Morgen- Ausgabe Nr. 31 A 16 50. Jahrg. Redoktton und Verlag» Verlin 5W 68. Lmdenstt 3 SemlprediCT"3' Äm» Dönhoff M? bt» 297 Telegrammadresie, Sozialdemokrat Derlta BERLINER VOLKS BLATT DONNERSTAG 19. Januar 1933 In Groß• Berlin 1 ü Pf. Auswärts....... 15 Pf. �ezucibeHngungen und Anze'genpreis« siehe am Schluß des reduktlonellen Teilt Jentvaiorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Hitler beim Gelbsack Eiir oäer xexen Schleicher Bauern und Lunker Oer Osthükeshanda! Auf die peinlichen Anfragen des Zentrums über den Stand der Osthilfe hat der Frei- Herr v. Braun jetzt mit Zahlenmaterial geantwortet, das die schlimmsten Erwartun- gen über den Verlauf der Osthilfe zu recht- fertigen geeignet ist. Entschuldungsdarlehen waren von der Bank für deutsche Industrieobligationen bis zum 31 Dezember 1932 bewilligt für 11 748 Bauernbetriebe mit rund 228 000 Hektar KOL Millionen Mark. 722 Großbetriebe mit rund 344 000 Hektar 60 Millionen Mark. Die unendlichen Verschleppungskünste der Bürokratie der Osthilfe zeigen sich darin, daß von den endgültig bewilligten rund 139 Millionen Mark endgültig ausgezahlt sind rund 49 Millionen Mark, an die Aus- zahlungsinstitute sind überwiesen rund 25 Millionen Mark, mithin rund 65 Mil- lionen Mark zwar bewilligt, aber weder aus- gezahlt, noch zur Zahlung angewiesen sind. Die allgemeinen Klagen aus dem Osthilfe- gebiet, daß die Hunderte von Beamten und Angestellten der Oschilfe und der Bank für deutsche Industrieobligationen mit einem minimalen Leistungseffekt, der in krassem Mißverhältnis zu ihrer großsprecherischen Anmaßung sieht, arbeilen, finden also ihre volle Bestätigung. Die Bevorzugung der Junker, die sich seit dem Ausscheiden Preußens aus der Oschilfe und vor allem dem Amtsantritt des Freiherrn v. Braun ja von selbst ver- steht, kommt in den Zahlen selbst bereits plastisch zum Ausdruck. Während im Durch- schnitt auf die entschuldeten bäuerlichen Be- triebe je Betrieb ein Entschuldungsdarlehen von knapp 6999 M. entfiel, erhielten die Betriebe der Junker im Durchschnitt je über 80 000 HL! Bon den rund 539 999 Bauernbetrieben (mit je über 2 Hektar Fläche) der Oschilfe- gebiete erhielten bisher rund 2,2 Proz. von den rund 13 599 Großbetrieben über 5,4 Proz. Bewilligungen von Entschuldungs- darlehen: die Bevorzugung der Großbetriebe ist also beerits an diesen Zahlen offensichtlich. Sie lassen jedoch erst den Anfang einer Entwicklung erkennen Denn die Osthilfe- bürokratic hat die begreifliche Tendenz, zu- nächst die„glatten Fälle" zu erledigen, um mit großen Leistungen aufwarten zu können. Unter diesen glatten Fällen befinden sich jedoch in erster Linie die Fälle der bäuer- lichen Betriebe. Sind bisher also gleichwohl verhältnismäßig z w e i e i n h a l b m a l so- viel Großbetriebe wie bäuerliche Be- triebe entschuldet worden, so werden es vor- aussichtkich bald dreimal und vier- mal soviel sein! Eine fortlaufende Sta- tistik würde dies bald erkennen lassen. Dieser Tendenz der Oschilfe entspricht es natürlich auch, daß der Anteil der Groß- betriebe an den bewilligten Entschuldungs- Mitteln viel größer ist, als ihrem Anteil an der landwirtschaftlicbcn Fläche des Osthilfe- gebietes entspricht Wöhrend dieser weniger als 49 Proz. beträgt, haben die Junker bereits über 46 Proz. der be- willigten � Entschuldungsdar- lehen erhalten! Sckamvoll schweigt sich der Freiherr v. Braun darüber aus. wie die Z u s ch ü s s e und Darlehen aus Reichsmitteln, die landwirtschaftlichen Betrieben bei der Osthille gewährt werden, sich auf die Bauern und die Junker verteilen. Wahrscheinlich ist hier das Verhältnis noch viel ungünstiger. Hoffentlich wird er diese Zahlen noch nach- liefern müssen, ebenso wie die Nachweisun- Je mehr die Geldnot der Nationalsozialisten steigt, um so unsicherer wird ihre politische Taktik — im Augenblick wissen sie selber noch nicht, ob sie Schleicher tolerieren oder nicht, ob sie die Reichstagssitzungen noch einmal vertagen oder nicht. Alles hängt davon ab, wieviel Geld noch einmal herausgeschlagen werden kann, um den kostspieligen Apparat noch ein paar Monate über Wasser zu hallen. Zwar tauchen die braunen Bettelbuben wieder in den Straßen auf, aber was die von den einst geschmähten Spießbürgern er- hallen, macht das Kraut nicht fett. Deshalb muß es mit den großen G e l d s ä ck e n wieder ver- sucht werden. Wieder geht man Herrn Thyssen, dem Vermittler zur Schwerindustrie, um den Bart. Wie das Nachrichtenbüro des VDZ. meldet, fand am Mittwoch in der Dienstwohnung des preußischen Landtagspräsidenten K e r r l ein po< litisches Elsen statt, zu dem der Landtagspräsident geladen hatte. Zu diesem Essen war neben dem Reichstagspräsidenten Göring und dem Fraktion?- führer der Nationalsozialisten im Preußischen Landtag Abg. Kube auch der Führer der NSDAP. Adolf Hitler sowie der In- dustrielle Dr. Thyssen erschienen. Aber auch Herrn Thysien fällt es immer schwerer, die Geldsäcke seiner Kumpane für den unschlüssigen Adolj in der früheren Weise zu össnen. Natürlich versuchen die braunen Herrschaften, die Spuren über die Herkunft des Kapitalisten- Eigener Beruht des„Vormärts" Lraunschweig, 18. Januar. Das braunschweigische vermal- l u n g s g e r i ch t hat in einer aus eine klage des Rates der Stadt Braunschweig gegebenen Urteilsbegründung erklärt: Die Tätigkeit des Staatskommissars ver stoße gegen Reichs- und Londesgesetz. An Stelle der Stadtverordnetenversammlung amtiert in Braunschweig seil 131 Jahren, aus Anordnung de» Raziministers klagges, ein Staatskommissar. ll. a. hat er drei neue Stadträte eiugeseht. Gegen diese Willkürmaßnahme klagte der Rat beim verwallungsgericht. Es hat au» formalen Gründen die Klage abweisen müsien, weil die Einspruchsfrist verstrichen war. Dennoch sagt die Urtellsbegründung: ein Staatskommissar dürfe erst dann eingesetzt werden, wenn andere Wege zur ordnungsgemäßen Erledigung der Aufgaben der städtischen Verwaltung nicht mehr vorhanden seien. Das sei nicht der Fall und gen über die Gläubigerverluste, die das Zentrum bereits verlangt hat! Trefflich paßt es zu dem Bilde, das der Freiherr v. Braun von der Osthilfe gab, was er über das Siedlungswerk sagen kann. In den vier Iahren bis zum Beginn der Osthilfe 1924 bis 1927 wurden rund 19 999 Siedlerstellen begrün- d e t, in den folgenden Iahren, in denen das Osthilfe- und Siedlungswerk unter dem Ein- fluß der preußischen Staatsregierung und der Preußenkasse stand, 1928.... rund 4250 Stellen 1029..... 5550„ 1030...... 7450„ 1931....„ 8900„ Im Jahre 1932 stand das Siedlungswerk unter dem Einfluß der Junker, des Herrn gelbes möglichst zu verwischen. Jetzt sind sie aber einmal ertappt worden. Oberstleutnant a. D. Prinz Isenburg und Rechtsanwalt K i e- n i tz hatten im Juli 1932 bei der Schwerindustrie 250 000 Mark für Hitlers Arbeiterpartei zu- sammengeschnorrt. Um die Oefsentlichkeit über die Herkunft des Geldes zu täuschen, war es zu- er st nach Frank reich gebracht worden und sollte dann über eine französische Bank nach Saarbrücken überwiesen werden. Zu diesem Be- huse mußte die Devisenverordnung verletzt werden, und dabei wurden die beiden obigen Herren e r> tappt, sie wurden verhaftet und 99 000 M. von der Schiebersumme beschlagnahmt. Jetzt teilt die Justizpressestelle mit: „Das Ermittlungsverfahren gegen den Oberstleutnant a. D. Prinz Isenburg und den früheren badischen Rechtsanwalt Kienitz wegen Devisen- Vergehens ist auf Antrag der Verteidigung durch Beschluß des Amtsgerichts Bsrlin-Mitte eingestellt worden. Die Einstellung erfolgte, weil der Einwand der Beschuldigten, aus politischen Gründen gehandelt zu haben, als nicht widerlegbar angesehen wurde. Die Staatsanwaltschaft I hat gegen diesen Beschluß vorsorglich Beschwerde eingelegt." Einmal ertappt, mußten die edelmütigen Schnorrer zugeben, daß das Geld für die Nazis bestimmt war, und diesmal hilft alles Ableugnen nicht mehr.„Die Schwerindustrie gehört auch deshalb verstoße seine Tätigkeit gegen Reichsund Landesversafsung. vor allem gegen das Selbstbestimmungsrccht der Gemeinden. Starrer als Bombenleger Breslau. 18. Januar. Das evangelische Konsistorium hat die vorläu- sige Dienstenthebung des Nazipastors Fuchs aus Dittmannsdorf, Kreis Waldenburg, mit Wirkung vom 20. Januar außer Kraft gesetzt. Der Beschluß des Konsistoriums stützt sich auf die am 10. d. M. erfolgte Haftentlassung des Geistlichen._ Der Kampf um Zehvl Chinesischer Vorstoß mißlungen Tokio. 18. Januar. Räch japanischer Mitteilung sei der Versuch von 45 000 Mann chinesischer Truppen, Tunliau zu Schlange aus Pommern, des Freiherrn v. Braun aus Ostpreußen. Die Zahl der neugeschaffenen Stellen ging unter den Stand von 1939 auf 6599 bis 7999 zurück! Für 1933 sind bisher er st 3259 neue Stellen nach der Auffassung des Freiherrn v. Braun gesichert, weniger als 1927 besiedelt wurden. Er besitzt jedoch den Mut, gleichzeitig dem Reichstag zu ver- sichern, daß ja der Landanfall aus ent-' fchuldungsunfähigen Großbetrieben hinzu- treten, und daß im Kabinett darüber beraten werde, wie „die Erfordernisse der Siedlungspolitik an die durch den erweiterten Vollstreckungsschutz gegebenen Be- dingungen angepaßt werden sollen". Der unbedingte Vorrang, den für die Re- gierung Schleicher-Braun der Vollstreckungs- zur deutschen Wirtschaft", wird Adolf sagen. „warum sollen wir uns also von hier nicht schmieren lasten?" Drohung mit Verfassungsbruch Wie unsicher die Haltung der Nazis aber auch der Regierung selbst inzwischen geworden ist, zeigt eine Mitteilung des„Deutschen", nach welchem wiederum der Plan der Auslösung des Reichstags unter Hinausschiebung der Neu- wählen um ein Jahr erwogen wird, um aus der Klemme herauszukommen. Die Projektenmacher erklären hochherzig, ehe die ganze Berfastung gefährdet werde, müsie man einen einzelnen Artikel etwas verbiegen Mit Recht betont der„Deutsche", daß dies„der An- sang vom Ende" sei. Mit einem kleinen Ver- sassungsbruch sängt es an, und mit der Kata- strophe endet es! Bezeichnend für die Situation in dem Gewirr der Gerüchte ist es, daß selbst mit dem Reichs- kanzler Schleicher befreundete Blätter ihn für „k a m p f e s m ll d e" erklären. Das wäre für den Mann, der die Krisen der letzten Jahre hervor- ragend zu arrangieren wußte, etwas sehr rasch! Aber so viel scheint er gemerkt zu haben, daß es leichter ist, andere hinwegzuschieben und heran- zuschieben, als selbst die Verantwortung zu tragen und großartige autoritäre Programmversprechun- gen einzulösen. besetzen, mißlungen. Durch die Zusammenarbeit der japanischen schweren Artillerie mit den Fliegern sei e» gelungen, die chinesische Offensive zum Stillstand zu bringen. Die kämpfe dauern jedoch noch an. Japan bleibt im Volherbunel Japanische Amtsstellen erklären, daß die Mit- teilung über den bevorstehenden Austritt Japans aus dem Völkerbund nicht bestätigt werden könne: die Regierung Hab« keinen solchen Beschluß gesaßt. * Japanische Delegierte in Europa lassen es aller- dings an Austrittsdrohungen nicht fehlen. Der 19er-Ausschuh des Völkerbundes bemüht sich um Verständigung über die zu fassende Eni- schließung, kommt aber gegen den japanischen Widerstand nicht weiter und vertagte sich wieder ohne Ansehung der nächsten Sitzung! Inzwischen geht der Krieg im Fernen Osten weiter, es werden vollendete Tatsachen geschaffen. In Genf aber spielen alle diplomatischen Künste. um einer Entscheidung auszuweichen! schütz vor der Siedlung besitzt, konnte deut- licher als in diesem offiziösen Kommunique über die Kabinettssitzung wohl kaum zum Ausdruck kommen. * Massensanierung der Junker, Verelendung der Bauern und Abdrosselung der Siedlung sind die Leitmotive des Regimes des Freiherrn Magnus v. Braun, eines Mannes, den die preußische Staatsregierung zweimal aus hohen Aemtern im Staatsdienst und im Ge- nosienschaftswesen entfernen mußte und der dennoch gut genug war. in den Kabinetten der autoritären Staatssührung unter dem Titel„Osthilfe" den Ruin des deutschen Ostens zu vollenden? Klagges gegen öle Verfassung Verwaltungsgericht bestätigt es ihm Im Kampfe gegen die Kulturreaktion! Genosse Nölting im Angriff gegen die faschistischen und feudalen Reaktionäre Der La Mag beriet gestern nach dem Flaggen- Vorspiel Schul- und Kullursragen. Abg. Meistermann(Nsoz.) begründe» den notioimlsozialistschen Antrag auf Verbot der weltlichen S ch u l e n/ Die Rcichzperfassung siehe der Unterdrückung dieser Klassenkamps- lchulen zweifellos nicht im Weg«, da sie ja in Brluinschweig durchgeführt sei. Die paneuropäisch- pazifistisch-feige Erziehungsweise muß aus den Volksschulen heraus. Abg. Haupt sNsoz.) begründet den Antrag, daß in jeder Schulklasse mitgeteilt werden solle, daß das früher erlassene Verbot der Zugehörigkeit van Schülern �u nationalsozialistischen Iugendver- bänden, dieses unerhört« Dokument der Knechtung der deutschen Jugend und der Versolgung des Vekenntnisses zum deutschen Volkstum, oufge- hoben sei. Abg. Kerfs begründet die kommunistischen An- träge. Die Beratung wird planmäßig unterbrochen, um die zurückgestelltenAbstimmungen vorzunehmen. 3n diesen werden die notionalsoziolislischen Anträge aus Entfernung oller Zuden von den staatlichen Theatern, vom Rundfunk und von den Rundfunkbeiräken und vom Vühnennach- weis mlt den Stimmen der Sozialdemokraten. der Kommunisten und des Zentrums abgelehnt; hingegen mit den Stimmen des Zentrums an- genommen, soweit sie sich gegen Ausländer richten. Der Untersuchungsausschuß für das Fürsorgewesen wird entgegen den antrag- stellenden Kommunisten, die 29 Mitglieder wünschten, aus IS Mitgllcdern gebildet. Eine große Anzahl Verkehrs-, Arbeits- beschaffungs- und Suboentlons- antrage werden gemäß den Vorschlägen des 5taootausschusses und des Landwirtschaftsaus- schusses angenommen. Ebenso die Anträge gegen Zechen st illegungen. Ein nationalsozialistischer Antrag auf Erweite- rung der Amnestiebestimmungen hinsichtlich der Disziplinar- und Ehrenstrafen wird dem Rechts- ausschuß überwiesen. hierauf wird die Kulturdebatte fortgesetzt. ■Alzx. Dr. Nölting(Soz.): Es ist schwierig, in dieser Zeit, in der die Welt n züttert und hoffnungslos noch Brot schreit, den Ruf nach Würde und Freiheit de» cz S i st e S erschallen zu lassen. Aber wir bleiben der beste,, foziademokratischen Tradition getreu und lassen uns die Alliance von Arbeit und -Wissenschaft— Wissenschaft in ihrem universalsten � inne— in ihrer alten und bewährten Kraft nicht r.-uben.(Sehr gut! bei den Soz., Lärm bei den "'loz3 Unser Widerstand gegen das kapilalist!- ! � Wirtschaftssystem verliert nicht, sondern ge- , mt nur an Leidenschaftlichkeit, wenn wir gleich- zeiiia für die Würde des Geistes und die Freude der Schönheit kämpfen. Wir wollen erringen die materiell« Emanzipation: dazu unser Mühen um Lohn und Unterstützung, Steuer und Preis. Aber wir vergessen darüber nicht, den freien Geist aus die Schanze zu rufen, gegen die Kul- turreakklon der Bracht und kahler der Freiheit eine Gasse zu bahnen. sLebhasle Zustimmung bei den Soz.) Das Puch, der Film, die Theateraufführung sind in verursachendem Sinne nie schlimm; !imm sind das Elend, der Hunger, die b e i t s l o s i g k e i t, die Wohnungsnot. .en gegenüber wollen wir kein schönfärberisches Aolenken und kein idealistisches Abfeilsschwärmen» 'Wir lehnen die Kulturmethode ab, die in der Wirklichkeit den Dreckhaufen von Unrat und Ge- stank liegen läßt und den Blick zu dem friedlich leuchtenden Regenbogen der Kunst erheben will. Für die Kulturreaktion ist die Kunst stets nur ein Opiat gegen die Häßlichkeit des Lebens. Feigheit und Verbolsanaft drängen heule alle künstlerischc und oeiflige�Betätigung in die eine Linie der verkitschung zusammen. Der Begriff „deutsch" wird zum Deckwort übelster geistiger Inzucht gemacht. Einst galt als deutsch das W e l t b ü r ge r tu m; einst war Deutschland stolz, an der Mündung vieler Kulturströme zu liegen; einst wurde die Beschenk- i"keit als Haupt vorzug deutschen Geistes ge- aber heute wollen die gleichen Leute, die unter der Parole der A u t a r k i e die deutsche Ex- partwirtschaft verwüsten, auch mit einem geistigen Brett vor dem Kopf herum- laufen.(Heiterkeit und sehr gut! bei den Soz.) Der Genius der Menschheit soll künüig durch die braunen Rasseämter marschieren. Das wäre für Deutschlanid kein Selbstmord, sondern etwas viel D chlimineres; eine Selbstverkrüppelung. (Lebhafte Zustimmung links!) Fast alles, was uns das Leben lebenswert macht, l�gt jenseits des Trennungsstriches, den die aunhemden mitten durch die deutsche Kultur ziehen wollen. Ihr sogenannter Kampfbund für die deutsche Kultur fordert, daß nur„deutsch- b'ütige" Dichter zum Wort tommen dürfen, die d■ deutsche Art nicht verleugnen. Nach diesen !>undsätzen würde der Geist Goethes— ganz zu schweigen von Heinrich Heine, den Bismarck so geliebt hat— immer gegen die Wildenbruch und Herzog unterliegen, das dichterische Genie hinter die Schlachtenbarden und Naiionaltrompeter zurücktreten, der nationalistische Dichterling besser be- stehen, als der wahre.und wirkliche deutsche Dichter. Selen wir doch einmal ehrlich miteinander. meine Herren Ralionalsoziaiisten: der private Hitler, der Hitler, wie ihn keiner kennt(Heiterkeit). hält doch in allem Ernst Arnold Bronnen für den größeren Dichter als wolsgang Goethe. >umal der Goethe aus Frankfurt stammt, wo die Deulschblütigkeit bekanntlich niemals ganz zweiselssrei ist.(Große Heiterkeit!) Sie haben sich ein« bequeme Geschichtsklitte- rung zurechtgemacht: alles Schön« und Leebens» werte ist deutsch und alles Unwerte ist artfremd. fremostämmig, semitisch. Aber mit der Fest- stellung objektiver Wertresultat« hat dieie vorein. genommene Abschätzung nicht das geringste zutun Sic baben das Deutschtum zum Feld- gescyrei der Barbarei und Unkultur herabgewürdigt. Unter dieser Parole haben«ie die hoffnungsvollen Ansätze einer neuen deutschen Kultur zertrampelt, deren behui- so nie Schützer wir gewesen sinü und weiter sein wogten.