Morgen- Ausgabe Nr. 15 A 8 50. Jahrg. 9Re6oftton und Verlag, Berlin 68. Ltndenstr. 3 Sernw'-»«- A 1 Am, DSnhos? 292 b« 297 Seltgtommabttnn Soaialbtmottol D-rltn BERLINER VOLKSBLATT DIENSTAG 10. Januar 1933 In Groß- Berlin 1 0 Pf. Auswärts...... 15 Pf. �VezuoSbeNngungen und Anzeigenpreise flehe am Schlutz des reba!tioncllen Teile Jentvalsegan der SozialdemokratifOe« Partei Deutschlands Völkerbund muh handeln! Soxmldernolo-atiscke Interpellation gegen Japan Tie sozialdemokratische Sieichstagsfrak- tion hat gestern folgende Interpellation eingebracht: ..Ist die Reichsregiernng bereit, ange- stchts der Vorgänge in L st a s i e n im Völkerbund den Ztandpunkt einzunehmen. daß Japan durch seine kriegerischen Aktiv- uen gegen China und durch die«chaffung des künstlichen Aiiandschukuostaats den Völkerbundspakt und den!r e l l o g g- Pakt gebrochen hat? Ist die Reichsregierung bereit, im Völkerbund, dessen Ansehen schon durch sein bisheriges Verhalten in dieser«ache schweren Schaden erlitten hat. dafür ein- zutreten, daß dieser von der japanischen Regierung die sofortige und be- dingungslose Anerkennung und Ausführung des Lytton- Berichtes verlangt, widrigenfalls sämtliche Unterzeichner des Völkerbunds- statuts und des Uellogg-Paktes die Ver- pflichtung übernehmen würden, die diplomatischen und Handels- politischen Beziehungen zu Japan unverzüglich ab- zubrechen? Ist dieReichsregierungbereit, ihren Vertreter im sogenannten l9er Ausschuß des Zlölkerbundes dahin zu in- struieren, daß er die sofortige Einberu- fung einer außerordentlichen Völker- bundsversammlung verlangt, auf der zu dem Verhalten Japans Stellung geuom- men wird?" * Die E r e i g n i s s e im Fernen Osten berühren das deutsche Volk scheinbar nicht direkt. In W a h r h e i t sind alleLänder der Welt ohne Ausnahme an der Entwicklung in Ostasien unmittelbar interessiert, nicht nur wegen ihrer Handelsbeziehungen oder wegen des Schicksals ihrer dort lebenden Staats- angehörigen, sondern auch aus anderen, höheren Gründen Es kann kein Zweifel mehr daran bestehen, daß man einem neuen Krieg im Weltausmaße mit jedem Tag näherrückt, wenn nicht sehr bald durch eine internationale Aktion dem japanischen Imperialismus Einhalt geboten wird; und außerdem würde die weitere unvermeidliche Folge einer weiteren Passivität der Mächte der Zusammenbruch des Völker- b u n d e s sein, der jede Existenzberechtigung verliert, wenn er sich nicht dazu aufrafft, Japan zur Einstellung der Feindseligkeiten und zur Achtung der internationalen Ver- träge zu zwingen. Ein Zusammenbruch des Völkerbundes wiederum bedeutet freie Bahn für die Rüstungsapostel und Kriegstreiber in allen Ländern mit der unabwendbaren Konsequenz eines neuen Völkergemetzels auch in Europa. Diese Erwägungen beweisen zur Genüge die Notwendigkeit des Schrittes, zu dem sich die sozialdemokratische Reichs- tagsfraktion entschlossen hat. Seit Jahr und Tag wird in der Arbeiterpresse des In- und Auslandes an der Passivität der Mächte und an dem Versagen des Völkerbundes gegenüber dem Konflikt im Fernen Osten unablässig heftige Kritik geübt, ohne daß die Schwierigkeit des Problems irgendwie verkannt worden wäre Die Schuld namentlich Englands und Amerikas wiegt natürlich viel schwerer als die der Reichs- regierung. Aber auch das deutsche Aus- wärtige Amt trägt seinen Anteil an der Ver- antwortung für das katastrophale Versagen des Völkerbundes seit dem Beginn der iapa- nischen Aktion in der Mandschurei im Sep- tember 1931. Denn die deutsche Diplomatie hat nicht rechtzeitig erkannt, daß gerade s i e wegen der geringeren unmittelbaren deutschen Interessen im'Fernen Osten und der sich daraus ergebenden größeren inneren Un- abhängigkeit berufen gewesen wäre, die Initiative für eine energische und er- folgversprechende internationale Friedens- aktion zu ergreifen Sie hat insbesondere nicht begriffen, daß, von einer höheren Warte ge- sehen, Deutschland als einseitig abgerüstetes, die allgemeine Abrüstung erstrebendes Land das größte Interesse daran hatte, sich einer Entwicklung entgegenzustellen, von der nur jene Nutzen ziehen können, die immer wieder behaupten, der Völkerbund sei Unsinn, die internationale Friedensorgamsation ge- höre in das Reich der Träume und jede Ab- rüstung gefährde die nationale Sicherheit. Nmi ist es unbestreitbar, daß jetzt ein Ein- greifen noch viel schwieriger ist als damals. wo es noch möglich gewesen wäre, den Brand im Keime zu ersticken. Aber eben weil die Ge- fahr heute viel größer ist, ist eine Aktion um so dringlicher und müssen auch die Mittel viel drastischer sein, wenn sie über- Als der Freiherr von Münchhausen im Sumpf stecken blieb, zog er sich an seinem eigenen Schopf wieder heraus. Adolf Hitler bedient sich im gleichen Fall seines eigenen Pressechefs und läßt sich von ihm interviewen. Das Er- gebnis dieses Rettungsversuchs veröffentlicht der „Völkische Beobachter". Hitler ließ sich also von seinem Pressechef darüber befragen, ob er sich der Verantwortung am Staat entziehen wolle. Darauf antwortete er sich selber mit einigen Sätzen aus seine» Reden, wer Verantwortung übernehme, müsse dazu auch die entsprechende Macht erhalten, und fuhr dann fort: Wenn der Herr Reichspräsident im November glaubte, dank der Ratschläge seiner Umgebung es nicht verantworten zu können, mir die Ver- antwortung zu übertragen, dann sind damit die Männer auch heute die Verantwortlichen für die traurigen Folgen und für all das Elend, die aus dieser Weigerung dem deutschen Volke erwachsen müssen. Um diese Andeutung zu verstehen, muß man wissen, daß Hitler ein Geheimprogramm zur Rettung des deutschen Volkes besitzt, mit dem er aber nicht herausrückt, solange er nicht Kanzler ist. Und wird er das überhaupt nicht, dann sieht er kaltlächelnb zu, wie das deutsche Volk zugrunde geht. Hitler befahl dann seinem Pressechef, ihn weiter zu fragen, ob er Fühlung mit Pa p e n ge- sucht habe, um Anschluß an die Schwerindustrie zu gewinnen, und diktierte dazu diese Antwort: Es ist selbstverständlich, daß ich keine Füh- lung mit Herrn von Pape» gesucht habe. Aber ebenso selbstversläudlich ist es, daß ich mir von niemandem vorschreiben lasse, mit wem ich sprechen darf und mit wem uicht. Ich bin Po» Haupt noch zum Ziele führen sollen Die ein- zige Begründung, mit der sich fast ein Jahr lang die dilatorische Taktik des Völkerbundes rechtfertigen ließ, war, daß man den Bericht der eingesetzten und an Ort und Stelle ent- sandten Völkerbundskommission abwarten müsse. Nun liegt der Lytton- Bericht bereits seit mehr als drei Monaten vor. Seine Feststellungen über die Schuld- frage sind eindeutig zugunsten Chinas, seine konkreten Lösungsvorschläge sind sorgfältig abgewogen und durchaus an- wendbar. Warum wird noch immer nicht gehandelt? Einfach deshalb nicht, weil Japan den Bericht, der seinen Friedens- und Vertragsbruch dokumentiert und den Mandschuko-Staat als japanische Schwindelgründung entlarvt, ab- lehnt und mit dem Austritt aus dem Völker- bund droht, falls der Bericht vom Völker- bund angenommen wird. Vor dieser E r- pressung weichen nun alle Großmächte, einschließlich Deutschlands, kläglich zurück. Es wird nicht g e handelt, sondern weiter und aussichtslos verhandelt, während die japa- nischen Militaristen ihren widerrechtlichen Besitz erweitern und jetzt den Krieg auf rein chinesisches Gebiet tragen und Peking be- drohen. In dieser Situation hat die sozial- liliker und werde, wenn ich es für zweckmäßig ansehe, jede Besprechung führen. Die d e u t- sche Schwerindustrie ist ein Teil der deutschen Wirtschaft(!) Ich brauche daher(?) ebensowenig an sie„An- schluß" zu suchen wie an irgendeiner anderen Wirtschastsgruppe(!). Ein Politiker hat mit allen bestehenden Faktoren zu rechnen und kann ihre Existenz nicht wegzaubern. Wenn ich aber jemals die Notwendigkeit empfinde, darüber hinaus mit irgendeiner Wirtschajts- gruppe eine besondere Fühlung zu nehmen, so benötige ich dazu keinen besonderen Für- sprecher. Das mögen sich nun R e v e n t l o w und die anderen srondierenden Pg.s gefälligst hinter die Ohren schreiben! Wozu wäre man denn Diktator einer„Arbeiterpartei", wenn man nicht vor der Schwerindustrie auf allen Nieren lausen dürfte? Daß diese Schwerindustrie„ein Teil der deutschen Wirtschast" ist, und daß Hitler daher an sie ebensowenig Anschluß zu suchen braucht, wie an eine andere Wirtschaftsgruppe— das ist eine Weisheit, die man nur mit Staune» und Schaudern vernehmen kann. Man erkennt aber an ihr jene Logik wieder, die fiir sämtliche Reden und Schriften des Oberosaf kennzeichnend ist. Auf die legte Bcfehlssrage, ob Schleichers Arbeitsbeschaffung Aussicht aui Erfolg habe, ant- wartete die männlich« Pythia mit folgenden 5lcrn- jätzen: Arbeitsbefchaffungsprog r a m m e sind nicht ihrer selb st wegen da. Ich enthalte mich doher(!) jedes Urteils über derartige Probleme, sondern(!) beurteile nur ihre'Auswirkung auf die allge- meine deutsche Wirtschaftskrise. Diese Zlriie ober wird durch Maßnahmen des Kabinetts Schleicher nicht beseitigt. demokratische R e ich s t a g sf r a k- t i o n— übrigens zur selben Zeit wie die französischen Sozialisten— ihren wohlerwogenen Vorstoß unternommen. Der knappe Wortlaut ihrer Interpellation erinnert die Reichsregierung an ihre Pflicht als V ö l k e r b u n d s st a a t und als Kontrahent des K e l l o g g- P a k t e s Wozu die feierliche internationale Verpflichtung, den Friedensbrecher zu ächten, den ange- griffenen Staat zu schützen, wenn in einem solchen eklatanten Fall die Verträge bloß Fetzen Papier bleiben? Die japanischen Imperialisten haben bisher geglaubt, sich alles erlauben zu können, weil sie bei den Mächten keinen Widerstand son- dern nur klägliches Zurückweichen fanden. Wahrscheinlich würde sich das Bild sofort ändern, wenn sie auf einen geschlossenen Willen der im Völkerbund vereinigten Mächte stoßen würden. Möglich, daß es dann gar nicht notwendig werden würde, hinter den moralischen Druck den wirtschaftlichen zu setzen, gegen den, wie man weiß, Japan außerordentlich empfindlich ist. Aber auf alle Fälle muß der Wille, die internationale Rechtsordnung zu schützen, sichtbar und fühl- bar werden. Duldung des japanischen Vor- gehens bedeutet Passivität einer Entwicklung gegenüber, die mit einem neuen Weltkrieg zu enden droht. Dies alles ist nicht etwa, wie Mißirauijche meinen könnten, eine Erfindung der„jüdischen Journaille", sondern offiziellst« amtlichste Verlout- barung der offiziösesten Pressestelle der NSDAP. Dieses Lallen ist beglaubigte Aeußerung eines sich selbst als solchen bezeichnenden„P o l i t!- k e r s", der behauptet, ein Geheimrezept zur Ret- tung des deutschen Volkes und zur Beseitigung der Krise in der Tasche zu haben. Amtliche Mitteilung Ueber die Unterredung, die Herr von Schlei- ch e r gestern mit Herrn von Pape» gehabt hat. ist hier schon berichtet worden. Nachzutragen ist noch, daß darüber folgende amtliche Mitteilung erschienen ist: „Der Reichskanzler empfing heule Herrn von Pape» zu einer Rücksprache über seine Begegnung mit Herrn Hitler am 1. Januar und die daran geknüpften irreführenden Presse- tommentare. Die Aussprache ergab die völlige Haltlosigkeit der in der Presse aus dieser Begegnung gefolgerten Behauptungen über G e- gensätzlichkeiten zwischen dem Reichskanzler und Herrn von Papen." Zwischen den beide» Herren ist also— wen» man diesen Ausdruck noch gebrauchen darf, ohne peinliche Empfindungen zu wecken—„alles in Lutter". Aufatmend vernimmt das deutsche Volt, daß zwischen ihnen„keine Gegensätzlichkeiten" be- stehen.„Völlig haltlos" war die Behauptung, die Hitlers„Völkischer Beobachter" ausgestellt hatte, szerr von Pape» hätte Herrn Hitler über den letzten Kulissenwechsel in der Wilhelmstraße sein Herz ausgeschüttet. Merkwürdigerweise wollen trotzdem die Gerüchre nicht verstummen, daß eine neue Regierung der Bankfürsten, Krantbaron« und Schlotjunker unter Adolf Hitler als dem deul- schon Fajchingskanzler in Vorbereitung ist. Giiwi Hitler, der deutsche Faschingskanzler Er 1ä2t sieh von seinem eigenen Pressechef interviewen spätere amtliche Mitteilung bleibt vorbehalten, zu oersichern, daß auch zwischen dieser Regierung und Herrn von Schleicher„Gegensätzlichkeiten" nicht bestehen. Papen und Hitler Aus einem Haufen von Flugblättern, die die Nationalsozialistische Partei vor der letzten Reichstagswahl im Kamps gegen das Papen-Regime ins Volk geworfen hat, greifen wir auf gut Glück eins der Kreisleitung Hagen heraus, für das Heinrich Vetter, M. d. R., verantwortlich zeichnet Das Blatt, das die Ueber- schrift„2X2=4" trägt und das die Stimmabgabe sür die Hitler-Partei als das einzig mögliche Er- gebnis der politischen Berechnungen von Arbeitern, Bauern und Bürgern hinstellt, setzt Papen mit der dcutschnationalen Reaktion gleich: „Papen: das heißt deutschnationale Reaktion. Deutschnationale Reaktion heißt: Ekitrechtung. Dreiklossenwahlrecht, Frondienst, Klassenkampf. Unfähigkeit Vernichtung der Wirtschaft, Ar- beitslosigkeit, Massenelend, Bolschewismus!" Mit dem so gekennzeichneten Mann, auf dem der Fluch aller Nationalsozialisten lasten mußte, trifft sich acht Wochen nach der Wahl der Führer der Partei, wie er selbst sagt, die politische Lage mit ihm zu diskutieren, das heißt in Wirklichkeit, um sich seine politische Unter st ützung zu sichern. Vermag man sich etwas Würdeloseres vorzustellen? Handelskrieg! •Arxentinien bleibt starrköpfig heute, am 10. Januar, wird Argentinien von der Liste derjenigen Länder gestrichen, die bei der Einfuhr nach Deutschland Meistbegünsti- g u n g genießen. Zur die Einfuhr bestimmter argentinischer Waren werden die Zollsähe des Obertariss angewandt. Damit wird der Handelskrieg zwischen Deutschland und Argentinien offiziell eröffnet. Der Handelsvertrag, der feit dem lg. September 1857 bestand, ist damit faktisch aufgehoben. Der Anlaß zu diesem unerfreulichen Konflikt ist klein, aber die Folgen können sehr weit- tragend sein. Argentinien hat nämlich, mit Wirkung ab IS. November 1932, Chile für eine Reihe von Waren Zollermäßigungen gewährt, die es Deutschland nicht zugestehen will. Obwohl sich Deutschland und Argentinien 7S Jahre lang gegen- seitig Meistbegünstigung gewährt haben, behaup- tcte Argentinien plötzlich, Deutschland habe keinen Anspruch auf unbedingte Meistbegünstigung. Von diesem Standpunkt ist Argentinien trotz der an- aedrohten Gegenmaßnahmen nicht abgegangen. Der Beginn dieser Gegenmaßnahmen war zunächst aus den 1. Januar festgesetzt, dann bis zum i Januar hinausgeschoben worden— leider ohne Crsolg,• Argentiniens Starrköpfigkeit muß um so merk- würdiger erscheinen, als es sehr viel mehr .an Deutschland oerkauft als von Deutschland bezieht, Deutschlands Ein» stchr an argentinischen Waren belies sich in der ?leit vom Januar bis September 1932 auf 117,3 Millionen Mark: hauptsächlich werden Weizen, Gerste, Mais, Wolle, Häute und Felle und Oelsoaten eingeführt. Die deutsche Ausfuhr liast ausschließlich Fertigwaren) belief sich auf nur 65,9 Millionen Mark, so daß der Handels- verkehr zwischen beiden Ländern mit 81,4 Mil- lionen Mark zuungunsten Deutschlands passiv war. Die Sache erhält dadurch größte Bedeutung, als die Haltung Argentiniens unter Berück- sichtigung der O t t a w a- V e r t r ä g e des briti- schcn Imperiums zu verstehen ist, Argentinien oersucht, mit England einen neuen Handelsvertrag abzuschließen, nachdem seine Stellung in der englischen Einfuhr durch die Ottawa-Derträge stark verschlechtert worden ist. Um nun sür die Ausfuhr nach England �Fleisch!) günstige Be- dingungen herauszuholen, will Argentinien an- scheinend auch England Präferenzen einräumen, die Deutschland nicht zugute kommen sollen, Die Aussichten für die Weltwirtschaftskonferenz werden somit immer schlechter. Berlins Frauen protestieren Gegen den Margarinekrieg wider das Volk Argentinien unruhig Putschversuch gescheitert Buenos Aires. 9. Januar. Die Behörden sind einem neuen Putsch- versuch auf die Spur gekommen. Etwa 30 Be- wassnetc haben versucht, das Eisenbahner- b a t a i l l o n von Concordia(Provinz Corrientes) '-,u einem Ausstand zu bewegen. Es kam hierbei zu einem Feuergefecht, bei dem die Agita- toren zurückgeschlagen wurden. Ein Offizier und :wei Mann der Garnison wurden leicht oerletzt, .lehn Anhänger des ehemaligen Präsidenten I r i g o y e n wurden verhaftet,— Ferner bemächtigten sich 1? Personen von der brasilianischen Grenze her des Polizeipostens San Isidora. Sic oersuchten auch den Polizeiposten von San Carlos in die Hand zu bekommen, wurden jedoch in. die Flucht geschlagen. Man glaubt, daß die 'cwegung mit dem im vorigen Monat geschei- lerten Putsch in Verbindung steht, * Di« Regierung mißt den bewaffneten Angrijfen in>der Grenzprooin.; Corrientes keine Bedeutung bei, Sie hat Kenntnis erhalten, daß zehn argen- mische Verbannte, darunter die Rädelsführer ! er Angriffe, auf uruguayisches Gebiet ge- siüchret sind, wo sie wegen Mißbvauchs der Gast- freundschaft und Bruchs des Ehrenwortes ver- haftet wurden... „Die am 9. Januar im Saalbau Zriedrichshain oersammelten Zrauen und Männer protestieren aufs schärfste gegen die Rolverordnung vom 23. Dezember 1932. die durch den Butter- beimischungszwang eine Verteuerung und Verschlechterung der als volksnahrungs- mlttel unentbehrlichen Margarine herbeiführt und so die Lebenshaltung der breiten Massen noch weiter herabdrückt. Die Versammlung begrüßt den von der sozialdemokratischen Reichslagsfrak- tion gestellten Antrag aus sofortige Aufhebung der Margarinenotoerordnung und erwartet vom Deutschen Reichstag, daß er bei seinem Zusammentritt am 24. Januar diesen Antrag einmütig annimmt." So lautet die Resolution, die gestern mit Ein- stimmigkeit im Saalbau Friedrichshain von den Berliner Arbeiterfrauen, die in sehr großer Zahl zum Protest gegen den Volksfeind- lichen Kurs der amtierenden Reichsregierung sich eingefunden hatten, gefaßt wurde. Der Bersamm- lung ging ein Fahneneinmarsch voraus, der, mit Begeisterung begrüßt, von der Freien Sport- und Mustkvereinigung in ihrer schmucken weißen Tracht geführt und musikalisch begleitet wurde. Unsere Reichsbannerkameraden stellten den Saal- schütz. Die Genossinnen, die für die Gefangenen- und Verfolgtenhtlfe warben, hatten besonderen Erfolg, Genossin Kern eröffnete die Kundgebung mit lebhast aufgenommenem Freiheitsruf. Im Namen des Bezirksverbandes Berlin der Sozialdemokra- tischen Partei wies sie darauf hin, daß die Generalsrcgierung von Schleicher den Burgfrieden benutzt Hab«, um durch eine Notverordnung den Beimischungszwang von Butter zur Margarine zu dekretieren. Das fordere den Protest der schaffen» den Bevölkerung heraus. Genossin Kern gab dann der Reichetagsabgeordneten Genossin Mathilde Wurm das Wort. Mathilde Wurm führte aus:„Der Mar- garinekrieg ist ein Krieg gegen das Volt, zu- gunsten einer Schicht, die im Fordern schon immer unersättlich gewesen ist. Die Agrarier haben vielleicht in den Formen des Kampfes sich geändert, in der Sache sind sie sich gleich geblieben. Früher, bei den Margarine- gesetzen von 1887 und 1897, hat man sich scharf gegen die Beimischung von Butter gewandt. Man erstrebte dadurch eine Erhöhung der Butterpreise, Heute soll Margarine mit Butter verfälscht werden, um den Landwirten zu helfen, Die Gesetze von damals wurden im Interesse der Agrarier erlassen, im gleichen Interesse liegt auch die heutige Rotverordnung. Das Reichsernährungsministerium, das man Reichsministerium zur Ernährung der Landwirt- schaft nennen müßte, hat keinerlei Versuche ge- macht, ob diese neue Mischung, für die der beste Name Marke Freiherr von Braun ist, schmack- Haft und haltbar ist. Die Freiherren und Ange- hörigen der Schleicherregierung werden sie ja auch nicht zu essen brauchen!(Lebthafte Zu- stimmung.) Bei der Durchführung der Verordnung würde mehr als die'Hälfte der Margarine verderben, ehe sie konsumiert ist. Die Notoerordnung will die Verbraucher zwingen, zum Teil verdorbene Mar- garine zu essen, um etwa 5 Proz. nicht abfetzbare Butter unterzubringen. Zwangsläufig aber tritt durch die Beimischung«ine Verteuerung der Mar- garine ein. Produktionskosten und Verdienst- spanne bleiben die gleichen, aber die Mehrkosten sür neue Mischmaschinen bleiben unberücksichtigt, Die billigste Konsummargarine kostet 25 die Zapan gegen Völkerbund Es lehnt sogar Erwägungen ab! Tokio. 