Morgen- Ausgabe Nr. 13 A 7 50. Jahrg. Redaktton und Verlag, Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fernsprecher � Qlmf Dönhoff 20*2 bis 297 Telegrammadrene: Sozialdemotral Derld, BERLIN ER VOLKSBLATT SONNTAG 8. Januar 1933 In Groh- Berlin 15 Pf. Auswärts....... 20 Pf. HZezu�Sbehingungen und Anzeigenpreise siehe am Echlutz beS redaktionellen Teil? Aeniraloega« der Gozialdemokvatikchen Partei Deutschtands Mörder aus der Ackerstraße verhastet»l'Si«?. Lin SA.-Sturmkü!irer aus ScKuIe von Heines der Täter! Ais Mörder der Frau Martha irünjtier aus der Ackerstraste ist der« A.- 5 t u r m- fiihrcr Baumgart ermittelt worden. Baumgart ist geständig. * Damit ist eine besonders verruchte Mordtat aus- geklärt worden! In der Silvesternacht begrüßten sich vor dem Hause Ackerstraße Ivb etwa zehn Per- sonen mit dem Rufe„Prosit Neujahr!" Im gleiche» Augenblick fuhr ein Radfahrer mit unbeleuchtetem Fahrzeug vorüber. Kaum war er an der kleinen Gruppe vorbei, als er sich plötzlich umdrehte, die rechte Hand, in der er eine Pistole hielt, erhob und mit dem Rufe„Heil Hitler?" auf die Gruppe schost. Tie .'i7jährige Frau ftünstler wurde von der ttugel in die Herzgegend getroffen. Sie starb unmittelbar nach dem Attentat. Die Nachforschungen der Politischen Polizei bewegten sich auf Grund genauer Zeugenaussagen bald nach einer bestimmten Richtung. Die Be- amlen stießen schließlich auf den Schlächter- gF s e l l e n B a u m g a r t, der Sturmführer der SA. ist. Zunächst war es nicht möglich. Baumgart zu fassen. Als er sich gestern in der Wohnung seiner Freundin in der Ufedomer Straße aufhielt, wurde er festgenommen. Baumzart hat ein Geständnis abgelegt. Die Tat versucht er mit der Behauptung abzuschwächen, daß er betrunken gewesen sei. Der Täter wird am Montag dem Vernehmungsrichter vorge- führt, der Hastbefehl gegen Baumgart erlassen wird. Dieser Bursche, der aus reiner Mordlust geschossen hat, ist von Liegnig noch Berlin ge- kommen. Er gehörte früher der schlesischen SA. an, das heistt. er ist in der Schule der Heines-Banditen gewesen, aus der auch die Mörder von Potcmpa hervorgc- gangen sind? Diese Banden, deren krimineller Charakter immer stärker hervortritt, sind eine öst'entliche Gefahr! Der Weg zum Bandit, smus Die Verbrecher von Stettin Fn der gestrigen Abendausgabe hat der „Vorwärts" als einziges Berliner Blatt die sensationelle Aufhellung des Raubmordes an den deutsch- nationalen Gutspächter Stei- u i ck c in Streithagcn(jtrcis Randow) be- richtet. Als Bandenräuber und Mörder sind vier SA.-Leute ver- haftet, die auch an dem Bombenattentat auf den Stettiner„Volksboten" beteiligt gewesen waren. Die Aufdeckung des Bandenmordes beleuchiet aufs neue die völlige Verwahrlosung der braunen Garde, die durch die überragende Weisheit des gewesenen Fünsmonatekanzlers Pape» aus das deutsche Volk wieder losgelassen worden ist. Es gab und gibt immer noch Harm- lose Gemüter, die die betreßten Brauniacken als „aufbauwillige Kräfte" im nationalen Sinne be- grüßen und nicht sehen wollen, daß ihre Organi- sation ein Sammelbecken aller ver- brecherischen Elemente darstellt. Mit der blutrünstigen Haßrede und Mord- drohungen der Führer, mit dem„Köpferollen und dem„Hängenlassen" sing es an, mit den blutigen Straßen- und Lokalschlachren wird es fortgesetzt und mit dem ba»den mäßigen Raub und Mord endet es— bis auf weiteres! «n,, vf strolche in Potempa, in Breslau, in Königsberg, in Stettin»nd Holstein mit ihren Bainbenüberfällen und Mordtaten im Sommer unter dein Jubel der Nazipresse verrichteten, das wurde von den vier Stettiner SA.- Leute» setzt ganz einfach auch auf den deutsch- nationalen Gutspächter, Stahlhelmer und Kriegervereinsvorsitzenden Stein icke verübt: planmäßiger U ebersoll mit Kraftwagen und init Waffen, die aus dem Depot der S A. stammen! Hugenbergs Presse weiß sofort aus allen Landes- teilen in großer Aufmachung zu berichten, wenn bei provozierten Zusammenstößen Nationalsozialisten von Kommunisten oder gar von Reichs- bannerleuten verlegt wurden. Jetzt ist ein treuer Hugenberg-Mann von braunen Gefährten der Harzburger Front ausgeraubt, niedergeschlagen und schmählich er- mordet worden. Wir warten auf die nationale Entrüstung über die Tat von Angehörigen der „nationalen O p p o s i t i o n", die Hugen- bcrgs Presse in Berlin und im Lande großpäppeln half. Als unter Führung von Mar H ö l z in den Hungerjahren der Inflation ein Teil der Komm»- nisten in dem offenen„Banüenkrieg" eine revo- lutionäre Tat zu vollbringen glaubten, da konnte sich die bürgerlich-kapitalistische Presse nicht genug tun im Wutgeschrei über den„Räuberhauptmann". Jetzt liegt ein weit schlimmerer Tat- bestand vor: Gesolasleute Adolf Hitlers, ermuntert durch dessen Gratulations- und Soli- daritätetelcgramme an die Mörder von Potempa, eröffnen nicht nur den B a n d e n k r i e g mit Boniben und SA.- Waffen gegen Marxi- sten, sie sin>) vielmehr schon zu gemeinen Raubmördern herabgesunken, wie der Raub- mord an dem deutschnationalen Stahlhelmer zeigt! Vom politischen Landsknechtstum zum g e- meinen Verbrechen ist nur ein Schritt. Mahnungen an Japan Und ein Pariser Zeitungsskandal Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 7. Zanuar. v'e Aufforderungen der sozialistischen und eines Teiles der radikalen Presse an die Regierung, ihre Passivikäl in dem chinesisch-japanischem Konflikt auszugeben und gegen die japanische Methode schärssiens Stellung zu nehmen, scheinen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Die„Liberte" teilt mit, daß Ministerpräsident Paul Boncour den zur Zeit in Paris weilenden französischen Botschafter in Tokio beaustragt hat, der japanischen Regierung mitzuteilen, daß sie noch Ansicht Frankreichs einen großen Teil der Verantwortung für die Ereig- nisfe in Schanhaikwan trage. Außerdem solle der Botschafter die Aufmerksamkeit Tokios aus die Gefahren lenken, die sich für Japan ergeben würden, wenn Japan die Absicht haben sollte, seine„Sicherheit" in der Provinz Je hol durch eine neue Offensive zu erhöhen. Die, Liberte", die wahrscheinlich wie die meisten sranzösischen Rechtszeitungen von der japani- jchen Regie rung be stachen ist, kritisiert diese Instruktion Puill Boncours und behauptet, daß der Botschafter über die Haltung Frankreichs gegenüber Japan beunruhigt gewesen sei und einige Beamte des Quai dDrsoy erklärt hätten, daß eine solche Politik nicht mit den Interessen Frankreichs im Fernen Osten verein- bar sei. Japanische Bombemvürte Tokio. 7. Januar. Wie der japanische Sondergesandte in Tschangtschun, M u l o. mitteilt«, haben japanische Bombenflugzeuge am Sonnabend 1l) Meilen von Schanhaikwan entfernt die ch i n e s i s ch e n S t e l- l u n g e n mit Bomben„belegt". Das Bor- gehen der Japaner fei damit zu erklären, daß trotz der japanischen Warnungen am Tschanghsueliang von den Chinesen wettere starke Streitkräfte in der Umgebung von Schanhaikwan und in der Pro- vin.; Dschehol zusammengezogen würden. Drohender I�ampk um Jehol London, 7. Januar.(Reuter.) Unterrichtete ausländische Militärs meinen, daß die Feindseligkeiten in Nordchina bald größeren Umfang annehmen könnten. Die japanischen Kräfte in Schanhackwan werden aus mindestens 6000 Mann geschätzt Die Chinesen schicken mit großer Eile Berstärkun- gen noch Tschinwangrau: sie sind entschlossen, den Javanern Wider st and zu leisten, während die Japaner selbst drohen, chre Operationen zu er- weitern, falls die Bewegungen der chinesischen Truppen nicht aufhörten. Ein britisches Re- g i m e n t in Schanghai hält sich in Bereitschaft. nach Tschinwangtau abzugehen, um dort die bri- tischen Interessen zu schützen. Die Ronking-Regierung erhält täglich unzählige Telegramme von militärischen Befehlshabern aus ganz China, die um Befehl bitten, gegen die Japaner nach Rordchina zu marschieren. Ein sehr einflußreicher chinesischer Führer hat einem Vertreter der Agentur Reuter erklärt, die Chinesen sind einmütig entschlossen, die Provinz Jehol zu verteidigen. Es ist unmöglich g e- worden, den Zorn des Volkes über das Vorgehen der Japaner weiter zu bändigen. Carabinieri schießen Blutvergießen in Italien Salerno, 7. Januar.(Agenzia Stesani.) Infolge von Streitsragen lokalen Charakters sind 3lKi Personen aus der Gemeinde Monte san Giaeomo noch Demonstrationen vor dem Rathaus in den benachbarten Ort Sassano gezogen. Dort griffen sie eine Karabinieriwache an, sie be- warfen sie mit Steinen und feuerten auch aui sie. Ein Unteroffizier wurde verwundet. Ein Kara- biniere trug schwere Verletzungen davon. Die Karabinieri sahen sich genötigt, gegen die Demon- stranten mit Schüssen vorzugehen: drei Tote und vier Verwundete blieben aus dem Platz. Die Ordnung ist vollkommen wiederhergestellt und die Verantwortlichen sind in Hast genommen worden. gegen Sozialdemokratie Ausländer, die in den letzten Tagen Verlin besuchten, waren über das Straßen- bild, das sich ihnen bot, nicht wenig erstaunt. Sie hatten in ihren Zeitungen gelesen, daß in Deutschland die Militärdiktatur herrsche— und was erblickten sie? Von Norden und Süden, von Osten und Westen der Stadt zogen nach dem Zentrum Züge von Demon- stranten, denen rote Fahnen mit Hammer und Sichel voranwehten. Was war ge- schehen? War eine bolschewistische Revo- lution ausgebrochen? Aber nein! Die Züge bewegten sich in voller Ruhe und Ordnung unter dem Schutz der Polizei des Herr» M e l ch e r nach dem Lustgarten, wo ein Reichstagsabgeordneter eine Rede hielt. So- dann marschierte man wieder mit derselben musterhaften Disziplin, mit der man ge- kommen war, von den treusorgende» Armen der Polizei umfangen, nach Hause. Kein Zwischenfall von wesentlicher Vedeu- tung ereignete sich. Unsere guten Ausländer waren nicht wenig überrascht. Sie hatten alles mögliche erwartet, nur das nicht. In Paris wäre unter ähnlichen Umständen die Demonftra- tion verboten worden, man hätte alle in Be- tracht kommenden Straßen und Plätze mit Polizei und Militär besetzt, die geringste An- sammlung wäre zerstreut, jeder Widerstand im Keim unterdrückt worden. In Berlin aber konnte die Partei, der eben erst der Kanzlergeneral die schärfste Fehde angesagt hatte, unter polizeilichem Beistand auf den Straßen demonstrieren. Offenbar verfährt man, wenigstens in diesem einen Punkt, trotz Artikel 48, trotz 5lanzlergeneral und Marschallpräsident, trotz drohender faschistischer und regierender feu- dalen Reaktion in Berlin d e m o k r a- tischer als in Paris! * Zweierlei zeigt sich an diesem Fall. Erstens, daß die Dinge meist nicht so einfach sind, wie sie von der Ferne aussehen, son- der» viel komplizierter. Zweitens aber zeigt er, und das scheint uns das Wesentliche, daß demokratische Bräuche, wo sie sich ein- mal festgewurzelt haben, doch nicht so leicht zu entwurzeln sind. Spätere Geschichts- schreiber werden vielleicht ausführliche Be- trachtungen darüber anstellen, wie überhaupt das vielbeschriene demokratische System in Zeiten schwerster Krise seine Zählebigkeit be- wiesen hat. Die Regierung Schleicher ist nicht iin Gegensatz zur Regierung von Papen ent- standen, sondern als ihre Fortsetzung. Das macht auch die Fortsetzung des oppositionellen Kampfes, den die Sozialdemokratie gegen dieses Regime führt, zur Selbstverständlich- keit. Unsere oppositionelle Stellung hindert uns aber nicht, zu sehen, daß der Weg von Pape» zu Schleicher, aus dem Gesichtswinkel der Reaktion betrachtet, einen Rückzug dar- stellt. Herr v. Papen war darauf ausge- gangen, das ganze System von Weimar mir einem kräftigen Ruck aus den Angeln zu heben. Herr v Schleicher hat von ähnlichen Anstrengungen Abstand genommen— be- IfUuyadMkcity dos Volle faföctoUicUt VtoUdUuudqebuufy du Tcüu&u am Montag, dem 9. Januar, 19.30 Uhr, im Großen Saal des Saalbaus Friedrichshain. Rednerin: Reichstagsabgeordnete Mathilde Wurm. Protestiert mit uns qeqen die Aushunqerunq des Volkes! Eintritt frei! itlmmt nicht, weil er das System von Weimar liebt, sondern weil er sich keinen Bruch zuziehen will. Heute liegen die Dinge schon wieder so. daß der einzige Grund für das Nichtfunktionieren des Reichstags bei dem deutschen Volke liegt, das leider nicht oerstanden hat, sich eine arbeitsfähige Ver- tretung zu geben. In Zukunft wird jeder reaktionäre Angriff auf die Volksrechte un- möglich fein, wenn das Volk nur lernt, von den Rechten, die ihm die Ver- sassung gibt, den entsprechenden Gebrauch zu machen. * In kommunistischen Blättern wird die Sache so dargestellt, als ob der revolutionäre Zorn der KPD die Lustgartendemonftration ertrotzt hätte. Die Leser der Kommunisten» presse haben schon so viel Beweise an Glau- d'nsstärke abgelegt, daß sie wahrscheinlich »uch diese Version gläubig hinnehmen wer- den. Uns anderen aber wird erlaubt sein, «> bemerken, daß der revolutionäre Zorn de KPD. seinen Sieg erst in dem Augen- blick ertrotzt hat, in dem der Burgfrieden abgelaufen war und daß er sich auch sonst mit anerkennenswerter Korrektheit in den Bahnen bewegt hat. die von der Polizei vorgeschrieben waren. Diese Feststellung soll durchaus kein Vor- wurf sein. Im Gegenteil! Ein weniger vernünftiges Verhalten wäre. ein V e r- brechen an der Arbeiterklasse gewesen. Die Reaktion in ihren beiden Ge- .scalten, der feudalen und der faschistischen, würde geradezu einen Triumph erleben, wenn es ihr jetzt gelänge, ihre Gegner vom Boden friedlicher Gesetzlichkeit abzu- drängen. Heute befindet sie sich auf dem Rückzug. Eine Unbesonnenheit ihrer Gegner aber brächte sie wieder auf den Vormarsch und im Sprung zu ihrem Ziel. In der Kommunistischen Partei denkt ja auch kein Mensch für absehbare Zeit an ein revolutionäres Vorgehen. Hätte die Regie- rung in dieser Beziehung auch nur die ge- ringste Sorge gehabt, sie würde die Demon- stration im Lustgarten bestimmt nicht zuge- lassen haben. Sie konnte sie nur gestatten. weil sie mit Recht von den friedlichen Ab- sichten der Kommunisten vollkommen über- '.eugt war. Was ober hat die KPD- der Sozioldemo- krptie unter diesen Umständen noch vorzu- werfen? Daß sie keine Revolution macht? Die macht d'e KPD- doch auch nicht! An Entschiedenheit der oppositionellen Stellung aber laßt sich die Sozialdemokratie nicht übertreffen, und wenn sie es vorzieht, mit Geschidklichkeit Opposition zu treiben, statt wie die KPD- mit Plumpheit, so läßt sich auch daraus ein ernster Vorwurf nicht kon- struieren. Den Kommunisten ist in den letzten Iahren die Krise zugute gekommen und zugleich die Tatsache, daß die Sozialdemokratie zeitweilig in wohlverstandenem Interesse der Arbeiter- klaffe eine wenig populäre Politik zu treiben gezwungen war. Im Verhältnis zu diesen beiden Glücksumstäuden waren die Erfolge der KPD. noch recht bescheiden. Jetzt können sie zwar aus der Krise noch Nutzen ziehen, aber das Fell der sozialdemokratischen Tole- rierungspolitik ist ihnen davongeschwommen. und es ist nicht ohne Reiz, zu beobachten, mit welcher Betrübnis sie ihm nachblicken. Offenbar würden sie uns am liebsten ver- bieten. Opposition zu treiben— und darum haben sie sich entschlossen, so zu tun, als täten wir das gar nicht! Von Marx und Lassalle haben wir gelernt, daß der Mut des Revolutionärs mit dem Mut beginnt, den Tatsachen ins Ge- ficht zu sehen. Dieser Mut hat der KPD. noch immer gefehlt. Ihre Politik hat stets darin bestanden, die Dinge so zu sehen. wie man sie gern haben möchte, und auszu- sprechen, was nicht ist. Dies ist aber keine revolutionäre Politik, sondern das genaue Gegenteil davon. Und eine Partei, die sie treibt— mag sie noch so hoch zu Roß sitzen, sie muß doch über kurz oder lang auf den Hund kommen! Nie Nazi-Futterkrippe Weimar, 7. Januar. Seit Jahren stellt der Kultusetat dem Unter- richtsminister zweitausend Mark für bildende Künstler zur Verfügung. In diesem Jahr wurde dieses Geld so verteilt: l vg Mark erhielt der Reichsverband bildender Künstler, IlMK) Mark die thüringische„Kulturzelle" der Nazipartei, 400 Mark bleiben zur Verfügung des Naziministers. Der Reichsverband zählt 200 Mitglieder. Er erhält also pro Kopf drei Mark. Die„Kulturzelle" umfaßt 30 Mann, die sich die 1000 Mark teilen, und die restlichen 400 Mark verteilt Herr Saukel an seine besonderen Nazi- lieblinge. Japan in Gärung Trübe wirtschaftliche und finanzielle Lage— Auf dem Weg zur Inflation Eigener Bericht des„Vorwärts" H, B. Tokio, im Dezember 1932. Das Land der aufgehenden Sonne bietet heute, äußerlich gesehen, das Bild eines ftarlen, in sich gefestigten Staates, einer in einheitlichem Wollen zusammenwirkenden Notion. lieber ein Jahr lang hat Japan, entgegen der fast einmütigen öffentlichen Meinung der Welt und den Beschlüssen des Völkerbundes, die Eroberung der Mandschurei weitertreiben können. Seine Vorherrschaft im Fernen Osten erscheint unbestritten, seitdem die Sowjetunion und die Vereinigten S t a a t en von Nordamerika sich vorerst mit den vollzogenen Tatsachen abgefunden hoben, von de» europäischen Mächten nicht zu reden. Freilich ist der Harle mandschurische Bissen noch lange nicht verdaut. Ein Jahr lang schon dauert der Fcidzug gegen die„Banditen", das heißt die chinesischen Frei- willigen, und ein Ende ist trotz den vielen japani- scheu Sicgesnachrichten nicht abzusehen. Dieser Bandenkrieg in einem Gebiet, gr ö ß e r als Deutschland zusammengenommen, in in dem nach den sapanischen Meldungen die Chinesen zu Hunderten abgeschlachtet, zu Zehn- taufenden unizingelt werden, während die japani- schen Truppen nur verschwindend geringe Ver- luste erleiden, wird lang und ko st spielig. Gewiß, die Japaner könnten mit der Zeit mit den Aufständischen sertig werden, denn sie haben die größeren Mittel, die bessere Ausrüstung und Schulung. Die Zeit ist ihr Verbündeter: den Chinesen muß schließlich der Atem ausgehen. Aber die Zeit ist anderseits auch ein Widersacher Japans, denn sie verzehrt seine Mittel. Und die sind begrenzt. Die finanzielle und wirtschaftliche Lage des Landes ist sehr trübe. Die Weltkrise, verschärst durch die Wirkungen des chinesischen Boykotts, hat den Ertrag der Steuern stark»ermindert und läßt die Auferlegung neuer Steuern aussichtslos erscheinen. Dabei reißt das mandschurische Abenteuer«in großes Loch in den Staatssäckel, und Armee und Marine haben ge- waltige Erhöhungen chrer Etats gefordert, damit in dieser kritischen Lage die„nationale Sicherheit" gewährleistet werden könne. Nach langen, schweren Vevhandlungen im Kabinett sind diese Forderun- gen gekürzt worden. Aber das neue Rechnung?- jähr 1933/34 wird nach diesem Kompromiß bei einem Gesamtbetrag von 2233 Millionen Jen noch ein Defizit von 903 Millionen Jen ausweisen, das durch die Ausgabe von kurzsristi- gen, zu 414 Prozent verzinslichen Schatzscheinen gedeckt werden soll. Das wird ein Schritt weiter in die Inflation sein, die bereits seit Jahresfrist mit dem Ausgeben des Goldstan- dards eingesetzt hat und den Wert des Jen unter mehr als die jhälste seines ursprünglichen Wertes gedrückt Hot. Cr galt früher 2 Mark, heule nur noch etwa 90 ps. Dieser Wertocrfall hat zwar zunächst dem japani- schen Export einen starken Austrieb gegeben, aber schon wird aus aller Welt von Maßregeln gegen die lleberflutung mit billigen japanischen Waren gemeldet: die Steigerung der Ausfuhr dürfte also nur kurzlebig sein. Dauernd aber bleibt der Nach- teil für die japanische» Unternehmungen, die mit fremdem Geld arbeiten und nun für ihre Zins- Zahlungen mehr als die doppelte Summe in Jen ausbringen müssen als vorher Und solcher Unter- nehmungen sind nicht wenige: in japanischen Zeitungen wurde schon Regierungsunterstützung für sie gefordert. Dauerno bleibt auch die schädliche Wirkung für die Lohn- und Gehaltsempfänger. Sie leiden heute schon unter steigenden Preisen. Seit August dieses Jahres sind die Lebensmittelpreise um 17 Proz. gestiegen. Di« Seide ist um 100 Proz. teurer geworden: sie hat ihren normalen Preis gegen den verminderten Jenwert ungefähr behauptet. Seid« aber ist ein notwendiger Ge- brauchsartikel in diesem Lande, wo die Frauen- kleidung fast ausnahmslos noch aus dem Seiden- kimono mit breitem Seidengürtel und dem seide- nen Mantel besteht: die Männer trogen in nicht geringer Zahl noch den seidenen Herrenkimono, und die europäisch gekleideten ziehen ihn wenig- stens noch im Hause an. Die Löhne und Gehälter sind von jeher sehr niedrig. Voiksschullehrer beginnen z. B. mit 30 Jen Mo- natsgehalt und steigen aus 30 Jen. Die Arbeite- rinnen in den Fabriken Kyotos verdienen bei mindestens zwölfstündiger Arbeitszeit 30 Sen (100 Sen— 1 Jen) den Tag. Gewiß bedeuten diese Beträge für den Japaner erheblich mehr als für den Europäer, da er ein« viel bescheidenere ---------- Verständigung um die Nordgrenze Ein sozialdemokratisches Ersuchen Eigener Bericht des„Vorwärts" Flensburg. 