Abend- Ausgabe Nr. 18 B 9 50. Jahrg. Redoktton und Vertag» Berlin SW 68, Cinbenftt. 3 Fernlvr-cher CI 7 aml DSnhofs 292 dl» 297 ■Seleatamniatttff«! SoiMftemohat BERLINER VOLKSBLATT MITTWOCH 11. Januar 1933 In Groß- Berlin 111 Pf. Auswärts.... 10 Pf. Bezugsbedingungen ond"älnzctgcnpreiit stehe Morgenausgabe Jenteawvga« der Gozialdemokeatifche« Partei DeutfchßandS SA. provoziert Bitler unJ Lehleichsr»inä verant- >vort'ieh Adolf Hitler ist gestern wieder einmal in Berlin gelandet, und in der Presse bat ein allgemeines Rätselraten begonnen, was der große Mann hier tut. Einige meinen, er wäre wegen der Schulden der NSDAP. hierher gekommen, andere wollen wissen, er suche Fühlung mit Schleicher zu dem Zweck, ein Zusammentreten des Reichstags am 24. Januar zu vermeiden. Die dritten wieder versichern. Hitler habe seine Kanzler- träume aufgegeben und sei unter billigen Be- dingungen zur Beteiligung seiner Partei an den Regierungsgeschäften bereit. Bezeichnenderweise ist niemand aus den Ge- danken gekommen, der Oberosaf sei hierher gereift, um bei seiner SA. nach dem Rechten zu sehen. Und dennoch bestünde dazu aller Alllaß, denn daß die Dinge nicht mehr lange so weitergehen können wie bis- her, das liegt auf der Hand. Während die Herren Rohm und H e l l d o r f im gast- lichen Italien wellen, entwickeln sich bei der Berliner SA. Zustände, die die schärfste Aufmerksamkeit der Behörden heraus- fordern. Das planmäßige Ueber- fallen gegnerischer Bersamm- l u n g e n. das bei diesen Horden neuerdings Mode geworden ist und das gestern wieder im Friedrichshain zu blutigen Aus- einandersetzungen geführt hat, kann nicht länger geduldet werden, wenn der Staat, in dem wir leben, noch in irgendeinem Sinne ein Ordnungsstaat genannt werden will! Es muß mit aller Deutlichkeit darauf hin- gewiesen werden, daß es für das Treiben der SA neben Adolf Hitler noch einen zweiten Hauptverantwortlichen gibt, das ist der gegen- wärtige Reichskanzler General von Schleicher! Die SA. war im vorigen Jahr aus hundert berechtigten Gründen v e r- boten worden, und der Sraatssekretär im Reichswehrministerium hatte dieses Verbot gebilligt und begrüßt. Dann trat aber jener Meinungsumschwung ein, der dazu führte. daß G r o e n e r und Brüning verschwan- den, die SA. aber das Recht, mit ihren Uni- formen die friedliche Bevölkerung zu pro- vozieren, zurückerhielt. Herr von Schleicher wurde Reichswehrminister und ein paar Monate darauf Reichskanzler. Angesichts dieser besonders engen Verbin- dung zwischen der Geschichte der SA. und der Kanzlerschaft des Herrn von Schleicher wird man die besondere Verantwortung des gegen- wärtigen Reichskanzlers für das Verhalten der braunen Armee nicht bestreiten können. Wenn das so weitergeht, daß ein u n i f o r- mierter Mob die Straßen Berlins un- sicher macht, so wird man immer wieder daran erinnern müssen, daß es Herr von Schleicher war, der diesen Mob das Recht, Uniformen zu tragen, wieder verschafft hat. Und doch dürfte man bei einem General eigentlich Verständnis für den Gedanken er- warten, daß Leute, die mit staatlicher Er- laubnis irgendeine Unifonn tragen, damit das Recht verlieren, sich wie die Schweine zu benehmen. Aber man weiß freilich nicht, zu welchen Irrungen die Tragikomödie dieser„autori- tären" Regierungsmethode noch führen soll! Hilserding rechnet auf GroQe Etatsdebatte im Ausschuß des Reichstags Der preußische Landwg ist nun endgültig aus Dienstag, den 17. Januar, IS Uhr, einberufen worden" Simous— Bürgermeister von Dortmund. In Dortmund wurde der von der Brocht-Pegie- rung abgesetzte Reglerungspräsident Simons zum Bürgermeister mit 55 von 84 Stadtverordneten gewählt. Simons, der ein Sohn des irllheren Reichsgsichtspräsidenten ist, ist Sozialdemo- »rat. heute begauu im havshaltsausschuß des Deutschen Reichstags die Aussprache über den Bericht des Relchssiaanzministers, der gester« von ihm dem Etatsausschuh des Reichstages erstattet worden ist. Der erste Redner der Opposition war Abg. hilserding(Soz.). Unter gespannter Ausmerklamkeit des Ausschufles nahm Hilserding in anderthalbstündiger Rede zu allen Fragen des Reichshaushalls und der ösient- lichen Finanzen grundsätzlich Sielllmg. Seine mit Zahlen wohlsundierten Aussührungen wirkten sehr stark und sie steigerten sich noch an den Stellen, da er sie zur Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten führte. 5)ilfcrding wies daraus hin, es sei seit anderthalb Ja hr et» das erste Mal, daß im Reichstag wieder eine Finanzdeballe geführt werden könne. Ob damit«in Bruch mit jener Vergangenheit erfolgen werde, das hinge von der künftigen Entwicklung ab. Selbstverständlich sei es, daß die Krise sür jede Regierung, die den Reichshaushall zu führen habe, schwere Ausgaben bringe. Aber es muffe deutlich gesagt werden, daß die Kritik, die von Deutschnationalen, Nationalsozialisten und Kam- munisten an. der Entwicklung der Reichssinanzen geübt werde, schon deswegen ins Leere stoße, weil sie selbst mitschuldig seien an der Ge- staltung des Etats, wie er jetzt geworden ist. Es muffe sehr deullich vor dem Volke ausgesprochen werden, daß die Herrschaft der tllinisterialbürokrolle einer gerechten verwaltuog des öfseullichen Haushalls abträglich sei. Damit sei die gesamte Situation nicht voll- ständig gekennzeichnet, daß man vom fiskalischen Standpunkt aus sage, die Lage des Reichsetais fei angesichts der Krisenwirkungen immerhin er- trägiich und die schwebende Schulv sei nicht hoch, zinnal wenn man den flüssigen Geldmarkt be- trachtet. Hilserding zeigte demgegenüber die Kehr- feite jener Tatbestände. Er gruppierte feine Anklage nach drei Gesichtspunkten. Er stellte fest, daß die derzeitige Situation der Reichs- finanzen nur möglich geworden sei, 1. durch Ablstingung der Arbeitslosenversiche- rung vom Reichsetat, Z. durch die Verschiebung von Mindereinnahmen und Mehrausgaben auf Länder und Ge- meinden, 3. durch Verschärfung der Masjenbelasiung. Zu der ersten Gruppe der Opser, die der breiten Masse des Volkes aufgebürdet worden sind, stellte Hilserding fest, dag nach dem Finanzierungzplan für die Arbeitslosenhilfe zwar die Ein- nahinen etwas höher geschätzt wurden, als sie tatsächlich aufkommen. Dennoch sei die Situation jetzt so, daß die Beiträge im Monatsdurchschnitt 83 Millionen Mark erbrächten, die sechswöchige Unterstützungsdauer beanspruche 13 Millionen Mark, die weitere Unterstützung sür 20 Wachen 37. Millionen Mark, so daß tatsächlich die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung nichts anderes seien als eine reine Steuer, deren llebsrschüsse von monatlich 4ö Millionen Mark sür solch» Fürsorgezwecke ausgegeben würden, die Ausgabe des äsientlichen haushalles seien. Die Satze in der Alu lArbeitslosenunter- stutzung) seien von 81 am 43 M. gesunken, in der Gtadwormunö als Betrüger Na?!- Beamter mit dem Geld armer Kinder ausgerückt Durch eine vom Bezirksamt Friedrichshoin ver- antaßte unvermutete Revision der Amtstätigkeit des bisher im wohlfahrts- und Zugendamt des Bezirks Friedrichshain tätigen nationalsozialistischen Stadtoormundes Dr. A st s o l k sind Unterschlagungen von mehreren lausend Mark sestgeslellt worden. Der frühere Gerichtsreserendar Dr. A. war seit 1912 bei der Stadt Berlin tättg und seit dem Jahre 1920 Beamter. Er hat es nerstanden. durch Fälschung und Beseitigung von Akten- Vorgängen, die sür seine Mündel bestimmten Beträge in die eigene Tasche fliehen zu lassen. Die restlose Aufklärung der Unterschlagungssälle ist durch die äußerst raffinierte Art, mit der der Be- trüger.zu Werke gegangen ist, sehr erschwert. Dr. A. war seit längerer Zeit neben dem Vorsitzenden der nattonali st i scheu Betriebs- zelle, Stodtinspektor Ahl mann, führend für die Nazis tätig. Jetzt hat er die Flucht er- grisfen. Wie weit die Bemühungen der Staats- anwaltschaft Erfolg haben werden, den Nazi- mann, der mit dem Seide armer Sinder auf Reisen gegangen ist, dingfest zu machen, wind wohl davon abhängen, in welchem gelobten Lande der Betrüger Unter- schlnps gesunden hat. von Zedlitz ist gleichfalls entlassen worden, well Verdunkelungsgefahr nicht mehr vorhanden ist und ein Fluchtverdacht nach den dem Gericht vor- liegenden Unterlagen nicht besteht. Eprengstoff-Nazi frei! Ueheiraschende Haftentlassung Breslau, 11. Januar. Der im Zusanunenhang mit den Kynauer Sprengstoffdiebstählen verhastete Pastor Fuchs ist aus der Haft entlassen worden, well ein dringen- der Tatverdacht nicht mehr besteht. Freiherr Unruhige Nacht! SA. provoziert weiter Nach den gestrigen blutigen Zwischenfällen im Friedrichshain, bei denen sich Hitlers SA. eine heftige Absuhr von der Schupo holte, ist es in den Nachtstunden zu weiteren politischen Zwischen- sällen gekommen. In der Wallner-Theater-Straße, unweit der Jannowitzbrücke, gerieten Reichs- bannerleute mit Hakenkreuzlern in eine blutige Schlägerei. Drei Reichsbannerleute er- litten erhebliche Kopfverletzungen: sie mußten zur nächsten Rettungsstelle gebracht werden, wo ihnen Notverbände angelegt wurden. Neun an der Schlägerei Beteiligte wurden festgenommen. Das K P D.- L o k a l in der F r a n s e ck y- st r a ß e 4 8 im Norden Berlins war das Ziel einer nationalsozialistischen Terrorgruppe. Es kam vor dem Lokal zu einem erbitterten Handgemenge, bei dem zwei Kommunisten verletzt mürben. Es erfolgten zwei Festnahmen. Die gestern abend im F r i e d r i ch s h a i n schwerverletzt ausgefundenen Brüder Siegfried und Gerhard Hillerkus aus der Hausburg- ftraße liegen noch bedenklich krank im Krankenhaus danieder. Sie waren von der wildgewordenen Hitler- soldateska niedergeschlagen und zufammengestochen worden, als sie der kommunistischen Kundgebung im Saalbau Friedrichshain zustrebten und im dunklen Park den braunen Banditen in die Arme liefen. Die Brüder Hillerkus sind Mitglieder der KPD. K r u(Krisenunterstützung) von 79 aus 45 M.. in der Wohlu(Wohlfahrtsunterstützung) von 60 auf 44 M. Die ganze Schande dieser Herab- setzungen habe sich darin gezeigt, daß sogar das Kabinett Popen für den Winter vereinzelte Erhöhungen vornehmen mußte. Bei der zweiten Gruppe seiner Feststellungen wies Hilferding darauf hin, daß die Fehl- betröge bei den Ländern und Gemeinden in ihren Haushalten zwischen 899 und 999 Millionen Mark betrügen, im wesentlichen infolge der Ver- schiebung von Mindereinnahmen und Mehraus- gaben vom Reich aus. Dazu komme nach, daß die Kassenlage der Gemeinden außerordentlich schwierig geworden sei: die Z a h l u n g s r ü ck st ä n d e der öffentlichen Schuldverpflichtungen seien von dieser Seite her gewaltig angewachsen. Das ist auf die Dauer nicht erträglich. Besonders bedeutungsvoll waren Hilserdings Ausführungen über die Veränderung der steuerlichen Belastung zuungunsten der breiten Massen. Bei den Besitzsteuern habe es erhebliche Sen- t ungen gegeben, so bei der Gewerbesteuer, bei den Kapitalverkehrssteuern, bei der Jndustriebelastung und bei der Rentenbantbelastung. Demgegenüber seien für die Massen durch die Erhöhung der Ta- baksteuer und der B.ersteuer neue Belastungen ge- schal je>i worden. Die Zuckerstcuer ist verdoppelt worden, die Umsatzsteuer wurde mehr als ver- doppelt, Salzsteuer und Mineralölsteuer wurden eingeführt, dazu kam Krisenlohnsieuer resp. Beitrag zur Arbeitslosenhilfe. Die Länder und Gemeinde,, erheben jetzt Bürgersteuer, Gemeindege- tränkesteuer, Schiachtsteuer. Zu allem kommt die Senkung der Löhne und Gehälter, die die Massen- belaslung doppelt schwer gemacht haben. Zu den Nationalsozialisten gewandt, erllärie Hilserding t Niemals habe er in seinem politischen Leben in Versammlungen eine solche Empörung erlebt wie immer dann, wenn er von der Notver- ordnungspolitik gegen die Arbeiter durch Herrn o. P a p e n gesprochen habe. Deswegen empfehle er den Nationalsozialisten, ihren Herrn Hitler darüber zu unterrichten, wie die M e i n u n g d e s Volkes über Papen sei: außerdem wünsche er auch, daß