Schulter Geschästen der Gründerzeit und des Wieder- anstiegs unbeteiligt, bezahlen die Kosten der„Rot- zest". Eine innerliche Ernüchterung aber bringt auch sie nicht. IVarum tfioman? Es ist ein bitteres Buch Reger selbst resigniert. Sein eigenllicher Held, der jung« Rolosf, der sich gegen die Entwicklung stemmt und das bürgerliche Baterhaus verläßt, wird schließlich Boxer, anscheinend, um di« Aussichtslosigkeit des Geistes zu dokumentieren. Der junge Roloff ist eine der gelungenen Fi- guren des Buches. Bei den meisten versälli Reger in einen Schematismus, de.r seinen Menschen Wärme und Atem entzieht und sie zu bloß«: Konstruktionen macht, die ein Papierdeutsch reden. etwa dramatisierte Leitartstel, von dem zwar Reger in der Einleitung behauptet, daß es di» Sprache sei. die ihren geheimsten Beweggründen entspränge. Trotzdem fehlt ihnen eine gewisse Eigenbewegung. eine persönliche Atmosphäre, die ihrem Austreten erst das volle Gewicht geben würde: es fehlen ihnen außer den Widersprüchen vor ollem die Erschütterungen, die sich wieder out den Leser übertragen, und die schließlich das Kri- terwm einer Dichtung darstellen. Angesichts dessen könnte inan vielleicht die Frage auswerfen, warum diese Art von Zeitkritik, die übrigens die der meisten Zeitromane an Kraft und Tiefe des Denkens turmhoch überragt, nicht ebensogut das Thema einer soziologischen Studie, eines mustergültigen Reportagebuches sein kann? Mit anderen Worten, warum Reger nicht ganz auf die literarische Maskierung verzichtet, da sie doch die Darstellung der Vorgänge, auf die es ankommt. nicht immer unterstützt und die wichtigsten Bemerkungen ohnehin meist außerhalb der Hand- lung, in referierendem Tone gesagt werden? Wenn nun schon einmal Lsteratur, Dichtung er- zeugt werden soll, dann doch lieber gleich richtige, echte, mit wirklichen Mensche». hängen hat,«in Stück von seinem Reichtum, ohne daß wir darum gebeten haben. Schnell kommt di« dunkle, subtropische Nacht. An einem Wasserplatz entschließen wir uns, zu bleiben. Aus einem kleinen Feuer wird der Fisch gebacken. Gegenüber blinken die Lichter eines nahen Dorfes. Trotz aller Freundschaftsbeweise fühlen wir uns doch nicht ganz sicher, wollen vor allen Dingen allein bleiben und verhalten uns deshalb ganz ruhig. Unangenehme Begegnungen Plötzlich Schrstte am Weg. Welches Erstaunen aber, als wir sehen, wie vier aneinandergekettete Gefangene vorbeigesührt werden. Sosort kommt das Mißtrauen zurück. In der Nacht legen wir unsere Dolche neben uns und ersinden mittels Eispickel und Kochgeschirr eine raffiniert« Alarm- Vorrichtung. Trotzdem haben wir nicht viel ges6)lafen, wodurch wir eine unwahrscheinlich schöne Nacht miterleben konnten. Ueber die Berge kommt longsam Bollmondlicht zu uns herunter, Bogel schreien m exotischer Lust, Zikaden lärmen und Scharen von Grillen zirpen in der Vachniederung. Jeder Baum und Strauch lebt voll unsichtbaren Wesen. Am Morgen endlich wird es etwas kichler. Die nun sichtbaren Häuser gegenüber dösen noch in vollständiger Ruhe. Talaufwärts wird das Land immer fruchtbarer. Der Weg führt oft'über das.Bachbett hinweg und wir können beobachten, mit wieviel Geschick die Eingeborenen eine künstliche Bewässerung durch- führen. Ueberall gehen kleine Wasserarme ab und wir sind vielen Männern begegnet, die mit Schaufeln den Zugang öffnen oder zuschütten, so daß im Laufe des Tages das Wasser überall einmal hinkommt. 