7. Januar. Die Leitung der Sozialdemokratischen Partei und der sozialdemokratischen Stadtverordneten- fraktion in Flensburg wenden sich mit dem Er- suchen an die Oesfentl!chkeit, ihre Bemühungen um eine schiedlich-sriedliche Revision des Verjailler Vertrages wegen der N o r d g r e n z e zu unterstützen. Durch den Versailler Vertrag ist Dänemark der zu Flensburg gehörende Kollundcr Wald zugesprochen worden. Der Wald.ist heute noch Eigentum der Stadt Flensburg, ohne daß die Flensburger die Möglichkeit haben, den Wald und den Strand ohne Grenzschein zu besuchen. Jetzt soll durch diese einzige Erholungsstätte der Stadt Flensburg eine breite Chaussee gezogen werden, zu deren Baukosten auch das Reich einen Betrag bereitgestellt haben soll. Die Sozialdemo- kratie Flensburgs wendet sich gegen solche Grenzpolitik und ersucht die Reichsregierung, in Verhandlungen mit Dänemark ein- zutreten, damit der unmittelbar vor Flens- bürg gelegene Wald zu Deutschland ge- schlagen werde. Schwierigkeiten von dänischer Seite sind kaum zu erwar- t e n. Man hofst deshalb nach einer V e r st ä n d i- g u n g zwischen Deutschland und Dänemark auch die Einwilligung der Vertragsmächte zu dieser Revision des Versailler Vertrages zu erhalten. Vorsts >Vir und die„Berliner Börsen- Zeitung" Soll der„Vorwärts" mit der„Berliner Börsen- Zeitung" über die Würdigung diskutieren, die eine Arbeiterzeitung gegenüber Ernst van Borsig für notwendig hält? Wir wollen nach der Erklärung, daß wir die giftspritzende Empörung der„Berliner Börsen-Zeitung" über unsere Würdigung Lorsigs vollauf begreisen, die Antwort sehr deutlich geben: Eine Arbeiter- zeiwng muß sich mit Ernst von Borsig, der per- sönlich ein anständiger Mensch, durch seine über- lebten Ausfassungen und seine einflußreiche Stellung aber ein gefährlicher Feind jedes gesellschaftlichen und sozio- len Fortschritts war, auch nach seinem Tode sehr scharf und energisch auseinandersetzen. Wir halten es aber nicht für notwendig, daß sich ver„Vorwärts" über das Urteil mü der„Ber- liner Börsen-Zeitung" auseinandersetzt, das er gegenüber Ernst von Borsigs historischer Rolle für angemessen hält. Denn die„Berliner Börsen- Zeitung" kann zwar in Anspruch nehmen, daß auch sie ein Feind jedes gesellfchaft- lichen und sozialen Fortschritts ist nicht aber, daß sie in anständiger Weise eine Ueberzeugung oertritt. Im übrigen hat die„Berliner Börsen-Zeitung" den Sinn unseres Artikels richtig erkannt, wenn sie schreibt: „Der besagte Artikel trägt die Unterzeile „Bedeutender Berliner Wirtschoftssührer ge- starben". Man geht wohl, wenn man die von fanarischem Klassenhaß diktierten Zeilen des Artikelschreibcrs gelesen hat, in der Annaknie nicht fehl, daß auch die Unterzeile absichtlich so gewählt ist, daß der Leser„zwangsläufig" zu dem Schluß kommen muß:„Wenn das schon ein bedeutender Wirtschasts- führer war, wie müssen dann erst die anderen aussehen." Wir wollten in der Tat mit unserem Urteil über Borsig auch die übrigen sogenannten beut- schen„Wirtschaftsführer" treffen. Nur irrt sich die „Berliner Börsen-Zeitung" in der Annahme, daß wir dabei von sanatischem Klossenhaß geleitet wurden. Wir waren nach den Erfahrungen seit Favag, Nordwolle, Karstadt, Schultheiß. Linoleum Hapag-Lloyd, Bankenkrise. Vereinigte Stahlwerke usw. nur von der Erkenntnis geleitet, daß Respekt vor den sogenannten deutschen Wirtsckia'ts- führern nur noch in äußerst seltenen Fäll-"' möglich ist. Eänderkonkerenz bei Schleicher Mitte des Monats soll in Berlin eine neue Zu- sammenkunst der Ministerpräsidenten der deut- schen Länder beim Reichskanzler stattsinden. Die Anregung zu dieser neuen Länderkonferenz ist von Schleicher selbst ausgegangen. Lebenshaltung gewohnt ist und viele seiner Be- dürsnisse wesentlich billiger als die Ausländer be- friedig«» kann. Aber bei alledem läßt� ihn sein schmales Einkommen keinen großen Spielraum sür Einsparungen, so daß er die steigenden Preis« schmerzlich fühlen muß. Dazu kommen der schlechte Geschäftsgang, Arbeitslosigkeit unter der Jndustricarbeitcrschoft und eine schwere Notlage der kleinen Bauern, die hier ebenso wie in der ganzen Welt von der Absatzkrije betroffen werden, Die Zahl der Arbeitslosen wurde für die Jahresmitte auf 481389 geschätzt, gegen 391377 im Vorjahr, eine Steigerung um 23 Proz.: eine genaue Zählung gibt es nicht bei dem Mangel einer Arbeitslosenversicherung, so daß man an- nehmen darf, daß die wirkliche Zahl noch höher ist. Die Regierung bemüht sich, durch Notstands- arbeiten. Aufforstung, Reisankäufe usw. zu helfen. Die Hauptlast für die Notleidenden aber hat die japanische Familie zu tragen, die hier einen weit größeren Verband darstellt als in Europa: sie umfaßt drei bis vier Generationen und Seiten- verwandte. Sie gibt dem Erwerbslosen ein not- dürftiges Auskommen, was heute vielfach de- deutet, daß ein Verdiener eine ganze Zlnzahl Berdienstloser nebst Anhang zu ernähren hat. Die industrielle Entwicklung hat nun aber diese Groß- samili« schon hier und da erschüttert, wie manche Familientragödie in den Städten zeigt, die darin wurzelt, daß einem solchen vielgeplagtcn Familien- ernährer die Last zu groß wurde. Auf dem Lande, wo viele der Arbeitslosen noch ihr« Ver- wandten haben, steht die Großfamilie im all- gemeinen noch fest, aber die Bauern leiden selbst Not. Sie sind zu zwei Drittel Pächter, die zu sehr harten Bedingungen, wie Abgabe der Hälfte der Ernte, arbeiten. Eine große Bauernbewegung hat sich ge- bildet. Sie fordert Staatshilfe. Steuernachlatz und Sub- ventionen, bis zum Reichsmonopol, das in Re- gierungskreisen schon ernsthaft erwogen wird. Diese trübe wirtschaftliche Lage hat, wie die japanischen Zeitungen klage», zu einem st a r k e n A n st e i g e n der Eigentumsvergehen und Verbrechen geführt. Die Polizei bringt sie gern in Verbindung mit der k o m m u n i st t- schen Bewegung. Sie hat um die Mitte des Oktobers zwei Bankräuber in Tokio kurz nach ihrem erfolgreichen Raubzug verhaftet, der am hellen Tage mit Revolver und Auto vor sich ging. Nach dem Polizeibericht haben beide zugestanden. daß sie einer kommunistischen Gruppe angehören und das geraubte Geld zur Füllung der leeren Parteikasse dienen sollte. In ihren Wohnungen seien ein Plan für weitere„Expropriationen" bei Banken und Einzekkapitalisten sowie kommu- nistische Druckschriften gesunden worden. Dabei muß man die Neigung der japanischen Behörden in Betracht ziehen, alles als kommunistisch zu bezeichnen, was ihnen als Feind der sozialen und staatlichen Ordnung erscheint. Ob überhaupt noch eine zentrale, geheime Organisation der verbotenen und hart verfolgten Kommunistischen Partei weiter existiert, ist schwer zu entscheiden. Man hört von ihr im allgemeinen nur durch verhastungen und Verurteilungen von grau- samer Härte. In einem Massenprozeß, der am 29 Oktober nach über hundert Sitzungen endete— die Zahl der Verhafteten hatte ursprünglich zweihundert be- tragen, war aber durch den Tod mehrerer Höst- linge und die Außerversolgungsetzung anderer, die „bereut" hatten, vermindert worden, so daß„nur" 118 Angeklagte vor Gericht erschienen—, wurden vier Führer zu lebenslänglichem Gefängnis, andere zu Strafen von 13 bis herab zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Anklage lautete auf Mord, Mordversuch, Verletzung des Gesetzes über den öffentlichen Frieden usw. Einer der verurteilten Führer schrie nach der Urteilsver- kllndung in den Saal, die Anklage fei eine Fälschung. Es sei g e l o g e n, daß die Kom- munisten Bankraub betrieben. Von dem Umfang der Verfolgung wirklicher oder vermeintlicher Kommunisten gibt die Tatsache einen Begriff, daß im Frühjahr 1928 tausend angebliche Verdächtige verhaftet wurden, im Frühjahr 1929 etwa ebenso viele. Der Minister sür Erziehung hat kürzlich in einer Ansprache an Lehrpersonen beklagt, daß seit 1929 292 Lehrer an Volks- und Mittelschulen wegen Beteiligung an extremen linken Bewegungen in Untersuchung ge- zogen werden mußten Oester liest man, daß Studenten und Schüler höherer Schulen wegen kommunistischer Agitation verhastet wurden. Unter Umständen genügt schon der Besitz einer sozio- listischen oder soziologischen Buches— das ösfent- lich feilgehalten werden dort—. um verdächtig zu werden. Und solche Verhastungen enden bis- weilen mit dem S e l b st m o r d des Opfers. Die geduldete sichtbare Arbeiterbewegung wird von der Polizei argwöhnisch überwacht und willkürlich geschurigelt In den G e w e r k- s ch a f t e n wie in den verschiedenen politischen Arbeiterparteien gibt es die verschiedensten Strö- mungen, vom Nurgewerkschastertum bis zum Syndikalismus, vom Reformsozialismus bis zum revolutionären Extrem, und neuerdings auch sein Gegenstück, den Faschismus. (Ein zweiter Artikel folgt.) « E R SIE B E I LAG E SONNTAG, 8. JANUAR 1933 ... DW 1 mmm OJc firigc AusficiH ins tßlaiw Es gibt Ateliers und„Ateliers". Es gibt ja auch Maler und„Maler". Viele, die sich zu dieser edlen Künstlerzunft red) neu, nennen kaum einen Pinsel oder eine Farbtube ihr eigen, gesdimeige, daß sie daran denken, sich an die Staffelei zu setzen. Et loa in diesem Sinne gibt es zwei Arten von Ateliers: die echten mit aller Freude und allem Leid und die anderen, die in Wirklichkeit nur zuredit- gem achte Bodenkammern mit einer Dachluke sind. Hier wurden vor dem Kriege einmal Hemden und Laken getrocknet, aber niemals Bilder gemalt. Und wer dann 1923 keine Wohnung bekam, bezog halt ein„Atelier". In jener Zeit nämlich war der Ausdruck„Atelier" ein Vorwand, um Wohnräume dem Zugriff der Wohnungsämter zu entziehen. Deswegen ist es notwendig, zuerst die Spreu vom Weizen zu sdieiden. In Sperlingslust Allerdings: wo viel Licht, ist auch viel Schatten, Denn es scheint ja nicht alle Tage die Sonne, und falls es dann regnet, trommeln die Tropfen aufs Dach wie in einem leinenen Zelt. Dazu beginnen die Fenster zu klappern, wenn der Wind über den Dachfirch braust. Hieran mag mancher noch seinen Gefallen haben, aber weiter: Einige Ateliers haben Küchen. Regelrechte Küchen mit einem Kochherd und einem Ausguß? Vielleicht einige, die an den Fingern herzuzählen find. Alle anderen haben in einer Ecke— Kochnische genannt—■ einen Gaskocher stehen, dos sind die Fortgeschrittenen: das einzige Kochgerät der anderen ist ein elektrischer Tauchsieder. Wer Küchen liebt, wird deshalb in Ateliers immer fremd bleiben: niemals ein Stück Kassler braten und dazu Backobst schmoren können, das ist nicht gut. Aber die schönen große» Fenster, mag jemand einwenden. Gewiß, die Fenster sind groß, aber es sind mehr Gitter als Fenster, und für die Lüstung läßt sich in der oberen Ecke nur eine kleine Luke öffnen. Denn wie soll das schräge Dachsenstcr ausgehen? Soll der Mann erst durch den Schornstein auss Dach klettern und dann die riesigen Fenstcrslügel nach außen anheben oder sollen seiner Frau jedesmal die eisernen Fenster- rahmen nach innen auf de» Kopf fallen? Außen oder innen, Atelierfcnster öffnen, können— wenn es überhaupt möglich ist— nur Athleten. Deshalb hat zum Beispiel ein Atelier an den Fenstern Flaschenzügc mit einem Zentnergewicht. Jedes- mal, wenn der Mann die Fenster in die Höh' heben will, hängt er sich an das Zentnergewicht: dann ruckt das Fenster ein wenig. Atclierfenster haben es eben in sich. Es geht noch weiter mit den Fenstern: hat der Mann nun glücklich das Fenster auf— er betrachtet unterdessen schweißgebadet das große Werk—, dann regnet ihm dabei entweder die Bude voll oder es sollt ihm im Winter eine Schneelawinc in die Stube oder er glaubt sich auf ein Rieselfeld versetzt, denn siehe da: nebe» dem schönen, großen, lichten und weiten Atelierfenster endet ausgerechnet das Entlüslungs- rohr für alle Aborte des Hauses. Das olles sind nur die Kleinigkeiten. Die Oken-Sammlung Zudem sind Ateliers sündhaft teuer. Ein paar Beispiele: Lamberger Straße, l Raum, Hinterhaus, eiserner Ofen, jämmerlicher Abort= 60 Mark. Hohenstaufenstraße, 1 Raum, dazu ein Zimmer— 80 Mark. Badenschc Straße, l Raum mit Kochnische— 65 Mark. Halcnsec, Caspar- Theiß-Straße, ausgebauter Turm, rund 4x4 Meter, dazu 3 Kammern— SO Mark. Eisenacher Straße, l ganzes Atelierhaus, Z. Hos, 1 Raum mit Kammer, ohne elektrisch, nur eiserner Ofen— 90 Mark! Geisbergstraße. 1 Atelierraum, eine Kammer,! Zimmer, 1 Bad. aber Klosett gemein- sam init anderem Mieter � 110 Mark! Das sind Berliner Atelierpreise. Die schlimmste Zeit war während der In- slatian. Da nahmen manche Haus„wirte" ihren Mietern oft die Böden weg und machten „Ateliers" draus. Die waren auch danach. So schlug z. B. ein Wirt in Steglitz aus seinen umgekrempelten Lodenkammern bis zu 250 Mark im Monat heraus: die Friedenauer Wirte halten nichts Eiligeres zu tun, als fleißig ihren Steglitzer Kollegen nachzueifern. Dos heißt, auch heute kosten solche aufgetakelten Bodcnverjchläge noch 30 bis 35 Mark, weil viele die Ungenierthcit eines Bodens der Gebundenheit in einem möblierten Zimmer vorziehen. Wer überdies vom Mietzins für Ateliers spricht, tut gut daran, gleich die Preise sür Feuerung einzukalkulieren. Denn so lustig es „unter dem Dach" mitunter sein mag, so bitter- kalt ist es jetzt. Da droben in Sperlingslust vcr- sagt meist auch jede Zentralheizung, trotzdem sie bezahlt werden muß. Deshalb sind in Ateliers sämtliche Osenarlen gleich beieinander anzutreffen: Gasösen, Grudeösen, Kanoncnöfen und wer weiß was sonst noch für Oesen. Die sich die Atelier- bewohner natürlich alle selber kaufen müssen. So kaufte sich ein Maler: 1 Zentralheizungskörper für 125 Mark, 1 Gasojen sür 180 Mark, 1 Kanonenofen für 50 Mark, dazu drei selbst bc- zahlte Reparaturen am Schornstein je 30 Mark. und dennoch sriert der Mann wie ein Schneider. Allein der Kanonenofen braucht täglich 30 Bri- ketts, das wären also für Kohlen einschließlich Bringerlohn 18 Mark. Der Gasofen dazu vcr- braucht stündlich für 20 Pfennig Gas.„Aber was ist das schon alles— sagt ein anderer Maler—, allein meine monatliche Anthrazitrech- nung macht 50 Mark aus. Nun machen Sie sich ein Bild von der Kalte bei mir." Und wirklich, es gibt genug Ateliers, deren Kanonenofen pro Tag einen ganzen Zentner Briketts verbrauchen. Dafür braten dann im Sommer die Maler. Runcl um den Lützowplatz Auch Ateliers sind standortbedingt. Zucker- fabriken liegen in der Nähe von Rübenfeldern: die schweren Rüben werden nur kurze Strecken transportiert, der daraus gewonnene leichte Zucker dann die weiten Strecken zum Verbraucher. In Hohenschönhausen würde die Sonne genau so -hell durch die Atelierfenstcr scheinen wie in Wik- delt. Die bekanntesten Atelierviertel von Berlin sind: der alte Weste» mit dem Lützowplatz, die Gegend zwischen Rollendorffplatz und Zoo, Schönebcrg, Wilmersdorf, hier vor allem das Bayerische Viertel, Friedenau, der Kurfürsten- dainm und... Unter den Linden. Am Pariser Platz liegt Lieber in anns berühmtes Atelier, am Lützowplatz lag das von Emil Orlik, Pech st eins Atelier liegt in der Offenbacher Straße, und der verstorbene Vesser U r y malte am Nollendorsplag. Diese Promi- nenten hausen natürlich nicht in ausgebauten Türmen oder in einer Bodenkammer, so ist das nicht. Wer 300 bis 400 Mark Monatsmiete anlegen kann, dem steht es gegenwärtig srei, am Stadtpark Schönebcrg ein Atelier mit einer hoch- noblen 0-Zimmer-Wohnung zu mieten oder in der Rähe des Kurfiirstendammes ein'Atelier mit anschließender 8-Zimmer-Wohnung. Nun wohnen nicht nur Maler in Ateliers, son- der» ebenso Bildhauer. Architekten, Photographen, Reklameleutc oder Kunstgewerbler. Allerdings liegen Bildhaucrateliers zu ebener Erde, denn wer sollte sonst die Marmorblöckc nach Sperlingslust tragen? Wem es Spaß macht, kann sich jetzt Ateliers zeigen lassen: seitdem die Kunst betteln geht, gibt es Ateliers wie Sand am Meer. Friedenau ist geradezu gesegnet mit Bildhauer- mersdorf, aber daß so gut wie alle Ateliers im Mesten der Reichshauptstadt liegen, hängt mit den Käufern der Malererzeugnisse, Gemälde ge- nannt, zusammen. Kaum jemand würde sich b>s nach Hohenschönhausen bemühen, um ein Bild zu kaufen, Bilder werden quasi um die Ecke gehan- ateliers: hohen, kalten Räumen, die leer den Ein- druck eines Reitstalls machen.„Was kostet so ein Atelier?" sragten wir den Pförtner.„750 Mark im Jahr", antwortete der Mann. Dann muß der Bildhauer aber schon lohnende Aufträge haben. ★ Viele Ateliers haben eine bewegte Ge- schichte. In einem Atelier am Lützowplatz nächtigten eine Nacht lang die R a t h e n a u- Mörder auf ihrer wilden Flucht: in einem Atelier in Wilmersdorf hat ein verputzter Dach- balken eine Rille,„ooch, das ist nichts weiter, ehe mein Vorgänger verhungerte, hat er sich da oben aufgehängt", erzählt der jetzige Bewohner: manches Atelier ist in der Inflationszeit ein Nachtkabarett gewesen, und bei einer weiteren Reihe von Ateliers ist jetzt die Baupolizei da- zwischengesahren und hat die Buden sür un- bewohnbar erklärt. Das hat betrübliche Folgen für die Bewohner: auf den Glockenschlag 10 Uhr kommt in einem Haus in Schöneberg nunmehr (ftfytM, dU JUokiiou iW /luudßuuU Protestveranstaltung Montag, den 9. Januar, 20 Uhr, im Plenarsaal des Preuß. Staatsrats, leipziger Straße Z. Redner: S. Aufhäuser, MdR., und Dr. Alfons Paquet(Frankfurt a. M.) Einlaßkarten in der Dietz-Buchhand- lung, Lindenstraße 2. die alte Wirtin persönlich, bietet Feierabend und schließt die Bude ab. Niemals mehr kann dort ein lustiges Atelierfest steigen. Denn obwohl mm wahrhaftig genug Schlimmes über Berliner Ateliers gesagt worden ist: sie scheinen trotz alle- dem eine seltsame Anziehungskraft zu haben, nach das ärmste Gelaß da oben haben scheinbar die Musen verklärt. In den lichten Höhen zwischen Himmel und Erde gibt es aber nur selten Eisbein und Sauerkohl. Kindererziehung mit prügeln Vater und Stiekmutter wegen Körperverletzung verurteilt Der Monteur G. und seine Freundin Fräulein% hatten sich gestern vor dem Landgericht III wegen gesährlicher Körperverletzung zu verantworten. Sie sollen den jetzt lljährigen Hans und den 10jährigen Reinhard monatelang in der brutalsten Meise gezüchkigt haben. Solange die Kinder bei der Mutter waren, hatten sie es gut. Die Ehe wurde aber geschieden, beide Teile sür schuldig erkannt, die Jungen, die älter als fi Jahre waren, dem Vater zugesprochen. Zweimal im Monat durfte die Mutter sie besuchen Seitdem aber Fräulein K. bei G. wohnte, trafen Mutter und Söhne im Jugendamt zusammen. Der Bater verdiente 60 Mark wöchentlich, sein- Freundin 190 Mark nionatlich, die Kinder kanten aber zur Schule mit zerrissenen Kleidern, cnt- weder ohne Hemd oder mit einem solchen, das vor Schmutz starrte: sie bettelten die Kinder um Frühstück an, machten einen elenden und verschüchterten Eindruck, und eines Tages entdeckte man an ihren Körpern blutunterlousene Striemen. Der Rektor Rieck von der 208. Volksschule in der Gotenburger Straße sah sich schließlich gezwungen das Jugendamt zu alarmieren. Die Kinder kamen vom Hause fort. Gegen den Vater und dessen Freundin wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Vor dem Richtcrtisch stand der 10jährige Rein hard,«in Dreikäsehoch, viel zu klein für seit: 'Alter. Ein lustiger Junge mit pfiffigen Augen, ein offener, kleiner Bursche, der sich nicht scheute, feine kleinen Sünden einzugestehen. Die grausige Wahrheit feine- und seines Bruders Martyrium jährigen fein ganzes Sündenregister vor. Kind- liche Unarten, die auch sonst von Jungen begangen werden. Die Vorhaltungen wurden vom Vater in einem Tone gemacht, daß der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Ohneforgc, mit kaum verhol- tener Entrüstung ausrief:„Haben Sie noch etwa? auf dem Gewissen,'was Sie dem Kleinen vorhalten wollen, und rechtfertigt das alles die'Art, wie Sie die Jungen geschlagen haben?" Rektor und Lehrer stellten beiden Jungen ein vortreff. liches Zeugnis aus. Die Zlngeklagten hatten Entlastungszeugen mitgebracht, alles gute Christen, die im Gegensatz zu den Zeugen aus der Weltlichen Schule den Eid unter Anrufung Gottes leisteten, den Rabenvater und dessen, Freundin aber in jeder Weise in Schutz nahmen. Das Gericht verurteilt« den 37jährigen K wegen fortgesetzter schwerer Körperverletzung an seinen beiden Söhnen zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, die 29jährifle