Morgen- Ausgabe Nr. 27 A 14 50. Jahrg. 9?fbof»1on onb Verlag, Berlin SW 68, Cinbenftt. 3 5«nilpr«fctt<3 7 ami CänSoH 292 bu 207 CeUaroauubune) Co3ia(b«moftatAurse eingerichtet weren. Englische, französische und spanische Ansängerkurse sollen in aller Kürze wieder beginnen, die in der Zeit von 20 bis 22 Uhr im Zentrum der Stadt abgehalten wer- den. Sonderkurse sür erwerbslose Ge- sinnungssreunde sollen, wenn möglich, sür den Spätnachmittag angesetzt werden, und zwar gegen ein mäßiges Entgelt. In bestehende Kurse köniieii Gleichgesinnte jederzeit eintrete». A n m e l d u n- gen sür sämiliche Kurse sind ehestens an die Ge- fchäftsstelle der Fredika(Freunde der internatio- nalen Kleinarbeit). Genosse W. F l o e r k e, Berlin SW 19, Kurstr. 32(Spittelmarkt), 3 Tr., Vorderaufgang(Telephon: Merkur 2l9t>) zu rich- ten. Es wird gebeten, Briesporto beizufügen. „Der Pionier", die dreisprachige Zeitschrift, unterrichtet lausend über dos erfolgreiche Wirke» der Vereinigung und enthält wissenswerte Auf- sätze. Sturm auf Butterladen Juxendliche Rauher kestxenommen Von Beamten des Raubdezernates des Berliner Polizeipräsidiums sind in den letzten Tagen sechs junge Burschen festgenoinmen worden, die am Silvesterabend in die Bufterfiliale der Firma F r e s ch e in der Grunewaldstrahe mit vorgehal- tenen Pistolen eindrangen imd 700 M. erbeuteten. Wie festgestellt werden konnte, haben die Täter fast den ganzen Betrag einer kommunistische» Jugendorganisation überwiesen. Die jugendlichen Räuber sind dem Vernehmungsrichter vorgeführt worden, der gegen alle Hastbefehl erlassen hat. * Auf dem Hof des Hauses Alexanderstraße 22 wurde in der vergangenen Woche der Kassen- bot« einer Berliner Zigarettenfabrik über- fallen und niedergeschossen. Der Kossenbote sollte mehrere tausend Mark zu einer Bankfiliale bringen, als sich ihm zwei Männer entgegen stellten und ohne ein Wort zu sagen feuerten. Der Raub mißlang und die Täter flüchteten. Der Polizeipräsident hat für die Ergreifung der Täter 300 M. und dst Zigorettensirma 200 Mark Belohnung ausgesetzt. Keine Grippewelle Berlin nicht hedroht Zu Befürchtungen, daß eine Grippe- e p i d e m i e im Aipzuge sei und auch Berlin de- drohe, liegt zur Zeit keinerlei Zlnlaß vor. Die zahlreichen Grippeerkrantungen, die aus Eng l a n d und Frankreich gemeldet werden, be- deuten an sich für Deutschland noch keine Gefahr. In Berlin haben wir es, wie von zuständiger medizinischer Stelle mitgeteilt wird, gegenwärtig nur mit den für die winterliche Jahreszeit typischen Erkältuiigskrankheiten zu tun. Eine die ganze Bevölkerung«rsasiend« Statistik über die Grippe gibt es nicht. Stärkeres Auftreten no» Grippefäüen kann man jedockz an einer ent sprechenden Inanspruchnahme der Krankenkassen- einrichtungen und einer steigenden Belegung der Krankenhäuser erkennen und daraus dann Rück- schlüsie über den Umfang der Grippeerkrankunge» in der gesamten Bevölkerung ziehen. In einem Büroraum der Schwerdtfeger Film- Produktion in der Sponholzstr. 31 in Schöneberg geriet gestern abend aus ungeklärter Ursach« ein 2000 Meter longer Kulturfilm in Brand. Durch den erplosivartig auslodernden Film wurde die Einrichtung des Raumes sofort in Brand gesetzt. Ein junger Assistent der Gesellschaft, ver mft seiner Mutter in den angrenzenden Räumen wohnt, er- litt«ine leichte Rauchvergiftung. Das Treppen- Haus wuode durch das Feuer völlig verqualmt, so daß sich der Mieter eine begreifliche Erregung bemächtigte. Bon der Feuerwehr wurde der Brand in kurzer Zeit niedergekämpft. Etwa 4000 Meter Film, die in Kafletten lagerten, konn- ten gerettet werden. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch ungeklärt. Sprachkurse für Arheitende Intensiv betriebene internalionole Kleinarbeit Hat der„F r o d i k o" auch im vergangenen Jahre weitere Gesinnungsfreunde in den 28 Ländern ihres Wirkungskreises zugeführt. Um chre kul- Flug über Gübatlantik Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 16. Januar. Das französische Flugzeug„Re g e n b o g e n", das vor kurzem in zwei Etappen von Marseille nach St. Louis am Senegal(Südafrika) geflogen war, ist am Montagmorgen um 4.45 Uhr zu einem Flug über den Südatlantik in Richtung Natal(Brasilien) gestartet. Die Be- satzung des Landslugzeuges besteht aus sechs Per- fönen, darunter den Konstrukteur des Apparates. Der Konstrukteur Hot bei der Abfahrt erklärt, er hoffe die 3200 Kilometer lange Strecke in 14 Stunden zurücklegen zu können. Der Zweck des Fluges besteht nun darin, die Verwendbar- lest des neuen Apparates für Ozeanflüg« fest- zustellen. Das Flugzeug ist am Montognach- mittag um 16.48 Uhr örtlicher Zeit in Natal (Brasilien) glücklich gelandet. Genosse Wilhelm Bäumler. Schöneberg,»tun- hildestroße 6, der zu den Milbegründern der Schöneberger Parteiorganisation gehört, wird heute 75 Jahre alt. Bereits 1885 sahen wir Wilhelm Bäumler bei der Gründung des Schöne- berget Arbeiker-Bildungsvereins des späteren Wahlvereins, tätig mitwirke.. Auch kommunal- politisch war Bäumler jahrzehrteiong tätig. Fast 20 Jahre gehörte er als Stodwerordaeter der Stadtverordnetenversammlung in Schöneberg an. war Armenpsleger, Gewerbegerichrsbeisitzer und später Kaufmannsgerichtsbeisitzer Auch in der Konsumgenossenschastsbewegung gehörte Bäumler zu den Mitbegründern. 29 spanische Blonarchisten, die nach der iveit- asrikanüchen Kolonie Rio del Oro deportiert und vor zwei Wochen geflüchtet waren, sind jetzt in Portugal gelanget. Hungermarsch" vor Gericht Bfl!lAl>rauchi von Jugendlichen durch Kommunisten Wieder eine Ladenplünderung vor dem Schncllschöffengericht Wenn man früher bei solchen Anlässen behauptete, die Laden- Plünderungen seien nicht der Ausbruch elemen- taren chuitgergefühls, sondern planmäßig von un- verantwortlichen kommunistischen Elementen organisiert, so wurde dies stets mit Entrüstung zurückgewiesen� Jetzt erfuhr man aber aus dem Munde jugendlicher Zeugen iin Alter von IS bis 18 Jahren, in welch unerhörter Weise sie zu einem kommunistischen„ch u n g e r m a r s ch" mißbraucht worden sind. Angeklagt waren der 24jährige Kurt N a st und der 2ljährige Max Tenner wegen Rädels- f ü h r e r s ch a f t und schweren Raubes. Die jugendlichen Zeugen werden vom Jugendgericht abgeurteilt werden. Sie schildern, wie es zu einem solchen„Hungermarsch" gekommen ist, wobei die Bollcfiliale in der Schönhauser Straße unter Vorhalt von Revolvern ge- plündert wurde. Im Warteraum für Jugend- liche beim Arbeitsnachweis Gormannstraße er- schienen mehrfach Nationalsozialisten und auch der als Vertrauensmann für jugendliche Arbeitslose gewählte Kurt Nast und luden die jungen Leute ein, ihre Verkehrslokale zu besuchen. Kurz vor dem 19. wurden hier Zottel verbreitet, in dem die jungen Leute aufgefordert wurden, sich am 19. Dezember am Hungermarsch zu beteiligen. An diesem Tage erschienen gegen 19 Uhr in dein Warteraum für Jugendliche in der Gormannstroßc die beiden Angeklagten. Kurt Rast forderte aus, diejenigen, die sich am Hungermarsch beteiligen wollen, in dos kommunistische Lokal zu kommen, etwa IS junge Burschen im Alter von 15 bis 18 Jahren leisteten dieser Aufforde- rung Folge, im Bereinszimmer des Lokals wurde eine kleine Ansprache gehalten. Die Jungen wurden in Gruppen von je vier eingeteilt und dann ging man zuerst zur Lebensmittelzentrale von Aschinger. Rast war der Sprecher. Er forderte für jeden der Jugendlichen ein Lebens- mittelpaket. Als dies abgelehnt wurde, drohte er, dann würde man sich selbst was holen, dann ging e- zu Aschinger am Alexanderplatz, hier verlangte man Essen, hielt an das Publikum eine kleine Ansprache, als die Ausgabe von Mittagessen ohne Bescheinigung abgelehnt wurde, und begab sich schließlich zur Filiale von Bolle, drang in den Laden ein und plünderte Lebensmittel. Die An- geklagten bestreiten, mit Revolvern gedroht zu haben. Das Gericht oerurteilte die Angeklagten wegen schweren Landfriedcnsbruchs zu ein Jahr sechs Monaten Gefängnis. In der Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirektor Steinhaus aus, daß nach dieser Verhandlung gar kein Zweifel darüber bestehen könne, daß politische Drahtzieher hinter den angeblichen Hungerplünde- rungcn stünden. ★ Die Tatsache, daß der frühere kommunistische Reichstagsabgeordnete Rechtsanwalt Dr. Fritz L ö w e n t h a l dem Angeklagten feine Mißbilli- gung ausgesprochen hat, ändert nichts an der Fest- stcllung des Gerichts, daß die ganze Verantwortung für die künstlich inszenierten Hungermärsche und Geschäfts- Plünderungen die Kommunistische Partei trifft. Die ganze Verantwortung fällt auch auf die Kommunisten dafür, daß fünf von den Jugend- lichen, die den„Hungermarsch am 19. Dezember niitgeinacht haben, mehrere Tage in Uniersuchungs- hast verbringen mußten. Die Jungen wollten unter keinen Umständen die Namen der Drahtzieher nennen. Die Behörden erachteten es aber für notwendig, diese endlich einmal sestzustellen. Da Gefahr vorlag, daß die Jungen in Freiheit van den beiden gestrige» Angeklagten und von ihren Kumpanen beeinflußt werden könnten, so wurden die Jungen mehrere Tage in Hast be- halten. Ein kommunistisches Abendblatt hat aber am 39. Dezember wegen dieser Inhaftierung eines Vierzehnjährigen Krokodilstränen vergossen. Mit großer Schlagzeile brachte es eine Notiz„Ein Kind sechs Tage eingekerkert". Durch wessen Schuld, — darüber schwieg das Blatt. Das soll hier aus- drücklich festgenagelt werden. Die kommunistische Presse hat noch niemals ein Wort der War- n u n g vor diesen sinnlosen Aktionen gefunden. Vier Häuser oerschüttet i�atastroplie durch Erdrutsch Paris. 16. Zanuar. 3n dem Weinort Bochecorbon bei Tours ereignete sich ein bedeutender Erdrutsch, wobei vier Häuser zum Teil verschüttet und drei ihrer Bewohner getötet wurden; mehrere Bewohner wurden verletzt. Ein Brand, der in einem der verschütteten Häuser, wahrscheinlich infolge Bruchs der Gasleitung ausbrach, konnte von der Feuerwehr noch kurzer Zeit gelöscht werden. Eine Abteilung Soldaten ist mit den Ausräumungsarbeilen beschäftigt. Lteioe gegen Japaner Gegen die Wohnung des japanischen Militär- Attaches und gegen die Scheiben des japanischen Handelssekretariats am Kurfürstendamm wurden gestern abend von Kommunisten Steine geschleu- dert. Durch die Steinwürfe wurden aber lediglich die Scheiben benachbarter Wohnungen zertrüm- mert. Die Steine waren mit Papier umwickelt mit Aufschriften wie;„Jungarbeiter Berlins schützen die Sowjetunion!"— und„Gegen japanische Kriegstreiber". Anheilovlle Operation t�rzt und Patient tot Varel(Oldenburgs 16. Januar. Im Vareler Krankenhaus hatte der Arzt Dr. Buken gegen 18.45 Uhr an dem 2.Zjährigen Patienten B u s ch e r eine Operation vorzunehmen, um einen Kinnabzeß zu entfernen. Hierbei ent- deckte Dr. Buken eine starke Eiterung im Halse des Patienten, die nach vorn durchzudringen drohte. Wäre diese Eiterung nicht geschnitten worden, so wäre der Erstickungstod eingetreten. Während dieser etwa eine Stunde in Anspruch nehmenden Operation wurde Dr. Buken von ginem Plötz- lichen Unwohlsein befallen. Er begab jich in ein anderes Zimmer, wo er von einer Ohnmacht bejallen wurde. Wenig später oerschied er an einem Herzschlag. Ein zweiter Arzt konnte den Patienten nicht mehr retten, so daß Buscher iniolge Verblutung ebenfalls verstarb. Es besteht auch die Möglichkeit, daß sich Dr. Buken bei der Operation eine Bluwergiftung zu- gezogen hat, da er eine kleine Wunde an der Hand aufwies und über Schmerzen an der Hand klagte. Dr. Buken war 38 Jahre alt und schSn seit mehreren Jahren im Vareler Krankenhaus tätig. Wie wird das Wetter? 3o Berlin: Vorwiegend bedeckt, zeitweise geringe Schneefälle, mäßiger Frost, südöstliche Winde.— 3n Deutschland: Im Nordwesten zeitweise Temperaturen über Null. Im übrigen Reiche müßiger, im Nordosten strenger Frost; allgemein stark bewölkt und überall zunehmende Neigung zu Schneefällen. Freie Sozialistische Hochschule. Sonnabend, 21. Januar, 19� Uhr. Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3, Vortrag des Pro- felsor Dr. Karl Landauer über:„Vom Ka- pitalismus zum Sozialis mu s". Ein- laßkarten an den bekonnten Stellen. Den 10 Millionen Toten des Krieges, den 29 Mil- lionen Kriegskrüppeln und den 39 Millionen Ar- beitslosen war die Matinee gewidmet, die die Deutsche Liga für Menschenrechte am Sonntagvormittag im Kabarett der Komiker vor ausqprkaustem Haus veranstaltete. Die ersten Dar- bietunge» gölten vornehnllich dem Andenken Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs. Agnes Straub las meisterhaft jenen bsreits bekannten, von tiefstem Mitgefühl für gequälte Tiere und ge- quälte Menschen durchpulsten, aus dem Gefängnis geschriebenen Brief der Luxemburg. Ernst Toller hatte sein Rotes Requieiii den trotz Amnestie noch immer in Gefängnissen schmachten- den politischen Gefangenen, Kurt L Hey mann fein„Dreißig Millionen" den Arbeitslosen ge widmet. Eriy't Büschs„Säckeschmsißer" und , Drilles Reich" wurden inst Recht laut und lange bejubelt. Ludwig Hardt, Walter Mehring. Hans Hxrmann Schausuß.Roda Roda und Hans Ret t�a n n halten zum Gelingen der Ber oustaltung, dll po» Paul Nikolaus gcfchickt, nett und diskret konferlqxt wurde. Einiendungen für Vtelc Rubrik find v- r l i» SW LS. eindeuitrohe 3. Groß-Berlin stets an das Bezirkssetrelaria. 7. So>. r Trevuru recht». ,u richte» Dir Reue freie Echulgemeinde Berlin-Mitte veranstaltet Danucrstag, 1». Januar, tu. 30 Uhr, in der Aula der IS», weltlichen Schule, Angustftr.«7— 6«, einen Bunte n Abend, Muslkstücke des Schularchesters, Eltcrachvr, heitere und ernste Reiitationen, artistische und liinstlcrischc Darbietungen, Der Ertrag ist für den Werk- und Rabelarbeitsunterricht bestimmt. Wir bitten unsere De- nasse», diese Vcranstalinng unterstnNen, Uniostenbeitrag 30 Ps,, Erwerbslose 10 Ps, Karten sind in der Schule zu haben. Beginn aller Veranstaltungen 195- Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! I. strei«. Freitag, 20. Januar, Kreisvertreterversammlung im Hackcschen Hof, Roscnthaler eckr. 40— II. Aufgaben des Reichsparteitages. Referent: Franz .ssitnstler, M. d. R, Ohm Mitgliedsbuch und Delegiertcnausweis kein Zutritt. ä, tkrei«. Ärbeitcrbildungsschule. Freitag, 20. Januar, täZH Uhr, Filmvor. trag: Aus dem Alltag empor, Referent: Paul Mielitz. Musikalische Um- rahmuna und Rezilationc», Genosse Luh-Hacdrich in der Schulaula Rllders- dorfcr Straße, Wir bitten die Erwerbslose» um rege Beteiligung. Teil- nahm- kostenlos. Beide Äontrolltarlen. II. Kreis. Donnerstag, 10. Januar, 20 Uhr, Kursus Gregor Bienstock bei Bill, Martin-Luthcr-Str, 00, Planwirtschasi und Sozialisicrung. 