der Reichsfinanzminister dem Reichs- Präsidenten darüber keinen Zweisel lasse. Wenn man in der Oeffentlichkeit immer wieder daraus hinweist, daß gegenüber früheren Jahren die Leistungen aus öffentlichen Mitteln für die Arbeitslosen von 1,5 Milliarden auf 3 Milliarden gewachsen seien, so werde immer verschwiegen, daß in der gleichen Zeit die öffentlichen Ausgaben des Reiches, der Länder und Gemeinden für Wohnungswesen, Kriegs- Versorgung, Bildungseinrichtungen und Wohlfahrtswesen(ohne Arbeitslosenunterstützung) um l.S Milliarden gesunken find. In Wirklichkeit seien also die Mehrleistungen für die Arbeitslosen an Kultur- und Bildungs- ausgaben eingespart worden, und diese Ber- schlechterung gehe auch zu Lasten der breiten Masse des Volkes. Zur Frage der Arbeitsbeschaffung stellte Hilserding fest, daß bisher viel weniger der für diese Zwecke bereitgestellten Mittel ausgegeben worden seien, als in der Oesfcntlichkeit immer angenommen werde. Fest stehe wohl aus den einzelnen Arbeitsbeschaffungsprogrammen eine Summe von 1182 Millionen Mark, aber wieviel sei davon wirklich schon für Arbeitsbeschaffung in Bewegung? Hilserding wies weiter daraus hin, daß im Reichshaushalt, überhaupt in den öffentlichen Haushalten ein ganzes Teil der Etats der privaten Wirts chast stecke. In den 99 Millionen, die Herr Flick bekommen habe. liege die Verbindung der äsfenllichen Hand zur Montanindustrie. Während die Nationalsozialisten über den Marxismus schrien, habe die ökonomische Entwicklung ei» ganzes Stück Marxismus vollzogen. Zum Schluß erörterte Hilserding noch die Situation der Reichsbank, die ebenfalls durch die Entwicklung näher an den Staat heran- gebracht worden sei, als man es für möglich ge- halten habe. Heute sei die Reichsbank in ganz erheblichem Umfange burch Rediskontverpflich- tungen für die Steuergutscheine und durch oer- schieden? Aufgaben der Arbeitsbeschaffung in den F u n kt i o n s b e r e i ch der öffentlichen Wirtschaft eingegliedert worden, obwohl das eigentlich gar nicht ihre ursprünglichen Aufgaben seien. Dann wandte sich Hilferding nochmals an die Rationalsozialisten und fragte sie, ob sie etwa des Glaubens seien, daß sie die durch die Entwicklung aufseworfenen Fragen mit Herrn von Papen würden lösen können. Für die Sozialdemokratie werde die Stellungnahme dabei immer klarer: sie werde das. was fallen wolle, nicht stützen, sondern noch stoßen! Abg. H e r g t von den Deutschnationalen er- öffnete dann den Reigen der antiparlamen- t a r i s ch e n Oppositionsparteien. Hergt wehrte sich gegen den Vorwurf Hilfer- dings, daß die Deutschnationalen zu denjenigen diktatorischen Parteien gehören, die die finanzielle» soziale und kulturelle Reaktion der jüngst oer- gangenen anderthalb Jahre mit zu verantworten hätten. Hilferdings Darstellungen über die Finanzlage und die wirtschaftliche Entwicklung mußte er anerkennen. Er bestritt dann aber ebenso eifrig die Konsequenz. Jetzt dürften keine Unruhen entstehen, nichts dürfe stören, ein ge- sunder Optimismus sei Pflicht. Papen habe deswegen so große Erfolge gehabt, weil er konsequent privatwirtschaftlich ge- handelt habe, bei Schleicher sei das nicht ganz der Fall, deswegen sei das Vertrauen zu ihm etwas gesunken. Auch Hergt ist dafür, daß das Budgetrecht des Reichstages gewahrt wird, und eine ordnungsge- mäße Haushaltsführung wieder erreicht werde. Am meisten hat ihn aber wohl geärgert, was Hilfer- ding über die marxistische Entwicklung gesagt habe, dessen Richtigkeit er nicht bestreiten konnte. Deswegen meinte Hergt, daß dies« Eni- Wicklung so gekommen sei, das sei ja eben die Schuld des Marxismus! Unter höflicher Nichtaufmerksamkeit des Haus- Haltsausschusses hielt dann der Nationalsozialist Reinhardt eine längere Rede. TwtzNS Tochter tötet sich selbst �VeZfen drohender Ausweisung— Schicksal einer Staatenlosen f* Treue" mit Hakenkreuz Daims unter Hitler-Zeichen Eigener Bericht des„Vorwärts" Donzig, II. Zanuar. Am Dienstag fand in Danzig zum Zeichen der nationalen Verbundenheit der Danziger Bevölkerung mit dem Deutschen Reiche eine Kundgebung aus Zlnlah des 1Z. Jahrestages der Abtrennung derFreienStadtDan- zig vom Deutschen Reiche sialt. Veranstalter mar der Verein für das Deutschtum im Ausland. Teilnehmer waren die Schüler samtlicher Danziger Schulen und eine Anzahl bürgerlicher Jugendverbände. Welcher Geist im Danziger Landesverband des VDA. die Oberhand gewonnen hat, zeigt die Tat- fache, daß man die Verbände der arbei» tenden Jugend von den Vorbereitung!-- arbeiten für die als„überparteilich" bezeichnete Kundgebung ausgeschlossen hatte. Auch nach einer wenige Tage vor der Veranstaltung erfolgten Aufsorderung zur Teilnahme hielt man an einem Führer der Danziger Hitler-Jugend Zirwas als einzigen Redner der Jugend fest. So war es nicht verwunderlich, daß die Kundgebung, die unter anderen Umständen zu einem wahrhaft überparteilichen Bekenntnis der Danziger Bevöl- kerung zum deutschen Volkstum hätte werden können, in vielen Teilen den Charakter parteipolitischer Agitation der Nazis annahm. Daran konnten auch die beiden Reden des Vorsitzenden des VDA. und des Dan- ziger Kultussenators nichts ändern. Sprech- chöre, die„Heil Hitler!" und„Deutschland er» wache!" nach jeder Rede brüllten, oerstanden immer wieder, den erhofften würdevollen Eindruck der Kundgebung zu zerstören. Im Anschluß an die Kundgebung veranstaltet die akademische Fliegergruppe Danzig einen Werbeflug nach deutschen Großstädten. Das erste Flugzeug trifft am Mittwochvormittag in Berlin ein. Auch bei diesem Flug hat man den Nazis wieder die wichtigste Rolle eingeräumt. Der Dan- ziger Hitler-Jugend-Führer Zirwas und der Re» dakteur des Danziger Naziblattes Zarske sollen in deutschen Großstädten Vorträge über das Thema:„Danzig bleibt deutsch!" halten. Die Waffenschiebung französische Sozialisten interpellieren Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris. 11. Januar. Die sozialistische Kammersrattion Hat den Abg. Longuet beauftragt, die Regierung über die geheimen Ivafsensendungen von Italien über Oester- reich nach Ungarn zu interpellieren. Der„Po- pulaire" schreibt, es sei erwiesen, daß entgegen den Behauptungen des Kanzlers vollfus die verschobenen italienischen Maschinengewehre nicht Reparalurstücke, sondern neu sind. Der Waffen- lransport vom Jahresende 1332 reiche zur Be- waffnung eines ganzen Armeekorps aus und der heimwehr-Mandl, Direktor der patronenfabrik Hirtenberg, hat den Mittelsmann gespielt. Selbstmord aus Verzweiflung über angekündigte Ausweisung hat in ihrer Wohnung in Berlin- Karlshorst die 32jährige Tochter Leo T r o tz k i s, Frau Sinaida Wolkow, Mutter eines sechsjährigen Kindes, begangen. Sie war eine Tochter der ersten Che Trotzkis und lange Zeit, auch noch in der Verbannung auf Prinkipo, seine Mitarbeiterin. Wegen eines Lungenleidens ging sie nach Berlin und erhiell, als noch nicht „autoritär" regiert wurde, die Aufenthaltsbewilli- gung, ebenso wie ihr viel jüngerer Halbbruder Sergius, der hier studiert und der nun das sechs- jährige Waisenkind in Obhut nehmen mußte. Wolkow, der Mann der Tochter von Trotzki, befindet sich augenblicklich in der sibirischen V e r- b a n n u n g. Er ist Journalist und wurde vor einigen Jahren verhaftet wegen angeblicher Teil- nähme an einer angeblichen trotzkistischen Ver- schwörung. Frau Sinaida Wolkow stand ihrem Vater sehr nahe und nahm, bevor sie schwer krank wurde, regen Anteil an Trotzkis journalistischer Arbeit. Frau Wolkow war staatenlos, da ihr nach der Ausbürgerung ihres Vaters aus Sowjet- rußland und wohl auch infolge der Verbannung chres Mannes der Paß unter einem Vorwand von der Sowjetbotschaft abgenommen und nicht mehr zurückgestellt worden ist. Dieser Selbstmord hat sich bereits vor einigen Tagen ereignet, Sinaida Wolkow ist schon beerdigt. Ihr Tod soll ihren etwa Mjährigen Vater sehr schwer getroffen haben. Die Ausweisungsserie des Berliner Polizei- Präsidiums gegen Ausländer, die den Vollzugs- organen einer„autoritären Staatsführung" nicht passen, ist amtlich dahin verniedlicht worden. es sei gar keine Serie, sondern bloß ein zufälliges Zusammentreffen von Nichtoerlängerung der Aufenthaltsbewilligung gegen Ausländer, die sich kriminell oder„staatsfeindlich" betätigt hätten. Unter diesem Vorwand hat man z. B. auch einem Gerichtsberichterstatter und einem Zeichner der Münzenbergpresse die Aus- Weisung angekündigt. Ist ein solches Vorgehen immer brutal, bedroht es doch die Opfer mit dem Verlust ihrer E x i st e n z, so erreicht es unmenschliche Grausamkeit, wenn es gegen hilflose Menschen angewendet wird. Ein solcher Fall hat jetzt mit dem S e l b st m o r d des Opfers seinen tödlichen Ausgang genommen. Der Akt kann geschlossen werden. folizei sucht Alibi Das Polizeipräsidium teilt mit: Der Frau Sinaide Wolkow, geb. Bronstein, ist im Oktober 1931 im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt und dem Reichs» innenminister die vorübergehende und be- fristete Einreise nach Berlin aus der Türkei zum Zwecke ihrer spezialärztlichen Behandlung gestattet wordem Nachdem ihr vom türkischen Innenminister die Rückreisemöglichkeit nach der Türkei zugesichert worden war, die ihr hier erteilte Auf- enthaltserlaubnis ist auf Grund ärztlicher und amtsärztlicher Gutachten mehrfach verlängert wor- den, bis die am 3. Dezember 1932 letztmalig vor- genommene amtsärztliche Untersuchung ergeben hat, daß für Frau Wolkow nunmehr ein weiterer Aufenthalt aus gesundheitlichen Gründen i n Deutschland nicht mehr erforderlich sei, da eine Behandlung auch im Auslande weiter durchgeführt werden könne. Am 12. Dezember 1932 ist Frau Wolkow eine Abreisesrist bis zum 31. Dezember 1332 gestellt worden. Aus ein neues am 39. Dezember 1932 beim Polizeipräsi- dium eingereichtes Gesuch des Rechtsvertreters der Frau Wolkow, die Abreisefrist bis Mitte Februar 1933 zu verlängern, wurde eine ab- lehnende Entscheidung noch nicht getroffen: es war zunächst Vorlegung des Nachweises ge- fordert, daß die Rückkehrzusicherung nach der Türkei noch weiter fortbestehe, oder die Er- teilung des Einreise-Sichtvermerks nach Oesterreich, wohin Frau Wolkow sich nach den Angaben ihres Rechtsvertreters begeben wollte, gesichert sei. Eine Ausweisung liegt überhaupt nicht und eine Versagung der Verlängerung der Aufenthaltsfrist aus politischen Gründen gleichfalls nicht vor. Wenn man zu einem Ausländer sagt, er müsse bis zum Jahresende Deutschland verlassen, so ist das eine Ausweisung. Nach der Türkei konnte Frau Wollow nicht, sie hatte ja das Land wegen ihres Lungenleidens verlassen müssen. Ob ein anderes, für sie geeignetes Land sie aufgenommen hätte, mußte ihr als der Tochter des so viel- verhaßten Leo Trotzki sehr fraglich erscheinen. Ihre Verzweiflungstat ist nur zu begreiflich. Friedhof und Bezirksamt Zur Totenkeier in Friedrichsfelde Die Kommunisten planen zum Todestage von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg eine Massendemonstration auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. In einem Aufruf zur Beteiligung an dem Massenaufmarsch führt die„Rote Fahne" heute früh unter den gewohnten Beschimpfungen der Sozialdemokratie bittere Beschwerde über eine Anordnung des Bezirksamts Lichtenberg, wonach bei der Trauerfeier nur eine Teilnahme von 1S99 Personen gestattet sein soll. Auf unsere Anfrage teilt uns das Bezirksamt Lichtenberg hierzu folgendes mit: In früheren Jahren hatte die Bezirksoerwaltung den Kommunisten Demonstrationen an dem Luxemburg-Liebknecht-Grabmal uneingeschränkt ge- stattet. Dabei hat sich gezeigt, daß der Friedhof sich für Massenaufmärsche von Zehntausenden und eine sich über den ganzen Tag hinziehende De- monstration nicht eignet. Es erregte den allge- meinen Unwillen weitester Bevölkerungskreis«, daß in den Demonstrationszügen ganze Gruppen von Teilnehmern selbst auf dem Friedhof in Vadean- zügen aufmarschierten. We ter soll es zu Be- lästigungen anderer Friedhossbesucher und zu Stö- rungen von Beerdigungsfeierlichkeiten, die unier Leitung von Geistlichen standen, gekommen sein. Das Bezirksamt wurde immer wieder aus der Be- völkerung heraus aufgefordert, für eine Ab- stellung der Unzuträglichkeiten Sorge zu tragen. Auch die Friedhofsverwaltung mußte Beschwerde führen, weil bei dem Massenaufmarsch immer wieder zahlreiche Gräber beschädigt und zum TeU niedergetreten worden waren. Nachdem im April 1939 die Deputation für das Friedhofs- und Parkwesen das Bezirksamt er- sucht hatte, für eine Beseitigung der Sowjetfahne an dem Grabmal Sorge zu tragen, weil sich da- durch immer wieder Andersdenkende verletzt fühlten, trat das Bezirksamt weiteren Beschlüssen der Deputation bei, wonach die Teilnehmerzahl bei der Totenfeier 1599 Personen nicht über- schreiten und die KommunisUsche Partei für jeden Schaden haftbar gemacht werden soll, die der Ver- waltung durch die Demonstration erstehen. Im Mai 1939 beschloß die Bezirksversamm- lung Lichtenberg mit allen, außer den kommunistischen Stimmen, dies« Regelung des Be- zirksamtes durchführen zu lassen. Der zuständige Dezernent in der Bezirksoerwaltung Lichtenberg kann sich nach den früher bei diesen Aufmärschen gemachten Erfahrungen nur an diese Beschlüsse der zuständigen Körperschaften halten. Wir sind die Letzten, die den Kommu- nisten das Recht nehmen wollten, ihr« Toten zu ehren, und wir würden es begrüßen, wenn es möglich wäre, einen Weg zu finden, der die Trauer- feier im größeren Ausmaß gestattet, ohne daß eine Verletzung der Gefühle anderer Bevölkerungs- kreise zu befürchten ist. Frankreichs Bestzit 1,7 Milliarden Mark! Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 11. Januar. In einem Kabinettsrat analysierte Finanz- minister Cheron den vom Sachoerständigenaus- schuh ausgearbeiteten Bericht über die Sa» nierung der Staatsfinanzen. Aus einem über den Kabinettsrat heraus- gegebenen Kommunique ist ersichtlich, daß die Sachverständigen das Budgetdefizit auf 19,5 Milliarden Franken geschätzt haben (etwa 1,7 Milliarden Mark. Red.) und der Finanzminister zu seiner Beseitigung E r- s p a r n i f s« von 5,3 Milliarden Franken und neue Steuern in Höhe von 5,4 Milliarden vorschlägt. Um das Defizit der französischen Eisen- bahnen zu verringern, sollen die Eisenbahntrans- portlosten herabgesetzt werden. Ferner sollen recht- liche Maßnahmen zum Schutze der Sparer und zur Verringerung der Lebenshaltungskosten ge- troffen werden. Schweres Rvdelungwck Zwei junge Leute sofort getötet Suhl(Thüringen). 11. Zanuar. Aus einer stark abschüssigen Straße in Suhl er- eignete sich ein schweres Rodelunglück, das zwei jungen Wenfchen das Leben kostete. Trotz wiederholter polizeilicher Warnungen fuhr ein mit vier Personen besetzter E ch l i t t e n die Straß« in rasender Fahrt hinab, direkt auf einen Baum zu. Zwei junge Leute, ein Isjähriger und ein 29jähriger, wurden sofort ge- tötet. Ein anderer Fahrer muht« mit einer Ge- hirnerschütterung in das Krankenhaus überführt werden, während der Besitzer des Schlittens mit heiler Haut davonkam. Zwei Kindertragödien Opfer der Fahrlässigkeit Bromberg, 11. Januar. Ein entsetzliches Unglück, dem zwei Kinder zum Opfer sielen, ereignete sich in Bromberg. Der Krastwagensührer w e i n e r t legte, während seine Frau bei einer Nachbarin weilte, sein s ü n s- jähriges Sähnchen und sein dreijähriges Töchterchen zu Bell, um dann ebenfalls zu den Nochbarn zu gehen. Als die Ellern nach zwei Stunden wieder in ihre Wohnung zurückkehrten, fanden sie das Schlafzimmer mit Rauch gefüllt. Der Vater hat wahrscheinlich ein noch glimmendes Streichholz auf einen Bettvorleger geworfen, der dann Feuer sing. Auch ein Nachtlisch ging in Flammen aus. Beide Kinder waren erstickt. Der Vater versuchte daraufhin, Selbstmord zu begehen. Er wurde jedoch daran verhindert. In den späten Abendstunden verhaftete die Polizei die Eltern unter Mordverdacht. Beckum(Westfalen), 11. Januar. Auf dem Gehöft eines Landwirts in Enniger ereignete sich ein Unglück, bei dem zwei Kinder den Tod fanden. Ein 13jähriger und ein fünfjähriger Junge kletterten in Ab- Wesenheit der Erwachsenen auf einen großen ein- gemauerten Kessel, in dem für die bevorstehende Schweineschlachtung heihes Wasser bereitet wurde. plötzlich gab der Deckel des Kessels nach und die beiden Knaben fielen in das heiße Wasser. Ob- wohl sie von den Angehörigen sofort heraus- gezogen wurden, hatten die Kinder doch bereits so schwere Verbrühungen davongetragen, daß sie bald nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus starben. Äagdunfakl? Oer Landrat in den Alpen Köln, 11. Januar. Der Oberregierungsrat Dr. Josten aus Köln ist in den Bayerischen Alpen angeblich„einem Jagdunfall" zum Opfer gefallen Josten war früher Londrat des Kreises Simmern im Hunsrück. Minister S e v e r i n g versetzte ihn an das Oberversicherungsamt in Köln, als bekannt wurde, daß sich Dr. Josten an dem berüchtigten Stahlhelm-Bolksbegehren beteiligt hatte. Seit 114 Iahren schwebte gegen Josten aus seiner Landratszeit ein Disziplinarverfahren wegen Veruntreuung von rund 399999 Mark staatlicher Gelder. Der Kreissekre- tär, der an der Sache mitbeteiligt war, hat sich bereits im vorigen Jahr erschossen. Der Mord in der Laube Unaufklärbares Geheimnis Das Drama, das sich in der Laube in der Kolonie„Eigenheim" in Lichtenberg abspielte, ist jetzt durch die Untersuchung der Mordkommission soweit wie möglich geklärt wor- den. Was sich zwischen den beiden Männern ab» gespielt hat, wird immer ein Geheimnis bleiben. Der Tote, der zunächst unbekannt war, ist jetzt als der 59 Jahre alte Arbeiter Walter Ber- wig aus der Frankfurter Allee III festgestellt worden. Die Annahme, dah Hanke einem Herzschlag zum Opfer gefallen war, bestätigte sich nicht. Die Unter- suchung des Gerichtsarztes hat ergeben, daß Hanke sich selbst durch einen Herzschuß ge- tötet hatte: er hatte den Lauf der Waffe un- mittelbar auf die Brust gesetzt, nachdem er seine Kleidungsstücke beiseite geschoben haste. Die Waffe war dem Umsinkenden aus der Hand und unter das Bett gefallen. Fest steht, daß er dem Berwig mit dem Hammer den Schädel eingeschlagen hat. Die Annahme, daß Berwig Hanke berauben wollte, dürft« wohl kaum noch zutreffen. Das Geld, das H. für eine Kriegsverletzung als Rente ausgezahlt bekommen hatte, wurde nach längerem Suchen in einem Versteck unter einer Fensterbank gefunden. Also tonnst auch eine dritte Person keine Rolle mehr spielen. Die Zeugen, anwohnende Kolonisten, erklären, daß zwischen den angetrun- kenen Männern ein heftiger Lärm und Streit entstanden sei. Beide hätten sich mit wüsten Aus- drücken beschimpft. Eine akademische Legion gegen Terror wollte der Wiener Universitätsrektor Abel aus S t u d e n- ten aufstellen, die sein besonderes Vertrauen haben. Die Bundesregierung hat— wohl in berechtigter Annahme, daß Abel zu Nazi-Terroristen besonderes Vertrauen hegt— diesen Plan nicht genehmigt und erklärt, die Ordnung sei mir Hilfe der amtlich bestellten Pedelle aufrecht- zuerbalten. Der Herr Abgeordnete Ladwisclier Landtag hebt die Immunität des Naziführers Bennecke auf Die Hochschulschande Professor Cohn stellt seine Vorlesungen ein Prof. Dr. Cohn hat, wie die„Neue Breslauer Zeitung" meldet, durch Anschlag am schwarzen Brett der Universität bekanntgegeben, dah er seine Borlesungen bis zum Zusammentritt des er- wetterten Senats der Universität ausfallen läßt. Hollywood in Hawaii „Luana" im Mozartsaal Die Südseeinseln waren einst der Traum der zivilisierten Menschheit. Die ersten Entdecker glaubten hier ein Idyll einfachen naturhaften Lebens in einer wundervollen Natur gefunden zu haben, und die der Segnungen unseres technischen Fortschritts müde Menschheit hat immer wieder chre Sehnsucht dahin gelenkt. Wie alles hat der Film auch dieses Paradies geerbt. Nach den „Weißen Schatten" und Murnaus Samoa-Film „Tabu" hat jetzt King B i d o r Hawaii für den Film entdeckt. King Vidor ist nicht der erste beste. Unvergeßlich sind bei uns seine Filme„Hallejuha" und„Mensch der Masse". Aber dieser romantische Naturfilm, den er in Anlehnung an Murnau uns beschert, ist in mancher Hinsicht eine Enttäuschung. Zwar gibt es herrlich gesehene Naturausschnitte, ganz wunderbare Unterseebilder, großartig« Dulkanausbrüche, Lawaströme und Wasser» taskaden. Aber die hineinkonstruierte Handlung, die Liebe einer Königstochter zu einem amerikani- schen Besucher, ist theatralisch ausgebaut und wird Anlaß zu Entführungsszenen, nächtlichen Hochzeits- tanzen und wahren Schreckensszenen. Zu dem ist die Hauptdarstellerin die schöne und gewandt« DoloresdelRio, also nicht eine Eingeborene, die nun als Primadonna losgelassen wird.(Mit Büstenhalter in der Wildnis!) Die Kanaken von Hawaii, soweit sie nicht schon ausgestorben sind, haben in der Berührung mit den Weißen und Gelben längst ihre Ursprünglichkeit aufgegeben, und so wird das meiste von dem, was wir im Film sehen, wohl einer rekonstruierten Bergangen- heit angehören. Sehr merkwürdig wirkt die Synchronisierung: Luana lernt im Handumdrehen Deutsch und ihr Entführer verspricht hier die Wonnen des Sechstagerennens. Voran ging ein Tierkinderfilm aus unserem Zoo, der die jungen Menschen und Tiere in engster und natürlichster Verbundenheit zeigte— ein echtes Paradies aus der Großstadt. t. Kaiman-Feier im Rose-Theater Kaiman ist 50 Jahre alt geworden: Das Rose- Theater feiert ihn, feiert ihn vier Stunden lang: von Kd bis Kl Uhr dauert diese„Zirkus- Prinzessin", der Applaus ist enorm, immer wieder müssen die einzelnen Nummern wieder- holt werden. Paul Rose, der Regisseur, hat alles aufgeboten, um dem Metropol-Theater wirk- same Konkurrenz zu machen: Ballett und nochmals Ballett und immer wieder Ballett, prunkvolle De- korationen, Lichtefsekte, fast atemraubende Pracht, die den gewohnten Operettenglanz und-rausch schon ins Groteske übersteigert. Merkt niemand, daß es Talmiglanz ist? Hat keiner Katzenjammer nach dem Rausch? Ach nein, man sitzt allein mit seiner Skepsis, wie Kinder freuen sich die Leute all der Herrlichkeiten, der großen Liebe und des großen Leids im zweiten Akt, voll rührender An- teilnähme an den merkwürdigen Schicksalen der Großen einer versunkenen Welt... Im Mittelpunkt der Aufführung steht Traute Rose, die sichtlich wächst, stimmlich immer sicherer, schauspielerisch immer freier, selbständiger, unkonventioneller wird. In Erich S u ck m a n n hat sie einen prächtigen Gesangspartner. Hans Rose ist ein recht matter Komiker, Kurt M i- t u l s k i trist das schon besser; Hanna R ü g g o l d endlich ist eine sehr reiz- und temperamentvolle Soubrette mit schlanken, graziösen Tanzbeinen, von denen sie ausgiebig Gebrauch zu machen weiß. Ellen Ly und Fred Becker sind prächtige Solo- tänzer. v. Bilanz der preußischen Slaalsbühne. Dem Preußischen Landtag liegt zur Zeit die alljährliche Denkschrift der preußischen Oberrechnungskammer vor, die sich ausführlich mit den preußischen Staatstheatern befaßt. Allerdings behandelt diese Denkschrift die Lage der Staatstheater im Jahre 1931, also vor der Verminderung des Bestandes um drei Theater. Der Zuschuß belief sich im Rechnungsjahr 1931 auf 8,6 Millionen Mark, die auf Berlin mit 5,86 Millionen, auf Kassel mit 1,07 Millionen und auf Wiesbaden mit 1,67 Mil- lionen entfallen. Durch Einnahmen waren davon gedeckt bei der L'ndenoper 35,8 Proz., beim staat- lichen Schauspielhaus Berlin 26,4 Proz., beim Schillertheater Berlin 35,3 Proz., in Kassel 41,4 Proz. und in Wiesbaden 34,7 Proz. Der Gesamtzuschuß für das abgelaufene Rechnung-- jähr 1932 wurde aus 6,44 Millionen Mark ver- anschlagt Allerdings sind hierin noch nicht die fortlaufenden Ausgaben und die Verpflichtungen. die bei der Abstoßung der Kasseler und Wies- badener Bühnen übernommen wurden. Die in der Denkschrift vorgeschlagenen Sparmaßnahmen beziehen sich hauptsächlich auf eine entschiedene Verminderung der Ausgaben für die Musikvor- stände der Bühnen, also für Abbau der Gagen bei den Generalmusikdirektoren und Kapell- meistern. Diesem Vorschlag stehen allerdings in den meisten Fällen langfristige Verträge gegen- über. Ueber die Besetzung des Intendantenpostens im Berliner Staatlichen Schauspielhaus verlautet nichts. Eigener Bericht des„Vorroärts" Dresden, 11. Januar. Ter Rechtsausschust des Stichst- schen Landtags beschloß am Dienstag auf Antrag des Generalstaatsanwalts, dem Plenum die Aufhebung der Immunität des Abgeordneten Dr. Bennecke wegen Begünstigung der Mörder des TA.