K. wegen Körper- Verletzung zu 6 Monaten Gefängnis, G. wurde wegen Fluchtverdachts im Gerichtssaal verhaftet und in das Ilnlerfuchungsgefängnis abgeführt. erzählte er mit einer fast epischen Ruhe. Der Vater hat wegen jeder Kleinigkeit ge- prügelt, er hat gesagt, es gibt Dresche am Morgen, zu Mittag und am Abend. Besonders schlimm war es nach den Besuchen bei der Mutter. Da wollte er immer wissen, wovon ge- sprachen worden sei. Und wenn Reinhard und Hans nicht wußten, was zu sagen, da gab es Dresche— am Abend und am nächsten Morgen wieder. Und einmal rief der Vater:„Den Hund muß inan ausbaumeln." Er nahm einen Schuster- riemen, legte ihn um Reinhards Hals und hob ihn hoch. Am nächsten Morgen waren am Halse noch die Strangulationsmcrkinal« zu sehen. Ge- prügelt wurde mit eben diesem Schusterricmen, einem R o h r st o ck und dem sogenannten S i e- ben st riemen, einem Stock mit sieben Leder- riemen, entweder über die Hasen oder auf den nackten Körper. Je mehr man bettelte, desto ärger wurde geprügelt. So schilderte der Zehn- jährige in allen Einzelheiten, wie ihn der Vater mißhandelt, wie die zweite Mutter diesem dabei geholfen hat. Hans verweigerte feine Aussage. Was sagte aber der Vater? Nach der Aussage des Reinhard wurde er in den Saal wieder hereingeführt und einem 10jährigen Sohn gegenübergestellt. Er bc stritt, den Siebenstriemen zu besitzen, er habe die Jungen nur gezüchtigt, wenn sie es verdient haben, nie hatten sie Striemen von seinen Prü- gcln,«tag sein, daß man sie in der Schule blutig geschlagen hat. Und dann rechnet er dem Zehn- Wahl im Gtadtparlament Die Stadtverordnetenversammlung halt ihre erste Sigung im neuen Jahr am Donnerstag, dem 12. Januar 1933, ab. Die Beratungen be- ginnen um 16':i Uhr. In der Sitzung müssen auch der Stadtverordnetcnvarstcher und die drei Bor- stcherocrtreter neu gewählt werden. Ausstellungsjahr 1933 Zehn Ausstellungen Berlin wird im Jahre 1933 eine stattliche An- zahl Ausstellungen und Messen attf seinem großen Ausstellungsgelände am Kaiserdamm sehen. Unter den zehn bis jetzt festliegenden Veranstaltungen ragen insbesondere die große Automobil- und Motorradausstellung und die Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft hervor, Die letzte Automobilausstellung fand in Berlin im Februar 1931 statt. Es sind also zwei Jahre vergangen, und man rechnet ganz allgemein mit einer sehr starken Beschickung und mit einem großen Besuch. Die letzte Wanderausstellung der Deutschen Laichwirtschaftsgesellschast fand in Berlin im Jahre 1906 statt. Es sind also seitdem 27 Jahre vergangen. Für diese Ausstellung wer- den 5 00 000 bis 600 000 auswärtige Besucher erwartet. Da die Ausstellung selbst nur 9 Tage— und zwar vom 20. bis 28. Mai— stattfindet, wird sich der Besuch sehr stark zu- sammendrängen, so daß mit einem g e w a l t i- gen Verkehr auf dem Ausstellungs- g e l ä n d e gerechnet werden muß. Das Jahr 1933 wird außerdem sin I u b i- l ä u m i nt Ausstellungswesen bringen, und zwar die 10. Wiederkehr der Großen Deutschen Funkaus st ellung in Witz- leben. Wie wir hören, ist anläßlich der zehnten Wiederkehr eine besonders große Veranstaltung geplant, für die die Vorbereitungen bereits int Gange sind. Im übrigen finden folgende Per- anstaltungen statt: „Grüne Sport- und Tierzucht-Woche", verbun- den mit dem Internationalen Reit- und Fahr- turnier, vom 28. Januar bis 5. Februar:„Jntcr- nationale Automobil- und Motorrad-Ausstellung" vom 11. bis 23, Februar:„Fachmesse für Markthandel und Neuheiten" vom 18. bis 26. Februar: Ausstellung„Die Frau" vom 18. März bis 23. April:„11. Rcichs-Gastwirts- Mesie" vom 25. bis 31. März:„Große Berliner Wassersport- und Wochenend-Ausstellung" vom 30. März bis 9. April:„DLG.-Wanderausstellung" vom 20. bis 28. Mai:„Deutsche Gartenbau-Aus- stellung" vom 20. bis 28. Mai:„10. Große Deutsche Funkausstellung" im August: Ausstellung „Kamps den Gefahren" im Oktober. Eine klägliche Razi-Demonslrakion. Die für gestern abend angesetzte Demonstration der B e r- l i n e r SA. in dem Lu st garten wurde zu einer kläglichen Pleite für die faschistischen 5?or- den. Augenzeugen berichten, daß selbst von den Berliner Stürmen kaum über ein Viertel im Lust- garten angetreten war, Tatsache ist, daß schon um '49 Uhr, eine Stunde nach Beginn, der ganze Spuk sein Ende erreicht hatte. Um diese Zeit war der ganze Platz schon vollständig leer. Zivilbevöl- kerung war bei der so groß aufgemachten Kund- gcbung überhaupt nicht zu sehen. Je weniger Gefolge aber die nationalsozialistischen Schreier haben, desto größer reißen sie den Mund auf. Luskschuh und chemischer Krieg. Am Montag, 9. Januar, abends 8'A Uhr, spricht auf Vcran- lassung der Republikanischen Rcdnervereinigung der Chemiker Genosse Dr. pltil. P. im„Alten Askanier", Anhaltstr. 11, über„Der chemische Krieg" Mitglieder republikanischer Organisationen oder mit diesen Sympathisierende als Gäste er- wünscht. Anmeldungen zu den Rednerkursen der Republikanischen Rednervereinigttng am selben Abend. Der Hauswirt von Barcelona Konflikt in 180 Berliner Mietshäusern Vor«inigen Wochen erfolgten in den Ge- fchäftsräunien der„(! r>>n p a n i a c o m in e r- cial y bancoria" Häufervcrwaltiings-G. nr b. S). in Berlin 31. 58, Kopenhagener Str. 51, drei Verhaftungen. Unter dem dringen- den Verdacht, oie Mietzinsen zahlreicher Berliner Häuser ins Ausland verschoben zu haben, wurden die drei Geschäftsführer dieser spanischen Häuser- vcrwaltungsgesellschaft festgenommen. Der Vcr- dacht war so stark, daß der Vernehmungsrichler am 25. November lö32 Haftbefehl gegen die drei erließ und ihre Ueberfuhrung in das Moa- bitcr Untersuchungsgefängnis anordnete. Jeßt macht diese„Compania commercial q banraria" abermals von sich reden. Denn in- zwischen sind die Berliner 31!ietcr dieser spanischen Hausbesitzer zusammengetreten, um vorerst eine gründliche Renovierung der vernachlässigte» Häuser zu fordern. Diese Gesellschaft besitzt nämlich heute noch rund 18g 3Niethäuser in Berlin, die in Ler Inflation der Spanier Julio 3Retal aus Barcelona aufgekauft hatte. Zeitweilig waren dies sogar 200 Häuser, etwa 20 Bauten sind im. Laufe der Jahre wieder abgestoßen worden. Vor einiger Zeit oerlangte nun das zuständige Finanz- amt einen genauen Nachweis darüber, wohin die in Berlin vereinnahmten 3Nietgelder eigentlich flössen. Denn nach der Devisennotoerorünung müssen derartige Einnahmen, falls sie 200 Mark übersteigen, auf ein Spe rrkonto zugunsten des ausländischen Besitzers eingezahlt werden. Zudem kam auch noch die Zollfahndungsstelle, die Rechen- schast über einen strittigen Betrag von 200 000 M. forderte. Um ihre Geschäfte offenbar zu ver- schleiern, besitzt diese spanische Gesellschaft noch mehrere Tochtergesellschaften. Jedenfalls waren die undurchsichtigen Bositzverhältnisse zu guter Letzt unerträglich für die ZRieter, denn kamen sie mit irgendeiner Klage auf das Büro, dann wohn!« der Eigentümer immer in Barcelona. Wenn es aber umgekehrt hieß, gegen einzelne Mieter vor- zugehen, dann bestanden keine Zuständigkeitc- fragen mehr. Die ruttd 180 Häuser der Spanier liegen über ganz Berlin verstreut: Südosten, S ü d- roestcn, Norden, Schöneberg, Neukölln und Steglitz. Gering geschätzt hängen also etwa 0000 bis 10 000 Mieter mit ihren Woh- nungen von dieser Gesellschaft ab. Aber: in dem Haus W r a n g e l st r. 133 muß ein Mieter über sein Bett ein« Waschschüssel stellen, die den Regen auffängt. In der Lehderstr. 122 ist der Keller mit Balken abgesteift, werden die Balken weggenommen, sackt anscheineno das Haus nach. In der Mus kauer Str. 8— aus dem Südosten kommen überhaupt die meisten Beschwer- den— müssen 24 Mieter ein Klosett benutzen, ist dies verstopft, müssen sie«ine Treppe tiefer gehen, dann kommen dort aber rund 50 Personen aus ein Klosett. Eine Frau muß zudem ihren Brat- Tausend Kleintiere Für die Kleintierzüchter sind jetzt Tage von höchster Bedeutung. Finden doch in Berlin große Ausstellungen statt, die derart reich und mit so vorzüglichem 3Naterial beschickt sind, daß ein jeder, der die volkswirtschaftliche Bedeutung der Klein- ticrzucht richtig einschätzt, hocherfreut sein muß. Sind die Aussteller doch durchweg kleine Leute, die unter Mühen und von härtesten Sorgen be- drückt ihren Tierstand durchhalten. So stellt der Bezirksverband Charlottenburg- Tiergarten E. V. in Ahlerts Festsälen in Charlottenburg, Berliner Straße 88, aus. Durch diese Ausstellung zeigt er die innige Ver- bundenheit zwischen der Kleintierzucht und dein Kleingarten. Besitzen doch die Kleingärtner erst- klassigc Hühner, Tauben. Pulen, Enten, Fasanen und Kaninchen. Unter den Hühnern sieht man sowohl die Kolossalsiguren der Orpington wie die Miniaturgestalten der Zwerghühner. Die Puten, obwohl bei uns als Weihnachtsbroren nicht allzu oft verwandt, sind trotzdem beliebte Fleischiieferanten. Ueberdies sind sie fleißige Brüter, und inon benutzt sie zuweilen, um große Hühnerrassen ausbrüten zu lassen. Im Bürgergarten in Schöneberg, Hauptstr. 122/123, hingegen sind die Kaninchen unter sich. Sie werden in 702 Exemplaren von dem Verband der Kaninchenzüchter für die Provinz Brandenburg, Mit- glied des Bundes deutscher Kaninchenzüchter, aus- gestellt. Sieht man sich die Tiere an, weiß man: das Kaninchen ist nicht nur der Pelzlieferant der Gegenwart, es bleibt auch der Pelzlieferant der Zukunft. Die Kaninchen sind nämlich jetzt bald derart auf Fell gezüchtet, daß sie getrost mit jedem Edclpelz konkurrieren können. Da haben z. B. die Marburger Feh-Kaninchen Felle, als ob sie sich ihren Pelz vom echten russischen Eichhörnchen geliehen hätten. Das gleiche gilt auch vom Lux- Kaninchen, das man hier in der Mark Branden- bürg freilich fast nie zu sehen bekommt. Den Rex aber, den schärfste» Edelpelzkonkurrenten, züchtet man jetzt längere Haare an, die natürlich nicht so lang werden sollen wie die 10 Zentimeter langen der Angora-Kaninchen. Tragödie auf den Schienen Mutter und Kind totgefahren Am Sonnabend früh gegen drei Uhr beobachtete der Führer eines elektrischen Vorortzuges zwischen den Stationen R ö n t g e n t a l und Z e p e r- n i ck zwei leblose Körper. Als das Bahnpersonal die Strecke absuchte, fand man eine Frau und ein sechs bis sieben Zahre altes Kind tot auf. Eine Untersuchung ergab folgendes: Die Tote ist die 27 Jahre alte Minna Zimmermann mit ihrer sechs Jahre alten Tochter Elfriede. Minna Z. war in Riesa i. Sa. beschäftigt und wohnte bei ihrem Onkel. Wegen Arbeitsmangel hatte sie die Stellung vorübergehend aufgeben müssen. Während der Feiertage wollte sie nach Zossen kommen, um sich eine neue Stellung zu besorgen. Sie ist dort aber nicht eingetroffen. Vielmehr konnte man feststellen, daß sie zusammen mit deni Kinde in der Nacht zum vergangenen Freitag in einem Hotel in der Nähe des Anhalter Bahnhofs geschlafen hatte. Anscheinend ist die Unglückliche mit ihrem Töchterchen den ganzen Freitag umhergeirrt und hat sich dann auf der Stettiner Strecke vor einen Zug geworfen. ofen stützen, sonst fällt er heraus. Für das Haus C u v r y st r. 2 4 haben die Mieter eine Liste ver nötigsten Reparaturen zusammengestellt, die drei- einhalb eng beschriebene Seiten lang ist. Auch hier regnet es durch das Dach und auf dem Hof ist unlängst eine Frau in ein Loch gestürzt. Das sind nur vereinzelte Stichproben aus dem zu dicken Akten gehäuften Material. Dabei sind teilweise die Mieten außerordentlich hoch. Um nur ei» Beispiel zu nennen: In der Fischerstraßc, also im ältesten Berlin, kostet eine Stubc-u»d-Küche- Wohnung, vorn parterre, 41 Mark. Wie wir hören, laufen bereits Anzeigen wegen Miet- wuchers. Da sich die Mieter diese Zustände nicht länger gefallen lassen wollen, hatten sie am 21. Dezember eine Versammlung abgehalten, auf der fast alle Häuser dieser spanischen Gesellschaft durch einen Vertrauensniann vertreten waren. Man wählte hier einen engeren Ausschuß, der die Be- schwerden der Mieter zentral bearbeiten soll, da der einzelne Mieter gegenüber den Spaniern mit ihren Tochter- und Untergesellschaften mit Klagen nicht durchdringt. Wie dieser Ausschuß mitteilt, nehmen am kommenden Montag, den« g. Januar, abends 714 Uhr, die Mieter der „Campania commercial y bancaria" in einer Massenversammlung im großen Saal der Sophien- säle zu dem Verhalten ihres Hauswirts in Barce- lona Stellung. verzweifelt und er selbst behält wieder die Ware. Dann kann ja der Andere vielleicht mehr Glück damit haben, als er selbst. Warum soll er ihm also auch noch diese kleine Hoffnung nehmen? So rät er ihm nach bestem Wissen, macht ihm einen recht billigen Preis und packt ihm zum Schluß noch eine 3Nenge Schmöker gratis dazu ei». „So pleite und so pleite" meint der Mann. Er nimmt, was ihm die Käufer bieten, verlangt schon gar nicht mehr, bloß schnell will er zu Ende kommen. Das Geftöbere und Gefeilsche ist ihm eine Qual.„Ich inuß schnell machen, denn morgen kommt schon der neue Mieter, der Schuster, da muß alles weg sein" meint er. Und er räumt und packt weg und kassiert und legt vor. Er ist gar nicht so reckst bei der Sache, zählt nicht inal nach, ob das Geld stimmt, bloß schnell, schnell soll es gehen; er muh raus, wenn er auch noch nicht ein- mal weiß wohin... Die Bücherpleite Der kleine Geschäftsraum der L e i h b i b l i o- t h c k in einer stillen Seitenstraße des Berliner Ostens steht voll Menschen.„Det bin ich garnich jewohnt" meint der Mann hinter dein Pull, und mit wehmutsvoller Gebärde kratzt er sich den Kopf. „So Hütt es man vorher fein sollen, dann brauchte ich das Zeugs irich so verschleudern, und hält doch mein bißchen Existenz gehabt." Aber das Geschäft ging und ging nicht. Vor 11- Jahren hatte er es angefangen, als er aus dem Betrieb geflogen war. Damals waren des Mannes letzte Pfennige draufgegangen. Dabei hatte er nur die Anzahlung geleistet— mehr besaß er nicht. Das Andere wollte er dann vom„Verdienst" ab- stottern. Aber er hatte großes Pech. Da konnte er die Leihgebühr noch so sehr heruntersetzen, und der jugendlichen Kundschaft gar oft einen Busfalo Bill und Frank Allan gratis leihen, die Leser wurden stets weniger, statt mehr. Und wenn er seine Kundschaft begrüßte, und sie ans Lesen er- innerte, da meinte der Eine:„Ja, Mensch, jetzt mußte Bäcker werden, dann komm ich Wieda zu Dir, for Bücher reicht? nu»ich mehr." Das gleiche Lied in den verschiedensten Va- riationen sang ihm ein Jeder vor, nun ist auch er samt seiner Bücherweisheit zu Ende. So macht er Ausverkauf. Jetzt hat er alle Hände voll zu tun. In den Stellagen kramen, Fragen beant- warten, Preise nennen. Da kommt Einer, der will mit dem Bücher- wagen sein Heil oersuchen und sich hier so billig wie möglich eindecken. Der will nun eine Unmenge von Fragen beantwortet haben. Ob solch eine Existenz aussichtsreich ist? Was man am meisten verlangt wird? Wie hoch, oder besser gesagt, niedrig man die Preise halten soll und noch vieles andere. Was soll er dem Fragenden nun ant- warten? Soll er ihm abraten, dann ist der Andere In wenig Worten In Alt-Biesdorf wurde der 72jährige Pensionär August G a i g a l a t aus Biesdorf von einem Privatauto überfahren und schwer verletzt. Der Greis wurde ins St.-Antonius- Krankenhaus übergeführt, wo er einige Stunden nach seiner Einliescrung an den Folgen eines doppelten Schädelbruchs gestorben ist. Die Berliner Postbeamtin Charlotte L., die sich im November vorigen Jahres in selbstmörderischer Absicht von der Plattform des Berliner Funkturms aus in die Tiefe gestürzt hatte und lebensgefährlich verletzt wurde, konnte durch ärztliche Kunst gerettet werden. Die Knochen- brüche find sämtlich geheilt. Die Beamtin wird auf ihren Arbeitsplatz zurückkehren. In dem Dorfe Görden(Kreis Liebenwerda) hat sich ein trauriges Ereignis abgespielt. Die Frau des dortigen'staatlichen Revierförsters Herzberg hat ihr achtjähriges Töchterchen und dann sich s e l b st durch Schüsse in den Kopf getötet. ie Ein frecher Banditenstreich wurde in G ö g> gingen bei Augsburg ausgeführt. In der Nacht zum 6. Januar verübte eine dreiköpfige Ein- brecherbande einen R a u b ü b e r f a l l auf das Verwaltungsgebäude der Lebeg(Lebensmittel- Einkaufsgenossenschaft) im ehemaligen Artillerie- depot Göggingen. Der Wächter, ein einarmiger Kriegsinvalide, wurde niedergeschlagen, gefesselt und geknebelt. Dann durchschnitten die Täter die Fernsprechleitung, drangen in den Kassenraum ein und nahmen die lediglich in Schubladen ver- wahrten Barbeträge in Höhe von 12 000 Mark an sich. * Das Feuer auf dem Wrack der„L' A t l a n- t i q u e", das jetzt im Hafen von Cherbourg liegt, dauerte am Sonnabend im Schiffsinnern noch an. Besonders aus dem Mittel- und Vorder- schiff drangen noch dicke Rauchschwaden. Wenn sämtliche Brandherde erstickt sind und das einge- drungene Wasser ausgepumpt ist, soll festgestellt werden, ob das Wrack in das Trockendock von Cherbourg gebracht werden kann. Am Sonnabend in den späten Abendstunden treffen 1000 junge Holländerinnen vom Gral in Berlin ein, die zusammen mit den in Berlin zur gleichen Organisation gehörigen jungen Mädchen am Sonntagabend ein großes religiöses Massenmysterienspiel im Sportpalast aufführen. 1 9Us wahrer Tleifer für wirtschaftlich Bedrängte erweist sich aADSSL'5 �9 Inventur- Verkauf. Dieunvergleichüche Billigkeit unserer hochwertigen Qualitätswaren ermöglicht es Jedem, sich für das ganze Jahr mit moderner Kleidung zu versorgen. Auch die vielen Tausende, die im Gedränge der ersten Woche keine Zeit zum Aussuchen fanden, können noch von der unerschöpflichen Auswahl unserer Riesenläger Nutzen ziehen. Darum noch einmal: AUF ZU GADIEL! BEGINN 2. JANUAR Ein Riesenposten sommerlicher Gesellschafts- u. 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Die„Neue W e l t" in der Hai enhei.de, die im Aorjahre ihr SUjähriges Bestehen seiern tonnte, ließ alljährlich den Bock „ausstoßen", begeht also jegt die 51. Saison. Für Arnold Schal,;, der den Betrieb leitet, ist es die einunddreißigste... Ostpreußen stellt aus Jm Zentralinstitut sür Erziehung und U n t er r i ch t in der Potsdamer Straße wird heute eine Ausstellung unter dem Motto:„Ostpreußen, was es leidet, was es leistet" eröffnet werden. Bei einer Vorbesichtigung wurde man von den Ausstellern, dem Reichsoerband der Heimattreuen Ost- und Westprcußen, durch die. übersichtlich angeordneten Stände geführt, die in bescheidener, aber eindrucksvoller Weife die Sonderlage Ostpreußens im Deutschen Reiche hervorheben. Auf besonders wertvollem Karten- und An- schauungsmaterial ersieht man die Tatsache, daß Ostpreußen heute durch den polnischen Korridor wirtschaftlich und verkehrstechnisch abgeschlossen ist und der besonderen Fürsorge durch das übrige Deutschland bedarf. Die Lage der Landwirtschaft, als dem vorwiegenden Wirtschaftszweig in Ost- preußen, wird in einer abgeschlossenen Abteilung aufgezeigt. Nach dieser Darstellung bemühen sich die ostpreuhischen Landwirte insbesondere, Quali- tatserzeugnisse herzustellen, die den ausländischen Produkten ebenbürtig sind. Interessant ist, daß von 1928 bis 1931 2036 Zwangsversteigerungen vorgenommen wurden, trotz aller Osthilfe und Pergünstigung durch Frachtermäßigung. Noch immer gibt es in Ostpreußen 28,6 Proz. aus- gesprochenen Großgrundbesitz, der nur wenig Leute ernähren kann. Dementsprechend ist die Abwanderung aus Ostpreußen mit 6 Proz. am stärksten von ganz Deutschland, während aus den bäuerlichen Distrikten Westsalens nur 0,34 Proz. abwandern. Im übrigen wird in der Ausstellung Ostpreußen in Bildern und Gemälden als schönes Reise- land geschildert, das auf verstärkten Verkehr gerade aus der Reichshauptstadt rechnen darf. Im Laufe der'Ausstellungstage werden Vorträge und Filmvorführungen gezeigt werden, die das Ver- ftandnis erhöhen sollen. Nazischützen in Lichtenberg Was tut die Polizei? Aus Lichtenberg wird uns mitgeteilt: In Lichtenberg, in der S o p h i e n st r a ß e 7, Ecke Eitel st raße, wohnt der Genosse und Reichs- bannerkamerad Grams. In der Nähe seiner Wohnung liegt ein Verkehrslokal der Lichten- b e r g e r SA. Genosse Grams ist ein sehr rühriger Reichsbannermann und wurde deshalb oft von den Nationalsozialisten, wenn er:n Uniform seine Wohnung verließ oder wieder be- trat, gesehe». In der Nacht vom 1. zum 2. Januar ist nun in die Nachbarwohnung von Grams, von der Straße aus geschossen worden. Aus einer 9-Millimeter-Pistolc wurden acht Schuß gelöst. In der Nacht vom 5. zum 6., zum Freitag, wiederholte sich das gleiche mit dem Ziel auf die richtige Wohnung. Vier Tage vorher hat offensichtlich eine Verwechslung vor- gelegen. Die Schüsse schlugen unmittelbar über dem Belt des Genossen Grams ein. Wieder waren acht Schüsse, diesmal aber aus einer 7PS-Milli- meter-Pistole, abgegeben worden. Der Regulator über dem Bett war vollkommen cntzweigeschossen und für die Präzision der Schüsse spricht, daß sechs Einschußftclle» aus einem Handteller Platz haben. Die Lichtenberger Genossen und Reichsbanner- kameraden erwarten, daß durch die Polizei endlich im Naziheim in der Eitelstroße eine genaue Kon- «rolle durchgeführr werde. Sie sind sich bewußt, daß heute wahrscheinlich eine Durchsuchung»ach Waffen, die lange vorher und überraschend Härte erfolgen müssen, vergeblich sein würde. * Di« Strafkammer des Landgerichts III unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Beringer ver- warf die Berufung der Angeklagten Richard S p i e k e r in a n n und Ferdinand Spiekermanu, die wegen versuchten Betruges angeklagt waren. Bloß der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte blieb Ferdinand Spiekermann diesmal erspart. Dem Angeklagten Richard Spiekcrmann wurde eine Bewährungsfrist zugebilligt. In der Urteilsbegründung hieß es u. a., daß von einer Einstellung des Verfahrens auf Grund der Amnestie keine Rede sein könne, da die strafbare Handlung durchaus nicht aus Not begangen sei. Der Angeklagte Richard Spieker- mann habe, wenn auch ein großer Teil des Ver- mögens der Kinder gebunden war. von den Zinsen sich und seine Familie gut ernähren können. Hätte der Staatsanwalt gleichfalls gegen das Urteil erster Instanz Berufung eingelegt, so hätte die Berufungskammer aller Wahrscheinlichkeit nach es nicht bei den zwei Monaten Gefängnis belassen, sondern hätte die Strafe erhöht. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Trocken, meist wolkig, Temperaturen wenig verändert, mähige südwestliche Winde.— 3n Deutschland: Im größten Teile Deutschlands trockenes und noch ziemlich mildes Wetter, nur im Nordwesten später leichte Niederschläge. Line Besichtigung des Flugplatzes 3ohannisthal und des Flugplah-INuseums veranstaltet am Sonntag, dem 8. Januar d. I., das Volks- bildungsamt Treptow. Treffpunkt am Bahnhof 'Adlershof unter der Bahnunterführung an der Rudower Chaussee um lOM Uhr. Es wird ein Entgelt von 0,20 M., bei Erwerbslosen gegen Vor- zeigung der Stempelkarte 0,10 M. erhoben. Vor- herige Anmeldung ist nicht erforderlich. Kleist-Schule und Film- und Lichtbildamt der Stadt Berlin. Im Rahmen der Führung„Rund ums Rathaus", die das Bezirksamt Schöneberg seit Jahren�veranstaltet, werden die Einrichtungen der Kleist-Schule und des Film- und Lichtbild- amtes, Levetzowstraße 1/5, am Sonntag, dem 8. Januar 1933, besichtigt werden. Treffen um 10 Uhr am Eingang der Schule. Teilnahme 23 Pf. Erwerbslose erhalten Freikarten im Volks- bildungsamt Schöneberg, Rathaus Friedenau, Zimmer 79. Vorverkauf: Buchhandlung Dobber- tin, Hauptstraße 140. Eine Besichtigung des Osram-tichthauses ver- anstaltet das Volksbildungsamt Trep- t o w am Mittwoch, dem 18. Januar d. I. Treff- punkt Berlin, am Warschauer Platz 11/12 Ecke Rotherstraße, abends 8 Uhr. Die Besichtigung ist kostenlos, Voranmeldung ist nicht erforderlich. Vierzigjähriges Diensljubiläum. Am Sonntag, dem 8. Januar 1933, ist der Bürstenmacher Herr Oskar F a b e r, Neukölln, Walterstr. 22, 40 Jahre ununterbrochen bei der Firma M. Pfennig, Bernburger Str. 24/25, beschäftigt. Seinen 70. Geburtstag begeht am Mittwoch. dem 11. Januar, Genosse Robert Meister, Köllnische Str. 68 in Berlin-Niederschöneweide. Genosse Meister gehört der Partei seit 1887 an. Briefkasten «. B. Nach Der gesetzlichen Regelung ist der gesamte Wasserverbrauch des Hauses aus die Mieter nach dem Verhältnis der reinen Zriebensmiet« umzulegen. Durch diese.'lrt der gesetzlichen Regelung ist ein« gleichmätzige Verteilung aus die einzelnen Mieter bzw. Wohnungen qcmährlcisiet.— Miisstc. Die Kirchensteuern sind noch bis zum ZI. März IM» zu entrichten.—». M. Ihre Frage ist gesetzlich nicht geregelt. Die sogenannten„Kann- Leistungen" aber tönnc» auch Ihnen gewährt werden. Degen Sic sich daher mit dem hiesiaen Versorgungsamt in Verbindung.—. M. 4. I. Die Bewilligung der Bei- bilfen eriolgt durch die BezirlswohlsahrlsäuUer. Z. Än das Wohnungsamt. Die leerstehende» oder frerwerdenden Wohnungen werden in einem„Aushang-' belanntgegeben. Die eZuweiiuna non Wohnungen erfolgt jetzt nur noch in besonders trah liegenden Fällen von Wohnunaslosig- keit. � W. 1. Nein. Z. Ja. l>. Nur bis»um Ztz. Januar ISZä.- A. s. 20. Ja, weil Ihr Iahreseinlommen mehr als 900 RM. beträgt. Wieder„Bockbierfest" Als vor 101 Jahren der Süddeutsche Leonhard Hopf im Berliner ilreuzbergoiertel ein Starkbier „nach Bolirischcr'Art" herstellte und damit die Grundlage für die in den ersten drei Monaten eines jeden Jahres stattfindenden„Bockbiersaisvn" schuf, ahnte er gewiß nicht, daß in allernächster Eleftrowerk aus Lokomotive Verbesserte Beleuchtung der Vorort-Dampf züge Fast alle Berliner Vorortbahnen sind heute schon elektriflziert. Bald wird auch die alle Strecke nach Wannsee zur Freude aller im Westen woh- »enden Berliner als„S-Bahn" verkehren und damit den Weg vom Zentrum der Weltstadt in diese Außenbezirke erheblich verkürzen. Neben der schnellen Ueberwindung der Entfernung wird auch die helle und sreuudliche elektrische Beleuch- hing dieser modernen Schnellbahnzüge als etwas sehr Angenehmes empfunden. In solchen Fällen wird man mit Recht den technische» Forlschritt preisen können, an dem in der Zeit der größten Krise, die die Well jemals erlebte, zum Teil nicht ohne Grund, erheblich gezweifelt wird. Eine der wichtigsten Strecken, deren Elektrisi- zierung hoffentlich auch nicht mehr allzulange auf sich warten läßt, führt vom Görlitzer Bahn- Hof nach Königswusterhausen. Hier herrscht noch der„gute, alle" Dampfbetrieb. Wer an den Fortschritt der elektrischen Züge gewöhnt ist, kann hier den großen linterschied zwischen dem Gestern und Heute empfinden. So wie hier wurden die Reisenden bis vor kurzem überall in Berlin auf den Strecken des Nahverkehrs befördert. Die engen Abteile waren meist schlecht beleuchtet, so daß man im Hall'dunkel sich die Augen verderben konnte, wenn man etwa auf den tollkühnen Ge- danken kam, die Zeit durch Losen abkürzen zu wallen. Bon den anderen Mängeln dieser alten Wagen wollen wir weiter gar nicht reden. Seit einiger Zeit wird aber auch an der Be- Hebung dieses im Zeitalter der Elektrizität als rückständig empfundenen Zustnndes gearbeitet. Die Beleuchtung dieser Züge wird einer erheblichen und begrüßenswerte» Besserung unterzogen. In einigen Zügen wurden nämlich elektrische Lampen eingebaut, die die Abteile hell und jreundlich beleuchten. Woher kommt dieses Licht auf einer Dampfbahn? Auf diese Frage wissen die meisten, im allgemeinen angenehm über- raschten Fahrgäste keine Antwort zu geben. Man traut den Ingenieuren eben alles zu. Wie sie es machen, dos ist nach Meinung mancher Zeitge- nassen eben ihre Sache. Die Lösung des Rätsels gibt für viele eine kleine »eberrafchung: Auf der Lokomotive ist direkt hinter dem Schornstein oben auf dem Kessel e i n kleines Elektrizitätswerk eingebaut. Eine kleine Turbine, die mit einer Dynamoma- schine verbunden ist, und deren lustiges Schnurren man hören kann, wenn ein solcher Zug aus dem Bahnhof hält. Und wer noch genauer hinsieht, der entdeckt, daß auch die Laternen der Lokomo- tive elekrtisch sind, und daß am Führerhaus in gelber Schrift die unscheinbaren Worte zu losen sind, daß die elektrische Beleuchtung von einem Generator besorgt wird, der bei einer Spannung von 60 Volt eine Stromstärke von 80 Ampere ab- gibt. Nun wird ein ganz Schlauer sagen:„Ja aber, wenn die Lokomotive abgehängt wird, dann is et zappendüster!" Der gan,; Schlau« hat Recht: Es wäre völlig„duster", wenn nicht im Pack- wagen eine Batterie eingebaut wäre, die van dem kleinen Elektrizitätswerk aufgeladen wird und die Lichwersorgung während des Lokomotivwechjels übernehmen kann.„'Ach so", sagt der Schlaue und ireut sich, daß er mit seinem Einwand richtig getippt hatte, lind die Fahrgäste nicken zustim- mend und sreuen sich auch, daß die Reichsbabu dem Osten wenigstens einen kleinen Elektrizitats- ersatz gegeben hat, der immerhin als Vorschuß auf die Vollelektrifizierung bewertet werden kann. Wieder prangen sämtliche Säle im Schmuck der bayerischen Berge. So Berchtesgaden mit dem Watzmann und die Arbeitsstätte der Geigenbauer: Mittenwaid. Münchener Kellnerinnen bedienen. Sechs Kapellen spielen zur Unterhaltung und zum Tanze aus. Und als„Einlage" gibt es Jodler, Schnadahüpscln mit'Alpenglühen und Donner und Blitz. Zwischendurch braten am Rost ganze Schweine: wer noch über Kleingeld verfügi, der kann für 80 Pf. eine saftige Portion erstehen. 'Auch sonst ist für allerlei Kurzweil Sorge getragen. Todiels Innentur-Bertaus! Dieser Ras, unterstütz! durch große, in ihrer Eigenart sofort auffallende Zeitungs- anzeigen, hat auch diesmal feine zwingende Macht ln- wiesen. Gewaltige Scharen tauffreudiger Damen strömten ununterbrochen in die beiden weitgeöffneten Eingänge der Königstr. 22—26. In drei riesigen Stockwerken, über mehrere Häuser hinweg, sind die unzähligen Waren auf- gebaut. Eine unübersehbare Menge eleganter Schränke und Gestelle laden zur Besichtigung und zum Kaufen ein; die überall sichtbaren Preise und Größen erleichtern die Wahl. Die überaus stark herabgesetzten Preise der guten Qualitätswaren erleichtern den Entschluß zu laufen, da minderwertige Gegenstände überhaupt nicht geführt werden. Niemand braucht zu befürchten, der in der nächsten Woche Gadiel.„Das Haus für große Weiten", aufsucht, daß er an gelichtete und„ausgesuchte" Waren kommt; die unerschöpfliche-Ausmahl, welche die Firma mit Recht als ihr Kennzeichen betrachtet, wird jeden Ge- schmack und jede erdenkliche Figur zufriedenstellen. „Fasching im Haus Vaterland". Um seinen Gästen wieder etwas Neues zu bieten, beginnt„Haus Pater- land" am 7. Januar mit seinem Fasching. Das festlich geschmückte Haus steht unter dem Motto„Eine ober- apcrischc Bauernkirchweih". Zur Belustigung der Gäste sind Schießbuden usw. aufgebaut, ferner finden Maibaum- Klettern und Würstlbraten statt. Daß ein großer Menschenstrom von morgens bis abends jedoch sich in ein Haus hineinwälzt, in welchem nur hoch- wertige-Artikel zu kaufen sind, ist ein seltenes Bild, das man bei der Firma Teppich-Bursch, Berlin S. 2, Spandaucr Straße 32, Deutschlands größtem SpezialHaus für Teppiche, Gardinen und Möbelstoffe nun schon während der sechs ersten Inventur-Berkaufstagc beobachten konnte. Wie außergewöhnlich müssen die-Angebote sein, daß eine solche Riesenzahl von Interessenten dem Ruf einer Firma folgt, die nicht Artikel von Pfennigwerten bringt, sondern bei der es Boraussetzung ist, daß es sich um hoch. wertige und immerhin wertvolle Dinge handelt. Das Resultat der Inventur-Berkaufsveranstaltung der Firma Teppich-Bursch war in dieser ersten Woche außergewöhn- lich und überragend in seinen Ausmaßen und in seinem Erfolg. Die letzte Woche, ö Tage noch, können die hoch- wertiaen Qualitätswaren der Firma Teppich-Bursch zu den Wunderpreiscn gekauft werden. LportmoctaU, Kasel- nuss ßoxcalf, mit braun Boxcalf kombiniert,� eignes Fabrikat Berlins grösstes Schuh- und Strumpfhaus «alOOOOO Modell- und Restpaare bis 750/o herabgesetzt WERTHEIM Wir bringen in diesem Inventur-Verkauf große Warenmengen zu außerordentlich herabgesetzten Preisen sowie viele Gelegenheitsposten Inveniur- Verkauf Beginn 2. Jannar 5Q billicf wie noch nie Wdß m, kl. Fehlern Sauciere.......-.65 Kaffeckanne....-.&£ Teekanne......-.§5 Ragoufschüssel..-.95 Terrine........ 1.S5 Bunt Tasse%*rk...".35 Gießer......".35 Salaficre..-.70-.60 Tortenplatte«. m cm*. 4� Satz Salats 6tig.".43 Obstservice 71-11«--".95 S Teil.........-W.OIP Porzellan Desertf eller 19 cm".13 Teller tief oder flach..".45 Tasse dann....." 43 Butterdose....."»45 Platte rund, 34 cm.■ Sauciere....-.so".STO Ragoutschüssel.",90 Steingut mit kL Fehlern Dessertteller dum".44 Tasse Handmalerei.".33 Vase......... 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Januar, Aunktionärinnensitzung bei Naisch, Ka. diner Straße 10. Alle Funktionärinnen, auch die der Betriebe, sind ein. geladen. 13. Kreis. Donnerstag, 12. Januar. Funktionarinnensißung bei Görlitz. 6. Abt. Wegen der Kundgebung wird der Frauenabend vom 9. auf den ni. Januar verschoben. 16. Abt. Dienstag, 10. Januar, bei Krüger. Husstienstr..34, Lichtbildervortrag der Genossin Erika Riedel:..�.ille". 33. Abt. Unsere Arbeitsgemeinschaft fällt wegen der Kundgebung am Montag aus und wird auf den 16. Januar verschoben. 46. Abt. Alle Genossinnen treffen sich zur Frauenkundgebung im Saalbau Friedrichshain am Montag Hochbahn Schlesisches Tor. Abmarsch 18';. Uhr. T8. Abt. Mittwoch, 11. Januar, 20 Uhr, bei Schmidt, Ebersstr. 18, Frauen.- abend. Wahl. fco. Abt. Montag. 9. Januar, bei Pommerening, Berliner Str. 100, Be. sprechung der Arbeit im neuen Jahr. 98. Abt. Montag, den 9. Januar, 20 Uhr, bei Teich. Knesebeckstr. 13.3, Ecke Vendastraße.„Eine Stunde mit Schallplatte und Buch". Vortragende Genossin Schinz. Stellungnahme zur Neuwahl der Franc nie iterin. 99. Abt. Dienstag, 10. Januar, beteiligen sich die Genossinnen an der Ver anstaltnng der Kinderfreunde im Keller Hannemannstr. 40. Dr. Kurt Burg spricht über„Sexuelle Entwicklung des Rindes". »9,i. Abt. Alle Genossinnen treffen sich zur Frauenknndgebung Montag. 18 Uhr. am Wäldchen. 104. Abt. Alle Genossinnen treffen sich am Montag, 18.43 Uhr, Bahnhof Ricderschöncweide.zur Frauenkundgebung. 105. Abt. Dienstag. 10. Januar, 20 Uhr, bei Katerbaum, Sedanstraße 3, „Ernstes und Heiteres aus der Ichöncn Literatur". Vortragender Henry Reiff. 108. und 108-1. Abt. Montag, 9. Januar, beteiligen wir uns an der Protest- kundgebuna im Saalbau Friedrichshain. Treffpunkt 18': Uhr am Bahnhof Köpenick. Bringt snnipathisiercnde Frauen mit. 110. Abt. Montag, 9. Januar, treffen sich die Genossinnen um 17'. Uhr am Bahnhof Grünau zur Abfahrt zur Frauenkundgebung im Saalbau Fried- ridishain. 136. Abt. Donnerstag. 12. Januar, 20 Uhr, Helferinnensitzung in der Baracke Lindaucr Straße. 140. Abt. Montag, 9. Januar, bei Möbius. Ernst Ecke Drostestraßc. Ren- i wähl IWSoziaiistWeArbeiterWendGroß-Berlm Einsendungen tür diese Rubrik nur an das öugends-kretariai Berlin SW 68 Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts Abteilungsleiter! Gebt sofort den Berickitsbogen vom Quartal ab. Proletarisches Orchester de? SAX Heute, pünktlich 14 Uhr, Streichrrprobc im Heim Lindenstr. 4. v. l, pünktlich 16 Uhr Iahrcsmitgliederversammlung. heute, Sonntag. 8. Januar: Falkplatz II: Sonnenburger Str. 20. Heimabend. Humor. Tanz.— Hohen. schonhauscn: 17 Uhr Heiinabend in der Hauptstr. 44.- Kottbusser Tor: 17 Uhr Heimabend in der Urdanstr. 167.— Südwest: 9'.. Uhr Funttionärversammlung in der Lindenstr. 4. Abends Beteiligung an der Veranstaltung der Gruppe Kottbusser Tor.— Steglitz l: Albrechtstr. 47. 19 Uhr Bunter Abend.— Reu- kölln IV: 19'� Uhr Kanner Straße Heimabend ohne Rahmen.— Neukölln vil: KÄS. Aus dem Leben eines Kumpels.— Schöneweide X: 9 Uhr Jahresversammlung.— Friedrichshagcn: Friedrichstr. 87. Rückblick auf das Iahr 1932. — Lichtcnberg-Rord: Treffpunkt zum Besuch des Werbebezirtsheimabends um 17 Uhr Bahnhof Lichtenberg-Friedrichsfelde.— Dermsdorf: Roonstraße. 9 Uhr Lahresmitgliederversammlung.— Wittenau: Besuch des Tegeler Heimabends. Äerbebezirk Wedding: 10 Uhr Heimabende Turiner Ecke Seestraßc und Willdenvwstr. 3. Vorsitzendenkonfcrenz Schönstedtstr. 1. Werbebezirk Prenzlauer Berg:.19i� Uhr„Volkslied, Songs und Schlager" mit Gen. Kestenberg. Altersheim, Danziger Str. 62. Unkostenbeitrag 3 Pf., Erwerbslose frei. Aelterenkursus Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr, Schule Danziger Str. 23. Der sozialistische Umbau der Wirtschaft. Referent: Genosse Dr. A. Braunthal. Fortsetzung des Lüngercnkursus„Drache Marxismus" cbcndort. Werbebezirk Osten: Heimabend von 18—22 Uhr Litauer Str. 18. Ab 20 Uhr Schallplattcn, Kabarett. Musik, Songs:„Vom Gegner". Wcrdebezirk Neukölln:„Der Querschnitt" probt pünktlich 8� Uhr Bergstraße 29 Äerbebezirk Obcrspree: 13 Uhr Delegiertenkonferenz in Qbcrschönewcidc. Lausener Slr. 2. Erich Schmidt spricht über„F. A. D. und Arbeitsdienst- Pflicht". 19 Uhr ebcndort: Lustiger Abend mit Puggi Muck. Werbebezirk Lichtenberg: 19 Uhr Heimabend. Gute Bücher.— Gute Schall- platten. Heim Karlshorst, Treskowallce 44. 18 14 Uhr ebendort Borstandssitzung. Morgen, Montag. 9. Januar, 20 Uhr: Hansa: Bochnmcr Str. 8b. Lahresmitgliederversammlung.— Moabit I: Waldenserstr. 20. Reichstagssitzung.- Moabit ll: Besuch der Gruppe 1.— Sportpalast: Genthiner Str. 17. Lustiger Abend mit Schallplatten.— Arns- walder Platz II: Echönlanker Str. 11, Baracke 3. Verdirbt Politik den Eharakter? — Faltplatz>: Sonnenburger Str. 20. Reue Bücher.— Falkplatz II: Sonnen- burger Str. 20. Lugend vor dem Strafrichter.— Humannplatz: Gleimstr. 33—33. Proletarische und bürgerliche Lugendorganisationcn.— Schönhauser Vorstadt: Sonnenburger Str. 20. Kampfliederabend.— Stralaucr Viertel: Goßlerstr. 61. Kampfliederabend.— Kottbusser Tor: Urbanstr. 167. Brettspielabend.— Luisen' stadt: Wassertorstr. 4. Heinrich Zille.— Lharlottenburg-Süd: Svreestr. 30. Arbeitsgemeinschaft.— Baumschnlenweg: Ernstste. 16. Brettspiclabend.— Lohannisthel: Rathaus. Tagespolitik.— Fricdrichsfcldc: Gunterstr. 44. Sexuelle Fragen.— Karlshorst: Treskowallec 44. Lnternationaler Faschismus.- Tegel, Freie Scholle: Egidystr. 9. Bunter Abend.- Pankow sll... bis 21'.. Uhr läuft unser Fotokursns im Jugendheim Gewerkschaftshaus, Engelufer 24— 23. Es wird der Foto- apparat behandelt. - �uoenvoruppe des �entralverbandes der Anaestetlien Morgen, Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Wedding: � Wir besuchen die Versammlung des Werbebczirks.- Nordost H: Lugendheim Echönlanker Str. 11. Eine Stunde politisches.Kabarett. Vor- tragender: Theo Maret.— Weißensee: Lugendheim Pistoriusstr. 24. Das Pro- gramm wird auf der Veranstaltung bekanntgegeben.— Urban: Lugendhenn Hobrecht- Ecke Sanderstraßc. Der fliegende Holländer erzählt.(Die schönsten Flecken der Erde.)— Die Freie Angestelltenbank e. G. m. b. H. tagt heute von 19! 7— 22 Uhr im Verbandshaus, Hedcmannstr. 12.— Wir haben eine Gemein- fchaft für moderne Festgestaltung gebildet. Die Ucbungsabendc finden ständig Freitags, von 20—22 Uhr, in der Turnhalle. Schänlanker Str. 1t, statt. Lntc?- cssierte Mitglieder werden gebeten, sich noch in dieser Woche im Lugendsekretariat zwecks Teilnahme an der Gemeinschaft zu melden. SPD.-Fraktion der Werkmeister, Gclderheber und Werkstattschreiber der städtischen Gaswerke A.-G. Montag, 9. Lannar, 19 Uhr. Fraktionssitzung in Böckers Festsälen. Wcbcrstr. 17. Stellung der Gewerkschaften und Partei zum Kabinett Schleicher. Referent: Siegfried Leo. Parteimitgliedsbuch gilt als Ausweis. SPD.-Fraktion der erwerbslosen graphischen Hilfsarbeiter. Montag. 9. La- nuar, I2v»» Uhr, Fraktionsocrsammlung bei Denz, Wassertorstr. 27. Die soziale Gesetzgebung einst und jetzt. Refcrentin: Paula Kurgaß. SPD.-Betriebsfraktion beim Afchinger-Konzern. Dienstag, 10. Lannar, 19 Uhr. im Sitzungssaal des Nahrungsmittel, und Getränkearbeiter-Berbandes, Reue Schönhauser Str. 4— 3, Fraktionsversammlung. Tagesordnung: 1. Wahl. 2. Stellungnahme zur Betriebsratswahl. 3. Verschiedenes. Ausweis ist mit- zubringen. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". G e i ch ä f t s st e! l e: Berlin S. 14. Sebastionstr. 87—38. Hof 2 Tr. Mitte(Lungba). Montag. 9. Lannar, 20 Uhr. Bollversammlung und Renwahl im Lugendheim Tieckstr. 18.— Tiergarten. 1. Käme- radschaft. Montag, 9. Lannar, 20 Uhr, Lahresversammlung bei Schmidt, Wir- lefstr. 17. Bunbeskleidunq. Buchkontrolle.-- 2. Kameradschaft. Montag, 9. Januar, 20 Uhr, Jahresversammlung bei Besse!, Bremer Str. 48. Bundeskleiduug. Buchkontrolle.— Prenzlauer Berg. Tambourkapelle. Montag, 9. Januar, 20 Uhr. Uebungsstunde im Altersheim. Luiigba. Dienstag, 10. Lannar, Zu- sammenkunft an bekannter Stelle. Friedrichshain tQrtsverein). Saalschutz zu der Frauenprotestkundgcbung der SPD. am Montag, dem 9. Lannar, 19U Uhr, im großen Saal des Saalbaues Friedrichshain. Vortrupp. Mitt- woch, 11. Januar, 19% Uhr, Jugendheim Eberl nstr. 12. Kameradschaft Andreas. Unser Kamerad Herbert Sturm ist plötzlich verstorben. Ehre feinem Andenken. Einäscherung Dienstag, 10. Lannar. Antreten aller Kameraden 12'4 Uhr bei Lordan, Köppenstraßc.