Abend-Ausgabe � � � DONNERS' Nr, 20 B 10 50. Jahrg. SH B BBB M M M � B 12. Januar Ii - ijl#4� HAH iftf- «Rebaktton und Verlag. � ▼/ In Groß-Berlin «BetlinSWeS, Cinbenftr. 3 MAWD�X Auswärts..... JfenKpre««- CI7ClmtC«nl)offM2btt 2«»qug-dedlng-nsm im» A �ttaromma�«.«e�mott«-S«v. BERLINER V VOLKS BLATT Pflie ffllorsenousju Jentvatoega« der Sozialdemokratischen Oartei Deutschlands l'AO )33 10 Pf. 10 Pf. nzeigenpreil, be Nationaler" Filmheld von Endingen Oer kalsctie„NeimtceKrer" vor Oerichl— Blamagen der nationalen Hetzapostel Alle gegen alle! Antimarxigtische Kegierungshunst Dsr offene Krieg, der zwischen der Reichs- regierung und dem Reichslandbund ausgebrochen ist, ist auch nur ein Zeichen der Zeit, eines von vielen. Man hat dem deut- fchen Volke herrliche Zeiten versprochen, wenn nur der„Marxismus" von jeder Re- gierungsmacht entfernt werde. Das Ergebnis jedoch war, daß die sogenannte„nationale Rechte" in der furchtbarsten Weise ihre R e- gierungsunfähigkeit offenbarte. An Stelle der angekündigten Zusammenfassung aller nationalen Kräfte erleben wir einen Krieg aller gegen alle, der mit Mitteln der Intrige, der Kabale, der Hinter- llst und Niedertracht geführt wird. Früher sollte der„Marxismus" an der Not der Landwirtschaft die Schuld haben. Jetzt erklärt der Reichslandbund, diese Not habe„unter Duldung der derzeitigen Re- gierung ein selbst unter einer m a r x i st i- s ch e n Regierung nicht für möglich gehaltenes Ausmaß angenommen".— Also ging es der Landwirtschaft unter„marxistischen" Re- gierungen besser, als es ihr unter der gegenwärtigen„nationalen" Regierung geht! Wir nehmen das dankend zur Kenntnis. Nach der Mitteilung verschiedener Blätter war vor einigen Tagen GregorStraßer bei H i a d e n b u r g. Die Regierung be- stritt das sehr entschieden, sie behauplete, das sei eine Verwechslung: nicht bei Hindenburg sei Straßer gewesen, sondern bei Schleicher. Andeutungen der Rechtspresse lassen darauf schließen, daß S t r a ß e r mit Schleicher gegen Hitler konspiriert wie Hitler mit Papen gegen Schleicher zu konspirieren versuchte. Jetzt wird zugegeben, daß Straßer bei Hindenburg war! Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" will wissen, daß Hitler neuerdings bereit sei, sich mit dem Reichsinnenministerium und dem— Reichswehrmini st erium zu begnügen, welch letzteres es für sich per- sönlich in Anspruch nehme. Das der Re- gierung nahestehende Industriellenblatt fügt hinzu, daß dieser Plan„wohl keinerlei Aussicht auf Verwirklichung haben dürfte". Die.Lreuz-Zeitung", das Organ des Stahl- Helms, verzeichnet das Gerücht, daß der nächste Kanzler Gregor Straßer oder Br a ch t heißen werde. Hugenberg oder ein anderer Deutschnationaler würden die zu vereinigenden Ministerien der Ernährung und der Wirtschaft übernehmen. Inzwischen hat sich Herr von Schleicher vom Führer der Volkspartei. Herrn Dingel» d e y, über die schlechten Zeiten trösten lassen, später will er sich mit K a a s. Hugenberg und, wie es heißt, Anfang nächster Woche auch mit Hitler unterhalten. Es handelt sich dabei offensichtlich um einen Versuch, die Reichstagstagung noch über den ge- planten Termin des 24. Januar möglichst weit hinauszuschieben. Die Mitte, einschließ- lich der Deutschnationalen, ist für diesen Plan bereits gewonnen, und die Nationalsozialisten sind nach allgemeinem Urteil drauf und dran, sich ihm gleichfalls anzuschließen. Der 20. Januar, zu dem der Aeltestenrat ein- berufen ist, soll die Entscheidung bringen. Je länger der Reichstag vertagt bleibt, desto länger kann in Dunkel gemunkelt wer- den. Desto ungestörter kann sich das Treiben der Intrigen und Kabalen entwickeln, das die Ueberjchrift„nationale Politik" trägt! Die Sorgen der Reichsreglerung. Am Reichs- gründungsiag(18. Januar) wird in der gesamten Reichs- und preußischen Verwaltung geflaggt. Bracht hat die außerpreußischen Landes- regierungen gebeten, sich dem Vorgehen der Reichsregierung anzuschließen. jreibnrg i. Br.. 1Z. Zanuar. Das» Schösscngerichl in Jreiburg IB. sitzt heute über den mlschen Heimkehrer Daubmann alias Schneider Hummel zu Gericht. Die Komödie, die dieser gerissene Mann mit h i l s e der notionali st ischen Kreise Badens und später des gesamten Deutschlands zum Gespött der BZelt ausführen durste, wird seinen Richter finden. Mit dem Prozeß wird der Schlußstrich gesetzt werden unter eine Tragikomödie, die über vier Monate halb Europa beschäftigte. Noch ist die Geschichte des falschen Daubmann, dem es gelang, taufende von der nationalistischen Massenpsychose verhetzter Menschen zu täuschen und selbst den Blick eine-' wlitter zu verwirren, in aller Munde. Kein Wunder, wenn alt und jung sich um die Karten zur Teilnahme der Verhandlung reihen. Besonders groß ist natürlicy das Interesse in E n d i n g e n, dem Heimatort des wahren Daub- mann, wo der Schwindler sein Gastspiel gab. Da Hummel bereits ein umfassendes Gestäno- n i s abgelegt hat, dürfte die Verhandlung kaum noch wesentlich Neues bringen. Von den acht ge- ladenen Zeugen ist der frühere Bataillons- kommandeur des echten Daubmann. Major B u- miller, der wichtigste. Di« Anklage legt Hummel neben mehrfachem Betrug schwere Urkunden- f ä l s ch u n g und Dersicherungsschwin- d e l zur Lost. Am schwersten betastet Hummel der Brief, den er unter dem Nomen des echten Daub mann am 17. Mai 1932 von Palermo aus an die Eltern des gefallenen Daubmann richtete. In diesem Brief teilte er mit, daß er nach Isijähriger Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit in franzö- fischen Kerkern geflüchtet und mit einem Schiss nach Neapel gelangt sei. Er ersuche um Heber- sendung des Tauf- und Geburtsscheines. Das deutsche Konsulat in Neapel erhielt denn auch Tauf- und Geburtsschein Daubmanns, und am 28. Mai traf Hummel, von Tausenden erwartet, in Freiburg ein. Hier stellte er sich krank und täuschte eine Ohnmacht vor. Das Wiedersehen mit den Ellern ging so rasch vonstatten, daß diese den .Heimkehrer" zurnichst gar nicht recht zu Gesicht bekamen. Die Fichrt ging nach Endingen ins „Elternhaus", wo eine Woche später im Beisein von etwa IZlWO Menschen die große Begrüßungs- und Wiedersehensfeier, als nationaler Rummel aufgezogen, stattfand. Vier Monate hindurch spielte der Ofsenburger Schneider Hummel die Rolle des falschen Daubmann, bis am 11. Oktober die Entlarvung und Verhaftung erfolgte. Hummel alias Daubmann lebte schon seit län- gerer Zeit von seiner Frau getrennt. Er schwebte Noch gestern abend haben die amtlichen Stellen b e st r i t t e n, daß Gregor Straßer vom Reichspräsidenten empfangen worden sei. Heute mittag wird das jedoch in fol- gender Form zugegeben:„Der Herr Reichs- Präsident hatte den Wunsch, die vielgenannte Per- sönlichkeit des Herrn Gregor Straßer kennenzu- lernen und hat ihn zu diesem Zweck vor einigen Tagen empfangen. Der Herr Reichspräsident hat es jedoch abgelehnt, zu dem was ihm Herr Straßer vortrug. Stellung zu nehmen und hat auch keinen Wert darauf gelegt, diesen Emp- sang bekannt werden zu lassen, damit nicht po- litische Konsequenzen daraus gezogen werden." Reichskanzler von Schleicher und Reichsland- wirtschaftsminister Freiherr von Braun lassen gegenüber den Behauptungen des R e i ch s l a n d- b u n d e s kategorisch erklären, daß dessen Eni- schließung ihnen weder vor dem gestrigen Empsang der Landbundsührer beim Reichspräsi- denten noch während dieses Empfanges mit- geteill worden ist. Beide Herren haben vielmehr diese Entschließung er st bei ihrer Rückkehr von ihrer Besprechung vorgefunden. Wie berells gestern amtlich gemeldet wurde, war auch der ständig in der Angst, seine Frau würde ihn unter Umständen erkennen. Er gab zu, daß er in den Iahren 1909 und 1910 in Endingen die 6. und 7. Volksschule besucht habe und dort ost mit Oskar Daubmann zusammenkam. mit dem er befreundet war. Hummel wußte auch, daß Daubmann im Weltkriege gefallen ist. Er trieb nach seinen Angaben von 1930 bis zum Mai 1932 in Offenburg ein eigenes Geschärt. Als Schneider Mumnu'l, der falsche 3)aubiuann dieses nicht mehr ging, setzte er sich aus sein Fahr- rad und fuhr nach Neapel. In Neapel ging das Fahrrad in Trümmer, und Hummel kam auf die Idee, jetzt die Geschichte mit Afrika zu erzählen. um durch Vermittlung des Konsulats k o st e n- frei indieHeimatzu kommen. Hummel ist nie in Afrika g e w e k c n. Cr hat beim Infanterieregiment Nr. 110 in Mannheim gedient und war im Jahre 1916 in Freiburg am Magen operiert worden. Hummel erklärte, er hätte ur- sprünglich die Absicht gehabt, sobald er in Deutsch- land war, unbemerkt zu verschwinden. Als er aber Reichspräsident peinlich überrascht, als er nach dem Empsang von dieser Ent° schlichung erfuhr. Zuerst wurden gestern die Landbundführer vom Reichspräsidenten in Gegenivart des stellvertreten- den Staatssekretärs beim Reichspräsidenten, Ge- heimrat Döhle, empfangen. Im Laufe der Besprechung fand es der Reick)- Präsident für notwendig, die Re ich s r e g i e ru n g an dem weiteren Empfang teilnehmen zu lassen, worauf der Reichskanzler und die Reichsminister für Ernährung und Wirtschaft herbeigeholt wurden. Reichsminister Freiherr von Braun erklärt, daß seine Politik von der ganzen Reichs- regierung geteilt werde, und daß er seinen Weg weitergehe, ohne Rücksicht aus landwirtschaft- liche Organisationen. Zur Frage, ob und wann von der E r m ä ch t>- gung Gebrauch gemacht werden wird, die Butterbeimischung zur Margarine vorzu- schreiben, wird erklärt, daß ein solcher Gebrauch überhaupt nicht notwendig sein wird, wenn die Margarineindustrse freiwillig die Butter- beimischung vornimmt. erlebte, wie feierlich er empfangen und von einem zum anderen Empfaitg geschleppt wurde, habe er sich eines anderen besonnen. Man sei später an ihn herangetreten, auch Vorträge zu halten, die man ihm aufschrieb und die er aus- wendig lernen mußte. Hummel erklärte dazu: „Wir war die Sache schon lange zu dumm." Seine Kenntnis über Afrika rührte daher daß er sich ein- gehend mit einschlägiger Literatur beschäftigte und sich Ansichtskarten beschaffte. Der gewitzte Hummel spürte wohl, daß seine Daubmann-Rolle nicht ewig währen würde. Aber kaum befand er sich auf deutschem Boden, da kam der erste Empfahg. Und dann hagelte es Feier auf Feier, Ehrung aus Ehrung. Die kriegervereine, die vaterländischen verbände luden ihn zu vorlrägen ein, er war plötzlich ein Heros, ein Held, ob er wollte oder nicht. Er hält« sich vielleicht gar so gern wie ein Mäuschen verkrochen, der arme kleine Schächcr Ignatz Karl Hummel, aber die nationalistischen. militärischen schwarz weißroten Bereinigungen brauchten ihn doch. Der Ba- taillonskommandeur des toten Soldaten von der Somme Oskar Daubmann geleitete ihn durch Deullchiand, und immer mußte er schreien:„Seht mich armen, nochgahrelnna. nach dem.'s"fege von den Franzosen gemarterten deutschen Front- kämpfer!" Hümmels Vernehmung An der Verhandlung, die wahrscheinlich uoch heule zu Ende geführt wird, nehmen u. a. auch die 20 Vertreter deukscher und ausländischer Zeitungen teil. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Dr. Mayer. Es ersolgte zunächst die Verlesung der umfangreichen Auklageschrisl, die Hummel bekanntlich schweren Betrug in mehreren Fällen, schwere Urkundenfälschung und Versicherungsschwindel zur Last legt. Die Vernehmung des Angeklagten gestaltete sich mehrfach sehr dro- matisch. Zw Zuhärerraum kam es zu heiter- keitsausbrücheu. Als Sohn eines Ziegelei- arbeiters im Kanton Basel-Land geboren, zeigte der Angeklagte von früher Zugend an einen aus- geprägten hang zu Diebstählen. Er kam dann in eine Zwangserziehungsanstalt. Aus der Militärvordereitungsanslall Ettlingen, in die er im September 1914 aufgenommen wurde, enrsloh er bereits im Oktober des gleichen Jahres wieder nach der Schweiz, deren Behörden ihn a» Deutschland auslieferten. Er meldete sich k r i e g s- s r e i w i l l i g, tat aber auch im Heer nicht gut und wurde im Juli 1917 wegen Betruges, Dieb' stahls, Urkundenfälschung und verschiedener mili- tärischer Delikte zu 3% Jahren Gefängnis verurteilt. Nach dem Krieg war er als Schneider tätig, wurde aber dann des öfteren wegen ähn- licher Vergehen von deutschen und schweizerischen Gerichten belangt. Im August 1930 kam er nach O f se n d u r g, wo er sich selbständig machte und im September 1931 heiratete. Am 6. Mai 1932 oerschwand er plötzlich und überschritt am 9. Mai die deutsch-österreichische Grenze bei Lindau, von wo er sich durch Oesterreich und Italien bis nach Neapel durchschlug. In Neapel schrieb er dami den bekannten Brief an die Eltern des Kriegs- vermißten Oskar Daubmarm, die er um Geburts- und Taufschein Oskar Daubmanns bat. Di« Papier« wurden durch den Bürgermeister von Cndingen dem deutschen Konsulat in Neapel über- millelt, das„Daubmann" auch durch entsprechende Fragen in seiner Glaubwürdigkeit prüfen sollte. Trotzdem sich schon damals U n st i m in i g- k e i r en in seinem Bericht über die Gefangenschaft und seine abenteuerliche Flucht ergaben, tonnte er doch unter größter Teilnahme der Oesfentlichkeit sowie der verschiedenen Krieger- und Kriegsge- fangenenorganisationen eine aufsehenerregende .„Heimkehr" seiern. In seine.�eldenrolle" wurde der fcchche Oskar Daubmann besonders durch den Gewerbe- schuldirektor und Major a. D. B u m i l l« r- Sig- maringen hineingeschoben, der ihm seine Vorträge ausarbeitet« und feine„Lebenserinnerungen" Mied. Gregor Gtraßer bei Hindenburg Oer ILmpkaiix abgestritten und— zugegeben! AndusiriegegenAgrarier Ein Protest des Reichsverbandes Der Reichsoerband der Deutschen Industrie übergibt der Oefsentlichkeit solgende Kundgebung: Der Reichsverband der Deutschen Industrie nimmt mit größter Empörung von den unerhörten, auch die Ehre des seiner Verantwor- tung voll bewußten deutschen Unternehmertums schwer verletzenden Angriffen in der gestrigen Entschließung des Borstandes des Reichs- landbundes Kenntnis, in der von der„Aus- Plünderung der Landwirtschaft zugunsten der all- mächtigen Geldbeutelinteressen der international eingestellten Exportindustrie und ihrer Trabanten" gesprochen wird. Der Reichsverband l e h n t« s a b, mit den für diese Erklärung verantwortlichen Personen in eine sachliche Diskussion einzutreten. Er weist derartige, wider besseres Wissen erhobene, vaterländische Interessen auf das schwerste gesährdende Beschimpfungen eines un- entbehrlichen Teils der deutschen Wirtschaft au' das schärfste zurück. Bei den in dieser empörenden Weise ange- griffenen Industriezweigen handelt es sich gerade um diejenigen Industrien— namentlich auch zn den Notstandsgebieten Sachsens, Thüringens, des Bergischen Berglandes und der Grenzgebiete—, deren materielle und seelische Not mindestens so groß ist wie in Teilen der Landwirtschaft. Der Leitung des Reichslandbundes sei gesagt, daß sie auf G r a- n i t beißt, wenn sie glaubt, die Einheitsfront der deutschen Industrie durch eine derartige Ver- hetzung auch nur lockern zu können. Das Vorgehen des Vorstandes des Reichsland- bundes ist um so unverständlicher, als ihm bekannt ist, daß sich die Industrie in den letzten Monaten in Erkenntnis der Schicksalsverbundenheit der beiden Berufsstände erneut zu erfolgversprechender Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft bereiter- klärt und gerade in den legten Wochen und Tagen in gemeinschaftlicher, persönlicher Fühlungnahme um praktische, auf das Gemeinwohl abgestellte Lö-- sungen bemüht hat, Tatsachen, die mit der Reichs- regierung verantwortungsbewußte Führer der Landwirtschaft begrüßt haben. Im Interesse des Voltsganzen ist es nicht er- trägt ich, daß die sachliche Arbeit verantwort- licher Männer durch eine tief bedauerliche Ver- hetzung zur Unfruchtbarkeit verdammt wird. Gexenerblarnnff des Reichslandbundes Das Präsidium des Reichslandbundes nimmt nunmehr zu der amtlichen Mitteilung ü-ber den Abbruch der Beziehungen der Reichsreoiernna 14m Reichslandbund in einer längeren Erklärung Stellung, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die Mitteilung der Reichsregierung w e s e n l- liche Lücken und Unrichtigkeiten ent- halte, daß in der Entschließung des Reichsland- bundes auch nichts anderes gesagt wor- den sei, als in der Besprechung beim Reichs- Präsidenten zum Ausdruck gebracht wurde, und daß sich der Reichslandbund nicht beirren lassen werde, seinen Kampf für die Gesundung der Landwirtschaft mit allen gebotenen Mitteln fort- zusetzen. Warmbold und Wirtschaftskrise Der„Abschwung" beendet?— Syrup über die Sozialversicherung SchwedengeldfurLMer? Verpfändung der braunen Häuser an das Ausland? Die„Kreuzzeitung", das Blatt des Stahlhelm, will wissen, daß Hitler in Berlin tatsächlich mit schwedischen Geldleuten, die G ö r i n g ihm zubrachte, über eine Anleihe verhandelt habe. Doch sei aus dem Geschäft nichts geworden: Die schwedischen Herren, mit denen Reichs- tagspräsident Görina die Vorverhandlungen geführt haben soll, sind wieder abgereist, obwohl man ihnen angeblich alle„braunen hau- ser" des Reiches als Sicherheil angeboten hat. Die Nazis sind so„sozialistisch", daß sie vor dem Großkapital auf allen Vieren kriechen. Mög» licherweise sind sie auch so„national", daß sie ihren Parteibesitz an ausländische Geldgeber zu verpfänden bereit sind. Da würde das eine zum andern ganz gut passen. Indessen wollen wir abwarten, ob die Behauptung der„Kreuzzeitung" nicht von den Nazis für eine Erfindung der jü» dischen Journaille erklärt wird! Lcbleicber soll„vermitteln" Das Wochenblatt Otto Straßers stellt das Zustandekommen folgenden Geschäfts in Aussicht: „Um eine endgültige Bereinigung des Gegen» fätzes Hitler— Schleicher herbeizuführen, vermittelt Schleicher die Entschuldung der Hitler-Partei, wofür sich Hitler zur Tolerierung des Kabinetts Schleicher verpflichtet." Das Organ Straßers fügt hinzu:„Wir be- merken ausdrücklich, daß diese Information hieb- und stichfest ist und jedem Dementi standhält." Gesandter INoroht in Kowno hat dem litauischen Staatspräsidenten Smetona sein Ab- berufungsschreiben überreicht. Moraht hat seit lü2k Deutschland in Litauen oertreten. Ihm folgt auf diesem Posten der jetzige Generalkonsul in Leningrad, Dr. Erich Z e ch l i n. Im Haushaltsausschuß des Reichs- t a g e s kam es heute gleich zu Beginn der Weiterberatung zu einer scharfen Ausein- anderfetzung zwischen dem Zentrum und den Deutschnationalen. Abg. E r s i n g(Z.) machte den Deutschnationalen den Vorwurf, daß ihr Führer Hugenberg durch seine Rede vor amerikanischen Journalisten den deutschen Kredit schwer geschädigt habe. Ersing hatte vorher bei der allgemeinen Betrachtung der Lage des deutschen Kredits ganz grob davon gesprochen, Schädiger des Reichs- kredits mühten am Laternenpfahl aufgeknüpft werden. Der Zentrumsredner griff auch die schreiende Landwirtschaft kräftig an, die für Getreide. Zucker, Tabak und möglichst alle ihre Produkte den Staatssozialismus verlange, aber im übrigen gegen den Staat sei. Dr. O u a a tz verteidigte als Redner der Deutschnationalen seinen Herrn und Meister Hugenberg. Von ihm sei nur Kurssenkung für ausländische Prioatschulden verlangt worden. Arbeitsminister Syrup gab sodann einen Ueberblick über die Lage des Haushalts der öffentlicb-recbtlicbenVersicberungs- einrichtungen Die Einnahmen aus Beiträgen und die ge- samten Ausgaben betrugen bei Kranken-, Unfall-, Invaliden-, Angestellten- und Knappschaftsversiche- rung: Einnahmen Ausgaben 4 304 Mill, Mark 4 372 Will. Mark 3 987„. 4 379„ 3174„„ 4096„ 2 660„ 2 445„ 1929 1930 1931 1932 Die Einnahmen sanken von 1929 auf 1932 um 1644 Millionen, die Ausgaben um 651 Millionen. In der Arbeitslosenversicherung wurden 1929 1338 Millionen Mark, 1932 721 Mil- lionen Mark ausgegeben, von Beiträgen wurden 1929 890 Millionen Mark eingenommen, 1932 da- gegen 1020 Millionen Mark. Der Reilragsüberschuß von rund 300 Millionen ging mit 50 Millionen Mark an Gemeindezwecke, mit 250 Millionen Mark an die Krisensürsorge. Erst Mitte Februar könne man über die zukünf- tige Lage des Arbeitsmarktes und der Arbeits- losenversicherung etwas sagen, dann sei normaler- weise der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit erreicht. Dann hielt der �Virtscbaftsminister Warmbold unter großer Ausmerksamkeit eine Rede über d i e wirtschaftliche Lage. Die Krise erklärte er in objektiven Darlegungen als Kriegsfolge aus der Verschiebung des industriellen Schwer- gewicht? nach Amerika und als Auswirkung der ungeheuerlichen Kriegsschulden in allen Ländern. Damit sagte er für den objek- tioen Beobachter der wirtschaftlichen Entwicklung nichts Neues. Für die jetzt an den Beratungen des Hauptausschusses regelmäßig teilnehmenden Nationalsozialisten mag es eine Art Volkswirt- schaftlichen Unterrichts gewesen sein. Von 1927 bis 1931 seien vom Ausland mehr als 11 Milliarden meist kurzfristige Kredite nach Deutschland hereingeholt worden, aber in erster Linie langfristig angelegt worden. Daraus hätten sich die bekannten Rllckzahlungsschwierig- keiten ergeben. Es sei eine zu untersuchende Frage, ob der Ablauf der Krise durch öffentlichen Eingriff(durch Arbeitsbeschaffung usw.) in gün- stigem Sinne beeinflußt werden könne. Ob solche Maßnahmen Erfolg hätten, das hänge davon ab, in welchem Augenblick sie ergriffen würden. Nur dann, wenn der Abschwung der Krise vollendet sei, hätten solche Eingriffe Zweck. Das sei jetzt der Fall! Es sei ein großes Verdienst der früheren Re- gierungen, daß sie in den Konjunkturab- laus nicht eingegriffen hätten, bevor der Konjunkturabschwung vollendet war. Der Sinn der jetzt auszugebenden Steuergutscheine sei der, dem Unternehmer die nötige Kredit- decke in einem Augenblick zu geben, da sich die Wirtschaft erhole. Jede öffentliche Arbeitsbeschaffung dürfte sich nur in d e n Grenzen bewegen, die eine stabile Währung zulassen. Man könnte nicht beliebig Kredite schöpfen. Reichsbankgeld sei schon von 7 auf 4 Proz. gesunken, aber.Industrie- k r e d i t sei in Deutschland immer noch teurer als in anderen Ländern. D-e Devisen- Zwangswirtschaft müsse 1933 noch aufrechterhallen werden, ebenso müßte das Stillhalteabkommen für die ausländischen Schulden verlängert werken. Die Erschwerungen des internationalen Waren- verkehrs müßten abgebaut, eine Kredit- Kooperation der Länder müßte erreicht werden, um den Aufschwung der wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen. Nach dieser Rede wurde die finanzpoli» tische Debatte weitergeführt; morgen soll die wirtschaftspolitische Debatte geführt werden. Schwere Niederlage Brachts Auflösung des Reichsbanners»n�gbobsn Steltin, 12. Januar. Räch den Vorgängen vom 20. Juli 1932.