5zinter einer Ortschaft sitzt mitten aus dem Weg eine Männergruppe. Merkwürdig, sie sind uns von Ansang an nicht sympathisch. Die Berber haben sonst freie, offene Gesichter, manchmal noch blondes Haar und blaue Augen. Aber diese sehen oerbissen drein und reden sofort erregt aus uns ein. Wir zucken die Achseln. Da zeigt uns einer sein Schreiben vor, worin bescheinigt wird, daß er als sogenannter„Führer" bei den Franzosen beschäftigt ist. Also ein Verräter. Vorsichtshalber zeigen wir ihm daraufhin auch unseren Ausweis, der uns freie Passage zusichert. Aber der andere kann selbst nicht lesen. Langes Beschauen. schließlich kommt ihm wohl der französische Stempel bekannt vor und sie lassen uns laufen, d. h. sie verabschieden sich. Unangenehm, diese Bande. Abseits von ihren Stammesgenossen klügeln sie wohl ihre finsteren Pläne aus. AI er sie sind die unersetzlichen Heiser der weißen Eindringlinge. Ohne sie wäre der Zltlas vielleicht jetzt noch nicht..niv« militaire", sondern freies Gebiet der Berveritämm«. tßerber hm Südatlas Begegnung auf einer Bergfahrt/ Ton Marl Ifloeller Serienspiele am Sonntag Um die Punkte in den Handballbezirken Das Hauptinteresse in der B e z i r t s k l a s s e Osten vier Arbeiterhandballer richtet sich aus die Paarung TSV< Kaulsdorf gegen i�TGB-Lichtenberg um 15 Uhr, Plag Dürerstraße, in Kaulsdvrs. Im ersten Rundenspiel gab es zwischen beiden einen Großkampf, den Lichtenberg knapp K; 5 für sich entschied. Diesmal sind Lichten- bergs Aussichten von vornherein günstiger, da Kaulsdorf geschwächt antreten muß. Eiche-Münche- berg sucht um 15 Uhr die FT. Fredersdorf auf und wird ohne Punktgewinn den Platz verlassen müssen. Auf dem Platz in Richterswalde stehen sich ebenfalls um 15 Uhr SC. Rehfelde und FT. Kalk- berge gegenüber Kalkberge gilt als Favorit, aber die dortigen Platzverhältnisse wirken sich für die Gastmannschaften immer ungünstig aus. Es ist daher eine Ueberraschung nicht ausgeschlossen. Ob Äleinbesten besser als Niederlehme ist, entscheidet sich um 14 Uhr in Kleinbesten. Die Spielerfahrung von FT. Halbe wird genügen, um sich der FT. Gallun überlegen zu zeigen. Beginn um 14.30. Uhr. TSV. Kaulsdors 2 gegen FTGB.- Lichtenberg 3 um 12.45 Uhr, Platz Dürerstraße. ATV. Werlsee 2 gegen Friesen-Fürstenwalde 2 um 11.10 Uhr.— Frauen: Eiche-Köpenick gegen Eintracht-Mahlsdorf um 10 Uhr, Eicheplatz. Lezirksklasse Norden: Ganz siegessichcr fährt FTGB.-Norden nach Altruppin, um sich dem dortige» ATV um 14 Uhr zu stellen. FT. Schwante erwartet um 15 Uhr die FSV. Reinicken- dorf-West. die gewinnen muß, wenn sie an der Gruppenmeisterschaft beteiligt sein will. Der Volkssport Weißensee und die FTGB.-Buch werden ab 14 Uhr ihr Können auf dem Platz Rennbahn Weißenfee zeigen. SV. Moabit 3 gegen FTGB.