Morgen- Ausgabe Nr. 17 A 9 50. Jahrg. Redoktton und Verlag, �Berlin SW 68, Lmdenstr. 3 5ennpr«ftCT<3 7 Am,©önbofl?92 b« 297 Stlegrommabrefi», Sozialbemokral B«rlw BERLINER VOLKSBLATT MITTWOCH 11. Januar 1933 In Groß-Berlin 10 Pf Auswärts...... 15 Pf. Bezugsbedingungen und Anzefgenvreise siebe am Gchlutz beS cebattioncHcn Teils Aenirawvgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Schlacht im FriebrichShain SA. gegen Kommunisten und Polizei— Zahlreiche Verletzte Das Auftreten der«A. in Berlin nimmt allmählich wieder Formen an, die eine Gefahr für die Hauptstadt bedeuten. Vorgestern abend drangen u n i f o r- miertc Hitler-Gardiftcn in eine Versammlung der Kommunisten in den Unions-Festsälen in der Greifswalder strafte ein und entfesselten eine regel- rechte saals chlacht. Ein Duftend Verletzte war die Bilanz dieses national- sozialistischen Terroraktes. Gestern abend sollte zu einem weit grö- fteren schlage gegen die lkommunisten ausgeholt werden, die im saalbau Fried- richshain eine grofte öffentliche Kund- gebung veranstalteten. Rund 4 0 0 uniformierte s A.- L e u t e versuchten in die bereits um 30 Uhr stark gefüllte Ver- sammlung einzudringen. Polizei trieb die Terroristen zurück. Im Friedrichshain kam es dann zu einem Feuerkampf zwischen der«A. und «chupobcamten, nachdem die nationalsozialistische Horde über eine Gruppe kommunistischer Räch- zügler hergefallen war, die ahnungslos dem Versammlungslokal zustrebte. Es gab mehrere«chwerverleftte, die ins Krankenhaus am Friedrichshain trans- portiert wurden. Eine Reihe von Haken- krcuzlcrn wurde festgenommen. Ueber diese neueste Tat der braunen ,Lame» roden" Hitlers erfahren wir folgende Einzelheiten: Kurz vor 20 Uhr, als der große Raum des Saalbaues Friedrichshoin mit Verfamnüungsteil- nehmern bereits dicht besetzt, noch einer anderen Mitteilung sogar schon überfüllt war, marschierten etwa 400 uniformierte SA.-Leute an. Die Hitler- Gardisten waren bereits in den Vorraum einge- drungen, um sich den Zutritt zum Saal mit Ge- walt zu erzwingen. Polizeibeamte drängten die SA.-Leute mit aller Energie zurück In dem Vorraum verbreitete sich alsbald ein pestilenz- artiger Gestank: die Hitler-Burschen hatten wieder einmal mit Stinkbomben „gearbeitet". Es wurden unverzüglich Polizeiver- stärkungen eingesetzt, die mit dem Gummi- knüppel gegen die Hitler-Banden, die sich maßlos unverschämt und provozierend gegen die Polizei benahm, vorging. Mit einiger Mühe wurde die ganze Bande aus die gegenüberliegende Straßen- seite gedrängt. Schließlich nahm die Polizei eine allgemeine Säuberungsaktion des südliche» Teils des Friedrichshains vor. Der größte Teil der SA. zog sich in den Friedrichshain zurück. Dort ertönte plötzlich lautes Kampfgetümmel. Schüsse krachteg und Hilferufe ertönten. Eine Gruppe Kommunisten, die noch dem Saal- bau Friedrichshain zustrebten, war den SA.- Leuten offenbar direkt in die Arme gelaufen. Minutenlang tobte in den dunklen Parkanlagen der Kampf Mann gegen Mann. Als mehrere Polizeigruppcn in den Hain vordrangen. wurden sie von verschiedenen Seiten b e- schössen. Die Beamten erwiderten d a s F e u e r— ob von den Äugeln jemand qe- troffen wurde, steht bis zur Stunde noch nicht fest, da die Gegner ihre Verletzten in Sicherheit gebracht zu haben scheinen. Zwei junge Leute wurden schwerverletzt auf einem Parkweg aus- gefunden und von der Polizei ins Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Diese Schlacht im dunklen Hain war für die Polizei das Signal, den ganzen Friedrichshain systematisch„abzukämmen", nachdem weitere Ver« stärkungen auf Lastautos alarmiert worden waren. Die Versammlung aber wurde im Saalbau Friedrichshain in voller Ruhe und Ordnung weiter- und zu Ende geführt. Die Verletzten Zwei bei dem Kampfe Verletzie sind die Brüder Siegfried und Gerhard Hillerkuh, Haus- burgstraße 8 wohnhast. Siegsried Hillerkuß hal einen Stich in den Oberschenkel und eine Gehirn- erschütterung davongelragen, während sein Bruder Kopf- und Gesichtsverletzungen und eben- falls eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Außerdem sind die 3 Zwangsge st eilten sämtlich als Nationalsozialisten festge- stellt worden. Die Parteizugehörigkeit der beiden Verletzten ist noch nicht bekannt. Am Tatort wurde ein Schlagring, eine Schußhülse und ein Karabinerhaken gesunden. EA.-Mörder verhaftet hichtenracler Bluttat aufgeklärt 3n der Silvesternacht wurde der Zun g- f o m m u n 1 st Erich Hermann auf dem Prinz- heinrich-Plah in Lichtenrade von SA.- Leuten überfallen und durch Messerstiche furchtbar zugerichtet, ver junge Mann st a r b unter den Händen seiner Freunde, die ihn kurze Zeit daraus blutüberströmt ausfanden. Die bestialische Bluttat ist durch die Politische Polizei aufgeklärt worden. Der Mörder ist ein 22jähriger Schlächter Fritz O st h o f aus Lichten- rade, ein Angehöriger der nationalsozialistischen SA. Der Bursche, ebenso wie der Schlächter und Slurmfllhrer der SA., B a u m g a r t, haben nach längerem Leugnen gestern abend ein G e st ä n d- n i s abgelegt. Es klingt wie Hohn, wenn der stämmige 22jäh- rige Schlächtergesclle, der über groß« Körperkräfte verfügt, aussagt, er sei von dem jungen 18jährigen Kommunisten angefallen worden und hätte„in der Notwehr" zum Messer gegriffen. Genau wie der Schlächter Baumgart, der SA.-Mörder an der Frau Martha Künstler aus der Ackerstraße, spielt auch der SA.-Mörder Fritz Osthof in der Lichten- rader SA. eine Rolle. Osthof wird heute dem Vernehmungsrichter des Polizeipräsidiums vorge- führt, der Haftbefehl gegen ihn erlassen wird. Der ermordete Jungkommunist ist gestern auf dem Lichtenrader Friedhof beigesetzt worden. Hinter dem Sarg, der mit einer roten Fahne bedeckt von Jungkommunisten durch den Ort zum Friedhof getragen wurde, folgte ein unüberseh- barer Trauerzug. Die Arbeitslosigkeit steigt! In tler zweiten Dezemberhälfte 168 000 Erwerbslose mehr Die Arbeitslosigkeit hat in der zweiten Dezember- hälft« weiter zugenommen. Wenn auch nach dem jetzt vorliegenden Ausweis der Reichsanstalt das Tempo des Zuwachses sich verlangsamt hat,— in der ersten Dezemberhälfte betrug die Zu- nähme rund 248 600, in der zweiten Dezember- hälste rund 168 800 Erwerbslose— so macht sich doch das mit großer Propaganda aufgezogene Arbeitsbeschaffungsprogramm der Regierung noch in keiner Weise fühlbar. Die von den Arbeits- ämtern ausgewiesenen Erwerbslosenziffern be- trugen: Millionen Erwerbslose ISZI 1932 Ende November 15. Dezember. Ende Dezember 5.06 5,35 5.66 5,35 5.60 5,77 Danach ist also die Flut der Erwerbslosigkeit im vergangenen Monat um rund 415 000 Per- sonen gestiegen, während im Dezember 1931 der Zuwachs 608 000 Erwerbslose umfaßte. In der zweiten Dezemberhälste 1932 hat sich die Entwicklung gegenüber der entsprechenden Zeit des Borjahres insofern etwas gebessert, als in den Osmaß§ 17 unseres Organisations- slatuts vom 28. April 1929 berufen wir hiermit einen Aufacocdeuil. ÜMüUspacieäafy für Sonnabend, den 4. Februar, ab 16 Uhr, und Sonntag, den 5. Februar, ab 9 Uhr, nach dem Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3, ein. Tagesordnung; 1. Stellungnahme zum Reichsparteitag. 2. Wahl der Delegierten. Anträge sowie die Namen der Delegierten müssen bis spätestens 24. lanuar dem Bezirkssekretariat eingereicht werden. Referent wird noch bekanntgegeben. Bexirksverband Berlin. beiden letzten Dezemberwochen 1931 rund 319 000 neue Erwerbslose zu den Arbeitsämtern strömten gegen 168 000 in der letzten Berichtsperiode. Diese Differenz ändert aber nichts an der Tatsache, daß die Steigerung der Arbeitslosigkeit im vergangenen Dezember erschreckend hoch ist und den traurigen Beweis für das bisherige Verpuffen der Schlcicherschen Arbeitsbeschaffung liefert. Der Gesamtumfang der von den Arbeitsämtern erfaßten Erwerbslosigkeit wird von der Reichs- anstalt mit 3 773 000 Perionen angegeben. Ende Dezember 1931 betrug die Arbeitslosigkeit 5 668 000 Personen. Wenn die Reichsanstalt O ihrem Bericht aber darauf hinweist, daß die Ueberlagerung gegenüber dem vorher- gehenden Jahre, die Ende Juni ihren Höhepunkt mit mehr als 1,7 Millionen erreichte, zum Jahres- ende mit nur noch 105 000 Personen nahezu ver- schwunden sei, so steht diese Besserung leider nur auf dem Papier. Die Reichsanstalt sollte sich angesichts der Tatsache, daß mindestens heute noch \'A Millionen Erwerbslose„verschwunden" sind und daher von der Statistik der Arbeitsämter nicht erfaßt werden, derartige schönfärbe- r i s ch e Hinweis« schenken und lieber nnt prak- tischen Lorschlägen aufwarten, wie inan in Deutschland wieder eine Arbeitslosen-Statistik her- stellt, mit der die Wirtschaits- und Sozialpolitik etwas anfangen kann. Auswärtiger Ausschuß 20. Zanuar. Der Aus- wäriige Ausschuß des Reichstags ist jetzt für Frei- tag, den 20. Januar, vormittags 11 Uhr, einbe- rufen worden. Die umfangreiche Tagesordnung sieht neben der Behandlung einer Beschwerde der kommunistischen Ausschußmitglieder wegen Verletzung der Immunität des kommunisti- schen Ausschußmitgliedes Schehr-Hannover die Fortsetzung der Aussprache über Tribute. Aus- landsschulden und Zlbrüstungskonferenz vor. ?luherdem sollen behandelt werden die Ostfrage, der Schutz der deutschen Minderheiten im Ausland und die Handelspolstische Lage Deutjchlands. Stalins Bilanz Eicht und Schatten in SowjetruLland Das Jahr 1932 war das letzte der ersten Piatiletka. des mit unendlicher Hoffnung bc- grüßten und mit glühendem Haß bekämpften Fünfjahrplans, des großen Experi- ments, in dem die einen den Beginn einer neuen Zeit, die anderen Wahnwitz und Ver- derben sahen. Nüchternes, sachliches Urteil, wie wir es übten, galt vielen nicht viel. Unsere Zweifel wurden von den Kommu- nisten als Sabotage, unsere Hoffnungen von den Advokaten des Kapitalismus als getarn- ter Bolschewismus denunziert. Jetzt kann die Bilanz gezogen werden. Stalin faßte in seiner großen Rede vor dem Zentralkomitee der Bolschewistischen Partei die Ergebnisse des Fünfjahrplanes zusammen. Und diese Rede soll hier betrachtet werden. Der Plan— erklärt Stalin— ist in vier Jahren drei Monaten zu 93 Prozent erfüllt worden/» alle seine Ziele sind erreicht. Die Sowjetunion ist aus einem Land rückstän- diger Technik zu einem modernen Industrie- land geworden. Betrug 1928 der Anteil der industriellen Produktion an der Gesamt- Produktion erst 48 Prozent, so ist er 1932 auf 70 Prozent gestiegen. Wenn zur vollen Erfüllung 7 Prozent fehlen, so nur, weil die Sowjetunion gezwungen war, angesichts der gespannten außenpolitischen Lage vier Monate lang eine Reihe von Betrieben auf Kriegsproduktion umzustellen. Dennoch: Ruß- land ist heute von der kapitalistischen Welt so gut wie unabhängig. Die i n d u st r i e l l e Basis ist geschaffen, das Land kann sich verteidigen. Es sei gleich hier hervorgehoben, daß einem gleichen Ziel— und es soll damit nicht im mindesten verkleinert werden— heute ebenso gut z. B. die kemalistische Türkei zustrebt. wie ihm das Rußland des Grafen Witte vor dem Weltkrieg zustrebte. Industrialisierung mit dem Ziel der Autarkie hat, für sich ge- nommen. mit dem Sozialismus nur soviel zu tun, als sozialistische Wirtschaft eine ent- wickelte Großindustrie zur Voraus- s e tz u n g hat. Das zweite Ziel des Fünfjahrplans war die Stärkung des sozialistischen Sek- t o r s i n der Gesamtwirtschaft. Stalin sagt, auch dieses Ziel sei erreicht. Es gibt keine andere als die sozialistische, die Staats- industrie, in der Landwirtschaft habe der Sozialismus zwar noch nicht ganz gesiegt, aber nichts könne seinen Siegeszug mehr aufhalten. An die Stelle der lebensunfähigen kleinbäuerlichen Wirtschaft, aus der jedoch immer wieder neu der Kapitalismus entstehe, seien die Staatsgüter und Kollektiven ge- treten. Mit 3000 Staatsgütern, mit 200 000 Kollektiven, mit der Ko l l e k t i v i s i e r u n g von 70 Prozent der Anbaufläche sei der endgültige Erfolg gesichert. Im Verlaufe von vier Iahren ist die An- baufläche nach Stalin um 21 Millionen Hektar größer geworden. Die Lage des Bauern sei unvergleichlich besser, als sie vor vier Jahren war. Wo 1928 noch Millionen mit dem Holzpflug arbeiteten, dort ziehe jetzt der Traktor über die Felder. Das russische Proletariat sei in einem un- unterbrochenen Aufstieg. Die Arbeitslosigkeit sei vollständig verschwunden Die Zahl der Industriearbeiter habe sich um 57 Prozent vergrößert, ihr Lohn sei um 67 Prozent ge- stiegen. Wollte man sich mit diesen Zahlen be- gnügen, dann bliebe in der Tat nur festzu- stellen, daß in der Sowjetunion nicht bloß die Grundlagen zum Sozialismus gelegt sind, daß er vielmehr bereits Wirklichkeit ge- worden ist. Nach wenigen Iahren wird es keine Klassen, keine Ausbeutung, keine Unter- drückung mehr geben. Der Sprung vom Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit wäre damit getan. Zu einem recht anderen Ergebnis aller- dings kommt man, wenn man der Statistik die Wirklichkeit gegenüberstellt. Die Zahlen allein, angenommen sie seien durchaus richtig, geben kein vollständiges Bild. Solange nicht feststeht, ob die Hektarerträgnisse gesunken, gleichgeblieben oder gestiegen sind, ist die L'gx der Landwirtschaft aus den Angaben über die Saatfläche allein nicht zu erkennen Wenn Stalin nur angibt, um wieviel Pro- zent der Lohn stieg, kein Wort aber über die Gestaltung der Preise-für Lebens- mittel, Kleider, Schuhe, Wohnung sagt, bleibt die Bewegung der Reallöhne un- bekannt. Der Fünfjahrplan sah nicht bloß die Stei- gerung der industriellen Produktion vor. Am Ende des Jahres 1932 sollten die Selbst- kostenpreise um ein Viertel gesenkt, die Qualität der Industrieprodukte bedeutend ver- bessert, das Land reicher mit Konsumgütern versehen sein. Keines dieser Ziele ist erreicht. Selbst bei der