Morgen- Ausgabe Nr. II A 6 50. Jahrg. Weboftion und Verlag, Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Semiprtdwrc besseren Zeiten liegen bestimmt nicht in der nähere» Zukunft. Auf dem Gebtete der Jugendpflege können bereits sehr bedenkliche Einschränkungen festgestellt werden. Sollte sich die Oesfentlichkeit nicht mehr als bisher mit dem großen Werte der vorbeugenden Jugendfürsorge, das ist praktisch die Jugendpslegc, befassen, dann werden wir in nicht allzu ferner Zeit die völlige Zertrümmerung der einst so vorbildlichen koinmunalen Jugendpslege in Berlin feststellen können. Mit viel Berständnis und großen Siosteii geschossene Zugendheime sieht man langsam aber desto sicherer verkommen. Ausreichende Mittel für ihre Instandhaltung werden ganz einfach nicht mehr bewilligt. Genau so geht es mit den Sportplätzen. Für den Finanzsachverständigen mögen diese Einrichtungen nicht lebensnotwendig sein, sie sind es aber zweifelsfrei für die Jugend. Will man die Jugend noch tiefer ins Elend stoßen, da»nit gewisse.Preise von der Vcrdcrbtheit der Jugend sprechen können? Hot die erwachsene Generation noch nicht genügend an der Generation von morgen gesündigt? Die Jugend trägt be- stimmt nicht die Schuld o» den wahnsinnigen Verhältnissen unserer Tage, sie muß aber leiden. Wehrsport mit.�oserncndrill, freiwilliger Arbeits- dienst, der gar nicht freiwillig ist. denn die Jugendlichen werden größtenteils vom Hunger in die Lager getrieben, geben der Jugend bestimmt nicht das, was die erwachsene Generation ihr schuldet: Jugendgemäßcs Leben, jugendgemäßc Entwicklungsmöglichkeit. Treibt man eine intensive «äuglings- und Äleinkinderfürsorge, um die Ju° gend dann später hoffnungslos geistig und ma- teriell verkommen zu lassen? Spai-politill beim Schulkind Aber auch bereits bei dem Schulkinde treibt man eine kaum verantwortliche Sparpolitik. Sieht man nicht, oder will man nicht sehen, daß sich die Schulkinder körperlich in einem Zustande be- finden, der eine Verschlechterung ganz einfach nicht mehr verträgt? Man nehme die Hilferufe der Lehrerschaft und der Schulärzte nicht gar zu leicht. Es kann sehr leicht der Zeitpunkt eintreten, an dem die von falschen Spormaßnahmen ausgelösten gesundheitlichen Schäden der Binder nicht mehr ausgeglichen werden können. Sieht es mit der Blcidung der Binder, mit dem Schuhzeug, nicht teilweise grauenhaft aus? Trotz des denkbar schlechten Ernährungszuston- des der Schulkinder in den proletarischen Not- bezirken erfolgte die Einschränkung der Kinder- speisung. Auch die erwerbslosen Eltern von spei- senden Kindern müssen nach einer Magistrats- Verfügung zur Kostendeckung herangezogen wer- den. Die zu zahlenden Wochensätze sind nur scheinbar niedrig, für Erwerbslose sind sie zu hoch und nicht tragbar. 70 oder 5l) Pf. in der Woche können eben von gar mancher erwerbslosen Fo- inilie nicht ausgebracht werde». Theoretische Betrachtungen helfen hier nicht weiter. Sie mögen rein rechnerisch auf dem Papier stimmen, die Praxis ergibt ganz andere Resultate. Die ange- zogene Magistratsversügung wurde außerdem zu einem Zeitpunkt in Kraft gesetzt, der eine starke Herabsetzung der Unterstützungssätze für die Er- werbslosen und siir die Wohlfahrtsempfänger brachte. Die Folge war, daß 40 bis 50 Proz. der bis zu diesem Zeitpunkt speisenden Kinder aus der Schulspeisung ausschieden. Ausgelöst durch einen Antrag der SPD. ersuchte die Stadtver- ordnetenversammlung einstimmig den Magistrai um Aufhebung der Verfügung. Dem Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung gegenüber hat sich der Magistrot in Stillschweigen gehüllt. Die Verfügung ist noch heute in Kraft. Eingeschränkte Erholungspflege Mit dem Großreinemachen in der Berliner Jugendpflege scheint der Magistrat sein gestecktes Ziel noch nicht erreicht zu haben. Man plant nunmehr eine., in seinen Folgen schwer zu über- sehenden Abbau aus dem Gebiete der Erholungs- pslegc für Schulkinder. Man muß in aller Oessent- lichteil aus diesen Plan hinweisen, um seine Durchführung zu verhindern, denn es dreht sich um Sein oder Nichtsein der Erholungspslege von rund 50 000 Kindern. Sachlich wäre festzuhalten, daß es Pflicht ist, Betrachtungen darüber anzustellen, ob z. B. a., die Stelle der verhältnismäßig kostspieligen Heim Verschickung nicht ein annähernd gleichwertiger Ersatz treten kann, der außerdem eine wesentliche Einsparung zeitigen könnte. Eine Fragestellung solcher Art ist durchaus diskutabel. Man erwäge vor allen Dingen stärksten Ausbau der örtlichen Erholungspslege unter besonderer Berücksichtigung der Schasfuiig von Jnnenspiel- Plätzen während der großen Ferien, solche ge- schlosfcncn Jnnenspielplotze konnten im Humboldi Hain, Friedrichshain. Tiergarten, Treptower Port eingerichtet werden Jnnc.ispiclplötzc geben er- sahrungsgemäß gute und beste Erholungsmöglich- keiten Die Außenspielplätze müßte» den älteren und kräftigeren Kindern vorbehalten bleiben, für lcchs- bis zehnjährige und siir schwächliche Kinder sind sie wenig oder gor nicht geeignet. llnverständlich ist. daß man zu gleicher Zeit in allem Ernste an einen Abbau der Verschickung von Kindern zu verwandten denk». Rund ZOOOn bis 40 000 Kinder werden alljährlich durch Per mittlung der Jugendämter, in der Hauptsache in Kindersonderzügen, zu Verwandten verschickt. Die Stadt leistet zu dieser Verschickung kaum ncnnens- werte Zuschüsse. Sic stellt lediglich Arbeitskräfte in den verschiedenen Dienststellen. Um Arbeits krüstc zu sparen, plant man nun die Zerschlagung dieser Vcrschickungsart. Um 40 bis 50 Arbeits- Das Fliegen hat sich in den Borstcllungskreis des Nachkriegsmenschcn derart eingebürgert, daß wir nichts dabei finden, wenn die Maschinen der Luft-Hansa mit größter Regelmäßigkeit von Berlin nach London, Paris oder Wien starten oder wenn dieser oder jener Pilot mit seiner Maschine Exkursionen in Länder unternimmt, die der ge- wöhnliche Sterbliche nur von der Landkarte her kennt. Aber wenn Nebel über der Erde liegt, wird das Fliegen schwieriger. Ganz schwierig ist es, bei Nebel zu st arten oder de» Hafen zu finden. Um den Berliner Flug- platz in Tempelhof erheben sich z. B. unliebsamer- weise Hindernisse, die Schornsteine von Sarotti, der Kindlbrauerei, des Meyerschen Hüttenwerkes und schließlich die Genezarechkircbe und das Kar- stadt-Gebäude am Hermannplatz. Der Flieger, der im Nebel blind zu fliegen, d. h. ohne Sicht von 5)immel und Erde, lediglich nach dem Anzeigen von Instrumenten und Funkangaben der Peil- slationen zu fliegen hat, muß durch diese Hinder- nisse hindurchgeleitet werden. Gewissermaßen wie der Lotse das Schiff in den Hafen geleitet. Die Deutsche Lust-Hansa, die seit Jahren ihr Personal im Blindfliegen schult, hat dafür das �- V e r- fahren entwickelt. Direktor Milch von der Luft-Hairsa erklärte am Freitag einem besonderen Kreis dieses zz* Verfahren. Es besteht darin, daß man das von der Strecke kommende Flugzeug zunächst an den vernebelten Flughafen heranpellt. Sobald es sich über dem Platz befindet, gibt man ihm den Auf- trag, genau in östlicher oder westlicher Richtung Aas Eis ist los! Mißgeschick zweier Eisangler! Böses Mißgeschick erlebten gestern nachmittag zwei Angler, die sich zu weit auf das stark brüchige Eis des Müggelsees bei Fried- richshagen hinausgewagt hatten. Die beide» Männer warfen ganz vertieft ihre Schnüre hinaus ins offene Wasser, ohne zunächst zu bemerken. daß sich die Eisdecke, auf der sie standen, l o s- g e l ö st hatte. Zu ihrem Schecken wurden sie plötzlich gewahr, daß sie mit der Eisscholle i n den See hinaustricben. Der Vorfall war von Ausslüglern vom Ufer aus bemerkt war- den. Man alarmierte die F c u e r w c h r, die mit zwei Löschzügen, einem Spezialsahrzeug und dem Feuerlöschboot, an die Unfallstelle eilte. Da das Feuerlöschboot Schwierigkeiten hatte, bei dem starken Eisgang schnell genug an die Unfallstelle heranzukommen, wurden die Rettungsmanöver vom Ufer aus bewerkstelligt. Die Feuerwehrleute wurden angeseilt, da die Eisfläche verdächtig nach- gab, und mit Leitern und Brettern kannte den beiden Anglern endlich Hilfe gebracht werden. Das Eis auf de» Gewässern in der Umgebung Berlins ist durch das für die Jahreszeit abnorm milde Wetter derart brüchig geworden, daß vor dem Betreten der See- und Flußläufc nur nach. drücklichst gewarnt werde» kann. Die trügerische Eisdecke bedeutet für jeden größte Lebensgefahr! Neuer Brvfchtentart,? 50 Pfennig Grundgebühr gefordert Die Arbeitsgemeinschaft Berliner Kraftdroschken- besitzer, in der alle Organisationen der Kraft- droschkcirbesitzcr zusammengeschlossen sind, verlangt seit längerer Zeit die Aenderung des bisherige» Kraftdrofchkenrarifs. Ansang nächster Woche sollen krästc für ganz Berlin einzusparen, will inan olle» Ernstes 50 000 bis 40 000 Kindern die Möglichkeit einer Erholung bei Verwandten nehmen. Mit aller Energie muß verlangt werden, daß man von der Weitervcrfolgung dieses unglaub- iichcn Planes Abstand nimmt. Man versündige sich nicht»och mehr an den schwere Not leidenden Kindern der Berliner Arbeitcrbevölkerung. Aus dem Gebiete der Zugendpflege ist bereits genug zerschlagen. Was noch vorhanden ist, ist lebensnotwendig, das fei zu Beginn des neuen Jahres inil aller Deutlichkeit de» Rechnern am grünen Tisch gesagt, den Rechnern, die sich vielleicht über- Haupt nicht in die Lage von Erwerbslosen ver- -egen können, die sich wohl niemals den Kopf darüber zerbrochen haben, wie es in der jetzigen Krisen zeit in den Arbeitersamilie» zugeht. Die Zugend leidet genug, darum nochmals: Hände weg von der kommunalen Zugendpflcge! — je nach der Herrschenden Windrichtung— abzubiegen. Nach einer generellen Dienstanweisung fliegt der Führer dann in etwa 500 Meter Höhe genau acht Minuten aus dieser Grundlinie, macht hierauf eine Wcirdung uitt> nimmt genauen Gegcnkurs auf den Flughasen zu, indem er lang- sam niedriger geht. Während dieses Anfluges er- hält er j e d e M i n u t e, d. h. etwa alle drei Kilo- meter, von der Peilstation die Angabe des Kurses. den er einhalten muß. Er korrigiert seinen Kurs entsprechend und befindet sich bei der siebenten Peilung in einer Höhe von etwa 400 Meter un- mittelbar ani Platz. Dann erhält er vom Flug- leiter das Signal zz, nach welchem das ganze Verfahren als zz-VersaHren bezeichnet wird. durchstößt die Wolken und gleitet bis dicht über den Boden, um dort das Flugzeug abzu- fangen. Nach diesem Versahren können selbst bei Wolkenhöhen von nur 40 Meter und einer aus wenige hundert Meter begrenzten Sicht völlig sichere Landungen ausgeführt werden. Der Anflug zum Flughafen erfolgt auf einem genau festgelegten Weg, der von Hindernissen wie Schornsteinen, Kirchtürmen usw. frei ist. Man bezeichnet diese Anflugzone als Peilschneise: in ihr muß sich der gesamte Anflug vollziehen, andernfalls er zu wiederholen ist. Man vermeidet also auf olle Fälle, daß das Flugzeug in eine Gegend mit höheren Erdhindernissen gerät. Beim Berliner Flughasen liegt die Peilschneise in ost-westlicher Richtung: sie hat einen Ocff- nungswinkel von 30 Grad und umgeht damit die oben erwähnten Hindernisse. nun zwischen dem Krastverkehrsamt und der Ar- beitsgcmeinschaft erneut Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Fahrtarifs stattfinden. Die Krastdroschkenbesitzer fordern die Beseitigung des jetzigen Zuschlags von 20 Pf. und verlangen die allgemeine Erhöhung der Grundgebühr auf 50 Pf. Zum Ausgleich dafür soll die Anzahl der weiteren Kilometer, nach denen die Uhr um 5 Pf. vorwärts rückt, vergrößert und so eine Verbilli- gung der Langsahrten erzielt werden Ob das Krastverkehrsamt und der Polizeipräfi- dent sich mit diesem hohen Anfangssatz, durch den die Kurzfahrten verteuert werden, einverstanden erklären werden, läßt sich bisher nicht sagen. Die Krastdroschkenbesitzer erklären zur Begründung ihrer Forderungen, daß vor dem Kriege die Grundgebühr sogar 