-Mannes Hentsch und wegen des Verdachts der Teil- nähme an dem Mord zu empfehlen. Das Plenum wird dieser Empfehlung Folge leisten. Der Berichterstatter, der Wirtschaftsparteiler Dr. Wilhelm, stützte sich in seinem Referat über den Fall B e n n e ck e in der Hauptsache auf die Akten der Staatsanwaltschaft. Daraus ergibt sich, daß der unter Mordverdacht stehende Funker Schenk und der wegen Begünstigung der Mör- der in Haft befindliche Beyer in dem Büro Benneckes gearbeitet haben. Aus Italien haben die Mörder mehrere Briefe nach Deutsch- land geschickt. Ein Brief des Mörders F r ä n k e l aus Bozen, der an einen SA.-Mann Lorenz ge- richtet war, enthält folgende Stelle:„Nun komme ich zu einer Hauptsache Als ich türmte, hatte mir H. versprochen, sich um mein Ist die Erforschung der Lebensvorgänge, so fragt der Physiologe Professor Meyerhof in seinem gestrigen Vortrag in der„Gesellschaft für wissenschaftliche Philosophie" über- Haupt möglich? Nils Bohr und Jordan haben eingewendet, daß man, um Lebensvorgänge zu er- forschen, den lebenden Organismus töten müsse; dann aber ist der Lebensvorgang als solcher nicht vorhanden, und es sei also unmöglich, über das Leben darin etwas auszusagen. Der Vortragende zeigt nun an einer Reihe von Beispielen, zum Beispiel der Atmung, daß solche Vorgänge am lebenden Organismus ohne jeden schädlichen oder gar tödlichen Eingriff beobachtet und bis ins letzte au-fgeklärt werden können. Die zweite Frage war die, ob in einer solchen Austlärung alle Rätsel des Lebens gelöst seien. Der Vortragende meinte, aus diese Frage mit einem glatten„Nein" antworten zu müssen. Selbst wenn die Lebensprozesse chemisch noch viel genauer bekannt wären, als dies heute der Fall ist, ja bis ins letzte hinein analysiert wären, so wüßten wir doch damit nur, was im fertigen Organismus vor sich geht. Dieser Organismus oder vielmehr die Organismen überhaupt aber müssen einmal aus dem Anorganischen entstanden sein. Und wie diese Entstehung vor sich gegangen sei, dafür liefere uns die Chemie der Lebensprozesse keinerlei AnHall. Besonders fesselnd war das dritte Problem, die Frage, was für körperliche Vorgänge der Stärke der Empfindungen entsprächen? Bei einer Tast- enrpfindung laufen elektrochemische Vorgänge im Nerven ab, aber nicht fortlaufend, sondern stoß- weise. Alle einzelnen Wellen haben die gleiche Schwingungsweite, und diese Schwingungsweite bleibt unverändert, auch wenn die Intensität der Empfindung steigt. Was zunimmt, ist die Zahl Lob dem Kriege! „Aufstand"— der Rundfunk! Es war kein Spuk, sondern eine Rundfunk- sendung am Abend des 9. Januar 1933, betitelt „Ins Feld, in die Freiheit gezogen". gesendet von Hamburg, vom Dcutschlandsender übernommen. Im übelsten Geschichtsbuchstil wurde eine Stunde lang königlich-preußischer Patrio- t i s m u s serviert.„So stieg der preußische Aar zur Sonne auf"; unter den ununterbrochenen Klängen von Militärmärschen mit Wotan ins Walhall, mit den mittelalterlichen Rittern in den Himmel des in dieser Sendung zum Kriegefürsten avancierten Christus und mit den Hohenzollern und Bismarck in die Unsterblichkeit. Wofür wurde im Siebenjährigen Kriege gekämpft?„F ll r unseren König, unsere Religion, unser Vaterland", erklärten die Rundfunk- soldaten, die immerfort begeistert singen muß- ten:„Eine jede Kugel die trifft ja nicht" und „Manche Kugel geht manchem vor. ei", und der große Friedrich wischte sich dazu hörbar eine Träne ab. Bismarck aber, der„Soldat Gottes". gründete siegreich über Oesterreich sein Klein- deutschland nach dem Kriege 70/71, den„die Feinde" anzettelten, während„König Wilhelm sah ganz heiter" zu Ems und gar nicht weiter an die Händel dieser Welt dachte. Und weil der preußische Hohenzollernadler immer weiter auf drahtlosen Wellen zur Sonne schwebt, ist Deutschland berufen,„Sieger zu sein über eine Well, die bis heute der Deutschheit feindlich gegenübersteht". Darum„a u f st a n d" — im Rundfunk—.(der Soldat, und in seinem Frauchen zu kümmern. Nun kommt Weihnachten und ich bin mittellos. Es gibt doch eine NS.- Hilfe." Fränkel bittet dann Lorenz, zu H. zu gehen und zu einen: gewissen Bück, um für die beiden etwas herauszuschlagen. Seinem Briefe lagen zwei Unterstützungsgesuche bei, von denen eines überschrieben war:„Lieber Oberführer!" Der Generalstaatsanwalt schließt aus dem Brief Frankels, daß H. der Ober- f ü h r e r Dr. B e n n e cf e ist, der mit Vornamen Heinrich heißt. Wenn das zutreffe, gehe daraus und auch aus dem an ihn gerichteten Zettel hervor, daß er von der Tat gewußt, sie begünstigt, bzw. auch die Flucht der SA.-Leute gefördert haben müsse. Bennecke sei vernommen worden, habe aber keinerlei Angaben über die Flucht gemacht und behauptet, keinerlei Nachrichten von den Flüch- tigen erhalten zu haben. Er habe ausgesagt, daß die drei Flüchtigen mittellos gewesen seien. Die Flucht und der Aufenthalt der Mörder im Aus- land erfordern aber nach der Auffassung des Generalstaatsanwalts erhebliche Kosten, zumal Schenk in einem überwachten Telephongespräch einmal geäußert habe, er habe allein 130 M. für Telephongespräche und Telegramme ausgewendet. der Wellen in der Zeiteinheit. Diese ist es also, welche der Stärke der Empfindung entspricht. Schon Lionarda da Vinci hat die brennende Kerzenslamme als Gleichnis für das Lebendige ge- braucht. Sie ist gleichsam das Lebends in der un- belebten Natur. Wir treiben die Analogie soweit wie möglich: eine erschöpfende Erklärung aber findet das, was die Natur an Zauberkunststücken vollbringt, niemals in den Erscheinungen und Kräften der unbelebten Natur. Die große Plan- Mäßigkeit im irdischen Geschehen der belebten Natur baut sich letztlich auf dynamischen Ganz- Helten auf, in denen sich sonst nicht anzutresfende Eigenschaften entwickeln, die der Selbsterhaltung dienen— und zwar nicht nur der einzelnen Individuen, sondern der ganzen Art. Dr. L. H. Adolf Heilborn 60 jähre. Dr Adolf Heilborn, der Berliner Anthrovologe und Biologe, wird heute 60 Jahre. Heilborn, Berliner von Geburt, hat hier Medizin und Naturwissenschaften studiert. Bekannt gemacht haben ihn seine Bücher über den Menschen der Urzeit, Werden und Vergehen, seine Allgemeine Völkerkunde und das aus dem Nachlaß seines Freundes Professor Hermann Klaatsch herausgegebene, von ihm wesentlich er- wetterte Werk„Werdegang der Menschheit". Als Arzt hat er besonders über Tuberkulose gearbeitet. Er gehörte zum Dozentenkreis der alten„Urania", war Herausgeber verschiedener Zeitschriften. Bio- graphien seines Freundes Heinrich Zille, von Käthe Kollwitz, ein Erinnerungsbuch„Reise nach Berlin" hat er geschrieben. Neuerdings erfreuen sich seine Tierbücher steigender Beliebtheit. Sehr bekannt wurde seine Broschüre„Die Leartragödie Ernst Haeckels"(1919), in der er seinen Lehrer gegen ehrenrührige Anwürfe verteidigte— der sich daran anschließende Beleidigungsprozeß er- regte weithin Aufsehen Schritt allein liegt der Gang der Geschichte". dessen Richtung die Sendung abschließend an- deutete durch das„Niederländische Dankgebet" aus dem 16. Jahrhundert— für unseren Rundfunk und seine Freiherren also gerade zeitgemäß— an den„Lenker der Schlachten". Diese Sendung war geeignet, viel Klarheit zu verbreiten unter allen, die Ohren haben zu hören. — 1z. Die Ballade vom Seemann Drei Akte Ringelnatz Im dritten Akt spielt der eigentliche Held, der Matrose Hans Pepper, nicht mehr mit, denn er ist tot. Eine Meerespost(darum, aber auch sonst der alkoholige Titel:„Die Flasche") brachte von ihm legte Kunde. Er konnte zum romantischen Stell- dichein, das vor zwei Jahren in der gleichen Schisferkneipe verabredet worden war, nicht kommen; er schläft zwischen Korallen. Aber gerade darum ist er da; unsichtbar, gespenstisch nimmt er sein Mädchen, das ihm inzwischen an den guten Wunderfürsten(der auf seiner Mahagonijagd wohltuend durch die Welt gondelt) abhanden ge- kommen war, wieder an sich. Kuttel Daddeldu stöhnt und juchzt das Schifferklavier. Daddeldu gluckert die Seekuh. Und alle gehen sie wieder dorthin, woher sie kamen: der Courths-Mahler- Fürst in die goldene Einsamkeit. Krischa, ein schweifender Musikant, in die Fremde, Petra, die Klabauterbraut, ins Elend der Matrosenbetten, die gute Mutter Mewes hinter die Grog umduftete Theke. Kuttel Daddeldaus, das Lied verklang, das Spiel ist aus... Ein echter Ringelnatz, echt wie fein« frechen Endlich geht aus den Akten über den Fall Hentsch noch hervor, daß der Staatsanwaltschaft zwei anonyme Schreiben zugegangen sind, in denen behauptet wird, daß Dr. Bennecke an dem Mord beteiligt sei. Das Interesse der Leffentlichkeit und damit gleichzeitig das des Landtags an der Aufklärung des Falles Hentsch sei so überwiegend, daß man der Unter- suchung kein Hindernis in den Weg legen dürfe. Der Abg. Edel(Soz.) stellte fest, daß die Z u st i m m u n g der Nationalsozialisten zur Auf- Hebung der Immunität Benneckes nicht über die bisherigen Vertuschungs. und Verlegenheits- Manöver der Nationalsozialisten hinwegtäuschen könne. Im Landtag werde die Sozialdemokratie diese Vertuschungsmanöver in gebührender Form an den Pranger stellen. Für die Sozialdemokratie sei die Immunität, die den Abgeordneten in der Wahrnehmung seiner politischen Tätigkeit schütze, ein hohes Gut. doch dürfe sie nicht zur Deckung eines gemeinen Verbrechens mißbraucht werden. Deshalb stimme die Sozialdemokratie dem An- trage des Generalstaatsanwalts zu. Ausgerechnet den Kommunisten blieb es vorbehalten, sich der Stimme zu enthalten! Tränen, echt wie seine metaphysischen Schnaps» songs, echt wie die Unerschöpflichkeit seiner Lügen, echt wie sein hundsfrommer Wolkenblick. Ringel- natz ist ein Dichter aus der Familie der Morgen- sterne, wenn er auch kein bühnenfestes Drama zimmern kann. Darum war es ein lobefames Wagnis, daß das Ensemble erwerbsloserSchauspieler „Die Flasche"(über deren kurioses Bllhneuschicksal Ringelnatz in launiger Chronik erzählt hat) zur Vorführung brachte. Obendrein im Haus der Kammerspiele, vor gefährlich verwöhntem Publikum. Die naive Hintertreppigkeit der du- delnden Moritat scheint mehr im Vorstadttheater beheimatet; dort würde sie Herzen finden, hier, im blassen Schatten der Literatur, wurde sie respekt- voll bestaunt und nicht ohne Lächeln geduldet. Im Wedding, im Marktflecken, auf Dörfern, sollte die Märchenpulle des torkelnden Münchhausen kre- denzt werden. Ahoi! Das wäre Seeluft mit lyr'schen Locken. Der Dichter sände G.