9. Januar. Das japanische Kabinett hat den Bericht des Außenministers Grafen Utfchida über dessen Unterhaltung mit dem britischen Botschafter Sir Francis Lindley bezüglich de» Völkerbundes«in» mutig gebilligt, Der britisch« Batschatler hatte Utschida gefragt. ob Japan.zu— Erwägungen darüber gewillt sei, wie aus der durch die Haltung des Völkerbundes entstandenen Lage wieder herauszukommen sei. Er erinnerte den Außenminister daran, daß. falls Japan � auf seiner„starken Haltung" gegenüber dem Völkerbund bestehe, die Lage als völlig fest- gefahren betrachtet werden müsse. Nach japani- schen Mitteilungen hat Außenminister lltschida erwidert, daß Japan, soweit es sich um den man- dschurischcn Konflikt handele, keinerlei Zugeständ- nisse machen könne. Das fei Japans endgültige Entscheidung. ★ Dem Oberbefehlshaber der japanischen Truppen in Nordchina sind heute telegraphische Weisungen erteilt worden, wonach er Verhandlungen zur Regelung des Zwischenfalls von Schanhaikwan führen soll. Er soll dabei die Forderung ausstellen, daß sich die chinesischen Truppen„nach den Bestimmungen des Boxer-Protokolls" 2 Meilen hinter die Eisenbahnlinie zurückziehen, damit Ruhe und Frieden in Schanhaikwan aufrecht- erhalten werden könnten! * Die japanische Admiralität teilt mit, daß sich zur Zeit in chinesischem Gewässern 23 japa- nische Kriegsschiffe befinden, alle haben Landungstruppen an Bord. Die Kriegs- schiffe fahren nach Tschingwangtau, Drohung gegen Lchanghai Schanghai, 9. Januar. Der Vertreter der japanischen Gesandtschast in Schanghai hat, einer amtlichen Mitteilung zu» folge, die chinesischen Behörden darauf oufmerk- sam gemacht, daß die ontijapanische Be- w e g u n g in der letzten Zeit sehr zugenommen habe, ohne daß die chinesischen Behörden etwas dagegen unternommen hätten. Die japanischen Behörden verlangten auf Grund des chinesisch- japanischen Abkommens vom 14, Mai 1932 so- fortige Maßnahmen zur Abstellung dieser Mißstände, widrigenfalls Japan sich gezwungen sehe, v o n s i ch aus Maßnahmen zur Sicherung des Friedens und der Interessen seiner in Schanghai lebenden Staatsangehörigen zu treffen. * Aus Nanking wird gemeldet: General Tschiangkaifchek hat den nordchinesischen Generälen, die ihn um Erlaubnis zum Vorgehen gegen die Japaner baten, geantwortet, sie möchten ihre Truppen bereit halten, aber Anweisun» gen abwarten. In der Provinz Schonst sollen 100000 Mann chinesische Truppen zusammen- gezogen worden sein. Chinas Ministerpräsident in Deutschland Stuitgari. 9. Januar, Der chinesische Ministerpräsident W a n g s i n w e i. der sich seit einiger Zeit zur Kur im Tropengenesungsheim in Tübingen aufhält, erklärte einem Mitglied der Redaktion de» „Stuttgarter Neuen Tagblattes", daß überall, wa Japan mit kriegerischen Mitteln vorgehe, China sich einmütig und geschlossen nach Kräften zur Wehr setzen werde, Die Frage, ob der japanische Vsrstoß ein ge- einigtes China sah, wurde von dem Minister- Präsidenten mit Lebhaftigkeit bejaht. Seit der chinesischen Revolution habe Japan da» größte Interesse daran, daß China schwach bleibe. China stelle sich auf den Standpunkt:„Wir wollen keinen Krieg: aber wenn Japan kriegerisch vorgeht, werden wir kämpfen," Zu einer Kriegserklärung fühlt sich Ehina nicht stark genug. 26 Pf, ie Pfund, sie würde um 5 b i s 6 P f., d, h. 25 Proz., verteuert werden. Auch mit dieser Liebesgabe ist der unersättliche Landbund nicht zufrieden! Er fordert weiter in zahlreichen Kundgebungen autonome Zölle! Wenn das Kabinett nicht tue, was der Land- bund wolle, werde er seinen Weg ohne Herrn von Braun gehen. Die Absicht des Landbundes sei, neue Handelsverträge ohne gebundene Lebens- mittelzölle abzuschließen. Wie sollen dann über- Haupt Handeleverträge zustande kommen? Hinter dem Beimischungszwang stehe der Wunsch nach hohen Eintuhrzöllen für Oelkuchen, die eine Ver- teuerung der Milch und der Butter herbeiführen müßten. Man mache Propaganda für Milch und Butter, aber berücksichtige nicht, daß den Massen die Kaufkraft fehlt, sich diese Lebensmittel zu be- schaffen. Die Ziffern für den Verbrauch von Butter und Käse pro Kopf und Jahr reden, ebeyfo wie die Ziffern des Fleischkonsums, eine deutliche Sprache. Hitler konferiert und konspiriert in Köln mit den Leuten, die dieser Politik gegen das Volk die Stange halten. Das müsse endlich von den schaffenden Massen erkannt werden. Jede Reaktion, ob sie unter den Ramen von papen, von Schleicher oder hiller lause, muß vom schassenden Volk rücksichtslos bekämpft werden! Dieser Kamps muß geführt werden von der Vertretung der Arbeilerschast. der Sozialdemokratie! Die Ausführungen der Genossin Wurm fanden stürmischen Beifall, Genosiin Kern schloß die Kundgebung mit einem Appell an die Frauen m Heim und Familie, gegen die volksfeindlichen Maßnahmen der Reaktion durch ständige Auf- klärung und Arbeit im sozialistischen Geiste zu wirken! aber es wird seine ganze Kraft daran setzen, die japanischen Uebergriffe abzuwehren, Ueber den fundamentalen Unterschied zwischen seiner und der Politik Tschiangkaischeke besragt, erklärte Wangsinwei, daß er nach einer wirklichen Demokratie für China ge- strebt und die Militärdiktatur abgelehnt habe. Seit dem japanischen Einfall in der Mandschurei seien aber die Meinungsoerschieden- heiten zurückgetreten. Unser höchstes .Litl. jst», sp„fuhr er fort, dem japanischen Vorstoß Widerstand zu leiften. und au» diesem Grunde had«n wir den Streit der Meinungen über die Staat»sorm zurückgestellt und ein Kompromiß geschlossen. Ueber da» Verhältnis zu Rußland erklärte der Ministerpräsident zum Schluß, daß bisher irgendeine Hoffnung auf ein Bündnis zwischen China und Rußland nicht bestehe. Außer der Wiederherstellung diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern sei keine Tatsache zu verzeichnen, die auf ein Zusammengehen hin- deuten könnte, Es sei im übrigen kein Zweifel möglich, daß. wenn der Streit im Fernen Osten andauere. nicht nur Ruhland, sondern auch andere ZNächtc in Konflikt mit Japan kommen würden. Endlich sprach der Ministerpräsident für die Haltung der öffentlichen Meinung in Deutschland, die mit dem Kampf Chinas um fein Recht über- wiegend sympathisiere, seinen herzlichen Dank au«. Anarchistenputsch niedergeschlagen Lpanischei' Innenminister berichtet über die Lage Madrid, 9. Januar. Der spanische Innenminister goo im Laufe des Rachmittags der Presse die Erklärung ob. daß die Regierung bereits am Sonnabend von einem Komplott Kenntnis gehabt habe, das in ganz Spanien vorbereitet worden sei, Sie habe sofort überall Vorsichtsmaßnahmen angeordnet, Der Plan der Verschwörer habe darin bestanden, zunächst die Kasernen zu stürmen, um Waffen in die Hände zu bekommen, und dann zu einem zweiten Schlage auszuholen. Ueberall seien die Regierungsanweisungen rechtzeitig eingetroffen und erfolgreich und wirkungsvoll befolgt worden. Nur in Lerida habe man dos Telegramm nicht schnell genug entziffern können und deshalb sei es dort zu ernsten Zusammenstößen gekommen, Ueber die Vorgänge selbst gab der Innenminister folgende Einzelheiten bekannt: In Valencia wurden drei Personen verhastet, von denen zwei Bomben im Besitz hatten. In G r a c o, dem Hasen von Valencia, ist Streik ausgebrochen. In einigen Städten der Provinz Valencia wurden die elek- irischen Leitungen.zerstört. Di« Telephonoerbin- düngen zwischen Gandia und der übrigen Provinz sind deshalb unterbrochen. Auch in Cadix kam «» zu Zusammenstößen, und zwar im Verlaufe eine» Fußballspiel». Au» Barcelona wird berichtet, daß in Sallent die Extremisten gegen die Zivilgarden vorgingen. Dabei wurde ein Zioilgardist getötet. Die Täter flohen in das Lokal der Syndikalisten, da» von gestern abend 11 Uhr bis heute früh 7 Uhr von der Polizei belagert wurde. Schließ- lich haben sich die Insassen ergeben. Fünf Per- sonen von ihnen waren während des Kampfes erheblich oerletzt worden. Die Polizei hatte drei Verwundete, Bei der Durchsuchung der Geschästs- räume fand man eine große Anzahl Bom- b e n und einen größeren Munition»vorrot: Auch in Sardanola hoben die Syndikalisten die Ppli- zei angegrissen. Diese machte van der Schuß- wafse Gebrauch, wobei ein Syndikalist getötet wurde. Di« übrigen entkamen. Die havas berichtet, herrscht in Barcelona völlige Ruhe. Auch die Arbelt sei überall wieder ausgenommen worden. Insgesamt seien 47 Personen verhastet, 266 Bom- den. 26 Revolver und ein großer Munition»- Vorrat beschlagnahmt worden. Der Zustand der oerletzten Polizeibeamten sei ernst. ERSTE BEILAGE DIENSTAG, 10. JAN. 1933 Bilanz der ersten Januarwoche Lotten die Nazis ungestört so weiterhausen! Die erste Woche des neuen Zahres ist dahingegangen und sie ist bereits wieder ersüllt von den nichtswürdigen Schandtaten jenes Gesindels, das noch immer die Frechheit besitzt, sich Sojialisten Zu nennen, wenn auch mit der Vorbezeichnung national. Wenn irgend etwas den wahren Sozia- Iismus, den marxistischen Sozialismus kennzeichnet, so ist es seine Aeindschast gegen Gewalltal jeder Art. Zmmer mehr aber wird der vationol- sozialismus ein Sammelbecken krimineller Elemente und dunkler sragwürdiger Existenzen. Die nachsolgende Zusammenstellung umsagt alle jene Schändlichkeiten, die sich in einer einzigen Woche nur in Groh-Berlin abgespielt haben. Nimmt man die Nazi-Greuel- und Schandtaten hinzu, über die der„v o r w ä r» s" täglich noch aus dem Reich berichtet, so spiegell das insgesamt Zustände wider, die eines Landes und eines Volkes wie des deutschen unwürdig sind. Wie lange werden Reichs- und Landesregierungen tatenlos zuschauen? In der Nacht zum I. Januar 19 3 3 wurde der junge alleingehende Neichsbannermann Erich Just in Lichtenrade von einer Horde von 29 Nazis überfallen und so schwer verletzt, daß er noch heute im Krankenhaus liegt. Einige Stunden später wurde ein gleichsalls allein heimwärtsgehender Z8jähriger Kommunist von derselben Nazihorde kaltblütig abge- schlachtet. Wir haben die Harmlosigkeit des verantwortlichen Lichlenrader Polizeioberleut- nants Ruch und die Gemeingesährlichkeit des Nazilagers in Lichtenrode gekennzeichnet. Was ist bisher daraus erfolgt? Nichts! Den Mörder des Kommunisten Herrmann hat man bisher nicht ermittelt. ★ In derselben Nacht früh 7 Uhr wurde vor dem Haus A ck e r st r a ß e 19 6 die 36jährige Frau Martha Künstler von einem Nazi ohne jede Ursache glatt über de» Hausen ge- schössen Der Mörder, ein 24jäHriger Karl B a u m g a r t. ist inzwischen ermittelt und ver- haitet worden. ★ In der Nacht zum 2. Januar legten Nationai- sozialisten aus einen Mauervorsprung vor dem sozialdemokratischen Reichsbanner- und Partei- lokal Ecke Kniprode- und Kurische Straße einen Sprengkörper, der aber von einem Polizei- beamten glücklicherweise entdeckt und unschädlich gemocht werden konnte. Im andern Fall wäre das Unheil unabsehbar gewesen. Bei der polizeilichen Untersuchung eines KPD.- Lokals hatten sich Nazis in der Weise beteiligt. daß sie einfach die Scheiben des Lokals einwarfen. Darauf ging die Polizei gegen das Nazilokal, aus dem die Scheibenzertrümmerer gekommen waren, vor. stieß aber auf heftigsten Widerstand. Es kam zu erbittertem Handgemenge. Ein Be- amter erhielt von einem Nazi einen Stoß vor die Brust Die Nazis waren trotz freundlichen Zu- redens der Polizei nicht zur Vernunft zu bringen. In der Verhandlung ließ das Gericht zwei An- geklagte mit je einem Monat Gefängnis unge- wöhnlich milde davonkommen. Auf ein in der Sophienstraße in Lichtenberg wohnendes Mitglied der Sozialdemo- kratischen Partei und des Reichsbanners ist ein zweifaches Pistolenattcntat verübt worden. Zur Nachtzelt wurden einmal acht und einmal sieben Schüsse auf sein Bett ab- gegeben. Dieser Fall beweist, daß wir bereits Zustände haben, die schlimmer sind als im amerikanischen Wildwest, weil es dort wenig oder gar keine, hier aber eine sehr zahlreiche Polizei gibt. * Am Donnerstag wurde in einer Berufungs- Verhandlung vor der Strafkammer des Land- genchts ein erstinstanzliches Urteil gegen den Führer der Nauener NSDAP., den Gutsinspektor Kurt W ö l s e l. sowie gegen den Landwirt Lilie, beide wegen Erpressung zu je acht Monaten Gefängnis verurteilt, bestätigt. In der Nacht zum Freitag ll b e r s a l l e n Nazis ein ahnungsloses Künstlervölkchen in dem K ü n st l e r l o k a l„Lunte" in der Eislebener Straße, schlagen die Gäste blutig und demolieren die Einrichtung. Warum? Die dort verkehrenden Künstler sollen linksgerichtet sein. * Gleichfalls in einer Berusungsverhandlung hatte sich der ehemalige Rittergutsbesitzer und stellvertretende Sturmbannführer der SA. Rangsdorf, Richard Spiekermann, wegen versuchten Betruges zu veranl- worten. Das Landgericht III verwarf die Be- rufung des Nazi-Ritters. In der Verhandlung kam heraus, daß diese Leuchte des Nazi-Deutsch- tums ein tolles Verschwenderleben geführt hatte. * Mörder. Totschläger, Banditen, Sprengstoff- altentäter, Erpresser, Betrüger, Hausfriedens- brecher. Wir gratulieren den vielen Berliner NSDAP-Wählern, die sich zu einem nicht un- bedeutenden Teil aus den Kreisen der Adligen, Offizierspensionärc, Hochschulprofessoren, Beamten, Pädagogen, Aerzte, Ingenieure. Pfarrer, Industriellen und deren Frauen rekrutieren, zu diesen ihren vortrefflichen Mit- Wählern und politischen Gesinnungsfreunden. Nach der Amnestie Erster politischer?ro?eL in Moshit Nachdem der„politische Kampf" mit Re- volvern, Messern und Totschlägern im wesentlichen durch die Nationalsozialisten wieder in Gang ge- bracht worden ist, wird Moabit, kürzlich noch im Zeichen der Amnestie, in allernächster Zeit wie früher von einer Fülle politischer Rowdyprozesse überflutet werden. Der erste Prozeß dieser Art fand gestern vor dem S ch n e l l s ch ö s s e n- g e r i ch t statt. Den Reigen eröffneten diesmal jedoch die Kommunisten. Der 21jährige Schlosser M. und der 21jährige Molkereigehilse K. waren angeklagt des schweren Landsriedens- bruches, der erstere auch der Gewalltätigkeit gegen Personen. Am 17. Dezember 1932 kam es in der Land- wehrstraße zu einem großen Menschen- auslaus. Gegen das Berkehrslokal der N S D A P. wurden drohende Rufe ausgestoßen, es fielen Schüsse, eine vollkommen unbeteiligte Frau wurde verletzt, die Hakenkreuzfahne am Verkehrslokal heruntergerissen und auf die Straße geworfen. Der Unwille der Nachbarschaft gegen das eben erst eröffnete SA.-Lokal mag verständlich gewesen sein, die Exzesse, insbesondere die Schießerei sind aber deshalb noch lange nicht zu rechtfertigen. Als Schütze wurde auf die An- gaben einiger Nationalsozialisten hin der Schlosser M. verhastet. Ein anderer junger Mensch— es war der Angeklagte K.—, folgte den Beamten, die M. zur Wache führten und er- klärte, er wolle auch mit aus die Wache. Er wurde gleich dabehalten und beschuldigt, am Landsriedensbruch teilgenommen zu haben, be- stritt jedoch seine Beteiligung. Zwei Tage vor der Verhandlung richtete er aber an das Gericht ei» Schreiben, in dem er zugab, die Hakenkreuz- sahne heruntergerissen zu haben. Bei seinem Ge- ständnis blieb er auch vor Gericht. M. dagegen bestritt, sich in der Menschenmenge befunden zu haben-, er brachte auch einige Entlastungszeugen mit, die unter Eid bekundeten, daß er während des Auflaufes in einem benachbarten Lokal K.arten gespielt habe. Die eidlichen Bekundungen der Nationalsozialisten reichten nicht aus, um die Aussagen dieser Entlastungszeugen zu entkräftigen. Das Gericht sprach M. mangels Beweises frei und verurteilte K. zu 7 Monaten Ge- f ä n g n i s. In der Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirektor Steinhaus aus, daß die Strase gegen K. nicht zu niedrig sein durste, um ihm und seinesgleichen, die glauben, nun nach Ilufhebung der Sondergerichle und der Anti- terrornotverordnung wieder in alter Weise den „politischen Kampf" führen zu dürfen, eine ent- sprechende Warnung zu kommen zu lassen. Das ist so wahr und richtig bemerkt, daß es sich vor allen Dingen auch die nationalsozialistischen Bürgerkriegssoldaten merken sollten. sür die Tochter um 5 M. gekürzt. Als mui der Mann einmal infolge materieller Schwierigkeiten mit der Zahlung in Verzug geriet, sandte ihm das Töchterchen den Gerichtsvollzieher auf den Hals und ließ des Vaters Lohn pfänden. Der Mann ist durch die vielen Ausregungen, die ihn in seiner immer schlechter werdenden finanziellen Lage bedrücken, der Verzweiflung nahe. Kleine Tragödie Der Schriftsetzer B. besitzt aus seiner ersten Ehe zwei Töchter, von denen ihm die Jüngere seit Iahren das Leben schwer macht. Nach dem Tode seiner Frau lebte er mit den beiden Mädchen im Haushalt, aber es gab keinen Frieden, weil die Jüngere streitsüchtiger Natur war und sich um den Haushalt wenig kümmerte. Um des lieben Friedens willen räumte der Vater das Feld, er heiratete zum zweitenmal und überließ den beiden Mädchen seine Wohnung Aber es gab auch jetzt ewig Streit, schließlich zog das eine Mädchen aus der väterlichen Wohnung aus, zog in Untermiete und stellte sich der Wohlfahrt als ausgesteuerte Erwerbslose vor. Daraufhin erging an den Vater die Ausforderung, für den Lebensunterhalt seiner Tochter beizutragen, woraus dieser erklärte, daß er ja bereits die Miete der von seiner Toibter grundlos verlassenen Wohnung trage und außerdem auch sür seine arbeitslose zweite Tochter sorgen müsse. Die Sache kam vors Amtsgericht, und der Vater erklärte sich schließlich bereit, monatlich 19 M. an seine Tochter zu zahlen, erhöhte dann den Betrag auf 29 M.. trotzdem ihm dies ein schweres materielles Opfer bedeutete. Inzwischen war im Betrieb Kurzarbeit eingesührt worden und der Bruttolohn des Mannes auf wöchentlich 37 M. gesunken. Nun erklärte sich der Mann außerstande, 29 M. monot- liche„Rente" an seine Tochter zu bezahlen. Nach langem Her und Hin wurde der Erhaltungsbeitrag 800 Mark Belohnung �um Ranhüherfell in Berlin C Aus die Ergreisung der Täter, die am gestrigen Wontagmittag aus den Lagerverwalter der Tabakgrohhandlung van der Linden u. Eo. in der Alexanderstroße 22 einen Raubübersall verübten und ihn durch mehrere Schüsse schwer verletzten, ist vom Polizeipräsidenten eine B e- lohnung in höhe von 899 Wart ausgesetzt worden. Der Ilebersallene hat jetzt eine Beschreibung der Täter gegeben, und zwar wird der eine als 1.65 Meter groß bezeichnet. Er ist bartlos und trug einen langen, bis oben zugeknöpften Mantel und eine dunkle Schirmmütze, so daß er wie ein Chauffeur aussah. Der zweite Täter ist etwa 1,62 Meter groß und war mit einem grauen Jackett, grauen Knickerbockerhosen lStaubanzug), Heller Mütze und hellen Strümpfen bekleidet. Dieser Täter trug einen kleinen Rucksack. Mitteilungen, die zur Ergreifung der beiden Täter führen und die aus Wunsch streng ver- traulich behandelt werden, sind an das Raub- dezernat iin Polizeipräsidium zu richten. Das Be- finden des schwerverletzten Kassenboten Schnell, der ins Krankenhaus Friedrichshain eingeliesert wurde, ist übrigens den Verhältnissen nach zu- sriedenstellend und gibt zu Besorgnissen keinen Anlaß. ordentlich interessant- man sieht sie nicht nur, wie bisher üblich in Blau, sondern in allen möglichen Farben. Es kommt eben nicht auf di« Farbe, sondern aus die Gestalt an, und zwar soll die Figur gedrungen sein, die Stirn aber vorspringen. Unter dem Kurzhaar erblickt man Tiger �und Schecken. Natürlich sind auch einfarbige Tiere vorhanden die jetzt allesamt aus Schlanksorm ge- zogen werden. In der Ausstellung sieht man wieder mehrere Tiersreundschasten. Sie bezeugen, daß es durch- aus möglich ist, Katzen vögelsrom m z u machen. Darum hat man den Plan, solche Katzen geschickt zu paaren, um nach mehreren Generationen womöglich die absolut vogelsromme Katze zu ziehen, die namentlich sür Kleingärtner usw. von größtem Nutzen sein könnte. Gelbstmvfd im Gefängnis Au» Angst vor der Strafe Im Amtsgerichtsgefängnis Lichtenberg wurde am Sonntagabend der 21jährige Ilntersuchungs- gefangene Otto Sch. aus Mahlsdorf-Rord. in seiner Zelle tot aufgesunden, und zwar hatte er sich an dem Gestell seiner Schlaspritsche mit einem Stoffgurt erhängt. Dem Untersuchungs- gesangenen wurden zahlreiche Einbrüche und Diebstähle in der Umgegend von Mohlsdors zur Last gelegt, die er mit einer jugendlichen Bande ausgeführt hatte. Entgegen anderslautende» Meldungen hatte Sch. bereits ein Geständnis ab- gelegt und in mehreren Fällen die Diebstähle eingestanden. Skandal um Hohenzollern Treuer Diener nach 51 Jahren auf die StraLe gesetzt Aus dem Amtsgericht Potsdam klagte gestern der 72jährige Hosstaatsbeamte Albert H u t h aus Klein-Glienicke gegen die Hausgutsverwaltung der Erben des Prinzen Friedrich Leopold. Der Kläger, noch vom Prinzen Friedrich Karl als Parkausseher der Schloßgärten bestimmt, hat dem Hohenzollernhaus 51 Jahre treu ge- dient. Mit Argusaugen mußte dieser Getreue darüber wachen, daß kein Unbefugter die prinz- lichen Gärten betrete, und jetzt hat der Alte nicht nur seit fünf Monaten kein Gehalt erhalten, so»- dern Prinz Friedrich Leopolds Soh.» hat ihm imd feiner alten Ehefrau die Wohnun z im Schloßpark, bestehend aus zwei Zimmern und Küche, gekündigt, weil der �verschwenderische Prickz ausgerechnet diese Wohnung sür einen junge, Angestellten braucht der die perjönliche Bewachung des Prinzen übernehmen fall, wenn»: mal in Potsdam weilt. Der Kläger machte gellend, daß er nicht eher di» Wohnung verlasse, bevor ihm nicht sein rllckstän- diges Gehalt ausgezahlt bzw. seine Pensionierung geregelt sei.