� � Reichskommissar Dr. Bracht die der Ortsgruppe des Rei �'uflösung Ortsgruppe ue- �»-'.chsbanners in Richte nber g(Vorpommen'� ztus feine Anweisung Hat der Büro>rtneif{er in Richten- — n 7* ort" nun n-»om 2..,.... ....... 13. September 1932 die Auflösung angeordnet, weil der Zweck dieses Vereins angeblich den Strafgesetzen zuwiderlaufe.. Dieser„strasgesetzwidrige" Zweck des Reichs- banners wurde darin gesunden, daß einige Mitglieder der Ortsgruppe am 20. Februar 1931 bei einem Werbe- und Propagandaummarsch mehrere Rationalsozialisten verprügelten als Entgelt dafür, daß diese Rationalsozialisten kurze Zeit vorher einen prominenten Führer der vorpommerschen Republikaner schwer mißhandelt hatten. Gegen die Auflösungsverfügung hat das Reichs- banner das Verwaltungsstreitoerfah- ren in die Wege geleitet. Der neu ernannte Landrat in Barth wies die Beschwerde zurück. Nunmehr wurde die Klage des Reichsbanners in Stettin vor dem Bezirksausschuß ver- handelt. Das Reichsbanner wurde durch den Rechtsanwalt Dr. B e r n d t aus Stettin und durch den Oberpräsidenten a. D., jetzigen Rechtsanwalt Dr. Carl Falck aus Berlin vertreten. Rechtsanwalt Dr. Berndt kritisierte das in dem Strafverfahren gegen die Reichsbannerangehörigen ergangene Urteil der Strafkammer in Greifswald und oerglich die Rechtsprechung dieses Straf- gerichts mit der Rechtsprechung der übrigen pommerschen Gerichte. Rechtsanwalt Dr. Falck wandte sich in längeren rechtlichen Ausführungen gegen die Verbotsverfügung. Er wies darauf hin, daß der zum Anlaß des Verbots herangezogene Vorgang ein vereinzelter sei. Die Abwehr sei eine einmalige Handlung gewesen, die aus dem Steg- reif, aus der Gelegenheit heraus entstanden sei. Sie habe zur gerichtlichen Bestrafung der Be- teiligten geführt. Irgendwelche Anhaltspunkte kür die Absicht der Wiederholung derartiger Aus- schreitungen seien nicht ersichtlich. Es widerspreche dem Grundgedanken polizeilicher Sicherungsmaß- nahmen, wenn sie mehr denn anderthalb Jahre nach dem Vorgang in die Wege geleitet würden. Wenn der hier angewendete Grundsatz allgemein angewendet werden würde, müßte die gesamte SA. zur Auflösung kommen. Der beklagte Landrat hatte in seinem Schrift- satz wörtlich erklärt: „Der Hinweis auf eine angeblich unterschied- liche Behandlung anderer, insbesondere natio- nalsozialistischer, Vereine geht schon deshalb fehl, weil bei Vorliegen der gesetzlichen Voraus- setzungen ein Verein aufgelöst werden „kann", aber nicht ausgelöst werden „muß"." Aus der Verhandlung ging hervor, daß der Landrat diesen Satz aus persönliche Anweisung des R e i ch s k o m m i s s a r s Dr. Bracht in seine Klagebeantwortung ausge- nommen hat. Gegen diese Ausführungen wandten sich beide Anwälte, Dr. Berndt mit politischen. 'Dr. Falck mit umfangreichen rechtlichen Aus- führungen. Räch fast sechsstündiger Verhandlung hob der Bezirksausschuh die polizeiliche Verfügung aus und legte die kosten des Verfahrens der Staatskasse auf. Haftprüfungstermin Brolat GericbtsbescbluQ ausgesetzt Auf Antrag der Verteidiger Dr. Loebell und Dr. Treitel fand heute morgen beim Land- gericht III unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Friedmann der Haftprüfungstermin in Sachen Brolat statt. Die Verteidiger führten aus, daß die Verhän- gung der Untersuchungshaft völlig u n g e- rechtfertigt sei, da weder Flucht- noch Tat- vedacht vorliege. Ein Fluchtverdacht bestehe nicht aus den mannigfaltigsten Gründen. Brolat habe in Berlin seinen festen Wohnsitz und seine Fa aus dem Z 157, der vorsieht, daß die Strafe um ein Viertel oder um die Hälfte herabgesetzt wird, wenn der Beschuldigte durch seine Aussage sich selbst der Gefahr der strafrechtlichen Verfolgung ausgesetzt hätte, was hier, wie das Verfahren be- weist, auch tatsächlich der Fall gewesen sei. Es besteht aber auch kein Tatverdacht, da alle Aussagen von Brolat der Wahrheit entsprechen. Der Beschluß des Gerichts wird heute, spä- testen? morgen, der Verteidigung schriftlich zu- gehen._ Anter Mordanklage Nach Rückkehr aus Rußland Vor dem Landgericht II begann heute morgen die auf eine Woche berechnete Verhandlung gegen oen 27jährigen Arbeiter Walter Buhl. Er ist angeklagt des Mordes in einem Falle und des oersuchten Mordes in drei Fällen. In der Sache ist bereits einmal verhandell worden; damals waren 22 Kommunisten ange- klagt. Aus ihren Reihen sollten während eines Demonstrationszuges gegen oas Naziverkehrslokal Richardstr. 35 etwa 22 Schüsse gefallen sein, durch die«der Wirt des Lokals tödlich und drei National- sozialisten schwer oerletzt worden waren. Von den 22 Angeklagten wurde nur einer wegen ge- fährlicher Körperverletzung mll Todesersolg zu milie. Der Vertrag zwischen ihm und der BVG. einem Jahr sechs Monaten Gefängnis verurteilt. laufe bis Ende 1933. Er habe feine Ansprüche aus diesem Vertrage durchzusetzen. Ferner führe er einen Schadenersatzprozeh mit dem Objekt von 18 000 Mark aus einem Unfall. Er sei auch zu allen Vernehmungen erschienen und sei über- zeugt, daß eine Verurteilung in keinem Falle stattfinden könne. Auch die Höhe der zu erwar- tenden Strafe bei einer Verurteilung rechtfertige nicht den Fluchtverdacht. Brolat könne unter keinen Umständen aus dem Meineidsparagraphen 154 verurteilt werden, im schlimmsten Fall nur Mehrere Angeklagte muhten wegen schweren Landfriedensbruch ins Gefängnis. Durch die Aussagen der Angeklagten selbst und der Zeugen war lder kommunistische Arbeiter Buhl schwer belastet worden; er war jedoch nach Ruß- l a n d geflüchtet. Im Herbst v. I. stellte er sich dem Generalkonsulat in Moskau uno bat um Rücktraneport nach Deutschland. Er ziehe es vor, abgeurteilt zu werden als in Rußland zu bleiben. Die Staatsanwaltschaft glaubt in ihm einen der Schützen gefunden zu haben. GA.-Gtraßenräuber wüten Lchande für Berlin— Passant niedergeschlagen Das Slraßenräubertum der SA.-Burschen macht sich weiter in Berlin breit. So spielte sich in der Rächt gegen 24 Uhr in der Eosanderslrahe Ecke Duisenplah in Eharlollenburg ein unglaublich roher U e b e r s a l l aus einen Basjanten ab. Der 34 Jahre alte Monteur Hermann E. be- fand sich aus dem Heimweg nach seiner in Siemensstadt gelegenen Wohnung. Als E. an der Eofanderstraße den Luisenplag überschreiten wollte, stürmten aus den Mann drei uniformierte SA.-Leute ein. Mit Schlagringen schlugen die Burschen auf den Heimwärtsstrebenden los E. sank schließlich bewußtlos zu Boden. Die Hilferufe des Uebersallenen waren von einer Polizeistreife gehört worden. Als sich die Beamten dem Luisenplatz näherten, ergrissen die SA. die Flucht. Die Beamten nahmen die Ver- folgung auf, und es entspann sich eine wilde Verfolgung durch den Tegeler Weg, über die Nonnendammallee bis hinein nach Siemensstadt. Dort sind die Täter leider im Dunkel einer Seitenstraße entkommen. Der Schwerverletzte war inzwischen ins Krankenhaus gebracht worden. Außer furchtbaren Gesichtsverletzungen hat der Ueberfallene so schwere Augenoerletzungen erlitten, daß er ein Auge einbüßen wird. Wem gehört das Mordauto? Die nationalsozialistische Bluttat in der Kös- liner Straße hat unter der Arbeiterschaft des Weddings größte Empörung ausgelöst. Er- gänzend wird mitgeteilt, daß es sich um einen regelrechten Feuerübersall nationalsoziali- stischer Burschen aus heimkehrende kommunistische Versammlungsteilnehmer handelt. Die Täter gaben aus dem Mordauto— einem kleinen roten Sportwagen— 8 bis 10 Schüsse aus die Kommu- nisten ab Offenbar haben zwei SA.-Leute zur gleichen Zeit gefeuert In rasender Fahrt jagten die Täter nach ihrem hinterhältigen Verbrechen davon. Wie wir aus dem Polizeipräsidium er- fahren, bewegen sich die Ermittlungen der Poli- tischen Polizei bereits in einer bestimmten Rich- tung. so daß mil einer baldigen Aufklärung des Feuerüberfalls gerechnet werden kann Katastrophe am Deutschen Tneater Beer-Martin am Ende— Neue Direktion Neft-Achaz? Nach Stalin Mvlotvff Da8 Programm für 1933 Moskau. 