(Lärmend« Zuruf« bei den Rsoz.) Denken Sie nur an die von uns erzielten Ansäße von neuem kustursorlschritt in der Kinder- erziehung, der sportlichen Betätigung, der groß- zügigen Aujsassung de« Geschlechterproblems. der Ausdehnung der Arbeiterbildunq durch volksmäßigen hochschulunterrich»! Wie die erste Phase der Jugendbewegung den Deutschen ein neues Naturgefühl übermittelt hat. so unsere Phase den Menschen ein neues Körper- gefühl. Den Weg der Siegesallee sinid wir freilich nicht getrottet, lärmende Großmannssucht und Aufgodonnertheat sind uns nie besonders deutsch er- schienen. Wir haben auf unsere Weise dem beut- schen Gedanken gedient.(Lärmen und Lachen bei den Nsoz.) Und nicht Sie, sondern die Geschichte wird das Urteil sprechen, daß wir ihm gut gedient haben. Die Volksschulen, die wir ge- baut haben, sinid tausendmal mehr wert, als olle Proklamationen Ihrer Parteil Aber Sie, denen der haß alles verzerrt, sehen keine Leistung mehr; Sie verzeichnen nur sorg- sättig jedes persönliche Versagen, jede menschliche Unzulänglichkeit.(Zurufe bei den Nsoz.: Brolat!) Glauben Sie denn wirklich, Sie begreifen Berlin, wenn Sie es nach den Bars und den Schieberprazessen beurteilen? Und die g a n z'e zäh«, ordentliche und unverwüstlich gesunde Arbeit übersehen!(Sehr bei den Soz.) Wir könnten ja so tief, wie wir wo» ten, in Ihren Skandattopf greifen, wenn uns nicht immer wieder der Ekel davor zurückhielte. Lassen Sie mich nur ein paar Fälle ans dem neuen System Ihnen vor Augen führen: Da ist ein pommerscher Rektor We- ber, Köslinl zum Schulrat aueersehen wegen seiner besonderen heimatkundlichen Verdienste um Pommern, aber die Aufsätze dieses nationalsozia- listischen Bertrauensmonnes sind aus einem vor 39 Jahren erschienenen Buch von Prof. Jonas wörtlich abgeschrieben! Do soll der Studienassessor Schöne- deck bevorzugt beschästizt werden; aber er ist ge- rade wegen eines üblen Devisenhan dsls gerichtlich vorbestraft worden, und die geplante Personalschiebung ist also auf einer Devisen- schiebung aufgebaut.(Heiterkeit!) Da muß der'deutschnationale Landtag-abgeord- acte K i ck h ö f f e l um jeden Preis aus Pommern nach Berlin versetzt werden, obwohl doch offenbar das hiesige Schulwesen aus seineu Bienen keinen Honig saugen kann.(Schallende Heiterkeit!) Da muß— natürlich in einigem Abstand von diesen Erscheinungen � der Staatsrechtslehre r Carl Schmitt für seine Niederlage vor ldem Staatsgerichtshof durch, die Berufung zum Ordentlichen Professor aetröstet werden. Bei dem zeitlichen Zusammentreten dieser beiden Er- eigniste erscheint die Beförderung de» virtuosen Jongleurs reaktionärer Staatsktreichküntte nur als eine Art akademischen Trink- gelbes.(Sehr gut! bei den Soz.) Sturm gegen die Gozialreaktion! öeseitigung der Arbeitslosenversicherung geplant Der Sozialpolitisch« Ausschuß nahni am Mitt- woch zu den Anträgen auf Befestigung der sozialen Härten der seit dem Juli 1939 erlassenen Notoer- ordungen Stellung. Zunächst gab der Reichs- arbeitsminister«inen Ueberblick über Ein- nahmen und Ausgaben sowie über das Vermögen der Sozialversicherung. Es erübrigt sich, auf die einzelnen Ziffern einzugehen, da an dieser Stelle das Erforderliche durch die Ausführungen des Genossen W i s s e l l im HausHattsausschuß gesagt worden ist. Besonderes Aufsehen erregten die Auiführungen des Reichzarbeltsmlnksters Dr. S y r u p. daß alle? darauf dränge, eine„Vereinheitlichung der Arbeitslosenhilfe" herbeizuführen. In den nächsten Tagen werde das Kabinett zu- sammentreien, um die erforderlichen Beschlüsse zu fassen. Der Minister erklärte, daß er dahin wir- ken werde, daß nichts auseinandergeriffen werde, was wertvoll fei. Er sehe die vornehmste Auf- gäbe darin, Arbeit zu schaffen. In diesem Zu- sammenhang warf er die Frage auf, ob die Für- sorge für die Arbeitslosen lediglich alz Fürsorge- Maßnahme betrachtet werden solle oder öb man die Fürsorge für die Arbeitslosen als Arbeits- marttorganifation zu betrachten hätte. Der Minister lieh erkennen, daß er der letzteren Auffassung zustimmt. Die einzelnen Gebiete der Sozialoersicherung wurden dann von den zuständigen Ministe- rtaldirektoren behandelt. Zur Frage der Arbeitslosenversicherung machte Mi- nisterialdirektor Dr. Weigert die wichtige Mit- teilung, daß die Arbeitslosenversicherung aus ihren Mitteln 2 Millionen Arbeitslose versorgen könnte, daß sie in Wirklichkeit aber nur 560 000 Arbeitslose versorgt. In der Aussprache führt« zunächst der Bor- sitzende Abg. Brauns(Z.) aus, daß man sich vor Augen hatten müsse, wie die Arbeitslosenoer- sicherung entstanden sei. In diesem Zusammen- hang mußt« Braun auch zugestehen, daß die geplanten Mahnahmen der Reichsregierung auf eine Beseitigung der Arbeitslosenversicherung hinauslaufen. Es ist äußerst interessant, wenn diese Ansicht vom früheren Reichsarbeitsminister Brauns aus- gesprochen werden muß. Für die sozialdemokratische Reichstagsfraktion führte Genossin Schroeder aus, daß es unge- Heuer sie, daß durch eine Notoerordnung die Ar- bestslosenunterstützung aus sechs Wochen begrenzt worden ist und dann nur eine Unterstützung bei vorläufiger hilfsbedürftigkeit gewährt wird. Wie unberechtigt diese Maßnahme sei, geht aus den Feststellungen des Ministerialdirektors Dr. Weigert hervor. Der Zustand, wo- nach arm« hilfsbedürftig« Menschen nach sechs- wöchiger Unterstützung aus der Arbeitslosenver- sicherung herausgebracht werden, muß daher be- seitigt werden. Genossin Schroeder fordert weiter, daß die Wohlsahrtserwerbslosen in ähnlicher Weise wie die Arbeitslosen- und Krisenunterstützungs- empfänger gegen Krankheit versichert werden sollen. Ferner wird gefordert, daß die Wohl iah rtsunterstützungsempfänger, die wieder i» Arbeit treten, von der Rücktrstattnng der Unter st ützungsbeträge befreit werden. Zur Beseitigung der Arbeitslosenversicherung nahm Genosse A u f h ä u s e r das Wort Man mutz überlegen, wie die Versicherung wieder auf- gebaut werden kann. Was hier geschieht, ist die Zerstörung der versicherungsmäßigen Grundlage der Sozialversicherung. Wenn darauf hingewiesen wurde, daß die Wirt- schalt diese Beträge aufbrtng«, so wessen wir dar- aus hin, daß der Arbeitgeberanteil ein Stück des Lohnbetrages ist, so daß also die Millionenbeträge für die Arbeitslosenversicherung lediglich von den Arbeitern und Angestellten aufgebracht werden. Daher muß sich der Ausschuß mit aller Euer- gie dagegen wenden, daß die Arbeitslosen- Versicherung beseitigt werden soll. Es kommt nicht nur darauf an, sich gegen das zu wehren, was die Regierung plant, nein, der Ausschuß muß sich auch dagegen wehren, was seitens der Regierung bereits geschehen ist. Wenn die Leistungen der Arbeitslosenversicherung immer mehr den Wohlfahrtssätzen angepaßt und abhängig gemacht werden von der Hilfsbedürftigkeit, dann haben wir es nicht mehr mit einer Darsicherung, sondern lediglich mit einer Einrichtung zur Erhebung einer Sondersteuer von den Arbeitern und Angestellten zur Finanzierung des Reiches zu tun. Der Redner verlangt, daß der Ausschuß den Willen ausbringt, die erforderlichen Beschlüsse gegen die Verschlechte- rung der Arbeitslosenversicherung und gegen die geplante Beseitigung durch die Reichsversicherung zu fassen. Abg. Karwahne(Nsoz.) tritt für eine Wirt- schaft ein, in der die Erträge der Arbeit unter den Mitwirkenden anteilmäßig verteilt werden. (Wir hoffen, daß die Nazis im Plenum des Reichstags für die sozialdemokratischen Anträge auf Arbeitsbeschaffung sowie für den Antrag aus Umbau der Wirtschaft stimmen. Ob das die deutsche Schwerindustrie und Adolf Hitler erlaubt, bleibt abzuwarten.) Graß mann(Soz.) ersucht den Minsster, dar- auf hinzuweisen, daß wegen der Verhältnisse in der Arbeitslosenversicherung ein Sturm durch die Parteien geht. Leute, die jahrelang Beiträge ge- zahlt haben, aber keine Unterstützung bekommen, weil irgendein Mitglied der Familie einige Pfennige verdient, vertreten die Ansicht, der Staat habe ihnen ihre Beiträge ge- stöhlen. Das sind die Produkte der autoritären Staats führung, die von den Nationalsozialisten be- günstigt wird. Der sozialdemokratische Antrag, der jeden Abbau der Arbeitslosenversicherung unterbinden und die zerstörte Rechtsgrundlage der Versicherung wiederherstellen will und der die beabsichtigte Zusammenlegung der Arbeitslosenversicherung mit der wohlsahrtssürsorge verwirft, wird gegen die Stimmen der Sozialdemokralen und Kommunisten von den bürgerlichen Parteien einschließlich der Rationalsozialisten abgelehnt. Angenommen wurde ein Antrag, wonach der Charakter einer selbständigen Arbeitslosenversicherung erhallen bleiben soll. Aber dos Regime Brachl-Kähler kennt na» tüilich nichl nur solche Beförderungen ver» dientet„deutscher" Männer, sondern natürlich noch mehr Waßregelunßen und Slrasversehun- gen ehrlicher Republikaner! Daß dabei die betroffenen Beamten und die Beonuenoerbändc nicht erst gehört werden,«nt» spricht der neuen autoritären«.taatssührung- Wir beklagen nicht die Opfer, die fallen; wir wissen, ' daß in dieser. klassenzerspaitenen Gesellschaft Macht vor Recht geht und daß in der deutschen Politik die harte', voldatenphilosophic herrscht. Aber wen» wir auch über die uns angetanx Ge- malt nur leise mit den Zähnen knirschen, so ler- ncn wir doch manches dazu und warten unsere Stunde ab, jüe kommen wird.(Lebhaft« Beifall bei den SnzJ Bilden Sie sich doch nicht ein. daß die zwei Drittel j>es preußischen Lölkes. die Arbeiter. Angcftelllc und Beamte sind, jemals vergessen könnton. daß sie 14 Jahre lang den preußischen Staat geführt haben, der jetzt wieder Beute der Feudalen geworden ist. Wir kommen wieder, und wir versprechen Ihnen, Sie werden uns etwa» verändert finden und wenig Freude daran haben! In Ihrem Mund war dos Wort vcw der Futterkrippe ein illoyaler Borwurch.'aber m der heutigen Praxis ist es gigantische Wirklichkeit. Damit haben Sie uns für die Zukunft manche Hemmung genommen. Wir hoben es jetzt ein- für allemal gelernt. daß Ihnen nur Rücksichtslosigkeit imponiert, und werden unser eigenes anständige Innere in Zukunft nie wieder mit Ihren vewußtsems- und Seeleninholten verwechseln. (Lebhafter Beifall bei den Soz., großer Lärm bei den Natsoz.) Sie lieben uns nicht, meihie Herren Nationalsozialisten? Das hätten wir auch nie.gewünscht! Aber Sie sollen die deutsche Arbeiterklasse noch einmal fürchtev lernen. lStürmischrr iveifall bei deh» Soz.) Die Schläge der Reaktion, die wir erhatt�i haben, brechen uns nicht, die machen uns nur hat). Wir werden auch wieder einmal„auskämme n", und auch dann wird es uns wieder nicht EM einzelne Posten und persönliche Vorteile gehen, sondern um Machtqewinn für die Klasse, und wenn Sie dann schneien, werden wir Sie mit der Brutalität zum Schweigen bringen, die Sie uns vorizemachr hoben. Was jetzt in Preußen durchgeführt wird, ist der lange vorbe- r e i t e t e Rachefeldzuo gegen den s r e i e n G e i st. Ich nenne die einzelnen Opfer Ihrer Rache nicht, weil es ihren Wünschen nicht entspräche. Sie sind als einfache Kämpfer in die Reihen der Arbeiter zurückgetreten; pber wir schicken sie als Patrouillengänger wieder vor, wenn die Zeit für unseren nächsten Sturmangriff reif ist. Was uns empört, ist nicht Ihre Bru- talität, sondern die Unehrlichkeit Ihrer A u«reden.(Sehr gut! bei den Soz.) Die Ausrichtung Ihrer Darleibuchbramixn- schaft und die Maßregelung bewährter sozialdemokratischer Beamter ist unter einer Fükte verlogener und verleumderischer Borsviegelun- gen durchgesührl worden: Schuh von Ruhe und Ordnung war die erste Lüae, verwaltungs- reform die zweite Lüge. Ieht sind Sparmaßnahmen die drille Lüge. Dabei hat die ganze Lügerei keinen Zweck: das Äolk weiß ganz genau, daß wir in die Zeit der Kinderwagenauslese zurückgefallen sind: da» Wörtchen„von" und der bunte Bandzipfel als Zeichen der Zugehörigkeit zu einem Korps sind heute in Preußen wieder der beste Ouaki- fikationsnachweis.(Sehr wahr! bei den Soz.) Welches Kapital moralischen Bertrauen- ist seit dem 29. Juli hier zerschlagen worden! Wollen Sie denn wirklich nur noch Mamelucken um sich dulden?! Damit bin ich beim Fall Breslau— nicht etwa beim Fall Cohn; denn dieser Professor mit dem Ton der Selbstanklage und Zerknirschung ist kein Märtyrer und kein Heros der Frei- heit, er paßt durchaus in den Rahmen des Senats feiner Universität. Was Sie gegen diesen rechts- stehenden bürgerlichen Juristen haben, ist ja nur sein odiöser Name; es ist eben noch nicht aus jedem Seligfohn ein Soelling geworden: wenn ich dieses Beispiel nehmen darf, um aus Höflich- keit Beispiele aus diesem Hause selbst zu unter- lassen. sGroße anhaltende Heiterkeit!) Der Fall Breslau aber besteht darin, daß die Studenten randalierten, die Fensterscheiben zer- krachten und die Professoren vor der Erpresser- politit der Radaustudenten feige zurückwichen. (Sehr wahr! bei den Soz.) Es gibt nur eins, was noch größer ist als das Ruhebedllrfnis der Herren Professoren, das ist ihr Bedürfnis nach vollen Hörsälen und hohen Kolleggeldern.(Heiter- keit und Beifall!) Aber einst gab es in Deutschland die sieben Götlinger Professoren, die nicht wichen und die Gewalttätigkeit der Reaktion anprangerten: einst gab es die Schmoller und Wagner. Rlomnisen und Zeller, die sich im Fall Arons schützend vor die Freiheit der Wissenschast stellten. Und so verneigen wir uns heute dankend vor den Hochschullehrern, die sich durch ihren Protest gegen die erbärmliche Feigheit des Breslauer «enats selbst geehrt haben, vor dem Altmeister der deutschen Soziologie Ferdinand Tön- nies, vor Bernard Harms, vor Baum- garten, vor Mendelssohn-Bartholdy, vor T h o m a, vor von Aster usw. Und so bekennen wir uns heute erneut zum Art. 118 der Reichsverfassung, zur Freiheil der Wissenschaft, zur Freiheit von Wort und Schrift. Jetzt geht die Hege weiter� gegen den Professor Schwerin, Lehrer der Statik an der Tech- Nischen Hochschule, und man kann ziemlich genau ausrechnen, wann die Hitler-Partei die bestellten und erwarteten Krawalle beziehen wird. Jetzt hat man in Leipzig den Professor Gerhard Keß- l e r und in Jena den Professor Anna S i e m- s e n gemaßregelt, weil sie sich politisch nicht ge- nug zurückgehalten hätten. Aber für Hugenberg und Hitler eintreten ist nie eine politische Be- lastung, die Freytag-Loringhoven, Helfritz und Kühler— den Bruder des Kommissars— erträgt selbst der Breslauer Senat ohne Beschwerde. Da- mutz eine saubere Studentengene- ratio» werden, die an den Brüsten einer solchen ERSTE BEILAGE VorvUs DONNERSTAG, 19. JANUAR 1933 Fahrt fn die Winterberge Berlins nächst gelegenes Hochgebirge Während in Berlin der Winter noch im- mer nur schwache An- satzversuche macht, ist das Riesengebirge schon ganz im Banne von Schnee, Eis und dukem Rauhreif. Bor einer Waich; fiel in den höheren Lagen übe, einen halben Meter Schnee, und selbst bis ins Tal hinab reicht eine genügende Schnee- decke, um alle Winter- sportorten zu ermög- lichen. Die grohe Bob- bahn nach Schreiberhau ist bereits ausgebaut und wird bald zu Trainingsfahrten freigegeben werden. Auf den Sprungschanzen fanden über Sonntag grohe Konkurrenzen statt, und die Skifohren sind sowohl aus der deutschen als auch auf der tschechischen Seite ausgezeichnet. Es ist olles so schön, wie man es sich nur wünschen kann. TrotAtlerv weuix Besuch Der letzte Sonntag war zwar der erste grohe Wintersporttog im Riesengebirge, aber im all- gemeinen ist noch sehr wenig Betrieb in den schlesischen Bergen. Für den Winterwanderer eine erfreuliche Tatsache, denn noch sind viel« Waldwege unberührt von menschlichen Schritten, Wiesen erstärben unter dem dicken Schneeteppich. und dichter Nebel pfeift über die einsamen jhoch- flächen. Für alle Freunde des Wintersports ist aber die K o st e n f r a g e zum a u s s ch l a g- gebenden Faktor geworden. Leider hat sich die Reichsbahn in diesem Jahre nicht dazu ent- schlössen, die von ollen Stellen befürworteten Winterurlaubskarten mit 20 Proz. Ermähigung auszugeben. Bon Berlin aus sind es bis an den Fuh des Riesengebirges immerhin über drei- hundert Kilometer. Eine Fohrkarte bis Schreiber- hau kostet die beträchlliche Summe von 12Bl) M- Da es für diese Strecke auch keine durchgehende Sonntagskartc gibt, ist ein Besuch des Gebirges zum Wochenende fast ausgeschlossen. Die Reichsbahn wird zwar an den chauptsonntagen vielleicht Sonderzügc mit ermähiglem Preis ein- setzen, aber gerade dann ist der Reiz der ersten Wintertage vorüber. Man hat von interessierter Seite aus vorgeschlagen, daß dreitägige Wochen- endkarten mit einem Drittel Ermähigung aus- gegeben werden, und es ist denkbar, doh eine solche Einrichtung gerade von Berlin aus großen Zuspruch finden könnte. Der Weg zum Kamm Der grohe Reiz des Riesengebirges liegt in seinen höchsten Erhebungen, wo die langen, baumlosen Kuppen schon einen durchaus alpen- ähnlichen Charakter haben. Bei 1000 Metern hört der Baumwuchs der großen Kiefern und Fichten auf, niedriges Gestrüpp streckt sich noch ein paar hundert Meter aufwärts, dann dehnen sich im Winter die endlosen Schneefelder aus, über die der Sturm, der oft zum Orkan wächst, ohne Widerstand zu sinden, Hinwegsegen kann. Bei solchem Wetter, wie es auch am legten Sonn- tag droben zu finden war, während die Tage vor- her herrlichen Sonnenschein und tiefblauen Himmel gebracht hatten, sind die Skiläufer in groher Gefahr. Die Sicht bei dichtem Nebel reicht oft kaum ein paar Meter weit, und jedes B e r- irren schließt sicheren Tod durch Er- frieren ein, wenn der Wanderer ermüdet zu- sammenbricht. Der Weg zum Komm