„Das ist ja ein Skandal," rief der alte Pächter,„51 Jahre hat man gearbeitet und jetzt wollen sie einen auf die Straße setzen!" Das Amtsgericht glaubte, daß hier das M i e t e r s ch u tz g e s e tz Anwendung finden kann, und die Sache wurde daher an ein anderes Ressort weitergegeben, das die' Mieterschutzange- legenheiten bearbeitet. Wenn man kürzlich in Berliner bürgerlichen Blättern die Bemerkung lesen konnte, daß sich die Angelegenheiten des jungen Hohenzollernprinzen Friedrich Leopold allmählich zu einem Skandal auswachjen, so kann man jetzt sagen, sie sind ein Skandal. Gatzen im Schubert-Saal Von der Ortsgruppe Berlin des Bundes siir .Katzenzucht und Katzenschuiz e. V., Dresden, wird in, Schubert Zoal in der Bülowstr. 194 die erste Berliner Kotzen-Fach-Ausstellung veranstaltet. Der Bund Hat das Bestreben, durch Zucht zum Schutz zu kommen. Er betont, in erster Linie Tierschützer zu sein. Durch bewußte Zucht will er dem Menschen die Katze wertvoll machen, wie es z, B. bei der Hundezucht seit langem gelungen ist. Unter den Langhaarigen findet man in der Ausstellung Perser und deutsches Langhaor. Die Perser Hochzucht ist außer- Vertmuen zurVolksfürsorge Die Volksfürsorge, das Lebens- Versicherungsunternehmen der Werktätigen, kann von erheblichen Fortschritten in ihrem Neugeschäsl und in der Wiederinkraftsetzung erloschener Ver- sicherungen berichten. Während im August nur 19 998 Versicherungen beantragt wurden, waren es im September bereits 11 322, im Oktober 13 299, im November 15 672 und im Dezember kam das ohne Zweifel in der jetzigen Zeit als sehr gut zu bezeichnende Ergebnis von 1 8 2 5 5 Anträgen herein. Diese Antragspraduktion beweist, daß die Volks- sürsarge großes Vertrauen in der arbeitenden Bevölkerung genießt, weil jeder weiß, daß sie sür den Groschen aus den Händen der Werktätigen die größte Gegenleistung zu bieten vermag. lieber die Parteipresse und ihre Ausgaben in der Wossenwerbung spricht Genasse Rupprecht aui einem Ausspracheabend der Sozialistischen Stu- dentenschast am Donnerstag, dem 12. Januar, 29 Uhr, im Bund, Albrechtstr. 11, Gartenhaus 2 Treppe». Auch sa Abend eine gute MABDI-Suppe: sie Ist billig, nahrhaft und bekömmlich Sammeln Sie MAQöl-Gutscheine, es lohnt sich! Der Kampf um den Kunden 24000 Stände haben Berlins Wochenmärkte Der„Vorwärts" wies schon vor einigen Mo- naten aus die eigenartige Tatsache Hia daß in der gegenwärtigen Zeit linkender Kauskrast fort- gesetzt neue Märkte in Berlin entstehen. Tausende von Männern und Frauen, die als Käufer mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt wurden, versuchen durch den Beginn eines Handels ihre sonst nur spärlichen Einkünfte zu erhohen. Jetzt veröffentlichen zu dem gleichen Thema die„Ber- liner Wirtschaftsberichte"<2. Dezemberheft 1S32) eine Erhebung des Statistischen Amts der Stadt Berlin, und zwar über die Entwicklung unserer Wochenmärkte. Die Ergebnisse dieser Unter- suchung können nur bedenklich stimmen. Anfang- lich wurde wohl die Eröffnung neuer Wochen- märkte noch allenfalls durch das Entstehen zahl- reicher Neubaublocks in den Außenbezirken gerecht- fertigt, später aber, beim ununterbrochenen An- schwellen der Erwerbslosenzissern, mußte die Zu- »ahme allein der privaten Wochen- Märkte von 46 im Jahre 1926 auf 89 im Jahre 1931 zu unerwünschten Konsequenzen führen. So schreiben beispielsweise auch die „Berliner Wirtschastsberichte" auf Seite 211: Zu viel Märkte „Die starke Zunahme der privaten Märkte stand offenbar nicht in allen Fällen im richtigen Ber- hältnis zum wirklichen Bedarf, denn eine Reihe von neu eröffneten Märkten erwies sich bald als nicht lebensfähig. Verhängnisvoll wurde für ste oft eine ungünstige Lage, abseits von> Berkehr, z. B. am Ende einer Sackgasse, in der Nähe von unbebautem Gelände oder in einer Gegend mit vielen guten Ladengeschäften, verschiedentlich auch unmittelbar neben einem gut eingeführten öffent- lichen Markt. Es ist daher nicht verwunderlich, daß gut eingerichtete Privatmärkte wieder ge- schloffen werden mußten und bei vielen, heute noch bestehenden, nur wenig besetzte Stellen zu finden sind. Bon den seit dem Jahre 1926 neu errichteten 37 privaten Märkten sind 14 bis zum Ende des Jahres 1931 wieder geschloffen worden. Trotzdem sind auch im letzten Jahre wieder sechs neue Privatmärkte eingerichtet worden, und zwar in den Bezirken Schöneberg. Steglitz, Tempelhof und Köpenick je 1 und im Bezirk Pankow 2." Zeitungsnotiz: In der Nacht von Sonnabend zu Sonntag ist die Frau E. K. spurlos v e r- s ch w u n d c n. Die junge Frau war in fröhlicher Stimmung in einem Lokal, das sie plötzlich ver- ließ und in das sie nicht wieder zurückkehrte. Auch in die Wohnung kam sie nicht zurück. Erst nach zwei Tagen ist die Frau, äußerlich völlig wohl- " behalten, in ihre Wohnung zurückgekommen. Was ist in der Frau vorgegangen? In ihrer kleinen blitzsauberen Küche im nörd- lichsten Berlin empfängt sie den Besucher und erzählt, indem sie tapfer die aufsteigenden Tränen niederkämpft:„Ich kann das Elend einfach nicht mehr ertragen." Der Mann ist jahrelang arbeitslos, zwei Kinder sind da, die essen wollen, sie selbst ist schwerleidend an Körper und Seele. Schon einmal sind ihr die Nerven durchgegangen, da hat man sie eine Zeit- lang gut aufgepäppelt, dann ging es wieder. Und jetzt ist sie wieder so weit.„Gu t und kräftig esse n", verordnet der Arzt, er verschreibt ihr auch ein Attest für Milch und Butter: aber leider iührt er diese Sache nicht in seinem Medizin- schrank... Auch die Kinder sind blaß und elend, auch für sie gibt's keine Nahrungsaufbesferung und das Schächtelchen Arsentabletlen, das der Doktor spendet, wird vielleicht das allzu wenige Blut ein bißchen aufbessern, aber Kraft und gute Entwick- lung kommt davon auch nicht. 18 Mark pro Woche für 4 Menschen, was ist das schon? Davon geht ein gut Teil für Miete weg, davon sollen Kohlen gekauft werden, denn die paar Frei- kohlen reichen nicht her und nicht hin, davon soll gegessen und gekleidet sein. Wenn der W o h l f a h r t s p r ü s e r in den leeren Kleiderschrank sieht und die Kinder ihre kaputten Stieselchcn Hochrecken, dann hat er jedes- mal ein bedauerndes, verstehendes Kopsschütteln, macht getreulich seinen Bericht und— es kommt wieder nichts dabei heraus. Die kranke Frau läuft im dünnen Sommermäntelchen, ab und zu borgt sie sich von einer Verwandten ein wärmendes Kleidungsstück. Dann zieht sie unter dem Küchen- tisch den W a s ch t o p f hervor und zeigt:„Das ist das einzige warme Höschen von der Kleinen — ein total zerstopftes, ocrlchiifsenes Zeug— und wenn das in der Wäsche ist, mutz sie mit einem ganz dünnen Unterzeug laufen." Mittag ist's, aber auf dem Kochherd ist's öd und leer. Wann wird denn bei Ihnen eigentlich gegessen?„Essen, zu Mittag? Nee, das haben wir uns längst abgewöhnt. Abends, wenn die Kinder aus dem Hort heimkommen, dann gibt's für jeden eine Stulle, oder eine dünne Suppe, Schluß Mahlzeit. Immer nur Margarine- stullen. Vater, jammert öfter mein Junge, kannste denn nich mal Schmalz oder Leberwurst kaufen?" Man muß nämlich berücksichtigen, daß Ende 1931 neben den bestehen gebliebenen 89 privaten Märkten noch 69 öffentliche lstädtische) Märkte existieren, insgesamt also 149 solcher„Waren- Häuser unter freiem Himmel" Diese öffentlichen, PoUtiscUt Montag, den lt. Januar, IfK Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstraße. Tagesordnung;!.„Unsere Aufgaben im neuen Kampfjahr". Referentin Genossin Käthe Kern. Z.Aufstellung der Vorschläge für die Delegierten der Frauen zum Reichsparteitag. Zutritt zu dieser Konferenz haben; 1. Die Mitglieder des Bezirksvorstandes; 2. die beiden Vertreterinnen der Frauen im Kreis- bzw. Abteilungsvorstand; 3. die weiblichen Mitglieder der Abteilungs- bzw. Kreisvorstände(darunter sind zu verstehen die weiblichen Kassierer, Schriftführer, Vertreter der SA1. und die weiblichen Beisitzer im Kreisvorstand); 4. die weiblichen Bezirks- und Stadtverordneten, Land- und Reichstagsabgeordneten. Die Funktionärinnen haben am Saaleingang als Ausweis das Mitgliedsbuch und die Funktionärkarte vorzuzeigen.— Die Türkontrolle hat der 1. K r e i s- M i 1 f e. Saalöffnung 19 Uhr. Das Frauensekrelariat. von der Stadt bewirtschafteten Märkte sind übri- gens die weitaus größeren, so hat der Markt am Maybachufer in Neukölln allein 759 Stände, dann iolgt als zweitgrößter der öffentliche Markt am Boxhagener Platz in Lichtenberg mit 549 Ständen und erst der drittgrößte Markt Berlins(am Humannplatz im Bezirk Prenzlauer Berg) mit rund 599 Ständen ist ein Privatmarkt. Ins- gesamt können auf den 149 Märkten Berlins „Sehen Sie sich doch die Frau an, mit ihren 72 Pfund, ist denn das ein Wunder, wenn die einfach streikt?" sagt der Mann. Dann schleppt er einen schweren Stoß Akten hervor. Seine Korrespondenz mit der W o h I f a h r t. Immer wieder Antröge auf Sonderunterstügung, aus Nahrungszulage, auf Kleider und auf Schuhsohlen, dann wieder Beschwerden, weil man abgelehnt hatte. So vollzieht sich das Leben dieser Menschen. Die Exmittierung ist auch schon bei ihnen zu Gaste gewesen, dann hat man sich bei Gericht aus kleine Raten geeinigt, aber auch die können wieder nicht aufgebracht werden. Zweimal war schon der Hauswirt oben und hat energisch auf seinem Schein bestanden. Wenn er ein drittes Mal ver- gebens kommt, was wird dann? Das ist also das Milieu der„fröhlichen A u s r e i ß e r i n!" Trebbin ohne Ruhe verursachen Schlägerei , Aus Trebbin wird uns geschrieben: In Trebbin haben die Provokationen der Nationalsozialisten wieder zu Zusammen- st ö ß e n geführt. Nachdem bereits in der Sil- oefternacht unformierte Nationalsozialisten Ueber- fälle auf Kommunisten ausgeführt hatleit, kam es Freitagabend im Anschluß an eine kommunistische Zusammenkunft zu einer ernsten Schlägerei zwischen Kommunisten und Ncyis, in deren Ver laus scharf geschossen wurde. Ein völlig unbeteiligter junger Parteigenosse erhielt dabei einen Bcckenschuß. Die polizeilichen Ermittlungen darüber, von welcher Seite geschossen wurde, sind noch nicht abgeschlossen. Später überfielen die Nationalsozialisten einen Sportler, der vorübergehende Parteifreunde mit dem Ruf„Freiheit" begrüßt hotte. Sonntag- nachmittag zog ein Trupp von etwa 29 uni- formierten SA.-Leuten unter Mitführung von einigen Atrappen leichter Maschinengewehre nach dem kommunistischen Berkehrslokal, wo sie sich ge- waltsam Einlaß verschafften pankgrasen müssen büßen Gekänguis für die Cliquenleute Das Landgericht I verurteilte die 5 M i 1- glieder des Wandervereins„Pank- grasen"(übrigens nicht zu verwechseln mit der bekannten trinksrohen Pankgrafenschaft), die am 18. März dieses Jahres über den feindlichen Wan- 24 999 Stände besetzt werden. Zu diesen festen Ständen kommen dann noch rund 2999 sogenannte Tagesstände von Händlern mit Krawatten, Wäscheknöpfen. Schnürsenkeln, Glaskitt, Feuer- zeugen und ähnlichen Gegenständen. Die Bezirke mit den meisten Ständen sind Charlottenburg (2451 Stände) und Neukölln(2359 Stände), hier blüht also das Marktleben, während andererseits im Bezirk Mitte nicht mehr ein einziger Markttag abgehalten wird. V�omit wird gehandelt? Womit wird nun eigentlich auf dem Wochen- markt gehandelt? Auch diese Frage hat das Statistische Amt sehr eingehend untersucht und folgendes festgestellt: 5354 Stände handelten mit O b st, Gemüse und Kartoffeln. Das lehrt auch der Augenschein. Aber dichtauf folgen plötzlich 4549 Stände mit T e x t i l- und Schuhwaren und in einigem Abstand folgen dann erst an dritter Stelle die 3691 Stände mit Fleisch und W u r st. Den vierten Platz haben sich die Fisch- Händler erobert 1583 Stände), und erwähnens- wert wären noch die 1336 Butter-, Eier- und Käsehändler. Hernach geht es rapide abwärts bis zu den Händlern mit Gesundheitstec, Knoblauchsaft und Singvögeln. Auch die„Wirt- schaftsberichte" unterstreichen die Tatsache, daß sich der Textilhandel den zweiten Platz auf den Ber- liner Märkten erobern konnte. Die meisten Markt- tage werden übrigens am Sonnabend abgehallen, nämlich 198, dann folgt der Dienstag mit 69 und jetzt erst der Freitag mit 58 Markttagen. Während auf den öffentlichen Märkten die Standgebühr pro Markttag und Quadratmeter 19 Pfennige beträgt, hält den Rekord mit der Standgebühr ein privater Markt in Wilmersdorf: hier schwankt das täg- liche Standgeld zwischen 99 Pf. und 1,29 Mark je lausenden Meter! Ein kleiner Teil der Markthändler ist gleichzeitig Erzeuger. Meist sind es Gärtner, die ihre Waren selbst vertreiben und mitunter dazu noch die Waren verwandter Betriebe aus ihrem Dorf. Aber nur selten kommt ein Bauer oder ein Gärtner über 59 Kilometer weit zum Markt nach Berlin gefahren. derverein„Roter Pantcher" hergesallen waren, wobei einer von den„Raten Panthern" durch Messerstiche tödlich verlegt wurde, zu folgenden Strafen: den Angeklagten V. und den 17jährigen I. wegen Körperverletzung mit Todeserfolg, in Tat- einheit mit Raufhandel zu 3 Jahren bzw. 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis, den Vorsitzenden des Wandervereins„Pankgrafen", den Angeklagten W., zu 1 Jahr Gefängnis und die Angeklagten O. und H. zu 3 bzw. 6 Mo- naten Gefängnis wegen gefährlicher gemeinfchaft- licher Körperverletzung in Tateinheit mit Rauf- Handel. Der 17jährige I. erhielt auf einen Teil der Strafe Bewährungsfrist. Das Gericht wird durch die teilweise hohen Gefängnisstrafen wohl haben sagen wollen, daß die blutigen Kampfcsmethoden der Cliquen unter keinen Umständen geduldet werden können, und daß hier Abschreckung not tue. Die Verhandlung gestattete manchen interessanten Einblick in das Treiben der Cliquen, auf das übrigens der„V o r- w ä r t s" in den legten Jahren wiederholt ein- gegangen ist: sie führte aber auch das Cliquen- wefen als soziales Problem vor Augen. Diese Jungen in den Cliquen sind zu einem großen Teil dieselben arbeitslosen, durchaus nicht arbeite- scheuen Burschen, deren trostlose Häuslichkeit sie auf die Straße jagt und die in der eigenartigen Organisation großstädtischer Jugend einen inneren Halt suchen und manchmal auch finden. Kein Zufall, daß das Cliquenwesen erst in den letzten vier Jahren der ungeheuren Erwerbslosigkeit eine so große Ausdehnung erhalten hat. Aus einem Sonderabend der Deutschen Liga für ZNenfchenrechte sprach der Schriftsteller Wilhelm Herzog über die Generäle der Republik. Wer da gemeint halte, etwas über die Generäle der deutschen Republik zu hören, der sah sich ent- täuscht. Herr Herzog sprach über die Generäle der französischen Republik zur Zeit der Dreyfus- Affäre und meinte unschuldig und gewissermaßen beiläufig, es fei den Hörern anhcimgestellt, Parallelen zu ziehen und Vergleiche mit unserer Zeit anzustellen. Im ganzen genommen war der Vortrag eine psychologisch gut fundierte Soziologie und Charakterologie jener Schicht höchst- kommandierender Offiziere, dte aus der Zeit des Absolutismus und des Feudalismus in unsere Zeit fremd hineinragen und dem Volk als die mit un kontrollierbaren Vollmachten ausgerüsteten Voll- ftrecker des Willens, des Kapitals erscheinen. Da- bei betonte Herzog, daß die Generäle so wie sie handeln, aus Ueberzeugung handeln und gar nicht anders handeln können. Es fei auch voll- kommen salfch, die Generäle als unfähige Trottel und Gewaltmenschen hinzustellen. Es komme des- halb nicht so sehr auf die Generäle an, sondern auf das System, das sie an ihren Stellen lasse, so bald eine bessere und schärfere parlamentarische Kontrolle der Generäle eintrete, seien sie an- pasfungsfähig. Auch in Rußland diene heute eine Anzahl alter zaristischer Offiziere den Sowjets. Der Parlamentarismus widerspreche allerdings dem ganzen Wesen der Generäle. Der einzige wahre ern st hafte Gegner des Krieges fei der Sozialismus aus der Schule des Karl Marx. GefShylich hin- gegen sei die Heuchelei des Bürgertums: bei ihm dürfe die Friedensidee nicht so weit gehen, daß sie die Abwehrorganisation des eigenen Heeres beleuchte._ In wenig Worten Der Reichsaußenminister empfing am Montag den französischen Botschafter grancois-Poncel, der ihm den Dank der französischen Regie- r u n g für die Rettungsaktion des deutschen Schiffes„R u h r" und für das Beileid der deut- fchcn Regierung übermittelte. In dem Kesselraum der„A t l a n t i q u e" sind am Montag noch zwei völlig oerkohle Leichen gefunden worden. Die Identifizierung der Toten ist unmöglich. "k Unter starker Beteiligung fand gestern nachmit- tag um 3 Uhr auf dem Gemeindekirchhof Rei- nickendorf in der Humboldtstraße die Trauerseier und Beisetzung der Näherin Frau Künstler statt, die in der Silvesternacht von dem am«onn- abend festgenommenen Nazisturmführer Baum- gart erschossen worden war. Am heutigen Dienstag um 3 Uhr eriolgt auf dem Friedhof in Lichtenrade die Beisetzung des Jungkommu- nisten Hermann, der in der Silvesternacht von Nationalsozialisten erstochen worden ist. * In der Familiengruft auf Gut G r o ß- B e h- n i tz wurde am Montag der End« voriger Woche verstorbene Mitinhaber der Firma Borsig, E r n st von Borsig, beigesetzt. Im Trauergefolge be- merkte man u. a. Reichswehrminister o. D. Groener und Oberbürgermeister Dr. SaHm. Ober- schlesische Bergleute trugen den Sarg in die Gruft. ★ In ihrer Wohnung im ihause Stralsunder Straße 48 im Norden Berlins wurde gestern nachmittag die 77 Jahre alle Rentenempfängerin Dorothee Ganspe im Bett mit Gas vergiftet tot aufgefunden. Die alte Frau ist einem Unfall zum Opfer gefallen. * Der Landeskriminalpolizei ist es im Kreise Erhelenz gelungen, eine Falschmünzer- bände zu stellen und hinter Schloß und Riegel zu bringen. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Nach klarer, kalter Nacht am Tage etwas nebelig, wechselnd bewölkt und etwas milder, ober kälter als am vergangenen Tage.