12. Kreis. Donnerstag, 10. Januar, td>„ Uhr. Erwcrbsloscnzuiammenkunft in dem Speiscraum der Schule Stcgli'g, Friesenstraße. Rassenfrage. Rese» rent: Dr. I. Schlesinger. 14. Kreta. Der iür Freitag, 20. Januar, vorgesehene Bortrag des Genossen Dr. Friedländcr in dem Kursus:„Politik und Pspcholoaic" muß insolge anderweitiger Partcivcrpflichtungen um 8 Tage verschoben werden. 17. Kreis. Arbctlcrbildungsschule. Der Kursus Solomon Schwarz:„Unser Weg zum Sozialismus" muß wegen der heute stattfindenden Krcisvcrtreter- stßung verschoben werden. Er beginnt bestimmt am 24. Januar, 20 Uhr, in der Bibliothek, Weichselstr. 28. 18.»reis. Donnerstag, 10. Januar, lö Uhr, Erwcrbslosenzusammenlunst in der Aula Pistorius- Ecke Parkstrahe. Religion und sozialistische» Weltbild, Referent: Eurt Blging. 18. Abt. Mittwoch, 18. Januar. Mitgliederversammlung in der Löwen. Brauerei, Höchste, 2. Jahresbericht, Neuwahl, 22. Abt, Mittwoch,>8. Januar, Mitgliederversammlung in der Hochschul. brauerei, Amrumer Straße(Gelber Saal). Jahresbericht und Neuwahl des Borstandes, 23. Abt. Mittwoch, 18, Januar. Mitgliederversammlung im großen Saal der Hochschulbraucrci Rcichsparteitag. Rcserent: Franz Kllnstler. M. d. R. Neuwahl der Abtcilungsteltuug. 25. Abt. Mittwoch,>8. Jaiiuar, 20 Uhr, gusammenkunft jüngerer Partcimit. glicdcr im Jugendheim Schönlanker Str. II, Baracke 0. Der Mebrwert im Kaviinlismus und im Sozialismus. Die Mitgliederversammlung findet um- ständehalber nicht am Mittwoch, sondern am Donnerstag, dem 10, Januar, im Saalban FriedrichsHain(Mitlelsaat) statt. Jahresbericht und Renwahl des Porstandes. 2«. Abt. Mittwoch,>8, Januar, 20 Uhr, Zusammenkunft jüngerer Parle: Mitglieder bei Puchholz. Wie diskutiere ich mit meinem politischen Gegner? Referent: Wilhelm Tietgens. Donnerstag, 19, Januar, 20 Uhr, Sitzung der Zeitringstommissson bei Klug, Die Bezirksfllhrcr werden gebeten, die ausgegebenen Kartothekkarten ahzuliesern. 38. Abt. Mittwoch, 18. Januar. Zusammenkunft jüngerer Partcimifglicder bei Lojak, Beymeslr. 8(nicht bei Wcrtalla). 44. Abt. Donnerstag, 10, Januar, bei Ewald, Elalitzer Str. 120, wichtige außerordentliche Funktionärsstzung, 74. Abt. Mittwoch, 18, Januar, 20 Uhr, Mitgliederversammlung im Wald- Haus Spandaucr Straße, Neuwahl der Abteilungslcitung und Funktionäre, 74-. Abt. Mittwoch, 18. Januar, 2V Uhr, Jahresversammlung bei Schneider, Potsdamer Str. 25. Jahresbericht und Neuwahl des Borstandes. 81. Abt. Mittwoch, 18, Januar, 20 Uhr, Zusammenkunft jüngerer Parteimit» glicder- bei Baginski, Stubenrauch- Ecke Bitsingstraße. Grundprobleme des Marxismus, Genosse Gurcwitsch, A !>». Abt. Mittwoch. 18, Januar, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im Keller Sannemannstraße, Die sllr beute angesetzte Elternversammlung der Kinderfreundc fällt wegen der Äbtcilungsmitglicderversammlung aus, Späterer Termin wird noch bekanntgegeben. IOC. Abt. Mittwoch, 18. Januar, bei Ruppert, Neuköllner Str. 257, Lichtbilder- Vortrag: Die neuen Heiligen. Referent: Wilhelm Schmidt, >03, Abt. Mittwoch, 18. Januar, Zusammenlunft jüngerer Parteimitglieder bei Trompter, Lnisenstr. l. Referent: Dr. Fraentel. Donnerstag 19. Januar. Kreisvertrcterversammlnng in Moerners Blumengarten. Alle Mitglieder haben als Gäste Zutritt. 1l7. Abt. Mittwoch, 18 Januar, Abtcilungsvcrsammlung in Kerns Festsälen. Jahresbericht, Neuwahl. 125. Abt. Mittwoch, 18. Januar, 20 Uhr, Jahresversammlung in der Berliner Kindl-Brauerei, Weißcnsce, Berliner Allee sSchloßparkl. Jahresbericht und Neuwahl des Vorstandes, Bortrag des Genossen Dr. Otto Friedländcr. 129. Abt. Freitag, 20. Januar, 20 Uhr. Mitgliederversammlung im Türkischen Zelt, Marktplatz. Jahresbericht und Neuwahl des Borstandes. Stellung. nähme zum Bezirksparteitag. los. Abt. Mittwoch. 18. Januar. Diskufssonsabend im Lnzcuv: Steinbergstraße. Umbau der Wirtschaft. Referent: Fritz Höhne. Gäste willkommen. Frauenveranstattungen: 5. Kreis. Freitag, 20. Januar, beteiligen sich die Genossinnen zahlreich an der Filmveranstaltung der Arbeiterbildungsschule um IZx� Uhr in der Schul. aul» Rüdersdorser Straße. 18. Kreis. Der Kreisirauenabend findet mit Rücksicht auf den Referenten erst am 30. Januar statt. 1». Kreis. Die kleinen Gäste aus Schlesten. aus dem Erzgebirge und aus Pommern lreffen..sich Mittwoch..18. Januar, P*..Uhr. an der Endbalte stelle des Autobus- 42(Beißcnsee.Paniow) zur'Besichtigung des Konsums ■ in Lichtenberg(Uinsteigesahischem läsen)....., l. Abt. Mittwoch. 1.8. Januar. Fraudnadessd. Außer dem Partrag des Genossen Moses Rcnistahl. 58. Abt. Der Frauenabend findet nicht heute(Dienstag), sondern Donnerstag, 10. Januar, 20 Uhr, im Rankehaus, Rankeftr. 4, statt. Bortrag der G-° noffin Zicsemer. Neuwahl der Frauenleituna. 1.30. Abt. Donnerstag. 10. Januar, in der Baracke Lindauer Straße. National- sozialistische Bewegung einst und jetzt. Referent: Heinz Läwi. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Mittwoch, 18. Januar, 20 Uhr, Bezirksamt Prenzlauer Berg, Zimmer 4, Zusammenkunft der Gruppe Iugendwohlfahrt. Thema: Jugendfürsorge. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Die allgemeine Selserversammlung der Arbeiierwohlfahrt findet am 24. Januar im Altersheim statt. Am lli Dienstag, dem 17. Januar, 20 Uhr, wichtige Sitzung aller Hauspflege. Funktionärinnen im Altersheim, Dauziger Str. 63. 16.»reis Köveuick. Voranzeige! Sonntag, 22. Januar, 141.) Uhr, & läuft im Lichtyalaft Köpenick, Grilnstr, 10, der Film.Hauptmann von Köve- i| nick" mit einer Ansprache Ncferent wird noch bekanntgegeben. Eintritts- N fl preis 30 Pf. Losabschnitte haben keine Gültigkeit mehr. ''-l i r~ i— t_l— iml I I 20. Kreis Reinickendor!. Der Kursus„Sozialversicherung", Leitung: Genosse Dr, Hanisch, in der Neuen Schule, Wittenau, fällt heute aus. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Achtung, Kreisleiter! Die Porstaudssitzuug mit Kurt Läwenstei» siudet am Montag, dem 23. Januar, 18 Uhr, statt. FriedrichsHain. Donnerstag, 10, Januar, Kreisheljersitzung im Kreisheim Beginn 101» Uhr. Partei- und S9tI.-Büchcr zur Kon. trolle mitbringen. Sonntag, 22, Januar, Iceisen sich alle Helfer um 91- Uhr Landsberger Platz zur Besichtigung des Krankenhauses . FriedrichsHain. Falken haben iäglicki Zutritt zur Eisbahn auf dem Sportplatz Friedrichshain. Karten sind beim Samariter zu hohen gegen Bor. zeigung des Falkenausweises und 5 Pf. Kreuzberg. Die Abteilungsleiter senden postwendend ihre Berichte an den Kreis ein. Alle Falken treffen sich bei Frostwetter täglich um 14-, Uhr mit Schlittschuhen und 5 Pf. vor der Eisbahn Am Urban. Faltenausweis nicht vergessen. Köpenick. Mittwoch, 18. Januar. 20 Uhr, beginnt in Köpenick, Jugendheim Tahlwitzer Straße unser Nrstfaltcntnrsust Alle Nestsaltenhelfer nehme» daran teil. Weißensre. Boranzeige! Freilag, 27. Januar, Neugründung der Gruppe. Rcinickendors. Donnerstag. 10. Januar. Turnhalle Wittenau. 16 Uhr de. ginnt unser I. Hilse-Kursus. Pllnltliches Erscheinen ist notwendig. I7>� Uhr ebenfalls dort Fallenvolloersammlung. Helfer und Falken bringen die In- strumrntc mit. Bei Frostwettcr täglich Eisbahn an dem Stcinberggriändc. Falkenansweis und 5 Pf. mitbringen. Eterbeiafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 2«. Abt. Am 18. Januar verstarb unser langsähriger Parteigenosse, der Zimmerer Friedricki Kätel, Dunckerstr. 1-1, im bil. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung erfolgt am Mittwoch, dem.15. Januar, 13 Uhr, im ftrematonum Gertchtstraße. Um rege Beteiligung ersucht der Abteilungs- vorst onb. 95. Abt. Unser Genosse Gustav Gülzow, Neukölln, Elbestr. 3-3. ist nach schwerem Leiden gestorben. Ehre seinem Andenken. Die Trauerscier findet am Mittwoch, dem 18. Januar, 15 Uhr. im �Krematorium Baumschulenweg statt. 109. Abt. Am Sonnabend, dem 1-1. Januar, verstarb unsere Genossin Elisabeth Oslat im 52. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 18. Januar. 16 Uhr. auf dem Friedhof in Friednchshagen statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. s Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Zerlin E-.ntendungen litt diel- Rubrik nur an das Jugends-kietariat Berlin SW 08 Lindenstraße 2. vorn I Treppe recht». Heute. Dienstag. 17. Zauuar. 20 Uhr: Arkouaplatz: Ellisabethkirchstr, 10,§ 218.— Sewerkschastshaus: Waisen. straße 18. Lichtbilderabend,— Roseuthaler Vorstadt: Zehdentckcr Str. 17. Luxem» buig.Liebknecht-Fcicr.— Zentrum: Köpenickrr Ztr. 02,— Bruunenplatz: Pank. Ecke Wicsenstroße. Land und Leute l» Rußland.— Gesundbrunnen II: Kolonie» straße 22, Fragckastcnabcnd.— Humboldthain: Beluch der Heimabende der Weddinger Gruppen,— Norden: Putbusscr Sir. 22. Kamptliederabcnd,— Schillerpark: Schule Schöningstr,>7, Tagespolitik,— Aidding: Willdenow. straße 3. Die Frau in der Sowsetunion.— Wedding Nord: Turinor Ecke See- straße, Geschichte der deutschen Republik,— Aruswalder Platz l: Schönlanker Straße 11. Bekämpfung der Volkskrankheiten.— Arnimplatz: Sonnenburger Straße 20. Musikalischer Abend.— Balkan: Mandelstr, 8. Tagespolitik,— Rardast I: Dauziger Ett. 02. Reichstagssitzung.— Seneselderplatz: Kastanien- aller 82. Tagespolitik,— Weißeusce: Easeler Sir. 2. Exp-rim-nttcrabenö,- Haseuhcitc: Äassertorstr, 4. Militarismus— Abrüstung,— Kopeunier Viertel: Mantcnffelstr. 7. Heimabend.— Reicheuberger Biertel: Peuhenocrger«-r. Od. Zeitgenössische� Musik,- Südwest: Linoenstr. 4, Frett Ausgestaliuna,~ Frievenau: Ofscndachcr Str. Liedbrabend,— Schönederg 1 iui.-J,); Ha Up:- straße Ii. St? qzrarchistisckie Bewegung.— Schon« berg U; �aptttr. 1,1. Karl Marx uftd seine Lehre.— Schöutbeeg III: Hanvtftr. 15.?>$* proletansche Mäd.-I I.— Eharlottenburg: Nvstnenstr, 1. Meine Erlebnisse au!(>er Walze.— Edarlotteubura-Rord: Kaiserin-Augusta. Allee 07k, Arbeitsgemeinscha)�,— SSG- Westen: lllö Uhr, Rosinenftt, 4, Jahresmitgliedcrversammlung,— Slcmcui stobt: Schule Jungserichetdewca. Die Ausgaben der Gewcrlschasten.— Westend: Sportplatz Westend. Tagesponttk.— Wilmersdorf: Wilhelmsaue 128, Heim abend.— Lanlwitz: Annastr. 12. Bas bat jeder Funktionär für Arbeit zu leisten?— Steglitz I: Albrechtstr. 47. Gcgenwartsauiaaben der Partei,— Zehlcndors.Dahlem: Zinnowwaldschale, Schliessen- Ecke Bölckcstraße. Italien.- Lichtenrade: Doristr. 36. Wie diskutiere ich mit meinem Gegner?— Reu- Tempelhos: Schulbaracke Wintgensstraßc. SAJ, vor neuen Ausgaben und öieleit. — Tempelhof: Götzstraße Tagespolitik.— Britz: Hannemannitr, 40. Tages- polittk.— Renköllu I: Sander. Ecke Hobrechistraßc, Proletarische Wehrhaftig» kcit.— Neukölln Uli Ziethenstt. 58, Die ersten Jahre der KPD., I. � Reu- kolln IV: Kanner Straße. Luxemburg-Liebknecht. Feier.— Neukölln VII: Karl Marx-Schule, Kaiser-Friedrich-Str. 208. Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und ihre Ermordung.— Neukölln VI: Treptower Str. 95. Tagespolitik.— Neu- löllu Vlll: Niitliftraftc.-Mitgliederversammlung.— Jüngere: Warum ltzn ich in der SAJ.— Neukölln IX: Schule Mariendorier Weg. Luxemburg und tzliel'- knecht sind ermordet.— Neukölln X: Gesamtgruppe, Bergstr. 20, Lnxgtn- bürg— Lenin,— Neukölln XI: Ftughafenstt. 08. Arbeitsgemeinschaft.— Schönewcide!: Berliner Str. 81. Birtschaftsirage».— Köpenick l: Grünauer Straße 5, Einführung der Roten Falken.— Köpenick II: Dahlwitzer Str. 15. Was will der Faschismus?, II.— Lichtenberg-Rordweft: Dossestr. 22. Leseabend. — Kermsdors: Rooustroße, Die Jugend in der Fürsorge.— Lübars: Frei» williger Arbeitsdienst und Arbeitsdienstoflicht.— Retuickeudorf-Ost: Linbaüer Straße, Baracke. Bunter Abend,— Wittenau: Hauptstr, 18. Humoristischer Abend.— Karow: Frundsbergstt. 9. Führt Demokratie zum Sozialismus?— Pankow I: Görschstr. 14, Karl Marx. Gewerkschasts-Fuaenö Berlin Heute, Dienstap, 17. Januar, tagen folgende Gruppen um 19*£ Uhr: Moabit: IilAendheim Bremer Str. 69— 70. Hoscmann bringt: Streifzuge durch dke sächsische Schweiz und sächsischen Humor.— Spandau-Wit- Helmstadl: Jugendheim Sportplatz Seeburger Strohe. Gewerkschaften und Streik.— Treptow: Iuaendheim. Elscustr.-!. Gewerkschaftliche Jugendarbeit. — Schöneweide: Jugendheim Niederschöneweide, Berliner Str. 31(Mädchen- schule, im Keller). Reihenvorirag: Wir und das Recht.— Adlershof: 3u- gendheim Bismarckstr. 1. Ein Abend mit Martha John.— Pankow: Jugend- heim Äissinaenstr. 48, Zimmer 5. Die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands und der Oststaaten.— Arkouaplatz: Jugendheim, Schule Elifabethkirchsfr. 19. Die neue Frau.— Rcu-Lichtenberg: Jugendheim Gunterftr. 44. Querschnitt durch die Arbeiterliteratur.— Frankfurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18. Die Grundlagen des Marxismus.— Ost ende: Jugendheim Karlshorst, Treskow- allLe 44(Kant-Schule). Für und wider die Beligion.— Otthafen: Jugend- heim Goßlerstr. 61(Notes Zimmer). Das lustige Buch, die lustige Schallvlatte. — Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. 22. Etwas Uber Astrologie.— Lands- dergcr Platz: Jugendheim Diestelmeyerftr. 5. Arbeitsabend.— Sermannplatz: Jugendheim Sander- Ecke Hobreckn straft*. Unsere Arbeitsgemeinschaft tagt.— Nordosttreis: Jugendheim Sonnenburgek Str. 20. Aus der Praxis der gewerk. schaftlichen Jugendarbeit. @.�ut?envaruvpe des 2?entra>verbani>e6 Ver AnaeffeUten Heute. Dienstag, finden folgende Veranstaltungen statt: Gesund. bLvaucu: Jugendheim Schönstedtstr. 1. Das Programm wird auf der Veranstaltung bekanntgegeben.— Lichtenberg: Jugendheim Gunterftr 44. Ar» beitsgemeinschaft: Sozialismus als Kulturbewegung.— Nordwest- Jugendheim Lehrter Str. 18—19. Arbeitsgemeinschaft: Ideologie und Taktik der Ange° stelltenbewcgung. Leiter: Weiftstock. Vortrage, Vereine und Versammlungen Reichsbaaaer„Schwarz-Rot-Gold". Gelchafts stelle: Berlin S 14 Sebastionftr 37— 08 Ho» 2 Tr. VF* Rcutalln-Britz. 3. Kameradschaft. Dienstag. 17. Januar,'20 Uhr. .aawerodschastsgeneralner.sammlung bei Schräder. Stcinmetzstr. 52. Bccctü Freie$ammUt Berlin, Dienstag. 17. Sanuar, 19'_ Uhr, Gcne. valverfammlung im Lokal Schumacher, Wallstr. 32—33(Nähe Spittelmartt). Tagesordnung: 1. Jahresberichte. 