führt für die aus Berlin kommenden Reisenden am besten von Schreiberhau oder Josephinen- Hütte aus auf steilen Waldschneisen am Zackel. fall und der Bobbahn vorbei auf die neue Schlesische Baude. Tschechische uncl deutsche Bauden Damit ist man dem Betrieb der Bauden ausgeliefert, wenn man nicht bald wieder ins Tal Hinabsteigen will. Zahllose Markierungen, im Winter ist der Weg durch hohe Stangen gekenn- So sieht es heute im Riesengebirge aus zeichnet, die in etwa zwei Meter Entfernung voneinander stehen, führen von einem dieser ur- sprünglich als„Buden" bezeichneten Häuser zum nächsten. Heute sind die meisten Bauden leider zu großen Fremdenhotels ge- worden, die mit ihren Preisen und dem Lurus- betrieb den einfachen Wanderer vertreiben. Etwas besser ist es in dieser Hinsicht auf der böhmischen Seite und in den Bauden der Tschechei, deren Grenze genau über den Kamm läuft und im Winter unmöglich zu erkennen ist. Die Besitzer in diesen Bauden sind meist Deutschböhmen und den Deutschen gegenüber freundlich eingestellt. Gaststuben und Fremden- zimmer in den entlegeneren Plätzen, die nicht per Auto erreicht werden können, sind viel einfacher und schöner als die großen Hotelräume der eleganten Bauden. Häufig findet man dort noch die schöne, alte Holztäfelung, holzgeschnitzte Lampenschirme, und besonders in der„Töpfer- baude" stehen noch die handwerklich gearbeiteten Krüge und Wandteller aus, die mit kernigen Haussprüchen bemalt sind. Die Preise für Unterkunft und Verpflegung sind allerdings auch hier sehr hoch. Ein e i n s a ch st e s Essen kostet 1.50 M., und für e i n Zimmer muß man schon zwei Mark be- zahlen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß diese Bauden reine Saisonbetriebe sind und oft wachen- lang leer stehen, wie in diesem Jahre. Gerade deshalb und weil die Konkurren; unter den immer zahlreicher werdenden Wirtschaften immer größer wird, sollte man in den Borsaisonzeiten eine Er- Mäßigung geben, die es auch weniger reich Ge- segneten ermöglicht, hier ein paar Tage zu ver- leben. Solange aber jeder Gast als Entschädi- gung reichlich gerupft wird, muh es noch lange dauern, bis sich wirklich größere Kreise aus der Großstadt dort oben in der Gebirgsluft erholen können. Das endlose Rentenversahren Schmefzenshinder der Fürsorge Di« Kranken und Arbeitsunfähigen, die infolge körperlicher oder seelischer Schäden eiiren Remenonspruch haben oder einen solchen zu haben glauben, das sind die eigentlichen Schmerzenskinder der Wohlfahrt. Die Mindest- daiter solch eines Renkenverfahrens beträgt drei- viertel Jahr, das ist eine schr lang« Zeit für einen Menschen, der sich mit der letzten Ärakt seines Höffens an diese eine vage Möglichkeit klammert. „Ich will kein Almosen", schreit der Kriegsver- letzte, mit ihni der Arbeiter, der in seinem Beruf seine Haut zu Markte trug und als Dritter im Bunde mit irgendeine»? schweren chronischen Leiden Behaftete. Sie können nicht stempeln gehen aus dsnt ganz eurfachen Grunde, well sie oftmals gar nicht eirnnal gehen können, das ist beispielsweise bei dem 36jährigen Metallarbeiter mit seiner schweren, chronischen Hüftgelenkentzün- d u n g der Fall.„Wenn der von zu Hause zu mir nach der Sprechstunde kommt", erzählt der Wohl- fahrtsvorsteher,„so ist das für ihn ein Weg von einer guten halben Stunde, und dabei wohnt der Mann in der gleichen Straße, noch keine 200 Meter entfernt. Sein Leiden ist ein« Kriegserinnerung „rheumatischer Natur", wie der Arzt auf seine Fragen antwortet: vielleicht haben es ihm die rtlfsischen Sümpf« beschert, wahrscheinlich ists ein . verschleppter Gelenkrheumatismus, Gott im Kriege war an Maroden ja kein Mangel, dafür aber an Zeit und Ruhe ihrer Ausheilung. Langsam aber fraß sich die Krankheit tiefer. Im Jahre 1023 war's endgültig vorbei mit dem Gehen. Das Bein streikte, die Hüstscharniere waren kaputt. Nun gab's Rente und ward fleißig an dem Kran- ke» herumgedoktert. Der eine Arzt probierte dies. der andere jenes, bis schließlich ein Neunmalweiser einen Schienenapparat verordnete und den also ausgerüsteten Kranken für arbeitsfähig erklärte Der Mann schnallte sich also sein« orthopädisch« Rüstung um und jetzt— konnte er überhaupt nicht gehen. Der Gurt, der ganz fest unt den Leib gejchiüin werden mußte, verursachte ihm erst mal fürchterliche Schmerzen und in der Folge einen starken Brechreiz, die Hüfte entzündet« sich immer mehr und als der Mann dem Arzt oll dies erklärte, meinte der:„Na ja, mit dem Gehen ist's wohl schlecht bei Ihnen, aber Sie können innnerhin bei der Arbeit stehen oder, falls man Ihnen einen erhöhten Silz baut, auch eine sitzende Beschäftigung verrichten." Nun sitzt er in seiner kleinen Küche, betreut von einer Verwandten, die ihn wie ein kleines Kind bedienen muß. weil er sich nicht bücken und nicht recken kann, und wartet und wartet. Dann rafft er sich wieder einmal auf und macht seinen mühsamen Spaziergang noch den, Haus am der anderen Seite und hört immer wieder, daß es noch nichts Neues gibt... Dann kommt wieder itnd wieder einer, der's schwer aus der Lunge hat, dem auch dos bißch«?? Nahrungsai?'f.besser??ng, das er sich schwer. er- kämpfen muß, keine Linderung bringt. Da>?u'ißt« vor alle?» einmal eine helle und lustige Wohnung her, dann müßte es keine drei Treppen zu steigen geben uitd dann mühte der schlecht heize?tde, ewig hungrige Ofen Kohlen zu fressen kriegen. Von all dein gäb's keine gesund« Lunge mehr, aber der körperliche Zustand wäre doch halbwegs erträglich, während es so schon mehr einem Mart?irium gleich komrnt.„Nach inrnier kein Bescheid?" keucht er trostlos. 50 bis 60 solch trauriger Fälle umfaßt eine Sprechstunde. Das sind diejenigen, die nicht in die Amtsstuben des Bezirksa?nts ko>?u?>en, die aus- geschaltet sind aus de?« großen Kreis der liste??- uräßig Geiührten. Sie sind ausgeschlossen aus der Reihe der Arbeitsfähigen, so sieht u?rd hört nie- n?and von ihnen. Nun führen sie einen stille??, um so erbitterteren Kampf um ihr Recht: sie können nicht mehr rennen und stehen i?nd lvarten un? ihr bißchen Unterstützung, sie köni?en a?lch nie mehr nach Arbeit laufen, und deswegen eben kämpfen sie um ihr armseliges Dasein... Geschäfte mit Gift !�!orphium-Schiehung aufgedeckt Das Sonde rdezernal zur Bekämpfung des Rauschgifchandels ist einer ungewöhnlich großen Morphiumschiebung aus die Spur gekon????«??. In den Lag«rräumen eines Spediteurs in der Sirelitzer Straße wurde eine groß« Kiste beschlag. nahmt, in der sich>0 000 Ampullen Morphium be- fanden. Der Spediteur ist zur Vernehmung aufs Präsidium geholt nwrden. Est? Kaufmann Alfons L a r n o s ch, der in der Wilinersdorser Straße in Chorlotte??b??rg wohin, wurde festgenommen, weil er dieses Morphiu?n in den Handel bringen lvollte. Das Gift selbst sta»??m wahrscheinlich aus a l l e n H e e r« s b e st ä n d e>?. Bereits vor 2'A Jahren erfuhr das Rauschgisl- dezerrmi von einer Riesenmeirge Morphiu?», die irgei?.d?vo in der Stadt logern sollte. Ende vergangenen Jahres hörte die Polizei, daß eii? Kauf- man?? Alfoirs Barnach aus der Wilmersdorfer Straße eine ungewöhnlich große Menge angebot«?? haben sollte. Der Mann??n?rde unausfällig beob- achtet, die Kiste bei dem Spediteirr c??tdeckl und sichergestellt Die Sendung stammt nach'Art der Verpackitng, der Etikeltieruirg, aus de»? S,?i?itäts- depot des 18.'Armeekorps. Wahrscheinlich hat die Set'.dung i?achher im Garnisoirlazarelt in Tei??pel- hos gelagert. Bei den Reoolutionswirren ist sie da???? von Unbefugte!? verschleppt uwrdeu. Deu Weg rückwärts aufzurollen, den die Se??dni?g ge- gangen ist, dürste kaum noch möglich sein. Glück im Roten Meer Nach 12 Stunden gerettet Einem ivohrhafl glücklichen Umstand verdankt der aris Bremen ftanunende Jngenieurassistenl R o b e r I B a h l, der aus dem Dampfer „A l sl e r" des Norddeutschen Lloyd beschäftigt war. sein Leben. Mährend sich das Schiff aus der Fahrt nach Dairen im Roten Meer besa??d, fiel Buhl nachts gegen'il Uhr aus noch nicht bekannter Ursache über Bord. Der Unfall wurde auf der„Alfter" nicht be?ncrkt. Es rvurden auch keine hilseruse vernommen. Während der ganzen Nacht hielt sich Bahl durch Schwimmen über Wasser: da das stark salzhaltige Wasser des Roten Meeres das Schwiimnen erleichtert. Erst am nächsten Mittag— gegen 12 Uhr— als schon seine Kräfte langsan? zu erlahtnen begannen und er von Zeit zu Zeit i?, eine,? starrkra???pfartigen Zustand verfiel, trüherte sich dem Ertrinkenden der japanische Dampfer„Delagoa Maru". Die schwachen Hilferufe des um sein Leben ringenden Mannes ivurden glücklicherweise an Bord des Schisses ge- hört. Der Kapitän ließ sofort ein Boot zu Wasser bringen, das den völlig erschöpften Bahl a??ffischtc. Unter fürsorglicher ärztlicher Beha?»dlung und auf- opfernder Pjlege der Japaner erholte sich der Gerettete verhättnismäßig schnell von den aus- gestandenen körperlichen und seelisä>ci? Qualen. Der japanische Kapitän setzte sich unmittelbar nach der Rettung des Verunglückten funkentelegraphisth mit dem Führer des bereits etwa 1.50 See»?eilen von der Position des japanischen Schiffes«nt- lernten Lloyddampfers„Alster" in Verbindung und gab ihm einen Bericht über den Zustand des Mannes, sowie über seine glückliche Rettung nach nahezu zwölfstündigem, fast aussichtslosem Umher- treib«?? in? Wasser. Bahl verließ— wieder vollkommen erHoll— das japanische Schiff an? 11. De- zen?ver in Singapore und trat die Weiter- reife mit dem gege??wärtig noch in ostasialischer? Gewässern befindlichen Motorschiff„Havel" des Norddeutschen Lloyd a??, wo er inz?vische?? seinen Do>??pser„Alster" wieder erreicht hat. Gelddnefträger bleiben Aher verstärkter Schutz Die mehrfachen Ueberfälle auf Geldbriefträger iin Herbst 1932 hatten bei den zuständigen Stellen zu Er?vägunge?? über durchgreife?? de Schutz?» ahnahmen geführt. Es nxrr auch angeregt worden, die Geld, Zustellung durch Brief- lräaer überhaupt auszugeben und dafür die Ab- holung von Geldsendungen durch die Empfä??ger einzuführen. Das Rcichsposlministerium richtete daraufhin in? November eine Un? frage an alle Oberpostdirektionen rnit dem Ersuchen, aus der Praxis heraus Vorschläge für zweckmäßigen Schutz der Geidbrieströger z?i»lachen und sich auch zu der Frage einer Abschaffung der Geld- Zustellung zu äußern. Die Berichte der Oberpost- direktioncn liege?? jetzt zum größten Teil beim Reichspostministcrmm vor. Alle bisherigen Ant- ivorlen sprechen sich gegen einen Ersah der Geldzustellung durch Abholung aus. Es wird daher auch in Zukunft bei der Zustellung voi? Geld- sendungen durch Geldbriefträger bleiben. Das Reichspostministerium wird jedoch alle Oberpostdirektionen nochmals auf verschärfte Be- achtung der zum Schutz der Geldbriefträger an- geordneten Bestimmungen hinweisen. Die B e- w a f f?? u n g der Geldbrieftrögcr soll allgernein durchgeführt und in verstärkten? Maße von der Möglichkeit Gebrauch gemach? werden, in unsicheren Gegenden dep? Besteller einen zweiten Beai??ten zum Schutz mitzugeben. Die Einschulung der schulpflichtig?verdenden Kinder in Treptow erfolgt am 23., 24. und 25. Januar 1933, vormittögs zwischen 10 und' 12 Uhr, bei den zuständigen Rektoren. Iftcdt irgendein peitcmfetrick, sondern die Tiefenwirkung der Creme Mouson qkiiiei und verjüngt rauhe.unreine Haut Creme Mouson ist keine sogenannte Sonnenbrandcreme, auch keine gewöhnliche Fettcreme Berliner Müllberge in Moabit Und Herr Lettow auf der Anklagebank ?er ehemalige Direktor der Berliner Müll- abfuhr?lG>. �err Lettow, ist ein Mann von 41 fahren, ein stämmiger Sportsmann mit bezauberndem Lächeln. Er weiß sich gewandt zu verteidigen, ist auf Antworten nicht verlegen und passiert ihm das Malheur doch, so erklärt er einfach: Ich habe die Akten nicht zur Hand, ich muß zuerst meine Feststellungen-nachen. Handelt es sich aber nicht um Dinge, die irgendwie in Akten festgelegt sind, erheischt die Frage des Borsigenden eine sofortige Antwort und findet Herr Lettow keine, so entsteht eine ebenso pein- lich« wie vielsagende Pause, und die immer so klaren Darlegungen des Herrn Direktors werden plötzlich jo unklar, daß selbst der Vorsitzende, der die Gesamtmaterie anscheinend sehr gut deherrscht, aus der Antwort nicht schlau wird. Man hat wohl selten in Moabit einen Angeklagten erlebt, der so wenig vorbereitet in die Verliandlung ge- kommen wäre wie Herr Lettow. Aus dem ersten Verhandlungstag erfuhr man schon sehr interessante Dinge. Da war zum Bei- spiel das jiapitel vom Aufblühen der Vipa lMilchfuhrgesellfchaft Viktoriapark) des Herrn Lettow und von dem Entstehen der B e m a g. Die Vipa wurde im Jahre 1321 aus einer G. in. b. H. in ein« Aktiengesellschaft umgewandelt, 51 Pro;, der Aktien gehörten Herr» Lettow, 4? Proz. dem Geldgeber, der deulschnalionale Stadtrat Wege befand sich im Aussichlsrat. Die Umsähe der vipa nahmen einen geradezu stürmischen Ausschwung, als die Beziehungen zwischen ihr und der im Zahre 1322 gegründeten Remog. insbesondere durch die Personalunion, verkörpert durch Herrn Lettow, außerordentlich innige wurden. Tödliche Rvbelfahrt! l I litkriss«? in d«« Spree ertrunken In A d l o r s h o f ist gestern ein elfjähriger Änabe auf tragische Weise ums Leben gekommen. Der Jungs rodelte an einer kleinen Ufer- «rhähung der Spree, unweit de» Frechades Ober- fpre«. Dabei geriet er auf die Eisfläche dos Stromes und fuhr mit seinem Schlitten i n e i n W a s s e r l o ch hinein. Das SUnh ging in den eisigen Fluten sofort unter. Ausflügler, die den ilnglüchssall vom Ufer aus beobachtet hatten, alarmierten sofort die Feuerwehr. Mit eineni Schlauchboot arbeiteten sich die Feuerwehrleute an die llnglücksstellc heran, aber erst naä? längerem Suchen konnte die Leiche des Kindes geborgen werden. Der Toto wurde nach der Köpe- nicker Leichenhalle gebracht. Schikane ohne Ende Martyrium eines Mieters Im Sprachschatz mancher Hauswirte scheint das Wort„arbeitslos" nicht zu existieren. Statt mit den, durch größte wirtschaftliche Not schwer ge- straften Mieler Nachsicht zu üben, versucht er durch Schikanen aller Art, dem Mann das Dasein noch schwerer zu machen. All diesen Hauspaschas schwebt immer noch die große Chance einer ver- mietbaren Wohnung vor Augenz sie haben weder durch das krasse Beispiel vieler leerstehender Näume noch durch das große Risiko, das man ja heute bei jedem Mieter eingeht, etwas zugelernt. Davon kann auch der Arbeitslose W., Lichtenberg. Weichselstraße, ein traurig Lied singen. Im Juli vorigen Jahres ging es ihm an den Kragen— er wurde erwerbslos. Vom legten Geld bezahlte er noch die volle, reichlich hohe Augustmiete fSsi M. für eine Einzimmerwohnung» und wandte sich gleichzeitig wegen Mietbeihilfe an das Wohlfahrtsamt'Nach Rücksprache mit seinem Bezirksvorsteher zahlte der Mann dann stir September und Oktober 25 bzw. 2b M. Trotzdem der Antrag auf Mielbeihilfe beim Wohlfahrtsamt im günstigen Sinne erledigt worden war, strengte der inzwischen ungeduldig gewordene Hausgestrenge gegen seinen Mieter die Klage an. Während die Klage noch lief, war das Geld vom Wohlfahrts- amt bis auf einen Rest von 20 Pfennig m die Hände des Klägers gelangt, worauf dessen Anwalt aber nicht etwa die Klage vollständig zurückzog und es seinem Mandanten aicheim stellte, sich mit dem Schuldner wegen Zinsen und Kosten außer- gerichtlich zu einigen. Es wurde das eingeklagte Kapital als erledigt betrachtet, wegen der Neben gebühren 120 Pf. Rest und 11 Pf. Zinsen) gab c* einen neuen Termin.