— Zehlendorf lQrtsverein). Dienstag, 10. Lanuar, 20 Uhr, Lahreshauptversammlung bei Schneider, Zehlcndorf, Potsdamer Str. 23. Tagesordnung: l. Neuaufnahmen. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Aussprache und Entlastung des Vorstandes. 4. Neuwahl. 3. Anträge und Delegicrtenwahl zur Bundesgeneralversammlung. 6. Verschiedenes. Mitgliedsbuchkontrollc.— Schönebcrg-Friedcnau. Kameradschaft Rollcndorf. Montag, 9. Lanuar, 2'!'. Ubr, Kameradschaftsversanimlung bei Kaulitz. Kpffhäuserstr. 8. Ecke Frankelistratze. Referent: Kamerad Max Reinhrimer l Redakteur des Alarm). Thema: Was wird uns das Lahr 1933 bringen?~ Neukölln-Britz. 1. Kameradschaft. Montag, 9. Januar, Mitgliederversammlungen: Zug 1 um 19>.. Uhr bei Laeckh, Höbrecht- Ecke Sanderstraßc. Zug 2 um 20 Uhr bei Düben. Fulda- Ecke Weserstraße. Unser langjähriger Kamerad Franz Hörmann<1. Kameradschaft» ist am 3. Laiiuar verstörben. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 10. Lannar. 13>. Uhr, auf dem Jerusalem« Kirchhof, Hermannstraße Ecke Grüner Weg, statt. Beteiligung aller dienstfreien Käme- raden ist Ehrenpflicht.— Pankow l Ortsverein). Montag, 9. Lannar, 19'.. Uhr, Antreten in gewohnter Turnhalle gemäß Einteilung.— Aassersportabteilung. Kameradschaft Tegel. Dienstag, 10. Lanuar. 20 Uhr, Generalversammlung bei Rothenburg, Hauptstr 27. Verein der Heiwatfreundc. Kreis Greifenhagen in Pommern. Vorsitzender Hermann Arndt, Köpenick. Bestendstr. I. Sonntag, fc. Lanuar, 18 Uhr. Gene- ralversammlung bei Müsch Brunnenstr. 140. Ecke Bernauer Straße, mit an- schließender Fidelitas. Landsleute und Freunde des Vereins willkommen. Lndividualpsnchologische Gruppe. Dr. Alexander Neuer spricht über„Ist Erziehung möglich?" am Montag, dem 9. Lanuar, im Klubhaus am Knie, Berliner Str. 27, um 20 Uhr. Verband ehemaliger Polizeibeamten. Preußen, e. V.(BePP.), Sitz Berlin, Ortsgruppe Berlin. Generalversammlung am Dienstag, dem 10. Lanuar, 20 Uhr, in der Bockbrauerei, Berlin, Fidicinstr. 2—3. an« Arbeiter und Angestellte haben das Recht auf Befreiung von der Hitgliedschafl bei einer Pflichtkranhenkasse(#51 7RVO.) durch übertritt sur KrankenjkSterbe� (Lichterfelder Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige V. a. G.) Auskunft und Prospekte kostenlos und unverbindlich durch die Hauptverwaltung: Berlin H 24, Oranienburger Straße 67 Es war einmal ein Musikus... einem bekannten LckIaZer) Es war einmal ein Musikus, 6er trommelt' immerkort. Er trommelte in Our und Moll, Er trommelte die Leute blöd und zog Er trommelte die Ohren voll. von Ort zu Ort. Er trommelte vom Dritten Reich, Und alles glaubt, es Kam' sogleich- Doch da,.. doch da... schloß er die Trommel zu Und sprach:„Jetzt hab' ich noch in Köln ein Rendezvous!" Rettung naht! Motto: O mein Hüon, o mein Gatte, die Rettung, sie naht! Arie der Rezia, Oberon. ... Noch immer trieb der brennende Ozean- riefe wie eine Fackel aus hoher See. Aber nun tauchten die Retter am Horizont auf. Ein Schlepp- dampser, der zweite, der dritte. Nicht achtend des Seeganges stößt immer wieder die Nase in die Gischt. Seen überfluten das Deck, der Posten hat sich festgebunden, um nicht fortgespült zu werden. Hoch auf der Kommandobrücke späht der Kapitän im Oelrock und Südwester, nicht eine Minute hat er in dieser Nacht das Steuerruder aus der Hand gegeben. Bis er den brennenden Dampfer am Horizont sichtet, erst einem Stern erster Ordnung ähnlich, dann wie ein Leuchtfeuer, dann eine Riesenpechfackel in der See, und nun schon vor dem Bug— eine flammende Zauberburg. Der Kapitän gibt in das Sprachrohr Befehl:„Zwei Strich Ost— Bolldampf voraus." Sein Auge weicht nicht vom Teleskop, seine Augen starren gebannt auf das glühende, mit hüpfenden Flämmchen besetzte, hier bläulich, dort rötlich emporstrahlende Wundergebilde. Edler Retter! Plötzlich läßt der Kapitän mit einem Fluch das Glas sinken: „Himmelkreuztürkensapperlot, da sind schon welche!" Und zum Steuermann, der eben aus dem Niedergang auftaucht:„Konkurrenz— die verdammten Hunde, die Holländer!" X Der Steuermann knurrt etwas Ingrimmiges, spuckt in großem Bogen seinen Priem aus und ballt die Faust: ,D«n Halunken müssen wir zuvor- kommen." Und nun geht Kommando hinunter: „Aeußerste Maschinenkrast, Dompfkesselventile oerschrauben!" Mit der Fahrt eines Torpedoboots jagt der Schlepper durch die Wellen. Feuerschein dringt aus dem Schornstein, wie feste Wolle zieht die Rauchfahne hinter ihm her. Aber auch die an- deren haben eingeheizt. So gern die Retter ihnen das Tau reichen möchten, die Nase der Konkurrenz bleibt vorn. Nun sind die Holländer direkt unter dem Bug des brennenden Riesen, wie ein Lasso wirbelt es bei ihnen empor— ein Tau fliegt hinüber.— Aber der Kapitän des anderen Schleppers weiß auch, was er zu tun hat. wie ein geölter Blitz ist er am Heck des Wracks, und auch sein Tau fliegt, wenn auch eine Minute später, über die noch rot glühende Bordwand. Und nun kommt jene unaussprechliche Szene, die ein großer Dichter, nämlich der niederdeutsche Wilhelm Busch, in die Verse gekleidet hat: Sie ziehen mit Knurren und Gekrächz, Der eine links, der andere rechts. Nach vorn und hinten geschleppt, rührt sich der Ozeanriese nicht von der Stelle. Dann knallt ein Kanonenschuß— die Trosse ist gerissen. Ein neues Manöver wird erdacht: es muß jemand versuchen. an Bord zu klettern. Einer wagt es, mit ab- gequetschtem Bein fischen sie ihn gerade noch im letzten Augenblick heraus. Neue Hilfe erscheint: ein staatliches Torpedo- boot. Durch geschicktes Manövrieren sucht es die Trossen der Holländer entzweizusahren. Aber die Holländer sind gewitzt. Jedesmal, wenn der Bug des Torpedoboots mit 30 Knoten Geschwindigkeit zwischen ihnen und dem ins Schlepp genommenen Wrack hindurchsaust, lassen sie die Trösten fallen, und der Feind rutscht unschädlich drüber weg! Nachdem der Kampf eine Nacht durch gewährt und im Laufe der Zeit noch zwei Schwer- verwundete gekostet hat, einigen sich die Retter um--- den Bergelohn. Auf den es nämlich einzig und allein bei dieser ganzen Geschichte ankommt. * Nachwort: Nachdem Rezia ihre berühmte Arie mit den Worten beendet hat:„O mein Hüon, o mein Gatte, die Rettung, sie naht!", erscheinen bekanntlich Seeräuber und schleppen die Arme fort. Auf See herrschen eben besondere Sitten. Goethe: Auf See, da herrscht der freie Geist, da weiß man, was gewinnen heißt!'.fcmatbsn. Neupreußische©parfamfeit Die Wohnung des Polizeipräsidenten Melcher Die kommissarische Verwaltung in Preußen hat unsere Angaben über die neupreußische Sparsamkeit beim Ausbau der Woh- nung des Polizeipräsidenten demen- tieren lassen. Dies Dementi über Tatsachen, die einwandfrei festgestellt werden können, mutet uns seltsam an. Für diese Ausgaben, deren Hohe das .Dementi oorfichtigerweise nicht epakt angibt, ist die Verwaltung Rechenschost schuldig. Die genaue Höh« der tatsächlichen Ausgaben wird also— wenn auch vielleicht mit Verzögerung— festzu- stellen sein. Im übrigen haben diese Ausgaben allgemein Aufsehen erregt, im La n d t a g ist von nationalsozialistischer Seite inzwischen eine Kleine Anfrage darüber eingebracht worden. Wir werden sehen, ob die kommissarisch« Verwal- tung für die Beantwortung der Anfrage die genauen Unterlagen vorlegen wird! Eins aber ist in diesem Dementi am aller- merkwürdigsten! Es gibt nach der bisherigen Praxis keinen Betrag für solche Ausgaben, mit dem sich das Finanzministerium nicht be- saßt. Wenn für die Ausbesserung einer Mannschastsstubc die Mittel bewilligt sind und das Finanzministerium dazu.seine Zustim- mung bei der Etatsaufstellung gegeben hat, so kann die Arbeit dafür heute dennoch nicht in An- griff genommen werden, ohne daß das Finanz- Ministerium nicht nochmals ausdrücklich die Er- laubnis dafür erteilt. Nun hören wir, daß mit diesen erheblichen Aus- gaben das Finanzministerium nicht einmal befaßt worden fein soll? Das ist merkwürdig, sehr merkwürdig! Sollte gerade in diesem Falle von den allge- niein gültigen Bestimmungen abgewichen worden sein. Angesichts der rigorosen Sparsamkeit bei unteren Beamten— jedes zerbrochene Tintenfaß führt zu einer hochnotpeinlichen Untersuchung— wäre das sehr eigentümlich. Di« Angelegenheit wird deshalb mit der amt- lichen Bestreitung nicht zu Ende sein. Die Kon- trolle des Landtags gegenüber der kommissarischen Verwaltung ist zwar erschwert, aber schließlich wird die kommissarische Verwaltung doch Rechen- schaft ablegen müssen! Lügner ohne Gedächtnis! Miserahle Ausreden im„Angriff" Die Nationalsozialisten, im Ttte-ä-tet« mit Herrn von Papen in tlzarznH ertappt, drehen und winden sich. Nun gor nock der Unfall mit dem Artikel Reoentlows im„Reichs- wart"! Groß, aber herzlich ungeschickt im Lügen, er- widert der„A n g r i f s", wir hätten die eindeutige Darlegung Reoentlows„sinnwidrig entstellt". Was haben wir getan? Wir haben den Artikel abge- druckt, genau die Stellen, die der„Angriff" wiederholt, vor allem die Stelle: „Handelte es sich auch um nichts als um dieses, so würde es eine Beleidigung der nationalsozialistischen Bewe- g u n g und in erster Linie ihres Führers Adolf Hitler sein, diesem V e r h a n d- lungen mit Papen oder auch nur die Absicht dazu zuzutrauen." Das ist in der Tat eindeutig! Was bleibt dem „Angriff" danach noch zu sagen übrig? Er stam- melt:„Die Judenpresse übersieht geflissentlich die Waffenschmuggel durch Oesterreich! Von Italien nach Ungarn— Faschistische Drahtzieher SicUed eucc WaUcceUi fäc die ItoMutK-k/aUteu! Am Sonntag, dem 15. lanuar 1953, findet in der Zeit von 9 bis 14 Uhr die Ver- treterwahl für die Generalversammlung der Konsum-Genossenschaft statt. Wahllokale sind durch Plakataushang in den Lebensmittelabgabestellen bekanntgemacht. Als Wahlausweis gilt das Mitgliedsbuch. Alle Genossinnen und Genossen, die Mitglieder der Konsum-Genossenschaft sind, müssen ihr Wahlrecht ausüben. Eigener Beridit des„Vorwärts" Wien, 8. Januar(1 Uhr nachts) 3n Oesterreich ist, wie die„Arbeiterzeitung" mitteilt, eine große lvassenschiebung aufgedeckt worden, die zweifellos auch außenpolitisch große Konsequenzen haben wird. In den letzten Tagen sind als Eisenwaren deklariert 40 Waggons mit Gewehren und Maschinengewehren aus Italien in der österreichischen Patronensabrik in Hirtenberg eingetroffen. Als Ausgeber fungiert ein Eomman- datore mit Namen Guiseppe Eortese- Aerona. Empfänger ist die hirtenberger Palro- nensabrik. Die wagen werden jetzt in Hirtenberg umgeladen und zwar aus Lastauto- mobile, die ihren weg nach Ungarn nehmen. Einige dieser Kraftwagen sind bereits über die ungarische Grenze gegangen. In der Nacht vom Zg. zum ZI. Dezember find ebenfalls 10 Waggons Waffen von der gleichen Herkunft über Oesterreich nach Ungarn geschmuggelt worden. Angesichts der in der letzten Zeit verschärsten Spannung zwischen Italien und Zugo- s l a w i e n sind diese italienischen Waffen transporte nach Ungarn ein ernstes und gefährliches Symptom. Da die hirtenberger Patronensabrik, die im Wittelpunkt dieses Waffen fchmuggels steht, von einem Herrn Mandl, einem bekannten Freund und Förderer der Tatsache, daß es sich zwischen Papen und Hitler in Köln nicht um Verhandlungen, sondern nur um eine— zwanglose Unterredung gehandelt habe!" Hohngelächter der Hölle ob dieser miserablen Ausrede! Aber selbst diese oberfaule Ausrede war nur möglich mit Hilfe einer hübschen kleinen Fäl- schung! Der„Angriff" behauptet, Reventlow habe sich zunächst gegen Gerüchte über V e r- Handlungen Hitlers mit Papen gewandt. Stimmt nicht, sondern gegen Gerüchte über eine Unterredung Hitlers mit Papen! Ver- standen, ihr Talmudisten vom„Angriff"? Und habt ihr nicht selbst am 3. Januar erklärt, daß Meldungen über eine Besprechung Hit- lers mit Papen de» Stempel der Unwahrhaftig- keit auf der Stirne trügen? Wenn ihr lügt, dann erinnert euch wenigstens, wie ihr gestern gelogen habt! saschistischcn h e i m w e h r geleitet wird, vermutet man, daß bei dieser dunklen Sache die Beziehungen der heimwehr und des Herrn Mandl zu den faschistischen Ministern der Bundesregierung eine bedeutende Rolle spielen. Die österreichische Sozialdemokratie verlangt, daß die wasfentransporte sofort eingestellt und die Massen beschlagnahmt werden. Ein neuer Fall Lankt Gotthard Vor etwa 5 Jahren wurde bereits ein ähnlicher Waffenfchmuggel an der ungarifch-österreichifchen Grenzstation von St. Gotthard dank der Aufmerksamkeit freigewerkschaftlicher österreichi- scher Eisenbahner entdeckt, der sich zu einem außenpolitischen Skandal ersten Ranges auswuchs. Auch damals stammten die falsch deklarierten Waffenladungen aus Verona und sie waren für Ungarn bestimmt. Der Aölkerbundsrat befaßte sich auf mehreren, zum Teil recht erregten Ta- gungen mit diesem Fall, der allerdings dank den Vertuschungsmanövern Ungarns, das natürlich von Italien unterstützt wurde, niemals restlos aufgeklärt werden konnte. Ein wesentlicher Unterschied zwischen damals und jetzt ist jedoch, daß die damalige österreichisch? Bundesregierung wirklich unbeteiligt war und sich um die Aufklärung der Angelegenheit aufrichtig bemühte, während heute die italienischen Faschisten ihre Helfer und Vertrauensmänner in allen Wiener Aemtern haben. Maniu weicht Earol Rumänische Regierungskrise Eigener Beridit des„Vorwärts" Bukarest, 7. Januar Die nationalzaranistische Regierung Maniu ist in kritischer Situation, die zu ihrem Rücktritt führen dürste. Seit Uebernahme des Ministerpräsidiums steht Maniu mit dem König im Kamps um den Abbau jener aktiven Generäle, die unter dem Ka- binett Jorga auf Wunsch des Königs an die Spitze verschiedener wichtiger Ziviloerwal- t u n g e n gestellt worden waren. In den letzten Wochen vermochte die Regierung den Rücktritt zweier Generäle von der Leitung der Post und der Staatsbahn durchzusetzen. Dieser Tage trat ein General, dem im Frühjahr die gesamte Landes- polizei unterstellt worden war, zurück. Einen harten Kampf führen Maniu und Innenminister M i ch a l a k e jetzt um den Abbau des B u- karester Polizeipräsekten sowie des Chefs der Gendarmerie, ebenfalls zwei höhere aktive Offiziere, die sich oft gegen die R e- g l e r u n g gewandt und erklärt haben, daß sie sich nur durch königliches Dekret abberufen ließen. Diese rebellische Haltung der beiden Offiziere hat den Innenminister veranlaßt, vom König deren sosortige Abberufung zu verlangen. Da sich der Ministerpräsident mit dem Innenminister soli- darisch erklärte, andererseits jedoch der König wenig Neigung zur sofortigen Abberufung der beiden Offiziere hat, scheint eine Regierungskrise unvermeidlich zu sein. Der zur Zeit im Ausland weilende Außenminister T i t u l e s c u ist tele- graphisch heimberufen worden. Diplomatisches Otto Bauer hat in seiner außenpolitischen Rede im Budgetausschuß des Nationalrats zu Wien— der„Vorwärts" hat über den Süd- slawien und Italien betreffenden Teil dieser Aus- führungen schon berichtet— u. a. noch gesagt: Man hat den österreichischen Gesandten in Berlin von der Vertretung der österreichischen Republik zur Vertretung einer Mundwasserfirma übergehen lassen. Man hat diesen Gesandten- posten, die für uns bei weitem wichtigste Stelle, noch immer nicht besetzt. Es ist bekannt, daß die Besehung des Berliner Gesandtenpostens zum Gegenstand eines partelpolitischen Kuhhandels zwischen den Regierungsparteien und vielleicht nicht nur zwischen ihnen geworden ist. was sich da in den letzten Monate« abgespielt hat, ist eine wahre Schande für Oesterreich. Die Besetzung dieses Postens wird davon abhängig gemacht, ob man die oder jene Stimm« für dies« oder jene Regierungsvorlage erlangen kann. Nach diesen Worten stellte der Redner fest, saß Herr v. Pflügt, der Gesandter in Paris werden soll, ein schwarzgelber Monarchist ist. Etmendungen für dtefe Rubrik sind v e» l i u SW 68. LindenstraHe Z parteinachrichien/�Mfür Groß-Berlin stets an das Bczirkssetretarta. 2. Hos, 2 Treppen rechts, zu richten 14. x. lt. 15. 16. 17. 18. 19. Veginn rtiicr Veranstaltungen 1932 Uhr, sofern keine besondere' Zeitangabe! 1. und 5. Ärcis. Ächtung Abteilungsleiter! Mr die Protestkundgebung der grauen am Montag, dein 9. Januar, im Saalbau Friedrichshain sind lamtliche Abteilungs, und Sturmfahnen zu spätestens 19 Mir zu ent- senden(nach dem Speisesaal). Das Bezirkssekrctariat. Ächtung Stad.oerordnetenfraktion! Nächste Fraktionssihuna am Dienstag, 10. Januar, 18 Uhr. Porouzeigel 4. Äteis. Freitag. 20. Januar. Kreisvertreterversammlung im Saalbau Fried richshain, Gartensaal.— Montag, 16. Januar. Sitzung des erweiterten Kreisvorftairdes(nicht Dienstag, 17. Januar). heute, Sonntag, 8. Ianuar: 4. Abt. 17 Uhr im Belvederc, Aleyanderftr. 21. Bunter Abend mit Tanz. Eintritt 25 Pf. Erwerbslose 10 Pf. 33. Abt. U Uhr treffen sich alle Bezirksführer, Revisoren und der Abteilungs- kafsierer bei Balewtin, Krautstr. 36. 13». Abt. Achtung Bezirksführer! Der..Vorwärts" liegt heute beim Gen. Spieß zur Abholung bereit. Morgen, Montag. 9. Zanuar: 5. Kreis. Ächtung! SPD.-EUernbeiräte, Obleute oder Stellvertreter aller Schulen, 20 Utzr Zusammenkunft bei Ewest, Große Frankfurter Str. 30. SPD.- Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Kreis. 15 Uhr E rwerb s lo s enzufam m e nkunft im Heim Äanner Str. 42. ..Reichswehr oder Miliz?" Ref. Viktor Schiff.— Bezirksverordneten- fraktion mit engerem Kreisvorstand und Abteilungsleitern im Rathaus, Limmer 137 Genosse Stadtrai Heuer spricht Uber:„Die Neugestaltung Groß.- Berlins".— Der engere Kreisvorstand trifft sich bereits um 19 Uhr an derselben Stelle.— Sitzung des Bildungsausschusses erst Freilag, 13. Januar, im Parteibüro. Fuldastraße. Kreis. 18'/- Uhr Fraktionssttzung mit den Bürgerdeputierten im Rat- haus, Zimmer 117. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im Gewerkschafts- haus, Johannis straße.„Agrarkrise." Referent: Dr. Euler. Abt. Funktionärsitzung an bekannter Stelle« Abt. 20 Uhr. Funktionärsitzung bei Ricke rt, Steinmetzstr. 36u. Abt. 19 Uhr Funktionärsitzung an bekannter Stelle. Abt. Funktionörsitzung bei Obligo, Stralsunder Str. 11. Abt. Funktionärsitzung bei Kinzel, Usedomstr. 22. Abt. Funktionärronferenz bei Dose. Nordhafen 6. Abt. 18 Uhr Borstandssitzung. 190- Uhr F un ktio n ärsitzun g bei Schade, Kosliner Str. 9. Abt. 19 Uhr Funktionärkonferenz bei Schrepel, Grünthaler Str. 13. Abt. Funktionärsitzung an bekannter Stelle. Abt. Funktionärsitzung bei Grunewald. Kameruner Str. 19. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung an bekannter Stelle.— Am 9. Januar begeht unsere Genossin Minna Rosenstengel ihren 85. Geburtstag. Wir wünschen unserer greisen Genossin für diesen Tag und ihren weiteren. Lebensabend alles Gute. Abt. Funktionärkonferenz Lokal I. Abt. 20 Uhr Funktionär sinunq bei Rechenberg. Abt. Funttionärsitzung. Horbesprechung der Wahlen, Abrechnung. Abt. Funktionärversammlung im Lokal Schult, Mariendorfer Str. 5. Abt. Funttionärsitzung an bekannter Stelle.— Mitgliederversammlung Donnerstag. 12. Januar, in Kleins Festsälen. Abt. Funttionärsitzung bei Krepp, Planufer 75— 76. Abt. Funktionärsitzung bei Ewald, Skalitzer Str. 126. Abt. Funktionärversaminlung bei Ionekeit, Reichenberger Str. 73s. Abt Montag, den 9. Januar, 20 Uhr, wichtige Funktionärsitzung im Heim. Abt. Funttionärsitzung bei Kunert. Muskaucr Str. Abt. 19 Uhr Vorstandssitzung, 20 Uhr Funttionärsitzung bei Deuz, Wasser- torstraße 27. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung bei Iamin. Abt. Funktionärversammlüng bei Liersch, Kantstr. 62. Abt. 20 Uhr Mitgliederjahresversammlung bei Kulka, Lauenburger Straße Ecke Uhlandstr. Berichte, Wahlen. Anträge. Abt. 20 Ubr Funttionärsitzung bei Winster. Abt. Funktionärsitzung bei Dhonau. Friedenstr. 6. Abt. 18 Uhr Borstandssitzung, 20 Uhr Funktionärsitzung im Lokal Neutivoli, Neue Krugallee. Abt. 20 Uhr Versammlung aller Konsummitglieder der Partei und Sympa- thisierenden bei Säimidtbauer, Bismarckstr. 74. und 1082 Abt. 19% Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder in Kövenick, Parteiheim, Schloßstraße 27.„Pol. Rückblick und Ausblick". Referent Dr. Otto Friedländer. Abt. 20 Uhr Borstandssitzung mit den Bezirksführern im Bolkshaus Scharn- weberstraße 114. Dienstag, 10. Januar: Kreis. Abt. 28 bis 31. 17 Uhr Erwerbslosenzusammenkunft im Altersheim Danziger Str. 62. Bortrag des Genossen Wilhelm Tietgens. Musikalische Unterhaltung. Kreis. Arbeiterwohlfahrt 15 Uhr Erwerbslofenzusammenkunft im Heim Tilfiter Str. 4/5.