2. Neuwahl des Borstandes. 3. Ber. schiedenes. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Pnlizeisportvercin Berlin e. B., Abt. Einheitskurzschrift. Regelmäftige Uebungs- abende an allen Wochentagen außer Sonnabends� von 19�.�. bis'211/. Uhr im UsflTiioif tri II fnonHll?)» Ca/"» im n y r rt OC_ Ifl-)-Cxf rtrtz O i m*\» ny 1A il 2 � � straße 1 Zentralverband der Ardeitsiuvalide« und Witwen Deutlchlands. Berlin- Schöucberg. Kaiser-Friedrich-Str. 9. Am Dienstag, dem l7, Januar, finden nach- stebende Beriammlungen statt, zu denen Gäste eingeführt werden können. Gruppe Weißensee: 17 Ubr im Lokal„Zum Pferdemarkt", Schönstt. 78— Gruppe Tiergarten I; 13 Übt im Lokal„Arminius-Säle", Bremer Str. 73—78, ZWEITE BEILAGE VomMs DIENSTAG, 17. JANUAR 1933 „5ft denn da noch mehr?" „5a, von uns Von chm und mir.— Was ich bisher erzählt habe, betrifft nur Sie, aber ich mochte Ihnen gern auch das Uebrige er- zählen— um unferetwillen." Da wandte Beraer sich ihm*u.„Gut", sagte er.„Ich will gern alles boren. Nur musi ich. glaube ich, erst ein wenig zur Ruhe kommen." 6. Es war schon fast Mitternacht, als Roqnos wieder das Wort nahm Draußen auf der Straße war es still geworden. Nur dann und wann tutete ein Auto vorbei und machte die darauf kolaende Still» nur noch besonders deutlich. Perger und Rognos hatten ihre Plätze am Tisch wieder eingenommen. Nur ein Meter Luft und eine Tischplatte war zwischen ibnen, aber sie vermieden tunlichst, sich amuseben. „Daß wir einen Menschen getötet hatten oder doch direkt am Tode eines Menschen schuld waren, richtete uns fast zugrunde", begann Rognos.„chätten wir alles noch einmal machen und unsere Strafe für die Unterschlagung abbüßen können, wir hätten es mit Freuden und leichten cherzens getan. Au allem Ueberflusi hatte ich tagaus taaein noch diese ewige Mahnung vor Auaen. Es machte mich beinahe verrückt, diesen Lüdersen vor mir ru sehen mit seiner Bandage. Auletzt mußte ick ihn bitten, sie abzunehmen." ,/das haben Sie mir noch nie erzählt." „Nein, aber das mußte ich also. Und er nabm sie auch ab. aber ich glaube, sehr wider- strebend. Mir kam es iedenkalls vor. als geftele er sich damit. Später erfuhr ich, welche Behandlung man Ihnen hatte zuteil werden lassen. Und noch später hörte ich von Ibrer Zurückset-ung Wa- dann kam. babe ick schon erzählt. Aber ich wiederhole: Ich war Ihnen dankbar, wahnsinnig dankbar, daß Sie mich davor bewahrt hatten, zu töten.— Meinen Freund sah ich erst vierzehn Tage nach dem Ueberfall wieder. Er war kaum wiederzu- erkennen. Ueberhauvt weiß ich nicht, wie er es angestellt hat, weiterzuleben. Es wurde ja schon mir schwer genug. So merkwürdig es klingen mag. ich glaube tatsächlich, es half, daß wir zwei um die Sache waren. Mir half es bestimmt. Und doch war es mit mir ja ganz anders. Was mich vor allem auftecht hielt, war. daß er und ich nicht getötet hatte. So unwahr das in Wirklichkeit ist, sein An- teil war doch größer als der meine. Und konnte er es ertragen, so mußte auch ich es können." Nach einer kleinen Pause sagte er:„Ich glaube, noch nie haben sich zwei Menschen so wild nacheinander gesehnt, wie wir zwei, so- bald wir voneinander getrennt waren. Es wäre vielleicht ebenso natürlich gewesen, daß wir uns gehaßt hätten. Aber das taten wir also nicht. Und nur. weil er nun tot ist, sitze ich jetzt hier vor Ihnen. Wär' er leben ge- blieben, nie wäre ich so zerbrochen- Erst als ich ganz allein stand mit dem Leben, fing es an.— Es kam wohl auch da-u. daß er eines fo tragischen Todes starb. Und daß ich ver- urteilt war. es mit anzusehen." Wieder schwieg er. Und Beraer fragte leise und behutsam:..Wie starb er?" „Auf einer Segelfahrt.— Aber Sie ver- sprechen mir. nie nachzuforschen, wer er war?" Berger schüttelte den Kopf.„Nie. Sie können ganz ruhig sein" „Er fiel über Bord und wir machten erst gar nichts draus Wir wußten ja. was für ein guter Schwimmer er war. Aber er be- kam Krämpfe und sank.— Wir waren außer ihm noch drei im Boot, aber nach mir rief er mit dem einzigen verzweifelten Ruf. den wir von ihm hörten Den höre ich noch heute. Oft weckt er mich des Nachts. Er lieat mir noch in den Ohren. In diesem Todesschrei lag noch einmal alles, was wir zwei mitein- ander erlebt hatten." Er stützte das Gesicht in die chandflächen und verbarg di- Augen, und Berger sah ihn erschüttert an. hatte aber nicht den Mut, ein Wort zu sagen Nur einen Augenblick, dann richtete Rognos sich auf mit einem harten Griff in die Weste, als ob diese kleine Bewegung ihm helfen könnte, das Furchtbare abzuschütteln. Als er dann weitersprach, hatte seine Stimme eine gewollte und künstliche chärte ange- nommen „Was Hilst es denn, sentimental zu wer- den?" sagte er„Das macht keinen wieder lebendig und macht nichts ungeschehen. Auch Reue Hilst nicht. Etwas einmal Getanes T�dm&n von 'istiänsen bleibt in alle Ewigkeit bestehen und nicht eine Sekunde unseres Lebens können wir wieder ausloschen, und wünschten wir es noch so heiß. Oft ist es schon schwer, nur einen kleinen Bruchteil von dem, was man verbrochen hat, wieder gutzumachen.— Wir beide, er und ich, wir waren so naiv, daß wir wirklich glaubten, es ginge an. unsere Schuld zu mil- dern. Kaum fühlten wir uns in einer Art Sicherheit vor der Polizei, so gelobten wir einander feierlich, daß wir alles, was wir ge- stöhlen hatten, zurückbezahlen wollten. Es waren etwa achttausend Kronen." Mit erneuter Verwunderung fragte Berger:„Und das haben Sie wirklich fertig- gebracht?" „Ja, das haben wir fertiggebracht. Aber er hat es nicht mehr erlebü Leider hat es auch nichts geholfen." Berger rückte unruhig auf seinem Stuhl. „Ich verstehe wohl nicht recht?" sagte er. „Haben Sie das Geld zurückbezahlt?" „Ja, aber es hat lange genug gedauert. Ich sagte Ihnen schon, wir hatten noch andre, legitime Schulden Aber wir taten, was wir konnten.— Sie sehen ja selbst, wie ich hier hause. Und das Geld mußten wir auf die Seite schmuggeln. Es auf eine Bank zu legen, und es dann, wenn wir es gebrauch- ten, plötzlich abzuheben, wagten wir nicht. Das hätte Verdacht erregen können. Denn wir mußten ja gewärtig"sein, daß die Zah- lung als einigermaßen sensationell in die Aeitung kommen würde." Berger beobachtete ihn erstaunt.„Ich habe nichts davon gelesen", sagte er. „Sie werden es bald zu lesen bekommen. Das Geld ist noch nicht angekommen." „Abgeschickt ist es also?" ,Ia, abgeschickt ist es." Berger sah ihn erschrocken an.„Ich begreife nicht, wie Sie das wagen konnten". sagte er.„Und wenn es nun herauskäme?" Aber Rognos antwortete:„Es kommt nicht heraus." Etwas wie Neugier regte sich in Berger. „Wie können Sie das mit solcher Bestimmt- heit behaupten?" fragte er.„Und wie haben Sie es denn angestellt, da Sie Ihrer Sache so sicher sind?" Rognos überlegte einen Augenblick, ehe er antwortete. Es sah aus, als trüge er Be- denken. Doch mit einer raschen Kopfbewe- gung schob er diese beiseste. „Ganz einfach", sagte er.„Ich habe die Summe in einen eingeschriebenen Brief ge- legt und beim Postamt Oslo abgegeben." „An die Postverwaltung gerichtet?" „Nein, weder an die Postverwaltung, noch an die Polizei. Der Brief ist adressiert an einen erdichteten Namen, postlagernd Giövik. Wie lange er da liegen bleibt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß er schließlich als unbestell- bar an die Postverwaltung eingeschickt wird. Dort werden sie dann entdecken, daß sie selbst der Adressat sind. Ausammen mit dem Geld liegt im Brief ein Zettel, der ihnen erzählt, wo und wann es gestohlen war." (Fortsetzung folgt.) Sin Qläschen 9iorn Xändliche Studie— Ton Alexander von Saeher-Ulafoch Der Herbst ging mit großen Schritten über das Land, ein gewattiger Maler, tauchte sein« Pinsel ein in geschmolzenes Gold, rötliche Terra und hellen Ocker. Noch einmal blühte alles aus vor seiner Kunst Solche Tage sind selten. Man über- denkt, was der Sommer gebracht hat und dos Jahr an Arbeit und Freuden und an Leid. Di« Kartoffeln sind ausgebuddelt und für ein bis zwei Tage hält man den Atem an und läßt die Hände ruhen. An so einem Tag ging Michel in den Dorftrug. Finks Knecht zu suchen, mit dem er zu sprechen hatte wegen eines Füllens. Er sah braun und kräftig aus. ganz ander» als vor Jahresfrist, denn damals hatte er»in Geschwür im Magen oder so wa« ähnliches, und es war chm sehr»lend zumute gewesen. Der Doktor hatte chm verschiedene» gegeben und ihm eingeschärft, wie er jetzt leben soll« in der nächsten Zeit, daß er arbeiten dürfe wie zuvor, aber mit Essen und Schlaf vorsichtig sein müsse. Und vor allen Dingen rief er zum Abschied: „Nicht trinken! Keinen Tropfen Altohol! Ein Jahr lang nicht!" Michel hatte alle« treu gehalten. Seine kräftige Natur tat das übrige. Er trat in den Krug. Finks Knecht, ein breiter, rochäutiger Bauer mit struppigem, blondem Haar und gut genährtem Bäuchlein, saß mit den anderen Burschen um den großen Tisch, ein bäuerlicher Falstaff, schmausend und trinkend. Sie feierten den sonnigen Herbsttag. Michel, etwas schüchtern geworden durch die lange Krankheit»- Haft, stieß mit dem Daumen gegen seinen runden Hut, hustet« ein paarmal und setzte sich an den Nebenlisch. Die Wirtin bracht«, wie selbstver- ständlich,«in Gläschen Korn, da« sie vor ihn hin- stellte. Nun war er ein viel zu umständlicher Mensch, als daß er vermocht hätte, den.Korn gleich abzulehnen. So schob er da« Gläschen mit dem Handrücken vorsichtig ein wenig von sich, räuspert» sich«in paarmal und sagt« dann zum anderen Tisch hinüber: Berthold", sagt« er,„ich möchte wegen des Füllens..." „Quatsch!" riefen die vom anderen Tisch. Hab dich nicht so, Michel, mit deinem dämlichen Ernst. Du siehst, daß wir seiern!" Michel sah das ein und machte ein verlegenes Gesicht. Er überlegte gerade, wie er sich jetzt ver- abschieden und entfernen könnte, aber die Situation war ungewöhnlich und keinesfalls leicht entwirrbar. Bor ihm stand der Schnaps, den er zwar nicht bestellt, aber durch sein Still- schweigen anerkannt hatte: trinken wollt» er ihn nicht, andernteils war es ein ungewöhnlicher Ge- danke, etwas zu bezahlen, was man nicht trank. Er kratzte sich also den Kops. In diesem Augen- blick riefen die van drüben einstimmig: „Prost. Michel!" Das war«in neues Unglück, und Michel nahm es mit einem verzweifelten Schlucken hin. Gr überlegte wieder, wie man sich in einem solchen Falle pasiend entschuldigt. Er trank ja nicht, seit einem Jahr etwa, und es lag ihm auch wirklich nichts am Trinken. Er hatte sich aus diese Weise ein ganz hübsches Sümmchen gespart, und er ge- dachte d:es auch weiterhin zu tun. Er überlegte, aber bei den anderen waren Witz und Verstand durch den Trunk ausgestachelt und erhitzt, mit einem Wort, sie waren übermütig geworden, woran auch der schöne Herbsttag gewissermaßen schuld war. „Prost!" schrien sie jetzt wieder.„Wird'« bald. du alte» Kamel!" Michel machte ein schasdämliches Gesicht, er hatte gerade beschlossen, einmal keinmal sein zu lasten und den Schnap« zu trinken, da» Kontu- mazjahr war ohnehin vorbei, schaden tonnt« ihm der Alkohol nicht». Lndernteil» ärgert« er sich über da»„Kamel". Diese Bezeichnung schien chm zu stark zu sein. Seine Stirn begann sich zu röten. Sämtliche Höflichkeitsfloskeln, die während der letzten paar Minuten sein Hirn zerquält hatten, flatterten wie bunte, freigelassene Vögel von ihm fort, und erleichtert brummte er: „Wer sagt euch, daß ich trinken will, laßt mich in Frieden!" Die anderen kicherten, tauschten heimliche Zeichen und klatschten sich aus die Schenkel. Offenbar macht«» st« sich über ihn lustig. Aber sie sagten nichts mehr. Nunmehr sah er schön in der Patsche. Jetzt zu trinken verbot chm sein Ehrgefühl, ohne getrunken zu haben, wollte«r nicht bezahlen, ohne zu zahlen mochte er nicht fortgehen. Hinüber zu den anderen— das ging nicht, da jetzt ziemlich ge- spannte Stimmung herrschte. Er saß also ver- bissen auf seinem Platz, wußte nicht, was er be- ginnen sollte und wurde immer wütender dabei. Eine verteufelt« Patsche war da», zum Donner- weiter! Nach«mar Weile riefen die anderen wieder«in- stimmig: „Prosit!" und glotzten herüber zu chm. Michel schob sein«» Hut von rückwärt» in die Stirn, kramte in seinen Taschen ausgeregt nach der Stummelpfeife, fand sie, kramte nach Streich- hölzern, fand sie, kramte nach Tabak— es war keiner da. Die anderen beobachteten jetzt interessiert und leise wiehernd sein vergebliche» Bemühen. Tabak von denen verlangen— das war unmöglich. Also nahm er die Pfeife verbittert zwischen die Zähne und knackte die Kiesern zusammen. Schweigend sog er am kalten Stummel. In diesem Moment sagte einer der Burschen am Nebentisch zufällig: ,Lier wat zu rauchen?" und breitete ein neues Paket Feinschnitt vor den anderen aus. Er sagte das gewiß unabsichtlich, aber es paßte irgendwie in die ganze Situation hinein. In diesem Augenblick also sprang Michel, puter» rot vor Zorn und seiner Sinne nicht mehr mächtig, auf, packte das Gläschen Korn, goß es mit einem Zug hinunter. Dann trat er vor und verabreichte Berthold rechts und links ein paar Schallende. Kurz gesagt, es entstand in den nächsten Sekunden ein» surchtbare Schlägerei in der Gaststube. Tisch«, Stühle, Spiegel wurden zertrümmert, die Wirtin bekam unversehens auch etwas ab und büßte zwei Zähne ein. Michel kämpft« bis zum letzten Atem- zug wie ein wunder Eber und wurde eine Stund« später schwer verletzt ins Krankenhaus abtrans- portiert. Mit ihm Berthold und noch dreie andere Burschen. So was hatte die Gegend noch nie erlebt. Man zerbrach sich den Kops über die Hintergründe dieser traurigen Geschichte. Politisch? Liebe? Geld? Ein Gläschen Korn. sa.ni. Sauer: IDer£Öier«*aijcii Der Lärm d«r beiden Gtrsitenden ist allmählich so stark geworden, daß die Straßenpossanten ihren Schritt verlangsamen und geneigt sind, stehen zu bleiben, fra das Gefecht der Worte in eins der Fäuste überzugehen scheint. Es ist nicht recht ersichtlich, worum der Streit geht, welcher Tatsachenbestand ihm zugrunde liegt. Bielleicht handelt es sich um eine Frau, vielleicht um Politik, vielleicht um«in Drittes. Vielleicht liegt die Rechtsfrage verworren, vielleicht eindeutig Darauf kommt es jetzt nicht an. Der eine der Streitenden hebt nun die rechte Faust und hält sie dem anteren unter die Nas«. Der schiebt die Faust seines Gegners heftig beiseite. Der Angreifer weicht einen Schritt zurück und hält beide Fäuste vor den Kopf. Ein paar Sekunden später ist die schönste Holzer«! im Gange. Schläg« werde» ausgeteilt und hingenommen. Aber das bringt nicht die Entscheidung. Man fühlt es: der Kleinere sucht den Nahkampf, die Umklammerung. Er springt an den Gegner heran und rennt in dessen Faust. Schadet nichts. Er duckt sich, packt de» Feind an den Beinen, will ihn hinwersen. Der Faustkamps ist in einen Ringkampf übergegangen. der mit großer Erbitterung geführt wird. Die beiden kämpfen nicht nur: st« hassen sich. Man merkt, sie gehen daraus aus, sich hinzuwerfen aus da» schmutziqnass« Pflaster. Nicht au» kamps- technischen Gründen, nicht, um die Entscheidung eindeutig zu machen, sondern um ihren Anzügen zu schaden. Dzr Größer« scheint in einem!