12. Januar. Molotoff, ber Vorsitzend« des Rats der Volks- kommissare der Sowjetunion, sprach im Zentral- komitee und Kontrollausschutz der KPR. über die wirtschaftlichen Ausgaben im Jahre 1933. Er führte u. a. aus: Der Kampf gegen jene Elemente, die die Rück- kehr der alten Verhältnisse wünschten, ist noch nicht beendet. Verschärst hat sich der Kampf be- sonders gegen die Reste des kapitalistischen Re- gimes, da dessen Vertreter versuchen, sich mit ihren Anschauungen in den Wirtschaftskörper hin- einzudrängen und dadurch Staat und Partei zu gefährden. Die Regierung und auch die Partei setzen sich unbsdingt dafür ein, daß in diesem Jahr eine weitere Verbesserung der Ar- beitsdisziplin und der Warenqualität sowie eine Herabsetzung der Selbstkosten eintritt. l933 wird der Staat in der Industrie 18 Milliar- den Goldrubel investieren. Zur Erleichterung der Uebersicht würden Kommissariate sür die Holz-, Schwer-, Textilindustrie und für die Versorgungsangelegenheiten beitragen. Die Er- zeuguug soll in diesem Jahre um 16,5 Proz. er- Höhr werden auf 34 Milliarden Rubel gegenüber 29,2 Milliarden im Vorjahr. Eine 2-5prozentige Erhöhung ist bei der Erzeugung elektrischen Stromes vorgesehen. Beim Transportwesen, das bisher sehr schlecht arbeitete, steht man vor einer ganz besonders schwierigen Ausgabe. Bisher sind täglich 55 990 Güterwogen beladen worden; ihre Zahl muß auf 58 999 gesteigert werden. Zum ersten Fünsjahresplan erklärte Molotoff, daß die schlechte Erzeugung auf den großen Mangel an Qualitätsarbeitern in den neu errichteten Fabriken zurückzuführen ist. Bis jetzt sind aber schon zwei Millionen Arbeiter zu Qualitätsarbeitern ausgebildet worden, so daß man Leistungen erzielen wird, wie man sie bisher in Rußland nicht gekannt hat. Zum Schluß beschäftigte sich Molotoff noch mit den Aufgaben der Landwirtschaft: Die Höhe der Ablieferungsquote der Landwirtschaft an den Staat hängt von dem Ernteansfall ab. Die russische Landwirtschaft, vor allem die staatlichen Kollektiven, müßten größte Mühe darauf ver- wenden, die Erzeugung zu steigern, um die Städte besser zu versorgen. Das heiQe Eisen das Hitler nicht anzufassen wagt. Verbrechen bei Zepernick Leiche auf der Bahnstrecke An der Straße Röntgental— Zepernick wurde zwischen den Schienen der Eisenbahn eine männliche Leiche gesunden. Es handelt sich, wie aus einer Quittungskarte der Landssversiche- rungsanstalt der Provinz Brandenburg hervor- geht, um einen Bäcker Erwin W i e h s aus Niederschönhausen, Köpplerstraße 4. Der Leiche war die Schädeldecke völlig zertrümmert. Außer- dem fanden sich in der rechten Körperseite zwei Stiche. Es wird vermutet, daß es sich um ein Verbrechen handelt. Vor zwei Tagen hatte sich an fast genau der gleichen Stelle des Bahnkörpers eine Frau mit ihrem Kinde vor den fahrenden Zug geworfen und den Tod gefunden. Die eine Seite des Bahn- körpers ist nicht umzäunt, so daß der Zutritt zu den Gleisen sehr leicht gemacht ist. Sozialdemokratische Funktionäre der LAG. Freitag, den 13. Zanuar, ISM: Uhr. im Cecilien- saal der Kommersäle. Teltower Straße 1/4, Po- litische Funktionärkonserenz. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Unsere Ausgaben im neuen Jahr. Politische Zuoktionärkarte und Parteimit- gliedsbuch legitimieren. Das vetriebssekrelarial. Wetter für Berlin: Größtenteils trübe und weiterhin leichter Frost, etwas auifrischende süd- östliche Winde.— Für Deutschland: Im Osten und Süden Fortdauer des meist trüben Frostwetters, auch im Nordwesten Eintritt von Frost, nirgends Niederschläge von Bedeutung. Die Krisenkonjunktur hat beängstigend schnell die sinanziellen und moralischen Widerstandskräfte der Direktoren Beer und Karlheinz Martin auf- gesaugt. Das Deutsche Theater, das noch vor wenigen Wochen die letzte Stätte der ernsthaften Kulturkunst zu sein schien, brach genau so zu- sammen wie all die kleineren Bühnen, die von Zufallsdirektionen in Betrieb genommen wurden. Zwei Männer, die in jahrzehntelanger Arbeit der deutschen Theaterkunst wertvolle Dienste geleistet haben, müssen geknickt abtreten. Bekennen müssen sie: gegen diese Not, gegen diese jeden Wider- stand beiseiteschiebende Wirtschaftskrise kommt auch die Energie, kommt auch die Erfahrenheit nicht mehr auf. Run handelt es sich darum, das Deutsche Theater, das mitten in der Saison mit einem Verlust von einer Viertelmillion aufhören muß, irgenwie zu sanieren und Schauspielern und noch immer vorhandenen Kunstfreunden zu erhalten. Seit gestern wird von dem Justitiar des Deutschen Theaters, dem Rechtsanwalt Lubszynski mit Jnter- essenten verhandelt, die das Abenteuer noch ein- mal wagen vor allen Dingen auch frisches Geld in das Geschäft investieren wollen. Die Bewerber sind zahlreich. Ernsthasteste Kandidaten sind N e f t Wie amtlich mitgeteilt wird, ist nun an Stelle des bisherigen Kulturbeirats ein Programm- beirat für das Jahr 1933 an der Berliner Funk- stunde ernannt worden, und zwar vom Reichs kam- miffar für das Preußische Kultusministerium im Ein- Verständnis mit dem Reichsminister des Innern. Der Beirat— der, wie sein Name sagt, nur be- ratende, nicht entscheidende Stimme hat— setzt sich folgendermaßen zusammen: aus dem Generaldirektor der Staatlichen Museen, Professor Wätzold: den Universitätsprofessoren Dovifat und Oncken; dem Direktor der Staatlichen Hochschule sür Musik, Professor Schünemann: dem Präsi- deuten der Akademie der Künste, Profesior von Schillings: dem Leiter der Bildungsabteilung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundcs Heß- ler: dem Bildhauer Professor Kutschmann: dem Geschäftsführer des Reichsausschusses deutscher Jugendverbände Maaß: Frau Heuß-Knapp, Dr Diesel: dem Leiter der Beratungsstelle sür Kulturpflege in Pommern, Dr. Munawski. Das sieht im ganzen sehr repräsentativ aus, und das war mit dieser Zusammensetzung auch wohl beabsichtigt. Man suchte zu diesem Pro- grammbeirat Fachleute, hinter denen man sich verschanzen kann, und möglichst völligen Aus- schluß aller Vertreter der werktätigen Massen, von denen man gerade einen gnädig zuließ. Daß außerdem der Vertreter der Deutschen Jugend- verbände berufen wurde, ließ sich nicht gut ver- meiden. Jm� übrigen aber zeigt mit dieser Zu- sammensetzung des Beirates die Freiherren- DieKatahomhe Im Januar Das kleine Ensemble gibt sich alle Mühe; es hilft aber nichts, es wird diesmal doch nicht so unterhaltsam wir sonst. Die Einfälle sind nicht gerade neu, ihre Formulierung weiter nicht aus- regend— es ist durchschnittliche Brettelkunst, die immer gleichen Typen, satirischen Gedichte und parodistische Szenen, ohne besondere Nuancen. Leider ist es aber so, daß diese Brettelkunst (empfindlicher, undankbarer als jede andere, auf charmante Einfälle angewiesen und originelle Form) gar nicht durchschnittlich sein darf, soll sie sich selbst nicht negieren, soll sie nicht völlig sinn- los und überflüssig werden... Am nettesten ist noch Inge Bartsch mit Ruidolf Platte zusammen in der Parodie eine- mondänen Tanzpaares. Henri Lorenzen fernen, wenn er lediglich mit Mienenspiel und Handbewegung seine Beobachtungen wiedergibt— diesmal wird ein Friseur täuschend echt kopiert. Fred E n d r i k a t und Werner Fink, der etwas ermüdete und darum ermüdende Konferencier, sprachen Gereimtes und Ungereimtes. Die Musik war größtenteils von Kurt Bry: besondere Merk- male: keine. w. „Der amerikanische Geist." Die Vereinigung Carl Schurz veranstaltete im Haus der Deutschen Press« einen Vortragsabend, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag von Professor Thomas S. Baker, dem Präsidenten des Carnegie Institute os Tech- nology in Pittsburgh, stand. Prof. Baker sprach über das Thema„Der amerikanische Geist" und ging dabei, von der Feststellung aus, daß man in Europa bei der B:urteilung amerikan schen Wesens und der Kritik am amerikanischen Geist von zwei Auffassungen ausgehe, indem man ein- mal im Amerikaner den krassen Materialisten und zum anderen den jugendfr schen Vorkämpfer sehen würde. Nach Baker ist für den Amerikaner sein Beruf Daseinszweck.„Unser wertvollstes Gut ist", so betont« Pros. Baker,»unsere Lebendigkeit und und A ch a z. Nest, der frühere Geschäftsführer der Volksbühne, und Achaz, der Schauspieler, der in manchen Rollen großen Ehrgeiz, wenn auch ein etwas pathetisch überladenes Talent zeigte. Aber Achaz kann Geld bringen. Er ist der Sohn des Großindustriellen D u i s b e r g, der als Groß- aktionär der JG.-Farben-Gesellschaft noch immer über flüssige Mittel verfügt, und der sich auch bei manchen Gelegenheiten die Mäzenatenrolle etwas kosten ließ. Als es hieß, daß die Volksbühne auch wirt- schaftlich schwer leidet, tauchte schon einmal die Kombination Neft-Achaz auf. Der ehrgeizige junge Künstler wollte irgendwo Legieren und machte Vorschläge, die sich allerdings nicht verwirklichten. Die Direktion Beer-Martin ließ sich von dem frei- gebigen Kaffeekönig M e i n l subventionieren, aber der Kaffeekönig will oder kann offenbar nicht mehr. Der Bund Neft-Achaz soll von der noch ziemlich unerschütterten Blüte der Chemietrust- Ueberschüsse profitieren. Nest ist ein tüchtiger und erprobter Praktiker des Theatergeschäfts. Den Ruhestand, in den er geriet, nutzte er in der letzten Zeit aus, um dem beliebten Hans Albers fleißige Managerdlenste zu leisten. Und das Liliom-Geschäft im Admirals- regierung wieder ihr wahres Gesicht, das immer dem Volk und seinen Bedürfnissen abgewendet ist. Wo sind in diesem Beirat die Vertreter der leben- digen Arbeiterkultur? Wo die Menschen, die geeignet wären, aus ihrer unmittelbaren Ver- bindung mit dem Leben der großen Masse die geeigneten aktuellen Probleme anzuregen und durchzusetzen? Mancher von den neuernannten Herren wird gewiß die besten Absichten haben; er wird auch— sofern die Sitzungen des Pro- grammbeirates oft genug stattfinden und er sie regelmäßig wahrnimmt— auf seinem Fachgebiet ein nützlicher Berater sein. Doch die wichtigsten Aufgaben des Programmbeirats, die Probleme, wie man den muffigen Freiherrenfunk wieder auslüften und zu einem Volksfunk machen kann, vermögen diese Professoren schwerlich zu lösen. * Der„Band Freier Rundsunfaukoreu" hat als Berufsorganisation beschlossen, eine Sammelstelle für alle diejenigen Fälle innerhalb des deutschen Rundfunks einzurichten, in denen durch die Runfunkbehörden das fortschrittliche und freie künsllerische Schaffen der am Rundfunk tätigen Geisteskräfte behindert oder unmöglich gemacht wurde. Der Bund bittet, derartige meist in der Oeffentlichkeit unbekannt gebliebene Fälle mit Unterlagen der Sammelstelle mitzuteilen. Alle Fragen und Einsendungen sind an das Sekre- tariat des„Bundes Freier Rundfunkautoren", Berlin-Reinickendorf-Ost, Arosaallee 153, zu richten. die Begeisterungsfeligkeit für alles, was wir tun". An Hand von historischen Beispielen belegte Pro- sessor Baker im weiteren Verlauf seines Vortrags feine These und kam zu dem Schluß, daß die intellektuelle Größe, die Amerika erstrebe, um so eher erreicht werde, je schneller man von dem gegenwärtigen Ideal, das Tun wichtiger als Sein sei, abkomme. Geschäfts- und Erfolgsklischee Capitol Nachdem Gitta ihr Herz entdeckt hat, ist Gustav „Ein Mann m i t H e r z". Wurde doch dieser Film nur für Fröhlich gedreht. Seinetwegen geht die Tochter des Vankpräfidenten als kleine An- gestellte in das Geschäft chres Vaters, um zum Schluß den Mann, der sie und nicht ihr Geld liebt, vor den Ehekarren zu spannen. Man verspürt in diesem Manuskript eine kleine Spur sozialen Geistes, wenn z. B. das Angestell- tenoerhältnis gesch:lidert wird. Aber nach einer realistischen Szene kommen sogleich ungezählte Szenen voll allersüßesten Zuckergusies. Geza von Bolvary führt die Regie, nie aus tiefem Gefühl heraus, doch stets mit einem leichten Schutz Ueberlegenheit Gustav Fröhlich, der Ritter im Straßenanzug, ist gleich begabt als Othello und als Lausbub. Köstlich ist es, wenn er, keinen Pfennig in der Tasche,„ihr" Berlin zeigt. Man ißt sich satt in einer Kochkunstaus- stellung, und die Autobusfahrt ins Grün« macht man mit einem Parzellenoerkäufer, der Reflek- tauten gratis zu seinem baureisen Gelände führt Die zarte Maria Solveg. deren Puppengesicht durch seelenvolle Augen angenehm belebt wird. ist die Tochter. Ferner sind Paul K e m p. Ali G h i t t o, Erna F e n t s ch und Gina Falken- b e r g, trotz mancher Dummheit des Manuskripts stets dem Lelen nahe Aus der Wirklichkeit ge- griffen ist, als sie sür die„Neue" ein möbliertes Zimmer mieten und in Gedanken ausrechnen palast nährte sich ganz gut von dieser praktischen Idee. Von irgendweichem Programm, von irgend- welcher großzügigen Kunstidee konnte bei alledem allerdings nicht die Rede sein. Was nun kommen wird, weiß man nicht. Selbst die prominenten Künstler des Deutschen Theaters befreunden sich schon irgendwie mit dem melancholischen Ge- danken, daß sie auf Teilung spielen müssen. D. h.: auch die Ruhmreichen mit den großen Gagen werden langsam proletarisiert. Unklar ist dabei die Haltung Max Reinhardts, des eigentlichen Hausherren. Er will nur noch der Pachtempfänger der Grundstücke, die in der Schumannstraße stehen, sein. Mit Berlin ver- knüpft ihn nicht viel mehr als diese Bindung durch das Grundbuch, als diese Zusammengehörig- keit mit den Hypothekengläubigern. Reinhardt könnte retten, aber er desertiert. Er will wohl gelegentlich, vielleicht auch gegen gute Bezahlung, Paraderegie machen, sonst beliebt es ihm, in den Weltstädten Europas und der Vereinigten Staaten mit seinem internationalen Namen nach Einkünften zu fischen. Alles, was Reinhardt zu dieser Krise zu sagen hat, ist ausweichend, ist nur lahmes Interesse. Nicht nur die Ratten verlosten das sinkende Schiff, auch der Kapitän. 