Abend-Ausgabe Nr. 22 B 11 50. Jahrg. Redoktlon und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 5«nfprtd)et A 1 Olm, DönhofI 292 bu 29? T-I-gr-mmabresl«, Soilatbemottar B-rlw BERLINER VOLKSBLATT FREITAG 13. Januar 1933 In Groß- Berlin 1t) Pf Auswärts...... 10 Pf Bezugsbedingungen und Anzetgenpreii« stehe Morgenausgabe Jentralorgan der Sozialdemokratischen Kartei Deutschlands Mit harter Hand? .Aher nicht gegen„Aufbauwillige" Herr Hugenberg hat der Frau des von Nationalsozialisten ermordeten deutschnatio- nalen Gutspächters S t e i n i ck e in Randow in seinem Beileidsbrief geschrieben, er hoffe, daß der Verwilderung in Deutschland bald „mit harter Hand" gesteuert werde. Steinicke ist von vier SA.-Leuten hinge- mordet worden, die schon an einem Spreng- stoffattentat auf den Stettiner„Volksboten" beteiligt waren. Zugleich mit Hugenbergs Brief wurde das Urteil gegen den Nazimann Stuben- rauch in Frankfurt am Main bekannt, der seine Braut in den Main gestoßen und die Slrase von zwölf Jahren Zuchthaus und acht Jahren Ehrverlust im Gerichlssaal mit einem„Heil Hitler" entgegennahm. Ein Einzelfall? Noch schreiben die Mörder des SA.-Mannes H e n t s ch in Dresden ver- gnügte Briefe aus Verona und sind von der Nazipartei nicht abgeschüttelt, obwohl sie den eigenen Kameraden gefesselt, erschossen, in Säcke verpackt in die Maltertalsperre ge- warfen. Gleichzeitig wird in Berlin der SA.-Führer und Schlächter B a u m g a r t verhaftet, der mit„Heil Hitler" in der Sil- vesternachl eine vollkommen unschuldige Frau Künstler mit dem Ruse„Heil Hitler" nieder- schoß. Gleichzeitig wird in Berlin der SA.- Mann O st h o f verhaftet, der in Lichtenrade den Kommunisten Erich Hermann erstach. In der Kösliner Straße wird aus einem Auto in eine Schar friedlicher Demonstranten hineingeschossen. In der Thomasstraße wird ein löjähriger Reichsbannerjunge mit Messer- stichen zerfleischt. Man stelle sich vor, Anhänger einer marxistischen Partei hätten diese Kette von Morden und Totschlägen innerhalb weniger Tage verübt, welches Geheul durch die ganze bürgerliche Presse gehen würde, wie man die „Verantwortung der Führer" für diese Ver- rohung feststellen und das energische Ein- schreiten der Staatsgewalt gegen die„ver- tierte" Partei fordern würde! Bei den Nationalsozialisten, deren Führer unzählige Male direkt zu Gewallakten aus- gerufen, die bald„Köpfe rollen" lassen, bald „Galgen errichten", bald die„Nacht der blutigen Messer" ankündigen, bei ihnen wird das nicht so schwer genommen. Der Führer dieser Partei kann trotz alle- dem jeden Tag mit einem Reichskanzler über seine Regierunsbeteiligung verhandeln. Die SA.-Horden haben nicht nur kom- munistische Versammlungen in den Unions- sälen und im Friedrichshain gesprengt oder zu sprengen gesucht— sie taten das gleiche mit den Deutschnationalen in der„Neuen Welt" in Berlin, im Konzerthaus in Breslau. in Düsseldorf und Hamburg. Aber Herr Hugenberg weiß da nichts von„harter Hand", er steht zu Verhandlungen mit Hitler jederzeit zur Verfügung. Was ist es, das diese Schichten trotz alledem eng zusammenkittet? Was ist es, das alles verzeihen und verschleiern läßt, so himmelschreiend das Gebaren auch sein mag? Es ist das Bewußtsein, sich eine Prä- torianergarde gegen die klassenbewußte Ar- beiterschaft geschassen zu haben. Es sind die modernen Pinkertons, die man sich herangezogen, die Schutzwehren der Kapilalisten, die eben ohne Revolver, Messer, mündliche und tätliche Roheiten itickst auskommen Das muß man in.Kauf itehmen— um die Arbeiterbewegung zu unterwühlen Wann werden die anständigen Elemente im braunen Heerlager die schmähliche Rolle erkennen, in die das Kapital sie preßt? Das Milliarden-Defizit Oer Reickskinanieminister muk Recstenscstakt aklexen Der haushaltsausschuß des Reichstags beschäftigte sich heute zuerst mit der Erledigung einiger Rechnuagsprüsungs- berichte, die vom Abg. Heinig sSoz.) für den Rechnungsprüfungs-Unterausschuß vorgelegt wurden. Er machte daraus aufmerksam, daß deren Erledigung durch die zweimalige Auslösung des Reichstags im Zahre lSZZ verzögert worden sei, seht müsse diese Arbeit nachgeholt werden. Die Berichte wurden einstimmig genehmigt. Dann wurde die Finanzdebatte zu Ende geführt. Abg. E r s i n g ging dabei ein auf die Kredite, die die Landwirtschast im allgemeinen und der Deutschnationole von Oldenburg- Zanuschau im besonderen aus der Osthitse für seine drei Güter erhalten habe. Die Landslelle habe sogar von einem Manne, der sein Gut an Herrn von Oldenburg verkauft habe, verlangt, daß er im Interesse der Entschuldung dieses Herrn auf den größten Teil seiner Forderung verzichte. Die Sprache der Landwirtschast sei ein Skandal angesichts der Tat- fache, wie viel sie sortlaufend vom Reich bekäme. Zum Abschluß der Finanzdebatte nahm dann der Reich-sinanzmintster von Krosigk das Wort. Er stellte fest, daß das Defizit für lSZZ bei den Ländern 520 Riillionen Rlark, bei den Gemeinden etwa eine Milliarde beträgt. Die mittel- und kurzfristigen Schulden der Länder und Gemeinden seien demnach in den jüngstvergangenen Monaten nicht gestiegen. Die Fehlbeträge seien nur aus letzten Beständen des Betriebsmittelfonds und aus dem Verkauf im- mobilen Besitzes gedeckt worden. Aber auch durch Nichtzahlung von Rechnungen— rund 100 Millionen— und durch Nichtabführung staatlicher Steuern— weit über 100 Millionen— seien die Defizite äußerlich gedeckt. Im weiteren Verlauf seiner Bemerkungen gab der Reichsjinanzminister den N a t i o n a l s o z i a- l i st e n sehr gründlichen Etatunterricht. Deren Redner hatte das Etatsdefizit des Rei- ch e s mit den kurzfristigen Schulden de- Reiches zusammengezählt, während in Wirklichkeit �wiseben 2 wei„ Fronten" oder: Regierung Schleicher in Bedrängnis Etatsdisizit und kurzfristige Schuld ein und dasselbe sind. Solche kleinen Erlebnisse hat der Haushaltsausschuß jetzt häusiger. Herr von Krosigk betonte sehr energisch, daß Zinssenkungen auf staatlichem Wege zwar im Augenblick dem Schuldner Helsen, dafür aber den Kreditmarkt in der Richtung beeinflussen, daß Die SA.-Bluttat in Neukölln Mit Messern gegen Jugendliche Der schändliche Raziübersall aus die beiden Jungbannerkameraden in Neukölln, bei dein ein Fünfzehnjähriger durch einen Lungenstich lebensgefährlich ver- letzt wurde, ist ein neues Glied in der Serie der SA.-Mordtaten der letzten ach» Tage. Es wird höchste Zeit, daß die Polizei sich zu energischen Maßnahmen gegen die braunen Mordbanditen entschließt, wenn man nicht die Arbeiterschaft zur Selbsthilfe zwingen will. Ahnungslos gingen die beiden Freunde, der 15jährige Kurt Frenze! aus der Rofegger- straße und der gleichaltrige Hermann Balke aus der Kaiser-Friedrich-Strahe, durch den Mittel- weg zur Neuköllner Turnhalle, wo sie an der Turnstunde des Jungbanners teilnehmen wollten. An der Ecke Mittelweg und Thomas- straße stünnten plötzlich von zwei Seiten 1 5 SA- L e u t e. die zun, größten Teil uniformiert waren, auf die jungen Leute los. Mit Stahlrutcn, Tot- jchiägern und Dolchen drangen die Burschen auf die Jnngbannerkameraden ein. Schon nach wenigen Augenblicken brach Frenze! mit einem Ausschrei zusammen. Einer der Hitlcrgardislen hatte ihm einen Dolch in die Brust gebohrt. Auch Balte stürzte mit schweren Kopf- und Gc sichtsvcrletzungen bewußtlos zu Bode». Passanten, die aus einiger Entfernung den viehischen lieber- lall mitangefeheu hatten, ohne den Schweroer- letzten zunächst Hille bringen zu können, alar- n, irrten die Polizei. Die Beamten fanden die beiden Ueberfallenen m ihrem Blute aus. Frenze! und Balke wurden sofort ins Neuköllner Kranken- haus gebracht. Während sich bei B. die Ver- z. B. a u f d e m Hypolhekenmartt keine Gelder mehr zur Verfügung stehen. Selbst- verständlich mühte auch gegen O st h i l s e- Skandale durchgegriffen werden. Mit den sozialdemokratischen Stimmen wurde schließlich ein Antrag angenommen, der verlangt. daß die Reichsregierung bis zur nächsten Sitzung des Haushaltsausschusses— voraussichtlich am 17. Januar— eine Zusammen st ellung über die Osthilsemittel vorlegt, aus der ersichtlich wird, wieviel Geld der Groß- und der kleinbesih der Landwirtschast aus Reichsmitteln erhalten hat. Luther„warnt" vor öffentlicher Arbeitsbeschaffung Breslau. 13. Januar. Am Donnerstagabend sprach Hier vor der Industrie- und Handelskammer Reichsbankpräsi- denk Dr. Luther über Wirtschaftssragen. Er stellte einleitend fest, daß es jetzt wohl überflüssig wäre. noch weiter über die Währung und ihre Sicherheit zu reden. Diese Sicherheit sei gegeben. Luther wies dann darauf hin, daß Deulfchland feit Mitte 1030 nicht weniger als sieben Milliarden Mark ausländische Schul- den zurückgezahlt habe. Auch in Zukunft werde es versuchen, seinen ausländischen Ver- pflichtungen gerecht zu werden und seine Zinsen zahlen, denn das entspreche der kaufmännischen Linie der deutschen Politik. Das Ziel Deutschlands bleibe eine spätere Konsoli- dierung seiner kurzfristigen Anleihen. Die Arbeitsbeschaffung werde gerade in dem Augenblick, in dem es auf ein« Senkung der Steuern ankomme, zu einer ern st haften Be- lastun galler öffentlichen Haushalte führen. Man solle sich deshalb darüber ,m klaren sein, daß durch die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der öffentlichen Hand das Ausmaß einer kommen- den Konjunktur eingejchräpkt werde. letzungen glücklicherweise als nicht lebensgefährlich erwiesen, mußten bei Frenze! sofort alle Anstren- gungen gemacht werden, um ihn am Leben zu er- halten. Der Dolchstich hatte seine Lunge durchbohrt und der überaus starke Blutverlust ließ Allerschlimmstes befürchten. Wie wir au- dem Neuköllner Krankenhaus er- fahren, hat der Jungbannermann die Nacht sehr schlecht verbracht, erst gegen Morgen trat eine leichte Besserung ein. Nach wie vor besteht für den Unglücklichen Lebensgefahr Bei der Polizei haben sich inzwischen einige Zeugen gemeldet, so daß mit der Möglichkeit zu rechnen ist, daß aus Grund von Personalbeschrei- bunzen einige der Mordbanditen erkannt und fest- genommen werden können. Soweit bisher sest- gestellt worden ist, handelt es sich um einen planmäßigen Uebersall der hillerbanditen. Die Täter haben sich an der Straßenecke auf die Lauer gelegt und als gegen'Ad Uhr Frenze! und Balke der Turnhalle zustrebten, wurden sie die Opfer der Mordbestien. Die Empörung der Neu- köllner Arbeiterschaft über diese Bluttat ist un- geheuer und es ist allerhöchste Zeit, daß energisch durchgegrifsen wird. Wie weit die Nachforschungen der Politischen Polizei des Polizeipräsi- diums in dieser Sache gediehen sind, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen. * Am Krankenlager des aus so furchtbare und viehische weise mißhandelten jungen Reichsbannerkameraden konnten die Polizeibeamten heute vormittag nur wenige Minuten mit dem verletzten sprechen, der durch Sauerstossapparale künstliche Atmung erhält. Der junge Frenze! gab dabei von dem Burschen, der ihm die verhängnisvollen fürchterlichen Lungenstiche versetzte, folgende Beschreibung: Das Alter schwankt zwischen 18 und 20 Jahren. Der Bursche hat schwarze haare, die eng anliegend noch hinten gekämmt sind. Er trug ein blaues Jackett, darunter das braune Nazihemd und die braunen Nazihosen mit Bärenstieseln. Dos Abzeichen der SA.-Mörderbanden, das haken- kreuz, trug er ossen auf dem Jackett. Wie der schwerkranke junge Mensch erzähl», kamen die 15 Nationalsozialisten den beiden Reichsbanner- leuten geschlossen in drei Reihen entgegen. Einer der Banditen spuckte dem Begleiter Frenzeis in dos Gesicht. Als dieser sich den Speichel aus dem Gesicht wischte, stürzte sich die Meute auf Frenzel. Als er bereits mehrere Stiche in die Lunge, die bis zu 6 Zentimeter tief eingedrungen sind, erhalten hatte und zusammengebrochen war. bearbeiteten die sinnlos verrohten den Zungen noch mit F u ß- »ritten in den Leib.