vorsichtigsten Schätzung auf Grund des gerade auf diesem Gebiet ganz ungenügenden statistischen Materials kommt man zu dem Schluß, daß der Reallohn des russischen Arbeiters in diesen vier Iahren um mindestens 40 Prozent gesunken ist. Anstatt größer zu werden, ist die Wohn- fläche geschrumpft, anstatt besser ernährt. beschuht, bekleidet zu sein, leidet der russische Proletarier heute an den unentbehrlichsten Gütern des täglichen Lebens ungleich größe- ren Mangel als 1928. Im Januar 1933 be- trägt die tägliche Brotration in den großen Städten gerade noch 200 Gramm! Das rasende Tempo der Industrialisierung �wang zu einer Kapitalakkumula- l i o n in einem Ausmaß, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Die Hauptquelle war und ist das russische Dorf. Nach dem be- rühmt gewordenen Vergleich Preobraschen- skis geht die ursprüngliche sozialistische Akku- mulation notwendigerweise auf Kosten der russischen Bauern Eine ganze Reihe von Jahren ging das auch, immer schlechter zwar, aber es ging. Jetzt ist aus demz.Dorf u i ch t s m e h r z u h o l e n. So glänzend die industriellen Erfolge sind, so groß sind die Mißerfolge der landwirtschaftlichen Pläne. Es seien bloß einige der wichtigsten Daten genannt. Die Zahl der Rinder ist von 1928 bis 1932 von 70 auf 40 Millionen gesunken, die der Schweine von 26 auf 10 Millionen. d'e der Schafe von 130 auf 50 Millionen. Die Versorgung der Städte mit FMsch, Milch " und''Butter hat vielerorts überhaupt aufge- hört, selbst in den wichtig st en In- dustrieorten gibt es höchstens einmalinderWocheeinStückchen Fleisch auf Karten. Milch wird nur noch an Kinder abgegeben. Es ist richtig, daß die Anbaufläche in vier Iahren um 21 Millionen Hektar zugenom- men hat. Nur sagt Stalin nicht, daß seit dem Beginn der Kollektioisierung. also seit dem Winter 1929, Jahr für Jahr weniger angebaut wird. Auch in diesem Herbst ging die Anbaufläche wieder um 1 Million Hektar zurück. Hatte der Staat immer schon mit den Bauern um das Getreide zu kämpfen, so hat sich dieser Kampf gerade jetzt ganz außerordentlich verschärft. Noch nie bekam der Staat weniger Getreide als in diesem Jahr. Noch nie wurde soviel ver- heimlicht, vergraben, verschleudert, an das Vieh verfüttert, anstatt abgeliefert zu wer- den, wie im letzten Jahr. Im Nordkaukasus kam es zu offenem Aufruhr, in der Ukraine und an der unteren Wolga widersetzen sich die Bauern genau so wie in Sibirien und im Ural. Die russischen Zeitungen sind voll von Meldungen, daß die Bauern die Ernte lieber auf dem Feld verfaulen l a s s e n, als sie einzubringen. Alle Formen des bäuerlichen Widerstandes aus dem letzten Jahr des Kriegskommunismus leben wieder auf. Ohne Verabredung, ohne die Agitation der längst liquidierten Kulaken gehen die Bauern 1932 zum Anbaustreik über, wie sie es 1920 taten. Und das tun nicht etwa bloß die einzelnen Bauern! Das Bemerkenswerteste an der jetzigen russischen Wirtschaft ist gerade das, daß die angeblich sozialistischen Kol- lektiven um die Verfügung über ihr Arbeits- Produkt genau so kämpfen, wie es die K u- laken, die Mittelbauern, die rufst- schen Bauern überhaupt getan haben. Es ist zum mindesten verfrüht, in den Kollektiven von heute sozialistische Gebilde sehen zu wollen. Der Staat hat mit allen Mitteln die Bauern in Zwangsgenossenschaften zusammengepfercht. Solange sie nur konnten, wehrten sie sich dagegen. Jetzt, in der Kollek- tive, kämpfen sie gegen den Staat nicht anders als zuvor. Das grundsätzlich Neue in der russischen Wirtschaft ist eben die Tatsache. daß die Bauern bereits begin- nen.dieKollektioeninihrWerk- Japan greift weiter an Voramrsdl gegen alle Grenzorte— China zur Abwehr bereit Tokio, 10. llanuar. halbamtlich wird gemeldet, daß Dienstag die militärischen Aktionen der japanischen Armee gegen die chinesischen Truppen an der Grenze der Provinz 3 e H o( begonnen haben, nachdem vormittags die Frist abgelaufen war. die den chinesischen Generalen vom japanischen Armeeslab für die Einstellung der Truppentransporte in 3ehol gestellt wurde. Die japauische Truppenbewegung geschah in der Richtung auf die Hauptstadt Tschaojan. Die japanischen Truppen haben den Befehl, die chinesischen Grenzorte unter allen Umständen zu besehen und jeden chinesischen Widerstand zu brechen. Die japanischen FÜeger haben mit der Bombardierung der Verbindungswege und der Eisenbahnen begonnen. Die Befestigungsarbeiten um Schanhaikwan sind beendet. Die japanische Garnison und die Pioniere sind in nördlicher Richtung abgerückt, um das Umgehungsmanöver der chinesischen Truppen zu vereiteln. * Im Sowjetrundfunk schilderten Augen- zeugen die Lage in dem jetzt vom japanischen Vormarsch betroffenen Gebiet von Schanhaikwan. Die Lage unter der Zivilbevölkerung ist furcht- bar und erinnert völlig an die Lage und den Zu- stand in den Kriegsgebieten. Die Bombenan- griffe der Japaner haben nicht nur chinesische Militärstellungen getroffen und vernichtet, sondern auch unter der Zivilbevölkerung zahlreiche Opfer gefordert. Durch das Bombardement der schweren Artillerie sind ganze Ortschaften und Bauernsied- lungen vernichtet worden. In diesen Orten, die im engsten Aktionsgebiet der Japaner liegen, herrscht größte Nahrungsmittelnot, die noch verschärft wird durch die Willkür des Mili- tärs, die schwer auf der Bevölkerung lastet. Da jede Zufuhr aus anderen Gebieten stockt, kann man eine wachsende Hungersnot feststellen. Dazu kommt noch, daß durch obdachlos gewordene Men- schen eine epidemische Krankheit ausge- krochen ist, gegen die natürlich von Seiten der Militärlazarette nichts getan wird, weil ja die Kranken nur chinesische Bauern sind! Ldiaa» Leneräle einig gegen.Japan Peking, 10. Januar. Halbamtlich wird gemeldet, daß Marschall Tschanghsueliang ein Telegramm von den Generälen F e n g und I e n s i s ch a n erhal- ten habe, in dem diese mittellten, daß sie trotz der Meinungsverschiedenheiten mit Tschanghsueliang und Nanking bereit seien, mit ihren Armeen den Kampf gegen Japan aufzunehmen und ihre Truppen nach der Provinz Jehol abzutrans- Portieren. CKiua zur Abwehr bereit Eigener Bericht des„Vormärts" London, 10. Januar. Die japanische Admiralität teilt mst, daß sich zur Zeit in chinesischen Gewässern 23 japanische Kriegsschiffe befinden, die alle Landungstruppen an Bord haben. Aus Nanking wird gemeldet, General Tschiangkaischek habe den nordchiüestschen Generälen, die ihn um Erlaubnis zum Vorgehen gegen die Japaner gebeten hatten, geantwortet, sie möchten ihre Truppen bereithalten, aber An- Weisungen abwarten. In der Provinz Schansi sollen 100 000 Mann chiuesischer Truppen zusammengezogen worden sein. Stalins Fünfjahrberich« Auhünciigung besserer Bedarfsdeckung Abweichend von der bisher gellenden Generallinie, wird diesmal schon während der Tagung des kommunistischen parteiausschujses in Moskau der Bericht veröffentlicht, den Stalin diesem hunderlköpsigen Plenum über die Ergebnisse des ersten Fünsjahrpians erstallet hat. Nach der Moskauer WTB.-Meldung befaßte sich Stalin zuerst mit der internationalen Bedeu- tung des Fünfjahrplans und zitierte a u s l ä n- dische Pressest immen zum Beweis dafür, daß der Fünfjahrplan anfangs geringschätzig be- urteill worden sei, später aber große B e- a ch t u n g gefunden habe. Nach einer Wiederholung der Aufgaben des Planes erklärte Stalin da« Programm der Industrialisierung als zu 93.7 proz. erfüllt. Der Ausfall von 6,3 Proz. sei aus das Nichtzu- jtandekommen von Nichtangriffspakten mit verschiedenen Ländern und auf die Verwick- lungen im FernenOsten zurückzuführen. Eine Anzahl Fabriken habe sich nämlich infolgedessen auf die Herstellung von Rüstungsbedarf umstellen müssen. Die Erzeugung von G e- b r a u ch s w a r e n für den allgemeinen Bedarf sei zu gering gewesen. Die bevorzugte Stellung der Schwerindustrie habe ihren Grund in ihrer Schlüsselstellung und in der Notwendigkeit für Sowjetrußland, gegen feindliche An- griffe gerüstet zu sein: andernfalls würde feine Lage der Chinas gleichkommen. Die Frage, ob im zweiten Fünfjahrplan die gleiche Politik des schnellsten Tempos im Indstrieaufbau nötig wäre, verneinte Stalin. Bisher habe der Zuwachs der Produktion 22 Proz. jährlich betragen, in Zukunft würden es 13 bis 14 Proz. fein. In der Landwirtschaft bestünden 200 000 Kollektivwirtschaften und rund 5000 Staatsgüter. Stalin gab zu, daß die Kollektiven großenteils noch unrentabel seien, er- klärte aber, daß sie in zwei bis drei Jahren rentabel werden würden. Einige tausend Kol- lektiven und einige Dutzend Staatsgüter seien schon jetzt rentabel. Das bisherige Tempo der Kollektivierung brauche man nicht sortzusehen, vielmehr müsse man jetzt die Kollektiven organisatorisch festigen. Im Zusammenhang mit der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern sprach Stalin über die Bs- feitigung der Arbsitsrvstgksit und der Ber- a r m u n g auf dem Lande. Die Kollektiven könnten auch Handel treiben, jedoch tadelte Stalin, daß Kollektiven sich gelegentlich auf Spekulationen eingelassen hätten. Die jetzt in Rußland herrschende Not sei nicht auf schlechte Staatswirtschast, sondern auf die großen wirtschaftlichen Anstrengun- gen zurückzuführen, die gemacht werden müßten. um den ersten Fünfjahresplan durchzuführen. Eineinhalb Milliarden Goldrubel sind für den Ankauf von Maschinen und für Neu- anlagen von Fabriken verwendet worden. Stalin polemisierte sodann gegen die Ansicht. daß zunächst die angeblich wertlose Sowjet- Valuta gehellt werden müßte. Hinter dem Sowjetgeld stünden Warenmengen in der Hand des Staates, die dieser zu festen Preisen ausgebe. Zum Schluß kam Stalin zu der Fest- stellung, der Fünfjahrplan habe bewiesen, daß der Sozialismus in einem Land möglich sei. zeug zu verwandeln. Zum erstenmal »i der russischen Geschichte der letzten siinfzehn Jahre erhält der Bauer eine Organisation, eben die Kollektive. Steht aber die bolsche- wistische Diktatur nicht mehr 24 Millionen Bauernhöfen gegenüber, als einer formlosen Masse, sondern 290 000 Organisationen, dann ändert sich das Kräfteverhältnis von Grund aus. So wichtig und bedeutsam die industrielle Entwicklung Rußlands in diesen Jahren ist, entscheidend für die Zukunft ist und bleibt das Verhältnis der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung, der 80 Prozent Bauern, zu dem bolschewistischen Staat. Die alte Frage Lenins:„Wer schlägt wen?" wartet noch immer auf die Antwort. Gerade auf sie ging Stalin in seiner Rede mit keinem Wort ein. Das Schicksal der bolschewistischen Diktatur wird letzten Endes auf dem russischen Dorf entschieden. Gelingt es, die Bauern zu ver- söhnen, ihre Wünsche zu befriedigen, die Lebensmittelproduktion zu ste i g e r n, ge- lingt es damit, die Lage des Arbeiters zu verbessern, seine Produktivität zu stei- gern, dann wird sich Rußland zweifellos aus der schweren Krise, in der es jetzt steht, her- ausarbeiten. Und dann kann vielleicht am Ende dieses Prozesses auch ein neugewonne- nes Gut stehen, auf das die Arbeiter, die Sozialisten Westeuropas in keinem Stadium ihres Kampfes verzichten möchten: die per- fönliche Freiheit l Bor zehn Jahren Oer Beginn des Buhrkriegs Wenn es in Deutschland jemanden gäbe, der Ursache hätte, den Ruhrkrieg zu feiern, so wären es die deutschen Arbeiter und besonders die deutsche Sozialdemokratie. Denn sie hatten alles getan, um Deutschland das namenlose Unheil dieses Krieges nach dem Kriege zu ersparen. Nachdem aber nationalistische Verblendung von drüben und die nicht weniger blinde Politik Cuno- Helfferichs hüben den Zusammenstoß herbeigeführt hatten, tat die Sozialdemokratie, mit ihr die deutsche Arbeiterschaft, bis aufs äußerste ihre Pslicht. Der Ruhrkrieg war eine moralische Niederlage für Frankreich und ein moralischer Gewinn für Deutschland, er war ein sehr fragwürdiger mate- rieller Gewinn für Frankreich und ein furchtbarer materieller Verlust für Deutschland. Die Massen bezahlten diesen materiellen Verlust mit namen- loser Not. Aber indem sie diese Not standhaft ertrugen und gegen die bewaffnete Gewalt für das Recht des eigenen Volkes kämpften gewannen sie für die Sache Deutschlands die Sympathie der ganzen Welt. Wenn also jemand in Deutschland das Recht hat, auf jene schwere Zeit mit einer gewissen Genugtuung zurückzubl cken, dann ist dos die Sozialdemokratie und mil ihr die Ar- b e i t e r s ch a f t. Sie lehnen es aber entschieden ab, sich an den Gedenkfeiern einer nationalistischen Bourgeoisie zu beteiligen, für die die ganze Welt- geschichte nur dazu da ist, die HaßgefWe zwischen den Völkern zu konservieren. Es gibt nur»ine Lehre des Ruhrkriegs, die für alle Zeit beherzigt und sestgel)alten zu werden verdient, nämlich daß Deutsche und Franzosen im Krieg gegeneinander alles zu verlieren, in Frieden und freundschast» sicher Zusammenarbeit aber alles zu gewinnen haben, und daß es darum für beide nur einen Feind geben sollte, nämlich den Nationalismus aller Poincares und aller Helfferiche, die gewesen sind und noch sein werden! Es gibt aber eine Art, de» Richrkrieg zu feiern, die wir nicht ablehnen, sondern entschieden befürworten. Blickt hin nach dem Ruhrgebiet! Die Franzosen sind längst fort, aber das Elend ist wieder da, als ob noch immer Franzosenzeit wäre! Tatkräftige Hilfe für das Ruhrproletariat. das vor zehn Jahren heldenmütig kämpfte, das wäre ein«' wirklich nationale Art, das Gedächtnis des Ruhrkrieges zu feiern, würdiger als das bombastische Heldentrara derer, die nichts geleistet und nichts geopfert haben! 30 Todesopfer in Spanien Biutbilanz des Anarchistenputschcs parl«. 