„Pol. Information". Referent Gottlieb Reese. Unter- haltungsteil Anni Weilhammer„Stimmen zur Zeit". Achtung! Blaue Kontrollkarte und Mitgliedsbuch mitbringen. Kreis. Versammlung aller Kleingärtner im Bolkshaus Scharnwebcrstr. 114. Mitgliedsbuch legitimiert. Abt. Mitgliederversammlung im Nordischen Hof, Jnvalidcnstr. 126.„Ar- beitsbescha ffu ng und Wirt schaftsp lan." Referent Bernhard Göring. Dele- gierten wähl. Abt. 19 Uhr Borstandssitzung, 20 Uhr Funktionärsitzung im bekannten Lokal. Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft ist vorzuzeigen. Abt. 19 Uhr Porstandssitzung, 20 Uhr Funktionärsitzung bei Stein, Holsteiner Ufer 14. Abt. Jahresmitgliederversammlung bei Ewest, Gr. Frankfurter Str. 30. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Abt. Mitgliederversammlung(an Stelle der Zahlabende am 11. Januar) in der Schulaula. Hohenlohestr. 10. Stellungnahme zum Parteitag. Bor- her. 180. Uhr, Sitzung des Abteilungsoorständes bei Wertalla. Abt. Mitgliederversammlung bei Kulka. Lauenburger Str. 21...Nationalsozialistische Bewegung einst und setzt". Referent Dr. Helmuth Klotz. Abt.. Mitgliederversammlung bei Rosenau, Barziner- Ecke Laubacher Str. „Die Sozialdemokratie an der Macht in Schweden". Referent Paul Ohl- berg-Stockholm. Wichtige Wahlen. Stellungnahme zum Bezirks- und Reichs- Parteitag. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Gesellschaftshaus des Westens, Hauptstr. 30—31.„Unser Kampf im neuen Jahr." Referent Bernhard Krüger. Neuwahlen. 25. 26. 28. 39. 11. 12. 13. 44. 45. 16. 47. 48« 51. 56, 73. 86. 102. 105. 108. 137. 85. Abt. 13. Bezirk. Zahlabend bei Pommerening. Berliner Str. 100.„Was ist Sozialismus?". Referent Marcel Komendzinski. 97. Abt. Mitgliederversammlung in Metsels Festsälen, Jonasstr. 23.„Reichs- Parteitag und feine Aufgaben" Referent Dr. Kurt Löwenstein MdR. 99a. Abt. Abteilungsvorstandssitzung mit den Bezirksführorn im Einfa-Büro. 103. Abt. Generalversammlung im Bürgerpark Weißtopfstr. 18. Neuwahl des Borstandes. 114. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder in der Bibliothek Weichst lstr. 28(Laden).„Krisenlage, Regicrungsprogramm und Preußen- frage". Referent I. P. Mayer. 130, Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Zimmermann, Heinersdorf. An der Kirche.„Aufgaben des Parteitages." Referent Hans Marx. 131. Abt. 16 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Jugendheim Lindenstr. 4.„Aus dem Leben der Naturvölker". Referent Kurt Biging. 139. Abt. Funktionärsitzung an bekannter Stelle. ZNiltwoch, 11. Januar: Mitgliederverfammlungeu mit dem Thema„Unser Kampf im neuen Jahr— Aufgaben des Rcichsparteitages". 14. Kreis. 15 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Heim Kanner Str. 12. Unterhaltungsnachmittag. Bortragender Genosse Klee. 2. Abt. Mitgliederversammlung bei Lohan. Brüderstr. 16. 3. Abt. Im Großen Saal des Gewerkschaftshauses Mitgliederversammlung. Berichte, Neuwahlen. 4. Abt. 20 Uhr Iahresversamuilung im Belvedere, Alcxanderstr. 21� Stellungnahme zum Bezirks- und Reichsparteitag. Delegierten- und Borstandswahl. Mitgliedsbuch mitbringen. 5. Abt. Mitgliederversammlung im Rosemhaler Hof, Roienthaler Str. 11/12. „Weltliche Schule". Referent Genosse Lange. Neuwahlen. 9. Abt. Mitgliederversammlung im Keglerect, Ouitzowstr. 146. Referent Bern- hard Göring. Wahlen. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. 10. Abt. 19 Uhr Mitgliederversammlung im Patzen hofer, Turmsrr. 26.„Unser Konsum".. Referent Genosse Schreiber. Neuwahl der Abt.-Leitung. 11. Abt. Abteilungsversammlung bei Scholz, Levetzowstr. 21. Neuwahlen. 12. Abt. Mitgliederversammlung Beusselstr. 12. Neuwahl der Abt.-Leitung. 13. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung in den Arminiushallen, Bremer Str. 72. Referent Karl Litke, MdR. 17. Abt. Mitgliederversammlung im Kristallsaal, Sellerstr. 34. Referent Peter Rosenzweig. Neuwahl des Abt.- Borstandes. 20. Abt. Jahresversammlung bei Dabbert. Schulftr. 66. Berichte. Neuwahl. 24a Abt. Mitgliederversammlung im Hermannsheim. Carmen-Sylva-Straße. Referent Robert Breuer. 27. Abt. Mitgliederversammlung in den Schönhauser Festsälen, Schönhauser Allee 129. Reserentin Klara Bohm-Schuch, MdR. 28. Abt. Jahresmilgliederversanirnlung in den Schwedtcr Festsälen, Schwedter Straße 23 l früher Büttner). Berichte und Neuwahlen. 29. Abt. Mitgliederversammlung im Altersheim Danziger Str. 62. Referent Dr. Julius Moses. Bericht und Neuwahl. 30. Abt. Außerordentliche Mitgliederversammlung in den Casinosälen, Pappel- allee 15. Berichte, Neuwahlen. Stellungnahme zum Bezirks- und Reichs- Parteitag. 31. Abt. Mitgliederversanunlung in der Schulaula Schönfließer Str. 7. Referent Genosse Bührig. 36. Abt. Die Zahlabende am 11. Januar fallen aus. Dafür Abteilungsmit- gliederversammlung in der Schulaula Petersburger Str. bö.„Ein Tag auf dem Wohlfahrtsamt." Referent: Genosse Siegbert; Abteilungsangelegen- heiten, Jahresbericht. Neuwahlen. Stellungnahme zum Bezirksparteitag. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Die Bezirksführer laden ein 37. Abt. Mitgliederversammlung im Säiultheiß-Patzenhofer Landsberger Allee 24/27. Neuwahl der Abt.-Leitung. Anträge zum Bezirks- und Reichs- varteitag. Mitgliedsbuch vorzeigen.— Die Beratungsstelle in allen Rechtsund Sozialfragen befindet sich beim Genossen Paul Krause, Kockchannstr. 12. Beratung für jedermann. 39. Abt. Mitgliederversammlung im Baugewerkshaus, Großbcerenstr.„Unsere Stellung zur Miliz". Referent: Emil Barth.— Borstandswahlen. 39a. Abt. Zahlmorgen, früh 5 Uhr, im Markgrafeneck, Markgrafen- Ecke Besse!- straße.„Unsere Stellung zur Miliz". Referent: Emil Barth. 40. Abt. Mitgliederversammlung— Kulturpol. Abend im Tivoli. Lichterfelder Straße 11.„Kulturaufgaben der Partei". Referent Dr. Paul Krische. 41. Abt. Abteilungsversammlung im Friesenschlößchen, Friesenstr. 14. Referent Friedrich Stampfer, MdR. Gruppenführer laden ein. 43. Abt. Abteilungsmilgliederversammlung bei Rabe. Fichtestr. 29. Berichte und Neuwahlen. Stellungnahme zum Parteitag. Die Frauen treffen sich um 19 Uhr bei Rabe zwecks Neuwahl der Frauenleiterin. 44. Abt. Nitgliederverfammlung in der Schulaula Mariannenstr. 46. Ge- schäftsbericht. Neuwahl, Stellungnahme zum Reichsparteitag. 45. Abt. Die Zahlabende fallen aus. Dafür Abteilungsmitgliederversammlung in der Schulaula Reichenberger Str. 67/70 pünktlich 19 Uhr. Referent Fritz Schmidt. Die Bezirksführer haben alle Mitglieder einzuladen. Wir machen die Konsummitglieder darauf aufmerksam, daß die Wahl der Generalver- sammlungsdelegierten am Sonntag. 15. Januar, stattfindet. Wahllokal für die Verkaufsstelle Forster Str.: Bartsch. Forster Str. 17. 47. Abt. Zahlabendc fallen aus. Dafür Mitgliederversammlung im Saal 11 des Gewerkfchaftshauscs, Engelufer 24/25. 51. Abt. Arbeitsgemeinschaften über„Parteiprogramm und Weg" in den be- kannten Lokalen. 52. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Koffke, Kaiserin-Augusta-Allee 81. Referent Bernhard Krüger. Jahres und Kassenbericht. 53. Abt. Jahresversammlung bei Last, Plötzensee. Str. 12. Berichte. Reuwahl. 54. Abt. Mitgliederversammlung im Jugendheim. Jahresbericht, Neuwahlen, Stellungnahme zum Bezirks- und Reichsparteitag. 55. Abt. Mitgliederversammlung im Türkischen Zeit, Berliner Str. 53. 56. Abt. Abteilungsversammlung bei Jaskowiak, Holzendorffstr. 20. Zugleich Neuwahl des gesamten Abteilungsvprstnndes. 58. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung int Ronkehaus, Rantestr. 4. ,Kul- t urpolitische Aufgab, n der Partei". Referent Dr. Kurt Löwenstcin, M. d. R. Jahresbericht, Neuwahl. 72. Abt. 18�> Uhr Funktionärsitzung bei Rosenau, Barziner Ecke Laubacher Straße. 20 Uhr im gleichen Lokal Mitgliederversammlung. Ausblick auf das neue Jahr. Neuwahlen. 73. Abt. 20 Uhr Mttglicderversammlung im Deutschen Haus. Neuwahlen. 74a. Abt. 19 Uhr Borstandssitzung, 20 Uhr Funttionärsitzung bei Schneider, Potsdamer Straße. 76. Abt. 20 Uhr Generalversammlung. Jahres- und Kassenbericht, Wahlen, Verschiedenes. 79a. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung an bekannter Stelle.„Militaris- mus oder Pazifismus." Referent Kurt Bleu. 80. Abt. 20 Uhr Generalversammlung im Helmholtz-Gymnasium. Berichte. Vorstandswahl. 83. Abt. Generalversammlung in den Lichterfelder Festsalen, Zehlendorfer Straße 5. Referent Eottlieb Reese. 84. Abt. 20 Uhr Jahreshauptversammlung bei Lehmann, Kaiser- Wilhelm- Straße 29—30. Geschäfts, und Kassenbericht. Neuwahl. 91. Abt. Mitgliederversammlung im Lokal Bergschloßhöhc, Karlsgar tenstr. 6. Jahresbericht und Neuwahlen. 96. Abt. Mitgliederversammlung im Bereinshaus Einigkeit, Kirchhofstr. 41. Referentin Mathilde Wurm, M. d. R. 98. Abt. Pünktlich 19 Uhr Mitgliede'-versammlung im Zeichensaal der Schule Mariendorfer Weg. 100. Abt. Mitgliederversammlung bei Ruppert, Rudower Str. 257. Referent Max Heydemann, M. d L. 105. Abt. 20 Uhr Jahresversammlung bei Lehmgrüdner, Bismarckstr. 2. Ge- schäfks- und Kassenbericht. 106, 107. 108a, 114. 120. 122a. 124a 127. 131. 132. 133. 134. 138, 139. 140. 140a 142. 143. «dt. 20 Uhr Mltqlikd-rv-rtammlmi-, im Lo-,cnbau-, �riedrichstr. 56. ..Sic-virtichaftlich- Bedeutung der Äonsumgenoöenuhastsivatlien. mc- screitt Krinke Abt. Jahi-esversammlung im Gemeinschaftshaus. Berichte, Aussprache. Neuwahlen. . Abt. Sitzung aller Funktionäre bei Marks, Mahlsdorfcr vstt. 1. abende finde u in diesem Monat nicht statt, dafür Mugllederveriamm- lung am 18. Januar., � Abt Mitgliederversammlung im Logenhaus, Knorrpromenade— mt:» ferent Siegfried Leo.. � qx* Abt. 20 Uhr Jahreshauptversammlung bei Tempel, Prinzenallec 4o. Bericht des Vorstandes und Neuwahl. . Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Döring, Kopenicker Strafe 189—191. Neuwal' l i* rs.cndcs. . Abt. 20 Uhr Jahresversammlung bei Draber, Uhlandstr. 18. Abt. Jahresversammlung bei Götze, Berliner Str. 93.... Abt. Pünktlich 20 Uhr Generalversammlung im Lokal Pmirter, Nordend, Blankenselder Straße. Jahresbericht, Neuwahlen, Anträge. Buchkon- Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Klug, Dorfftr. 2. Neuwnhl der Abteilunqsleitung.- Abt. Mitgliederversammlung bei Kaehne, Berliner cstr. 39. Neuwahlen. Bezirksführer laden ein. � Abt. 18 Uhr Porstandssitzung, 19'/- Uhr Mitgliederversammlung an br kannter Stelle. Bericht des Vorstandes. Neuwahlen._. Abt. Generalversammlung im Forsthaus Auguste-Vittoria-Otr. 34. Neu- Abt. Generalversammlung im Alten Krug. Hauptstraße. Berichte und � Mitgliederversammlung bei Woitschach, Ernst. Ecke Konradstraßc. Jahresberichte, Neuwahlen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. . Abt. 20 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Schulz, vorfalle, Haupt- straße 56: Richard Schulz, Hauptbahnhof. Stellungnahme zur General. Versammlung..._ � w Abt. Funktio närversa mmlung beim Gen. Gallics, AEG.-wiedlung. Abt. Hauptversaumilung bei Schmischke, Weidmannstr. 4. Neuwahlen. Bezirksführer laden ein. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrk. j«I.»reis Scinitfenborf. Dienstag, 10. Januar, 19' j Uhr, Neue Schule. Wittenau,»ursusabenb über„Sozialoerstchcrunz". Reierent:©enchlt Dr. Sanisch. Sozialistische Studentenschaft. Montag,!t. Januar, 11 Uhr. Funktionärsitzung im Sund. Donnerstag, 12. Januar, 2l> Uhr. im Bund. Älbrechtstr. 11, charteichaus, 2 Treopea, Au- spracheabend. Genosse Rupprecht: Die Parteipressc und ihre Aufgaben in der Massenwerbung Sonnabend, 14. Januar, 20 Uhr, Studentenball im neuen Studentenhaus. Oranienburger Str. 18. Karten 1,25 M., für Studenten und Jugendgenossen 0,75 M. im Bund und bei den Funktionären. Donnerstag, 19. Januar. 20 Uhr im Bund. Genosse Professor Arthur Rosenberg: Eim- gung des Proletariats und Dritte Internationale. Aussprache. Bereinigung sozialdemokratischer Juristen. Dienstag, 10. Januar, 20 Uhr, im Saal des Pschorrhauses, Tauenyiei, straße 13, I, Vortrag des Genossen Professor Dr. Arthur Rosenberg-Berlin: Die bolschewistische Staatsidee. Gäste willkommen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. »reis Mitte. Helfersitzung Montag, 0. Januar. 20 Uhr, im Jugendheim Zehdenilter ötrasie. Erscheinen ist Pflicht.—«bl. Matieotti. Alle Fallen müssen am Montag kommen, da Beginn neuer Bastelarbeiten. Kreis Prenzlauer Berg. Moutag, 20 Uhr. Helscrsitzung Ul den Baracken. Mittwoch, iL Uhr, ebendort Falkcerparlament.— Ab!. Bauoolk und Biliar Adler. Turnen beginnt am Mittwoch um rm Uhr Dunisiger Ltr. 23.— Abt. Freiheit und Hermann Müller. Montag. 9. Januar. Diederbcginn der Eruvprnvcranstaltungen. Alle Falken stressen sich SIeimslr. 33— 3ä. Sonneburger Str. 20 bleibt Montag noch geschlossen.— Donnerstag. 12. Januar, 171.. Uhr, Sonne, iburger Straße, Funktionärsitzung. Kreis Kreuzberg,»reishelfersitzung Dienslag. 10. Januar, 20 Uhr Heim Porckstr. 11. Alle Helfer bringen ihre Parteibücher, SAJ.. Bücher sowie säm! liche Ausweise mit. Sonntagsveranstaltuno! Alle Abteilungen kommen zur bcuiigcn Sonnlogsveranstaltuug nach dem Heim Porckftr. 11. Beginn 10 Uhr. Wir zeigen den HichtbUdstreifcn..Micke Meier" »reis Steglitz. Jeder Falke spart wöchentlich für das.leltlagcr. Abt. Albrcchtstraße. Heim Albrcchlstraße 17. 17 Uhr. Dienstag Rückblick 1932. Free lag neue Kampflieder.— Adi. Friesenstraße. Schule Frielensiraße. Mittwoch, 17 Uhr,..Unsere Fahrten 1932".— Abt. Lichterselde. Schule Ringltr. 3. M°n. tag und Freitag 17 Uhr, Lesenachmitlag. Donnerstag, Uhr, Schwimmen, Stabila. Freitag, 1!> Uhr, Turnen in der Schule Berliner Straße.— Abt. Lankwitz. Schule Schulstraße. Dienstag, 17 Uhr, Gesellschaftsspiele. Donners» tag, 10 Uhr, Lesen. Abt. Tempclhos. Zusammenkunft der Rotfalkcn am Mittwoch von 17 bis 19 Uhr. »reis Neukölln. Sclferkreist Arbeitssonntag heute, 9 Uhr. im Krersheim. Der Fallcnra! lagt Montag, liU Uhr, im Kreishcim. Restfalkenturne» Man» tag, von lä Uhr an, in der Turnhalle Donaustraßc. Nestfalkenhelserbesprschung Montag, 18 Uhr,»reishsim.— Abt. Sturmfallen. Neftfalkenturnen Montag. 13 Uhr. »reis Lichtenberg. Abt. Aufbau. Guntcrstr. 11. Montag, 9. Januar, IS Uhr, Jahresvollversammlung allep Roten Falke» und Jungsalken. Wahl der Obleute. Erscheinen aller Fallen Pflicht. »reis«cißcnlec. Dienstag. 10. Januar, Kreishelicrsitzong um 20 Uhr an bekannter Stelle sNeugründung der Weißenseer Gruppe). Hohenschönhausen. Montag, 9. Januar, Sicstfalken von 17— 19 Uhr in der Schulbaracke Dingclstädter Straße. Kreis Rcinickendor! Montag. 9 Januar,»reishelfersitzung im Jugend.. heim Wittenau, vünktlich um 20 Uhr. Donnerstag, 12. Januar. Falkenrat in. der Turnhalle Wittenau, Rosenthaler Straße lt7>.. Uhr). Sterbetafel der Groß-Lerliner Partei-Organisatton »0. Abt. Unser Genosse Franz Sdrmann, Wescrstr. 23, ist verstorben. Ehre seinem Andenken, Beerdigung am Dienstag, dem 10. Januar, 13>� Uhr, auf dam Ierusalemer Kirchhof. Hermannftraße Ecke Grüner Weg. Rege Beteili» gung erbeten 103. Abt. Dienstag, den 3. Januar, verschied unser Genosse Ludwig Herlitz im Alter von 02 Jahren. Er gehörte unserer Partei über 10 Jahre an. Ehr« seinem Andanken. Die Einäscherung findet am Montag, dem g. Ja. nuai. 17 Uhr, in Baumschulenweg statt. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. 137. Abt. Am 1. Januar verschied unsere Genossin Martha Hintze Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Montag, 9. Januar, vormittags 10>ä Uhr, «rematorium Herichtirvaße. Hierzu 3 Beilagen Gewerkschaftliches stehe 2. Beilage Der.Vorwärts" erfchernt wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal Illustrierte Sonntagsbeilage Volk und Zeit"/ Bezugspretle: Wöchentlich 7ö Pf., monatlich 3,2ä M-(davon 87 Pf monatlich tür Zustellung ine Haus) IM voraas zahlbar Postbezug 3.97 M einschließlich 60 Pf Postzcitung. und 72 Pf. Postbestellacduhren Auslandsabonnement 5,65 M pro Monat: tür Länder mit ermäßigtem Drucklachenporto 16.' M. Bei A. slall de« Lieferung wegen höherer Gewalt bestchl kein Anloraib der Abonnenten auf Ersatz.. A n z? i g e n v r e i s e: Die einspaltige Millimeterzeile 30 Pf, Reklamezeile 1,50-M„Kleine Anzeigen" das rettgedruckle Wort 20 P» jedes weitere Wort 10 Pf Rabatt laut Tarif Sorte über lä Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt MrUimeterzeile 25 Pf Famüienanzeigen Millimelerzcile 10 Pt Anzeigenannahme im Sauptgelchä't Lindenstr 3 wochentäglich von 8',z bis 17 Uhr Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen Nor,./ Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtichast: G,»lingelhöscr: Gewerkschaftsbewegung- 3. Steiner: Feurll.ton: Herbert Lcvere: Lokales und Sonstiges: Fritz»arstädt: Anzeigen: Otto Sengit:'sämtlich in Berlin. I Verlag: Vorwärts-Verlag G, m b H. Berlin. Druck: Borwärts.Buchdruckerei und Perlagsanstall Paul Singer u Co. Perlin SS 08 Lindenstr. 3. INVENIUR- VERKAUF Hans ff* Albers - Posten———. 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Das heißt, die Rechtsanwälte haben nach wie vor bei den Arbeitsgerichten nichts zu t u n. Gewisse Kreise der Rechtsanwälte haben bereits bei der Schassung des Arbeitsgerichts- qesetzes hartnäckig um ihre Zulassung gekämp't. Sie wurden nicht zugelassen, doch geben sie sich damit noch lange nicht geschlagen Unablässig bohren s i e an dem§ 11 des Arbeitsgerichts- gesetzes, um ins Geschäft zu kommen, die tag- täglichen Arbeitsslreitigkeiten zu einer Erwerbsquelle aus kosten der Arbeitnehmerschasl zu machen. In welcher Weise die Herrschaften vorgehen, zeigt u. a die von uns kürzlich kritisierte Eingabe der Berliner G a st w i r t e- I n n» n g e n, die nicht irgendein Innungsgastwirt, sondern der Syndikus der Innungen bzw. ihr juristischer Rechtsberater verfaßt hat. Für die Zulassung von Rechtsanwälten vor den Arbeitsgerichten besteht nicht der gering st e sachliche Grund, alle Gründe aber sprechen dagegen, mit Ausnahme des von de» weniger beschästigten Anwälten selber umschriebenen Grundes vermehrter Beschäftigung zwecks vermehrten Einkommens. Heute hat jeder Arbeitnehmer, der sich unrecht behandelt weiß, die Möglichkeit, auch wenn er mittellos ist, sein Recht zu suchen. Wie sich aber der Gang eines Verfahrens»ach Zulassung der Anwälte abspielte, wird uns in folgender Weise geschildert: ..Der Angestellte W..... ist fristlos entlassen morden, seiner Behauptung nach zu unrecht. Da er gesetzliche Kündigung hat, beansprucht er Gehalt für drei Monate ä 100 M. Während er jetzt aufs Arbeitsgericht geht und, ohne einen Pfennig Vor- schuß zu zahlen, er hat ja oft kein Geld dazu, Klage erhebt, wäre er»ach der, Zulassung ge- zwungen, einen Anwalt aufzusuchen. Welchen soll er nehmen? Selbstverständlich einen, der schon einen Raine» hat!- Nach langem Hin und Her findet er auch einen und nach zeitverschwendendem Warten wird er auch vorgelassen, trägt sein An- liegen vor, es wird alles schriftlich niedergelegt, der Anwalt erkuildigt sich nach der Höhe des Streitobjektes, stellt fest, daß soundsoviel an Vorschuß zu zahlen ist und entläßt den .Klagewollenden mit der freundlichen Aufsorde- rung, draußen dem Bürovorsteher____ Mark als Vorschuß zu zahlen. Erst nach Eingang dieses Betrages darf der An- walt die Klage übernehmen und weiterleiten.(Eine Ausnahme bildet das Armenrecht, dos jedoch nur mit den größten Schwierigkeiten für den Kläger zu erlangen ist.) Es tritt, da der Anwalt ja viele Streitsache» zu vertreten hat, gegenüber dem jetzigen Zustand schon ein großer Zeit- Verlust ein. Kommt es dann zu dem söge- nannten ersten G ll t e t e r m i n, so wird die jetzt in so vielen Fällen erfolgende Einigung sicherlich erschwert, weil fast jeder Anwalt ein Interesse hat, in die Beweisausnahme zu gehen. Die Forderung aus Zulassung erfolgt ja nur zu dem Zweck, um dem notleidenden Anwaltstand Mehreinnahmen zu verschaffen. Ein Angestellter, der aber überhaupt keine Mög- lichkeit hätte, sich einen Anwalt zu nehmen, und dem weitaus größten Teil der Angestelltenschaft würde es so gehen, müßte sich im Rachteil seinem Arbeitgeber gegenüber befinden. Der Arbeit- g e b e r wird in den meisten Fällen Gelegenheit haben, sich durch einen Rechtsbeistand, zum mindesten durch den Syndikus irgendeines Arbeit- geberoerbondes, dem er angehört, vertreten zu lassen. Heute wird der mangelnde Schutz des Arbeit- »ehmers durch die Möglichkeit ausgeglichen, sich durch einen Deauslraglen seiner Organisation ver- lrelen zu lassen. Wenn diese auch keine Juristen sind, so sind sie doch so reich an Kenntnissen und Ersahrungen, daß der von ihnen Vertretene nicht schutzlos dasteht. Für die Arbeitnehmer ist es aber von noch größerer Wichtigkeit, das Bewußt- sein zu haben, mit der gleichen Hingabe vertreten zu werden, ob es sich um einen Betrag von 5 M. oder um eine» solchen von 1000 M. handelt. Auch das würde durch die Vertretung eines Berufsanwaltes anders werden und ist in der heutigen Zeit des Materialismus/nur zu verständ- lich: denn jeder Anwalt müßte den höheren Ob- jekten eine größere Aufmerksamkeit zuwenden als den unlohnenden. Es wäre daher geradezu als die größte Grausamkeit zu bezeichnen, wollte man, nur um einem Berus zu helfen, fast allen Arbeitnehmern die heute einzige Möglichkeit, Recht zu erlangen, nehmen, zum mindesten aber im- gemein erschweren. Darum Hände weg vom Arbeitsgericht! Nicht nur„zur Zeit"! Faschistische Diktatur? Das neue RPD.