Morgen- Ausgabe Nr. 25 A 13 50. Jahrg. Redaktion and Verlag, Berlin SW 68. Ltndenstr. 3 5«m»'«fcCT O' amt Sinljoft 592 b» 287 SsJegtommnbrellei Soatoftemoltat«SBfrita BERLINER VOLKSBLATT SONNTAG 15. Januar 1933 In Groß» Berlin 15 Pf. Auswärts....... 20 Pf. "BtjiWttuMnaungm und Anje'grnpr-if« Heb«Ac>n �Tpii+iP« Wie der Breslauer Hochschulsenat die Meinungsfreiheit auffaßt Eigener Beruht des„Vorwärts" Btedou, 14. Januar. Wie die Unioeriitätspresiestelle mitteilt, nahm der weilere Senat der Unioersitot Breslau in seiner Siyung am Sonnabend nachmittag lolgende Cntjchliehung an: „Der weitere Senat nimmt den Bericht des Rektors und die Ausführungen des Herrn Pro- fessors Dr. Cohn, dah Rektor und Senat sich in jeder Weise bemüht haben, die Lehrfrerheit zu schiigen, zur Kenntnis. Er nimmt weiter zur Kenntnis, daß der Senat mit seiner Erklärung vom 23. Dezember nur zum Ausdruck gebracht hat, daß durch dos Hervortreten des Professors Dr. Cohn in der Frage des Asyirechts für Troßk! die Lage sich so verschärft hatte, daß der Senat den weiteren Schutz fül die Person des Pro- fesjors Dr. Cohn sowie für die Ruhe und Ord- nung in der Universität nicht mehr glaubt gewährleisten zu können. Der weitere Senat nimmt mit Befriedigung davon Notiz, daß Rektor und Senat in ihrer Erklärung vcm 23. Dezember für u n b e- dingte Ausrechterhaltung der Lehr- f r e i h e i t eintreten und auch die politiich« Mei- nungssreiheit des Hochschullehrers nicht habet, be- einträchtigen wollen. Der weitere Senat ist sich andererseits mit Herrn Professor Dr. Cohn darin einig, daß das akade- mische Amt eines Professors nicht nur Rechte verleiht, sondern ihn auch dazu v e r p s l i ch- l e t. bei seinen Handlungen stets auf das Wohl seiner Universität Bedacht zu nehmen. Noch den inzwischen bekannt gewordenen Zusicherungen des Unterrichtsministeriums und nach den Erklärungen des Professors Dr. Cohn ist sür den weiteren Senat die Angelegenheit erledigt. Von der Studentenschaft erwartet der weitere Senat die unbedingte Aufrechterhal- tung der akade niischen Disziplin und die Einsicht, dah jede Störung der Ordnung das Ansehen unserer Alma rnater schädigt und die Durchführung ihrer besonderen Ausgabe erschwert. Ein Aufruf an die Studenten Ferner beschloß der weitere Senat einen Auf- ruf an die Studenten, in dem es heißt: „Wir müssen in solcher Notzeit mehr als je die leiseste Rechtsverletzung unserer Mitglieder zurück- weisen und die innere Gerechtigkeit trotz oller Meinungsverschiedenheiten festhalten." Erofesdor Cohn erklärt Die Erklärung von Pros. Dr. Cohn, auf die in der Entschließung des weiteren Senats Bezug genommen wird, hat folgenden Wortlaut: „Ich habe, als ich die Zeilungsanfrage vorgelegt erhielt, in der Eile des Augenblicks geglaubt, dah ich diese Anfrage durch eine die Entschei- dung offenlassende Antwort besser als durch eine Perweigerung der Antwort er- ledigen könne. Darin habe ich leider geirrt. Auch war es eine Fahrlässigkeit, daß ich von der Ansrage nicht den Stellen der Universität Kenntnis gegeben habe, die mir bis dahin mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatten. Es ist mir eine schmerzliche Empfindung, daß auf diese Weise der Anschein mangelnder Dankbarkeit und Am gleichen Tage, da China dem Völkerbund seine Ankündigung an die Großmächte mitgeteilt hat. sich gegen« den japanischen Friedensbruch und Landroub zu wehren, werden großangelegte über- raschcttde Gegenangriffe chinesischer Truppen auf die Rrckoerbindungen und Stützpunkte der Ja- paner gemeldet, die jetzt schon die Provinz Jehol heimsuchen. 30 000 chinesische Freischärler unter Führung des Generals Fengtschanhei und Truppen unter General Tangpulin sollen die Japaner zum Haltmachen gezwungen haben. Wenn das japanische Oberkommando die Offen- siobewegung der chinesischen Truppen bestätigt, so natürlich nur, um später daraus die„Notwendig- keit" japanischer Verstärkungen und neuer Angriffe auf China zu schließen! Der Zusammenfassung aller Kräfte zur Ab- wehr dient der Vorschlag von S u n s o. des Vor- sitzenden des Gesetzgebungsamtes. auf Bildung einer Regierung der Londesvertei- Schleichers Gespräche Erörterungen uher eine Regierungsumbildung Die Besprechungen Schleichers mit den Partei- führern der Rechten und des Zentrums werden am Montag sortgesetzt mit einer Unterredung zwischen Schleicher und K a a s, dem Führer des Zentrums. Am Sonnabend hat eine Unterredung zwischen Hindenburg und Hugenberg stattgefunden. Das Ziel der Besprechungen ist offensichtlich ein« mangelnden Taktes hat entstehen können, währeich ich gerade umgekehrt mich Rektor und Senat zu aufrichtigem Dank verpfichtet gefühlt habe. Ich bedauere es lebhast, daß durch mein Verhalten der Eindruck entstehen konnte, als schlüge ich die Pflichten, die das einzelne Glied der Gesamtheit gegenüber hat. gering an, vor allem aber auch, daß nun die Schwierigkeiten für die Universität vermehrt worden sind und der Senat sich vor eine oerschärfte Lage gestellt sieht. Ich habe die Gesamtlage dieser Hoch- schule in der gegenwärtigen Situation w ü r« digen gelernt und darf diese Angelegenheit benutzen, um im Kreise der Kollegen mit Offen- heit auszusprechen, daß diese Kenntnis mich bei allen meinen Schritten künftig leiten w i r d." Weder der Breslauer Senat noch Professor Cohn legen mit dieser Erledigung der Ange« legenheit Ehre ein! Professor Cohn wird zwar seine Vorlesungen fortsetzen, aber seine Erklärung ist eine Entschuldigung, daß er es gewagt hat, von der Meinungsfreiheit Gebrauch zu machen— sei ez auch nur, um zu sagen, daß er keine Mei- nung hatl Professoren, die vor dem reaktionären Kurs wie vor dem Geheul des Hakenkreuzlerischen Hochschul- mobs tuschen, die nicht wagen, mit Entschiedenheit Meinungs- und Lehrireiheit zu vertreten, sind wahrhastig keine Vertreter akademischer Freiheit und freier Wisienschast. Sie sich, lediglich Beamte in einem reaktionären System! China wehrt sich Gegenangriffe gebieten Japan halt!— Regierung der Landesverteidigung? d i g u n g mit Tschiangkaischek an der Spitze. Eine IVashingtoner Erklärung Eine offiziöse Washingtoner Er» t l ä r u n g stellt in Aussicht, daß ein Eingreifen zum Schutz amerikanischer Jnteresien erforderlich würde, wenn die Japaner über Tientsin hinaus gegen Peiping(früher Peking) marschierten. Bis jetzt hat Japan sich durch derartige Eoentual- ankündigungen ebensowenig beirren lasien wie durch Proteste im nachhinein. So hat der b r i- tische Botichafter in Tokio dieser Tage Vor- stellungen wegen der Interessen seines Landes an der chinesischen Ostbahn, woran englisches Kapital beteiligt ist, und somit auch an ihrem Endpunkt Schanhoikwan erhoben. Nochher konnte die Tokioter Presi« mitteilen, man habe diese Vor- stellungen bedauert, denn— Japan müsse doch seine, viel größeren Jnteresien verteidigen! hat jetzt zu einem bemerkenswert scharfen Appell des Ratspräsidenten an die Regierung von Peru geführt. Der Ratspräsident gibt darin der bestimmten Erwartung Ausdruck, daß Peru als Mitglied des Völkerbundes, das noch bis vor kurzem dem Völkerbundsrat ange- hört habe, sich aller Handlungen enthalten werde. die nicht auf das strengste mit der Völkerbunds- satzung übereinstimmen. Das Telegramm nimmt bezug aus die Darstellung, die Kolumbien be- züglich des Streitfalles gegeben hat. Es ist in Dölkerbundskreisen aufgefallen, daß der Rats- Präsident davon abgesehen hat. eine gleich scharse Mahnung an Kolumbien zu richten. Umbildung der Regierung Schleicher. Di« Absicht, Gregor Straßer in die Regierung auszu- nehmen, wird amtlich nicht bestritten, man erklärt, daß all« Eventualitäten noch ossen stehen und keinerlei Entschließung gefaßt worden sei. Kolumbien im Recht Genfer Mahnung nur an Peru ©enf, 14 Januar Der Streit zwischen Kolumbien undPeru über die Stadt Leticia am oberen Zlmazonenstro» Mörder in Freiheit! Die Justiz von Breslau Eigener Bericht des„Vorwärts" Breslau, 14. Zanuar. Die Oberstaalsauwaltschast Breslau hat gegen die hasteutlassuug des SA.-?Nör- ders krawczyk, der vor etwa einer Woche den Breslauer Jungarbeiter Hanisch erstochen hat, Beschwerde erhoben, wie die Zustizpresseslelle mit- teilt, hat die Strafkammer Breslau die Be- schwerde zurückgewiesen. Coolidges Testament bestehr nur aus 73 Worten. Er hat es noch als Präsident der USA. geschrieben und darin seine Frau als Alleinerbin eingesetzt. Genosien, Maschinengewehre gegen gleiche- Wahlrecht, das ist eine schlechte Parole! Rosa Luxemburg. Je weniger die Gegenwart Anlaß bietet, bei den kommunistischen Arbeitern den Haß gegen die Sozialdemokratische Partei wach- zuhalten, desto eifriger sind die kommunisti- schen Führer darauf bedacht, aus der Per- gangenheit das dazu geeignet erscheinende Material herbeizuschleppen. Dazu kommt ihnen die Erinnerung an den unglücklichen Ianuaraufstand von 1919 gerade recht. Aber auch sie mutz mit allen mög- lichen Geschichtslllgen ausgeputzt werden, um für den edlen Zweck brauchbar zu werden. Wenn es eine geschichtliche Talsache gibt, über die die Akten längst geschlossen sind, so ist es die, daß der Spartakusauf- st a n d vom Winter 1913 bis 1919 ein sinnloses, für die Arbeiterklasse höchst schädliches Unternehmen war. Dieser Aufstand richtete sich gegen die Arbeiterklasse s e l b st, die in ihrer erdrückenden Mehr- heit die vom Spartakusbund propagierte Diktatur ablehnte und sich— ihrer jahrzehntelangen politischen Ueberlieferung treu — zur Demokratie bekannte. Das ist die e r st e geschichtliche Tatsache. die niemand ableugnen kann. Die zweite geschichtliche Tatsache ist, daß die Sozial- demokratie mit allen Mitteln Frieden und Verständigung mit der spartakistischen Minderheit suchte, diese aber den b e w a f f- neten Auf st and gegen die Mehrheil wollte und herbeiführte. Sie entfesselte einen blutigen Kamps zwischen Arbeitern und Ar- beitern, her auf beiden Seiten zahlreiche Opfer forderte. So wurde, um nur eines zu nennen, der sozialdemokratische Kriegs- minister N e u r i n g— ein Mann aus der Arbeiterklasse— in Dresden aus seinem Amtsgebäude herausgeholt, in die Elbe ge- worfen und mit Schüssen getötet. Wer spricht noch von ihm? In Berlin— das ist die d r i t t e geschichtliche Tatsache— hatten die Spartakisten das Zeitungsviertel mit Bewaffneten besetzt. In Verhandlungen, die mit ihnen geführt wurden, erklärten sie sich bereit, alle Zei- tungsgebäude freizugeben— nur den „Vorwärts" nicht. Jetzt erst kam es zum Einsatz von Truppen, der rasch zur vollständigen Niederlage der Aufständischen führte. Dabei und danach kam es zu Scheußlichkeiten. wie sie bei einem Bürgerkrieg leider niemals ausbleiben. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden als wehrlose Gefangene von einer verrohten Soldateska ermordet. Daß diese scheußliche Tat die schärfste Verurteilung verdient, ist von Sozialdemokraten nie bestritten worden. Einen Sozialdemokraten, der die Ermordung wehrloser Gefangener für erlaubt hält, hat es niemals gegeben und wird es niemals geben, weil eine solche Tat zur ganzen Denk weise der Sozialdemokratie im schärfsten Widerspruch steht. Aber vielleicht trägt die Sozialdemokratie an dem tragischen Ende Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs politisch die Schuld, vielleicht war der Spartakusbund politisch im Recht? Die Antwort auf diese Frage gibt eine vierte geschichtliche Tatsache. und dies ist die entscheidende Tatsache, Heute KonzumwaM von 9 bis 14(2) Uhr U/äUU LisU Mitgliedsbuch nicht vergesse Die von den kommunistischen Geschichts- lügnern ängstlich verschwiegen wird: Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg hatten selber die Politik, die zu ihrem Tode führte, bekämpfe Sie waren aber auf dem Kommunistischen Parteitag, der zwischen Weihnachten und Neujahr stattfand, in der Minderheit geblieben. Das gilt besonders für Rosa Luxemburg. Sie hatte den Plan, die Wahlen zur Nationalver- sammlung mit Waffengewalt zu verhindern, auf das entschiedenste be- kämpft.„Genossen, Maschinengewehre gegen gleiches Wahlrecht, das ist eine schlechte Parole"— so hatte sie dort ausgerufen. Aber sie war unterlegen und fügte sich dann nur der Disziplin. Wenn die Kommunisten noch immer lügen, die Sozialdemokratie habe schuld an dem tragischen Ende Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs, so kann man ihnen daraus antworten, daß es der kommunistische Spartakusbund selbst war, der durch seine wohnwitzigen Beschlüsse seine Führer in den Tod getrieben hat. Wollen die Kommunisten das bestreiten? Wollen sie bestreiten, daß Rosa Luxemburg überhaupt nie in ihrem Sinne Kommunistin war und daß ihr Andenken bei ihnen ver- femt ist, soweit es nicht noch gerade gut genug scheint, mit ihm eine nichtsnutzige Hetze gegen die Sozialdemokratie zu treiben? Daß ihre Schriften in Moskau auf dem Index stehen? Daß jedes Bekenntnis zu ihren Ansichten mit dem sofortigen Aus- schluß bestraft wird? Die Kommunisten dichten der deutschen Sozialdemokratie Schandtaten an, die sie nie begangen hat. Warum erinnern sie niemals an die Worte, die Rosa Luxemburg an Luise Kautsty schrieb: „Die Greuel der Bolschewiki lassen mich nicht schlafen!" Warum zitieren sie nicht aus ihren nach- gelassenen Schriften z. B. folgende Stelle: Die Praxis des Sozialismus erfordert eine ganze geistige Umwälzung in den durch Jahrhunderte der bürgerlichen Klassenherrschaft degradierten Massen. Soziale Instinkte an Stelle egoistischer, Masseninitiative an Stelle der Trägheit, Jdealis- mus, der über alle Leiden hinwegträgt usw. usw. Niemand weiß das besser, schildert das eindring» Nchcr, wiederholt das hartnäckiger als Lenin. Nur vergreist er sich völlig im Mittel: Dekret. ikkalorischc Gewalt der Fabrlkausseher. drakonische Strafen, Schreckensherrschaft, dos sind alles Mittel. die diese Miedergeburt verhindern. Der einzige weg zu dieser Wiedergeburt ist die Schule des »ffentlichen Lebens selbst, uneingeschränkte, breiteste Demokratie, ässentliche Meinung. Gerade die Schreckensherrschaft demoralisiert. Kann man Tote dadurch ehren, haß man !hre Stimme unterdrückt? Ihre Stimme unterdrücken, das heißt sie noch einmal töten! >> nd an ihren Gräbern lügen, das heißt, ihre Gräber schänden! Die geschichtliche Wahrheit wirkt einigend und o e r s ö h n e n d. Die geschichtliche Wahr- beit zeigt, welch unabsehbares Unheil aus dem B r u d e r k a m p f im Proletariat ent- steht. Im Sinne dieser Wahrheit sind auch wir Sozialdemokraten bereit, uns vor den Gräbern jener beiden Menschen zu neigen, die viele Jahre unsere Genossen waren, die später unsere erbitterten Gegner wurden und die heute vielleicht, lebten sie noch, wieder unsere Genossen wären— wie so viele andere. Die Wahrheit einigt, darum verlragen die kommunistischen Führer sie nicht. Die Lüge entzweit, darum lügen sie selbst an Gräbern! Heute wählt Lippe Die„Schicksalsstunde" im Teutoburger Wald Der oolksparteiliche Reichstagsabgeordnete Dr. Schneider-Dresden ist am Sonnabend an den .folgen einer Nierenoperation gestorben. Er war lange Zeit Geschäftsführer des Reichsosrbandes der Deutschen Industrie und Vorstandsmitglied des Verbandes Sächsischer Industrieller, sächsischer Landtagsobgeordneter und von 1924 bis 1933 außerdem Mitglied des Reichstages. Hier gehörte er zu den linksstehenden Abgeordneten der Volks- parte,, die fest zu Stresemänn standen und die Liebedienerei Dingeldeys vor den Nationalfozio» listen nicht mitmachten. Schneider ist nur 57 Jahre alt geworden. �ekkung Neuköllnerl Herau» zum Protest gegen den dtul-lMcoc du Hcuzi am Montag, dem 16. lanuar. Treffplatz: 17H Uhr, Schillerpromenade. Abmarsch: 17.45 Uhr durch folgende Straßen: Steinmetz-, Hermann-, Jonas-, Bergstraße, Hohen- zollernplatz, Richardplatz, Hertzbergstraße, Hertzbergplafz. Schlußansprache auf dem Hertzbergplatz. Werktätige Neuköllnsl Heraus auf die Straße! Gestaltet diese Demonstration zu einer machtvollen Kundgebung gegen Braunmord. Der kleinste deutsche Freistaat. Lippe, wählt am 13. Januar einen neuen Landtag. * Das Ueberbleibsel aus der glorreichen Zeit der deutschen Prinzen und Fürsten zählt rund 160 999 Einwohner. Im alten Landtag saßen 21 Abge» ordnete, aus deren Mitte die drer das Ländchen regierenden Minister hervorgegangen sind. Städte wie Mannheim, Duisburg, Elberfeld, Hannover, Nürnberg, Beuchen, Chemnitz und zahllose andere übertreffen Lippe um ein Viel- saches an Einwohnern, ganz zu schweigen von Köln, Breslau, Hamburg oder gar Berlin. Mit Mann und Roß und Wagen ist Herr Hitler zur Eroberung von Lippe ausgezogen. Mitsamt seinem Generalstab von Posaunen- bläsern hat er sich im besten Hotel von Detmold einquartiert. Zahllose SA.-Stürme sind aus den umliegenden preußischen Provinzen, sogar aus Berlin und aus dem Rheinland mobilisiert worden, um die kleine Bevölkerung in Lippe zu bluffen und zu terrorisieren, Hitlers Versamm- lungen zu füllen, gegnerische Versammlungen zu sprengen, Versammlungsbesucher blutig zu schlagen, bis der Landespräsident von Lippe durch ein Umzugsverbot dem tarnevalistischen Hitlertreiben ein Ende machen mußte. Es bleibt dennoch genug Tam-Tam, und obwohl die Brau- nen Häuser vor dem Bankrott stehen, lassen sie sich den Wahlkampf noch etwas kosten. Sie überschwemmen das Land mit einer Sintflut von Flugblättern und Plakaten. Selbst in den kleinsten Dörfern dreschen Hitler und Goebbels in höchst eigener Person ihre Phrasen. Hitler und seine Mannen haben Ur- fache dazu. Ihre Partei zerfällt, d i e Kassen sind leer, die Schulden wachsen ihnen über den Kopf, in ganz Deutschland schmelzen die braunen Heer- scharen, und ein kleiner Sieg im winzigen Lippe dünkt ihnen ein Riesengewinn. So bescheiden sind sie geworden, die Erretter Deutschlands und die Streiter für das Dritte Reich. Von einem Sieg in Lippe erhoffen sie eine Entscheidung zu chren Gunsten im Reich. Aber bleiben wir in L'ppe und bei den Ver- Hältnissen dieses Staates. Soviel auch dort seit 1918 die Parteien und Regierungen gewechselt haben, der Minister- und Landespräsident war immer und bis heute der Sozialdemokrat Heinrich Drake. Am 31. Juli 1932 musterte dje Sozialdemokratie bei den Reichstags- wählen 39 598 Wähler, am 6. November 1932: 25 782! Die Nazis fielen bei diesen Reichstagswahlen von 42 283 Stimmen auf 33 938, während die Kommunisten von 19 992 auf 14 691 stiegen. Auch die Deutschnationalen hallen einen Zuwachs von 8679 auf 9377. Der Rest von 19999 Stimmen oerteilt sich auf Splitterparteien. Eine genaue Kopie der Reichstagswahlen werden jedoch die Landtagswahlen kaum ergeben, denn hier geht es um die lippischen Landesangelegenheiten. Und hier kann die Sozialdemokratie ihre Tätigkeit unter der Führung von Heinrich Drake vor aller Welt aus- breiten. Lippe ist der deutsche Freistaat mit den niedrig st en Landes steuern, zwei- und dreimal niedriger als in den von Naziregierungen verwalteten Einzelstaaten.„Der wohlgeordnete Staat", den, wie die verlogene Nazi-Agitation be- hauptet. die Sozialdemokratie im November 1918 auch in Lippe übernommen hatte, besaß damals eine Schuldenlast von 521 Millionen, dar- unter 599 Millionen Anteil an den Reichskriegs- schulden, mithin 3299 Mark auf den Kops eines Bewohners. Der Vermögensbestand des Landes an Werten betrug 14 Millionen Mark. Heute hat Lippe, infolge der ungeheuren Anforderungen der Krisenjahre für soziale Zwecke 17 Millionen Schulden, denen jedoch ein inzwischen geschaffenes Grundvermögen von 35 Millionen und ein Kapitalvermögen von 14 Millionen Mark gegen- überstehen. Dies, die geschaffenen sozialen Ein- richtungen und deren Leistungen, das ist die Bilanz der von Drake geführten Koalitionsregierung. Wen wundert es, wenn Drake und die Sozial» demokratie deshalb von Hitler und seinen Banden als„marxistische Verbrecher und Verderber" ge» schildert werden, während umgekehrt die Kam» m u n i st e n chren Wählern vormachen, Drake und seine Partei seien„Sozialfaschisten und vom Kapital ausgehaltene Verräter der Arbeiterklasse"? Wider Willen hat jedoch die bürgerliche„Lippi�che Landeszeitung" dieser Tage die Katze aus dem Sack gelassen, als sie sich beklagte, die Sozial- demokratie habe die Wahlparole herausgegeben: „Mit Drake für das lippische Volk." Das ist für das Organ der Deutschen Volkspartei eine Täuschung der Wähler, denn so schreibt das Blatt, „Drake gehört schlechthin dem lippi- s ch e n V o l k e I" Mit diesem Urteil kann sich die Sozial- demokratie begnügen und am 13. Ja- nuar dem Votum des Volkes entgegen- sehen, trotz der Schwindelagitation der Hitlerschen Janitscharen, trotz Kommu- nisten und Hugenberg und trotz kapita- listischer Wirtschaftskrise und Ver- elendung des Volkes. Aber wie auch die Wahl schließlich ausgehen mag, ob Hitler seinen Verlust vom 6. November wettmacht oder verliert, von dem Ergebnis die künftige Gestaltung der Reichspolitik abhängig machen zu wollen, ist e i n Unfug, wie er nur einem Nazi-Gehirn entsprießen kann. Entschei- dungsschlachten für die Reichspolitik werden nicht im Teutoburger Wald geschlagen. Sie sind nur möglich, wenn an alle deutschen Wähler der Appell ergeht. Daß er mit einem weiteren Ver- lust der Nattonalsozialisten von mindestens 2 Millionen Stimmen enden würde, darüber sind sich auch Hitler und Konsorten längst im klaren. Darum in Lippe der Versuch, unter Aufbietung aller Kräfte diesen Eindruck durch einen beschei- denen Erfolg zu verwischen. Aber auch in dieiem Falle trügt der Schein: denn Lippe ist nicht Deutschland! Die Gchulreaktion Zurück zum 18. Jahrhundert— Der Unteroffizier als Lehrerldeal In Hagelberg wurde Anfang Januar ein neues Schulhaus eingeweiht. Di« R e g i e.run g wurde dabei vertreten durch den Baurat Decker vom Hochbauamt Brandenburg. Diesem Mann hat der reaktionäre Kurs unter dem Kommissar Kähler den Mund geöffnet, so daß er in seiner Festansprache zeigte, wie das Schulideal der kommissarischen Reaktion in Preußen beschaffen ist. Er führte nach dem Bericht des „Zauch-Belziger Kreisblattes" aus: „Was die Lehrer angelangt, so müssen sie von ältestem Schrat undKorn sein. Bis 1839 nahm man für diesen Beruf in erster Linie ausgediente und gutbewährte Un- tsroffiziere. wobe, man nicht schlecht ge- fahren ist. Sie haben es gut fertig gebracht, gut diszipliniert 99 und mehr Kinder gleich- zeitig in Schach zu halten. Zu diesem allen friderizianischen G e i st des achtzehnten Jahrhunderts müsse man zurückkehren und stets erkennen, haß in erster Linie Lesen. Schreiben und Rechnen gelrieben würde, und der übrige Vollast aus der Landschule mehr oder weniger verschwinde. Schulrat Wolff habe vor fast neun Jahren ein- mal gesagt:„Nun sorgen Sie aber dafür, daß die Schuloerhältnisse im Kreise Zauch-Belzig bessere werden!" und legte mir in erster Linie Hagelberg warm ans Herz. Dies seien die Wünsche, die er dem Schulvor- stand mit freudigem Herzen im Namen der Regie- rung übermitteln kann." Der Mann hat aus seinem Herzen keine Mar- dergrube gemacht, er hat offen herausgesagt, wie man in seinen Kreisen über die Schule denkt. Er hat namens der Regierung gesprochen— weil er wittert, welcher Geist unter Kähler in die preu- ßische Schulverwaltung einziehen soll! Gleich bis ins achtzehnte Jahrhundert wollen sie zurück! Frank II. Hitlers Leihanwalt Ein juristisch gebildeter Leser schreibt uns: „Sie machen sich in Ihrer heutigen Nummer über die juristische Ahnungslosigkeit des Rechts- onwalts Dr. Frank II lustig. Wissen Sie denn nicht, daß in Juristenkreisen die juristische U n z u- l ä n g l i ch k e, t des Rechtsbeistandes Hitlers allgemein bekannt ist? Und bedarf es eines besseren Beweise? für die Unfähigkeit des Herrn Frank II, als er in der Tatsache gegeben ist, daß er vor einigen Jahren von Ihnen den Abdruck einer Berichtigung verlangte und Ihnen gleichzeitig eine Rechnung über einen nicht ganz niedrigen Betrag zugehen ließ, den er durch sein Ersuchen um Aufnahme einer Be- richtigung verdient zu haben glaubte? Die Aus- sorderung eines Anwalts" an eine Zettung, eine über ihn veröffentlichte Mitteilung zu berichtigen, ist selbstverständlich kein gebührenpflichtiger Akt und wenn sie es wäre, würde es an jedem Rechts- gründe fehlen, die Zeitung mit irgendwelchen durch dos Berichtigungsersuchen entstandenen Kosten zu belasten. Selbstverständlich enthält auch die Anwattsgebührenordnung keinerlei Be- st i m m u n g über die Höhe der Gebühren, die für eine solche Tätigkeit zu liquidieren seien. Daß Herr Frank II bei der Aufstellung und Ueber- scndung seiner Rechnung an Sie sich bewußt gewesen ist, eine ihm nicht zustehende Forderung geltend zu machen, ist nicht anzunehmen: andern- falls würde er sich nach Z 352 RStGB. strafbar gemacht haben. Er hat bestimmt geglaubt, im Rechte zu sein, und dies beweist seine juristische Ahnungslosigkeit, die zu der Frage Veranlassung geben muß, wie es möglich gewesen ist, daß Herr Frank II die juristischen Examina be- Anscheinend gibt es Prüfung?