-Mitte, 10 Uhr, Rehberge. SV. Moabit 2 gegen FTGB.-Nordost 3 um 11.30 Uhr, Rehberge. Sport-Club30 gegen FTGB.-Reinickendorf-Ost 2 um 11 Uhr, Schönhauser Allee.— Frauen: FTGB.-Nordost gegen FSV. Tegel, 14 Uhr, Schönhauser Allee. ASV. Wedding gegen Volts- fport Wedding, 13 40 Uhr, Rehberge. Zn der Bezirksklasse Westen gibt es nur Gesell- schaftsspiele. Bezirksklasse Süden: Frauen: ASV. Schöne- berg gegen Volkssport Neukölln um 13 Uhr, Platz Rubensstrahe. Serienspiele der Ruderer und Kanufahrer. RV. Vorwärts 3 gegen FTGB.-Ruderbezirk, 9 Uhr, RV. Vorwärts gegen RV. Collegia, 10 Uhr, KV. Undine gegen FKU. Spandau, 11 Uhr, Nor- mannenplatz Freie Faltbootfahrcr Berlin gegen FRV 1913, 10.30 Uhr, Rehberge. Tegel gegen Schweifsterne, l0.30 Uhr, Wuhlheide, Platz 13. Brandenburg 1 gegen FTGB.-Kanu 2, Branden- bürg 2 gegen FTGB.-Kanu 1, Brandenburg. Der Iura- und Sportverein ,.Eiche"-Köpenick absolviert am Sonntag folgende Handballspiele: 2. Schüler um 10.15 Uhr gegen Neukölln 2. 1. Schüler um 11 Uhr gegen Erkner 1. 3. Männer um 13 Uhr gegen Bornstedt 2. Alle auf dem Eicheplatz. 1. Männer um 14 Uhr gegen Born- stedt 1. I. Jugend um 12.30 Uhr gegen Kaulsdorf in Kaulsdors: Treffpunkt 11.30 Uhr Bahnhof Köpenick. Achfung! Handballer im I Bezirk. Ab 8. Januar werden alle Resultate mit Berichten nur noch an die neu errichtete Bezirkspressestelle de« 1. Bezirks gemeldet. Rufzeit Sonntags von 17 bis 18 Uhr unter S 3 Oberspree 0034. Die Zeit ist unbedingt einzuhalten. Der Berichterstatterobmann. Hockey Am kommenden Sonntag wird die Serie im Arbciterhockey sortgesetzt. FTGB.-Tempel- Hof und Tennis-Rot treffen sich erneut im Marien- dorser Volkspart um 14.30 Uhr. ASC. wird auf dem Platz in der Laskerstraße gegen VfL. Ostring spielen. Beginn 13.30 Uhr. Tennis-Rot und VfL. Ostring werden als voraussichtliche Sieger erwartet. In der Gruppe U dürfte in dem Spiel des Volkssport Neukölln-Britz und des ASV. Rot- Weiß die Entscheidung um den Gruppenmeister fallen. Das Spiel findet im Neuköllner Stadion um 13 Uhr statt SV. Moabit wird im Spiel gegen Tennis-Rot 2 nicht allzu große Mühe haben, einen Sieg zu erspielen. Beginn um 11.30 Uhr. In der Gruppe C muß der SV. Moabit 2 seine Spitzenposition gegen die stark verbesierte Mann schaft des ASV. Wedding verteidigen. Beginn um 14 Uhr in der Behmstraße. Pei den Sportlerinnen treffen sich Tennis-Rot und Volkssport Neukölln um S Uhr aus Plah Ost und Rot. Weih und VfL. Ostringa Spielerinnen um l« Uhr in der Schönhauser Allee. Zwei Pflichtspielc süllen das gute Vrogrnmm des Sonntags durch die Begegnung des Freien poci-nklubs Spandau mit dem MTB. Bernau um 14 Uhr in Spandau, Wilhelmstrafte, sowie ASV. Schöneberg gegen BsL. Ostring 2 um 9 Uhr in Schönederg, Rubensstrafte. Auf allen Plötzen vor- und nachher Spiele unterer Mann» schaften und Gruppen. Arbeiter-Fußhall Mit dem kommenden Sonntag beginnen für den ersten Kreis Berlin-Brandenburg die Spiele um die K r e i s m e i st« r s ch a f t. Sie finden in Form von Ausscheidungsspielen(der verlierend« Verein scheidet