70 Pf. betragen habe und daß es ihnen angesichts der Bcnzinpreiserhöhung und durch die Verteuerung des Treibstoffs infolge Spritbcimischunqszwangcs nicht mehr möglich sei, mit den bisherigen Zuschlägen z» arbeiten. Greifin niedergeschlagen In der Wohnung überfallen Die 80 Zahre alte Gastwirtswitwc Johanna Schwieberski wurde gestern in ihrer Moh- nung in der Bosenlhaler Straße 08 von einem bisher unbekannten Täler überfallen und niedergeschlagen. Schwer verletzt mußte die Greisin ins Krankenhaus am Friedrichshain gebrocht werden. Bei Frau Sch. erschien gegen 40 Uhr ein I ü n g e r e r Mann, angeblich um ein m ä b- l i e r t e s Zimmer zu mieten. Ahnungslos ließ die alte Frau den Fremden ei». Kaum hatte sie die Tür geschlossen, als der Bursche über sie herfiel, einen aus dem Tisch liegenden Plättbolzen ergriff und damit aus sein Opfer einschlug. Frau Sch. brach zusammen und lag längere Zeit ohne Bewußtsein. Als sie wieder zu sich kum. schleppte sich die Greisin mit Ausbietung i?er legten Kräfte bis zur Wohnungstür, wo Hausbewohner auf ihr Wimmern aufmerksam wurden. Im Krankenhaus lam die Schwerverletzte, die mehrere Kopfwunden erlitten hat, für wenige Minuten zu sich. Eine Beschreibung des Täters war bisher jedoch nicht zu erhalten. Das Befinden der ileberfallenen ist besorgnis- erregend, da der Schädel mehrfach gespalten wurde und das Gehirn verletzt ist. Reichsbank baut Ein 25'IWllionen-Pro,jekt Die Veichsbank beabsichtigt, noch im Dause des Sommers mit der Errichtung eines Erweiterungsbaues für das Hauptgebäude zu beginnen, in dem in der Hauptsache die großen Lelriebkavteilungen wie Kasse, Girotontor, Devisen- und Kreditabteilnngen untergebracht werden sollen. Das Terrain, das bebaut werden soll, liegt zwischen der Kur-, Alten Leipziger, Unter- wasser- und Holzgarte» st raße und hat eine Größe von etwa 40 000 Quadratmeter. Auf diesem Terrain stehen zur Zeit etwa?ö Gebäude, in denen neben Dienststellen der Rcichsbank eine Anzahl von Privat- und Geschäftsleuten untergebracht sind. Diese Grundstücke sollen möglichst schon im Frühjahr abgerissen werden, so daß— wie bereits gesagt— voraussichtlich im Sommer mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden kann. Die Bauzeit wird etwa drei Jahre dauern, sofern sich nicht unvorhergesehene lleberraschungen bei dem teilweise sehr unsicheren Baugrund ergeben sollten. Die gesamten Bau- kosten bereits jetzt genau anzugeben, ist schon aus diesem Grunde nicht möglich: sie dürsten aber zwischen 25 und 30 Millionen Mark liegen. Die Ausarbeitung der Pläne ist in diesem Falle be- sonders schwierig, da im Betriebe der Reichsbank auf ganz einzigartige Verhältnisse Rücksicht ge- nomine» werden muß. Die Pläne stehen noch keineswegs endgültig fest, sondern werden zur Zeit noch im Reichsbank-Baubüro Berlin bearbeitet, das über reiche, im Laufe der Jahre bei Reichs- bankbauten in der Provinjz erworbene Erfahrungen verfügt. Für die Unterbringung der äugen- blicklich in den abzubrechenden Gebäuden sich be- sindlichen Büros find bereits andere Räume in der Nähe des Hauptgebäudes vorgesehen. Eine Unterbringung in dem Gebäude der Diseonio-Ge- fellschaft sUnter den Linden) ist— entgegen an- deren Meldungen— nicht in'Aussicht genommen. In wenig Worten Die kleine R o s e m a r! e Boddin, die, wie bekannt, von ihrer Mutter von der G r e n z- st r a ß e n b r ü ck e aus den Bahndamm geworfen worden mar, um von einem Zuge überfahren zu werden, wird in diesen Tagen aus dem Lazarus- Kranken haus r» nassen. * Der Ueberfall auf den angeblichen amcrikani- schen„Reporter" Leonard R i b a c k aus Chikago, der in der Nacht zum 24. Dezember vorigen Jahres nach feinen Angaben in der Kurfürstenstraße überfallen worden sein wollte, hat sich jetzt als Schwindel herausgestellt. Riback ist feit Heiligabend aus Berlin verschwunden. Mit einer Negerin hat er das Weite gesucht. 7>r Der Berliner Rechisanwalt Dr. Franz Lange, der vor einigen Monaten vom Dres- dencr Schwurgericht wegen doppelte» Meineids im Prozeß Uralzeff zu einer Zuchthaus- strafe verurteilt worden war und in den nächsten Tagen nach Verwerfung der Revision ins Zuchthaus Waldheim gebrocht werden sollte, hat in der Nacht zum Freitag im Dresdener Untersuchungsgefängnis einen Selbst m o r d- versuch gemacht. * Das Rittergut Saar m u n d bei Potsdam, aus dem Besitz des preußischen Prinzen Friedrich Leopold jun., kommt demnächst unter den.Hammer. Die zahllosen Gläubiger des Prinzen werden freilich aus dem Erträgnis nur zu einem geringen Teil befriedigt werden können... Prinz Fric- brich Leopold, der seit Jahren als Kapitalflucht- ling in Lugano lebt, hat innerhalb kurzer Zeit mehrere Millionen Mark verschwendet. ★ Die Homburger Behörden sind seit einigen Togen mit der Untersuchung größerer Tabak- s ch m u g g c l e> e n beschäftigt. In diesem Zusammenhange wurden einige von der Ostsee in den hiesigen Hasen eingelaufene Schisse von Be- ainten untersucht In zwei Fällen gelang es, größere Mengen Tabak zu beschlagnahmen, die anscheinend in Holtenau an Bord geschmuggelt worden waren. „Aiit dem Fohrrod über die vulkanischen Anden". Erlebtes aus Zentral- und Slldchilc, lautet das Thema des Vortrages, den Siegfried Schütze, unterstützt durch zahlreiche Lichtbilder, ani Mittwoch, l>. Januar, abends 8 Uhr, in der Trcp- tow-sternwarte hält. Das Fliegen im Nebel! In TTempelhof wird blind geflogen Mietemot in der Ällle Burg eine Lerliner„Lekens�vürciiAlleit" Die Bewohne« jener historischen Berliner Wohn- statten, die den Fremden voll Stolz als roman- tische Winkel der Großstadt präsentiert werden. laden jetzt der Reihe nach ihre eigenen Landsleutc zum Besuch ihres Wohnidylls ein. Der„Vorwärts" hat als erster die skandalösen Zustände in der Wanzenburg(Stadtvogtei) aus- gedeckt und hier auch Wandel geschaffen, er hat weiter sich der bedauernswerten Bewohner des Hauses Neue Friedrichstraße 9S angenommen, hat das Leben in den Elendshütten des Bezirks Friedrichshain geschildert und ist heute in der Lage, Berlins„historische Wohnkultur" um ein weiteres Kapitel zu bereichern, Ein Besuch der sogenannten„Zille-Burg", dem Me y e r s h o f in derAckerstraße 1 32/1 33, förderte wiederum Dinge zutage, die jeder Hygiene und Menschlichkeit Hohn sprechen. Die Zille-Burg ist ein Riesenwohnkomplex mit nicht weniger als sechs Höfen. Sie beherbergt 2 50 Mietsparteien mit ungefähr 1300 Köpfen. Dieses historische Wohngebäude hat ein Mindestalter von 00 bis 70 Iahren aufzuweisen, und es kann unbedingt eine sehenswerte Haus- ruine genannt werden: das besagt der starte Zu- ström von Reisenden, die aus aller Herren Länder, Schweden, England, Amerika und Oesterreich zur Besichtigung dieses interessanten Kuriosums sich ständig einfinden. Aus jedem Flur der unzähligen Hinteraufgänge. Seitenflügel, Oucrgebäude und Kellergängc hausen 0 bis 8 Parteien, ziffernmäßig so 20 bis 30 Men- sehen, deren Wohnungen auf einem langen, schmalen, stockfinsteren Flur dicht beieinander liegen. Der Gemeinschaftsabort befindet sich eben- falls dort. Die Wohnungen sind, ihrem ehr- würdigen Alter entsprechend, in baufälligem Zu- stand. Da schließt kein Fensterflügel und brennt kein Osen richtig, von den Decken und den Wän- den fällt der Putz— sofern sich die Haus- „Ich bins gewesen" Leppl 6er Zelkstke�iclitiser Die Annahme, daß das Geständnis das beste Beweismittel darstellt, ist ebenso richtig wie ge- jährlich. Richtig, weil, besser als irgendein Indiz, das Geständnis vor einem Justizirrtum schützt: gefährlich, weil ein Geständnis, das nicht über- prüft und von anderen Beweisen gestützt ist, leicht zur Quelle eines Justizirrtums wird. Fast ieder große Äriminalsall, dessen Lösung auf sich warten läßt, führt eine Fülle von Selbstbezich- tigern zur Polizei. Es sind Geisteskranke, mit- unter Leute, die ein eigentümliches Schuldbewußt- fein zwingt, die Schuld des noch unbekannten Täters auf sich zu nehmen: es sind Menschen, die eine Rolle spielen wollen und dergleichen mehr. Die ungenügende Ueberprüfung einer Selbst- bezichtigung bedeutet eine grobe Fahrlässigkeit. Ein allzu eifriges Drängen durch die Polizei auf ein Geständnis ist der Rechtsprechung mehr als einmal zur Gefahr geworden. Ein eigenartiger Selbftbezichtiger treibt in Moabit fein Unwesen. Bor einigen Iahren mel- dcte sich nach Bekanntwerden eines Totschlages bei der Polizei ein gewisser Joseph Scheuen- pflüg als Täter. Die Kenntnis der Einzelheiten der Tat war geradezu verblüffend. Er blieb bei seinem Geständnis auch in der Hauptoerhandlung und wurde verurteilt. Einige Zeit daraus erklärte er, nicht der Täter gewesen zu sein. Er wies nach, daß er zur Zeit der Tat im Gefängnis gesessen. Cr wurde im Wiederaufnahmeverfayren freigesprochen. Und gestern wurde er wieder in einem Wiederausnahmeversahren in einer anderen bewohner, trotz Zahlung der Schönheitsrepara- turen, ihre Wohnung nicht aus eigenen Mitteln Herrichten ließen. Die Wände zeigen zum Teil weitklasfende Risse, und die Küchenwand einer Mietspartei gewährt beispielsweise einen un- gehinderten Ausblick auf das nebenan befindliche Klosett. In den Kochstuben ist vielfach weder Ausguß noch Wasserleitung vorhanden, und die Leute müssen ihr Trinkwasser ebenfalls aus dem Klosett holen. IVülzes Trinkwasser Mit dem Trinkwasser hat es aber noch eine eigene Bewandtnis. Das ist nämlich trübe und undurchsichtig, und man muß es erst eine lange Weile ablaufen lassen, bevor es sich nach und nach zu klären beginnt. Dieser Wassermehrverbrauch wird aber den bedauernswerten Hausbewohnern dafür auch noch in Anrechnnung gebracht, und sie haben die Ehre und das Vergnügen, eine Wasser- gebühr von 7 Proz. statt normalerweise 3 bis 4 Proz. zu bezahlen. Furchtbar ist die Wohnszenerie der Keller- Mahnungen. Durch lange, stockfinstere, modrige Kellergänge gelangt man in muffige, total dunkle Stuben: die Wände dick mit Schimmel bedeckt, die Lust feucht, eiskalt und dumpf. Eine alte Frau muß von ihren 36 M. Unterstützung für solch eine Behausung 10 M. pro Monat bezahlen. Nun hat sie die Wahl: entweder essen oder heizen! Nachdem sie todkrank geworden ist, hat sie sich für das Letztere entschieden und steckt im Monat 13 M. in die altersschwache Kochmaschine. Licht muß sie von morgens bis abends brennen. Nebenan wimmert ein Neugeborenes! Die Mieter, zur Hälfte arbeitslos, verlangen M i e t s e n k u n g und Herstellung der notwen- digen Reparaturen. Der 5)auswirt, stets verstand- Sache freigesprochen. Auch diesmal hatte er sich selbst bezichtigt. Scheuenpflug ist bekannt unter dem Spitznamen Seppl. Er kam früh in die Für- sorge, lernte Bierbrauer, geriet auf Abwegs, war Morphinist, Kokainist, Trinker, legte sich immer wieder fremde Namen bei, verbüßte zahlreiche Strafen wegen Einbruchsdiebstahls. War auch in Irrenanstalten interniert, seit 1920 kennt ihn der Leiter der Jrrenabteilung im Gefängnis Lehrter Straße. Eines Tages fragte er die Staats- anwaltfchaft an, wann endlich in den zwei von ihm im Juni 1931 verübten Einbrllciicn das Hauptverfahren eingeleitet würde. Er wurde vom Untersuchungsrichter vernommen, unterschrieb das Protokoll, in dem er sich der beiden Einbrüche bezichtigte und wurde im August dieses Jahres wegen dieser beiden Einbrüche zu3>5 I a h r e n Zuchthaus verurteilt. Cr nahm das Urteil sofort an und wurde ms Zuchthaus übergeführt. Im Oktober dieses Jahres teilte er der Staats- anwaltschast mit, daß er unschuldig sei, er habe die Einbrüche auch gar nicht begehen können, da er zur Zeit, als sie geschahen, in Untersuchungshast gesessen habe. Es wurde nach- geprüft, seine Behauptungen stimmten. Sepp! hatte unterdes wegen einer Anzahl Einbrüche den Z 51 erhalten. Das Wiederaufnahmeversahren wurde als zulässig erklärt, Seppl aus dem Zucht- Haus entlassen. Jetzt wurde er vor das Schöffengericht Schöne- berg bereits wieder aus der Untersuchungshast vorgeführt; er sitzt jetzt wegen einer anderen Sache. Weshalb er sich selbst bezichtigt habe? Er habe seine Ruhe haben wollen. Die Polizei habe ihm gesagt: Du bist es doch gewesen, Seppl, habe ihm eine Zigarette angeboten, und da habe er eben gesagt: Ja, ja, ich bin es gewesen. Der lungsbereit, ohne jedoch das geringste zu unter- nehmen, sagt:„Verschassen Sie mir doch das not- wendige Geld und ich laste sofort alles in Ord- nung bringen!" Die Mieten sind, der Beschassen- heit der Wohnungen und des ganzen 5)auses ent- sprechend, viel zu hoch. Dann besitzt diese Wohn- stadt zwei ganze Waschküchen, in deren Genuß naturgemäß die meisten der Hausbewohner nie- mals gelangen, es sei denn, daß sie sich bereits im Dezember für den Juli vormerken. So muß in den stickigen, dumpfen Kochstuben auch noch ge- waschen werden. Die Baupolizei hat im Bor- jähre nicht weniger als 144 notwendige Repa- raturen festgestellt, von denen einige wenige— natürlich die billigsten— vorgenommen wurden. Wenn es regnet, kriegen die Bewohner im vierten Stock den Regen aus erster Hand, und die im Keller können ein Fußbad nehmen, da der Boden völlig durchnäßt ist. Es wird wohl auch hier, wie bei den anderen Elendskasernen, ein rasches und entschiedenes Machtwort gesprochen werden müssen! Neubaumieter fordern In einer Versanunlung der Mieter der Fried- rich-Cbert-Siedlung wurde nach einem Vortrage des Genossen Gustav Bauer eine Resolution angenommen, in der die S e n- tung der Mieten gefordert wird durch Sen- kung der Hypothekenzinsen von 0 auf 4 Proz., Erlaß der Zinsen und der eventuellen Tilgung?