- die eine Achnlichkeit mit den Barmherzigen Brüder standen hat. kommissionen, Kollegien der hoben.. Kabinett Boncour einig I�ur höhere Beamtengehälter gekürzt Eine Staatslotterie Eigener Bericht des„Vormärts" Doris, 14. Januar. Di« französische Regierung hat am Sonnabend den Finanzplänen Chörons in den wichtigsten Punkten zugestimmt. Nur die 12 999 Franken(2099 Mark) jährlich Übersteigenden Beamtengehälter sollen aus die Dauer eines Jahres um 2 bis 12 Proz. gekürzt werden. Diesen Abzug beabsichtigt man auf zwei Jahre zu verteilen. Damit würde sich die Kürzung auf 1 bis 6 Proz. d«s Iahresgehalls belaufen. Nach Ablauf dieses Jahres hofft die Regierung, die durch die Gehaltskürzungen erzielten Erspar- nisse durch eine Vereinfachung der Der- waltung ersetzen zu können. In bezug auf die M i l i t ä r a u s g a b e n hat sich die Regierung über eine weitere Kürzung von etwa 129 Millionen Mark geeinigt. Bezüglich der Forderungen der ehemaligen Frontkämpfer habe der Kabinettsrat einer Lotterie zugestimmt, unter der Bedingung. daß die Lotterie dem Lande den gleichen Betrag wie die ursprünglich vorgesehene Kürzung der Pensionen der Frontkämpfer einbringt. Die endgültige Form der Regierungsvorlage wird in einem am Moittag unter dem Vorsitze de? Ministerpräsidenten stattfindenden Ministerrat sestgelegt werden. Die sozialistische Kammer- fraktion Hot dem Ministerpräsidenten am Sonn- abend zu den Finanzplänen der Regierung einen Gegenentwurf überreicht, der u. a. außer der von der Regierung bereits genehmigten Kürzung der Militärkredite um 129 Millionen Mark erne weitere Senkung von über 199 Millionen Mark vorsieht. Freudiges Ereignis inGofia? Eine Tochter geboren In Sofia ist am Freitag die Königin von einer Tochter entbunden worden. Di« Noch- richtenagenturen berichten, daß dieses Ereignis durch Salutschüsse bekanntgegeben wurde und Freuden kund gedungen in der Bevölke- rung ausgelöst habe., Da die Mehrheit der Bevölkerung der Haupt- ftadt kürzlich kommunistisch gewählt hat. wird die Begeisterung über diesen Familien- Zuwachs im Hause des Königs Boris nicht all- gemein gewesen sein. Es sei denn, daß die Freudenkundgebungen darüber ausbrachen, daß durch die Geburt eines Mädchens, die bulgo- rifche Thronfolgesrage nach wie vor u n g e l ö st bleibt, da nach dem bulgarischen Berfossung-gesetz Prinzessinnen von der Thronfolge ausgeschlossen sind. �rnnestiegesetz angenommen Sofia, 14. Januar. Das bulgarisch« Parlament hat ein A m n e st i e- gesetz angenommen, das als Schluß- st r i ch unter die blutigen Jahre des bulgarischen Bürgerkriegs 1923 bis 1925 zu betrachten ist. Unter den Amnestierten befinden sich auch drei Minister des Kabinetts Stambulinfki, die bisher von jeder Amnestie wegen Hochoerrats ausgeschlossen worden waren. Die Sozialdemo- traten, die sich seit Jahren für eine a l l g e- meine Amnestie eingesetzt haben, begrüßen das Gesetz als weiteren Schritt zur Befriedi- gung des Landes. Max Müller gestorben In Ehemnih starb am Sonnabend der frühere sozialdemokratische Innenminister Sachsens Max Müller._ Dolitische Diskussion im Rundfunk Genosse Lobe und der deutschnationale Abgeordnete Professor Dr. Freiherr von Freyiagh-Loringhoven werden am Montag. 29.35 Uhr. im Programm des Reichs- stnders über„Autoritäre oder parlamentarisch« Staatssührui-g" diskutieren. ERSTE BEILAGE SONNTAG, 15. JAN. 1933 Ein frostiger Ruheplatz— Chauffeure wärmen sich die Hände Es ist das alte Lied: die einen packen die Skier und dampfen ab nach Oberiwf und Parlenkirdien, die anderen reiben zitternd die Uände und marschieren in die Wärmehalle. 10 Grad Kälte— für die einen ein V orsdmß auf die Seligkeit, für die anderen Seufzer und Tränen. Da standen Herzen still, als am Freilagmitlag I Uhr oor dem Hause Elsösser Straße 63 ein alter Mann zusammenbrach, mit dem müden Kopf aufs Pflaster schlug und ihm das Blut übers Gesicht rieselte. Der Hunger und die Kälte hatten den alten Mann umgeroorfen. Die Leute liefen zusammen die Frauen jammerten, dann kam der Rettungsmagen und zehn Minuten später mußte in der ganzen Elsasser Straße kein Mensch mehr etmas oon dem alten Mann. Es fallen heute so viele um. Gold und Holz Ein paar Däuser weiter ist die Pfandleihe. So oft die Männer hinter den vier Annahmeschaltern „Nein!" sagen, so oft bedeutet ihr„Nein!� eine bitterkalte Stube. Da kam ein altes Männlein die Treppen herauf, er schleppte schwer an dem alten Grammophonapparat und den Platten. Behutsam packte er Apparat und Platten aus dem bunten Tüchlein, dann schob er beides vors Schatlerfeilsler, aber der Mann winkte nur ab', Trichtcrgrammo- phone könne er nicht nehmen. So kam es, daß sich der alte Mann kein cholz kaufen konnte, dafür kann er Musik machen: als er die Platten her- zeigte, stand auf der einen:„Wenn du meine Tante siehst, ich laß sie grüßen!" Aber das m>t dem alten Mann, das war noch gar nichts. Zwischen den Schaltern, oor denen sich die Menschen stauten— aber jetzt buchstäblich: um ihre letzte chabc zu ver- setzen, steht ein Kinderwagen. Mit einem kleinen Jungen drin. Es ist niemand bei ihm und man denkt, was macht denn der Steppke hier? Nach einige» Minuten kommen seine Eltern. Der Mann knisst den Pfandschein und besieht sich ein Zwei- markstiick.„Wat Hain Sc'n vasetzt?"—„Meine jute Winterjoppe. Dafür hat er mir zwee Mark jejeben. Jetzt jch ick uff de Straße und hol ma n Dod." Das war der Vater. Damit dos Lamento nicht zu groß ist, hat die Pfandleihe gleich Plakate an die Wand gehängt: Es werden nicht beliehen: .Hochfrequenz- und Radioapparate, Gemälde, Frack- und Smokinganzüge, Domcnkleider. Möbel, Klaviere und Geigen. Aber schon geht das Barmen wieder los: ganz neu sei der Änzug� allein 4S Mark Macherlohn hätte er gekostet und warum man nicht IS Mark auf de» Anzug bekommen könne„Sieben Mark!" sagt der Mann hinter dem Schalter und als der andere nicht gleich ja sagt, klappt er das Schalter- senster wieder zu. Man kann unterdessen rechnen: sieben Mark, das ist ein alter Meter Kiefernholz, allzu viele warme Stuben gibt es dafür nicht. Dann kommt ein Fräulein. Fei» baut sie alles auf, die Wildlederschuh, das Seidenkleid und einen Mantel dazu. Es nutzt nichts:„Damengarderobe nehmen wir nicht!"—„Dann wenigstens die Armbanduhr."—„Zwei Mark kann ich Ihnen darauf geben, wollen Sie? Gut, hier haben Sie Ähre Nummer, Sie werden aufgerufen." Zwei Mark— das wäre der Preis für einen gut ge- mesienen Zentner Briketts. Tief stehen die Kurse für Gold und Silber auf der Pfandleihe: im um- gekehrten Verhältnis zu cholz und Kohle. Kolonne„Brennabor" Schräg gegenüber, m der Ackerstraße, ist eine Wärmehalle des Bezirksamts Mitte. Keine Steck- nadel kann zur Erde so dicht steht bei lll Grad kälte die Armut zusammen Kar> zählt sein Geld. 1,50 Mark sind es doch noch geworden. Vier und eine halbe Stunde hat es gedauert, jeder Aufgang 8 Minuten, macht siebe» Aufgänge in der Stunde und IS,'20 chäuser auf der ganzen Klingelsahrt. „So muß man sich heute für fünfzehn Groschen quälen", brubbelt Karl in seinen Bart. Eigentlich sind sie noch alle da: die reservierten Plätze sind für Kolonne„Brennabor". Richtiger sind es drei Cliquen zu je acht Mann: zu der einen gehört jener Trompeter, der am Heiligabend auf dem chof vom Polizeipräsidium gespielt hat:„Behüt dich Gott, es wär so schön gewesen!" Als er fertig war, haben sie ihn rausgeworfen. Dann ist noch der alte Schneider dabei, der immer erzählt, welchen feinen Leuten er in feinem Leben die Anzüge gemacht hat, der Holl jetzt immer den „Brennabor". Das ist gewöhnlicher Brennspiritus, Liter zu 65 Pf., da kommt Wasser zu. dann ist der„Brennabor" fertig und die Flasche geht Reih' um. Nachher fangen sie an zu singen. Das konnten die andern nicht vertragen und seitdem werden hin und wieder von den Aufsehern Stich- proben gemacht. Wenn einer mit der„Brennabor"- Pulle örwischt wird, darf er einen Tag lang nicht in die Wärmehalls. Am Z Uhr ist Schluß in der Wärmehalle. Zille konnte das malen, wie das schnapsgewordene Elend zitternd hinaus in die Kälte strömt. Dann ist guter Rat teuer. Für das Asyl ist es noch zu früh. Alte Ueckermiinder Wie gesagt, es ist noch Zeit, um 3 Uhr legi sich keiner auf dem Boden schlafen, also auf zur Heils- arnzxe!. Nun, über mangelnde Frequenz kann sich die Heilsarmee bei 10 Grad kälte nicht beklagen, gerammelt voll ist der Kundensaal und zwischen einem alten Speckjäger und einem jungen Hof- sänger ist gerade ein gewichtiger Disput im Gange. „Nein"— schreit der Alte und fuchtelt dem Jungen mit einem Paar erfochtener Schmalzstullen unter der Nase—„das sind hier kahle Bolzen, aber die werde ich nachher essen! Wenn Ihr die Stullen nicht nehmt, gibt kein Mensch in diesem Hause noch einem Bettler!" Der Mann, der diesen Unterricht gibt, ist so etwas wie eine Art Betllerkönig. Er hat sich einen Fliegenbart stehen lassen, trägt auch bei 10 Grad Kälte sein« Männcrbrust zur Schau, als hätte er kein Hemd und kann auf Kommando weinen. In diesem Sommer, erzählt er, in Lauen- bürg in Pommern, hat er noch an einem Tage fünf bare Mark zusammengebracht. Keinen Groschen hat ihm die Fahrt nach Berlin in die Ackerstraße gekostet. In Lauenburg ging es nicht mehr anders, da bekam er schließlich 3 Wochen Haft wegen Bettelei, und als er rauskam: eine Fahrkarte nach Berlin. Schöne Sachen erzählt er, vor allem von Stettin. Wie ein Kunde noch dem anderen in Stettin anrollte und die Herberge konnte sich vor Kunden überhaupt nicht mehr retten. Eines Tages mußten sie dann antreten, die einen hier, die anderen dort: sie bekamen allesamt aufgeknallt: 9 Monate Ueckermünde. Ueckcrmünde, muß man wissen, ist das pommersche Rummelsburg, genauer gesagt Arbeitshaus. Die Paragraphen 361 und 362 des Strafgesetzbuches, das sind die einschlägigen Paragraphen bezüglich Landstreicherei und Arbeits- haus, die kennen die Alten auswendig, besonders den Absatz?: Mit Hast wird bestraft, usw.,„wer, wenn er aus öffentlichen Armenmitteln«ine Unter- ftützung empfängt, sich aus Arbeitsscheu weigert, die ihm von der Behörde angewiesene, seinen Kräften angemessene Arbeit zu verrichten". Diesen Absatz kennen sie alle ganz genau und dann muß man einmal in den Heilsarmee-Keller der Acker- straße gehen und sich erzählen lassen, was sie auf- stellen, wenn sie doch jemand an den Kanthaken gekriegt hat und nach Ribbeckslzorst oder Fuchs- brügge in die Berliner Arbeitsheime schickte. In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung im Städtischen Obdach in der Fröbelstraße außer- ordentlich interessant: man möchte beinahe sagen bedenklich. Am 13. Januar 1933 nächtigten im Obdach nur noch rund 400 Personen. Da- gegen waren es vor vier Jahren zusammen mit der„Wiesenburg" noch über 3 00 0 Menschen: ungerechnet die Landarbeiter in den Schnitter- kasernen. Dieser Rückgang in den Belegschasts- Ziffern des Städtischen Obdachs steht im umgekehr- ten Verhältnis zur Krise. Aber wo sind die Obdachlosen nun eigentlich? Von sachverständiger Seite hört man: in den Männerheimen Der Grund ist einfach: das Männerheim hat keine Anstalts- ordnung: jeder kriecht in feine Falle, ob mit Sachen oder ohne, kümmert niemand, und während man im Obdach bis abends um 10 Uhr sein muß, kann man im Männerheim auch nachts um 3 Uhr kommen. Man wird sich einmal näher mit diesen Dingen beschästigen müssen. Gattenmörderoerhör Streit um das Kind Im Laufe des Sonnabendnachmitlags wurde der Aegypter Felix Ohanna von der Kriminalpolizei einem eingehenden Verhör unterzogen. Seine Angaben brachten zunächst Klarheit über die Einzelheiten der Tot. Ohanna ist, wie jetzt festgestellt werden tonnte, französischer Staatsangehöriger, hat früher in Berlin, später auch im Auslande als Bildbericht- «rstatter und Korrespondent für französische und spanische Zeitungen gearbeitet. Nach seinen An- gaben ist die Sponung zwischen seiner Frau und ihm durch die Verwandtschaft genährt worden. Der Hauptstreit drehte sich um die Erziehung des K i n d c s. Er ist mosaischen Glaubens und wollte das Kind in seinen Anschauungen und nach seiner Religion erziehen. Dem widersetzte sich seine Frau und die Verwandtschast. Am Freitag war er bei der Tante erschienen und wollte das Kind zu einem Spaziergang abholen. In einem Schei- dungsurteil war ihm dieses Recht zugebilligt worden. Er ging auch mit der Kleinen spazieren und brachte sie nach einer Stunde zurück. Seine Frau war nicht zu Hause. Er geriet aber bei der Rückkunft mit der Tante seiner Frau in eine er- Neue Omnibuslinien Aher nur für den Westen Die Berliner Verkehrsgesellschost hat für die Ortsteile Zehlendorf, Lichterfeld« und Steglitz Neue Derkehrsverbindungen geschaffen. Die Omnibuslinie KS(Stettiner Bahn- Hof— Rathaus Steglitz) wird über dos Rathaus Steglitz hinaus bis noch Zehlendorf-Mitte ver- längert. Dadurch wird eine unmittelbare Omnibus- Verbindung zwischen Zehlendorf, Potsdamer Platz, Bahnhof Friedrichstraße und Stettiner Bahnhof geschaffen. Zwischen Rathaus«Steglitz und der Innenstadt(Potsdamer Platz und Stettiner Bahnhof) wird das Platzangebot noch oermehrt durch die Einrichtung einer Ergänzungs- l i n i e K S si, die vom Rathaus Steglitz nach dem Stettiner Bahnhof fährt. Die Omnibuslinie A 14(Weißensee— Alexonderplotz— Hallefches Tor— Rothaus Schöne- berg) wird über das Rathaus Schöneberg hinaus durch die Hauptstraße. Rheinstraße und Schloß- straße bis zum Rathaus Steglitz ver- längert. Es wird dadurch eine neue Verbin- dung zwischen Steglitz und dem Halleschen Tor geschassei». regte Debatte. Er hielt sie für seine Hauptfeindin. lim der Szene ein Ende zu machen, schob die Frau ihn zur Tür hinaus und schloß sie hinter ihm ab. Er fuhr dann in die Stadt, suchte in der Passage ein Waffengeschäft auf und kaufte sich den D o l ch. Er wollte, wie er sagte, die Tante niederstechen. Als er an der Tür klingelte, rief ihm Frau Erdmann zu, er solle fortgehen, sie werde die Tür nicht öffnen. Während der Aussprache bei geschlossener Tür erschien seine Frau, die in- zwischen nach Hause gekommen war. Er bat sie. das Kind sehen zu dürfen, es sollte das letzte Mal fein. Sie willfahrte seinem Wunsche: er kniete vor dem Kind nieder, küßte es mehrmals und hob es dann in den Korridor hinein. Jetzt übermannte ihn die Wut. Er zog den Dolch und stach damit auf die Frau ein, die lautlos zusammenbrach. Nun hörte er, wie die Tante im Nebenzimmer tele- phonisch das Ueberfallkommando rief. Er wars das Messer fort und flüchtete Frost Hütt weiter an! Mit unverminderter Heftigkeit dauert die kälte an. Am Sonnabend sank das Thermometer, das als Maximum am Tage 6 Grad kälte anzeigte, in den späten Abendstunden»och unter 10 Grad. Dazu fegte ein eisiger Ostwind durch die Straßen, die bald wie ausgestorben dalagen. Leider haben sich mit dem strengen Frost vierlerlei unangenehme Dinge eingestellt. In den Häusern plagten unter der Einwirkung der Kälte häufig die W a s s e r r o h r e. Da muß dann die Feuerwehr oft genug helfend einspringen. Die Hauptschäden des Frostes werden sich aber erst dann zeigen, wenn es zu einem Witterungsum- schlag mit plötzlichem Temperakurwechsel kommt. — Die Feuerwehr mußte gestern allein in sieben Fällen Schwäne retten, die mit den Beinen eingefroren waren. Die Tiere konnten sämtlich unbeschädigt geborgen werden. Aus das Konto der Kälte kann ein Unglücks- fall gesetzt werden, der sich am Sonnabend am Kottbusser Ufer ereignete. Am Rande der Böschung des zum Teil zugefrorenen Landwehr- kanals spielten mehrere kleine Kinder. Auf dem gefrorenen Boden glitt der achtjährige Wolf- gang S. aus der Grünauer Straße plötzlich aus und stürzte kopfüber in das Wasser. Das Kind drohte unter die Eisdecke zu geraten. Ein Passant, der Maschinenbauer Fritz Pinengräber aus der Liegnitzcr Straße, sprang dem Jungen sofort nacl) und es gelang dem mutigen Mann, den Bcr- unglückten zu retten. Das Kind fand ini Urban- krankenhaus Aufnahme. * Die strenge Kälte hat uns veranlaßt, bei der Hauptfeuerwache anzufragen, ob für die H y- d r a n t e n eine Gefahr besteht, bzw. die Lösch- arbeiten bei einem größeren Feuer durch Ein- frieren des Leitungsnetzes gefährdet werden könnten. Diese Gefahr besteht bei Kältegraden oon 10 bis 12 Grad und noch darüber keines- wegs. Die Hydranten liegen 1 Meter tief in der Erde und auch das Leitungsnetz durchzieht in ent- sprechender Tiefe das Erdreich, so daß schon ein Winter wie der im Jahre 1928/29 kommen müßte. um Hydranten und Leitungen zu vereisen. Aber auch in einem solchen Falle stehen der Feuerwehr Behelfsinittel, Austauapparate, zur Verfügung. Im übrigen werden die Hydranten besonders im Winter häufig kontrolliert. Ferner wird ein« Omnibuslini« A18 eingerichtet, die vom Steinplog in der Hardenberg- straße Clzarloltenburg über den Zoo durch die Koiserallee, Friedrich-Wilhelm-Platz. Kirchstraße, Kaisereiche, Saorstroße, Knausstraße, Bismarck- straße, Mariendorfer Straße, Halskestroße, Sie- mensstraße und Bikloriostraße bis zur Drei- faltigkeitstirche in Lankwitz fährt. Hierdurch wird der Ortsteil Lankwitz über Steglitz. Friedenau, Wilmersdorf unmittelbar mit Charlottenburg ver- bunden und zugleich die Linie A 20 in der Kaiserallee entlostet. Die von Stölpchensee nach Bahnhos Wannsee führende Omnibus! inie A 17 ist bereits nach Zehlendorf-Mitte verlängert worden Die von der Glienicker Brücke in Potsdam nach Zehlendorf- Mitte fahrende Omnibuslinie P bleibt bestehen. jedoch mit der Aenderung, daß sie unter Vermeidung des bisherigen Umweges überZehlen- dorf-West in gerader Linie auf der Potsdamer Chausiee noch Zehlendorf-Mitte fährt. Die vorstehend genannten Aenderungen und Ergänzungen werden ob 1. Februar 1933 ein- geführt. Gemeinde-ivormietrecht Eorderung der Mietervereine Du Bund Deutscher Mietervereine E. v„ Sitz Dresden, hat an den Reichspräsidenten, den Reichskanzler, den Reichsarbeitsminister und den Reichsjustizminister eine Eingabe gerichtet. in der u. a. verlangt wird: Beseitigung der Abhängigkeit des Reichsmietengesehes und des Mieterschuhgesehes von dem Bestehen de» Wohnungsmongelgesehes. Aufrechterhaltung des wohuungsmangelgesetzes unter Einführung eines Vormietrechtes der Gemeinden unter der Verpflichtung der Gemeinden zur Beschaffung von Wohnungen für obdachlose Mieter. In der Eingabe wird weiter hingewiesen, daß es undenkbar ist, daß das W o h n u n g s- mangelgefetz am l. April 1933 außer Kraft treten soll, ohne daß die Genicinden gleichzeitig andere Rechte erhalten. Bei der fortschreitenden Not und der infolgedessen wachsenden Zahl der Räumungsschuldner müßten die Gemeinden ei» ausdrückliches Vormietrecht zugunste» der von ihr Unterzubringenden erhalten. Schlägerei am BMowplatz An der Ecke Hirten- und Alexanderstraßc un- wcst des Bülowplatzes kam es gestern abend zu einer blutigen Schlägerei zwischen K o m m u- n i st e n und Nationalsozialisten Zwei Beteiligte wurden leicht verletzt. Bon der Polizei mußte ein Schreckschuß abgegeben werden. Es erfolgten drei Festnahmen. Reichen die Kohlen? Oer krost und die Brikettversorgung Berlins Die übet Berlin hereingebrochene Iroskwelle stellt neben anderem die Frage der h a u s- brandversorgung Berlins auf die Tagesordnung. Die Berliner Bevölkerung erinnert sich nur mit einem gelinden Schrecken an die Brikeltkatastrophe des ISZSer winters. Dflmals geriet, wie noch allen in Erinnerung ist. die Versorgung der Reichshauptstadt mit Briketts völlig ins Stocken, so daß plötzlich— ungeachtet aller vereinbarten Richtpreise— bis zu Z M. für den Zentner prehkohlen gezahlt wurden. Die Industrie halte sich außerstande gesehen, die haus- brandoersorgung der Städte sicherzustellen. Auch die seht vorliegenden Rachrichten über die Brenn- stosfversorgung Berlins in der gegenwärtigen Frostperiode lauten nicht immer befriedigend. so hören wir von fachmännischer Seite, daß bei einem Anhalten der Kälte etwa in vier Wochen eine empfindliche Brikettknapp- heit eintreten könnte. Andere Kreise sind noch wesentlich spektischer, vor allem die Kohlenhändler glauben, daß eine Knappheit schon früher eintreten kann. Die Kleinhändler haben— so heißt es— dermaßen unter der Geldknappheit gelitten, oaß sie sich ein größeres Lager im vorigen Jahre nicht anlegen konnten. Augenblicklich werden die chänd- ler vielleicht 400 bis 800 Zentner Briketts im Keller haben, die natürlich bei der jetzigen Kälte sehr schnell verkaust werden, Haben nun die Händler schon keine Vorräte, dann haben die Ver- braucher selbstverständlich erst recht keine Vorräte. Denn gerade in der Hausbrandversorgung hat sich der Kaufkrastmord außerordentlich ausgewirkt; es ist vielfach bestätigte Tatsache, daß Hunderte guter Kunden, oie in den besseren Zeiten bereits im Sommer sich Briketts in den Keller bringen ließen, heute mit dem Wohlfahrts schein zun: Händler kommen und sich ihre zwei Zentner abholen. Diese Vorratswirtschaft ist vielleicht auch gar nicht die Aufgabe des Verbrauchers, sondern eben der Industrie und Oes Handels. Neben den Geldschwierigkeiten liebt der Handel aber noch aus einem anderen Grunde nicht die übersteigerte Lagerhaltung. Man sagt, die Kohlen würden durch Lagern nicht besser. Im Winter hält sich die Qualität wohl drei bis vier Monate, im Sommer jedoch tritt bei den oberen Schichten durch den Wechsel von Sonne und Regen bereits noch vier Wochen ein beträcht- licher Qualitätsschwund ein. Es kommt hinzu. daß man in einem eventuellen lauen Winter nicht auf größeren Vorräten fitzen bleiben möchte, die man dann später zu den niedrigeren Sommer- preisen verkaufen müßte. Nun würde es unter Umständen noch gernigen, wenn die Industrie in der Lausitz größere Haldenbestände hätte. Gerade diese sind aber nur gering. 