-Die Kostenrechnung hinsichtlich dieser Bagatelle war inzwischen glücklich am HM M angewachsen, und als der Gerichtsvoll- zieher vergebens seines Amtes waltete, betrug sie schließlich sogar 14,lW M.. Die tägliche Siroszenschlacht. Am Lands- berger Platz, in nächster Näh« des Kranken- Hauses am Friedrichshain kam es gestern zu einer regelrechte» Straßenschlacht zwischen National s o z> a l i st c n und K o m m u n> st« n. Mehrere starke Trupp», die sich aus dem Wege zum Krankenhaus befanden, vermutlich um ihre ver- Das Aktienkapital der Lipa wurde auf 2,4 Millionen Goldmark erhöht, die Reineinnahme der Gesellschaft betrug im Jahre 1327 75»00 M. Wie kam es aber zur Gründung der Bemag? Darüber ließ sich Herr Lettow folgendermaßen aus: Die Müllabfuhr der Stadt Berlin lag danieder. Die Arbeiter streikten monatelang, der Müll sammelte sich in geradezu bedrohlicher Weise an: man wandte sich an ihn und an den Spediteur Schulz mit dem Ersuchen, die Sache in die Hand zu nehmen z auch der Oberprösident mischte sich in die Angelegenheit ein und nach längerem Hin und Her wurde schließlich die Müllabsuhr AG. ins Leben gerufen, an der sich die Vipa mit 5 Millionen Mark beteiligte. Die Stadt erhieU ein Viertel der Aktien. Lettow wurde Vor- standsmitglied der neuen Müllabsuhr AG., blieb ober gleichzeitig im Vorstande der Vipa, die ge- wilsermaßen Arbeitnehnierin der Bewag war. Er halte 2000 M. Gehalt bei der Bemag, etwa 2200 M. bei der Vipa. Als der Stadt diese Ver- quickung beider Gesellschaften in einer Person mißsiel, trat Lettow aus dem Vorstand der Lipa aus und wurde Delegierter der Beinag ini Aufsichtsrat der Vipa. Es l>at also nur eine formelle Aendcrung stattgefunden, in Wirklichkeit hatten Sie nun in der Vipa noch größere Voll- machten, meinte der Vorsitzende. Und wie war es mit dem GeHall? Gehalt erhielt ich von der Vipa nicht mehr, jagt Herr Lettow, ober ich hatte für sie eine Hypothek besorgt und bekam in Ver- bindung mit dieser Finanzoperation gewisse Summen. Das lief wohl aus das frühere Gehall hinaus? meinte der Vorsitzende. Tatsächlich ging die ganze Korrespondenz zwischen der Vipa und der Bemag durch die Hände des Herrn Lettow. Er hatte auch in die Bemag seinen Neffen, einen Herrn Krüger und spcusr seinen Schwager, Herrn Plunder, hineingcnommen und außer diesen beiden Verwandten auch mehrere seiner Freunde. Seinem Vetter schiebt er die Schuld zu, daß er jetzt auf der Anklagebank sitze. Ein dunkles Kapitel bildet die Gründung der zahlreichen Tochtergesellschaften der Bemag: so der Güterverladungsgesellschafl sGllla), die sich mit der Abladung des in Berlin zusammengefahrenen Mülls befaßte, und der Schiffsoerladungsgesellfchaft(Schila), die bloß dazu bestimmt war, Versuch« auf dem Gebiete der Verladung von Müll auf Schiffen vorzunehmen. Das Gericht kann es nicht verstehen, wozu zu diesen Zwecken besondere Gesellschaften gegründet werden mußten, während ja Abteilungen der Bemag genügt hätten. Der Staatsanwalt aber meint, der Zweck der Gesellschaft sei wohl ge- wesen, Herrn Lettow Dividenden zufließen zu lassen. Das bestreitet dieser. Die Dividenden, die diese Gesellschaft auszahlte, erklärte er, seien nicht der Rede wert gewesen, und er habe keinen Pfennig bekomme». Man wird sehen! Die Müll- auedünstungen machten sich ober bereits gestern im Gerichtssaal stark bemerkbar. Die D e u t s ch n a t i o» a l e L o l k s p a r t e i. Landesverband Berlin, ersucht uns um die Auf- nahm« folgender Berichtigung: Die in dem Artikel..Deulschnationater Äorruplionssumpf" mehrfach wiederkehrende Behauptung, daß der frühere Direktor der Berliner Mllllabfuhrgesell- schaft, Lettow, deutschnational sei. ist unwahr, wahr vielmehr ist, daß Letow nicht Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei ist und soweit fest- stellbar, auch niemals gewesen ist. Ein SMS vom Krieg Bernerkirnssen zu einer Ausstellung In diesen Wochen wird im Europahaus in der Strejemannstraßg eine Ausstellung gezeigt, d'« sich„Die Fron t" nennt. Sie will dem'Je. schaue-r das Geschehen von 1314—1315 nahesühren lieber Wert oder Unwert im einzelnen sei nicht geurteilt: aber wohl könnte ein Berliner Lehrer, dem bewußt ist, daß nach Artikel 148 der Reiche- Verfassung in allen Schulen sittliche Bildung staatsbürgerliche Gesinnung, persönliche und beruf- liche Tüchtigkeit- im Geiste des- deutschen Volks- tums und der Völkerverföhnung zu erstreben sind, seinen Schülern oder Schülerinnen mit etwa fol- genden kurzen Erklärungen die Ausstellung zeigen: „Jungens und Mädels! Ihr habt den furcht- baren Weltkrieg noch nicht mitgemacht, aber die meisten eurer Väter waren draußen, und hier in der Heimat haben eure Mütter gedarbt. Die Dar- ftellungsn sollen uns ungefähr klarmachen, was damals geschehen ist. Hier, gleich am Eingang, seht ihr eine bildliche Wiedergabe der Kämpfe um Verdun, die große sranzösische Festung. Im Fe- bruar 1916 begannen die Kämpfe. Da sind Hun> derttausende von deutschen und sranzösischen Sol- daten getötet oder zu Krüppeln gemacht worden- Hier scht ihr das Fort Douaumont, das durch einen deutschen Handstreich genommen wurde. Aber Tag und Nacht ging der Kampf weiter, und bei einer Explosion im Fort verbrannten oder erstickten an einem einzige» Tage nicht weniger als 050 Deutsche unten in den Kasematten. Dann seht ihr hier Fleury. Aus diesen Ort wurden nicht weniger als 110 000 Gasgranaten geschleudert. Dann aber waren bald durch die Kämpse be> Tag und Nacht die Kräfte der Deutschen erschöpft und sie mußten zurückgehen. Die monatelange Schlacht, die soviele deutsche und französische Mütter ihrer Söhne de- raubt hatte, war vollkommen sinnlos gewesen." Wenn der Lehrer dann den Schulkindern das Grauen von Flandern geze-gt hat dann erklärt er ihnen die K r i e g s e r s a tz st o f f e, die in der letzten Parteifreunde zu besuchen, gerieten in ein Handgemenge, an dem etwa 30 bis 40 Personen beteiligt waren. Es gab mehrere L« i ch t v e r- letzte. Von Reoierbeaimen. zu deren Ver- stärkung dos Uebersallkommando alarmiert worden war. wurden die feindlichen Parteien getrennt und 16 Mann festgenommen. Krach bei Nazi-Gtuöenten ön der Deutschen S tu de n ten s cha s«. der Dachorgaatsation oller nattono- lislischea Stüde nlenverbände. ist ein großer krach ausgebrochen. Dar längerer Zeil haben die Nazistuldenten die Kreisleitung der Deutschen Studentenschost er- obert. Vorsitzenoer ist der Nazistudent Gutjahr. Unter seiner Führung wurden die meisten Posten in der studentischen Selbstverwaltung von Nazi. besetzt. Dt« Korporierten fühlten sich mit Recht benachteiligt. Hinzu kam noch der politisch« Bruch gezogen und hat dort die Angriffe gegen die republikanischen Studenten geleitet. Die Ursache des gemeinen Uebersalls im Erfrischungsraum der Universität liegt klar zutage: Pllz wollte durch diese„Aktion" sich zum Führer der Nazrstudenten machen. Es steht zu erwarten, daß die Leitung der Uni- versitöt mit exemplarischen Strafen gegen die randalierenden Nazis vorgeht. Heimat verwandt wurden Da ist„Die Kuh m der Tüte", der„Butterstrecker", die.Lriegsseise" und der Papierbindsaden. Nach der Besichtigung der Darstellung der Skagerrakschlacht, nach der die deutschen und englischen Admirale in gleicher Weise gesiegt zu haben vorgaben und nach der die denk- jchen und englischen Matrosen in gleicher Weise am Meeresgrund lagen, führt er sie zu dem Haupt- stück der Ausstellung, dem„Schützengraben in nätürfkcher Größe" Er leftet sie in den dunklen Gang hinein und weist sie hin auf die Holzrosten, die vor Grundwasser und Nässe schützen sollten, es aber nicht taten. Er fährt fort: „Dort auf der Brustwehr liegen Handgranaten, die Menschen zerreißen können. Hier sind Gas- slaschen, der Wiird sollte das Todesgas zum Feinde wehen, wenn der Wind aber umschlug, dann fielen Tod und gesundheitliche Zerstörung auf die eigenen Kämpfer. Hier ist«in Flammenwerfer, aus dem brennendes Oel herausgetrieben wird und alles zu Asche versengt. Jetzt kommen wir in den U n t e r- stand, und nun seht euch dos Loch an: da 'hausten 10, 15. 20 Menschen jahrelang. Da ist ein Rest„Marmelade", Heldenfett mit Kohlrüben- beimischung. Da liegen neben schlechtestem Kom- mißbrot Kamm und Zahnbürste, von oben herab träufelt Grundwasser, an der Decke ist mit einem Bindfaden«in Brotrest ausgehängt. L>che man ihn herumliegen, dann fräßen ihn die Ratten, die ihr dort sehe» könnt. Und nun stellt euch die Men- sehen, die Väter hüben und drüben vor, die hier jahrelang hausten, alle gleich verdreckt und verlaust und dazu besohlen, einander totzuschlagen und zu vernichten." Den reiferen unter seinen Schülern aber wird er sagen:„Der„Frontzeist". über den von Ael- testen und Jüngsten heute soviel erzählt wird, existiert nicht. Schützengraben kann nie Selbstzweck sein, es kann nur einen Geist aeben der Selbst- zweck ist: der Geist des Dienstes und der Pflicht- erfüllung an Volk»nd Menschheit." zwischen den beiden Flügeln der Gegenrevolution. was die persönlichen Gegensätze in der Deutschen Studentenschaft noch oerstärkle Bei dem Reichs- gründungstag kam es zu einem o s s e n e n Konflikt: Während früher eine gemeinsame Feier aller der Deutschen Studentenschast ange- schlossenen Verbäirde stattfand, machten die Nazis ein« eigene Kundgebung. Dieser Ajsrom hat die anderen nationalen'Verbände so in Harnisch gebracht. daß nun der Kampf offen geführt wird, Die Deutsche Studentenschaft ist damtt in eine schwere Krise geraten. Der Sturz des Vorsitzen- den Gutjohr steht bevor. Der Kampf wird immer schärfer. Nicht anders sieht es innerhalb der Nazigruppe aus. Zwei Flügel streiten hier um die Frage: mit oder gegen die korporierten Studenten, mit oder gegen die Deutsche Smdentsnschaft. Ein persönlicher Führerkampf kam noch hinzu, der ein völliges Durcheinander hervorrief. Das zeigte sich nach der Kundgebung auf dem Hegelplatz. Die unter Führung des Studenten Pilz stehende SA.- Truppe der Nazistudentenschaft ist— gegen den Willen der anderen Führer— in die Universität In wenig Worten Zwischen de» Stationen Äungfernheid« und Beusselstraße wurde spät abends eine etwa 30 Jahre alte Frau zwischen den Schienen tot aufgefunden. Ob Unglücksfall oder Selbst- m o r d vorliegt, kann erst die nähere Untersuchung ergeben. ★ Der bekannt- Flugzeugkonstrukteur und Flieger Hans Grade wurde seiner Stellung als stellvertretender Gemeindeoor- ftehervonBorkbei Potsdam durch den Land- rat e n t h o b e n. An seine Stelle wurde ein kom- missarischer Gemeindevorsteher gesetzt. Der Grund zu dieser Maßnahme soll m nicht sachgemäßer Führung der Geschäftsbücher zu suchen sein. Näheres ist im Augenblick nicht bekannt. * Im Park des Gutes Zitzewitz bei Siolp in Pommern wurde die sechzigjährigeWitwc Retzlaff. die Mutter des Rechnungssühcers des Gutes, ermordet aufgefunden. Die Leiche wies schwere Ettchoerletzungen am Kops und Hals auf. Frau Retzlafs wollte Ende voriger Woche Bekannte in Labuhn im Kreise Stolp besuchen. Man nimmt an, daß die alte Frau bereits am Sonnabend im Gutspark iiderfallc» und nieder- gestochen wurde. * Der amerikanische Komponist Ferd Grose hat eine demnächst durch das Witmann-Orchester zur Uraufführung gelangende Zeitungssinfonie im Jazzstil, die das Leben in einer ameri- kanischsn Zettungsredattion schildern soll, fertig- gestellt. In dieser«insome wirken außer dem Orchester«in Chor von Schrerbmaschimsten. mehrere Maschinengewehre, knallende Revolver. eine Schutzmannspseife und eine Feuerwehrsirene mit. Der erste Satz behandelt„Die Jagd nach den Nachrichten", der zwette„Pie Arbeit der weiblichen Reporter": der dritte Satz beschäftigt sich mtt der lustigen Bllderbeilage: der letzt« Satz illustriert in einem stürmischen gurioso dos Zu- standekommen einer einzelnen Zsitungsnummer- •k Bin Mittwochmorgen wurde» im Hofe des G«- richtsgefiingnisjes Posen die be ide»Mo r- der des geistlichen Professors Maßlvwlkr durch den Strang hingerichtet. '* Staatsaiuvalt und Verteidiger haben gegen das vom Freiburger Gericht gegen den Schwindler Karl Ignaz Hummel alias Daubmann gefällte Urteil(2H Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehr- verlust) Revision beim Reichsgericht angemeldet. -k In der Stadt B r a u n s ch w e i g sind 5 0 L e h° rer und 4000 Schulkinder an Grippe ertrankt: mehrere Schulen mußten geschlossen werden. Auch in den Geschästen und Büros macht sich die Epidemie stark bemerkbar: es jehlen bis zu 40 Proz. des Personals. Die Krankenkassen können den Andrang der Krankmeldungen kaum bewältigen. In einer Reihe von Fällen verlies die Krankheit tödlich. * In Waldenburg wurde der Kaufmann und frühere Stadtverordnete Malier Rohlofk wegen umfangreicher Unterschlagungen ver- haftet. Rohloff versieht ehrenamtlich die Funktion eines Schatzmeisters der evangelisch-lutherijchen Kirche. Er hat in dieser Eigenschaft große Geld- summen veruntreut. Die vorläufige Höhe des von ihm unterschlagenen Betrages wird mit 43 000 M. angegeben. k Seit einigen Monaten grassiert in Paris eine mysteriöse Selbstmordepidemie. Ihre Opfer sind stets schöne elegante junge Dame» aus dem Kreis der„oberen Zehntausend". Aber in keinem der seltsamen Selbstmordsälle konnte der Grund der Tat erforscht werden. * In Rordit alten fällt seit Sonntag nacht fortgesetzt Schnee. In Mailand ist die Schneedecke 15 Zentimeter hoch. 16 000 Schnee-' schipper sind aufgeboten worden. Am Rand der Alpen liegt der Schnee noch bedeutend höher, so in Pergamon 45 Zentimeter und in Varesc 50 Zentimeter. * Meldungen aus Bataoia zufolge ist der I n j e f* vulkan K r a k o t a u nach mehrwöchiger Ruh« am Montagabend wieder in Tätigkeit getreten. Es wurden verschiedene Ausbrüche beobachtet, dir eine Höhe von etwa 12 Metern erreichten. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Bedeckt mit Neigung zu leichten Schneefällen, weiterhin mäßiger Frost. Schwache Lustbewegung.— 3n Deutschland: In Süddeutsch land stärkere Schneefälle: im übrigen Dsuischland leichte Schneefälle bei mäßigem Frost: im Westen nur leichter Frost. ZWEITE BEILAGE DONNERSTAG, 19. JANUAR 1933 Da fragte sie— und sie schien jegt wacher zu sein:»Warst du den ganzen?ll>end bei Rognos?" »Ja, beinahe. Ich habe nur hinterher noch einen kleinen Gang gemacht." „Und du denkst nicht dran, wie unsinnig es ist, so spät in der Nacht, wenn du so früh heraus mußt?" „Nein", antwortete er ungeduldig.„Uebri- gens geht das keinen was an. Und außer- dem, wenn es dich tröstet, es ist jetzt vorbei." „Vorbei?" „Jll. Er hat eine Stelle außer Landes angenommen." Da fragte sie mit einem Anflug von Eifer- sucht in der Stimme:„Bist du deswegen fo außer dir?" „Gute Nacht", antwortete er und zog die Decke fester um sich. Aber er konnte nicht einschlafen. Jedes- mal. wenn er die Augen schloß, sausten ihm die Ereignisse des Abends im Gehirn umher. Ungeordnet und sprunghaft tauchten die ein- zelnen Augenblicke und Eindrücke vor ihm auf Er versuchte sich im Bett umzudrehen. er kauerte sich zusammen, nichts half. Gleich war alles wieder da, und wieder und wieder. wenn die Verzweiflung zu heftig über ihm zusammenschlug, schüttelte ihn ein trockenes, hartes Schluchzen. Da fühlte er, wie eine chand sich auf feine Schuster legte und eine besorgte Stimme fragte:„Erst— du bist krank." „Nein", antwortete er kurz.„Nein." „Doch, ganz sicher. Ich mache Licht, ja?" Darauf antwortete er nicht. Er hörte, wie sie aufftand und ihr Morgenkleid überwarf. Dann kam das Licht geflutet. Das half trotz allem ein wenig und er richtete sich im Best auf. Helene fetzte sich zu ihm auf den Bettrand und hatte jetzt etwas Beruhigendes, das ihm wohl tat. „Machst du dir wirklich ein klein bißchen was aus mir?" fragte er und dabei fühste er, wie ihm die Zähne im Munde klapperten. „Aber ja, Erik— ja natürlich. Was hast du denn nur?" Er seufzte nur tief aus. „Soll ich den Jungen wecken und nach dem Arzt schicken?" Wer er schisttelle den Kops.„Mir hilft kein Arzt." „Ja aber um Gottes willen, was ist denn?" „Ich habe etwas erlebt." Cr sah sie schwach und hilflos an, aber als er die Angst in ihrem bleichen Gesicht sah, packte er sie heftig bei der Hand. „Nichts Gefährliches", sagte e-r.„Aber es kam so unerwartet." Sie strich ihm nervös über die Stirn, die feucht war von Schweiß. „Erzähl mir's doch", sagte sie. Und er härte ihrer Stimme die Furcht und die Un» gewißhest an. „Wenn du mir versprichst, nie ein Sterbenswort zu irgendeinem Menschen da- von zu sagen?" Er sah sie an mit einem Blick, der ihre Angst vermehrte. „Ja", antwortete sie. Da nahm er sie bei der Schuller und bohrte seine Stirn in ihre weiche Brust. Und so ihr nah und trotzdem verborgen, brach wie ein Stöhnen das Geständnis aus ihm her- vor:„Weißt du. wer damals die Kasse ge- raubt hat?-- Rognos!" Sie preßte sich sprachlos an ihn.„Die Kaste?" fragte sie. „Ja, meine Kaste.— Damals als Ouisthus ermordert wurde." Da hob sie sein Gesicht zu sich empor. ,N o g n o s?" Er sah sie an. gebrochenen Blickes und ratlos.„Ja", sagte er verzweifelt,„es ist wahr. Heute abend hat er's mir gesagt. Ich will dir alles erzählen. Laß mich nur erst ein wenig zur Ruhe kommen." Erschüttert und gepeinigt erzühste er es ihr. Als er fertig war und sich wieder etwas beruhigt hatte, fragte sie:„Tut es dir sehr weh. daß gerade er es war?" „Ja", antwortete er.„Wundert dich das? Wir waren doch Freunde— wenn wir uns auch nicht kannten. Oder vielleichr gerade deswegen." „Wer erleichtern muß es dich doch, nicht wahr?" „Einmal dachte ich es. Aber nun ist es doch ganz anders gekommen Nein— er schüttelte den Kopf,„so hatte ich's mir nicht gedacht, als ich mir das wünschte." „Und du bist fest entschlosten. die Sache nicht anzuzeigen?" „Ja." vie sah ihn forschend an.„Und daran denkst du nicht, daß es für dich die Ehren- rettung bedeuten würde? fragte fe. „Doch." „Und willst es trotzdem nicht?" „Nein." Er sah, daß sie es mißbilligte, und sagte: ,L)ie Ehrenrettung will ich nur vor zweien — vor dir und vor Lüdersen. Habe ich in dieser Nacht die eine nicht erreicht, dann er- reiche ich sie wohl nie." Als er es gesagt hatte, sah er von ihr weg, aber es war deutlich zu merken, daß er eine Antwort von ihr erhoffte. „Doch", sagte sie,„ich weiß, ich habe geirrt.— Ich wußte es wohl auch damals. Aber du weißt, wie es ist, wenn die andern einem so zusetzen." Sie sahen sich unsicher an. „Hab Dank", sagte er. Eine Welle saßen sie so ein wenig frostig zusammen. Dann fragte sie:„Bist du mir noch böse?" „Nein", antwortete er.„Böse war ich dir nie. Nur gewundert habe ich mich, daß du Zeugen haben wolltest." Sie wurde rot..Kannst du mir nicht ver- zeihen?" „Doch", antwortete er. Wer im.Herzen sithlle er einen leisen Stich V. Zwei Lebende und ein Toter. 1. Gerade in diesen Tagen hatte der Post- direktor Lüdersen seine neue Stellung angetreten. Als Ehrengabe überreichte man ihm eine goldene Uhr.