äubige und das Ensemble der Erwerbslosen gar ein Aus- kommen. Was ihm durchaus zu gönnen wäre, zumal tüchtige Kameraden sich fanden(neben anderen): Han- Georg Rudolvh, Riedel. M. Holz- haus. K?xl Dannemann, Oly Rummel, Maria Beitz und als Spielleiter Jan Koetsier-Muller. k. kr. Tausend Schwindeleien Im Marmorliaus Zwanzig Jahre besteht das Marmor- haus. Kein Anlaß zu einer Feier in dieser miesen Gegenwart, aber ein Grund zum Ge- denken. Marx M a ck und das Marmorhaus hatten vor 20 Iahren einen Riesenerfolg mit dem verfilmten Theaterstück„Die blaue Mau s". Seitdem sehnt sich nun der Regisseur nach dem gleichen guten Griff. Und seinen neuesten Film „Tausend für eine Nacht" legt er als reinen Schauspielerfilm eigentlich nach derselben Manier an wie seinen ersten großen Erfolg. Die Handlung, der ein Stich ins Ordinäre nicht fehlt, bewegt sich jenseits der Grenze, wo man Film- geschehen ernst nimmt. Und der reiche Schuh- fabrikant muß für eine Nacht, die er im an- geheiterten Zustande höchst unbequem in einer Badewanne verbrachte, einer geschäftstüchtigen Dame 1000 Mark zahlen. Gsspiell wird mit Begeisterung am Unsinn. Da sind: Jakob Tiedtke. der wunderbarste aller Filmväter, Harald P a u l s e n, der tanzend, spielend und singend Frauenherzen und das Leben bezwingt, Trude B e r l i n e r, die immer mit dem „Mündchen" vorweg ist, Claire R o m m e r, die trotzköpfige Frau, die weiß, was sie will, und Willi S t e t t n e r, mit der Note des aus- beutungsergiebigen, dummen jungen Mannes. Auch darf man dem Schlager des inzwischen töd- lich verunglückten Otto S t r a n s k y, einen vollen Erfolg beim Publikum voraussagen. e. b. Cred>i- Skandal in Stockholm. Nachdem das Stück„Sj 218" von Carl Creds im Herbst in Kopenhagen mit Erfolg ausgeführt war, ging es jetzt im Intimen Theater in Stockholm in Szene. Bei der Auffübrung am Dienstag ereignete sich ein Zwischenfall. Während des dritten Akts stand plötzlich ein junger Mann im Publikum aus und protestierte lebhast gegen das Schauspiel. Gleich- zeitig wurden die Schauspieler mit Eiern be- worsen. Die Vorstellung mutzte abgebrochen werden. Den Tätern gelang es, zu entkommen. Pros. Balcr spricht in der„Bereiniaun« Carl Tchurz". Mittwoch, 8.15 Uhr, wird auf Einladung der Vereinigung Carl Schurz der Präsident des Carnegie. Institute or Technology in PittSburah, Prof. Thomas 3. Baker, im Haue der Deutschen Presse, Tiergarten- straße lk, das Thema behandeln:„Der ameri» k a n i s ch e Gel si". Gäste willkommen. Anmeldung bei der Geschäftsstelle, Berlin NW. 7, Schadowstrahe. Telephon: A 2 Flora 2112. Rätseifragen des Lebendigen Nobelpreisträger Otto Meyerhof spricht Der MSöchenmvfd mit Hakenkreuz öensstionel!« Wsnciunx clurek unizecladite �euLsrun� eiaes �NAeldaxtsn Eigener Bericht des„V ormärU" Arankfurl a. M. I j. Zanuar. Oer Mordprozetz gegen die drei S- L c u t e Siubeurauch, Arzt und Eich wegen gemeinsamer Ermordung der Geliebte« des Sku- bcurauch hat eine sensotiooelle Wendung genommen. Seit einigen Tllonaten und während des Prozesses haben die drei Angeklagtem im Gegensah zu ihrem ansäugtichen Geständnis eine Einheilzsrout der Ableugnung gebildet und sich gegenseitig entlastet. Durch eine unbedachte Aeuherung des Angeklagten Eich und ein Tcilgeständnis dieses i7iährigcn Angeklagten ist am Dienstag eine Bresche in diese Einheitssront gelegt morden. In der Dienstagnachmittogssitzung hatte ein Sachverständiger an den Houptangeklagten Stu- benrauch die Frage gestellt:„Haben Sie vom Ufer aus, als sie kurz vor dem Tode der Emma Busse dort mit ihr intim verkehrten, auf der Eisenbahn- brücke ihre Freunde beobachten können?" Ms Stubenrauch dies« Frage bejahte und ausdrücklich erklärte, daß er im Lichtkegel der Brückenlampe Gestalt und Gesicht des Eich genau erkannt hätte, sagte der neben Stubenrauch sitzende Angeklagte Eich: ,ch) je, jetzt sällt er rein! Man kann das nicht sehen, ich habe das ausprobiert." Ms sich später dos Gericht um 18's Ilhr bei 40-Stunden-Konferenz Gejfeo jede Kaufkraftminderung Eigener Bericht den„Vorwärts" Gens, 11 Zauuor. Mit der einstimmigen Wahl des belgischen Regierungsvertreters Professor Mahoim wurde am Dienstagvormitlag die Borbereitungskonse- renz für die 40- Stunden-Arbeitswoche crössnet. Die amerikarüsche Regierung hat es ausdrücklich abgelehnt, einen Delegierten zu entsenden, weil die Konferenz m Genf stattsindet. Sie läßt st>.h durch einen Beobachter vertreten. Anwesens sind I4 Delegationen mit 68 Delegierten und 75 technischen Beratern. In seiner Eröffnungsansprache betonte Mahaim, die Welt erwarte viel von dieser Vorbereitung� kvnferenz. Sie sei eine Hoffnung für die Ar- beiter, während die Unternehmer wegen der neueii Lasten genau die Tragweite der Arbeitezeitocr- kürzung wissen wollten. Die Regierungen wünschten eine Erleichterung der Lasten iür die Arbeitslosigkeit. Man brauche nur an das groß? Elend in der ganzen Welt zu denken, um feine Pflicht als Delegierier zu erfassen. Die Arbeitergruppe hat inzwischen beschlossen, bereits in der Generaldebatte eine Entschliehung vorzulegen, in der jede Herabsetzung der Kauf- krast der Arteiter durch die Verininderung Ser 'Arbeitszeit abgelehnt wird. Neuer Tarifvertrag deiit den alten auk Findet die Nachwirkung eines Tarifvertrages damit ihr Ende, daß noch einer tariflosen Zwischen- zeit die alte Tarifbestimmung durch eine neue ersetzt wird? Mit dieser Frage beschäftigte sich erstmalig das Reichsarbeitsgericht. Die Kläger waren bei Landwirten beschäftigt, die Mitglieder des Landbundes sind. Der zwischen den Parteien bestehende Tarifvertrag war bis Ende 1928 in vollem Umfange, vom l. Januar 1929 bis 31. Januar 19Z2 hinsichtlich der tariflichen Sätze nicht mehr in Kraft gewesen und ist seit dem 1. Februar 1932 neu vereinbart. Die Kläger sind bis zum 31. Januar 1932 nach den alten Tarifsätzen und seit dem 1. Fe- bruar 1932 zu den neuen Sätzen ent- voller Dunkecheit zu einem Lokaltermin an der 'Mordslelle aus der Main-Neckar-Brücke versam- melt hatte, richtete der Staatsanwalt Plötz- lich an den ivngen Eich die Frage:„Wann haben Sie das ausprobiert, daß man von da unten hier oben einen Radfahrer nicht sehen kann?" Ohne sich der Tragweite seiner Antwort bewußt zu werden, sagte Eich:„Im Sommer 193 2!" Eich erklärie dann im einzelnen, daß er mit zwei Freunden eine Radtour gemacht habe, sie habe vorfahren lassen, um von dem User aus zu be- obachten, ob man die Radfahrer auf der Brücke sehen könne. Cr habe dabei festgestellt, daß das unmöglich sei. Durch diese Aussag« des Eich ist erwiesen, daß die Mordkomplicen sich kurz nach der Tat emen genauen Plan ihrer Verteidigung zurechtgelegt haben. Nach dem Grund befragt, wiederHolle Eich stammelnd und stockeird nur immer die Worte:„Das war so e Idee von Mir, so e komische Idee..." Auf die Frage des Staats- anwalls, warum Eich diese doch immerhin bedeut- tarne Beobachtung dem Stubenrauch nicht mit- geteill habe, antwortete sein Anwall für ihn: „Sie waren doch oerzankt!" Auch diese Bemerkrmg schließt die Kelle: Mordplon, Mord, verabredetes System der Ableugnung.— Das Urteil ist an Mittwoch in den Abendstunden zu erwarten. lohnt worden. Sie sind der Meinung, daß für sie noch der alte Tarifvertrag Gellung habe, da er nicht gekündigt worden sei. Es seien gegen ihren Willen die neuen Lohnsätze angewendet worden. Die? sei ein Verstoß gegen die tarifliche Vereinbarung und sie verlangen die Feststellung, daß das Vorgehen der Arbeilgeber ein tarifwidriges fei. Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht haben die Klage abgewiesen. Das Reichsarboits g e r i ch t versagte der Revision den Erfolg. Nack, einer tariflosen Zwischenzeit könne die alle Tarifbestimmung durch eine neue ersetzt wer- den. Bei einer neuen tariflichen Regelung brauch- ten die alten Lohnsätze nicht mehr bezahlt werden. sRAG. 429/32). AntragSprvdnktton „Revolutionäre" Mache In der Fabrikation von Anträgen fragen die KPD.-RGO.-Srrategen jeden Rekord. Sachliche Anträge werden höchstens einmal v e r- i e h e n t l i ch gestelll. ober als„Tckzwäche" oder Verstoß gegen die Linie von oben herab.zenju- rierll Die„revolutionären" Anträge dürfen nicht oder doch nicht ohne weiteres eriüllbar sein. Sie verfolgen den Zweck, den Reformisten ein Bein zu stellen und sie zu �nllaroen". Wie das genrocht wird, dafür ein typisches Beispiel. Die„Rote Fahne"„erobert" aus einer ganzen Seit« die AEG. in der Brunneusirahe. Die knalligen Ueberschristen kündigen u. a.„unwiderlegliche Beweise über den„Verrat der reformistischen Betriebsräte" an. Im Text wird für die„Einheitsfront der Reformisten mit den Nazis"— nachdem zuvor die„Einheitsfront der Reformisten mit den Unternehmern" zusammen- geschwindell ist— folgender„Beweis" erbracht: „Andererseits lehnten die Reformisten einen Kampf gegen den Terror des Faschismus ab, und als in einer Berfammlimg ein rores Ar- bellerratsmitglied den Antrag stellte, gemein 'am gegen die Na. zitafernen zu kämpfen. da wurde dieser Antrag...." Hier ist eine Zelle ausgefallen, doch soll es sinngemäß heißen: abgelehnt. Aus der Satz- Verstümmelung geht hervor, daß die Ablehnung mll der Motivierung erfolgte: Mit dem Kamp' gegen die Nazis(gegen die Nazi kafernen!) brauchen wir uns hier(in der A r b e i t e r r a t s f i tz u n g!) nicht zu beschäftigen. Wir wüßten wirklich nicht, was der Kampf gegen die Nazikasernen in der Arbeiter- oder Betriebsratssitzung eines Werkes zu tun hat. Die„roten" ArbesterratsmUglie. der wissen es: Die„Reformisten"— die sich als gesetzliche Betriebsoertretung im Rahmen des Bs- triebsrätegefetzes bewegen müssen— sollen„entlarvt", in eine„Einheitsfront mll den Nazis" ge- bracht werden. Deshalb werden derartige Anträge gestellt. Jeder Antrag der NGO. geht „gegen den.Hauptfeind". Die„Opposition" gegen den Tabakarbellerver- band wart der Berliner Ortsverwalmnz u. a. den Rückgang der Mitgliederzahl vor. Nachdem wir den Mitgliederrückgang auf seine Haupturfache zruückgeführt haben, die Mafienentlassung von Arbeiterinnen allein in der Zigarellenindustrie, kommt die„Opposition" mll dem Dreh, das sei doch nur ein Beweis dafür, daß die Ortsoerwalt- tung es versäumt habe, einen Kamps gegen die kapitalistische Rationalisterung zn organisieren. Ist das auch Unsinn, so ist es doch Methode. dulius Grunow 60 Jahre Am heutigen Tage begeht der Bürgermeister des Berwalluugsbezirks Treptow, Genosse Julius Grunow, seinen 69. Geburtstag. Seit etwa vier Jahrzehnten steht der Jubilar in der gewerk- schastlichen und polllischen Bewegung. Seine Haupllätlgkeit, namentlich in der Borkriegszell. lag auf kommunalem Gebiete: lange Jähr« wirkte er in vorbildlicher Weife in der aufstreben- den Jndustriegemeinde Oberschäneweide als Gemeindevertreter. In dieser Eigenschaft hat Julius Grunow viele Jahre auch dem„Bor- w ä r t s" wertvolle Dienste als Berichterstatter geleistet. Der Jubilar ersreut sich der allgemeinen Achtung und Wertschätzung weiter Bovölkerungs- kreise. Aus den Mulla btodcplähen in Miltenwalde und Ketzin wird infolge von Lohndifferenzen g e- streikt. Zuzug ist fernzuhalten! Müllobladearbeiter, übt Solidarität, unterstützt die Streikenden! Gesanlloerband, Wirtschafls- bezirk V Brandenburg-Grenzmark. Die Zahl der Erwerbslose» in der Tschechoslowakei ist im �Dezember wieder st a r k an- gewachsen. Sie beträgt nach einer offiziellen Zählung 759999 Personen, das still» fast 159 090 mehr als Ende November. Die wirkliche Erwerbs- losenzahl ist bedeutend höher, sie wird von pri- vater Seite auf eine Million geschätzt. Rundfunk am Abend Mittwoch, den 11. Januar Berlin: 16.15 Sind Schrullen heilbar? (W. Leibbrand). 16.30 Aus Hannover: Nachmittagskonzert. 17.30 Die Hereros kommen: 17.45 Die junge Generalion. 184)3 Cornelius- Mendelssohn. 18.30 H. Brandenburg: Eigene Dichtungen. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Mandolinen- ordiesterkonzert. 20.00 Einer von 80 Millionen. 20.15 Denken Sie mal feste mit! (Lustiger Abend). 21.10 Aus der Philharmonie: Sinfoniekonzert. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 F au st (Dr. Freyhan). 16.30 Aus Hamburg; N'adi- mittagskonzert. 17.10 Die deutsche F liege r- iruppe(E. Splitt). 17.30 Religion. 17-55 Tägliches Hauskonzert. 18.25 Phrlosopliische Arbeitsgemeinschaft. 18.55 Wetterbericht. 19.00 Französischer Sprachunterricht. 19230 Das Gedicht 19.33 Aus Breslau: Konzert 20.30 Erdachte Gespräche. 20.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.43 See- Wetterbericht 23.00 Aus Köln: Nachtmusik und Tanz. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Enropaprogramm im„Volks- funk", monatl. 96 Pf., durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. Wetter für Verlin. Meist trübe ohne erhebliche Niederschläge, laposam sinkende Temperaturen.