0a es sich in den letzten Jahren mehr und mehr eingebürgert hat, die Produktion dem jeweiligen Abruf anzupassen. An eine Mehrproduktion während der Kälteperiode ist aber nicht zu denken, weil infolge oer Kälte die Kohle steinhart friert, so daß die Bagger brechen und die Förderung eingestellt werden muß. Man wird also abwarten, ob die Kälte noch weiter anhält und wie sich demgeniäß die Haus- brandversorgung Berlins gestalten wird. Es wäre allerdings unverantwortlich, wenn man aus der Brikettkatastrophe von 1929 nichts gelernt haben sollte. // Die„VerbMigungöaktion tlm die Brennstoffbeihilfe Zu unseren Mitteilungen über die Durchfüh- rungsbestimmungen der„Verbilligungsaktion" der Reichsregierung tragen wir noch nach, daß nach den Bestimmungen des Reichsarbeitsministers die Br e n n st o f f b e i h i l f e allen Unterstützungs- empfängern der Arbeitelosennirsorge und der Krisenfürsorge gewährt wird, die Familienzuschüsse erhalten. Allen sonst in öffentlicher Fürsorge stehenden Personen sowie den Alleinstehenden wird die Beihilfe nur gewährt, wenn ein eigener Haushalt geführt wird. Aas schöne Land Ausstellung für Verkehrswerbung Im Künstlerhause(Bellevuestr. 3) wurde eine Fachausstellung für künstlerische Fremdenverkehrswerbung eröffnet. Die Ausstellung, die bis zum S. Februar dauert, wird veranstaltet vom Hauptausschuß für Fremdenoer- kehr, gemeinsam mit den Verbänden der bildenden Künstler und der Gebrauchsgraphiker. Die Ausstellung wendet sich nicht in erster Reche an das reisende Publikum, sondern vor allem an die Fachkreise: Sie will die Aufmerksamkeit der Verkehrsträger auf die Bedeutung einer künstlerischen Vertehrswerbung richten und gleichzeitig Künstler und Fremdenoerkehrskreise in engere Verbindung bringen. Die Ausstellung umfaßt im ersten Geschoß Kunstwerke: Gemälde, Aquarelle. Zeichnungen, die deutsche Landschafts- oder Städtemotioe behandeln. Beteiligt sind hieran etwa 30 Künstler, insbesondere die in Berlin schaffenden, deren Werke für die Ausstellung ohne größere Transportkosten beschafft werden konnten. Im zweiten Geschoß befindet sich eine Schau ver- kehrswerbender Plakate, die den großen Raum füllen: außerdem sind Prospekte und Inserate deutscher Fremdenverkehrsträger ausgestellt. Dem Besucher bieten sich interessante Bergleichsmöglich- keiten der modernen deutschen Plakate mit denen des Auslandes und mit älteren Plakaten der Vor- kriegszeit. Die Mittelwand nimmt die Reichs- bahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr (RDV.) ein, die die allgemeine Deutschland- Werbung, insbesondere im Auslande, betreibt. Unter diesen Plakaten bemerkt man als neuestes ein Plakat, das für die Olympiade in Berlin 1936 wirbt und die Viktoria des Brandenburger Tors als Symbol für die Olympischen Spiele verwendet: auch ein neues Berlin-Plakat, das die Reichshaupt- stadt bei Nacht zeigt, und ein Plakat für das Richard-Wagner-Iahr in Deutschland sind hier unter anderen zu sehen. Außer der RDV. zeigen auch die großen Schiffahrtsgesellschaften, die Reichspost, die Deutsche Lufthansa, die Verkehrs- verbände, Städte, Bäder und Kurorte ihre Werbe- plakaie. Litemtur und Arbeitögericht Deutsche Verlagsunstalt als Beklagte Vor dem Berliner Arbeitsgericht in der Wilhelmstraße gab es eine Feststellungsklage, die der Schriftsteller Dr. H e i l b o r n gegen die Deutsche Verlagsanstalt angestrengt hatte. Dr. Heilborn ist mehr als zwanzig Jahre in dem Verlag tätig gewesen. Seit längerer Zeit ist er Redakteur der Zeitschrift„Die Literatur". die früher den Namen„Das Literarische Echo" führte. Vor kurzem erhielt er seine Kündigung zum 30. April 1933. Man bot ihm einen neuen Vertrag an, der ihn als Lektor für 250 M. monat- lich weiter beschäftigen sollte. Heilborn ist hier- gegen mit der Begründung vorgegangen, daß ihm der Direktor des Verlages, Dr. Kilper, 1930 eine Stellung auf Lebensdauer oder aber eme angemessene Pension zugesichert habe. Diese Vereinbarung sei zwar nicht schriftlich erfolgt, sie sei aber nach seiner Ansicht durch seine Worte:„Ich danke Ihnen, Herr Doktor, Ihr Wort genügt mir", in Rechtskraft getreten. Ueber die Höhe der Pension war keine Vereinbarung getroffen worden, Heilborns Vertreter, der Kritiker Monty Jakobs, verfocht die Ansicht, daß das Verhalten des Verlages den Zusicherungen an Heilborn nicht gerecht werde. Von der Deutschen Verlagsanstalt aus wurde bestritten, daß eine derartige Zusicherung gegeben worden sei. Es be- stände überhaupt kein Anspruch auf Pension oder Stellung aus Lebenszeit. Das Arbeitsgericht kam zur Empfehlung eines Vergleichs und machte einen Borschlag, zu dem sich die Parteien durch Schriftsatz erklären werden. Danach soll Heilborn lebenslänglich und nur,„wenn ein wichtiger Grund vorliegt", kündbar als Lektor gegen eine Vergütung im Mindest- faß von 300 M. tätig sein. Hundertjährige Berlinerin Den 100. Geburtstag feiert heute Frau Helmine H a n f s e n, die in Berlin-Steglitz, Halskestraße 45, bei ihrem Schwiegersohn, dem Staldtbaumeister i. R. Iah. Hillbrecht, wohnt. Der Oberbürgermeister hat Frau Honisen die Glück- wünsche der Reichshauptstadt zu dem seltenen Fest in einem Schreiben übermittelt: das Bezirksamt Steglitz wird der Jubilarin seine Glückwünsche nebst einem Ehrengeschenk durch Stadtrat P l a t h überbringen lassen. Heute Taubenschau. Der Taubenzüchteroerein „Arkona" veranstaltet heute in den Parterre- räumen des Engelhardt-Ausschanks, Lrunnen- straße 140, eine mustergültige Taubenschau. Beleidigt, beleidigt! Haft auf Boston des Klägers Wer einen Vormittag frei hat und sich uruer- halten will, der gehe nach Moabit. Zlltes Kriminal- gericht, Saal 272, Beleidigungskammer. Liebhaber von Grotesken kommen da bestimmt auf ihre Kosten. Die Beklagte ist ein altes Mütterchen. As kann kaum stehen, ohne ein Glas Wasser kann sie kein Wort sagen— hinterher schimpft sie wie ein Rohrspatz—, dann wieder ist es ihr so heiß, daß der Amtsgerichtsrat das Fenster zu öffnen anordnet, und das Mütterchen, um sich ein wenig abzukühlen, sich von der kalten Luft um- wehen läßt. Der Richter oersucht es mit einein Vergleich. Nein, sagt sie, ich habe doch keine Ruhe vor dem Mann. Der Mann ist der Haus» Verwalter. Nein, sagt er, ich habe keine Ruhe vor der Frau. Na schön, meint der Richter. Also die Vorgeschichte des Falles. Sie haben den Herrn T. gepflegt. Er starb und hinterließ ein Testament, noch dem Sie zeitlebens in seinem Hause unentgeltlich eine Wohnung zur Verfügung hoben sollen. Sie hatten Streitigkeiten mit dem Beklagten, einem Neffen des Verstorbenen.(Die Berlin, die Mutter für 17000 Die hilfshedürftigen Minderjährigen der Weltstadt Man beziffert die Zahl der h i l f s b e d ü r f- tigen Minderjährigen, die von der Stadt Berlin in Heimen oder bei fremden Familien untergebracht sind, augenblicklich auf 16 980. Davon sind 5020 im Alter von 2 bis 6 Jahren und 6850 im Alter von 6 bis 14 Jahren. All diese Kinder werden aus Mitteln der öffentlichen Fürsorge unterhalten. Es handelt sich hier nur zum geringsten Teil um Voll- oder Halbwaisen. Der weitaus größere Teil dieser städtischen Pflegekinder ist als milieugeschädigt zu betrachten oder bereitet Erziehungsschwierigkeiten. Häusliche Not mit all ihren traurigen Folgen ist fast stets und immer die Ursache der gefahrbringen- den seelischen und körperlichen Entwicklungsschädi- gung dieser jungen Menschenkinder. Die Auf- nähme in städtische Pflege wird in jedem einzelnen Fall vom Bezirkswohlsahrts- und Jugendamt be- willigt. Die fürsorgerische Betreuung der Kinder wird im Sinne einer nach allen Seiten fördernden Eni- Wicklung der Pflegebefohlenen immer mehr aus- gebaut. Während im vorigen Jahrhundert die meisten Pflegekinder bis zur Beendigung der Berufsausbildung in einer Anstalt verblieben. wird seit dem Jahre 1900 in steigendem Maße die Familienpflege bevorzugt. Neuerdings ist sie bis auf 71 Proz. der Pflegekinder gestiegen, so daß rund 12000 Kinder in Familien— davon 2500 außerhalb Berlins— untergebracht find. Es sind dafür weniger finanzielle Rücksichten, als pädagogische Gesichtspunkte maßgebend. Die Erziehung in einer guten, individuell aus gefuchlsn Familie, die von Zeit zu Zeit von sozialpädagogisch geschulten Kräften beaufsichtigt wird, ist lebenswahrer und kann den Kindern für ihr späteres Leben innere Werte vermitteln, die die Pflege in der Anstalt keinesfalls zu geben in der Lage ist. Es gilt dabei aber gewissenhaftest zu prüfen, ob der Will« der Pflegeeltern auf dauernde Aufnahme eines Kindes gerichtet und nicht nur von gewinnsüchtigen Absichten geleitet ist. Kommen die Kinder in ungeeignete Hände und erweist sich ein häufiger Wechsel der Pflegestellen als nötig, so werden die Kinder körperlich und seelisch ge- fährdet. Darum ist man neuerdings dazu über» gegangen, Schulungskurse für Pflege» f r a u e n einzurichten und so der Ueberlassung des Pflegekindes eine Erziehung seiner Erzieher vor- ausgehen zu lassen. Dies ist besonders bei psycho- pachischen Kindern notwendig, wo ohne Vor- bereitung und laufende Beratung der Pflege- trauen die Familienunterbringung meist mit einem Mißerfolg endet. Das Ziel jeder Fürsorge muß sein, die Familie bzw. die uneheliche Mutter wirtschaftlich und er- zieherisch so zu unterstützen und zu beraten, daß sie die Kinder möglichst bei sich behalten kann. Die wichtigste Stütze dieser Bestrebungen ist die Vor- mundschast. Durch deren Erziehungsaufsicht und durch Heranziehung der gesetzlich Unterhalts- Pflichtigen Personen ist es trotz der Wirtschasts- krise möglich, die meisten Kinder zu unterhalren. Die Summe der für die Amtsmündel eingezogenen Gelder ist von jährlich 9,8 Millionen auf nur 8,9 Millionen, also noch nicht mal um 10 Pro;., zurückgegangen. Die Doistungen der Stadt Auch die Sorge für die Unmündigen und Entmündigten ist seit langem Sache der Kommunen, und gerade Berlin leistet in dieser Hinsicht Vorbildliches. Nur 2314 Vormundschaften und Pflegeschaften werden von Bereinen besorgt. Die übergroße Mehrzahl wird von der Stadt be- treut Während es in früheren Jahren lediglich ehrenamtliche Vnzsloormünder gab, sind seit einer Reihe von Jahren Amtsvormundschaften bei den 20 Bezirkswahlfahrrs» und»jugendämtern eingerichter worden und heut« steht die große Mehrzahl der unehelich geborenen Kinder, nämlich rund vier Fünftel, unter Amtsvormundschaft. während umgekehrt von den ehelichen Kindern keine 2000 durch Amtsvormundschafi betreut werden. Insgesamt befinden sich in Amts- Vormundschaft rund 51 104 Vormundschaften und 12821 Pflegeschaften. während durch ehrenamtliche Einzeloormünder, die ihrerseits durch die städtischen Wohlfahrts- und Jugendkommissionen ausgewählt und kontrolliert werden, 44 724 Vormundschaften, 24 399 Pflegeschaften und 4200 Beistandschaften geführt werden. wolltcn mich ja immer hinaussetzen.) Schoo gut. Es entstanden daraus Beleidigungsprozesse, sie wurden dreimal verurteilt zu 5, 30 und 40 Mark Geldstrafe und hatten dem Kläger die Gerichts- kosten zu erstatten. Sie zahlten sie aber nicht. (Ich war doch bereit, 5 Mark monatlich zu zahlen.) Sie sollten einen Ossenbarungseid leisten, weigerten sich, das zu tun.r. piül. Franz Hahn aus Berlin-Neubabels- berg tödlich. 2lls er über ein Schneebrelt iuhr, löste sich dieses aus dein gefrorenen Unter- grund und riß den Stü ahrer in die Tiefe. Eine Rettungskolonne von Daoos und Langwies fand ihn um Mitternacht mit gebrochenem Genick 2K Meter tief im Lawinenschnee. * In der Nähe des Landflugplatzes Alten- r h e i n stürzte ein zweisitziges Sport- f l u g z e u g ab. Der Führer, Hauptmann W i r t h, der Leiter der schweizerischen Fluglinie Altenrhein—St. Gallen— Basel, wurde schwer verletzt, sein Begleiter B a ch m a n n verunglückte tödlich. * Der Autoschlosser Knirsch der am 1. Dezember vorigen Jahres den Geldbriefträger Hof- mann in Frankfurt a. M. in der Wohnung feiner Mutier ermordet und beraubt hatte, ist vom Schwurgericht wegen Mordes in Tateinheit mst Raub zum Tode verurteilt worden. * Eine sieben Mann starke schwer bewaffnete Räuberbande drang gestern abend in den GutshofSielbersiepe in Berchum-Tiefen- dorf«in und oerlangte von dem Besitzer mit vor- gehaltenen Revolvern die Herausgabe sämtlicher Barmittel. 140 Mark fielen den Banditen in die Hände. ★ Im vergangenen Sommer erregten die Aus« grabungen in Schmiertenau im Kreise Fla- t o w'Aussehen. Museumdirektor Dr. Holter konnte hier im ganzen 88 prähistorische Gräber freilegen und 129 Keramiken, 13 Bronzen, neun Steinwerkzeuge und sechs Bernsteinjachen bergen. Die Gräber sind etwa 4000 Jahre all und stam- rnen aus dem Uebergang von der Stein- zur Bronzezelt. Der Berliner Professor Grüß hat den Inhalt der in den Gräbern gefundenen Gefäße jetzt näher untersucht. Er hat u. a. Getreideüber- reste festgestellt, die einer Weizenart angehören. so daß man es hier mit einem 4000 Jahre alten W e.i z e n zu tun hat. Außerdem wurden Stärkemehlrest« gefunden. Ferner konnte eine Bei« gab« von Bröl aus Emmerweizen gefunden werden. doneben Früchte, u. a. Haselnüsse. * Von der Bremer Zolltahndungs- stelle sind umfangreich« Z o l l h i n t« r» Ziehungen und Verstöße gegen das Zündholz. monppolgeietz auigedeckl worden. Die bisherige Untersuchung ergab, daß sich die Hintsrziehungen auf rund 80 000 Mark belaufen. Es sollen mehrere leitende Angestellte einer Bremer Firma an der Affäre beteiligt und auch schon einige Festnahmen vorgenommen worden sein. * In Manche st er(England) verursachten vier heftig« Erdstöße, die in der Stadt und>n der näheren Umgebung deutlich verspürt wurden, groß« Ausregung. Fensterscheiben brachen klirrend. Möbelstücke wurden von der Stelle gerückt u»d einige leichtere Baulichkeiten auch beschädigt. Die Kälte in Rußland Schiffe in Gefahr des Einfrierens Moskau, 14. Januar. Am Freitag sind in Rußland die Tempc- raturen sehr stark gesunken. Auf Veranlassung der Sowjetregierung sind drei Eisbrecher im Leningrader Haien mobilgemacht worden, um 14 ausländischen, darunter deutschen Schissen, die nach Leningrad unterwegs sind, entgegenzufahren. Man fürchtet, daß die Schisse Schwierigkeiten haben werden, den Finnischen Meerbusen bei der Kälte zu passieren. Zwei Eis- brecher verließen bereits den Leningrader Hafen. Verlust seines Ruders zehn Tage in schwer- st e m Sturm auf dem Allantik getrieben. Der„Witram" hat am 15. Dezember Bremen mit dem Ziel New Jork verlassen. Schon zu Be- ginn der Fahrt halle er gegen einen schweren Sturm anzukämpfen. Unterwegs wurden unter anderem zwei Rettungsboote zerschla- gen. Am Morgen des 21. Dezember verlor die „Witram" dann schließlich das Ruder. Zwar wurden sofort Hilfsdampfer zur Rettung des Schiffes entsandt, ober erst am 30. Dezember wurde die„Witram" von diesen Dampfern gefunden. Jegt wird der Dampfer in Rotterdam ausgebessert. Am 30. Januar soll er wieder fahr- klar sein. Hilflos auf dem Atlantik Amsterdam, 14. Januar. In de» Hafen von Rotterdam wurde durch zwei holländische Schlepper der KOOO-Toimen- Frachtdampfer„Witram" des Norddeutschen Lloyd eingeschleppt. Das Schiff hat nach dem Winterkleid besondere Reize für den Winter- sportler im Strandbad Wannsee. Der Eintritts- preis beträgt 20 Pf. für Erwachsene und 10 Pf. für Kinder. Schulen in Begleitung von Lehrern haben freien Eintritt. Slrandeisbahu Wannsee. Das Strandbad Wannsee hat nunmehr für den Wintersport seine Pforten geöffnet. Eine große künstliche Strand» e i s b a h n, 2500 Quadratmeter groß, steht den Gästen zur Verfügung. Der Restaurationsbetrieb ist voll aufgenommen. Geheizte Garderoben und Anschnallräume sind ebenfalls vorhanden. Bei anhaltendem Frost wird auch die Natureis- bahn auf dem See eröffnet, bei Schneefall ebenso eine 150 Meter lange, völlig gefahrlose Rodel- bahn. Die herrliche Umgebung bietet in ihrem Wie wird das Wetter? 3a Berlin: Heiteres, nur vorübergehend etwas wolkiges Frostwetter, Temperatur noch etwas sinkend, mäßiger, auffrischender, meist südöstlicher Wind.— Za Deutschland: Ost- und Mllteldeutsch- land meist heiter bei noch etwas sinkenden Tem- peraturen, Westdeutschland zunächst noch heiter, später mll zunehmenden Südwestwinden etwas aufkommende Bewölkung, Temperaturen wenig verändert, Süddeutschland wolkiges bis heiteres Frostwetter, Temperaturen noch etwas sinkend. Briefkasten A. R.<7. Maggeb«nt> ist der Mietvertrag. Die Anlage dürfen Sic nur entfernen, wenn er es nicht verbietet. Ist aber im Bertrag lein Berbot enthalten und wollen Sic die Anlage wegnehmen, so müssen Sie die Wohnung in den früheren Zustand zurückversetzen.— M. S. 100. Ja.— W. SS. 28. Auch die gärtnerischen Grundstücke fallen unter die Berordnung. Ihr Schuldner braucht nur 1 Proz. Zinsen zu zahlen.— ch. H. Z8. Ja, de» dreifachen Jahres- betrag der Witwenrente.— W. M. 5. Sie werden zahlen müssen, da Sie sich seinerzeit zur Zahlung verpflichtet haben und eine Verjährung der Schuld noch nicht einge» treten ist. Verlegung der Kundgebung des Sozialistischen Kulturbundes. Die sür heule, Sonntagmitlag, Uhr. in der Volksbühne vorgesehene Massen. kundgeUmq des Sozialistischen Kulturbundes wird wegen plötzlicher Erkrankung Thomas Manns aus 4 bis K Wochen verschoben. Die ausgegebenen Karten behalten ihre Gültigkeit. Der neue Termin der Kundgebung wird rechtzeitig bekanntgegeben. Wie lauge leb« ich noch? Diese Frage kann sich jeder beantworten. Er braucht sich nur an die Erfahrungen der Lebensverstcherungsgesellschaftcn zu halten. Sie gelten für all» Personen von lZ bis 80 Iahren und lauten so: Man ziehe das gegenwärtige Lebensalter von 86 ah und teile den Rest durch 2. Die sich ergebende Zahl sagt, wie lange man mit annähernder Sicherheit noch leben wird. Natürlich darf man nicht darauf los leben, sondern man mutz auch ab und zu etwas für die Gesundheit tun. Und das kann man begucm und billig durch Zinsser.stnoblauch. soft, den es auch geruch- und geschmacklos als Knoblauch- tabletten und Knoblauchdl. Kapseln gibt. Wie diese Mittel wirken, sagt eine Anzeige von Dr. ginsser u. Co. in Leipzig in der heutigen Nummer. Eimendnngrv»st, Ulefe Rubrik ftud Berti» s« 8g Lindenltratz. z Groß-Berlin stet, au da» Beztrtsjetret-rta: i. Hol. 2 Treppen recht», zu richte» Seminar für Wohlfahrtspflege. Dievstag, 17. Januar, 20 Uhr. im Saal des Gesamtverbandes, v"*?' Ishannisstr 14— 15, Vortrag über„Rechtsgrundlage und Praxis dtt Iugendgerichtshilfe". Referent Landgerichtsrat Dr. Franke. Inter. ejsterte Genossen(innen) der Arbeiterwohlfahrt sind dazu eingeladen. Vezlrksausfchuh für Arbeiterwohlfahrt. Die allaemeiue Helferverlammlnug der Arbeiterwohlfahrt findet am 24. Ja- im« un Altersheim statt. Am Dienstag. 17. Januar, 20 Uhr, wichtige Sitzung aller Hauspflegsfunkttonärinnen im Altersheim Danziger Str. 62. von 30 Pf. lind zu haben bei der Senosstn Eisfelder, Rathenower Str. 23 and. Eissen er Str. t. Genosssnuen und Genossen aus anderen Kreisen stnd herzlich zu der Veranstaltung eingeladen. Sozialistische Studentenschaft. Donnerstag, 19, Januar, 20 Uhr, im„Bund", Albrechtstr. II. Gartenhaus II. Genosse Prof. Axtur Rosenberg:..Einigung de, Proletariats und die TU. Znter. nationale'. Ausfvrache.— Freitag, 20. Januar, 20 Uhr, im Gewerkfchaftshaus, Engelufer 24, Ortsgruppen-Mitgliederversammlung. Anträge bis 20. Januar an den Vorstand. 'Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Es stehen noch iimncr Berich'tsbogsn von den Kreisen Prcnz. a Veen Wilmersdorf und Treptow aus. Wir bitten um Eist. ,"den I«. Januar. .Feier Montag beide Zungfalkenaruvpe» in .. und Dienstag beide Rote-Falken.Eruvven in der Bremer Etratze. e Prenzlauer Berg: Bastelabend mit Hein Ilgenfritz für alle Helfer des Kreises am Sonnabend, 21. Januar, 18—22 Uhr. im Hort.— Sonntag, 22. Januar. 17 Uhr, Theoicrnachmittag im Altersheim, Danziger Straße 62.—»iaderfrcunde.Esperantokursu- beginnt Donnerstag,>6 Uhr, Danziger Str. 23.— Abt. Viktor Adler: Dienstag. 20 Uhr, Elternverfamm. lung Danziger Str. 62. Baracke 3. Turnen Mittwoch 17 Uhr, Danziger Strasse 23.— Abt. Bauvolk. Dienstag» 20V« Uhr, Elternverfammlung: Soziale Erziehung. Jugendheim Kaftonienallee 31/32. Turnen Mittwach, 17 Uhr, Danziaer Str. 23.— Freiheit und Sermauu Muller: Moniag, 16., Sonnenburger Str. 20, Probe zur Kreizfalksnoeranstaltung. Dienstag. 