— Entgegen der sonstige» Gepslogenkeit hat die Polizei bisher eine Belohnung für die Ergreifung des Täters noch nicht ausgesetzt. Selbstmord! Inhaber des„Kaufhauses Tempel» hof" erschossen In seinem Privatkontor wurde Heute morgen der Inhaber des„Kaushauses Tempelhof", Ed- mund Elend, der etwa im 50. Lebensjahr steht, erschossen ausgefunden. Als Angestellte das Geschäftshaus in der Berliner Straße 126 heute früh betraten, mußten sie die furchtbare Tntdeckung machen, daß ihr Chef vor Oeffnung des Geschäfts in feinem Privat- kontor durch einen Schuß in die Schläfe seinem Leben ein Ende gemachi hatte. Dem Vernehmen nach sollen wirtschaftliche Schwierigkeiten des Kaufhauses, dessen alleiniger Inhaber Edmund Elend bis vor einigen Iahren war, ihn zu dem Verzweiflungsschritt getrieben haben. Es soll jetzt die Absicht bestanden haben, das bisher selbständige Unternehmen in ein Ein- heitspreisgeschäst eines großen Konzerns umzu- wandeln. Aus Gram darüber, daß auf diese Weise die Lebensarbeit des in Tempelhof be- kannten Kaufmanns vernichtet werden würde, richtete Elend heute früh die Waffe gegen sich selbst. Deutschnationale Versonalschiebung Oer Oevlsenscliielzer als deutschnationaler Parteibuchbeamter Konkurrenz für Wippchen Ein Reinfall Hitlers Der Dietz-Verlag hatte im Jahre 1932 unter dem Motto:„Deutschland erwache— Deutschland lache!" ein« Broschüre herausgebracht, die den Untertitel„Das Selb st porträt Adolf Hitlers" trug. Darin waren auf 12 Seiten Stellen aus dem Lekenntnisbuch Hitlers„Mein Kampf" wörtlich abgedruckt. Der Zweck war, den Lesern das geistige Niveau Hitlers und damit die Nichtigkeit seines Anspruchs auf Leitung der Ge- schicke Deutschlands darzutun. Man hätte allenfalls erwartet, daß die Schrift dem seligen Herrn Wippchen zu einer noch- träglichen Klage auf Grund des Gesetzes zur Be- kämpfung des unlauteren Wettbewerbes hätte veranlassen können. Gleich das erste der ge- sammelten Hitler-Wort«:„Die hart« Faust des Schicksals, die mir das Auge öffnete", könnte von Wippchen herrühren. Hitler aber hätte dem Dietz-Verlag für die Verbreitung seiner Geistesblitze eigentlich dank- bar sein müssen. Staat dessen scheint er sich geärgert zu haben. Jedenfalls erhob der nationalsozialistische Verlag Eher, der das Buch Hitlers,„Mein Kampf, her- ausgibt, auf Grund des Gesetzes über den Schutz des Urheberrechts Klage gegen den Dietz-Verlag mit dem Antrag, die Herstellung unld die Ver- breitung der Broschüre zu verbieten. Auch bean- tragt« der Verlag Eher den Erlaß einer einstweiligen Verfügung mit dem gleichen Antrag. Das Berliner Landgericht erlieh die einstweilig« Verfügung und verurteilte auch im Hauptprozeß den Dietz-Verlag nach dem Klageantrag. Das Hammergerichk. bei dem der Verlag Dieh durch Rechtsanwalt Otto Laudsberg Be- rusuug einlegen ließ, hat jetzt das Urteil des Landgerichts aufgehoben und die klage tasten. pflichlig abgewiesen Das Urteil, gegen das kein Rechtsmittel ge- geben ist, hat zwei Konsequenzen. Einmal muß der Verlag Eher dem Dietz-Verlag den gesamten. durch die einstweilige Verfügung verursachten Schaden ersetzen. Ferner aber, uno das geht Herrn Hitler an, besteht weiterhin k«in Hindernis mehr, Hitlersche Red:blüten in Antho- logien, die sich die Sammlung von Erzeug- nissen unfreiwilligen Humors ange- legen sein lasten, aufzunehmen. „Berufsmärlym" Urteilsbegründung im Hummel- Prozeß Zreiburg i Br, 13. Zanuar Dem Urteil von 2!� Jahren Gefängnis gegen den falschen Daubmann, dem Schneider Hummel. ist noch folgendes aus der Urteilsbegründung nachzutragen: Das Gericht habe zwei selbständige Handlungen angenommen Das Gericht glaube, daß der An- geklagte nur vorgehabt habe, auf billige und be- queme Weise nach Hause zu kommen, um dann wieder als Hummel unterzutauchen In Deutsch- land habe er jedoch neue selbständige Handlungen begangen, und zwar Betrug im Rückfall. Die Handlungen des Angeklagten seien außerordentlich gemein gewesen. Das Gericht habe aber trotz- dem strafmildernde Umstände zugebilligt, und zwar weil dem Angeklagten moralische Min- derwertigkeit zugesprochen werden müsse. Strafmildernd sei weiter gewesen, daß ihm verschiedene Personen kritiklos ihre Autorität zur Verfügung gestellt und ihn zum Berufsmärlyrer gestempelt hätten. Infolge dieser Umstände sei die Schuld des Angeklagten nicht so groß, daß eine Zuchthausstrafe auszusprechen wäre Moralisch verantwortlich seien die kritiklosen Anbeter, und ihr Verschulden sei um so größer, als sie die Er- Mahnungen und Warnungen der Behörden in den Wind geschlagen haben. Die in der Tat sich äußernde Gemeinheit habe bei der Strafzumessung ihren Ausdruck in der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte gefunden. TuhUliottätc det W(f. Heute, Freitag. 13. Januar, 19� Uhr, im Cecillensaal der Kammersäle, Teltower Straßel-4, politische Funktionärkonferenz,— Tagesorcnung: I.Jahresbericht. 2. Unsere Aufgaben im neuen Jahr.— Politische Funktionärkarte und Parteimitgliedsbuch legitimieren. Das Betriebssekretariat. Der Kommissar oes Reiches im preußischen Kultusministerium, der deutschnationale Parteimann Kähler, ist eifrig dabei, die Schulverwallung„auszukämmen". Se'iie Opfer sind in erster Linie Sozialdemokraten und Republi- kaner. Wie der Ersatz für sie aussieht, zeigt folgende Anfrage, die der sozialdemokratisch« Ab- geordnete Kickers- Kiel im Preußischen Land- tag eingebracht hat: „Der als Devisenschieber entlarvte und ver- urteille Studienassessor Schönebeck war bei der preußischen Schulverwallung als Anwärter, wie üblich, zu 89 Proz. beschäftigt. Ein prominen- tes Mllglied der deutschnationalen Frak- t i o n, der Abg. O e l z e, ein heroorraz«nd«r deutschnationaler Kämpfer für Reinheir in der Schulverwaitung, wie er es versteht, bemühte sich bei seinem Gesinnungsfreund Professor Kähler im preußischen Kultusministerium um die volle Be- schäftigung Schönebecks statt der sonst üblichen Wprozentigen. Um diese AusnahmebehaMung des angehenden deutschnationalen Sehulmannes Sch. nach außenhin einigermaßen gerechtfertigt erscheinen zu lasten mußte der Abg. Oelze seinem Schützling ganz besondere Eigenschaften andichten, als besondere Eignung für den Dienst in der Schuloerwaltung und unbedingte Zuverlässigkeit im Sinne der deutschnationalen Politik für die Reichskommissare in Preußen. Diesen starken Argumenten des anerkannten Schulfachmanncs der deutschnationalen Fraktion des Landtags konnte sich Profestor Kähler nicht ent- ziehen. Er willigte in die volle Beschäftigung Schönebecks. Kurze Zeit nachdem erfolgte die Aufdeckung der üble» Devisengeschäfte des Schütz- lings der Deutschnationalen Oelze und Kähler. Der Fall Schönebeck stellt sich als einer der übelstendeutschnationalenPersonal- schiebungen heraus. Ohne nähere Prüsung der Fähigkeiten und Charaktereigenschaften dieses Mannes, gestützt nur auf den Besitz des deutsch- nationalen Parteibuchs, wurde ihni durch die Deutschnationalen Abg. Oelze und Profestor Kähler eine bevorzugte Behandlung gegenüber allen anderen Assestoren in der Schulverwallung zuteil. Ich frage: 1. Häll das Staatsminlsterium das Vorgehen des Vertreters des Reichskommissars Professor Kähler im Kullusministerium bei der bevorzugten Behandlung des früheren Assessors Schönebeck im Interesse der Schule und ihres Ansehens für zweckdienlich? 2. Häll das Staats- Ministerium es für möglich, unter Abbau der be- währten langjährig tätigen Fachkräfte in der Schulverwaitung Ersatz heranzuziehen, ohne aus Cigniung und Charakter der in Frage kommenden Personen etwas zu geben? 3. Kann der Besitz und das Vorzeigen des deutschnationalen Partei- buche? genügen, um in der preußischen Schul- Verwaltung eine bevorzugte Rolle spielen zu können?" Bismarck steh! auf Als Nachfolger Aheggs Im Zusammenhang mit der Versetzung des Leiters der Polizeiabteilung im preußischen Mini- sterium des Innern K l a u s e n e r wird noch ge- meldet, daß die deutschnationalen Preußenkom- missare die Absicht haben, auch die zur Zeit un- besetzte Stelle des Staatssekretärs im Innenministerium zu besetzen. Als Anwärter für dieses Amt ist von den deulschnationalen Kom- missaren selbstverständlich ein deutschnatio- n a l e r Parteigänger in Aussicht genommen. Es ist der deutschnationale Landrat Herbert v. Bis- m a r ck, der nach dem Stohl.qelm-Volksbegehren zur Auflösung des Preußischen Landtages von Severing seines Amtes enthoben wurde. Der Land- rat hatte sich an dem Stahlhelm-Volksentfcheid be- teilizt und die preußische Staatsregierung öffent- lich in unqualifizierter Weise angegriffen. An zu- ständiger Stelle wird zwar versichert, daß über diese Ernennung noch kein« Entscheidung ge- troffen sei. Das kann man jedoch kaum als ein Dementi auffassen. Die„Germania" weiß zu der Maßregelung des dem Zentrum angehörenden Ministerialdirektors Klaufener nichts anderes zu bemerken als daß „der Kopf Klaufeners" seit dem 29. Juli, also seit der Relchsexekution gegen Preußen, von gewissen Rechtskreisen wiederHoll gefordert worden sei. Gaalschlacht im Nachaus Nazis zeigen„deutsche Kultur' Meißen, 13. 3anuar. 3m Rathaus kam es am Donnerskag, nachdem ein aus Sozialdemokralen und Kommunisien bestehendes Präsidium gewählt worden war, zu einer schweren Saalschlacht. Anisormierle Rationalsoziali st en waren erschienen, die durch Zurufe und Drohungen provozierten. Es kam zu Reibereien Zwischen den Zuhörern. Daraus schnallten die Rationalsozialisten ihre Koppel ab, zerschlugen Stühle und benutzten sie als Durfgeschoste. Die nationalsozialistischen Stadtverordneten halsen ihnen und morsen Stühle, Tische und Bänke in das Publikum. Auf beiden Seiten gab es verletzte. Der Sitzungssaal glich nach wenigen Rli- nuten einem Trümmerhaufen. Nazis verdreschen Nazi Und verdächtigen Kommunisten Dieser Tage berichtete der„Westdeutsche Beob- achter" in großer Aufmachung und mit den üblichen Uebertreibungen, daß der Stadtoerord- nete und Gauinspektor der Kölner Nazis, der frühere Eisenbahnbeamte Ebel, von Kommunisten hinterrücks überfallen und durch Schläge mit harten Gegenständen erheblich verletzt worden sei. Auch seine Frau habe etwas abbekommen. Ebel erstattete sofort Anzeige bei der Polizei Jetzt hat die Polizei festgestellt, daß nicht Kommunisten, sondern SA.-Leute ihren Gau- inspekior Ebel vermöbelt haben. Er war ver- droschen worden, weil es der Kölner SA. unter- sagt worden war, eine Wechnachtsfeier abzuhalten. „Nationale" heute unter sich Der„StaiilHelm" teilt mit: „Der Kamerad Otto Schönfelder, landwirtschaft- licher Beamter aus Tschanfchwitz, Kreis Strehlen lL.-B. Schlesien) wurde am 1. Januar 1933 i n G u st e n. wo er sich seit Ende Dezember beruf- lich aufhält, von SA.-Leuten überfallen und schwer mißhandelt. Kamerad Schönfelder besuchte am Neujahrs- tage ein Konzert, das die NFDAP., Ortsgruppe Güsten im dortigen Gasthaus veranstaltete. Er hatte gegen einen Besuch dieser Veranstaltung keine Bedenken, weil er glaubte, daß es sich um einen Konzertabend einer nationalen Organisation handelte und trug wie stets fein Stahlhelmabzeichen. Gegen 2 Uhr stürzte plötzlich der Sturmbannführer(!) Kille aus Güsten an den Tisch, an dem Kamerad Schönfelder sah, riß ihm das Stahlhelm- abzeichen ab, würgte chn und schlug ihn mehrmals mit der Faust ins Gesicht, wobei er schrie:„H i e r i st s o e i n L u m p!" Unmittelbar daraus stürzten sich die übrigen Nazis auf unseren Kameraden Schönfelder, der sich jedoch freimachen und den Saalausgang erreichen konnte. An der Treppe wurde er aber von den sich wie wahnsinnig gebärdenden SA.- und SS.-Leuten erreicht, die nunmehr den Ver- such machten, ihn über das Treppengeländer hinunterzustürzen. Dabei schlugen sie in viehischer Weise auf chn ein. Kamerad Schönfelder konnte sich jedoch unter Aufbietung seiner letzten Kräfte am Treppengeländer festhalten und sich bis zum Ausgang durchkämpfen. Bis zum letzten Augen- blick wurde er von den Nazis mißhandelt." Hitlef fürchtet Aufklärung Eine Broschüre über den Fall Hentsch Der Fememord an dem S A.