„Aus Dankbarkest. well er von uns geht", sagte der jüngste Büro- assistent. Es war dies ein fauler und unzu- verlässiger Jüngling, und seine Bemerkung war sehr übertrieben, wenn sie auch im Büro allgemeinen Jubel erregte Lüdersen war überhaupt kein Mensch, mit dem man einen Scherz trieb. Die Jahre hatten ihm ein geletztes und würdiges Wesen verliehen, noch betont durch seine aste, etwas mürrische Unzugängstchkest. Aus 8s riecht nach Qas... Szene im Stausilur/ Won SL St. Sleuberl Zlls Harr Brendel um halb sieben Uhr zur Arbeit ging, merkte er noch nichts. Auch der Briefträger, der um acht Uhr mit einer Nachnahme drei Treppen zum Untermieter Meier emporstieg, ging ahnungslos oder besser: geruchlos an der Wohnungstür des Arbeltslosen Klemk« vorüber. Erst als gegen zehn Uhr ein Herr mit Aktentasch« bei Klemke klingelte, wiederholt klingelte, immer dringender, fordernder, denn es wallt« niemand öffnen, entdeckte man— Der Herr mit der Aktentasche: Hm Sonderbar. Ob er noch schläft? Jetzt um zehn? (Er klingelt noch einmal, lang anhaltend.) Das müßte er hören lpreßt sein« Nase an die Türritze). Es riecht nach Gas! Der Herr mit der Aktentasche ist blaß geworden, sieht sich im Flur um Niemand ist.zu sehen. Ein« dunkle Angst vor einer gräßlichen Entdeckung jlackert in ihm hoch. Er möchte fortlaufen. Unsinn! denkt er und schiebt sich wieder dicht an die Tür heran, ich täusch« mich. Er holt tief Atem. Und jetzt hat er es untrügbar gespürt. Er hämmert aufgeregt gegen die Tür und schreit: Gas! Gas! Seine Stimme dröhnt im Flur. Türen werden ausgerissen. Gesichter neigen sich über das Treppen- geländer. Seine Stimme ist nicht mehr ollein. Frau Karsunt«: Jottejott! Ick denk«, det Haue fliegt schon In de Luft. Der Untermieter: Zigarette aus, Frchr- lein Lotte! Das Fräulein: Wieso? West«in Verrückter Ga» schreit? Der Herr mit der Aktentasche: Aus der Wohnung kommt Gas! Halen Sie einen Schlostsr! Es öffnet niemand! Jetzt stehen alle vor der Wohnungstür. an der das Schild„Klemke" hängt. Das Fräulein schnup- pert mit dem gepuderten lltäschen in der Luft herum: Tatsächlich. Da» Fräulein findet die Situation interessant. Der Untermieter ist nach dem Schlosser oder nach der Feuerwehr gelaufen. Herr Paul ist aus dem ersten Stock hinzugekommen. Sie sprechen gedämpft. Frau Karsunk«: Iloben S« wirklich, daß Klemke...? Herr Paul(zuckt die Schultern): Wenn einer zwei Jahre ohne Arbeit ist.. Frau Karsunk«: Jottejott, sing et dem schlecht,'tagelang jjkochte Kartoffeln, sonst nischt! Der Herr mit der Aktentasche murmelt etwa« vor sich hin. Frau Karsunk«(mustert chn neugierig): Sie sind wohl so'n Stück Jerichtevollzieher, wad? So können Se jletch den Kuckuck an den Sarg kleben Der Herr mit der Aktentasche(leise): Ich wollte...(Er verstummt.) Her? Paul: Wo die Feuerwehr bleibt! Am Müggelsee Hab' ich mal einen Ertrunkenen wieder ins Leben bemüht, aber mit'nem Dsrgiftetsn weiß ich mir keinen Rat. Frau Karsunk«: Zuerst die Fenster uff! Der Herr mit der Aktentasche: Und den Gashahn abdrehen. Frau Karsunk«:«chr-ckl'ch� Denn man sich vorstellt... Der arme Klemke! Der arm« Klemke! flängt zu weinen an). All« blicken auf die Tür. Herr Paul: Ich schlag dl« Tür«in, Venn der Schlosser nicht... Das Fräulein: Sie kommen! Die Feuerwehr fährt vor dem Haufe vor. Drei Minuten später stell« der Herr mit der Aktentasche in Klemkes Wohnung den Gashahn ab. Ein paar Feuerwehrleute bemühen sich mit einem Sauerstoffapparat um Herrn Klemke. Es sieht aus, als ob der Tote zu chren Be- mühungen lächelt. Auf der Trepp« stehen di« Hausbewohner und flüstern. Der Untermieter: Heut« Klemk« und morgen... Der Herr mit der Aktentasche kommt eilig aus Klemkes Wohnung. Frau Karsunk«: Na. da sind Se mchl zu spät s«kommen. Das Fräulein: Ihnen tut es wohl noch leid, daß Sie nicht gestern...? Der Herrmitder Aktentasche: Stimmr. hätte doch schon gestern kommen sofleu. Herr Paul: So'n Hund! Der hat'n Herz! Der Herr mit der Aktentasche: Ich war nämlich schon vorige Woche mal hier. Ich komme von der Gasanstast Herr Klemke konnte wieder die Gasrechnung nicht bezahlen. Gestern sollt« das Gas abgesperrt werden. Aber ich wollt« ihm noch einen Tag Zeit lasten. Und nun... Ttlarie Moemüger; Schifler auf ihren Stähnen Stunden träge wie die Wasser rinnen, nutzlos, nutzlos alles Sinnen. Strandgut sind wir, von dem Wellenschlag der Zeit angeschwemmt. Fäulnis macht sich breit. Wasser gluckst schon In den Schotton, Kahn und wir, reif zum werschrotten. Die Erinnerung an einst'ga Fahrten, Schmiedel uns an dieses Warten. läßt's uns tropfenweise kosten, dieses langsam fressende Verrosten Wind und Wasser trägt es her, diesen Heimatruch vom Meer. Wo sich zu der Erde wölbt der Hlmmalsbogen, sind wir wie die Vögel hingezogen. Hurtig trieben unsere Kähne vollgepackt, und das Herz schlug In der Arbelt Takt. Nun sind alle Tage, wie die Kähne, morsch und leer, doch die Wasser strömen ohne Unterlaß zum Meer. Uilui'fifcJte 3>hilofoplwn Dltcolaus Cusonus(1401—1464) Wir sehen, daß in allen Dingen als göttliches Geschenk ein natürliches Bedürfnis liegt, auf bessere Weise zu existieren, als dies di« Schranken ihrer Natur erlauben; besonders jene arbeiten darauf hin, sind auch hierfür mU den geeigneten Hills- Mitteln versehen, denen eine dem Zweck des Gr» kennen» entsprechende Urteilsfithigtelt angeboren ist, daß nämlich ihr Verlangen kein virgabliches sei und in dem Erstreben, dem Drange seine» eigensten Wesens folgend. Ruh« find«. Die« kann nur durch Zufall ander« sein, wenn Krankheit den Geschmack oder«in«(Hotz« Meinung den Verstand irreleiten. Deshalb sagen wir, daß die gesund«, frei» Vernunft da» Wahre, dessen st« in unersatt- lichem Suchen hedhast werden will, in liebender Umfassung ergreife und so erkenne, und wir zweifeln nicht, daß vollkommen wahr da« sei, dem keln gesunder Geist widersprechen kann. Respekt vor feinen Jahren und seiner An- ciennttät hatte er sich einen kleinen rot- braunen Schnurrbart angeschafft, der ihm so gut stand, daß er ohne chn gar nicht mehr denkbar war. Da er noch immer ein Mann war, der. wenn er nichts wußte oder begriff. zu schweigen verstand, genoß er allgemein eine gewisse unbestimmbare Hochachtung. Seiner Träghett nachgebend, wohnte er noch immer in seiner alten Pension, die in der Zwischenzeit zweimal die Wirtin ge- wechsett hatte. Auch die Pensionäre hatten gewechselt. Bon der alten Garde aus Lüdersens Heldenzeit waren außer ihm nur noch Fräulein Zersen, die Handarbeitsdanre und der Ingenieur Engelhardt vorhanden. Das heißt, letzterer war mehrere Jahr fort gewesen„wegen Ehestand", wie er sich selbst ausdrückte, aber er hatte die Verbindung abgebaut und sein alles ursprüngliches Ich wieder mttgebracht. Leider tat der jüngste Postassistent Tornfell Lüdersen den Kum° mer an, in derselben Pension zu wohnen. Und liier, wo er sich von Disziplin und An- ciennitat glücklich befreit fühlte, kam es vor. daß er sich einen kollegialen Ton heraus- nahm, der auf Naseweisheit und Mangel an Takt hindeutete Nun gottlob, dafür konnte man sich ja dienstlich an ihm schadlos halten. Und das besorgte Herr Lüdersen gründlich, mit gutem robustem Gewissen. (Fortsetzung folgt.) Frau Karsunk«(wischt sich mit der Schürze die Augen): Sehen S«. nu wäre es doch besser jewesen, wenn S« schon jestern de.n Jashahn zu« {«dreht hätten. Der Untermieter: Da hätte er seine Kar- tofseln roh essen können. Ich glaube, das mit dem Gashahn, das war doch immer noch ein Trost, «In Ausweg. Und nu wollten sie ihm auch das noch nehmen. Da hat er eben zugegriffen. Der Herr mit der Aktentaschet Böse Zeiten, böse Zeiten... Frau Karsunke: Ro, Sie brauchen doch »ich zu klagen, Herr... Herr.. Der Herr mit der Aktentasche: Doktor Siegel. Frau Karsunk«: Doktor? Sie? Nu halt de Luft an! Ick denke. Sie sind Kontrollör von di« Jasanstalt? Der Herr mlt der Aktentasche(müde): Habe den Dr. pdil und ein Jahr Wurstmaxe ge- spielt. Da konndn Sie sich denken, wie froh ich »bin, daß ich bei den Gaswerken als Kontrolleur unterschlüpfen konnte Frau Karsunke: No. da floob« ick, det Sk flücklich sind! Der Herr mit der Aktentasche(mll einem Blick auf die Wohnung K'emkes): Glücklich? Die Feuerwehrleute haben inzwischen ihre Be- mühungen aufgegeben. Der Tote lächelt— glücklich. Alle Forscher aber bestimmen das llnbesttmmte, nach einem Verhältnis, indem sie es mit einem zugrunde gelegten Bestimmten vergleichen. Ein Bergleichen ist also jede Forschung, bedient sich eines Verhältnisses als ihres Mittels, so oaß, wenn das Gesuchte, mll dem zugrunde Gelegten in ein nahes Verhältnis gesetzt wird, das die Wahrheit erfassende Urteil sich leicht ergibt, während sich Mühe und Schwisrizkoiten einstellen, wenn viel« Zwischenglieder nötig sind. So weiß man, daß in der Mathematik die ersten Sätze leicht auf die ur- iprünglichen und vollständig bekannten Prinzipien zuruckgsiührt werden, die folgenden aber schwerer, weit es nur durch Vermittlung jener möglich tft. Alle Forschung besteht in einem oergleichenden. mehr oder weniger einfachen Bezieheb, weshalb das Unendliche als Unendliches, da es sich jeder Beziehung entzieht, unbekannt ist Da ein Ver- hältnis Uebereinstimung in irgendeinem Punkt« und Anderssein zugleich aussagt, kann es ohne Zahl nicht oerstanden werden. Folglich schließt die Zahl alles, was in ein Verhältnis treten kann. in sich, sie ist. da st« ein Verhältnis ausdrückt, nicht nur in der Quantität, sondern m allem. Deshalb meinte wohl Pytagoras, daß durch die Macht der Zahlen alles geordnet und verstanden werden kann. Aber eine völlige Genauigkeit der Kombinationen in körperlichen Dingen und ein« ton- grueiUe Anpassung de» Bekannten ans llnbe- kannte geht über den menschlichen Verstand, so daß es Sokrates schien, er wisse nicht», außer daß er nichts Wiste: der weise Salomo sagte, alle Dinge seien schwierig und nicht durch Worte erklärbar, und ein anderer, oom götllichen Geist erleuchteter Mann meint, die Wahrheit und die Stätte der Einsicht fei den Augen aller Lebenden oerborgen. Wenn dem so ist— wie auch Aristoteles in seiner „ersten Philosophie" sagt, daß uns sogar di« in der Natur ani klarsten zutage liegenden Dinge Schwie» rigletten machen, gleich der Eule, wenn sie di« Sonne sehen will—. so streben wir, da dies Ver» langen nach Erkenntnis nicht umsonst w uns liegt, zu wisten. daß wir nicht wissen Können wir dies nicht vollkommen erreichen, dann erlangen wir das Wissen des Nichtwissens. Ein Mensch, auch der gelehrtsst«, kann eben nicht vollkommener in seiner Bildung werden, als daß er in dem ihm eigenen Nichtwisten aufs beste unterrichtet befunden werde, und je mehr sich einer a's Nichtwister er» kennt, um so gelehrter wird u[ein. Außenhandel in der Gefahrenzone Exportüberschuß von 2,8 auf 1,07 Milliarden gesunken Wahrend der deuriche Außenhandel in den beiden ersten Ärisenjohre» ls>29/M noch einen starken Pfeiler inmitten der zahlreichen Zusam- menbrüchc auf allen wirtichoftüchen Gebieten bil- deto. Kai die Ärisc un dritten Jahr ihre» Ablaufs außerordentlich schwere Zerstörungen in Deutschlands Außenwirtschaft Hinterlassen. Der Gesamtumsatz des deutschen Außen- Handels, also Einfuhr und Ausfuhr zusammen, ist auf ll),� Milliarden Mark zusammengc- schrumpf:, während der Gesamtumsatz im Kon- sunkturjahr 1929 Z5,1 Milliarde» erreichte. Diese Schrumpfung ist im wesentlichen durch den„Erch rutsch" der Preise, in den beiden letzten Jahren aber auch in wachtendeni Umfang durch die Drosselung der ein- und ausgeführten Waren mengen heroorgerufen worden Zw Vergleich mit dem vorhergehenden Zahr ist die Einfuhr von 6,72 auf■4,66 Milliarden und die Aussuhr von 9.26 aus bch? Milliarden gesunken. Nechnet man die Zachlieferungen auf liieparattonskonto hinzu— 1981 noch 893 Mill. und 1932 rund 62 Mill, Mark—. so stellen sich die enstprechcndcn Export, Ziffern auf 9.6 bzw. 5,74 Milliarden Mark, Es zeigt sich also zum ersten Mol seit der Ztabilisterung der deutschen Währung, daß die deutsche Ausfuhr stärker gesunken ist als die Einfuhr. Allerdings hotte die Einfuhr bereits im Jahre 1927 ihren Höhepunkt überschritten und ist in de» folgenden füns Jahren um rund 67 Pro;, zurückgegangen. während Deutschlands Export erst im Jahr« 1929 seinen Höhepunkt erreichte und bis 1932 u m 53 Proz. seines Wertes schriimpfte. Die Entwicklung in diesen Jahren wird aus der folgenden Tabelle ersichtlich! Elofuhr Ausfuhr ohne Xep.-Lleserq. olles in Millionen Mark 1927..... 13 801 10 375 1928..... 13 649 11 757 1929..... 13446 12 663 1930..... 10 393 11 328 1931..... 6 727 9 206 1932..... 4 666 5 739 Der Exportüberschuß ist damit gegen 1931 von 2872 aus 1973 Millionen Mark gesunken und unter Ausschaltung der Reparations- Lieferungen von 2479 auf 1911 Millionen. In dieser enormen Verknappung des deutschen Export- Überschusses kommt die bevorstehende scharfe An- jponnung der deutschen Devisenbilanz iist lausenden Jahr zum Ausdruck, die-1932 noch durch großer« Rachzahlungen aus Exporten des vorhergehenden Jahres gelockert werden konnte. Bei etwa l,3 Milliarden fälliger Zahlungen an Zinsen und Tilgungen auf die im Ausland aufgenommenen ftredite würde es Deutschland nur unter größten Schwierigkeiten möglich sein, seine dringendsten Auslandsverpslichwngen zu decken, wobei als erschwerender Moment noch hinzu kommt, daß bei einer Belebung der Wirt- dunher und Agrarkredit Pfandbrief gesund— Agrarkredit krank lieber die Fragen des Agrarkredits veranstaltete die S t u d i e n g e s e I l s ch a f t für Geld- und Areditwirtschaft in der Deutschen Gesellschaft einen Diskussionsabend, dessen Ergebnis kurz dahin zu- sammengesaßl werden kann, daß zwar der Agrar- kredit in eine schwere Krise gekommen sei. daß aber die Krise des Pfandbrieses als überwunden angesehen werden könne.• Bon den Diskussionsreden fanden ein besonderes Interesse die von Dr. Kokotklewicz und von Dr. Bloch. Dr. K o k o l k i e w i c z unterstrich vor allem, daß trog der ungünstigen Lage einiger Landschaften die Krise des Pfandbrieses als über- wunden anzusehen sei. da man daraus bedacht sei, die erste Hypothek aus Kosten der anderen zu sichern. Dr. Bloch gab eine umfassend« Analyse dar Krise des Agrartredits. die er vor allem darauf zurückführte, daß zugunsten eines politisch sehr einflußreichen Teiles des oftelbischen Grundbesitzes umfassende Maßnahmen durchgeführt wurden, die zur Untergrabung des Agrarkredits geführt hätten und letzten Endes auch zu einer schweren Krise des noch schuldenfreien Teiles der bäuerlichen Wirtschaft führen müßten. So etwas gibt es auch! Herabsetzung des deutschen Tomate nzolls Auf Grund einer jetzt unterzeichneten Berel»- darung mit Spanien wird der deutsche To- matenzoll Übergangs weise bis zum 14. Februar 1983 von 20 auf 10 W. herabgesetzt. Diese Maßnahm« ist erfolgt, um die zwischen den beiden Regierungen eingeleiteten Verhandliuigen über die Regelung einiger hande-lspoll» tijcherFragenzu fördern. ichafl und Sleigerung der Rohstofspreise zunächst eine zusätzliche Sonderbelastung der deutschen Devisenbilanz durch die Finanzierung der Roh stoffimporie eintrii» Bei dem Rückgang der Einfuhr uni rund zwei Milliarden Mark entfalle» rund 1,1 Milliarde auf Rohstoffe, 476 Mill. Mark auf Lebensmittel und 498 Mill. Mark auf Fertigfabrikate. Das durchschiiitiliche Preisnlveuu bei der Eimichr liegt um 24 Proz. unter dem Stande von 1931, fo daß bei einem Gesamtrückgang des Einfuhrwertes von 39!-- Proz. die Einiiihnnenge um rund 8,5 Pro;. gesunken Ist. Die Importe von Lebensmitteln sind im Monatsdurchschnitt aus 124.4 gegea 247.4 Mll- lionen im Zahre 1930 geschrumpft, woraus klar hervorgehk, daß der Einfluß der ausländischen Lebensmiltelimporte auf die innerdeutsche Preisbildung von Zahr zu Zohr geringer geworden ist. Nur agrarische Demagogie stellt sich blind und irnib gegen die elementaren Tatsachen, daß die Zerrüttung der Maisenkoufkraft, die sich bei der varliegeiudeii Handelsbilanz in dem Berfall des deutsche» Exportes widerspiegelt, die Ursache schlechter landwirtschaftlicher Preise ist. Der Wert der Ausfuhr ist gegen 1931 um rund 40 Proz. und die Ausfuhrmenge um 39 Pro;. gefallen, fo daß sich das durchschnittliche Preis- Niveau des Expones um etwa 14 Proz. verringert hat. Katastraphal verschlechtert hat sich die Situation des Fertigworenexportes. der um Leaintenhanken Neue Reichshiife gefordert Nochdem das Reich bei der Stützung der Groß- Hauken und der gewerblichen Kreditgenosienschasten so großzügig verfahre» ist, ist es verständlich, daß die in Nor geratenen Beamtenbanken die gleiche Behandlung verlangen. Wie nunmehr festgestellt wurde, belaufen sich die Verluste der Beamtenbanken, die dem Deut- schen Beamten-Genossenschoftsoer- band angeschlossen stnd. auf insgesamt 19 Millionen Marl- Davon sind 10 Mil- lionen Mark im Wege der Selbsthilfe— Solidarhaftung aller angeschlossenen Banken, Jnanspruch- nähme der Guthaben oder Hastsummen der Be- amtengenossen— aufgebracht worden. Ein Neichszuschuß von 4,3 Millionen Mark ist bereits bewilligt worden zu einer Zeik. als der Ge- famtvcrlust noch wesentlich niedriger erschien. Jetzt wird ein neuer Reichszuschuß von 4,4 Mil- lionen Mark gefordert, da dieser Betrag im Wege der Selbsthilfe nicht mehr auszubringen sei. Eine Verweigerung dieses Zuschusses würde eine ganze Anzahl von Beamtenbanken in unmittelbare Z u- sammenbruchsgelahr bringen. Ueber diesen Betrag hinaus wird eine besondere Hilfe fReichsbürgschaft?) für die Bank für deutsche Beamte tn Berlin und für die Beomtenbank Bremen für notwendig erachtet. Das Reich wird hier feine Hilfe nicht verweigern können, nachdem es soeben die Hausbesitzer mit Geschenken bedacht hat. Krach um Rheinbraune Dr. Vogler zieht sich zurück Dr. Silverbergs Wünsche, vom RWE. für seine Rheinische Braunkohle A.-G(oergleiche unseren letzten Sonnlagsartikel dazu) die Zu- ficherung der künstigen Selbständigkeit und eine garantierte Dloideiche in Höhe des l>4sachen der RWE.-Dividende zu erhallen, werden vom RWE. nicht akzeptiert. Dieses bietet nur 12 Proz. und die Usbernahme der freien Aktien zu 200. Proz., während Flick und Thyssen sür ihre Pakete 230 bzw. 300 Proz. erhalten sollen. Dr. Vogler, der„Präsidialpräsident" des RWE., hat sein Aussichlsratsinandat in der Rhein- draune(nach anderen Meldungen auch In Flicks Charlottenhütte) niedergelegt, um mit seinen Pflichten im RWE. nicht in Kollision zu kommen. Noch Berstöndigung sieht auch das nicht aus. 70 Rrozent Dividende! Im Londoner Wcolworth-Haus Der Einheitspreis tru st Woolworth. dessen Stammgesellschast ihren Sitz in New Tort hat und der auch in Deutschland die Zahl seiner Geschäfte immer noch vermehrt ha: sich in den letzten Jahren als ein außergewöhnlich krisen- festes Unternehmen erwiesen Am rentabelsten ist iweitellos d!e britische Zwelggesellscholt. Wie berichtet wird, hat die dort arbeitende F. W. Woolworth u Co Ltd.