17., \17zh Uhr, an gleicher Stelle Fortsetzung der Funktwnärsttzung. Mittwoch und Freitag Jahresfalkenvollversammlung. Kremberg: Heute fallen unsere Eonntagsveranstaltungcn aus. Alle Falken treffen sich ab Montag jeden Nachmittag, wenn Eisbobn ist, um hjlä Uhr mit Schlittschuhen, 3 Pf. und Falkenausweiz vor der Eisbahn Am Urban. Achtung! Unsere Kreisneigungsgebiete kommen vorläufig nur noch einmal am Mittwoch, 18. Januar, an den bekannten Stellen zusammen. Im Februar fallen die Äelgungskreise wegen der Singe, und Svrechchorproben aus. Die Proben für die gemeinsame Peranstalmng der Kinderfreundc, Arbeiterjugend und des Evortkartells finden Mittwoch, 1.. 8., 1ö., 22. Februar, pünktlich 18 Uhr, statt. Alle nehmen daran teil.— Abt. Särlitzer Straße: Montag, 16., 18 Uhr. veranlialien wir eine Liedknecht-Lurembutg.Feier im Heim Schlelifch« Str. 42. Ebarlottenburg: Montag. 20 Uhr. Helfersttzung im Krcisheim. Steglitz: 3. Sparwochc für das Zeltlager.— Abt. Albrechtstratze: Dienstag Kreiswlele. Freilag Lesen: Republik der Strolche.— Abt. Friesenstratze: Mittwoch Gesellschaftsspiele— Abt. Lichterfelbe: Moniag Falienvollocii'amm. lung. Bespr. Artikel 48. Freitag Volkstänze.— Abt. Lankwitz: Dienstag Folkenvolloerfammlung Donneesiaa Basteln. Lichtenberg: Montag. 16., pünktlich 20 Uhr, in der Bibliothek. Weichsel. stratze, Jahres. Helfersttzung. Bringt eure Helferausweife mit. Ebenlo die SAI-. oder Partcimitgliedsbllchcr zur Kontrolle. Reulöllu: Lieselotte Kroll ist tot. Ein Unglücksfall holt« sie uncr. wartet aus den Reihen unserer Roten Falken. Wir werden sie nie W vergessen. Falken und Eltern, achtet aus die Zeitungsnotiz für die Einäscherung. I I I Neukölln: Arbeitsbesprechung der Rot» und Iunasalirnhelfer Montag, 18 Uhr, im Äreisheim Arbeitsstunde ebenda. Die Berichtsboaen wr No. »ember haben die Abteilungen Batwolk und Fritz Reuter noch nicht ab. gegeben. Die Berichts für Dezember müssen bis Montag abgegeben werden. Zum Besuch der Gräber Karl Liebknecht und Rola Luxemburg treffen wir uns nicht wie verabredet um 13 Uhr, sondern um 8 Uhr im Kreisheim. 20. Kreis. Gruppe Reinickeudorf-Ost: Heim Lindauer Stratze, Baracke. Nestfallen Mo. u. De. lös;— 17V:, Rote Falken Mo. u. Fr. 17Zst-.lV/,.— Freie Scholle: Heim Eaidvstratze. Nestfalken Di. u. Fr. 13Zst— IkZst Uhr. Rote Falken Di. u. Fr. 17'/»— 19Vi— Wittenau: Heim Neue Schule, Hauptftratze. Nestfalken Di. 17—19, Rote Fallen Mo. u. Fr. 17—19.— Reiuickeadorf.Weft: Heim Autzenfpielplatz. Seitclstr 1. Mo. u. Do. I61'»— W i.— Tegel: Heim Scbönebergcr Str. 3. Mo. u. Do. 18—20.— Rvsentbal: Heim Schulaula, Echillerstr. 11. Mo. u. Do., 17—19.— Waidmannslust: Heim Schule Kur. hauzstratze. Mo. u. Do. 17—19 Uhr.— KreisuerauftaUuug jeden Donnerstag 17—19 Uhr Turnen und Svielen i» der Turnhalle Wittenau, Rosenthaler Stratze 14. Ächtung! Donnerstag, 19. Januar, 16 Uhr, beginnt in der Turn» Halle Wittenau unser Erste-Hilfe-Kursus. Die hierzu delegierten Roten Falken müssen zur Stelle lein. Donnerstag. 19., 17», Uhr, ebenfalls Turnhalle Wittenau. Rosenthaler Stratze. Falken-Bollversammlung. Aufmarsch und Uebung für unsere Falken-Matine». Lohenschiluhauseu: Montag. 1ä. Januar, Nestsallen in der Schulbaracke, Dingelftädter Stratze oon 17 bis 19 Uhr Lichtbildfsria.„O Miel« Meier" wird gezelgt. Jung» und Rote Fallen find dazu eingeladen. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 10. Abt. Am Dienstag. 10. Januar, verstarb plötzlich unser langjähriges Mitglied, der Schneider Christian Schröder, Elaudiusstr. 10. im Alter von 66 Iahren. Wir werden fein Andenken in Ehren halten. Einäscherung am Montag, 16, Januar, löfst Uhr, Krematorium Gerichtstratze. Up, rege Beteiligung ersucht der Lorstand. 24. Abt. Unser Genosse Karl Richter, Immanuelkirchltr. 23, ist per- starben. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Dienstag, 17. Ja. nuar. 171-, Uhr, im Krematorium Bilmersdorf statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 41. Abt. Unser alter Genosse Julius Iänick« ist im Alter von 66 Jahren am 12. Januar verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Dienstag, 17. Januar, im Krematorium Gerichtstratze statt. Um rege Beteiligung wird gebeten, 0 Sozialistische ArbeitmugenbGroß-Verlin Eintendungen für diese Rubrik nur an da» Iugends-tretaria, Berlin SD 68 Lindenstratze 2. vorn I Trepp« rechts, Vorfihenden-Konferenz morgen, pünktlich 19', j Uhr, im Sitzungssaal des Bezirksamtes«reuzberg, Jorck» tlrage 11. Alle Abteilungsleiter und Iugendbeirät« müssen erscheinen." Mitgliedsbuch und Ausweis lein Zutritt. Ohne Ferne, liefen: 23 Gruppenleiter, die den Quartalsbericht noch nicht abge» geben haben. Letzter Termin: P.-K. Die KnUurknndgebung in der Bnllsbübne findet heute nicht statt. Di« Karte» behalten ihre Gültigkeit für die Kundgebung, die in etwa 3 Wochen durchgeführt wird. Genaue Angabe des Tages folgt noch an dieser Stelle. Kundgebung am Grabe Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts Z heute, 10 Uhr, auf dem Friedhof Friedrichsseide.— Wir treffen UNS Z mit allen Fahnen und Transvarenten um 9'ii Uhr am Friedhofseingang. W Nach der Kundgebung marschieren wir geschlossen zum Bahnhof Frank» W surter Allee. Wegen der Sirchzeit ohne Tambourkorv». sFahrverhin»?! düngen: U-Bhf. Lichtenberg, Stadtbhf. Lichtenberg.Friedrichsfelde.« Treffpunkte: Gesundbrnnnea II: 8>st Uhr bei Baer, Iadstratze.— Neukölln IV: 8' j Uhr ll.Bhf. Leinestratze.— Britz: 8 Uhr U.PHf, Grenzallec.— Schöneweide I und D: 8% Uhr Kimigsplatz. Hinfahren, zurücklaufen.— Friedrichsfeld«: 9Zst Uhr vor dem Friedhof.— Hallefches Tor: 9 Uhr„Rote Ecke". Werbebenrk Tieroarten». 8'z Uhr Kleiner Tiergarten.— Sportpalast: 8 ist Uhr Bhf. Bülowstrage. Werbe be-irk Bcdding: Die Gefundbrunner Genossen treffen ssch 8-2 Uhr Bhf. Gesundbrunnen, die Weddinger Gruppen treffen sich 8Zn Uhr Bhf. Wedding (Netteldeckvlatz). Werbebezirk Schöacberg: 8 Uhr Bhf. Kolonnenstratze. Werbcbezirk Westen: 8Zst Uhr Bhf. Eharlottcnburg. Werbebezirke Krcuzberq und Osten: Alle Genossen, die nicht an den Del«. giertenkonferenzen teilnehmen, beteiligen ssch an der Kundgebung In Friedrich». selbe um 9zst Uhr. Hallejches Tvr: Borckstr 11: 19«, Uhr Luxemberg.Lieblnccht.Feier.— Säpe» nicke, Biertcl: Trcffpunli IStzi Uhr Roter Treit Besuch der Gruppe Hallefches Tox.— Steglitz I: 19 Uhr Heimabend.— Reukölln VII: KMS.: Die Roten Fallon kommen.— Schöncwcidc I: Berlinrr Str. 31: Kinderfreundeabend.— Frtedrichshag«»: Friedrichflr. 87: Liederabend.— Köpenick l: Heimabend.— Britz: 14 Uhr Parchimer Allee Ecke Onkel-Brässg-Stratze: Schlittschuhlaufen. Werdebezirl Ziergarten: 19'!. Uhr Lchrtrr Str. 18—19:„Acitdichtung". Werbebezirk Weddiag: Willdenowstr. 3: Rosa.Luxcmburg.Karl.Lieblnechi» Feier. Werbe bezirk Vit«»: 9 Uhr Delegiertenkonferenz, Tilsster Str. 4—3.„Jugend und Militarismus", Referent Genosse Dr. Eberlein. Zutritt nur mit Delegierten- und Gastdelegiertenlartc sowie vrdnungsgemötzem Mitgliedsbuch. Wcrbcdezirk Reulölln:„Der Querschnitt" probt pünktlich 8HZ Uhr Bergstr. 29. Werbcbezirk Westen: 20 Uhr Heimabend, Svreestr. 30. Werdebezirl Kreuzberg: 9>st Uhr Delegiertenkonferenz, Heim Lindenstr. 4, vorn 1 Treppe. INorgen, ZNontag. 20 Uhr: Hanta: Bochum»! Str. 8b: Litzderabend.— Moabit I: Waldenserftr. 20: Brrltspiekadend.— Moabit II: Bremer Str. 70: Leseabend.— Sportpalast: Genthiner Str. 17: Rückblick aus das Jahr lÄ62.— Arnswalder Platz ll: Schön- lanler Str. U: Brettspielabend.— Fallplatz I: Svnnewburger otr. 20: Tag«?- Politik.— Fallplatz U: Sonnendurger Str. 20: Dar Genosse, die Genossin in der proletarischen Iugsndbeweguug.— Hohenfchönhansea: Schule Dingelstadter Stratze: Heimabend—— Hnmannplatz: Gleimstr. 33—33: Rasa Luxemburg upb Karl Liebknecht.— Achönhanler Vorstadt: Sonnanburger Str. 20: Tagespolitik. — Lira lauer Viertel: Sotzlerirr. 61: Brettsvielabend.— Kottbpsser Tor: Urban- kratze 167: Liederabend.— Luisenstadt: Wassertorstr. 4:.. Krieg". Leieabend.— Charlottenburg-Süd: Spreestr. 30: Gewerkschaftsbewegung.— Baumlchulenmca: Ernststr. 16: Proletaritche Demokratie und Bolschewismus.— Johannisthal: Rathau»: Schallplattenabenb.— Friedrichsfeld«: Gunterstr. 44: Literaturabend. — Sarlehorst: Treskowallse 44: Internationaler Faschismus, E.— Tegel Frei« Scholle: Egndiitr. 9: Dos faschistische Italien.— Pankow HI RF.: Kissingen- siratzc 48: Brettspiels und Liederabend. Aerbebezirk Schöaebcrg: Esperantolurlus 20 Uhr Schule Tcmpelhofer Weg. WertebezUk Neukölln;„Der Querschnitt probt pünktlich 19k Uhr Gang. Hoserstratze. ��reie Gewerkfchafts-�uaend Äerlin Die Einäscherung unseres Mitgliedes BMi Fiedler findet am Montag. 16. Januar, um k9'st Uhr im Krematorium Gerichlftratzs statt. Rege Beteiligung wird erwartet.— Die Zusammenkunft aller Gruppen. lcitungeN am Montag füllt aus.— Photokurfus am Montag im Jugendheim des Äewerkfchaftshause», Engelufer 24—23. Behandelt wird„Do» fehlerhafte Negativ". @3!uoendoruppe ves �entralverbande« Ver Stnaesteliten Morgen, Montag: Bedding: Jugendheim Turiner Ecke Seestrotz«. Brett? fpielabend.— Rnrdvste»!i: Jugendheim Schönlanler Str. II. Gruppen- gedenkfeier für Rosa Luxemburg und Karl Licbknrchx.— Weitzenfee: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Das Programm wird auf der Veranftallung bekannt- gegeben.— Urban: Jugendheim Hodreckit- Ecke Sanderftratze Bortrag:„Mate- riatismus und Idealismus— eine Klärung der Begriffe". Referent: Bern- stein.— Die„Freie Angestelltenbant G. m. b. H. tagt heute von 19ist bis 22 Uhr im Berdandshaus, Hedemannftr. 12. Berliner Gewerkschaftsschule. Der nächste Wirtschaftspolitische Ausspracheabend findet unter Leitung de» Genossen Dr. Otto Suhl am Dienstag um 10 Uhr im Saal 8 bzw. Saal 3 des Gewcrkschaftshauses, Engelufer 24—23, statt. Das Thema des Abends lautet:„Das Arbeiisöefchaffungsprogramm der Regierung Schleicher". Der Zu- tritt ist ohne vorherige Anmeldung allen freigewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen gestattet. Ein Hörerbeitrag wird nicht erhob,». Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Dentisten. Donnerstag. 19. Januar. 20ZH Uhr, in Londrees Weitzbierstuben. Neu» Friedrichür. 38», Fraktionsver. fammlung mit Sympathisierenden.„Gegenwärtige Lage", Referent: Dr. Otto Friedländer. Statistisches Laudesamt. Donnerstag, 19. Januar, 15% Uhr, im Bersamm. lungssual des ZdA., Hedemannftr. 12.„Anträge von Partei und Getprrkschaflen zur Arbeitsbcschassung", Referent: Dr. Gerhard Kreytzig. Betriebssraltion der SPD., Hospital Buch-Ost. Fraltlonssitzung am Diens- tag, 17. Januar, löZst Uhr, im Restaurant ,Jur Tonne", Bücher Aue. Tages- oronung: 1.„Unsere Aufgahen im neuen Jahr", Referent: Genosse Karl Dressel. 2. Neuwahl des Fraktionsoorstandcs. 3. Betricbsangclcgeuhcitcn und Berschiedenes. Restloses Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Partennitglieds- buch ist mitzubringen. SPD.-Bctiiebssraktion bei der Eharite. Mittwoch, 18. Januar, 19>st Uhr, im Lokal Ziegel. Eck« Kalkscheunenstratze, Fraktionsversammlung. Thema:„Unsere Au'gaben im neuen Jahr", Referent Karl Dressel. Wir erwarten die Anwesen- heil aller Genossrn. Der Fraktionsvorstand. *1 ÜQWaMv'I&A hören wir immer wieder, daß die hohe Qualität unserer Waren die Ursache jahrzehntelanger treuer Kundschaft bildet! Die ungeheure Auswahl moderner Kleidung, ebenso wie die äußerste Billigkeit solcher Waren versteht sich bei G A D I E L von selbst.' 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Friedrich Fliek, der bekanntlich vor dem Ankauf der Gelsenkirchener Bergwerksaktien durch das Reich der Beherrscher der Gelsenkirchener Berg- werks A.-G. und damit auch des Stahlvereins war, hat dem Rheinisch-Westfälischen Elektrizitäts- werk 21 Millionen Mark Rhein-Braune zum Simif angeboten. Das RWE, hat in der Form eines Ankaufsrechts(Option) das Angebot akzep- tiert. Das RWE. besitzt selbst 2— 3 Millionen M. Rhein-Braune-Akticn Außerdem sollen dem RWE, 8— 10 Millionen M. Rhein-Braune-Aktien von Fritz Thyssen angeboten sein, die das RWEZk kaufen kann. Das RWE. würde damit über 31 bis 32 Millionen M. Aktien des Rhein-Braune-Ge- famtkapitals von 72,9 Millionen M. verfügen, also über ein Aktienpaket, das zur BeHerr- schung der Rhein-Braune ausreicht, Paul Silverberg und das RWE. In der bürgerlichen chanidelspresse wurden diese Vorgänge mit sehr ausführlichen und großenteils sehr ausgeregten Kommentaren begleitet. Der„Vor- würts" hat zu Sen Vorgängen bisher geschwiegen, da über die wahren Zusammenhänge angesichts des Schweigens der Beteiligten Erkenntnisse von wirklichem wirtschaftspolitischem Werte nicht zu gewinnen waren. Wir glauben in der Lage zu sein, die Zusammen häng« jetzt aus- reichend aufhellen und auch die Tragweite der Ereignisse andeuten zu können, Es Handell sich im wesenllichen darum, daß Friedrich Flick ein Disserenzgeschäsl machlen wollte, daß die Rhein-Braune als Eleklriziläls- erzeuger dem RWE. unangenehm geworden war und daß das RWE. die Rhein-Braune, das heißl deren Beherrscher Paul Silverberg, an die Wand glaubte drücken zu können in dem Augenblick, in dem Friedrich Flick dem RWE, die Rhein-Braune- Aklien anbot. Gelsenkirchen, das heißt Friedrich Flick, hatte 1929 von Rhein-Braune, das heißt Silverberg, 13 Millionen Rhein-Braune-Aktien übernommen, wofür Flick an Silverberg 21 Millionen Harpener Stcinkohlenaktien gab. Die in der Presse ge- legentlich aufgetretene Behauptung dürfte stim- men, daß Flick und Silverberg daraus- hin sich gegenseitig verständigten — Silverberg hatte auch ein großes Rhein-Braune- Paket—, daß keiner von beiden über sein Rhein- Braunc-Paket verfüge» dars, ohne es dem an- oeren vorher anzubieten(P o o l u n g). Flick be- kam 1932 von der Gelsenkirchener Bergwerks- A.-G,, als die Gelsenherrschaft von Flick durch den Reichssinanzminister Dietrich an die Dresdner Bank resp. an das Reich ging, statt des baren Reichsgeldes unter anderem auch die 13 Millionen Rhein-Braune-Aktien, und zwar zum Kurse von 200 Proz. Aus welchen Gründen immer es geschah— Flick wollte eines Tages die Rhein-Braune-Aktien verkaufen, bot sie pflichtgemäß Silverberg an. Silverberg scheint finanziell zu schwach gewesen zu sein— trotz des Rückhalts bei seiner großen rheinischen Privat- bank und bei der DD,-Bank—, das Flick-Paket zu kaufen, und so kam es zum Angebot Flicks an das RWE. und zur Option des RWE. Für das RWE. war das Flickfche Angebot eine unerhörte Chance. Die Rhein- Braune liegt mit ihrem Kraftwerk vor der großen Stadt Köln, die von Rhein-Braune mit Kraft versorgt wird. Silverberg hatte offen- bar die Idee, die Finanznot Kölns auszunutzen und seine Braunkohle dadurch noch rentabler zu machen, daß er die Kölnische Elektrizitätswirtjchast bis zur Lampe unter seine Herrschast brachte. Das Beispiel Berlins mit der Gründung der gemischtwirtschaftlichen Ber- liner Kraft- und Licht-A,-G. lag ja vor. Außer- dem scheint sich Silverberg, wie anderen früheren Pressemitteilungen zu entnehmen ist, noch für weitere Stromversorgungsgebiete im Rheinland interessiert zu haben. Da- konnte dem RWE, nicht oerborgen bleiben. Oer.Ausdebnungsdrang des RWE. # Di« imperialistischen und monopolistischen Ab- sichten des RWE., zunächst sür den ganzen Süden und ganzen Westen des Reiches sind bekannt Im Versorgungsgebiet des RWE. gibt es groß« Städte und Länldergebiete, die noch selbst Strom erzeugen. Der überwiegende Teil, besonders im Westen, wird vom RWE. beliefert: die Verteilung erfolgt meist durch die stromkaufenden Städte und Kreis«. Diese imperialistischen und monopolistischen Ab- sichten des RWE. haben in der allerletzten Zeit sehr deutlichen Ausdruck gefunden in einem neuen Schlag, den des RWE. gegen das Sa a r g e- biet geführt hat. Obwohl die Vereinigten Saar- Elektrizitätswerke durch Abkommen, nach d«r geo- graphischen Lage und auch aus nationalpolitischen Gründen ein Anrecht auf die Versorgung der Rheinpsal; haben, gelang es dem RWE,, durch Erwerb von 3,6 Millionen Aktien der Pfalzwerke A.-G. die Ansprüche des Soargebiets auf die Versorgung der Pfalz und damit auch den Zu- gang der Saarkohle nach Südoeutschland zu blockieren. Di« Durchsetzung von Siloerbergs Idee, sich am Nieder- und Mittelrhein auszu- dehnen, mußte den Ehrgeiz des RWE, aufs Der deutsche Kredit Starice I�ursautvertung der Auslandsanleihen Der deutsche Kredit im Auslande spiegelt sich am deutlichsten in der Kursbewertung der deut- schen Auslandsanleihen wider. In dem Jahre der deutschen Bankzusammenbrüche und bis zur Mitte des vergangenen Jahres, als die faschistische Welle ihren Höhepunkt erreicht hatte, waren die Kurse der deutschen Auslandsanleihen auf einen für festverzinsliche Rentenwerte eines führenden Industrielandes beispiellosen Tief st and gesunken, Es ist im Zusammenhang mit den Aeußerungen ausländischer Wirtschaftssührer für die Rückkehr des Vertrauens zur deutschen Leistungsfähigkeit besonders bezeichnend, daß im zweiten Halbjahr 1932 ein« starke Hausie in deutschen Auslands- anleihen an den Weltbörsen einsetzte, die bis in die letzten Tage angehalten hat. So erreichte die Dawes-Anleihe— die erste Rcparationsanleihe, die Deutschland 1924 erhielt— in Zürich den P a r i st a n d(100 Proz,), nachdem sich der Kurs vom Tiefstand im Februar 1932 mit SO Proz. bis Ende Oktober bereits auf 80 Proz, erhöht hatte. In R e w B o r k hat sich der Kurs der Dawes-Anleche von 41 Proz. Anfang Juni 1932 bis auf 84 Proz. Mitte Januar gleichfalls mehr als oerdoppelt, wenn auch wie in Amster- dam mit 79 Proz. längst noch nicht der Paristand erreicht wurde, Die Gründe für die erheblichen Kursdifferenzen ber 7prozeitig«n Dawes-Anleche an den Welt- börsen sind nicht völlig zu klären. Für dos Tempo der Steigerung maßgebend mag der Umfang der deutschen Rückkäufe an den verschiedenen Börsen gewesen sein, denn wie aus der kürzlich »erötkenUichten Zahlungsbilanz hervorgeht, hat Deutschland sich den niedrigen Kursstand zunutz« gemacht und allein bei seinen langfristigen Aus- landsschulden(Anleihen) Rückkäufe im Werte von mindestens 200 Millionen Mark durchgeführt. Bei einem durchschnittlichen Kursstand von SO bis 60 Proz, entspricht dies aber einer Tilgung von Anleihestücken im Nennwert von annähernd 3S0 bis 400 Millionen Mark, Die hierdurch her- vorgerufene Materiolverknappung führte zu Kuissteigerungen, die nun wieder das ausländische Publikum zum Kauf anreizten, die Besitzer der Anleihen zugleich aber zu äußerster Zurückhaltung bei dem Verkauf veronlahlen: denn jeder Besitzer dieser Papiere hofft« bei der anhaltenden Hausse noch höhere Kursgewinne zu erzielen bzw. mög- lichst feinen Einkaufspreis aus den früheren Iahren der Börsenkonjunktur zu erzielen. Da in der Schweiz die wenigsten B a n k p l e i t e n und damit auch die wenigsten Zwongsverkäufe von Wertpapieren stattgefunden haben, außerdem das angestaute internationale Fluchtkapital den Zins nahe an den Nullpunkt herunterdrückte, können umfangreiche Käufe in hochverzinslicher Dawes-Anleihe bei gleichzeitigem Ausbleiben be- sonderer Beunruhigungssaktoren(Pleiten usw.) die erstaunliche Kursdifferenz, die zwischen Zürich(100 Proz.), New Dork(84 Proz.) und Amsterdam(79 Proz.) liegt, hervorgerufen haben. Diese Differenz bestand schon bei Er- reichung der Tieistkurse— New?)orf 41 Proz. und Zürich SO Proz.— und hier haben neben den angeführten Momenten offensichtlich auch noch psychologische Einflüsse bei der Beurteilung der Lage Deutschlands mitgespielt. schwerste verletzen. Durch das Angebot Flick? kam das RWE, plötzlich in die Loge, nicht nur Vie Durchführung von Silverbergs kraftwirtschoit- lichen Ideen zu durchkreuzen, sondern dar- über hinaus noch Silverberg selbst durch die Er- Werbung der Generaloersammlungsmasorität bei Rhein-Braune auf alle Zeiten m a t t z u s e tz e n. Das ist die Situation, in der der Aussichtsrat der Rhein-Braune gestern den Beschluß gesaßt hat, mit dem RWE. zu verhandeln. Das RWE hat ein Aküenkapital von 235 Millionen Mark, von denen 200 Millionen begeben sind. Es ist un- vergleichlich viel stärker als die Rhein-Braune, so gesund die Rhein-Braune auch ist. Daß das RWE. auf lange Sicht siegen wird, daran ist kein Zweifel möglich. Daran ändert auch die mehr zur Ver- tuschung als z ur Klärung der Verhältnisse am 3. Januar veröffentlichte Erklärung nichts, daß das RWE weder die hohen flüssigen Mittel noch die Harpen-Aktien der Rhein-Braune zur Durchführung des Flickgeschäfts heranziehen und daß das Rheinkraftwerk der Rhein-Braune aus dem Konzern nicht herausgenommen werden dürfe. Unklar ist, woher Flick noch weitere 8 Millionen Rhein-Braune-Aktien anbieten konnte. Es sieht aber so aus, als ob die Gegenseitigkeitsverpflichtung zwischen Flick und Silverberg letzteren, als er das von Flick ange- botene Rhein-Braune-Paket nicht übernehmen konnte, seine eigenen Rhein-Braune-Aktien Flick Zug um Zug anzubieten verpflichtet war und Flick auch noch das Siloerberg-Paket übernahm, das in früheren Iahren auf 6 bis 8 Millionen Mark ge- schätzt wurde. Silverbergs eigener Aktienbesitz an dem von ihm ausgebauten und sein ganzes Ansehen begründenden Unternehmern hat danach also dazu beigetragen. daß Silverberg selbst jetzt an die wand gedrückt werden kann. Zm Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der vanal-Bank und der Bankenkrise ergibt sich danach folgendes ungeheuerliche Bild: Die Danat-Bank hat dem Machthändler Friedrich Flick auf verschiedensten Wegen gut 50 Millionen Mark, rund fünf Sechstel des Eigen- kapitals, für Spekulationszwecke geborgt. Der Spekulant Friedrich Flick zwingt, als er nicht mehr bilanzieren kann, das Reich im Zusammen« hang mit der Bankenkr-se zu dem 100-Millionen- Geschäft mit Gelsenkirchen. Der wieder flott ge- wordene Flick macht 50 Proz. Differenzgewinn an 21 Millionen Mark Rhein-Braune-Aktien und das RWE, kommt in die Lage feinen feit Iahren größten imperialistischen Trumpf auszuspielen und gleichzeitig Paul Silverberg, der kein Machthändler und kein Spekulant ist, als Unternehmer und als Wirtschaftspersönlichkeit matt zu setzen, Oas Interesse der Oeffentlichkeit Es wäre an sich schon genug, wenn die Oeffent- lichkeit aus dem tragischen Schicksal der Rhein- Braune und Paul Silverbergs die bitteren Erkenntnisse vertiefen würde, die schon aus der Bankenkrise gewonnen werden konnten. Aber die Dinge haben noch eine höhere Bc- d e u t u n g: Die deutschen Städte und Kommunen sind finanzschwach wie nie. Die Ministerialbüro- kratie des Reichs beeilt sich nicht mit der Um- s ch u l d u n g der kurzfristigen kommunalen Schulden. In Preußen regiert Herr Bracht, der bis zuletzt dem Präsidium des RWE, angehörte. Bracht stammt aus Essen, dem Sitz des RWE— Die kommunale Stimmenmehrheit im RWE steht praktisch auf dem Papier. Vor kurzem wurde das Präsidium des RWE., das bisher nur Arbeitsausschuß des Aufsichtsrats war, alleiniger Aufsichtsrat Es ist in hohem Maße wahrscheinlich, daß RWE, nach dem Beispiel der Berliner Kraft und Licht A.