- quote für die Hauszinsstcuerhypotheken bis zum Eintritt besserer wirtschaftlicher Verhältnisse, Er- laß der kommunalen Zuschläge zur Grundvcr- mögenssteuer. Sachverständige meinte, es könne schon so ge- wesen sein. Er will eben nicht ausgefragt werden. Er sagt eben immer: Ja, ja, ich bin es gewesen, laßt mich in Ruhe. Geltsame Wechselgeschäste nnan�amtsleiter in Schieberhänden Gegen den 62 Jahre allen Oberregieruugsral Dr. Johannes Meyer aus Halensee, der bis zum Juli v. J. Leiler des Finanzamls Gesundbrunnen in der Friedrichslrohe 129 war. sind umfangreiche Unlersuchungen eingeleilet war- den. Dr. M. ist in seltsame wechselgeschäsle ver- wickelt, bei denen Wechsel in höhe von insgesamt 1Z0 000 Mark ausgegeben sein sollen. Die Geschäfte des Oberregierungsrates erstrecken sich über längere Zeit und fallen noch in seine Dienstzeit. Zu dem Kreis des Dr. M. gehörte ein Kaufmann A., dem der Oberregierungsrat Wechsel über 5000 Mark zur Diskontierung übergeben hatte. Dieser Mann war wiederholt Insasse von Irrenhäusern und besaß den§ 51. Bon ihm wurden die Wechsel an einen Kaufmann E. weiter- gegeben, der jetzt damit bei einem der Polizei schon bekannten Juwelier wertvollen Schmuck kaufte. Die Juwelen wurden an A. zurückgegeben und waren von diesem Moment an verschwunden. A. erklärte, daß er nicht mehr wüßte, wo sie ge- blieben seien. Die Suche danach blieb ergebnislos. Es stellte sich weiter heraus, daß ein großer Posten Wechsel zur Diskontierung auch an andere Schieber gegeben wurden. Da sie die Unterschrift des Chefs eines Berliner Finanzamtes trugen, wurden sie bedenkenlos erworben. In welche Kreise die von dem früheren Leiter des Finanzamtes aufgestellten Wechsel später ge- langten, geht daraus hervor, daß der Reffe eines früheren Ministers nicht zögerte, einen von Dr. Meyer unterschriebenen Wechsel anzunehmen. Ein schwebendes Entmündigungsverfahren erstreckt sich gegen den Oberregierungsrat wegen geistiger Gebrechen. Es ist noch nicht abgeschlossen. Ein Pfleger ist bereits bestellt worden. Dre ge- naue Höhe der ausgegebenen Wechsel konnte noch nicht einwandfrei festgestellt werden. Wie wird das Wetter? In Berlin: Teils bewölkt, teils ziemlich heiter, keine nennenswerten Niederschläge, Tem- peraturen im ganzen etwas niedriger, nachts leichter Frost, schwache bis mäßige Winde aus westlicher Richtung.— In Deutschland, Nirgends im Reiche wesentliche Niederschläge, besonders in der westlichen Hälfte Deutschlands vielfach auf- heiternd, Temperaturen in West- und Nord- deutschland etwas niedriger. Die Scala im Januar „Von allem etwas" kriegt man im Januar in der Scala zu sehe». Da ist zunächst ein lustiger Maler Rolf H o l b e i n. der vor einer leeren Tafel steht und sich alles, was er braucht, anmalt. und siehe da: die angemalten Vögel sangen an zu singen, die Milchflasche gibt Milch, die Zwillinge schreien, und noch viel Ergötzliches mehr. Ein Balancephänomen auf dem Trapez ist Frank. Sein Körper vollbringt wahre Wunder an Gleich- gcwichtshaltungen, und bei seinem halsbreche- rifchen Durch-die-Luft-Schweben herrscht Toten- stille. M o e s e r- I o s e, der eleganteste Schul- reiter, den man sich denken kann, reitet auf zwei schönen Schulpferden hohe Schule in kultivier- testem Stil. Dann kommt Frakson, der Mani- pulator, der überall Karten und blanke Taler hervorholt, sogar aus den schütteren Locken alter Herren werden sie geholt. Zerrissenes Papier findet sich wieder in ganzen Bogen und der ganze holde Zauber wirkt verblüffend. Eine große Nummer ist Maurice Collcano und Sister». Wie sein berühmter Bruder Eon Colleano auf dem Seil zeigt er Spitzenleistungen der Akrobatik, u. o. einen Doppelsalto vom Fußboden aus. Seine Schwestern durchrasen wie die Teufel, Rad schlagend, die Bühne. R o b i n s ist ein wahres Original an Verwandlungskunst. Sämtliche Instrumente, die immer nur Atrappen sind, ahmt er naturgetreu nach, dabei zieht er sich sortwährend um, z. B. wird aus seinem alten Frack plötzlich ein elegantes Abendkleid, aus einem Lampenschirm ein Kostüm. Dann holt er aus seinen Taschen ungezählte Bananen, sein Koffer kann schließlich diesen Bananensegen gar nicht mehr fassen. Zwei Tanzparodijtinnen voller Eigenart sind Edna Covey, die mit ihrem „sterbenden Schwan" reichen Beifall erntet, aber auch„die Jungfrau", von Lotte Goslar getanzt, ist ebenso grotesk und reich an lustigen Einfällen. Paul G r ä tz unterhält sein Publikum wie immer mit Berliner Reminiszenzen, versucht aber auch ein bißchen Optimismus für die Zukunft zu vermitteln und findet reichen Beifall. Ludwig Herlitz, der Aelteste in der Ober- fchöneweider Arbeiterbewegung, ist plötzlich und unerwartet an den Folgen eines Schlag- anfalls verstorben. Ludwig Herlitz, der schon als Zweiundzwanzigjähriger im Jahre 1892 in die Reihen der Sozialdemokratie eintrat, stand bald in den vordersten Reihen der Bewegung. Ein- äscherung am Montag, dem 9. Januar, 17 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Genosse Franz Schmidt und Frau Emma, Naunynstraße 28, feit 1902 Mitglieder der So- zialdemokratischen Partei, feierten am Mittwoch, dem 4. Januar d. I., das Fest der silbernen Hochzeit. »Freie Gewerkschafts-Iugend Berlin I Heute, Sonnabend. 7. Januar, folaende Veranstaltunaen: Setellifter Äbend im großen Saal des Eewerlschaftshauses, Sngelufer 2t— 23. Beginn 19 Uhr. Uniostenbeitrag 30 Pf. Karten sind an der Kasse er- hältlich.— Zugendgruppc des Scsamtvcrbandcs: Jugendheim Engelufer 2t— 23, Ausgang 0, parterre. Fachgruppe Gärtnerei und Binderei: Geschichten am Uagerscuer.— Morgen, Sonntag, d. Januar, folgende Beranftaltnngen: Bcstlreis: Jugendheim Spandau, Lindenufer 1. Wir„pauken�.— Nordost. trcis: Ab 19 Uhr im Jugendheim Schönlanler Str. II. Stimmung— Unter- Haltung sSpielabend).— Nordlreio: Zugendheim Kolonicstr. 22 sab 19 Uhr). Mit Theo Maret ins neue Jahr:„Lachende Jugend".— Ostkreis: Jugend- heim Frankfurter Asse» 997. Singcstnnde mit Hoffmann. parteinachrichten für Groß-Berlin Einsendungen für Utes« Rubrik sind stet» an das Bejtrtssetretartat > e r l t» SW«8. Lindenstraße 1. 2. Hof. 2 Treppen recht», in richte» Beginn aller Beranstaltungen lill- Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 7. und 9. Kreis. Heute, 17 bis 19 Uhr, Juristische Sprechstunde im Zu- gcndheim Rostnenstr. t. Gelegenheit zum Kirchenaustritt. 19. Abt. Umständehalber findet die Funktionärsshung schon heute. Sonn- abend, 2*9» Uhr, bei Lausch, Diclefstr. II, statt. 2t. Abt. Sonntag, 9. Januar, fiir die jüngeren Parteimitglieder Trefspunkt UNI Uhr am Elystum zur Fahrt ins Blaue. 27. Abt. Dir Genossen treffe» sich Sonntag, s. Januar, 8 Uhr, bei Zeuge, Milastr. 3. HS. Ab«. Heute Funktionärsißung bei Olrcnt. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Achtung. Kreisleiter(imten)! Wir erinnern an die rechtzeitige Ablieferung der Iahresocrichtc Arbeitsgemeinschast der Kindersreunde. Mitte. Alle Gruppen treffen sich bis lO'* Uhr im Metallarbeiter- kino zur Sonnenwendfeier.— Abt. Wilhelm Liebknecht. Wir treffen unJ am Sonntag um 10 Uhr an der U-Bahn Elisobcthstraße und | gehen gemeinsam zur Sonnenwendfeier. il Charlottcnburg. Dienstag, 10. Januar, 16'!■ bis 17% Uhr. bc. K ginnt der Stcnographiekursus im Heim Rosinenstraße 4. 17i bis 18% Uhr Sitzung der Fußballer ebenda. Sterbetafel der Groß-Verliner Partei«Orgamsation Zepernick-Röntgental. Unser Genosse Otto Ulm, b-l Jahre alt, ist per- storben. Ehre seinem Andenken. Die Parteigenossen treffen sich zur Beerdi. gung heute, Sonnabend, 14% Uhr, am Bahnhof Zepernick. Der Ortsvereinsvorstand. « SozialistWe Arbeiterjugend Groß-Verlin lkinlendungen lllr diese Rubrik nur an das Iugcndf-Ii-tariat Berlin SW 88. Lindenstrah« 2. vorn I Trepp» rechts. Rcscrcntcnschulc Prof. Dcncitc und Pros. Roscnbcrg heute,, pünktlich >8 Uhr im Raum der Arbeiterbildungsschulc. SW., Lindeiistr. 3. Mänchen Hclser-stursus Heute, püiiktUch 1913 Uhr, im Jugendheim Linden. strasic 4, v. I. heute. Sonnabend, 7. Januar: Falkplatz II: Sonnenburger Str. 20. Lustiges Wochenende. Wcrbebezirk Wedding: 19 Uhr Baden im Stadtbad Gcrichtstraße. Sprechstunde fällt aus, da morgen, 10 Uhr, Schönsted tstr. 1, die Werbebezirtsvor- sitzenbenkonferenz stattfindet. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Wanderleiterzusammenkunft um 2V Uhr Danziger Str. 62, Baracke 8. Werbebezirk Obersprce: Morgen, lö Uhr, Delegiertenkonfarenz Laufener Straße 2. 19 Uhr ebendort Puggi-Muct-Abend. Vortrage, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Gelchättsstelle: Berlin S. 14 Sedastionftr 97—38 Hot 2 Zr Mitte(Ortsoerein). Sonntag, 8. Januar. 12 Uhr, Matinee im großen Soal des Gewerkschaftshauses. Ginlrittsrarten der allen inktionären. l. Ramerodschafl. Sonntag, 8. Januar, 9 Uhr, Grnoralocrsamm. Inng des Klement, Sovhionstr. 8. Reuwahlcn.— Treptow. 3.»lameradscha't. Am 3. Januar verstarb plöhlich unser langjähriger Namerad Ludwig Hcrlih, Wattstr. 11. Ehr» seinem Andenken. Einäscherung am Montag, dem 9. Januar. 17 Uhr, in Baumschulenweg. Pslicbiantreten für alle dlenstsrelen Namoraden 19 Uhr Bcrkchrslokal Winkler. Spielmannszuq zur Stelle. 3. Nameradschast. Sonnahcnd, 7. Januar, Uhr. Zahrrsgencraloccsammlung bei Bressau.„Zum kühlen Grund", Sicmensstr. 1. Die angesehte Nachtübung des Ortsocreins fällt für die S. Namcradschasl aus. Alle aktioe» und passiven Kameraden sind zur Stelle. Mitgliedsbuchkontrolle. Bundeslleidung.— Pankow(Ortsvereinl. Sonn- toa, 8. Ionuor, S% Uhr Antreten aller aktiven Kameraden in den ein- zclnen Kamcradschaftszügcn an den betannten Sammelplätzen. Anzug gemäß besonderer Einladung.— Wassersportabteilung. Zug Havel. Sonntag, 8. Ja- nuar, 19 Uhr, Eeorgenstrahe, am Bahnhof Friedrichstraße, Eingang Meeres- kundemuseum.— Kreis Norden. Sonntag, 8. Januar, Jungbanner und Schufo I sämtlicher Ortsvereine des Kreises Antreten nach den Anweisungen der ein- zelnc» Orlsvereine.— Steglitz l-Ortsverein). Sonntag, 8. Januar. 8 Uhr. An- treten oller aktiven Kameraden. Besondere Nachrichten folgen noch.— Käme- radschast Rahn-dors. Sonnabend, 7. Januar. I9>. Uhr, Generalversammlung mit Neuwahl der Kameradschaftsführer bei Teitner, Rahnsdorf, Fürsten» walder Straße. Arbeiler-Samariler-Vund e. V., Kolonne Berlin. Sefchästsstcllc: NO. 43, Joftgstr. 4. Telephon: E 3 Königstadt 5440. K/ Montag. 