- London im Jahre 1932 einen Reingewinn von 4,48 Mil- lionen Pfund Sterling erzielt gegenüber 4,21 Mil- lionen im Jahre 1931 und 3,68 Millionen im Jahre 1930. Einschließlich des Vortrags erhöht sich der Reingewinn für 1932 aus 6,76 Millionen 39 Proz. und mengenmäßig um 31 Proz. gesunken ist. Dieser wichtigste Ausfuhrposten, auf dem die Existenzgrundlage der technisch hochqualifizier- len Arbeitermassen und Techniker in veulsch- land beruht, ist 1932 im INonolsdurchschnitt aus 374,1 gegen 615 bzw. 753,1 Millionen Mark in den beiden vorhergehenden Jahren gefallen. Die Ursachen für die schweren Rückschläge im deutschen Export stich verschiedener Art. Die Verschärfung der Weltkrise, die von Währungs- Zusammenbrüchen,- Deviseneinsperrunaen»ich Tchutzzollorgien begleitet mar. hat sich ganz allgemein in einer verheerenden Einengung des Welthandels ausgewirkt. Auf Deutichland mußte bei seiner engen Verflechtung mit der Weltwirtschaft diese Entwicklung mit verdoppelter Wucht zurückschlagen. Sa ist allein die Ein- fuhr n a ch E n g l o n d, die 1931 noch 1,13 Mit- iiarden Goldmark umfaßte, durch die Pfund- entwertung und die Schwenkung zum Hochschutz- zoll um rund 60 Proz. gesunken. Aber entscheidend mitgewirkt ha! an der Zerstörung des Exportes die eigene selbstmörderische Handclspolikik, die von den derzeitigen deutschen Regierungen unter dem Druck der Junker und Landbundgrasen getrieben wird. Diese Politik hat in der Sprengung der Handelsverlroosver- Handlungen mit Schweden vor wenigen Tagen ihren krassesten Ausdruck gefunden. Pfund und erlaubt nicht nur Rückstellungen im Betrage von 3L6 Millionen Pfund, sondern außer- dem wie im Vorjahr« die Ausschüttung einer Dividend« van nicht weniger als 70 Prozent.- Löwen-Böhmisch zahlt 3%, Dividende Die Löwenbrauerei. Böhmisches B r a u h a u s A.- G., Berlin, verteilt für das Geschäftsjahr 1931/1932 auf ihr 6,25 Mill.-Mark- Kapital eine Divdende von 3(im Vorjahr 6) Proz.. Der Reingewinn ist von 0,44 auf 0,24 Mill. Mark zurückgegangen. Die Abschreibungen sind mit 1,5 Mill. M. gegenüber dem Vorjahre kaum verändert. Davon Die durch den Druck des Landbundes auf den Reichspräsidenten erzwungene Notoerordnung über die Erweiterung des Boll- ftreckungsschutzes wurde jetzt erlösten. Ihre wichtigsten Bestimmungen find folgende: Für die n i ch t l a n d w i r t- s ch a f t l i ch e n Schuldner wird der Vollftreckungs- schütz, den die Dezembernotverordnung 1931 ge- bracht hatte und der an sich jetzt hätte ablaufen sollen, um weitere sechs Monate verlängert. Er fall nur dann ausgeschlossen sein, wenn der Schuldner bereits em Jahr oder länger mit seinen regelmäßigen Leistungen im Rückstand ist. Für die landwirtschaftlichen Schuldner wird der Dollstreckungsschutz, der an sich im Frühjahr 1983 ablaufen sollte, bis.zum 31 Dezember verlängert. Er soll nur dann ausgeschlosten sein, wenn der Schuldner eineinhalb Jahre(bisher 1 Jahr) oder länger im Rückstand ist. Darüber hinaus wird der Vollftreckungsschug für die landwirtfchaft- lichen Betriebe auch aus das bewegliche Ver- mögen ausgedehnt, soweit es zur ord- nungsmäßigen Fortführung des Betriebes bis zur Ernte erforderlich ist: darin sind ober a N ch die Erzeugnisse des Grundstücks enchalten. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wenn die neue Verordnung nur die Verlängerung des bereits bestehenden Vollstreckungsschutzes brächte, ober schon die ewige Verlange- r u n g— es ist bereits die dritte— eines Moratoriums, das sonst nur für ganz kurze Katastrophensituorionen als berechtigt angesehen wurde, bedeutet eine schwere Erschütterung der Rech'ssicherheit im Kreditwesen. In Wirklichkeit wird aber der Bollstreckungsschutz für die Landwirtschast nicht nur verlängert, son- der» auch ausgedehnt, und twar erstens dadurch, daß er nur ausgeschlossen ist, wenn die Rückstände mehr als l!4 Jahre oeuagen, und zweitens durch die Einbeziehung selbst der Erzeug- nisse des Grundstücks in den Vollst.cckungsschutz. Das bedeutet, daß auch das sogenannte F r üch t e p fa n d r echt praktisch oufge- hoben ist. Für die Lslhilsebetriebe wurden zwar keine Sonderbestimmungen crlolscn, es sragi sich ober. ob das überhaupt noch notwendig war, nachdem man praktisch für alle landwirlschasUichca ve- «ntkielen 0,63 Millione Mark auf die Außenstönd«. ine sich aus 4>7 Millionen Mark ermäßigten. Darunter wurden zum erstenmal 0,1 Millionen Mark Forderungen an Borstandsmit- gliedern ausgewiesen, die wohl Forderungen gegen den verstorbeneu Generaldirektor Joeger darstellen: dies« Posten sind zum größten Teile gedeckt. Lchnapsmonopo! krankt Liebesgaben für die Spritbarone Die im August von Pape» dekretierte Erhöhung des Beimischungs Zwanges von Kartossel- sprit zu Motortreibswff wurde damit begründet. daß im Interesse der Reichsiinanzen die Monopol- Verwaltung für Branntwein beschleunigt von ihren Beständen entlasiel werden mußte. Daß dieser Zweck nur Borwand war und daß es sich nur um eine zusätzliche Subvention für die groß- agrarischen Kartofselbrenner handelt«, ging aus der bereits einen Monat später erfolgten Er- höhung des Brennrechts von 70 auf 85 Proz. des Grundkontingents hervor. Jnfolgedeste» sind, wie aus den Ausweisen der Branntweinmonapolverwaltung für das erst« Quartal des Wirtschaftsjahres 193283 hervorgeht, die Vorräte nur unzureichend gesenkt morden. Durch die Erhöhung des Brennrechts sind vom Oktober bis Dezember 1932 803 000 Hektoliter hergestellt worden, während ,m gleichen Zeilraum des Barjahres die Produktion nur 672 000 Hektoliter betrug, so daß letzt immer nach 1830 000 Hektoliter Sprit bei der Monopol- Verwaltung lagern! Ohne die Erhöhung des Brennrechts wären die Vorräte mindestens auf 1,7 Millionen Hektoliter gesunken. Wäre man aber unseren Vorschlägen gefolgt, dos Brennrecht für ein Jahr zu fuspen- dieren und die Kartoffsln an die Ar- heitslofen zu verteilen, was dem Reich nicht einen Pfennig getostet, außerdem den Schnapsbaronen eine ihren Einnahmen aus dem Brennrecht emfprechende Entschädigung ein- gebracht hätte, so könnte jetzt die Branntwein- monopolverwalnmg bereits fast völlig Ihre außerordentlich hohe Kosten verursachenden Bestände abgestoßen haben. Dazu hätten die Arbeitslosen Kartoffeln gehabt und die Krostoerkchrswirtschalt wäre nicht mit dem Beimischungszwang belastet morden. Die Unterordnung der Interessen der gesamten Wirtschaft unter die Interessen der Großagrarier wird aber auch in Zukunft jede Sanierung der Branntweinmonopolverwalwng unmöglich machen, genau so wie eine von den Junkern diktierte Agrarpolitik jede Gesundung der Landwirtschaft verhindert. triebe die Awangsverstetgeruogen nahezu unmöglich gemacht hat. Es ist also noch äußerst fraglich, ob es wirk- l i ch zur Entlassung der sanierungs- unfähigen Osthilsebetriebe aus dem Sicherungsversahren kommen wird und od wirk- lich die Gerichte in allen Fällen die Zwangsver- fteigerung anordnen werden Denn aber der von den Junkern beherrschte Staat auch weiterhin süne schützende Hand über die bankerotleslen laudwirlschasTchen Großbelricbe hält, wie soll dann jemals die Bahn zur Gesundung der Landwirlschasl frei gemacht werden, wann können dann semals die TNilliordcnopser der arbellcnden Bevölkerung sür die Großagrarier aushören und wie kann dann die Regierung Schleicher ihr Versprechen einlösen, daß sie SCO COO Morgen Land b:s!edekn will. Die Regierung mußte selbst soeben zugeben, daß alles In allem micten- bllckl ch bloß 20 COO Morgen Land für die Siedlung verfügbar sind. Aber die ganze Angelegenheit hat nicht bloß eine landwiitschaftliche. sondern auch eine sehr ernst« gesamtwirtschaftliche Seite. Solange die kapitalistische Wirtschost noch besteht, kann sie ohne feste Rechtssicherheit insbesondere im Kreditwesen nicht funktionisrsu. verweigert man dem Gläubiger s ünsn Anspruch aus Rückzahlung, so wird er aufhören, Kredit zu geben. der Zahlung»- und Warenverkehr gerät ins Stocken, die S t ö r u n g e n des Wirtschaftslebens. deren Summierung die gegenwärtige Wirtschafts- krise ist, werden immer wieder aufs Neue ver- größer! Es ist ja auch nicht wahr, wenn man es von interessierter Seite immer so darstellt, als hätte d i e Landwirtschast ein Lebensinteresse an dieser Verwirrung der Rechtszustände. Einzelne fault Landwirte sind noch lange nicht d i e Land- Wirtschaft. Die Landwirtschaft als G a n- e» ist irr Gegenteil aufs stärkste daran interessiert daß sie wieder m die Kreditwirtschaft eingereiht wird, was so lange ausgeschlosien ist, ol» sie unter einem Kred tsonderrecht stedt. So muß die ganze Volkswirischok! durch ewiges Weiterschleppe» bei künstlichen Wuischostsstörun- gen sür die Mißmirischast einiger hundert banke- rotter Junker leiden, denen der Junkerstaal ihre» Besitz wider alle Wirtfchaftt.oernuntr erhalten—ill. Aus dies gehört.zum Kapitel„Arbeits« beschafsung Mark« Schleicher". Geschundene Gläubiger Das neue Ausnahmerecht für Junker und Landwirtschaft Hunger an der Havel �xistenskampk der Siedler von Eiisabethhöhe In der Obstbausiedlung Eiisabethhöhe, halbwegs zwischen Glindow und B l i e s e n d o r f gelegen, herrscht das nackte Elend. Augenblicklich erhalten die Siedler von der Gemeinde Glindow,» die selber nichts hat. wöchentlich 6 Mark Unterstützung. Eigentlich kann man Unterstützung dazu gar nicht sagen, es ist mehr ein D a r l e h n, für das die Siedler chre 3Zer Ernte veroianden mußten. Denn die 68 Siedler sind im Grunde genommen freie Unternehmer, Rentengutsbesitzer, die nur immer, wenn sie zu einer Wohlfahrtsbehörde kommen, an die Barmherzigkeit appellieren können. Aber nun beginnt in Elisabethhöhe die Schraube ohne Ende: von 6 Mark Unterstützung je Woche kann niemand Kohlen kaufen für die Ge° wachshäuser, sie bleiben ungeheizt und demgemäß werden die Elisabethhöher in diesem Jahr Anfang Mai kaum mit Goldlack in die Berliner Blumen- Halle fahren können. Oder: von diesen 6 Mark kann niemand Dung kaufen und schon 1932 waren die Tomaten von Clisabethhöhe verschiedentlich be- denklich klein geraten, weil es an Dung gefehlt hatte. Dennoch kann man sich getrost zu der Obstbau- siedlung Elisabechhöhe bekennen. Sie mußte durch- aus nicht von vornherein ein Fehlschlag sein und wie die Siedler selber sagen, sind sie ja bis 1929, auch noch bis teilweise 1939 verhältnismäßig gut voran gekommen, zumal es sich doch um eine ganz junge Siedlung handelt, bei der bislang weder die Aepfel- noch die Kirschbäume irgendeinen Ertrag gebracht haben. Die ganze Existenzgrundlage mußten bisher die Erdbeeren, die To- m a t e n und einige Blumensorten abgeben. 19�19 wird es schon anders aussehen Dabei braucht man gar nicht zu verschweigen, daß die Zinslast, die in Elisabethhöhe je Morgen ruht, viel zu hoch ist; sie betrirg bisher rund 79 Mark. Denn Elisa- Knacker im vostamt 27000 �VsrfcssieKen erbeutet Ein verwegener Einbruch ist— wie aus Hamburg gemeldet wird— dort von einer zunächst noch unbekanmen Diebsskolonn« auf dem Post- amt 26 verübt worden. Die Täter haben in der Rächt ein eiserne es Geldspind auf- geschweißt und daraus für 12999 Mark In- v a l t d e n- und für IS999 Mark Brief- marken gestohlen. Letztere lauten über 3. bis 89 Pfennig. Bon den Dieben konnte bisher noch keine Spur entdeckt werden. Sie werden sicher-- lich versuchen, ihre Beute in Berlin abzusetzen. Reisen nach Frankreich �ieue Erleichterungen Zwischen der deutschen und der französischen Regierung sind Vereinbarungen über die Er- leichterung des Reiseverkehrs ge- troffen worden, die am IS. Januar in Kraft ge- treten sind. Danach dürfen von natürlichen Per- sonen, die ihren ausschließlichen Wohnsitz in Deutschland haben, für Reisen nach Frankreich ohne Genehmigung der Deoisenbewirtschaslungs- stelle und ohne daß es eines ärztlichen Attestes bedarf, Reisekreditbriese und ch o t e l- g u t s ch e I n c des Mitteleuropäischen Reisebüros — dagegen nicht Banknoten— im Betrage von S99 M. je Person und Äalendermonat über die Freigrenze von 299 M. hinaus erworben werden. Ebenso ist dem amtlichen französischen Verkehre- büro G- m. b. H., Berlin, die Erlaubnis erteilt worden, an Frankreichreisende Reiseschecks und chotelgutscheine der Credit National chotelier im Betrage von 599 M. unter den gleichen Bedin- gungen auszugeben. Ferner dürfen Erziehungsberechtigte, die Zöglinge in französischen Unterrichts- und Erziehungsanstalten untergebracht haben, über die Freigrenze von 299 M. hinaus Beträge bis zu 399 M. je Kalendermonat mit Genehmigung der zuständigen Deoisenbewirtfchaswngsstelle zum Verbrauch der Zöglinge in den Erziehung?- dethhöhe entstand in einer Zeit— 1927 bis 1929 —, als man noch etwas aus dem Vollen wirtschaftete, und so kostete damals«>ne rmid 11 Morgen große Siedlerstell« mit fjaus und chof knapp 17 999 Mark. Davon waren 3999 Mark bar anzuzahlen, 4999 Mark waren chauszinssteuerkrcdit und die restlichen 19 999 Mark Staarskredit. Aber hieraus haben ja die verantwortlichen Siedlungsinstanzen längst selber die Konsequenzen gezogen: einmal wird heute für eine Dollbauernstell« im chöchlt- sallc noch 8999 Mark Kredit gegeben und zum anderen sind inzwischen die Zinssätze für Sied- lungskredite von S aut 3 Prozent ermäßigt wor- den Es kommt hinzu, daß d'e betreffenden Re- gierungssiellen bei der Anmahnung rückständiger Zinsen bisher eine bemerkenswerte Kulanz be- wiesen hoben. Lchvieriger Handel Was in Wirklichkeit die Lage in Elisabechhöhe so katastrophal gestaltet hat, ist der P r e i s v e r- fall für Gartenbauprodukte. Wir wollen hierüber an chand seines Äassabuches einen Siedler sprechen lassen, der hauptberuflich Gärtner ist, also keinen von den umgesiedelten Bergleuten, damit niemand kommen kann und sagen, nun ja, Steinkohle und Erdbeeren wären auch zweierlei. „Sehen Sie mal"— sagt dieser Gärtner—„im Jahre 1929 bekam ich für ein Bund Goldlack noch 23 Pfennig, im Jahre 1932 aber nur noch 4 Pfennig. Dabei habe ich noch gut verkauft, an manchen Tagen zahlten die Händler sogar nur 2 Pfennig für das Bund. Bei solchen Preisen hört natürlich jede Rentabilität aus. Oder: für Tulpen bekam ich 1931 immerhin noch 69 Pfennig für das Dutzend, 1932 jedoch bot man mir sage und schreibe S Pfennig für das Dutzend und für meine Nelken habe ich 2 Pfennig für«in Bund bekommen. anstalten überweisen. Die Beträge dar Reise- kreditbriese, Hotelgukscheine und Reiseschecks des Erädit National Hotelier sind im Reisepaß d«s Erwerbers zu vermerken Als Gegenleistung hat die französische Regie- rung Zugeständnisse im Handelsvsrkehr gemocht. Arbeiter-Wodlfadrt hilft Heue« Enverbslosenheini Die Arbeiterwohlfahrt des Kreises Milte hat es verstanden, trog der schweren Zeit ein zweites Erwerbslosenheim zu er- öffnen. Kürzlich wurde in der Ä o p« n i ck e r Straße 9 2 mit Hilfe des Jugend- und Wohl- fahrtsamtcs das neue Heim eingewecht. Ein- leitende Worte sprach im Austrage des Kreisvor- frandes Genosse Bernau. Kaffee und Kuchen, Musik und einige Vorträge umrahmten das ge- sellige Beisammensein. Die Arbeiterwohlfahrt hat in ihrem Bestreben, den arbeitslosen Partei- genossen in dieser schweren Zeit zu helfen, einen neuen Erfolg errungen. Das Heim ist Dienstags und Freitag» von 3 bis 7 Uhr geöffnet. Eine Achtzigjährige. Eine alte„Vorwärts"- Verkäuferin. Genossin I a k o b t. Johannisthal, Kolonie Neu-Seeland. begebt heut« ihren 89- Ge- burtstag. Von 1994 bit 1929 stand sie als Ver- käuferin des„Vorwärts" am Bahnhof Schön- haussr Allee._ Arbetterfänger tagen Der 13. Bezirk im Gau Berlin des Deutschen Arbeiter-Sängerbundce hielt im Bei- sein des Gauvorsitzenden Schneider seine Be- zirksversammlung in Kalkbergc ab. Der umfangreiche Jahresbericht zeigte, daß der Bezirk und die Aereine auf fester Basis stehe». Durch Ausscheiden des gemischten Chors Fried- richshagen war ein Rückgang der Mitglieder fest- zustellen. Die bevorstehende Ausnahme der Per- eine Herzfelde und Hangelsberg dürfte die Scharte wieder auswetzen. Zur Zeit verfügt der Verein Jetzt die Erdbeeren. Hierfür erzielte ich 1929 noch einen Durchschnittspreis von q8 Piennig je Pfund, 1932 aber nur noch einen solchen von 18 Pfennig. Und für meine Tomaten 1929 noch durchschnittlich 11,4 Pfennig je Pfund, 1932 nur »och 2b Pfennig je Pfund. Mindestens 4 Pfennig find aber meine Gestehungskosten, so daß ich bares Geld bei den Tomaten zugebe. Wer nun greift eins ins andere. 1932 konnte ich bereits 2999 To- matenpflanzen nicht mehr düngen, die Folge waren kleine Früchte, die mir niemand abnahm, und das waren immerhin 59 Zentner. Denn Dung ist teuer, im Frühjahr wird der Zentner wohl wieder 45 Pfemiig kosten. Aber wir habe» doch kein Geld. Fleisch kennen wir überhauvt nicht mehr, seitdem ich meine 79 Hühner bis auf 19 ob- geschlachtet habe, die ich von den 6 Mark pro Woche auch noch ernähren muh." So kann man eine Frage nach der anderen an- schneiden. Hier sei nur noch eine herausgegriffen: die Genossenschaft.„Ja"— sagen die Siedler—„natürlich hatten wir eine Genossenschaft. Wir hatten auch einen Stand in der Zentralhalle von Berlin, aber was heißt das? Hier stauten sich nämlich dann an einem Tag bis zu 3899 To- matenkärbe und dann kamen die Händler und fragten: ,Na, wat kostet denn euer janza Klum- patsch?' Im frechandigen Verkauf stehen wir uns viel besser." Ein Urteil aus der Praxis. 4k Die Siedler haben sich fegt zu einem Verband Märkischer Rentengutsbesitzer zusammengeschlossen. Man kann den Behörden gegenüber allerdings die Forderungen der verarmten Siedler nur nachhaltigst unterstützen. Darüber hinqus ist Elisabeth- istche aber ein Schulbeispiel dafür, welche unge- heure Verantwortung der Siedlungsträger über- nimmt, wenn er Siedler irgendwo ansetzt. über 6 Maimar. Z Gemischte-, 5 Manner. und Gemischte und 2 Jugendchyre mst einem Ge- samtmitgllederbestand von üher S99 Mitgliedern. Die Kalsenverhällnifss sind überraschend günstig. D«r gesamte Bezirtsvorstond unter Leitung des Genossen G. Schmidt- Fürstenipalde wurde einstimmig wiedergewählt, desgleichen der Be- zirkschormeister Lehrer K o ch> Fürstenwalde.