— 3n Deutschland: In ganz Deutschland etwas kühleres, heiteres bis wechselnd bewölktes Wetter. nur stellenweise in den Gebirgen einzelne Schnee- schauer, nachlassende nordwestliche Winde, in Oit- preußen zunächst noch stärker bewölkt mit leichten Regen- und Schneeschauern, dann aufheiternd. Oessenllicher Vortrag der Landwirlschasflichen Hochschule Mittwoch, den 11. Januar, Invaliden- straße 42, Hörsaal 19, Quergebäude, pünktlich 8 Uhr abends. Prof. Freckmann:„Deutschlands Moore". Eintritt und Kleiderablage frei Weht wahllos kaufen! Je bewegter die Zeiten, um so wichtiger ist es. auf„Qualität" bedacht zu fein, denn nur Quoli- tätsware ist wirklich zuverlässig und haltbar. Es soll durchaus nicht gesagt sein, daß Qualitätsschuhe immer auch teurer zu sein pflegen. Im Gegenteil— bei Leiser, dem größten und leistungsfähigsten Schuhhaus Berlins, erhalten sie jetzt im Inventur- verkauf gute, reguläre Lcifer-Qualilätsschuhe schon fast für hen Preis einer Besohlung. Etwa 199 999 Modell- und Restpaare hat Leiser während des Jnventurverkaufs bis 75 Proz. herabgesetzt, kein Wunder, daß die Leiser-Filialen täglich geradezu „gestürmt" werden— so groß ist der Andrang! Für die letzten fünf Tage des Jnventurverkaufs sind die Preise für Restpaare nochmals herab- gesetzt worden. Siedlung durch Selbsthilfe. Bor einiger Zeit hatte sich eine Anzahl von Gleichgesinnten zur Selbsthilfe-Organisation der Schre- bergärten- Siedler, kurz SOSS. genannt, zusommengefchlossen, um durch Erwerb geeigneten Landes jedem Mitgliede auf billigste Weise ein Eigenheim von mindestens 62 Quadratmeter um- bauter Wohnfläche und je nach Stärke der Familie 's bis 1 Morgen gutes Gartenland zu beschaffen. Jetzt liegen bereits die Bebauungspläne eines bei Oranienbuvg erworbenen Gutes Oronienhof vor, das die SOSS. mit rund 359 Morgen an ihre Mitglieder zum Selbstkostenpreise unter Ablehnung leglichcn Profits aufteilt. Das Land wird an die einzelnen Erwerber als Eigentum auf- gelassen, bleibt also nicht Eigentum der Organi- sation, so daß jeder Erwerber talsächlich auch eigener Herr aus eigenem Grund und Boden wird. Äuch im neuen Jahr wird es der Hausfrau vornehmste Sorge sein, den Ihrigen selbst bei einfachster.stüchenführung stets ein sättigendes unb schmackhaftes Essen vorzusetzen. Hierbei unterstsstten die Hausfrau in erster Linie die er- probten Maggi-Erzeugnisse. Maggis Würze gibt Suppen, kosten, Gemüsen. Schlaten, Fisch- und Fleischspeisen schon durch ganz wenige Tropfen Wohlgeschmack, mit Maggis Suppenwürfeln(nicht als HO verschiedene Sorten) bereitet man schnell kräftige und bekömmliche Suppen. Maggis Fleischbrühwürfel geben ohne Mühe feinste Fleischbrühe zu Äoch. und Trinkzwecken. Wer Maggis Produkte verwendet, spart und kocht doch gut. Die„fröhliche Ausreiherin" Line von Zehntausend— Wo ist hier der Ausweg? ZWEITE BEILAGE DIENSTAG, 10. JAN. 1933 UM Nach einer kurzen Pause sagte er„Ich bin kein Querulant, möchte auch ungern einer werden. � Ich habe oft gewünscht, Lüdersen wäre von uns beiden der ältere gewesen. Wie manche Demütigung wäre mir da erspart." Aber Rognoe antwortete:„Das ist schein- bar richtig. Wer weiß aber, ob dann Ihre Bitterkeit nicht nach innen geschlagen wäre. Gerade die Demütigungen haben ihr vielleicht Luft verschafft." „Das verstehe ich nicht!" Dies wurde mit einer Erregung gesagt, die Rognos unsicher machte. „Ich kann mich ja irren.— Ich meinte nur, daß es vielleicht schwerer war, mit einer ge- Heimen Wunde umherzugehen als mit einer offenkundigen. Da sich in einer verborgenen Wunde leicht Eiter bildet." Berger wurde stußig und dachte eine Weile über das Gesagte nach. „Ich glaube, Sie haben recht", gab er endlich zu.„So ist es wohl." Dann richtete er sich auf und sah etwas verlegen zu Rognos hinüber.„Mir ist schon besser", sagte er.„Ich denke, ich gehe jetzt heim. Meine Frau hat es natürlich auch in der Zeitung gelesen. Ich möchte das am liebsten erst überstanden haben." Da fragte Rognos in leichter Verlegenheit über die eigene Frage:„Wie hat sie es eigent- lich getragen?" Berger zuckte die Achseln.„Etwas schwerer als ich", antwortete er so obenhin. Rognos stutzte.„Schwerer?" „Äa." „Aber warum denn? Ich begreife das nicht." Berger sah ihn flüchtig an.„Weil sie nie vor einem Revolver gestanden hat", sagte er. „Weil sie nie auch nur eine einzige Sekunde hat entscheiden müssen, ob sie leben wollte oder sterben."................... Er wurde sehr rot und sehr verlegen in dem Moment, als es heraus war. Und seine Verwirrung übertrug sich aus den Fragen- den. Da war plötzlich ein Bekenntnis, mit dem keiner der beiden gerechnet hatte, und das brannte in ihnen beiden. Die Unruhe trieb Berger nach /sause. Dadurch kamen sie etwas eilig auseinander, so als ob ihr Zusammensein durchschnitten wäre. Auch gingen sie nicht gemeinsam fort. Rognos blieb noch zurück. Auf dem Weg wurde Berger heimgesucht von einer Art Bauernscham, weil er seine Empörung über die Herabsetzung so deutlich zur Schau getragen hatte. Die Angst vor dem Heimkommen wurde dadurch zwar ein bißchen aufgehoben. Trotzdem aber fühlte er Aerger und Reue. Hoffentlich denkt er nicht, daß Neid dabei ist, dachte er. Ich bin nichl neidisch. Ich gönne Lüdersen im Gegenteil allen möglichen Erfolg Nur nicht auf meine Kosten. Ihm weniger als jedem andern. Denn er ist schuld baran, daß alles so gekommen ist. Wären Ouisthus und ich an dem Abend allein gewesen, hätte niemand mir vorgeworfen, daß ich am Leben geblieben bin. Und wieder kochte die ganze alte Bitter- keit gegen Lüdersen in ihm aus. Und wesweaen hatte er sich eigentlich so zu brüsten? Ein Zuiall hat doch alles entschieden. Wäre i ch an jenem Abend auf seinem Platz überrumpelt worden und er hätte auf meinem gesessen und Bedenkzest ge- habt, dann hätten wir eben die Rollen ge- tauscht.— Das heißt, wenn er zum Denken nicht zu faul gewesen wäre und sich nicht wie ein Ochse hätte niederichlachten lassen. Und wie so oft, überkam ihn die heiße Sebnlucht nach einer Abrechnung. Wenn ich nur wüßte, wie sie vor sich gehen sollte. Ick weiß bloß das eine, früher oder später muß ich ihn stellen. So wie jetzt kann es nicht ein ganzes Leben lang bleiben. Das ist einfach nicht auszuhalten. Ein Trost nur. daß Rognos auf meiner Seite steht. Da bin ich doch nicht ganz allein. Welch glücklicher Zufall, daß ich ihn damals traf. Hoffentlich habe ich ihn heute abend nicht vor den Kops gestoßen. War er nicht etwas kühl? Er sah beinahe aus, als wünschte er. ich hätte un- recht. Und das mit Helene, dachte er welter und fühlte sich bei dem Gedanken etwas unbehag- lich, das hätte ich eigentlich nicht erwähnen dürfen Es ist ja doch auch längst viel besser geworden mit ihr Ich hätte das hinzufügen müssen— ach. aber mir graut davor, wie sie das heute ausnehmen wird— was wird sie sagen?— Wenn ich früher nach Hause komme als erwartet, weiß sie gleich, daß ich es gelesen habe, falls es ihr selber schon be- kannl ist. Und das hoffe ich. Das erspart mir die unangenehme Aufgabe, es zu er- zählen. Als er sich der Straße, in der sie wohnten. näherte, wuchs seine Unruhe und Spannung. Er fühlte sich beklommen und schuldbewußt und mit einer Art Galgenhumor stellte er fest: Es ist beinahe wieder wie damals. Als hätten sie mir nochmal die Kasse gestohlen. Diese Auffassung machte etwas in ihm frei und er fühlte sich mutiger. Nun hatte er doch eine Art Antwort bei der Hand, mit der er sie, falls sie wieder in die alte Unvernunft verfiel, zum Schweigen bringen konnte. Ein- mal hatte man ihn geplündert und er hatte seine Strafe dafür bekommen, mehr hatte er nicht zugute. Nur wünschte er, daß der Junge schon im Bett wäre. Damit wenigstens in dem etwas gottlob Vergessenes nicht wieder aufgefrischt würde. Als er aber nach Hause kam, machte ihm gerade der Junge die Tür auf. Er lachte ihm wie immer kameradschaftlich zu. Also noch hatte sie es ihm nicht erzählt. Er selber fing sofort an zu schwatzen, vielleicht etwas sieberhaft, aber doch so, daß sie im eifrigen Gespräch in die Stube kamen. Sie plauder- ten weiter, auch nachdem er Helene freund- lich zugenickt hatte. Sie sah ihn groß und erstaunt an, nähte aber weiter an ihrer Handarbeit. Da wurde er plötzlich nervös. In einer jichen Angst wurde es ihm klar, daß sie sich zurückzog von ihm und seinen Angelegen- heiten. Das durfte nicht sein, und er rieb sich die Finger und sagte direkt zu ihr gewandt: „Hu, ist das aber kalt heute draußen." Da sah sie auf...Du kommst ja so früh?" Er lächelte unsicher— er fand selbst, daß Johann, der H Qefchichle aus Schlesien/ Ton Alberl Hlaus Er hatte das legte Haus auf der Straße, von seiner Werkstatt aus sah man den Wald, Gärten und den kleinen Friedhos. Vier Jahrzehnte hatte er hier nun gewirkt, mit frohem Schaffensdrang hatte er einmal an- gefangen. Jeder kannte ihn auf der Straß« als einen rechtschaffenen Mann; in der Stadt war er bekannt und überall hatte er Arbeit gehabt. Einen Gesellen hatte er sich halten können. So war es die ganzen Jahre gewesen. Das kleine Häuschen war schuldensrei. Als Johann es nach dem Tode seines Voters über- nommcn hatte, war noch kein Laden darin ge- wesen. Erst später hatte Johann das ausbauen lassen. Er heiratete spät mit dreißig. Mit seiner Frau verstand er sich gut: sie schenkte chm ein Kind, und sie sind beide glücklich gewesen. Und Arbeit gab es, Arbeit! Jede Minuten die er für. sie erübrigen konnte, war kostbar. Aber dann war die Frau gestorben und ließ ihn mit dem Kinde ollein. Hierüber hatte ihm die Arbeit weggeholfen. Cr heiratete ein zweites Mal, des Kindes wegen. Die große Liebs war es nicht, dazu hatte er die Mutter seines Kindes zu gern gehabt, immerhin, sie vertrugen sich und lebten sich ineinander. Er lebte für sie und für dos Kind, und wenn er ihnen etwas schenken konnte, war dos seine größte Freude. Er sparte fleißig. Jahr für Jahr mehrte die Summe sich um ein Beträchtliches. Wenn er einmal alt war, wollte er einen ruhigen Lebens- abend haben. Seine Arbeit macht ihm Freude. Da traf ihn der zweite Schicks alsjchlag. Dos Kind,«in Mädchen, starb mtt 14 Jahren. Auch das ertrug Johann. Darüber waren Jahr« oergangen. Er lebte weiter in Frieden mtt Marie, seiner Frau. Sonntags machten sie ihre Ausflüge und Weihnachten bauten sie sich einen Tannenbaum. Er arbeitete und sparte und die Zett oerging. Sie bewohnten das kleine Häuschen allein. Marie war ein lustiges Weib, und wenn er unten in seiner Werkstatt klopste, sang sie ihm ihre Lieder. Dann kam der Krieg. Johann hatte etwas mtt dem Herzen, sie konnten ihn nicht gleich gebrauchen, dann war er ja auch schon gleich Fünszig. Aber zuletzt nahmen sie ihn auch noch, zum Ausbilden. Er ist Unter- offizier gewesen.» Johann war schon wieder zu Haus, ehe der Krieg aus war, er hielt es mit seinem Herzen nicht aus. Es gab viel zu tun. ganze Reihen Töpfe standen da zum Löten. Er mußte noch einen zwetten Gesellen einstellen. Dazu hatte er noch einen Lehrling: dos Geschäft ging. Als der Krieg vorbei war und in den nächsten Jahren daraus merkte Johann, daß er langsam all wurde. Marie aber war noch üppig und schön, sie brannte sich täglich Löckchen an den Schläfen. Für wen eigentlich, Johann?. Ach, Johann hat andere Sorgen. Sein Geld hatte er in der Inflation verloren: das Ersparte von vielen Jahren war hin, grau sah die Zukunft aus. Die Arbeit nahm mehr und mehr ab- die Gesellen mußten entlassen werden. Und wieder verstrichen ein paar Jahre. Und immer mehr wuchsen die Sorgen an. Die Steuern stiegen, die Arbeit nahm ab. Und eines Tages stand Johann ohne Arbett da. Ein kurzes verzweiseltes Durchhalten noch, ein paar Monate, dann war es mtt der Arbeit ganz aus. Marie verkaufte den Tag im Laden ein. zwei Zylinder und etwas Scheuersand, fetten nur noch einen Tops. Aber sie machte sich keine Sorgen. Sie sang noch wie früher und sah noch heut« aus wie vor zehn Jahren. Johann aber zergrübelte sich den Kopf, wie das werden sollte, litt viel an Kopsschmerzen, oft Tage hintereinander, und kam mit den Nerven immer mehr herunter. Eines Tages vermietete Marie«in Zimmer. Ein Herr in den mittleren Jahren zog ein. Reisender mtt Büchern und dergleichen. Kümmerte sich einen Dreck um die alltägliche Not des Lebens, nahm es wie es gerade kam, hatte ein hübsches Gesicht und Augen für Marie. Da er möbliert wohnte, machte Marie chm immer das Zimmer zurecht, scherzt« mit chm und hiell sich oft lange bei chm aus. In der nächsten Zeit sang sie noch mehr und brannte' sich noch mehr chr« Löckchen. Und eines Tages geschah es, daß der Fremde sie küßte. Hinterher entschuldigte er sich, worauf sie meint«, das wäre nicht weiter schlimm, chr Mann känie ihr schon long« nicht mehr nahe. Dar» auf lachte der Fremde und klopste chr auf die Schutter und sie tat desgleichen. Unterdessen stand Johann einsant in seiner Werkstatt mtt schwerem Kopf und schweren Sinnen. Er wurde jetzt von Tag zu Tag ätter. Trosttos dunkel lag das Atter vor chm. Was dann, wenn er nicht mehr arbeiten konnte! Er war jetzt in dein Atter, tn dein sich zur Ruhe zu setzen er geträumt hatte. Statt dessen mutzte er sich alles allein machen. Wenn er nur noch Ar- 8Jn ZDuSsend Xieder Cin ArbeilerdifhiP-r erobert das Wind Bruno Sch ö n la n ks.Kindergedichte sind unoergesien. Sie gehören zu den besten dieser Art. Die Welt des Kindes spricht aus ihnen. Die Wett des Kindes, wie sie sich in einem Dichter offenbart. Ihre Wirkung ist total, d. h. sie sind Dichtungen schlechthin, jenseits des Zweckes. Seit dem Erscheinen dieser Gedichte ist viel untergegangen. Es ist natürlich, wenn gerade die Kunst in die allgemeine Krise von Weltanschauung und Wissenschaft mtt einbezogen wurde. Drama und reine Dichtung stagnieren. Die ernste Musik- kritik zweifelt daran, ob produktive Komposition aus den bisher beschrittenen Bahnen weiter mög- lich ist Die bildende Kunst hat sich in einen Stil sogenannter neuer Sachlichkett gerettet, ohne von neuen Impulsen getrieben zu werden.. Hinzu kommen Reaktion und Wirtschaftskrise, die die Freiheit und die materielle Existenz des Künstters als solchen fast unmöglich machen. In dieser Situation entstand eine neue Gattung Zweckdichtung, bei der Zweck nicht mehr der ge- legentliche Anlas, sondern der Wille des Autors ist, einen selbstgewöhlten Kreis des Publikums in seinem Sinne zu beeinflussen. In einigen Kinder- opern, in Schul- und Hausmusiken, in Laien- kursen bildender Künstler fand diese Zweckkunst ihren schönsten Ausdruck Sie erwies sich nicht nur als lebensfähig, sondern auch als lebensbildend und kulturbildend und damit als Kunst im ein- gangs angedeuteten Sinne.. Aus dieser Ebene kommen Max Barthels „Zwölf Kinderlieder, die soeben unter dem Titel „Sonne, Mond und Sterne" im Stein- klopferverlag lBerlini erschienen sind. Sie sind nicht nur aus der Welt des Kindes, sondern auch aus dem Willen Heraus geschrieben, dem Kinde eine Handvoll Lieder zu geben, die es mtt Freude spricht und singt. Hier liegt wohl der Wesens- unterschied zu den Kindergedichten von Bruno Schönlank. Was Barthels Kinderlieder aus dem Rahmen der Dutzendware in dos Bereich der wahren Poesie hinaufhebt, ist die Selbstoerftändlichkett. mtt es ein törichtes Lächeln war„Wieso", fragte � er.„freust du dich nicht darüber?" Wieder sah sie erstaunt auf und wußte gotttob nicht, wie ihm zumute war. Dann wiederholte sie aber wie absichtlich, was er vom Wetter gesagt hatte. „Draußen?" sagte sie. Und nach kurzem Zögern:„Ich dachte, dir wäre heute ab- wechselnd heiß und kalt." Da sah er sie kaltblütig an, wie um sie schweigen zu machen.„Wieso? Meines Wissens brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben." Sie wurde ein wenig bleich und zog die Brauen in die Höhe.„Nicht? Na ja, dann ist ja alles gut." Der Junge sah verwundert von einem zum anderen.„Was ist denn nur los?" Keiner antwortete, aber alle beide sahen aus, als ob doch etwas los wäre. „Was ist denn, Vati? Sag's doch." In der Stimme des Kindes klang eine Angst, die Berger das Herz zusammenpreßte. Aber er schüttelte den Kopf.„Nichts, mein Junge. Nichts für dich-- wenigstens noch nicht. Geh lieber zu Bett, es ist nach zehn" Und er strich dem Jungen über das Haar und bog ihm den Kopf nach hinten, ehe er ihn von sich ließ.„Schularbeiten fertig?"(Forts, folgt.) bett gehabt hätte! Arbeit war die einzige Trösterin. Marie? Nein, Marie verstand das nicht. Wenn sie auch sonst gut miteinander aus- kamen, aber sie lebten mehr nebeneinander. Maries Geburtstag. Von dem letzten abgesparten Geld« fauste Jo- Hann Marie Stoff zu einem Mantel und ein Paar warm« Hausschuhe. Und war glücklich, denn Marie freute sich. Sie hatte sich schon lange einen Mantel gewünscht. Sie umaAnte ihn und ging. um das Zimmer des möblierten Herrn zurech: zu machen, derweil die Gans im Herd prustelte. (Johann hatte jede Woche dafür SO Pfennig zurückgelegt.) Er setzte sich an seinen Schreibtffch und sah m die Rechnungen, bekam Kopsschmerzen und wurde wieder einmal lebensüberdrüsstg. Die Kopf- schmerzen hämmerten und ließen ihm keine Ruhe. Er hall« immer Puloer da, fand aber nichts. So ein Wetter jetzt! Es regnete Bindfaden. Johann ging in die Küche, um nach dem Pulver xu fragen. Do war sie nicht. Dann machte sie gewiß das Zimmer zurecht.' Mtt seinen Filz- schuhen stieg er die Treppen heraus, er hatte solch« Kopffchiverzen. daß er das Anklopfen vergaß. Johann stand aus der Schwelle, seine müden Auge» wurde» groß und wett, sein Gesicht über- lies ein Zillern. Dort saß Marie auf den, Bett und der ander«.. Er tappt die Treppe hinunter— auch das noch, auch das»och!— Schlürft über den Flur, hinaus, hinaus auf den Filzpantinen in den Regen, zu dem sich Schneeslocken mischten, ging und ging, bis ihn der Wald aufnahm. Man hat ihn erhängt aufgefunden. der die Welt des Kindes übernommen und tn diese kindliche Welt ein dichterisches, aber auch pädagogisch wertvolles Weltbild gegossen wird, das die kindlich« Seele weiterbildet, ohne chr Weltbild ,zu stören. Wie sehr das Bolkstümliche in dieser Lyrik wurzelt, dafür gibt gleich das Eingangsgcdlcht. das als Wanderlied gedacht ist, ein'-bönes Beispiel: Wenn der Weg in Nacht vergeht, schläft die liebe Erde. doch der frühe Morgen steht auf mit Lichtgebärde. Dieses Bild nimmt gefangen, weil es das, was Tradition wurde, neu gestaltet Aber Barchel bleibt in den zwöli Kmderliedern keineswegs be» fcheidener Wanderer in den Bezirken der Tradition. Da ist Nummer zwei gleich ein T i n t e n l i e d, dos ganz ins Heute vorstößt: Die Tinte ist ein ichwarzes Meer von ungeheurer Tiefe, wir schreiben hin, wir schreiben her, das Tintenmeer wird niemals leer... Welcher unserer kleinen Stnbisaxe ginge da nicht begeistert mit! Und— ja. da haben ww die Synchese von Kindlichkeit und bildnerischem Geist, wenn dann aus diesem schwarzen Tintenmeer Gedanken aufblühen wie: Die Feder malt die Geisterspur der menschlichen Gedanken. Zehn Worte aus der Feder nur, und vor uns leuchtet die Natur.. Die Welt ist groß, die Welt ist klein, das liegt in unfern Händen... Ob nun Max Barthel die Wunderkrast des Wortes der kindlichen Betrachtung anHeim gibt, ob er uns beim Bäcker in eine Betrachtung über das Brot verwickelt, ob er von Sonne, Wind, Mond, Ziegelsteinen oder Zeppelinen spricht, immer predigt mit der Zunge der Einfalt die Klugheit und ein bejahender Lebenswille, der in dieser Zell, da der Würgeengel der Not gerade nach unseren Kindern greift, nicht hoch genug em- geschätzt werden kann. Lepär«. Finanz Wirtschaft in Fesseln Abbau der öffentlichen Verwaltung in Reich, Ländern und Gemeinden auf den Stand von 1925 26 3c mehr die wachsende Krisennot die U n- f ö h i g k e i t des k a p i t a I> st i s ch e n Wirt- f ch a s t s s y st e m s dewies, desto lauter wttrde das AdlenkungSNeschrei seiner Sachwalter über die angebliche Verschwendung der öfsentlichen Wirtschast, Die hohen Steuern und die hohen össentlichen Ausgaben sollen die Wnr;c! allen Uebels sein. Eine Untersuchung des Statistischen Reichsamts über die Ausgabe» und Einnahmen des Reiches. der Länder und der Gemeinden(zweites Dezem- berheft von„Wirtschast und Statistik") ist geeig- »et. dam allzu demagogischen Geschwätz die Spitze abzubrechen. Der Jinanzbedarf der gesamten össentlichen Verwaltung(Reich, Länder und Gemeinden) stieg von 14,5 Rlilliarden TNark im Jahre 1925/26 aus 20,9 Milliarden Mark im Jahre 1929 Z0 und ging bis zum Jahre 1931/Z2 aus 17,0 Milliarden Mark zurück. Der Rückgang um 3,8 Milliarden Mark oder u m 1 8 P r o z, könnte erträglich erscheinen, wenn er aus allen Gebieten gleichmäßig ersolgt wäre, Aber das Gegenteil ist der Fall, Bor allem ersorderte die Unterstützung der Arbeitslosen im Jahre 1931 /3Z den Betrag von 1,2 Milliarden Mark mehr als im Fohre 1929/30. das ist eine Steige- rung um 68 Proz, Allerdings steht dem ein Rückgang der R c p a r a t i o n s 1 a st e n um 1.4 Milliarden gegenüber, Die össentliche Bautätigkeit war aus ein Drittel zurückgegangen, da die Heuszinssteuer immer mehr für den Finanzbedars statt sür den Wohnungsbau Verwendung fand, Die Ausgaben für das Bildungswesen sind um 22 Pro;, herabgesetzt worden. Die Kürzung der Gehälter um 19 bis 23 Proz,, von der dir votizei. Reichswehr und Reichsmarine teilweise verschont blieben, wirkt sich erst voll im laufenden Rechnungsjahr 1932 33 aus. Vom gesamte« Zuschußbedarf— das ist der Teil des Finanzbedarfs. der durch Steuern und Ueberschüsse des Erwerbsvermogsns zu decken ist— entfielen im Jahre 1931/32 schon 21 Proz. auf die Arbeitslosensürsorge, ein Prozentsatz, der sich inzwischen wesentlich erhöht hat. Trotz aller Drosselungen, trotz neuer Steuern sind die Einnahmen des Jahres 1931/32 hinter den Ausgaben um 600 Mill, Mark