9. Januar. Neukölln: Lokal Sauer, Pannterstr. 54.— Köpemii: Lokal Krügrr, öchönerlinder Str. 3.— Bohnsdorf: La» kal Heimann, Waltcrsdorfer Str. 100.— Dienstag. 10. Januar. Wilmers. darf: Lokal Mesecke, Gasteincr Str. 28.— Schöneberg: Lokal Gehrkc, Ebers. straße 99.— Donnerstag. 12. Januar. Weddina: Lokal Himmel, Sottfchedt. ilraße S.— Friedrichshain: Lokal Bauer, Tilfiler Str. 27.— Eharlotten. Straße I».— Freilag, 18. Januar. Tiergarten: Lokal Maloncck, Lübecker Straße 5.— Krcuzberg: Lokal Krepp. Am Urban 23.— Steglitz: Lokal Rohde. Lichtcrfelde, Noonitr. 30.— Lichtenberg: Lokal Seipke. Kronprinzenstr. 47. Eichbornstr. 94.— Sonnabend. 21. Januar. Prenzlauer Berg: Lokal Hofs» mann. Lnchcner Str. 8.— Sonnabend. 18. Februar..Hermsdorf: Lokal Okrent, Bahnhosstraße. Ncichsbunb der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter- dliebene», Bezirk Weddina. Gcneraloersammlung am Dienstag, dem 10. Ja- nuar, 20 Uhr, im Lokal Patzenhofer, Chausseestr. 94. Tagesordnung: 1. Jahre». und Kassenbericht. 2. Neuwahl des Bezirksvorstandes. 3. Referat des Gau- Vorsitzenden Kameraden Eberl. 4. Bezirksangeleyenherten. Perschiebenes. Bereinigung der Freunde von Rcligian und Bälkerfriedc». Sonntag. 8. Januar. 20 Uhr. in der Trinitatiskirche. l5harlottenburg, besondere religiöse Feierstunde ohne die üblichen liturgischen Formen. Mitwirkende: Frau Johner. Rößler lGcscngl. Ferdinand Bisseb sOrgeli, Roman Räßlcr>Eello). Pfarrer Bleier spricht über da» Thema: Der Sinn des Lebens. Eintritt 20 Pk. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag. 11 Uhr. Pappelallec 15, Bortrag de- Seit« Dr. Hasse: Bom Neid der Besitzlosen. Gäste willkommen. vvOv- M Sigurd Christians erc Ich kenne ihn ja gar nicht und dabei tue ich, als wüßte ich, wer er wirklich ist. Mag- lich, daß er bei näherer Betrachtung ganz anders aussieht Ein Quisthns ist er sicher nicht. Der war freundlicher und lieber. Aber wenn er leben geblieben wäre, wäre er wohl jetzt auch anders. Mit den Iahren verblassen wir alle ein wenig. Nachdem er eine Woche lang den Unbe- kannten entbehrt hatte, ging er eines Abends ungefähx um dieselbe Zeit wie das letztemal wieder ins Automatencafä. Etwas verlegen und schuldbewußt bestellte er sich nur einen Kaffee, verschanzte sich hinter seiner Pfeife und wartete. Dabei sah er unverwandt auf die Eingangstür, gespannt und doch ganz darauf gefaßt, wie ein Schulbub zu erröten, wenn der Erwartete sich zeigen sollte. Das geschah indessen nicht, und er ging mißmutig nach Hause. Am folgenden Abend wiederholte er das Experiment mit genau demselben Ergebnis. Dann gab er es mit einem resignierten Seufzer auf, damit Helene nichts merkte und ihn etwa ausfragte und ihn für verrückt hielte. Genau vierzehn Tage nach der ersten Be- gegnung trafen sie einander aber doch. Wie das erstemal, war Berger auf dem Heimweg vom Bahnamt. Als er unterhalb des Feuer- wehrgebäudes die Karl-Iohann-Straße über- queren wollte, entdeckten sie sich gleichzeitig. Sie grüßten mit einem verlegenen Lächeln, und der Unbekannte, der schon drüben auf dem Bürgersteig war, blieb stehen und wartete. „Guten Abend", sagte er.„Wieder auf Reisen gewesen?" Berger fühlte sich von einer eigenen weichen und dankbaren Wärme durchströmt. ..Ja", sagte er munter.„Ein Tag geht wie der andere. Das heißt, nein: jeder zweite Tag geht wie jeder zweite. Und Sie sind ver- mullich auf dem Wege zu Ihrem schwarzen Kaffee?" Der andere nickte und fragte leicht hinge- warfen, ohne ihm in die Augen zu sehen: „Gehen Sie mit?" Berger nickte etwas verlegen. „Schön, also gehen wir." � Auf dem Weg wechselten sie kein Wort. Sie gingen nebeneinander her wie zwei Mit- schuldige. Erst als sie drinnen waren und sich gesetzt hatten, sagte der Fremde:„Ich weiß, wer Sie sind, aber Sie kennen mich nicht. Es scheint mir das Vernünftigste, gleich zu bekennen, daß ich Rognos heiße." Sie reichten sich über den Tisch mit einem kurzen und schweigenden Druck die Hände. Erst nach einer halben Minute meldete sich bei Berger das Erstaunen.„Aber wie können Sie denn wissen, wer ich bin?" Rognos lächelte fein.„Wir waren mal beide in derselben Stadt angestellt", sagte er „Sie am Postamt und ich an einer Bank. Nicht jeder hat auf der Bank was zu suchen, aber das Postamt besuchen wohl die meisten von uns mal." Berger war blutrot geworden und sah den anderen hilflos an. „Ja", sagte er,„ja." Rognos' Lächeln hatte jetzt etwas fast Ver- schmitztes, aber sein Blick war gleichzeitig prüfend.„Obendrein habe ich mich um Ihretwillen auch verkracht mit einem Ihrer Kollegen. Einem verdrießlichen rothaarigen Kerl namens Lüdersen." Bergers Erstaunen wuchs.„Sie kennen Lüdersen?" „Ja, der Mensch wollte bei ein paar Ge- legenheiten gern den Helden spielen." Berger warf einen suchenden und scheuen Blick zu ihm hinüber.„Auf meine Kosten?" „Ja, ganz recht.— Ich tat, was ich konnte, um ihm das dumme Getue auszutreiben. Aber es war vergebliche Liebesmüh. Er wollte sich als Held aufspielen und nichts davon hören, daß er sich wie ein hysterischer Schwachkopf aufgeführt hatte." „Und das ist Ihre aufrichtige Meinung?" Bergers Stimme war warm und vor Be- wegung unsicher.. Aber Rognos lah ihn jetzt mit plötzlichem Ernst an.„Selbstverständ- lich", sagte er.„Wir haben doch nur dies eine Leben." Da schlug Berger seine Augen nieder. In der Stille dieses Augenblicks spielte er un- bewußt mit dem Teelöffel. „Diese selben Worte habe ich auch einmal gesagt", sagte er leise. Etwas an dem Ton seiner Worte machte Rognos aufhorchen.„Hat man es Sie ent- gelten lassen?" Da Berger nur mit der Achsel zuckte, fuhr er fort:„Ich weiß, Sie wurden bei einer Be- förderung übergangen. Aber auch später noch?" Berger richtete sich auf, wie in einer leisen bitteren Auflehnung gegen sein Schicksal. „Ich bin noch immer, was ich war. Immer noch Schalterbeamter." „Und Lüdersen?" „Der ist Inspektor erster Klasse." „Also wieder befördert?" „Ja." Berger sah ihn scheu an und Rognos schüttelte verständnislos den Kopf.„Wir Menschen sind komische Biester", sagte er. „Wenn einer sich verständig aufführt, nennen wir ihn feige, aber die Idioten belohnen wir." In Bergers beobachtendem, lauschendem Blick glomm ein Schimmer von Verwunde- rang auf.„Warum hat die Sache eigentlich solchen Eindruck auf Sie gemacht?" Die Frage schien Rognos zu überraschen. Jedenfalls saß er da mit einem Ausdruck des Staunens in dem festgefügten Gesicht. Dann antwortete er nachdenklich:„Ich weiß nicht recht. Vielleicht, weil ich ihn nie leiden konnte." Dann sprachen sie von Quisthus, und Berger sagte:„Der war was ganz andres Ein durch und durch guter Mensch, um Ihn war es jammerschade." Rognos schüttelte den Kopf.„Den kannte ich nicht." „Er war ungefähr meines Alters. Etwas zart gebaut und sehr blond" Und als Rognos nicht antwortete, fügte er hinzu: „Er war der einzige Freund, den ich gehabt habe— seit ich erwachsen bin." Jetzt blickte Rognos auf.„Er war ver- heiratet?" „Ja, und hatte ein Söhnchcn." Rognos schüttelte den Kopf mit einer mit- leidigen Geste.„Schade", sagte er.„Wie schlägt sich die Witwe mit dem Jungen durch?" Berger sagte mit einem hilflosen Achsel- zucken:„Sie haben doch die kleine Pension." Dann fügte er hinzu, leise und schuldbewußt: „Ich hätte mich mehr um sie kümmern müssen. Aber das habe ich versäumt." Es entstand eine Pause. Sie hatten beide ausgetrunken, aber blieben noch sitzen, wie gebannt von dem traurigen Gespräch. Rognos stützte das Gesicht in die Hand und sah vor sich nieder.„Ich weiß, was das be- Zgidim Qrenl: tkinter dem fckwarsten-cor Wo die Häuser des Darfes aufhören, zwischen Gärten und Zäunen, steht ein großes, schwarzes Tor. Man kann unbeschadet hindurchgehen, aber wer einmal hindurchgelragen wird durch dos schwarze Tor— und jeder wird einmal hindurch- getragen—, mit dem ist's vorbei, der kommt nichr wieder zurück. Denn dahinter ist der Totenacker. Heute morgen ging Meister Knopf, der Toten- gräber, hindurch und trug Spaten und Schippe auf der Schulter: er hatte ein neues Grab zu graben. Sauber stach er den Rasen aus in der Reihe der Gräber, so daß bald ein längliches Vier- eck schwarzer Erde in dem saftigen Grün zu sehen war, dann folgte rüstig Schaufel auf Schaufel und türmte sich zu einem Haufen neben der Grabstelle. Auf der anderen Seite war ein frisches Grab, hochbedeckt mit Blumen, Kränzen und Schleifen. Weiter dahinter lagen die Gräber mit Einfassung und Denksteinen, Engeln, abgebrochenen Säulen, Kreuzen und was sonst die Hinterbliebenen auf den Gräbern anzubringen pflegen, uiüv in jedem war eine Tafel eingelassen mit Namen, Daten, Sprüchen und Versen in blinkenden Goldbuchstabcn. Weiter hinten aus dem Kirchhof war diese prun- kende Goldschrift verblaßt und abgeblättert, nock) weiter verwucherten bereits die Gräber, die Denk- steine waren geborsten oder gar eingestürzt, und am äußersten Ende herrschte eine völlige Wildnis. Da würde Meister Knopf bald wieder zu graben beginnen, wenn das ander« Ende, wo er jetzt das Grab grub, voll besetzt war.- Denn an die Toten, die da hinten unter der Wildnis schliefen, dachte keiner mehr. Die an sie gedacht und ihre Gräber in Ordnung gehalten hatten, lagen selbst schon vorn und hatten sreilich noch blinkende Denksteine. Das Grab, an dem Meister Knopf jetzt arbeitete, war vor Zeiten schon einmal ein Grob gewesen, das längst vergessen war, und noch vorher auch eins, und so konnte es geschehen, daß, als er tiefer ins Erdreich stach, ein Totenschädel zutage kam. Er trug ihn hinten ins Gebüsch, dainit die Leid- tragenden nicht vor ihm erschraken. Da lag nun der einsame Schädel und fühlte sich wenig wohl in dem hellen Tageslicht. Bald daraus bekam er Gesellschaft, denn Meister Knopf hatte noch einen gefunden. „Nun, Kamerad", sagte der erste Schädel,„nicht angenehm, aus der guten dunklen Erde heraus- geholt zu werden, was?" Der zweite Schädel klapperte vor Unbehagen mit den wenigen Zähnen, die er noch im Kiefer hatte. „Wenn man sich vorstellt", antwortete er,„daß man damals Angst halle, durch das schwarze Tor getragen und in die Erde gelegt zu werden! Lächerlich, möchte man sagen." „Hoffentlich vergißt der Bursche, der uns da ausgegraben hat, nicht uns auch wieder ein- zupacken", meinte der erste. „Keine Sorge", sagte der andere.„Ich war schon inal draußen. Ist eine ganze Weile her. Nachher wurde ich auch wieder eingeschüttet: unseren Anblick ersparen sich die Menschen gerne. Damals packten sie dich in die Erde. Und wenn wir später mal wieder ans Tageslicht kommen sollten, ist wahrscheinlich ein dritter im Bunde da. Siehst du. da bringen sie ihn schon. Der scheint ja ein großes Tier gewesen zu sein!" Der Totengräber war mft seiner Arbeit fertig geworden und hatte danach das schmorze Tor weit oufgeton. Die Glocken begonnen zu läuten, eine Musitkopelle ließ sich mit langsamen getragenen Rhythmen hören, und zwischen den Flügeln des Tores schwankte hoch auf den Schultern von sechs Trägern ein blumenbedeckter Sarg daher. Es folgten Pfarrer und Küster in ihren schwarzen Amtstrachten und dahinter gingen weinend und schluchzend mit Kränzen in den Händen die An- gehörigen des Toten. Danach kam in strammem Schritt, der sich nur widerwillig der langsamen Musik anpassen wollte, die Schützengilde mit ge- schulterten Gewehren und slorbchangener Fahne. Daran schloß sich der Kriegerverei» in Zylindern und Bratenröcken, an denen allerhand metallene Orden und Münzen klapperten. Auch sie brachten eine Fahne mit und hatten Regenschirme ge- schultert. Am Grabe machten alle halt, der Sarg wurde abgesetzt, unter Trommelwirbel in die Grube ge- senkt, und der Pfarrer hielt seine Ansprache. Dann wurde gesungen, die Schützen traten vor und schössen drei blinde Salven über das Grab, und endlich warf jeder von den Anwesenden drei Hände voll Erde auf den Sarg. „Nun sieh dir mal dies Trara an", sagte jetzt der erste Schädel.