8ic transit gloria mundi. muß, was ihr nach Abzug für Miete und Kaffee noch zum Leben bleibt. Gustav Waldau spielt seine erste Tonfilmrolle. Ein solch routinierter Darsteller ist natürlich auch in der Filmdekoration sicher. Auf der Bühne erfreuen die wunderbare Stimme der Sängerin Charlotte B o e r n e r. so- wie Martin P o r z k y, Rio Gebhordt und Hans R o h d e an drei Flügeln. Sie arbeiten unter dem Motto: Stilvoll und apart. Durch gewagte Lichteffekte, ober fabelhaft zu einander- stehenden Farben, lassen sie die Musiker zu Schattenrissen werden. Ihre Darbietung ist keine Konkurrenz des Konzertsaales, sondern eine Bühnenschau, wie sie in den Rohmen eines Licht- spieltheaters vorzüglich paßt. e. t>. lieher moderne Kunst Ein neues Buch von Justi Im vorigen Jahr veröffentlichte Ludwig Justi„Von Corinch bis Klee", eine Darstellung der jüngsten Kunst von den französischen Im- prestionisten bis zur Gegenwart; jetzt läßt er den zeitlich vorausgehenden Band folgen:„V o n Runge bis Thoma"(mit 96 Abb., Berlin, Julius Bard) und schließt damit den Kreis, der die bildende Kunst der letzten 159 Jahre umspannt. Der Gedanke, die Schilderung dieser uns nächst- liegenden und nicht nur darum interessantesten Kunstepoche an die Schätze der Nationalgalerie anzuschließen, diese als anschaulichste Beispiele ständig hineinzuoerweben und dergestalt mit der Geschichtschreibung einen Führer durch National- galerie(und Kronprinzenpalais) zu verbinden, ist so glücklich erdacht wie bedeutend und vollkommen durchgeführt. Allerdings wird es wenige Museen geben, die ein solches Verfahren in dem Maße ermöglichen wie die Sammlungen unserer jüngsten Kunst in Berlin. Was Justis Buch hervorragend zur Einführung in die mannigfaltigsten Probleme des 19.(und 29.) Jahrhunderts geeignet macht, ist feine klare und fesselnde Sprache, die geradezu Spannung erweckt. und sein ungemeines Verständnis für die Künstler dieser Zeit, vor allem aber zu den Trägern des in besonderem Sinne deutschen Gefühls, die durch die Namen der Romantik, Menzels, Böcklins, Ma- rees und Thomas gekennzeichnet werden. Gegen- über einer Geschichtsschreibung, die im französischen Impressionismus das A und O und das alleinige Heil für unsere Kunst sah, ist die Liebe und Ein- ficht zu rühmen, mit der Justi das spezifisch Deutsche in unserer Kunst hervorhebt, und die wunderbare Kraft, die seit jeher von der Staufen- zeit und Dürer bis zur Gegenwart, das romanische Ideal dem deutschen Charakter angepaßt und zu ganz nationaler Form verschmolzen hat: wofür gerade die Romantiker und ein Genie wie Marees das stärkste Zeugnis ablegen. ?aul F. Schmidt. Schließung des Berliner Thalia-Theaiers. Das Berliner Thalia-Theater. das unter der Direktion Erich Poremskys seit September Operetten spielte, ist jetzt geschlossen worden, da der Theaterbesuch in letzter Zeit außerordentlich stark nachließ. Po- remsky hat das Theater bis zu dem Tage offen gehalten, bis die Engagements seiner Schauspieler abliefen. Heber„Tie Kunst um Picasso und Nolde, 2tra- wiusky und Schönbcrg" spricht Dr. Fritz Schisf auf Einladung der Bolksbiihnc Zonnabend, 8 Nhr, im Kunstgewerbemuseum. Leopold Jehuer wird im Staatlichen Schauspielbause Billingers„R o s s e" inszenieren. Zugunsten der städtischen Linderspeisuug findet am 13. Januar in der Philharmonie ein Konzert des„Phil- harmonischeu Bläserchors" unter Mitwirk-ma des„Ber- liner Schubertchors"(MdDASB.) unter Leitung von Helmut Koch statt. Ludwig Hardt gibt in der Tribüne(am Äniel, 8.1S Uhr, Freitag, Sonnabend, Sonntag, 3 Abende unter dem Titel..W e l t h u m 0 r". Volksabgewandter Funk Professorenbeirat der Berliner Funkstunde Sifchifite-Mnseigzr maiernotte Berlin G.m.b.H. /ORHALS MALEREIGENOSSENSCHAFT GEGRÜNDET 181 N018, LANDSBERGER ALLEE38-39 FERNSPR. E 4 ALEXANDER 5028—30 ALLE MALERARBEITEN MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Friedrichshagener Baugenossenschaft E.B. Ä- M.B.H. Hoch- u. 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Verkehrslokal der Partei „Vorwärts"- Leser kauft in den Geschäften, die im„Vorwärts" inserieren, Dort werdet Ihr gern gesehenl BEILAGE Wilhelm Gielgens: 8rde und Wlenfch 3)ie Welhvirtfchafl im SBimmer Es ist nicht nur«ine interessante UirterhatlunZ, sondern es führt zu einer wertvollen politischen Ertenntnis, wenn man einmal oersucht, nur für seine eigene Person festzustellen, welche Länder und Erdräum« beteiligt sind, um nur die drin- gendsten Bedürfnisse eines einzigen Menschen für einen Tag zu befriedigen. Zum Morgen- k a f f e e kommen ßie Bohnen aus Brasilien, die Milch und die Brötchen aus Deutschland, die Butter vielleicht aus Dänemark. Polnische Wurst oder Schweizer Käse auf dem Frühstücksbrot wandert mit auf die Arbeitsstelle, vielleicht auch «in Apfel aus Kanada, eine Apfelsine aus Italien oder Spanien öder eine Banane von Hawai Möglicherweise stammt auch schon das Brot feinem Rohstoff nach aus Amerika oder aus Rustland. Für das Mittagessen sind oft auch viele Erdteile tätig, ob es nun Gefrierfleisch aus Amerika oder Australien, Reis aus China oder Jrtdien, Kartoffeln aus Deutschland oder Polen. Gemüse aus Holland oder Frankreich oder sonst irgend etwas gibt. Der Tee aus China oder Ceylon schließt den vielseitigen Tag, der vielleicht auch noch von ein«r Zigarette aus Aegypten oder einer Zigarre aus Kuba oder auch einem Stück Schokolade aus Afrika(Kakaobohnen) gewürzt war. Damit find aber die menschlichen Beidllrfnisse nicht gedeckt: zur Nahrung tritt die Kleidung. Das Hemd mtt der Marke„Echt ägyptisch Makko" zeigt ohne weiteres seinen Ursprung an, die winterlich-wollene Unterkleidung mag als Roh- stoff aus dem Rücken englischer oder australischer Schafe gewachsen sein. Baumwolle ist in weißen Flocken in Mittelamerika, in Aegypten oder in Indien gereift. Die wasserdichten Hartgummi- fohlen der Schuhe nach amerikanischem Schnitt sind aus Kautschut von irgendwelchen Tropen- plantagen gefertigt, die Seide zum Schlips oder zur Bluse ist in Italien öder in China geworden So sind nur in diesen wenigen Beispielen viele Länder der Erde vertreten, es ist au sedcm Tag in jedem Zimmer die Weltwirtschaft wirksam! Fügen wir nun noch die Rohstoffe und Mittel hinzu, die nötig sind, um die Erzeugung und der Transport aller Güter sür Nahrung, Kleidung und Wohnung sicher, Pistellen, d. h. also, betrachten wch die Verflechtung der Gesamt- Wirtschaft, so. erkennen wir eindeutig, daß jedes Bolk weit über feine eigenen Grenzen hin- ausgcwachjen und unlösbares Glied der Weltwirtschast geworden ist. An die Stelle der Haus- und Stadtwirtschasten des Mittelalters und der Volkswirtschaften des 18. und 19. Jahr- hundens ist die Welt Wirtschaft getreten, die alle zivllisierten Völker, all« modernen Staaten umfaßt. Wenn heute dennoch von einer Volks wirt- schaft, von einer nationalen Oekonomie ge- sprachen wird, so ist damit ein Zustand unklar angedeutet, der im Staatsleben die gleichen Aus- Wirkungen hat wie die Privatwirtschaft für den einzelnen. Wir haben die Privatwirtschaft erkannt als das private, egoistische Eigentum an den Produktionsgütern, an den Reichtümern der Erdoberfläche. Das agrarische Privateigentum! das ist das Nußungsmonopol einer kleinen Gruppe an der Nährfläche im eigenen Interesse. Das industrielle Privateigentum: das ist dos Nutzung-- Monopol einer kleinen Gruppe an den Rohstoffen und den KoMmandohöhen der Wirtschaft im Interesse dieser kleinen Gruppe. Und ebenso ist die Volkswirtschaft das Nutzungsmonopol am gesamten B o- den, der von einem Volk bewohnt wind, wobei man aber nicht einmal den Zusatz machen kann: „im Gesamtinteresse des Volkes". Die Staats- grenzen treten hauptsächlich als H o h e i t s- grenzen auf, sie sind aber in«rster Linie Grenzen der Ausbeutungevorrechte über Teile der Erdoberfläche. Weil aber die einzelnen Teile der Erdoberfläche an Schätzen verschieden- artig ausgerüstet sind, well die Länfrer ungleiche Wachstumsmöglichkeiten haben, deshalb sind die einzelnen Staaten auch ungleich in ihrer Wirt- schaft, deshalb fehlt dem einen Volk«, was das andere im Ikberfluß hat. Der privatwirtschaftliche Aufbau mit seinem Profitstreben verbietet aber einen ständigen und planmäßigen Güteraustausch über alle Erdräume. Aus diesem(tzcgenfau zwischen der weltweiten Wirtschaftsverflrchtung für den Bedarf und der nationalcngen «taatsabgreuzung für den Profit ent- steht die Fülle politischer Spannungen und Konflikte, die dauernd die Völker belastet und beunruhigt. Auf den Japanischen Inseln gibt es kaum Stein- kohlen und Eisenerze, während die Bergwerke der Mandschurei große Mengen dieser wertvolle» und für jeden Staat wichtigen Produkte hervor bringen. In einer sozialistischen Planwirtschaft würde aus dieser wirtschaftegeographischen Der- schiedenheit der Ausrüstung die Folgerung sein, Japan mit den nötigen Mengen zu beliefern, im Austausch gegen Waren, die Japan an die Mandschurei oder an andere Länder abtrete» kann. Stall desien jedoch strebt das(privatwirt- schaftliche) Interesse Japans danach, die Boden- schätze der Mandschurei zu b e f i tz e n, d. h. also, ein staatliches Monopol über ihre wirtschaflliche