10, Zonua«. Rech einer havasmeldung aus Bladrid soll sich die Zahl der bei den Unruhen ums Leben gekommenen Personen auf mehr als dreißig, die der Verletzten auf fünfzig belaufen. Arbettsvefchaffung Ciereke im Sozialpolitischen Ausschuß Der Sozialpolitisch« Ausschuß des Reichstags be- gann am Dienstag mit der Beratung der An- träge zur Arbeitsbeschaffung. Reichs- kommifsar Gereke erläuterte einleitend seine be- reits bekannten Richllinien. Die sozialdemokratischen Abgeordneten Aus- Häuser, Graßmann und Frau Schröder kennzeichneten den Arbestsbeschaffungsplan als un- genügend und wandten sich vor allem dagegen. daß die Einstellungsprämien für die Unterneh- mer auch in diesem Arbeitsbeschaffungsprogramm enthalten sind. Abg. Dr. Brauns(Z.) setzte sich für die nelenberufliche Siedlung ein. Der Abg. Dreher(Nsoz.) brachte als Allheilmittel wiederum die Schaffung einer Binnenwährung in Vorschlag. Deutschnationale und Zentrum setzten sich dann mit besonderem Nachdruck für die Gleichberechti- gung der privaten Stellennachweise mit den Ar» beiteämtern ein.— Die Beratungen werden am Mittwoch fortgesetzt. Minifterwahl in Baden Karlsruhe, 10. Januar. Der Badische Landtag wählte am Dleno'ag den Staatspräsldcnlen Justizminlsler Dr. Schwill wieder für ein Jahr zum Slaalspräsidenlen. Die Wahl des Innenministers fiel auf den Wlnisierial. rat im Justizministerium Dr. Um hau er. der polllisch zur Deutschen Volksparlei zählt und zu den Führern der evangelischen Rechlekreise gehört. Die geplant« Wahl eines Staatsrats mußte im legten Augenblick abgesetzt werden, weil bekannt wurde, daß gegen den von der jetzigen Regie- rungskoalition sZentrum. Volkspartei und Wirt» schaftspartei) vorgeschlagenen Kandidaten, einen wirtschaftspartellichen Abgeordneten, der Dor- sitzender des badischen Hausbesitzeroerbandes und Direktor der zusammengebrochenen Landesbank für Haus- und Grundbesitz ist. eine Strafanzeige wegen Bilanzverschleierung und ver- schiedener sonstiger Delikte erstattet worden ist. MITTWOCH, U. JAN. 1933 BEILAGE Der Berliner Asphaltkrieg Die �eicKs�auptstÄcit rutsciikeste LtraVen�ectcen Der Berliner A s p h a l t p r o z« tz Hot die Frage des Einbaues brauchbarer Strahendecken ganz ollgemein aufgeworsen. R u t s ch i e st e Straßendecken sind leider in Berlin vor- läusig nit� in sehr geringem Umfange oorhandem Anderswo wird es kaum anders sein. Für 1331 führt die Berliner Verkehrs- Unfallstatistik unter„Sonstiges" 461 Fälle auf, von denen 245 auf Schlüpfrigkeit des Asphalts entfallen. Die Gefahr für Fahrer und Fußgänger liegt auf der Hand. Gegen die Glätte des Asphalts hilft einzig und allein ein rechtzeitiges Heruntergehen auf Schrittgeschwindigkeit. Daniii schaltet man ober den Ärafrwagen, der k« i n L u x u s g e f ä h r t ist, wie der Vertreter der Stadl Berlin in dem Prozeß ausfühne, sonder» den der Gemüsehändler und der Bäcker ebenso sehr braucht wie der Ingenieur und der Arzt, völlig aus. Die Frage, ob es moderne rutschfeste Straßendecken gibt, ist durchaus lebenswichtig. Leider hat der Jnteressentenklüngel sein möglichstes getan, um den Streit zu verwirren, wobei man aber beachten muß, daß hinter dem Asphalt selbstverständlich ebenfalls Interessenten stehen, wie hinter anderen Baustossen und Bau- mcchoden. Um den Interessentenklüngcl auszu- schalten, hoben wir durch einwandfreie Fachleute den Stand der Angelegenheit untersuchen lassen und hoffen so zur Klärung der Frage beitrogen zu können. Nach den Herstellungsverfahren unterscheidet Tragödie in Treptow Leli>5tmornidt-Hartmann, Geschwister Höpsner: auch der beliebte Humorist Paul G r a e tz hat sich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt, ebenso die für Aufheiterung stets Sorge tragenden Künstler Mar Ehrlich und Wilhelm B e n d o w von„Bendows bunter Bühne". In der gleichen Weife hat sich auch der Opernsänger Albert Boltz in den Dienst der guten Sache gestellt. Zusagen liegen auch von zahl- reichen anderen namhaften Künstlern vor. Eintrittskarten zum Preise van l und 2 Mark sind auf allen Polizeirevieren, aber auch beim Veranstalter, Lützowstr. 73, 3 Tr., Zimmer 20, Anruf: Kurfürst 7913, erhältlich. Gefährdete Hochbahn Lesebleunixunx der Arbeiten Die Arbeilen zur Beseitigung der Schäden, die Ansang vorigen Jahres au! der Stammstreckc der Hochbahn zwischen Hcl'esches Tor und P r i n z e n st r a h e festgestellt wurden und die. wie die weiteren technischen Untersuchungen er- gaben, auch auf der Strecke bis S ch l« s i s ch e s Tor vorgesunden wurden, sollen jetzt auf Grund des Arbeitsbefchafsungsprogramms nach Möglich- kcit belchleunigt werden Auf dem ersten Abschnitt Alte Iakobstraße bis Prinzenstraße sind die Neujundamentierungen bereits fertiggestellt, während der ebenfalls not- wendige Neubau der ßzauptträger des Viadukts in vollem Gange ist. Diese Arbeiten sollen bereits Ende April dieses Jahres beendet werden. Die auf der nachfolgenden Strecke bis zum Schlesifchen Tor notwendigen Arbeiten, die ebenfalls für das Jahr 1333 vorgesehen sind, sollen zwischen Bahnhof Prinzenstraße und Wassertorplatz beschleunigt werden. Wenn die erforderlichen Mittel durch das Gerekc-Programm zur Verfügung gestellt werden, sollen auch in diesem Jahre noch die Arbeiten auf dem weiteren Bauabschnitt vom Wasscrtorplatz bis zum Schlcsischcn Tor in Angriff genommen werden, und zwar hofft man, die Arbeite» in diesem Abschnitt bis zum April 1934 beendige» zu können. Anglücks-Premnitz Wieder sebwere Explosion Tic Prcstc stelle der JG.-Farben teilt mit:„In der Kunstseidefabrik Premnitz bei Kiathcnow ereignete sich ein neuer Betriebsunfall, bei dem ein Schwer- verletzter und zwei Leichtverletzte zu beklagen sind." Ter Unfall soll durch ein Bersesien des Betriebspersonals bei der Pumpstation für Schlvefel-Kolilenstoff entstanden sein, l�s ist die Ausgabe der aufsichtsführeuden Behörden, den Hinter- gründen der sich wiederholenden Unfälle endlich nachzuforschen. Nazi-Korruption! Beamte schwer geschädigt Eigener Bericht des„Vorwärts" halle, 10. Januar. 3m Spar- und vorschußverein der Eisen- bahnbcamlen des Bezirks Halle sind große Unterschlagungen sestgestellt worden, an dem zahlreiche Hitler-Beamle beteiligt sind. Hundertc von Beamten sind um ihre Spareintagen nnd Geschäslsanteile gebracht. Die Vorstandsmitglieder, Reichsbahn-Oberinspek- toren,-Obersekretäre und-Sekretäre der Spar- kassc, haben sich gegenseitig Darlehen bis zu 20 090 Mark zugeschoben, für die keine Deckung vor- Händen ist. Auch Verwaltungsgelder der Reichsbahn sind auf diese Art verschwunden. An einzelne Beamte wurden 30000 bis 50 000 M „ausgeliehen". Insgesamt soll die Reichsbahn um 90 000 bis 100 009 M. geschädigt sein. Die Mehr- zahl der Betrüger sind eifrige Hitler-Anhänger. Schulgeld 1933 Der Kommissar für das preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat be- stimmt, daß das Schulgeld an den öffentlichen höheren Schulen im Rechnungsjahr 1933 240 M. nicht übersteigen darf. An den vom Staat unter- haltenen und vom Staat verwalteten höheren Schulen ist vom 1. April 1933 ab dieser Betrag zu erheben. Schweres Verbrechen in Lichtenberg �wei Tote in der Laube In wenig Worten Die Lage des im Nordmeer verungiiickten russischen Eisbrechers„M a l y g i n" oerschiimmert sich van Tag zu Tag. Das Schiff hat bereits derartig Schlagseite, daß die Pumpe» nicht»>ehr angesetzt werden können. Der„Malygin" muß verloren gegeben werden. * Auf der Insel M a c e l l i o t, auf der zur Zeit nur ein Militärkommando stationiert ist, sind sieben Holzbarackcn durch Brand zerstört worden. Bei dem Brand ist niemand getötet oder verletzt worden. * i Die 1. Strafkammer des Landgerichts Stuttgart Hot jetzt das Verfahren gegen die Stuttgarter Aerztin Frau Dr. K i e Ii l e und den Arzt Dr. F r i e d r i ch W o l f wegen Verbrechens auf Grund des§ 218, das seinerzeit großes Auf- sehen erregte und sich auf zahlreiche Fälle er- streikte, aus Grund des K 205 der Strafprozeßordnung vorläufig eingestellt. Die durch das bis- herige Verfahren erwachsenen.tosten fir� durch einen weiteren Beschluß vorläufig der Staats- k a s s e auferlegt worden. * Eines der größten Segelschiffe der Welt, der schwedische Fünfmaster„Forest Dream", ist im Hafen von Strömland vollkommen v e r- b r a n n l. Alle Löschversuche waren fruchtlos, da die großen Oeloorrätc in Brand gerieten und die glühenden Mctallteile ei» Vorwärtskommen un- möglich machten. Um nicht den ganzen 5)afen zu gefährden, mußte die Ankerkettc gekappt und das Schiff ins Meer hinausbugsiert werden. Man ver- mutet, daß Brandstiftung vorliegt. * Gin etwa 2000 Tonnen großer deutscher Dampfer, dessen Name noch nicht festgestellt werden konnte, ist im dichten Nebel in der Nähe der Insel Ameland gestrandet. Mehrere Schleppdampfer und ein Rettungsboot find dem deutschen Schiff zu 5stlfe geeilt. Opfer der„AUantique" Wieder 12 Leichen geborgen Paris, 10. Januar. Aus dem Dampfer„Atlantique" wurden im Laufe des Montag wieder 12 Leichen ge- borgen, so daß nunmehr insgesamt 14 Opfer gefunden wurden. 10 von ihnen können nicht mehr erkannt werden. Entgegen der urspnüng- lichen Absicht wird das Schiff noch nicht ins Trockendock geschleppt. Es soll vielmehr so lange im Hafenbecken liegen bleiben, bis die Sachver- ständigen festgestellt haben, ob es sich lohnt, das Schiff wieder instand zu setzen. Andernfalls wer- den die Maschinenanlagen und alle sonstigen brauchbaren Einrichtungen ausgebaut und der Rumpf als altes Eisen verkauft werden. Dann wäre das immerhin kostspielige Eindocken nicht notwendig. Anläßlich des 75. Geburtstages von Heinrich Zille fand in Bindows Bunter Bühne, auf deren Hof sich bekanntlich das Zille- Denkmal befindet, eine schlichte Gedenkfeier statt. Das ausverkaufte 5)aus lauschte andächtig der Gedächtnisrede Dr. S a ch s e s und folgte mit großer Ergriffenheit dem Zillcbild Max Ehr- l i ch s, der selbst in verblüsfend echter Maske Meister Zille darstellte. Die letzte Nummer der„IRZ.". der im Dietz- Verlag erscbeinenden Illustrierten Republikanischen Zeitung, die überall für 20 Ps. zu haben ist, bringt interessante Bilder von der Begrüßung der durch die Amnestie befreiten Reichsbonnerkont?- raden. Die Berliner sozialdemokratische S l a d t v e r- ordnetensraktion wählte in ihrer gestrigen Sitzung den Vorstand für das neue Jahr, dos kommunalpolitisch durch die Gemeinde- wählen wichtigste Entscheidungen bringen wird. Der alte Fraktionsvorstand wurde on Kim- wiedergewählt. Danach ist Vorsitzender Erich F l a t a u, Stellvertreter Willi Biese. Ver Schriftführer der Fraktion ist wieder Paul Robinson. Die Namen der Beisitzer sind: Barth, Bublih, Heimann, krille, Todcnhagen und U r i ch. Am Donnerstag wird das Stadtparla- m e n t in seiner ersten Sitzung im neuen Jahr den Vor st eher und die VorstehersteUvertretcr wählen. Es kann damit gerechnet werden, daß der bisherige Vorsteher, Johannes Haß, wieder- gewählt wird. Damit würde Haß zum zehnten Mole Vorsteher der Berliner Stadtverordneten- Versammlung werden. Nach§ 5 der Geschäfts- ordnung ist im ersten Wahlgang gewählt, wer über die absolute Stimmenmehrheit aller an- wesenden Stadtverordneten verfügt. Wird eine Nazi-Llnterwelt am Werk (ueverhschaktdkimhtionar beraubt Als am Dienstagmorgen gegen 2 Uhr der 28jährige Kraftdroschkenführer Georg Zimmer- mann von einer Funktionärversammlung de; Gesamtverbandes mit mehreren Kollegen nach Hause ging, wurde er, nachdem sich die anderen Kollegen verabschiedet hatten, in der Annen- st r a ß e an der Citypassage von vier Nazis angehalten und zu Boden geschlagen. Dann entrissen ihm die deutschen nationalen Unterwelts- gestalten das Protokollbuch. Als auf die Hilferufe des Ueberfallenen eine Polizeistreife erschien, flohen die Verbrecher. Der Ueberfallene mußte in das Bethanienkrankenhaus gebracht werden. Zn Alt-Bayern, Friedrichstraße, präsentiert sich Berlins jüngstes Künstlerkollektiv, genannt„D i e L a t e r n c". Zeitsatire auf dem Gebiet des Wortes und der Gebärde heißt auch hier wieder die Devise. Unter einer Fülle gutgcwollter, aber nicht immer gutgelungener Spötteleien und Per- sislagen ein paar wirkungsvolle Sachen: txis stark parodistifche Talent der Sonja W r o n k e r, die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang nicht erreicht, kommen die vier Bewerber mit den höchsten Stimmen in die nähere Wahl. Ergibt sich auch hier keine absolute Mehrheit, so wird in einem dritten Wahlgang der Kaichidat gewählt, der die meisten Stimmen auf sich vereinigen kann. In dieser Sitzung steht auch eine wichtige Vorlage zur Beratung, nach der die P a r- z e l l i e r u n g des über 523 000 Quadratmeter großen städtischen Grundstücks östlich der Mar- zahner Straße, zwischen dem Bahnhof B i e s- d o r f und der Verlängerung der Hermannstraße vorgesehen ist. * In die Bezirksverwaltung Char- l o t t e n b u r g ist Genosse Simon Katzen- stein als Nachfolger des verstorbenen Stadt- rates W i l k als unbesoldeter Stadtrat eingetreten. Der O b e r p räs i d e n t hat die Berufung Katzensteins bestätigt. Der neue Stadtrat wird die Schuldeputation, den Ausschuß sllr das höhere Schulwesen und die Wahlfahrtszentrale zu ver- walten haben. mit ein paar spritzigen Bewegungen auf und neben dem Flügel ihre witzigen Bosheiten illn- striert, ein Double des göttlichen Sangesbruders Richard Tauber, der Sangesschmal; und 2lugen- triller täuschend kopiert, dann die ultramoderne Diseuse Gertrud K o l ni a n. Dann noch eine Reih« Songs und parodistischer Ensemblespiele. Gänzlich, jedoch angenehm aus dem Rahmen fallend, die Tänzerin Erika Rena l. die mit frischer Natürlichkeit gute Fußspitzentechnik zeigt. Die Confsrenciere Rest Langer verfügt über angenehmen Witz. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Meist bewölkt und ziemlich trübe mit Neigung zu geringem Niederschlag, teilweise als Schnee. Sinkende Temperatur.