„Feldzugtetlnehmer, Schützen- bruder, und Geld muß er auch tüchtig gehabt hoben, sonst machten sie wohl nicht soviel Ge- schichten mit Kränzen und Blumen. Bei mir war's jedenfalls anders, obschon ich auch im Kriege dabei gewesen bin." „So?" machte der zweite Schädel. „Naja, Dank des Vaterlandes und so", fing der erste wieder an.„Im Kriege hatten sie mir ein Bein abgeschossen. Das liegt da nun irgendwo im Massengrab, und Köppchen liegt hier. Ist ja einerlei letzten Endes. Aber mit nur einem Bein kannst du nicht viel gescheite Arbeit mehr tun. da ging ich eben mit der Drehorgel. Und einem Drehorgelmann tut man keine besondere Ehre an. So ist das." „Und was glaubst du, daß der sich draus macht, den sie jetzt da einbuddeln?" antwortete der zweite Schädel.„Ich denke mir, der liegt im Sarge und grinst." „Glaube ich nicht", sagte der Drehorgelmanns- schädel.„Wenn er ein reicher Dickkops war, und das war er gewiß, dem Tbeoter nach zu urteilen, das sie mit ihm machen, ist ihm das noch lange nicht einerlei. Der liegt im Sarg«, sage ich dir, wie auf Draht. Grinsen wird er erst, wenn ihn die Würmer eine Weile gekitzelt haben. Und was wirklich an ihm ist, dahinter kommt er dann, wenn er mal so im Gestrüpp liegt, wie wir jetzt. Und das wird er eines Tages,»erlaß dich drauf. ehe er sich's versieht. Denn die Zeit geht einem ja da unten hin, wie— hast du nicht gesehen! Mir ist, als hätten sie mich erst gestern begraben." „Richtig", meinte der zweite Schädel.„Und ich erinnere mich dunkel— als ich noch lebte, dachte ich, den Toten in der Erde müsse die Zeit schreck- lich lang werden." „Was hast du denn da oben auf der Erde vor- gestellt?" fragte der ehemalige Drehorgelmann. „Ich war Leibeigener." „Leibeigener? Was ist denn das?" „Nun, ich gehörte solch einem reichen Dickkopf mit Haut'und Haaren, und was er wollte, mußte ich tun." „Dann mußt du ein ganzes Stück älter sein als ich. Zu meiner Zeit war die Menschheit davon schon erlöst" sagt« der Drehargelmann.„Ich kann mir schon gar nicht mehr vorstellen, daß ihr euch das so gefallen lassen konntet." „Das war damals eben so" antwortete der Schädel des Leibeigenen.„Ich kannte das gar nicht anders, schon von Vater und Großvater her. Aber dann haben wir eben mal ausgemuckt, ich und ein paar andere. Dabei habe ich das Loch in den Schädel gekriegt, da hinten. Man kann's wohl noch sehen. Daran bin ich gestorben. Aber geHolsen scheint's ja doch zu haben, daß wir uns nichts mehr gefallen lassen wollten. Zu deiner Zeit gab's also keine Leibeigenen mehr?" „Bewahre" sagte der Drehargelmann.„Das war schon lange vorbei." „Ja. das Volk Hilst sich eben doch. Aber Sol- baten und Kriege gab's also noch?" fragte der Schädel des Leibeigenen. „Das noch, aber dagegen wehrte sich damals der einfach« Mann auch schon. Und vielleicht sind sie heute schon so weit, daß das auch abgeschafft deutet", sagte er.„Ich hatte auäj einen Freund, der mir gestorben ist." Berger sah ihn teilnehmend an, aber fing seinen Blick nicht auf. „Kürzlich?" fragte er. „Vor einein Jahr etwa. Er starb durch einen Unglücksfall. Ich war dabei und ich komme nie drüber weg. Es ist tatsächlich das, was mich so nervös gemacht hat." Etwas in seinem monotonen, tropfen- weisen Sprechen machte Berger das Herz schwer. Gern hätte er gefragt, wie es sich zugetragen habe, aber es gebrach ihm an Mut und es gelang ihm nicht. Statt dessen sagte er:„Vielleicht hat gerade das uns zu- sammengeführt?" Und als der andere seine Hand an sich zog und ihn erstaunt ansah, gestand er mit einem verlegenen Lächeln:„Ich war zwei Abende hier, um nach Ihnen zu sehen." „Nach mir?" „Lächerlich, nicht wahr? Aber es ist wirk- lich wahr." „Wann dann?" „Die Woche nach dem erstenmal." Da gewann auch Rognos es über sich, zu lächeln. Ein verschmitztes Lächeln, das die drückende Stimmung zwischen ihnen weg- strich. „Und ich war die drei ersten Abende hier", sagte er. Sie sahen sich an und lachten. (Fortsetzung folgt.) ist. Freilich, dos da vorn sieht ja eigentlich nicht gerade danach aus." Die Musikkapelle, die Schützen und die Krieger machten sich gerade mit Trara und flatternden Fahnen auf den Heimweg „Vielleicht, wenn wir mal wieder ans Tageslicht kommen, ist's soweit", meinte der Leibeigene. „Man sollte doch meinen, dm Menschheit müßte mit der Zeit vernünftiger werden." „Freilich", sagte der Drehorgelmann.„Wenn die, die bedrückt werden, nur zusammenhalten.— Hoffentlich oergißt der Totengräber nicht, uns wieder einzubuddeln. Wir können ja doch nichts mehr dazu tun." „Wenn wir unter der Erde liegen, freilich nicht", entgegnete der Leibeigene.„Ich für mein Teil hätte gar nichts dagegen, wenn mich der Totengräber vergäße. Wenn unsereins von so einem Ballgefressenen gesehen wird, kriegt der am Ende doch einen Schreck und denkt darqp, daß es eine Zeit geben wird, wo er nichts inehr zu melden hat." „Das ist direkt eine gute Idee", sagte der Leiermann.„Wenn mich damals die Leutc mit »'.einem Stelzfuß und dem Leierkasten sahen, verging ihnen mitunter auch der Appetit auf einen neuen Krieg." „Schade, daß man nicht mehr so reden kann, daß es die Menschen verstehen. Und soviel Hirn sie auch noch im Schädel haben, auf das, was wir ihnen erzählen möchten, komme» sie am Ende doch nicht", seufzte der el>emolige Leibeigene. „Das kommt drauf an. Der eine oder andere verstünde es vielleicht doch und könnte es den anderen auf seine Art klar machen", sagte der Leiermannsschädel. „Es wird nichts draus", murmelte der Schädel des Leibeigenen.„Da kommt der Totengräber uns holen." Der Pastor und die Leidtragenden hatten den Kirchhof oerlassen Während Meister Knopf das Grab zuschaufelte, fielen ihm die beiden aus- gegrabenen Schädel wieder ein, die er hinten ms Gestrüpp geworsen hatte. Die dursten da nicht liegen bleiben, darum kam er mit langen Schritten. „Na, ihr beiden Brüder", sagte er.„Nun habt ihr auch die Sonne inal wieder gesehen." Er warf sie kurzerhand in die halbgefüllte Grube und wollte gerade Erde daraus schaufeln, als er von einem Fremden angesprochen wurde. „Einen Augenblick, Meister", sagte der.„Könnte ich nicht einen von den beiden Schiideln haben?" „Nanu?" sagte der Totengräber.„Das ist ja eigentlich verboten. Was wallen Sie denn damit?" „Ich möchte ihn mir auf meinen Schreibtisch stellen", saget der Fremde.„Ich denke mir, es ist ganz dienlich, solch ein Ding immer vor der Nase zu haben: es kann einem vielleicht ganz wichtige Dinge erzählen." Der Totengräber lachte. „Erzählen können die schon lange nichts mehr", nieinte er.„Aber meinetwegen. Welchen wollen Sie denn?" Und er steckte die Münze, die ihm der Fremde gegeben haste, in die Tasche. „Den mit dem Loch in der Schädeldccke, der wird am meisten wissen", sagte der Frcindc. Der Totengräber angelte mit der Schippc den Schädel wieder aus dem Grab, und der Fremde packte ihn in seine Tasche, die er bei sich trug. * lind nun steht der Schädel des Leibeigenen wirklich vor mir auf dem Schreibtisch, und diese Geschichte hat er mir Wort für Wort erzählt. QefchiciUchen au* Sdutaben Jockel in der Kirch e. Jockel und seine Frau sind in der Kirche. Wie gewöhnlich ist Jockel eingeschlafen. Als der Gottesdienst beendet ist, schüttelt die Bäuerin ihren immer nockz selig schlummernden Gatten: „Jockel!" „Hm?!" „S' ischt aus!" „Laß hall neu«inschenke!" Ernst von Borsig und sein„Werk" Der kleine Erbe großer Wirtschaftspioniere Mit Ernst von Borsig ist einer jener Unter- nehiner gestorben, dessen Name zugleich ein Pro- gramm darstellte. Für die Arbeiterschaft war dieses Programm gleichbedeutend mit dem Ä l a f s e n k a m p s von oben. Borsig verkörperte das Unternehmertum der wilhelminischen Aero, den patriarchalischen Geist des IS. Jahrhunderts, in dem die Selbsthilfe' der Arbeiterschaft durch organisatorische Zusammenfassung ihrer Kräfte als staatsfeindlicher A k t und dos Eingreifen der Staatsgewalt in die Sozialpolitik als ein Verbreche n gegen das freie Spiel der wirtschaftlichen Kräfte angeschen wurde. An diesen Ideen einer grauen Vcr- gongenheit hat sich Ernst von Borsig bis zu seinem Tode mit verbissenem Trotz sestgcklammert. Er Hot sich stets voller Empörung dagegen gewehrt, für einen finsteren Reaktionär gehalten zu werden, aber es Hot wenige Unternehmer der Gegenwart gegeben, die so st o. daß mit den für den deutschen Jnduslrieexpoit o wichtigen Butterexportländern wenigstens ein Kontingentsvertrag über 35 000 Tonnen zustande kam. Der neue Sturmlaus der Agrarier beweist, dast wir gegenwärtig glücklich wieder an jenem Punkte angelangt sind, an dem durch den Gegen- iatz zwischen Industrie und Landwirtschaft das Papenkabinett zerbrach. Nachdem der Butterbeimischungsunfug offenbar nicht zu Ende gejührt werden kann, steht das Kabinett Schleicher vor denselben Schwierigkeiten. Die Nationalsozialistische Vartei hält übrigens nach wie vor in der Margarine- frage ihr reaktionäres Bündnis mit den Groß- aorariern ausrecht. Auch sie fordert eine Ein- fuhr sperre für Bulter und es ist ihr voll- ständig gleichgültig, wenn der industrielle Export- mord neue Hunderttausende von Arbeitern aus die Straße wirst. Zur Begründung ihrer valksseindlichen Politik haben die Nazis freilich ein neues Argu- »i c n t gesunden, det'sen Lächerlichkeit nur noch größer ist als seine Dummheit, �ie haben nämlich herausgekriegt, dast bei der Butter- beimenguug besonders die eingeführte Kon- tingentsbutter herangezogen werden würde, dast damit aber nur den„vielfach jüdische n Importeure n" ein ergiebiges Geschäft zu- geführt werden würde. Ein Kommentar ist angesichts der Tatsache überflüssig, dast bei feststehenden Kontingenten ja kein Psund Butter mehr eingeführt wird, auch wenn die Einsuhrbutter tatsächlich zur Bei- mengung herangezogen würde. �ollplane für Käse Neue Beunruhigung in Holland Im Rcichsernährungsministerium trägt man sich mit dem Projekt, mit dem Ablauf des deutsch- holländischen Handelsvertrages die Einfuhr- zolle für Fettkäse um 43 Proz. und für Magerkäse um 75 Proz. zu erhöhen. Die holländische Presse weist daraufhin, dast der Tag des Ablaufs des deutsch holländischen Handelsoertrages, der 15. Februar, für Deutschland ein schwarzer Tag sein werde; denn Holland würde sich die Provokation eines erhöhten Käse- , zolls nicht gefallen lassen. Die nieder- ländische Käseeinsuhr noch Deutschland sei bereits von 40 Millionen Kilogramm im Jahre 19.30 auf etwas über 30 Millionen Kilogramm im Jahre 1932 gesunken. Die deutsche Landwirtschaft hätte von höheren Käsezöllen nichts. Die Zölle kämen nur jenen Ländern zugute, die den holländischen Käse(Edamer und Guodaer Käse) imitierten und zu weit billigeren Preisen aus den deutschen Markt werfen. An die Stelle der holländischen Käseeinstchr würde nur die Einfuhr von imitierten holländischen Käse treten. Was sagt Herr Warntbold zu diesen Plänen? Sollen der Exportmord und der Boykott des Auslandes wieder die alleinigen Kennzeichen der deutsche» Handelspolitik werden? Ausnahme für Woolworth Die sächsische Regierung hat von der Ausnahme, die die vor Weihnachten erlassene Not- Verordnung über die Einheitspreisge- schäftssperre zulästt, Gebrauch gemacht, und die Eröffnung eines zweiten Woolworthsgejchästs in Dresden genehmigt. Der Schritt wird damit begründet, dast eine schwere Schädigung des Haus- befitzes eingelreten wäre, ivenn man die Notver- ordnung in Dresden im Falle Woolworth durch- führen würde. Allerdings sind der Firma Wool- worth bestimmte Bedingungen auferlegt worden, die sich u. a. auf die Errichtung eines Er- frifchungsraumes erstrecken. Sfnafi fe. Theater Sonnabend, den 7. Januar Staatsoper unter den Linden 19'/- Uhr La Tra viala Staatliches Schauspielhaus 20 Uhr 100000 Thaler SM Tlgl. 5 0. 8* Uhf MAURICE COLLEANO PAUL GRAETZ Robint/ Coi*y -Moes-r Jae Fnkson, lUhtri winds usw. niha Sdiln. Sht. >».«>°, Stqc.t. 5.B'5U. E 7 Wiidise! 4031 Mm«, pompaoour Schiller Blsnarckstr.(Knif| Steinpl.