-G. bei seinen kom- munalen Stromkäufern bald bis zur Lampe vordringen wird, In seinem Rücken hat das RWE. durch die Herrschaft B r a ch t s zunächst keine zu fürchtenden Gegner mehr. Das RWE, ist im Zuge, den Westen vollständig zu monopolisieren und den Süden immer stärker zu beherrschen. Die Zeit wird nicht fern sein, in der man mit den Reichselektrowerken Fühlung nehmen wird. Die Möglichkeit taucht auf, daß die elektrische Bewirtschaftung des Reichs in gemischt- wirtschaftlichen Formen, aber scharf privatkapitali- stischen Zielen vorwärtsgetrieben werden wird, wie es der Politik der schwerindustriell orientierten RWE, entspricht. Hier sind Tendenzen gegeben, die in das Gebiet der höchsten Staats- und Reichspolitik hineingreifen. Wir begnügen uns damit, auf diese Tendenzen hinzuweisen. Sie gehören leider in den Rahmen der Vorgänge, die gegenwärtig zwischen dem RWE. und der Rheinischen A,-G, sür Braunkohlenbergbau und Brikettsabrikation spielen. Konfhht mit Argentinien England wittert Morgenluft Der deutsch-argentinische Handelskrieg, den Argentinien durch eine ofsensichlliche Erschwerung deutscher Warenimporte im Vergleich mit der Einfuhr fremder Staaten ausgelöst hat. wird von der englischen Presse lebhast diskutiert, Verschiedene Blätter weisen darauf hin, daß jetzt für die britische Exportindustrie eine günstige Ge- legenheit gegeben sei, um Deutschland vom argen- tinischen Markt zu oerdrängen. Uns scheint, daß man in England etwas voreilig srohlockt. Die letzten Meldungen der deutschen diplomatischen Vertretung in Buenos-Aires deuten vielmehr darauf hin, daß Argentinien bei den lausenden Verhandlungen zum Einlenken bereit zu sein scheint. Dies würde auch nur im ureigensten Interesse Argentiniens liegen, denn durch die einseitige Aufhebung der Meist- begünstigung für deutsche Fabrikate hat Argentinien den Konflikt gegen einen seiner besten Kunden herausbeschworen und sein Export würde von den deutschen Kampfzöllen, auf lange Sicht gesehen, sehr hart betroffen werden. Auch bricht sich in argentinischen Wirtschaftskreisen die Erkenntnis mehr und mehr Bahn, daß die Aus- fuhr des Landes von England sehr wenig zu er- warten Hot, da die O t t a w a- V e r t rä g e die Getreide- und Fleischexporte nach Großbritannien zugunsten Kanadas und Australiens empfindlich beschnitten haben, Oie deutsch-englischen Kohlenverhandlungen Die in Berlin begonnenen und in London sortgesetzten deutsch-englischen Kohlenverhandlun- gen sind jetzt zu einem positiven Abschluß gelangt. In welchem Umfang die Einsuhr- koMingente sür englische Kohle von Deutschland heraufgesetzt sind, steht noch nicht fest. Auch sind die englischen Zugeständnisie, die Zollerleichte- rungen sür deutsche Fabrikate betreffen, noch nicht bekannt, fordern von neuem eine generelle Zins- f e n k u n g und ferner„weitestgehenden" Voll- st r e ck u n g s s ch u tz. Der Kapitalmarkt soll also von neuem in Unordnung gebracht werden, und die Gläubiger sollen sür alle Verluste und Fehl- spekulationen(Geschästshausbesitz!) ihrer Schuldner büßen. Von der Reichsregierung ist zu fordern, daß sie den Hausbesitzern keine weiteren Geschenke macht, die für die ganze Volkswirtlchaft von verderblicher Wirkung sein müssen. � Legen den drohenden Mietwucher Am 1. April 1933 soll der g e s a m t e M i e t e r- s chu g abgebaut werden, allerdings unter der Voraussetzung, daß bis dahin die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs über das Mietrecht nach sozialen Gesichtspunkten geändert und erweitert werden. Der Bund Deutscher Mietervereine e, B., Dresden, fordert in einer Eingabe, daß das Wohnungsmangelgesetz in der Weise bestehen bleibt, daß die Gemeinden ein B o r m i e t r e ch t erhalten. Bei der wachsenden Not und der steigenden Zahl der Räumungsschuldner müßten die Gemeinden das Vorrecht erhalten, die von ihnen Unterzubringenden zwangsweise in sreiwerdenden Wohnungen unterzubringen, Schuhhandel unzufrieden Der Reichsverband Deutscher Schuhhändler berichtet, daß das Weihnochts- geschäst nicht den Erwartungen entsprach. Das sei eine Folge des weiteren Absinkens der Massen- kauskrast und des milden Wetters gewesen. Der Dezember-Absatz dürfte mengenmäßig so hoch wie der Dezember-Absatz des Vorjahres gewesen sein: wertmäßig war er 20 Proz, niedriger. hlaushesitzer schreien! Wenn die Landbündler schreien, dürfen die Hausbesitzer nicht fehlen. Das einzige Argu- ment für die Berechtigung der Hausbesttzerwünsche ist der Hinweis darauf, daß die Landwirtschaft Bevorzugungen erhalten habe. Der Althausbesitz fordert ein Moratorium für die A ich- wertungshypotheken. Was mit den In- flationsopfern, die den Hauptteil ihrer Ersparnisse verloren haben, geschieht, ist den Herren gleich- gültig, Die Geschäfts-, Industrie» und Neuhausbesitzer Oeutschlands Viehbestand Nach der zum 1. Dezember 1932 durchgeführten Viehzählung gab es in Deutschland im Der- gleich zum l, Dezember 1931 rund 3,39 gegen 3,45 Millionen Pferde, Rindvieh fast un- verändert 19,12 Millionen Stück, darunter 9,79 gegen 9,66 Millionen Milchkühe, 22,81 gegen 23,81 Millionen Schweine, darunter bis zu sechs Monaten alte Ferkel 14,69 gegen 15,61 Mil- lionen Stück, Der H ü h n e r b e st a n d hat sich mit 84,12 gegen 84,22 Millionen fast gehalten, während der Gänsebestand sich von 5,69 auf 5,78 Millionen Stück verstärken konnte. Bei den Legehühnern ist gleichfalls eine Zunahme von 365000 Stück eingetreten. Nationalkriminale Woche Frankfurt a. M.: SA.-Führer Stubenrauch, wegen der Ermordung seiner Geliebten zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt, ruft bei der Urteilsverkündung„Heil Hitler!", Irrtum! Hitler ist lediglich für das Köpferollen bei Marxisten. Dresden; Die Immunität des Naziabgeordneten Bennecke, der in die Fememordsache Hentsch verwickelt ist, wird aufgehoben. Bennecke versichert, daß er sich niemals hinter seiner Immunität habe verschanzen wollen, Nürnberg: Die Naziabgeordneten Stegmann und Streicher geben bekannt, daß sie ihren Konflikt jetzt im Wege eines Zehnrunden-Boxkampfes ausfechten wollen. Der Erlös kommt dem Kassendefizit der NSDAP, zugute. Ring frei! E n d i n g e n: Der nationale Heimkehrer Daubmann-Hummel erhält die Erlaubnis, vor Strafantritt die Stätten seiner einstigen Triumphe zu besichtigen. Er schlägt vor, die Ehrenpforten für den nächsten Hitler- Empfang stehen zu lassen, 5. Dietrich u. Co., G. m b. f). 6. Westiieutscher Beobachter G. m. b. f). Raturlich waren diese sorlgcsehten Reugründungen immer nur die Folge vorhergehender Konkurse, verbunden mit Schiebungen zur Entrechtung von Gläubigern und Druckereiarbeitern. Nun ist dem Rheinland wieder neues Heil wider- fahren. Der geschäststüchtige„Saufkumpan" des Herrn Dr. Ley, der Herr Simon aus der Severin- straße, hat nun in seinem Hause eine sehr brüchige „National-Verlagsgesellschaft m. b. H." eröffnet. Von den 2l)l)l)(> M. eingebrachtem Kapital sind eine ganze Masse förmliche Schulden. Im Handelsregister steht unter 7513 vorn 23. De- �ember 1832: „Zur vollstäMgen Deckung ihrer Stammein- lagen von je 10 000 M. bringen die Gesell- schafterin Ehefrau D. R o b e rt L e y, Elisa- bcth geb. Schmidt, Köln-Merheim, und Ehe- frau Gustav Simon, Friedel geb. Heu- nina, Koblenz, in die Gesellschaft die' Verlags- gefchäfte des Koblenzer National- blatte s, des Trierer National- blatte s und der„W e st wa ch t"fin Idar, mit allen Aktiven und.Passiven ein. Dstr Aktiva gesteht auz' dsm Inventar der acht Konlprräiune des Kableirzer Nationalblattes, des Frieret Nationalblattes und der Zeitung„Weftipacht" in Idar in Höhe von 1500 M., Forderungen her vorgenannten Zeitungsoerlage an Abonnenten in Höhe von 14 000 M., Forderungen der Ver- läge aus Anzeigen 1500 M. Verlagsrecht der norbenannten Zeitungen 10 000 M. Als Passiva stehen demgegenüber schulden der vorgenannten Zeitungsverlage von 7000 M." Die erwähnten 17 000 M. übernommenes Ver- mögen sind also zu 15 000 M. recht eigenartig ge- deckt. Hinz» kommen noch 7000 M. Schulden. Im normalen Geschäftsleben würde man ein« der- artige Fusion als sehr faul und unreell ansehen. Unter der Fahne des Hakenkreuzes ist aber alles in Butter. Die Ableugnungsverfuche und Berichtigungen des Herrn Ley sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen! Keine Anwaltszunft! Eine ProtestentschlieLunx Der Vorstand der Vereinigung Sozialdemokra- tischer Juristen hat folgende Entschließung gefaßt:' Die Vereinigung Sozialdemokratischer Juristen wendet sich mit Entschiedenheit gegen alle Versuche, die Zulassung zur Anwaltschaft in irgendeiner Form zu beschränken. Zulassungs- beschränkungen sind nicht geeignet, der Not der Anwaltschaft zu steuern. Sie verschärfen im Gegenteil die Notlage des juristischen Nachwuchses ganz außerordentlich. In einer Zeit, in welcher der Staat mehr und mehr faschistisch wird, ist die absolute Freiheit des Anwaltsstandes, die nur bei freiem Zugang zur Anwaltschaft gewährleistet ist, für die Bewahrung der Rechtsidec und für die Interessen der Arbeiterbewegung eine unumgäng- liche Notwendigkeit. Nazi- Studentenausschuß Betriieei'sien- polizeilich untersucht Eigener Bericht des„Vorwärts" Braunschweig. 14. Ianyar. Das Polizeipräsidium teilt mit, daß die Bücher und Kassenbelege des früher nur von National- jozialisten oerwalteten„Allgemeinen Studenten» ausschusses" in Braunschweig der Staatsanwalt- schaft übergeben worden sind, weil sich grobe Unregelmäßigkeiten während des Som- mer- und Wintersemesters 1931/32 ereignet haben Die Untersuchung ist insofern außerordentlich schwierig, als die nationalistischen Studenten aus den Kassenbüchern Blätter herausgerissen und auch andere wichtige Beleg« vernichtet haben. Bauern gegen Landbund Die Deutsche Lauemschatt an die Reichsregierung Zu dem Konflikt zwischen der Reichsregierung und dem Reichslandbund hat die deutsche Bauern- schaft in einer Entschließung Stellung genommen, die an die Reichsregierung weitergeleitet wurde. Die Entschließung führt aus, daß das deutsche Bauerntum ein« Krise durchlebe, die es in seinen Grundfesten erschüttere. Die letzte Ursache der Krise falle zusammen mit den Gründen des allgemeinen wirtschaftlichen Niedergangs. Die besondere Verschärfung der bäuerlichen Rollage aber sei zum Teil verursacht worden durch staatliche Maßnahmen, die dem besonderen Schutz der landwirtschaftlichen Großbetriebe dienten und die die bäuerliche veredelungswirl- schaft immer weiter in den Hintergrund gedrängt hätten. Die Verantwortung für diese' Aem Bauerntum abträgliche Agrarpolitik trage in erster Linie der Landbuud. der die Richtlinien der Agrarpolitik des Reiches in den letzten Zahren durch seine Vertrauensmänner bestimmt habe. Wenn sich deshalb im Augenblick des Zusammen» bruchs der Agrarpolitik der Landbund durch Vor- würfe gegen die Reichsregierung der Derantwor- tyng zu entziehen suche, so könne ein solches Vor- gehen lediglich als ein Ablenkungsmanöver gewertet werden. Es komme dem Landbund auch bei seiner jetzigen Forderung aus Schaffung des generellen Vollstreckungsschutzes nicht darauf an, dem Bauerntum zu dienen, sondern lediglich darauf, den drohenden Zusammenbruch der aus der Oschilfe ausscheidenden sanierungs- unfähigen Großbetriebe und damit d i e praktische Durchführung der Sied- lung zu verhindern. Das fei die tiefste Ursache im Konflikt mit Reichskanzler Brüning. mit dem Oschilfeminister Schlange, und dos sei auch die letzte Ursache für den Konflikt des Land- bundes mit dem Kabinett Schleicher ge- wesen. Große Teile des deutschen Bauerntums feien sich trotz ihrer riesigen Notlage darüber klar, daß durch staatliche Hilfsmaßnahnie» gewisse Erleichterungen zur Linderung der Wirt- schaftsnot geschaffen werden könnten, besonders durch verstärkten Schutz der Veredelungsproduktion. und zwar bei Erneuerung der Handelsverträge, ferner durch eine allgemeine Kredithilfsaktion und durch den Unkosten-Abbau. Eine wirkliche Herstellung der landwirtschaftlichen Rentabilität könne aber nur durch die Stärkung und wiederausrichtnng der Kaufkraft der Konsumenten erreicht werden. Verantwortungsbewußte landwirtschaftliche Organisationen hätten heute die Pflicht, ihre Mit- glieder über diese Zusammenhänge aufzu- klären, statt sie aus reinen Organisation»- interessen einem öden und hoffnungslosen Radita- lismus in die Arme zu treiben. Die Entschließung bedauert, daß bisher vor allem der Reichslandbund allein die Agrarpolitik habe beeinflussen können. .Angeklagter Schleicher' Immer lauteres Uandbundgeschrei In einer Danziger Landvolkkundgebung be- richtete der nationalsozialistische Landbundpräsident Willikens von den Verhandlungen der Land» bundfllhrsr beim Reichspräsidenten. U. a. be- hauptete er; Die Beziehungen seien von der Reichsregie- rung nur deshalb abgebrochen worden, weil die Minister vor dem Reichspräsidenten in Gegenwart der Vertreter der Bauern gewisser- maße» wie Angeklagte Rede und Antwort über die von ihnen getroffenen Maßnahmen zur Linderung der Bauernnot hätten stehen müssen. Das Bild vom Angeklagten Schleicher, der mit den Händen an der Hosennaht dem Reichspräsi- denten Rede und Antwort stehen muß, während die Landbundsührer ihn drohend verklagen, wird den Reichskanzler sicherlich veranlassen, seine Be- Ziehungen zum Landbundpräjidium noch i n n i- g e r zu gestalten. Die„Deutsche Tageszeitung" veröffentlicht in- zwischen eine Kundgebung des Reichslandbundes, der sich rühmt, daß ihm anläßlich seines Kon- fliktes mit der Reichsregierung„ständig leb- hafte Zustimmungserklärungen zu- gehen, die immer wieder in der Aufforderung ausklingen, sich auf dem eingeschlagenen Wege nicht b e i r r e n zu lassen". Eine Anzahl dieser Erklärungen werden im Wortlaut veröffentlicht. Man kann daraus ersehen, daß z. B. nach Ansicht des Landbundes im Kreise Rummelsburg die Reichslandbundentschließung„n och nicht weit- gehend genug" ist. Der Brandenburgische Landbund erklärt, die Entschließung des Bundes- Vorstands„gebe lediglich die Verzweiflung im Lande wieder". Ebenso sieht der Landbund Mecklenburg in ihr einen Ausdruck„der berech- tigten Verzweiflung" und der„aufs höchste gestiegenen Not". Höchste Not, berechtigte Verzweiflung... und in Deutschland regieren seit acht Monaten die Männer der Rechten! Regieren die gleichen Männer, die den Bauern jahrelang vorgespiegelt haben, die Not der Landwirtschast rühre vom „Marxismus" her. Wird es nun dämmern? Hitlers bewaffnete Banden SS.-Mann schießt auf sich selbst Die unter Eigener Bericht des„Vorwärts" Düsseldorf, 14. Januar. hiesige naziotische„Volksparole" berichtete der dreispaltigen Balkenüberschrist:„Rote Terror-Gruppe schießt«inen SS.-Mann nieder", daß der S S.- U n t e r f ü h r e r Kurt G a l l a s ch aus Erkrath bei Düsieldorf, als er abends einen SA.-Mann zum Erkrather SA.-Heim abholen wollte, von mehreren Leuten, die ihm hinter einem Komposthaufen aufgelauert hätten, mit„vier Schüssen aus jchwerkalibrigen Pistolen" beschossen und durch einen Oberjchenkelsteckschuß verletzt worden sei. Weiter machte sie der Polizei den Vorwurf, daß sie vollkommen in der Verfolgung der Täter versagt, ja, sich geradezu geweigert habe, Spuren aufzunehmen. In rüdester Weise hetzte sodann das nationalsozialistische Blatt gegen die Arbeiterbeoölkerung Erkraths und orohte an, daß die naziotische Schutzstassel zur Selbsthilfe greifen werde. Jetzt gibt die Polizei bekannt, daß es aick Grund zahlreicher Indizien gelungen ist, den ver» mundeten Gallasch im Krankenhaus zu sein G e- st ä n d n i s zu bewegen, daß er sich s e l b st verletzt hat. Gallasch hott« hinter dem Kam- postHaufen Gespenster gesel)«n, sie vergeblich �in- gerufen und dann gefeuert, wobei er sich se l b st traf. Den Revolver hatte«r weggewor- sen und einige Erkrather Arbeiter der Tat be- schuldigt. Die Uebersührung gelang, nachdem der von Gallasch weggeworsen« Revolver ge- s un den war und das aus dem Oberschenkel ent- fernte Geschoß mit den Geschossen des Revolvers übereinstimmte. Die nationalsozialistische„Volks- parole" schweigt die Aufklärung des Falles voll- kommen tot. Gallasch und sein Bruder gehören trotz ihrer Jugend zu den gefährlichsten Terror!- sten Erkraths. Beide sind wiederholt wegen Körperverletzung, u. a. des sozialdemo- kratischen Funktionärs Peter Birkel aus Erkrath, und wegen Ueberfchreitung der Notwehr erheblich mit Gefängnis vorbestraft. Beide wuvden neuerdings«rst auf Grund der Amnestie aus dem Gefängnis entlassen. Nazi-Stegmann kuscht Er war bei seinem Führer Der Krach in der NSDAP, in Franken geht lustig weiter. Nazi-Stegmann hat gegen Nazi- Streicher eine einstweilige Verfügung losgelassen, Nazi-Streicher behauptet nach wie vor, Steg- mann habe über 6000 Mark für die SA. kein» Rechenschaft abgelegt, im Nürnberger Hitlerhaus prügelt man sich. Der Hauptakteur der Rebellen aber, der Reichstagsabgeordnete S t e g m a n n, macht plötzlich schwach. Am Freitag noch einst- weilige Verfügung gegen Streicher, am Sonn- abend die folgende Erklärung: „Ich war heute bei m e i n« m F ü h r e r. Da ich einsehe, daß mein Verhalten von ihm mit Recht getadelt wurde, habe'ich aus eigenem mein Reichstagsmandat zu seiner Verfügung gestellt und ihm versprochen, als Parteigenosse in Treue und Gehorsam meine Pflicht zu tun. gez. Wilhelm Stegmann." Das ist der Rebellenswlz i» der NSDAP.! Es fragt sich, mit w e l ch e n Mitteln das Braune Haus den Stegmann so kirre gemacht hat. daß er öffentlich Reu und Leid tut, sein Reichstagsmondat abgibt und sich selbst ins Gesicht spuckt? Sollte es damit zusammenhängen, daß die Herrschaften sich so sehr ans Herrenleben gewöhnt haben, daß sie nicht anders mehr können, als vor der allmäch- tigen Kasse zu kuschen? Legs Leugmmgsversuche Schiebermethoden der Nazipresse Hitlers Straßer-Erjatz, der Dr. Robert Ley. leugnet nach dem Borbild seines Ojas kurzer- Hand ab, was an Enthüllungen über seine und des Gaues Köln finanzielle Beziehungen.zu dem Baron von Schroeder veröffentlicht worden ist. Er leugnet allerdings nur dort und schickt Be- richtigungen nur in den Orten, wo man ihn nicht näher kennt! In Köln sind seine'Methoden und sei«« faulen Gründungen hinreichend bekannt. Wie er sie tarnt, zeigt folgende Zuschrift an die„Rheinisch« Zeitung": Nazi-Reichstogsabgeordneter Dr. Robert Ley Hot eine tüchtige Ehefrau, mit der er in Gütertrennung lebt. Warum er diesen Strich zwischen das Vermögen der Ehehälften zog, das wissen nur die vielen angepumpten G e l d g e b e r, die die Frau Dr. Ley in ein Grün- dungsfieber versetzten. In ein paar Jahren war Frau Dr. Ley Gesellschafterin von 1. Akzidenz- und Lohndruckerei G. m. b. H. 2. Westmarkverlag G. m. b. H. 3. Filzengraben 2/4 G. m. b. H. 4. Westdeutscher Beobachter offene Handelsge- fellfchaft. Um die Verkürzung der Arbeitszeit Zoll clor �VasMastoner Achtstundentag-Skandal wiederholt werden? Der deutsche Regierungsoenrerer Ministerial- dlretwr s l g l e r vom Reichsardeitsministerium I>at am Mittwoch den Standpunk! der Reichs- regierung zur 40-Stunden-Woche vertrelen, der durchaus positiv im Sinne der Arbsitszeilver- türzung. aber unrer der Voraussetzung eines internationalen Uebereinkommens ist, das mindestens zwischen allen wichtigen Industriestaaten, also auch den auhereuro- p ä i s ch e n, abgeschloffen werden müßte. Der Standpunkt der deutschen Regierung deckt sich, wie sich im weiteren Verlaus der Aussprache ergeben hat, mit dem einer Reche anderer Regierungen, so daß nunmehr ein gemeinsamer Entschlietzungs- entwurf Deutschlands. Frankreichs und Italiens zugnnsken einer Arbeitszeitoerkürznug aus vierzig Stunden, also entweder eines kürzeren Arbeits- tages oder einer Füns-Tage-Woche mit Beibe- Haltung des achtstündigen Arbeitstages zustande gebracht wurde. Dieser Entwurf, der vor Beginn der Einzel- ausspräche und der Kommissionsberatungen voraussichtlich am Montag dem Plenum der Konfe- renz vorgelegt wird, proklamiert die Arbeitszeit' Verkürzung als ein geeignetes Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und schreibt den weiteren Arbeiten als Ausgabe vor, aus der Grundlage einee vom IAA. aufgestellten Pro- gramms eine internationale Bindung zustande zu bringen und den Lebensstandard der Arbeiter aufrechtzuerhalten. Die Annahme des Entwurfs sei aber— einer halbamtlichen Darstellung zufolge— nach den» bisherigen Verlauf der Debatte mindestens Zweifel- Haft. England vertritt einen ab- lehnenden Standpunkt, der mit der Not- wendigkeit einer Einbeziehung der Lohn- frage in die Arbeitszeitfrage begründet und voraussichtlich von den übrigen Gliedstaaten des Imperiums und anderen Mächten geteilt wirdi Arbeitgeberoertreter beanstanden die schon stark abgemilderte Feststellung, die sich auf den Lebensstandard, also mittelbar auf die Auf- rechterhaltung der Lohnsummen bezieht, während diä" Arbeitnehmer eine Festlegung des Grundsatzes wünschen, daß die Wochen- und Monats- löhne nicht gesenkt werden dürfen. Eine Lohnfestlegung sei für internationale Ver- einbarungen wenig geeignet, weil in den meisten Staaten gar keine Einwirkungsmöglichkeit gesetz- licher oder vertraglicher Art auf die Lohnhöhe besteht. In Deutschland gestatte das Tarisver- trags- und Schlichtungswesen zwar Einwirkungen, die jedoch bei entgegengesetzter Haltung der unter völlig freier Lohngestallung arbeilenden Völker sich nachteilig auf die' deutsche Wettbewerbsfähigkeit auswirken müßten. Die Form, in der die vorgelegte Resolution schließlich zustande kommt, scheine infolgedessen noch ziemlich unsicher. Dagegen dürfte es feststehen, daß damit ein Abbruch der begonnenen Konferenzarbeiten ver- hindert und das Thema nun weiter verlieft wird. Vom deutschen Standpunkt aus bestehe unzweifel- Haft Interesse an dem Zustandekommen einer Vereinbarung, die eine bessere Verteilung der Arbeit, also«ine Verringerung der Arbettswsigkett und der aus rhr erwachsenden schweren Lasten bezweckt. Wer es besteht zugleich die Notwendigkeit, eine Beteiligung der anderen, besonders der heut« schon unter