-M a n n Hentsch ist der Inhalt einer von der Sozial- demokratischen Parte, Ostsachsens herauegegebe- nen und bisher in mehr als hunderttausend Exemplaren verkauften Broschüre. Mit oller Deutlichkeit ist in dieser Schrift nicht nur dieser scheußliche Kameradenmord dargestellt, sondern auch die Mitschuld Hitlers und seiner Partei. Hiergegen hat der Oberosas gerichtlichen Einspruch erhoben und das einstweilige Ver- bot des Weiterverkaufs der ihm sehr unangeneh- men Broschüre erwirkt. Gegen diesen Beschluß ist selbstverständlich Widerspruch angemeldet. Um aber keine Zeit in der Aufklärung des Volkes zu verlieren und weil das Heft besonders in SA.- Kreisen stark begehrt ist. haben die Herausgeber die beanstandeten Stellen gegen Hitler einstweilen gestrichen und eine Neuauflage hergestellt. Sie findet ebenso reißenden Absatz wie die erste. Die Broschüre ist durch alle sozialdemokratischen Buchhandlungen zu beziehen. Kälte aus Rußland Der hinter hat sich eingestellt Räch dem milden, für die Jahreszeit geradezu abnorm warmen Wetter der letzten Wochen hat sich über Rächt strenger Frost eingestellt, der nach den Beobachtungen der wetterstellen in den nächsten Tagen noch eine Verschärfung erfahren dürste. Von Rußland her wird dos ganze Reich von einer kontinentalenKaltluftströmung überflutet. Dieser Kaltluftstrom erstreckt sich bis nach Westdeutschland und hat die R h e i n g r e n z e bereits überschritten. Am kältesten ist es in Ost- preußen und Schlesien, wo die Tempera- turen zwischen 8 und 19 Grad Kälte liegen. Je weiter man nach Westen kommt, desto milder werden die Temperaturen. Berlin, in der Mitte des Kaltlustkörpers, Halle in der letzten Nacht fünf bis sechs Grad Källe. Morgens um 8 Uhr herrschten noch 4 Grad und gegen Mittag 3 Grad Källe. Aus dem Westen werden 9 bis 3 Grad Kälte gemeldet. Als Kuriofum se, noch ermähnt, daß in Oberitalien strenger Frost herrscht. Turin hatte beispielsweise heute annähernd 19 Grad, Lugano in der Schweiz 4 Grad Kälte Die Aussicht auf ergiebige Schneefälle im Flach- land sind weiter gering. Nach einer Mitteilung des Amtlichen Wetterdienstes ist mit der Fortdauer des bedeckten Himmelz zu rechnen, Schnee wird kaum oder nur in geringen Mengen fallen. StaUn-Tagung beendet Die Entschließung des Plenums Moskau, 13. Januar. In der vom Plenum des Zentralkomitees der KPR. gefaßten Entschließung wird jedem Ange- hörigen der Partei zur Pflicht gemacht, für die Einheit der Partei und aegen die Politik der Rechtsopposition, die Versuche der Linksopposition und die konterrevolutionäre Tätigkeit der t r o tz k i st i s ch e n Elemente zu kämpfen. In diesem Kampfe nimmt die Partei keine Rücksicht auf die Persönlichkeit. Zu den kollektiven B a u e r n w i r t- s ch a s t« n wird u. a. festgestellt, daß es an mehreren Orten zu scharfen Zusammen» st ö ß e n zwischen den Behörden und Kollektiv- dauern gekommen ist. In einzelnen Gegenden haben Kollektivbauern gegen Regierung und Par- tei Stellung genommen, und nur dem e n e r g i- schen Eingreifen der Partei ist es bis- her stets gelungen, die Urheber dieser Zusammen- stöße als Vertreter kleinkapitalistischer Gedanken zu entlarven. Es ist unbedingt not- wendig, diejenigen aus den Kollektivwirtschaften zu entfernen, die geheim und illegal die Sowjet- macht auf dem Lande bekämpften. Die Ku- l a k e n müssen als Klasse in der Sowejtunion aufhören zu bestehen Ein weiterer Beschluß betont, daß die F r i e- denspolitik Sowjetrußlands weiter fortzusetzen ist, Gruppen oder Staaten aber, die die Sowjelllnion anzugreifen versuchten, würden auf hartnäckigen Wider st and treffen. Aus diesem Grunde sei«in weiterer Aus- bau der Roten Wehrmacht zu fordern. Hitler— Straßer. Wie die Reichsprestestelle der NSDAP, milleill, ist die Meldung über ein« Zu- sammenkunst zwischen Adolf Hitler und Gregor Straßer falsch. Es habe k e i ne Zusammenkunft stattgefunden. ViekGeschäfisplllnberer Und eine mutige Verkäuferin Durch die Umsicht und Unerschrockenhell einer Verkäuferin und eines Chauffeurs ge- lang es am Donnerstagabend nach heftigem Kampfe in der S ch l i e m a n n st r a ß e einen Burschen festzunehmen, der in Begleitung dreier Komplicen kurz zuvor die Butterhandlung von Hosfmann in der Dunckerstraße 13 geplündert halle. Kurz vor Geschäftsfchluß drangen vier Bur- schen, einer mit einer Waffe in der Hand, in die Butterhandlunz ein. Es folgten die üblichen Rufe:„Hände hoch oder wir schießen!" Die Ver- käuferinnen mußten sich mir erhobenen Händen an die Wand stellen. Die anderen Burschen raubten und plünderten, was ihnen in die Hände fiel. Dann flüchteten sie aus dem Laden, während der Täter mit der Waffe den Rückzug deckte. Kaum waren dl« vier aber aus dem Laden heraus, als eine der Verkäuferinnen ihnen nachlief. Zufällig traf sie auf ein Liefer- auto und bat den Chauffeur, die Burschen, die auf Fahrrädern geflüchtet waren, zu verfolgen. In der Schliemannstraße merkten die Täter, daß sie verfolgt wurden. Auf ein Kommando stoppten sie, drehten sich um und stürmten das Auto. Verzweifelt wehrten sich jetzt Chauffeur und Ver- käuserin. Die Burschen schlugen die Schutzscheiben des Wagens ein und wollten die beiden Verfolger herausholen. Glücklicherweise kam jetzt das Auto des Ueberfallkommandos herbei, das von den übrigen Verkäuferinnen alarm-ert worden war. Drei Burschen gelang es zu entkommen, der vierte hatte sich in das Haus Schliemannstraße 45 ge- flüchtet und wurde hier in der Wohnung einer alten schwerhörigen Frau, die ihn aus einem Mißverständnis hereingelassen hatte, ermillell und festgenommen, er hatte nämlich cin-ach um ein Glas Wasser gebeten. Saure Krausen Erfindungen zur„Einheitsliste" Die„Rote Fahne" schreibt heute in großer Auf- machung.Hamburger Hochbahner er- zwingen Ausstellung einer Einheit s- l i st e". Der Artikel ist von A bis Z erlogen. Die Versammlung der Hochbahner im Gewerk- schastshause, die vom Betriebsrat einberufen war, hat mit großer Mehrheit den Antrag der RGO. auf Ausstellung einer..Einheitsliste" abgelehnt. Ein Antrag der RKO., den sriiheren Betriebsratsoorsitzenden D e t e r von der BVG. zur Versammlung zuzulassen, wurde abgelehnt. Der Antrag, den Vertreter des Gesamt- Verbandes, den Genossen Altmann, aus der Versammlung zu weisen, wurde ebenfalls abgelehnt, wie auch ein Antrag der Oppo- sttion, die Versammlung zu oertagen. Die Hamburger hochbahner haben mit aller Entschiedenheit die Einflußnahme der RGO. aus ihre Arbeitsbedingungen abgelehnt. Kontrollrecht der Stadtverordneten Arbeit im Interesse der Ailgemeinheit und der Verwaltung Bolschewistische EtaatSidee Vortrag von Professor Rosenberg In einer auch von Gästen außerordentlich gut besuchten Mitgliederversammlung der sozial- demokratischen Juristen sprach Professor Artur Rosenberg über die bolschewistische «taatsidee. Zwischen bolschewistischer Staatsidee und Staatspraxis, so führte er aus, besteht ein unüber. windlicher Widerspruch. Der bolschewistische Staat besitzt dem Bürger gegenüber auf allen Gebieten des Lebens unbeschränkte Macht. In bolschewisti- schen Schriften findet man aber nirgends eine Theorie vom allmächtigen Staat. Im Gegenteil, die Staatslehre Lenins erkennt an als Ziel der bolschewistischen Politik die Zettrümmerung des Staates. Lenin betrachtete im Jahre 1917 die Sowjets als Keimzelle einer neuen Ge- jellschaft, die geeignet wären, den Zwangsstaat zu zertrümmern. Die Devise hieß deshalb:.alle Macht den Räten". Die Jahre 1917/18 führten Rußland auch zur konsequenten Demokratie. In den Jahren 1918/19 folgt« dann die Schaffung eines neuen Zwangsapparates, der den zaristischen bei weitem übertraf. So bildete sich der Gegensatz heraus zwischen Theorie und Praxis. Aber auch dieser Gegensatz wird verständlich, wenn man Marx' Schriften zu Hilfe nimmt. Auch bei ihm findet man neben der Staatstheorie eine Parteicheorie. Die Minderheit des Proletariats, die genau weiß, was geschehen müsse, habe in der proletarischen Partei dem gesamten Proletariat den Weg zu weisen. Die Parteitheorie steht hier neben der Staatstheori«, die Partei wird über den Staat gestellt. Marx erkennt auch die Diktatur des Prole- tariats während der Revolution an, ihr zentralisierter Machtapparat dürfe aber nicht Selbstzweck sein. Das P a r t e i m o n o p o l in der Staats- Praxis ist überall die typische Erscheinung für die konsequent« bürgerliche Revolution. Zu chrer Durchführung schafft sich die Partei chren Zwangs- apparat. Das gleiche gilt auch für R u h l a n d: dem Proletariat steht hier das B a u e r n t u ni gegenüber, seinen bürgerlichen Instinkten gilt der Kampf. So ist der Sinn der Parteidiktatur die konsequente Durchführung der bürgerlichen Revo- lution. Daher auch die eigenartige Doppelnatur: das Sowjetsystem einerseits und der Zwang der Partei andererseits. Vom sozia- listischen Stairdpunkt aus kann das, was Sowjet- rußland bietet, nur als Uebergangsfystem betrachtet werden, nicht aber als Sozialismus. D i e russische Revolution ist dieletzte.ge- waltig st e bürgerliche Revolution. Der Sozialismus setzt aber eine vollkommen ver- änderte Mentalität voraus, eine ungeheure Akti- vität der geschulten proletarischen Elemente. Nur so ist � der Schritt zur Gemeinschaft der Freiheit möglich. Der Vorsitzende der Bereinigung sozialdemokra- tischer Juristen, Rechtsanwalt Dr. Franz Neu- mann, machte der Versammlung Mitteilung von einer Entschließung des Borstandes, in der gegen die von der deutschen Anwaltschaft beabsichtigte Beschränkung in der Zulassung zur Anwaltschaft entschiedener Protest erhoben wird. Täglicher Wetterbericht vom Deutschen Theater. Lage weiter unsicher. Starke Bewölkung Ge- heimrat Duuberg vorläufig abgereist, will festen Etat und Sicherheiten. Wechselnde Präsente: Reinhardt soll wieder selbst Direktion üh:rnehmcn oder doch Inszenierungen garantieren. Das nächste Stück? Niemand weiß es. Die Alow-Zertrümmerung im Tonfilm. Iin Hochspannungs-Laboratorium der AEG. sind jetzt außerordentlich interessante neue Versuche gemacht worden, die Atom-Zertriimmerung im Tonfilm festzuhalten. Es wurden dabei mit Spannunqcn von 21- Millionen Volt eine Anzahl Elemente zertrümmert, wobei besonders augenfällig sich die Wirkung an einem Stück Kolkspat zeigte. Frau alz Ov-rnregisi-ur. Tie Berliner Tanzmeisterin Margarete Wallniann wurde an das Tcurche Theater in Prag und dai Landesthcater in Taruistadl zur Gesamtinszenierung vor Gluck»„L r p b e u s" verpflichtet, mit der sie bereits in Salzburg hervor- getreten war. „Südstekuust" Im Bötterluudemuseum. Am Sonn- abend wird im Lichthr! de» Museums für Völkerkunde eine Ausstellung„Südseekunst" erösfnet Tai Kinder-The'ter Nene« Itobrawa, das vor einem Jahr mit dem Kinderitück„Kai aus der Kiste' erösfnet wurde, erreicht am Sonnabend seine fünfzig st« Borstellung im Theater am Schissbauerdamm. Die Prüfung der Jahresrechnungen durch die Stadtverordnetenversammlung war in früherer Zeit kaum mehr als eine Formalität. Die Stadtverordneten hatten bf den Beratungen des Etats ausreichend Gelegenheit, ihr Kontroll- recht der Verwaltung gegenüber zur Geltung zu bringen. Sie sahen daher keine Notwendigkeit, die nachträgliche Abrechnung und den Revisions- bericht über diese Abrechnung zum Gegenstand eigener ins einzelne gehender Nachprüfungen zu machen, um so weniger, als beides ihnen so gut vorgelegt wurde, daß etwaige Rügen, Beanstan- düngen oder Forderungen keinen praktischen Er- folg mehr haben konnten. Diese Verhältnisie haben sich in letzter Zeit grundlegend geändert. Je mehr durch die Not- oerordnungstätigkeit der Kommissare das Etats- recht der Stadtverordneten eingeschränkt wird, um so größere Bedeuung gewinnt zwangs- läufig das Kontrollrecht gegenüber