-Spiel Die kommunistische Presse unterhält sich mit dem Spiel, den Teufel an die Wand zu malen. Sie schreit über faschistische Diktatur i n D e u tsch- l a n d, ganz so, als handelt es sich längst nicht mehr um einen zu befürchtenden Zustand, sondern um eiste vollzogene Tatsache. Obwohl wir in die Diktaturpraxis weniger eingeweiht sind als die Deutsch-Moskauer und Moskau-Deutschen, wisien wir doch soviel, daß von dem Augenblick an, mit dem in Deutschland etwa eine saschistische Dilta- tur zur Herrschast käme, die Linkspresse, nicht nur die KPD.-Presse, keine Gelegenheit mehr hätte, auch mir einen Satz dagegen zu bringen. Im Ernst kommt es der KPD.-Presje aber auch nicht darauf an, sich mit dem Diktaturchema zu befassen. Es dreht sich für sie vielmehr darum. die Gewerkschaften herunterzureißen. Die Ge- werkschaften mit ihren Führern sollen gehängt werden, und dazu gebrauchen die„Revolutionäre" einen Strick.„Die Gewerkschaftsführer unter- stützen die faschistische Diktatur", die Gewerkschafts- Mitglieder werden zum Sturmlauf dagegen auf- gerufen. Also erst muß die faschistische Diktatur hervorgezaubert werden, damit den Lesern der KPD.-Presse vorgeschwindelt werden kann, die Gewerkschaftsführer unterstützten diese Diktatur. sie verherrlichen die„Schleicher-Diktatur". Als be- sonderer Anlaß für ihre Verunglimpfung der Ge- werkschasten dient den„Revolutionären" deren Forderung aus Arbeitsbejchassung. Im Gegensatz zur KPD.-RGO, der es aus etliche tausend Arbeiter, die sie durch wilde Streiks außer Arbeit gebracht hat, nicht ankommt, find wir reformistisch genug, uns über jede neue ArbeilsgelegenHeit, die beschafft werden kann, zu freuen. Auch die A D G B.- F ü h r e r, die tag täglich durch den Kakao der„Roten Fahne" ge schleift werden, wissen, daß die Arbeitslosigkeit durch die schönsten Arbeitsbeschasfungsprogramme nicht zu beseitigen ist, aber erst recht nicht durch „den einzigen Ausweg" ins Chaos, den die Äom- munisten anpreisen. Weder deren Geschrei noch ihre wilden Streikaktionen heben die kapito listische Wirtschaft in den nächsten Monaten aus den Angeln. Aus den Anstrengungen der Gewertjchasten um Arbeitsbeschaffung macht die„Rote Fahne" einen „Arbeitsbeschaffungsschwindel der kapitalistischen Scharsmacher", der den Gewerkschaftsführern gut genug sei,„um die Begründung für ihre Rolle als Trabanten der faschistischen Schleicher-Regie- rung abzugeben". Die revolutionären Kämpen gegen„d e n H o u p t f e i n d" spielen zu toll mit dem Feuer. Arbeit für 400 Mann Merseburg, 7. Januar. Beim Ammoniakwert Merseburg lLeunawerke) sind dieser Tage 2 00 Mann neu eingestellt worden. In den nächsten Tagen werden weitere 200 Mann folgen. Die Reu- einstellungen sind auf die saisonmäßige Belebung des Stickstoffmarktes zurückzuführen. Die Be. s ch ä f t i g u n g der neu eingestellten 100 Mann ist bis Mitte des Jahres sicher-, ob darüber hinaus, steht noch nicht fest.. lorlsniiehsk,_ Likörservice Kaffeekanne- Dessertbesteck- 01. Bollerkörbe._ Tortenplatten Isolierflaschen ,0 Alpocca, verchromt, im /l � Tablett, vernickelt, mit»echs 1 Messing vernickelt 1.90, I ü 90 g Silber-Autl., Messer| Vollweide mit Zopfrand vernickelter Rand, co. 30cm, ca.'/.Liter Inhalt, mit Alumin.um- A X weiß unä farbig lackiert, Stuck...... Brotkästen weißlackiert, mitsdionen Dekoren, ca. 2 kg...M. Milchtöpfe Aluminium, un bordiert, � ca. 3 Liter...... Pfennig w w Obstkörbe Porzellan auf Füßen reiche Dekors..Stck. Pefn 48 Gedecke dünnes Porzellan, 3 teil. eckiger Teller...Pfennig Teeschalen Gedecktassen_. r i til. T(J dünn,Goldb.u. 0i- Porz., weiß, versch.• q 1 rO I CO r\/l igOVJ Linie..Stck. 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Die Anrufung des Schlichtungsausschusses durch den M e ta l la bb e i te r- V e r b an d ist not- wendig geworden, weil sich der VBZNZ. hartnäckig weigert, die Lehrlingsfragen tariflich zu regeln. Schon seit Jahren bemüht sich der Metall- arbeiter-Verband darum, die Entlohnung, den Urlaub, die allgemeinen Arbeitsbestim- mungen sowie die Frage der Akkordarbeit der Lehrlinge mit dem BBMJ. in einem Zusagabkommen zum Tarifvertrag der erwachsenen Metallarbeiter festzulegen. Bei fast jeder Taris- Verhandlung ist diese Forderung erhoben worden. Die Unternehmer lehnen eine solche Regelung ab, well nach ihrer Auffassung durch die Beschäftigung eines Lehrlings kein Arbeitsverhältnis sondern ein„E r z i e h u n g s v e r h ä l t n i s" geschaffen wird. Der Schlichtungsausschuß anerkannte zwar, daß auch das Lehroerhältnis ein Arbeitsverhältnis ist, lehnte aber eine Tarifvertragshilfe für die Lehr- linge ab, weil die Lshrlingsfragen geregelt seien. Arbeitszeit und Reichsbahn An einenr erfolgreichen Berlauf der Genfer Vorkonferenz zur Verkürzung der Arbeitszeit find vor allem auch die Eisenbahner interessiert. Sie leiden— ganz besonders in Deutschland— unter rückständigen Arbeitszeitoerhältnissen und erwarten daher von der Konsernz ein« wirksame Unterstützung ihrer Forderungen aus Verkürzung der Arbeitszeit zur Bekämpfung der Arbeits- lofigkeit. Nach dem amtlichen Bericht der Reichsbahn- gesellschaft wurde der Personalstand von 713 Uhr. im Krematorium Bauinschulenwcg. Kiefholz- straße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet Die Ort«Verwaltung. Blumen iiiiiiiiiiiiiimiiiininiiiiiiiin Paul Golletz Mariannenstr. 9 F8, Oberbauml303 Erfinilor forwärtsstieWe Auch heute noch Über Nacht z.Reicht. Kostenlose Aufklär sof. fordern von F. Erdmann& Co. Berlin SW. 11. Bindfaden Kordel. Paciutricke, Pack- u. Seidenpapiere, Pappen Billige Einkauftquelle Karl Daub S 14. 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Eine Freundschaft, die man in reiferen Jahren schließt, hat nie diese selbstverständliche Leichtigkeit, wie eine Freundschaft von Jugend auf. Sie bleibt immer zurückhaltender. Und doch, dachte er, kann jetzt etwas Ernsthafteres draus werden. Eine bewußtere Freundschaft. Wir sind zwei erwachsene und einsame Menschen, die unter der Einsamkeit leiden und einander nötig haben. Helene gegenüber erwähnte er vorläufig nichts. Eine Art Scheu, etwas noch nicht Befestigtes und vielleicht doch Unsicheres zu verraten, hielt ihn zurück. Auch verspürte er keine Lust, Rognos mal mit sich zu nehmen. Er wallte ihn für sich behalten, wie Helene ja auch ihre Freundinnen hatte, die er kaum kannte. Auch Rognos bat Berger nicht mit zu sich nach Haus. Der eine wußte nicht mal genau, wo der andere wohnte. Es war und blieb eine Caföhausfreundschaft. Das heißt, manch- mal»lachten sie auch weite Gänge mitein- ander, begleiteten sich aber nie bis zur Haus- lür. Es kam ihnen gleichsam nicht in den Sinn. Oft saßen sie lange beisammen, ohne zu reden. Immer aber hatten sie selbst im Menschengewimmel die eindringliche Emp- findung von der Gegenwart des anderen. Auf die Dauer tonnte Berger feine Be- kanntschaft aber doch nicht verheimlichen Er hatte sich daran gewöhnt, den größten Teil seiner Freizeit daheim zuzubringen, und als er jetzt mit dieser Gewohnheit brach, mußte Helene sich wundern, wenn es auch nur ein paarmal die Woche geschah und er nie später als um zwölf nach Haufe kam. Eines Tages machte sie ihrer Verwunde- rung Luft und nun erzählte er ihr alles— vom ersten Abend an. Anfangs etwas ver- legen, nach und nach aber wurde er eifriger, wie immer, wenn etwas ihn stark ergriff, und er sprach sich dann warm. Helene hörte ihn mit einem gewissen Miß- trauen zu, das ihn reizte. Aber als er ver- ftummte, sah sie ihn lange und bekümmert an.„Wenn das bloß nicht wieder eine Eni- läuschung gibt", sagte sie endlich. Er wurde ein wenig rot bei ihrer kühlen Resignation.„Weshalb sollte es das? Sie hatte ihr Gesicht in die Hand gestützt und schlug die Augen nieder.„Weil das unsere Bestimmung zu sein scheint", ant- wartete sie mit einem bitteren Klang der Stimme, der ihm wehtat, ihn aber auch zum Protest reizte.„Warum so bitter?" fragte er. „Weil wir Grund dazu haben— alle beide." „Ja", sagte er,„vielleicht haben wir Grund. Aber was hilft es denn alles. Und wenn ich mich mit meinen Enttäuschungen abfinde, wirst du's wohl auch mit deinen können." Da blickte sie auf, beinahe feindselig in ihrer Wachsamkeit.„Wie meinst du das?" Er stand ohne zu antworten auf und tat ein paar Schritte. Als sie aber die Frage wiederholte, wandte er sich ihr zu, jetzt etwas ruhiger geworden:„Ich kann dir gerne ant- warten", sagte er.„Aber du darfst nicht be- leidigt sein. Es dreht sich hier ganz einfach um das eine, daß ich in der Ehrliebe ge- troffen bin. du bloß im Ehrgeiz." Sie stieß einen spöttischen Laut aus. „Ehrgeiz?" Er nickte kurz.„Ja— mir zuliebe. Die Antwort machte sie stutzen. Dann fragte sie nachdenklich:„Hast du denn selbst gar keinen Ehrgeiz?" „Doch", antwortete er,„aber der steht bei mir erst in zweiter Linie." 3. Im Verlauf dieses Winters sollte Bergers unterdrücktem Ehrgeiz Gelegenheit genug gegeben werden, sich aufzubäumen. Es kam etwas, das all die alle Qual wieder auf- lodern machte, lebendig und maßlos wie vor sieben Jahren. An einem Januarabend kam er nach be- endigter Reise vom Bahnamt. Es war Mittwoch, und wie immer wollte er sich mit Rognos treffen. Es war ein ganz gewöhn- licher Tag, nichts Auffälliges oder Erwar- tungsvolles. Es war, wie es im Januar zu fein pflegt, düster und etwas melancholisch in der Luft, mit einem sternenlosen Himmel, der halb wie in Gedanken ein paar ver- streute naßkalte Schneefetzen herabstreut«. Berger schlug den Mantelkragen hoch und fühlte sich in Stimmung, wie immer bei leichtem Schneewetter, wenn er danach ge- kleidet war. Ehe er ins Cafe ging, fiel ihm ein, einen Blick in die Abendzeitung zu tun, die nebenan im Fenster der Zeitungsfpedi- tion hing. Sie enthielt nichts eigentlich Neues, und er überflog rasch die Spalten, nur die Ueberschriften lesend. Eine Notiz unter der Ueberschrift„Postwesen" erregte seine Aufmerksamkeit und er las sie mit halbem Interesse. Plötzlich nahm er die Pfeife aus dem Mund, mit einer steifen mechanischen Bewe- gung, und starrte dumm auf ein paar un- ansehnliche Petitzeilen mit der Mitteilung von der Beförderung des Postinspektors Lüdersen zum Postdirektor. Er mußte sich zusammennehmen, um weiterzukommen. Schlaff, ohne Haß, Neid oder Erregung taumelte er weiter. Er rannte gegen ein paar geschäftige Mitbürger, ohne um Entschuldigung zu bitten, ja fast ohne es zu merken. Vor dem Cafe hielt Rognos ihn an, wie er gerade daran vorbeieilte.„Na, Sie haben wohl den Weg verlernt?" In seiner Verwirrung sah Bcrger jetzt auf. Ihm fiel ein, was er eigentlich hier vorhatte und was sie beide früher einmal besprochen hatten. Bei diesem Gedanken wurde er bren- nend rot. Und ohne den Versuch, etwas zu verbergen oder zu verhehlen, sah er Rognos gerade in die Augen, wehrlos und gänzlich unheldisch.„Haben Sie's gelesen?— Lüdersen ist zum Postdirektor ernannt." Rognos nickte kurz.„Ja", sagte er.„Kom- men Sie, wir gehen hinein. Hier draußen wird man ja hundenaß." Berger folgte ihm willenlos. Als sie einen Platz gefunden hatten, wurde er ruhiger, aber auf eine eigene demütige, verwundete Weise. Er versuchte es mit einem kleinen Lächeln zu Rognos hinüber, und es hatte sicher die Absicht, munter zu wirken.„Postnotizen lesen Sie also auch?" Rognos sah ihn mit scheuer, behutsamer Teilnahme an.„Das kommt vor", antwortete er.„Besonders wenn die Zeitung so öde ist wie heute abend." Dann sagte er„Ich ver- stehe, daß es Ihnen nahegeht. Diesmal sind Sie aber doch wenigstens nicht übergangen." Berger richtete sich langsam, wie erwachend hoch.„Wieso nicht?" Es lag etwas Ab- weisendes in seinem Ton. Aber Rognos ließ 808. SJI! sich nicht einschüchtern.„Ich meine", sagte er, „diesmal hat Lüdersen vermutlich ein Anrecht auf die Stelle. Ich nehme an, er ist alt genug zu einer solchen Beförderung. Er war wohl auch unter, den Bewerbern der älteste, nicht wahr?" „Das weiß ich nicht. Aber wenn auch?" Dieser unerwartete Widerstand beunruhigte Rognos ein wenig.„Ich meine", fuhr er fort, „da kam ihm also unter allen Umständen die Stelle zu. Auch wenn er jene rühmliche Heldentat nicht ausgeführt hätte. Die Sache von damals— vor acht Iahren— ist also nicht die Veranlassung." Berger sah ihn voll hartnäckigem Trotz an. „Doch", antwortete er.„Insofern als—" „Insofern als—?" Da flog eine leichte Röte über Bergers schmales Knabengesicht.„Ja, insofern, als ich verhindert war, mich zu bewerben. Durch eben das verhindert, was vor acht Jahren geschah Dadurch wurde er der Aelteste." Rognos betrachtete ihn überrascht.„Sie hätten sich also beworben— unter normalen Umständen?" „Ja." „Aber warum haben Sie es denn nicht getan? Die alte Sache ist doch wohl jetzt ver- gessen?" Berger lächelte bitler.„Ja danke", sagte er,„schön vergessen. Den Tag, wo ich das erlebe, werde ich die Konkurrenz mit Lüder- sen schon noch aufnehmen. Aber mich einer neuen Beleidigung aussetzen, so wie damals, das mag ich nicht"(Fortsetzung folgt.) Sin ftild aus unterer Seil/ Ton iUargarelhe JUapproth Schulze kommt nach Hause. Unter seinen schweren Stieseln ächzt die Stiege. Die Frau hört ihn draußen fluchen.—„Dunnerkiel, da rennt man sich noch'n Schädel ein."— Sie springt, reißt die Türe auf, daß das Licht auf die Treppe fällt. „Will bloß sehn, wenn die Funzel mal weg kommt", schimpft er weiter. Die Frau denkt, daß er recht hat. Die kleine Oellampe für zwei Stiegen. Den ganzen Tag brennt sie im Winter. Man brauchte noch eine, die Treppen sind winklig und abgetreten, Geländer nicht fest.—„Können froh sein, daß wir überhaupt noch wohnen", sagt sie und macht die Türe zu, damit die Wärme in der Stube bleibt. Schulze stellt mit hartem Griff die Dose auf den Tisch. Sie klirrt ein wenig. Rote Dose mit Hakenkreuz. Er wirft die Mütze in die Ecke. Gelbe SA.-Mütze. „Der Teufel hol die Sammlerei!" Er geht zum Herd, reibt die erstarrten Finger. Neben ihm steht die Frau, rührt in der Suppe. Er schaut gierig in den Topf. Kein Fleisch drin. —„Morgen bekomm ich was", sagt er.— „Heute hast du nichts?" fragt sie. Er antwortet nicht.—„Für wen ist denn eigentlich die Fechterei?" wagt sie zu sagen. Immer dasselbe: die Unterstützung, die hinten und vorn nicht langt, die Miete zwei Monate im Rückstand, kein rich- tiges Essen für den Mann.„Schönes Pack, das in den Straßen für die noblen Herrn betteln geht!" —„Frau!" droht er.—„Haben sie dich auch mit in den Kaiserhos genommen?" spottet sie giftig. Er geht mit geballter Faust auf sie los. Sie hebt schützend den Arm zum Gesicht. Aber er wendet sich ab und geht zum Sofa. Die Federn knacken, wie er sich niederläßt. Daß er sie nicht geschlagen hat? Die Frau ist erstaunt. Nach neuer Mode soll sie doch nur dienen, gehorchen, Kinder kriegen und den Mund halten. Er hat es ihr oft genug ins Gesicht ge- schleudert. Es steckt irgendwas dahinter, irgend- was— Sie hat Mut bekommen. Rührt geschäftig in der Suppe.„Aus der Lumpenpartei wär ich ja längst raus", wirft sie hin. Schulze sagt nichts. Sie beobachtet ihn. Da sitzt er in der Sosaecke, hat den grauen Mantel noch an. Drunter die braune Uniform. Hat sie geschenkt bekommen, als er in die SA. eintrat. Die alten Lumpen hatte er an den Nagel gehängt. Ja, das war was, wie er damals ankam, funkelnagelneu. „Alte", hatte er gesagt,„jetzt wird alles gut. Der Führer schafft's! Miete gibt's nich mehr. Essen wer'n wir hab'n. Und den Schuften geht's an den Hals."—„Was für Schufte?"—„Na". er schwankte ein bißchen,„natürlich die Juden und Marxisten."— Und manche Molle ist ihm damals spendiert worden. Heute muß er betteln. — Sie hat gewartet, Monat um Monat. Immer größer die Not. Nirgends Hilfe. Faule Aus- reden. Neues Hinhalten. Hetzerei, 5)aß, Mord. Es wird ein schlimmes Ende nehmen. Di« eigenen Partelleute bringen sich um. Sollten Brüder sein. Sind eine zusammengewürfelte Rotte, der Kitt hält nicht mehr.— Die Frau schöpft die dampfende Suppe in die Schüssel. Hot ein Stück Margarine darin zergehen lassen. Fettaugen schwimmen obenauf. Seit Potempa verabscheut sie diese Partei. Können Proleten so gegen Proleten vorgehen? Es will ihr nicht in den Kopf. Und der„Führer" nannte die viehische» Mörder seine Kameraden. — Sollten den Arbeitern nicht die Augen aus- gehen?— Sie tritt zum Tisch, stellt dem Mann die Schüssel hin. Der nimmt den Blechlöffel aus der Schublade. Beginnt gierig zu essen, das Ge- ficht im heißen Dampf. Das ist gut, wenn der Magen warm wird. Voll und müde wird man, kann schlafen. Appell ist heute abend wieder. Er pfeift drauf. Will lieber pennen.— Stundenlang in der Kälte stehen mit der verrückten Büchse. Und überall schreit einem die Schande entgegen, jeder Zeitungshändler trägt sie zur Schau: Scheußlicher Fememord in der SA.— Angeschossen, in einen Sack genäht, ertränkt. Ein SA.-Mann, ein Kamerad!— Schulze läßt den Löffel sinken, starrt in das trübe Lampenlicht. Drüben hantiert die Frau am Herd. Es riecht nach Spülwasser und Suppe. Geschirr klappert.— Vielleicht wird er auch er- mordet. Wenn er bettelnd auf der Straße steht und ein Kamerad ihn anspricht, denkt er, daß Mifabeth(Polens; tKleine Seilen Im Zug. Draußen läuft Welt vorbei: Bäche. Häuser. Felder. Menschen, bei der Arbeit, Sehn auf und winken, Lachen Oder stehen stumm Für einen Blick:— Weil wir vorüber fahren... Und wer sind wir? Wir harren müßig Auf ein Ziel In Angst, In Not und Müdigkeit — vielleicht im Glück... Keiner ahnt es vom andern, Keinen kümmerts vom andern Und hart ist eines am andern... Aber draußen streichelt Der weiche weiße Dampf Der Lokomotive Die junge Saat. der ihn in der Nacht um die Ecke bringen könnte. Vielleicht weiß schon jemand, daß er heimlich mit Sozis beisammen war, heimlich des Abends. Und genau so heimlich könnte auch jenes geschehen. Man könnte mit chm eine Besprechung haben. Nachts. Es wäre dunkel. Man würde noch einen Bummel machen. Alles in Kameradschaft. Wie zufällig eine einsame Gegend. Der andere ließe ihn vorausgehen. Schreckliche Minute. Schüsse aus dem Hintorhalt. Zusammenbrechen. Es wäre geschehen. Die Ehre dieser Partei wäre gerettet. Man würde ihn vielleicht fortschleppen, ins Wasser werfen. Di« Frau würde warten, warten. Er läge in Dreck und Schlamm. Die Frau wartet. Schreibt an die Leitung. Achselzucken. Man kennt ihn nicht. Hunderttausend... eine große Zahl... Wofür, wofür, wofür? quäll es ihn. „Ihr werdet mißbraucht!" hat einer an jenem Abend gesagt.„Masse seid ihr für eure Führer, Trittbrett für ihren persönlichen Ehrgeiz."— Das brennt Schulze in der Erinnerung. Er schiebt die Schüssel beiseite.—„Was is denn, Mönne?" fragt die Frau.—„Dumme Gans!" mault er und wirft sich in die Sofaecke. Er ärgert sich. Ei» hat ja recht. Immer wieder fängt sie von Potempa an. Er hat damals ge- stutzt. Aber schließlich war es der Feind, der ver- nichtei wurde, sozusagen notwendig, eine Helden- tat. Aber wenn sich Kameraden gegenseitig um- bringen, hinterrücks. Und der Führer läßt es geschehen, schreitet nicht ein. Kameraden— Brüder!— Er schaudert. Verfluchte Partei! Warum hat der Führer nicht losgeschlagen? Er hat es doch immer versprochen. Und die SA. war bereit. „Hitler macht nie Revolution", hat der eine vom Reichsbanner gesagt,„er fühlt sich doch viel zu wohl bei den seinen Leuten."—„Wo in aller Welt haben je Führer einer Arbeiterpartei wochen- lang im Luxushotel getagt?" frug der andere. „Warum wohnt er nicht bei armen SA.-Kamera- den? Und warum hat der braune Palast in München Marniorwände und Kristallüster?" Er war wütend über diese Fragen gewesen. Und doch hatten die anderen recht. Seine Frau auch.— Ja, im Sommer hatten sie die Erfüllung erwartet, waren bereit, siegessicher. Heute steht die SA. bettelnd an den Straßenecken. Wartet auf die feisten Bürger, auf die eitlen Weiber. Das sind die Pg.s. Möchte er einen dieser satten Menschen Genosse nennen?