zurückgeblieben, Die weitere Untersuchung nach einzelnen Gebiets- rörperschosten zeigt, daß das Reich dos Jahr 1931'32 günstiger als die Gemeinden überstanden hat. Gegenüber 1929/30 sind vor ollem die Reparationslasten um 1,4 Milliarden gesunken. Die Arbeitslosensürsorge erfordert einen Mehraufwand von 525 Mill, Mark, Der Abbau aus allen anderen Gebieten mit 550 Mill, Mark macht nur 10 Pro;, aus. Talsächlich waren die Einsparungen er- heblich höheri sie wurden aber zum Teil ausgeglichen durch die Aufwendungen für die 0 Ü H i I s e, für Stützung des landwirtschatt- lichen Marktes und für Sanierung der gewerblichen G e ii o s s e n s ch a s t e n. Die Banken Sanierung erforderte schon 1931 32 etwa 112 Mill,. ein Betrag, der den lleberschüssen des Erwerbsoermögens entnommen wurde. Einmalige Einnahmen aus der Münz- Prägung waren in 5zöhe von 282 Mill, Mark zu verzeichnen Infolge der hohen Steuerausfälle ergab das Jahr 1931 32 ein Defizit von 183 Mill, Mark, das sind 2.8 Proz. der Gesamtausgaben, Schwere Vorbelastungen kommender Jahre. Bon besonderer Wichtigkeit ist aber folgendes: in die eben angegebene Rechnung sind die Ber- pflichtungen des Reichs aus der Bankensanierung und aus anderen Bürgschaften oder Sub- v e n t i o n c n nur dann eingesetzt, wenn sie 1931/32 fällig wurden. In der chauptsachc sind aber diese Aktionen mit Schatzan Weisungen füranziert worden, die in den Jahren 1933 bis 1933 fällig werden. Als weitere Vorbelastung der kommenden Etatsjahrc sind dann Popens Steuerguts ch eine dazugekommen, Herr von Schwerin-Krosigk hat kürzlich selbst gesagt, daß die Vorbelastung an eine M i 1- l i a r d e Mark jährlich heranreicht. Eine Mil- iiarde bei etwa 6 Milliarden Gesamtausgaben des Reichs, dos ist eine Vorbelastung von eine m Sech st el des Gesamtetats, Das ist unvcranlwortliche Zinanzpolitik, die ihren Grund allein in der„prioatwirtschaftlichen Einstellung" der Verantwortlichen hak. Für die Entwicklung der Ländersinanzen war bestimmend, daß sie von der Zunahme der Lasten aus Arbeitslosenunterstützung ziemlich ner- schont blieben. Das Defizit aller Länder wird für 1931/32 auf 100 Millionen Mark oder 2.6 Proz, aller Ausgaben geschätzt, Die Ammzen der Gemeinden und Gemelndr- verbände standen und stehen tm Zeichen der Mohlsahrtsloff«,. Im Iabre 1931/32 hotten die Gemeinden sür Arbeitslosenunterstützung 1630 Mill. Mark auf zu wenden, da? sind 300 Mill, Mark mehr al? >929 30. obwohl dos Reich einen Zuschuß von 223 Mill- Mark leistete. Dazu kam der kata- strophale Rückgang der R e i ch s st,« u e r ü b« r- Weisungen mn 370 Mll Mark oder 36 Proz,! Trotz neuer Steuern lBürgersteuer. Gelränkc- steuer) sind auch die eigenen Steuereinnahmen gesunken. Die Folge war. daß die Ausgaben für das Wohnungswesen im Jahre 1931 32 um 390 Mill. Mark oder 62 Proz.. die sür dos Bildungswesen um 340 Mill. Mark oder 29 proz. niedriger waren als 1929 30. Das Gesamtdesizit der Gemeinden betrug 300 Mill, Mark oder 4.2 Pro;, der Gesamtausgaben. Die Schätzung der Einnahmen und Ausgaben von Reich. Ländern und Gemeinden im laufenden Zahre 1932 33 zeigt einen weiteren Rückgang des Finanzbedarfs auf 14.75MilliardenMark. fast aus Stand des Jahres 1925/2 6, Von dem Rückgang sind 350 Mill, Mark aus die Einstellung der Reparationszahlungen zu rechnen, �o daß der Rest von fast zwei Milliarden Mark echte Ausgabeneinschränkung darstellt, Im Jahre 1932/33 wirkt sich der Gehalts- abbau voll aus und bringt eine Entlastung um 500 Mill, Mark: der Abbau der Kriegs- Versorgungsrenten macht 100 Mill, Mark aus. Die Drosielung aller anderen Ausgaben wird auf eine Milliarde Mark geschätzt, Das bedeutet, daß die gesamte össentliche Ver- waltung in diesem Jahre die Bautätigkeit so gut wie vollständig eingestellt hat: zur Förderung des Wohnungsbaus werden keine Mittel mehr ausgewandt. Die Lasten für Arbeits- losenunterstützung werden rechnerisch etwas niedriger sein, da ein Teil der an sich höheren Ausgaben auf die Reichsanstalt übertragen wurde. Gleichwohl werden die Einnahmen des lausenden Jahres n i ch t a u s r e i ch e n, die Aus- gaben zu decken. Die gesamten Einnahmen aus Steuern und Zöllen werden um zwei Milliarden Mark niedriger sein als im Vorjahr«, obwohl die Erhöhung der Umsatzsteuer Mehreinnahmen von 400 Mill, Mark bringen wird. Die einmaligen Wir hatten bereits mitgeteilt, daß es zwischen dem Benzoloerband und dem Reichsverband der Automobilindustrie in der Zollfrage zu einem schweren Krach gekommen ist. Eine neue Stellungnahme der Autoindustrie gibt Veranlassung. auf die Angelegenheit zurückzukommen, Der Direktor des Benzolvcrbanöes. 5i e r r D r, Rupert!, hatte einen Aufsatz verössentlichl. der mangels sachlicher Argumente von— milde gesagt— Unverschämtheiten strotzt. Einmal wird gesagt, daß das Reich auf keinerlei Einnahmen oerzichien kann; dann wird erklärt, die Belastung des Kraftverkehrs müsse auf breitere Schultern umgelegt werden. Schließlich wird die Inter- esjeiuensorderung nach Aufhebung der lächerlich niedrigen Ausgleichssteuer als„ein Entgegen- kommen der einheimischen Erzeuger" hingestellt! Das ist wohl der Gipfel, Die einheimischen Er- zeuger zahlen eine Ausgleichsabgabe von 3.80 Mark je Doppelzentner, der Benzinzoll aber beträgt 17 Mark. Die Benzolcrzeuger. der Ruhr- bergbau, stecken die Differenz van 28 Millionen Mark in die Tasche, Tatsächlich sind die Sondergewinne noch größer, da Benzol vor dem Krieg« etwa 16. heute aber 44 Mark je Doppelzentner kostet. Jetzt oerlangen die Interessenten noch den völligen Erlaß der Ausgleichs- abgab«, das sind jährlich etwa 8.5 Millionen Mark, Um den Benzinpreis allgemein um drei Pfennig je Liter senken zu können, soll der Bcnzinzoll von 17 aus 14 Mark herabgesetzt �lorcj-SlucI-Bahn 1931 Geringer Ueberschuß— keine Abschreibungen Die Berliner R o r d s ü d b a h n- A,- G, ist bekannllich als Ganzes auf die BVG, übergegan- gen. Ihr« Auslösung ist von der letzten General- Versammlung beschlossen worden, aber vorläufig wird sie als Bau- und G r u n d st ü ck s- g e s e l l s ch a s t der BVG, fortgeführt. Da bei der heutigen Marktlage Grundstücke kaum zu ver- kaufen find und die Ausnahme longsrisiiger Anleihen durch die Stadt Berlin zur finanziellen Konsolidierung der BBG, vorläufig unmöglich ist, dürft« Über der Durchführung der Auflösung noch einige Zeit vergehen Für das Geschäftsjahr 1931 wetzt die Nord sudbahn«inen kleinen Reingewinn von 0.07 Millionen Mark aus. der einer besonderen Ruck läge zugeführt wird(0.33 Millionen Mark» Ab schrcibungen waren auch in diesem Jahre nicht möglich. Die Bauten aus den Linien Gesund- brunnen— Neukölln und Aleranderplatz— Fried- richsfelde wurden snrtgesührt, so daß sich das Gewinne aus der Silberinünzenprogung werden minimal sein, Das Gesamtdesizit der össentlichen verwal- lung wird sür das Zohr 1932 33 aus mindestens eine Vlilliarde Mark veranschlagt, wird also soft doppell so hoch sein wie das des Jahres 1931/32. Wie bei solcher Sachlage ein„autoritärer" F i n a n z m i n i st e r den Mut findet, die Liebesgabenpolitik gegenüber einzelnen Jnteressentengruppen(Hausbesitzer, inländische Treibstosserzeuger usw.) fortzusetzen und auch für öffentliche Austräge noch E i n st e l l u n g s- Prämien zu verschenken, das ist unbegreiflich, Und nun noch einige Bemerkungen über das Berhällnis zwischen Volkseinkommen und öffent- lichen Aufwand, wie es die folgende Tabelle darstellt, Volkseinkommen und ässentlicher Aufwand: 1925:26 19.-9 30 1931 32 1932/33 Milliarden Mark: 2; Volkseinkommen..... 60,0 76,1 57,1 48—50 i Finanzbedars der offene lichen Verwaltung... 14«5 20,0 17,0 14,8 Verhältnis 2 zu 1 in Prozent: 24 28 30 üb« 30 Der Anteil der össentlichen Ausgaben am Volkseinkommen ist danach von 24 auf 30 Proz, g e st i e g e n. Warum? Doch nur. well die Krise des kapitalistischen Systems der öffentlichen Ver- waltung dauernd wachsende Losten für Arbeits- iasensürsorge auspackte, und well„die Wirtschost" einen immer größeren Teil der össentlichen Aus- gaben beansprucht in Form von Stützungen lBanken, Schiffahrt, gewerbliche Genossenschaften), Subventionen(Osthilfe, Bergbau), Bürgschaften usw. Bor allem mutz festgehalten werden: das Bolks- einkommen ist von 1929 bis 1932 um mehr als 26 Milliarden Mark gesunken, das ist weit mehr, als der ganze Finanzbedars von Reich, Ländern und Gemeinden aus dem Höchststande(20,9 Mii- iiarden Mark) ausmachte! Damit ist das Ge- schwätz jener Leute gerichtet, die Dumme suchen mit der Behauptung, der össentliche Answand sei für die Krise verantwortlich. werden. Das bedeutet einen weiteren Ausfall von vielleicht 30 Millionen Mark jährlich, Aber die Bcnzolerzenger haben auch Vor- schlüge zum Ausgleich der Ausfälle, Es macht sich ja immer gut, wenn man sich wie Herr Dr, Rupert! von„Reichstagsparteicn, die um die Massengunst buhlen", distanziert. Also wird die Berdoppelung des Zolles für Gasöl, des Treibstoffs für Dieselmotoren, gefordert. Eine über- schlägige Rechnung zeigt zunächst, daß die Ausfälle so vielleicht zu einem Drittel aus- geglichen werden können. Die Autoindustrie weist daraus hin, daß die Verbrauchersreundlichkeit des Beuzolverbandes einen sehr realen und gar nicht uneigennützigen Hintergrund hat: die Einfuhr von Gasöl soll gestoppt werden, um an dessen Stelle das Stein- kohlenteeröl zu setzen, das heule zu niedrigeren Preisen als Gasöl abgesetzt wird, Die Autoindustrie stellt weiter fest, daß der Benzolverband die Preistreibereien des Treib- stof'fkartells stets mitgemacht hat. An die Verbrauchersreundlichkeit des Benzolverbandcs könne man„auch dann nicht glauben, wenn sie mit etwas mehr Diplomatie und etwas weniger Ethik(!) vorgebracht wird". Dieser Charakteristik haben wir nichts hinzuzufügen, Wir Härten nur gewünscht, die Auw- industrie wäre zu dieser Erkenntnis schon eher, als der Benzolverband noch Mitglied des Reichs- Verbandes der Autoindustrie war, gekommen, B a u k a n t o um 32/3 auf 136,4 Millionen Mark erhöht«. Der Stadt Berlin wurden Strecken- abrechnungen über 110 Millionen Mark ein- gereicht, aber die Finanzlage der Stadt erlaubte nicht, die Gclellschast dafür zu entlasten. Der Passivposten„Gelder der Stadl Berlin" hat sich von 216,5 auf 183/3 Millionen Mark ermäßigt, aber eigene Akzepte haben sich um 55.6 Mil- lionen Mark erhöht. Fast der ganze Betrag dieser Berpslichtungeit, die aus Schnellbahnbauten im Jnteresie der Stadt resultieren, ist kurzfristig. Wann endlich wird die Um schuldung der kurzfristigen Kom- munalkredite in langfristige erfolgen, deren Durch sühkung das Reich schon vor anderthalb Jahren versprochen hat? tl!,..>>.. Steigende Preise in Siidafnka Die große Beunruhigung seit dein Ver lassen des Goldstandards in Südairika fchcint sich zu legen. Eine der Handelsbanken in Johanne?- bürg erhielt von der Zentrole in Pretoria Weisung. Beschränkungen von Demsenirons- aktzvnen aufz» heben, soweit es sitzi irw Gelder handelt, die das Land Verlasien, jedoch bei den aus dem Ausland einlaufenden Kapitalien eine Begrenzung auf 500 Pfund ie Tag und Kunde einzuhalten, Dies wird als entscheidendes Anzeichen dafür angesehen, daß die Kapitalflucht aus- gehört und große Summen aus Ueberfee zurückgebracht werden Im übrige» steigen in Südafrika die Preis c, Die Gewerkschaften bcobachlen die Lage genau, soweit sie die Kaufkrast der Löhne in Mitleidenschaft zieht. In Arbeiterkreisen wird die Steigerung der Preise lebensnotwendiger Waren bereits auf 121- Proz. geschätzt. Die Gewerk- schasten treten in der kommenden Woche zu- sammen, um die Loge zu erörtern, Der MarAannetmess Die Technik der Butterbeimischung Aus einer Denkschrift der Margarine- industrie zum BuUerbeimischungszwong sind Ausführungen über die Technik der Beimengung von besonderem Interesse. Eine Möglichkeit der Beimischung ist die d i- rekte Berknetung fertiger Dtar- garinc mit Butter, Eine solche Beimischung von Butler ergibt jedoch eine verderbliche Misch- form und bewirkt damit eine wesentliche Ber- schlechierung der Konsistenz der Margarine, d, H, schlechie Haltbarkeit des Produkts. Die zweite Möglichkeit besteht darin, Butter zu schmelzen und da? so gewonnene Butter- schmalz als Bestandteil der Fettmischung im Fa- brikationsprozeß der Margarine zu verwenden, Wenn man Butter aber so schmilzt, eriahren G e- r u ch und Geschmack eine wesentliche Ver- anderung. Der spezifische Geruch und Geschmack geschmolzener Butter schlagen außerdem in der Margarine sehr leicht in das Tranige— Fischige um, so daß man die Margarine nicht einwandsrei schmeckend in den Konsum bringen kann. Das trifft schon für Butler feinster Qualität zu. Verwendet man nicht erstklassige und ältere Butter, z. B. Kühlhausbutter, was man gerade in Deutschland plant, dann müssen die Folgen iwch schlimmer sein. Weiter besteht die Möglichkeit, das Bulterfeii einem ähnlichen Raffinationsprozeß zu unterwerfen wie die pflanzlichen Fette und Oele, Mit einer solchen Methode verstößt man jedoch gegen die fundamentalsten Grund- sätze der Lebens in ittelgesetzgebung, Außerdem ergeben sich chemische Unterschiede, die selbst durch Konservierungsmittel nicht aus- zugleichen sind, Die Folge ist eine geringere Haltbarkeit der Mischung von Butter mit Margarine, gleichviel aus welchem Wege sie hergestellt wird, Alle diese Tatsachen, so schließt die Darstellung dieses Kapitel ab. gefährden die Ernährung schon in dem Falle, daß die! d e a l st e n g e o- graphischen Voraussetzungen für Butter- und Margarineproduktion gegeben sind. In Deutschland aber liegen diese geographischen Boraussetzuitgen äußerst ungünstig,»ach der Darstellung der Margarineindustrie so ungünstig, daß „eine solche schwere Gciährdung eines bisher hygienisch einwandfreien Masicnnahrungsmittels nicht zu oerantworten ist," Der erste LantcaKscWiilA Die Cöpenicker Bank berichtet Die Cöpenicker Bank, die größte gewerbliche Kredugeiiosiemchaft in Deutschland, ist auch dies- mal mit ihrem am 3. Januar bereits unterzeichneten, jetzt der Oestentlichkeit übergebenen Ge- jchästsbericht für 1932 die am schnellsten be, richtende größere Bank geblieben. Die Geschälte gingen unter dem Druck der Krise weiter zurück, aber die Geichäftssührung blieb solioe, Das ist um so beachtlicher, als es unter den-ge« werblichen Kreditgenoisenichaften sehr gekrilest Hot und die Cöpenicker Bank selbst noch Ende 1931 gelegentlich des Zusammenbruchs der sogenannten Fleischcrbank sehr zu Unrecht in abträglich« Ge- rüchte verstrickt wurde. Nach dem Bericht haben ieit dem Frühjahr 1932 die Abhebungen von Rtonat zu Monat nachg«- lassen: in den letzten Wochen des Jahres war wieder eine Zunahme der Spargelder ,zn ver- zeichnen. Das Kleinkreditgeichäfi, dos von 361 l Mitgliedern in Anspruch genommen wurde lGejamtmitgliederzahl am JahreslcW'/ 4389), hat sich noch dem Bericht als nerhältnismäßiz sicherstes Geschäft erwiesen. Die GeichZftsguthobeit betrugen zum Jahresschluß 3,7 gegen 4.3 Mi!« lionen im Borjahr, Spareinlagen UM gegen 15,44 Millionen, K ontokorrenteiiilagen 2,2 gegen 2,9 Millionen. Wechsel 17.4 gegen 21,8 Milluwten. Der Reingewinn beträgt 501 000 gegen 80Z 000 M. im Vorjahre.?lus dem Reingewinn werden 5 Vroz. Dividende verteilt, außerdem werden 300 000 M. den Reserven zugeführt, die sich aus 2,3 Millionen erhöhen. Besseres Stickstoffgefchäfl m Leuna. Beim Am« moniakwerk Msrleburg lLeunawerke) sind dieser Tage 200 Mann neu eingestellt worden. In den nächsten Tagen werden weitere 200 Mann iolaen Die Neueinsiellungen sind auf die soisonmaßige Belebung de?, Stickstofswarkt«? zurückzuführen. Die Beschäftigung der neu em« gestellten 400 Wann bis Mitte des Jahres fft sicher: ob darüber hinaus, steht noch nicht fest. Immer wieder Benzinskandal Die Forderungen des Benzolverbandes U jSozialisiischeArbelterjugendGroß-Verlm Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendjekretariai Berlin SW ß8. Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. Demonstration! Am Sonntag. 1',. Januar, marschieren wir zu den Gräbern Rosa Luxem- bürg un� Aarl Liebknechts.— Zu Falkentracht mit allen Fahnen treffen wir uns um 14'-2 Uhr auf dem Baltenplatz(U-Bhf. Petersburger Straße). Abmarsch 15 Uhr. * Achtung, Abteilungsleiter'. Reicht sofort den Berichtsbogcn vom IV. Quartal ein. Arbeitsgemeinschaft Abraham: Die Arbeitsgruppe..Krise des Kapitalismus" tagt wieder heute, Dienstag, 19% Uhr, in der AB.-Schule, Lindcnstr. 3. heule, Dienstag, 20 Uhr. Arkonaplatz: Elisabethstr. 19: Leseabend.— Gcwerkschastshaus: Waisen- straße 18: Das Märchen vom freien Arbeiter.— Rosenthalcr Vorstadt: Zehde- nicker Str. 17: Lustiger Jahresanfang.— Zentrum:.Köpenicker Str. 92: Jahres- Mitgliederversammlung.— Gesundbrunnen n..Kolonicstr. 22: Rosa Luxemburg. — Humbolbthain: Putbusser totr. 22: Reue Kampflieder.— Norden: Putbnsser Straße 22: Iahresmitgliederversammlung, II.— Echillerpark: Schöningstr. 17: Soziales Wandern.— Bcdding: Willdenowstr. 5: Vie Frau in der Sowjet- union.— Wedding. Nord: Turiner Ecke Seestraßc:.Kampfliederabend und Fahrtenbericht.— Ärnswalder Platz I: Schönlanker Str. II: Das politische SckUagwort— Balkan: Mandelstr. 8: Wir lesen die„Arbeiter-Iugend".— Nordost I: Danziger Str. 62: Polizei im heutigen Staat.— Seucfelderplatz: Schwimmen.— Weißensee: Caselcr Slr. 2: Aus meinem Leben.— Kasenheidc: Wassertorftr. 4; Heimabend.— Köpcnickcr Viertel: Manteuffelstr. 7: Gemein- schaft in der SA?.— Reichenberger Viertel: Reichenberger Str. 67: Jahres- Mitgliederversammlung.— Südwest: Lindenstr. 4: Kampfmaßnahmen der Arbeiter.— Friedenau: Offcnbachcr Str..7a: Die Grundlagen der gewerkschaft- licken Arbeit.— Schöncbcrg I RF.: Hauptstr. 15: Rück- und Ausblick.— Schönebcrg II: Hauptstr. 15:.Kampfjahr 1933.— Charlottenburg: Rosinenstr. 4: Turnen.— Charlottenburg-Rord: Kaiserin-Augusta-Allee 97d: Arbeitsgemein- schaff.— Westend: Sportplatz Westend: Gewerkschaftsfragen.— Giemensstadt: Lckule Lungfornheideweg: Zahresmitgliederversammlung.— Wilmersdorf: Schule Pestalozzistraße: Turnen.— Lankwitz: Annastr. 12: Hohresmitgliederversamm. lung.— Steglitz T: Albrechtstr. 47; Lieder- und Leseabenö.(WB.-Abenb fällt aus.)— Zchlendorf-Dahlem: Zinnowwaldschule: Lese� und Liederabend.— Lichtenrade: Dorfstr. 36:.Kampfliederabend.— Tempelhof: Lyzeum Götzstraße: Iahresmitgliederversammljxng.— Reu-Tempelhof: Wintgensstraße: Iahrestnit- gliederversammlung.— Britz: Hannemannstr. 46: Die wirtschaftlick)en Folgen der Revolution 1918.— Neukölln III: Ziethenstr. 58: Iahresuntgliederverjamm- lung.— Neukölln IV: Kanner Straße: Tagespolitik.— Reukölln Vi: Treptower Straße 97: Zahresmitgliedervcrsammlung.— Neukölln VII:.Karl-Marx-Schule, Maiser-Friedrich-Str. 208: Politische Satire.— Neukölln IX: Schule Mariendorfer Weg: Reichskuratorium für Zugendcrtüchtiguna.— Neukölln X: Beteiligung an der Abtcilungsoersammlung der Partei.—- Neukölln X, Jüngere: Ganghofer- straße: Russische Literatur.— Reukölln XI: Flughafenstr. 68: Arbeitsgemein. schaft.— Schöneweide I: Berliner Str. 31: Karikaturen.— Köpenick l: Grünauer Straße 5: Tagespolitisckie Fragen.— Hcrmsdorf: Roonstraße: Die arbeitende Jugend.— Reinickcndorf-Ost: Lindauer Straße: Ausspracheabend.— Wittenau: Hauptstr. 13: Sexuelle Fragen.— Karow: Frundbergstr. 9: Freikörperkultur.— Pankow I: Görschstr. 14: Rückblick.— Araimplatz: Sonnenburger Str. 20: Lahresmilgliederversammhing. SSG. Westen: Arbeitsgemeinschaft, 17' 7 Uhr Rosinenstr. 4. Werbebezirk Osten: Vorstandssitzung, Litauer Str. 18. Wcrbcbezirk Lichtenberg: Morgen Abrechnung der Uebernachtungsgulscheine des DIH. aller Gruppen bei dem WB.-. Kassierer, Gunterstr. 44, ab 20 Uhr. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Der Iüngerenkursus„Drache Marxismus" kann wegen Verhinderung des Referenten erst am Mittwoch, 1. Februar, fort- gesetzt werden.— Der Aelterenkursus findet statt. berliner Gewerkschaftsschule. Der nächste Ärteitsrechtlich» Inforniationsabend für Betriebsräte finbet heute statt um IS Uhr im Saal 3 bzw. Saal 5 des Sewertschastshauses, Engel. ufer 24—25. Zutritt haben alle freigewerlschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen. Die Teilnahme ist frei. Wir bitten, recht zahlreich und punktlich zu erscheinen. mats Theater Dienstag, den 10. Januar staatsoper unter den Linden 20 L'str La Traviata staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Faust I. Teil Wienerinnen Konzertieren Gaston Palmer der lästigste Jongleur Trio VValkmir in seiner neuen unerreicht. Perche-Arbeit Kurt Fuß LoniHeuser.GreteWeiserusw. Stettiner Sänger r Reichshalien-Tb., DönhoUpl. 