— 3n Deutschland: Ostdeutschland ziemlich kalt, mi» Tempera- turen bis zu minus 10 Grad: bewölkt, stellenweise leichter Schneesall. Mitteldeutschland Tempera- turen um null Grad und ziemlich trübe. Westdeutschland wolkig vis heiter, stellenweise Nebel- bildung, später aufkommende Bewölkung und Ein- trübung. ..Gustav Adolf, die deutsche Einheit und das Siedlungsproblem." lieber dieses Thema spricht Werner H e g e m a n n am Donnerstag, dem 12. Januar,' 20.15 Uhr, in der Ortsgruppe Westen III der„Deutschen Liga für Menschen- rechte" lBötzow'Braustübl, Kursürstendamm Ecke Rankestraße, Michelhaus). In der Diskussion nehmen das Wort: Pastor F r a n ck e, Dr.*£. K a- w e r a u und Professor Artur Rosenberg. Zugendweihen der Sozialisten, Freidenker und Gewerkschaften. Alle bisher für die Jugendweihen d. I. angemeldeten Kinder erhalten Ausgang dieses bzw. Anfang nächsten Monats schriftliche Einladung zum Lebenskundekursus. Anmeldungen— unter Zahlung der Einschreibegebühr von 50 Pf.— nehmen noch alle Anmeldestellen sowie dos Jugendweihesekretariat. Berlin, Lindenstraße 2, v. 1 T.(von 0 bis 17 Uhr), entgegen. Der Polizeipräsident verordnet: OTAG- Ausverkaus muß Sonnabend beendet sein. In den kurzen Wochen des riesigen OTAG-Total- Ausverkaufs haben Tausende von Berlinern und Berlinerinnen Preise kennen gelernt, wie man sie in Jahre» nicht wieder sehen wird. Für die schönsten schweren Teppiche, für echte Brücken, siir Läuferstoffe, für Stepp- und Daunendecken, für Gardinen, für Fensterdekorationen und Möbelstoffe, für Kissen, siir alles, was die Wohnung wohnlich macht, zahlte man nur Bruchteile des wirklichen Wertes. Das gibt's jetzt nur noch vier Tage. In vier Tagen ist Schluß' Und weil die OTAG(Leipziger Ecke Markgrasenstraße) am 14. Januar 1S33 schließt, macht sie jetzt nochmals die menschenmöglichsten Anstrengungen, um die Riesen-Restbeständc zu räumen. Die Wahl im Rathaus krahticuH vorstand wiedergewählt Einsendungen für diefe Rubrik sind Berlin SW 68. Lindeaslraße Z. parteinachnchten�W�für Groß-Berlin stets an das Bejirkssekretarta. S. Hof. 2 Treppen recht», zu richten Veginn aller Veranstaltungen 19� Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 2. Kreis. Donnerstag 12. Januar, 20 Uhr, Beginn des Kursus Kreqßig bei Röstel, Putlitzstr. 10.— Freitag, 13. Januar, 20 Uhr, Sitzung des Kreis- bildungsausschusses bei Hübner, Wilsnacker Str. 34. 3. Kreis. Donnerstag, 12. Januar, 16 Uhr. Erwerbslosenzusammenkünfte. Gruppe Karl Marx: Referent Genosse Backhaus- Gruppe Ed. Bernstein: Referent Paul Schaffer. Thema:„Was muß der Erwerbslose von der Sozialversicherung wissen?" 4. Kreis. Donnerstag Beginn des Kursus„Umbau der Wirtschaft" von Dr. Braunthal in der Schule Danziger Str. 23. Der Kursus umfaßt sechs Abende. 7. Kreis. Montag, 16. Januar. Beginn des Kursus von Bruno Neumann: „Wie überwinden wir die Arbeitslosigkeit?" im Jugendheim Rosinenstr. 4. d« Abende Hörgeld 2 M. Erwerbslose frei. Die Abteilungsleiter werden gebeten, auf den Abtcilungsvcrsammlungen auf diesen Kursus besonders hinzuweisen. 0. Kreis Donnerstag, 12. Januar, im Jugendheim Wilhelmsaue 123, Beginn des Kursus„Japan— China— Indien" von Dr. Otto Manchen. 13. Kreis� Sonntag, lö. Januar, II1- Uhr. Filmmatinee im„Tivoli", Berliner Ecke Friedrich-Karl-Straße. Zur Aufführung gelangen:„Die Sache August Schulze" und„Das Erwachen der Seele". Eintritt 40 Pf. Karten bei allen Bezirrsführern. Für Jugendliche unter 18 Iahren sind die Filme verboten. 11. Kreis. Die Sitzung der Bildungskommission findet am Dienstag, 17. Januar, im Parteibüro statt. 20. Kreis. Donnerstag. 12. Januar, Erwerbslosenzusammenkünfte an folgen- den Stellen: IVj Uhr: Reinickendorf-Ost, Schule Hoppestraße.„Stimmen der Pötter" ttnil Schallplatten). Portragende: Merry Echinz. 13 Uhr: Reintckendorf-West im Pottshaus Scharnweberstr. 114, Vortragender: Ge- nosse Klewitz. 16 Uhr: Wittenau, Jugendheim Neue Schule. Vortragender: Genosse Biging. lö Uhr: Tegel, Jugendheim Schöne berger Str. 3.„Ar- bcitslofe und Erwerbslosenfürscrge." Referent: Bruno Lösche.— Freitag, 13. Januar. Beginn des Kursus der Arbeiterbildungsschule„Das Kultur- Programm des Nationalsozialismus" von Dr. M. Schümann in der 5. Volts- schule, Reinickendorf-West, Auguste-Viktoria-Allee 37, v. I, Lehrerzimmer. Es wird um starke Teilnahme gebeten. 1. Abt. Heute, 20 Uhr, Mitgliederversammlung im Hackeschen Hof. Rosen- thaler Str. 40—41. Jahresbericht und Neuwahl der Abteilungsleitung. 18. Abt. Jeder Bezirksführer bestellt einen jüngeren arbeitslosen Parteigenossen zu Freitag, 18'.. Uhr. nach der Borwärts-Spedition Bastianstraße. 38. Abt. Freitag. 13. Januar, Mitgliederversammlung bei Ewest. Große Frank- furter Str. 30.„Aufgaben des Reichsparteitages." Referent Kurt Heinig. M. d. R. 42. Abt. Heute Zahlabende in den bekannten Lokalen.— Donnerstag, 12. Ja- nuar, Mitgliederversammlung in Klein? Festsälen. Stellungnahme zum Rcichsparteitag Neuwahl der Abteilungsleitung. 47. Abt. Heute Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus, Engolufcr, Saal 11. Referent: Otto Tost 67. Abt. Heute, 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Wurzbacher,.�lufgaben des Parteitages." Referent: Dr. Fritz Croner. Wahlen. 72. Abt. Heute. 20 Uhr, Mitgliederversammlitng bei Rosenau, Laubacher Ecke Barziner Straße.„Aufgaben des Parteitages." Referent: Paul Lobe. M.b.R. 74. Abt. Siedlung. Heute. 20 Uhr, Funktionärsitzung im Waldhaus. 77. Abt. Heute Zablabende. 82. Abt..Zahlabende in den bekannten Lokalen. Stellungnahme zur Neuwahl der Avteilungsleitung. 83. Abt. Heute. 14 Uhr, Eröffnung der Lesestube für Erwerbslose im Jugend- beim Götzstraße«Lnzeum Germaniastraße). 86~~..... a' m— I'* tag. 13. Januar. 20 Uhr pünktlich, bei Moli, wichtige Arbeitsbesprechung der jüngeren Parteimitglieder. 102. Abt. Freitag. 13. Januar, pünktlich 19�. Uhr, Generalversammlung im Alten Eierhaus lBieler).„Aufgaben des Reichsparteitages." Referent: Erich Kuttner. M. d. L. Berichte. Wahlen. 118. Ab». Unser Genosse Adolf Heckert, Berlin-Lichtenberg, Frankfurter Allee 106. beaecht heute. II. Januar, das Fest seines 70. Geburlstages. Genosse Adolf Heckert ist noch einer von den Alten, die schon unter dem Sozialistengesetz sich zur Partei bekannten und ihr bis heute die Treue gehalten. Die Genossen der 118. Abteilung wünschen dem alten Kämpfer noch viele Jahre Gesundheit und geistige Frische. Wir gratulieren herzlich und begrüßen Dich, lieber Genosse, mit einem kräftigen„Freiheit!" 133. Abt. Heute, 10 Uhr. Funktionärsitzung; 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Kähne. Berliner Str. 30. 142. Abt. Sonnabend. 14. Januar, Generalversammlung bei Beck, am Flugplatz. Anschließend lustiger Abend. Zepernick-Röntgental. Ortsansschuß für Arbetterwohlfahrt: Mittwoch. 11. Ja« nuar, 10 Uhr. Nähabend in der Schule Möscrstr. 22.— Wahlvercin Röntgental. Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr. Generalversammlung. Lokal Mcisel, Röntgental, Bahnhofstr. 74. Alle Mitglieder haben zu er- scheinen.— Der Ortsvereinsvorstand. Frauenveranstallungen. I. Kreis. Freitag. 13. Januar, Funktionärinncnsitzung bei Dobrohlaw, Swine» münder Str. U. 4.»reis. Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr, FunktionärinncnsiKung bei Klug, Danziger Str. 71. 11.»reis. Freitag, 13. Januar, Funktionärinnensitzung bei Will, Martin» Luther»Str. 09. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 137. Abt. Donnerstag, 12. Januar, im Bolkshaus, Scharnweberstraße, Sitzung der Arbeiterwohlfahrt. Alle Helfersinnen) sind eingeladen. Seminar für tvohlfahrtspflege. Am Sonnabend, it. Januar. 14 Uhr. findet eine Besichtigung der Bahlfahrtsstelle des Polizeipräsidiums mit dem Jugendheim und an» =j schließend daran des Pfleqeamtes statt. Beides wird etwa 2 Stunden dauern. Treffpunkt für die Teilnehmer 13?« Uhr vor der Wohlfahrts. � stelle des Polizeipräsidium». Eingang Dirckfenftraßc. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Frcitaq, 13. Januar. 19>,h Uhr, Parstandssitzung in der Ge» schäslostclle. Wcdding: Kreishelfersißung Donnerstag, 12. Januar. Heim Put. busser Str. 22. A'J Fricdrichshain: Mittwoch, 18 Uhr, Voilsianzabend für Rote und M Jungfalkcn, Turnhalle Litauer Str. 18. Donnerstag fallen samt iiche Abteilungsveranstaltungen aus. Alle Helfer sind I8>. Uhr zur Jahreshelfersif-ung Heim Mühlcnstr. ZV. Tagesordnung t Neuwahl'des Bar» standes.— Abt. Landsberger Platz: Freitag. 18 Uhr, Arbeitsgemeinschaft.— Abt. Stralau: Sonntag,!">. Januar. Besichtigung der Bnndesschule Bernau. Treffen 7>,. Uhr Bhf. Straiau-Rummelsburg, Ausgana Markgrafendamm. Kosten 39 und 09 Pf. Das Fahrgeld muß bis Freitag bezahlt werden. Renlölln: Erster Sportabend beute, Mittwoch, 17'/. Uhr, in der Donaustraße. Die Abteilungen Aufbau, Kurt Eisncr'='------- und Jungfalkcn. Treptow: Krcisbclfcrsitzung Donnerstag, 12. Januar. 29 Uhr, an bekannter Stelle. Die noch ausstehenden Berichtsbogen und Ausweise müssen a» diesem Tage abgegeben werden. Köpenick: Jahrcshelfcrvcrsammlung am Donnerstag, 12. Januar, 29 Uhr, im Parteiheim Köpenick. Tagesordnung: Wahle», Unsere Kurse, Kreioangelegen» heite». Alle Eruppenkafsicrer kommen bereits um 18 Uhr zur Kassenprüfung. Reinickendorf: Morgen, 29 Uhr Falkcnratssstzung in der Turnhalle Rosen» thalcr Straße in Wittenau. Werdebeziri»reuzberq: All» türuppenkakflcrer kommen zur Kassenreoisson um 29 Uhr' zum Heim Urbanstr. 107. Werdcbcnrk Neukölln: lö Uhr Erwerbslosenzusamuienknnst. Kanner Straße. 18' j Uhr Sprechstunde. Sanahofcrstraße. Sehr wichtig! Berichtsbogen vom 4. Quorral mitbringen. 29 Uhr Tambourkapellc, Stcinmetzitr. 44, Mitglieder» Versammlung. Instrumente mitbringen! Werbcbczirk Lichtenberg: Abrechnung der Uebcrnachiungsgutscheinc des DJH. aller Gruppen beim WB.-Kassierer, 29 Uhr, Gunterftr. 44. Werbe bezirk Schöncbcrg: Alle interessierten Genosse» beteiligen sich am Kursus der Arbeitcrbildungsfchule. Beginn morgen. 29 Uhr. bei Will. Vorirage, Vereine und Versammlungen Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Bcrlin-Südeu. Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr. bei G. Krüger, Grimmstr. 1. Vereinigte Verbände heimattreuer Oberschlesier, Ortsgruppe Neukölln. Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr, Generalversammlung im Veretnslokal, Neu- kölln, Bergstr. 144. Deutsche Landsmannschaft der Provinz Posen, Groß-Berlin E. V. Monatssitzung am Donnerstag, 12. Januar, 20U Uhr. in der Kindl-Brauerei, Neukölln, Hemannstr. 214—219. Anschließend gefelliges Beisammensein. Freie nationale Schülerschaft Berlin. Heimabend jeden Donnerstag um 17 Uhr im Jugendheim Charlottenburg. Sprceftr. 30(Nähe Stobt. Over). Technischer Kursus jeden Montag um 20 Uhr in der Turnhalle des Schiller- Realgputnasiums. Eharlottenburg. Schillerstr. 26(Nähe Städt. Oper). Neuer Lehrgang für Iiu-Ittsu. Boxen und Leichtathletik. Nur für Schüler. Longfeliow English Debatiig Club, Bülowstr. 104. Heute abend, 814 Uhr, spricht Mr N. Baptie M. A. über:„Englisn Statesmen." Gäste willkommen. Turnhalle und Sturmfalke, Rot- Sterbetafel der Groß-Berliner Partei- Organisation 13t. Ab». Am Sonntag, 8. Januar, verstarb plötzlich unser treuer Genosse und langjäbriger Funktionär W a l i c r R c i n h a r d! im 91. Lcbcnsiahrc. Ghrc seinem Andenke»! Die Ginäschcrung findet am Donnerstag, 12. Januar, II1; Uhr, im Krematorium Gcrichtsiraßr statt. Rege Beteiligung erwünscht. �ASozialistischeArbeiterjugendGroS-Verlin Einsendungen kür diese Rubrik nur an das Iugendl-kietaria» Brrlin EW 08 Lindenstraße 2 vorn 1 Treppe recht«. Demonstration. Am Sonnlag. 15. Januar, marschiere» wir zu den Gräbern Rola Luhem. burgs und Karl Liebknechts. In Falkentracht, mit allen Fahne», treffen wir uns um 14V. Uhr auf dem Baltenplatz lU-Bbd Petersburger Straßel. Abmarsch pünktlich 15'Uhr. heule, Mittwoch, 20 Uhr: Gciunbbrunncu RF.i Koloniestr. 22: Stille Stunde.— Andrcosplatz I: Browmnstr. 1: Heimabend. � Andreasplatz ll: Brommystr. 1: Jahxesmit. gliedernerlommlung. 2. Abend.— Baltcuplotz! Tilsiter Str. 4—:,; Schallplatten- abcnd.— Franklnrter Biartcl: Frankfurter Allee 897: Jahre-mitgliederversomm. lu»g.— Petersburger Viertel: Ebcrtiistr. 12: l9.Minutci>,Rescrote.— Wer- schauer Liertei: Litauer Str. 18: Ist Sozialismus ein Ziel oder ein Weg zum Fiel?— Warschauer Viertel RF.: Litauer Str. 18: Aelterenabend.— Eichkamp: Besuch des Zahlabends der Partei.— Spandau: Lindenufer l: Arbeitsgemeiu» ichaft.— Waansee: Restaurant Lindenhof: Heimabend.— Adlcrsbos: Bismarck- straßc I: Jahrcsmitglicderversammlung.— Bohnsdorf und FaUcaberg: Wachtel- straßc l: Frage und Antwort.— Fricdrichehagcn: Beteiligung an der Generalversammlung der Partriabtcilung.— K-uIedors: Besuch des Zahlabends der Partei.— Lichtenberg. Mitte: Scharnweberstr. 22: Zahladeud.— Reu. Lichtenberg: Gunterftr. 44: Lehrlinge erzähle» aus ihrem Lcdcu.— Licht-nberg-Rord: Eunterste. 44: Zahlabend der Partei.— Mahlsdorf: Melanchthonstr. 03: Pol: tiicher JahrssrÜckblick.— Reiaiäeadorf West: Beteiligung am Zahlabenh.— Karow: Besuch des Zahlabends der Partei.— Arnimplatz! Parteiversammlung. — Hallesches Tor: Treffpunkt Ii Uhr Rote Ecke. Wir gehen zur Partei. �reie Gewerkschafts-Fugend Verlin Heute, Mittwoch, ll. Januar, um l9U Uhr, tage» die Gruppen: Süd- wcftcn: Jugendheim Borckstr. II i Fabrikgcbäudch. Deutsches Recht . wgt heule von 17 bis lg Uhr im Beriandshiius..siedemannstr 12— x"".jbf-ncilllchalt für moderne Festgestaltunq gebildet. Di- llebungs- ?ankee Ki. i? u!l%»°» 2» bis 22 Uhr in der Turnballc Schön» lankcr Str. N statt. Interesperte Mttctlteder werden gebeten, sich noch in dieser �ugends-kretariat zweck- Teilnahme an" dieser»emiwsch-ft ,- m ��'��ktion beim Bich� und Schlachthof. Donnerstag. 12. Januar, 1!) uür. Frattionsversammlung im Lokal Rigaer Str. öcr �bciter. Angestellte» und Beamten beim Bezirk-. a«t Netnlckendorf. Donnerstag. 