— Das Bezirkssängersest findet in Verbindung mit dem 49jährig«n Jubiläum und Banner- weihe des Gesamtvereins„Einigkeit" Fürften- waldc am 19. und 20. August in Fürsten- Walde statt. Zum Schluß der Bezirkstagung referierte Chormeister Hille« Fürstenwaide über die Zukunstsarbeit der Arbeitersänger. Der Grund. gedanke der Zukunstsarbeit liege in den Jugend- gesangs- und Bewegungschören, die in psychologi- scher, musikalischer, methodischer und orgonisa- torischer Beziehung beleuchtet wurden. �irhu» Busch Aus dem reichhaltigen Programm der zweiten' Hälite des Januar treten einige artistische Spitzen- loistungen besonders hervor. Da sind zunächst die 4 Niagaras, die unter der Zirkuskuppel, ohne Schutznetz, auf dem Drahtfeil so halsbrecherische Kunststücke vollführen, daß alles das Atmen per- gißt. Alle Achtung vor ihrem kaum zu über- bietenden Mut: aber ihre Darbietungen wären auch mit Schutznetz noch genau so wertvoll. Nichl weniger gefahrvolle Sachen machen die 3 AI» b c r 1 1) s. Der Untermann, diesmal eine Frau, die ihren Mann auf einer Perche in 39 Meter Höhe balancierr. Und damit nicht genug, kommt auch noch die Tochter, schwingt sich an der«lange empor, und die Mutter trägt die Familie und läßt sie über sich herumturnen. Dann schwingl noch eine Frau das Szepter, und dos ist Herta Romanos mit Ihren 12 Gladiatoren, ein selten schöner Anblick, die 13 sportgestählten Körper unter dem Kommando und der Mitarbeit der Frau, die an Stärke den Männern nicht nachsteht, tzirnen zu sehen. Auf einem schlaffen Drahtseil produziert sich Herr Pommeros, Salio auf Salto schlagend, scheinbar mühelos und ohne Nerve». Auch der zirsensischc Teil des Programms ist, wie immer, ganz vorzüglich. Direktor A l t h o f f zeigt neue Freiheitsdresiuren. unter anderem ein Pierdekarusiell mit den schönsten chrer Gattung. Lustige Bärendreiiuren werden von Herrn Hans JUthoff vorgeführt. Em Jockeiakt voller Höchst. leistungen wird von der Mark Compagnie aus- geführt, bei dem ein Zehnjähriger Ungewöhnliches leistet. Dann sieht man noch die 3 C a r o l i s. ohne Zweiiel die„besten Reiter der Welt", wobei der eine einen Salto von einem galoppierenden Pierd zum aichern schlägt. Auch Elefanten fehlen nicht, und um das ganz« Programm recht bimt zu gestalten, lonzt zwischen den einzelnen Nummern eine Truppe hübsch gekleideter Mädchen. Der Felsstur» Hie Katastrophe von Rochecorbon Paris. 18. Januar. Tcr Felssturz, der sich am Mpntng- mittag an der sogenannten„Laterne üon Rochecorbon" ereignete, worüber der „Vorwärts" bereits berichtet hat. ist sehr viel schwererer Natur gewesen, als die ersten Vcrichtc verlauten liehen. Nicht weniger als 18 9 99 Tonnen Fels- m a> s e sind von der Höhe herabgestürzt und haben vier Häuser unter ihren Trüm- »lern begraben. Auster den bereits ge- meldeten drei Toten stirb zehn Personen zum Teil schwer verlebt worden. Ta«na» neue Felsstürze befürchtet, muhten zwei weitere Wohnhäuser geräumt werden. Die Bewohner der vernichteten Häuser waren schon vor mehreren Tagen durch das dauernde Abbröckeln von Felsstücken gewarnt worden. Einige Häuser hatten schon Beschädigungen-tu der Hinterfront erlitten. Trotzdem wollten sich die Be- wahner nicht dazu entschließ! n die Häuser zu räumen. Am Montagmittag stürzten mit donner- ähnlichem Getöse die Fclsmassen herab und ver- wandelten«inen Teil des Villenviertels in eine wüste Trümmerstätte. In einem der Häuser wurde «ine ö9jährige Köchin am Kochherd überrascht und verbrannte bei lebendigem Leibe. Aus den Trümmern eines zweiten Hawses hätten die Feuerwehrleute lange Zeit das Siöhaen de» 70jShrlgea Besitzers, der verzweifelt nach seinem Sohne rief, der als Feuerwchrleutngnt an den Bergungsarbeiten teilnahm. Nach langen Bemühungen gelang es diesem, bis zu seinem Bater vorzudnngen. Als er nach mühsamer Arbeit freigelegt war, war es bereit» zu spät. Der sin- glückliche starb aus dem Wege nach dem Krankenhaus. Ein anderes Opfer, eine 6 9 f ä h r i z e SsrisiusLiesciwß für»oziqlistische Bildungsarbslt, Barlin SW öS. Lindanstr. Z, 2. Hof 2Trappen. Telefon: Dönhoff 5088 88. kaufeceuz dec 2.0 dediuec keeisaiUsdaiss� füc steiaiisiUtUc ftilduMtysacfaii Dienstag, den 24. Januar, abends 7 Uhr, im großen Saal des Deutschen Metall- a rbeiterverbandes. Alte Jalcobstr. 148 155. Tagesordnung;„Die organisatorischen Grundlagen und die praktischen Aufgaben der Bildungsarbeit". Referent: Genosse Stadtrat Kerl Schneider. Aussprache. Diese Konferenz ist die Fortsetzung der am 4. Dezember 1932 stattgefunde- nen Tagung. Sämtliche Mitglieder der Kreisbildungsausschüsse sind zur Teilnahme verpflichtet. Ferner sind alle damals Beteiligten sowie sonst an sozialistischer Bildungsarbelt interessierte Genossen und Genossinnen eingeladen. Parteimitgliedsbuch legitimiert. Frau, die mit ihrem Haufe iorigerisien war. antwortete über eine Stunde auf die Anrufe der Feuerwehr. Aber auch für sie kam die Rettung zu spät. Eine der verlegien Frauen ist im Krank«»- haus wahnsinnig geworden. Glück im Un- glück hatte lediglich ein Kindermädchen, das mit einem Säugling im Arm durch die klaffende Oeff- nung der Hinterfront eines Hauses geschleudert wurde und mehrere Meter weit ans einem Abhang wohlbehalten landete. Weder sie noch das Kind hatten irgendwelchen Schaden genommen. Die Aufräumungsarbeiten sind noch nicht be- endet, aber man rechnet nicht damit, daß sich noch weitere Opfer unter den Trümmer» befinden. Direkten /tasschanßc vom Faß von einem lOtef Liter ah zu OriRlnalprefoen und Kostproben gratis In allen mit* versehenen Geschäften-� Achtunit: 1 Liter enthält ca. Vit mehr als eine Vi Flasche BERLIN: •N, BrunnenstraSe 42 ♦N, Müllarstraße 144 •N, Chausseeatraße 76 O, Koppenstraßs 87 •N. Prenzlauer Allee 50 •N, Schlvelbelner Str. 6 •O, Petersburger Str. 42 •SO, Grünauer Str. 15 •SO.KöpenlckerStr.l 34/5 •SW, Bergmannstr. 11 •W,Martln-Luther-Str.86 •NW, Gotzkowskyttr. 31 ♦NW Wiltnacker Str. 25 •Steglitz: Sehloßstr. 121 •Charlotten bürg:Wilmer$dorferStr.1 57 Lankwitz: Charlottenstraße 34 •Neukölln: Berliner Str. 12, Hermann- Straße 27 und Bergstr. 66 •Schbneberg: Kolonnenstraße 7 •Oberschönew.: Wllhelmlnenhofstr. 40 ♦Spandau: Potsdamer Straße 23 •Weißensee: Berliner Allee 247 •Tempelhof: Berliner Straße 152 •Pankow: Wollankstraße 98 •Lichtenberg; Wismarplatz 1 Reinickendorf; Markstraße 45 Schmargendorf: Berkaer Straße 5 Potsdam: Charlottenstraße 69 •Oranienburg: Berliner Straße 1 Fruchtsäfte, Se Erstklassiger süßer Apfelwein, Dessert, 12/14% Liter— 70 Dessert-Johanmsbeerwein das Feinste 12/14% Dessert-Klrschweln„Edelklisse"..12/14% EchtspanIseherTarragona„unvenchn!tten"16% Echt span. Malaga, ,. unverschnltten" 16% Echt iul. Dessertwein, gold... 18% Echter Original Insel Samos..... 18% Echter Douro-Pprtwein, eigener Import 20% Echt spanischer Rotwein, tiefdunkel.... Echter weißer süßer Bordeaux. Original.. Echter roter Bordeaux, Original...... Prima deutsche Weißweine la........ Trotz troBor Prolwtolferunf—»olanto Verrat raleh« la Klasaa 1925— 1930 weiße Tischweine.......... nur. ter, Limonaden in feinsten Qualitäten sehr billig! -.80 Glühwein, erste Qualität, feinstes Tafelgetränk Liter 1.85%PI. 1.45 . 32 c • VJ ,o .38% -38% .40% 38% Bester Nordhäuser Branntwein Feinster Tafel-Aquavit, fuselfrei.. Feinster Weinbrand-Verschnitt ♦•• Echter deutscherWeinbrand„Masue- Echter prima Getreidekorn... Feiner Jamaica-Rum-Verschmtt.. Echter Jamaicä-Rum-Verschnitt(Teerum)45% Prima Edelliköre und Punsche...30% Erste Sorte Edelliköre, das Feinste.. 33% iiiniimiiiiiiMiiiiiiiiiiitiifiMiMifisiiiiiiiiiiiMiinitniiMiiiiiM n iiiiiiiii iiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiuii Besonders zu empfehlen für Kranke: Prima deutscher Wermut..,. 16% Liter—.85% PI.—.70- Erstkl. ital. Vermouth....16%„ 1.15..-.95| Tasano, mach mich frChlleh...... 1,80 1.45- Erstklassiger Pepsinwein.........%-Llter-FI. 1.25- 2.25 2.50 2.85 5.80 3.20 3.70 445 4.20 1.85 2.- 2.25 2.95 2.50 2.90 3.35 2.45 3.25 Sämtliche Preise ohne Glas! C#J[ Auf Wunsch Lieferung frei Haus! C Wl f InienDungen>S» ütclt jtabrit ftnb Q e c 1 1 o GW«S Lindenstraße i Groß-Berlin stet» an das Bezirtslitrerarta: t. Kot. 2 Trevvea rechts. richte» Beginn aller Bcranstattungen Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe: Z« L»euto.�reisvecireteeversammlung bei Cwest. Große ArcurkkuvLer SlFoße 30. Aufgaben tes N e ict» spart eUa c�e s. Referent: Dr. Äud. Breit- scheid, W. d. R Stellungnahme zum Bezrrksparteitag. Mandat und Mit- gliedsbucls sind mitzubringen. 7. Kreis. Bildungsausschußsitzung Donnerstag, 2b. Januar, im Jugendheim Rosinenstr 4. 11. Kreis. Freitag, 20. Januar, 20 Uhr, Kreisvcctretertag im Gesesischaitshaus des Westens, Hauptftr. 3i�. Stellungnahme zum Parteitag. Referent: Dr. Kurt Löwenstein. M. d. N. 19 Uhr pünktlich Kreisvorstandssitzung im gleichen Lokal. 13. Kreis. Der Vorbereitungsunterricht für die Jugendweihe findet nickt an dem �vorgesehenen Tage, sondern an jedem Freitag von 16 bis 18 Uhr in der Schule Mariendorf, Königstraße, statt. Isi. Kreis. Freitag. 20. Januar, wichtige Kreisvorstandssitzung an bekannter Stelle- 17. Kreis. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer Montag, 23. Januar. 20 Uhr, bei Tempel, Gudrunstroße. Referat: Die Kinderfrcundebewegung. 8. Äbt. Die Bezirksssthrer holen die Einladungen für die Mitgliederversamm luug bei Rickert ab. 32. Abt. Die Kreisvertrrter treffcm sich heute, 18' z Uhr. bei Jordan, Koppen Ecke Rüdersdorfer Straße. 72. Abt. Heute nicht Kreismitgliederoersannnlung. 81. Abt. Heute Mitgliederversammlung im Lokal Bergschloßhöhe, Karlögarten- ftraße 6—11. Referent: Erich Kuttner. M. d. L. Politische Lage. 132. Abt. Sonntag, 22. Januar, Bunter Rachmittag für die in Blankenburg weilenden schlesischen Kinder bei Klug, Dorfstraße um 18 Uhr. Ansprache des Genossen Paul Lüde, M. d. R. Vezirksausschuf; für Sozialistische Bildungsarbeit. Arbeiterbildungslchule. Donnerstag, 19. Januar, 19U Uhr, beginnt der zentrale Kursus der Ge- nossin Paula Kulxgaß über:..Die Entwicklung der internationalen Arbeiter. bewegung" in der Arbeiterbildungsschule, Lindenstr. 3, ll. Hof, 2 Treppen. Dauer 10 Abende. Hörgeld 2 HO M. Erwerbslose frei. Freitag, 20. Januar, 19� Uhr, Beginn des Seminars Dr. Karl Sckiröder: ..Die Strömungen der Gegenwart im Lichte der Literatur". Mit diesem Thema ist eine Darlegung des bist arischen Materialismus verbunden. Der Unterricht findet im Hause Lindenstr. 3, ll. Hof, 2 Treppen, Kimmer 11, statt. Der Kursus umfaßt 10 Abende. Das Hörgeld beträgt 2.50 M. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. trjrrrBr -l-W Achtung, sazialiftischc Zürsorg-r und Zürlvrgcriuucn! Zu den Ber- anstultungen des Seminars siir Wohltahrtspfleae wird nicht mehr ver- sönNch cinacladen. Hekanntgabe aller Veranstaltungen erfolgt durch die Gewerkschaftspressc und den„Vorwärts". Seminar fit» Wohliahrtefslege! Der Vortragsabend im Rahmen des Seminars„Die Familie" am Donnerstag, dem 26. Januar, wird oer. -? schoben. Das Seminar selbst— Referent: Dr. Suse Äirschberg— bc. W ginnt am 2. Februar in der Woblsahrtssärnle des bauplausschusses für Arbeiterwohlfahrt. Berlin, Belle-Älliance-Platz 7. v. IV, um 2N Uhr, fortgelet''~"'""""~* bruar, und 3. un losen kann sie erlassen werdmi. und wird fortgeseßt jeden Donnerstag, imd zwar: 9., 1H. und 33. Fe- und 2. und 9. März 1933. Teilnehmergebühr 3 M. Erwerbs» 2. Sreis Zicrgaoteu. Freitag. 20. Jaouar, 19 Uhr, im Aleift.Lgzeum, Leoeßowstr. 1— 2, Vorführung des Films: Riemandsland, Referat Ge- nofstn Adele Schreiber. Brieger. Karten zu SO Pf. bei Seuosün Eis» fclder. Rathenower Str.'23, und Anna Paersch, Essener Str. 4, außer. dem an der Kasse. Interessierte Genossen aus allen Bezirken sind willkommen. -i-, i, s-si-i-rg� Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Fricdrichshaiu. Die heute angeseßtc Helferversammlung muß umständehalber aus Freitag, 20. Januar, IB Uhr, verlegt werden. — Abt. Margarete Wengels. Heute, 20 Uhr, Iahreshelierversamm. lung bei Kirsch, Petersburger Straße,— Abt. Landsberger Plaß. .'X im:\': H�ute Roitalkenabend Diestelmenerstraßc. chMDWß Wcißcusee, Am 27. Januar findet um W Uhr im Jugendheim (laseler Str. 2 die Neugründung der Grupo« statt. Sohenschöuhauseu. Rote Falken van 17'~ bis 10 1_, Uhr im Jugendheim Haupistroßc. Technik des Handballspiels. Irauenveranstalkungen: 124. Abi. Sonnabend, 21. Januar, bei Anders, Bahnhofslraßc, Bunter Abend unter Mitwirkung der SAJ., Kinderfrcunde, FS?. Vortragender: Franz Hosemann. Ansprache: Herta Gotthelf. (Sterbetafel der Groß-Bertiner Partei-Organisation 17. Aht. DeT Genosse Wichelm Knoll, Willbenowstr. 10. ist verstorben. Ehre seinem Andenken Beerdigung am Freitag, dem 20. Januar, 1.5 Uhr. von der Kapelle des Razarethfrieb Hofes in Reimckendorf.West, Kögelftraße. aus. 34. Abt. Unsere langjährige Parteigenossin Eharlott«.Krause, Bromberger Straße 4, ist im Alter von 70 Jahren verstorben. Ehre ihrem Andeirken. Die Einäscherung findet am Freitag, dem 20. Januar, 18� Uhr, im Krematorium Herichtstraße statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 43. Abt. Unser alter Kampfgenosse Wichelm Mews ist im Alter von 72 Jahren verstorben. Fast 40 Kahre lang hat er treu zur Fahne gestanden. Die Einäscherung findet am Freitag, dem 20. Januar. 17� Uhr. im Krematorium Baumschulenweg statt. Wir erwarten vollzähliges Erscheinen. 103. Abt. Montag, 16. Januar, ist unser langjähriges Parteimitglied, Genosse Ernst Haberlaud, plötzlich an Herzschlag verstorben. Ehre seinem Andenken. Die Abend mit Buch und Schallplatte.- Osten: Jugendheim Frankfurter Allee 307 iLöns-Zimmer). Dir lassen uns nicht unterkriegen.— Reu-Lichteube�: Jugend' heim Gunterstr. 44. Brettsvielabend.— Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. Einführung in das Vetriebsrätegeseh.— Landsberger Platz: Jugendheim Ebertnstr 12. Die Praxis beim FAD.- Steglitz: Jugendheim Flemunngstr. 14b. Etwas über die Kameradschaftsehe.— 3ugendgruppe der Rahruugsmrttel- und Getränkearbeiter: Jugendheim Reue Schönhauser Str. 4— 5. f»1-» Jahre als Fleischer in Rußland.— Iuaendgruppc des Deutscheu Beklcidunqsarbertcr' Derbondes: Jugendheim Sebästianstr. 37—38. Iugendmitgliederversammlung. Geschäftsderickt und Wahlen. Einäscherung findet am Freitag, dem 20. Januar. weg statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 18'.> Uhr, in Baumschulen- K Soztallstislve Arbeiterjugend Groß-Verlin Sinloabongen fiit tieje Rubrik nur an vas Jugrndj-kietariot Verlin SV 68 Lindenstraß« 2. vorn I Treppe rechts Der Bcrichtsbogen vom IV. Quartal 1932 iesilt von folgenden Gruppen: Brunnenplag, Eichtamp, Sewerkschaitsliaus, Mariendorf, Neukölln IX, Peters» buraer Viertel, Sporrpalast, Tempelhos, Warschauer Biertel lR,.F,> und Wittenau und ist sofort einzureichen! Proletarisches Orchester der SAJ., Gruppe B. Heute, 20 Uhr, Probe im Zeichcnsaal der KMS. Wanderlciierkonscrcnz Montag, 23. Januar, pünktlich 19>� Uhr, im Jugend. heim Lindenstr. 4, vorn I. Vortrag: Geologisches und Naturkundliches. heute. Donnerstag, 19. Zannar. 20 Uhr: Roieathaler Dorstadt: Aehdcnicker Str. 19. Unsere Erziehungsarbeit.— Arnswalder Platz II: Schönlanker Str. 11. B. 3. Leseabend.— Falkplatz l: Sonnend urger Stn 20.«challvlaltenabend.— Humannplatz: Gleimstr.!33— 35. Tischtennis.— Schönhauser Borstadt: Sonnenburger Str. 20. Sexuelle Fragen. l. Teil.— Hasenheidc: Wassertorstr. 4. Religion und Kirche.— Kottbusser Tor: Urbanstr. 167. Polilisch.satirischer Abend.— Kopeuickcr Viertel: Mantemfel. ftxaßc 7. Russische Arbeiterbewegung.— Südwest: Lindenstr. 4. Arbeitsgemein- sckan.— Schöneberg lll-: Kursus, Arbeiterbildungsschule.— Westend: Sport- platz Westend. Gewerkschaftsfragen.— Wilmersdorf: Wilhelmsaue 123. Arbeits- aemeinschan.— Zehlendorf-Dahlem: Zinnowwaldschule. Arbeitsgemeinschaft.— Schöneweide I: Berliner Str. 31. Kampfliederabend.— Buch: Schule Linden- hofstraße�— Karow: Frundsbergstr. 9. lO-Minuten-Referate.— Hallesches Tor: Porckstr. 11. Mitgliederversammlung.— Lichtenberg-Rord: Gunterstr. 44. Funktionärsitzung. SSG. Renköll», 10-21 Uhr KMS.„Rußland." Gerbebezirk Wedding: Fortsetzung des Aelterenkurfus im Heim Kolonie- straße 22. Wcrbebezrrk Prenzlauer Berg: Delterenkurfus:„Dar sozialistische Umbau der Wirtschaft" pünktlich 19'> Uhr Schule Danziger Str. 23. Werbcbezirk Neukölln:„Der Querschnitt" probt 111� Uhr Steinmetzstr. 114. Berbebezirk Lichtenberg'.„Rote Funker" 20 llhr wichtige Probe beim Ge« nossen Kuntz, Friedrichsfelde, Krätkeftr. 7. Die für morgen angesetzte Mit- gt'ie2ieri�aumilung muß wegen technischer Schwierigkeiten ausfallen. Wcrbebezir? Reinickendorf: Spieltruppe„Galgenvögel". Probe und Studio fällt aus. Dafür am Sonnabend bei Matter: 18 Uhr Studio. 19 Uhr Szenen- probe, 20 Uhr Chor. »�reie Gewerkfchafts-Fugend Berlin Heute, Donnerstag, 19. Januar, 19'2 Uhr, tagen die Gruppen: Schlcsischee Tor: Jugendheim Manteuffelstr. /. Schallplattenabend.— Betriebsgruppe Lindcor: Um 17 Uhr in der Kantine des Lindcar-Fahr- radwerkes. Wie verhalte ich mich vor der Polizei und vor Gericht?— Süd- osten: Jugendheim Reiche.nbcrger Str. 66 fFcuevwchrhaus). Gutheir fetzt fort.— Gewerkschaslsbaus: Saal 11 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24—25. Die Frau in der Familie.— Tempelbof: Jugendheim Germaniastr. 4— 6(Lyzeum). Wie verhalte lä, mich vor der Polizei und vor Gericht.— Moabit: Zugendheim Lehrter Str. 18—18. Brettspielabend.— Köpenick: Jugendheim Grünauer Str. Z (Rahe Bahnhof Spindlersfeld». Die Konjunkturlehre.— Keppcliuplatz: Fugend- heim Turiner Ecke Seestrahe, Eingang Turiner Straße. Moderne Pädagogik.