aus) statt. In der Kynaststraße in Lichten- berg stehen sich um 14 Uhr die Meister des 3. und 4. Bezirks, Nowawes und Hertha-Luckenwalde gegenüber, während Adler 08 als Vertreter des 2 Bezirks nach Oderberg zum Meister des 5. Be- zirks, Britz 25. fährt. Im Spiel in Lichtenberg ist es schwer, einen Sieger voraus zu nennen, doch hat Hertha aus Grund ihrer größeren Spiel- erfahrung und der besseren Hintermannschaft ein großes Plus für sich. Adler 08 wird sich wohl etwas strecken mllsien, doch dürfte Britz nicht ganz an die Spielstärke der Pankower heranreichen. Am gleichen Tage finden in der Hauffstraße in Lichtenberg um 9 Uhr zwei Spiele zur Crmitt- lung des Abteilungsmeisters im 1. Bezirk statt. Hier stehen sich Baumschulenweg und Blauweiß bzw. Normannia und Lichtenberg I gegenüber. In beiden Spielen sollten die Erstgenannten Sieger werden, doch sind Ueberrajchungen nicht ausgeschlossen. Es kommt eben auf die größer« Ausdauer und auf etwas Glück an. Da wegen des Meisterschaftsspiels im 1. Bezirk ab 12 Uhr Spielverbot besteht, finden vormittags nur einige Jugend spiele statt. Es spielen: Lichtenberg I gegen Vorwärts-Wedding. Borsigwalve gegen Alemania, Nowawes gegen Wilmersdorf. Fichte gegen Normannia. Minerva gegen Teltow. Schülerspiele: Normannia gegen Herzfelde. Cladow gegen Wilmersdorf. Vorwärts 31 gegen Nowawes. Alemania gegen Hansa. Weißenise gegen Vorwärts- Wedding. Adler 08 gegen Mahlsdorf 2. Pankow gegen Mahlsdorf 1. Els- thal gegen Vorwärts-Wedding 2. Saxonia gegen Alemania 2. Arbeiter-Wasserball Während Fuß- und Handballspieler schon von ganz oder fast beendeten Serienspielen berichten können, haben die Wasserballspieler noch nicht so viel Spiele erledigt, daß man bereits einen genauen Ueberblick über das Stärkeoerhältnis der Mannschaften zueinander gewinnen könnte. Es sind immerhin nicht weniger als vierzehn Mann- schaften, die bei der gegenwärtigen Serie in zwei Gruppen geteilt um die K r e i s m e i st e r- schastswllrde des Berlin-Brandenburger Kreises streiten. Mit einiger Sicherheit läßt sich jedoch schon behaupten, daß die Spitzenmann- schaften der letzten Jahre auch diesmal wieder eine entscheidende Stellung einnehmen werden. An erster Stelle seien da der ASV. Hellas als Kreis- meister von 1932 und die Freien Schwimmer Charlottenburg als Kreismeister von 1931 ge- nannt. Doch so gute Teams wie Möwe, Weißen- see, Union und Lichtenberg dürften den Spitzen- reitern ihrer Gruppe noch scharfe Kämpfe liefern, ob es aber über gute Plätze hinaus reichen wird, erscheint auch in dieser Serie fraglich. Van den neueren Mannschaften haben die Freien Schwimmer Potsdam und die zweite Mannschaft der Freien Schwimmer Charlottenburg von sich reden gemacht. In diesen und anderen Mann- schaften reift ein beachtlicher Nachwuchs heran. In dieser Woche kommen nach der langen Weih- nachtspause wieder zwei Spiele zum Austrag. Am ständigen Austragungsort, dem Wellenbad im Lunapark, spielen am Sonnabend um 21 Uhr Potsdam und Weißensee. Weißensee wird auf der Hut sein müssen, denn schon im Spiel gegen Neukölln