(CD 671,- Taglich. Uhr Die MSnnei sind mal so Musik; Waller Kollo Mand. Kiidtminn Stg». Jan..«Uhi Robert odO Bertrim Theater Kose> rtieater Grollt Frankfartir Sink 132 Tel. Weldisel ET 3422 ».15 Uhr Böhmische Musikanten IlllirlS. Flora 3434. Rautfisn srl. 20 uiienerinnen konzertieren Kurt FuH. 4 Winclairs, Gaston Palmer Rudolf Mälzer Walkmlr-Trlo usw. onnabBiid und Sonntag anin ha" m. 4 Uhr zu hie ben"r" sladi. Oper Charloticnburc Fraunhofer 0231 Sonnabd., 7. Januar 19',; Uhr Turnus IV Oer Freischütz Friedrich, Berger, Fidesser, Rode, Ditter. Gonszar, Baumann, Firncr, Outtmaim Dirti ent Stiedry VOLKSBUHNE Theater am Blllewpiatz Tfiglich S Uhr D 1 Norden 6536 Oliver Cromwells Sendung v. Walter Gilbricht. Regie Heinz Hilpen mit Eugen Klöpfer Stettiner Sänger Reichshallen-Th., Dönhoffpl. 8.15, Sonntags 3.30 zn erm&Oigten PrH>ten Das große Januarprogramm: r�lDielielißnErbßn Lessing Theater Täglich SV« Uhr Grete Mosheim Hans Brausewetter Der Liebling von Paris Musik von Offenbodi Regie: Homolka WlmflMN Chariottewtr. 90 Oönhoft 625 Täglich 8V4 Uhr Auslandsreise TO Oenerreiditr u. HirvMlId mit Felix Brewan MtritMtr.SiarSiin t.>. CASINO-THEATER 8' 4 Lothringer Strafe 37 8*4 ........................................................................... Täglich Bunte Bühne: Variete, Kabarett, Theater Onkel Muz, der Ehestifter Gutschein 1—4 Personen: Parkett nur 0,60. Fauteuil 0,75, Sessel 1,25 Sonntag 4 Uhr; Onkel Mu«. Kl. Preise. Th.d. Schauspieler Tlittltr an Sdlifftaljariiimm Weidendamm 3300 Täglich 8'lt Uhr üDlomateiiliötett Komödie von A. Gmeyner in il Agnes Straub Körber. Heiiinger. Gnas, Trenk-Trebihch, Oderaar. Sonntag, 3 Uhr Hämel and Greiel 5* 4 Kampt öer Teitla Kurtürslßnd.Tn. Kurfürsten dämm 209 Tel Bism.1400 Täglich G'hr MM Reite von Bertudi und Sdiwabach Musik: Künaeke Regle: Peukert Hans Schindler mit seinea Jaz/-Symphonikern Vorvtrkauf ununtarbrodun Theater Im Admlralspaiasl Merkur 0901 Täglich S'i Uhr; letzte Aufiührunc Sonntag, k.Januar Hans Albers Liliom Voniriraiif uBuoterbr. Theater des Westens Steinpl. 5121 Täglich S'is Uhr Max Pallenberg als; BraverSoidat Schwejk Deutsches Theater Schumannstr.t3a Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr Imtniitniii; M» Riinhardt Prinz von Homburg von H. v. Kleist Thiraig. Fehdmer, Fröhlich. KjyHlir, Wtgemr. Sdiürenberg Kammerspieie täglich 8 Uhr Hans Moser in Essig und Oel Musikal. Lustspiel v. Geyer u. Ftank Musik: Kollert Katsdier Inszenierung O. L Prem nger Komömentiaus Schiffbaucrdamm 25 Ttl. D 2 Weil. 6301-03 Täglich 8Z4 Uhr Das Haus dazwischen mit Max Adalbett Jakob Tiedtke Mnik; Speliaetst Deutsches Künstler-Th, Nürnberger Str. Tel. Bavaria 6466 Täglich 8�.2 Uhr: Leopoldine Konstantin in Die Nacht zum 17. April Schroth.Steinbeck Gebühr, Brionne, Wolle, Picha Sa Sa Sa ßendews Bunte Böhne Kottbusser Straße 6 Oberbaum 3500 TigUch SV« Uhr Stgs nachm. 4 U ne doile Kiste Savoy I Ball im Gttta Alpav R-lv«oesDita/ Cstor Xene« Regie; SUftCb TlPtieC| • I metropoi-Tiieaiep Täglich 80« Uhr 1 Max| Hansen Hundert Meter Glück (Dr Prarr.lidlytTOO) E. T. TRellmann Lilien. Lingen Sonntag. 5 Uhr Ed. Udilenstetn zarewitsch •/HEÜEQWELKi Arnold Scholz— U-Bahn Hormannplatz— Hasenheide 100 14 Großes Bockbierfest in allen Sälen und Groüer Alponball 6 Kapellen Bayr. Bedienung Einlaß; Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr Variett am MärdrciibninoeD Am Fritilridishiiii 23—32 (in Uol-iltr) Täglich 8 Uhr Pas sensationelle Erötfnungs Programm mit deg tlitesängera Eintrittspreise.• Wochentags 60 Pf. Soonab. u. Stg. 1 NL efonder wirksam sin die KLEINE ANZEIGEN! derQ esa m aufläge de „Vorwärts und trotzdet I! billig] Rückschau aus Bayern Der Widerstand gegen das Dritte Reich— Weißblauer Partikularismus Lippe, o Klippe! Die Nazis haben Ihre gesamten Kräfte auf die Wahl im kleinen Lippe konzentriert. „Und wenn uns ganz Deutschland verloren geht, Lippe muß uns bleiben!" München, 6. Januar. Im Papcn-Iahr, dem tollsten seit Bestehen der deutschen Republik, Hot der königliche Freistaat Bayern nicht schlecht abgeschnitten. In der Ge- samtbilanz der deutschen Innenpolitik ist der baye- rische Posten ziemlich weit nach vorne gerückt und hat eine erheblich größere Bedeutung erhalten als in früheren Jahresb-Ianzen. Schon die ersten Monate der beginnenden Nazi-Jnflation brachten ihm eine Mehrung des Ansehens, nachdem Ver- lauf und Ergebnis der Reichspräsidentenwahlen den Beweis geliefert hatten. daß die große Mehrheit der bayerischen Le- völkerung von einer Hitler-Diktatur nichts wissen will und unter Umständen sogar bereit ist, einem Dritten Reich den Uebergang über den Main nicht zu gestatten. In einer klaren Entscheidung hatten die bayeri- ichen Wähler am 13. März und am 10. April ihr Land zu einem zuverlässigen Bollwerk der Demo- kratie gemacht und die drei nachfolgenden Wahlen bekräftigte» erst recht die Tatsache, daß die Gegnerschaft zu Faschismus und Diktatur keiner Saisonlaune, sondern politischem Charakter ent- sprungen war. Diese Erkenntnis verschaffte dem Lande in den Flutmonaten der hitlerei den Ruf einer demokratischen Insel in Deutschland und zog viele außerbayerische herzen und so manche Sehn- sucht in ihren Bann. Als dann der Berliner Herrenklub die Regie- rung der Barone in den Sattel hob, ertönte wiederum aus bayerischen Landen das unfreund- lichste Echo. Das zweite Tolerierungsgeschenk Popens ans Hakenkreuz, die Freigabe der Straße für die braune Soldateska, zeitigte jenen schweren Konflikt der Reichsgewalt mit den Ländern, if\ dem unter Führung Bayerns die Polizeihoheit zur Aufrechterhaltung des inneren Friedens aufs äußerste verteidigt wurde, bis eine weitere Diktaturoerordnung der Barone den Ländern ihre verfassungsmäßige Rechtspflicht für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit aus den Händen schlug und die Schleusen zum blutigen Bürgerkrieg öffnete. Trotz dieses Gswaltstreichs von oben, der dem Reichs- überhaupt die ihn in Bayern besonders zuge- wochsenen Sympathien kostete, stellte sich Bayern nicht verdrossen in die Ecke, sondern setzte alles daran, um in tatkräftiger Abwehr der neu wüten- den brutalen Mordhetze und des blutigen Terrors wenigstens die gemeinsten und rohesten politischen Verbrechen von seinem Gebiet fernzuhalten. Ein weiteres Verdienst erwarb sich Bayern durch seinen W i d e r st a n d gegen die dritte und größte Liebesgabe Popens an die Nazis, die unter Gewaltandrohung erfolgte Absetzung der verfassungsmäßige n Preußen- Regie rung. Mit seiner Rechtsocrwohruiig im Reichsrat und der Klage beim Staatsgerichtshof trug es wesentlich dazu bei, daß im össentlichcn Urteil der Sinn und Zweck dieses unerhörten Verfassungsbruchs klar erkannt wurde. Wohl stellte sich im weiteren Geschehen heraus, daß das ossizielle Bayern den Weg der demokratischen Tugend nicht selbstlos beschritten hatte, sondern daß cs die mit der Preußen-Aktion in Angriff genommene Reichsreform dazu benutzen wollte, um die Weimarer Verfassung aus das Zahr 1871 zurückzufchrau» b c n und verlorengegangene hohcitsrechte zurückzugewinnen. Einige schnellfüßige Partikularisten dachten ichon daran, dem katholischen Herrenreiter bei seinem Staatsbesuch in München Ehrenpforten zu errichten, doch hatten sich die gescheiteren Leute soviel gesundes Mißtrauen bewahrt, daß sie die föderalistischen Bekenntnisse des Herrenklub- kanzlers als hohle Phrasen erkannten und hinter ihnen ein großpreußischcs Gespenst erblickten. Als dann der Herrenreiter bei der großen Hürde des ti. November in weitem Bogen aus dem Sattel flog, ließ inan die bayerische Schallplatte „Zurück zu 1871" nicht mehr täglich spielen und ist jetzt vorsichtig genug, sie norläusig nur noch zum gelegentlichen Hausgebrauch zu verwenden. Die bayerische Gcschästsregiernng Dr. Held, mit dem Beineunen: die Unsterbliche, mill und kann sich nicht erponieren. Seit der Ab- Wanderung des Justizministers Gärtner ins deutschnotionale Berliner Aemterparadies ist ihre Basis unerträglich schmal geworden und sie bietet von außen und erst recht von innen gesehen nur noch den Anblick eines bloßen Vollzugsausschusses der Bayerischen Volkspartei. Ihr Leben fristet sie dem Grunde nach nur vom»noersohiilichen G c- g e n s a tz z uz i s ch-e» Sozialdemokratie n ii d N a z i s o s ch i s m u». sie ist zur Untätigkeit und schließlich zu verjassungswidrigem Verhalten gezwungen, sobald die Mehrheit sich in sachlicher Opposition zusammensindet. Das ist bisher schon in weniger wichtigen innerpolitsichen Fragen der Fall gewesen und Hat jeweils zu langen Ausein- onderfetzungen und kleinen Stürmen im Wasser- gla, geführt. Es ist unschwer vorauszusehen, daß neue Ereignisse in der Rcichspolitik und vor allem die notwendigen Entscheidungen in den mit der Vorlage und Verabschiedung des Haushalts 1933 verbundenen Finanzsragen eine Zeit politischer Spannung in Bayern bringen, denen das 21»' jährig« gejchäftsiührend« Rumpfkobinett nicht mehr gewachsen ist. Den Schlüssel zu der versossungsmoßig allein besriedizenden ttosung, Bildung einer parlamen- tarisch verantwortlichen Regierung, hat nach wie vor die Bayerische Volkspartei in Händen, in der sich aber immer noch die Kräfte für oder gegen eine positive Entscheidung streiten und die Waag« halten. Das im Reich bequeme Mittel einer Par- lamentsauflöfung läßt sich in Bayern nicht an- wenden, da die bayerische Verfassung nur eine Selbstauslösung der Volksvertretung kennt und die Fraktion der Braunhäusler schon durch bloßes Fernbleiben von der Abstimmung imstande ist, jeden Auflösungsbeschluß zu verhindern. Daß sie im gegebenen Fall davon Gebrauch macht, steht bei dem inneren Krankheitszustand der Nazipartei in sicherer Aussicht. Von dem im April 1932 auch in Bayern unnatürlich ausgeblähten hitlerbonzen zu erwarten, daß er bescheiden wird und sich nach dem Willen des Volkes richtet— dazu gehört« ein Aberglaube, der hinter dem Vertrauen in die Gaukeleien eines Medizinmannes nicht zurück- stehen würde! Stinkbombe gegen Severins Line dreiste �nxeige zurückgewiesen Halle, 6. Januar. Gegen den Genossen Severing war auf«ine An- zeige hin ein Ermittlungsverfahren ein- geleitet worden. Es war ihm zum Vorwurf ge- macht worden, daß er die Erstattung von Ge- richtskosten an den früheren Regierungspräsidenten v. h a r n a ck angeordnet habe, die diesem in einer Privatklagesache des Stahlhelmführers Oberstleut- nants Duefterberg gegen v. harnack auferlegt waren. Dieses Ennittlungsoersahren gegen Severing ist nunmehr eingestellt worden. Nach den Er- Mittelungen der Staatsanwaltschaft sind in der Beleidigungsklage des Oberstleutnants Duefterberg gegen v. harnack die Geldstrafe in höhe von 190 Mark sowie die gesamten Gerichtskosten erster und zweiter Instanz vom Regierungspräsidenten v. harnack persönlich aus eigenen Mitteln bezahlt worden. Unter diesen Umständen scheide«ine Begünstigung schon aus objektiven Gründen aus. Die Kosten des Verteidigers harnacks und des Anwalts des Privatklägers Duefterberg seien zwar vom Staat erstattet war- den. Nach den Feststellungen der Staatsanwalt- schaft handele es sich jedoch dabei um Z a h l u n- gen im dienstlichen Interesse. Aus diesem Grunde kann nach Auffassung der Staats- anwaltschaft von einer Untreue oder Unterschlagung nicht die Rede sein, zumal Severing die erstatteten Beträge sich nicht zugeeignet habe. Eigener Beridit des„Vonoäris" Jrcibcrg(Sachsen), 6. Januar. Wir wandern von Rlingenberg über die stille Veerwalder Wühle. Reichstädt noch Dippoldiswalde. Dann besuchten wir die Stelle In der Walter-Talsperre, in die„braune Kameraden" ihren langjährigen Wittämpser versenkten, Pilger- >en über Paulsdors, panlshain und Ruppendorf wieder nach der Dahnlinie Dresden— Chemnitz zurück. Wir sprachen mit Menschen aller Schichten. Die Sozialisten in der ganzen Umgebung haben die Initiative in der Ausklärung des ver- abscheuungswürdigen Verbrechens an sich ge- rissen. Auch die Indifferenten verurteilen den Word anss schärfste. Die Ralionalsozialisten de- jähen die grauenhaste Tat. Dicht ein einziges Wal bezeugt einer von ihnen auch nur das ge- ringste Mitleid. So komm» es, daß alle anständi- gen Menschen von ihnen abrücken. Bürgerliche Kreise dieses Gebiets sind in weitem Maße für die Partei der Fememörder verloren. „I�lan müßte es ebenso machen—!" Klingenberg. Morgenrot glüht über Den Wald- bergen Im Südosten aus. Felder, Wiesen und Waldstücke sind mit rotbrainiein Leuchten über- Hangen. Grüner Winter liegt über dem Land. Er Hatte mit seiner Schnee- und Wasserarmut zur Folge, daß man die Leiche des von der braunen Feme Hingeschlachtete» SA.