Ausbeutung aufzurichten(wobei dann hinter dem staatlichen Monopol das privatwirtfchaftlichc In- tereffe der einzelnen Gruppen folgt). Tcshalb lodert die Fackel des Krieges auf, deshalb werden mit Bomben und Granaten Werte zerstört und Menschen erschlagen, deshalb wird immer weiter gerüstet in allen Staaten der Erde! Und wenn ein Staat im Augenblick nicht in der Lage ist, mit den Mitteln der Rüstung Wirt- fchaftspolitik zu machen, wird dem Volke die B«- ichränkung auf die Produkte dez eigenen Landes. die nationale Autarkie, gepredigt. Dann reift die Tomatenkomnrifsion von Land zu Land dann werden die Zollmauern höher und höher gebaut und die internationalen Verflechtungen planmäßig sabotiert. Es fft kein Zufall, daß die Reaktion in der Innenpolitik mit der Reaktion in der Außenpolitik und im Außenhandel zusammen- fällt. Im eigenen Staat heißt es, den Einfluß der Oesfentlichke'tt auf die Wirtschaft zurückzu- drängen, das Privatmonopol erneut zu festigen, aus dem Besitz her den Staat, die Wirtschaft, das Bolk zu beherrschen. Und unter den Staaten heißt das gleiche Leitmolio, aus dem Besitz des„eigenen" Landes andere Räume, andere Werte sich onzu eignen oder ihre Ausbeutung zu genießen. Die angebahnte internationale Verständigung der Böl- ker wird erneut zurückgedrängt, es werden wieder chinesische Mauern um die einzelnen Staaten her- um aufgerichtet, unter deren Schutz es sich lo sicher regieren und herrschen läßt. H e i m a t l i« b e, volklich-sprachliches Eingebettetfein, Mitschaffen an angestamm- t e r Kultur: alles das find hohe Werte, die das Leben eines Menschen bereichern. Je mehr man im Ausland gewesen ist, je internationaler die Anschauung sein kann, um so enger wird man sich seiner eigenen Heimat verbunden fühlen. Aber man muß endlich aufhören, mit diesen Wer- ten politisch« Geschäfte zu machen. Die bisherige staatliche Gliederung der Menschen, die Aufrichtung eines Monopols über eiu abgegrenztes Stück Erdoberfläche muß einer neuen DONNERSTAG, 12. JANUAR 1933 Zluffaffung gef ellf chaftl ich-rechtlichcr Organisation weichen. An die Stelle der autonomen Staate» tritt, getrieben durch die enge weltwirtschaftliche Verflechtung, die Zusammenfassung der Völker zu großen ivirtsckiaftlichen und politischen Einhei- ten, die planmäßig und verantwor- tungsbewußt mit den ihnen dargebotc- nen Gütern und Reichtümern der Evd« im Interesse aller Menschen zu arbeiten wissen. lind das ist die weitere Aufgabe auf dem Wege zum Saziali-mus: die staatlichen Monopole ab;» bauen und die trennenden und kriegsschwaugereu Grenzen zu überwinden. So wie der Großgrund- besitz zu enteignen, die Schlüsselindustrien zu ver- gesellschaften sind, so sind die Volkswirtschaften zu ..entstaatlichen" und m die e r d u m s p a n- nende planvoll« Weltwirtschaft über- zuführen. Nie wird der Kriegsbrand erlöschen, nie werden die Qualen unterdrückter Völker auf- hören und ihre Klagen verstummen, solange noch eingebildete Herrenvölker das Schwert über Län- der und Städte und Menschen legen. Daher sei es nochmals gesagt: Tic ganze Erde gehört denen, die sie bc- bauen, die gesamte Erde gehört denen. die sie bewohnen, und alles, was Men- fchenautlih trägt, hat gleiches Recht auf Nahrung, Kleidung, Wohnung! stellten weniger oerdienen. Ganz allgemein ist es die breite Unter- und Mittelschicht der Angc- stellten, die zuninimt.... Früher war der Angestelltenberus nur Durchgangsstufe zur Selb- ständigkeit. Diese Möglichkeit existiert heute höchstens noch im Zwischen- und Einzelhandel____ Aber sie vergrößern nur die Uebersetzung, an der der Handel ohnehin leidet..., notwendige Folge wird eine Proletarisierung der Betroffenen sein, die diejenige der Angestellten weit hinter sich läßt." 'iras hihi? Zusammenfassend darf also sür die Mittel- schichten folgendes festgestellt werden: Die Tendenz zur fortschreitenden Proletarisierung der Mittel- schichten ist offenbar, aber sie werden nicht Prole- tarier, sie stellen sich nicht an die Sette der Arbeiterschaft, die 192ö nur 45 Proz. aller Erwerbstätigen umfaßte.„Wer das Schicksal des Proletariats trisft sie trotzdem. Mit ihm gehören sie zur großen Mehrhett des Volkes..., die e i n Schicksal hat: unter dem immer stärker werdenden Druck der anonymen Großmacht Kapital zu stehen, von ihr beherrscht, entrechtet. ausgebeutet, von ihr aus einer Krise m die andere gestürzt zu werden, bis— die eine Masse ihr gemeinsames Schicksal erkennt und in gemein- samer Aktion zu schöpferischer Neugestaltung aus- bricht."(Küstermcier, a. a. O.) Worum aber stehen die proletarischen Mittel- schichten nicht oder sagen wir noch nicht ans dem„Standpunkt des Proletariats"? Wir müssen begreifen lernen, daß die Mittelschichtcu durch Erziehung, Tradition, Lebenshaltung und insbesondere durch ihre Stellung zum Eigentum von dem marxistische» Sozialismus in ganz anderer Weise als bisher politisch und well- anschaulich angesprochen sein wollen. Hier sind neue Aufgaben, denen die politischen Organisationen der Arbeiterschaft ein verstärktes Interesse zuwenden müssen.(Es liegt nicht in der Absicht dieses Aufsatzes, die Leistungen der Gewerkschaften auf diesem Gebiete darzustellen.) Die Mittelschichten können im Sinne der Arbeiterbewegung n i e gewonnen werden, wenn sie lediglich für ihr passives Schicksal der Prole- tarisierung aktiviert werden sollen. Ihr Feind ist der Feind der Arbeiterschaft. Sie müssen die positiven Ziele des marxistischen Sozialis- mus in sich aufnehmen: werden diese posttiven Ziele alsbald zeitnah und anschaulich ausgc- arbeitet, so wird es nicht allzu schwer sein, sie aus der Gesolgschast eines feudalistischen Sozialismus zu lösen, den Marx 1847 schon treffend charakterisierte:„Halb Klagelied, halb Pasquill, halb Rückfall der Vergangenheit, halb Dräuen der Zukunft, mitunter die Bourgeoisie ins Herz treffend..., stets komisch wirkend durch gänzliche Unfähigkeit, den Gang der modernen Geschichte zu begreifen Den proletarischen Bettel- sack schwenken sie als Fahne in der Hand, um das Volk hinter sich zu sammeln. So oft es ihnen aber folgt, erblickt es auf ihrem Hintern die alten feudalen Wappen und verlies sich mit lautem und unehrerbietigem Gelächter." Es ist an uns, die Mtttelschichten aus diesem 'eudalistjschen Sozialismus herauszuführen. indem wir diesem machtvoll verfälschten Sozialismus den marxistisch«» Sozialismus «ntgegenjetze». d. Wlayer: �Marxismus und WfliUelfchichien tin Itort ron fflarx Das Proletariat ist der geschichtliche Träger der sozialistischen Idee. Keine Klasse erlebte die Anonymität und Macht der kapitalistischen Aus- beutung so handgreiflich: die Kritik am Kapitalis- mus wurde dem Proletariat aus seiner u n- mittelbaren Lebenslage zugänglich. Marx formulierte nur den geschichtlich gegebenen Tat- bestand. Aus den ehemaligen Maschinenstürmern wurden gewerkschaftlich und politisch organisierte Arbetter, die die Geschlossenheit und Einheit chrer Organisationen der konzentrierte» Macht des Kapitals entgegenstellten. In der Zeit vor dem Weltkrieg schien das lawinenartige Anwachsen der sozialdemokratischen Wähler sür eine ganz eindeutige Entwicklung zu sprechen, die Marx im„Kommunistischen Manifest" vorausgesagt zu haben schien. Hieß es nicht dort:„Von allen Klasien, welch« heutzutage der Bourgeoisie gegen- überstehen, ist nur das Proletariat eine wirklich revolutionäre Klasie. Die übrigen Klassen ver- kommen und geHess unter mit der großen In- dustrie, das Proletariat ist ihr eigenstes Produkt. Die Mittelstände, der kleine In- dustrielle, der kleine Kaufmann, der Handwerker, der Bauer, sie alle be- kämpfen die Bourgeoisie, um ihre Existenz als Mittelstände vor dem Untergang zu sichern. Sie sind also nicht revolutionär, solcher» konservativ. Noch mehr, sie sind reaktionär, sie suchen das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Sind sie revolutio- när, so sind sie es nur im Himblick auf den ihnen bevorstehenden Uebergang ins Proletariat, so ver- teidigen sie nicht ihre gegenwärtigen, sondern ihre zukünstigen Interessen, so verlassen sie ihren eigenen Standpunkt, um sich aus den des Prole- tariats zu stellen." Mit diesen Sätzen von Marx wird eines der wichtigsten Gegenwartsprobleme der sozialistischen Politik berührt. Stehen heute die Mittelstände überwiegend auf dem Stand- punkt des Proletariats? Man braucht diese Frage nur zu stellen, um sie sofort zu verneinen. Wir wissen, daß heute„der kleine Industrielle, der kleine Kaufmann, der Handwerter, der Bauer", kurz der alte Mittelstand, in ihrer Mehrheit im Lager der Nationalsozialisten stehen und damit noch nicht genug: auch der„neue" Mittelstand, Beamte und Angestellte, stehen in ihrer Mehrheil außerhalb der proletarischen Parteien, ja in be- wußter Gegnerschaft zu ihnen. Man hat die Marrsche Theorie zu schematisch verstanden: man hat den konservativen und reaktionären Charakter der Mittelstände, auf den Marx doch mit aller Deutlichkeit hingewiesen hatte, unterschätzt. Der Massenanhang des Nationalsozialismus, so skeptisch man auch auf lange Sicht dessen innere Stabilität beurteilen mag, beruht zweifellos aus einem richtigen soziologischen Verständnis der Miltelschichten Die Sozialdemokratie ist bei der politischen Einschätzung des Mittelstandsproblems zu sehr und vor allem zu lange von Vorkriegs- traditionen bestimmt gewesen, denen Bebel auf dem Parteitag in Jena(1995) folgenden Ausdruck gegeben hatte:„Das Proletariat bildet schon heute nach seiner Zahl(von mir gesperrt) und seiner sozialen Bedeutung die Grundlage der Nation." Die mtt der fortschrettenden Konzen- ttatian des Kapttals verbundene Proletarisierung großer Teile der Wtttelschlchten. die ganz offenbar der Bebelschen Vorstellung zugrunde lag, kann zwar nicht geleugnet werden, aber Proletari- sierung der Mittelschichten bedeutet eben nicht ihr selb st verständliches Einschwenken in die Front der Arbeiterschaft. Die Inflation hat die Proletarisierung der deutschen Mittelschichten noch beschleunigt. Die JCage der'UliUelfdiichlen Wenn wir untersuchen wollen, in welchem Maße von einer„Proletarisierung" der Mittel- schichten gesprochen werden kann, ist es gleich- zeitig notwendig, sich anschauliche Vorstellungen darüber zu verschaffen, welcher Anteil den Mittel- schichten an der gesellschaftlichen Schichtung des deutschen Volkes zukommt(Ich benutze hierfür wie für alle statistischen Angaben dieses Aufsatzes die im Alfred-Protte-Verlag Potsdam, erschei- nende Schrift R. K ü st e r m e i e r s:„Die Mittelschichten und ihr politischer We g." Kllstermeier gibt die erste zusammen- fassende, auf sorgfälligen statistischen Unter- lagen beruhende Darstellung der ökonomischen und gesellschaftlichen Lage der Mittelschichten. Das klar geschriebene und übersichtlich gegliederte Buch ist sür die polllische Klärung des Millelschichten- Problems ein unentbehrliches Hilfsmittel.) Wir beginnen mll der Lage der landwirt- s ch a f t l i ch e n Betriebe. Von ihnen hatten nach der Zählung von 1925. die 5 Millionen landwirtschaftliche Betriebe ermittelte, schon 1926 nur 1,4 Millionen Betriebe eine jährliche Roheinnahme von mehr als 1399 Mark zu verzeichnen. Angc- sichts der Tatsache, daß die Agrarkrise später als 1926 einsetzte, muß diese Zahl heute noch niedriger sein Von den 1,3 Millionen Hand- werksbetriebcn, die 1926 gezählt wurden, hatten 59 Proz. ein Einkommen von weniger als l599 Mark. Weitere 35 Proz. hatten ein Ein- kommen von 1599 bis 3999 Mark. 1925 gab es 1 143 639 Handelsbetriebe, in denen 3 955 684 Personen beschäftigt waren: 41 Proz dieser Handelsbetriebe sind Alleinbetriebe, in denen also überwiegend die Familienange- hörigen des Inhabers mitarbeiten. Die Prole- tarisierung der freien Berufe ist äugen- scheinlich.