zeigte Potsdam eine beachtliche Leistung. Schiedsrichter ist Thiele-Berlin 12. Am Sonntag lautet die Spielpaarung Neukölln-Freiheit, wobei man Neukölln die größeren Chancen zusprechen muß. Beginn dieses Spiels 19 Uhr, Schieds- richter der Charlottenburger Schmeling. Motorbootsteuer Die Stadt Berlin drosselt selbst ihre Steuereingänge Schon zu verschiedenen Malen haben wir uns gegen die Motorbootsteuer gewandi, die für Boote erhoben wird, die im Bereich der Stadt Berlin gehalten werden. Wer als Berliner sein Motorboot außerhalb der Weichbildgrenze unterbringt, sei es im Sommer oder im Winter, ist von der Steuer befreit. Der finanzielle Effekt ist für die Stadt nicht sehr hoch, er betrug in den letzten Jahren rund 100 000 Mark. Unsere Aussätze haben uns von Motorboot- besitzern, aber auch von Handwerksmeistern, die als Bootshausbesitzer, Reparaturwerkstätten- und Werftinhaber an der Lagerung und am Instand- setzen der Boote verdienen, eine Reihe von Zu- stimmungserllärungen eingebracht. Die Boots- besitzer wiesen darauf hin, daß die Beibehaltung dieser ungerechten Steuer immer mehr Leute ver- anlasten wird, ihr Boot außerhalb Berlins unter- zubringen, so daß sie die Steuer nicht bezahlen brauchen. Dadurch wird aber der Effekt der Motor- bootssteuer für die Stadt illusorisch. Von den Bootshausbesitzern wurde betont, daß sie durch die Abwanderung der Boote nach außer- halb nicht nur die Standmieten verlieren, iondern auch die Mieten für das Winterlager und. was besonders in Betracht kommt, die Reparatur- und lleberholungsausträge. Verlangt doch die Stadt Berlin jetzt sogar von den Motorbootbesitzern die Steuer, die ihr Boot nur im Winter auf Berliner Werften unterbringen. Der Bootsbesitzer wird also von jetzt ab sein Boot nicht nur im Sommer, son- dern auch im Winter außerhalb Berlins unter- bringen. Die Gewerbetreibenden weisen nicht mit Unrecht darauf hin, daß die Stadt Berlin nieman- den zwingen kann, sein Boot noch Berlin zu schaffen, um es durch die Stadt besteuern zu lassen, sie bringt aber bestimmt die' Bootshausbesitzer, Reparaturwerkstätten- und Wersteninhaber um bisher gehabte Einnahmen, aus denen wieder allerlei Steuern durch die Stadt kassiert werden. Die Stadt verrechnet sich also in doppelter Hinsicht: sie erhält weniger Motorbootsteuer und gleichzeitig weniger Gewerbesteuern. Bon den Bootshaus- besitzern ist errechnet worden, daß bei Aufhebung der Motorbootfteuer durch die Rückwanderung der Boote mehr an Gewerbesteuern gezahlt werden würde, als der Ausfall der Motorbootsteuer aus- macht. An dieser Rückwanderung werden nicht zu- letzt die großen Motorboote beteiligt sein, die in- folge der guten Finanzkraft ihrer Besitzer mehr Reparaturen und Ueberholungen von bezahlten Kräften vornehmen lassen als die Eigner kleiner Boot«, die selbst Hand ans Werk legen. Die katastrophale Lage der Berliner Werften, die durch eine Aufhebung der Motorbootfteuer eine wesentliche Besserung erfahren würde, kann durch nichts bester bewiesen werden als durch den Hin- weis, daß die Gesamtbelegschaft jetzt nur noch 10 