günstigeren Wettbewerbsbedingungen arbeilenden Mächte, vorher sicherzustellen. Denn nur unter dieser Voraussehung sind auch die inneren Schwierigkeiten für die Verwirklichung dieses Plans zu überwinden, die nicht nur bei uns zwischen den interessierten Gruppen, sondern z. B. auch in sehr starkem Maße in Frankreich vorliegen, wo sich Industrieverbände und Handels- kammern gegen eine Konvention zur Arbeitszeit- Verkürzung mit dem Hinweis auf die Vergleichs- weise geringe Arbeiislosigkett des Landes sträuben. Das scheinbar sehr einfache Problem, eine durch verbefferte Produktions- und Berteilungsniechoden, laufendes Band, Beiriebszusammenlegungen und Kartelle usw. herbeigeführte Freisetzung der Arbeitskraft � von einer Verminderung der Be- schäftigtenzahl auf eine verringerte Zahl von Arbeitsstunden aller umzuschalten, sei deshalb äußerst kompliziert, und man werde einstweilen nur das Zusammenwirken dreier wichtiger Groß- möchte in dem Streben nach einer wirklichen Lösung als einen Erfolg begrüßen dürfen. In der allgemeinen Aussprache der Genfer Konferenz über die internationale Einführung der ■lOstündigen Arbeitswoche trat am Sonnabend der Vertreter der italienischen Regierung de M i ch e l i s für diesen Plan ein. Er betonte, daß bei einer Verkürzung der Arbeitszeit eine Verminderung der Kaufkraft der Arbeiter nicht eintreten dürfe. Allerdings gehöre die Lohnfrage nicht zur Zuständigkeit internationaler Verein- barungen. De Michelis trat für eine baldige allgemeine Ralifizierung des Washingtoner Acht» slunden-Abkommens ein mit der Begründung, daß schon dadurch ein großer Teil der Unbeschäftigten? wieder in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden könne. Es müffe mit allen Mitteln versucht werden, international die 40stündige Arbeitswoche durchzuführen, well sie ein Mittel zur Linderung der Arbeitslosigkeit darstelle. Sie sei gewiß nicht das einzig mögliche Mittel, wohl aber eine wichtige Teilmaßnahme. Von den Rednern, die bisher dagegen gesprochen hätten, sei niemand in der Lage gewesen, andere praktische Vorschläge zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu macheu. Die Gefahren für den sozialen Frieden, die sich aus der beispiellosen Arbeitslosigkeit ergeben, müßten gebannt werden. Die jetzige Konferenz habe die technischen Vorarbeiten für die internationale Arbeitskonferenz im Mai, der die eigentliche Beschlußfassung zutalle, zu leisten. * Das Washingtoner Abkommen über die Einführung der 48stündigen Arbeitswoche vom Oktober 1913 ist heute— nach 13 Iahren— noch nicht ratifiziert und von den> jüngsten Hin- weis des italienischen Regierungsoertreters abge- sehen, ist davon keine Rede mehr Zweifellos würde die internationale Ein- Die A n g e st e l l t e n des Nordwollekonzerns, der durch die Millionenverschwendung der La- Husen im Juli 1931 in Konkurs geraten ist, sind durch die Betrugsmanöoer der Firmeninhaber um ihre Pensionsansprüchc geprellt worden. Jahrzehntelang waren sie in den Nordwoll- betrieben in Bremen, Leipzig, Berlin, Eisenach, Hamburg, Harburg-Wilhelmsburg, Mühlhausen in Thüringen usw. beschäftigt, zu Gehältern, die nicht einmal zum notwendigsten Lebensbedürfnis reichten. Von diesem Verdienst mußten sie noch Beiträge für die Pensionskafse entrichten. Jetzt, wo die Angesteltten alt und gebrechlich geworden sind, haben sie an den Konkurs- vermalter des pleiten Nordwollkonzerns den Antrag auf P«nsionsgewährung gestellt. Die Lahusen, die Millionen für Lurusbaulen vergeudet haben, wollen nicht mehr imstande sein, den Allremnern die Penswnsbezüge zu zahlen. Die Angestellten erhalten aber mit ihren An- gehörigen keine Sozialunterstützungen, weil sie nicht fürsorgeberechtigt, sondern Pensioneempfänger sind. Sie klagen gegen den koukureoerwalter des Nordwollkon.zerns und verlangen von dem Beklagten die Gewährung von Ruhegehättern und Pensionen. In der Klage wird geltend gemacht, daß alle Tarifstreit Im Lsrlinsr FrUeurgewerbe Ein« sogenannte Opposition im Gesanttoerband, Fachgruppe Friseure, die nur in den Spalten der .Muten Fahne' existiert, wendet sich darin»gegen Tarifoerschlcchierui�en durch die Verbands- lettung" obwohl langst kein Tarifoerttag mehr besteht. Aber der Sekretär der Fachgruppe wolle einen neuen Tarif mit den Sätzen von 29, 25 bis 39 Mark wöchentlich, also durchweg mit 25 Proz. Lohnkürzung abschließe», ohne die Unorganisierten zu fragen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse im Friseur- gewerbe wurden hier mehrfach berührt. Sie sind für die meisten Geschäftsbetriebe sehr schlecht und für die Gehllsinnen und Gehilfen, von denen 3499 in Berlin arbeitslos sind, natürlich noch schlechter, zumal keinerlei tarifliche Bindun- gen bestehen. Die früheren Tariflöhne sind längst außer Kurs und das riesige Ueberangebot an Arbeitskräften hat die Löhne auf ein Niveau herabgedrückt, das mit dem Lohnbegriff vielfach nichts mehr gemein hat. Unter diesen Umständen wurde versucht, eine neue tarisliche Regelung zu treffen, um den schlimmsten Mißständen zu begegnen. Bei den Verhandlungen mtt der Kommission der Friseur- innungen, von denen es in Berlin mehr als ein Dutzend g'bt, wollten die Meisteroertteter nicht über 28 Mark Woche»lohn als Höchstsatz hinausgehen. Sie ließen sich schließlich dazu be- wegen, den Innungen 39 Mark als Höchstsatz vorzuschlagen. Selbstverständlich dürften die bis jetzt gezahlten höheren Löhne dadurch nicht verschlechtert werden. Die Innungen haben es jedoch abgelehnt, einen neuen Lohntarif mit diesen Sätzen ab.zu- schließen. Sie wollen den besten gelernten Arbeitskräften, die ihr Handwerkszeug selber stellen müssen, höchstens 28 Mark zahlen und am liebsten auch diesen Sag unter der Hand»och herunterdrücken. Dabei ist dem ein- sichtigeren Teil der Meister sehr wohl bekannt, daß die Lohnanarchie die gegensettige Preisunterbietung erst ermöglicht und die schlechtesten Lohnzahler, die die Not der sührung der 49-Stuitden-Woche bzw. der fünf- lägigen Arbeitszeit weit leichter sein, wenn das Washingtoner Abkommen allgemein anerkannt wäre. Seine Geschichte wird noch zu schreiben fein, doch muß sie jetzt schon beachtet werden, um eine Wiederholung bei der 49-Stunden-Woche vor- zubeugen Der Sache ist nicht damit gedient, daß die eine Regierung sich aus die andere beruft, die eine nicht will, eine andere deswegen nicht kann und wieder andere mtt mehr oder weniger ver- bindlichen Redensarten operieren Heute stehen wir vor einer zwingenden wirt- schafllichen Notwendigkeit der Arbeitszeitverkürzung. Die Arbeitnchmerfchafl der einzelnen Länder muh— jede in ihrem Lande— dafür sorgen, daß das llnternehmerkum die Konsequenz aus dieser Notwendigkeit zieht. Nur dann werden die Arbeiten der Genfer Konferenz zu einem greifbaren Ergebnis auf internationaler Grundlage führen. Angeklagten jahrelang Beiträge au die Pensious- koste abgeführt haben, um im Wer einige Not- groschen zu haben. Jetzt, wo viele Angestellte eristenzlos und krank sind und die Renten not- wendig gebrauchen könnten, Hot der Konkursverwolter die Zahlung der Ruhegehätter ver- weigert. Das Landesarbeltsgericht hat die Be- klagte zur Rentenzahlung an die alten und pensionsberechtiglen Angestellten verurteilt. Gegen dieses Urteil kämpft der Konkursverwalter des pleiten Nordwolltonzerns mtt der Revision an. Er verlangt Abweisung der Kläger mtt ihren Ansprüchen und macht geltend, daß der gesamte Venfionssonds in die Konkursmasse über- gegangen sei. Das Reichearbeitsgericht hob das Urteil auf und wies die Pensionäre mit ihren Ansprüchen ab. Das ist das kapitalistische System. Arbeiter und Angestellte werden durch»Wohlfahrtseinrichtun- gen' der Werke an den Betrieb gefesfett, müssen Betträge zahlen, der Betrieb„arbeitet' mit den Bettragsgeldern und wenn die Konzernherrlichkett durch größenwahnsinnige Verschwendung zu- iammenbricht, sind die„Pensionäre' samt de» Arbeitenden die Betrogenen. Nicht sie werden geschützt, sondern die Konkursmasse. arbeitslosen Gehilfen ausbeuten, die Rolle des be- trogenen Betrügers spielen. In dem Organ des Interessenvereins selbständiger Friseure Groß-Berlins wird in der Ianuarousgabe als Neujahrswunsch ein allgemeinverbindlicher Lohn- larif gefordert. Der Schlichtungsausschuß wird sich wahrscheinlich mtt diesem Taristtteit befassen müssen. Vroteft gegen Lechenlegung In Duisburg-Hamborn leben 183 999 Einwohner von öffentlicher Unterstützung fein Unterstützter auf 2,4 Einwohner). Nachdem die Hütte.Muhrort-Meiderich' stillgelegt und das ganze wirtschaftliche Getriebe lahmgelegt wurde, soll jetzt auch noch die Zeche Neumühl mtt 2799 Arbeitern und Angestellten stillgelegt oder eingeschränkt werden. Die Stadtverordneten- Versammlung hat schärfsten Protest gegen diesen kapitalistischen Anschlag erhoben. ZaSrikarveilerwaSZea Schluß mit der ,, Opposition!" In dieser Woche sind die Bezirksversammlungen der Berliner Ortsverwattung des Fabrikarbeiter- Verbandes, in denen die Neuwahlen der Bezirksleitungen und der Delegier- t e n zur örtlichen Generalversammlung für das Jahr 1933 vorgenommen werden. Genau wie bei den Bezirkslettungswahlen der Berliner Metall- arbeiter machen auch hier die Kommunisten die größten Ansttengungen, in den Bezirkslettungen Fuß zu fassen. Bei den Fabrikarbettern ist die sogenannte„Opposition' besonders rührig, weil sie hier schon einmal verschieden« Bezirke vollkommen beherrscht hat und demzufolge auch einen Teil des Funktionärkörpers. Diese ver- lorenen Posittonen uird womöglich noch einige andere hinzu sollen jetzt auf Befehl der KPD.- Zentrale unbedingt wiedergeholt werden. Die„Opposition' wird natürlich nicht nur den legten Mann in die Bezirksversammlungen schleifen, sondern auch in den Bersammwngen selbst für sich Stimmung zu machen versuchen. Das dürfte ihr allerdings angesichts der jämmer- lichen Niederlagen sehr- schwer fallen, die vor kurzer Zeit die nicht als Oppofuion getarnte REO. bei den Streits in den Firmen Gummi» Müller und Zeiß-Jkon erlitten hat. Iedenialls haben alle Mitglieder des Fabrikarbeiterverbandes, die auf dem Boden positiver Gewerkschattsarbeit stehen, nicht nur die P'licht, die Bezirksoersammlungen zu be- suchen, für die Ort und Zeit aus dem Mitteilungs- blatl der Orrsoerwaltung ersichttich ist. sondern dort sowie im Betrieb und auf den Stempelstellen den„oppositionellen' Gewerkschaftszerstörern ent- gegenzutreten. Die Opposition muß bei den Neu- wählen der Bezirksleitungen und der Delegierten zur örtlichen Generalversammlung des Fabrik- arbetterverbande- eine gründlich« Abfuhr er- hallen. Metallarbeiteraussperrung In der SisgerlÄnder Industrie Die Unternehmer der Siegerländer Metall- industrie lehnten einen Schiedsspruch ab, der den Spitzenlohn„nur' um einen Pfennig kürzte— nach all den vorhergehenden Kürzungen. Zum Tage des Tarifablaufs am 14 Januar wurden 899 Arbeiter gekündigt. Hinzu kommt eine Reihe von Belegschaften, die sich dem Diktat der Unter- nehmer unter Protest bis zum Abschluß eines neuen Tarifvertrags gesügt hatten. Die Arbeiter der größeren Werke in Geisweid und Siegen beschloffen, die Bedingungen der Unternehmer abzulehnen, was diese mtt der Aus- sperrung beantworten. Gesamtverband Die Brandenburger Konferenz Der von über 199 Vertretern besuchten Bezirks- konferenz für Brandenburg und Grenzmark im Berliner Gewerkschaftshaus wurden zunächst die Beschlüsse des Verbandsbeirats dargelegt. David S t« t t e r vom Verbanvsvorstand schilderte die grundlegende organisatorische Bedeutung dieser Be- schlüsse, mtt denen die große Berschmelzungsorbeit aus der ganzen Linie abgeschloffen wurde. Otto Burchhardt behandelte die Umgestaltung der Sta- tuten und deren finanzielle Wirkungen. Die ge- waltigen finanziellen Leistungen der Organisation im ollgemeinen wie sür den Bezirk fanden volle Anerkennung. In der Aussprache waren sich alle 17 Redner darin einig, Latz die Beschlüsse des Berbandsbei- rats, so sehr sie auch das einzelne Mitglied hier und da hart treffen mögen, für die volle Wieder- Herstellung der Schlagkraft der Organisation un- bedingt notwendig gewesen sind. Der Bezirksvor- stand wurde einstimmig wisdergewähtt. Als Ber- tteier des Bezirks im Berdandsbeirat wurde Gustav H e i n r i ch-Fürstenwalde(Spree) und als sein Stellvertreter Karl F ö r st« r- Brandenburg gewählt. Den Wschluß der Tagung bildete ein packendes Referat des Bezirksleiters Lengersdorff über die Verband sarbett im Wirischaftsbezirk und die Wfgaben der Funktionäre in der Werbeaktion. In den letzten drei Monaten wurden für ruitd 9799 Verbandsmttglieder im Bezirk die Mantel- und Lohntarife erneuert oder neu abgeschloffen. In der gleichen Zeit gelang«s in mühevoller Ar- bell, an den Schiede sprüchen durch Nachoerhand- lungen Verbefferungen zu erreichen, die in der Ge- famtjahressumme Lohnverluste von mehr als 159 999 M. wieder hereinhotten. Vergebliche Liebesmüh' Ein außerordentlicher Erfolg freigewerk- fchaftl icher Arbeit wurde in den Betriebs- r a t s w a h l e n auf der Zeche Konstantin I/II in Bochum erzielt. Die Zeche war 1932 mtt 129 auf ihre„nationale' Einstellung geprüften Arbeitern wieder neu in Betrieb gesetzt worden. Erst nach längerem Drängen der Gewerk- schasten entschloß sich die nazisrcundliche Be- triebsfllhrung, eine Betriebsratswahl stattsinden zu lasten. Die größtenteils dem Stahlhelm ent- stammende Belegschaft gab in der Wahl dem freigewerkschastlichen Bergarbeiterver- band 66 Stimmen gleich 3 Mandate, dem gelben Deutschen Arbeiteroerband 37 Stimmen gleich 2 Mandate und der nationalsozialistischen Liste 17 Stimmen gleich ke>n Mandat. Und das alles, obwohl die Betriebsleitung mit allen Kräften für den gelben Verband werben ließ. Zm sächsifchen Steinkohlenbergbau wurde der Rabmentarif verlängert. Der Streit um die Ur- laubsvergütung wurde in der Weife geregelt, daß für 1933 die tarifliche Vergütung von 89 Proz. gezahlt, anstatt 75 Proz., die nach dem Schieds- spruch des Landssfchlichters gezahlt werden sollten. Hierzu 2 VeUage« Von der Noröwolle betrogen Oer Pensionsfonds in der Konkursmasse Sei.tJocmärla" celchemt wochentaglich zweimal. Eonntogs and Montags einmal Jlluftrieet» Eonnlazsdeilage Salt and gelt-/ Bezug, nretl«: Löchrntluh 7b Pt.. monatlich Z�> M. tdavon S7 Pt monatlich tili Zustellung nie Hau») im Boraus zahlbar. Postbezug 3.9i Ä einschließlich 60 Pt Postzeitung, und 72 stf. Postbestellgebiihren. Auslandsabonuement 6,6 ö M pro Monat; Illr Ländcl mit ermäßigtem Drurtsachcnporio«67. M Bei A stall d-r Lieielung wegen höherer Sewall bestehl kein Anspruch der Abonneuten aus Ersatz, i Zlnzeigenvrelse: Die einspaltig» Millimeterzeil» St? Pf. Rellum-zcile 1,50-JS.„tt l» i n» Anzeigen- das leitgedruckte Sorl 2» Pt lete, weiter« Wort 10 Pi Rabatt laut Tarif Borte über 16 Buchstaben zählen illr zwei Bort« Arbeit, morki Millwreterzeil« 26 Pf.>Zamiil»nanzeigeu M Ulimeterzeile 16 Pf Anzeigeuannuhme lm Hauplg'ichä'l Lindenstr. S. wochentönTch von bis 17 Uhr Ber Serlag behält stch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I DerantwortNch für Politik: Rudolf Brendel» Shl; Wirtichafl: O. Aiiugcthöier; Sewerikchastsbewegung' 3. Steiner! Feuill.ion: Arrbert loep re; Lokales und Tonsttges: Fritz Zarstädl; Atizeiger: Otto Aenqfti sämtlich in Berlin. I Vertag: Aormärts-Terlag S. st- d. Berlin. Druck: Borwirrt». Suchdruckerei und BerlagsonstaU Paul Singer u. So.. Berlin SB. es. Linbenstr. 3. ZWEITE BEILAGE WmNs SONNTAG, 15. JAN. 1933 „Sie dachten vielleicht an den Krach, den der«chuß machen würde?" „Ich dachte an gar nichls. Ich war viel zu sehr außer mir über das, was wir getan hallen." „Und daß ich Lärm schlagen könnte, daran dachten Sie nicht?" Rognos schüllelte erregt den Kops. „Wer von uns dachte denn überhaupt noch", sagte er...Wie wir herauskamen, weiß ich nicht. Ich weiß nur noch, daß wir ohne Laterne fuhren und instinktiv die Fahrtrichtung einschlugen, die wir uns ein- geübt hatten.-- Aber bitte unterbrechen Sie mich nicht so oft. Ich bin wieder io tief in allem drin. Ich spreche ja nicht nur um Ihretwillen, auch um meinetwillen spreche ich." Er erhob sich und rannte wieder nervös und um Selbstbeherr'chung ringend im Zimmer auf und ab. Berger wartete m krankhafter Spannung, unterbrach ihn aber nicht mehr. Er sah, wie Rognos sich völlig abwesend und mit zitternden Händen eine Zigarette anzündete Dann nahm er selbst ieine Pfeife, aber es ging nicht und er legte si? wieder hin. Er hatte die erdrückende Empfindung, daß es Jahre her sei, seit er in dieses Zimmer trat. Erst als Rognos sich auf einen anderen Plaß geseht hatte und eine Weile ganz still blieb, wandte er sich an ihn:„Ist da noch mehr?" Rognos griff mit der Hand an die Sm-n. ..Ja", antwortete er.„Aber bitte fragen Sie. Mir ist so wüst im Kopf" „Wir kam es. daß Sie nicht entdeckt wurden?" „Wir folgten genau unserm Plan. In der Zeitung stand, man habe uns eine halbe Meile vor der Stadt gesehen. Später stand da. es sei ein Irrtum, das Motorrad sei dicht bei der Stadtgrenze gefunden. Beides war richtig. Wir fuhren nämlich einen andern Weg zurück, und zwar jeder tür sich. Zuerst er auf seinem eigenen gewöhnlichen Fahrrad, das er ungefähr da. wo wir kehrt machten, unter einer Brücke versteckt halle. Dann ich auf dem Motorrad, selbstverständ- lich jetzt mit brennender Laterne und verän- derter Nummer. An der Stadtgrenze ließ ich vermittels einer Flaschenscherbe den Bor» derreifen platzen und ging zu Fuß auf einem Umweg durch den Wald in die Stadt zurück. ?luf einem Promenadenwea kam ich heraus und konnte bei den mir Begegnenden un- möglich Verdacht erregen. Im Gegenteil. Es war ein Vorteil für mich, wenn man mich iah. Gleich'eitig veranstalrete der andere den Sturz mit dem Rad, um die chm von Lüdersen beigebrachte Wunde zu verdecken. Auch daran war nichts Auffälliges. Ein Mann auf der Durchreise— von der entgegengesetzten Richtung. Und die Kasse, die wir mitnehmen mußten, hatten wir selbst- verständlich aufgebrochen und in der Nähe des Motorrades an der andern Seile der Stadt weggeworfen." „Fürchteten Sie nicht, Lüdersen könnte Sie wiedererkennen, trotz der Maske?" Rognos schüttelte abwehrend den Kopf. „Nein", antwortete er.„Ich wußte, daß er mit keinem Gedanken an mich dachte. Ich halle Windjacke und Ueberhosen an. wie Sie sich vielleicht erinnern. Das entstellte meine Figur nicht wenig: außerdem hatte er mich nie zuvor in einem solchen Anzug gesehen. Ich glaube überhaupt, er sah mich kaum, meine Stimme Hörle er wenigstens nicht. Die aber hörten Sie.— Und darum waren Sie der einzige, vor dem ich Angst hatte."— „Ich?" „Io. Es war damit zu rechnen, daß Sie sich meiner Stimme erinnerten, zum Beispiel. wenn ich Sie in der Bank mal bedienen müßte." Berger schüttelte den Kopf.„Die Angst hätten Sie sich sparen können", sagte er. „Ich war viel zu aufgeregt. Ich wußte nichts mebr von der Stimme." Rognos erhob sich und sah weg.„Ich weiß", sagte er.> „Wieso wisien Sie?" „Ich— ich habe es ausprobiert." Und er wandte sich um und sah Bergers völlig oer» blulltes Gesicht. „Erinnern Sie sich eines Regenabends vierzehn Tage später? Daß da ein Mensch aus Sie zukam und Sie nach der Uhr fragte?" Berger atmete schwer und mühsam.„Das waren Sie?" ,La, ich. Ich Halle es absichtlich so ein» gerichtet." „Und wenn ich Sie nun erkannt Halle?" Rognos zuckte die Achseln.„Ich weiß nicht. Ich weiß nur. daß ich Gewißhell haben mußte. Ich hätte keine Ruhe gehabt." Da erhob sich auch Berger mll einem kurzen und gezwungenen Lachen.„Aha", sagte er.„das also waren Sie, Sie. dem ich so dankbar war." Rognos stutzte.„Dankbar?" „Ja— dankbar. Sie waren der einzige, der mich angeredet hatte, als ob nichts ge- schehen wäre. So arm war ich geworden, daß mir das eine Wohltat war." „Macht Sie das biller?" „Ach nein: es ist nur so sellsam. Ebenso seltsam, wie daß der erste Freund, den ich noch Quisthus bekam— Sie waren!" Und '.Kurl SchmeU&er: fflinderfreundfchafi Als Valentin drei Jahre alt war, Halle er eine Freundin, die hieß Bertha und war zwei Jahre älter als er. Darum konnte sie schon die Gänie hüten und sie trieb sie gern auf einen Grasrain neben dem Zaun des Gemüsegartens, der Valen- tins Eltern gehörte. Do durfte Valentin mit- hüten. Aber Gänse wollen nicht bloß Gras sresien. hie und da wollen sie auch den Schnabel spülen und«in bißchen trinken Bertha bracht« also ein Töpfchen mit, und Valentins Mutter füllte Wasser hinein. Dann stellte sie das Töpschen in eine kleine Kuhle, damit es die Gänse nicht umwarfen, und dann konnten sie sich ins Gras setzen, den Gänsen zusehen und hören, wie sie altklug schnat- terten, mit Steinchen spielen oder einfach in den blauen Himmel gucken. „Sieh mal. Valentin", sagte Bertha,„da kommt eine ganz weiße Wolke angeflogen: wenn man sich da hineinfegt, kann man geraden Wege- in den Himmel fahren."...... „Wir wollen mal!" sagte Valentin. Aber Bertha meinte, nein, das ginge nicht. Wer sollte denn dann auf die Gänse aufpassen. daß sie nicht in den Gemüsegarten liefen und Un- fug anstifteten. Damit mußte sich Valentin zu- Jüice SkeritRoÜihote: da jetzt die Billerkell ihn völlig übermannte, fuhr er fort:„Warum erzählen Sie mir all das? Warum führten Sie die Bekanntschaft mll mir herbei? Bloß um Ihr Gewisien zu entlasten und mich dann an Händen und Füßen zu binden?" Rognos zuckte zusammen, hob den Kopf und sah ihn unbeweglich an. Das zerquälte Gesicht war jetzt blutrot und hart. „Wisien Sie. wozu ich jetzt Lust hätte?" fragte er.„Ich hätte Lust, Ihnen den Schlag, den Sie mir vorhin gaben, zurückzugeben. — Aber seien Sie unbesorgt, ich würde es hinterher auch bereuen." Da errötete auch Berger. Und ein schwerer, betäubender Schmerz wälzte sich über ihn. „Dann habe ich mich also geirrt", sagte er. „Warum aber erzählen Sie es mir?" Langsam glllt die Hätte von Rognos' Zügen ab. „Um Ihnen eine Möglichkeit zu geben", sagte er.„Eine Möglichkell zur Ehren- rellung. Bisher hatte nur ich diese Möglichkeit. Jetzt haben entweder Sie oder ich eine solche. Und S i e sollen entscheiden, wer von uns.— Das war. was ich wollte. Morgen können Sie, wenn Sie wollen, auf die Po- lizei gehen. Nur bitte ich Sie, den Toten aus dem Spiel zu lasien." „Ich weiß ja gar nicht, wer er ist." „Nein, aber soviel wissen Sie, daß Sie die Polizei aus seine Spur bringen könnten. fra frieden geben. Aber er wäre doch gern mit der weißen Wolke geraden Weges in den Himmel gefahren. Einmal kam Bertha zu Valentins Muller, das leere Töpfchen in der einen Hand, Bolenlin an der anderen. „Valennn hat das Gänfewasier ausgetrunken", sagte sie empört. Die Mutter lachte.