den Jahres- abrechnungen. So ist es kein Zufall und keine Laune des Haushaltsausjchusses der Stadtverord- netenversammlung, daß die Nachprüfung der Abrechnung des Etatsjahres 1930/31 den Ausschuß und seine Prüfungskommission in diesem Jahre wochenlang beschäftigt hat und voraus- sichtlich erst in der nächsten Woche abgeschlossen werden wird. Kein Zufall auch, daß die Frist zwischen dem Abschluß des Haushaltsjahres und der Vorlegung der Abrechnung, die früher an die drei Jahre betrug, sich immer mehr verkürzt und in Zukunft nur noch etwa ein Ial)r betragen wird. Eine noch größere Beschleunigung würde auf Kosten der Sorgfalt und Eindringlichkeit der Revision der Hauptprüfungsstelle gehen, deren Bericht die Grundlage der Nachprüfung der Stadtverordnenoersammlung bilden muß. Die Ausgabe der Stadtverordnetenversammlung und ihres Haushallsausschusses ist es. aus diesem Be- richr und den Aeußerungen der Verwallung zu ihm sich selbst ein Bild darüber zu vcrschasfen, nach welchen Grundsätzen und mit welcher Genauigkeit die einzelnen Zweige der Verwaltung in der Zentrale und in den Bezirken die ihnen anvertrauten Gelder bewirtschaften. Daraus wird sich dann ganz von selbst ein eigener Prllfungs- bericht mit eigenen Bemängelungen und Forde- rungen vom Standpunkt der Sadtverord- n e t e n aus ergeben. Die ausführliche Behandlung wird auf der einen Seite das JnteresfederAllgeniein- h e i t an der kommunalen Wirtschaftsführung be- leben und erhöhen und auf feiten der Verwaltung zu einer besonders vorsichtigen und ord- nungsmäßigen Bewirtschaftung der im städtischen Etat ausgeworfenen Mittel führen. Daß die letztere Forderung bereits im allgemeinen durchaus erfüllt wird, wurde im Haushalls- ausschuß von allen Seiten anerkannt. Aber es hat sich doch in einigen wenigen Fällen gezeigt, daß einzelne Dienstellen, besonders in einigen Bszirkeverwaltungen, eine— milde gesagt— etwas weitherzige Auffasiung von ihrer Etat- gebundenheit und dem Etatsrecht der Stadt- verordnetenversammlung bekundet haben. Der Bericht des Rechnungsprüfungsausschusies der Stadtverordneten führt alle derartigen Beanstan- düngen im einzelnen auf und knüpft daran, je nach Lage des Falles, ganz konkret« Forderungen. Es handelt sich dabei zunächst um eine Gruppe von Kostenüberschreitungen bei Bauten in den Bezirken Spandau, Steglitz und Pankow, sodann um unzulässige Verbuchungen bei einer Reihe von Bauvorhaben im Bezirk Köpenick, um das abgebrochene Ansästußgleis der Heil- anstall Herzberge, und endlich um allzu lang- same Abrechnungen einzelner Dienststellen. Wirksamer Schutz Schon die Tatsache, daß derartige Einzelfälle fortan in den Drucksachen der Stadtverordneten erscheinen und im Anschluß daran sowohl in der Sitzung wie auch sonst in Oeffenllichkeit und Presse diskutiert werden, dürfte einen wirk- samen Schutz gegen ihre Wiederholung bieten, einen wirksameren vielleicht als alle Anordnungen undVerfügungen chn zu schaffen vermögen. Immer- hin sind aber inzwischen doch so strenge allgemein- verbindliche Vorschriften über die Bewirtschaftung der Etatsmittel ergangen, daß ähnliche Ueber- schreitungen oder Umbuchungen unmöglich geworden sind. Hierauf wies der Kämmerer im Haushallsausschuß mit besonderem Nachdruck hin. Wir begrüßen jedenfalls die neuen, den Bedürfnissen einer möglichst weiten Oeftenllichkeit der städtischen Verwaltung gerecht werdende Form der Nachprüfung der Jahrcsrechnungen. Und wir hoffen, daß sie auch von der Verwaltung selbst begrüßt wird, in deren wohlverstandenem Interesse sie liegt Denn wenn eine so eingehende Durchprüfung ihres oieltausendfältigen Räder- werke? durch beamtete Revisoren und ehrenamtliche Vertreter der Bürgerschaft schließlich nur ein knappes Dutzend grundsätzlicher Ausstellun- gen ergibt, so befestigt sich in der Bevölkerung das Gefühl, daß die mit ihren Steuermitteln, in ihrem Auftrage und in ihrem Interesse arbeitende Ber- waltung der Reichshauptstadt von Grund aus intakt ist und das Licht der Oeifentlichkeit nicht zu scheuen braucht. Reichsgedanke und Reich Eine Dauerausstellung Zum Donnerstag hatte der Präsident des Reichsarchivs in Potsdam von Haefften die Presse zu einer Besichtigung einer archivali- chen Dauerausstellung geladen. Unter dem Motto:„Reichsgedanke und Reich 1812— 1919" wollen die Aussteller versuchen, einer breiteren Oeffenllichkeit Archivmaterial über die Entwicklung des deutschen Reiches während eines Jahrhunderts zu unterbreiten. Potsdam ist der gegebene Ort, denn hierher wird sämtliches Akten- und Urkundenmaterial der Reichsbehörden eingeliefert. Bisher sind über drei Millionen Akten vorhanden. Das Aktenmaterial wird nicht nur gesammelt und gesichtet, sondern dient auch der wissenschaftlichen Forschung. Eine Fülle von Urkunden, Schriftstücken, Pla- taten, Karten und Plänen aus der Geschichte von 1815 bis 1919 sind ausgestellt. Mit dem Tage- buch der Porckschen Freischaren beginnend bis zum Originaldokument der Weimarer Verfassung ist die deutsche Geschichte anschaulich dargestellt. Viele Dokumente sind hier zum ersten Male der Oeffent- lichkell unterbrellet. Aus der Periode der Restauration und Volks- bewegung 1815— 1848 ist besonders interessant das Original der Bundesakte vom Juni 1815 und das Verzeichnis der vom Bundestag wegen politi- scher Vergehen Verfolgten. Von Fritz Reuter ist neben den Personalien auch das Kammer- gerichtsurteil angegeben. Aus der E i n h e i t s- bewegung 1848— 1849 werden Eingaben von Jahn, Arndt und Ludwig Uhland an das Parlament der Frankfurter Paulskirche gezeigt. Zu dem Kampf um die Vorherrschaft in Deutsch- land sind Briefe von Karl Marx und Engels vorhanden. Aus Ferdinand L a s f a l l e s Nach- laß, der sich im Besitz des Reichsarchivs befindet, interessiert das Manuskript des Aufsatzes:„Der italienische Krieg und die Aufgabe Preußens". Wie Bebel die Liberalen beurteilte, geht aus einem Brief an Hirsch, den Begründer der Hirsch- Gewerkfchasten hervor. Bebel spricht von Bis- marck und schreibt dann:„Er rechnet mit den Liberalen ab. Da gills nur ein bißchen scharf auftreten, und die Gesellschaft kriecht zu Kreuze". Sehr umfangreich ist die Darstellung der Aera Bismarck. Handschreiben, Randbemerkungen Bis- marcks werden en-nasse gezeigt. Im Besitze des Reichsarchivs befindet sich auch ein Antrag von Auer(1880) auf Aufhebung des§ IS des Sozialistengesetzes. Aus der Zeit des letzten Kaisers werden einige der vielen Randbemerkungen Wilhelms vorgelegt. Die umstrittene Persönlichkeit des Reichskanzlers Blllow erhält eine Jllustricrung durch eine Anweisung an seinen Pressechef. Sehr reichhaltig ist der Teil der Ausstellung, der dem W e l t k r i g e gewidmet ist.. Dem Zu- sammsnbruch 1918 folgt dann das Wirken der Republikaner, die Deutschland in schwerster Zeit vor dem Chaos retteten. Als Abschluß der Wiederaufbauperiode und auch der Ausstellung wird das Originaldokument der Weimarer Ver- fassung gezeigt. An den Wänden des Ausstellungssaales haben eine Anzahl Plakate, Aufrufe, Stiche, Zeitungen usw. chren Platz gefunden. Um nun die Ausstellung einer breiteren Oeffent- lichkeit zugänglich zu machen, veranstaltet das Reichsarchiv jeden Dienstag um 10 und 12 Uhr Führungen. Expedition durchführen sollten, eingekleidet. Der Volkskommissar gab chnen noch zwei vollständige Filmausrüstungen mit. Fast wäre es den beiden gelungen, mit dem Eisbrecher abzudampfen, wenn nicht ein Zufall in letzter Mimite den ganzen Betrug ans Tageslicht gebracht hätte. Di« Sowjets verstehen in solchen Dingen keinen Spaß. Den Versuch, auf Staatskosten ein herrliches Leben zu führen, mußten die beiden mit dem Tode bezahlen. LsrÜner Runstwochen 1933 Vom 18. Mai bis 4. Juni werden die„Berliner Kunstwochen 1933" stattfinden, die Aufführungen der Staats- und Statsoper, Orchester-, Chor- und Kammermusikkonzerte, sowie Kunstausstellungen, das ist noch nicht sicher— vielleicht auch Schau- spiele und Tanzabende umfassen sollen. In An- betracht der Tatsache, daß die Kunstwochen des Vorjahres kläglich verliefen und weder bei den Berlinern Begeisterung zu wecken, noch Fremde in Scharen anzulocken geeignet waren(dies ist der eingestandene Hauptzweck), will man sich dies- mal offenbar nicht mit Opernreprisen und roman- tischen Schloßmusiken zufrieden geben. Hoffentlich wird man— neben den unumgängl'chen Brahms- und Waznerfeiern— das Neue nicht neben dem Allen, das Wagemutige nicht neben dem Konven- lionellen und das Geistig« nicht neben dem Re- präfentattven vernachlässigen. Zwei falsche Nordpo'forscher Eine Köpenickiade größten Stils endete in Mos- kau mit der Hinrichtung der beiden Hauptakteure. O d r i n e k y und R a g o z i n waren zwei Kauf- leute, die eines Tages einen Einfall hatten: sie wollten sich als Polarforscher ausgeben und ge- dachten, auf Kosten des Staates, der sich bekannt- lich die Förderung arktischer Expeditionen etwas kosten läßt, herrlich und in Freuden zu leben. Ragozin nannte sich monatelang Prof. Evgenow und Führer der arktischen Expedition zur Erforschung der Karafee. Di« beiden Komplizen be- schwindelten nicht nur kleine Leute, sondern auch hohe Beamte, sogar den Volkskommissar für die nordischen Gebiete der Sowjetunion. Mit einer Phantasie, um die sie ein Jules Verne hätte be- neiden können, erzählten sie von ihren Wen- leuern mit Seelöwen und Polarbären und fanden soviel Glauben, daß ihnen von den Behörden jeg- liche Unterstützung zuteil wurde. Obwohl Odrinsky einen Eisbären nicht einmal in einem Zoologischen Garten gesehen hatte, erschwindelt« er Boot«. Oefen, Schlitten, Kleidung und was immer für die Durchführung eines solchen Unter- nehmens im hohen Norden erforderlich ist. Merk- würd'gerweife wurden sie nicht ein einziges Mal auf ihr« Befähigung zur Leitung einer solchen Expedition untersucht. Ragozin organisiert« in- zwischen die Propaganda. Auf ein fingiertes Tele- gramm, das mit dem Namen des berühmten Po- larforschers Samoilwstsch unterzeichnet war, wurde die gesamte Mannschaft des Eisbrechers „Russanow", mit dem Odrinsky und Ragozin ihre 2 Tage Funkprogramm Sendungen der Berliner Funkstunde Herr Mario hat für seinen Zeitfunk ein neues Ei gelegt. Er beschert den Hörern der Berliner Funkstunde eine Vortragsreche unter dem Spitz- wort„Einer von 80 Millionen". Es sollen darin»amenlose Deutsche„von diesseits und jenseits der Verfailler Grenze" zu Worte kommen. Der junge Mann— er hieß Krause— zeigte sich entsetzlich stolz, daß er trotz seiner höheren Schul- bildung aus die Walze gegangen war und nun die Gegenden aufzählen durfte, durch die er dabei kam. Nach seinem Bericht zu urteilen, hat der junge Mann weder mit eigenen Augen zu sehen noch mit eigenen Sinnen zu erleben verstanden. Quer durch seinen ganzen Bericht lies«in fett- geschriebenes„Ich", das verächtlich oder mit Gönnermiene aus die Gefährten der Landstraße herabsah. „Denken Sie mal feste mit" hieß eine heitere Denksportstunde am Abend. Obgleich sie in der Form ein bißchen daneben geriet, ist sie ein begrüßenswerter Versuch zur Belebung des Pro- gramms. Weniger Aufmachung wäre aber mehr gewesen. Am Donnerstag führt« die Berliner Funkstunde Anzengrubers Bauernkomödie„Die K r e u z e l- f ch r e i b e r" auf. Für den Hörer ergaben sich eindrucksvolle Sommerbilder aus dem bäuerlichen Milieu, dazwischen kaum verständliche Breiten. Manche Gruppenszenen waren viel zu sehr aus- gesponnen und auf eine wenig mikrophongeeignete Massenwirkung gestellt worden: hier hätte stärker die Einzelstimme führen müssen. Dazu störte in diesen Massenszenen manchmal ein seltsames Ge- misch von Naturalismus und Stilisiertheit. Dagegen fehlte erfreulicherweise die eigentliche„Ge- räuschkulisse" so gut wie völlig. In der Heraus- arbeitung der Anzengruberschen Bauerntypen lag die Stärke der Aufführung. Die Hauptgestalten des Spiels und ihr Lebenskreis wurden klar und ergreifend geformt; sie hoben sich als Typen scharf gegeneinander ab und zeigten im Rahmen der Darstellung doch chre bäuerliche Welt als Ganzes. Schauspieler und Regie leisteten hier eine un- gewöhnlich gute Zusammenarbeit. Einen recht wichtige» Anschauungsunterricht gab die Sendung„Mensch in Gefahr", die aller- Vings in chrer Zusammenfassung von Einbruch. Ueberfall und Brand ein bißchen viel auf einmal erstrebte. Der Verfasser der Szenen. Hermann Timm, bewies mit dieser Lchrfolge, daß er ein- fache, leichtverständliche Lehrbilder zeichnen kann. Er sollte das Thema noch einmal, in die einzelnen Gruppen zerlegt, behandeln. Viel Lärm um nichts ereignete sich bei der Sendung„Wir lesen Zeitung". Eine wild gewordene Regie tobte sich an einem höchst schwächlichen Manuskript aus.