«stimm- ten Stadium des Ringens den Rahkamps al» ge- fährlich sür stch zu empfinden. Er reißt sich plötzlich mit großer Wucht aus der Umklammerung lo» und stößt den anderen heftig zurück, der einige Schritte nach der Trottoirkante zu taumelt, in die Nähe eines eben langsam um di« Ecke biegenden Bierwagen». In der Ausregung dss Augenblicks uno weil sich schon winterliche Dunkelheit üb«r die Straße gesenkt hat. bemerkt er aber das hinter seinem Rücken herankommend« Gefährt nicht und schickt stch«ben an. noch einig« Schritte zurückzu- gehen, um Anlauf zu einer neuen Offenstve zu nehmen. Er gerät dabei in bedrohliche Nähe der beiden Pferde, dt« den Wagen ziehen. Einige Pasianten schlagen Lärm. Der Gefährdete oersteht in ten wenigen Sekunden, innerhalb deren sich alles abspielt, den Sinn der Rufe nicht. Die Kol- listonegefahr mit den Pferden ist in greisbarste Näh« geruckt. In dieser Wirrnis springt sein Gegner aus ihn zu. deutet ihm an. daß es sich um anderes als die Fortsetzung des Kampfes handelt, schreit Ihn an:„Mensch, du, paß aus!" uno reißt Ihn aus der Nähe der Pferde fort. Die beiden halten sich wieder umschlungen. Als Retter und Geretteter Der Gerettete ist ein wenig verwirrt. Cr hätte ja eigentlich zu danken. Das kann er aber doch nicht. Andererseits hätte er zuzuschlagen, denn der Streit ist nicht beendet. Das kann er al er auch nicht. Da verhält er stch palssv. Er hält sich an dem Gegner fest und wäre wohl bereit,«ine Abfuhr auszunehmen, aber nicht, einen neuen Angriff zu beginnen. Zluch der Retter möchte das nicht tun. Er ist dem Gegner nicht verbunden. Aber der Zwischen- fall hat ein neues Moment in seine Beziehungen zu ihm getragen. In den Haß hat sich, ungerusen und ungebeten, das ewige Brüderlichkeitsgesüdt gemischt. Bei allem besten Willen zur Feindsärift ist der Kampsgedanke jetzt einigermaßen deplaciert. Die beicen wissen nicht recht was sie tun sollen. Es kommt nur noch die Andeutung einer taten- lüsternen Feindseligkeit heraus. Es war ja eigentlich sehr taktlos von dem Brüderlichkeitsgesiihl in«ine Angelegenheit leine Rose zu stecken, in der es nicht das mindeste zu suchen hatte, aber nun es einmal sich hier nieder- gelassen hat. läßt es ssch nicht mehr so einfach ver- Icheuchen. Nach einer Welle lösen sich die beiden vonein- ander. Sie tun es mürrisch und unzufrieden: wie zwei Menschen, denen«ben etwas schief ge» gangen ist. Neue Wege zur Arbeitsbeschaffung Nicht genutzte industrielle Abschreibungen als Anleihegrundlage Bon einem Judustriebeamten er- halten wir die folgend« Zuschrijt, die wir als Beitrag zur Klärung der Mfi�iichkeiten der Finanzierung oon Zlrbeitsbeschaifung aus dein soliden Finanzierungswege der Anleihen für wertvoll halten. Di« Sozialdemokratische Partei und die freien Gewerkschasten haben in ihrem Programm zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Arbeits- beschaffung die Ausnahme einer Prämien- anleihe und. sosern diese unbefriedigend aus- fallen sollte, einer Zwangsanleihe in Höhe von rund 1 ü Milliarden Mark gefordert. Gegen- über dem Einwand, daß weder auf dem Wege einer Prämien- noch einer Zwangsanleihe irgend- «in grersbares Resultat erzielt werden könnte. können doch recht beträchtliche Mittel aus den mittleren und größeren privaten und öffentlichen Unternehmungen aufgefangen und den Zwecken der Arbeitsbeschaffung dienstbar gemacht werden.� 3a dea Bilanzen der deutschen Unter- nehmungen findet man überall mehr oder minder hohe A b- schreibungen aus die A n l a g e n w e r t e. Sie gelten als ein Ausgleich oder eine Wert- berichtigung für die durch die normale Abnutzung der Betriebsanlagen allmählich eintretende Werl- Minderung. Nun kann man feit läligerer Zeit von keiner normalen Nutzung der Betriebsanlagen mehr sprechen. Die meisten industriellen Unternehmungen oon irgendwelcher Bedeutung sind bezüglich ihrer Produttionsmittel stark übersetzt. Sie haben in der Zeit der Ratwnalisterung ihre alten. aus der Zeit oor dem Kriege stammenden An- lagen ausgemerzt und durchweg große, moderne Reuanlagen gebaut. Diese werden zu einem großen Teile nur schwach ausgenutzt oder liegen still. Trotzdem müssen bilanzmäßig korrekt nach wie vor die Abschreibungen in voller Höhe, berechnet auf die volle Nutzung und Abnutzung, in Ansatz gebracht werden. Es kommt hinzu, daß im Gegensag zu den Bor- kriegsverhältnissen diese Neuanlagen in der Regel nicht wie früher aus dem Gesellschaftskapttal. sondern aus Anleihen errichtet worden sind. Es kommt also zu den eben erwähnten Ab- schreibungen noch die Amortisation der Anlechen. die die Werke außerordentlich belasten, hinzu. Es wird also gewisiermaßen doppell abgeschrieben. einmal wird die Kapitalschuld, die zur Errichtung der Anlagen gedient hat, getilgt, und ferner werden die Anlagen aus der Aktivseite ab- geschrieben Man kaim natürlich sagen, daß die Anlagen chren Wert allmählich auch ohne unmittelbare Abnutzung verlieren, indem sie allmählich tech- nisch überaltern oder trotz Stillstandes durch äußere Einflüsie einer gewisien Abnutzung unter- liegen. Aber es ist auch kein Zweifel daran, daß die Nutzungsperiode bestimmt ganz wesentlich ver- längert wird, sofern die Anlage auch nur einigermaßen instand gehalten wird. Geht man nun weiter mit der Ueberlegung, daß ein Bedarf neuer Investitions mittel, d. h. eine Vergrößerung der vorhan- denen Produktionsanlagen. jetzt und auch in ab- sehbarer Zeit so gut wie nicht vorhanden ist. so kommt man zu dem Schluß� daß hier Mittel zurückgestelll werden für Zwecke, für die sie erst nach langen Fristen in Anspruch genommen werden. Ein Blick in einige Bilanzen lehrt denn auch, daß die Beträge, die tatsächlich zu Er- Neuerungen oder Wiederherstellungen ab- genutzter oder technisch überaltetcr Anlagen gegen- wärtig verwandt sind, im Verhältnis zu den vor- genoimnenen Abschreibungen und den bereits vorhandenen Werrberichtigungsionds geradezu lächerlich gering erscheinen. Gewiß arbeiten die für Abschreibungen zurück- gestellten Mittel vielfach im Betriebe als Material- lager, Betriebsvorräte, Fertigwaren oder auch in den zur Zeit sehr geringen Reubauten, vor allem sind sie aber, wenn nicht in Wertpapieren, so als Sparkassen- bzw. Bankguthaben angelegt. Der von uns in Aussicht genommene Pla» beobsichligl. diese flüssig gehaltenen Ttückstevmi- gen der Allgemeinheil, d. h. dem Staat für die Zwecke der Arbeitsbeschassuny zor Verfügung zn stellev. ohne daß sie in einer etwa die Unter- nehmungen schädigenden Meise diesen voll entzogen werden sollen. Der Weg hierzu ist verhältnismäßig einfach. es kann von Staats wegen verfügt werden, daß die üblichen Abichreibungen zwar vorgenommen werden, daß ober der Gegenwert in erheblichem Umfang dem Staat für die.Amecke der Arbeits befchafsimg freiwillig oder in Form der Zwong?» anleihe zur Berfügnng gestellt mied. Wenn dieser Plan ein oder zwei Fahre durch geführt werden würde, so würden ganz erhebliche Mittel für die Arbeitsbeschaffung vorhanden sein, ohne daß. wie schon gesagt. Schädigungen der in Frage kommenden Unternehmungen eintreten können. denn die meiste» Werke haben bereits erhebliche Fonds sür derorttge Zwecke ange.lammelt. Abgesehen davon würden ja auch die Anlechestücke. die durchaus mit Borteilen jeglicher Art bedacht sein können, eine Unterlage bilden, aus deren Grundlage sich der Betrieb, fall» es erforderlich ist, Geld o« r s ch a s f e n kann. Um sich ein genaues Bild über das Ergebnis des oorliegenden Planes zu oerschafsen, müßte jedes einzelne Unternehmen aus Grund der letzten Fahresbilanz untersucht oierden. Es sind oon uns der oorläusigen Berechnung einige Bilanzen von elekiritätswirtschaftlichen Un- ternehmungen, die oerhältnismäßig stabil geblieben sind, und einiger Prioatunter- nehmungen anderer Industriezweige zugrunde gelegt worden. Sei rund 23 Elektrizitätswerken millleren und große« Umsangs. die ein über den Rahmen einer mittleren Großstadt hinausgehendes Versorgungsgebiet bearbeiten und ein Aktienkapital von rund I'A Milliarden Mark präsentieren, betragen bei in den Bilanzen ausgewiesenem Crneuerungssonds in Höhe oon rund l Milliarde 25 Millionen Mark die in den letzten Iahresgewinn- und Verlustrechnungen ausgewiesenen Abschreibungen rund 124 Millionen Mark. Bei Unternehmungen anderer Industrie- zweige mit einem Aktienkapital von rund zwei Milliarden lSZ Millionen Mark betrugen die Rück- stellungen für Abschreibungen usw. im letzten Geschästssahr rund lZS Millionen Mark. Diese Zahlen besagen, daß bei dem Erfassen eines verhältnismäßig kleinen Teils der in Frage kommenden Unternehmungen schon mit einem Betrage von rund 250 Millionen Mark sür die Zwecke der Arbeitsbeschafsungsanleihe auf Grund der letztjährigen Betrieb sergebniste gerechnet werden kann. Die Betriebsergebnisie des zur Zeit noch laufenden Geschäftsjahres werden in An- betracht des Stillstandes der Krise nicht geringer werden. Interssiant ist hierbei noch die Tatsache, daß bei Unternehmungen mit einem Aktienkapital von rund l Milliarde 130 Millionen Mark, die 98Mill!onenAbIchreidu"gen im letzten Geschästsjahr vorgenommen haben, nur für rund 7.5 Millionen Mark Auswen- düngen für Erneuerungen überhaupt in Anspruch genommen worden sind! Man sieht also, daß der tatsächliche Bedarf an Erneuerungs- Mitteln im Verhältnis zu den Abschreibungen selbst ein ganz geringer ist. Aus all dem vorgebrachte« geht hervor, daß bei Berücksichtigung aller in Frage kommenden privaten und öffentlichen Unternehmungen ein Betrag von! bis I X- Milliarden bestimmt für die vorgesehenen Zwecke der Arbeitsbeschaffung Verwendung finden könnte. Die durch die Einstellung von Erwerbslosen er- sparten Unter st ützungsbeiträge, ebenso ein Teil der Steuermehrerträgnisse, können zur Verzinsung und zur Amortisation der Anleihe Ver- Wendung finden. In welcher Höhe und in welchem Zeitabschnitt die Amortisation der An- leche vonstatten gehen soll, spielt dem Haupt- Problem gegenüber, einen beträchtlichen Teck der Erwerbslosen der Arbeit wieder zuzuführen, eine sekundäre Rolle. Die öffentliche sowohl wie die Privatwirtschaft darf nicht oer- gessen, daß es sich bei dieser Frage auch für sie um Sein oder Nichtsein handelt: sie darf auch nicht oergesien, daß ihr auch die Früchte der Arbeitsbeschaffung selbst in einem hohen Maße unmittelbar zugute kommen werden. Engelhardts Biergewinne Auflösung offener und stiller Reserven— Absatzrückgang um 16 Prozent Daß die Engelhardt-Brauerei A.-G., Berlin, für das am 30. September zu Ende gegangene Geschäftsjahr 1931/3? auf das 12-Mil- lionen-Mark-Kapital eine Dividende von 5 lim Vorjahr 8) Proz. verteill, hatten wir bereits mit- geteilt. Im jetzt vorliegenden Gefchäftsbericht be- müht sich die Verwaltung, dea Anschein größler Offenherzigkeit zu erwecken, nicht ganz mit Erfolg. Wenn die Gewinnrechnug mit den Vorsohren nicht ver« g l e i ch b a r ist— angeblich, weil die neuen Recht- Vorschriften das nicht erlauben—, so widersprich: das dem Prinzip Oer Ofsenlegung. Außer- dem macht es die Vielzahl der Bcteiligungs- und Lerwaltungsgesellschaften, die sich von Jahr zu Jahr vermehrt, unmöglich, das Ziffernwert genau zu beurteilen. Die gesamten Abschreibungen wurden von 2 auf 2 9 Mill. Mark erhöht. Im Berichts- jähr verdient wurden ober nur Abschreibungen in Höbe von l.l Mill. Mark. Den offenen Reserven wurden 9,76 Mill. Mark entnommen, den stillen Reserven eine Million Mark. Seil der Goldbilanzumstellung wurden 12.9 lNill. Mark Abjchreibuugen ausgewiesen, aber 13 Mill. Mark wurden vorweg aus dea Gewinnen abgeschrieben insgesamt mehr als das Doppelte des Aktienkapitals— ein Beweis für die überhohen Gewinne des vraukaplwls in guten Zeiten. Die gesamten Anlagen haben sich von>4! aui 14,7 Mill. Mark erhöht. Di« Beteiligungen ermäßigten sich durch Verkauf von 8V aus 7,4 Millionen Mark. Die Forderungen sind oon 6,4 aui 5V Mill. Mark zurückgegangen: daneben bestehen Forderungen an abhängige Gefellschasten in Höhe von 1,9 Mill. Mark. Da die Amortisationen die Höhe der neu gegebenen Darlehen üdenrafen. ist nicht ersichtlich, aus welch« Forderungen eigentlich die hohen Abschreibungen oon 1,5 Mill. Mark gemach: wurden. Die Warenbestände von 1,6(2,6) Mill. Mark enthalten noch starke Re- s e r v e n. Die flüssigen Mittel sind mit 2,2 Mill. Mark wenig geringer als im Vorjahr(2,5 Mill. Mark). Unter den Pai'swkonten ist der Rückgang der Einlagen von 5.1 auf 3V Mill. Mark be- merkenswert. Die Bankschulden sind von 5,2 auf 4,4 Mill. Mark gesunken: der Kur? gewinn aus Pfundkrediten(9,6 Mill. Mark) ist zurückgestellt worden. Das best« Pferd im Stall der Beteiligungen ist di« Hotelgesellschast Alexander« platz nach dem Verkauf ihres Gebäudes. An der Gesellschaft ist die Engelhardt A.