8.15, Sonntags 3.30 zu ermäOIgten Preisen Das große Januarprogramm: .Die neuen Erben VOLKSBUHNE Theater am Bttlewpiatz T S Uhr D 1 Norden 6536 Oliver Cromwells Sendung v. Waller Oilbrichl. Regie Heina Hilpert mit Eugen Klöpfer Stadt. Oper Charlottenbure Fraunhofer 0231 Dienstag, 10. Januar 20 Uhr Turnus I Martha Ivogün, Zador, Ludwig, Andresen, Pechner Dirigent: Ladwig Tlfll. 5 B. sx Uhr MAURICE COLLEANO PAUL GRAETZ Robins/ Covey Moeser Jose Frakson, Whirl» winfJs usw. H3he Sdtlts. Bhf. U.P", Stgs. 2. 5. 815U. 1 7 Weichsel 4031 mme. Pompadour Theater des Westens Steinpl. 5121 Täglich&li Uhr Max Pallenlierg als; BraverSoldat Sctiwejk Deutsches Theater Schumannstr.l3a Weidend. 5201. Täglich 8 Uhr Inszenierung Max Reinhardt Prinz von Homburg von H. v. Kleist Thiroig. Fehdmer, fröhlich. KayBIer. W egener. Sthürenberg Kammerspieic 8 Uhr Zum 1. Male Ensembles erwerbsloser Sdiauspieler Die riasdie Komödie von J Ringclnatz Inszenierung: Jean Kötsier- Muller Deutsches Künstler-Th. Nürnberger Str. Tel. Bavaria 6466 Täglich S'j Uhr: Leopoldine Konstantin in: Die Nacht zum 17. April Schroth, Steinbeck Gebühr, Brionne, Wolle, Picha metropoi-meater I Täglich S1;. Uhr I Mar I ftansen Hundert Meter Glück (Ber Piior v.Holl)™ Md) E. v. Thellinann Lilien, hingen Sonntag. 5 Uhr Ed limtenstein zarewitsen Th.d. Schauspieler Ihnter im Sdiifftaundimm Weidendamm 3300 Täglich 8'lt Uhr flutomatenliüfett Komödie von t. Gmeynrr mit Agnes Straub Körbtr. Heilinger, bin. Tmk-Trtbibdi Mittwoch 4 Uhr Kamü! der Tertia MWn Cbarlottnslr. 90 Dönhoff 629 Täglich 81/« Uhr Auslandsreise mit Felix Brcssan Maria Paudlcr Oscar Sabo Behal, Berghof, Witt Lessing Theater Täglich 8V< Uhr Grete Mosheim Hans Brausewetter Der Liebling von Paris Musik von OffenbBdi Regie: Homolka 5KEiiR5wilif? Arnold Scholz• U-Bahn'HermannpI.- Hasanheide 1 08/1 4 Gr. Bodtblerlesl Ochsenbraterei und Prämiierung des schönsten schwarzen Bubikopfes 4 Geldpreise �40, 30, 2p, 10 RM., 6 Kapellen Bayr. Bedienung Einlas:'Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr r Komödientiaus Schiffbauerdamm 25 Tel. D 2 Wiid. 6304-09 Täglich 844 Uhr Das Haus dazwischen mit Max Adalbert Jakob Tiedtke Musik; Spoliansky Bismarcksir.(Knie Steinpl.(CD 6715 Täglich k1< Uhr Die Männer sind mal so Mosik: Walter Kollo Siulnd. Htiötminu Stg 15. Jan.. 4 Uhr Robert und Bertram Theater Kuriürstend-Th. KurfQrstmdamm 209 Tel Bism. 1400 Täglich 844 Uhr Hrntr zum 50. Tlnlc Glückliche Reise Operette vonKQnneke in der Premicrenbc- setzong Theater im Admiralspalast Merkur 9901 20. Januar TVsUhr Uraufführung Frühiings- stürme Taubor. \oavutiia. Homolkii Plötxlich und unerwanet verschied nach kurzem. schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender Vater und Schwiegervater Walter Reinhardt im Alter von 60 Jahren. In tiefer Trauer Dorm Reinhardt, geb. Schmidt und Kinder Einäscherung: Donnerstag, den 12 Januar. Il'/i Uhr, im Krematorium Gerichtstr.37/38. DeuMiEf Metallarlieiter-YeM Verwaltungsstelle Berlin Todes. Anzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daü unser Kollege, der Schmied Karl Funk am 5. Januar gestorben ist Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 10. Januar, 17 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraüe, statt. Am 5. Januar starb unser Kollege, der Rohrlegerhelfcr Bruno Torber Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. Januar, von der Leichenhalle des Zentral-Friedhofes, Fried richsfelde, Gudrunstr.. aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ort-verwaltniig Kose- 1 Dealer Greöt Fraakfurter StraBe 132 Id. Weidisd El 3422 8.35 Uhr Die Zirkusprinzessin I Großes SchllllsyWaus S.\ BMimEavsy Gitta Älvav ftlosy Barsonp/ Oskar Teocs Reg-.- Alfved Kottev Sonntag noehm. 3<, Uhr: »lein« prell- tn der Premieren- befefeung mit Gitta Ulpor eine M-r-eb-s» Prospekt 1281 bereitwilligsf. Mercedes Büromaschinen-V/erke A.-G. Zella-Mehlis in Thüringen KLEINE ANZEIGEN Jede« Wort 10 Pf. PettQcdruditesWort 20 Ffg.(zuliisig 9 fertgedrudctc Worte (Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für 2 Worte) Annahme durch den VcriAg. lindenstr. 3 (Vj9— 5 Uhr) samtl -Vorwärts''-I:iIialen u.-Ausflabcstellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen Dar«® cuümp�® 9®�° Vorro�- MW � ct»,oh- und .er«"» �� 5�� »Freie Gewerkschafts-Fugend Berlin Vii Uhr: Moabit: Jugendheim Brenicr Str. 80—70. Kunst und - Spandau-Bithelmstadt: Zugcndhcim Sportplast Sccburger Strastc. Eine Blalicnrcife(Lichtbilder).— Treptow: Jugendheim Ulfen. straße 3. Sie verhalte ich mich vor Polizei I mm|[ Tapeten...— wjillat. Kolonie- kleinste straße i. 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Bunter Abend.— Pantow: Iugcirdheim Kifsingenstr. 48, Zimmer 5. Ein tlafstsdicr Abend mit Buch und Schollplatte.—«rtönaptast: Jugendheim Sdmle Elisabeth, kirdistr. 19. Abrüstung— Ausrüstung.— Rcu-Lichtenberg: Iugcndbcim Gunter. straße 44. Dcmatratic oder proletarische Dittatur?— Zranisurtcr Allee: Jugendheim Litauer Str. 38 Bunter Abend.— Ostcndc: Jugendheim Karls» Horst. Trestowallee 44(Kantschule). Hein-besprechung.— Osthascn: Ingei Goßlcrstr. 81(Rotes Zimmer). Gcwerkschastlichc Gegenwartsausgabrn Zrage».— Lichtenberg- Jugendheim Dossestr, 22. Lustiger Iahrcsausang,— Landsberger Plast: Jugendheim Dicstclmciicrstr. ä. Das Konimunistischc Rani- -est, ll.— Hcrmannplast! Jugendheim Sander. Ecke Hobrcchtstraßc. Unsere Arbeitsgemeinschaft tagt.— Südofttrris- Jugendheim Gewerksöiastshaus, Engel- uscr 24—25, Saal 31. Schulungsabend: Wir bauen eine neue Welt.— Rordoft» Ircis: Jugendheim Sonnenburger Str. 20, Aus der Praxis der gewerkschaft» lichcn Jugendarbeit. und Luqendaruppe des �entralverbandes der Anaestellten folgende Veranstaltungen statt: Gesund Schönstedtstr.~~ Das Programm wird auf der Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44. Der Heute, Dienstag, finden brunnen: Jugendheim Veranstaltung bekanntgegeben. freie Angestellte sieht sich um.— Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. 18—19. Arbeitsgemeinschaft: Warum sind wir im AoA.?(1. Abend). Leiter: Weisstock. — Wir haben eine Gemeinschaft für moderne Festgestaltung gebildet. Die Ucbungsabende finden ständig Freitags von 20 bis 22 Uhr in her Turnhalle Schönlanker Str. II statt. Interessierte Mitglieder werden gebeten, sich noch in dieser Boche im Iugendsekretariat zwecks Teilnahme an dieser Gemeinschaft zu melden. Knorrbremse. SPD.-Fraktionsversammlung am Donnerstag, 12. Januar, 15V-, Uhr, bei Roski, Gürtclstr. 28. Mitgliedsbuch mitbringen. sation der Schrebcr- qärtner-Selbsthilfe. C- 2, Kaiser-Wil. ärtner.( l........ b-lm. Straß- SO, Sc. Icpbon: p 2 39ei. denbamm 7889. Sprechstunden- Montag, Mittwoch, Freitag 30—38 Uhr. Oha« Eialchretbegeld vermittelt Woh. nunasheld Z!eu« Königstraß« acht- unddrerßig. direkt Aleranderplat.* Di® niederländisch' indischen Tabake von Java und Vorstenlanden geben denü Villiger- Stumpen das Milde und Blumige. Bei diesen Tabaken gibt es unendlich viele Abarten. Ueber tausend verschiedene Varlanten werden an der Amsterdamer Tabak« börse gehandelt. Davon sind für Villiger« Stumpen nur ein halbes Dutzend gut genug. VilSiier-Stympen sind etwas Besonderes! Preislagen 8, 10 und 15 Pfg, Fabrik-Lager Hedemannstr. 22. Bergm. 2370. Wie die NGO. siegreiche Streiks führt LcKwindler und Aufschneider als Streikführer Uns wird grschrieden: In Spandau werden an der Odcrhaocl durch die Tiefbaufirma C. Rose Tiesbauarbciten ausgeführte Die dazu nötigen Arbeitskräfte erhält die Firma vom B c zirkswahlfahrtsamt Spandau zu- gewiesen. Die Finna zahlt den Tariflohn, gegenwärtig 72 Pf. für Ungelernte und 1,98 M. für Facharbeiter. Die Arbeitszeit beträgt 32 Stunden. Da infolge der kurzen Arbeitszeit für die Um gelernten der Verdienst durchaus u n z u- reichend, für viele— noch Abzug der zwingen- den Abgaben— nicht höher als die vorher be- zogene Unterstützung ist, bemächtigte sich der Bc- lcgschaft eine begreifliche Unruhe. Die RGO. witterte hier ein Feld zur Ankurbe- lung der Weltrevolution. Durch Beauftragte wur- den Vertrauensleute gewählt, die zur„einzigen revolutionären Partei" schwören mußten. Die erste Vcrtrauensmännersitzung stieg. Der provi- sorische Obmann, ein syndikalistischer Industrie- verbändler, wurde abgesägt und ein mit keinerlei Sachkunde belasteter junger Mann der KPD. rückte an seine Stelle. Am„Goldenen Sonntag" stieg die zweite Sitzung. 29 Forderungen wurden aufgestellt. Der Vertreter der RGO. heizte tüchtig ein. Etwas konnte dessen Ungeduld gezügelt werden, zumal zum Streiken ja auch die Beleg- schast gehört. Diese wurde am 29. Dezember zu- sammengetrommelt. Nach rühriger Arbeit stimmte sie den Forderungen fast einstimmig zu. Es hatte sich zwar so ziemlich die Hälfte der Stimme enthalten, ober diese wurden nicht mitgezählt. Anträge aus g e h e i ni e Abstimmung fanden bei der Leitung keine Beachtung. Am folgenden Morgen trat die Belegschaft geschlossen in den „Bauernhilse" Getährliche Phantastereien Die„B a u c r n h i l f e", die der Reichskanzler in seiner Rundsunkrede angekündigt hat, soll nach Mitteilungen der bürgerlichen Presse im wesent- lichen folgendermaßen aussehen: Den Bauern, die sich keine fremden Arbeitskräfte gegen Entgelt halten können, will man jugendliche erwerbslose Arbeitskräste aus der Industrie zur Verfügung stellen. Sie sollen vom Bauer Kost und Logis und daneben aus Mitteln des Reichs pro Tag eine Mark erhalten. Wenn wirklich solche Pläne zwischen dc.n Reichscrnährungsministcrium und dem Reichs- arbeitsministerium erörtert werden, dann kann nicht rechtzeitig und nicht energisch genug vor ihnen gewarnt werden. Wie liegen denn die Dinge auf dem Lande? In den Dörfern wim- in e l t es von jugendlichen Erwerbslosen. Zum Teil stammen sie aus Arbeiter'amilien, zum Teil aus Bauerniamilien. Sie waren in der Land- Wirtschaft und in anderen Berufen tätig und sitzen heule alle im Dorf arbeitslos bei den Eltern. Diese vielen jugendlichen Erwerbslosen auf dem Lande wurden gerne jede Stelle annehmen, die ihnen bei freier Station 39 Mark im Monat zu �verdiene» gibt. Sie würden mit Recht erbittert und empört sein, wenn sie zusetzen müßten, wie städtische Erwerbslose aur Kosten des Reiches in den Dörsern eine Unterkunft finden. 2lber auch für die wenigen Jugendlichen, die heute noch in landwirtschaftlicher Arbeit stehen, würde die „Bauernhilse" gefährlich werden: denn sie müßten alsdann damit rechnen, entlassen zu werden, da der Barlohn der Bauernhilse ja vom Reich bezahlt werden soll. Was war das wieder für ein unglücklicher Phantast, der die Reichsregierung auf die „Bauernhilfe" gehetzi hat! Anscheinend sind Kräfte am Werke, die unter der Maske von Biedermännern sich mit allerhand Projekten an die Reichsregierung Heranmachen, um diese zu blamieren und den Weg für die„Unentwegten" um Popen und Hitler freizumachen. Der Hungermarsch Pin PGO.-Experiment Der„Hungermarsch gegen die Lei- pari s". über den wir am-Z. Januar berichteten, ist zu Ende. Di« Arbeitsstreitsache bei der Glashütte Heilbronn ist durch A b- schluh einer Tarisvereinbarung er- ledigt, so daß die Betriebsausnahme in den nächsten Tagen crsolgen dürste. Die heilbronner Glasarbeiter, die sich von den kommunistischen Hungermarschstrategen aus den Weg nach Hannaver locken ließen, haben dos rasch eingesehen. Bereits in Mannheim hat der Hungermarsch, der sich„zu einer vernichtenden Demonstration gegen die Führung des Deutschen Fabrikarbeiterverbandes" gestalten sollte, ein Ende gesunden. Die Kommunistenpresse hat in ihren begeisterten Schilderungen des Hungermarsches davon gc sprachen, die Glasproleten seien überall mit offenen Armen aufgenommen worden. Aber ossene Arme sind noch keine offenen Taschen, und Streik. Am Mitlog wollten zwar große Teile der Belegschaft die Arbeit schon wieder aufnehmen, aber abkommandierte Org Agiprop.- und sonstige Leiter, die der Belegschaft alle als„Mit- gliedcr des Erwerbslosenausschusses" vorgestellt wurden, redeten im Schweiße ihres Angesichts so lange von der hohen Aufgabe der Belegschaft, bis die Frist, die die Firma zur Wiederaufnahme der Arbeit gestellt hatte, verstrichen war. In der Folge fanden täglich eine bis zwei Streikversammlungen statt. Es wurden unzählige Reden gehalten von allen möglichen Vertretern. Es wurden viele, viele Deputationen ernannt, die bei allen möglichen Behörden, Stempelstellen und Belegschaften vorsprechen sollten. Die Deputa- tionen berichteten über„wohlwollende Haltung der Behörden" und„begeisterte Aufnahmen" auf Stempelstellen und bei Belegschaften. Für die Streikenden schien ein paradiesisches Leben zu beginnen. Das Wohlfahrtsamt, so hieße es, zahle die Unter- stützung weiter. Jeder erhalte sofort lS M. Vor- schuß. Die Belegschaften und der Solidaritöts- ausschuß sammelten außerdem und die IAH. koche. Sehr gehoben wurde die Stimmung, als ein Vertreter des Erwerbslosen-Ausschusses er- klärte, daß die 18999 Erwerbslosen des Arbeitsamtes Spandau geschlossen hinter den Streikenden stünden, daß der S t a d t b a u r a t O l b e r s als Ticsbaudezerncnt ganz auf ihrer Seite stünde. Da er aber sür die Lohn- höhe nicht zuständig sei, sondern das Landeswohl- fahrtsamt, habe er sich sogar erboten, mit diesem Amt zu verhandeln. Am nächsten Tage berichtete die Deputation, daß Herr Stadtbaurat Olbers mit dem Landeswohlfahrtsamt verhandelt habe, dieses ober nicht zuständig sei, sondern der Präsident des Landeswohlsahrtsamts. Er wolle auch mit diesem verhandeln. daher ist es nur allzu begreiflich, wenn diese Glas- proleten durchaus damit einverstanden waren, daß sie auf kosten des Fabrikarbeiterverbandes, also dank der hilf« eben derselben Verbandsbürokratie, die durch den Hungermarsch ans die Knie ge- zwungen werden sollte, verpflegt wurden und nach Heilbronn zurückkehren konnten. Der Fabrik- arbeitervcrband kann sehr gut unterscheiden zwischen Verführten und Verführern: die Draht- z i e h e r des Hungermarsches werden künftig i m Verband nichts mehr zu ziehen haben. „hungennarsch gegen die Leiparts"— ein neuer „Sieg" der„siegreichen" RGO. Nur Rundsunkreden? Das Reichsverkehrs mini st erium hat sür mehr als die Hälfte der bei ihm beschäftigten Wasserbauarbeiter die Löhne ge- kündigt. In den Verhandlungen wurden vom Vertreter des Berkehrsministeriums L o h n s s n- kungen bis zu 7 Pfennig pro Stunde vorgeschlagen. Selbstverständlich haben die Orga- nisationen jede Lohnkürzung abgelehnt Die Haltung des Reichsverkehrsministeriums steht in s ch r o f s e n, W i d e r s p r u ch zu den Erklärungen des Reichskanzlers. Der Kanzler ist gegen Lohnabbau, der Reichs- verkehrsminister erklärte sich für Lohnabbau. Regiert jeder Minister aus eigene Faust? Oder gelten die Erklärungen des„sozialen Generals" nur für den Rundfunk? Der Streik in Bmuiden Von der Internationalen Transportarbeiter- Föderation wird uns mitgeteilt: Seit dem 2. Äanuar streiken im Lzasen von V m u i d e n die Fischer in der Trawler- s i s ch e r e i, die Schauerleule und die Kohlen- arbeiter. Der Konflikt ist darauf zurückzuführen, daß die Fischcreireedcr die bestehenden Kollektiv- vertrüge gekündigt haben und sich weigerten, sie zu verlängern. Die Reeder wollen den Arbeitslohn der Kapitäne während des Stilliegens des Schisses von 33 auf 39 Gulden pro Woche und alle festen heuern um etwa 5 Pro;, herabsetzen, die Kündigungsfrist sür den Kapitän und den Maschinisten ausheben, kein freier Tag, wenn Weihnachten, Reujahrstag, Ostern oder Pfingsten auf See verbracht werden, sondern ein Tag Heuer, weder Beiträge der Reeder an den Fonds für soziale Fürsarge, noch Zahlung von Arzt, bzw. Verpslcgungskosten im Falle von Krankheit oder Unsall usw. Für die Hafenarbeiter wurde eine Verringerung der Stärke der Schicht— durch hcraufsetzung der Anzahl der zu verarbeitenden Körbe pro Schicht— gefordert. Für die Kohlen- arbeiter wurde eine Herabsetzung aller Tarife um 29 Proz. vorgeschlagen. Eigentlich Handell es sich um zwei getrennte Streiks, einen der Fischereiarbeiter und einen der Hasen- und Kohlenarbeiter. Die Vertreter der ausländischen Reedereien, die sogenannten Faktoren, haben den Vertrag für die Löschung des Fanges ebenfalls gekündigt. Die der ITF. angeschlossenen Organisationen sind ausgefordert worden, die erforderlichen Solidaritätsmaßnahmcn zu treffen. Zwischendurch hatten sich aber Dinge ereignet, die den Streik sehr schnell überflüssig machten. Das Wohlfahrtsamt zahlte keinen Vorschuß. Die Belegschaften anderer Beiriebe und der „Solidarilätsausschuh" verjagten: auch über die Küche wurde geklagt. Der Unter- nchmer verlangte von der Eh. die Zuweisung von 179 Arbeitern, welchem Verlangen entsprochen wurde. Die Streikenden bekamen vom Wohl- fahrtsamt ein Schreiben des Inhalts, daß die Zahlung der Wohlfahrtsunterstützung eingestellt werde, da Arbeit zum Tariflohn verweigert worden sei. Nun war kein halten mehr. Sogar ein RGO.-Mitglicd der Streikleitung nahm schien- nigst die Arbeit auf. Es streikte nur noch die knappe Hälfte, darunter alle freigewcrk- schaftlich Organisierten. Die sogenannte „Kampfleitung" verlor völlig den Kopf. Der Rcichsleiter der RGO. Friedrich erschien höchst- selbst. Er forderte Weiterstreiken bis zum end- gültigen Siege. Run war aber die Geduld der Streikenden am Ende. Mit erfrischender Schärfe nahmen diese sich die RGO. und ihre Führer vor. Ihre ganze Unfähig- feit wurde ihnen lückenlos vor Augen geführt mit der Gipselbehauptung, daß nur Idioten oder Verbrecher angesichts dieser Situation zum Weiterkämpfen auffordern können. Mit hängenden Köpfen schlichen die RGO.-Führer von bannen und die Streikenden zum Unternehmer, um sich zur Arbeit anzubieten. Interessant ist, daß mit den Afü-Arbeitern auch die„Rote Fahne" streikte. Erst am 39., als der geringe Rest der Streitenden beschloß, sich eben- falls dem Unternehmer anzubieten, erschien ein „schwungvoller" Artikel. Wieder ein„Sieg der RGO.", wieder betrogene Opfer. Wie lange noch? Auf Brachte Spuren Oer verpönte l'rainlnxsan�ux Im Bereich der heeresstandortoerwaltung Ber- lin spielte sich vor einigen Tagen ein kaum glaub- licher Vorfall ab. Eine jüngere Arbeiterin, die regelmäßig aus Ersparnisgründen mit dem Fahrrad zur'Arbeit kommt, suchte sich vor den Unbilden der Witterung dadurch zu schützen, daß sie den Weg zu ihrer Arbeitsstelle im Trainingsanzug zurücklegte. Zur'An- schaffung einer anderen warmen Winterbekleidung reicht ihr V e r d i e n st von knapp 29 Mark wöchentlich nicht aus. An dieser Bekleidung, in der man heute schon unzählige Arbeiterinnen in der Bahn, mit dem Fahrrad zur Fabrik fahren sieht, nahm ihr un- mittelbarer Borgesetzter, der O b e r s e k r e l ä r T., Anstoß. Er verweigerte ihr den Zutritt zur Arbeitsstelle mit dem Hinweis, daß ihre Slroßen- kleidung„anstößig" sei. Der Hinweis auf eine Verfügung, die das Erscheinen im Trainingsanzug verbietet, war hin- fällig, weil eine solche Verfügung überhaupt nicht Die Organisationen der„Eisernen Front" haben sich sür die gemeinsamen Ausgaben, die sich aus der Hilfeleistung für die jüngeren Erwerbslosen und aus der Beteiligung am freiwilligen Arbeitsdienst ergeben, die Arbeitsgemeinschaft Sozialer Dienst geschaffen. Die Betätigung des„Sozialen Dienstes" ist ent- sprechend den verschiedenartigen Verhältnissen ört- lich und bezirklich recht unterschiedlich In vielen Fällen werden z. B. eigene Arbeitslager durch- geführt, aber ebenso ost kann man sich daraus beschränken, Angehörige unserer Organisationen in Arbeitslager öffentlicher Körperschasten zu vcr- Mitteln. Aus dieser Tätigkeit ergeben sich ganz zwangsläufig Berührungspunkte mit anderen am FAD beteiligten Organisationen: es gilt häufig, gemeinsame Interessen der jungen Erwerbslosen und der Ber- bände gegenüber den Arbcitsäinlcrn und anderen Behörden zu vertreten Bevor sich die sozialistischen Organisationen am FAD. beteiligten, waren in einigen Landes- arbeitsamtsbezirken sogenannte„Heimalwerke' von solchen Kreisen gebildet worden, die sich durch die Arbeitslager den Ausbau einer die politischen und weltanschaulichen Gegensähe überbrückender„Volksgemeinschaft" versprachen. Diese„heimatwerke" wollten die einzelnen Per- bände bei der Durchführung des FAD ausschalten und alle Lager unter ihrer eigenen Verant- wortung führen. Daß es so nicht geht, hat inzwischen die Erfahrung gelehrt:'Arbeitslager können nur dann sinnvoll durchgeführt werde». wenn zum mindesten der Stamm der Dienst- willigen von einer gemeinschaftlichen Gedankenwelt getragen wird, also einer Bewegung an- besteht. Es gibt Zwar eine Verfügung des Reichs- Wehrministeriums, wonach das Tragen jeglicher politischer Abzeichen und auch Uniformen für alle Beschäftigten im Bereiche des Reichswehrminist-- riums verboten ist. Diese Verfügung kannte der Herr Obersckrctär offenbar nicht, als er kürzlich einen, SA.