Proz. des früheren Standes beträgt. Mit dem Verzicht auf die 100 000 Mark aus der Motorboot- steuer kann die Stadt Berlin zur Ankurbelung der Wirtschaft beitragen, aus der sie auch wieder und nicht zuletzt ihren Nutzen haben wird. Die Polizei-Boxmeister Die Boxabteilung des Polizeisportvereins hatte gestern zu einem Boxabend gegen den Borklub Heros in den Saalbau Friedrichshain eingeladen. Aus dem Programm stand der Endkampf um die Brandenburgische Meisterschaft im Mannschaftsboxen. Es wurde sehr guter Sport gezeigt, die Kämpfe wurden zwar mit Erbitterung, aber doch fair und im kameradschaftlichen Geiste auegetragen. Man sah wieder einmal Boxen als Sport und als Leibesübung und nicht als Brot- errverb. Wenn es am Schluß des Abends doch zu einem wenn auch knappen Sieg der Polizei- boxer mit 9: 7 Punkten reichte, so hat die Polizei reichlich Glück dabei gehabt. Vielleicht ist es nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß es im Halb- jchwergewicht ein Urteil gab, das auch vom Publi- kum als nicht ganz einwandfrei beurtellt wurde. Einen prachtvollen Kampf lieferten sich der deutsche Leichtgewichtsmeister Donner-Polizei und Bächler- Heros, in dem schließlich der Heros-Mann guter Punktsieger wurde. Im Fliegengewicht schlug Weder-P. Czapla-H. nach Punkten, der Bantam- gewichtler Neumann-H. fertigte Britz-P. ebenfalls nach Punkten ab und im Federgewicht erledigte Sachs-H. den Polizeimann Kasprowitz nach Punk- ten. Weltergewicht: Mitschke-P. und Llltke-H. un- entschieden, Mittelgewicht: Hornemann-P. schlägt Hvftmann-H. nach Punkten, was auch der Polizei- boxer Senst mit dem Herosmann Marohn im Halbschwergewicht tat. Der Schwergewichtskampf sah Surma-P. nach Punkten siegreich über Hetschel-H._ Leichtathletik-Hallenkampf Heute, Freitag, um 20 Uhr treffen sich die Freie Sportvereinigung Fichte und der ASV.- Neukölln in der Turnhalle Mittenwalder Str. 32 zu einem leichtathletischen Hallenwettkamps. Es kommt ein vielseitiges Programm zur Abwick- lung. Neben Gymnastik und Laufübungen nach Musik kommen Mannschaftskämpfe im Hochsprung, Hindernisläufen, mit dem Medizinball sowie Stafettenläufe noch Punktwertung zur Aus- tragung. An den Wettkämpfen sind Sportler, Sportlerinnen und Jugendliche beteiligt. Während der Veranstaltung ist Konzert. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Zreie Turnerschalt Groft-Berlin. Rudcrbezirl: Freitag. 9. Januar, IglZ Uftr, Ilcöungsabcnd, Ruderanlage Real- aqmnastum Trevtaw. Sonntag, IS. Januar, Generalversammlung im Fllrstcnhof, Ztöpenicker Etr. lg?. Anträge sind einzureichen an O. Noack.— Bezirl Mitte: Die Hand. ballspieler der 1. Mannschaft tresfen sich Sonntag, 8. Januar, HVj Uhr, Etettiner Bahnhof, auch die Genossen mit Fahrrad.— Beürl Aordast: Sonntag, 8. Januar. 18 Uhr, Jahresversammlung bei Wcnzle, Carmen, Snlva. Ecke Hose- mannstrafte.— Lehrschul«: Lehrgang„Gnmnastil" beginnt Montag. 9. Januar. A> Uhr. Uebunqshalle Bouch'str. 7Z. Tauristenvercin„Die Naturfreunde". Freitag, 8. Januar. Photo-Arbeitsgemeinschaft Franke: Ichanuisstrafte 11 lDunkelkammer).