— Für Deutschland. Im Osten und VÜden meist trübes Frostwetter, im übrigen Reiche keine Aenderung, im Nordwesten aufkommende Regen- neigung. Veranlwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirischast:©. Klingelhöser: Gcwerkschastsbe- wegung: I. Steiner: Feuilleton: Herber, Le« p d r e: Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt; Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin' Ber- lag: Vorwärts-Verlag G m. b H.. Berlin. Drucke Borwärts-Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 08, Lindenstr 3< Bezugs- bedingungcn und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen-Ausgabe des„Vorwärts" verösfcntlicht. Hierzu I Beilage. Flucht aus dem chinesisch-japanischen Kampfgebiet Chinesische Flüchtlinge mll der geringen Habe, die sie in der Eile zusammenraffen konnten. Der Vormarsch der Japaner auf die Grenze von Iehol hat zur Flucht der Bevölkerung aus dem um strittenen Gebiet geführt. Allein in Shanhaikwan kostete ja das Bombardement der Stadt an einem einzigen Tage 1799 Einwohnern das Leben. UdkuMimg auch bis!8 nonatsralsn Berlin W8.Leipciqei-SliM22-123 »taals|||� Thcafcr Mittwoch, den 11. Januar siaatsoper unter den Linden 20 Uhr Der fliegende Holländer tS. Flora 3434. fiaotoert. Guido und seine 20 Wienerinnen Konzertier n Gaston Palmer der lastigste Jongleur Trio Walkmlr in seiner neuen unerreicht Perche-Arbeit Kurt Fuß Lonlllcuscr.OreteWeiscrm». VOLKtBUHNE'BnliieiTMlt ■■■• SOM» nülAumaiMVan«» u 1 rheater am Bülowptatx rtglidi 8 Uhr D I Norden 0130 Oliver Cromwells Sendung v. Waller Oilbricht. Regie Heinz Hilpen mit Eugen Klopfer staatiiones Schauspieiliaus 20 Uhr Nora $lä(lt.Oper Charloticnburs Fraunhofer 0231 Mittwoch, ll.Januar 20 Uhr Turnus I Die Prinzessin von Trapezunt ü isinger. Schustei, rnnd. Braut, Burgwinket, Gombert, Gronau, Kandt Heyer Dirigent; Mo Mar KurUIrslenäTit Kartürsteedainra 209 Tel Bism. 1400 Täglich RH Uhr Glückliche Reise Operette nm KQeuelte in der Premtcrenht. setznsg liiii Stetliner Sänger ■ Reicltshallen-Tlt., Dönltoffpl. 8.15, Sonntags 3.30 zn ermHDisten Preisen Das große Januarprogramm: Die lißüen Erben CASINO-THEATER SV« lothringer strafte 87 iiiimmifiiiNMiiiiinMiiiiMtnitiii 8% «iiimimin Täglich Bunte Bühne: Variete, Kabarett, Theater Onkel Mnz, der Ebestifter Gutschein 1— 4 Personen- Parkett nur 0.60. Fauteull 0.75. Sessel 125 Sonntag 4 Uhr; OakelHns, KI. Preise. Mdimlr. 53 Mttot, 625 Täglich Uhr Auslandsreise mit Felix Drcuar Maria Pandler Oscar Sabo, L6nt, Behai, Berghof, Witt QQBBQDQQ Blsmarckstr.(Knio) Sleinpl.(CD ntt.i Täglich«V. Uhr Die Männer sind mal so Mnifc: Walter Killt SIuM Mtaaa Sta U.Jan.. 4Uhr Robert«oa Bertram idli'lldJA ifose- Theater IraSt Fraotbrtir Ural« 132 Tit.«eiteH E 2 3422 5.15, y.3J Lhr Die Zirkusprinzessin Restamant Berlins HomOdienhaus Schiffbauerdamm 25 Id. 02«116.6304-05 Täglich 8% Uhr Das Haus dazwischen mit Max Adalbei t Jakob TiedtKe Kaslk: SpelMr 3. Bx E». Beodows Boote Bühne Kottbusser 5 trade 6 Oberbtoo 3900 Täglich Uhr Stgs. nachm 4 U de doüe Kiste Homöopathie Bebanär. I Mark| Jieff»Unistr. 0 tsaere tt. Bemal. leVSCT 19-!, 4-7.Sbmserer stolzen Feldgrauen" erzählt hatte und glaubten nun, man würde uns hier auf feindlichem Boden in patriotischer Begeisterung begrüßen. Aber als wir mit einer Musikkapelle an der Spitze durch die Straßen zogen, sahen wir keine winkenden und jubelnden Feldgrauen, sondern müde und abge- kämpfte Soldaten und hörten kein Hurra, sondern höhnische und haßerfüllte Rufe:„Jetzt holen sie schon die Babys.".Linder, haut ab. seid froh, daß ihr mit dem Schlamasiel nichts zu tun habt!" So kamen wir in unsere Quartiere. Es waren leerstehende Schulen in Sedan und in Dörfern umher, in die wir nach Kompanien verteill wurden. Ich kam mu e»wa-199 Kameraden nach Floing, mein Bruder kam nach Vigny ganz in der Nähe. Wir richteten uns in unseren Stuben ein, stopften die Strohsäckc voll und schrieben Feldpostkarten an die Eltern. Am nächsten Morgen begann unser Dienst, der immer gleich blieb: Früh um 6 Uhr marschierten wir unter Führung von Unter- offizieren zur Crnteorbeit auf die unübersehbaren Weizenfelder rings um Sedan, kamen zum Mittag- essen zurück und arbeiteten dann wieder bis 7 Uhr abends. Für uns Großstadtjungens war es neuartig und schön, halbnackt unter der Glut der sengenden französischen Sonne auf den Weizenfeldern zu stehen, Garben zu binden, und die Erntewagen voll zu laden. Wir waren gesund und arbeitssroh und in wenigen Tagen hatten wir braune, sonnen- verbrannte Körper. Wenn wir abends müde heim- kamen, saßen wir noch vor dem Einschlafen auf unseren Strohsäcken und sangen die Soldaten- lieber, die wir hier gelernt hatten, das Lied von der„Annemarie" und das„Argonnerwaldlied". Eines Nachts weckte uns dröhnender Gesang. Wir risien die Fenster auf und atmeten erregt die kühle Nachtluft. Unten marschierten Truppen. Bataillon auf Bataillon in endlosen dunklen Kolonnen. Wir sahen nur die Stahlhelme, auf denen weiß der Mond lag, und hörten den harten Marschtritt und den Gesang drohend durch das Dunkel. Der Aug der Truppen dauerte die ganze Nacht. Am nächsten Tag war das Dorf leer, kein Soldat war mehr zu sehen. Auw ersten Male hörten wir Geschützfeuer in der Ferne. Im Heeres- bericht stand: Berdun-Schlacht. In den Nächten konnten wir nicht schlafen, erregt horchten wir aus das Trommelfeuer, das dumpf von der Berdun-Front herüberkam. In die Ferienarbeit dröhnte die nahe Schlacht. Einmal schlich ich mit einigen Kameraden nachts zu der Anhöhe auf das große Neiterdenkmal, da sahen wir den Horizont glühen und begriffen den Sinn des Wortes„Feuerzone". Wir standen am Nande des Krieges. Wieder ein heißer Tag. Sonnenglut lag auf den Weizenfeldern, unbarmherzig quälte uns die Hitze Plötzlich ein feines dünnes Surren: Flieger. Wir suchten mit geblendeten Augen den Himmel ob und dachten an keine Gefahr. Wir sind ja keine Soldaten, nur Iungens in Iugendwebr- unijorm hinter der Front aus Erntearbeit. Wie konnte uns etwas geschehen! Da schrillen laute Kommandos, die Unteroffiziere schreien über das Feld und winken hastig mit erregten Armen: Fliegeralarm! Deckung' Wir stürzen auf, lausen durcheinander, verstecken uns planlos unter den Erntewagen, unter den Garben, pressen uns angsterfüllt dicht zusammen und hören die Kam- mandos, das Scharren und Laufen der sich Per- bergende». Lauter surrt oben der Flieger. Oder sind es mehrere? Sie nüiffen tiefer gegangen sein und sind wohl gerode über uns. Da kam etwas Unerwartetes, nie Gehörtes: ein Krachen und Bersten rauschte auf, einmal, zweimal, die Luft dröhnte in unseren Ohren. Dann Surren, leiser werdend, bis es sich in der Ferne verlor. Und Stille. Rufe der Unteroffiziere. Bleich« Gesichter zeigten sich. Traten in Rechen an. Fremde Augen tasteten die Rechen entlang. Schweigender Ab- marsch. Erst im Quartier erfuhren wir. was geschehen war: Die Fliegerbomben ha'ten das benachbarte Feld getroffen. Mitten in die sinnlos vor Angst zusammengelaufenen Jungen, die zur Kompanie von Vigny gehörten. Zwei Tote, drei Schwer- verletzte. Der eine Tote war mein dreizehnjähriger Bruder... Vielleicht wird es Sie wenig interessieren, was jetzt noch folgt. Für mich war es entscheidend für mein ganzes Leben. Das ist schwer zu erzählen. Etwas hatte uns berührt, was uns nur aus Büchern bekannt war. Oder auch aus den Aeitungen mit chren Trauer- anzeigen:„Gefallen..." und ein Eisernes Kreuz über den Worten, die schwarz umrändert waren. Nun hatte uns der Atem des Todes gestreift, wir blickten dem Grauen in die Augen. Zur Trauerfeier marschierten alle Jugend- kompanien nach Sedan. Ich werde das wohl nie vergessen, diesen schweigenden Marsch über die Anhöhen der Maas, enllang an blühenden Gärten und wogenden Kornfeldern. Kein Lied, kein Ge- sang. Verstörte/ nachdenkliche Knabengesichter. Vorbei an grasüberwachsenen Massengräbern. In Sedan eine schwarz verschleierte Frau. Meine Mutter. Als sie mich umarmte, hatte sie keine Worte und kein? Tränen. Sie strich mir suchend über das Haar mit ratlosen Händen, ihre Augen waren trocken und fremd. Zwei kleine Särge standen in der Mitte. Fohncnüberdeckt. In einem alin waren die zu- sammenaescharrten Ucberrestc meines zerfetzten kleinen Bruders. Die Tränen— immer zurückgedrängt— waren nun in meinem Gesicht. Meine Mutter blickte tränenlos und verloren auf den Sarg. Worte zerbrachen die Stille. Der Feldgeistliche war an die Särge getreten und hielt die Trauer- rede. Ausgerichtet standen hinter chm die langen Reihen der I'.'gendkomvanien. Eintönig rannen die Worte. Da sah ich die Gestalt des Feldgeistlichen einen Schritt näher kommen und begriff, daß er unsere Mutter trösten wollte. Ich horchte auf die Wort«, Eine Scftuie der stieße? Von Jh. Vlattin Haim Der russische Philosoph und Mystiker S o l o w j e w stellt in seiner Betrachtung „Nemesis" den Satz auf, der Krieg bilde für die Völker eine Schule der Liebe zu chren Feinden. Im Kriege— so meint Solo.wjew— lernen die Gegner einander schätzen und verstehen. Dieses ritterliche Achtungsgefühl unterscheide sich aber nicht mehr wesentlich von„Liebe". Auch Philosophen können irren. Und man dürfte über die Auffassung Solowjews, die im Kriege den Erzieher zur Feindesliebe sieht, mit einer Handbewegung hinweggehen, wenn sie eben nichts als eine Philosophenjchrulle wäre. Tatsächlich ist jedoch— darüber wollen wir uns nichl täuschen— noch heute jene Ueberzeugung weit- verbreitet, die als ideologische Grundlage der Kriegsromantik bezeichnet werden muß: die Ueberzeugung von der Ritterlichkeit des Krieges. Wie steht es mit dieser Ritterlichkeit? Da ist zunächst auffällig, daß schon im Altertum die Kriege viel weniger romantisch waren, als uns die Kriegsideologen glauben machen wollen. Zumal Homers.Alias" gibt uns ein« einzigartige Schilderung antiker Kriegssitten, eine Schilderung, die auch für das Altertum die Legende van der Ritterlichkeit des Krieges unerbittlich widerlegt. Homers, Leiden" beschimpfen einander„wie die Rohrspatzen", und als ein Dämon des Hasses wirkt Achill, der den Leichnam seines Todfeindes durch den Sand schleift. Und was haben gar moderne Kriege mit „Feindesliebc" zu hin! Je mehr im Kriege der Soldat als Einzelpersönlichkeit zurücktritt und gleichsam zum Kriegs Material, zum.Lananen- futter", ja zu einem bloßen Zubehör der Chemie und Industrie herabsinkt, um so furchtbarer zeigt sich der Krieg in seiner ganzen Unritterlichkeit und Grausamkeil. Nicht gegenseitige Achtung, sondern gegenseitige'Aechtung der Bölker. nicht liebevolles Verstehen, sondern blinde Diffamierung haben wir alle an dem Beispiel des entsetzlichen Weltkrieges erlebt. Man komme nicht mit dem Einwand, der Völksrhoß richte sich gegen Gruppen und nicht gegen den einzelnen„Ausländer"! Das ist faule Ausrede. Denn der Gruppeichaß muh jeden oder fast jeden Gruppenangehörigen als Individuum treffen. Nein, der Krieg ist keine Schills der Liebe. Wohl aber ist der Mangel an Liebe, der Bkangel an Verstehen wollen, der Mangel an ritterlicher Gesinnung im Bölkerverkehr der gefährlichste Wegbereiter des Krieges. Und hier schließen wir uns gern der These von Max S ch e l e r an, daß der Krieg den 5)aß nicht eigentlich schasse, sondern enthülle— dem Eiter ähnlich, der eine schon bestehende Ent- Zündung offenbart. Deshalb gilt es, Brücken zwischen den Völkern zu bauen, nicht allein Brücken der Organisation und der Diplomatie, sondern in erster Linie Brücken des tiefinnerlichen Verständnisses und des ungebrochenen, unbeirrten Friedens willens. Auf daß eine neue Welt- kotastrophe der Menschheit erspart bleibe und das Wort Ulrich von Huttens sich erfülle:„Es ist ein« Lust, zu leben!" HctA&en&fVetteY at*> der ItcußeC... Samuel v. Blutschky(1612— 1678). Der Krieg blühet schön, bringet ober böi« Früchte: stehet vorn im Angesichte kühn und freudig, aber auf dem Rücken totenbleich und voller Wunden. Seine Standarten, Helm, Küraß, Schwerter, Musketen und