-Mann in voller Uniform ungehindert zu der gleichen Arbeitsstelle gewährte und ihn auch in diesem Auszug arbeilen ließ. Die„anstößig" bekleidete Arbeiterin Hot sich der unberechtigten Anordnung gefügt, um dem Reichswehrministerium nicht Gelegenheit zu gc- den, sich in einen, A r b e i t s g e r i ch t s v e r- fahren vor aller Oefientlichkeit lächerlich zu machen. Man könnte die sittliche Ueberempfindlich- keit des Herrn Obersekretärs noch verstehen, wenn sein höchster Borgesetzter kein General, sondern Herr Bracht wäre, der sich mit seiner Zwickelei unsterblich gemacht hat. Da der Reichswehr- minister und Reichskanzler von Schleicher aber für die Volksertüchtigung ganz besonders stark eintritt, ist nicht anzunehmen, daß er diesen Ilebergriss des Herrn Obersekretärs T. deckt, der übrigens nicht etwa in irgend einem Jünglings- verein groß geworden, sondern ein Jahre gedienter Reichswehrsoldat ist. LerfalldefBerlinei'NGBO. Im„Angrifs" vom 5. Januar 1933 finden wir oersteckt und kleingedruckt die Nachricht, daß die Betriebszellen-Fachgruppe der NSDAP, für das Gasthausgewcrbe ausgelöst wurde, hinter dieser unscheinbaren Meldung verbergen sich Tatsachen van erheblicherer Bedeutung. Es ist nämlich zur Zeit so, daß die ganze nalionalsoziolistische Be- triebszellen-Organisation in Berlin sich im Zustand der Auslösung besindet. Von einem hohen nationalsozialistischen Funktionär wird uns dar- über mitgeteilt: Obwohl sich die RSBO. in der zweiten Jahres- Hälfte 1932 zunächst recht günstig entwickelte, lam es auch dort zum Jahresende zu umfangreichen Zersetzungserscheinungen. In einzelnen Betrieben hat die Austrittsbewcgung aus der NSBO. einen derartigen Umsang angenommen. daß die Zellen nicht mehr aiisrechtcrhalten werden konnten. Da säst drei Viertel aller NSBO.-Mit- gliedcr nicht der Partei angehöre» und einer viel lockeren Disziplin unterstehen, hat sich die Enttäuschung über den Mißerfolg Hitlers bei den Regierungsverhandlungen, über die Tole- rierung der Schleichcr-Regierung und über den Straßer-Konflikt gerade bei den Betriebszellen verheerend ausgewirkt. Bei den einzelnen Beirieben sind 49 bis 79 Proz. der parteimäßig noch nicht erfaßten Mit- glieder der NSBO in den letzten Woche» wieder abgesprungen. Das Zusammen- schrumpfen der Bewegung hat nun der Leitung die Erwägung nahegelegt, aus selbständige Zellen in den einzelnen Betrieben zu verzichten und sich mit kleinen Belriebsstügpunktcn zu begnügen. Die bisherigen Mitglieder sollen enger in de» Partes- rahmen eingefügt werden. Die erwähnte Notiz des„Angriffs" bestätigt dies insofern, als sie mitteilt, daß die Zellen nunmehr den Kreisen der Partei unter- st c l l t werden. Damit ist der Plan der Er- fassung der Betriebs-Arbeitcrschaft sür die NSDAP, zunächst gescheitert. Was bleibt, sind einzelne'Arbeiter-Mitglieder, die im Rahmen der allgemeinen politischen Organisationen der Partei arbeiten gehört. Die besondere Eignung der Verbände. zur Führung von Arbeitslagern, d:e junge Er- werbslose in genügender Anzahl erfassen, und ihnen eine gemeinsame Grundhaltung geben, wurde auch vom Reichskonimissar für den FAD. anerkannt. Der„Soziale D i e n st" hat von vornherein die Richtschnur ausgegeben, daß gegen eine Mitarbeit feiner Organisationen an tosen Arbeitsgemeinschaften nichts einzuwenden ist. Er steht aber ablehnend den„heimatwerken" gegenüber, die bestrebt sind, eine selbständige Dienslträgerorganisation darzustellen und einen dasür nötigen Geschäftsbetrieb sLüro, Geschästs- sührer usw.) auszuziehen. Die Tatsache einer solchen z w c ck b e st i m m- t e n und e» g b e g r c n z t e n Zusaimnenarbeit mit andcren, am FAD. beteiligten Organisationen, die gelegentlich auch zentral, z. B. vor Besprechun- gen mit dein Rcichskommissar sür den FAD., in Erscheinung trat— kurz eine S e l b st v e r- st ä n d l i ch k e i t gibt jetzt aus irgendwelchcu Gründen rechts st ehe»den Blättern plötzlich Veranlassung, so zu tun, als ob hier e i n ganz unerhört neuer Vorgang zu ver- zeichnen sei. Daß die Kommunisten dabo, sofort mitmachen und von einer..Einheitsfront" SPD. bis Hitler sprechen, ist nicht verwunderlich. Was es mit dieser Einheitsfront in Wirklichkeit auf sich hat, weih jeder der irgendwie in Ver- b i n d u n g mit de» F'AD.-Maßnahmen steht. Die hier dargelegten Zusammenhänge mögen aber der gesainten soztali st Ischen Arbeiter- bewegung zeigen, daß anscheinend erneut Kräfte vonlinksundrechtsa in Werke sind, die versuchen, Zwiespalt in die Reihen der freiorganisiertcn'Ar- b e i t e r s ch a f t zu tragen. Sozialer Dienst und FAD. Viel Eärm um Vichts Staatsmittel für Zeitungen Eine Denkschrift der Oberrechnungskammer Die uneinigen Retter Bei der Bergunq des Wracksder..Atlantique1" gab es einen wfltenden Konkurrenzkampf zwischen den herbeigeeilten Schleppern Auch bei diesem Schiff in Seenot können sich die Retter untereinander absolut nicht einigen! In einer Denkschrift der Oberrechnungskammer über die Prüfung der preußischen Staatshous- Haltsrechnungen für das Rechnungsjahr 1330, die das preußischeStoatsministerium dem Landtag zur Kenntnisnahme zugeleitet hat, finden sich nachstehende Ausführungen über f i n a n> zielte Unter st ützungen von Presse» Unternehmungen durch die preußische vtaatsregierung� Oktaler 1931 wurde von der Ober- rertmungskrnnmer bei Prüfung einer Sonder- reämung� der Generalstaatskasse von der Allge- meinen Finanzverwaltung für das Rechnungsjahr 192!' erinnert, daß beim Kap. 39 Tit. 30„Un- vorhergesehene und vermischte Ausgaben" und bj-- den außerplanmäßigen Ausgaben zur Be- Hebung außerordentlicher Notstände zusammen "30 000 Mark auf ministerielle Anordnung an den Pressereferenten im Finanzministerium„zur Be- seitigung eines außerordentlichen Notstandes" ge- zahlt waren. Die weiteren, von der Ober- rechnungskammer veranlahten Prüfungen ergaben, daß diese Gelder von den Pressereferenten an die mit staatlichen Mitteln begründete„Zentrale V e r l a g s g e s e l l s ch a f t m. b. H."(im folgenden kurz ZVG. genanntl weitergeleitet worden sind. Gegenstand dieses Unternehmens ist nach dem Gesellschaftsvertrag„der Betrieb aller Art des Berlagsgcschäfts sowie die Beteiligung an allen Geschäftsbetrieben, die dem Berlagsgeschäft dienen". Bon Beginn ihrer Tätigkeit— am 1. April 1929— an verwendete die ZVG., die auch die Aktiven und Passiven eines anderen ähnlichen Zwecken dienen Verlages übernommen hatte, ihre Mittel im Geschäftsjahre vom 1. April 1929 bis 31. Dezember 1929 zunächst zu Beteiligungen bei der Kölner Verlagsanstalt und D r u ck e r e i- A.- G., beim General- anzeiger Verlag s-G. m. b. Sj. in Osterode, beim Stolper Generalanzeiger G. m. b. S) in Stolp und bei der Dr. Rudolf Dämmert G. m. b. ch. in Berlin. Ferner wurden Kredite gegeben an die erwähnte Kölner Verlagsanstalt, an die„Kbs- liner Neuesten Nachrichten", an Mirbachs Tele- graphenbüro in Berlin, an die„Zeitung für Morgen" in Berlin, an die Deutsche Nachrichten- und Korrespondenzgesellschast in Berlin, an den Presseverlag Dr. Dämmert G. m. b. ch. in Berlin sowie an die erwähnten Generalanzeiger in Osterode und Stolp. Die Auswendungen für diele Zwecke betragen insgesamt 1 139 013 M. Auch im nächsten Geschäftsjahre— Kalenderjahr 1930— wurden, nach Ueberweisung weiterer Mittel aus Kap. 39 Tit. 30 unter der Bezeichnung „zur Pflege und Förderung kultureller Belange in den Grenzgebieten", u. a. zu Beteiligungen bei der Kölner Verlogsanstalt und der„Kieler Zeitung", sowie zu Kredithcrgaben an die Kölner Verlogsanstalt, die„Köeliner Neuesten Nach- richten", die Deutsche Nachrichten- und Korrespon- denzgesellschast, den Presseoerlag Dämmert, die Generalanzeiger von Oosterode und Stolp und den Ostpreußendruck G. m. b. ch. in Königsberg insgesamt 847 103 M. verausgabt. Ein„a u ß e r o r d e n t l i ch e r N o t st a n d", zu dessen Beseitigung diese hohen Staatsmittel auf- gewendet werden mußten, ist von der Staats- regierung darin erblickt worden, daß in den Grenzgebieten, besonders den östlichen, keine oder zu wenig Zeitungen existierten, die die nationale Politik im Sinne der Staatsregierung stützten. Die Oberrechnungskammer hält die Verrechnung der genannten Mittel bei den angegebenen chaus- haltsstellcn nicht für zulässig und bringt dies in einer Bemerkung zur allgemeinen Rechnung über den Staatshaushalt für 1930 zur Kenntnis des Landtags.'' * Für die Gesellschaft war das preußische Finanz- Ministerium zuständig. Es handelt sich um nichts weiter als um die preußische Form einer allgemeinen Gesellschaft, ein Erbe aus den Jahren der Inflation und des G r c n z a b w c h r- kämpfe». Gegen Stillegung Lozialdernokratischer Antrag im Landtag Die sozialdemokratische Fraktion >at im Preußischen Landtag gegen die willkürliche Stillegung einer Ruhrzeche folgenden Antrag ein- gebracht: „Der Konzern Rhcinpreußcn hat beim Regie- rungspräsidenten in Düsseldorf die Stillegung einer Schqchtanlage beantragt. Ab l. Januar 1933 ist die Verwaltung der Zeche Neumühl. Duisburg-chamborn. nach Rhcinprcußen verlegt worden. Daraus wird geschlossen, daß es sich bei dem Stillegungsantrag um die Z e ch e N e u- mühl handelt. Die Zeche Neumühl gehört zum Rheinpreußen-Konzern und hat eine Belegschaft von mehr als 2000 Mann. Die Beschäf- tigung auf Neumühl war bisher im Vergleich zu anderen Zechen im Ruhrbergbau als normal zu bezeichnen, so daß von einem besonders schlechten Geschäftsgang bei der Zeche keine Rede sein kann. Die Stillegung würde eine schwere B«» einträchtigung des Arbeits Marktes in Duisburg-chamborn bedeuten, den ge- werblichen Mittelstand empfindlich schädigen und die jetzt schon katastrophale Lage der Gemeinde- finanzen völlig zerstören. Eine sachliche Not- wendigkeit für die Stillegung besteht nicht, denn die Zeche Neumühl hat moderne Anlagen und fördert eine gute Kohle. Wir beantragen daher, der Landtag wolle be- schließen: Das Staatsministerium wird ersucht, Stillegungen von Schachtanlagen des Konzerns Rheinpreuhen mit allen Mitteln zu verhindern." Nazimord an Hönisch Scharfe Kritik an der Haltung der amtlichen Stellen Breslaus Eigener Bericht des„Vormärls" Breslau, 9. Januar. Die sozialdemokratische Breslauer„Volksmacht" beschäftigt sich in ihrer vlonlagsausgabe nochmals ausführlich mit dem vlord andem jungen Arbeiter hanisch und veröffentlicht verschiedene von den Ermittlungsbe- Hörden bisher verheimlichte Tatsachen, die das zweideutige Verhallen der Polizei und der Staatsanwaltschaft im Falle hanisch in' ein charakeristisches Licht rücken. Die„Volkswacht" berichtet u. a., daß den beiden jugendlichen Freunden des hanisch, die sofort die Verfolgung des flüchtenden Krawczyk aufge- nommen hatten, nach der Tat von den Kumpanen des Mörders zugerufen wurde:„Ihr Hunde kommt morgen dran!" Als sie später vor dem Hause des Mörders warteten, beobachteten sie, wie einem an der Haustür stehenden mit Knüppeln bewaffneten hakenkreuzler vom Balkon der Familie Krawczyk aus aggressive Verhaltungs- maßregeln gegen die Freunde des Ermordeten gegeben wurden. Das bei der Tat benutzte Messer ist nach der„Volkswacht" von Frau Krawczyk säuberlich von Blutspuren gereinigt und am Freitag von der Polizei in einem Ofen in der Wohnung der Familie Krawczyk gefunden worden. Ein derartiges verhalten sei— so bemerkt die„Volkswacht" weiter— von den Justiz- behörden bisher als Begünstigung bezeichnet worden. Zeht aber werde es plötzlich als Rot- wehr hingestellt. Von der Polizei sei serner verschwiegen worden, daß, nachdem krawczyk bereits ein Geständnis abgelegt hatte, sich drei Nazis als Zeugen gemeldet hätten, die erzählen Die Zeugenvernehmungen im Frank- furter Stubenrauch-Prozeh stehen vor ihrem Abschluß. Am Dienstagvormiltag werden, ehe die Plädoyers beginnen. noch der Slurmführer und der Scharführer derjenigen nationalsozialistischen Sturmabteilung vernommen werden, in der der Bkädchenmörder Stubenrauch und seine Komplicen Dienst taten. Die bisher vernommenen SA.-Leute stellen dem hauptangeklagten Stubenrauch, der sich bei zahlreichen Zusammenstößen der Nazis mit Andersdenkenden als brutaler Schläger er- wiesen hat, ein„vorlressiiches" Zeugnis aus. „Im D i e n st war er gut!". heißt e» wiederholt. In dem Prozeß jedoch steht die Partie schlecht für die drei des ge- meinen Mordes angeklagten SA.- Leute, insbesondere für den hauptangeklagten Stubenrauch. Allerdings war in dem Augenblick, als die junge Geliebte des Stubenrauch in der Dezembernacht 1931 in den Main gestoßen wurde, niemand zugegen und die drei Angeklagten leug- nen hartnäckig vor Gericht. Aber es spricht gegen sie ihr eigenes Eingeständnis. Die Kriminalkommissare, die die Untersuchung durchgeführt haben und die beiden Untersuchungs- richier bekunden, daß Stubenrauch bei seinen! immer wiederholten Geständnis der Mordtat einen durchaus glaubwürdigen und ehrlichen Eindruck gemacht Hobe. Landgcrichtsrat Stumpf stellt jest, daß Stubenxauch im ganzen fünf D a r st e l- l u n g e n der Tat gegeben habe, die einander sämtlich widersprächen. Entscheidend für den Ausgang des Prozesses dürfte die Beurteilung des Seelcnzustandes der Ermordeten kurz vor ihrem am 7. Dezember erfolgten Tode sein. Am 2. Dezember lieh sich Emma Busse photographieren. Die Bilder wollte sie zu Weihnachten verschenken. Am 5. Dezember machte sie weihnachlseinkäufe. Am Nachmittag ihres Todestages äußerte sie, wie ihre Arbeitgeberin vor Gericht bekundete, in fröhlicher Laune den Wunsch, ihr zu Geschenk- Zwecken für Weihnachten einen korb mit Essereien zurecht zu machen. Von irgendeiner trübeu Laune oder gar Selbltmordstimmung wollten, sie hätten genau gesehen, wie ein sozialistischer Jugendlicher einen Gesinnungsfreund erstochen hätte. Diese infamen Schurken habe man anscheinend auch wieder laufen lassen. Bei solcher Fülle von Lügen, Begünstigungs- und Entlastungsversuchen müsse man den Untersuchungsrichter bewundern, der es fertig bringe, sich als Diener des heute geltenden Rechts auszugeben und der gleichzeitig den dringenden Tatverdacht nicht bejahen könne. Schließlich übt die„Volkswacht" nochmals schärfste Kritik an dem amtlichen Be- richt de» Breslauer Polizeipräsi- d i u m s. In dem ersten Polizeibericht sei von dreißig Jugendlichen der SAJ. die Rede gewesen, die sich angeblich am Waschteich zur Stunde der Tat herumgetrieben hätten. Dabei habe die Politische Polizei genau gewußt, daß diese An- gaben nicht den Tatsachen entsprachen. Daß Krawczyk nicht in Notwehr gehandelt haben könne, ergebe sich schon au» der Tatsache, daß un- voreingenommene Straßenpassanttn den Jugend- lichen der SAJ. zum Schutz gegen die Messer- Helden beigesprungen wären. des 19jährigen jungen Mädchens hatte niemand etwas gemerkt. Unfreiwillig komisch wirkte die Vernehmung des Pfarrers Trapp aus Dorfprozelten, der Heimat der Großeltern des Angeklagten Arzt. Weil Arzt immer, wenn er zum Besuch seiner Großeltern kam, brav ins Pfarrhaus gekommen ist, ein fleißiger Kirchgänger war und nicht so handelte wie jene Jugendlichen,„die, von den Ideen der Großstadt angesteckt, die Kirche meiden", ist Arzt nach Ansicht de» Pfarrers ein guter anständiger Mensch. Dabei war es Arzt, der seinen Freund Eich in homosexuelle Lokale und andere Wirt- schaften in der Frankfurter Altstadt führte, w o man so n st Kirchgänger nicht trifft. Arzt war es auch, der bei der Beratung des Mordplane» sofort erklärte:„Schieß ihr doch eine Kugel in den Kopf oder schmeiß sie ins Wasser." Als man ihm entgegnete:„Ja, da kommt sie doch wieder hoch", entgegnete der fleißige Kirchgänger: „Häng ihr doch einen Stein um den Hals, da versinkt sie!" Ein Berufskollege des Angeklagten Eich be- lastet diesen sehr stark durch die Bemerkung, daß Eich einige Zeit vor der Tat erzählt habe, sein Freund habe ein Mädchen„unglücklich g e- macht und sie wollten sie nun i» den Main st u m p e n". Kurz nach der Tat habe er dann erzählt:„Gestern ist ein Mädchen in den Main geworfen worden, wir habe» sie aber nicht schreien hören." Mit dieser Bekundung stimmt Stubenrauchs ursprüngliches Geständnis überein, daß Eich ihn an der Galluswartc, also etwa 2 Kilometer vom Tatort entfernt, erwartet und ihn im echten Hitler-Jargon mit den Worten begrüßt habe:„Na, ist sie erledigt...?" Ueber das moralische Niveau der Angeklagten informiert ein Blick auf die Anklagebank. Meist lächeln die Angeklagten. Wahrhaftig! Die Nationalsozialistische Partei hat den politischen Sprachenschatz nicht nur um dos Wort„Untermenschen" bereichert, sondern hat, um diesem Begriff volle Anschaulichkeit zu geben, dem deutschen Volke mit ihrer„SA." eine Galerie niedrig st er Kreaturen prä- sentiert. Sin Gewalimensch Rundfunkentgleisung am �ehnjahrestag der Ruhrbesetzung Gestern abend sprach im Rundfunk Dr. Edgar Jung über den Jahrestag der Ruhr- b e s e tz u n g. Diese Rundfunkrede verschob die historische Wahrheit ganz gründlich. Jung feierte den„Aktivismus" und gab deutlich zu verstehen, daß er den passiven Widerstand sllr eine Halbheit und Schlappheit halte. Der Ausgang dieser Rede war ein offenes Bekenntni» zur Gewalt als Mittel der Politik. Es ist bezeichnend für die Zustände im Rund- funk, daß gerade dieser Dr. Edgar Jung als Redner für dieses Thema bestellt wurde. Dieser Mann hat sich öfsentlich seiner Rolle als Organisator der Ermordung des Separatisten- sühres Heinz. Orbis gerühmt, ob mit Recht oder Unrecht, sei dahingestellt. Cr hat in seiner Rund- funkrede große Worte über die Notwendig- keit des Einsatzes des Leben» ge- sprachen— aber über den Einsatz von Existenz und Vermögen denkt er anders. Im Ausschuß des Bayerischen Landtags hat der ehemalige Psalzkommissar Dr. I o l a» sestgestellt, daß Jung nach seiner Flucht aus der Pfalz 2V4 Jahre lang eine inonatliche Betreuungshilfe von 480 M. erhalten hat. da er seine Anwalt»- Praxis in der Pjalz verloren hatte. Darüber hinaus aber hat Jung vom Reiche noch 50000 M. Entschädigung oben- drein gefordert und mit Klage gedroht, jalls sie nicht gezahlt würde. Tatsächlich hat er noch 20000 M. Barabfindung erhalten, so daß er insgesamt 31215 M. Entschädigung erhalten hat! Als die bayerische sozialdemokratische Presse diesen Tatbestand entsprechend charakterisierte, klagte Herr Jung wegen Beleidigung. Er besaß den guten Geschmack, auch den verantwortliche» Redakteur der„Pfälzischen Post", den Kollegen Steffen, zu verklagen, der wegen seines Wider- standes gegen die Separatisten von den Franzosen zu 15. Monaten Gefängnis verurteilt und ein- gesperrt worden mar. Steffen hat weder eine Entschädigung beantragt noch erhalten! Dieser Tatbestand steht einwandsrei fest. Herr Jung ist außerdem der Verfasser eine» gegen die Demokratie gerichtete» Buches„Die Herrschast der Minderwertigen". In diesem Buche steht der Satz: „Die Rcntencrschleichung ist einer der Haupt- crwcrbszweigc des deutschen Volkes geworden." Daß dieser Mann gewissermaßen als praacop- tur Ornianiac bei dieser Gelegenheit im Rund- flint sprechen und eine die historische Wahrheit gänzlich mißachtende Rede halten kann— das ist autoritärer Rundfunk! Beichsjinanimiiiifter Graf Schwerin von Kco- sigk wirid in der heutigen Sitzung de« Hoiishalts- ausschulse� des Reichstags die angekündigte Rede über die Finanzlage des Reiches halteir. Ob der Finanzininifter bereits Einzelheiten über den Haushaltsplan mitteilen kann, ist zur Stunde noch ungewiß Sprilbeimischung auch in Polen? Dos Ministe- ruim für Industrie und Handel kündigt den baldigen Abschluß eines Vertrages des staot- lichen'spritmonapols init dem Syndikat der Erd- ölindultrie an, aus Grund dessen eine regelmäßige Beimischung von neun Einheiten Kartofselsprit zu je 100 Einheiten der vom Syndikat vertriebenen Treibstoffe erfolgen soll. Der Mädchenmorb unterm Hakenkreuz „Häng' ihr doch einen Stein um den Hals" Eimendungen für dtcfe Rubrik sind Verlin SW 68. Liadeustraße Z parieinachrichten owür Groß-Berlin stets an das Bczirkslctretarta. !. Ko>. 