„Pfui. Valentin! Wer wird denn Gänfewasier trinken!" Balentin kam mit seiner Zunge noch nicht io zurecht, um sich wirksam zu verteidigen Er meinte aber, was Gänie dürien, würde er doch wohl auch dürfen. Aber Bertha erklärte:„Du bist ein Ferkel. Balentin!" und die Mutter sagte,«r soll« nur das Gänfewasier den Gänsen lasien. und füllte da- Töpschen wieder voll So ging der Sommer hin. Als es Winter geworden war. hatte Valentin Geburtstag, und auf dem Tisch brannten vier Kerzen um einen Kuchen. Da ging es draußen: Kling— kling! Es war Bertha, und sie zog «inen kleinen funkelnagelneuen Schlitten hinter sich her. an dem hing vorn ein Glöckchen. „Den bringe ich für Valentin, sagte sie.„Mein Vater hat ihn gemacht." Berthas Voter war der Stellmacher im Dorf Dann mußte si« Kuchen esien und Schokolade Afrika für Angef teilte 1. Abfahrt. Wenn die Angestellten Sonntag machen, Das ist wie eine Fahrt nach Afrika. Sie können unter fremden Sonnen lachen— Und die Kollegen sind nie mit In Afrika I Die Stadt ist heiß und staubig wie die Wüste, Und auch Kamele sind in Mehrzahl da... Und wör die U-Bahn an der Meeresküste— Dann war Berlin ein bessres Afrikal ... Sea Afrlca firstl Nach Afrika persönlich kommt man selten. Und wenn— besorgts der Chef für alle Angestellten, 1 Dinner. Wenn Angestellte Sonntags mlttagessen, Sind sie Im Speisesaal von Afrika. Der Bissen wird nicht mit der Stoppuhr nachgemessen— Die Oase, die Oase ist dal Zwar, sanfte, seltene Früchte gibt es nicht zu erbenl Der Himmel Afrikas strömt Kokosfett... Statt Duft. Die valrnen smd- ein Kaktuszwerg Im Sterben... Doch alles atmet auf und andere i-uft. ... Sea Afrlca firstl Original-Oasen sieht man selten. Und wenn— besiehts der Chef für alle Angestellten. 3. Heimreise. Wenn dann die Angestellten Sonntags schlafen gehen, Versinkt ganz Afrika vor Schmidt und Co., Well alle mit dem großen Zeh im Sonntag stehen; Der Rest der Füße steht schon im Büro. Sie träumen allesamt von Höllenfeuern, Von Teufeln namens Schmidt. Und deren Großmama... Sie stöhnen, weil sie In den Montags-Abgrund steuern, ... Sea Afrlca firstl Am Montag Ist die Uift voll Stunk, Benzin und Krach. Von Afrika bleibt nur die Wüste nach... Sonntag und Montag sind feindliche Welten In dieser Welt versöhnen sie sich nie. Wer darf darum Schmidt und das Schicksal schelten? Die Schuld liegt allemal Im Kopf der Angestellten: Sie haben einfach zuviel Phantasie... Darum bille ich Sie, unter allen Umständen lasien Sie ihn aus dem Spiel." Berger sah ihn lange an Und in dieser Stille wurde einer dem anderen doppelt lebendig. Dann senkte er die Augen, müde und gebrochen. „Ach Gott", sagte er mll schmerzlich resi- gnierter Stimme,„nein, nein— wozu anzeigen. Wenn es nur auf mein armseliges Dasein ankommt— mich verlangt's nicht nach einem Opfer." „Dann muß ich es also selber tun?" Berger schüttelte nur langsam abwehrend den Kopf. „Nein", sagte er.„Nicht—— es soll alles bleiben wie es ist." „Alles?" Berger sah auf, schnell und ernst. „Nein, nicht alles", antwortete er. Und er wandte sich zögernd zum Gehen. Da sagte Rognos noch:„Ich habe das nicht anders erwartet. Nur ist es mir so verteufelt ergangen, daß Sie mir lieb ge- worden sind" Berger blieb stehen, ohne sich umzu- wenden.„Mir ist es auch so ergangen". sagte er. Wieder wurde es ganz still- Dann sagte Rognos:„Dann möchte ich Ihnen doch noch ein wenig mehr erzählen." (Fortsetzung folgt.) trinken, unö bann nahm sie wieder Valentin an die eine Hand, in die andere die Schnur des Schlittens. Sie gingen zum Kuhbsrg, setzten sich beide auf den Schlitten und fuhren so flink den Berg hin- unter, daß es wirklich eine Lust war Uno wenn man mal umkippte, war es gar nicht schlimm. man lachte bloß, denn man fiel ja in den weichen Schnee. Aber als es gegen das Frühjahr ging, nahm Valentins Mutter eines Tages ihren kleinen Jungen an der Hand und sagte:„Wir wollen Bertha mal beiuchen. Si« ist krank und siegt im Bett." Es war wunderlich Bertha lag so still und rot und war gar nicht vergnügt wie sonst Und Berthas Muuer weint« ein bißchen hinter der vorgehaltenen Schürze. Dann ging Valentins Mutter mit ihrem Jungen wieder heim. Und noch etwas später, als die Sonne schon wieder richtig schien und die Beilchen blühten, wollte Valentin seine kleine Freundin abholen und machte sich allein auf den Weg. Da war Berthas Vater, der den Schlitten gemacht hatte. Er führte Valentin in seine Werkstatt, wo es immer so gut nach frischem Holz roch und wo so- viel Spän« aus dem Boden lagen. Mitten in den Spänen stand ein feiner, weißer Kasten, und darin lag Bertha und war ganz weiß und still. „Nun ist Bertha im Himmel", sagte ihr Vater. und Valentin dachte gleich:„Ob sie wohl auf Der weihen Wolke gefahren ist?" Später war auf dem Kirchhof ein kleines,� frilches Grab mll einem Kreuz und einem Blumer. kränz daran, gar nicht weit davon, wo sie früher immer die Gänse gehütet hatten. Und weller ist auf der Welt nichts geblieben von Bertha, als dies arme, klein« Kreuz, das nun vielleicht schon zerfallen ist, uns diese kleine Ge- schichte, die auch verklingen wlld. ./III, aber gul... Der Witz von der Unwissenheit (Dieser Wiiz mandert Er wird immer dort erzählt, mo die KuUurreaktion und damit die Unwissenheit zu Haus ist. Er kam aus Polen, taueht dann in Bayern auf und wird jetzt in Oldenburg erzählt— letzthin audi in Preußen). Im Dorfe ist Schulinspektion Anwesend die Kinder, das Fräirlein, der Schulrat und natürlich der Pfarrer. Das Fräulein behandell den Globus. Der Schulrat greift ein: „Also, liebe Kinder, ihr wißt, daß die Erde eine Kugel ist. Ist sie wirklich eine vollkommene Kugel? Seht mal den Globus hier an. Cr ist an beiden Enden etwas abgeplattet. Warum...?" Betretenes Schweigen. Der Schulrat greift sich den Ersten der Klasse raus:„Na..?!' Der Erste stottert:„Ich bins nicht gewesen. Herr Schulrat." „Aber Fräulein!" wendet sich der Schulrat an die Lehrerin. Das Fräulein zuckt die Achseln:„Wir haben den Globus schon so bekommen. Herr Schulrat" „Aber Herr Pfarrer...!" ruft der Schulrat— Da sagt der Pfarrer wütend: „Ich hab's euch ja immer gesagt, ihr sollt nicht beim Juden kaufen...!!" * Als der Schulrat von seiner Dienstreise zurück ist. erzähll er die Geschichte seinem Vorgesetzten, dem Kultusminister Der hört sich die Darstellung an, denkt eine Weile nach und sagt dann: „Und wissen Sie, was ich glaube. Herr Schul- rat...?— Der Bengel, den Sie zuerst gefragt habe»— der Bengel ist's doch gewesen...1" Yorit Wochenprogramm des Berliner Rundfunks Berlin Sonntag, 15. Januar ö.ZS: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Hafenkouzerl. 8: Für den Landwirt. 8.85: Morgenfeier. 10.05; Wettervorhersage. 11: Dichtung der Zeit. 11.30: Aus Leipzig; Bach-Kantate. 12, Aus Wien: Mittagskonzert. 14: Elternstunde. 14.30: Jugendbühne. 15.20: Orchesterkonzert. 16.20: Hans Rehberg liest eigene Gedichte. 16.35: Fortsetzung des Orchesterkonzfertes. 17.30: Kann man seinen Charakter ändern? 17.50; Werner Sombart spricht. 18.10: Klavierkonzert. 19: Das Gesetz der Wildnis. Eine Nordlandsage. 19.55: Sportnachrichten. 20: Aus Köln: Lachen Im Hintergrund. Funkische Revue. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Aufnahme eines Hörberichts vom 12. Brandenburgischen Hallensportfest. Danach: Tanzmusik. Montag, 16. Januar 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Frühkonzert. 11.30: Aus Hannover: Schloßkonzert. 13.30; Wetterund Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplatten- stunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Der Haushalt läß. mir keine Zeit. 15.35: Klassische Klaviermusik. 15.50: Alte Musik. 16.15: Lebensalter der Oper. 16.30: Occhesterkonzert. 17.30: Medizinisch-hygienische Plaude- ref. 17.50: Jugendstunde. 18.10: Paul Hindemlth. Konzert. 18.30: Paul Ernst liest eigene Dichtungen. 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Bunte musikalische Unterhaltung. 20.25; Lulgl Boccherini. Konzert. 20.45; ,, Frühlingsstürme." Operette von Weinberger aus dem Theater im Admiralspalast. 21.16: Straßauf— Straßab. Aufnahmen vom Alltag der Großstadt. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 17. Januar 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Breslau; Frühkonzert.. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40; Die Viertelstunde für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. 14: Schallplattenstunde. 14.55; Börsenberichte. 15.20: Die Krankenstube: Versöhnung mit der Krankheit. 15.35: Chor und Orgelmusik. 15.55; Johann- Sebastian-Bach-Konzert. 16.15: Valerie Merck libst eigene Arbeiten 16.30; Aus Dessau: Nachmittagskonzert. 17.30; Arbeitsfront der Frauen. 17.45: Die junge Generation. 18.05: Hugo Wolf. Lieder. 18.30: Bücherstunde. 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10; Unterhaltungsmusik. 20: Juana. Oper von Ettinger. 21: Zehn Minuten Funkhilfe. 21.10: Heitere Stunde. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Flensburg: Spätkonzert. Mittwoch, 18, Januar 6.15: Gymnastik. 6.35; Frühkonzert. 11.30: Aus Dresden: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30; Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände 14: Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Fremdes Brot schmeckt Kindern oft besser als eigener Kuchen... Warum? 15.35: Bunte Stunde. 16.15: Mit der Filmkamera durch Jugoslawien. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30; Soziale Steuerpolitik. 17.45; Die Junge Generation. 18.05: Zeitgenössische Lieder. 18.30: Heiteres aus Schwaben. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10; Unterhaltungsmusik. 20; Vom Deutschlandsender: Reichsgründungsfeier. 21: Das Reich ist unser. Feierstunde zum 18. Januar. 22.30; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten Danach: Aus Magdeburg: Abendunterhaltung. Donnerstag, 19. Januar 6. IS: Gymnastik. 6.3S: Aus Leipzig: Frühkonzert. 11.30: Aus Bresltu; Mittagskonzert, 12.38: Wettermeldungen(Qr den Landwirt. 12.40: Chemie im Dienste des Landwirts. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14; Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 13.20; Der Rechtsfrleden im Haushalt. 15.36: Heitere Lieder. 16.15: Der Bauer im Volk. 16.30; Konzert. 17.30: Eine Plastik entsteht. 17.60: Doktor Ueberall erzählt. 18.10: Wiener Volksmusik. 18.30; Fünf Arten zu singen. Eine Plauderei über Qesangsstlle. 15.85: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Die Reisegesellschaft. Fünf von uns fahren um die Welt. 19.40: Zur Unterhaltung. 20.45: Gallische Hörner. Hörspiel. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Freitag, 20. Januar 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 11.30: Aus Bremen: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 18.20; Kinder schreiben sich ihre Märchen selbst. 15.35: Cellomusik. 15.85; Violinsonaten von Mozart. 16.15: Mit einer Indienschau auf Reisen. 16.30: Aus Leipzig; Nachmittagskonzert. 17.30: Das vergessene Buch. 17.40: Jugendstunde. 18.10: Das neue Buch. 18.20: Ausgleichssport der berufstätigen Frau. 18.35: Franz Johannes Weinrich liest eigene Dichtungen. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Gedenkstunde für unvergessene Bühnengrößen. 20; Zeitfunk. 20.18: Aus Frankfurt a. M.: Wir fahren durch den Harz. 21.15: Konzert. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Sonnabend, 21. Januar 6.15; Gymnastik. 6.35: Aus Königsberg: Frühkonzert 11.30; Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15; Für die Jugend. 15.48: Entdeckungen, die uns fehlen. 16.15: Blasorchesterkonzcrt 17: Zeitfunk. 17.10; Fortsetzung des Orchesterkonzertes. 18: Josef Martin Bauer liest eigene Novellen. 18.25; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.30: Konzert. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Doppelgänger Tier und Mensch. 19.30; Seemanns- geschiclnen. 19.45: Einer von 80 Millionen. 20: Die schöne Risette. Operette von Leo Fall. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. 23: Aus der Staatsoper Unter den Linden: Festvorstellung der Berliner Winterhilfe. Königswusterhausen Sonntag, 15. Januar 6.15: Aus Berlin; Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8; Uebertragung aus Berlin. 11: Deutscher See-Wetterbericht. 11.10: Dichterstunde. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12: Deutsche Weihestunde des Deutschen Relchskrlcgerbundes„Kyffhöuser" anläßlich der 62. Wiederkehr dös Reichsgründungstages. 12.55: Nauener Zeitzeichen. 13: Aus Wien: Mittagskonzert 14; Elternstunde. 14.30: Aus Berlin: Jugendbühne. 15.20: Vom Lebenskampf der Ostmark. 15.50: Zeitgenössische Spielmusik für Kinder. 16.35: Aus Berlin; Orchesterkonzert. 17.30; Kunst im Handwerk. 17.50: Mehrstimmige Volkslieder. 18.30: Junge Generation spricht. Deutschlandsender: 19.15: Musiker-Studien. 20: Das Trio. Konzert 21.10: Aus Breslau; Konzert. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Montag, 16. Januar 16:' Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.10: Die Photozelle und ihre Verwendungsmöglichkeiten. 17.30: Tägliches Hauskonzerl: Cellomusik 18; Jugendarbeit im Auslanddeutschtum. 18.25: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Das Gedicht. Deutschland- sender: 19.35: Aus Frankfurt a. M.: Unterhaltungskonzert. 20.35; Gedanken zur Zelt. 21.15: Oedipus Rex. Studienaufführung. Oper von Strawinsky. 22.18: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 17. Januar 16: Für die Frau. 16.30: Aus Leipzig; Nachmittagskonzert. 17.10; Bismarck und Boettlcher(zum 100. Geburtstage). 17.30: Tägliches Hauskonzert. Divertimento für Streichtrio. 18: Das Gesicht der deutschen Wirtschaft. 18.25; Einführung in die Beethoven-Symphonie Nr. I. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Seelische Erkrankungen. 19.30; Das Gedicht. 19.35: Politische Zeitungsschau des Drahtlosen Dienstes. Deutsch- landsender: 20: Aus Breslau: Volksschicksal im Südosten. Oberschlesien. 21; Aus Hamburg: Deutscher Volksmusik- abend. 22; Wetter-. Tages- und Sport« afhrlcMec. 2?.45: Deutscher See-Wetterbericht. Danach: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 18. Januar 16; 600 Jahre Wohnkultur. 16.30: Aus Hamburg; Nach-. mittagskonzert. 17.10: Aufgaben der deutschen Turnerei. 17.30: Die Anfänge des deutschen Volkes. 17.55; Tägliches Hauskonzert Beethovenlieder 18.30: Einheitskurzschrift für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Das Gedicht. Deutschlandsender: 19.35: Uebertragung aus Berlin. 20; Reichsgründungsfeier. 21: Aus Köln: Festliches Konzert zur Rcichsgründungsfeier. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 19. Januar 16: Für die Frau. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.10: Zum 60. Geburtstag von Werner Sombart. 17.30: Tägliches Hauskonzert, Alte Musik. 18: Alfred Mombert spricht eigene Dichtung. 18.25: Alte Lautenmusik. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 1�: Deutsch für Deutsche. 19.20: Einführung in Ernst Barlachs Drama..Der blaue Boll". 19.30: Das Gedicht. 19.35: Stunde des Landwirts. Deutschlandsender: 20: Aus Hamburg;„Der blaue Boll." Drama von Barlach. 21.15: Max Hartmann singt Lieder von Schubert. Wolf. Schumann. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Danach: Tanzmusik. Freitag, 20. Januar 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.10: Viertelstunde Funktechnik. 17.30; Große deutsche Sprachschöpfer. 17.55; Koloratur-Arien. 18.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Lebensfragen von heute. 19.30: Das Gedicht. Deutscblandsender: 19.35: Unterhaltungsmusik. 20: Aus Washington: Worüber man In Amerika spricht. 20.15: Fortsetzung der Unterhaltungsmusik. 20.35: Wiener Humor. 21.15: Uebertragung aus Berlin. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend; Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 21. Januar 16i Dramatiker ohne Bühne. 16.30: Aul Hamburtc: Nachmlttajskonzert. 17.10: Wochenschau. 17.55: Täc- liches Hauskonzert. Kinderstücke für Klavier. 18.30: Vom Rhythmus des Lebens. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Draht- losen Dienstes. 19; Stille Stunde. 19.30: Das Gedicht. Dentschlandsender; 19.35: Beethoven-Konzert. 20: Schle- sischer Sängerbund E. V., vertreten durch den Waetzold- schen Männergesangverein Breslau. Während der Pause spricht Hermann Stehr über die Schlesier. 21.11: Aus Darmstadt; Bunter Abend. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-VHWerbericht. 23: Uebertragung aus Berlin. Slatinbungen für biete Rubrik stnb B c c 1 i n GW SS. Lwbenstrnße 3. Partemachrichf en für Groß-Nerlin stet, bb ba» Beiietofetectarta. 2. Kos. 2 treppen recht», zu richten Deutscher Areidenker-verband. 17. ZUei«.(Stuppe 83, Ottsteil Lichtenberg(118./119. Abt.): Dienstag, 17. Jnnunr, 10H Uhr, bei fflegenet, Srnnffuttct Allee 230, Freidenter-Semein. jchafUabcnb, Freigelstiqe Rezitationen(Martha Zahn). Der Deutsche Freidenker. Verband im Zlamps(Rektor Arig Schmidt). Ranz-Lnartett. stein Trinlzwang. Kaste könne» eingeführt werbe». 8- Wohnungs- und Mieler-Ausschuh. Achtung. Rtietersunktionäre! Die Zeitschrift„Wohnungsbau und Miete" ist a« die Abteilungslette« versandt. 3ch bitte dieselbe von dort abzufordern. Jede Abteilung muh bei de» jetzigen Reuwahlen mindestens zwei Vertreter als Wieterfunitiouäre wählen. P a t t l o ch. * vrbeilsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer u. Lehrerinnen. Vezirksgruppe Berlin. Fachgruppe höhere Schulen. Dienstag, 17. Januar, 10H Ahr, im Källaische» Gymnasium(nahe U.«hf. Inselbrücke). Genosse Äurt Baurichter:„Schleicher« Kampf um die Jugend". * politische Funktionärinnenkonferenz Montag. 10. Januar, in den Sophien-Säle», Sophienstraße. Tagesordnung: l.„Untere Aufgaben im neuen Sampsjahr". Referenti» Senossi» Rälhe»er». 2« Aufstellung Per Vorschläge für die Delegierten der Frauen zum Reichsparteitag. Zutritt zu dieser»ansereuz haben: l. die Mitglieder de, Bezirksnarstanbes: 2. die beiden Vertreterinnen der Frauen im steeta- bzw. Abteilungsvorstand: !). die weiblichen Mitglieder der Abteilungs- bzw. streisoarstände(darunter find zu»erstehen die weiblichen stassterer. Scheistsührer, Vertreter der TAI. und die weiblichen Beisitzer im streisparstanb)! 4. die weibliche» Bezirks- und Stabt- perordneten. Die Funktioaärinnen Hoden am Saaleinäaaa als Ausweis das Mitgliedsbuch und die Aunklionäriarte oorzuzeigen.— Die Türkontrolle hat der k.»reis Mitte. Saalöfsnung 10 Uhr. Da» Frauensekretariat. * Beginn aller Veranstaltungen IS2» Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe? 17. Abt. Die Bezirksführer werben ersucht, die Stntrittskarten zur stoel. Morx°EebenIfeter beim stassterer Höhne abzurechnen. III. Abt. Die Genossen treffen sich heute, Eonntaa, 1Z. Januar, um 11 Uhr zur Hilfe für die stansumwahl bti Heimann, Waltersdorfer Sir. 100. Montag, 16. Januar. 2.«reis, streievertreteroersommlung in den A unimus hallen. Bremer etc. 73: Die Aufgaben des Reichsparteitages. Referent Dr. sturr Löwenstein, M. b. R. Parteibuch und Delegiertenkarte stnb mitzubringen. 4. kkrei». Sitzung de» erweiterten streisoorstande» bei»lug.— Fortsetzung des stUrfus Dr. starl Schröder in der Schule Danziger Sir. 23. 5.»reis. Arbeiterbildungsschule. Fortsetzung der stursusarbeit im Heim, Tilsller Sic. 4/5. Referent Genosse Auerbach. 7.»reis. Beginn de» stttrsuo Bruno Neumann im Jugendheim, Rosinen. itcaße 4: Wie überwinden wir die Arbeitslostgielt? 14. streii. 15 Uhr im Heim stanner Str. 42 Grwerbslosenznsammenkunft: stampf um die Macht. Referent Geich Schmidt.— Sitzung der Bezirks. oecordnefensccttion mit Bürgerdeputterten im Rathauo. Zimmer 187. 18. stiel». 30 Uhr im Weißenseer Lpzeum Pistdrius, Ecke Parlstrasie. Beginn des Arbeiterblldungskurses: Umbau der Wirtschaft. Referent Dr. Babing. t. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft süngerer Parteimitglied«! im Eewerisdinfts» haus Johanmsstrafje: Agrar-, Bauern, und Regierungskrise. Referent Dr. Euler. 0. Abt. 184h Uhr Ausgabe der Leaitunatidnsiarten Arminiussale. 14. Abt. 19% Uhr Zusammenkunft lUnaetct Parteimitglieder bei Lauritsen, Putbusser Sir. 11: Religion und Sozialismus. Referent 3. P. Mayer. Bht. Außerordentliche Mitgliederversammlung im Altersheim, Danziger Straße 62. Berid>le, Wahlen der Abteilungsleitung und sämtlicher Funltionäre. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Funktionäre sind 1 Stunde früher zur Sondersitzung im Lokal 2. 48. Abt. 10 Uhr Zahresgeusralversammlung im Dresdener Garten, Dresdener Straße 45: Aufgaben des Parteitage«. Referent starl Lille, M. d. R. 50. Abt. 20 Uhr Funitionärversammlung bei Liersch, Äantftv 62. 92. Abt. Pünktlich 19 Uhr Iahresabteilungsversammlung in der Karl. Marx» Schul». Desdillflsbericht. Weg und Ziel unserer Politik. Referent Erid) stuttner, M. d. L. Borschläge für Reichs Parteitag und Neuwahl der Abteilungsleitung. 97. Abt. Zusammenkunft jünaerer Parteimitglieder in der Lesehalle Nogat- Ecke Blsestraßet Eduard Bernstein und sein Werk. Referent Heinrich Zakubowiez. Otze. Oldt. 20 Uhr Funitionärsitzung in der Halle am Hufeisen. 108-, 104. und 100. Abt. Beginn des Kursus der Arbeiterbildungsschulet Wege .zum Sozialismus. Referent Dr. I. Schlesinger in der Madchenschule, Niedsrschönewride, Berliner Str. 31. 167. Abt. 20 Uhr Zufammenfunft jüngerer Parteimitglieder im Gemeinschaft». haus, Fallenberg, Richterstr. 1(alter GutshSf): Der Weg zum Soziali». MUS. Referent Erich Wenbicke. 108. und 108-. Abt. Diskussionsabrud der jüngeren Parteimitglieder trn Parteiheim Köpenick, Schloßstr. 27: Umbau der Wirtschaft. 137. Abt. 20 Uhr Vorstandssitzung mit de» Beztrk»führern im Bolkshau», Scharnweberstr. 114. Dienstag, 17. Januar. 4. Kreis. Abt. 24 bis 27. 17 Uhr Erwerbslosrnzusammeukunft im Alters- heim. Danziger Str. 02: Natlonalsozialisiische Bewegung einst und jetzt. Reser-nt Dr. HelmufH Klotz. Musikalische Unterhaltung. 5.«rei». Kreisoorftondssitzung Kadiner Str. 10— Arbeiterwohlfahrt. f. Uhr im Heim Dilsiter Str. 4.5 Erwerhslosenzusammenkunst: Innen. politische Information. Rtserent Genosse Reese. Unterhaliungsteil: Stimmen zur Zeit. Bortragend« Annt Beilhammer. Rote Kontrollkarte und Mitgliedsbuch. > I. strei»...Erweiterte' tat Rathan». Ummer 1. 