— lz. Der Gtillegungsftanöal Otto Wolff fischt nach Subventionen Der Großindustrielle Otto W o l s f versucht seil Iahren, sich nach außen hin als smarter Geschästs- mann aufzuspielen. Dabei oersucht er im Dunkeln wie kein anderer nach Subventionen zu fischen. Man braucht in diesem Zusammenhang nur an den Otto-Wolfs-Skandal bei der Ruhr- hilf« zu erinnern, die ja im Hinblick auf die Istjährige Wiederkehr der Ruhrbesetzung in diesen Tagen besonders aktuell ist. In dem Fall„Zeche Sachsen", den wir schon mehrfach im Blatt behandelt haben, versucht Otto hat man doch die Quote der Zechenproduktion bei dem Kohlensyndikat, die so gut wie bares Geld ist. Daß die Herren bei diesem fein ausgeklügelten Geschäft ein böses Gewissen hatten, beweist, daß Rheinpreußen die Klausel«msetzte, das ganze Ge- jchäst rückgängig zu machen, wenn etwa die Still legung der Zeche Sachsen„durch höhere Gewalt"— gemeint ist der preußische Staat— verhindert würde. Inzwischen hat auf die Initiative der sozialdemokratischen Landtagsfraktion der Preußische Landtag hier auch schon einen Riegel vorgeschoben Darauf- hin hat Rheinpreußen für einen seiner Schächte Stillegungsantrag gestellt, da dieser angeblich nur durch Ausschaltung der Zeche Sachsen lebensfähig gehalten werden könne. Es ist ganz klar, daß das Kohlenkapital und Otto Wolsf mit derartigen Manipulationen einen Druck auf Preußen und das Reich ausüben wollen, damit diese die Zeche Sachsen übernehmen und auf diese Weise der Staat die Verluste des Herrn Otto Wolfs sozialisiert. Es ist nicht Aufgabe des Staates, zum soundso vielten Male die Verluste des Grohkapitalisten Otto Wolff(siehe Mansfeld-Subventionen) auf seine Kappe zu nehmen Die Aufgabe einer ver- antwortungsbewußten Regierung ist vielmehr, zu verhindern, daß kartellmäßige Quotenprofite a u f Kosten von Tausenden von Berg- arbeitern ausgehandelt werden. Ingenieur Stefan Tüiifchits Vizepräsident des Oesterreichischen Nationalrates, soll zum Nachfolger des seit längerer Zeit zurück- getretenen Berliner Gesandten Dr. Frank er- nannt werden. Tauschitz gehört dem österreichischen Landbund an. Wolfs über den Mansfeld-Konzern wieder im Trüben zu fischen. Man hat die Mansseld ge- hörende Zeche Sachsen in Heeßen(Westfalen) an die Zeche Rheinpreußen(Haniel-Konzern) verkaust, wobei sich Rheinpreußen die sofortige Stillegung von Zeche Sachsen ausbedungen hat. Das ist ein glattes Geschäft aus dem Rücken von 3ststst Berg- arbeitern, denn legt man auch die Zeche still, so Zu den Betriebsrätewahlen „Proletarische Kampfeseinheit bei den Betriebsrätewahlen!" lautet die Parole, die von dem RGO.-Reichskomitee aus- gegeben wird, um sie in ihr Gegenteil zu verkehren. Den diesjährigen Betriebsrätewahlen komme eine unerhörte Bedeutung zu: sie müsse zu einer grandiosen Mobilmachung der proleta- rischen Kampses- und Klasseneinheit werden. Wie die Kommunisten sie auffassen— das heißt zu einer Einheil der„Revolutionären" mit den Unorganisierten gegen die Gewerkschaften. Die Betriebsräte sollen„nicht als Organe der bürgerlichen Gesetzlichkeit", also nicht aus der Grundlage des Betriebsräte- g e s e tz e s gewählt werden, fondern als will- fährige Trabanten der KPD. Sie sollen aus die Durchführung gewerkschaftlicher Forderungen in„revolutionärer" Ueberspitzung fest- gelegt werden und auf politische Forde- r u n g e n der Kommunistischen Partei Die hinterkünftigen Einheitssroni in a ch e r konstruieren für ihren Bedarf einen Z ch l e i ch e r- K u r s der sozialdemokratischen und christlichen Gewerkschastsbürokratie, Streik- b r u ch p o l i t i k und Spaltungskurs der sozial- demokratischen Gewerkschastsbürokratie(!). um so Scheingründe zu bekommen, ihre S p a l t u n g s- und Isolierungsmanöver zu ver- fchleiern. Betriebsräte, die sich im Rahmen ihrer gesetzlichen Befugnisse bewegen. sind für die KPD. untragbar. Sie will B e- t r i e b s r ä t e, die ihre Aemter zur Verschärfung der kommunistischen Hetze gegen die freien Gewerkschaften mißbrauchen und auf Kom- mando der KPD.-RGO. bereit sind, die Belegschaft in wilde Streiks zu treiben, gegen die Gewerkschaften. Deshalb sind Betriebsräte, wie sie die KPD. will, für ihr Amt von vornherein untauglich. Die sreigewerkschafllich organisierte Arbeitnehmer- schast ist die gegebene Einheitsfront und jede andere„Einheitsfront" ein Betrugsmanö- ver, um die wirkliche Einheitsfront zu sprengen und zu zersplittern und die Arbeit- nehmerschaft samt den Betriebsräten der Kom- munistischen Partei hörig und tributpflichtig zu machen. In einer Zeit, in der die sreigewerkschaftliche Einheitsfront mehr denn je notwendig ist, treibt die KPD.-RGO. Brunnenvergiftung, um zu spalten. Diesem Treiben dürfen wir nicht ruhig zusehen, wir müssen ihm begegnen, indem wir alles daran setzen, den gewerkschaftlichen Einheitslisten bei den Betriebsrätewahlen zum Erfolg zu verhelfen. 6. Abt. Unser aller Genosse Paul Taßler, Wolliner Str. 11, ist verstorben. Ehre seinem An- denken. Einäscherung heute, Freitag, 13. Januar, Ifi'/a Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Um rege Beteiligung bittet der Abteilungsoorstand. Wildau. Sonnabend, 14. Januar, 19 Uhr. Generalversammlung bei dem Genossen Scholz. Berg-Case. Ortsoereins-Vorstottd der SPD. Führung durch Spandau. E. Trinkaus veran staltet am IS. Januar wieder eine Führung durch «pandau. Treffpunkt: 19.15 Uhr, Eingang zur Zitadelle, Straßenbahn 64 Freie Gewerkschastsjugend Berlin. Unser Freund und Mitarbeiter Willi Fiedler ist am Mon- tag, dem S. Januar, oerschieden. Die Einäscherung findet am Montag dem 16. Januar, 191-2 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Wir ehren sein Andenken durch starke Beteiligung an der Feier. wetler sür Berlin: Bei östlichen bis südöst- lichen Winden weiterhin trübe und kalt, vereinzelt unbedeutende Schneefälle— Für Deutschland: Allgemein stärker bewölkt, im Westen leichter, sonst mäßiger bis starker Frost. Vereinzelt, besonders an der Westgrenze des Reiches unwesentliche Schneefälle. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochen- ichrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Rundfunk am Abend Freitag, den 13. Januar Berlin: 16.15 Kleinkaliberschießen (G. Bock). 16.30 Aus Leipzig; Nadirnittags- konzert. 17.30 Das vergessene Buch. 1740 Jugendstunde. 18.10 Das neue Buch. 18.39 Clara v. Wedelstaedt: Heitere Geschichten. 18.53 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Chorgesänge 19.35 Aus Frankfurt a. d. Oder; Orchesterkonzert. 20.45 Aus der Philharmonie: L. v. Beethoven. 21.00 G. Schwarz und der Maler-Vagabund Hans Tombrock. 21.15 Mexiko singt und dichtet. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. 23.40 Berufsfufiballsport(Rechtsanwalt Jersch). Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.10 Zeitdienst. 17.30 Große deutsche Sprachschöpfer. 17.55 Tägliches Hauskonzert. 18.23 Stunde der Arbeit. 18.55 Wetterbericht 19.00 Der erste Preuße. 19.30 Das Gedicht 20.20 Magdalena(Von L. Thoma). 21.50 Aus Italien: Europäisches Konzert. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volks- funk", monatl. 96 Pf., durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. Verantwortlich für Politik: Rudolf BrendemüHl; Wirtschaft: G. Klingelböser: Gewerkschastsbe- wegung: I. Steiner: Feuilleton: Herben Le- v« r e: Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt; Anzeigen: O l> o H e n g st: sämtlich in Berlin Per- lag: Borwäris-Verlag G m. b H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei u. Verlagsanstali Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstr 3' Bezugs- bedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Mörgen-Ausgabe des„Vorwärts" verössentlicht. Hierzu I Beilage. PROGRAMM ' ür die Zeit vom 13. bis 16. Januar K l N O-T A F E L PROGRAMM für die Zeu vom-„ 13. bis 16. Januar OI0 BTL Potsdamer Str. 38 Ilaby niit Anny Ondra. Ad. U'ohlbrück, Willy Mtetlner W. 3, 7. 9 Uhr, S. 3, 5. 7, 9 Uhr BTL Turmstraße 12 Wenn die Liebe llode macht mit llenate.Tluller, Georg: Alexander. Otto Vkallbtirg: W. 5, 7. 9 Uhr, S. 3. 5. 7. 9 l.'kr BTL Alexanderstr. 39 (Pa*8ag:c) Der weiße Dämon mit Hans Albers, Gerda �laurn*. Peter Lorre Den ganzen Tag geöffnet! S. ab 3 Alhambra Müllersir 136. licke Set-siralie. Helsas Fall und Aufstiee mit Greta Gurlio— Heute naebt geht's los( mil J. Jugn W. ab 1.30 Uhr. S. ab 2.30 Uhr Odeon.PotsdamerStrJS Der weiße Dämon mit llan« Albers, Gerda ülaurus, Peter Lorre W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3, 5. 7, 9 Uhr Germania-Palast Charl.. Wiimersdorfer Str o3/54 Geheimnis des blauen Zimmers mit Else Bister. Theod. Loos— Hnsarenliebe mit Jlax Adalbert W. nb ö Uhr. S. ab 3 Uhr Kant-Lichtspiele Chafj., Kantslr Wenn die Liebe Jlode macht mit Renate Müller, Georg: Alexander W. ab 5 Uhr, S. ab 3 Uhr Primus-Palast Potsdamer Straße 19. Urinrffuhr.' Tarzan, der Herr des LrivaJds mi Johnny Wcismullcr W. 5;io, 7.1ö. 9.15 UJvr S. 3.15, 5.15, 7.15, 9.16 Uhr ." u'r f.' Vi" L-.wp»7ii Franziskaner u?rWc?°r' Um 9. 12, 3. 6. 9 Uhr beginnend: Ich bei Tag: und du bei\acht mit Käthe v. Nagy, Willy Fritsch Um 10.30. 1.30, 4.30. 7.30 u. 10.30 Uhr Mieter Schulze xexen Alle! mit Paul Kemp, Ida Wüst Neueste Ton-Wochenschau Rheinschloß-Lichtspiele Rbeinslr, 60. Woch. 5. Stg. 3 Ubr| Das Geheimnis des blauen Zimmers mit E. Elsther. Th. Loos, Diehl— Tonbeiprogr. Neukölln Excelsior Sth6n«berg Flora-Tageskino Hauplst: 144. Ab 10 U. letzte 9H Woch. ab 6� Sonnt, ab 4 U. Kaiscr-Friedrich-Straße 191 Abenteuer im Enxadin mit Guzzi Lnntschner— Tonbeipr Jugendliche haben Zutritt! Kolonnaden-Kino Tonfilm- i Tageskino; Leipziger Str 58 Ab 9 Uhr vorm., Helbas Fall und Aufstieg: mil Greta Garbo— Zwei Kuckuks- eier mit Dick und Dof— Ton fimbeiprogr.— Wochenschau Die blonde Venus mit Marlene) Dietrich— Gutes Tonbeiprog:r. Kukuk Titania Schöneberg uV 5' 7 Stg. Moabit Hanptstr. 49. Baby mit A. brück. A. Paulig: — I'fatonwoche .9 Uhr 3, 5, 7. 9 Uhr Kottbusser Damm 92 W. ab 6%, Stg ab 4 Uhr Abenteuer Im Engadin mit Guzzi Lantschner, U. Hart wich— Tonbeipr.— Jgdl. Zutritt! ondra. a. Wohl- Mercedes-Pa last Tonbeipr. HermannslI, j,, W. 6. 8H U. Slg. 3 Uhr Artushof Wochcnt. ab 6 ühi Sonntags ab 5 Uhi Perleberger Str. 29.. 2 Großtonfilme: Traum v. Schön- brunn mit Jl. Bierth— Der kleine Seitensprung: mit Renate Tlüller > Charlottonburg fc Turma Schlüter-Theater Wochent. 5, letzte 9V4 U. Sonntags ab 3 Uhr Uauplslr 144 Das Gespensterschiff(Schiff ohne Hafen) mit Harry Piel— Ton bei prograrnm MarlendorP W 7. 9. S. 5. 7, 9 Beginn . 6:i5, 9 U. Schlütersir. 17 2 GroÜtorefilme: Traum v. Schön- brnnn mit II. Thimijc— Spione im Savoyhotel mit-H- Adalbert l/T./• Jlariendorfer Uü-Ll Tonlichtspiele Chausseestr. 305. Abenteuer im Eng:adin— Pat u. Patächon: Lumpenkavaliere Tcmpelhof Wilmersdorf Kar fürst L 2 Großtonfilroe: Die unsichtbare Front— Wenn du noch eine Tante hast mit 51 Dreßler Primus-Palast Luisfubr Am Hermannpialz, Urbanslr 72/76. Baby mit Anny Ondra Sensatkmstonfilra: Radio-Polizei patrouille Stern, Hermannstraße 49 Wochent. ab 6 Uhr, Sonnt Stella-Palast Köpenicker Straße 12/14 Wochlgs. 