2 Trennen rechts, zu richten Beginn aller BeraustaNungen lll's Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Achtung, Ztadtverordnetenfraktion! Beginn der heutigen Frattionssihung 18 lthr -!- heule, Dienstag, 10. Januar. 'JJ. Ädt. Zahlabend der Bezirke 7d. W, 96 bei Sck)rAde.r, Sleinmetzstr. 52. JUorgcn, Milkivoch, 11. Zanuar, Mitgliederversammlungen und Zahlabende mit dem Thema „Lfussr Kampf im neuen Jahr— Aufgaben des Reichsparteitages" R. Mi. än ölcllc der ,?ahlabende Mitgliederverlammlmig im Rosenthalcr Hoi, Rojentbalei Ltr. 11—12. Referent Gustav Hädicke. 6. Abt. Zablabende bei Rickert, Steinmetzstr. ZSe: Seiler, Steinmehftr. 29: liladt, Lünowstr. 7. Ii. Abt. Sahlabenie in den bekannten Lokalen. 15. Abt..�cchlabende in den bekannten Lokalen. >8. Abt. Zablabende in den bekannten Lokalen. 18. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 19. Abt. gahlabende in folgenden Lokalen: Bezirk 865/866: Glaser, Buttmann» straße 9. Bezirk 869: Schrepel, Grunthaler Str. 18. Bezirk 816: Tollkien, Grllnthaler erir. 33. Bezirk 811; Prondzinski, Grunthaler Str. 6. Be. url 812: Miinzbcrg. Stettmer Str. 52. Bezirk 818: Gottschal?, Grllnthaler Straße 11. Bezirke 814, 817. 818: Schuchardt. Christianiaftr. 116. Bezirk 815: Wiemer, Soldiner Str. 8. Bezirk 816: Piest. Grllnthaler Str. 68. Bezirk 816: Briening, Prinzenallce 21, Slte Shrislianiastraßc. Bezirk 8A>: Rote Schule, Gotcnburger Straße. Referenten: August Rieman». Gen. Ezarliuski. Artur Reichardt, Gen. Gaidies. 29. Abt. Achtung! Umständehalber findet dir Mitgliederversammlung nicht am 11., sondern erst am 18. Januar bei Dabbcrt, Schulstr. 66, statt. Bericht und Neuwahl. 2l. Abt. Zahlabeirde in folgenden Lokalen: Scherhag u. Woitschach, Rcinrckcn- dorier Str. 2»: Reicrent Genosse Lewin. Wille, Reinickendorfer Sir. 58: Referent Genosse Böhme. Herws, Mllllerstr. 26: Referent Biktor Brllger. Schrepel, Antonftr. 8: Referent Genosse ssenselau. Scholz, Adolfftr. 12: «Js-rtff. �»»» Ol. 215 u. � i.__ Ärische. Piinpler, Nazurethkirchstr. 41; Referent Dr. Aurt Lomberg. Meyer. Prinz. Eugen.sZtr. 7: Referent Genosse Mehlhose, 22. Abt..gahlabende in den bekanirten Lokalen. 23. Abt. Zahl- unb Diskusswnsabende in allen Bezirken. Vortrag: Politik und Wirtschaft an der Zahreswende. 25. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Stellungnahme zur Neuwahl de;? Wteilungsvorstandes. 26. Abt. Gruppenversammlung iit den bekannten Lokalen. 34. Abt. 19 Uhr Mrtglicderversanmilung in der Schulaula Litauer Str. 18. Referent tfurt Bleu. 35. Abt. Funktionärsitmng bei Lunble, Schreinorstr. 38. 38. Abt. Die Zahlabende fallen aus mit Ausnahme der Bezirke 183—187 bei Pahlow, Barnimstr. 13. Bitte Donnerstag und Freitag die Parteinach- richten beachten. 57. Abt. 2(1 Uchr Mitgliederversammlung im Schillerrestaurant, Bismarck- ftraße 110. Jahresbericht und Neuwahlen. 62. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Heidekrug, Znh. Marsand. Jahresbericht. Neuwahlen. Stellungnahme zum Kreisvertretcr-, Bezirks- und Reichsparteitag. 77. Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: Will, Martin-Luther-Str. 69; Neuwahlen. Jürgens, Barbarossastr. da; Referent Friedrich Elchlepp. Milde, Nollcndorsfstr. 16; Referent Dr. G. Eberlein. Lokal Martin- Luther-Str. 78: Referent Herbert Dewald. 78. Abt. 20 Uhr Funktionärfitzunfl bei Gehrke am Bahnhof Ebersstraye. 79», Abt. 2V Uhr im Ledigenheim Lindenhof Mitgli�ierversammlung: Mili- tarismus oder Pazifismus? Referent Genosse Spenner. 8l. Abt. 20 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: 1. bis 3. Bezirk und 6. Bezirk bei>Uabc, Handjerystr. 60/61: Sülle ichcrs Arbeitsbeschaffung; Referent Genosse S6)ulze. 4. und 5. Bezirk bei'Bagmski, Stubenrauch Ecke BÜsingstvaKe: Stellung der Partei zum Staat. Referent Genosse Houssong. 82. Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: Schellhase, Ahornstr. 15a: Der Weg unserer Steuergroschen: Referent Dr. Äorach. Behnke, Heesestr. 2: Wehrpolitische Fragen; Referent Genosse Alein. Bielitzer, Südende, Stephanstr. 1; Referent Heinrich Zaiubowicz. Richter, Feuerbachstr. 22; Referent Dr. Otto Reinemann. Abt. 20 Uhr Generalversammlung in den Lichterfelder Festsälen, Zehlen. dorfer Str. 5/6. Jahresbericht. Neuwahl. Referent wird in der Ber- sammlung bekanntgegeben. 85. Abt. Zahlabende an folgenden Stellen: 3 Bezirk: Lokal Hennig, Friedrich. Wilhelm- Ecke Manleuffelstraße: Lichtbildervortrag. 6. Bezirk: Lokal Schäfer, Ringbahnstr. 120. 7. Bezirk: Lokal Wanczlick, Oberlandstr. 1; Referent Paul Bernstein. 86. Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: 1., 2. und 7. Bezirk bei Neu- meyer. 3. bis 6. Bezirk bei Görlitz. 8. bis 10. Bezirk bei Dhonau. 87. Abt, Generalversammlung bei Schuster, Kirchstr 68. Bericht und Neuwahl. 88. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Nohrmann, Hilbcrtstr. 19; Refe- reut A. Wuschick. 89. Abt. 2V Uhr Mitgliederversammlung in der llottbusser lllause, llottbusser Damm: Referent Hermann Harnisü). M d. L. Wahlen. Ohne Mitglieds- buch kein Zutritt. W. Abt Zahlabende in allen Bezirken 30., 31. Bezirk Referent Genosse Kelch. Bei Sauer. Bezirk 16, 26 und 27: Referent Simon Katzenstein. Bei Klent, Referent Genosse Fechner, M. d. L. 92. Abt. 20 Uhr Bezirksmitgliederversammlungen: Bezirk 29a, 53 und.55: im Lokal Rivvert. Harzer Str. 88. Bezirk 51..58 und 60; im L"kal �äger- hcim, Wildenbruckstr. 81 Bezirk 32,.53 und 37: im Lokal Fiedler, Schan- dauer Str. 1. Bezirk 36; im Lokal Fischer Heidelberger Str 31. Bezirk 39 81 und 82: im Lokal Wolfs. Kaiser-Friedrick-Str. 173. Bezirk 63 und 79: im Lokal Simon. Bcrthelsdorfer Str. 9. Bezirk 62. 80 und 85: im Lokal Bordiert, Roseggerftr. 9. Bezirk 87 und 88: im Lokal Schneider, Rosenstr. 7. Tagesordnuna: Die politischen Aufaaben des Parteimaes und Stellungnahme zum Bezirtsparteitag Neuwahl der Bezirks tunkt io- näre und Stellungnahme zur Reuwabl des Abteilungsvorftandes. 93. Abt. Zablabende in den bekannteti Lokalen. 91. Abt..Zahlabende in folgenden Bezirken: 40., 69 Bezirk: Lokal Kuhfeld, Lichtenrader Str 58 42., 66. Bezirk; Lokal Leyl. Selchower Str. 6. 67 Bezirk: Lokal Grunewald, Weiseste. 14. 68. Bezirk: Lokal Breuer, Schillerpromenade 39. 71.. 94., 95. Bezirk: Lokal Schröder, Steinmetzstr. 32. 97.. 98. Bezirk: Lokal Kwella, Okersir. 13. 95. Abt. Mitgliederversammlung in den Bürgersälen. Bergstr. 147. Jahres- berichte. Karcenbericht, Neuwahl. 99. Abt. Zalllabend in allen Bezirken wie folgt: 147. und 148. Bezirk bei Schmidt. Britz. Eharisseestr 27 132.. 133. Be-irk im Sitzungsraum, 53anne- mannsir. 40. 134. und 133. Bezirk in der l�deal-Halle, Hannemannstr. 42. 136. bis 159. Bezirk bei Triftram, Bürgerst r. 37 59. Referent W Rone. 160. Bezirk Buckow-West und beide Stadtrandsiedlungen bei Dietrich, Buckow, Dorsstr. 1. 99a. Abt. Zablabende in den bekannten Lokalen. Bezirke 149 und 149a wieder in der Baracken schule. 191. Abt. Zablabende aller Bezirke in den bekannten Lokalen, 3. Bezirk tagt am 12. Januar bei Manz. 194. Abt. 20 Ilbr Iahresgeneralversammlung bei Kubat, Brückenstr. 15. Be- richte, Wahlen. 198. Abt. Zablabende an folgenden Stellen.- Gölln. Borsiadt bei Krüger, Schönerlinder Str. 3: Referent Frtb Heinrich. Kieb.Norsiadt:„Eiche", Sportplay, Wendenschlo�skrake. Referent Friedrich Schulze. In beiden Zgblabenden: Die Konsumgenosienschaften. 109. Abt. Bei Geselbracht, Friedrichsir.»56. Jahresversammlung. Berichte, Neuwahl. 110. Abt. 20 Uhr Mitgli edervers ammlung bei Werner, Köpenicker Str. 125: Die Bedeutunq der Konsumwahlen. Referent Genosse Kielgaft. Jahres- bericht und Neuwahlen. III. Abt. 20 Ubr Mitgliederversammlung bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100. 117. Abt. Umstnndebalber findet die Abteilungsversammlung am 18. Januar in Kerns Festsälen statt. 118. Abt Zablabende in den bekannten Lokalen. 119. Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: Wegener, Frankfurter Allee 236; Referent Dr. Helmirtb Klotz. Schmidt. Landsberger Chaussee 11: Arbeits. dienftpflickt und Mili'fysiem: Referent Hans Nickel. Klucke, Scheffelsir. 10; Referent Richard Junge. 121, Abt. 20 Ubr Abteilunosgenerawersammlung an bekannter Stelle. Bericht und Neuwahl der Funktionäre. 122. Abt. Achtung, neues Parteilokal! 20 Uhr Mitgliederversammlung in den Schillerscilen. Könkastr. 120. Jahresbericht. Borstandswabl. 123. Abt 20 Uhr Mitgliedeniersammlung in der Scksiitzentlause, Hönower S�gsie 3: Kamvfjabr 1932. Neuwahlen. 124. Abt. Zablabende finden statt: für MahlsdorftHöbe im Lokal Jakob, Lemkesir. 150: Genosse Grovvler spricht über: Die Bahlen der Konium.- genossenschaft. Für Mahlsdorf-Ort im Lokal Anders. Bahnbofsir. 33/37; tür Siedlung Teil I im Lok"! Nordstern. Hönower Str. 49: für Siedlung Teil II im Lokal Schmidt, Marienburger Str. 8; für das Rathausviertel im Lokal Bürgerwäldchen. Köpenicker Allee 134. Tagesordnung in allen Zahlabenden; Jahresbericht. Neuwahlen. Anträge zum Bezirksparteitag. 125. Abt. Zablabende mit Vortrag in allen Unterabteilungen wie folgt: 1. Unterabt.: Stärke, Iasso. Ecke Charlottenburger Strasie; 2. Unterabt: Gallas. Lehdersirasie Ecke Berliner Allee: 3. Unterabt.: Cerniezewi'ki,' Nölke- Ecke Streusirahe; 4. Unterabt.: Fitmer. Friesete. Ecke Pisiorius- siraße: 3. Unterabt.:.Krause, Schön- Ecke Große Seeftraße; 6. Unterabt.: Peters, Lichtenberger Ecke Strasiburgftraße. 128. Abt. Zablabende in folgenden Lokalen: Bezirk 1: Noack, Kaiser-Friedrich- Straße 53: Referent H. Bauer. Bezirk 2: Franz. Kaiser-Friedrich-Str- 67; Reftrent Dziobek. Be'irk 3: Kober. Berliner Str. 86: Referent Gill- meister. Bezirk 4; Fulde. Berliner Str. 97: Referent Stieglih. Bezirk 5: Rieck. Binzstr. 44; Referent Schaffer. Bezirk 6: Bader. Kissinaensir. 4; Referent Fengler. Be-irk 7: Heinz. Kissingensir. 46: Referent Kürschner. Bezirk 8u: Grasse, Kissingensir. 11: Referent Sirius. Bezirk 8b: Kaealer, Kifsingensir. 24a: Referent K. Weincr. Bezirk 9 und 10: Bleek, Mühlen.- siraße(Mühleneck): Referent M. Hirsch. 129. Abt. Zahlabendc wie folgt: Türkisches Zelt,- Breite Str. 14: Referent Franz Rooch. Sängerheim, Floraitr. 9?: Referent Dr. Norbert Marx. Mandel. Galenusstrin,.' tWaldi'chänke): Referent Oswald Zienau. 13-5. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlungen an bekannter Stelle. Neuwahlen. 136. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. In jedem Zahlabend Vortrag. Bezirksführer laden ein. 137. Abt 20 Uhr Zahlabende bei Heese. Berliner Str. 73; Natter, Eichborn. siraße 94. und int Bolkshaus, Scharnweberstr. 114. Stellungnahme zur Ge neralversammlu n g. 141, Abt. Generalversammlung bei Hoffmann, Cdelweißstr. 3. Donuersiag, 12. Januar: 5. Kreis. Arbeitcrdilduagsschule. Kursusheginn Tietgens: Erde und Mensch; im Heim Tilsiter Str. 4/3. Wir bringen bereits am 1. Abend Lichtbilder. Rege Beteiligung wird erwartet. 7. Kreis. 15 Uhr Erwerbslosenzusammenkunft im Heim, Rosinenstr. 4. 16 Uhr Bortrag des Genossen Wilhelm Tietgens: Kreuz und Quer durch Afrika. 11, Kreis. 16 Uhr Erwerbslosenzusammenkunft bei Will, Martin-Luther- Straße 69: Was geht in Polen vor? Referent Genosse Lorch. 12. Kreis. 15Vs Uhr Crwerbslosenzusammenftmfi im Speiseraum Schule Steglitz, Friesenstraße: Iapan-China. Referent Dr. Adler. 13. Kreis. 14'7 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Iu- gendheim Tempelhof, Göysiraße: Tagespolitik. Referent Hans Bauer. 18. Kreis. 15 Uhr Erwerbslosenzusammcnkünft im Lyzeum, Pistorius- Ecke Parkstraßc: Aufbau der Wirtschaft. Referent Genosse Babing. 20. Kreis. 15 Uhr Erwerbslosennachmittag im Jugendheim Tegel, Echoneberger Straße 3: Arbeitslose und Erwerbslosenfürsorge. Referent Bruno Lösche. 38. Abt. Zahlabendc der Bezirke 108a, 1V8b und 195 bei Pahlow. Barnim- siraße 18..,. 68. Abt Achtung, Lokalwechsel! 20 Uhr Mitgliederverl anunlung bei Goffler, Westfälische Str. 63. Bericht und Neuwahlen. 78. Abt. 214 Uhr Jahresversammlung bei Schmidt, Ebcrsstr. 18..-Unser Kampf im neuen Jahr— Aufgaben des Reichsparteitages." Referent Alfred Markwitz. Neuwahl. 85. Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: 1., 2.. 12. Bezirk: Lokal Pmger. Dorfftr. 30. 4. Bezirk: Lokal Pommerening. Berliner Str. 100. 3. Bezirk: Lokal Henning, Kaiser-Wilhelm-Str. L 8. bis 11. Bezirk: Lokal Wollen- bera, Berliner Str. 1..,. 115. Abt. 19 Uhr Abteilungsverfammlnng in der Schulaula,.Kronpnnzenstrafie: Stellung der Partei zur Gehrfrage. Referent Dr. Kurt Löwenstein, M.d,R. Freitag, lö. Januar: � 4. Kreis. Bunter Abend ber Arbeiterwohlfahrt im Saalbau FrLedrlchsbcckn, Gssangsvorträge, Konzert, Tanz. Eintritt 40 Pf. Karten bei den Helfern der Arbeiterwohlfahrt. 5. Kreis. Arbeiterwohlfahrt. 13� Uhr Spielnachmittag im Heim, Tillcke: Straße 4 5._„ 14. Kreis. 13 Uhr Erwerbslosenzusammcnkünft im Hcim Kanner vtr.-12. Utcker haltunqsnachmittag. Vortragende Elfriede Wollmann, 33. Abt. Zahlabende fallen ans; dafür 19 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula. Petersburger Str. 4: Aufgaben des Parteitages. Refer. n: in Klara Bohm-Schuch, M. d. R. 38. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Eweft, Große Frankfurter-Str. 3". Wichtige Tagesordnung. 51. Abt. Mitgliederversammlung im Wohlfahrtssaal Charlottenburg, Königin- Elisabeth-Str. 6: Unsere nächsten Aufgaben— Reichsparteitag. Referent Artur Crispien, M. d. R. Berichte, Neuwahlen. Arauenveranstaltungen. 74. Abt. Freitag. 13. ssanuar, 20 Uhr, im Waldhaus Zehlendorf, Gpandaner Straße 30„Neugestaltung Groß-Berlins." Referent Stadtverordneter Paul Robinson. Neuwahl. 137. Abt. Freitag. 13. Januar, 20 Uhr, im Bolkshaus. Scharnweberstr. 114. „Kulturaufgaben der Partei." Referentin Maria Krische. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. 4.»reis Prenzlauer Berg. Freitag, 13. Januar, lS>l Uhr, Saalban Friedrichs- Hain, Bunter Abend mit.ganzer: und Gefangsvarführungen des Männer- chars Friedrichshain und anschließendem Tanzkränzchen. Eintritt einschl. Tanz 10 Pf..garlen bei den Helfer« innen) erhältlich. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organifation 2. Abt. Am Mittwoch, 4. Januar, verstarb nach kurzer Krankheit unser früheres Mitglied, der Genosse Herbert Sturm, im 22.� Lebensjahre. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Einäscherung Dienstag, 13Jo Uhr, Krematorium Gerichtstraße. 33. Abt. Infolge eines Unglücksfalls verstarb unser Mitglied Albert Jung, Goßlersir. 2, im 33. Lebensjahre. Die Einäscherung findet Mittwoch. 11. Januar, 19 UI)?, im Krematorium Baumschulenweg statt. Um rege Be teiligung ersucht der Borstand. Vortrage, Vereine und Versammlungen Deutscher Arbeiter-Sängerbund. Gau Berlin. Geschäflsstelle: p. Schneider. Berlin 55, hufelandstr. II. Neuköllner Frauen, und Mädcheuchor hat sich zum Gemischten Chor __ umgestellt und singt ab Mo.chag, 10. ssanuar. im Ideal-Zlastno, Neu- kölln, Wcichselftr. 8, von 20 bis 22 Uhr unter Leitung feines Chormeistcrs Hans Schreiber. Neu eintretende Arbeitslose sind beitragsfrei und jederzeit will- kommen. Ncichsbuud der Kriegsbeschädigte», Kriegsteilnehmer und Kricgerhintcr- bliedeucn, Ortsgrupvc Gesten: 20 Uhr, Nationalhof, Biilowstr. 37, Generalversammlung. sGeschäftsdericht und Neuwahl des Vorstandes.)— Be-irk Osten V: Ewest-Gefellschaitshaus, Große Franlfurtrr Str. 30, Generaloersainm- lung und Neuwahl des Vorstandes. Anfang 20 Uhr. Polizeisnortvercin Berlin e. B., Abteilung Einhcitsknrzfchrist. Regelmäßige Urbungsabende an allen Gachentagcn, außer Sonuabends. von 19-.� bis llllh Uhr im Polizeifchulgcbäudc, Hannoversche Str. 2d— 30, 2. Stock, Zimmer 10. Anfänger-, Fortbildungs. und Nedeichriillurfe. Auch für Nichtangehörige der Polizei. Monatsbeitrag 1,50 M. Weitere Auskunft erteilt gern E. Zwicker!, Oberfchöneweidc, Goethestr. 17. Bund Entschiedener Schnlrcsormer. Pfarrer Wilhelm Mensching spricht über das Thema„Da, Erwachen der Farbigen und das Abendland-, Beobach- tungen in vier Erdteilen, am 18. Januar, 19� Uhr, Augusta-Cchulc, Elßholz» ftraße 34—37. (Kewerkschastliches siehe 1. Beilage. Hierzu 2 Beilagen Der.Vorwärts- ericheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage Volk und Zeil"/ Bezugapreile: Wöchentlich 7ö Pf., monatlich S.2k> M(davon 87 P> monatlich tlli Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3.97 M einschließlich 60 Pf Poftzeitung- und 72 Pf. Postbeflellgebühren. Auslandsabonnement 5,65 M. pro Monat; Mr Ländei mit ermäßigtem Drucksachenporto 4 65 M. Bei A stall der stieieiung wegen höherer Gewalt besteht kein Anfpruss, der Abonnenten auf Ersatz., Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeterzeile 30 Pf Reklumezeilc 12)0®„Kleine Anzeigen" das iettgedruckie Wort 20 Pt jedes weitere Wort Il> Pf Rabatt laut Tarif Worte über l5 Buchstaben zählen für zwei Sorte Arbcitsmarkt Millimeterzsile 25 Pf. Familienanzeigen Millimeterzeile 16 Pf Anzeigenannahme im Hauplgefchä'l Lindenstr. 3. wochentäglich von Slh bis l7 Uhr Der Verlag behält ssch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. /Verantwortlich für Politik: Rudoli Brcndemnbl! Wirtschaft: S. Kliugclhöfer: Sewerlschaftsbewegung- Z. Steiner; Feuilhicrn: Herbert Uepere; Lokales und Sonstiges: Fritz Karstädt: Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Berlin. I Verlag: Borwärts-Berlag S. m b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co Berlin SD 68 Lindenstr 3. Gänse seffroren, Pfund von 64 Oderbrucner»»g C■ Mastgänse ts lOn IHasen gestreift u ansgeworf. Pfd. von Pf. pi. Preiia nur Dienstug und Mittwoch• Ol« Zusendung von Lobonsrnlltaln erfolgt von M. 5,00 an.• Monganabgabo vorbehalten.• Verkauf soweit Vorrat. Frisches Fleisch Kalbskamm->. B, Pfd. von 0,40 Kalbsbrust o. Rücken, Pill». 0,48 Schmorfleisch... Pfd. vou 0,68 Schweinebauch p.B.,Pfd. 0.64 Bratwurst.......... Pfd. 0,68 Hammelvorderfl. Pfd. r. 0,54 Herzen............... Pfd. 0,38 Euter................. Pfd. 0,18 Wurst Speckwurst........ Pfd. 0,68 Dampfwurst........ Pfd. 0,7b Jagdwurst.......... Pfd. 0,78 ff. Leberwurst...... Pfd. 0,96 Zervelatnd. Salimi... Pfd. 1,08 Käse und Fette Harzer.............. Pfd. 0,25 »119. Stangenkäse 20% Pfd. 0,3b Bratenschmalz..... Pfd. 0,48 Tilsiter voUfett...... Pfd. 0,68 Margarine...... 3 Pfd. 0,74 Vi Dose Konserven Haushaltmisch, a gsir.E/bs 0,34 Karotten in warfein..... 0,2& Apfelmus............... 0,48 Aprikosen Ve Fracht..... 0,72 Prlaumen mit stein...... 0,46 Fetter Speck Pfd. 0,78 Molkereibutter j- Pfd.|p( Kohlrabi iScheibfi ja mit Gröa...'/, Dose U94£. Suppenfleisch g AU Pfd. von Eisbein mit Spitzbeiu..Pfd. M8| Obst Apfelsinen........ 3 Pfd. 0,38 Jaffa-Apfelsinen 3 Pfd. 0.58 Mandarinen...... 3 Pfd. 0,58 Tafeläpfel........ 3 Pfd. 0,58 Kochäpfel............ Pfd. 0,14 Erdnüsse............. Pfd. 0.25 Gemüse Rotkohl............ 3 Pfd. 0,10 Weisskohl......... 3 Pfd. 0.10 Grünkohl.......... 3 Pfd. 0,10 Mark. Rübchen...... Pfd. 0.04 Sellerie.............. Pfd. 0,07 Kartoffeln........ 10 Pfd. 0,26 Kofonialwaren Linsen............. Pfd. 0,14 Viktoria-Erbsen..... Pfd. 0,16 Eierbandnudeln.... Pfd. 0.36 Pflaumen....... Pfd. von 0,22 Backobst........ Pfd. von 0,35 Kakao stark entölt Pfd. v. 0,50 Fische Kabliau gr. Lg, o.K, Pfd. 0.20 Schellfisch m.K, I g, Pfd. 0,16 Seelachs gr, o.K, Lg., Pfd. 0,20 Rot bars im ganzen... Pfd. 0,24 Filet................... Pfd. 0,34 Räucherwaren Schellfisch........... Pfd. 0,28 Seelachs............. Pfd. 0,3! Steinbeisser........ Pfd. 0,48 Oelsardinen....4Vosen 0,68 Fischmarinaden'.k-lir.-De. 0,23 Bücklinge n aC Pfd. von UyfeD Hühner™.... 0,64 HirschhlätferO�S Wildragout Q Ofi Pfd. von Vyfe V Lebende Karpfen..„.0,54 INVENTUR-VERKAUF Beginn: 2. Januar Damen-Taghemden Q AS Damen-Strümpfe Q ßO 1 Handsehufte mit Stickerei............................. Stück jeUt künstliche Waschseide............... Paar jotnl W£ W iSfc für Damen, Nappa-Stepper, 2 Drnckknepfe, Pssr setzt Diniiii-Schivme künstliche Seide, moderne Muster und Griffe, Stück jetz ------- Vk'Ssditüche? BeialemeD. rot-weiss kariert, gesäumt uud gebiuden, früher Stück bis 0,28..................... 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