12. Januar. 19 Uhr. bei Marks. Reinickendorf. asett,«ctltitcc Str.«0, Frakttonsversammlung.„Kommmtalpolitik." Rererent Stadtrat G. Retmann...... U �\\\\ W'-tiiiiiii:/'/////,' �,\\\V V.SUIHHH ll/////S/s Der Junge lachte, erleichtert über den all- täglichen Ton des Vaters.„Natürlich." Und er fügte schalkhaft hinzu:„Willst mich wohl überhören, ja?" Auch der Vater lachte.„Nein", sagte er. „Nach zehn nicht mehr." Dann sagte der Junge den Eltern brav gute Nacht und ging. Berger sah ihm nach und als die Tür sich hinter ihm geschlossen hatte, sagte er mit müder und trauriger Stimme:„Den sollten wir doch wenigstens nicht einweihen. Er ist doch bloß ein kleiner Junge und hat den Kopf noch voll von cheldenbewundernng. Wenn er groß ist, wird er's schon verstehen, wenn ich's ihm erzähle. Aber ich möchte nicht, daß er auch enttäuscht von mir ist." Helene antwortet nicht, und er begann un- sicher im Zimmer umherzuwandern. Endlich legte sie ihr Nähzeug weg und stand mit einem Seufzer auf.„Na also", sagte sie. „Jetzt kann ich dir zurückgeben, was du ein- mal zu mir sagtest: Gratuliere zu Lüdersen." Er wurde rot, aber zuckte die Achseln. „Mein Gott", sagte er.„Das ist doch weiter kein Amt. Eine ganz kleine Postmeister- stellung." Da fragte sie höhnisch:„Du inöchtest sie vielleicht nicht einmal?" „Doch", antwortete er ehrlich,„das schon." Dann fragte sie:„Hast du es Rognos er- zählt?" „Er hatte es schon gelesen. Er meinte aber, daß ich's mir nicht zu Herzen zu nehmen brauche. Lüdersen hatte ja selbstverständlich ein Anrecht auf die Stellung, als der ältere Bewerber. Rognos machte mir beinahe einen Vorwurf, weil ich mich nicht beworben hatte. Er meinte, das andre fei vergessen— was mich betrifft." Mit versagender Stimme fragte sie: „Meinst du das auch?" Er schüttelte den Kopf.„Nein. Im Gegen- teil." Die Zeitung lag auf dem Tisch und sie entfaltete sie. suchte die Notiz und las sie zum gottweiß wievielten Male. Berger stand schuldbewußt dabei. Minutenlang starrte sie darauf hin und das reizte ihn und quälte ihn. Dann blätterte sie langsam um und sah ihn müde und enttäuscht an.„Ja", sagte sie, „das hättest du also sein können." „Aber ich hätte auch Quisthus sein können", antwortete er. „Lüdersen hätte auch Quisthus sein können." „Ja und Lüdersen hätte auch ich sein können. Unter anderen Umständen. Aber daran denkt freilich niemand." Das machte sie ein wenig nachdenklich. In seiner bestimmten Sanftmut lag etwas Ent- waffnendes, das sie trotz aller Bitterkeit zum Mitgefühl zwang. „vchade", sagte sie,„daß alles so kommen mußte." Berger ging voll Dankbarkeit zu ihr, stellte sich hinter sie und strich langsam über ihr Haar, während sie vor sich hinstarrte, schein- bar�in das Nichts hinein. „Seltsam", sagte er,„da lebt man nun so hin ohne die vollen Rechte eines Lebenden— eben weil man lebt." Am Sonnabend war Bergers und Rognos' nächster Trefftag. Berger ging ziemlich be- klommenen Herzens hin. Er schämte sich, weil er sich das letztemal so starke Blößen gegeben hatte. Aber er hätte sich seine Bs- sorgnis sparen können. Rognos kam gar nicht. Noch um zehn Uhr hatte Berger eine schwache Hoffnung, den Freund zu sehen. Da hatte er eine ganze Stunde die Tür nicht aus den Augen gelassen, vor rastloser Un- geduld, das erste peinliche Wiedersehen über- standen zu wissen. Von zehn ab gab er die Tür auf, blickte aber statt dessen unaufhörlich auf die Uhr. Es wurde viertel nach zehn, es wurde halb elf und allmählich näherte es sich elf. Da mußte er sich zu seiner unsagbaren Verstimmung klar machen, daß der Freund nicht käme. Ohne es begreifen zu können, ging er auf einem langen Umwege heim. damu nur Helene ja nichts merke und mit ihren Fragen komme. Selbstverständlich ist es nichts, tröstete er sich. Er braucht ja nicht krank zu sein. Es ist wohl nur was dazwischen gekommen. Die vier Tage bis zum Mittwoch ging er mit einem dumpfen Gefühl umher. Es war als fehlte ihm etwas. Als wäre er um etwas betrogen worden. Endlich kam der ungeduldig erwartete Abend und er eilte zu der Begegnung. Eine Ahnung machte ihn unsicher und nervös. Und sie traf auch ein. Auch diesmal kam Rognos nicht. Nun dachte Berger ernsthafter über den Fall nach. Doch wie er ihn auch drehen und wenden mochte, immer machte er an demselben bestimmten Punkt halt. Er ist bestimmt krank. Ein Wahnsinn, daß ich seine Adresse nicht kenne; da könnte ich ihn doch wenigstens aufsuchen. Wie das vorige Mal ging er auf einem Umwege nach Hause, diesmal aber nicht, um Fragen zu vermeiden, sondern um mit dem Problem allein zu sein. Und um einem neuen Problem auf den Grund �u kommen: Was ihm dieser Mensch eigentlich bedeute. Straße auf, Straße ab ging er durch den eisigen, schiteekalten Januarabend und merkte nicht, wo er eigentlich war. Das spielte auch keine Rolle. In Wirklichkeit war er nirgends anders als tief in sich selber drinnen. Und dort fühlte er sich heute einsamer als in den laitgen öden Jahren, ehe er Rognos traf. Ja es war beinahe wieder wie an jenem per- zweifelten Abend, als er vom Polizeiamt kam mit der Gewißheit, daß Quisthus sterben mußte. Ach, Quisthus, dachte er und eine tiefe Traurigkeit sank auf ihn nieder. Haben sie mir nicht die Trauer um dich vergäll: und meine Sehnsucht nach dir verscheucht? Wohl habe ich dich entbehrt und dich betrauert bis zur Verzweiflung. Aber reiner wäre es ge- wesen ohne all das Entsetzliche, womit sie mich überhäuften. Aber Rognos war kein Quisthus. Ihn würde er in einer anderen, schwermütigeren Weise betrauern, wenn er ihn verlieren sollt«. Quisthus war ein kleiner, blonder, freund- licher und munterer Mensch gewesen. Rognos war hochgewachsen und stark, mit einem ernsten, etwas verschlossenen Gesicht. Schöner, aber nicht so unmittelbar. Was Quisthus mir war, wird er mir nie sein, dachte er. Aber heute brauche ich auch einen andern Freund als damals. Rognos ist gerade der, den ich brauche. Schließlich schüttelte er es ab und ging nach Hause. Bloß nicht tragisch werden, dachte er. Noch habe ich ihn ja und bis Sonnabend sind's nur noch drei Tage. Da kommt er vielleicht wieder. Und dann wird alles wieder wie es war. Sonnabend abend um neun stand Rognos vor dem Cafä und erwartete ihn. Berger entdeckte ihn schon von weitem, und doch war die Beklommenheit, die ihn befiel, noch weit größer, als er gedacht hatte. Das letzte Gespräch war aus seinem Bewußtsein wie ausgelöscht. Statt dessen fühlte er diese leise verlegene Befangenheit, die Freunde über- fällt, wenn sie einander nach vielen Jahren oder nach einer lange Reise plötzlich wieder- sehen. Das erste, was er entdeckte, war, daß es dem Freunde ähnlich zu ergehen schien. Mit Ausnahme des ersten Ansehens beim Be- grüßen, mieden sich ihre Augen. Rognos bohrte� mit seinem Gummischuh ein Loch in den Schnee und verfolgre voll Interesse diesen Hergang, wobei er sagte: „Ich dachte eigentlich, es wäre nett, auch einmal woanders als in diesem öden Lokal beisammen zu sein." Berger sah ihn unsicher an. In demselben Augenblick fiel ihm auf, wie blaß und mager der Freund aussah. Er mußte wirklich krank gewesen sein. „Wie denn?" sagte er tastend. Da blickte Rognos entschlossen auf.„Ich meine, könnten wir nicht vielleicht zu mir nach Haus gehen?" Dagegen hatte Berger nichts einzuwenden. Es erfüllte ihn im Gegenteil mit einer frohen und angeregten Spannung. Es zeigte sich, daß Rognos im Gjetemhr- weg wohnte, und sie gingen den langen Ulle- voldsweg hmauf. Das erste Stück schweigend. Dann kam es Berger zu trübselig vor und er sagte:„Ich dachte schon, ich hätte Sie mit all ineinem eigensüchtigen Geschwätz vcr- scheucht." (Fortsetzung folgt.) sDas ffebiß der Schnecken XHerarifche IVanderung— Don Stöbert Streuer Jemand hat einen Aweibänder geschrieben: „Das Gebiß der Schnecken". Ein Step- titer fragt: wozu das gut wäre. Der Fachmann antwortet:„Bringen Sie mich in eine Gegend, die ich gar nicht kenne. Aus den Schnecken allein. die es da gibt, werde ich Ihnen sofort sagen, ob wir in einer Ebene sind oder im Gebirge." Des- gleichen: während einer Gerichtsverhandlung be- weist ein psychiatrischer Sachverständiger, daß der Mörder, den er am Tage nach der Tat unter- suchte, einen Starrkrampf stech vorgetäuscht habe. Der Gefängniswärter, der den Herrn Sachver- ständigen vergeblich unterbrechen möchte, bemerkt schließlich, daß der Mann wo der Herr Doktor untersucht hat— un is dagelegen un hat also nix geantwort— das ist also nämlich der Er- mordete gewesen". Und damit neben den Spezialgelehrten und den Aerzten die Richter nicht .zu kurz kommen noch die Geschichte vom Justiz- flanier, das zwei Klaviaturen hat, eine für die Verbrechen, die andere für die Motive, die Trun- kcnheit, sonstige Umstände und Milderungen. Die Iuststmechaniker brauchen nur die zuständigen Tasten niederzudrücken und das Klavier lietert automatisch das fertig« Urteil. Beeinflußbar nur durch die Pedale: Pianopedal für die Regierungs- partei, Fortepedal für die Opposition. Das sind Geschichten, wie sie Roda Roda seit Jahren erzählt, behaglich schmunzelnd, breit, doch lieb lächelnd. Sie sind jegt in einem uner- schöpflichen Band(bei Paul Jsolnay. Wien) unter dem keusch nach„Tausendundeine Nacht" schielen- den Titel„Roda Roda und die 40 Schur- k e n" versammelt worden. Zum löblichen Tun: denn sie spenden dem mürrischen Gemüt unserer ratlosen Tage munter musizierende Weisheit. Da- zu einige jähe, aufpulvernde Baßtöne, etliche er- lösende Grobheiten und viel zuversichtliches Distanz- gefühl. Roda Roda ist nach Blut und Lebensart ein Humorist und so ein ausgepichter Kenner der zweibeinigen Menagerie, der Kaffeehäusler und der richtigen Dichter, der Bezirkshauptmänner und Stationsvorsteher Ostgaliziens, des K.K. Oberleutnants, des Konsistorialrats Jgnaz Roda, dessen Sohn aus Versehen zum Rabbiner aus- gebildet wurde, und des Wunderdoktors aus Jaffa, der einem anderen gosundbctenden Humbugmann unter Schmerzen zuruft:„Wachs kurz, Hassan, nimm die Zange! denn wisse: ich bin der fromme Ebul Fida und pflege die Zahnleidenden bei uns zu Haus ebenfalls durch Frömmigkeit zu heilen." Art und Wirkung solcher lustigen Bosheit enl- scheiden sich an der Wärme des dahinter wirksamen HerzeNs, dem das Geringste bedeutsam ist, und an der geschlissenen Kunst, mit knappen Sätzen, in treffenden, zwickenden Worten, ver- wirrte Sachlagen zu klären, sie ebenso plastisch wie koiürastreich in Miniaturdramen, in Lustspiele sür die Gnomenbühn« zu verwandeln. Neben Roda Roda gehört, wenn auch groß- väterlicher und inehr für den Familiengebrauch als für das Kabinett der Spötter, Walter Klaulehn, der feinen Leidensgefährten(hei bkowohlt, Berlin)«ine„T r o st f i b s l", auch Gelächterbuch genannt, spendet. Der moralische Tonfall dieser räsonierenden Beobachtungen, die sich mit der vislseitigen Persönlichkeit des Huhnes, mit allerlei rührenden und aufreizenden Kurio- sitäten, auch mit den liebbchon Wanzen im Dickicht der Städte, mit der gefeiten Winterfliege und dem tröstenden Kauzumini, mit der Analyst von zehn- taufend Positionen des Billardspiels und mit König Heinrich, dem Vogeler, der so gern ge- bratene Finten zum Nachtisch hatte, anmutig abgeben, wird etwa durch folgende Ketzerei gekenn- zeichnet:„Das Heldentum zerfällt in zwei Ab- teilutigen: in das stille und in das laate Heldentum. Die stillen Helden kommen in den Himmel oder ins Zuchthaus. Den lauten Helden dagegen winkt das Pantheon oder die Ehrenlegion." Aust'chlußreich für die überlegte Naivität dieses Ironikers ist auch die Frage nach der Zahl der Stenogrammblöcke, die täglich in den Komoren der Welt vollgeschrieben werden:„Die Steno- gramniblöcke werden aus dem Holz des Waldes gemacht. Ganze Urwälder werden abgeholzt, da- mir es immer wieder neue Stenogrammblöcke gibt." Von wesenhast anderer Färbung ist Erich Kästners Humor: schärfer, grausiger, phantastisch wie fanatisch, geladen mit sozialen For- derungen, explodierend in politischen Anklagen. Der neueste Band seiner hämmernden Rhythmen „Gesang zwischen den Stühlen" (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart) schwingt Geißel und bläst Zorn. So gegen die Ewig- gestrigen: „Wie rhr's euch träumt, wird Deutschland nicht cnvachen, Denn ihr seid dumm, und seid nicht auserwählt. Die Zeit wird kommen, da man sich erzählt: Mit diesen Leuten war kein Staat zu machen!" Doch blicht auch Güte, weint Trauer, träumt Sehnsucht: schon und symbolstark in der Vision einer Eisenbahnfahrt: „Wir sitzen alle im gleichen Zug Und reisen quer durch die Zeit. Wir sehen hinaus, wir sahen genug. Wir fahren all« im gleichen Zug. Und keiner weiß, wieweit. Wir sehen hinaus, wir sahen genug. Wir sitzen alle im gleichen Zug. Und viele im falschen Coupä. Erich Kästner steht in der gewappneten Reihe der Ritter vom Geist, ein Nachfahr Huttens, ein Kampfgesell Heinrich Heines, geschüttelt vom Leide des Volkes, doch den Sturm der Not, den Nebel f llfabelh Pohlens: Sileine Zeilen An denTod. Ich kann dich nicht lieben, Ich kann dich nicht hassen— Tod, ich fürchte dich! Ich bin noch jung, Ich will noch leben— Tod, such mich nichtl Du gehst durch die Reihen Und siehst dich um— Tod, wann findst du mich? Viele lieben dich, Viele warten auf dich— Tod, du bist gut? Don Stünfllern und fo Interview mit Wilhelm Busch Wilhelm Busch, der lachende Weist, pflegte im Leben recht selten zu lachen. Im Alter war er geradezu ein Menschenseind. Feiern ließ er sich höchst ungern: Leute, die ihn ausfragen wollten, ließ er nicht vor. Einmal war es aber doch der Erbärmlichkeit mit gläubigem Unglauben durchstoßend— Neuland ertastend. In Kästners Spuren müht sich P e t e r P o n s: aber die Kraft reicht nur zu Ansätzen, so daß das (bei Müller uud I. Kiepenheuer, Potsdam, er- fchienene) Bändchen„Der