-G. mit 49. Generaldirektor Rächer pe r so n l i ch mit 5l Pro.z. beteiligt. Die Beteiligung von Engel- Hardt ist mit 9V Mill. Mark bewertet und soll ein« stille Reserve von 2 Mill. Mark entHallen. Uebrigcns besigt die Hotelgejellichail mehr als 2 5 Proz. Oes Engelhardt-Kapitale: es ist nicht bekannt, ob diese Aktien an der Böne gekauft wurden oiter Rächers persönlichen Besitz dar- stellen. Der G e s a m t a b s a tz des Konzerns belief sich auf 759 999 Hektoliter und war um 16 Proz. kleiner als im Borjahr. Obwohl im Geschäfts- bericht zugegeben werden muß, daß dt« an die Biersteuersenknng geknüpften Hoffnungen sich nicht erfüllten, glaubt die Verwaltung doch, neue Forderungen nach, Steuersenkung erheben zu müsien. Die StiUbalte-k�onferenz Die letzten Vorbesprechungen In London ist fetzt die Zweite vorbereitend« Konferenz für die kommenden Stillhalte-Berhand- Inngen abgeschlossen worden. Man hat diesmal aus. den Erjahrungen der vorjährigen Stillhalte Konferenz, die nahezu zwei Monate in Anspruch nahm, gelernt, urro aus den.oorbereitenden" Tagungen in London allen erdenklichen Ballast. besonders bei technischen Fragen, beiseite g« räumt. Somit konn sich die aus den 39 Januar nach Berlin einberufene Groß« Stillhalte- konserenz sofort mit den entscheidenden mate- riellen Fragen auseinandersetzen, bel denen ver- schiede«« grundsätzlich« Gegensätze zwischen Deutschland und den Gläubigerstaaten zu lösen sind. Im Mittelpunkt des deutschen Interesses stehen die Forderungen der Amerikaner a v i Verkürzung der Kreditlinien(für Wechselkrckbüe zur Finanzierung der deutschen Einfuhr), mit denen sich Deutschland in Anbetracht seiner immer noch gespannten Deinsenlage keinesfalls«innerstanden erklären kann: denn bei einer wesentlichen Preissteigerung der ausländischen Rohstoffe könnt« Deutschland seinen Einfuhr- bstars schon bei den bicherigen Kreditlinien wir mühsam finanzieren. Ander« enttcheidend« Fragen dieler Konteren; bilden die Zinshöhe für die stillgehalfenen Kredite und größer« Beweg ungsireideit der von deutschen Schuldnern zurückgehaltenen, aber in Deutschland noch eingesperrten ansländi scheu Kredite. Waggon trust saniert Linke-Hofmann streicht Kapital Die Verwaltung der Linke-Hofmann- Busch A-G in Breslau, des führenden Waggonunternehmens in Deutschland, ha» jetzt die Sanierung des Unternehmens beichloffen. Danach soll das Swinmkapital der Gesellschaft von 39 aus 12 Millionen Mark im Verhältnis 19: 4 zusammengelegt werden. Zugleich wird das Kapital um 5 Mill Mark Vorzugsaktien aus insgesamt 17 Millionen wieder erhöht, wobei die neuen Aktien zum Test von Großaktionären gegen Barzahlung, zum Teil oon den Banken gegen Aufrechnung oon Forderungen übernommen werden. Insgesamt wird bei der Sanierung ein Buch» gewinn von 29.4 Millionen erzielt. Hiervon werden 6.1 Mill Mark zu Sonderabschreibungen aus Anlagen und Maschinen und llV Mill. Mark zu Abschreibungen aus Beteiligungen oerwankt. Der Rest dient zu Abschreibungen aus Vorräte und zweiselhaste Forderungen, sowie zu Rückstellungen. Da Linke-Hosmann oi- setzt noch nicht seine Bi» lanz für das am 39. September 1931 beendete Geschästssahr vorgelegt hat. wi-'d in dieser Bilanz, die bei der bevorstehenden Generaloersammlung veröffentlicht wird, bereits die Sanierung zum Ausdruck gebracht. Cisgen den Landbund Ruhrindustrie zur Agrarpolitik In der Vollversammlung der Essener Industrie« und Handelskammer nahm der Vorsitzende Gs- »eraldirekwr Tcngelmann(Gelfenkirchener Berg- werksvercin) scharf gegen die überspitzten Forde» rungen der Agrarier Stellung. Er führte aus: „Die Agrarpolitik gerade des letzten Jahres hat in unseren Kreisen aber erhebliche Bedenken aus- gelöst. Die Tendenz zur Vermehrung der be» stehenden Monopole sür landwirtschaftliche Erzeugnisie, zur Wiedereinführung der Zwangs- wirlschast durch übertriebenen Beimischung s» zwang, durch Preisstützungen und Produkiions- regulierungen laste weite Kreise der Industrie be- fürchten, daß der Landwirtschaft mit solchen Maßnahmen nicht gedient und die Gesamtwirtschast ernsthaft geschädigt werde. Wir hätten in Deutschland auch zur Zelt keine Ueberproduktion in landwirtschaftlichen Erzeug- nissen, sondern einen Unterverbrauch. Des- gleichen gehe der starke Preissall in landwirt- schastlichen Produkten entscheidend aus die stark zusammengeschrumpfte Kaufkraft der städtischen Bevölkerung zurück, die nur durch Wiedereinstellung der Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß gehoben werden tonne. Nach den Untersuchungen des Statistischen Reichsamtes seien z. B die Ausgaben für Butter im Jahre 1932 gegenüber 1939/31 um 25V Proz.. für Käs« um 34.9 Proz., für Milch um 9,4 Proz., für Brot und Backwaren um 19 Proz. und sür F l« i s ch und F l e i s ch- waren um 18V Proz. zurückgegangen. Nur sür das letzte Quartal berechnet, betrage der Rückgang bei Fleisch mengenmäßig sogar 27 Proz. Gegen diese Tatsachen würden keine An- klagen und keine Monopole helfen, son- der« nur«ine richttge Wirtschaftspolitik und eine wirklich vernünflige, sich auf ihre eigentlichen Aufgaben beschränkende Staatspolitik, die di« Wirtschaft insgesamt wieder ausleben lassen würde." Warum besinnt sich die Schwerindustrie erst aus eine vernünftige A g r a r Politik, nachdem sie bisher die Junker immer wieder zur unsinnigsten Agrarier Politik vorwärts getrieben hat? Hlobere Bankdividende Bei der Vereinsbank in Hamburg In der Bilanzsitzung der Vereinsbank in Ham- bürg wurde beschlossen, für 1932 die Verteilung einer Dividende von 5 gegen 4 Proz. im Vorjahr aus einem auf 9,76 Mill. erhöhten Reingewinn(9,63 im Vorjahre) vorzuschlagen. 9.16 Mill Mark sollen auf neue Rechnung vor- getragen werden. Der Vorstand berichtete, daß sich in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Ge- tchäftsjahres Ansätze zu einer Besserung bemerk- bar machten, di« sich gegen Schluß des Jahres verstärkten. Cegen neuen Vollstreckungsschutz Der Reichsverband des deutschen Handwerks hat an den Reichspräsidenten und den Reichskanzler«in dringendes Telegramm ge- fandt, in dem daraus hingewiesen w'rt>, daß das Handwerk im Osten durch den bisher geltenden Vollstreckung- schütz bereits auf das allerschwerst« geschädig» und erschüttert set Geaen die emseittg« Bevorzugung der Landwirtschaft durch weitere Ausdehnung des Boll» itreckung- schütze» auf Kosten anderer Wirlsckakts- kreise erhebt der Retebsverband des deutschen Vandwerks entschieden Einspruch Erwachen die Verbraucher? Endlich scheinen die Benzinverbraucher im Kampf um billiges Benzin in die richtige Front einzuschwenken: gegen die Preistreibereien des Benzinkartclls. Der ADAC., der Allgemeine. Deutsche Automobil-Club. soll in Berhandiunaen mit Außenicitern be* Kartells stehen, die den Mit- gliedern de? ADAC. Benzin um 3 bis 5 Pfennig billiger als die Kartellfirmen liefern wollen Auch Autoöl. für das di« Trusts ganz unkontrollierbare Preise fordern, soll wesentlich billiger geliesert werden. Da der ADAC 139 999 Mitglieder haben soll, fönntc ein solches Vorgeben den Preistreibereien des Kartells wirksam entgegentreten. Wenn allerdings neue Tankstellen errichtet werden müßten, so wäre das volkswirtschaftlich zu be» dauern, auch im Hinblick auf ein späteres Staat»- Monopol. Bücherstuben für Erwerbslose Die Flucht vor der Kälte Mit d«r steigenden Kälte, Die jetzt über Deutsch- lund hereingebrochen ist, wächst der Ansturm aller Wohnungs- und Obdachlosen aus W ä r m c hallen, Lesestuben und Wartesäle HebcraÜ, wo nur ein geheizter Raum zur Ver fügung steht, stauen sich die Leute, die keine warme Stube mehr haben. Manch einer gehl auch stundenlang in den Warenhäusern spazieren, Die übrigen aber müssen sich aus Sie immer noch zu wenigen offiziellen Wärmestuben verteilen Unter dem Andrang haben in diesem Winter besonders die Bücher- und Lesehallen der einzelnen Bezirksämter zu leiden gehabt. Zeitweise war es so schlimm, daß viele Leute keinen Platz mehr fanden und draußen so lange warten mußten, b's durch Weggehen anderer wieder ein bescheidenes Plätzchen srei wurde, Unter diesen Umständen ist es besonders dankenswert, daß sich eine„Berliner Bäche r- hilse für Erwerbslose" gebildet Hat, die nun eine über die gewöhnlichen Oessnungszeiten hinausgehende Freimachung der Lesehallen nur sür Erwerbslose und Kleinrentner durchgesetzt hat. Die K o st e n für die notwendigen bibliothekari- schen Kräfte hat die Berliner Winterhilfe übernommen, wichreno die einzelnen Bezirksämter die Räume und das Lesematerial kostenlos zur Verfügung stellen. Durch diese erfreuliche Zu- iammenarbeit wird es jetzt möglich sein, für viele frierende Menschen ein neues cheim zu schaffen, wo sie wenigstens für ein paar Stunden unter- kriechen können. Im Bezirk Mitte sind die Lesesäle in der Brunnen- und Adalbertstrah« dreimal wöchentlich vormittags und nachmittags besonders geöffnet, im F r i e d r i ch s h a i n hat man die Mittageftunden für die Lesezeit der Erwerbslosen vorgezogen, Außerdem wurde in den Bezirken Kreuzberg, Pankow uns Lichtenberg noch je«in Lesesaal zusätzlich eröffnet. Die Lesesäle sind unter den Erwerbsloen deshalb jo beliebt, weil sie aktuelles Material enthalten, Zeitungen und Zeitschritten dort gelesen werden können, die sich ein Erwerbs- loser heute kaum noch halten kann, In wenig Worten Am Montagvormittag hat in W i e n ein Selbst- nwrd vom S t c p h a n s d o m, der zweite, den es seit Menschengedenken gegeben hat, großes Aufsehen hervorgerufen. Ein Mann, ein 31 jäh- riger Schulwart des ftlagenfurter Gymnasiums, sprang von der Starhemberg-Galerie des Sie- phansdoms in die Tiefe und blieb mit zer- schmetterten Gliedern tot liegen, In dem Ermittlungsverfahren der Staats- anwaltfchaft Potsdam anläßlich des Explosiokisunglücks in der Premnitzer Kunftseidenfabrik am 7. Dezember v. I. liegt nunmehr das Sachverständigengutachten de- Pro- fessors Dr. Brüning vor. Letzterer kommt zu dem Ergebnis, daß bei dem Unglück eine Spreng st offexplosio n vorliegen muß, Etwa 30 Pfund Explosivstoff, dessen Art noch nicht festgestellt werden konnte, müssen dazu benutzt worden sein. Professor Brüning glaubt nicht, daß es sich um einen politischen Sabotageakt gehandelt hat, ★ Der Fabrikant von Jubrzenka in Nürnberg wurde in dem Schlafzimmer seiner Wohnung in i t seinen beiden Söhnen im Alter von 12- und 14 Jahren durch Gas vergiftet tot aufge-� funden. Der Beweggrund zu der Tat dürfte in wirtschaftllchen Schwierigkeiten zu suchen sein, * Der Hamburger Polizei ist es gelungen, zwei F a I s ch m ü n z e r w e r k st ä t t e n. in denen falsch« Fünf- und Zweimarkstücke hergestellt wur- den. auszuheben. Bier Personen, darunter ein wegen Falschmünzerei bereits Vorbestrafter, wur- den festgenommen. Bröniier-Hoepsner und Dr. Felix Borchardt, sprachen im ganzen maßvoll und sachlich über die Vorgänge im Memelland, Gefordert wurde eine Revision in der Memclfrage, mindestens aber eine Volksabstimmung, die über das Schick- sal des Memellandes entscheiden solle. In einer Resolution wurde betont, daß die Bevölke rung des Memellandes trotz der Vergewaltigung durch die Litauer deutsch gesinnt sei und dem deut- schen Volke die Treue halten werde. Siedlung am Ende Viele Handverher geschädigt Die am Adlergestell gelegenen Neubauten, die A d l e r s h o f ein besonderes städtebauliches Gc- präge geben, sind finanziell so notleidend ge> worden, daß durch einen Beschluß des Amts- gerichts in Köpenick die Zwangsverwal- tung angeordnet ist, Es handelt sich um rund 350 Wohnungen, von denen nur 38 leer stehen, bei den heutigen Zeiten ein überaus günstiges Verhältnis. Der wirtschail- liche Zusammenbruch eines Dr. Bodenstedt ist auf mangelhafte Geschäftsführung und ungenll- gende Beaufsichtigung der öffenllichen Hand, die durch Hergabe der Hauszinssteuerhypothesen die Bauten ermöglicht hat, zurückzuführen. Die Ver- schuldung des Dr, Bodenstedt beträgt etwa 8 Millionen Mark, Die Leidtragenden sind neben den Hypnthekengläubigern insbesondere die Hand- werkergläubiger mit rund einer halben Million Mark und die Mieter mit rund 50 000 Mark un- gesicherter, zum Teil zu Unrecht erhobener Miet- sicherheiten Die Dr. Bodenstedtschen Neubauten in Schöneberg Rathaus- bzw. Edisonstraßc, sind bereits vor einigen Monaten zwangsver steigert worden. Für das Memelland Ein« Protestaktion des Meinelland- Bundes Berlin erhielt durch die Teilnahme ähn- lichcr Organisationen, wie des Reichsbundes der Posener, der Hermattreuen Oberschtesier und des Saaroereins den Charakter einer Kundgebung für die abgetretenen Gebiete. Fahnen und Standarten der beteiligten Organisationen waren hinter und neben der Rednertribüne ausgebaut, aber obwohl sämtliche Redner sich für die Wiedererringung der verlorenen Gebiete einsetzten und die Treue zum Reich mit starken Worten betonten, konnte man auch an der verstecktesten Stelle nicht die Farben der deutschen Republik entdecken Dagegen hotte man sich eine starte Abteilung Jungdo in Unisorm verschrieben, dessen Farben das Feld hinter dem Präsidium beherrschten Die Hauptredner des Abend», die geschästsführende Vorsitzende Frau Wedbing grüßt ÄMe .Ausstellung des Bezirksamtes Es gibt für eines Meisters Werke eigentlich keinen würdigeren Platz, als den, der seinem Schatfen Inhalt und Berufung gab. So ist die Ausstellung von Zille» Meisterwerken, die das Volksbildungsamt Weddinz im Bezirksamt Wedding eröffnete, mehr als ein» bloße Ehrung der künstlerischen Tat: der Wetz- ding g r ü ß t Z i l l e. Hier am Wedding lebten die Menschen, deren Schicksal Zille packte und zur Arbeit entslammte, Unbarmherzig lebenswahr gab er sie wieder, all dies?,' Elendsgestalten, die ausgemergelte» Mütter, und Bjre rachitischen Binder, die sriihretfen Jungen und die zerknautschten Asten. Aber ei gab noch mehr, er lieferte auch den Text zu all diesen traurigen Bildern: Das Hinterhausmilieu mit seinen engen, modrigen Stuben, mit seinen licht- losen Höfen, wo alles grau in grau ist, wo alles verkümmern muß. Und so verbindet das Volks- brldungsamt Wedding mit dieser Ausstellung neben dem kutturellen auch noch den ethischen Zweck: seht her, s o sehen die Menschen aus, die s o leben müssen! Bürgermeister Leid sprach m seiner Er- öffnungsrede schlichte, tiesempsundene Worte für den großen Toten, der ein Künstler in des Wortes edelstem Sinne gewesen ist. Dann umriß Stadt- rat R i e k den Menschen Zille, der groß und ein- fach, fern von jeder Ruhmeshascherei, sein Leben lebte, dem die Berufung an die Akademie nicht mehr als ein philosophisches Lächeln und der Geifer der Völkischen Zeitung:„Nun ist der Abort- und Kaschemmenmaler Zille Mitglied der Akademie geworden, Muse verhülle dein Angesicht!" höchstens«in mitleidiges Achselzucken ent- lockt hat,„Ich bin gern am W c d d i n g", steht in jedem seiner Briefe, die im Original ausgestellt sind, Die Ausstellung, die sich im Hause des Bezirks- amtes Wedding, Müllerstraße 145, benndet ist täglich, auch Sonntags, von 15— 19 Uhr geöffnet, Unkostenbeitrag 5 Pfennig. Hausfrauenkolleg bei Karstadt Bei L a r st a d t am Hermannplatz gibt es eine Hausfrauenwoche in Wort und Bild, vor allein aber in der praktischen Darstellung. Es haben sich hier Hausfraiienverein und Gcwcrbciehrerin, Werktchrerin, Kindergärlneriii und Heilpädagogi» zusammengetan, um der Hausfrau aus der Fülle ihrer Ersahrung allerlei praktische Winke und Ratschläge zu vermitteln. In Vorträgen und Vor- sührungen wird hier von berufenen Vertretsriiinen der Küchenzettel und das Kochen selbst eingehend erörtert, sowohl im Hinblick aus abwechslungsreiche und dabei doch nahrhafte und billige Speisenfolge, wie auch auf eine wohl, durchdachte, zeitsparende Art der Zubereitung, Rebe» dem Kochen wird das Waschen, das Plätten, das Färben und das Reine- machen gründlich gezeigt. Es werden die besten gewcbeschonende» Wasch- und Färbemittel vor- geführt, dann die Apparate, die beim Sauber- machen der Wohnung Kraft und Zeit sparen, und schließlich zeigt der haussrauliche Lehrkursus .Hilf dir selbst" iii einem kleinen Ausschnitt seine- Arbeitsgebietes, wie man all d'e kleinen, täglich auftauchenden Schäden im Haushall selbst und daher billig reparieren tann. Daneben ist auch der praktischen Kindererziehung gedacht. Nehme die Beleidigung gegen Frl. Ilse W, Berlin-Mariendorf. reuevoll zurück. Buchmann. Ki.!:i!i.