— Photo-Arbeitogemeinschakt Neukölln: Bcrgstr. S9.— Photo-Arbeitsgemeinschaft Osten: Frank- furter Allee 307.— Faltbootabteilung: Zohannisstr. 15; Geschäftliches, Singsang.— Südost: Manteuffelstr. 7: Winterwandern im Hechgebirge lLeo Tomlchick).— Charlottenburg: Spreestr. ZV: Generalversammlung.— Treptow: Clsensir. 3, am Bahnhof: Generalversammlung.— Britz: Festsaal der Idealstedlung Sannemannstrafte: Besuch mit Tanz beim ZdA.— Musikarbeitsgemeinschaft Abt. I Friedrichshain: Ch. Schönrech. 0. 17, Paul-Singer-Str. 591. — Mustkarbeitsgemcinschaft Abt. ll Humbeldthain: Musik- zimmer des Jugendheims Lortzinq- Ecke Graunstrafte.— Montag. 9. Januar. Malgemeinschett: Manteuffelstr. 7.— Photo-Stammabteilung: Zohannisstr. 15: Eencralver. sammlung.— Gesundbrunnen, Spielgemeinschaft: Goten- burger Strafte. Rete Schule. RWA., Waslersxortabteilung, gug Tegel. Sonntag, 8. Januar, 17 Uhr, Mitgliederversammlung, Bootshaus. llteAlet Lidtispiele ustv ZJ Siaafs llnrIS. ilora 3434. naullien ?0 uilEiierinnei Tttralrr Freitag, den 6. Januar iiaatsoper Unter den linden 20 Uhr Der fliegende Holländer Staatliches Schauspielhaus 19 Uht Faust I. Teil konzertieren tun Fun, 4 Winclalr; finsion Palmer Hudoii Mälzer i»alhmir-Trlo»sw nnatienfl und sanmag au a>. ftlierlatzle ae''' 4t H. 4c 5- MSdl.Oper Charlonenbur Fraunhofer 0231 Freitag, 6 sanuar 20 Uhr Turnus iv Othello Neuesheim Amer- line. Hanmann, •leinmar. Ludwig, Sieiei, Baumann. Heyer, S gering Dirigent: Ladwig S c h /;/./ e r Bismarckstr. tKnie, Steinpl.(CD o7i. Täglich*i/4 Uhr Ofe MSnnei sind mal sc Musik: Waller Kollo SBneland. Mtnaan Stg v Jan.« U' i Robert oud Bertram Theater Kömöösentisus Schiffbauerdamm 25 Til. D 2 Weil 6304-05 läßlich 8% Uhr and Sonntags nachm. 4 Uhr Das Haus dazwischen mit Ma* Adalbeit Jakob Tiedtke Nnik: Spcliiaiky VOLKSBUHNE Theater am BOSowpiatz rs�lich S Uhr D I Nordet) 6536 Oliver Cromwelis Sendung V. Walier Oilbricht. Regie Heinz Hilpen mit Eugen Klöpfer CASINO-THEATER 8V« Lothringer Strohe 37 8�4 iiuiiiiHiiiiniiiMuiiimiiiiiiiiiiiimminmMiiiiiiiiiHmiiiiiMiiiiii DU 6. Januar Alles um Lotti Ab 7. tanuar Onkel Mux U BbuUhnS Gutschein 1-�4 Personen Parken nur 0.50. Fauteuil u.75. Sessel 1»25 Kurliirsienü.-T('. Kurfürstendarara 200 Tel Bism- 1400 Täglich 8>4 Uht MW Reisp nn äertodi ind Sdnribaf Musik KOnnekr Regle Penker; «ans Schindlet mit seinen Jezz-Symplionikeni fomitiu' iinostertifMtii- lüllmfliM DurlotttDStr. 9 1 DOntuff 625 Täglich 8'/« Uhr Auslandsreise von Oeterniditr i. ilindiftld mit Felix Brruar Karls Paudlir. Qiur iibe u. i. Hose- 1 heatet ireüi FranWurttr StraBi t32 Tti. Wtidmi ET 342/ -.15 uhr Böhmische Musikanten Deutsches Theater Schumannstr. I3a »Veidend. SAN Tätlich 8 Uhr htuaitraig Un Rtiikird' Prinz von Homburg von H. v. Kleist Tbigch. FtWorr. FtSihdi, Kayliit. Wriioar, SdiOmbar} ismmersplelE täglich 8 Uhr Hans Moser n Essig und Oel Musikal. Lustspiel v Geyer u. Frank Musik: Robwt Ratsdur Inszenierung O L Prem nger Ba Ba Ba äendows Hinte Htlm «oUbnsser StrtDe i> Oberbann 1500 Täglich»>.. 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