„Es kann keinem Zweifel unterliegen (schreibt Küstermeier). daß Tausende von Aerzten und Rechtsanwälten, von Schriftstellern und Künstlern, hier besonders von Musikern und Schauspielern, nicht über das Einkommen ver- fügen, das als Existenzminimum betrachtet werden muß." Van besonderer Bedeutung ist die starke Zunahme des neuen Mittelstandes. Die Zahl der Angestellten und Beamten (ohne die in leitender Stellung) betrug 1882........ 1 999 999 1895........ 2 999 999 1997........ 3 999 990 1925........ 5 274 000. Die Zahl der Angestellten insbesondere hat seit 1997 bis 1925 um 133 Proz. zugenommen, während die Zahl der Arbeiter im gleichen Zeit- räum nur um 24 Proz. gestiegen ist. Ueber das Einkommen der Angestellten bemerkt Küstermeier: „Bringt man die Angestelltengehälter in Vergleich zu den Lohnen von Arbettern, an die hinsichllich Vor» und Ausbildung ähnliche Anforderungen gestellt werden, dann zeigt sich, daß diese Ange» Winter sportliches aus den Bergen Billige Wintersport- und Erholungsreisen Der Skilauf als S ch u l f a ch, das ist be- reits Tatsache in Oberstdorf im Allgäu und in einer ganzen Anzahl bekannter Harzer Winter- sportplätze. Hier wird während der Schneesaison im Rahmen des Turnunterrichts auch Unterricht im Skilauf erteilt. Neuerdings will die thürin- gifche Regierung den Skilauf als Pflichtfach in den Schulen einführen. Der höchste deutsche Wintersport- verein ist der kürzlich gegründete„Skiklub Zug- spitzferner": sein Sitz ist im 26S0 Meter hoch liegenden Schneefernerhaus der bayerischen Zug- spitzbahn. Uebrigens hat dieser Klub außer spart- lichen auch wissenschaftliche Interessen; er will zum Beispiel Untersuchungen über den Einfluß der Höhenluft auf den menschlichen Körper anstellen. Als älteste deutsche Rodelbahn gilt die historische Hörnerschlittenbahn, die von den Grenzbauden(1050 Meter) nach Schmiedeberg (450 Meter) im östlichen Riesengebirge hinabführt. Auf dieser Bahn wird bereits seit dem Ende des 17. Jahrhunderts gerodelt.— Die längste Naturrodelbahn Deutschlands ru besitzen, rühmt sich das urwüchsige Marquartstein in den Bayerischen Alpen. Die Bahn führt von Hoch- gern in einer Länge von rund 8,5 Kilometer zu Tal * Zur Erleichterung des Wintersports besteht bei der Reichsbahn für die Beförderung von Schneeschuhen und Rodelschlitten ein vereinfachtes und verbilligtes Abfertigungsver- fahren. Auf Wunsch der Reisenden werden Schneeschuhe und Rodelschlitten(ein- oder mehr- sitzig) bis zu einer Entfernung von 250 Kilometer gegen Lösung von Fahrradkarten als Gepäck ab- gefertigt. Es dars aber ein Reisender nur eine Fahrradkarte lösen und daraus nur ein Paar Schneeschuhe oder einen Rodelschlitten aufgeben. Die Gebühren für eine Fahrradkarte betragen aus Entsernungen von 1 bis 30 Kilometer 30 Pf., 31 bis 100 Kilometer 50 Ps, 101 bis 150 Kilo- meter 80 Ps.. 151 bis 250 Kilometer 1,20 Mk. Unabgefertigt ist die Mitnahme von Schnee- schuhen und Rodelschlitten nur in die dritte Klasse aller Züge gestattet, und zwar unter der Voraus- fetzung, daß Mitreisende nicht belästigt und Wagen- sitze nicht beschmutzt werden. Die Eisenbahnver- waltung ist berechtigt, bei einzelnen Zügen auch die Mitnahme der Sportgeräte in die dritte Wagenklasse auszuschließen. Die Naturfreunde veranstalten wie in jedem Winter auch in diesem Jahr billige Wintersport- und Erholungsreisen. Sie haben folgende Ziele: 28. Janum bis 12. Februar 19S3: Filnfzchn-Tage-Ski» Fahrt in die Stcicrmarl. Für Mitglieder 128 M. Für Mchtmitgiieder 128 M. Aofahrt am öonnabcno, dem 28. Januar 1933, nach 18 Uhr, oom Anhalter Bahnhof. In den Teilnahmekosten sind enthalten: Eisendahn- und Autobusfahrten, Skitransport, Siirurfus, Ucbernachten in Betten, volle Verpflegung, Sternfahrten mit den fort» geschrittenen Skiläufern.— 28. Januar bis 12. Februar 1933: Fünfzehn-Tage-Ski-Fahrt in das Er gebirge. Für Mitglieder 7ö M. Für Nichtmitgliedcr 77 M. Abfahrt am Sonnabend, dem 28. Januar 1933, nach 23 Uhr. vom An- Halter Bahnhof. In den Tsilnahmekcsten sind enthalten: Eisenbahnfahrt, Skitransport, Skikurfus, Uebernachten in Betten, volle Verpflegung, Sternfahrten und Streifzüge mit den fortgeschrittenen Skiläufern.— 18. Februar bis ö. März 1933: Fünfzehn-Tage-Ski-Fahrt in die jiihbühcler Alpen. Für Mitglieder 129 M. Für Nichtmitgliedcr 131 M. Abfahrt Sonnabend. 18.Februar 1933, nach 29 Ubr, vom Anhalter Bahnhof. In den Teilnahmekosten sind enthalten: Eisenbahnfahrt, Ski- und Gepäcktransport, Skikurfus, Uebernachten in Betten, volle Verpflegung, vom Stand- guartier<1öS9 Meter Höhe) Sternfahrten.— 18. Februar bis 5. März 1933: Fünfzehn-Tage-Ski-Fahrt in das Riefengebirae. Für Mitglieder 87 M. Für NichtMitglieder 89 M. Abfahrt um Sonnabend, dem 18. Februar 1933, nach 23 Uhr, mit dem V.Zuge ab Schlesifcher Bahnhof. In den Teilnahmekostcn sind enthalten: Bah», und Auto- busfahrten, Skikurfus, Uebernachten in Betten, im Standquartier erstes und zweites Frühstück, warme Mahlzeit. Auskunft im Reisebüro des TB.„Die Naturfreunde", Ber- lin N. 24, Iohannisstr. 14—15. Fernsprecher: 0 1 Norden 4177. Arbeiter-Schachkämpfe Nach kurzer Pause wurden am Sonntag die Serienkämpse der Freien Arbeiter-- schachoereinigung Groß-Berlin in der A= und K-Klasse fortgesetzt. Sie brachten große lieber- raschungen. So mußten sich die Treptower von Wedding I nach hartem Kampfe mit 5— 3(2 Hängepartien) geschlagen bekennen. Eharlottcnburg errang gegen streuzberg das Ergebnis von 5— 2(3 6.). Wcigcnfee trennte sich von Lichtenberg mit 3— 3(4 H.) Mit einem glatten Sieg über Grüna» rückt Humdoldthain 1 in die SpiPcngruppe auf. Prenz- lauer Berg 1 konnte erst nach Aufwand aller Kräfte das Resultat gegen Friedrichshain 1 auf 4—3(3 H.) stellen. Es scheint, als wollten Fricdrichshain 1 und Grünau die Absticgsplätzc nicht freigeben. Z«hn Mannschaften der L-Klasse standen sich in Ewalds Vereinshaus gegenüber. Zu dieser Ver- anstaltung erschienen wieder Interessenten, die bei den sehr spannenden Kämpfen voll auf ihre Kosten kamen. Die Ergebnisse: Eine peinliche Niederlage mußte Bestend gegen den immerhin gefährlichen Außenseiter Wedding-Süden 2 von 8—1 fl H.) einstecken. Drei Spieler verloren ihre Partien durch verspätetes Antreten. Durch'diese Niederlage scheint der Aufstieg zur S-Klasse gefährdet zu sein. Norden 1 hatte in Testen einen zähen Gegner gefunden und trennte sich mit 8�—2'� sl H.) Norden 1 fei gesagt, daß auch Anfänger nicht unterschänt werden dürfen. Frief > Prenzlauer Berg 2 mit 8—2. Moabit Hum- tragen. Eintritt für Bundesmitglieder auf ASV.» Karte nur 20 Pf., Garderobe auf diese Karten 10 Pf. richsfeldc siegte gegen Prenzlauer Berg 2 mit 8—2. f gegen Treptow 2 3li>— 3z4(3 H.) Norden 2 gegen boldthain 2 4-4(2 H.) Der Stand der bisherige» Spiele ist folgender: S-Klasse: 1 Charlottenburg 38>-! Punkte(3 H.>; 2. Med- ding 1 38 P.(2 fl.); 3. Treptow 1 36 P.(2&.): 4. Humboldthain I 31 P.(3 H.l; 5. Lichtenberg 31 P.(4 H.>: 6. Weißensee 28V. P.(4 H): 7. Kreuzbcrg 28V. P. 3(6.); 8. Prenzlauer Berg 1 23 P.(3 H.1; 9. Friedrichshain 1 1914 P.(3 H.>: 10. Grünau 16 P.(3 H.). S-Klasse: I. Norden 1 28V. P.(11 HI: 2. Wedding 2 28 P.(11 fl.); 3. Friedrichsfelde 27 P.(10 fl.); 4. Westend 31 P.(1 fl.); 5. Moabit 13 v P.(20 fl.); 6. Treptow 2 26 P.(3 fl.); 7. Friedrichshain 2 17 P.(10 fl.); 8. Humdoldthain 2 2214 P.(2 fl.): 9. Prenzlauer Berg 2 14 P. (7 fl.); 10. Westen 15 P.(1 fl.); 11. Norden 2 1314 P.(2 fl.). Werbeabend in Witte. An alle Schachfreunde der Partei-, Gewerk- schasts- und Jugendbewegung im Bezirk Mitte er- geht der Ruf, den am Donnerstag, 12. Januar, stattsindenden Schach-Werbeabend bei Ebertus. Zionskirchplatz 11, zu besuchen. Der Problem- komponrst Buchmann hält einen Vortrag über: „Schönheit und Humor im Schachspiel". Beginn 20.15 Uhr, „Quer durch Treptow" Am kommenden Sonntag veranstaltet der Ar- beiter-Sportverein Neukölln im Treptower Park einen Waldlauf anläßlich des zweijährigen Bestehens seiner Sportabteilung. Es sind bisher 113 Sportler, Sportlerinnen und Jugendliche gemeldet. Gelausen wird auf einer Rundstrecke von 1000 bzw. 2000 Metern. Start ist um 15 Uhr am Parkeingang gegenüber dem Räthaus. Von hier führt der Weg um den großen Spielplatz herum und am Karpfenteich vorbei. Bon den Einzelläufen ist der 1000-Meter-Lauf der Sprinter mit 26 Läufern am stärksten besetzt. Im 3000- Meter-Mannschgftslaufen streiten 14 Mannschaf- teil mit 56 Läufern um den ersten Plag. In dieser Konkurrenz wird der beste Durchschnitt aus- schlaggebend sein; denn von vier Läusern müssen drei geschlossen das Ziel passieren. Durch das Fehlen von Ostring hat der ASC, die besten Aus- sichten, wenn er mit seiner stärksten Mannscha«! antritt: Volkssport-Neukölln. ASV. Neukölln, Rot- Weiß und Teltow dürften aber trotz alledem zu beachten sein. Ferner ist der neue Bundesverein Sparta 32 erstmalig am Start. Man darf ge- spannt sein, wie sich die Spartaner au- der Affäre ziehen. Bei der Jugend kämpfen der Veranstalter und Rot-Weiß sicherlich im Vordergründe. Die älteren Sportler und die Sportlerinnen bringen ein kleines, aber auserlesenes Feld an den Start in dem hauptsächlich die Neuköllner Vereine und Oslring zu nennen sind. Nach der Veranstaltung ist ein gemütliches Beisammensein im Paradies- garten geplant. Für gute Musik ist Sorge ge- Neues Ufer entdeckt Gleich wird es behördlich reglementiert Nach einer Mitteilung des„Tag" haben sich die Stadt Berlin und der Wasserfiskus über die Verwendung des U f e r st r e i f e n s zwischen Gatow und Kladow an der Havel geeinigt. Im Verlauf von Jahrzehnten hat sich hier am sogenannten Breiten Horn ein breiter Streifen Schwemmland gebildet durch den Sand, den die dort nach rechts abbiegende Havel mitsührt und absetzt. 