«•->- Die neuen�Saba-Schiffs-BIlder, die Sie setzt In den Packungen dieser berühmten Cigarehe finden, zeigen in 252 Bildern die Handels- und Kriegs- Flotte der ganzen Welt. Jedes Bild trägt linksseitlich die Handels- oder Kriegs-Flagge des abgebildeten Schiffes.- Das Sammel-Album für die�Saba-Schiffs-Bilder ist auf jeder Seite illustriert und hat außerdem herrliche, 4 seitige vielfarbige Zwischen-Beilagen, Es ist ab 15. Februar gegen Voreinsendung des Betrages von RM. 1.- von der Garbdty Cigarettenfabrik, Berlin• Pankow, oder in jedem Special- Geschäft zu beziehen. Bestellungen werden schon jetzt entgegengenommen und nach Erscheinen in der Reihenfolge des Einganges ausgeführt. Die neuen,/Saba-Schiffs-Bilder,'Finden Sie in den Packungen der Marke Etwa noch fehlende Bilder der bisherigen Flugzeug-Serie Ausland erhalten Sie im Tausch bei Einsendung der entsprechenden Anzahl, �aba-Schiffs-Bilder" Den Tausch von Flugzeug-Bildern Ausland untereinander im Verhältnis 1: 1 haben wir ebenfalls jetzt aufgenommen und bitten wegen des außerordentlichen Andrangs, Tausch antrage schriftlich einzusenden an die Abteilung: Bilder-Dienst der Garbäty Cigarettenfabrik, Berlin-Pankow. Wie lange noch Erwägungen? Line Frage an den Reichsarbeitsminister Di« Neuregelung der Arbeitslosen- Hilfe gehört zu den dringlichsten sozialpolitischen Fragen, deren Lösung von der Negierung nicht noch weiter aus die lange Bank geschoben werden kann. Nirgends hat das Papen-Negiment übler gewirtschastet als aus dem Gebiet der Arbeits- lojenversorgung. In seiner Prograinmrede im Rundiunt hat der Reichskanzler die Beseitigung der Härten der Notverordnung vom U Juni angekündigt. Bis jetzt fand das Kabinett Schleicher noch keine Zeit, sieh mit der Neuordnung der Arbeitslosenbetreuung zu befassen. Allerhand Pläne werden natürlich bei de» zu- ständigen Stellen erwogen. Man spricht von Re- sornrplänen der Gemeinden zur Schonung einer „Reichsarbeitstosenhilie" unter kommunaler Obhut, von der�,. Auslockerung" der Arbeitslosen Versicherung durch Herausnahme bestimmter Be- russgruppen wie der Hausangestellten, der Saison- arbeiter und der Landarbeiter, von Angestellten- ersatzkassen und ähnlich unersreulichen Dingen. Die Regierung Schleicher hat einen Arbeits- minister, der in der Arbeitslosenfrage hervor- ragender F a ch m a n n ist. Dr. S y r u p hat in all den Dingen, die zu dem großen Gebiet der Arbeitslosenbetreuung gehören, ein eigenes Urteil. warum gehl er nicht endlich daran,!o den Schutthaufen, den He r Papen hinterlasien hat. wieder einige Ordnung zu bringen und der wie der machen? nutzlosen Quälerei der Arbeitsamtsangestellten ei Arbeitslosen i Ende zu Quälerei? Die Dinge liegen in Wirklichkeit noch schlimmer Eigentlich müßte man von einer böswilligen und staatsseurdlichen Quälerei sprechen. Man kann annehmen, daß der Reichsarbeits- minister als Präsident der Reichsanstall das Monstrum von Fragebogen, den heute ein Arbeitsloser in dreifacher Ausfertigung ausfüllen muß, nicht selbst versaßt hat. Aber er hat ihn doch sicherlich gelesen. Der Arbeitslose, der aus eine der Fragen eine falsche Auskunst gibt, muß ge- nxirtig sein, daß ihm die Unterstützung gesperrt— ja, daß er den Gerichten ausgeliefert wird. Und doch wird es nur wenig Menschen geben, die diesen Fragebogen wirklich wahrheitsgemäß ausfüllen können. Der Reichsarbeitsminister würde sicher in die größte Verlegenheit tonimen, wenn er selbst den Versuch machen wollte, so einen Fragebogen, gewissermaßen zu seinem Privatvergnügen auszufüllen. Und dann die hilssbedürstlgkeitsprüsung! Der Reichsarbeilsnnnister hat an seinen Vor- gänger unter dem 27. Oktober l!>32 ein ebenso umfangreiches wie vernichtendes Gutachten über die Hilfsbedüritigkeilsprüfung erstattet. Dr. Syrup hat gewiß nicht dieses Gutachten vergesien. Es ist auch ihm klar, daß aus diesem Gutachten Konsequenzen gezogen werden müsien. Dr. Snrup ist heute nicht mehr nur«in Beamter, der ministerielle Verfügungen zur Ausführung erhält. Er ist selbst der politisch verantwort- l i ch e Minister— wenn auch nur Fach- ininister—, der diese Verfügungen zu erlassen hat. Nie Debatte in Genf Die �exierimg�vertreter beraten Eigener Bericht des„Vorwärts" Gens, 16. Januar. Die Beratungen der Regier ungsvertre- ter über die Resolution zum Abschluß der Bier- zigstunden- Arbeitswoche- Debatte sind auch am Montag nicht weitergekommen. lieber den zur Beratung stehenden Text läßt sich zur Zeit nur sagen, oaß er die Vierzig- st u n d« n w o ch e alz geeignetes Mittel zur Ver- Minderung der Arbeitslosigkeit bezeichnen, für die Erhaltung des Lebensstandards der Arbeiter eintreten und den Uebergang zur Einzel- beratung vorschlagen wird. In der Konferenz selbst ließ Polen erklären, an einer Konvention teilzunehmen, wenn sie in- tcrnatianal und befristet auf die Krise sei. Holland will sich erst entscheiden, nachdem durch die technischen Beratungen dos ganze Pro- blem geklärt sei. Der französische Unternehmer- Vertreter Lambert-Ribor erklärte, mehr als 50 Pro,;. der Arbeiterschaft müßten von öer Verkürzung wegen ihrer Spezialarbeiten(!) ausgenommen werden. Man könne nicht uniformieren. A r- bcitszeit Verkürzung mit Lahnaus- gleich erschwere die Kapitalbildung und dos Sparen. Aus dem Unternehmergewinn könne die Verteuerung nicht bezahlt werden, denn der be- trag« rund etwa Z Proz. aus die Summe aller Löhne, und mit ollen Lasten zusammen werde die Verteuerung gut 13 bis 20 Proz. betragen. Im ganzen ständen sich über die Vierzigstundenwoche Unternehmer und Arbeiter schroff gegenüber. Englanid sei dagegen, andere Regierungen suchten zu vermitteln. Hier aber müsie Farbe bekannt werden! man könne nur sür oder gegen eine Kon- vention sein. L e m m e r- Deutschland begann»ist der Frage. wie lange Europa noch warten solle aus diese Konferenz sür die Lösung der Tagessragen. Die Erfahrung in Deutschlano habe gezeigt, daß die Arbeitszeitverkürzung für die Angestellten mir die Einkommen, aber nicht die Arbeit oder die Ar- beitslosigkeit oermindert habe. Für die Angestell- ten müßte in eineni Vierzigstiindenabkommen eine sehr strenge Komrolle gegen jede Ueberstunde ein- gefügt weroen. K r e i l- Deutschland(Arbeiter- beisitzer) bewies, daß die technische Umstellung keine Schwierigkeiten machen könne. Vor allem werde die Landwirtschaft von der größeren Kauf- kraft der Arbeiterschaft profitieren. NGO.-Wurstsuppe In der Gruppe Wurst- und Konserven- s a b r i k« n innerhalb der Berliner Ortsver- waltung des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkeorbeiter spielte vor nicht sehr langer Zell noch die..Opposition" eine große Rolle. Die „Fähigkeit" dieser„Opposition" äußerte sich jedoch nur darin, unter den Mitgliedern der Gruppe den Haß gegen die Gewerkschaftsleitung zu schüren und es schließlich zur Spaltung der Organi- jation und zur Gründung des k o m m u n i st i- s ch e n„Einheitsverbandes der Fleischer und Be- rufsgenosien" zu treiben. Dieser„Einheit- ver- band" führt allerdings ein sehr zurückgezogenes Leben. Durch die Spaltung der Organisation ist den Wurst- und Konservenarbeitern ein so gründlicher Anschauungsunterricht ertellt worden, daß an ein Aufkommen der„Opposition" nicht mehr zu denken ist. Das zeigte wieder mit aller Deullichieit die Und deshalb nrüsien wir an ihn die Frage stellen. ob er noch heute wie am 27. Oktober des ver- gangenen Jahres das Gutachten an den Arbeits- minister mit seiner Unterschrist deckt. In den Schlußsolgerungen dieses Gutachtens ??ißt es, daß die Hilfsbedürftigkeitsprüsung durch >ie großen und mittleren Gemeinden „eine gerechte und gleichmäßige Behandlung der Arbeitslosen unmöglich macht". Zu derselben Feststellung kommt das Guiackte" gegenüber den kleineren Gemeinden. Und die Nutz- anwendung dieser Feststellungen lautet, man solle die Hilfsbedürstigkeitsprüfung„etwa entsprechend der Regelung in der früheren Verordnung über die K r i s e n s ü r s o r g e" wieder den Arbeits- ämtern übertragen. General v. Schleicher hat den früheren Präsi- deuten der Reichsanstall doch wohl kaum deshalb zum Reichsarbeitsminister ernannt, damit er Popens Scherbenhaufen sorgsam behütet. Diese Ernennung ist doch wohl ersolgt in der Annahme, Dr. Syrup sei der Mann, um schnell und fach- kundig auszuräumen. Der Scherbenhaufen der Papenherrichait muß verschwinden. Die Verbitterung der Arbeitslosen verträgt keine neue Verschleppung. Die Neuorgani- sation der Arbellslosenhilie ist überfällig: Aus- dehnung des Versicherungsanfpruchs ohne Be- dürftigkeilsprüfung. Aufbau einer Reichsarbeits- losenfürsorge aus Krisenfüriorge und Wohliahrts- sürsorge, und zwar bei der Reichsamtalt. Beieiti- gimg der Hilisbedürftigkeitsprüfung.— Wie lange sollen die Arbeitslosen noch warten? ähnliche Zustände gemeldet. Besonders schlimm ist es um die Behandlung der Arbeiterklagen bei dem Bezirksral ver Sowietgewerkschasten in R o st o w am Don, der Hauptstadt des Nord- kaukosus, bestellt. Aus Charkow berichtet der Arbeiter Kosjmin, daß mehrere Arbeiter dort Be- zugsscheine auf Maßschuhe erhalten habe». Die Arbeiter können indessen aus diese Bezugscheine hin keine Schuhe erhallen. Wenn oie Arbeiter die Geduld verlieren, so wird ihnen erklärt, sie könnten zwar Schuhe bestellen, doch würden sie die Schuhe erst im April 1933 erhalten. Masfenklagen gegen BVG. Bisher wurden im Zusammenhang mit den Emlassungen während des Berliner Verkehrsstreiks insgesamt 2-111 Klagen gegen die Berliner Berkehrsgesellschaft anhängig gemocht. Davon sind erledigt durch Ktagerücknahme 124-1. also rund die Hälfte, durch Vergleich 95, durch Endurteil 193, auf andere Weise 104, unerledigt bisher 778 Klogen. Es ergingen Urteile auf Ab- Weisung der Klage in 166. aus Verurteilung der BVG. in 27 Fällen. Berufung wurde in vier Fällen eingelegt. Gegen den Betriebsrat der BVG. schweben 127 Schadenersatzklagen! letzte Gruppenversammlung, in der die Neu- wähl der Gruppenleitung vorzunehmen war. Die Kommunisten und mit der KPD. Sympachi- sierenden, die zum Einheitsverband nicht hinüber- gewechselt haben, waren nicht einmal in der Lage, ein« vollständige Gegenliste zur Neuwahl der Gruppenleitung einzureichen. Sie hotten sogar nicht einmal den Mut, gegen die bisherige „reformistische" Gruppenleitung zu stimmen, so daß diese einstimmig wiedergewählt wurde. Von der ganzen„Opposition" ist nur noch«ine Wurstsuppe übrig. Die Feststellung einstimmiger Wiederwahl wurde von der Versammlung mit Heiterkeit quittiert. Werkmeisteravpell �rbeitsbescbakkunx/ Planwirtschaft Der Bezirk Brandenburg des Deutschen Werkmeisterverbondes hatte seine Mit- glieder zu Sonntagvormittag nach dem Berliner Konzerthaus„Clou" gerufen, um sie für den Kampf mobil zu machen, der zur Wieder- gewinnung der verlorenen Positionen aufge- nommen werden muß. Dem Rufe chrer Organi- sation waren die Werkmeister so zahlreich gefolgt, daß es schwierig war. sie alle in dem mehrere tausend Personen fassenden Raum unterzubringen. Im Mittelpunkt der imposanten Kundgebung stand ein Vortrag des Verbandsvorsitzenden Ge- nassen Buschmann. Der Referent gab ein- leitend einen Ueberblick über die Geschehnisse seil dem historischen 20. Juli des vorigen Jahres, an dem sich die Reaktion demaskierte. Das Kabinett Schleicher hat erst sehr wenig von den Trümmern weggeräumt, die auf dem Papenschen Experi- mentierseld geblieben sind. Trotz der Zersetzung in der NSDAP, hat die Arbeiter- und Angestelltenschaft alle Ursache, wachsam zu sein, denn noch ist die Reaktion nicht geschlagen. Vor ollem müssen die Gewerk- schajten nicht nur intakt gehallen, sondern noch g e st ä r k t werden. Die Arbeitslosen ver- s i ch e r u n g muß wieder zu einer wirtlichen Versicherung werden. In der Angestellten- Versicherung müssen die durch nichts be- gründeten Leistungsverringerungen und sonstigen Verschlechterungen wieder rückgängig gemacht werden. Die W e r k m e i st e r sind besonders hart getroffen worden durch die Erschütterung der Grundlagen der Wauderversicherung. Auch hier ist die Forderung nach Wiederher- stellung des alten Zustandes anzumelden. Für die Unfall- und Kronkenversicherung gilt dasselbe. Im Arbeits- und Tarifvertragsrecht ist ebensalls manche Position verlorengegangen, die es wieder- zuholen gilt. Der Umgehung des Kündi» gungsschutzgesetzes durch den Abschluß sogenannter Kettenverträge muß gleich- falls der schärfste Kampf der Gewerkschaften an- gesagt werden. Neben diesen sozialpolitischen Forderungen stehen natürlich die, die auf einen U m- bau der Wirtschaft abzielen. Mit allem Nachdruck muß im Augenblick die öffentliche Arbeitsbeschaffung verlangt werden. Der Redner schloß mit dem Appell, weiter treu zur freien Gewerkschaftsbewegung zu stehen, die sich gerade in den letzten sturmbewegten Monaten als starkes Kraftzentrum gezeigt hat. mit dem die Gegner der vorwärtsstrebenden Arbeiterschaft doch mehr rechnen müssen, als sie zu Beginn der Reaktionsperiode geglaubt haben. Eine im Sinne der Darlegungen des Referenten gefaßte Eni- schließung wurde einstimmig angenommen. Die gewaltige Kundgebung wurde wirkungsvoll umrahmt