14. 17, 80. 90. 99. 128. 137. strels. Arheiterdildungsschule. 20 Uhr Beginn des Kursus Dr. Alfred Braunthal in der Bergstr. 29, Saal 2: Arheitsheschasfung tut not. streii. streisvertretervexsammlung im Eeeilien-Lnzeum. Rathausstraße: Aufgaben des Relchsportcitages. Referent Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Stellungnahme zum Bezirksparteitag. Mandat und Mitgliedsbnch legiti. mieren. Apntrolle 119. Abt. streisvsrstand 19 Uhr dortselbst. Abt. Funktionärsitzung bei DHdnau, Friedenstr. 6. Abt. Mitgliederversammlung in der starl.Marx.Schule. Bericht und Neuwahlen. Abt. Mitgliederversammlung bei Becker, Britz, Ehausseestr. S7t Die Auf» Saben des Reichsvarleitages. Referent Dr. Otto Friedländer. ibt. 15 Uhr Erwerbslosenzusammenkunft im Jugendheim, Sörschstr. 14: Erwerbslosenhilfe. Referent Bruno Lösche. Abt. 20 Uhr Generalversammlung bei Heese. Berliner Str. 78: Jahres» bericht. Neuwahl sämtlicher Funktionäre. Miltivoch, IS. Januar. 6. strei». 17 �Uhr pünktlich Erwerbslosenhelfer zur Besprechung Lindenstr. 8, 0. 2. Hof. 2 Treppen. Zimmer II. strei». 20 Uhr streisoertreterversammlunz in Nahes Festsälen, Fichte» straße Kj: Aufgaben des Reichsparteitages. Referent Artur Erispien, strei». 15 Uhr Unterhaltungsnochmittag für die erwerbslosen Parteimil- glieder im Helm stanner Straße. Vortragende ffriedel Hall. strei». streisoorstondssitzung an bekannter Stelle. Abt. Bei Hufendoch. Perleherger Str. 64, Zusammenkunft jüngerer Par» teimitglieder. Referent Fritz Zimmermann. «dt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Lausch. Bredow. Ecke Wielefstraße: Die Presse als politisches stampfmittel. Refe» reut Paul Brendemllhl. Abt. Zusammentun ft jüngerer Parteimitglieder bei Wiese. Hussitensir. 6: Die Rassenftage. Referent Dr. I. Schlesinger. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder mit dem Reichsbanner, der FGJ., EAJ. in der Roten Schule, Goleitburger Straße pünktlich 19.15 Uhr: Junge Generation und Sozialdemokratie. Referent Genosse Weyer. Abt. 20 Uhr Mitglieberoersammlung bei Dabbert, Echulstr. 66. Neuwahl der Abteilungsleitung. Abt. Mitgliederversammlung bei Steinacker, MMerstr. 187. Geschäft». bericht. Neuwahl der Adteilungsleiiung. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder in der Baracke 7. Danzi. ger Str. 02. Abt. In der Epeisestelle Gleimsir. 35 Zusammenkunft jüngerer Partei. Mitglieder: Aufgaben der Gewerkschaften. Neserem Paul Bernstein. Die Mitgliederversammlung am gleichen Tage fällt au». Bitte die Partei. Nachrichten Sonntag. 22. Januar, beachten. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteinittalieder bei Pohst, Lychener Ecke Siargardter Straße: Was uns alle interessier!? Abt. 20 Uhr Heiterer Abend der illngeren Parteimitglieder Bornholmer Straße 1. Portragender: Puggi Muck. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder hei Wertalla. Hohenlohe. straße 3: Parteltaktik vor und nach dem 20. Juli. Referent Hans Bauer. Abt. Zusammenlunst jüngerer Parteimitglieder Litauer Str. 18: Die Porgänge in Ostasien. Referent Oswald Zienau. Abt. Werdeveranstaltung der jüngeren Parteimitglleder bei Ewald, Skalitzer Str. 120. Heiterer Abend. Vortragender Theo Maret. Die älteren-Parteimitglieder sind eingeladen. Abt. Schwerhörige. Mitgliederversammlung im Jugendheim Lindenstr. 4. Geschäftsbericht. Bahlen. Abt. Arbeitsgemeinschaften in den belaimien Lokalen: Parteiprogramme. Abi. Siemen« stabt. 20 Uhr Iahreemftglieberversammlung im Heidekrug. Jahresbericht. Neuwahl und Nesera! zum Parteitag. Abt. Pünktlich 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Wolter, staiserin-Augusta-Allee 52: strieg dem Kriege. Abt. 20 Uhr Generalversammlung bei Schellhase, Ahvrnstr. 15a. Jahresbericht und Neuiyahl des Vorstandes. Abt. Iahresoetsommlung in der Schulaula stönizstratze. Neuwahl der Abteilunasleitung. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Lübbecke, Karlsgarten. straße Ecke Fsntaneftraße: Wehrfrage. Refevent Hans Marx. Abt. Funktionärsitzung bei Stolze, Böhmisd)er Platz. Abt. Zahlabende tn allen Bezirken. 99., 100., 125. Bezirk bei stutzti, Leine- Ecke Hermannstraße. Referent Genosse Jablonsktt Wirtschaftskrise und Pacteiposltik. 128., 129., 184. Bezirk bei Krüger. Warthestr. 10. Referent Fritz Fengler: Wirtschaftskrise und Arbeitsbeschaffungsplätte. 130. Bezirk bei Helmke, Wartheplatz. Referent Baumann: Wirtschafts- keife und Arbeitsdeschaffungspläne. 131. /133. Bezirk. Lokal wirb bekannt, gegeben. Referent Gurlanb: Wirtschaftskrise und Arbeitsbeschafsungspläne. Die SAI.-Gruppe 10 beteiligt sich am Zahlabenb des 130. Bezirks. 99a. Abt. Generaloersammlung im Buschkrug. Jahresbericht. Zieuwahl. 108a. Abt. 20 Uhr Mitglieberoersammlung Köpenick Volksschule, Borgmann. straße 3, Gesangssaal: Aufgaben des Reichsparteitages. Referent Dr. Hans Cohn. Wahl der Delegierten zum Bezirksparteitag. 131. Abt. MitglieberversaiiUBlung des Bezirks Blankenfelde bei stöpchen. Vortrag des Genossen sturt Biging: Aus dem Leben der Naturvölker. Donnerstag. 19. Januar. Z. Kreis. Erwerbilvsenveranstaltungent Dilldenowstr. 5. 16 Uhr, Bortrag des Genossen Backhaus. Unterhaltung: SIftiede Wollmann. Putbusser Straße 16 Uhr Bortrag des Genossen Reese. 1 Stunde mit Schallplatte und Buch. Vortragende Merrn Schinz. 5. strei». streisvertrelerversammlung bei Ewest. Große Frankfurter Str. 30: Aufgaben dt» Reichsparteitage». Refevent Dr. Nub. Breitscheid. M. d. R. Stellungnahme zum Bezirksparteitag. Mandat und Mitgliedsbuch sind mitzubringen. 9. Kreis. 20 Uhr streisvertreterversammlung im Biktoriagarte», Wilhelm». aue 114: Stellungnahme zum Bezirk«, und Reich« Parteitag. 15. strei». streisvertreterversammlung tn Mörners Blumengarten, Ober. schöneweide. Ostendstraße: Aufgaben de, Reichsvarteitaaes. Referent Artur Erispien. M. d. R Aufstellung der Kandidaten. Anträge. Mitgliedsbuch und Ausweiskarte sind vorzuzeigen. 20. Kreis. Achtung! stursusverlegung des 2. Abends des Kursus: Kultur- Programm des Nationalsozialismus auf den 19. Januar, sonst Freitags i9>, his 2Ur Uhr im Lehrerzimmer der 5. Schule Reinfckendorf-West. Auguste. Biktoria-Str. 37. 91. Abt. Mitglieberoersammlung im Lokal Bergschloßhöhe. Karlsgartenstr. 6 bt« 11: Wehrsport. Referent Franz Künstler. M. b. R. 108. Abt. Mitglicherversammlung im kleinen Saal de» Stabttheatero, �iedri�str 6: Aus sahen de» Partritaaes. Referentin Mathilde Wurm, 14. 15. 9. 13. 15. 19. 20. 21. 24. 27. 30. 31. 33. 34. 44. 49. 51. 52. »2. 82. 80. 91. 93. 97. Freikag, 20. Januar. 1. strei». Kreisvertreterversammlung im Hackeschen Hos, Rssenthaler Straße 40:41: Ausgaben de» Reich» Parteitages. Referent Franz Küusller. M. d. R. 3. strei». streisvertreterversammlung in der Hochschuldrauerei, See» Ecke Amrumer Straße: Aufgaben des Reichsparteitage». Referent Siegfried Aufhäuser. M. d. R. 4. strei». streisvertreterversammlung im Eaalbau ssrietrichshain. Stellung. nähme zum Reichsparteitag. Referent starl Litke, R. d. R. Mltgliedsduch und Deleglertenkarte legitimieren. 11. strei». 29 Uhr Sreisvertretertag im Gesellschaftsbau» de» Westens, Haupt. . 30. Stellungnahme zum Parteitag. Referent Dr. Kurt Läwenstetn, d. R. 19 Uhr pünktlich streisvorftandssitzung im gleichen Lskal. 12. Kreis. 20 Uhr streisvertreterversammlung bei Schellhase, Steglitz. Ahorn» straße 15at Aufgaben de» Retchsparteltages. Referent Kurt Heinig, M.H.R. 14. Kreis. Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Heim stauner Straße 42. Portragenbec Genosse Puggi Muck. 20. stiel», streisdelegiertenversammlung in Müllers Zestsülen. Reinickendorf. West. Scharnweberstr. 14: Wehrrvagen, Herriot.Plan. Milizsystem und Sozialdemokratie. Referent Map Wesiphal, M. d. R. .128. Abt. Mitgliederoersammlung in Pankow, Berliner Str. 102: Partei und Wehrsport. Referent Artur Erispien. M. d. R. Sonnabend, 21. Januar. 7. strei«. str«i»pertreterversammlung 18 Uhr im Wohlfahrtssaal Eharlbtten- burg, Königin. Elisabeth-Str. 8: Aufgaden de» Reicheparteitages. Referent Max Wesiphal, M. d. R. Sonntag, 22. Januar. 8. strei». Ab 9 Uhr str»ispertret«rpersammlung in Koch» Festsäl«n, Fgld. straße 52: Aufgaben de» Reichsparteitage». Referent Dr. Kurt Löwen. stein, M. b. R. Aufstellung der Delegierten. Blankenburg. 18 Uhr Bunter Nachmittag für die bei Blaukenbutger Partei. genossen weilenden schlesischen Kinder bei stlug. Dorfstraße. 18 Uhr An. spräche de» Genossen Paul Löde. M. d. R. Frauenveranstaltungen. Achtung. Kreisleilerinnen für Agitation! Montag. 10. Januar, pünktlich 18V> Uhr,»ei der Fanlttvnarinnenipnse» rem am gleichen Ort wichtige Sitzung der streisleiterinnen fü»«gltntt»». Da» z«aBeaset»«tariat. ch Wir geben den Seaassinaen davon stenntui». daß die für heute aar. gesehene Kundgebung de» Sazlnlistifchen stulturbnnde» wegen plötzlicher Er. krankung aan Thomas Mann verschoben werben muß. Die auagegebenen starten behalten ihre Sülttgtett. Dan Franensekretartnt. ch 15. strei». Wegen der am 19. Januar stattfindenden streisdelagiertenver. sammlung muß die Funktionärinuensitzung auf Montag, 28. Januar, verschoben werden. 20. Kreis. Dienstag. 17. Januar, Funktioniivinnensitzung im Jugendheim Tegel, Echoneberger Str. 8. 1. Abt. Mittwoch, 18. Januar, bei stlement, Sophienstr. 6: Arbeitchlosigkeit und Familie. Referent Dr. Julius Moses. 8. Abt. Der Frauenadettd wird auf den 28. Januar perschvben. 18. Abt. Sonntag, 22. Januar, Sächsischer Abend bei Sachse. Lindawer Straße 26. Vortragende Friede! Hall. 23. Abt. Montag, 16. Januar, bei Heiutze, Barsus- Ecke Glasgower Straße: Sozialistische Borkämpferinnen. Referentin Merry Eching. 24. Abt. Mittwoch, 18. Januar, Forlsetzung der Arbettsgemeinschaft: Da» Kommunistische Manifest, Bei Winzer, Winsstr. 46. 33. 2}bt. Montag, 16. Januar, Arbeitsgemeinschaft: Die Frau in Staat und in Gesellschaft. Referentin Käthe Fröhbrodt. 45. Abt. Der Frauenabend wird auf den 28. Januar perschoben. 54.«bt. Mittwoch, 18. Januar, 20 Uhr. im Jugendheim. Rosinenstr. 4: strisennot uird reaktionäre Wirtschaftspolitik. Referent Genosse Mendel. söhn. 79. Abt. Mittwoch, 18. Januar, bei Reimann, Eedanstr. 17: Die Frau in Recht und Verfassung. Referentin Erna Tid>auer. 81. Abt. Mittwoch, 18. Januar, 20 Uhr, bei«lade, Handjerystr. 60/61: Frau in Wirtschaft und Politik. Reierenttn Herta Gotthelf. 82. Abt. Frauenabend erst am 23. Januar. 86. Abt. Donnerstag, 19. Januar, 20 Uhr. bei Görlitz, EHausseeitr. 19: Reu. wähl und Aussprache über die Arbeit im neuen Jahr. 93. Abt. Montag, 16. Januar, pünktlich 19 Uhr, im Jugendheim, stanner Straße 42, Bunter Abend. Lieder zur Laute, gesungen von Klara Bral. Musik, Rezitationen� Tassen und Kuchen bitte mitbringen. 99. Abt. Buckow. Donnerstag, 19. Januar, bei Dietrich, Buckow. West, Dorf straße l: Unser stampf um die weltliche Schule. Referentint Susanne Räder-Großmaun. lOl. Abt. Dienstag. 17. Januar. Funktionärinuensitzung in der Spedition. 196. Abt. Freitag, 20. Januar, Funktionärinnensitzung bei Blockwitz. Park- straße 8. 107. Abt. Montag, 16. Januar, im Geineinlchaftshaus Falkenbergt Gesund- heitspflege im Arbeiterhaushalt. Referentin Dr. Frieda Alexander. 110. Abt. Donnerstag, 19. Januar. 20 Uhr. bei Werner. Grünau, stöpenicker Straße 125: Will Hitler SozialisUssis? Referenti»' Käthe Kern. Hl. Abt. Mittwoch, 18. Januar bei veimaNu. Waltersdorier Str. 100:(Sc. sunde Mütter—- gesunde Kinder. Reserentiu Margarete Bartz. 122a. Abt. Dienstag, 17. Januar. 20 Uhr. bei Döring, Biesdsrf-Slld. stop: »icker Str. 1891191: Das Recht der Frau im kapitalistischen und im sozio listischen Staat. Referenti« Nora Henke. 124. Abt. Sonnabend, 21. Januar, bei Anders, Bahnbofstraße, Bunter Abend unter Mitwirkung der SAJ., stinderfteunde. FGJ. Borttagender: Franz Hosemann. Ansprache: Lisa Albrecht. 128. Abt. Dienstag. 17. Januar, im Muhleneck, Ponkow, Mühlen» Ecke Brenner Straße,„Heiterer Jahresanfang-. Vortragende: Elfrtede Wollmann Neuwahl der Leiterin. 129. Abt. Mittwoch, 18. Januar. 26 Uhr. im Türkischen Zelt(Meyerl, Breite Straße 14...Zweck und Ziele der Arpetterwotzlsahrt". Referent Gen. steuge. 135. Abt. Mittwoch, 18. Januar, zm Zugendheim Zrundsbergstr 9, Bunter Abend. Voitragende: Elfriede Wollmann. 136. Abt. Donnerstag, 19. Januar, in der Baracke Lindauer Straße.„Rattonal» sozialistische Bewegung einst und jetzt." Referent wird am Dienstag he, kanntgegeben. flftali P�A, TUcaler Sonntag, den 15. Januar Staatsoper unter den Linden 19 Uhr Die meistersinger staatliches Schauspielhaus 20 Uhr 100000 Thaler 20 uiienerinnen Konzertieren Fuss*Heuser»u/eiser uiinciairs�uiaiKmlrs usw. Heute auch-l Uhr 4 Uhr kleine Preise VOLKSBÜHNE Theater am Bälewpiatz Täglich S Uhr D 1 Norden 6S36 Oliver Gromwells Sendung v. Walter OilbrlchL Regie Helm Hilpert mit Eugen Klopfer CASINO-THEATER 8- 4 Lothringer Strafe 3 7 8�4 i ii tiiiiiiiiiiiiilin hihi ii n ii n um Iiiiiiiiiiii iiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiuii) n Täglich Bunte Bühne: Varletö, Kabarett, Theater Onkel Muz, der Ehestifter Gutschein 1—4 Personen: Parkett nur 0,60, Fauteull 0,75, Sessel 1,25 Sonntag 4 Uhr: Onkel Max, Kl, Preise. Das MtdecusU\Jacide l VtAZA Übe Schlesisch. Bhf. Tigl. 5 u. 815 u. £7 Weichsel 4031 Stgs. 2, S. 815 u. Morgen Premiere: KM&A Operette In 3 Akten Musik von Jean Gilbert Rotter- Inszenierung PLAZA 11.8", stjs.t.s.ai'ü. Heute.. letxter Tag! Nim«, poflipadour Charlottenbure Fraunhofer 0231 l�onntag, Ii Januar .IS'/s Uhr Turnus l Deutsches Theater Schumannstr.13a Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr lotuniinrng Nu Rtiihirill Prinz von Homburg von H. v. Kleist Thinig, Fihdmir, Friblidi, KajEler, Weginir, SdiSrnbcrg Kammerspiele 8 Uhr Ensembles erwerbsloser Stepieler Die Flasdie Komödie von J, Ringelnatz Inszenierung: Jean Kitsler- Müller Slädt. Oper Aida Nemeth, Amerling, Qottlieb. Fidesser. Andresen. Reinmar, Baumann, Steier Dirigent: Müller Schiller Sismarckstr.(Kole) Steinpl-(CD 6715 Täglich S' i Uhr Der Kollo-Sclilager Die Männer sind mal so Sönelnd, Heideirann Sonntag 4 Uhr Robert und Bertram nzBEKBa Th.d. Schauspieler Thuter asi SdiiflUiiertlsmm Weidendamm 3300 Täglich S'/t Uhr klÜWlMü!! Agnes Straub, Hilde Körber, Heilinger, Trenk-Trebltsch, Gnas Heute 314 Uhr Hansel und Bretel 5H Uhr Km! der Tertia Ruriürstend.TD. Kartürstendaam 209 Tel. Blsm. 1400 Täglich 8% Uhr Glückliche Reise Operette von KUnneke in der Premicrcnbe- aetxaug Deutsches Künstler-Th. Nürnberger Str. Tel. Bavaria 6466 Täglich S1« Uhr: Leopoldine Konstantin in: Die Nacht zum 17. April Schroth, Steinbeck Gebühr, Brlonne, Wolle, Plcha Theater des Westens Steinpl. 51 21 Täglich 8Vi Uhr Max Pallenberg als: BraverSoIdat Schwejk lesslng Theater raglich S'/i Uhr Grete Mosheim Hans Brausewetter Der Liebling von Paris Musik von Offinbadi Regie: Homolka metpopoi-meater I Täglich 8V. Uhr 1 Max Hansen Hundert Meter Glück (DnPilnu.liiillywoafl E. v. ilinllmaim Lilien. Lingen Sonntag. 5 Uhr Ed. LifliiensielD zarewltsch «MW« fE Feigrapngf Rdamnt Herlins BETRIEB»k KEMPIHSKI�J I Großes SchllWelhM 5.1 Ball im Savoy Gitta Ällvav Rosy Barfouy/ Cätar Ssene« »tote: Alfred Retter Sonnlag nnchm z>/, Ahr: Sieine prelle in 6er Premieren- desegung mit Gilt» Alpar Theater im Admiralspalasi Merkur 9901 20. Januar 7Vf Uhr Uraufführung FrGhlings- stürme Tauber, Xowotna, Homolka jeillNfliM Komöttientiaus Schiffbauerdamm 25 Til.D2 Weid. 6304-05 Täglich 8*4 Uhr Das Haus dazwischen mit Max Adalbert Jakob Tiedtke Rssik: Spolianskr Stettiner Sänger ' Reichshallen-Th., Dönhoffpl. 8.15, Sonntags 3.30 zu ermäBigten Preisen Das große Januar- Programm: -DielieiionErlien Varlelt IS Märdienbrannen 4» Fritdridisbiln 29—32 (am Kinigstof)' Täglich 8 Uhr Das sensatloaelle Erötfnungs- programm mit den tlitesängern Eintrittspreise- Wochentags 60 Pf. Sonnab. u. Stg. 1 M. Charlottenstr. 90 Odihaff 625 Täglich 8'U Uhr Auslandsreise mit Felix Bressan Maria Paudler Oscar Sabo, Löns, Behal, Berghof, Witt Rose-Theater C-roäe Frankfurter Stridi 132 Tel. Weiib«! 67 3422 2J0 Uhr Premiere Die sieben Raben 5.30, 8.46 Uhr Die Zirkusprinzessin Zufriedene Zinsser Kunden Frau Margarete Kuhneri, Schrveinsurt: Ich litt längere Zeil an Rheumaiismus und konnle fast garnichl mehr lau- sen. 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Januar 1933, 11 Uhr abends festomieUma der BedmttöUUetiäife Unter dem Protektorat des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg Mitwirkende Bühnenkünstler: Gitta Alpar Rosy Barsony Hilde Hildebrand Jarmila Novotna Maria Paudler Marguerite Perras Lotte Schöne Erika von Thellmann Lizzi Waidmüller Wilhelm Bendow Oskar Denes Max Ehrlich Hans Fidesser Gustav Fröhlich Paul Graetz Max Hansen Paul Heidemann Paul Hörbiger Oskar Karlweis Emanuel List Harald Paulsen Theodor Scheidl Arthur Schröder Kammersänger Richard Tauber Ernst Verebes Mitwirkende Dirigenten int I. Teil: Generalmusikdirektor Erich Kleiber Generalmusikdirektor Otto Klemperer Fritz Zweig Mitwirkende Dirigenten im 2, Teil: Generalmusikdirektor Manfred Gurlitt Ernst Hauke Hans Schindler und die Komponisten Paul Abraham Rudolf Nelson In beiden Teilen: Das Orchester der Staatsoper Gesell schaftspause zwischen dem I. und 2. Teil Leitung der Veranstaltung: Karl Weiss Vorverkauf: Staatsoper Unter den Linden, Werthcun, Tietz, K. d. 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Bericht von den stattgesundenen Lohn» verhondiungen. 2, Verbands» und Branchenangelegen- hesten. Alle Kollegen werden ersucht, bestimmt und p ü n r l i i ch zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert! Aduunpi Drfidier!»miunp! Die Vertrau ensmänner-Konferenz ber Branche fäll» am Donnerstag, dem IS. Janaar, aas, Vir OrtAvervel lang. plünderversfelüeriing Die In den Monaten April, Mai, Juni 1932 versetzten Pfänder kommen, soweit sie nicht erneuert worden sind, zur Verstelgerung: Bei Abteilung II, Eisasser Str. 74, vom Montag, dem 6. Februar 1933, ab 9 Uhr, in der Reihenfolge: Fahrräder pp, Kleider. Pelzwerk, Wäsche. Be: Abteilung I. Jägerstr. 64, vom Mon- stände der Optik, Kleider, Pelzwerk, Wäsche. Für verfallene Pfänder, welche erst nach dem Auktionsbeginn erneuert oder eingelöst werden, muH bestimmungs- gemäB die Auktionsgebühr berechnet werden Staailidiet Leihamt. «£$€€€€«««*«»»»ASSSSQ iji Adtlnng IIS, Abteilung vi Uj Für die herzliche Gratulation S Jj. an meinem 70. Geburtstage sage JJJ 5K ich auf diesem Wege meinen SJ jj besten Dank. Adolf Heckerl, SJ Lichtenberg, Frankf. Allee 196 H ssssss»» seeseeeeo m r-ic »SS Habe meine Kassen-Sprechstunde von Luisenstrassc verlegt nach Alexandcrstr.?1. Haus Berollna (Alexanderplatz) Dr. B. Hallauer Facharzt fUr Frauenleiden Sprechzeit: UV«— IV«. 6—7'/« ausser Sonnabend nachm. Tel.: Norden 5284. Neu aufgenommen: IRaöiv auch gegen Monafsraten VUiCCutz Berlin W8 Leipziger Sir. 122-25 ftametabfchoftsoetfammiung im Aeftaurant Kiade Nachf., Handjergstr.«0—«I. Referent Kam. Philippsborn:„Zurück zur Demokratie?"— Iungba: Heimabend leben Montag, ab SOVe Uhr, Volksschule Offenbachec Str. 3a.— Vortrupp: Jeden Montag, 18 bis SOTA Uhr. ebenda.- Reukölln.Beitz, 1. Kameradschaft, lU,. Zuj: Montag, 16. Januar, 30 Uhr, Mitgliederversammlung bei Wolfs, Karier-Friedrich-Str. 173.— Treptow(Iungba): Montag, 16. Januar, 20 Uhr, Lichtbiidabenb im Heim Elfenstr. 8.— Lichtenberg(Iungba): Montag. 16. Januar, 20 Uhr, Jugendheim Scharnweberstraße. Uniform. Arbeiter-Radio-Bund Deutschlands. Am Donnerstag, 19. Januar, soll eine Drisgruppe für Köpenick und Umgegend gegründet werden. Alle Partei- genossen und Bastler sind hiermit herzlichst eingeladen. Beginn 20 Uhr im Lokal Eisner, Köpenick, Kaiser.Wilhelm.Str. 3. „Sturmvogel", Flugveebaud der Werktätigen e. P., Ortsgruppe„Ost". Generalversammlung am Dienstag, 17. Januar. 20 Uhr, im Restaurant.Lum Krug" Wttchfelstr�s?. Auf der AaaesordulUig stelum u. a. die Punkte: Bericht über da» Jahr 195)2 und Neuwahl des gesamten Vorstandes. � Republikanische Rednervereiniaung. Montag, 20 llhr, Vortragsabend mit Diskusston im„Alten Askanier", Anhalter Str. 11. Es spricht Genosst» Fried- länder über„Verständigung mit Franlreich". Gäste willkommen. Verein der Driesener zu Berlin. Mittwoch, 18. Januar, 20Mi llhr, Jahre». Hauptversammlung bei Landree, Gruner Ecke Reue Friedrichstrnste. Arn 12 Januar verschied nach langer Krankheit unser allseits verehrter früherer Mitarbeiter und Kollege, der Invalide «Julius Jaenlcke im Alter von 66 Jahren. Zwar war der Verstorbene nur einige Jahre in unserem Betriebe bescnätiigt, doch hatten wir Gelegenheit, ihn schon in früheren fahren achten und schätzen zu lernen. War er doch einer der getreuen Alten, die ihr ganzes Leben in den Dienst für die Arbeiterschaft stellten. Seine Treue und Hilfsbereitschaft sichern ihm ein unvergängliches Andenken. Berlin, den 14. Januar 1933. Gesdiäitsleifuno und Personal der Vorvdrts-Bndidrnfterei Trauerfeier: Dienstag, 17. Januar, 17 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. Sozlaldemohratlsche Partei Deutschlands 68. Abteilung Halcnsce Todesanzeige Der Inhaber unseres Parteilokals, unser Genosse Hoinriih Sandmann ist am 11. Januar plötzlich gestorben. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Montag, dem 16. Januar, 143/* Uhr, auf dem Friedhof in Stahnsdorf statt Rege Beteiligung wird erwartet. Der Vorstand. Eisen-Ufiese BERLin 034 FranKfurter Allee 16 Bietet billige Gelegenheitsposten in Werkzeugen an: Bohrmaschinen Emm o.9& 0.85 Brustbohrmaschinen 1.68 „ gesdten 4.95 Spann- u. Bügelsägen m 0.88» Schrottsägen i.io Meter 1.75 Stichsägen, Fuchsschwänze...... 0.38 Schlichthobel poiierf 1.95 1,25 Doppelhobel poliert. 2.50 KlOSettSitZe mit Detkel poliert 2.35 Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei der Einäscherung unseres lieben Sohnes Herbert sagen wir hiermit allen nehmern besten Dank. Teil- Famflfo Sturm Danksagung Allen Teilnehmern bei der Bc erdigung meines lieben Mannes sage ich meinen tiefgefühlten Dank. Witwe E. Bernuth eNsTPASr9piat' Htelne Anzeigen tmrkunQSveii und btiitg. Uberschriftswort 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt; 5 mol 5%, 8 mal 7H%, 12manO%; 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20%, lOOOO Worte 25%. Annahme durch den Verlag, Lindenstr.3(K9— 5 Uhr), sämtl. Vorwärts- Filialen u. 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