— Die Frau kommt, will die Schiissel wegnehmen. Er reißt sie ihr heftig aus der Hand, trinkt den Suppenrest aus. Cr sieht wieder die Zeitungshändler vor sich, die Schande schreit auf und ab: Fememord in der SA.— nein, er geht nicht mehr sammeln! Wofür auch? Sie sind doch in erster Linie Proleten. Sollen sie noch länger für die hohen Herrschaften fechten? Wie lange muß sich ein Prolet hinstellen, bis er so ein Frühstück des Führers bezahlen kann?— Die Frau h»t recht. Er sieht hinüber zu ihr. Ihre roten Hände tauchen aus dem heißen Wasser. Sie stellt die tropfende Schüssel ab, nimmt einen Teller. Wreder einen. Wieder. Verhärmt sieht sie aus, blaß Hatte auch mal bessere Zeiten gesehen. Resigniert blickt er von ihr weg über die ruß- geschwärzten Wände, über die verbrauchten rissigen Bretterdielen, über den leeren Tisch.— Ein wirklicher Sozialismus muß kommen, ehe der Prolet Mensch sein kann. Ihm hilft kein Hand- ausheben, kein Heilrufen. Er braucht nicht die Freundschaft der Vornehmen. Ihr Sozialisnius ist Schein. Dahinter die brutalen Gesichter der Kapitalisten. Der Genosse hatte recht: man muß seine Lage richtig erkennen, dann läßt man sich nicht täuschen, sieht sich auch die Führer an.„Sage mir, mit wem du umgehst...", hatte er gesagt. - Ja. Also warten. Wieder warten. Es kommt noch unsere Zeit. Muß kommen, wenn die große Masse der Werktätigen zusammensteht. „Möcht wissen, Frau, wer den Karren endlich aus dem Dreck zieht."—„Hitler nicht", platzt sie heraus und erschrickt.— Aber er rührt sich nicht. Da fährt sie fort:„Nur wer den Reichen die Gruben und die Fabriken nimmt und die Riesen- landgüter. Damit die die Arbeiter nicht mehr auf die«traße setzen können, weil sie mit Maschinen noch mehr Profit einstecken. Das. muh anders werden, sonst kann es uns nie besser gehen. Worte haben wir nun genug gehabt."— Er sagt nichts dagegen. Die Gedanken in ihin wühlen. Steht auf, geht auf und ab, tritt zum Fenster, kehrt ihr den Rücken. Nach einer Weile: „Ich geh nicht mehr fechten." Und zwischen den Zähnen:„Sollen mich ruhig iml den Sozis sehen" — Sie sagt nichts dagegen. Hat es schon lange kommen sehen. Eine Arbeiterbewegung kann nicht mit den Reichen zusammengehen.— Was gibt es Ifleues? t'in tßlick in die Zorfchnny Als wir>i»s am Situester das dißchcii Glück, moram wir alle warten, für das neue Jahr wünschten, dachten wir gewiß nicht an die„Haupt- person" des Festes, an Mutter Erde. Sie war das eigentliche Getnirtstagskind, denn in wohl- geformter Ellipse hat sie wieder einmal die Reise um die Sonne hinter sich, mit himmlischer Geduld das Gekrivbcl ertragend, das zwei Milliarden Menschen verursachen. Die Erde mag sich daran gewohnt hadcn. Denn trotz Dummheit, Grausam- kcit und verkorkster Weltgeschichte tragt sie uns weiter in ihrem Flug um die ledenspendendc Riesensackel. Wieviele Jahre spielt sie wohl schon die Rolle eines kosmischen Schnellzugs? Man möchte schließ- lich wissen, ob unsere Erde ein junges Mädchen, eine Frau in den besten Jahren oder gar ein altes Fräulein ist. Als erster wollte der Astronom H a l l e y im Jahre 171S das Alter der Erde fest- stellen, und zwar nach dem ständig wachsenden Salzgehall der Meere. Die Methode war ungenau. Bessere Ergebnisse erhielt man durch Messung der geologischen Schichten und Ablagerungen, aber eine wirklich zuverlässige„Crdenuhr" wurde erst . in der Epoche der Atomtheorie entdeckt. Diese vollkommene Uhr ist ein Gramm Uran, das als radioaktiver Stoff in einer be- stimmten Zeit zerfällt und sich dabei in andere Elemente(Blei und Helium) verwandelt. Der Prozeß verläuft völlig automatisch-, wir können ihn weder aufhalten noch beschleunigen. Wie lesen wir aber diese seltsame Uhr ab? Als die Erde fest zu werden begann, wurden viele Stücke Uran in Felsen eingeschlossen. Im Lause der Zeit verwandelten sie sich langsam in Blei, auf die Sekunde genau nach einem uns bekannten Zeitmaß. Bon einem Gramm Uran bleibt nach kW Millionen Jahren 0,985 Gramm Uran und 0,013 Gramm Blei, und nach 10W Millionen Jahren sind es bereits 0,110 Gramm Blei. Die Untersuchung dieser Gesteinsstücke zeigt uns also, mce lange der Zerfallsprozeß schon im Gange ist, und wir kennen dadurch den Termin, wann die Erde zu einem festen Körper erstarrte. Es war vor 14W Millionen Jahren! Aber leider kann uns diese radioaktive Uhr nicht sagen, wie lange die Erde vorher im flüssigen oder plastischen Zu- stand existiert hat. Der Astronom Jeans glaubt, daß wir mit rund 20W Millionen Jahren rechnen können, eine schöne Zahl, gegen die unsere 1933 Jahre christlicher Zeitrechnung nicht niehr als eine lächerliche Sekunde bedeuten. Jeans stellte uns in Aussicht, daß die Erde wenigstens noch eine Billion Jahre als leben- tragender Planet existieren wird. Freilich unter der stillen Voraussetzung, daß sich kein unvorgc- scheues kosmisches Malheur ereignet oder eine übermütige Menschheit ihren Globus nicht selbst in die Luft sprengt. Also 20W Millionen Jahre Vergangenheit zu einer Billion Jahre Zukunft! Lassen wir diese Zahlcnriescn zusammenschrumpfen, so erhalten wir 2 zu lOW. Wie jung ist die Erde, kaum ein Säugling! Vergessen wir aber nicht, daß der Mensch noch viel später austaucht« und ge- messen an seiner wahrscheinlichen Zukunft vielleicht gerade erst geboren wurde. Dies mag ein zeitgemäßer und etwas apti- mistischer Gedanke für den Beginn eines neuen Erdenjahres sein. Die Menschheit steckt noch in den Kinderschuhen, aber wir dürfen mit Zuversicht damit rechnen, daß sie im Laufe von einer Bil- lion Jahre doch vernünftig und erwachsen werden wird. Die Rechnung mag stimmen, sofern kein kos- misches Ereignis, wie schon erwähnt, diese hosi- »ungsreichc Entwicklung durchkreuzt. Doch die Astronomie glaubt mit gutem Recht behaupten zu können, daß irgendeine Weltuntergangs- angst, wie sie früher Mode war, ohne jede Be- griindung ist. Weder Kometen noch Meteore wer- den das irdische Gleichgewicht stören, und die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes zweier Hinmielskörper ist noch geringer als die Möglich- keit, daß Sie etwa dreimal hintereinander das große Los gewinnen. Und doch gibt es ein« Katastrophen- Theorie, die seit 30 Jahren um Wissenschaft- liche Anerkennung kämpft, aber sich nach wie vor mit einem Aschenbrödeldasein begnügen muß. Es soll hier auf den Streit nicht eingegangen werden, doch scheiitt es oermessen, neue Theorien mit einem Achselzucken zu den Kuriositäten zu werfen, be- sonders wenn man an das Schicksal Galileis, Ko- pernikus' und anderer denkt. In der Forschung muß man mit dem Pilatuswort„Was ist Wahr- heit?" äußerst vorsichtig umgehen. Da erschien jüngst ein Buch von Georg Hinz- peter:„Die Bildung der Hochgebirge durch kosmische Katastrophen"(Verlag Luken u. Luken, Berlin), dessen Hypothese, ob richtig oder falsch, sicher interessant ist. Der Autor, ein Vertreter der „Welteis lehre" Hörbigers, führt die geologische Anordnung der Erdrinde auf den Ein- stürz eines Mondes zurück, der einst in grauer Vor- zeit die Erde umkreiste. Es war nicht so, daß jener Mond plötzlich niederging, sondern er näherte sich nur langsam, türmte am Aequator die Aleere und zerriß durch Gezcitenkräfte die Hülle der tod- wunden Erde. Bis dieser Mond, nur noch wenige Kilometer von der Erde entsernt, sich auslöste und als vernichtender Hagel niederprasselte. Beweise dafür sieht H i n z p e t c r in der An- ordnung der Faltengebirge, in den Polverschic- Hungen, den Erdkrusten Wanderungen und in an- deren Tatsachen. Seine Erklärungen klingen so eim'ach, als hätte man endlich den llmvcrsalschlüssel gesunden, der uns alle geologischen Rätsel löst. lind doch fehlt etwas, nämlich die astronomisch und physikalisch begründete Annahme, daf> unsere Erde wirklich Monde einsängt. Nach Hörbiger handelte es sich damals um den sogenannten „Tertiärmond", der von der Erde geschluckt wurde, dann folgte eine herrliche mondlose Zeit, bis die Erde den Planeten Luna in ihren Schwerkraft- bcreich zwang und zum gchorsaine» Trabanten Mond machte. Und auch dieser Mond, der uns als treuer Freund durch die Nächte leuchtet, soll eines Tages— welch düsterer Traum!— auf uns niederstürzen.. sagt die„Weltcislehrc". Die offizielle Forschung glaubt nicht an diesen kosmischen Zwischenfall, und die daran glauben, haben trog ihrer Rührigkeit keine Beweise. Wir haben also bis heute keinen Grund, den Mond mit feindlichen Blicken zu betrachten... Gox. Siner ftifiei Unheil um 25 Pfennig Als ich das Geschäft betrat, konnte ich nicht ahnen, daß ich es einigermaßen betroffen, ja beschämt verlassen würde. Denn eine solch alltäg- liche Sache wie das Einhandeln eines Päckchens Rasierklingen pslegte bisher bei mir ohne tragische Verwicklungen vor sich zu gehen. Ich kaufe stets die gleiche Sorte Klingen, fünf Stück für fünfundzwanzig, und nach längstens drei Wochen wiederholt sich das. Natürlich könnte ich auch immer nur alle sechs Wochen kommen und dann für fünfzig Pfennig zehn Klingen kaufen. Aber das tue ich nicht. Aus Sparsamkeit. Einen Kunden, der so regelmäßig seinen stets gleichbleibenden Bedarf an einem bestimmten Artikel deckt, sollte man eigentlich in dem Geschäft nun schon kennen. Dann hätte auch nicht passieren können, was heute passiert ist. Mag sein, daß die Verkäuferin am Rasier- klingenlager gerade daran dachte, daß sie heute abend mit ihrem Freund nicht mehr als fünfzig Pfennige ausgeben dürfe, oder vielleicht war sie auch in Gedanken noch mit meinem begüterteren Vorgänger beschäftigt, der sich einen Umsatz von fünfzig Pfennigen auf einmal hatte leisten können. Tatsache ist jedenfalls, daß sie meinen Einkauf ebenfalls mit fünfzig Pfennigen in ihrer Kasse registrierte und daß demzufolge meine ausge- streckte Hand vergebens auf die fünfundzwanzig Pfennige Wechselgeld wartete. Hätte ich selbst auch nur ein einziges Mal acht oder zehn Stunden lang hinter einer Verkaufs- tafel gestanden, an einer Registrierkasse, die zwar nötigenfalls zur Korrektur eines Tippfehlers auf- zuschließen geht, deren Schlüssel sich aber in den Händen eines Vizefeldw..., Verzeihung, einer Aufsichtsdame befindet, dann wäre ich bestimmt nicht eine Sekunde lang im Zweifel gewesen, was ich im vorliegenden Falle zu tun hatte. So aber wußte ich es leider erst, als es schon zu spät war, als nämlich besagte Dame mit der Armbinde„Aufsicht" die Kasse aufschloß und da- bei der Verkäuferin einen Tadel erteilte. Ohrfeigen hätte ich mich in diesem Moment mögen für meine Langsamkeit. Nur hätte das dem Mädel hinter der Tafel ebensowenig genützt wie die paar bedauernden, trösten sollenden Worte, die ich schließlich herausbrachte. Sie wird heute abend, nachdem sie dem letzten Kunden seine Rasierklingen verkauft und ihren Platz aufgeräumt hat, unentrinnbar ihren Tadel angeschrieben be- kommen, und nach drei Tadeln einen Verweis im Personalbüro, und nach drei Verweisen ihre Papiere. Und dann wird sie zu den vielen ge- hören, die Tag für Tag in den Korridoren der Arbeitsämter warten, während an ihrem Platz hinterm Verkaufstisch eine andere stehen und von neun bis sieben freundlich lächelnd fragen wird: „Wird der Herr schon bedient?" Vielleicht ist die ganze Angelegenheit gar nicht so schlimm, oersuche ich mich zu trösten: vielleicht erinnert sich die„Aufsicht", die jung und nett und gar nicht martialisch aussah, der Zeit, wo sie selbst noch hinterm Ladentisch stand, und„vergißt" das Versehen ihrer Kollegin: vielleicht. Aber das er- zwungene, gequälte Lächeln, mit dem mir das Mädel die fünfundzwanzig Pfennige zurückgab, geht mir nicht aus dem Sinn... G. K. HbLaine Afxzeigwx wivkungsv&U und billig- Uberschriftswort 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt: 5mal 5%, 8mal 7;4%, 12maMO�; 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20%, lO OOO Worte 25%. Annahme durch den Verlag, tindenstr.3(%9— 5 Uhr), sämtl. Vorwärts-Filialen u. Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen | veritöuiB| Tcpvichbaus Emil Lei, ore. Berlin, seit 20 Iah- reu nur Oranien- strasie 158. gab- lunaserleichteruna ohne Aufschlag. Eue- liialkataloa kosten. srci.' 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Walter Gilbricht Regie Heinz Hilpert mit Eugen Klöpfer neue günstige Gelegenheit zum Anschluß an die IMes 6MM(ins J.| Ball wt Savoy Gitta Sllvav ! naf, B-rso»,/ Calo* 3>tnt* I | Keile: Älfrvd«0ttev| CASINO-THEATER SVa Lothringer Strah« 87 «Va Täglich Bunte Bühne: VarietA, Kabarett, Theater Onkel Muz, der Ehestlfter Gutschein 1— 4 Personen: Parkett nur 0.60. Fauteuil 0,75, Sessel 1,25 Sonntag 4 Uhr; Onkel Mua. Kl. Preise. Wollen Sie viel Geld aparen? Dann werden Sie Teilnehmerin an den Juvena-Knrsen. Dort lernen Sie nämlich, wie man Wirkwäiche behandelt und pflegt, damit sie doppelt so lange hält, und wie man sie unsichtbar repariert. Montag 9. 1. Beginn der Kurse. 3 Doppelstunden RM. 0.80 einschließlich Gymnastik. Auskunft im Juvena-Haus, Potsdamer Brücke. Staatsoper Unter den linden Sonnabend, 21. Januar 1988, 11 Uhr abends Pesivotsieiiukü der BeäiMtl/iluiUMfe Unter dem Protektorat des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg Mitwirkende Bühnenkünstler: Gitta Alpar Rosy Barsony Maria Paudler Marguerite Perras Lotte Schöne Erika von Thellmann Lizzi Waldmüller Wilhelm Bendow Oskar Denes Max Ehrlich Hans Fidesser Paul Graetz Max Hansen Paul Hörbiger Oskar Karlweis Emanuel List Harald Panlsen Theodor Scheidt Kammersänger Richard Tauber Ernst Verebes Mitwirkende Dirigenten im I. Teil: Generalmusikdirektor Erich Kleiber Generalmusikdirektor Otto Klemperer Fritz Zweig Mitwirkende Dirigenten im 2. Teil: Ernst Hauke Generalmusikdirektor Manfred Gurlitt Hans Schindler und Komponist Paul Abraham In beiden Teilen: Das Orchester der Staatsoper Gesellschaftspause zwischen dem I. und 2. Teil Leitung der Veranstaltung: Karl WeiSS Preise der Platze M 1.50 bis 20.—. Vorverkauf: Staatsoper, Unter den Linden, Wertheim, K. d. W. u. Karstadt Oirldtiutr. 90 DSotoH 523 Täglich 8'/« Uhr Auslandsreise mit Felix Brcssarl Maria Paadler Oscar Sabo ßchal, Berghof, Witt Mottsbiwne Ermäßigte Einschreibegebühr 0.50 Mark In der Zeit vom Januar bis Juni 1933: 6 Vorstellungen im Theater am Bülowpiatz oder 5 Vorstellungen im Theater am Bülowpiatz 1 Vorstellung i. d. Staatsoper U. d. Linden Vorstollungsbeouch auf allen Plätzen(Auslosung der Karten w jeder Vorstellung) MavS (in der Staatsoper 2.50 Mark) einschließlich Programmzettel und Zeitschrift. Ermäßigte Eintrittspreise bei zahlreichen Sonderveranscalcungen(Konzert, Tanz, Kabarett) Aus dem Spielplan des Theaters a. Bülowpiatz (Künstl. Leitung; Heinz Hilpert): Gilbricht, Oliver Cromwells Sendung/ Zuckmayer, Schinderhannes/ Castonier, Die Sardinenfischer/ Brecht, Die heilige Johanna der Schlachthöfe/ Ebermayer u.fiann, Professor Unrat/ Eine Posse mit Musik u. a. m. Unter den Darstellern des Theaters a. Bülowpiatz Eugen Klopfer/ Emil Jannings/ Attila Hörbiger/ Hans Brausewetter/ W. Diegel- mann/ Reinh. Bernde/ Ernst Karchow j. Almas/ Paul Dahlke/ H. Halden/ Hch. Marlow/ Camilla Spira/ Berthe Drews Luise Rainer/ Cäc. Lvovsky/ Lotte Stein usw. BEITRITTS-ERKLÄRUNGEN in 200 Zahlstellen(u. a. sämtliche Theaterkassen der Firma Tiecz und K. d. W.) sowie in dar Hauptgeschäftsstelle Berlin C 25, LinienstraBe 227.— Fernruf D 1 Norden 6536 Wer steh bis 31. Januar der Volksbühne anschließt, erhält damit das Recht der Teilnahme an dem großen Preisausschreiben der Volksbühne („Wieviele Menschen werden In der Zelt vom 1. Januar bis 30. Juni 1933 dasTheater am Bülowpiatz besuchen I") Geaamtwert der Preise 4000 M 4 Barpreise zusammen 2000 M AHcs Nähere im Januar /Februar- Heft der Vereins» Zeitschrift, das unentgeltlicb abgegeben wird. Theater des Westens Steinpl. 5121 Täglich 8V« Uhr Max Palleiiberg als: BraverSoIdat Schwejk MM» siam. oper Charlottenburg Fraunhofer 0231 Sonntag, 8. Januar 19'/2 Uhr Turnus IV Die Prinzessin von Trapeznnt Eisinger. Schuster a. G., Burgwinkel, Frind, Braut a. G.. Qombert, Gronau a. G., Kandl, Heyer Dirigent: Müller Kurfiirstend.-Th. Korftrstendamn 200 TeI.Bism.1400 Täglich 8>4 Uhr GIQ&Iie Seile Operette von KOeoeke In d.Premierrtibeseu. MMMW Arnold Scholz— U-Bahn Hermannplatz— Haeenhelde 100/14 Großes Bockbierfest In allen Sttlen 6 Kapellan Bayr. Bedienung EinlaB; Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr Dienstag, den 10. Januar:(- rolle Ochsenbraterei und Prlmlcrung des schönsten schwarzen Bubikopfes 4 Beldprelse 40, 30, 20, 10 RM. Ba Bs Ba Bendows Bante Böhne Kottbasser Strate 0 Oberbaum 3500 TBgUds»>. Uhr Stgs nachm. 4 U de Holls Niste Bekanntmachung betreffend Einsendung der LoHnsteuerabzugabeleqe für das Kalenderjahr 1932. StBellgeBer, ble Im Rolenberjchr 1932 ben Eteuerabjug Dom Ardeililohn im lleberwelsungOberfahren Botgenommen haben, haben a) für Die am 31. Dezember 1932 bei Ihnen In einem Dlenü- nerhältnlz stehenden Arbeitnehmer auf der zweiten Seite der Cieuerlarle 1932 ble Lohnsteuer-Belchelmguna, b) für ble im Kalenderjahr 1932 vor dem 31. Dezember 1932 ouO Dem Sienftocrhältnil ausgeschiedenen SCtbeilnchmet Beninfachte Lohnsteuer. Uederweijungsblätter nach Bot» geschriebenem Muster auszuschreiben, wenn sie nicht schon Im Laufe des Jahres die vollständige Lohnsteuet-Befcheinigung In der Steuerkarte erteilt haben. Die Steuerkarten und die Lahnsteuer-Ueber- weisungsblätler stnd den Wohnsidflnanzämlern spätestens bis zum 15. Kebruar 1933 einzureichen. Nähere Auskünfte erteilen die Finanzämler. Diese vetabsolgen unentaeltllch auch die Ueberweifungiolälter und Abdrucke bei inabgebenden Beiordnung Born I. November 1932, Berlin, im Januar 1 933. Der Präsident des Landessinanzamts Berlin. Bekanntmachung betreffend Ablieferung der Sinkammensteuermarken. Jeder Arbellmhrner, kür den Im»alenberjahre 1932 Ctcuccrnoctcn verwendet worden find, Ist BerpIIlchtet, spätestens bis zum.. � IS. Kebruar 1933 seine Sleuetfatle für 1932 und ble Einlagebagen mit den Im Ralendersahre 1932 verwendeten Steuermarken an da« zinanzamt abzullesern, In dessen Bezirk er am 10. Oktober 1932 leinen Wohnst, oder gewöhnlichen Aufenthalt Halle. Dabei hat er die Nummer der Elruerlarle für 1933 und ble öemelnbebehätbe, ble diele Steuerkarte ausgestellt hat, anzugeben. Sofern die Iteuerkarte 1932 vom Arbeitnehmer nicht eingesandt werden kann, well ste etwa bei einem Utbctt. gebet für die Lohnsteuerbefchelntgung Verwendung findet, sind Name und Wohnung diese» Arbeitgebers bei der Einienbung her Einiagedogen Bora Arbeitnehmer Stettiner Sänger Reidisballen-Tti., Dönhoffpl. 8.15, Sonntags 3.30 zu ermäßigten Preisen vtiS Das große Januarprogramm: r�lDieliebenErlien Tie Arbeitgeber find oerpslichtet. Arbeits- und Geschäftsräumen auf anou anzugeben. durch Anschlug in den die""------ Abliesernngsbflicht je Einlagebogen mästen vom Arbeltgeber orbmtngimihkg 10 et' hinzuweüen. Die Einl ausgefüllt und aufgerechnet kein. Berlin, im Januar 1933. Di« Finanzämter des Landesfinanzamtsbezirks Berlin. vateriand J/K�tlmenJKud VnlmZk nut&nt&fßmart BCTRIEB KEMPIMSKI» Th.d. Schauspieler Tkinkit em Srfiiffbauirdimm Weidendamm 3300 Täglich 8>/, Uhr flutomateniiilfett Kamödi« von 4. Cme/nir mit Agnes Straub Ritber. tieilinger, Gnn, Irmk-Tirtlhd) Sonntag, 3 Uhr Hlntel uadGrele S'/.Kampl der TeillH 5 c h i 1 1 b r Blsmarchatr.(Knie) Steinpl.(CI) 6715 Täglich SV* Uhr Die Männer sind mal so Mmilc Walter Kollo Sleelanl. Hililimann Stg. 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Die Flasdie Lessing Theater Täglich 8'/» Uhr Gret« Mosheim Hans Brausewetter Der Liebling von Paris Musik von Offeobadi Regie: Homolke metropoi-Ttieater ■ Täglich S't« Uhr 1 Max Hansen Hundert Meter Glück (Der Ptimv. Hillywood) E. i. Thellmann Lilien, Lingen Sonntag. 5 Uhr Ed. Liduensleln zareuiltsch Zinsen unH Unkosten geringer als Miete!. Mm ifaiiilllenliäusei i 4—5 Zimmer mit Garten, auf G Wunsch 2 Wohnungen. Diele, Bad. Zentralheizung. Preis 15 000.- MK. Prospekte: Tagafia, Abt K., Berlin-Johannisthal, Sturmvogel- Straße 27. F 3, Oberspree 2251. Sonnt; Ecksteinweg 4, part rechts. r Neue Preise!- Niederschönewoide-Bahnliolsnälie 2 Zimmer zu 68.— Mk. Monatsmiete 2 V2»» m 75.— n ff einschl. Zentralheizung, Warmwasser Keine Vorauszahlung/ Keine Umlagen Vermietung durch Spychalski, Hainstr. 34 Neubauwohnungen per sofort oder später mit und ohneZentral- heizung bezw. Warmwasserversorgung Ntthe Breitenbadiplalz Opitzstr. 5, Verwalter Buckwitz. Fernruf: G6 Steglitz 8084. Sdimargendorf. 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