durch Darbietungen des Werkmeister- Männerchor». Betriebsräte in ASSN. Kein Interesse für Mißstände Der ,�Trud"(Nr. 2 vom 2- Januar 1933) berichtet. daß die Klagen und Beschwerden der Arbeiter des Eisen- und Stahlwerks „Stall n" in Kusnezk(Uralgebiet) nicht b s« r ü ck s i ch t i g t werden. Bei einer Prüfung konnte im Betriebsrat der Fabrik nur eine einzige Klage entdeckt werde». Dies bedeutet, daß der Betriebs- rat die Klage» völlig unberücksichtigt läßt und vielfach sogar nicht annimmt. Der Arbeiter der Fabrik D e m i s ch i n schreibt dem„Trud", daß der Betriebsrat der Fabrik sich für Lrbeiterklagen überhaupt nicht interessiert und diese Klagen nicht einmal registriert. Im Herbst haben Arbester der Fabrik bei der Einbringung der Gemüseernte in der Gr- müsewirtschaft„Bongur" insgesamt 28 000 Ar- beitstage gearbeitet. Eine Nachprüfung ergab, daß von den 300 in Frage kommenden Arbeitern nur einige wenige Arbeiter Gemüse erhiellen, während alle Gemüse erhalten sollten. Die Arbeiter, An- gestellten, Ingenieure und Techniker klagen immer wieder, machen sachlich« Verbesserungsoorschläge und so weiter, ihr« Klagen und Briese blechen indessen in den Schubfächern der Be- triebsräte und der Betriebsleitungen, sowie der Gewerkschaftsorganisationen stecken. Auch aus dem Nordkaukasus werden Kampf im Giegerland Die Aussperrung durchgeführt Die Weigerung der Siegerländer Metallorbeiter, zu den von den Unter- nehmern diktierten Hungerlöhnen zu arbei- ten, hat am Montag in vielen Betrieben zur Aus- sperrung geführt. Die großen Werke liegen also still. Ausgesperrt sind die Belegschaften des Geis- weiter Eisenwerkes mit 700 Mann, des Eisener Walzwerkes in Siegen mit erwa 1300 Mann, des Walzwerkes der Friedrichshütte in Wehboch mit 400 Mann, des Wissener Weißblechwerkes mit 2200 Mann, der Firma Berstom in Siegen mit 150 Mann und einer Reche weiterer Betriebe mit Belegschaften von 30 bis 100 Mann. Im Weiß- blechwerk Wissen erschienen am Montag 100 bis 120 Mann zur Arbest, mst denen eine Walzen- straße in Betrieb genommen werden konnte, während sonst 18 Walzenstraßen arbeiten. NGO. durchgerutscht Die Betriebsrätewahl bei den Wer- ken der Stadt Halle A-G. hat den K o m- m u n i st e n eine unerwartet schwere Nieder- läge gebracht. Die NGO. hatte chre Agitation in größtem Umfang betrieben und erhebliche Aus- Wendungen sür Propagandamaterial gemacht. Trotz aller Anstrengungen und trotz schmutzigster persönlicher Verleumdungen gegen Funktionär« der freien Gewerkschaften gelang es den Kommu- nisten nicht einmal, im Elektriziimswerk und bei den Bergwertsbetrieben kommunistische Listen zu- stände zu bringen. Bei der Straßenbahn erhiellen die freien Gewerkschaften 607 Stimmen und 8 Mandat«! aus die KPD.- Liste entfielen 58 Stimmen. Die KPD bleibt da- mst wie bisher ohne Vertretung im Betriebsrat. Die Nazis erhiellen 72 Stimmen und mit knapper Not ein Mandat. Im Gas- und Wasser- werk entfielen aus die freien Gewerkschaften wieder 6 Mandate, auf die KPD. 1 Mandat. Unternehmer Berlin Was man dem Pflegepersonal anmutet Vom Gesamtoerbond wird uns geschrieben: Seit dem 30. September 1932 sind die Krankenschwestern und-pileger der Berliner Pflege- anstalten ohne Tarisoertrag Di« mehr- fachen Bemühungen der Sektion Gesundheitswesen des Gesamtverbandes, zu einem Vertrags- abfchluß zu kommen, haben nun endlich dazu ge- führt, daß der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin einen Vertragsentwurs übersandl hat. Dieser Entwurf übertrifft alles bisher Da- gewesene. Die Monatslöhne des Pflegepersonals betragen zur Zest durchschnittlich 120 M. 'Nach Abzug der Beiträge sür Sazialversicherung usw. bleiben 106 Ni. Es gibt aber auch einige An- gestellte, die 90 M. monatlich erhalten und davon chren Haushall bestresten und chre Familien umer- halten sollen. Wie man mst diesen Hungerlöhnen sich und seine Familie nähren, bekleiden usw. soll, ist ein Geheimnis der hohen Bürokratie, die diese Sorgen nicht hat. Man sollte meinen, daß mit diesen unerträglich niedrigen Monatsbe.zügen der Sparsanrkeitsfimmel der Hauptpnrwngsstell« der Stadt Berlin seine Grenzen geftnrden hat. Der neu« Vertragsentwurf fordert aber die Möglichkest der Arbeitszeitverkürzung und die entsprechend« Herab- setzung der Monatsverdienste. Außer- dem wird Dienstwohnung und B e k ö st i- g u n g gefordert, die natürlich in Anrechnung kommen sollen. Daß damit allen Schikanen Tür und Tor geöftnet ist, sollte aus früherer Zeit be> kannt sein. Das Pflegepersonal ist nicht gewillt, derartige Arbestsbedingungen auf sich zu nehmen. Dies« Bestimmung lehnt sich eng an die Gesinde- o r d n u n g der Vorkriegszeit an. Sie ist auch nicht durchführbar, weil einfach nicht genügend Anstaltswohnungen zur Verfügung stehen. Auch die Beköstigung, die angeboren wstd, fordert be- sondere Krstik heraus, da bekannt ist. daß Anftalts- leiter sich daruni stresten, ob sie den täglichen Be- köstigungssatz von 56 M. auf 49 M. ermäßigen können! Es kommt noch hinzu, daß dieser einzigartige Vertragsentwurf eine monatliche Laufzeit vorsieht. Plant man noch weitere Verschlechterungen? Wir fordern die gleiche Bezahlung für b e° a m t e t e s und a n g e ft e l l t e s Pflegepersonal. Es ist heule so. daß bei gleicher Dienstleistung die beamteten geprüften Krankenpilegepersone» nach der Gruppe 6a bezohll werden, die Angestellten in den ersten ftinf Iahren bei der Stadt Berlin aber in der uöchstniedngen Vergütungsgruppe eingereiht find. Es kommt dann noch hin.;u, daß be- sonders qualifizierte Arbesten, zum Beispiel die der Operattonspsleger, künftig ebenso bezahll werden sollen wie die Arbesten des sonstigen Pflegepersonals. 'Außerdem besteht die'Absicht, mindestens 20 Proz. ungeprüftes Pflegepersonal in den Heil- und Pslegeanstolten zu beschäftigen. Di« hier beabsichtigten Ersparnisse werden wieder wettgemacht durch vermehrtes Austreten von Unfällen. Die Unsallzisser ist in der legten Zeit erheblich ge- stiegen. Daz liegt nicht zuletzt daran, daß die starke Personalverminderung durch die Abbauwut der Sparkommissare der Hauptprüsungsstelle Zu» stände in den Heil- und Pflegeanstalten im besonderen geschassen hat, die zu Revolten führen werden. Wir warnen jetzt schon dringend vor der Ileberspannung der Fordeningen und müsien es den. Kommunalen Arbeitgeberverband überlassen, alle daraus entslehenden Folgen auch gegenüber der Berliner Bevölkerung zu verantworten. Deutscher Karneval 1933 Das monarchistische Kostümfest im Sportpalast Spuk im Kyffhäuser Bei der Sportpalastkundgebung des Kyff- häufcerbundes mimte u.a. der Exkronprlnr lelt. „Sagen Sie, Herr v. Papen, fliegen die Raben noch immer um den Berg?" „Ich weiß nicht— aber es schleichcrt so unheimlich." Wird Straßer ausgeschlossen? Interne Beratungen der NSDAP, nach Lippe Das deutsche Volk hat in Zeiten der Äechts- regierung zuviel bunte Ueberraschungen erlebt, als daß es an dem Monarch! st ischen K o st ü m f e st, das am letzten Sonntag im Sport- palast abgehalten wurde, noch sonderlich Anstoß nehmen könnte Vereidigte Republikaner in kaiserlichen Uni- formen herumlaufen zu sehen, ist für uns eine ate Gewohnheit Auch die Spitzen der Behörden als Komparserie bei einer monarchistischen Gala- aufsührung wiederzufinden, ist mindestens feit Papen für uns keine Neuigkeit mehr. Wundern darf man sich aber nicht, wenn das Ausland, und zwar das verständige und durch- aus nicht„deutschfeindliche" Ausland ganz anders darauf reagiert. Und wer diese Wirkungen be- obachtet, der müßte eigentlich sehr rasch zu der Erkenntnis kommen, daß sich die Teilnahme der höchsten Autoritäten an Darbietungen solcher Art mit einem echten Begriff von nationaler Würde schlecht verträgt. Entweder man ist für die Republik oder man ist für die Monarchie, aber dieses Mußrepublikanertum mit der auf der Brust und um den chals getragenen monarchisti- schen Tradition ist nicht geeignet, der Welt von deutschem Wesen Anno 1933 eine ernste Vor- stellung zu geben. In früheren Zeiten glaubte man draußen— und in manchen Kreisen auch hierzulande— der- gleichen bunte, lärmende Veranstaltungen seien ein Vorzeichen für die baldige Wiederkehr der Monarchie. Dabei weiß doch heute das ganze deutsche Volk— einschließlich eines großen Teils der Teilnehmer an diesen Kostümfesten—, daß schon allein die geistigen und moralischen Qualitäten der zunächst dafür in Betracht kommen- den Personen für die Wiederkehr der Monarchie in Deutschland ein unllbersteigbares Hindernis dar- stellen. Auch die meisten Teilnehmer des Kyff- häusersestes sind von der alles überwältigenden Talentlosigkeit des Exkronprinzen für den Herrscherberuf hundertprozentig überzeugt. Von dem Herrn Papa schon gar nicht zu reden! Das Schlimmste an solchen Veranstaltungen ist und bleibt ihre innere Unaufrichtigkeit, die notwendigerweise Unruhe im Volke erzeugen muß. Man fragt, was das bedeuten soll und was da gespielt wird— und wenn man zu der Ant- wort kommt, daß es eigentlich nichts bedeutet, so ist das für die Teilnehmer keineswegs Lobe und F r e y t a g h< Loringhoven de- battierten gestern im Rundfunk über autoritäre und parlamentarische Staatsführung. Ein Sozial- demotrat und ein Deutschnationaler,«in Balte und ein Schlesier, ein Baron und ein Mann aus dem Volke,«in Professor und ein Autodidatt. Leicht hatte es keiner von beiden: der Deutsch- nationale nicht, weil neun Zehntel des deutschen Volkes von seiner„autoritären" Staatsführung längst die Nase voll haben, der Sozialdemokrat nicht, weil das Bekenntnis zum demokratischen Parlamentarismus für ihn zwar eine praktische Selbstverständlichkeit, aber durchaus nicht Kern und Stern seiner sozialistischen Ueberzeugung ist. Interessant war, daß der Deutschnationale er- hebliche Konzessionen an die Demokratie zu machen genötigt war: will er doch auch die Auto- ritäre Staatsführung von einem demokratischen Akt der Z? o l k s w a h l des Reichspräsidenten aus- gehen lassen. Das ist ein Abrücken vom eigent- lichen Grundgedanken der autoritären Staats- führung, nämlich vom Gedanken einer über das Volt gesetzten gottgewollten Autorität, eben vom monarchistischen Gedanken, zu dem seine Partei sich sonst programmatisch bekennt. Auch sonst zeigte Herr von Freytagh-Loring- Hoven eine sonst kaum bei ihm gewohnte Be- scheidenheit. Wenn er glaubt, aste Uebel des deutschen öffentlichen Lebens durch Beseitigung des Artikels 5A der Reichsoerfassung beheben zu können, der für jede Regierung das V e r- trauen des Parlaments fordert, so muß man sich wundern, daß ein geschulter Staats- rechtler so am Formalen hängen bleiben kann. Ein Parlament, das einen starken Mehrheitßwillen besitzt und ihn durchsetzen will, braucht dazu keinen Artikel 54. Umgekehrt zeigt die Gegenwart, daß dieser Artikel der Verfassung für ein schwaches Parlament durchaus keine Machtquelle darstellt. Durch Löbes überlegene Dialektik in die Enge getrieben, rettete sich Freytagh auf ein Kompro- miß. In richigen Zeiten könne man sich der parla- meiüarischen Staatsführung anvertrauen, aber in stürmischen sei die autoritäre am Platze. Cr brauchte nur einen Schritt weiterzugehen, um einzusehen, daß das parlamentarische System durch die Unterwühlung von rechts her in Not geraten ist und daß man aus dieser Not nicht nur eine Tugend, sondern auch eine Theorie, eben die von der„autoritären" Staatsführung, zu machen versucht hat. Daß diese Theorie, auch im Munde eines ihrer gewandtesten Vertreter, nicht gerode verführerisch wirkt, hat die gestrige Aussprache klar erkennen lassen. Das Volk sehnt sich längst aus dem auto- ritärsn Schwindel heraus. Den Weg Hot ihm schmeichelhaft. Das Mißtrauen, da» in der republikanisch gesinnten Bevölkerung trotzdem wachgerufen wird und bleibt, kann ihnen aber auch nicht zur Ehre gereichen. Verantwortlich für den skandalösen Rummel ist der Reichskanzler von S ch l e i ch e r, der dabei als Reichswöhrminister aufgetreten ist— wahrscheinlich in der Absicht, seine Reichswehr„aus der Politik herauszuhalten". Es scheint, daß der Reichskanzler sehr bald den Ruf des klugen Mannes verspielen wird, den sich der Mann hinter den Kulissen des Reichswehrministeriums erwor- ben hatte! Vom Krieg der Generäle Litzmann tobt gegen Hindenburg Eigener Bericht des„Vormärts" Braunschweig, 16. Januar. In Wolfenbüttel feierte man am Sonntag da» zehnjährige Bestehen der Naziortsgruppe. Als Festredner war der General L i tz m a n n direkt aus dem Teutoburger Wald gekommen. Litzmann nannte Hitler den größten Deutschen der Gegen- wart, der größer als Bismarck sei und der nur noch mit Luther verglichen werden könne. Sodann griff er Hindenburg in folgender Weise an: „Ich hatte mich von Herrn von Hindenburg innerlich schon abgewandt, als er am 28. Oktober 1918 den General L u d e n d o r f f in die Wüste schicken lieh, ohne auch nur den kleinsten Fingsr zu rühren für den Mann, dem er seinen ganzen Kriegsruhm verdankt; denn Ludendorff ist einer der größten Feldherren aller Zeiten und Völker. Als Politiker ist er leider verrannt. Ich hatte mich von Herrn von Hinden- bürg schon abgewandt, als er seinen Kaiser in der Nacht zum 19. Novsmber1918 im Stich ließ. Ich hatte mich abgewandt von Herrn von Hindenburg, als er sich vor Jahren von seinen Wählern abwandte, um sich den Roten und Schwarzen zu ergeben." Was alles jedoch den„größten Deutschen" nicht hindert, um die Gunst'Hmbenburgs Sturm zu lausen, damit er ihn zum Reichskanzler ernennen möge! gestern ein Mann gezeigt, den man den Meister de» praktischen Parlamentarismus in Deutschland nennen kann: der Sozialdemokrat'Paul Löb e. Staatspartei für Nazis! Nazi-Bürgerblockpräsidium Dresden Eigener Bericht des„VorroSris" Dresden, 16. Januar. Im Gegensatz zu Leipzig und Chemnitz, die«in sozialistisch- kommunistisches Stadlverordneten- Präsidium erhalten hatten, hat sich Dresden heute ein nationalsoziali st isch-bür- gerliches Präsidium geleistet. Dieses Er- gebnis ist dadurch zustande gekommen, daß Staatspartei und Zentrum sich dazu bereit gefunden haben, um den Zudaslohn eine» Sladtratmandates für die Skaatspartei mit den Nationalsozialisten zusammen für ihren Kandidaten Dr. Kluge zu stimmen, der mit 39 Stimmen über unseren Genossen, den bisherigen Stadtoerordnetenvorsteher B ö l i tz s ch, siegte, der 22 Stimmen erhielt, während der Kom- munist Gabel 13 Stimmen erhielt. Mit gleicher Mehrheit wurde zum ersten Stellvertreter der Deutschnationale Paul und zum Zwesten Stell- Vertreter der Bolksparteiler Dr. Thurm er ge- wählt. Die Staatspartei, die mm ein Stadtrats- mandat erhält, hatte vor noch nicht zwei Jahren die Wahl des Stoatsparteilers Külz zum Ober- bürgermeister nur der SPD. zu danken. Bombenverbrechef entwischt Was in Klaggestan möglich ist Braunschweig, 16. Zanuar. 