große Zeitver- treib" Bedeutung mehr durch die eingefügten Zeichnungen von George Grofz bekommt: grausame Stenogramme der Zersttzuitg, des Hungers, der Vertierung, des Untergangs von Mensch und Glauben. Dennoch: hinter diesen kannibalischen Spießern, wie Grofz sie seziert, hinter diesen Larven, die sich bedeutsam oorkom- men dürften, wenn sie am Stammtisch vom„Gebiß der Schnecken" renommieren, rührt sich irgendein Schimmer der Morgenröte: auch der gallige, der satanische Zeichner Grofz ist ein Humorist. Und um gleich noch einen zu nennen, einen von besonderer Kontur, ein Nervenbündel, das der Nordwind gerbte, ein Phlegma, vom Seewafstr gepökelt, fei Joachim R i n g e l n a tz ange- heuert. Er hat(erschienen bei Rowohlt, Berlin) eine dreiaktige Seemannsballade geschrieben, ein ganz reguläres Stück für das Theater. Im Tech- nischen, auch in der FabelXuc!i cjer K�pitkrlmarlct fester Die vom preußischen Staat begebenen neuen 130 Millionen Schatzanweisungen wurden, sei es durch Umtausch, sei es durch neue Zeichnung, innerhalb der Umtauschs- und Zeichnungsfrist restlos untergebracht Es handelt sich hier um ein außerordent- lich bemerkenswertes Ereignis. Ein- mal wird die Geldmarktsülle durch den preußischen Anleiheersolg wieder schlagend unterstrichen! zum anderen ergibt sich, daß auch der Kapitalmarkt schon eine sehr beachtliche Festigung erreicht Hot, denn die Schatzanweisungcn werden immerhin erst in drei bis vier Jahren fällig Der Ersolg der Preuhenanlcihe ist ein weiterer Beweis für die Leichtfertigkeit einer Regierung, die glaubt an Arbeitsbeschaffungsanlechen vor- übergehen zu sollen. Deutschlands Xrcdit Eine wichtige amerikanische Stimme Im Jahresbericht der führenden New-Varker Bank, der Chase National Bank, macht der Präsi- denk des Verwaltungsrats Wiggins zu dem beut- schen Schuldenproblem bemerkenswerte Ausführungen. In dem Bericht heißt es, daß Deutschlands Kreditlage heute weit e r m u t i- g e n d e r sei als vor einem Jahre. Die deutschen Schuldner hätten einen sehr guten Wille» und große Zuverlässigkest bewiesen und mehr ge- leistet, als sie versprochen hätten. Der Bericht betont sodann weiter, daß zum Schutze der deutschen Währung die Regierung mit den Banken und der Wirtschaft erfolgreich zu- sammengearbeitet und dabei die volle Unterstützung der Bevölkerung gefunden hätten, die infolge der bitteren Erfahrungen aus der In- f l a t i o n sich jedem Programm einer Abkehr von der Goldwährung energisch widersetzt habe. Deutschland sei durch die letzten Jahre poli- lischer Unruhen mit einer eindrucksvollen Stand- yoftigkeit hindurchgekommen und das Vertrau n: zu Deutschlands Stabilität sei daher in der Welt gewachsen. Dieser Bericht ist für Deutichland um so b �eu- tungsvoller, als sein Verfasser Wiggins der Vor- sitzende der Großen Stillhaltekonferenz ist, die Ende Januar in Berlin wegen des weiteren Ver- bleibe van rund 4 Milliarden ausländischer Kurz- kredite in Deutschland stattfindet. Liahl verein zur Jahreswende Höhere Umsätze— Ungeklärte Sanierungsfrage In der Regierungspresse wie an der Börse bemüht man sich seit längerem krampfhast, die Produktionsbelebung im Bergbau und der Eisen- indnstrie in den Beginn einer wirtschaftlichen „S ch ö n w e t t e r"- P e r i o d e umzudeuten. Der erwartete Quartolsbericht des Stahlvereins, der jetzt erschienen ist, mußte schon fest einigen Tagen in der Burgstraße als kurstreibender Faktor her- halten. Der Bericht der Vereinigten Stahlwerke A.-G. bringt nach der Entwicklung der letzten Monate keine Ueberraschung. Stärkere Ein- deckungen des Handels zur Ausfüllung der Läger, die bereits erteilten Aufträge der Reichsbahn aus dem Arbeitsbeschasfungsprogramm und die Erledi- qung größerer Russenaufträge haben zusammen- gewirkt, um auch bei dem größte» Montanunter- nehmen die Produktion zu heben. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 1332/33, also vom Oktober bis Dezember 1332, ist die Kohlen- sörderung von 3,38 auf 4,07 und die Koksproduk- tion von 0,83 auf 1,07 Millionen Tonnen g e- stiegen. Auch die Leistungen der Hochöfen haben sich von rund 453 000 auf knapp 535 000 Tonnen und die Stahlproduktion von rund 443 500 auf 667 375 Tonnen erhöht. Gegenüber diesen immerhin beträchtlichen Pro- duktionssleigerungen von rund 33 Proz. bei Roh- stahl und 30 Proz. bei Roheisen halten sich die Reueinstellungen von Arbeitern noch im engsten Rahmen. Die Belegschaft hat sich von Ende September bis Ende Dezember um noch nicht 3 Proz. von 81 768 aus 88 833 Rlann vermehrt. Zum Jahresschluß 1331 waren 84 512 ZNann in den Betrieben beschäftigt. Die Zahl der Angestellten isl sogar noch etwas, von 11 343 aus I1 112 INann, zurückgegangen. Der Umsah hat sich im Vergleich mit dem vorhergehenden Quartal von 124,7 aus 138,2 Mil- industrie zu entrichten hätte, müßte sich für das Produkt ebenfalls preisverteuernd aus- wirken, genau wie ein Butterbeimischungszwang. Man kann die Nachricht von dem angeblichen Ab- lösungsangebot daher nur als einen Ver- s u ch s b a l l o n ansehen. Nicht die Margarineindustrie, sondern der Wunsch einseitig interessierter Kreise ist der Vater des Gedankens. Zumindest soll der Anschein erweckt werden, als sei die Margarine- industrie bereit und in der Lage, eine Sonder- steuer zu trogen. Es muß deshalb mit aller Deutlichkeit gesogt werden, daß die Margarine- industrie niemals freiwillig eine Belastung auf sich nehmen wird, die eine Verknappung der für weiteste Verbraucherkreise auch gegenwärtig schon zu geringen Fettversorgung zur Folge haben würde." Für unsere Leser ist diese Erklärung keine Ueberraschung. Wir haben schon vor Tagen die behauptete Bereitschaft zu einem geldmäßigen Loskaus der Margarineindustrie von der Butter- beimengung als Versuchsballon— wahrscheinlich der Braunschen Bürokratie— gekennzeichnet. Bemerkenswert ist die ultimative Absage der Margarineindustrie. Das Margarine- schlamafsel der Reichsregierung wird immer größer. lionen erhöhl: davon ist der Znlandsumsoh von 78,1 aus 87,2 Millionen, der Auslandsumsatz von 46,3 aus 51 Millionen Mark gewachsen. In der entsprechenden Zeit des Vorjahres sOktober— Dezember 1331) wurden 144,2 Millionen Mark umgesetzt. Die Auftragsbestände der Hüttenwerke und ver- arbeitenden Stahl- und Eisenbetriebe erreichten am 31. Dezember etwa 30 Proz. der Auftragsbestände. die im Monatsdurchschnitt 1331/32 vor- handen waren. Die Verwaltung des Stahlvereins und die der Schwerindustrie hörige Presse wird die günstigere Situation der Stahlvereinsbetriebe natürlich zu einer Verschleppung der Sanierung ausnutzen. Aber jede zur Arbeitsbeschaffung an den Stahlverein vergebene Tonne Eisen ist wie Wasser in ein bodenloses Faß gepumpt, wenn nicht dieser übermäßig verschuldete und überkapitali- sierte Mammutkonzern an Haupt undGlie- der» saniert wird. Unverantwortlich! Verteuerung der Arzneien ab 1. Februar Ein neuer Schlag gegen das notleidende Volk steht bevor, ein besonders unsozialer, da er die Kranken trifft, ein besonders erbittern- der, weil er völlig unfinnig ist. Das Schwin- den der Masjenkoufkroft, die bewußte Drosselung des Arzneiverbrauchs der Versicherten hoben»a- türlich zu einem A b s a g � ü ck g a n g bei den Apotheken geführt. Jetzt hat die Reichsregierung den unverantwortlichen Beschluß gefaßt, die Arzneitaxe /den Zuschlag der Apotheker auf die Einkaufspreise) wieder zu erhöhen, nachdem der Preiskommissar sie von 75 auf 64 Proz. des Einkaufspreises herabgesetzt halte. Diese unerhörte Maßnahme soll b e w u ß t u n- sozial gestaltet werden. Auf die billigen, stir den Massenabsatz wichtigen Artikel sbis zu einer Mark Einkaufspreis) sollen Zuschläge von 7 0 Proz. kommen. Mit steigendem Wert werden die Zuschläge gesenkt: bei Präparaten über 7,50 Mark Einkaufspreis beträgt der Zuschlag 50 Proz. Man will dadurch angeblich den Absatz der modernen, teuren Präparate lHormon- Präparate!) heben. Das ist natürlich ein'öcher- licher Vorwand i man will an den unbedingt not- . wendigen Arzneimitteln der breiten Massen nur mehr verdienen. Sieht so die soziale" Einstellung der Schleicher- Regierung aus? Den Apothekern wird die Er- höhung der Taxe nichts nützen, da der Absatz weiter zurückgehen wird. Der sowieso schon miserable G e s u n d h e i t s z u st a n d der breiten Massen wird einer neuen Gefahr ausgeliefert. Der Margfannehriex Keine Ablösungsabgabe Der Margarineverband gibt folgende Erklärung bekannt: „Zahlreiche Blätter bringen die Nachricht, die Margarineindustrie habe, um dem Butterbei- Mischungszwang zu entgehen, der Reichsregierung ein„A b l ö f u n g s a n g e b o t" gemacht. Sie wolle je Zentner erzeugter Margarine 3 M. zur Verfügung stellen die zum Ankauf der überschüssigen Buttermengen ver- wendet werden sollten. Eine Ablösungssumme, die die Margarine- Konsumgenossenschaftliche Freise Die Ermittlungen des Zentraloerbandes beut- scher Konsumvereine über die Preise von 23 Be- darssgütern in 33 Städten ergeben für den 23. November 1332 folgendes Bild: Preis bei den Konsumgenossenschaften 21,62 M.: Preis im geamten Einzechandel nach den Ermitt- lungen des Statistischen Reichsamts 22,77 M.: die Konsumgenossenschaften waren also um 1,15 M. billiger. Gegenüber dem Vormonat ist keine wesentliche Aenderung in«der Preisgestaltung eingetreten. Die Adresse der neuen Stühungsbanken. Die Leitung der Deutsches Finanzicrungs-Jnstitut A.-G. lFinag) und der Tilgungskasse für gewerb- liche Kredite(Tilka) macht darauf aufmerksam, daß sich ihre Geschäftsräume in Berlin W56, Schinkelplatz 1-2 befinden. Das Reugeschäst im Allianz-Konzern. In der Groß- und Kleinlebensversicherung betrug der ge- sainte Antragszugang des abgeläufenen Jahres 103 000 Anträge mit über 233 Millionen Mark Versicherungssumme. Kinderland 1933 Das beste und billigste Gesch enkbuch für unsere Kinder ist neu erschienen. Der Preis ist in diesem Jahr herab« gesetzt von 1.50 RM auf 1.00 RM Es ist bei allen Zeitungs- boten. �orwärts-Abgabe. stellen und Parteibuch- Handlungen oder direkt bei der Vorwärts Buch» druckerei, Berlin SW6S, Lindenstraße 5, zu haben Am Sonnabend, dem 7. Januar, entschlief der Zimmermann und frühere Gastwirt Wilheim Bernulh im Alter von 70 Jahren. Um stilles Beileid bitten Witwe e. Bernulh nebst Kinder und Enkelkinder Die Beerdigung linde! Donnerstag, den 12 lanuar, nachm Z Uhr, auf dem Bartholomäus- Friedhof. Falkensee. Falken berger Straße, statt Am Sonnabend, dem 7. Januar. verschied nach langer schwerer Krankheit mein lieber Mann, der Obermetteur Martin Sdiubert im 71 Lebensjahr. Berlin SW. Solmsstr. 12 In tiefer Trauer Adeineld Sduibert, geb. Sdiade Die Trauerfeier findet Freitag, den 13. Januar, mittags 1 Uhr, im Krematorium Geriohtstraße statt: Oeoisüier Metallarbeiter- VeM Verwaliangsstellc Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Wickler Paul Winkler geh 19. Juli 1870, am 6. Januar gestorben ist Ehre Kinem Andenken Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem II. Januar, 14'- Uhr, von der Leichenhalle des �jons- Friedhofes in Nordend aus. statt Rege Beteiligung wird erwartet Die Orisver walin i>g. uerKBute SochHcrde lebet an u Größe Riesenauswahl Teilzahlung, transportable Kachelöfen. Babewannen.Oefen, Reffelüfen Die alte IZirma Scmntler und Blenberg Dresdenerstraße 09. Iannowiß F 7 B65L Linoleum SziUat, Sfalotue- streß c 9. HieitiungssiucHe. wasche usw. Leihhaus Lowick, oerkauff zu unglaublich billigen Preisen wenig ge. tragene'owie neue Herrengarberobe. Herreu. u. Damen. velze. Deifester Weg lohnt Keine Lombarbware. Drinzenftraße lOä, eine Treppe. Hasen flii Zimmerer unb Maurer. Wilhelm Pahr. 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Die Wirlfchaft 6er Well Erklärungen im Vorbereitungsausschuß der Weltwirtschaftskonferenz Bei den„feinen Leuten" ,, Adolf, mit wem verkehrst du da?!" „0, bitte, als Politiker lasse ich mir nicht vorschreiben, mit wem ich reden darf, und außerdem ist die Schwerindustrie auch ein T eilderdeut- sehen Wirtschaft!" Genf, 10. Zanuar. 