6.30. Sonntags ab 3 Uhr Carl L. Diehl, Trude v. Jlolo in dein Spionage-Großtonfilm Die unsichtbare Front Lily Damita in dem Tonfilm-Lustspiel .Iladame verliert ihr Kleid Treptow Treptow-Sternwarte Sonnabd. 8. Sonnig. 4. 6, 8 Uhr: Das große weiße Schweifen. Todesfahrt Kap. Scotts zum Südpol(Film) Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 W. ab 6 U. S. ab 3 U. 2 Tonfilme! 2 Volltrefier! Das Gespensterschiff (Das Schiff ohne Hafen) mit Harry Piel Greta Garbo in ihrer neuesten Tonschöpfung in deutscher Sprache: Helbas Fall und Aufstieg: Flo ra-Lichtspiele W. 5.30, ca. 7, 8.30 Uhr. Stg. ab 3 Uhr Der weiße Dämon mit Hans Albers— Kich. Tauber singst Schubertlicder Volks-Kino Königstadt Schönhauser Allee 10. Tägl. 5, 7. 9 D. Bühne: Zum 75. Geburtstag von Vater Zille. U raufführ.:..Sein Jlilllöh" Filmteil: Die blonde Venus mit .Marlene Dietrich— Slg. 3 Uhr: Jgd.-Vorst.: 2 Herzen im%-Takt > Weu-llchtenberg � Kosmos-Lichtspiele lefz� Lückstr. 70. So. 2,/<: Jgd.-Vorst. 2 Großlonf.: Das Abenteuer der Thea Holand— Die Zi�ci vom Nüdcxpreß— Tonwoche ■ Pankow, Palast- Theater wo 7. u. Breite Sir. 21a. Grün ist die Heide mit C. Spiru. Th. Loos, Kampers— Wehe, wenn er losgelassen m. Durian Atrium Wuchern?, 9*4 U. S'g 5, 7. 9*4 U Kaiserallee, huke Berliner Straße Uraufführ. d. Oskar Straus-Operelte; Die Herren vom Naxirn mit Lee Parry. ioh. Kiemann, Leo Nlezak, O. Karl weis— Tonbpr. fit Zehlenti9rf*Mitte> 7. 9, Sbd Stg. 5, 7. 9 Mg 3 Uhr. Jgd.-Vorst Dorfslraße 22 Ecke Berliner Straße Grün ist die Heide mit C. Spir« — Tonbeiprojtr.— Jgdl. Zutritt! Liebe auf den ersten Ton— Hassan Insel der 5 Millionen Pfngruinon ab 4 Luna-Palast Tivoli Zeli Beginn tägl. 5, 7. 9 Uhr! Stg. 3 Uhr Jugendvorst! Potsdamer Straße 56. Der weiße Dämon mit Albers. Trade v. �lolo— Gr. Tonbeipr. «___»teg iTti tz Täglich: 5, 7. 9 Uhr Sonnt.: 3. 5. 7. 9 Uhr Berliner Straße 97 Paprika mi Franziska Gaal— Traum von Schönbrunn mit Tfartha Egrg-erth U SüdwestRn M Südosten Deatsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Beginn 5. letzte 9 Uhr, Slg. 3 Uhr Ich bei Tax und du bei Nacht mit Käthe v, Xaxy— Bring: sie lebend heim Woch 5 Uhr Slg. ab 3 ü. Gr. Frankfurter Str. 121 Die unsichtbare Front mit C. L. Diehl, Tr. v. Molo— 1 Minute vor 12 mit Tom Mix Tirtnli Wochen lags 6.39. 9 Uhr ilVOll Sbd.. Sonnt, ab 4.30 Uhr Berliner Str. 27. 2 Großtonfilme: Wolkenstürmer— Bring: sie lebend heim! Schwarzer Adler Frankf Allee 99 W. 5, 7. ca. 9 Uhr, S. 3. 5, 7. 9 Uhr Die unsichtbare Front mil Tr. v. Molo. C. L. Diehl—\cueste Tonwoche— Itiihnenschau Viktoria-Theater Ti tan ia-Pa last V.0.3Ü, 9 ü. lg. 4. 6.30, 9U. Sleulilz. SQhlußsU � Ecl-.e Gutsmulhsstr Die unsichtbare Front mit Karl Ludw. Diehl, Trude v. Molo— Tonfilmbeiprogramro Film-Palast Kammersäle r-/_. T/>: � tr- 1 VI'.,K KM C Ol* umecR Tel lo wer Str. 1. W. ab 5%. S. ab 31 2 1 2 Großlonf.: Der weiße Dämon mit Hans Albers— 1 Minute vor 12 mil Tom Mix '| W. ab 6� ü. Stg. 3 Uhr Am Görlilzer Bahnhof Grün ist die Heide ramllla Spira. Peter Voll ßusck Woch. ab 5 Slg. ab 3 U Frankfurter Allee 48 2 Tonf.; Abenteuer der schönen Thea Roland mit Lil Dagover — Kunterbuntkabarett c Tegel Z Friedrichsfelde • Wochentags 5 Uhr Sonntags 3 Uhr C Friedrichstaat Friedenau Die Kamera Beginn ' nie 5 öt- r Linden I i 9 Uhr Der Rächer des Tong— Der blaue Expreß. Regie; flja Krauberg Kronen-Lichtspiele Rheinsir#j Täglich 5 7. 9 Uhr Grün ist die Heide nri C Spira. Voß. Laos, Hampers— Beipr Jnnmd'.iche haben Zutritt! Palladium j Baerwaldstr. 17 Abenteuer Int Engadin(Schnee- sebuhfüm)— Gr. Beiprogramm ! Bühne: Grete! von Waiden Jugendliche b3beo Zutrill! Film und Bühne Wo... 3l>. So. 3.30 U-j Sonnt, ab 3 Uhr j BergmannsLraße 5'7. j 2 Großtonfilme: Die unsichtbare j Front mit C, Diehl— Wenn du! noch eine Tante hast mit Der Orlow (Der Diamant des Zaren« iane Haid. Ivan Petrovich Luisen-Theater Rivoli W. ab 6 U. S. ab 2.50 Beichenbergcr Str. 34. Großtonfilm: Die blonde Venus mi: Marlene Dietrich Zigeuner der\acht Toooperette mit Jenny Jutro, H. Brause wettcr Moni.— Donn. 6 U. I reit,— Slg..") Uhr AIl-Friedrichüfcidc Z Das Glück kommt nur ein mal im Leben(Paprika) m Hörbiffer, Franz. Ga-al— Immer die Motorräder mit Szakall Filmpalast Tegel%: 4 � Bahnhofslr. 2. Slg 2 U.: Jgd.-Vorst. Das Blaue vom Himmel mit II. Thimifi:. M. Eggcrtb— Bring: sie lebend heim! W. ab 6 Uhr S. 414. 6H, 8�4 Hauptstraße 6. ..Vorzeitkino mit Ansager— Gräfin Mariza mil Dor. Wieck. Sz. tozakall— Goße Film und Fotoausstellung: in den Gesamt räumen KoSmOS Bühne Union- Theater tocM R Hauptstraße? Abenteuer der Thea Roland mit Lil Daffover— Schrei der Masse Nordosten fl irotttm i4 � 5.15. 625. „Llysium s ,1, uhr Prenzlauer Allee 56 Die unsichtbare Front mit C-l L. Diehl, Tr v. Molo- Eine Minute vor I 2 mil Tom Mix 0,\i\Filmpalast � Berliner Str. 59 Die blonde\renus mit �larlene Dietrich— Die grausame Freundin mit Anny Ondra— Em elka ton woche BEILAGE FREITAG, 13. JANUAR 1533 3)ie Stadl mit dem doppellen Oelichl/ cton 9£erherl ffieinhold Van Klostergrab, nahe der sächsijch- böhmischen Grenze, nach der Doppelftadt T e p l i tz- S ch ö n a u ist es nur ein Sprung Eine schmale, holprige Straße windet sich am Fuße des Erzgebirges durch Rcihensiedlungen und hohe Fichtenwälder nach E i ch w a l d, dein Villen- und Sommersrischenorte Teplitzer Bürger. Von der Straße hat man manchmal wundervolle Ausblicke über das Gewirr der Industrieanlagen und-siedlungen des nvrdböhmischen Kohlenbeckens nach den massigen, runden Kuppen des Böhmischen Mittelgebirges, nach dem grünen Mille schauer, nach den' Ruinen der Burg K o st i a l auf stolzer chöhe, nach den eigenen Felsblöcken der Berge Barschen und S l a d n i g. Zumeist aber liegt eine graue Dunstschicht über dem Ganzen, Es riecht nach Kohle und Gas. Die Luft ist erfüllt von Milliarden kleinster Kohlestäubchen, die auf die wenigen Grünflächen niedersallen und alles verschmußen. Sonnenstrahlen dringen selten bis hinunter aus die industrie-verdorbene Landschaft. Aus hohen Schloten kriecht und schwelt Tag und Nacht schwarzer Rauch, dunkle Wolken bildend. Hinter dem grauen Borhang. Dann und wann zerreisl die üble, stickige Dunst- schicht, die den Atem eines Landfremden bedroht. Ein grauer Vorhang wird für Minuten aufge- zogen, nur ein winziges Stück: man sieht in die Tiefen, die Höhen schwimmen im Dunst. Man erhascht einen Fetzen verzerrte, aufgewühlte, tobende böhmische Erde. Zwischen klaffenden Löchern. Tagebauschächten und grundwasserbestan- denen Pingen, wuchten breite Fabrikanlagen, die Könige des Kohlenbeckens, die T i« f ba u s chächte. Fördertllrme sind stählerne Tupfen in schwarzen Häuserwllrfeln. Häßlich kriechen künstliche Berge über weite Strecken, die B e r g h a l d e n, die brennen und dampfen. Nutzlose Steinhausen, die nimmer grünen können. Brikcttfabriken, Kokereien, Sortieranlagen, Verladebahnhöfe rammen ihre Flanken nach den Orten, nach den langen Ar- beitergemeinden und runden Städten, die ein Nichts sind im Gesamtbild dieses Produktions- stättengewirrs. Es gibt Industrielandschaften, deren herbe Schönheit singen macht. Aber das Bild des Nordböhmischen Kohlenbeckens hinter- läßt Traurigkeit und starkes Sehnen nach steilen Beigen oder weiten blauen Wassern. Man träumt von grünen Bäumen und lechzt nach klarer Lust. Erschreckt schließt man die Augen: Das ist die Tiefe, die keinen Ausweg nach den Höhen kennt. Wer im Kohlenbecken lebt, muh rastlos mittun an der Zerstörung der Landschaft, muß das Werk der Väter fortsetzen. So will es das Verlangen der Menschen nach Kohle. Von Eichwald, das mit seinen Villen, Land- Häusern, Sanatorien, Parks, Gärten, Wiesen und Wäldern Eigentum eines böhmischen Feudalherrn ist, kann man hinunterschauen auf die Stadt mit dem dovpelten Gesicht, auf Teplitz-Schönau. Eine elektrisck' Bahn führt in wenigen Minuten in das Herz der Stadt. Zwischen Eichwald und Teplitz fiebert die In- dustrie: Bleiwerke, Glasbuden, Mosaikwaren- sabriken, Eisengießereien, Metallwarenbudcn, Textilfabriken und wiederum Schächte. Zwischen- drein lauern Friedhöfe auf die vom Leben Gemordeten, denn alt wird in diesem Hexenkessel niemand. Ringsum, in grauen steinernen Sied- iungen wohnen die Werttätigen, die alles beleben und formen. Eine Fratze ist das Gesicht der Stadt Teplitz- Schönau: Die Stirn ist der kühne Schloßberg im Grünen, spitze Türme sind die Augen, eine Bahn- linie, sich in ein breites Gleisgewirr verlierend, die Nase, Fabriken das Maul, aus dem es brüllt und zischt, Häuserquader, Runzeln und Mitesser. Diese Fratze ist seit langem nicht gewaschen: Dreck sitzt überoll und verbrüdert sich mit dem Schweiß, der stinkend aus allen Poren dringt. Um die Stirn herum nur ist es hell und glänzend. Dort liegt das Bad Teplitz-Schönau. denn Teplitz-Schönau ist eine Badestadt, eine mit Welt- ruf dazu! Da sind Parksnlage». Villen, Hotels, Badehäuser, Theater, Kinovaläste � und Vergnügungsstätten. Wird diese Insel im Grau noch langes Leben haben? Von allen Seiten greisen die unersätllichen Arme der I n d u st ri e langsam aber stetig weiter vor. Die Nachbarorte Weiß- kirchlitz. Thurn, Zuckmantel und Seitens dringen gegen die Stadt vor. die in engen Fesseln liegt und stöhnt. Ihrer Ausbreitung sind Grenzen gezogen. In Teplitz-Schönau kämpft das Bad mit der Industrie. Die Stadl- väter möchten beide vereinen. Einmal schon gegen Ende des IN. Jahrhunderts, schien der Sieg der Industrie mit einem Schlag gesichert zu sein. Damals krochen die heißen Quellen, deren Heilkraft schon den Römern bekannt war. über Nacht in die benachbarten Kohlengruben. Man hat tiefer bohren und die Quellen stü�-en müssen. und heute pumpt man das heilende Wasser aus dem Innern der Erde. Dieser Seifcnfabrikant Schicht... Fritz Doppelauge, ein junger Arbeiter aus Sachsen, war gegen Mitlag in die Stadt ge- kommen. Vergeblich versuchte er, in eine der Glasbuden an der Straße zu kommen. Der Psörtncr wies ihn schroff ob. Vor dem Fabriktor traf er aus einen Arbeiter, der Flaschen- macher war. Der Arbeiter klagte ihm sein Leid: Acht Stunden harte Arbeit in Hitze und Gas an riesigen Maschinen. Immerfort heißt es ftand- anlegen. Einige Bissen Brot müssen zwischen zwei Handgriffen in den Mund geschoben werden. „Ich bin 18 Jahre alt und da lasse ich mir das nicht mehr gefallen! Uebermorgen gehe ich aus das Jugendschutzbüro vom Sozialisti- schen Jugendverband. Dem Arbeiter- fugendsekretär sage ich alles. Der wird Wandlung schaffen", sagte er vertrauensvoll. Als sie längs einem Bretterzaune gingen, wies der Flaschenmacher auf- Reklameplakate der Schicht- Seifen- Gesellschaft:„Dieser Seifensabrikant Schicht ist auch der Besitzer unserer Glasbude. Wir machen Flaschen für seinen Apfelsaft, der in der ganzen Republik gekaurt wird." Fritz Doppelauqe hatte von dem Mil- lionär Schicht schon gehört. Schicht ist Herr der A u ss ige r Riesenbetriebe. Seine tausende Arbeiter kochen Seife und Margarine für den tschechoslowakischen Markt. Er läßt das köstliche böhmische Obst, das der hohen Zölle wegen nicht mehr noch Deutschland ausgeführt werden kann, für einen Pappenstiel aufkaufen und zu Säften pressen, ein kleiner Teil wird zu Konfitüren per- arbeitet. Schicht ist aber auch der Herr der Elbe-undMoldauschissahrt. Seine Gc sellschaftsn besitzen im nordböhmischen Kohlen- decken Kohlengruben und Glashütten. Der Flafchenmachsr wollte seinen Vater, einen Berginvalidcn, abholen. Der Berginoalidc hatte sich um eine staatliche Tabaktrafik be- morden, um sein kärgliches Renteneinkommen gering erhöhen zu können. Der Flaschenmacher hatte es eilig. Bald verabschiedete er sich und lief in eine Seitengasse. Fritz Doppelauge schlenderte weiter durch enge, winkelige Gassen der Teplitzer Innenstadt nach dem Marktplatz. Eine Militärkapelle konzertierte, denn es war Feiertag. Die Musiker waren da ausmarschiert. wo