160000 Quadratmeter Land ent- standen auf diese Weis«. Die Stadt und der Wasiersiskus haben lange am das Eigentumsrecht gestritten; jetzt soll von beiden ein Wettbewerb für die beste Verwendung des Uferstreifens ausgeschrieben werden. Danach soll er dem„Wasser- spart dienstbar gemacht" werden: Eine Sport- siedlung(?), ein Liegeplatz. Unterkunftsgelegen- heit für 400 Segelboote, 100 Motorboote, 300 Ruder- und 2000 Paddelboote sind geplant. Es sollen Klubhäuser entstehen, Gaststätten, Verkaufs- stände. Sogar ein kleines Freibad(!) will man errichten. Dazu ist zu sagen: Das Gelände i st schon dem Wassersport erschlossen, denn seit Iahren tummeln sich darauf des Sonntags und in den Ferien die Wasserfahrer. Allerdings in der heute noch einigermaßen unberührten, freien Natur. Das ist schöner und natürlicher als in Klubhäusern und Gaststätten und viel schöner als auf behördlich reglementierten Uferstreifen. Gebadet wird dort auch, und zwar ohne städtische oder staatliche Aussichtsbeamte. Den Bau neuer Anlagen zum UnterstSllen von Booten aller Art halten wir für wirtschaftlichen Unsinn, denn die jetzt vorhandenen stehen zum erheblichen Teil leer oder bekommen keine Standmieten ein, weil die Wassersportler arbeitslos sind. Man verschandele also nicht die noch vor- handenen natürlichen Uferstreifen, zwinge den Wassersportler nicht, immer weiter hinaus zu fahren, wenn er einen im freien stehenden Baum sehen möchte, und nehme den vorhandenen Bootshäusern nicht die letzten Einnahmen, sonst können sie an Staat und Stadt noch weniger Steuern zahlen! Reichsbannerleute, Parteigenossen und Sportler sind eingeladen die Uebungsabende zu besuchen. Die Kursus gebühr ist äußerst niedrig gehalten. Uebungsabende Dienstags und Freitags von 19'A bis 21� Uhr. Der Arbeiter- Sportverein Neukölln beginnt Dienstag, 24. Januar 20 Uhr, in der Turnhalle Weserstr. 12 einen Jiu-Jitsu-Kursus Gute Techniker stehen zur Verfügung. Anmel- düngen jeden Dienstag in der Turnhalle oder bei Deutschmann, Reuterstr. 77, v. 3. Schwarzes Brett Freie Faltbootsabrer Berlin. Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr. Gruppe Norden: Jugendheim Willdenvwstr. 5. Portrag.— Gruppe Nordosten; Jugendheim Christburger Straße 7. Vortrag.— Gruppe Eüdosten: Jugendheim Große Frankfurter Str. 18. Vortrag.— Funktionärver- fammlung Montag, 18. Januar, 20 Uhr(Linde). Tcnnis-Rot, Abt. Reukölln. Donnerstag, 12. Januar, 20 Uhr, Generalversammlung im Cafe Reinhardt, Hasen» Heide 67. Freie Ruderer und Kanusahrcr, 1.»reis. Sonnabend, 14. Januar, 19 Uhr, Kreisgefchäftssielle, Elfässer Str. 88.88, Iabrcskonferenz sämtlicher technischen Funktionäre der Reichs-, Kreis- und Bereinslcitungen. Touriftenvercin„Die Naturfreunde". Freitag, 13. Januar. Photo-Arbeitsgemeinschait Franke: Iohannisstr. 15 (Dunkelkammer).— Photoarbeitsgemeinschail Neukölln: Bergstr. 29.— Photoarbcitsgemeinschaft Osten: Frank- surter Allee 307.— Faltbootabteilung; Iohannisstr. 15. Generalversammlung.— Südost: Manteuffelstr. 7. Unter- haltungsabcnd.— Charlottcnburg: Eprccstr. 30. Fort- fetzung der Generalversammlung.— Treptow: Elsen- fträße 3, am Bahnhof. Nürnbergs Geschichte und Sagen- welt.— Britz: Festsaal der Ideal-Siedlung Hanne- mannstraß« Generalversammlung.— Musikarbeitsgemcin- ichaft, 1. Abteilung, Friedrichshain; Bei Ch. Schönrock, O. 17, Paul-Singer-Str. 50, l.— Musikarbeitsgemein- schast, 2. Abteilung, flumboldthain; Im Musilzimmer des Jugendheims L'rtzing. Ecke Graunstraße.— Moulag, 18. Januar. Malgrmeinfchaft: Manteuffelstr. 7.— Photostammabteilung: Iohannisstr. 15. Photographische Neuheiten(Dr. Iacobsohn).— Sonntag. 15. Januar. Führer- sektion: Führung durch Alt-Berlin. Treffen 9 Uhr Waisen- brücke— Bestchtigung der Gewächshäuser im Botanischen Garten. Treffpunkt 10 Uhr vor demselben. Altcrericgcn-. Turn- und Sportler, 1. Kreis. Sonntag, 15. Januar, Dominikusplatz. Schöneberg, Eachsendamm Ecke Priestcrweg. 10 Uhr 2. Rundensvieltag im Faustball. Für Gästcmannschaften Spielmöglichkeit. 24. Januar im Stadtbad Mitte Badeabcnd. BsK. Proles. Freitag. 13 Januar, fällt für die Män- nerabteilung Oft das Gerätewetturnrn aus. Die Mann- schaft muß pünktlich 20 Uhr zur Stelle sein. Sonnabend. 14. Januar, Gruppenvcrsammlung des Ortsbezirks bei Neumann. Gubener Str. 45: Sruppenverfommliing der Bezirke Wedding bei Seefcld. Schulstraße. Beginn für beide 17>4 Uhr Sonntag. 9 Uhr. Sviel in den Rchbergen. Altersturner in Schöneberg Faustballspiele. «Juvena läßt baden! Es ist natürlich ein Unterschied, ob man Bade- und Strandanzüge auf dem Ladentisch im Geschäft oder in der Schwimmhalle zeisst. Das war das Prinzip, nach dem die bekannte Firma Juvena im Stadlbad Dennewitzstraße von netten Manne- quins ihre Fabrikate vorführen ließ. Um Irr- tümer von vornherein au- zuschließen, hatte man bekanntgegeben, daß nur Badekleidung gezeigt würde, die im kommenden Sommer auch vor den Augen zwickelsuchender Staatsbeamten bestehen würde. Somit waren also alle Voraussetzungen für ein Gelingen Ler Veranstaltung gegeben. Die gezeigten bezwickelten Anzüge werden den ver- wöhntesten Ansprüchen genügen, sofern man es nicht vorzieht, in stiller Abgeschiedenheit trotz Herrn Bracht den gesamten nackten Körper der lebenspendenden Sonne darzubieten. Dann gab'z an dem Abend, den Resi Langer gutgelaunt konferierte, noch Rettungsvorführungen des Personals der Anstalt— ein guter Einfall der Bade- Verwaltung— und schwimmsportliche Vorführungen eines Sportklubs. Die Halle war trotz (oder wegen?) der Inventurausverkäufe gestopft voll! Randfunk am Abend Donnerstag, den 12. Januar Berlin; 16.00 Klaviermusik. 16.13 Bedeutung eines Theaterbilletts(A. Brodbeck). 16.30 Zeitgenössische Musik für Kammerorchester. 17.30 Technischer Rückblick auf das Jahr 1932(S Hartmann). 17.50 Kinder- kalender Januar. 18.10 W. A. Mozart. 18.30 Mensch in Gefahr!(Lehrfolge v. W. Timm). 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Wir lesen Zeitung(H. Pauck). 19.45 Unterhaltungsmusik. 20.30..Die Kreuzelschreiber"(Bauernkomödie von L. Anzen- gruber). 22.00 Wetter-, Tages- und Sport- nach richten. Tanzmusik. 24.00 Das höllisch Gold(Singspiel). Königs Wusterhausen: 16.00 Die Lhktüre unserer Kinder. 17.10 Viertelstunde Funktechnik(Ob.-Ing. Nairz). 17.30 Tägliches Hauskonzert. 17.55 Wer ist gemeint? 18.25 Musikalischer Zeitspiegel(R. Frmeler). 18.35 Wetterbericht. 19.00 Deutsch für Deutsche (Dr. J. Günther). 19.30 Das Gedicht 1935 Stunde des Landwirts. 19.53 Einführung zum Vivaldi-Bach-Konzert 20.05 Aus der Philharmonie; Festkonzert 20.40 Worte zur Winterhilfe. 21.10 Aus Wien: Aus AV iener Operetten. 22.20 Wetter-. Tages- und Sport- uachrichten. 22.45 See-Wetterbericht. Tanzmusik. Sonst: Berliner Programm. Beraiilwortlich füt Politik: RudolsBrenbemühl; Wirischast; G. K l i n g e l b o s e r; Gewerkschasisbe- wegung: I. Steiner; Feuilleton; Herberi Le- pere: Lokales und Sonstiges: Fritz Korltädt; Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Berlin 1 Verlag: Vorwärts-Verlap A m. b H. Berlin. Truck: Borwärls-Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SN. 68, Lindenstr 8> Bezugs- bedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen-Ausgabe des„Vorwärts" verössentlicht. Hierzu 1 Beilage. �>4 Ringen— Boxen in Tegel Die Freie Sportoereinigung Tegel 1899 ver- anstaltet Freitag, 13. Januar, 2V Uhr, im Strand- schloß einen großen Sport- und Werbeabend im Ringen, Boxen und Iiu-Jitsukämpsen. Fünf Ein- ladungsboxkämpse werden den Abend eröffnen. Es stehen sid) gegenüber im Papiergewicht Rothenstein-Berliner Boxklub und Eng-Tegel, im Fliegengewicht Tickessen-BBE. und Kloß-Tegel, im Leichtgewidst Schmidt 2-BBC. und Pantke-Tegel, ferner Ohlemann-Nordost und Nikisch-Tegel, im Weltergewicht Grande-Nordost und Saar-Tegel. Im Jiu-Jitsu werden vier Heraussorderungs- kämpie zwischen Einigkeit und dem Tegeler Verein ausgetragen. Den Abschluß des Abends bildet der Serienringkampf zwischen Alt-Wedding und Tegel. Eintritt 59 Pf., sür Erwerbslose 25 Ps.. reser- vierter Plag 1 M. Vorverkauf im Zigarren- geschäst von Zapf. Tegel, Hauptstraße 39. Lernt boxen. Der bundestreue„Berliner Box- Club" beginnt in den nächsten Tagen in seiner Trainingshalle, Köpenicker Straße 2, einen neuen Kursus im Boxen für Schüler, Jugendliche und Männer. Bei Schülern muß die schriftliche Ge- nchmigung der Eltern vorliegen. Gewerkschafter, Donnerstag, den 12. Januai Staatsoper Unter den linden 20 Uhr 3. Sinfonie-Konzert Leitung: Otto Klemperer Staatliches Schauspielhaus to Uhr Nora tuenerlnnen konzertlerta Gaston Palmer der lustigste Jongleur Trio Walkmir in seiner neuen unerreicht Perche-Arbeit Kurt Fuß Loni Heuser, Grete Weher usw. VOLKSBUHNE Theater am Bälowpsaiz rsglidi 8 Uhr D 1 Norden 6$36 Oliver Cromwells Sendung v. Walter bilbncht. Regie Heinz Hilper mit Eugen Klöpfer Hill» tougungf Restanrant Berlins Stadl. Oper Chanoitenbun Fraunhofer 0231 Donnersta', 12. Jan 20 Uhr Turnus 1 Othello Nettesheim, An et- Img, Hartmann. Kelnmar, Ludwi, Steler, Baumann Heyer, Soer ng Dirigent: Ladwig Kii1Qrslefld.-Tr. jCarfÖrstendainm ZOG Tel Bism. 1400 Täglich 8H Uhr Glückliche Reise Operette von KOnneke in der Premicrcnbc- teizang Stetiiner Sänger ' Reichshallen-Tb., Dönboüpl 8.15, Sonntags 3.30 zn ermäßigten Preisen Das große Januarprogramm Die lieben Emen AerTMi Qurlotlnsir. 9 1 Dänhod iki Täglich 8'. Uhr Auslandsreise mit Felix Bressar Maria Faudler Oscar Sabo, Löns, Behal, Berghof, Witt CASINO-THEATER 8l/i Lothringer Sirafje 37 8*4 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiliniliiiiiiliiiiiiiiiimMiiiiniiiiiniiniitmiiiiHiiiui * Täglich Bunte Bühne: Variete, Kabarett, Theater Onkel Muz, der Eiiestifter Gutschein t— 4 Personen Parkett nur 0.60. Fauteuil 0.75. Sessel 1.25 Sonntag 4 L'hr Onkel Muz. KI. Preise. Deutsches Theater Schumannstr. 13a vVeidend. 5201 Täglich 8 Uhr Illttevienillz Max Reinbardl Prinz von Homburg von H. v. Kleist Thimig, Fehdraer. Fröhlith. KaySler. Wegener. Sdiürenberj Hämmorspieis 8 Uhr Ensembles erwerbsloser Sdiaiispieler Die Flasche Komödie von J R i n g e I n a't z Inszenierung: Jean Sötsier- Müller Bitnrrckstr. iKniei Stemnl.(CD ntia Täglich si;- Uhr Die Männer sind mal so Musik: Weller Rollo SiDtlud. Hiiilcmaca Sie IS Jan..« Ubr Robert und Bertram Komöfliennaüs Schiifbauordamm 25 tri. DZ Wild. 6304-05 Täglich 8(4 Uhr Das Haus dazwischen mit Max Adalbert Jakob TiedtKe Knill: Spoliansfli Sa 8a 8a Bendows Bants Bflbac Kotcbasser StraOe 6 Uberbaum 3500 Täglich S't Uhr Stgs. nachm 4 U Ke doiie Kiste Rose- iiieüier inSi Fnntftirier Slrale 132 Id. Weidiui Ei 3422 e.15 uhr Die Zirkusprinzessin