3n dem vorbereitenden Sachverfländigenaus- schuh für die Londoner Weltwirtschostskonserenz kam es zu einer bedeutungsvollen Aus- spräche über die Grundsähe der Londoner Verhandlungen, an der sich alle wichtigen Vertreter der Weltmärkte beteiligten. Der englische Finanzsachverständige Leith Roß meinte auffälligerweise, es müsse noch mit einer weiteren Verschärfung der Welt- k r i s e gerechnet werden! Zur Ueberwindung der Krise müßten die interalliierte Schulden- frage sofort geregelt, die Währungen stabilisiert, der Goldvorrat der Welt neu verteilt, die inter- nationalen Kreditbeziehungen wieder hergestellt, Stillhalteabkommen beseitigt, Devisen- und Transfersperren aufgehoben und endlich die Handelsschranken sowie die Schutzzollpolitik ab- gebaut werden. Eine Rückkehr zum Goldstandard halte die englische Rgierung nicht für möglich. Der amerikanische Sachverständige Williams war in der Wellkrisebeurleilung optimistischer und gab die bedeutsame Erklärung ab, die amerikanische Regierung sei bereit, von der bis- herigen Hochschuhzollpolitik abzugehen: sie holse auch, noch vor der Londoner Konserenz zu einer Lösung des interalliierten Schuldenproblems zu gelangen. In Ausschußkreisen interpretiert man diese Er- klärung dahin, daß die amerikanische Regierung mit den einzelnen Schuldnerstaaten zu neuen Abkommen gelangen will. Der französische Finanzsachverständige, Professor Rist, sprach sich gegen die künstliche Hebung der Preise aus, die bekanntlich als Hauptmittel von einigen Wirt- schaftssachverständigen empfohlen wird. Er hofft äuf eine automatische Belebung der Konjunktur und oertrat den alten französischen Gedanken eines gemeinsamen internationalen Fonds zur Währungsstützung. F«ner verlangte er baldige Rückkehr zum Goldstandard, Wiederherstellung des freien Kapitals- und Handelsverkehrs, Lösung der Kriegsschuldenfrage und eine Fundierung der privaten kurzfristigen Auslandsverschuldung. Großen Eindruck hinterließ die Rede des deutschen Vertreters Vlinisterialdireklor Posse durch den Rachdruck, mit dem er von der Welt- wirtschaftskonserenz entschlossene und umfassende Taten verlangte. Posse führte aus, die Schuldnerländer könnten nur mit Waren bezahlen und die Gläubigerländer müßten ihre Handelspolitik entsprechend ein- richten. Er betonte weiter die Notwendigkeit, auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiete gleich- mäßig und gleichzeitig sowie möglichst bald mit umfassenden Maßnahmen vorzugehen. Die Regierungen müßten durch den Vor- bereitenden Ausschuß darauf hingewiesen werden, welche ungeheure Verantwortung sie aus sich laden. wenn die Londoner Weltwirtschastskonserenz kein Ergebnis habe. Unter Hinweis auf eine im Saale aufgehängte graphische Darstellung über das Absinken des Welthandels erklärte Dr. Posse, daß die sinkende Kurve sehr bald den Nullpunkt er- reichen würde, wenn London kein Ergebnis habe. Es sei die Pflicht der Regierungen, zu einer Verminderung der Weltarbeits- l o s i g k e i t zu kommen. Sonst würde ein noch größerer Kampf aller gegen alle entbrennen. Dr. V o ck e von der deutschen Reichsbank be- schränkte sich darauf, knapp den deutschen Stand- punkt darzulegen, und erklärte, daß auch Deutsch- land das größte Interesse an einer Rückkehr normaler Verhältnisse habe. Der italienische Sachverständige Professor B e- n e d u c e wandte sich gegen einen übertriebenen Pessimismus. Er erklärte, die weltwirtschaftlichen Schwierigkeiten seien nicht nur eine Folge des Weltkrieges, sondern auch eine Folge der Störungen, die durch Reparationen und internationale Schulden im Weltwirtschaftsverkehr entstanden seien. In L a u s a n n e sei ein Waffen- stillstand abgeschlosien worden. Man müsse hoffen, daß nun der endgültige Friede aus diesem Gebiete eintreten werde. Gruppe uild über die Angestellten ermöglicht. Ohne Mitwirkung, bewußte oder unbewußte, von Seiten der Mitarbeiter wären diese Manipu- lationen jedoch kaum durchführbar gewesen. Die mangelhafte Revision hat hierbei eben- falls eine große Rolle gespielt." Soweit der Bericht. Fünfzehn Jahre lang konnte die ganze kapitalistische Welt von Jvar Kreuzer betrogen werden. Bei den Betrügereien und Fälschungen geht es um mehrere Milliarden Mark. Unmöglich, dieses furchtbare Ereignis einfach damit abzutun, der Mann sei«in Betrüger und Fälscher gewesen. Entscheidend sind die M i l l i a r d e n b e t r ä g e, der Zeitraum von 13 Iahren, und daß dieser Mann mit allen Grntzstaaten als Macht zu Macht ver- handelte! Dieser Jvar Kreuzer ist keine einmalige Er- fchenning. Er ist als Typus überall möglich, wo gewaltige Kapitolzusaminenballungen in einer Privathand vereinigt sind. Ileberall, wo von „Wirtschastxführern" die Rede ist, handelt ez sich um das gleiche Problem und eine ähnliche Gefahr. Die Attiengesellfchast ist kein Schutz dagegen. Ein« kultiviert« Welt kann aus dem Fall Kreuzer nur den Schluß ziehen, daß olle großen Kapitalballungen unter Staats- k o n t r o l l e gebracht werden und das Institut des Wirtschastsführers ein für allemal beseitigt werden muß. Wie die Skandale der letzten Jahre bewiesen haben, hat Deutschland gen, ig kleine Kreuzers. Ein kleiner Kreuger Der Bericht des Verwalters der Konkursmasse des im Mai v. I. bei einem Automobilunfall ums Leben gekommenen Bankiers Martin Sternberg, der an verschiedenen Vergnügungs- m,d Hotel- »nternehimingen in Berlin und Westdeutschland beteiligt war, liegt jetzt vor. In dem Bericht wird festgestellt, daß Sternberg deutsche Unternehmen dank des Besitzes der Aktienmehrheiten ihrer Ver- mögenswerte beraubte und die Aktien an andere Unternehmungen übertrug. Dies gelte besonders für die Düsseldorfer Vaubank. Stern- berg habe fast nie in eigenem Namen gehandelt. sondern sich sowohl in Holland als auch in Deutschland verschiedener dazwischen- geschalteter kleiner Gesellschaften bedient. Dem Konkursverwaiter ist es un- möglich gewesen, sich bei der Unordnung in den Papieren ein genaues Bild über Sternbergs Per- inögenslage zu machen. Die Konkursinajse besteht ans rund 32000 Gulden, während die an- gemeldeten Forderungen sich auf 7 M i l l i'o n e n Gulden(etwa 11 Millionen Mark) belaufen. DeutscheMilitSrattachtt .Wie vor dem Weltkrieg Ab 1. April lyzz gibt es wieder deutsche Vlililärattachös im Ausland, was jetzt amtlich be. kanntgegeben wird, da die Anfragen oder An- zeigen der Reichsregierung zustimmend erledigt worden find. Diese deutschen Offiziere merden, wie gleichfalls amtlich bekanntgegeben wird, den Missionschefs unterstehen, denen sie ihre Berichte noch Berlin vorzulegen haben. Militärattaches kommen nach Parts. London, Rom. Prag. Warschau. Moskau und Washington: Marine- oitaches noch Paris. London und Rom: manche werden auch für andere Länder beglaubigt werden. Die Wiederherstellung dieser Einrichtung ist offenbar eine Folgerung aus der diplomatischen Einigung über die deutsche G l e i ch b e- r e ch t i g u u g in militärischen Dingen. Für die USA. braucht es nicht einmal dieser Voraus- setzungen, da sie ja den Versailler Frieden nicht ratifiziert haben. Die Botschaften und Gesandt- schaften der ehemaligen Ententestaaten in Berlin haben— auch nach dem Verschwinden der Kontroll- kommissionen— sämtlich Militärabteilungen, übrigens auch die Sowjetbotschaft. Im Sinne der Gleichberechtigung ist es, auch offizielle deutsch« Militärattaches zuzulassen: ob diese ganze Ein» richtung allerdings der Abrüstung nützt, ist eine Frage, die man ebensogut für die gesamte berufsmilitärische Mitwirkung an Abrllstunqs» arbeiten auswerfen kann. Aus der Partei »Aus zuperläffiger Quelle." Aus dem Büro des Parteivorstandes wird uns geschrieben: Mit dem Herannahen des im März stattfindenden Partei- tages werden durch bürgerliche Sensationsblätter allerlei angeblich„aus zuverlässiger Quelle" stammende Nachrichten über interne Parteiverhält- nisse in die Oeffentlichkeit lanciert. So will eine solche Nachricht wissen, daß„die beiden Parteivor- sitzenden C r i s p i e n und D i t t m a n n wegen Ueberalterung aus dem Parteivorstand aus- scheiden". Es werden sogar die Nachfolger für Crispien und Dittmann genannt. Um weiteren Anfragen aus parteigenösstschen Kreisen vorzu- beugen, sei mitgeteilt, daß den wirklich zuoerlässi- gen Quellen, Parteivorstand und Kontrollkom- Mission, davon kein Sterbenswörtchen bekannt ist und die Genossen Crispien und Dittmann weder überaltert sind noch Rücktrittsabsichten haben. Offenbar handelt es sich um eine politisch« Zweck- Meldung aus einem bestimmten Kreise der sich der Partei als Erneuerer aufdrängen und bestimmte Genossen entfernt sehen möchte, die er für den ihm zu oppositionellen Kurs der Partei verantwortlich macht. Wir raten den Genossen, sich durch solch« Meldungen nicht nervös machen zu lassen, sondern st« mtt gelassenem Gleichmut auszunehmen. Kreugers Scherbenhaufen Die kehre: Staats kontrolle über Wirtschaftsmacht! lieber bte Geschäftsführung Jvar Kreuzers, der ernst als der größte und er f algreichste Wrrtsckaftsfuhrer der Welt angesehen wurde, veröffentlicht eine englische Revifionzfirma einen Schlutzbericht, der m seiner michternen Tat- sachenaufzählung Kreuzers wirtschaftlichen Macht- mißbrauch als kapitalistisch« W e lt- t r a g ö d i e von kaum saßbaren Ausmaßen enthüllt. Die Stockholmer Meldung darüber lautet: „Die Reoisionsfirma Price Waterhouse u. Co.. die bekanntlich im März vorigen Jahres den Auftrag erhielt, die zur Kreuger-Gruppe gehören- den Gesellschaften zu untersuchen, veröffentlichte ihren abschließenden Bericht. Die Zahl der untersuchten Gesellschaften beläufl sich auf über 160. nicht nur in Europa, sondern auch in Süd- und Nordamerika. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist in 57 besonderen detaillierten Be- richten zusammengefaßt worden. Der nunmehr veröffentlichte Schlußbericht besaßt sich mit der Frage der Verwendung des vom Publikum investierten Geldes. Bei der Beantwortung dieser Frage werden die fünf Hauptgesellschaf- ten— Kreuger)i. Toll, International Match Corporation, Svenska Tändfticks AB., die hol- ländische Kreuger u. Toll-Gesellschaft und die Continental Investment— als ein« Einheit be- Handell. Die Beträge, die diesen Gesellschafken während einer Perlode von UVi Jahren— d. h. vom 1. Januar 1916 bis ZI. März 19ZZ— zur Verfügung gestellt worden find, belaufen sich aus Z87S Millionen schwedische Goldkronen, wovon 2105 Millionen vom Publikum stammen, während der Rest durch Vankenanleihen, Wechsel- kredite, Mittel aus anderen Quellen und Netto- oerdiensten den Gesellschaften zugeflossen seien. Die Nettoverdien st e belausen sich für die oben genannte Periode auf etwa löl Millionen Kronen. von den erhaltenen Mitteln hat sich Jvar kreuger netto über 4Z2 Millionen Kronen angeeignet. Am 31. März 1932 belief sich der ungefähre Wert der Jnvestittonen, auf das zur Verfügung stehende Dergleichsmaterial(u. a. die Börsenkurse) bezogen, aus 775 Millionen Kronen. Wenn dieser Betrag mit dem totalen Buchwert(1710 Millionen Kronen) oerglichen wird, entsteht eine Wertver- Minderung von der Natur eines Kapitalverlustes von etwa 9Z5 Millionen Kronen. In bezug auf die Frage, ob die ausgewiesenen Gewinne wirkliche Gewinne gewesen seien, zeigt die Untersuchung, daß die veröffentlichten Gewinn« und Verdienste der betreffenden Gesellschaften während der erwähnten 14!ii Jahre um 1028 Millionen Kronen die wirklichen Gewinne überstiegen. Der totale wirkliche Gewinn(131 Millionen Kronen) macht etwa 1,3 Proz. des Durch- fchnittskapitols aus, das in diesen Gesell- schaften während der 14� Jahre investiert worden ist. Die Manipulationen Kreuzers mit den Bilanzen nahmen schon im Jahr« 1917 ihren Ansang. Die betrügerischen Transakttonen nahmen 1923/24 immer größere Ausmaße an und wurden später fortgesetzt, um mit der Anfertigung von italienischen Staatsobligationen im Werte von 21 Millionen Pfund Sterling ihren -Höhepunkt zu erreichen. Di« Durchführung der betrügerischen Manipulationen wurde durch die absolute Macht Kreuzers über die ganze Die Waffenschiebung ÄialinKlngarn Sturmszenen im Wiener Parlament Wien, 10. Januar. Im Finanzausschuß des Nationalrates sprach Abgeordneter Dr. Julius Deutsch(Soz.) über die W a f f e n s ch i e b u n g e n, die unter Duldung der Bundesregierung von Italien nach Ungarn vorgenommen worden sind. Kaum hotte Deutsch zu sprechen begonnen, unterbrachen ihn ausgeregt die Christlichsozialen. Bundeskanzler Dr. D o l l f u ß versuchte Deutsch am Reden zu hindern und erklärte immer wieder, es dürfe hier über die Waffenschiebungen nicht gesprochen werden, da angeblich Vereinbarungen bestehen, dies nur in einer vertraulichen Sitzung zu tun. Deutsch wies diese Behauptung zurück und erklärte:„Ich bestreite entschieden, daß irgendeine Vereinbarung besteht, wonach wir nicht in öffentlicher Sitzung über die Waffenschie- bungen reden dürfen." Deutsch wies darauf hin, daß die Regierung jetzt versucht, so zu tun, als handele es sich um eine harmlose Repara» tur von Waffen, selbst die Hand dazu ge- geben hat, daß das waffenmalerial von Italien, sür Ungarn be- stimmt, unter falscher Deklaration über Oesterreich hingebracht wurde. Deutsch erklärte: Entscheidend ist, daß das mit Duldung der Regierung geschieht. Jedermann weiß, welche Spannungen in Südost- curopa bestehen. Im österreichischen Interesse ist es, strengste Neutralität zu wahren. Wer diesen Waffenschiebungen entgegentritt, die in der ganzen Welt berechtigtes Mißtrauen erzeugen, der betätigt wahren Patriotismus, nicht aber der, der eine Politik der Abenteuer treibt. Nachdem folgte im Hauptausschuß(Aeltesten- rat) eine große Debatte über die Wasfenschiebun- gen. Die Sitzungen des Hauptausschusses sind aber geheim. Ein Mißtrauensantrag der Sozialdemokraten gegen die Regierung Dollfuß wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokratie mit einer einzigen Stimme Mehrheit abgelehnt. �lazi-Sprengstofflager aufgedeckt Wien, 10. Januar. In Wien wurde wieder ein umfangreiches Spreng st offlager der Hakenkreuz ler beschlagnahmt. Durch die Anzeige eines von der Partei aus- geschlossenen SA.