Wochentags die Landfrauen mit Gemüse, Feld- srüchten, Blumen und Kleinvieh handeln. Wenig Menschen lauschten den feiertägigen Klängen, heim- kohrenda Kirchgänger, dickbäuchige Spießer, vom Frühschovpen kommend, und verliebte funge Leute. An den Marktecken standen diskutierende Gruppen, st reitende Bergarbeiter und Arbeits- lose, von Gendarmen nervös beargwöhnt. Wenn man so h i n s ch l e n d e r t... Nach Mittag erlebte Fritz Doppelauge die Stadt mit dem doppelten Gesicht. Er wanderte ziellos durch die Gassen und Straßen, an stattlichen neuen Staatsbauten und an alten Kirchenfestungen 0 wie So IrügeriSch ErlebniSfe eines Verbauerlen/ Von Meinrich Stemmer illach einer ländlichen Einsiedelperiode weist die neubcsuchte Reichshauptstadt wieoer jene phan- tastischen Schlagschatten auf. wie sie Kinder im Walde erblicken, Bauern auf einer Verkehrsinsel oder Provinzler in Großstadtiars. Längst durch- ichauter Schein verblüfft von neuem, Stucco trügt. Marmor verführt wieder und die Patina auch aus. Menschen wirkt M hin Weilchsn echt:. bis man dahinter kommt, daß gerade dort, wo am dicksten aufgetragen wird, die meisten Blößen vorhanden sinlf... bis�AiaN wieder helle wird und erwartungslos und zugeknöpft. Der brotlose Schwerenöter. In Landstratzenstieseln bei Großstadifreunden eintretend, kam ich neben einen Unbekannten zu sitzen, den ich nach der schwerenöterischen Art, wie er sein Monokel in das Nußtnackergesicht klemmte und mit seinem Bauch den Raum verdrängte. für einen Prominenten hielt, einen vielleicht Eminenten oder am Ende gar Omni- potenten... und ich befaßte mich angelegent- lichst mit dem großen Mann, weil er mir nützlich sein mochte. Je mehr ich mich in meiner ländlichen Gläubigkeit mit dem Prominenten befaßte. desto prominenter wurde er auch, wie bei einem Gummimännchen blies seine Reid« die Bedeutung seiner Person immer mehr auf. Der Mann— erfuhren wir so nebenher eingestreut— hatte einst mit dem srüheren Kaiser eigenmündig tele- phoniert(also schon mit einer Majestät an einer Strippe gehangen), er war auch aus Großwild- jagd gewesen und ahmte zu unserem Frommen die Zischlaute eines von einer Riesenschlange zer- quetschten Krokodil- nach(die der ausströmenden Kohlensäure in Bierpipen zu ähneln scheinen), und sein bedeutender Bruder, sagte«r schließlich mit unverhohlenem Stolz, dirigiere das e r st e New-Porker Hotel: was will man mehr! Man wollte vielleicht weniger: giftige Pfeile des Spottes wurden gegen den Prominenten losge- schössen, aber er konnte sie nicht parieren. Der große Mann war wehrlos preisgegeben und schrumpfte, als ich ihn schon interviewen wollte. in meinen Augen wieder zusammen, als hätte man Löcher in den Ballon seines Ansehens ge- schössen. Nun wirkte der Schwerenöter flach und unecht aus mich, und als er mir von einem bekannten Sportsmann zu erzählen begann, der ihn heimtückisch mit Messing vergiftet hätte. erwachte ich aus meiner ländlichen Lethargie und sagte dem Mann aus den Kopf zu: er bilde sich seine Krankheit nur ein, wie so manches andere Wie ein gereizter Löwe sprang er da auf, schoß zur Tür hinaus und kam mit Attesten und Rönt- genaufnahmen zurück: die Krankheit war echt. Die Messingvergistung war offenbar das einzige, das der Mann, der zu seiner seelischen Recht- fertigunq die Rolle de: Genutzgesättigten spielte wahrhaft besaß. Und plötzlich wurde mir klar, er lebte von seiner Krankheit. Es war ein Nolleiden- der. der vom Nebenzimmer herübergekommen war. sich ein Stück Brot zu borgen: der Schwerenöter — darbte. Also ist es mit dem falschen Schein wohl dieses: Man ist zwar gezwunaen. rein-->•+ Leute zu respektieren, von denen man genau weiß, daß die bunten Federn, womit sie sich schmücken, geborgte sind: solange sie nämlich g e- nug Taschengeld besitzen, di« einmal angenommene Rolle konsequent weiterzuspielen. Jode Rolle aber wirkt lächerlich, wenn man vom Leben offenkundig besiegt ist— und die eines Schwerenöters am allerlächerlichsten. Der Organisator und seine Frau. Das große Vorderzimmer meiner Berliner " Wirtin'Micd.'M ich.Mückkomm«, SM ang«h8fft-"' tcr Visitenkarte, von einem„Organisator" bewohnt. Organisator? Müßte ein�solcher Mensch nicht die trei.ende Kraft einer jimgen Großstadt wie Berlin sein, in der so viel organisiert und ,.uni"organisiert wird und di« gewohnten Kauf- Hausartikel sich aus geheimnisvollen technischen Gründen immer wieder an anderer Stelle befinden als dort, wo man sie zu suchen gewohnt ist? Unter einem Organisator stelle ich nur(in meinem verbauerten Gehirn) jenes unerbittlich« Zweckmäßigkeitsgenie vor, das dafür verantwortlich ist. daß alle lauschigen Ecken und Winkel verschwin- den, daß alle billigen Konsumartikel aufgekauft sind, daß immer mehr Aiaschinen statt Menschen eingestellt werden, daß mit einem Wort jämlliche bequemen und gemütlichen Einrichtungen zugunsten der interessierten G. m. b. H.s abgeschafft werden. Der Teufel hole den Organisator.. ist er nicht eine umgekehrte Art von Nero, der die Menschheit durch das Nützlichkeitsprinzip zu Tode hetzt? Ha. man kann alles möglich« im Leben organisieren, aber nimmermehr das Leben selber. Als ich mich abends auf mein Lager hinter der Paraventecke eines vieldurchschrittenen Berliner Zimmers zurückziehe, wohin ich mich wie ein vergessener Cafehausgast zur Ruhe begebe, wirs mir dieser Zwiespalt in unserem Dasein illustriert oder vielmehr akustisch demonstriert: durch die Ereig- nijs«, die sich im Nebenzimmer hinter einer Glas- wand abspielen. Das Leben, das Eheleben dringt da immer lauter und deutlicher auf mich ein, so daß ich ab und zu nach der Glaswand greife, an der ich schlummere, um mich zu überzeugen, daß sie überhaupt noch da ist. Die Frau von nebenan ist rebellisch geworden und betreibt eine Politik ter Nadelstiche, die den Mann, der mit seinem trockenen System ofsenbar nicht durchkommt, auf- brüllen läßt wie einen verwundeten Löwen. Ach, die Lieb« bleibt doch trotz aller modernen Organisation dasselbe unstete Zigeunerkind: das allerpersönlichste, Menschenglück, läßt sich nicht or-. ganisieren, unter vereinfachende Formeln zwingen! Nebenan regiert das Chaos der Urzeit. Es bebt das Parkett, di« Wände dröhnen, Kissen fliegen und so manches andere: Hilferuf« ertönen — die Pension laust zusammen uns es erscheint der Wirtin hehre Gestalt. „Was treiben Sie, Herr Organisator? Das ist hier ein ruhiges Haus!" Als ich morgens wieder einen Blick auf die Visitenkarte werfe, fällt es mir erst auf, daß dem Titel Organisator, wie so manchem selbstver liehenem Direktorentitel, die nähere Bezeichnung des zu Organisierenden oder Dirigierenden fehlt, so daß er wie eine leere Blase in der Luft hängt. Er ist wohl nur ein Möchtegern, mein Nachbar. ein Gernegroß, der vielleicht auch nur mit dem Schein gewaltiger Realitäten das niedlich« Täubchen eingefangen hat. das jetzt trällernd durchgeschwebt kommt... einem anderen Tag vertrauend, einem anderen Glück. vorüber. Er sah die vielen Gasthäuser, Hotels, Pensionen und Fremdenheime, die auf die Saison warteten und nach Gästen schrien. Er schmeckte den stickigen Qualm und den schalen Bierdunst der vielen Kneipen und Destillen, die das Liter Bier um 3,20 Kronen ausschenken. Er las die lockenden Schilder kleiner Zuckcrbäckereien und Kasfeestuben: er las aber auch die der großen Käsfeehäuser, Weinstuben und Bars, die das billigste Mixgetränk um 1» Kronen preisen. Im ehemaligen Ghettoviertel geriet er vor diskreten Animirlokalen an jene Mädchen, die ihre Liebe verkaufen. Vor dem Tempel der Kunst, vor dem Stadt- t h e a t e r, fuhren die Wagen der kunstliebenden Bourgeoisie vor. als er am Eingange des stolzen Baues stehen blieb, den Theaterspielplan zu lesen. Zwischen Roda-Roda und einer Schlageroperette ehrte man den großen Klassiker des Bürgertums. den Altmeister Goethe, der einst Teplitzer Kur- gast war. Aus den geöffneten Fenstern des Theatercasäs tönte leichte Tanzmusik. Fritz Doppelauge hörte die schlürfenden Schritte der Tanzenden. Eine Wolke bitter-süßen Parfüms kroch aus den Fenstern nach dem Kurplatz, der sich hinzieht bis nach den städtischen Badehäusern und noch der Schwestergemeinde Schönau, der eigentlichen Bodestodt. Ehe Fritz Doppelauge nach dem Schloßberg hinaufstieg, einen Blick nach dem heimatlichen Erzgebirge zu erhaschen, besuchte er die Stätten der Teplitzer Wirkungszeit der Großen aus dem Reiche der Kunst Goethe und Beethoven haben sich in Teplitz getroffen. Viele Legenden haben sich um diese Begegnung gesponnen. Das eine jedoch ist sicher: Goethe, dessen bürgerlicher Stolz sich im öfteren Zusammensein mit der österreichischen Kaiserin verflüchtigte, Hot Tage und Stunden in Beethovens bescheidenem Miet- zimmer verbracht. Gern ließ er sich von dem Für- sten der Musik vorspielen. Niemand weiß genau, ob sich die beiden im Temperament so verschiedenen Männer näher gekommen sind. Goethe soll über Beethoven geäußert haben:„Er spielte köstlich. Zusammengefaßter, energischer, inniger habe ich noch keinen Künstler gesehen! Allein, er ist leider eine ganz ungebändigte Persönlichkeit, die zwar nicht unrecht hat. wenn sie die Welt detest->be> findet, aber sie freilich dadurch weder für sich noch für andere genußreicher macht. Hai Goethe damals Veelbooevs Ungebändigtheit verspüren müssen? Fast möchte man es glauben, wenn man Beethovens Urteil über Goethe lieft:„Goethe behagt die Hofluft zu sehr, mehr als es einem Dichter geziemt!" Beethoven hat in Teplitz manche Anregung genossen, und Goethe wiederum hat die nordböbmische deutsche Kultur nicht unwesentlich beeinflußt, den:? Goethe.hat. bis zu seinem Tode mit böhmischen Geistesgrößen korrespondiert. Seine Arbeiten Naturwissenschaft- l-chen Inhalts weisen auf enge Beziehungen gerade zum Teplitzer Gebiet hin, wenn er auch Westböhmen zu seinem Aufenthaltsorte mehr bevorzugte. Und nicht vergessen...! Vom Schloßberg hatte Fritz Dovpelauge keine Sicht nach dem Erzgebirge. Ein G a st h o s krönt den Gipfel. Tanzfrohe Menschen lärmten in den Sälen. Sie freuten sich auf den Heimweg im Dunkeln die krummen Pfade hinab. Die Dunkel- heit ist der Mantel der Liebe. Und Liebe läßt leicht alles vergessen: Das Heute und Morgen. Kummer und selbst wirtschaftliche Sorgen. Im Dunkeln! Die Helligkeit des Tages wirft schonungslos die graue Wirklichkeit vor die Augen. Der Abstieg vom Schloßberq des Nachts ist für viele der Weg über die Liebe in den Alltag. Dieser Weg ist angenehmer als die üblichen anderen. Und schöner! Und erinnerungswerter! Im Abstieg dachte Fritz Dovpelauge an die Arbeiterbewegung Tevlig-Schönaus Gern hätte er der Redaktion der nordböhmischen Tageszeitung der deutschen Sozialdemokratie einen Besuch gemacht, um sich einiges Wissens- werte berichten zu lassen, aber das Redaktions- büro der„F r e i h e i t" war Feiertags über ge- schlössen Wesentliches wüßt« er von srüheren Be- suchen: Teplitz-Schönau ist der Sitz eines Kreis- fekretariats der deutschen Sozial- d e m o k r a t i e, der Sitz der Zentrale der deutschen sozial! st ischen Jugend, die Gruppen im ganzen deutschen Sprachgebiet hat. Weiter sind in Tevlitz-Schönau die Leitungen des Arbeiter-Astinentenbundes, des Ver- bandes der deutschen Arbeitergesangver- eine, des Verbandes der A r b e i t e r r a d- fahrvereine und der Union der Berg- arbeiter. Eine ganze Reihe gewerkschaftlicher Organisationen haben ebenfalls Sekretariate in Tevlitz-Schönau oder im benachbarten Turn. Oft kiillt das demonstrierende Proletariat die Straßen und Gaffen. Gewaltig wirken die Aufmärsche unter wehenden roten Fahnen, dopvelt wuchtig, wenn deutsche und tschechische Arbeiter gemeinsam für das gemeinsame Ziel das Stadt- bild beherrschen. Tevlitz-Schönau ist der Vorort der organisierten sozialistischen Arbeiterschaft im nordböhmischen Kohlenbecken. Einer der Besten unrer den sudetendeutschen Sozialisten. Genosse Joseph Seliger, hat in Tevlitz gewirktz Ihm. der im Schönauer Fried- Hof eine würdige Grabstätte hat, ist das feste Ge- küge der nordböhmischen sozialdemokratischen Parteiorganisation zu verdanken. In seinem Geiste,' im Schatten seine? Wollens, arbeiten heute die deutschen Sozialisten Böhmens, und sie fahren gut dabei! Fuß- und Handhallspiele am Sonntag Großer Betrieb bei den Arbeitersportlern Das Hauptinteresse der Berliner Arbeiter- f u ß b a l l e r richtet sich aus das Entscheidungs- spiel um die B e z i r k s m e i st e r s ch a s t des 1. Bezirks im Lichtenberger Stadion, Herzberg- straße, am Sonntag um l4 Uhr. Normannia und B l a u w e i ß haben am Vorsonntag die Ab- teilungsmeisterschaften m>t hohem Torvorsprung gewonnen. Normannias Mannschaft erscheint ausgeglichener, Blauweiß zeichnet sich durch großen Eifer aus, der Ausgang ist ungewiß. Auf der legten Kreisbörse sind zahlreiche Freund- schaftsspiele vermittelt worden, die die Mannschaften aus den verschiedensten Bezirken zu- sammenbringen. Wir verzeichnen folgende Paarungen: Lich-.Köpcnia 1 und 2 ycaon Eiiliglcit-Etaalen 1 iuU> 2 (ffirüimu).