-Mannes hentsch aus Dresven in der Talsperre Malter zeitiger sand, als«s die Mörder vermuteten. Ein einfacher Mann mit einem Handwagen— er will Reisig aus dem Walde Holen— begleitet uns ein Stück Weges. Seine Meinung über die- je» Fememord konzentriert sich in der drastischen Aeußerung:„Mit den Mördern müßte man es ebenso machen!" HolzsuHrleute an der Klingen- taier Talsperre erklären:„Weist Hitler und alle Mordhetzer seines Schlages aus Deutschland aus — und es gibt keine Fememorde mehr!" „Das rote Gelumpe!" In Dippoldiswalde gehen wir in einige natio- nalsoziaiistijche Verkehrslokale. In„Stadt Dres- den" sagt ein Nazi:„Na. gestern abend waren im Schützenhaus die roten Lumpen und Bonzen mal alle beieinander. Es soll sehr voll gewesen sein: s3t>9 Menschen waren da. Aber dieses rote Gelumpe— das sind ja gar keine Menschen!" Reuer Kameradenmord? Em SA.-Mann seit Wochen spurlos verschwunden Eigener Beridit des„Vorwärts" Detmold, 6. Januar. Gerade, da die Empörung über den Dresdener Dazi-Fememord ans den Höhepunkt gestiegen ist. wird hier das verschwinden eines 18jährigen SA.- Mannes bekannt, vor sieben Wochen besuchte Herberl Krück, der der Detmolder SA. angehört, seinen Onkel in Bad Lippspringe- von dort fuhr er mit dem Rade weg und seitdem fehlt jede Spur von ihm. Die Eltern hegen schlimmste Befürchtungen. Die Polizei hat alle in Frage kommenden Stellen unterrichtet, den verschwundenen im Fahndungs- blotl und durch Rundsunk suchen lassen, aber bisher ohne jeden Erfolg. Der SA.-Wann Krück ist Ein Nazi im„Ense Schwarze":„Der Fall .hentsch ist freilich unangenehm für uns. Der Schenk und die anderen haben es zu dämlich an- geiangen. Die dummen Hunde mußten den hentsch in die Vorsperre schmeißen. Dort wäre er völlig im Schlamm versunken und nie wieder zum Vorschein gekommen!" Arn Fundort... Den Fundort der in Säcke eingehüllten Leiche pasiiert ein endloser Zug von Menschen. Alle schauen über da: Brückengeländer hinunter auf das zerbrochene Eis der Talsperre. Eine alte Frau wischt sich mit ihrer blauen Schürze über das runzelige Gesicht. Sie hat Tränen für einen fremden Menschen, für eine fremde Mutter. Dann kommt am Stock langsam ein Mann daher... in seinem Antlitz, das tief die Spuren eines schwe- ren Lebens trägt, zuckt Empörung, als er hinab- sieht. Er ist Schwerkriegsbeschädigter. Sein Sohn SA.-Mann. Die Leute fragen den Alten i„Warum geht er nicht do raus?" Der Alte antworteti „Mein Sohn will schon, aber er sagt: Vater, mir geht es dann vielleicht gar wie dem.hentsch. Trete ich aus der SA. aus, so heißt's, ich bin ein Spitzel und Verräter. Laß mich jetzt noch drinn. Wenn gewählt wird, weiß ich, was ich zu tun habe." Und dann erzählen die Leute, daß auch die Leichenfrau, die den ermordeten hentsch abwusch und einsargte, zwei Söhne bei der SA. hat. Sie wird sich dabei ihre Gedanken gemacht hoben.. Endlos der Zug: Landwirte... Arbeiter... junge Leute... Frauen, Mädchen, SA. Bräute — ein unsichtbarer Magnet zieht alle an. Ein Nazi, der mit dem Kainszeichen seiner Partei vorübergeht und den Mordort keines Blickes wür- digt, wird von zwei Frauen mittleren Alters fast tätlich angegriffen.„Mörder!" rufen sie gellend, und der Schrei hallt weit in die Berge-- Der entgangene Verdienst Der Mann, der den Leichnam fand und der Polizei Mitteilung machte, heißt Lötz«, er stammt au, Paulsdarf. Man hat ihm hier nicht wenig Vorwürfe gemacht:„Du dummes Luder, du brauchtest die Sache doch nicht der Polizei zu melden, hättest der SA. Mitteilung machen müssen, dann hattest du mehr verdient. 2000 Mark mindestens!" spurlos verschwunden. Für das vorliegen einer Gewalttat fehlt bis jetzt noch ein Anhaltspunkt. Im Hinblick aus den Dresdener Kameradenmord werden aber Befürchtungen in dieser Richtung gehegt. SS. gegen SA.! Eigener Beridit des„Vorwärts" Stuttgart. 6. Januar. lieber die Prügele! im Stuttgarter Braunen Haus in der Silvesternacht macht die sozialdemokratische„Schwäbische Tagwacht" jetzt folgende näheren Angaben: „In der Silvesternacht gingen vier Stuttgarter SA.-Leute des westlichen Stadtteils, von einer Silvesterseier heimkehrend, zum Braunen Haus. Vor der Tür haben sie etwas laut politisiert. Daraus stürzten elf SS.-Leute aus dem Haus und schlugen ohne jede vorherige Klärung der Lage wie wild mit Schulterriemen aus die SA.- Leute ein. Als diese dagegen protestierten und ihre S A.- A u s w e i s e vorzeigten, gab es erst recht Prügel- Die Tatsache, daß es sich um SA.-Leute handelte, wirkte auf die SS. anlck'-i- nend besonders erbitternd, und sie prügelten mit solchem Nachdruck und solcher kameradschaftlicher Hingabe, daß ein SA.-Mann Helmut L e y ohnmächtig liegen blieb, ein anderer SA.-Mann. Kurt L e y, und ein dritter mit Namen A r t u r h e u s ch e l e kamen auch nicht gut weg. Es war dann schließlich einer der vier SA.- Leute, der angesichts der viehischen Roheit der „Kameraden" zur Polizeiwache in der Schillerstraße sprang und Hilfe holte. Als von der Polizei eine Anzahl SS.-Leute auf die Wache gebracht wurde, benahmen sich diese Rowdys auch aus der Wache noch besonders unverschämt und frech." Das Stuttgarter Naziblatt und die Stuttgarter Polizei schweigen sich über den Vorsall noch immer aus. Bügerfchastspräfidium in kremen Eigener Beridit des„Vorwärts" Bremen, fi. Januar. Bei der Neuwahl des Präsidiums der Bremer Bürgerschojt, die alljährlich in der ersten Sitzung im Jahre stattsindet, wurde an Stelle des aus der Bürgerschaft und aus der NSDAP, ausge- schieden«» nationalsozialistischen früheren Präsi- denten Dr. Backhaus der Sozialdemokrat Max Jahn gewählt. Die Kommunisten stimmten in allen Wahlgängen gegen den Sozial- demokraten. Das neue russische Lustschiss tiKSRW II wurde bei Nowgorod von einen: Unglück betrossen. Es wurde wegen Motnrenschadens abgetrieben, mußte »«ch zwanzigstündigeni treiben notlanden und konnte nicht wieder aussteigen. Es wird aus- eiiiantcrgcnommcn werden. konkursabkommen mit Oesterreich. Am 30. De- zember ist i» Wien ein Abkommen über die gegenseitige Anerkennung der Konkurse und V e r g l e i ch s n e r s o h r e n zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich unterzeichnet worden. Dos Abkommen ist das erst« dieser Art, das das Dutjche Reich geschlossen hat. Im An- schluß an die Arbeiten der haager Privatkonserenz ist hiermit ein weiterer Schritt zur Rechts- «ngleichung zwischen den beiden deutschen Staaten getan worden. Aus Argentinien deportiert bat man die Führer der Radikalen Partei G u e m e s und A lve a r (ehemaliger Präsident der Republik) und zwar nach der Insel Martin Gareia. „Auf Den einen kommt es nicht an" Was die Nationalsozialisten über den Fall Hentsch sagen Kampf um die Arbkitszeiwerklirzung Zur Eröffnung der Sonderkonferenz in Genf Was wird Genf bringe»? Wird die Hoffnung von Millionen enttäuscht werden? Tag für Tag mehren sich die S e l b st m o r d e verzweifelter Menschen, die keinen Ausweg mehr aus dem Arbeitslosenelend entdecken können. Man sollte meinen, alle verantwortlichen Stellen in der Welt würden sich angesichts der steigenden Not beeilen, durch ihre Vertreter in Gens dafür zu sorgen, daß wenigstens einmal an einem Punkt— in der Arbeitszeit— eine Ent- lastung des Arbeitsmarkts herbeigeführt wird. Allein die Prognosen, die für die Genfer Vor- konferenz zur Arbeitszeitoerkürzung angestellt werden, sind keineswegs allgemein optimistisch ge- halten. Es wäre auch falsch, die starken widerstände, die gegen eine allgemeine Arbeitszeilverkürzung gerichtet find. übersehen zu wollen. Die Arbeit in Genf wird sehr schwer sein. Mehr als vierzig Länder werden auf der Konferenz vertreten sein. Drei Wochen Verhandlungszeit sind für die Konferenz vorgesehen, und sicherlich können diese drei Wochen nicht restlos alle Fragen des großen Arbeitszeit- Problems lösen. Aber eins müssen sie bringen: der Weg für die allgemeine Arbeitszeitverkürzung muß jetzt frei gemocht werden. Der chouptgeiahrenpunkt liegt im Kampf um eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung. Die Vierzigstundenwoche muß für alle gegen Lohn und Gehalt Beschäftigten in ollen Betrieben gelten. Hier fürd die Vorschlüge des Znlernatio- nalcn Arbeitsamtes nicht befriedigend. Will man die Vierzigstundenwoche in Vetrieben mit weniger als lO Veschöitiglen nicht durchführen. dann müßte in manchen Industrien, z. V. der Holzindustrie, fast die Hälfte der Beschäftigten länger als 40 Stunden pro Woche arbeiten. Auch kann sich die Arbeitszeitverkürzung unmöglich zunächst nur auf einige Industrien b«. schränken. Auf der anderen Seite muß aber auch davor gewarnt werden, daß die Regierungen nun erwa nach berüchtigtem Muster mit der Forde- rung. daß nur eine internationale Lösung ge- schaffen werde, eine allgemeine Arbeitszeit- Verkürzung in der Welt unmöglich machen Nur internationale Lösung— das darf nicht be- deuten, daß irgendein Quertreiber anderen, die auch gerne nicht mitmachen wollen, die faule Ausrede liefert, nicht mitmachen zu„können". Der Kampf in Genf wird an die Arbeiterver- treter die höchsten Anforderungen stellen. Für die Arbeiterschaft wird alles darauf ankommen, stets das große Ziel, den Durchbrach zur allgemeinen Arbeitszeilverkürzung im Auge zu behalten. Die Arbeiterschaft kämpft nicht ohne Waffen. Ihre stärkste Waffe sind die Tatsachen der wirtschaftlichen und tech- nischen Entwicklung. Diese Tatsachen wer- den auch in dem Bericht des Internationalen Ar- beitsamtes über„Arbeitszeit und Arbeitslosigkeit", der in der Vorkonferenz vorgelegt wird, klar und eindrucksvoll herausgestellt: und man muß dabei beachten, daß die Schriftstücke des IAA stets sehr diplomatisch gehalten, d. h. sehr zurückhaltend sind. Aus dem Bericht des IAA ist leicht zu erkennen, daß man in Genf von der Notwendigkeit einer durchgreifenden Arbeitszeitverkürzung in allen Industrieländern der Welt vollkommen überzeugt ist.