Kartaunen glänzen:n mutigen und frischen Zlugen sehr zierlich, in er- fahrenem tödlich, und sind ein Spiel des ungewissen Glückes, ein Spiel mit strengem und grausamem Ernst vermengt, darauf Freiheit. Regiment, Leben und zeilliche Wohlfahrt gesetzt. Wer diese scharfe und lebensgefährliche Arznei einmal versucht, wird ihrer so leicht nichr mehr begehre», es treibe ihn denn die äußerste unumgängliche Not dazu. Ein Feuer ist bald angezündet, aber so bald nicht wieder verlöscht. Das Land kann man leichl mit einer Kriegsbrunst anstecken, aber dasselbe wieder in Ruhe und Frieden setzen, bedarf große Mühe und weises Gehirn. Pascal(1623—1662). Diebstahl. Blutschande, Kindes- und Batermord, alles hat schon zu den tugendhaften Handlungen gehört Gibt es wohl etwas Lächerlicheres, als daß ein Mensch das Recht hat, micr zu töten, weil er jenseits des Wassers wohnt, und weil sein Fürst eine Klage gegen den meinigen hat, obgleich ich durchaus keine gegen ihn habe? Herder(1744—1803). Der Kreig, wo«r n-cht erzwungene Selb;:: teidigung ist, sondern ein toller Angriff auf eine ruhige denachban« Nation, ist ein unentschuld- die laut über den Platz hallten:„II n d du, deutsche Mutter, sei stolz, daß auch dein junger Sohn so früh schon sein Leben hat hingeben dürfen für sein Vaterland!" „Hat hingeben dürfen!" Irl) zuckte zusammen und wiederholte mechanisch diesen Satz, während der Geistliche weitersprach. Ich begriff nicht und blickte hastig in das Gesicht imserer Mittler, die aufrecht und unbewegt neben mir stand. Ich blickte hilfesuchend hinüber zu den Kameraden, lind ich erhielt Antwort! Eine Welle der Bewegung ging durch die starren Reihen. In schmalen Gesichtern standen entsetzte aufoerissenc Augen. Haß war in ihnen, Haß und Empörung. Sie grüßten uns im geheimen Einverständnis, in leidvoller Verbunden- heil, sie waren alle Kinder, die ihre M-utier schützen wollten gegen Kränkung und Roheit. Der Feldgeistliche fühlte, wie der Haß aus den jungen Gesichtern an ihm herankroch, und beendete un- sicher und rasch seine Rede.---- Sehen Sie. das ist es, was ich Ihnen zu er- zählen hatte. Jene simllose Phrase, mit der der uniformierte Diener Gottes meine Mutter be- leidigte, hat mich wachgerüttelt. Ein Vorhang ging hoch. Seitdem glaube ich nicht an das Helden- tum des Krieges Das Bild eines gemordeten Kindes, das zufällig mein Bruder war, und die seelenlose Phrase eines Feldgeistlichen stehen am Beginn meines ermachten Denkens. Es hat mich zu den Millionen geführt, die eine n-me Welt aufbauen wollen." bares ärger als tierisches Beginnen, indem er nicht nur der Nation, die er angreift, unschuldigerweise Aiord und Verwüstung droht, sondern auckz die Nation, die chn führet, ebenso unverdient als schrecklich hinopfert. Kann es einen abscheulicheren Anblick fiir ein höheres Wesen geben als zwei ein- ander gegenüberstehende Menschenheere, die un- beleidigt einander morden? Und das Gefolge des Krieges, schrecklicher als er selbst, sind Krankheiten, Lazarett«. Hunger, Pest, Raub, Gewalttat, Per- ödung der Länder, Verwilderung der Gemüter, Zerstörung der Familien. Verderb der Sitten aus lange Geschlechter. Alle edlen Menschen sollton diese Gesinnung mit warmem Menschengefühl aus- breiten, Vater und Mütter ihre Erfahrungen dar- über den Kindern einflößen, damit das fürchter- lichc Wort Krieg, das man so leicht ausspricht, den Menschen nicht nur verhaßt werde, sondern daß man es mit gleichem Schauder als den Veits tanz, Pest, Hungersnot, Erdbeben, den schwarzen Tod zu nennen oder zu schreiben kaum woge. Guy de Maupassant(1869— 1893). Die Kriegshelden sind die Geißel der Welt, Da ringen wir mit der Natur, da kämpfen wir mit der Unwissenheit, gegen Hindernisse aller Art. um unser elendes Leben weniger hart zu gestalten. Da verwenden Menschen, Wohltäter, Gelehrte ihr Leben zur Arbeit. Da suchen sie nach Mitteln, ihren Brüdern zu helfen, sie zu unterstützen, ihr Los zu erleichtern. Da häufen sie, ezfrig bedacht auf ihr« gemeinnützige Aufgabe, Entdeckungen an. Da bereichern sie den menschlichen Geist, erweitern die Grenzen der Wissenschaft. Da liefern sie Tag für Tag dem Verständnis eine Summe neuen Wissens, Tag für Tag schenken sie ihrem Vater- lande Gesundheit. Wohlstand, Stärke. Dann kommt der Krieg, und in 6 Monaten hoben die Generäle die Früchte von zwanzig Iahren der Arbeit, der Geduld, der Genies zunichte gemacht. Was haben sie denn geleistet, die Kriegshelden, um ein wenig Verstand zu beweisen? Nichts. Was haben sie er- funden? Kanonen und Gewehre— das ist alles! Hat der Eriinder des Schubkarrens durch die ein- fach« praktische Idee, den zwei Handhaben ein Rad beizugeben, für die Menschen nicht mehr geleistet als der Erfinder der modernen Befestigungen? General Baden-Powell(18S7— 1915). Jeder, der wie>ch den Krieg in allen seinen Gestalten kennen gelernt, hält ihn für hassenswerter als den Teufel, die Schrecken des Krieges be- deuten für mich den schlimmsten Anachronismus. 3iifammcnpr«'tcnt von Gustav Aastn. t'rich QiMigeirnn Stammgast det Hxieqeb Er nennt sich eigentlich„Wahrheitskämpfer Richard Silber". Bei medizinischem Lichte be- sehen entspricht sein Wesen wohl nicht ganz der menschlichen Norm. Doch man sieht das kleine Männchen meistens nur im Halbdunkel des preu- ßischen Ehrenmals der Kriegsgefallencn. In der alten Neuen Wache, so wurde dekretiert, wehen den geopferten Kriegern die Palmen des Friedens. Unter chnen zieht Silber in den Kampf für die Wahrheit. Silber ist Reden. Wenn man den eifrigen Wahrheitskäinpfer hier trifft, und man trisft chn oft hier, will er eine Ansprache gegen den Krieg halten. Wer jedesmal kommt der Slufsichtsbeamte »ich verbietet ihm das laute Work. Die Stätte des Gedenkens soll eine Stätte der Stille, keine der Propaganda jein, auch keine der Propaganda gegen den Krieg, an den sie erinnert. Wahr- heitssucher SUber erklärt daraus, daß ihm das Gebot Gottes, dem er folge, wichtiger fei als das Gebot der Behörden, seine Makellosigkeit am Tage des jüngsten Gerichts wesentlicher als seine Unbeschollenheit beim Termin vorm Amtsgericht. Doch der AusichtsbeanUe läßt sich nicht erweichen, obschon er in der Art, in der er mit seinem Stammgast spricht, zeigt, daß er ein weiches Her.;� hat— am Ende siegen seine Bestimmungen über seine Stimmungen. Wahrheitskämpfer Silber— schweigt schließlich. Er ist ein Rebell in Preußen. Wie oft hat sich diese Szene schon wiederholt! Wie oft wurde Richard Silbers Krieg gegen den Krieg schon im Ansang abgebrochen! Hat es ihm das Herz gebrochen? Traurig blickt er jedesmal auf die Blumenkränze des Gedenkens, die das Ehrenmal umblühen, mit bekümmertem Blick liest er auf den beigehefteten Schleifen die Namen der Spender. Er sieht unter den Blumen Schlacht- felder, auf den Schlachtfeldern Millionen Leichen. er sieht den Krieg. Er hört den Donner der Geschütze, das Pfeifen der Granaten, das Schreien der Verwundeten, das Weinen der Mütter, er hört den Krieg. Er will dem Kriegsgott zu Leibe ziehen und erlebt immer wieder von neuem, wie sein eigenes Schwert zerbricht. Don Quichotte ist eine komische Gestalt. Don Quichotte ist eine tragische Gestalt. Das also wäre der Stammgast am Ehrenmal der Gefallenen: ein einfältiger Weiser, ein Narr in Christo. Cr ist wie der Krieg, den er be- kämpfen will: so sinnlos, ein Gespött der Vernunft und, mehr noch als jenes Monument aus Stein, das er scheu umschleicht, ein Mahnmol, das erschüttert. Denn er. der lange veeschüttet lag. tut Gas, im Trommelfeuer— et ,st selbst de« Krieges Opfer. Sportparlamente Die Generalversammlungen der Verbände in nächster Zeit Der Zlrbeiter-Angler-Bund Deutschlands wird seinen Bundestag Ostern in Magd«- bürg abhalten. Zum ersten Male seit Bestehen des Bundes werden die Delegierten darauf oer- zichten müssen, den Vorstandsbericht vom ersten Vorsitzenden persönlich zu höreni Genosse Pfaffen- schläger ist seit Wochen krank und wird kaum in Magdeburg anwesend sein tonnen. Wenn sich, wie „Der Freie Angler", das Bundesorgan, durch- blicken läßt, wegen der Ärankheit Pfafsenschlägers etwa die Wahl eines anderen zum Bundesvor- sitzenden ergeben sollte, so sei, schreibt das Blatt, davon auch die Frage des Vorstandssitzes ob- hängig. Unserem Erachten nach kann eine große Or- ganisation ihren Hauptsitz gar nicht woanders haben als in Berlin, wo last alle Reichsbehörden und die des größten deutschen Landes ansässig sind. Ein Bundesvorstand wird immer im zen- tralen Sinne tätig sein müssen� aus diesen Er- wägungen heraus haben jetzt ja auch fast alle gewerkschaftlichen Organisationen, hat die Partei und ihre Nebenorgainsationen, haben aber nicht zuletzt die Sportler in der Zentlalkamission für Arbeitersport und Körperpflege ihre Leitungen in Berlin. Aber wir wollen die Entscheidungen des Bundestages des Angler nicht beelnflussen. Einen großen Raum im Programm der Tagung wird die Frage der G e w ä s j e r p a ch t u n g einnehmen. Hier verlangt der Vorstand mehr Zen- tralisation. Ueberall da, wo vom Bund aus die Wirtschaftlichkeit der Gewässer beeinflußt werden konnte, sind die Angler gut gefahren, wo aber von einzelnen Vereinen die Pachtung zu sehr nach dem Vereinsstandpunkt behandelt wurde, da stellten sich oft Schwierigkeiten ein. Der Vorstand zerstreut in diesem Zusammenhang auch die Be- denken der Mitglieder gegen die von ihm ge- forderten Fangstatistiken. Nicht Neugier oder die Absicht, die Angler zu benachteiligen treiben den Vorstand zu diesem Verlangen, sondern die Fest- stellung der Wirtschaftlichkeit der Gewässer, wozu auch eine etwaig« Neubesetzung mit„herausge- angelten" resp. noch gar nichi vorhandenen Fisch- arten gehört. Die Arbeiter-Angler sind eben waid- gerechte Sportler, sie ernten nicht nur, sondern sorgen auch für den Nachwuchs. Großes hat der Bund in seinen Dauer- k o l o n i e n geschassen Berlin ist hierin wegen seines Sportwasserreichtums führend. Ueberall sind solche Kolonien entstanden und in letzter Zeit sind sie über den Charakter als Wochenend- und Ferienaufenchalt« hinaus gewachsen in der Ko- lonie H e i l i g e n s e e, wo massive Wohnhäuser mit 600 Quadratmeter Garten, Bootsstegen und Badegelegenheiten für eine Monatsmiete von etwa 37 Mark entstanden sind. All das wird der Bundestag berücksichtigen müssen, wenn er über die Arbeit des Vorstandes urteilt Was neu vom Vorstand und der Bundeszeitung gefordert wird, ist die Pflege der„Wohnungsfisch- zucht", die A q u a r i u m p f l e g e. In Oesterreich haben sich Angler, Jäger und Aquarienfreunde ver- einigt— auch eine Zentralisation! Wir wissen aus eigener Erfahrung, daß die Ar- beiter-Angler eins Opposition in dem Sinne, wie sie oft in anderen Arbeitersportorganisationen anzutreffen ist, nicht haben. Der gärende junge Most hat sich bei den Anglern— personell gesehen— in abgeklärten, älteren Wein ver- wandelt, bei dem eine Flasche auch mal ein wenig nach Korken schmeckt wo aber die Marke doch als gut bekannt ist. So wird der Vorstand auch eine„Opposition" finden, die ihre Kritik nur zum besten des Bundes gemeint wissen will. Das wird in der beanstandeten Beitragshöhe der Fall sein, wie auch beim Referat Bürde- Hannooer, dessen Vorschläge so starke Beachtung fanden, daß Bürde ein eigenes Referat auf dem Bundestag zuaewiefen erhielt. Immerhin meinen viele Angler. Rom sei auch nicht an einem Tage erbaut worden! Auf jeden Fall werden die Arbeiterangler ihren Bund auch durch diese schwere Notzeit hindurch- bringen, des sind wir gewiß. In diesem Sinne: Frei Petri Hell! Die Freien Segler lassen in diesem Jahre ihren sonst in einjähr- lichen Jnterwallen stattfindenden Seglertag aus- fallen. Finanzielle Rücksichten auf die Leistung?