— Spielvereinigung Ost 1, 2 und 3 gegen Bollssport Weikcnsee 1, 2 und 3(Lichtenberg, Hauff. stroßo).— Alt- Stahnsdorf 1 gegen Zossen 2 lAlt-Stahns» dorft.— Fricdcrsdorf l gegen Zossen I. lFriedersdorf).— Eintrocht-Rdf. 1 gegen FTSB. Buch 1 fScharnweber, stroge».— Wilmersdorf t und 2 gegen Teltow 1 und 2 Nücoroftrage).— Schönebcrg 1 gegen Saxonia l(Domini. lusplatz).— Schöneberg 2 gegen Schweiffternc 1(Domini- lusplagi.— Volkssport Neutolln l und 2 gegen Bri« I und 2 tEtadion Neukölln, Beginn ltxb llbr).— Ber- lin 12 l gegen Friednau 1(Stcglig, Paulfenftrasse).— Adler 1 und 2 gegen Spandau 23 I und ll(Kissingen ftraße).— Eintracht-Mahlsdorf 1 und 2 gegen Hansa l und 2(Rosinhaag).— Brieselang I gegen Charlotten- burg l(Brieselang).— Berolina l gegen Kaulsdors l iWichlheide).— Roi Die Zußballabteiluug des Bezirks Lichtenrade der FTGB. sucht zum kommenden Sonntag einen Gegner auf eigenem oder Gegners Platz. Tele- phonische Angebote unter G. O Lichtenrade 9133. Der ASB.„Rot-Weiß- gründet eine Fußball- abteilung. Interessenten senden ihre Adresse Alfred Mertner, N113, Stolpische Str. 26. Gründungssitzung heute Freitag 21 Uhr bei Klöckner, Gaudn- strahe 12. Handball Kowawes 1 und 2 gegen Blaugelb 1 und 2(Nowawes, Brleslerstrafie).— Minerva 28 I und II gegen Sportvereinigung Fichte I und U(Stadion Neukölln). Zugend! Minerva gegen Fichte.— Teltow gegen Wil- mersdors.-- Rowawes gegen Alemannia.— Borwörts. Wedding gegen Borsigwalde.— Normannia gegen Lichtenberg. Schüler' Pankow gegen Alemannia l.— Hansa gegen Alemannia 2.— Nowawes gegen Wsisiensee. Nor. mannia gegen Elstal.— Vorwärts 21 gegen Saxonia.— Borwärts.Wedding 1 gegen Wilmersdorf.— Mahlsdorf 1 gegen Eladow. Neben den Serienspielen finden wir am Sonn- tag in allen vier Bezirken der Arbeiter-Hand- b a l l e r noch einen starken Betrieb an Gesell- schaftsspielen. Von den Spielen der Berliner 1. Klasse sind die angesetzten Treffen durchweg interessant, so daß sich ein Besuch lohnt. In der Abteilung A sind die FTGB.-Süden 2 und FT.- Hennigsdorf bereits um 10.10 Uhr auf dem Platz TempeHofer Feld anzutreffen. Hennigsdorf wird den Sieg der ersten Runde wiederholen. Die An- Hänger der FTGB.-Nordring sehen diese um 1S.10 Uhr aus dem Platz an der Schönhauser Allee (Exsr) gegen die FTGB.-Osten spielen. Osten hat bisher eine untergeordnete Rolle gespielt, infolge- dessen wird sich Nordring mit Leichtigkeit durch- setzen. Etwas niehr Gleichwertigkeit ist der Paarung in Nowawes, Priesterweg, beizumessen. Die Freie Turn- und Sportvereinigung hat um IS Uhr die FTGB.-Nordost zu Gast. Immerhin besitzt Nord- oft soviel Können, daß es Punktzewinner werden kann. Aber Nowawes hat den eigenen Platz und weiß diesen Vorteil immer auszunutzen. In der Abteilung B wird Eintracht-Mahlsdorf auf dem Platz an der Hönower Chaussee gegen Volkssport- Neukölln nicht um eine Niederlage herum kommen. Oder sollte Mahlsdors dasselbe fertigbringen wie die FTGB.-Slralau und den Neuköllnern zwei weitere Punkte abnehmen? Jedenfalls wird ab 12.50 Uhr hart gekämpft. Auf dem Köpenicker Vereinsplatz Wendenfchloßstraße, treffen um 14.30 Uhr Eiche-Köpenick und die FTGB.-Süden zusammen. Süden wird siegen, zumal Köpenick nicht mehr die frühere Stärke besitzt. «eiUIsUasst Osten: Wieder ist die FTGB. Lichtenberg vor eine fchw-re Aufgabe gestellt. Der Athletit-Sport- Club stellt sich ihr um 13 Uhr aus dem Normannenplatz. — Der ASC. liegt in der Gruppe vorn.— Wenn Licksten- berg auch die knappe Niederlage aus dem ersten Spiel ausgleichen sollt«, so ist der ASC. immer nrch mit zwei Punkten in Front. Schwerlich dürste der ASC. von einem andern Degn-r eine Niederlage bekommen.— FT. Kalk. berge gegen FT Petershagen 13 Uhr Kalkbergs.— Eiche- Müncheberg gegen Rehfelde 11 Uhr Müncheberg.— Frauen: Eintracht-Mahlsdorf gegen FTGB. Osten lg Uhr Mahlsdorf.— FTDB. Baumschulenweg gegen FTGB. Südost 10 Uhr Plänterwald. Bcürlsllnsie Norden: FTGB. Nordring 2 gegen ATB. Altruppin S.13 Ubr.— MTB. Bernau gegen ATD. Alt. ruppin um 11 Ubr.— FT. Friedrichsthal gegen ASB. Wedding um 13 Uhr.— FTGB. Nordost 2 gegen FSB. Reinickendorf-West um 13.30 Uhr.— Frauen: FTGB. Rei nickendorf.Ost gegen FSB. Reinickendorf.West um 13 Uhr, Bernsr Strahe. Bczirkrllaffe Westen: FTGB. Siemcnsstadt gegen FT. Nauen um 11 Uhr Zungfernheide.— FTuSB. Nowawes 2 gegen Charlottenburger Kleingärtner 13.30 Uhr Priester- weg.— FS. Falkeniee gegen FT. Brieselang um 11 Ubr. — ATB. Potsdam gegen FT. Nauen 2 um 11 Uhr Luftschiffbaken. Bezlrk-Ilnsse Süden: Frauen: ASB. Echönsbera gegen SB. Tempelhof um 11 Uhr Rnbensstrasie.— Männer: Volkssport K-ukölln 2 gegen FTGB. Lankwitz 11. 3g Uhr Platz 3. FS. geblendorf 2 gegen FTGB. Süden um 14 Ubr Svandauer Strahe. Waflersabrer: FKU. Svandau gegen RV. Eollegia um 10 Uhr Seeburger Straße.— FTGB. Kanu gegen KB. Undine um 11 Uhr Kakboäistrasie.— FTGB. Kanu 2 gegen FS. Cbarlottenburg 12 Uhr KatzbaGolatz.— Sturmvogel gegen FTGB. Kanu 3 um 10 Uhr Wuhlheide 234. Was zu berichten ist kleines Bundesparlament einberufen. Der Bundesvorstand des Arbeiter-Turn- und Sport- bundes hat für den 25 und 26. Februar eine Kreisoertretertonferenz unier Hinzuziehung der Mitglieder der Bundesspartenausschüsse nach Leip- zig einberufen. Auf der Tagesordnung stehen außer den Berichten über die allgemeine Lage im Bund und im Verlag u. a.: Abhaltung des nächsten Bundestages, das Bundesjubiläum und das Bundesfest 1935. Zu den Serienwellkämpfen der Arbeiterturnsr stehen sich heut« in der Lütticher Str. 4 die li-Klassen-Turner vom Volkssport Neukölln und Wedcing und in der Koppenstr. 76 die L-Klassen Mannschaften von Proles und Norden I gegen- über. Neuer Europarekord im Rückenschwimmen Im Leipziger Carolabad wurden am Mittwoch unter offizieller Kontrolle Rekordoersuche unternommen, oie in einem Falle von Erfolg waren. Dem Leipziger Rückenschwimmer Fritz Trenschel vom SV. Stern gelang es, nicht nur den von Ernit Küppers mit 5: 57,7 gehaltenen deutschen Rekord im 400-Metsre sich daraus ergebenden Massnahmen. Jeder Berein muss mit zwei Vorstandsmitgliedern, von den Abteilungen grösserer Vereine auch dem Adteilungsvorsitzenden vertreten sein. ASB. Borsigwalde. Sonnabend, 11. Januar, 19 Uhr, Generalversammlung im Vereinslolal.— Achtung, Schnierl Donnerstag, 19. Januar, 19 Uhr, Jugendheim Zietzstrasse(Schule), Grlindung einer Schsiler-aussdoll. abteilung. Solidarität, Krastsahrer. Abt. Tempelhos-Marlendori: Sitzung 12. Januar, 20 Uhr, bei Merlert, Mariendor', Kurfiiisien. Eck- Schutzenstrasse.— Funltionärlonferen, der Fahrwarte des l. Bezirls und Ortsgruppe Gross- Berlin am Sonntag, dem 15. Januar, 91b Uhr. im Ge- werlschaftshau», Engeluier 24—25.— Touren für Sonn- tag. 15. Januar. Abt. Friedrichshai»: Kegeltour nach Fichtenau, Gesellschaitshaus, Hauptstr. 23. Trefipuntt 11 Uhr Bahnhof Slralau-Rummclsdurg, Bahnsteig E.— Nabfahrer. Touren für Sonntag, 13. Januar. Abt. Mute: Drewitz bei Wannsee. Start: 13 Uhr Mariannenplatz.— Abt. Wedding: Streif, llge durch den Tegeler Forst. Start: 10 Uhr Nettelbeckolan(Tantstelle).— Abt. Kreuzberg: Dampferfahrt nach Neu Seringsdorf. Start: IZlss Uhr «ottbusser Brücke.- Abt. Prenzlauer Berg: Ziel am Start. Start: 10 Uhr Odcrbergcr Str. 31.— Abt. Neu. lölln: Fahrt ins«laue. Start: 13 Uhr Hohenzollernvlatz. — Abt. Tiergarten: Fusstour. Ziel am Start. Start: 13 Uhr Billowstr. 30(Promenade).- Abt. Friedrich-Hain: Fusstour durch die Müggelberge. Start: 9 Uhr«.Bahn Warschauer Strasse.— Heimabende der Jng-nd: Abt. Kreuzberg: 16. Januar, 20 Uhr, Jugendheim Wassertor. nrass« 4.— Abt. Friedrichshain: 17. Januar, 20 Uhr, Jugendheim Eberlgstr. 12.— Abt. Neukölln: 18. Januar, 19'i Uhr, Pina-Pong-Turnier im Jugendheim Flughafen. itrasse 68.— Sonntag, 13. Januar, ort Uhr. Dezirtsfahr. Warlekonferenz im Gewerkfchaflshaus. Engelufer. Reichs banncr- Wassersport- Abteiluna, gug Köpenick. Sonntag, 15. Januar, 14H Ubr. Ergänzungssport im Bootshaus Köpenick. Für Anfänger Beginn des tech- nischen Ruderkursus. Aufnahmen dort. Iltealet LtJtlspiele ustv ftaafi 1% Tttcafcr Freitag, den 13. Januar staatsoper umertien Linden 20 Uhr Der Troubadour staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Faust I. Teil iv/rn r** VOarten V 8 Uhr 1 s. Flora 3434. Rauchen erl. 20 Wienerinnen Gaston Palmer Fuss*Heuser*Weiser 1 Winclairs*Walkmirs u. s. w. I Sonnahena u. Sonntag auch 4 Uhr| 4 uhr kleine Preise VOLKSBUHNE Theater am BUlowptaiz TIClidi 8 Uhr D I Norden 6i36 Oliver Cromwells Sendung v. Waher Oilbrichu Regie Heini Hilper mit Eugen Klopfer CASINO-THEATER Sll* Lothringer Strafe 3 7 8% iiiiiiiMiiiiiiiiimiimiiMiimimmiiiiiiiiiitiiiiiiMiiiiiiiniimimiii Täglich Bunte Bühne: Varletö, Kabarett, Theater Onkel Muz, der Ehestifter Gutschein i— 4 Personen Parken nur 0,60. Fauieuil 0.73. Sessel 1,23 Sonntag 4 Uhr- Onkel Hoz. Kl. Preise siadf. Oper Chanonenbur' Fraunhofer 0231 Freira-1, 13. Januar W, Uhr Turnus I Oer Freischütz Fr edrich. Berger, Fidesser. Rode, hüich. Dil er. Baumann Conszar. Fimer Dirigent Stiedry iüXlZllXS BUmarckitr.(Knie) Stelnpl.(CK"71' Täglich»0« Uhr Die Hänner sind mal so Musik: Waller Mi Saulud. Heidemien Sie 13 Jan.. 4 Uhr Robert uock Benratn WM.« fp fergnipn� Restawant Berlins BETBIEB.4»V KEMPINSKlT-' Deutsches Theater Schumannsir. 13 a vVeidend. S201 Täglich 8 Uhr fnsnnltroo? Mai Reinhard! Prinz von Homburg von II. v. Kleist Tbldij, feKmer. Frfhlidi, Kiytler, Wejicer, Sdtümbrj HammerspieiE 8 Uhr kiKtiiid!« erwertsloar Sdiaaspieler Die flasdie Komödie von R i n gel n a i r Inszenierung: Inn Kötsitr- Muller IMfiM OuHotlnur. 90 Mctiaii itt Täglich SO. Uhr Auslandsreise mit Felix Bressar Maria Paod-er Oscar Sabo, Löns, Behal, Berghof, Witt Koniödieniiaus Schiifbauardanim 25 Iii. 02 Weh. 6104-0) Täglich 8>4 Uhr Das Haus dazwischen mir Mas Adalbert Jakob TiedtKe Knik; Spfllianrkr Stetliner Sänger ■ Reidishalten-Th.. Dönhoffpl. 8.15, Sonntags 3 30 zn erniHßijjten Preisen Das groSe Januar- Programm:• Die lißHen Erden Rose- memei ireh Fncitiirtai Stnli 132 lck. iiidud EI 3422 8,13 Uhr Die Zirkusprinzessin ES. B. B. Bendows Boote Böhne Kottbosser Straße 6 Oberhaun! 3500 Täglich S*/« Uhr Stgs. nachm 4 U de doile Kiste Siedlung Britz Restaurant und Cafö»Erich Jänicke« • mpfiehlt«eine Lo-alitäien Ausschank bester Kindl-Biere (auch ouBer aem Maut«) gute Speisen und Gehänke Sonnabend u. Sorntag Unterhaltungs-Musik Eisen-Wiese BERLin 034 FranHfurter Allee 16 Bietet billige Galegenheits- posten in Werkzeugen an: Bohrmaschinen Emm o.95 0.85 Brustöohrmaschinen 1.68 „ gadilnun 4.95 Spann- u. Bügelsägen«oo 0.88 m Schrottsagen i.i°«M 1,75 Stichsagen, Fuchsschwänze...... 0.38 Schlichthobel poiiirf 1.93 1,25 Doppelhobel nm... 2.50 Klosettsitze mit Oedtel poliert 2.35 Besonders ta.VirwiitT-«4 nbha etknrttnil.a UllllQl