„Die Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer kürzeren Arbeitswoche", betont der Bericht des IAA., besteht nicht nur in der Arbeiterbe- wegung und in den Reihen der Volkswirtschaftler und der Sozialphilosophen, sie wird auch von führenden Industriellen in fast ollen Ländern geteilt." Der Bericht zitiert Robert Bosch, den Direktor der Vosch-Werke, und A g n« l l i, den Präsiden- ten der Fiatwerke, und andere beachtliche Stimmen, ober viel überzeugender ist sein eigenes Be- ksnntnis zur Arbeüs.zeiwerkür.zung. Es beißt darin: Di« Welt steht vor einer eindeutigen Wahl: sie muß entweder«ine Höchstmenge von mate- riellem Reichtum oder eine längere Freizeit wählen, oder eine Verbindung zwischen beiden Lösungen. Wirtschaftler, Ingenieure und Jndu- strielle scheinen darin einig zu sein, daß die Leistungsfähigkeit der Industrie schnell zunimmt und daß mit einer weiteren Steigerung gerechnet werden muß. Wenn dies der Fall ist, so hat die Behauptung, daß die Welt zur Verwertung eines größeren materiellen Reichtums vor allem mehr Freizeit benötigt, um die Kunst des Verbrauchs und der sinnvollen Lebensgestaltung vertiefen zu können, noch mehr Berechtigung. In diesem Sinne ist die Einführung einer kürzeren Ar- b e i t s w o ch e nicht nur eine unter den augenblicklichen llmsländen zweckentsprechende Maß- nähme, sondern ein wesentlicher Faktor für jede soziale Planung aus lange Sichl. Die Arbeiszeitverkürzung liegt nun einmal im Zug der Entwicklung. Die Not wird sie erzwin- gen. Kommt sie nicht bald— um so schlimmer für die, die ihr Widerstand leisten. Der Wider- stand kommt von denen, die das kapitalistische System zu halten versuchen. Aber gerade durch ihren Widerstand werden sie zu Totengräbern des kapitalistischen Systems. Die technologische Arbeitslosigkeit— sie allein wird auf die Dauer. wenn nicht rasch große Reformen durchgeführt werde», zum Zusammenbruch der kapito- listischen Wirtschaftsordnung führen. In Amerika, wo man über technische Dinge sehr gut Bescheid weiß, dringt diese Erkenntnis in der Oeffentlich- keit immer stärker vor. Wie die Genfer Vorkonferenz auch ausgehen mag— darüber werden sich wohl alle Veraiii- mortlichen auf der anderen Seite der Barrikade klar sein: der Kampf um die Arbeitszeitverkür- zung wird sofort nach der Konferenz mit neuer und verstärkter Wucht aufgenommen werden Es wird in der Well keine Ruhe mehr geben, bevor nicht auch von der Arbeitszeit her dem Weltelend der Arbeitslosigkeit gesteuert ist. Hmöenbufg-Gieg der KPD. Die KG0. entfacht eine Diskussion Es ist nicht etwa ein verspäteter Neujahrsulk oder ein verfrühter Aprilscherz. Die Geschichte steht unter einer zweispaltigen Ueberschrift in der „Roten Fahne" voin 4. Januar und ist wohl seit- dem von den anderen kommunistischen Blättern Übernommen worden. Es handelt sich um de» Lohnabbau bei M e h r e i n st s l l u n g e n. der durch eine Not- verordming des Reichspräsidenten vom 4. Sep- tember 1932 gestattet und durch eine andere Not- Verordnung vom 17. Dezember mit Wirkung ob 31. Dezember wieder außer Kraft gesetzt worden ist. Wir haben uns damit begnügt, diesen Erfolg gebührend zu verzeichnen. In der KPD.(Kommission Potemkin Deutschlands) Hot inan darob mit den Köpfen gewackelt. Erstens ist jeder Erfolg der Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei ei»„Verrat". Zweitens muß ei» Erfolg ganz anders aus- geweitet werden. Wie denn?— In der Kommission Potemkin macht man das so: Aus Grund der Notverordnung vom 17. De- zember muß der Lohnabbau wieder rückgängig gemacht werden. Bei Müller ebenso wie bei Krause, bei Schulze ebenso wie bei Meier. Na? Da wird eben aus jedem Anschlag jedes Betriebes, ja, jeder Abteilung, daß ab 1. Januar wieder die vollen Tariflöhne gezahlt werden, ein Sieg der NGO. gemach!. Klar! Und«in Verrat der Reformisten. Wieso Verrat?— Wir zitieren: „Als jetzt die Notverordnung auf- gehoben wurde, entfachte die RGQ. im Betrieb(PHLnix-Dortmund) eine große D i s- k u s s i o n. Die Kollegen forderten die Zurück- nähme des Lohnraubes. Der rote Betriebsrat wurde beauftragt, eine Arbeiterratsfitzung bei dem reformistischen Arbeiterratsvorsitzenden zu ver'angen. Daraus machten die reformistischen Betriebsräte Ausflüchte. Aber die Kampf- e n t s ch l o s s e n H e i t der Belegschaft führte zu einem vollen Erfolge: Die Direktion brachte einen Anschlag heraus, daß sie den Lohn- raub zurücknimmt" Das Rezept ist einfach. Die NGO.„entfachte" — nachdem die Notoerordnung vom 4. Sep- tember durch Hindenburg aufgehoben war— was? Sie„entfachte" eine Diskussion. Der„rote Betriebsrat", derart seüierseils entfacht, verlangte vom„reformistischen Arbeiterratsvorsitzendcn"— eine Sitzung. Woraus der„Verräter":„Mensch, mir machen uns ja lächerlich: die Notverordnung ist ja schon raus."— Trotzdem blieb die RGO. „kompfentschlossen". Soviel Heroismus wurde entsprechend belohnt. Die brave Direktion gab bekannt: Ab 1. Januar gelten laut Verordnung des Reichspräsidenten vom 17. Dezember wieder uneingeschränkt die tariflichen Lohnsätze. Also Sieg aus der ganzen Hindenburglinie. Hoch lebe die Direktion! Rieder mit den reformistischen Verrätern! Hindenburg mit uns! Wir schreiten von Sieg zu Sieg! Jawohl. Einen gleichen Sieg, schreibt die„Rote Fahne", hat die RGO. bei Thyssen und H o e j ch erzielt. Die größten Unternehmer zittern nur so, wenn die RGO. eine Diskussion„entsacht". Gewerkschaftsbeiträge zahlen, sich organisieren?— Lächerlich!— So etwas ist gm für reformistische Verräter. Die RGO. hat es besser. Kampf- entschlossen und entfacht stützt sie sich aus Hinden- bürg. Darum hereinspaziert ihr alle, die ihr nicht alle werdet! Wer aber trägt die Schuld an dieser Sachlage? Etwa die Eisenbahner und ihre Witwen? Der Vorstand der Reichsbahn-Gesellschaft komme uns nicht mit der Ausrede, Saß.die Einnahmen infolge der Wirtschaftskrise gesunken seien. Beim Kaufkrafwwrd, bei der falschen Rationalisierung. bei der Verwendung von Geldern an das leitende Personal, bei brutalen Mossenenllassungen und nicht zuletzt bei der Ausrechterhaltung einer skan- dalös langen Arbeitszeit hat er allen Prioatunter nehmern das böse Beispiel gegeben. Und so weiß er auch jetzt nichts besseres zu tun, als den alten Leuten die kargen Renten um nahezu ein Drittel zu kürzen. Das ist die Winterhilfe der Reichsbahn. Systemloser Wahnsinn Die Vereinigten Arbeirgeberverbände für das niittelrheinische Industriegebiet haben den Lohn- tarif für die mittelrheinijche Mine- ralbrunncnindustrie gekündigt, weil die Unternehmer die Löhne ab 1. Februar um weitere 15 Prozent senken wollen' Die Mineralbrunnenarbeiter sind die am schlech- testen bezahlten Arbeiter im Regierungsbezirk Koblenz. Familienväter gehen mit einem Wochenverdienst von 15 bis 16 Mark nach Hause, so daß ihre Bezüge noch Abzug der Bei- träge für die Sozialversicherung usw. noch unter den Wohlfahrtssätzen liegen. Wir sind gespannt, wann mit dem Lohnabbau- U n- s u g nun endlich einmal Schluß gemacht wird. Hier kann nicht einmal mehr mit Shakespeare ge- sagt werden:„Ist. es gleich Wahnsinn, so hat es doch Methode." Denn jeder Uniernehmcr, einzeln genommen, wird über den Kaufkrastmord stöhnen. Aber trotzdem machen sie olle den Wahnsinn mit. Ein neues Privileg? Prohlem der Versorgungsanwärter Im Reichsfinanzministerium ist von einem so- zialen Geist bis jetzt kaum etwas zu spüren. In den Beratungen des Ministeriums mit den Ge- werkschaften handelt es sich um die„Neuregelung" wichtiger Punkte des Tarifvertrags für die Reichsarbeiter. So wurde verlangt, daß der Tarifvertrag künftig für die nicht voll- beschäftigten Arbeiter keine Anwen- d u n g mehr finden soll: auch soll der bis jetzt bestehende Urlaubsparagraph für den Fall, daß die Urlaubsbestimmungen für die Beamten und Angestellten eine Veränderung er- fahren, außer Kraft gesetzt werden: schließlich will man für die Versorgungsanwärter eine Art von Arbeitsprivileg schaffen. Man kann sich denken, daß die Beraiungen angesichts solcher Bestrebungen und Pläne des Ministeriums zu keinem Abschluß kamen. Die beiden Parteien haben sich zunächst nur dahin verständigt, die Kündigungsmöglichkeit um zwei Monate zu verlängern. Wenn sich General v. Schleicher besonders be- müht, die Bersorgungsanwärier unterzubringen, so ist das begreislich. Die Zahl der Versorgungs- anwärier. die aus der Reichswehr und Polizei kommen, ist groß, und auch die Versorgungs- anwärter wollen leben. Das alles rechnertigt aber noch kein Arbeitsprivileg für sie. Bei der M a- r i n e ist schon vor mehr als Jahresfrist eine Ver- fügung erschienen, wonach bei Bedarf von Arbeitskräften in den Marinebetrieben vorwiegend Bersorgungsanwärier berücksichtigt werden sollen. Zur Zeit erleben wir täglich, daß solche Anwärter gegenüber anderen Arbeitnehmern bei der Ein- stellung in Reichsbelriebe bevorzugt werden, selbst dann, wenn sie an Leistung hinter den anderen Arbeitskräften, die sich bewerben, zurückstehen. Nun möchte das Reichsfinanzministerium diese Bevorzugung der Versorgungsanwärter bei der Einstellung auch noch tariflich fe st legen. Das würde bedeuten, daß für die Zukunft Ar- beiter, auch wenn sie eine noch so lange Dienstzeit beim Reich hinter sich haben, keinerlei Aussicht mehr haben, noch einmal in einem Reichsbetrieb unterzukommen. So geht es nicht. Konflikt in Argentinien Der Präsident soll vermitteln Buenos Aires. Die bei der argentinischen Südbabn Westbahn beschäftigten Eisenbahner Schiedsspruch, der eine Kürzung um ungefähr 8 Proz. vorsah, a b g e l Arbeitsminister wird den Streitfall denken Iusto zur freundschaftlichen unterbreiten. 6. Januar. und bei der haben den der Löhne e h n t. Der dem Präsi- Regelung Eiserne Internationale tagt Prag, 6. Januar. Der Exekutivausschuß des internationalen Metallarbeiterverbandes ist am Donnerstag hier zu einer Tagung zusammengetreten, zu der Ver- treter der Metollarbeiterverbände aus der Mehr- zahl der europäischen Staaten erschienen sind. Aus den Berichten der Vertreter der einzelnen Ver- bände geht hervor, daß die Metallindustrie in allen Staaten überaus fühlbar von der Krise be- troffen wurde. Gegenüber dem Jahre 1929 könne die heutige Produktionskapazität auf 49 Proz. geschätzt werden. Abwehrftreik in Frankreich Eigener Beruht des„Vormärls" Poris, 6. Januar. Etwa 6000 Weber sind am Freitagfrüh in Armentieres(Nordfrankreich) in den Streik getreten. Der Streikbeschluß wurde in einer ge- meinsamen Versammlung der Mitglieder der so- zialistischen, kommunistischen und christlichen Ge- werkschaften gesaßt. Der Beschluß ist aus die Ab- ficht der Unternehmer zurückzuführen, die Löhne sofort um 15 Proz. zu kürzen. Die Dresdener Schlichkerkammer fällte vor einigen Tagen einen Schiedsspruch für das sächsische Baugewerbe, nach dem das bis- herige Lohnabkommen bis zum 2. März unverän- dert fortbestehen soll. Die Unternehmer haben diesen Schiedsspruch sofort abgelehnt, die Arbeiter haben ihn angenommen. Hierzu l'Beilage. ...... �<: »p* .Winterhilfe" Bei der Reichshahnpensionskasse Wir erhalten Beschwerden und Zuschriften von pensionierten Eisenbohnern oder deren Hinterbliebenen, denen die Reichsbahn- pensionskasic eine„Winlerhilse" in Form einer Kürzung der Rente um 30 Prozent ab 1. Januar zuteil werden läßt. Nun ist es unbe- streitbar, daß sich die Reichsbahnpensionskasse unter dem Zwang eines Defizits, befindet, weil durch den Abbau der Löhn« und des Personals die Einnahmen außerordentlich gesunken sind. .Im Mittwoch, dem 4. Januar, verstarb nach kurzem Krankenlager un'-er lieber Kollege Kernen Sturm im 22. Lebensjahr. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Ko.lesinnen und Kollegen der Parteivorsiands&etrtebe Die Einäscherung tindet am Dienstag, dem 10 Januar, 13!-.: Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt Set Borwärls" erlchein! wochknlaglich jwennal. Sonnlaos unä Montags einmal. ZUustriert« Sonnlagsbeitag! Lotr und Zeit", S.-zugsvlett«: WSch.'Nllich P>., monattich 3,2.'i M«davon S7 PI monotllch ttii Zulltllung INS Haus) im voraus zadldar. Postbezug Z.Si Ä rlntchlieglich 6tl PI Poftzeitung. und 72 Pf. Posidestrllatdähren. Sluslandsabc.nnciu.-nt ä,fiö M vro Monal: tili Ländci mit cimäßiglcm Drucksachcnvotto 4 6.", M Vci Ä stall d-r Liefet ung wegen Itöltercr«Sewall destehl kein-Anspruw der Ädonncnlen auf ErlsK.,-Anzeigenpreise: Die einiputtig, Millimclcrzeil« S» Pf Ziektani.zeile l.jo ili Kleine-Anzeigen" das feilgedruckie Wort 7» Pf iedes weitere So« 10 Pf Siabaii taut Tarif Worte über Id Buchstaben zahlen für zwei Worte-Arbeiismarlt Millimeterzeile 25 Pf. Fannltennnzcigcn Millimeter, ctle 16 Pf Anzcigcitannuhme im Hauptgefcha't Lindenstr. Z. wochentaglich von 8H bis 17 Uhr Der Verlag behält sich da» Recht der Ablehnung nicht acnehmer Anzeigen vor. /Verantwortlich für-Politik: Rudolf Brcndcmühl: Wirt Ichaft: 6»liagelhöfer! Sewerkschafisbewcgung: 3. Steiner: Feuill.ton: Herde« Lepdr«- Lokales nnd Sonstiges: Fritz Ziarstädt: Anzeigen: Otto Kengft; sämtlich in Berlin. I Verlag: Vorroerrts-Berlag©. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagzanslall Paul Singer u. Co.. Berlin SV. 68. 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