-Mannes veranlaßt, nahm die Polizei in einem Hause in Mariahilf(Wien VI) eine Haussuchung vor. Sie fand 4 0 Pakete A m m o n i t, der von Hakenkreuzlern ausge- stapelt worden war. Gewisse Spuren deuten darauf hin, daß zwischen dieser Sprengstosfstelle und reichsdeutschen„Aufbauwiligen" enge Verbindungen bestehen. Die Polizei hat zwei führende Mitglieder der Wiener Nazis verhaftet, und aus Grund des Sprengstoff- fundes am späten Dienstagabend das Braune Haus in Wien zum Zwecke einer Haussuchung besetzt. Konflikt erwünscht? Möbeltransporteure suchen ihn Vom Verein Berliner Möbellpeditenre und Dem Neuen Internationalen Transportoerband ist dem Gesamtoer�and der Lohn- und Mantel- t a r i f für dos Berliner Möbeltrons- portgewerbe zum 28. Februar gekündigt worden. Der jetzige Lohnlarif kam, wie mon sich erinnern wird, im Oktober zustande, als Sie Möbeltrans- Portarbeiter während der Umzugstage in den Streik traten. Die Unternehmer hatten damals die bereits vor dem l. Oktober fälligen Tarifver- Handlungen oerschleppt, um einen günstigeren Ab- lauftennin für den Lohn- und Mantellarif als gerade Die Umzugszeit zu erzwingen. Der im Oktober gefällt« Schiedsspruch, der von beiden Parteien angenommen wurde, sah die u n v e r- änderte Verlängerung der Lohnobkommens bis zum 28. Februar vor, zu welchem Termin es erstmalig gekündigt werden konnte. Von diesem SUittdigungs recht haben die Möbelspediteure offensichtlich Gel rauch gemacht, weil sie beabsichtigen, mit einer Lohnabbausorderung auf- zuwarten und zugleich wollen sie aber das Reichs- arbeitsministerium beeinflussen, das über einen Antrag des Gesamtoerbandes auf Allgemein- Verbindlichkeitserklärung des jetzigen Lohntarifs entscheiden soll. Diesem Antrag hatte sich srühcr Der Verein Berliner Möbelspeiliteure stets angeschlossen, um die Schmutzkonkurrenz der „wilden" Möbeljpediteurc einzudämmen. Seitdem der Neue Internationale Transportoerband an dem Tarifvertrag beteiligt ist, will der Verein Berliner Möbelspediteure von der Allgemeinver- bindlichkeitserklärung nichts mehr wissen. Bezeich- nend für ihren Einspruch beim Reichsarbeitsmini- sterium gegen den Antrag des Gesamtverbandes aus Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Löhne im Berliner Möbeltransportgewerb« ist die Be- grüitdung: Vor dem zuständigen Gewerberat er- klärten sie, daß sie gegen die Allgemeinver. indlich- keitserllörung seien, weil das Reichsarbeitsmini- sterium nichts gegen die Schmutzkonturrenz im Möbeltranspvrtgewerbe unternehme! Diese Begründung ist einfach lächerlich. Gerade die All- gemeinoerbindlichkeit ist das wirksamste M i t- t c l zur Bekämpfung von Echmutzkonkurrenz. Das) die Möbelfpediteure daneben auch noch die 'Absicht fiaben, die Löhne zu kürzen, geht aus der Umfrage hervor, die zurzeit bei allen Möbelspedi- teuren auf Veranlassung der beiden Unternehmer- Organisationen gemacht wird. Die Unternehmer wollen, wie es in der Umfrage heitzt, dem Reichs- arbeitsministerium„beweisen", Datz der größte Teil der keinem Arbeitgeberverband angehören- den Mö.elipediteure nur noch einen Tagelohn von 6 anstatt 8.ZY M. zahlt, wie ihn dir Tarif- vertrag oorfchreibt. Diese Umfrage ist eine ver- gebliche Mühe. Es gibt keinen Möbeltransport- arbeiter in Berlin, der die im Tarifvertrag fest- gefegten Löhne uirterbietet. Die Möbelspediteure sollen nicht wieder mit dem Feuer spielen wie in den Septembertagen des vorigen Jahres. Fauler Fischhändler Aber nur zum Schein Der Streik in der F i s ch m a r i n i e r a n st a l t C. V. M o r te n s e n geht unverändert fort. Die Streikenden sind nach wie vor fest entschlosien, die Arbeit nicht eher wieder aufzunehmen, bis die Firma ihr Lohnabbaudiktat zurückgenommen hat, in dem eine Senkung der Löhne um 8�- Proz. verlangt wird. Dabei betragen die Löhne der länger als drei Monate im Betrieb beschäftigten Arbeiterinnen nur noch 47 Ps. Die Firmenleitung hat sich bis jetzt vergeblich bemüht, ihre» Betrieb wieder in Gang zu bringen. Sie ist jetzt auf einen neuen Dreh ge- kommen. Ihr Betrieb soll st i l l g e l e g t werden, weil er angeblich nicht mehr konkurrenzfähig ist gegenüber den gleichen oder ähnlichen Betrieben, die sich in den Küstenstädten befinden. Schuld daran habe» natürlich die„hohen" Löhne der Belegschaft. Die Verhandlungen über diAen sonderbaren Antrag, der ein Schreckschuß für die Streikenden sein fall, sind heute vormittag. Man muß wirklich staunen über unsere Kapitalisten. Um für eine mühselige, schmutzige, nur stoßweise zu verrichtende Arbeit nicht den miserablen Stundenlohn von 47 Ps. zu zahlen, erklären sie sich selbst für bankrott, kredit- unwürdig, unfähig mit anderen Firmen zu kon- kurieren, kurz, sie machen sich selbst so schlecht. daß kein Hund ein Stück Brot von ihnen nehmen möchte. Selbstverständlich mit dem Hinter- gedanken, über die dummen Aufsichtsbehörden und die dummen Arbeiterinnen sich gehörig ins Fäustchen zu lachen, wenn sie ihnen auf den Leim gehen. Eine Mertelftunde Gleich einem Jahre Sozialpolitik Von Zeit zu Zeit findet sich im Programm der Berliner Funkstunde eine Viertelstunde für Sozial- Politik. Für die Funkstunde und chren Redner Wolfgang Pohl genügen sie. Pohl brachte es fertig, diesmal in seinen 1ö Minuten unter dem Thema„Ein Jahr Sozialpolitik" eine die Austrag. geber sicher voll befriedigende, geschickt kaschirte Stimmungsrede für das Freiherrnregime zu halten. Am Arbeitsmarkt stellte dieser Zauber- künstler einen Ausstieg fest! vom Dezember 1330 bis zum Dezember 1931 fei die Arbeitslosen,ziffer um 1,3 Millionen gestlegen, vom Dezember 1931 bis Dezember 1932 jedoch fei sie um 0,1 Million gefallen. Die nach amtlichen Schätzungen rund 2 M.llionen unsichtbaren Arbeitslosen zählte und erwähnte Pohl nicht, um sein schönes Bild nicht zu trüben. Auch ein Ansteigen der täglichen Arbeits- zeit von gssi auf nahezu 7 Stunden rühmte Pohl als Beweis eines Konjunkturaufstiegs und vor allem als Argument gegen die 40-Stunden-Woche. Es wäre interessant gewesen, von dem Redner zu erfahren, wie er zu den Zahlen gekommen ist, auf die seine regierungstreuen Ausdeutungen sich stützten. Bon der Notverordnung des Freiherrnkabinetts vom 14. Juni, die mit einigen Federstrichen Hunderttausende von Arbeitslosen aus der Statistik auslöschte, redete Pohl nicht. Er redete auch nicht von der September-Notverordnung gegen die Tarifverträge, well, wie er sagte, es sich hier nur um eine„kurze unerfreuliche Episode" ge- handell habe Aber diese unersreuliche Episode hatte doch einen bemerkenswerten Einfluß auf das Lohnniveau, das— nach Pohl— seit Januar 1932 nicht wesentlich stärker gefallen sei als die Lebenshaltungskosten. Bei Berücksichtigung dieser „Episode", bei Berücksichtigung auch des von Pohl nicht eingezogenen Abbaues der Akkordsätze und der vielfachen Tanfunterschreüungen hätten sich wesentlich andere Verhältniszahlen errechnet. Doch dann wäre es nicht eine so musterhafte Frei- Herrnrede geworden. Und dann hätte auch eine Viertelstunde für ein Jahr nicht ausgereicht. Arbeiterpartei Sie hetzt sexen Arbeiter Eine besonders schöne Rosine im nationalsozia- listischen Lügen- und BerleumDungsbrei bedeutet es, wenn man feit einiger Zeit gegen in ge- Hobener Stellung befindliche Personen deswegen Front zu machen versucht, weil sie aus der Ar- b e i t e r f ch a f t Hervorgegangen sind. So Hetzen die Nazis besonders gegen die Arbeitsamtsange- stellten, die freilich von ihnen nichts wissen wollen. Jeder weiß, daß ein Berufsberater Kenntnisse aus der von chm zu beratenDen Branche haben muß. Die Nazis aber schreien, wenn als Geeignetste für diesen Zweck frühere Praktiker genommen werden. Ein nationalsozialistischer Reichstagsabgeordneter richtete eine Anzeige gegen einen verdienten Arbeitsamts- Direktor deshalb, weil er Personen angestellt habe, die früher„nur Arbeiter" waren. Di« „Nationalsozialistische Beamtenzeitung" und verschiedene ander« Blätter veröffentlichen L i st e n solcher Personen, die als frühere Arbei- t e r Funktionen in Arbeitsämtern ausüben! Höher geht Die Schamlosigkeit dieser angeblichen Arbeiterpartei nicht, die selbst geleithammelt wird von einem früheren Malergesellen. Der Zentralverband der Angestellten wendet sich gegen diese Hetze, aber auch gegen die Reichs- a n st a l t, die ihr Personal gegen derartige An- griffe nicht in genügendem Maße schützt. KZineJZlusionkn! Eigener Bericht des„Vorwärts' Bielefeld, 10. Januar. Reichsarbeitsminister S y r u p warnte in einer Rede vor dem Westsälisch-Lippifchen Wirt- schaftsbund vor einer falschen Ein- stellung zum Freiwilligen Arbeits- d i e n st. Ein wirksames Mittel gegen die Arbeits- losigkeit sei nur in der natürlichen Gesundung des ganzen Wirlschaftskörpers zu sinden. Wohl mehrlsn sich die Anzeichen einer Besserung, doch sei es eine Illusion, schon in diesem Winter eine nennenswerte Abnahme der Arbeitslosigkeit zu erwarten. Er erhoffe lediglich einen nur halb so hohen Zugang an Arbeitslosen wie in den Vorjahren. Das sei aber schon als ein Zeichen dafür zu werten, daß die Kurve der außersaisonmäßigen Arbeitslosigkeit sich abbiege. Der Arbeits- d i e n st könne keine allgemeine Wirtschasts- belebung hervorrusen, sondern nur eine Er- gänzung zur Milderung der Arbeitslosig- keit darstellen._ LohnrauS für die KPD. Die D e r o p— Deutsche Bertriebsgeselljchaft für russische Oelprodukte— ist ein Unternehmen in russischem Staatsbesitz. Es gibt in Deutschland aber nur wenige kapitalistische Unternehmen, deren Vertreter sich so oft vor den Arbeits- gerichten verurteilen lassen müssen, wie das bei der Derop der Fall ist. Bei ihr werden Betriebsräte vor die Tür gesetzt, wenn sie nicht- kommunistischer Gesinnung„verdächtig" sind. Bei ihr werden Angestellte entlassen, wenn sie Bezahlung der Ueber stunden und die richtige Gehaltsklasse verlangen. Wie es die Derop mit Treu und Glauben hält, zeigt ein anderer Fall. Einem auf Umsatz- Provision angestellten Vertreter wurde während der ganzen Dauer seiner Tätigkeit die Vergütung nach wissentlich falschen Zahlen berechnet und ihm wurde zu alle dem bei der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht auch noch zugemutet, auf den widerrechtlich einbehalte- nen Betrag zugunsten der Kommu- nistischen Partei zu verzichten. WebersireikinFrankreich Eigener Bericht des„Vorrvärts" Paris, 10. Januar. Der Weberstreik in Armentieres nimmt größere Ausdehnung an. Am ZNoutag arbeiteten noch 128 Personen. Es waren dies in der Hauptsache Werkmeister, die Wochenlohn erhalten. — Inzwischen ist auch in mehreren Textilsabriken von hazebrouck ein Streik ausgebrochen. Hierzu I Beilage. Der.Lorwärts" erlchctnl wochenIagUch zweimal. Lonnlaas und Montags im voraus zahlbar. Postbezug Z.S, M einschließlich SN Pi Poftzeilung. bSherer Gewalt besteht teln Änspruch der Äbonnenten aus Ersaß, A n. Wort U> Ps Rabatt laut Tarit Worte über 15 Duchstab-n zählen für zwei Worte W WWWI_____ W________ I......___________________ r a DDWDWM..........„____ i von bis 17 Uhr Der Bcrlag behalt(ich das Recht der Ablehnung nicht gcnehmer Anzeigen vor. /Verantwortlich für Politik� Rndols Brendemübl: Wirtschaft: S. stli-gelhöter: tSewertschaftsbewegung- Z. Steiner: Feuill.lon: Serbert' Lc»bre: Lotales und Sonstiges: ffrig Ziarftädt: Anzeigen: Otto Sengst: sämtlich in Berlin t Berlag: Borwärts-Berlag E. m b. S. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u Co. Berlin SM SS Lindenstr 3. Montags einmal Illustrierte Sonntagsbeilage Boll und Zeit" i Bezugspreise: Wöchentlich 75 Ps.. monatlich 3,23 M(davon 87 Pf monatlich tilr Zustellung ine Saus) zeitung. und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslandsobonnemeni 5,vS M pro Monat: für Lände, mit ermäßigtem Drucksachenporto«kr, M. Bei A stall d-r Lieieiung wegen .Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeter, eile 30 Pf Retlamezeilc 1,502)1„Kleine Anzeigen" das fettgedruckt« Dort 20 Pt fedes weitere -u.--. Arbeitsmartt Millimeterzeile 25 Pf. Familtenanzeigen Millimeterzeile>S Ps Anzeigenannahme im Sauptgeschä'l Lindenstr. 3, wochentäglich 9* OTrraoti-tort niii- i ti'tr CT) a TJ st. vUkSaC sU» X � 77 p. r. 7ir> a(• rc.■■3 t;—__ ,r._______________(% /»i•____ t-.: ti._______ s Sonnabend, den 14. Jan., 23 Va b/br Wohltätigkeits- Vorstellu ig des Sdnitzverbandes Deutscher Schriftsteller in der BDTE N adit-Parade Felix Bressart Hilde Hildebrand Edith Lorand und ihr Ordiester Rudolf Nelson Asta Nielsen Max Pallenberg Willi Sdiaeffers und das gesamte Scala- Programm Es konferieren: Wolfgang Goetz Fritz Crünbaum Walter Hasenclever Walter von Hollander Alfred Kerr Anton Kuh Heinrich Mann Walter von Molo Roda Roda Carl Zuckmayer Leitung: Peter Sathse imimiinniiMiiiimimiiimiiimiiiumiiiiimminmmiiinMimiiiimimmMniiinmimMimmiiimuiimiiimiMiii Eintrittskarten zum Preise von 80 Pf. bis RM 4— in der Scala u. allen bekannten Billetverkaufsstellen UHrli Flora 3434. RaudienerL Guido und seine 20 Wienerinnen Konzertieren Ga.ston Palmer der lustigste Jongleur Trio Walk mir n seiner neuen unerreicht Perche-Arbeit Kurt Fuß '.onlHcu<'.r.GreteWe:serDsw I Großes öchauspielWs S. I Ball>m Savoy Gitta Sttvav Rosy Barsouy/ Ostar Teues si-gi-: Älfved Rottev Sonntag nachni 3<; Ahr: kleine preise m der Premieren- deietznng mit Gitta Alpor CASINO-THEATER 81/« Lothringer Sirahe 37 8% iiiiiiin nun im ii hihi iimi iiiiii in in iiii■■nii Täglich Bunte Bühne: Variete, Kabarett, Theater Onkel Muz, der Ehestifter Gutschein I— l Personen Parken nur 0.60. Fauteuil 0.75. Sessel 1,25 Sonntag 4 Uhr: Onkel Mur. Kl. Preise. yHEÜEÖWElf? •41.old Scholz- Ü-Baho herniannpl.- Hassnheice i 08 U Gr. BodfDierfesl und 1 Komponisten-SäogHatiß iil 6 Kapellen Bayr. Bedienung Oer 1000. Besucher erhält eine achttägige Reise nach Tirol Einlas Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Mir Deutsches Theater Schumannstr.l3a Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr iDStnitrnng Du Reinhart! Prinz von Homburg von H. v. Kleist Thimig. Fihdmer, Fröhlich. KayBIsr. Wegener, Schürcnberg Kantmerspieie 8 Uhr klmmd!« erwerbsloser Sdiauspieler Die Flasdie Komödie von | R i n gel n at z Inszenierung! Jean Kötskr- Müller Theater des Westens Steinpl. 5121 Täglich S'/i Uhr Max Pallenberg als: BraverSoldat Schwejk Th.d. Schauspieler rheatu an Sdiifftaiurtann Weidendamm 330i' Täglich s>„ Uhr flniomaienböfett Honidie ton I. Gmtynet mit Agnes Srraub Ksiber. Heilinger, Gnar, Imk-Inühili Mittwoch 4 Uhr M der Tertia Komöfliennaus Schiffbauerdamm 25 Tel. 0!«eid. 6304-05 Täglich 8% Uhr Das Haus dazwischen mit Max Adalbeit Jakob Tiedtke Musik: Spoliansky Deutsches Künstler-Th Nürnberger Str. Tel Bavaria 6466 Täglich 81 2 Uhr: Leopoldine Konstantin in Die Nacht zum 17. April Schroth.Steinbecli Gebühr, Brionne, Wolle. Picha Theater im Admiraispaiasi Merkur 9901 »fl. Januar?>/, Uhi Uraufführung FrQhlings- stürme Tauber, Xowotna. Homolka Variete am MärtejunneD Am Frielrithshain 29—32 (am Koni stor) fäclich 8 Uhr Das sensationelle Erölfnungs Programm Mit den.llitesangern Eintrittspreise Wochentags 60 Pf, Sopnab. u. Stg. 1 M. BüllneiTMei QuiMtautr. 93 Ddalust 625 Täglich 8>,. 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