3n Braunschweig ist wieder ein Bomben- Verbrecher entwischt. Nachdem erst vor wenigen Wochen der jugendliche Bombenwerfer Klaus Hantel aus der Zürsorgeanstalt Eckarlsheim bei Bieleseid geflohen war. ist am Montag der Ztjährige Musiker M ex Heimerl au» Kallmünz. Mitglied der Sraunschweiger SS., aus dem tandeskrankenhaus In Braunschweig geflohen. Heimerl war angeblich so krank, daß er in das Kronkenhaus geschafft werden mußte. Er war aber nicht so krank, daß er nicht entsliehen konnte. Die Bombenattentote gegen Arbeiter- wohnungen. an denen Heimerl beteiligt war. erfolgten im August 1932. Im„Angriff" widmet Goebbels dem Wahl- «rgebnis von Lippe einen Artikel, der im wesent- lichen aus einer leidenschaftlichen Polemik gegen Gregor Straher und einer Tolerierung Schleichers besteht. Di« 5899 Stimmen, die die NSDAP, mit ungeheurem Aufwand an Geld und Agitations- kräften wieder aufgeholt hat, ohne ihren Stand vom 31. Juli wieder erreichen zu können, werden von Goebbels benutzt, um Hitler suggestiv ein- zureden, daß Hitler recht behalten habe mit seiner Haltung vom 13. August und 25. November. Dos soll natürlich.hkißen, daß Goebbels recht behalten habe gegen S t r o ß e r, dem die folgende Polemik gewidmet wird: „Auch am Rande unserer eigenen Par- tei gab es einige Neunmalkluge, die da die Ansicht vertraten, das, was die national- sozialistische Bewegung zahlenmäßig erobern könne, das besäße sie schon, und sie hätte jetzt nur noch die Möglichkeit des Ver- l i« r e n s. Sie müsse deshalb unter allen Um- ständen, unter weitgehenden Kompromissen, ja unter Verzicht aus ihre im Kampf erhärtete Eigenart, an die Verantwortung her- antreten. Diesen Parteidefaitisten haben die Lipper Wahlen eine harte Lektion er- teilt. Soweit sie nicht unheilbar sind, wer- den sie jetzt reumütig an ihre Brust schlagen und einzusehen beginnen, daß das Volk niemals schlapp macht, wenn seine Führer stark bleiben, und daß man von der eigenen Schwäche nicht immer auch aus die Schwäche der Massen schließen kann. Die Nachgiebigkeit ist bei jeder revolutionären Politik das Verhängnisvollste, da» sich überhaupt denken läßt. Die, die sie ver- treten, glauben damit die W e i s h e i t in E r b- pacht genommen zu haben; aber sie sind nicht intelligenter als die Konsequenten, sondern nur charakterarmer. Wenn es nach ihnen ginge, dann käme eine große Sache IllMlUMiMl!!! Atttnngl Adiiung! fiold- and SUlier-Sdiinlede Sonnersfag. Den 10. Januar 1933. adeav» 5 Ahr. im Orcadenct Warfen, Dcfadcaac Strohe 43 Brandien- Versammlung Tagesordnung: l. Bortrag. 2. Branchen-Angelegenheiten. Z. Verschobene?. Ca ist Pflicht eine» jeden Kollegen, in dieser Beisammiung zu erscheinen. Mitgliedobuch legitimiert! Oenaerafag, ben 19. Januar 1933, abeoOe 1 Ahr. im Deebaabshaus, Cialeaftrofjc 43-33. Eingang B, ei|dn»r Strafte 86-8« Brmdien'Versammiund •Her im DMV. oroanUirrlen Eieen- und Hrvolvcrdrehcr, Oreherinnen und Randjdilelfcr Tagesordnung: '.»Aohin treiben mir?* Referent: Fritz» ummer. Schrift. leitet der Metallarbeiter-Zeitung. 2. Branchenangelegenheiten und«er- schtedenes. Die arbeitslosen Kollegen sind besonders eingeladen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Ota OileraewaUteug. niemals ganz zum Siege, und die Politik würde immer und überall im faulen Kompromiß er- sticken." Diese Polemik läßt die wilde Erbitterung von Goebbels gegen seinen Konkurrenten Straßer er- kennen. Nach dieser Polemik muß man annehmen, daß der Wahlkampf in Lippe gegen Straher ge- führt worden ist und daß rund 19 999 Agitatoren rund 199 999 Wähler bearbeiten mußten, um Hitler zu überzeugen, daß Goebbels recht und Straßer unrecht hat. Cs schein«, daß der Zoll Straher nun bereinig« werde« soll. Die„Deutsche Allgemeine Festung" spricht davon, daß sein Ausschluß au» der NSDAP, bevorstehe. Hitler ist von Lippe nach Weimar gefahren. wo am Montagmittag eine Konferenz der Gauleiter der NSDAP, stattgefunden hat. Vorher hat Hitler vor der Thüringer SA.«ine Rede gehalten, die mit folgenden Sätzen schloß: „Und wenn auch einer von uns irr- sinnig wird, unsere Partei bleibt, aber die Regierung vergeht!" Meint er Straßer, oder ist er von so düsteren Ahnungen befallen, daß er an sich selber gedacht hat? Denn retzt ist die Lippesche Ausrede dahin, jetzt muß er sich entscheiden! Au« Nazi-Oldenburg. Obersinanzrat Dr. Rqbe- ling, der den D e u t s ch n a t i o n a l« n nahesteht, wurde in der Freitagsitzung des Stadtrats mit 32 von 41 Stimmen zum Oberbürgermeister von Oldenburg gewählt. Nach Ungarn aus der Emigration zurückgekehrt ist Pfarrer Hock, der an der Herbstrevolution 1918 tätig teilgenommen hat. Am 19. Januar wird gegen ihn wegen mehrfacher Schmähung der ungarischen Nation verhandelt Er ist in Hast. Was ist „Kentucky"! Der Kentucky-Tabak gibt dem ViUsger- Stumpen die eigenartige Würre. Ohne Hl» wäre die ausgezeichnete Qualität des VilUger- Stumpens wie eine Suppe ostne Salz. Au* jahrzehntelanger Praxis kennen wir auch alle Distrikte, wo die feinsten Kentuckys wachsen und wählen mit peinlicher Sorgfalt die pa� senden Jahrgänge. Villiger- Stumpen sind etwas Besonderes! Preislagen 8, 10 und 18 Pfg. Pabrik-Lager Hedemannstr. 22. Bergm.Sfn Löbe- Freytagh-Loringhoven Ein Rundfunkgespräch über autoritäre und parlamentarische Staatsführung Geheime Brotverfälschung Reichsregierung empfiehlt Duldung von Kartoffelzusatz Noch ist nicht entschieden, ob die'Lersälschung der Margarine mit alter Butter Wirklichkeit wer- den soll oder nich», weil weit« Kreise der Land- Wirtschaft nicht mit Unrecht fürchten, dah diese Maßnahme sich letzten Endes sebr zuungunsten der Landwirtschast auswirken könnte, lieber die Proteste der Konsumenten wöre man schon längst zur Tagesordnung übergegangen: Konsumemen haben bei uns in Deutschland nichts zu sagen. Immerhin würde die beabsichügte Margarine- Verfälschung doch wenigstens keine T ä u> schung der Konsumenten bedeuten, da diese durch die ausgedehnten Erörterungen in der Leffsntlichkeit über die Sache unterrichtet worden sind. Geradeso wie im Kriege jeder wußte, daß er mit Kartoffel verfälschtes Brot erhielt. da dieser Zusatz ebenfalls durch Gesetz ö f f e n t- lich vorgeschrieben war. Inzwischen hm aber schon vor einiger Zeit die Reichsregierung, nämlich der Reichsminister des Innern, lediglich durch Rundschreiben an die Polizeibehörden, also praktisch unter Aus- schluß der Oeffentlichkeit empfohlen. deu Zusatz von Kartoffel walzmehl. das sind mit deu Schalen getrocknete, zerkleinerte Kartoffeln, von seilen der Lebensmillelpolizei zu dulden, auch wenn dies« Verfälschung entgegen den Bor- schriften des Lebensmittclgesetzes nicht gekenn- zeichnet ist. Allerdings soll der Zusatz höchstens 5 Proz. betragen, was aber der dreifachen Menge gekochter Kartoffeln entspricht. Außerdem bindet das Brot infolge des Kartoffelzufatzes auch noch beträchtlich mehr Master als gewöhnlich, vor allem ist es aber gar nicht möglich nachzuweisen, ob nicht in Wirklichkeit noch bedeutend mehr Kar- loffel in ein Prot hineiagemanscht ist. Das Tollste an dieser reichsamtlich empfohlenen wirtlichen, well geheimen. Verfälschung ist das, daß sie nicht etwa— wie im Kriege die öffentliche— durch einen Mangel an Brotgetreide hervorgerufen ist. Denn wir haben bekanntlich infolge der glänzenden Getreideernte des letzten Jahres überreichlich Brotgetreide. Lediglich im Znlereste relativ weniger Kartoffel bauender Großlandwirte liegt diese Maßnahme. die daher allen Grund Hot, das Licht der Oefsent- lichkeil zu scheuen 1 Neue Zudenhetze Goebbels' letzter Hoffnungsanker Die Nationalsozialisten bereiten«ine neue Welle verstärkter Iudenhetze vor. Auf der Amtswalter- tagung des Kreises III der Berliner NSDAP, er- klärte am 8. Januar lllZZ der Kreispropaganda- leiter Witzel: „Unser Hauptkamps gilt den Juden. Unser Gauleiter hat schon mehrmals darauf hinge- wiesen, daß wir wieder verstärkt den Karnpi gegen die Juden aufnehmen mästen. Die jüdische Weltpest, die hinter- allem steht, muh ausge- schaltet werden. Nehmen Sie jede Gelegenheit wahr, daraus hinzuweisen, daß alles Elend und alle Not nur durch die Juden gekommen ist." Bei der gleichen Gelegenheit wurde diese Parole von dem Gauleiter Protze, der als Vertreter des Berliner Gauleiters Goebbels sprach, nochmals unterstrichen. Protze führte in dieser Bersammlung aus: „Wir wollen den Kampf gegen die Juden in aller Frische wieder aufnehmen. Lasten wir alle kleinlichen Diskussionen, der Kampf gegen die Juden, der eine Zeitlang in den Hintergrund getreten war, ist wieder an erste Stelle gerückt." Vor allem die Ausführungen Protzes sind sehr aufschlußreich, gibt er doch an. daß sogar die nationalsozialistische Judenhetze unter„kleinlichen Diskussionen", d. h. infolge des Straßer-Konflikts, der Geldmisere der Partei und des offenen Zerfalls zahlreicher ihrer Unterorganisationen aufs schwerste gelitten hat. Die nationalsozialistische Iudenhetze war überhaupt immer ein Zeichen der Schwäche. Sie trat jedesmal dann verstärkt in Erscheinung, wenn die Partei irgendwelche Mißerfolge erlitten oder irgendwelche politisch-parlamentarischen Ent- scheidungen ihren Anhängern zu verbergen hall«. Sie war der schonend« Mantel, der alle Fäulnis in der Parte? zu decken hatte, das letzte Loch, auf dem die Goebbels und Leg ihre Propagandatriller pfiffen. Wir glauben allerdings, daß dieses Mal auch der wüsteste Gossen-Anttsemitismus die NSDAP, nicht mehr retten wird. Autvfireiks In Wien und Prag In Wien streikten am gestrigen Montag alle Mietautos fünf Stunde» lang, um gegen die Höhe des Benzinzolls und sonstigen Ueberbelastungen zu demonstrieren. In Prag veranstalteten 50»0 Prwatfahrer und Chauffeure au- allen Teilen des Landes eine Auf- fahrt zum Protest gegen das neue Auto- m o b i l g e s e tz mit seinen neuen Steuern und sonstigen Lasten. Aus den nach Prag führenden Straßen waren Posten der Automobilisten ausi gestellt. Aus Karlsbad sollte e-ne aeschlostenc Ko» lomre von ZOO Personenauto- nach Prag fahren. Dies wurde jedoch von der Polizei o e r b o t e n. Die Vorlesungen Profestor Cohns ausgefchobeu. Der Dekan der juristischen Fakultät der Unioer- süät Breslau gibt durch Anschlag am Schwarzen Brett bekannt, daß er mit Rücksicht auf bevor- stehende Besprechungen Herrn Professor Dr. Cohn veranlaßt habe, seine Vorlesungen erst am Frei- tag, dem 20 d. M., auszunehmen. Hierzu 2 Peilagen Gewerkschaftliches siehe 1. Beilage. Der..Vorwärts" erscheint im voraus«ähr höherer Gewalt Salt imfi afü*. I«Schewtich 7Z PN. monatlich»LS M. t davon 87 Pt monatlich tili Zustellung ln« Hau-) �___•—,. v.__ ü___________ u— 4.—«Cr PUD CU a,.V II di-» xv-r,»o> ur-rt mofioW ätts"«rlcheint wochenlägltch zweimal. Zonntag» und Montags einmal. Zllustriert» Sonntagsbetlage. Boll u,u-—------■-.--------T-——-----„,„.-„,- zahlbar Postb-zuz 3,9; M einschliehlich 60 PI Postzeitung, und 72 Pf. PoNbestcllgebllhr.n, Äusland-abonnkmcat 5.65 M. pro Monat: für Länder mit ermäßigtem Drucklachenparto««-,«. Bei-Z stall d-r Lieieiung wegen wall besteht bin Anlvruch der Abonnenten auf Ersatz, i Anzeige npreil«: Die»insvaltige Millimererzeile 36 Pf Rellu mezeile 1,50 31.„Kleine Anzeigen das-fettgedruckte u-ort-1� PI ledes wer ..................-.................- rinimeterzeite 25 Pf. �amilienanzeiaen Millimeterzeil« l6 Pf Anzergeuannahm« im p« u p t g» i ch o' t.Lindenftr. 3. wochentac weiter» Anzeigenannahme' im Hauptgefchö't Lindenstr. 3. wochentäalich glingelhöter: Sewcrtfchaftsdewegung- Z. Steinet; Feuill.ton- Herbert und Berlagsanstalt Paul Singer u. So.. Berlin SB 68 Lindenstr. 8. if Gänse gefroren, Pfd. von OroKcr LEBENSMITTE LVcrta»! Puten Pfd. von 0,54 Molkerei' bulter Pfd. von 0,98 Sclmiorileiscli ~ 0,68 Kalliskeuie bls9Pfd «dmer 0,58 ö�ifeSssnen 0,38 Mengenabgab, verbehalten Fleisch Suppenfleisch Pfl von 0�8 Schweinebauch«.B,. PIA 0,64 Schw.-Komm u.S Ahr ftleine prell» In der Premteren- deietzung mit Gitta Stipar veutseite» rkteezer Schuntannsrr. Ida Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr IminirniiiMultiiabinll Prinz von Homburg von H. v. Kleisi Tkiiii. FiMvn. tridück. Rittirr.(ezoer. SSimbtrj Kammerspieie 8 Uhr EnuDblt; nwirMastr Sänspielir Die Flasdie Komödie von Ri n gel n a tz Inszeniemnei Jean IShier-Muner Rose•Theater nie trnktiiln Stnii 132 Tri. ViidRri(7 3(22 8,15 Uhr Die Zirkusprinzessin r;HEUEOW(- Arnold Schalt- U-Boha Hnmaoiiplati— Hotenheld« 1« 4! Großes Bockbierfest -diweinrt»laei n-d tzrJsüc.inz 4er wbdpsten Kelockea von Bcr Ii fbaaei).— 4 SoMprolt« 40, M,«, 1# RM. |« K«B«llen Bayr. Bedleiumg ClnlaS; WeehMta�T Uhr. Sonntjcs S Ukr CASINO-THEATER SV« Lotbringer Strafte 37 S% 1 1 mr< 1 1 rrrrm« m m mi nm u im n vm nuiirmm m n rmmsnf 1 1 1 Tlglich Bunte Bühne: Varlet«, Kabarett, Theater Onkel Mdz, der Ebestifter Gutschein 1— 4 Personen Parkett nut 0.60. Fauteuii 0.75. Sessel 1�5 Sonntag 4 Uhr; Onkel Mar. Kl. Preise. MMMMMM meater Iis iiimtralsgaiasi Merkur 9901 20.|anuar 7V» Uhi Uraufführung Frühlings- stürme Tanber, Xowofnu. Homolka lliilllllllllliiillllili metropoMheater I Täglich 8«;. Uht 1 Max Hansen Hundert Meter Q tick (DerPrljiv.tiriljvrMf) 8. t. Thellmam Lilien. Lmgen Sonntag. 5 Uhr Ed ItatnsiBin Zareuittsch Stettiner Sänger BeiclisbaUen-Tb„ Dönboffpi. 8.15, Sonntags 3 30 sn eroSBIsten Preisen Das große Januar- Programm: �1-DlßllelißnErIißn Schiller hlsmarcksti.(kiie) ckteinol-(CD 67t.' Täglich 8«/« Uhr Oer Kollo-Sct tger Die Männer sind mal so Onliol HiidnrsnD Sonnta« 4 Uhr Robert not Bertram Komßüiennaus SchiffbauerdantEo 25 lri.12«Iii. 6304-05 Täglich 8H Uhr Bn(« nun Zä.ö il» Das Haus dazwischen mit Max Adalbert Jakob Tiedtke Musik: Sbriinskr Theater de« Westens Steinpl. 5121 Täglich S>. Uhr Max als BraverSoldat Schwejk Th.d. Schaospieler ilmirr an Stk ffkmirdanrr Weidendamm 3300 Täglich 8«,. Uht Aalomatenblitet! Agnes Straub, Hilde Körber. 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