- fähigkeit der Verbandskasse sowohl wie auch auf die der einzelnen Vereine und Mitglieder war nicht der letzte Grund dafür; der Beschluß aus Hinausschiebung um ein Jahr betont aber auch das Vertrauen zum Verbandsvorstand. Trotz aller wirtschaftlichen Misere kann festgestellt werden, daß die Beteiligung an den Verbandsveranstal- tungen wie Regatten, Seetresfen ge- stiegen ist. So war beispielsweise das vorjährige Seetresfen ein voller Erfolg, viele Bootseigner scheuten nicht den umständlichen Wasierweg aus dem Binnenlande nach Stettin oder gewagte Fahrten über See. Selbst die Transporte über Land nach Swinemünde haben zugenommen. Er- wähnt sei in diesem Zusammenhang die Fahrt eines selbstgebauten Kutters nach Helsingfors. Wenn der einzelne Verein durch die Arbeitslosig- keit seiner Mitglieder auch oft recht schwer zu kämpfen hat, noch sind alle Mann an Bord im Verein wie im Verband! Wir freuen uns. das die Verbandszeitschrist feststellt, auch im neuen Jahr wird es bei den Freien Seglern heißen: die Schooten dicht und durchhalten, das Ziel fest im Auge— die Frecheit! Solidarität Die Massenorganisation der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer tritt Ostern in Würzburg zum außer- ordentlichen Bundestag zusammen. Hier wird der Vorsitzende Niemann die Gründe bekanntgeben. warum man zu einer Abänderung der Be- stimmungen über Raddieb st ähle und der obligatorischen Haftpflichtversicherung für Motorradfahrer kommen müsse. Der Bund hat 1932 allein für die Radfahrer, denen das Rad gestohlen wurde, rund 123 009 Mark und für die Motorradfahrer in der Haftpflicht rund 121 000 Mark ausgeschüttet. ,, Freiheit"-Pleite Die Stadt Berlin muß die Schulden eines kommunistischen Rudervereins bezahlen Nun ist also der kommunistische Ruder- verein„Freiheit", über den wir Anfang November unseren Lesern interessante Einzelheiten mittellen konnten, engültig pleite g e gangen. In einer Borlage an die Stadtverordneten be- richtet darüber der Magistrat und erklärt, daß er für die 7S000 Mark, die„Frecheit" seinerzeit von der Butabbank zum Bau eines Bootshauses gepumpt hatte, infolge der Bürgschaftsübernahme geradestehen müsse. Die Stadl Berlin muß also die Mißwirtschaft der Kommunislen in diesem einst blühenden Verein mit dem Geld der Steuerzahler büßen. Der Ruderverein„Freiheit" war, als er wegen der Nichtbefolgung der Satzungen und wegen der Hetze, die in ihm wegen alles, was nicht kom- munistisch war, getrieben wurde, aus dem Ar- beiter-Turn- und Sportbund hinausflog, die Hauptstütze der kommunistischen„Kampsgemein- schast für rote Sporteinheit". Man wirtschaftete aus dem Vollen, denn es stand ja das Darlehen der Butabbank zur Verfügung. 73 000 Mark für einen Bootshausbau zu verpulvern, das hat ein Arbeiterruderoerein noch nie fertig gebracht; erst den Kommunisten blieb es vorbehalten, dieses Kunststück fertigzubringen. Als Vorbild lür den Bootshausbau dienten offenbar die Anlagen der sonst so heftig bekämpften bürgerlichen Ruder- vereine, die. auf den Geldbeutel ihrer alten Herren gestützt, Prunkbauten an den Ufern der märkischen Wasserstraßen aufführen konnten. Aber„Frei- heit"-wäre vielleicht an den 73 000 Mark, für die recht gute Rückzahlungsbedingungen gegeben waren, noch nicht zugrunde gegangen. wenn nicht das kommunistische Arbeitersport- und Kulturtärtell diesey Verein als frisch- milchende Kuh benutzt hätte. Der Verein wurde von den Drahtziehern in der Zentrale oeranlaßt, noch einmal eine Hypothek von 13000 Mark für das kommunistische Kartell aufzunehmen. Von diesen 13 000 Mark hat der Verein nicht einen Pfennig gesehen, wohl aber wurde damit das Kartell, lies die Kommunistische Partei, finanziert. Auf da- tollste wurde im Ver- ein gewirtschaftet, allerlei Ausschüsse arbeiteten im Dunkeln und waren nie zu einer Bericht- erstattung an die Mitglieder zu bewegen. Die Butabbank und die Stadt Berlin bekamen kein Geld mehr, die deswegen angestrengten Prozesse kosteten dem Verein über 1000 Mark. Schließlich mußte der Verein seine Boote der Stadt ver- pfänden, aber siehe da, man fand nur noch ganze 11 Stück! Es ist nicht nur die Arbeitslosigkeit der Mit- glieder, wie in der Slad'verordnetenvorlage zu lesen fleht, die den verein zur Pleite getrieben hat. es ist die kommunistische Parteiwirtschaft, die der Stadt jetzt teuer zu stehen kommt.„Freiheit" hat nicht mehr Arbeitslose als andere Arbeitervereine, aber diese anderen haben eine geordnete Finanz- Wirtschaft, während„Freiheit" Gelder für die kommunistischen Parteiinstanzen hergeben mußte. Bewußt hat man die Butabbank und die Stadt Berlin als Bürgin aussallen lassen! In Zukunft wird es sich die Stadt sehr überlegen, ehe sie wieder Bürgschaften für Sportvereine übernimmt, so schädigt die Kommunistische Partei den Arbeitersport! In der Stadtverordneten- Versammlung aber werden die Kommunisten noch Rede und Antwort stehen müssen. ★ Generaloersammlung bei Eollegia. Die Gene- ralversammlunq des Arbnter-Rudtrvereins Calle- giz gestaltete sich zu einer außerordentlichen Per- trauenskundgebung für den Vorstand. Aus den Berichten konnte man die weitere gute Cntwick- lung oes Vereins an der neuen Wirkungsstätte in Gatow ersehen. Dem Vorsitzenden, Genossen Szumann, wurde zu seinem zehnjährigen Vor- standsjubiläum als Anerkennung für seine treue Arbeit ein großer Strauß Nelken durch die Mit- glieder überreicht. Der Verein stellt sich im Jahr !933 vollständig in den Dienst der Werbung neuer Mitglieder und hat zu diesem Zweck seinen Bei- trag wiederum herabgesetzt sowie die Ruderanlage im Tiergarten kStadtbahnbogen) für die Aus- l ildung der Anfänger gemietet. An den Uebungs- abenden Sonnabends von 19 bis 20 Uhr können sich Interessenten beim Trainer melden. Arbeiter-Handhall Der Stand der Serie Während die Fußballer ihre Serienspiele be- endet haben, stecken die Handballer noch mitten in chrer Serie. Das ist dadurch zu erklären, daß die Fußballer ihr- Serie in Frühjahrs- und Herbstrunde teilten, während die Handballer in Herbst- und Frühjahrsrunde spielen. Da nun für die Kreismeisterschafl nur zwei Vertreter der ersten Klasse in Frage komme», haben die Handballer auch nicht ein so langes Meisterschaftsprogramm, wie die Fußballer. Wie haben sich die einzelnen Mannschaften der ersten Klasse in der Herbstserie gehalten? Die Abteilung ist mit ihren Spielen noch nicht ganz zu Ende. Trotz- dem kann man sich aber schon einen Ueberblick erlauben. Wie zu erwarten war, liegt der Kreis- meister Wedding wieder an der Spitze der Tabelle. Von den bisher ausgetragenen fünf Spielen hat er alle gewonnen, auch die beiden letzten Spiele gegen Nordring und Nordost der FTGB. dürsten gewonnen werden. Allerdings muß sich Wedding gerade gegen diese beiden Mannschaften sehr an- strengen, sonst könnte es leicht zu unerwünschten Ueberraschungen kommen. Die folgenden Mann- schaften, eben jene Nordring und Nordost, streiten sich um den zweiten Plag der Tabelle Im ersten Spiel gelang es Nordring wohl, seinen Wider- sacher zu schlagen, ob es im zweiten auch gelingen wird? Von den Neulingen der ersten Klasse tonnte sich in dieser Abteilung nur Hennigsdorf, einer der Abstiegskandidaten der Vorserie, die im Entscheidungsspiel doch noch in der 1. Klasse oer- blieb, einen sicheren Mittelplatz erobern, während die zweite Mannschaft der FTGB.-Süden den letzten Platz einnimmt. Die Ableitung B hat ihre Spiele beendet. Hart wurde hier um die Führung gekämpft. Die Entscheidung konnte allerdings nur zwischen dem Favoriten Süden I und Volkssport Neukölln fallen. Und sie ist ge- fallen, indem die Neuköllner den Süden, wenn auch nur knapp, so doch verdient mit 1: 3 aus dem Felde schlagen konnten. Nach Beendigung der ersten Runde liegt also Volkssport mit zwei Punkten vor Süden. Eine Ueberraschung bildet das sehr gute Abschneiden des Bezirks Stralau der FTGB. Erst in dieser Serie zur ersten Klasse aufgerückt, gelang es den Spielern, den dritten Platz zu erobern. Wenn die Stralauer auch im ersten Spiel in der ersten Klasse gegen Süden mit ltz: 2 verloren, sie ließen den Mut nicht sinken. Die anderen Spiele wurden gewonnen, bis auf das Treffen mit dem Tabellenersten Volkssport, das die Neuköllner erst nach hartem Kampf mit 3: 2 gewinnen konnten. Eine Enttäuschung bilden in dieser Abteilung die Schöneberger und die Köpenicker. Während sie in der Vorserie noch in der Mitte der Tabelle zu finden waren, bilden sie jetzt den Schluß. Beide Mannschaften müssen sich in der Frühjahrsrunde sehr anstrengen, wollen sie dem Abstteg entgehen. 00 tnnJ iiimimimiimiimiimiiuiiiiimiiiimiiiiiiiiiiiniiiiniiimiiiiiiMiiiiiimiiiiiimniiiiiMmimiiiiiimiimiiimmiiimiiiiiniiiiiiimimiiiiimniiiwmimiiiiiiimmmminiiiiH Magische Figur Die Buchstaben sind so in die Felder der Figur einzuordnen, daß die sechz waagerechten und senkrechten Reihen oie gleichen Wört:r folgender Bedeutung ergeben: 1. volkstüm- sicher Ausdruck für eine kleine, entlegene Ort- schuft; 2. photographi scher Apparat: 3. weiblicher Vorname; 1. nutz- bares Land(Mehrzahl); 3. werblicher Vorname; 6. Zeitabschnitt,(ä— ae.) kV. Wortspiegelrätsel Kreuzworträtsel Eckenkreuzworträtsel lu. Es find Wörter zu bilden und so einzusetzen, daß die Wörter von I im Mittelspiegel enden, die Wörter von II dort anfangen. Die Wörter bedeuten: 1. männlicher Vorname; 2. männliches Schwein: 3, weiblicher Vorname; 1. schlechte Lage; 5. Scharm; 6 Insektenlarve; 7. Gangart; 8. Nähr- mutier; 9 Menschenrasse: 10. Leibriemen.— II. 1. leichtes Gewebe; 2 Teil des Weinstocks; 3. Insekt; 1. Laut; 3. menschlich« Schwäche; 0. Stodt in Holland; 7 Manneszierde; 8. weib- sicher Vorname: 9. Naturerscheinung; 10. Täuschung. Nach richtiger Lösung müssen sich die Wörter gegenseitig spiegeln. Die Buchstaben im Mittel- spiegel«rge.en(von oben nach unten gelesen) einen unvergeßlichen Genossen. H, O. Waagerecht: 1. Teil d. Gesichts; 1 Stadt a. d, Goldküste; 7. w. Vorname; 8. Stadt im Rheinland: 11.-; 17 Laubbaum(Mehrz.); 20. Behätter; 21. ehemalige deutsche Kolonie; 22. Haß; 21 Geliebte des Zeus; 27. Planet; 28. türk. Gruß; 29. kl. Gewässer; 32. deut'cher Dichter: 33. Einrichtung beim Rennen; 30. griech. Göttin; 37. ehem. deutsche Festung a. d. Weichsel; 38. Lärm.— Senkrecht: 1. m. Vorname; 2. Stadt tn Italien; 3. bek. Parsümerie-Erzeugnisse; 1. Vesuv; 3. Kind; 6. lat. Jahresbezeichnung; 9. franz Insel; 10. griech. Buchstabe; ll. Vogel- dung: 12. Fürwort: 13. Wikerrus; 13. N«benfl. d. Oder; 16. Ort in Holland; 18 Teil d. Priester- gewandes; 19. Apostel d. Grönländer; 22 Name vieler Städte; 23. bek. Gebirge i. Kleinasien; 23. Hohepriester: 26. bek. Ort in Bayern; 28. Knall; 29. Luftfahrzeug: 30. Fluß in Italien; 31. Streit; 33. Ort in Sachsen; 31. ital. Note(ch— 1 Buchstabe.) 11, 17 u. 29 waagerecht ergeben den Namen einer österreichischen Schriftstellerin. F. S. Waagerecht: 1. Küchengerät: 3. Farbe; 7. Heiliger; 8. männliche Bienen; 11. Rüsseltiere: 12. Oper von Verdi; 13. griechischer Liebesgott.— Senkrecht: 1. Mädchenname; 2. Stadt an der Wupper; 1. Stadt in Mittelengland: 3. Behält- nis; 6. Hüftwehkrankheit; 9 Stadt in Thüringen; 10. Gewürz.— Die vier Buchstaben in den Ecken- feldern, links oben beginnend, rechts herum ge- lesen, nennen eine altpersische Stadt. dw. Auflösungen der letzten Rätselecke Königszug: Zur höchsten List wird auch gar leicht sich brüderliche Bosheit halten, wer als ein Fuchs sein Amt erschleicht, der wird es als ein Wolf verwalten.(Kretschmann.) Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Birke; 1. E ter; 7. Ode; 8. Ulk; 9. Ida; 10. Pol; 11. Ebene; 11. Abend; 17. Aron; 18. Tula; 19. Elan; 22. Zlffe; 21. Elite; 23. Rolle: 27. Fes; 28. Gad; 29. Fee; 30. Rio; 31. Eleve; 32. Roten. — Senkrecht: 1. Boje; 2. Reger: 3. Eupen; 1. Eklat; 5. Titel; 6. Rand; 12. Babel; 13. Nogat; 13. Buffo; 16. Nadel; 20. Linde; 21. Neffe; 22. Arsen; 23. Flirt; 21. Egge; 26. Egon. Spiralenrätsel: Waagerecht: 2. Ohr; 3. Erna; 3. Tadel; 6. Natter; 8. Natrium; 9. Nürnberg, 11 Mackensen; 12. Genezareth; 11. Stolzensel«; 13 Nationalrat— Senkrecht: 1. Ro; 2. Ode; 1 Lena; 3 Turin; 7. Merkur; 8. Nashorn; 10. Naumburg; 11. Magdeburg; 13. Sauerbruch; 11. Saarbrücken.