— Gcfundbrnnne»: Jugendheim Rote Schule, Gotenburger Str. 2. Ein Rassischer �uaendarupve des?entralverbant>es der AnaesteUtea muniftische------------------,—- l. Arbeitsgemeinschaft: Ist der Mensch das Produkt seiner Umgebung?(2. Abend- Schule.) Leiter: Weigelt.— Stralau: Jugendheim Dossestraßc(Zimmer 3). Singcabend.— Treptow: Der heutige Heimabend fällt aus. SPD.-Betricbsfraktion AEG. Treptow. Freitag, 20. Januar, 15V> Uhr. bei Döhling. Elsenftr. 100, Fraktionsvcrsammlung. Politische Lage. Referent: Genosse Dr. Deutschkron. Neuwahl. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schnrnrz-Rot-Oold". «SelchSItsstelle: Berliv S 14 Sebastionstr 87-38. Hol 2 Sc. Prevzloucr Berg i Vortrupp). Donnerstog, 19. Januar, 17u Uhr, Schar I, Jugendheim Gleimstr. 32— 3ö. Freitag, 20. Januar, 18'• Uhr, Schar U, Jugendheim Danziger Str. 62. Warum Vortrupp?— Kreuzbcrg(Ortsverein). Unser Kamerad Gustav Schmidt ist verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Donnerstag, dem 18. Januar, 11 Uhr, Kre- matorium Gerichtstraß? Pflichtantreten aller dienstfreien Kameraden.— Char- lottenburg. Kameradschaft Stuttgart. Freitag, 20. Januar, �20 Uhr, Iahresver- sammlung mit Neuwahlen im Edenpalast. Kaiser-Friedrick-Str. 24.— Treptow l�ungba). Donnerstag. 19. Januar, 20 Uhr, Funktionärsitzung im Jugendheim Baumschulenweg. Ernststr. 16.— Kameradschaft Tegel. Freitag. 20. Januar, 19 Uhr, Vollversammlung des Ortsvereins im Bootshaus. Bundeskleidung.— Bohnsdorf-Grünau. Donnerstag. 19. Januar, 20 Uhr. Kameradschaftsversammlung im Lokal von Hcimann. Waltersdorfer Str. 180.— Gassersportabteilung, Zug Köpenick. Donnerstag, 19. Januar. 21 Ubr. Kastenrudern bei Sand, Bahn- Hof Tiergarien. Stadtbobnbogen. Bach- Ecke Eurhavencr Straße. Beginn eines Anfängerkursus. Anmeldung dort.— Zug Tegel. Freitag, 20. Januar, 19 Uhr. vollzähliges Erscheinen bei der Vollversammlung des Ortsvereins Reinickendorf im Bootshaus.— Am Sonntag, dem 22. Januar, veranstaltet die Kamerad- schaft Borhagea. Ortsverein Lichtenberg, im Logen-Casino. Knorrpromenade. einen Werbeabend unter Mitwirkung des Musiktorvs Friedrichsbain und des Tambourkorps Lichtenberg-Mitte. Einmarsch der Schmo mit Fabnen. An- svrache Kamerad Dr. Hauback. Eintritt inkl. Tanz 30 Pf., Erwerbslose 30 Pf. Einlaß 17 Uhr. Beginn 18 Uhr. Arbeiter-Samariler-Bund e. V.. Kolonne Berlin. Geschäftsstelle: NO, 43, S-stqstr. 4. Telephon: E 3«önigftndt 344«. Abteilung Rcinickendors. Am Donnerswg, dem 19. Januar, 20 llhr, im Lokal von Matter, Eichbornitr. 94, Versammlung und Vortrag mit Lichtbildern der Polksiürsorge. Gäste herzlich willkommen, i ffc i Deutscher Arbeiter-Sängerbund. Gau Berlin. Gcschäslsstelle: p. Schneider, Berlin RO. SS. huselandstr. Zl. 7. Bezirk. Sonntag. 22. Januar., 10 Ubr. Generalversammlung in Lichterfell>e, Lichterfelder Festsäle. Zehlendorfer Str. 3. Sozialistische Gtudenteuschaft. Donnerstag, 19. Januar, 20 Uhr. im Bund Bortrag von Prof. Rosenberg: Einigung des Proletariats und die III. Jnter� nationale. Sonnabend, 21. Januar, 20 Uhr, Plenarsaal des ehemaligen Herren- Hauses. Leipziger Str. 3. Vom Kapitalismus zum Sozialismus. Referent: Genosse Dr. Laudauer. Mittwoch, 23. Januar, im Gewerkschaftshaus. Engelufer, Generalversammlung der Ortsgruppe. Tagesordnung: 1. Bericht des Vor- ftandes. 2. Anträge. 3. Neuwahlen. 4. Die künftigen Aufgaben. 3. Ver- fchiedenes. ReichsKund der Kriegsbeschädigte», Sriegsteilnebwer und Kriegerhinter- bliebeven, Gau Berlin. Ortsgruppe Norden 14. Am Donnerstag, dem 18. Ja- nuar, 20 Uhr, Generalversammlung und Neuwahl des Vorstandes in den Easino-Festfälen, Pappelollee 13. Englifh Eirele„Perse»era»ee". Heute, 21 Uhr. im Brau-Stübl, Neue 5Ueine Hittte. N. 63. Müllerstr. 176, Am Weddingplatz. englische Borträge und Diskussion. Gäste willkommen. Donnerstag, den 19.|anuar staalsoper unter Pen Linden 20 Uhr Eine nacht in Venedig staatliches Schauspielhaus Wegen der Hauptprobe zu Faust U. Teil geschlossen. Ubr 15. Flora 3434. fiaiita rrl easion Paimer 2fl Ulienerinnen nonzertlsren Fuss»Heuser�llieiser iuinc!airs»maikinirs Vielsieitiger Inhalt enfchaint Jeden Jhrüng Prcbenammer koxtenlar Zu beziehen durch sämtliche Ausgabestellen des„Vorwärts"' und deren Botenfrauen. TTlil-&irop9.p9«ogramm and GeriievennAsrung monatlich QöPfigr. freiHaaix Gnzelheft25?fg voii:xiMisi: dxc(KuxhtMasJr�rU. CASINO-THEATER SV* Lothrinfter Slratze 37 8*4 tiiiiiiiiiuittiniiiiiiiiiiiiiiiii Täglich Bunte Bühne Variete, Kabarett, Theater Onkel Mqz, der Ehesüfter Gutschein 1— 4 Personen- Parkett nur 0,60. Fauteuil ü.75. Sessel 1,25 MM Tlfll. s u. az Uhr MAURICE COLLEANO PAUL GRAETZ Robin»/ Covcy Moeser Jasi Pnkson, WhirU wtnds usw. flilie Ulla Bhf. n.«u. Stgl,2, i,»l-ll, E J WtWissl 403) KATJA Die TKnzerln Kontüilientiaus Schlübauerdamm 35 1>I.D2 Weid. 6304-05 Täglich 814 Uhr Das Haus dazwischen mii Max Adalbert Jakob Tiedtke Musik: Spolimky StädlOper Charloitentauri: Fraunhofer 0231 Donnerstag, 19. Jan. 20 Uhr Turnus II Bohdme Nettesheim, Frind, Ludwig. Heyer, Guitmann, Baumann, Rechner, Schupp, Steier, Thom-schek, Berghorn Dlrig; Teichmann iheatcr im Admlraispaiast Merkur 9901 20. januar 7V, Uhr Uraufführung FrOhllngs- stürme Tauber, Xowotna, Homolka Deutsches Theater Schumannstr. 13 a Weidend» 5201 Täglich 8 Uhr loszeniirung Max Reinhardt Prinz von Homburg von H. v. Kleist Ibimlg, fiUoer, kridiick. KayOlfr, Bijner. SAümiberj Kammerspieie 8 Uhr Eouniblas erwerbsloser Schauspieler Die Fiasdie Komödie von J R i n g e I n a t z Inszenierung; JeaoKitsier- Möller VOLKSBUHNE Theater am Bdlewpiaiz Ffigllch 8 Uhr O 1 Norden 65.46 Letzte 4 Aufführungen: Oliver Cromwelis Sendung v Waller Gilbricht. Regie Heinz Hilpert mit Eugen Klöpfer I Großes öchMielhalls'.I Ball m. Savoy Gitta Älvav m»ig Barfo-l-z/ Ctitar Xeue4 atz Sie: Älfved Rotte« Sonntag nadjm. 3, Uhr Steine preise in der Premieren» besegnng mit Gitta UIpnr Ni.ö. Schauspieler Thnter an Sduffbaaerditnffl Weidendamm 3300 Täglich 8><« Uhr flutomalenliälett Aanes Straub, Hilde Körber, Heilinger, Trenk-Trebitsch, Gnas yimföWEift im NM Charlotten xtr. 90 Dünhoff 625 Täglich 8'.4 Uhr Auslandsreise mit Felix ßrcaMr Marl« Pandlcr 'Oscar iabo, Löns, Behal. Berghof, Witt IMMüMImIMlUil AdHanS! adrlunß! TerwaStunSsmUSli eder! | Frettag, den 20, Januar 1933, keine ; SiKnng der Mittleren Ortsverweltnng. Die Drt-verv«Itnng. vikgkt sd fsbrill IN. 643 Fehl äg>i. Mako.... Dir 4.29 Art 1058 Mako mit Kuns seide Oti.6.90 Art 1300 Wolle mi' KunstseideOttlOSO Vertauf nur i.VedgmrUaler Versand Nachn Bei Michtgeta.l Qeldar. Strumpffeb MixSteln, Chemnltr 103 tmold Sdsli- U-Baiin Hirounnpt.- HneniiiiDF 101/14 Gr.Bodtbierfesi Grosses Schweineschlachten 6 Kapellen Bayr. Bedienung Jeder 4 0. Besucher erhält einSeidnkleid oder ein silbernes Zigarettenetui Einlaß: Wochentags 7 Uhr, Sonntacs 5 Uhr KLEINE ANZEIGEN nmmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimnmiiiiiiiiitiiiimiiiiniiiiiui Preis«: Uberschriftswort 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt: d mal 5%, 8 mal 7Vs%, 12 mal 10%, oder 10t0 Worte Absehluß 10 2000 Worte 15%,- 000 Worte 20%. Annahme durch den Verlag, lindenstr. 3(t/:9 bis 5 Uhr), sämflidte Vorwärts-Filialen u.-Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen | uernauie| Tapeten Ssillat. Kolonie- straße 9. hlÜDgl| Bekanntmachung. Der 36. Nachtrag zur Saßung ist durch das Oderversicherungsamt Berlin am 10 Januar 1913 genehmigt worden, Durch dielen Nachtrag sind die§§ 22. 34a, 40 und 84 geändert, eberno ß 7 Abs II der Wahlordnung. Die moteriellen Aen- derungen der Eaßung treten mit Wirkung vom 1. Dezember 1932 m Krait, Mitglieder und Arbeitgeber, die Ber» sicherte beichätiigen, erhallen diesen Nach- irag aus Verlangen im Kasseniokal, Berlw-Zehlendors. den 16. Januar 1933. Oer Vorstand der Allgemeinen Orbkraekenkaue Itir Tel, len dort und Umgegend. gez. Wilh, Schulz, Rich. Schopp«. Bvrsißender. Sch:ittsüHrer. kosv. Illemes 0n>ie fmüiitlet stizke IN I-l, Wtiduel E2 3422 8.15 Uhr Die Zirkus- prinzessin 3» ESa Oo Bendows Bunte Böhne Kottbusser Straße 6 Oberbaum 8500 T&tzlidi S1'« Uhr Stgs. nachm 4 U ne dolle Kiste Bismarckstr. zKnie) Steinpl.(CD h7M Täglich H'/i Uhr Oer Kollo-Sch ager Die Männer Sinei mal s« Söreland. Hades: 3 an Sonntag 4 Uhr Robert und Bertraia Totalaus»relaus wegen Geschäfts. aufgäbe. Großer Poste» Schlaizim- mcr, Speisezimmer, Serrenzimmcr, fa» drikneue Oualitä!». wäre, verschiedene Großen und Holz. arte», zu Säileuder- preisen. Echlafzim- mer, Schwedenbirke, hochgionzpoliert, 299 breit, 499,—, Eiche, 189 breit, 273,—., Modernes Speisezimmer 275,—, Küchen 89,—, An. klcideschränke, flau. kasisch.Nußbaum, Inuenspiegel, 85,— Gebrauchte Möbel, Schioizimmer 129�-. Anklcideschrank 6ör-, Einzelmöbel, Polstrrwaren, Klub. möbel, Dielenmöbel, Mödelspeicher, Man. bijouploß lll.' mus!H insirunientB Pianos 100,—, 120,—, 150,—. gebrauchte. Herer. Prinzenstraße 90.* Zirka 130 006 Tri-Ergon• Schall» platten nur la Aufnahmen. 2ö Zenti» meter, jetzt 0L5. Künstleraufnahmen. 30 Zentimeter, jetzt 1,50 M. Machnow, Weinmeifterstr. 14. Filialen: Friedenau. Rheinstr. 48. Char- lottenburg. Wind- scheid,'traße. Ecke Kantstraße. und Kantstratze 54. rshiTgiisr Gebrauchte Fahrräder 13,—, 29.— 25,- 89,—. Machnow, Wein. meisterslraße 14,- fliuderrädce für jedes Alter. Drei- räder, Roller. Rie» seuauswahl. Mach. iioro, Wcinmrislsr. ftraße 14. Filialen: Friedenau, Rhein. siraßr 48, Eharlot- tcnburg.Windschcid. strahe. Ecke flant- iirane und flant. straße 54. »Slllo Stettine»' SänKe«' Keichkllallell-Ill.. Dönhoffpl. 8.15, Sonntags 3.30 zn ermHBleteu Pretzen Das große Januarprogramm DieliebenErtien KurlOrstend-Tr. Kurfärstendarani 209 Tel Bism.1490 Täglich Uhr Glückliche Reise Operette von Könncke in der Premicrenbc- •etzong lempelliof IM-i 2», 2K- u. 3!;-Zimtner- Neubauwohnungen von Mk. 48.—, 48.—, 58—, 87.— an mit Bad, Balkon, Zentralheizung, 14 armwasser, Zemral-Waschküche,)e nach Lage und GröSe. Die Preise verstehen sich ausschließl. H irung usw. so ort oder späte: zu vermieten. Auskunft erteilt Verwalter Praska, Wittekindstr 81. Telefon: Südring 2921. auch Sonntags bis 1 Uht SdillleriMarlc'.".Sf" 2-, 214», 3-, 3K-Zfmmer-Neubauwohnungen mit Ofenheizung v. Mk. s3.-, 70.—, 78�, 80.— an, ie nach Lage u.GröSe, sow. zwei 4>�-Zimmerwohnungen m. Zentralheizung u. Warmwasser inkl. Heizung etc Mk. 121.— bezw. 129.— Auskunft erteilen: Verwalter Lang. Bln. N 65, Oxfordstr. 6» Verwalter Sehe ler. Bin N 65. Corkerstr. 9, Verwalter Pump, Bln. N65, Bristolstr. 17 Berliner Spar- uJauverein 6.6.10.0. GhariottenDurg S. Hnobeisdomstr. 96 Pateutmatroßep „Primissima" Auf» legematraßen Me. tallbelien Chaise» longucs. Wal!« Slorgard« Siroße achtzehn. Speziai- geschäft.' Sindledersosa» 135,—, Rindleder. sessel 75,—. Polst«. iessel 12/—, Ruhe. betten 25�—, Eouches 35,—, Bettkasten. ruhcbetten 45,—. fllappiosas 49,—, Stahimairatzen 9,50, dretteiliae Auflagen 12,—. Polstermöhel. Werkstätten.'Möbel. aroßlager flamer. ling. flastanien. aller 53 tEcke Frhr. bellinerstraße). flas. saverkauf. auch Teil» zahlung.___* Im Marftall- jebäube. Breite» liraße 36, gebrauchte — el spottbMig.• Radio. Sprechmaschinen Negansd>Iußanlage komplett mit Röb> ren. Lautsprecher anschlußfertig 49,— Lautsprecher 4.75 759 vierpolig 13,— 18- 22�-. Softem 3L5, 9.79. Elektro. dosen SM. 5. 59 Wart. Anoden, 199 Volt, 2L5, Earan. ltie-Auodr 3.95. 5,95 Netzonoden 7L9 ! Basilermaterial �billigst, Sprech. !Mllschinen. flost«. Igpporate 9.—. 12.— 25,— Mark, Schrank- opparate 28,—, tz2,—, 45.— M- 19 999 I äderte 3.- 4,- 6,—. Doppelfeder. werk 6.75, elektrische Werke 29,-. 22.- 25.—, sowie alles Zu» behör billig Mach. snow Weinmeisier. straße 14 Filialen: Friedenau. Rbein. straße 48: Char, lottenburg. Wind» Icheid. Ecke flant. straße und flant. .straße 54_• Radioanlagen. lalle Marken, gegen .kleinste Monats. raten. Vorkübrung kostenlos. Lsitunt Ezilasi. Reander. straße 19 Etagen. feschäft, Telephon äunowitz 9435.- erundstocks- uePHdUU Eilverkaus. Grundstück, herrlich am Wasser, mit Holzhaus, viel Obst, »99 Ouadratmeter, preiswert. Adam, Berlin ZL, Pappel- alles 47. G HSUWüllClIi»! Fahnge bisse. Platinabfälle. Quecksilber. Sinn. Metalle. Silber. schmelze.Goldschmel. zerei. Christionat, flöpenickerstraße 39» sHaltestellc flope. nickerbrückei.' Wally komme heute, löZ llhr nachm. Eai« Liirdenstr. 19«. Pr. nach Vereinbarung. Ohne Einschreibegeld veewittelt Woh. nungsbeld Reu« flönigüraßr drei. und vierzig, direkt Aleganderplatz* Im Hugenberg-Konzern Zwltehen HUier un f rs in Preußen zu fragen, ist wohl nur eine, rhetorische Frage.(�Heiterkeit,)?lber im P.atjre.{p27 Hot Herr Professor Kahler in einem Buch� als seine Erziehungsziele dargelegt: fat Religion wieder die zentrale Stellung im Unterricht zu geben, die Vötkerversöhnung zu bekSmpsen, die Hochachtung der Masse auszurotten. gegen die Gleichstellung der Geschlechter und gegen die Grundschule zu kämpsen. Di«„Berliner Börs'enzeitung"" sogt es in seinem Sinne etwas deutlicher: Kreuz und Schwert voranzutragen und die Weichlichkeit gegenüber feiner Majestät dem Kinde wieder auszutilgen, .Knüppelpädagogen an die Front! ist der Schlachtruf der Kulturreaktion,(Sehr gut! b»i den Sozialdemokraten,) Die Entscheidungsschlacht zwischen Reaktion und Arbeiterklasse wird nicht an der Kulturfront, son> dern an der politischen Front fallen. Die 5lulturreaktion ist ja nur ein Teil des gesell- schaftlichen Gesamtphänomens der Gegenwart, Zn der Wirtschaft die Krise, in der Politik der Diktatorenwahn, aus dem Kulturgcbiet die Barbarei—- da» zusammen ergibt erst das Gesamtbild. Uns gegenüber steht die Reaktion in zwei Heer- Haufen, der f a s ch i st i s ch e und der feudale Flügel. Diese faschistisch« Reaktion haben wir mit Hilfe der von Ihnen mit vollem Recht so ge- schmähten materialistischen Geschichtsauffassung als nicht zertbeständig erkannt, weil sie auf keiner ein- heitlichen Klassengrundlage aufgebaut ist, sondern nur«ine Brockensammlung darstellt. Darum mußte die Zeit ihr furchtbarster Feind sein, und die Arbeiterklasse mußte lavieren, um Zeit zu gewinnen. Diese tattisch richtige Politik hat die Sozialdemokratie eingeschlagen, und mit ihr haben wir in den deutschen Faschismus den Tadeskeim gelegt! Wir haben dabei mit einer unpopulären Politik unseren unvergleichlichen Parteiapparat der schwersten Zerreißprobe unterziehen müssen. Aber Am 19. September 1932 erließ der stellvertre- tend« Rsichskommissar Dr. B r a ch t an den Ober. bürgermeister von Berlin zwei zur Aeröffent- lichung bestimmte Erlaffe, die sich mit der Or» ganisation der Stadt Berlin befaßten und kurzfristig mit Rücksicht auf die Notwendig- keit„eiliger Läsung" die Einreichung von Re- formoorschlägen verlangten. In Ausführung der beiden ministeriellen Erlasse arbeiteten die zuständigen städtischen Instanzen Reformvorschläge aus, die sich auf de? vom stellvertretenden Reichskommissar oorgezeich- neten Grundlage bewegten, also die Zahl der Verwaltungsbezirk« oerminderten und Be z i r k» a m t und Bezirksoersammlung zu einer einheitlichen Berwaltungskörperschaft zusammen- faßten. Sollte sich die Richtigkeit 0«r Meldungen, daß die Bezirkereform gefährdet sei, bewahrheiten, so wird eine Frage unmittelbar akut, die schon bei Herausgabe ik«r beiden Erlasse stark mitbestim- mend gewirkt hat: Ende März scheiden infolge Ablauf» der zwölfjährigen Wahlzeit bb von 107 besoldeten Sezirksamtsmitgliedern aus. Die Besetzung der freiwerdenden Stellen in dem durch das Ortsgesetz vorgeschriebenen Umfang wird damit unerläßlich. Die verantwortlichen Instan- zen müssen daher umgehend für die rechtzeitige Besetzung der freiwerdenden Planstellen Sorge tragen. Es ist bekannt, daß rechtsorientierte Kreise eine Hinausschiebung der Wahl verlangen, weil die gegenwärtigen Bezirksversammlungen über- altert seien unid in ihrer Zusammensetzung nicht mehr die gewandelte Stimmung breiter Volks- kreise wicerspiegelten Die Wahl der Bezirks- amtsmitglieder soll daher den im Herbst neu- gewählten Bezirksversammlungen vorbehalten bleiben. Diese Begründung wirkt etwas eigenartig im Munde von Politikern, die die Berwal- lung nicht auf den Bolkswillen, sondern aus autoritäre Berufung gründen wollen und das parlamentarische System als überlebt be- kämpfen. Aber«in im„Lokal-Anzeiger" vom 17. Januar 1933 erschienener Artikel des Bürger- Meisters a. D. Dr. M a r e tz k y. der bereit» still- schweigend mit dem Mißlingen der Reform als mit einer vollendeten Tatsache rechnet, läßt er- kennen, daß man bereits jetzt Wege sucht, um die nach der Gesetzeslage jetzt automatisch ausgelöste Reuwahl durch die Bezirksversammlungen zu unterbinden. Es wird dabei übersehen, daß die unser« Rechnung hat gestimmt, und die Mass« hat uns längs« Emlastung erteilt. Die Risse und Sprünge im Hakenkreuz, die sich allmählich zeigten, werden zu einem Bruch im Hakenkreuz werden. Ihre Faszinierungskraft ist dahin, sowohl gegenüber dem Staatsapparat wie gegenüber dem kleinbürgerlichen Wähler. Ihre Zukunft ist bcsteiynlls die einer neu etablierten Wirtschaftspartei. Wenn ich Ihr Schicksal neulich mit dem Worte„D a m ?l d l e r h o r st zur G e f l ü g e I f a r in" um- schrieben habe, so ivar nur der Adlerhorst über- trieben.(Erneute Heiterkeit!) Nun gilt es das deutsche Volk auch von der neuen Junkerherrschaft der Papen, Schleicher und K ä h l e r zu befreien, die ohne die Nationalsozia- listen nieinals über uns gekommen märe. Auch hier mar bereits trotz aller zusammenwirkenden Faktoren Popens Sturz ein erster Sieg der deutschen Demokratie,(Sehr gut be' den Soz.) Zwischen Schleicher und un» hat der ?0, Juli eine unabdingbare Feindschost gesehl. Wir haben zum Generalsjoz'alismus kein Ver- krauen: ober vor allem ist Schleicher Träger de» System», das am 20. Juli die Witregierung der Arbeiler im Staat gewaltsam beendet Hot.(Sehr gut!) Wenn die Nationalsozialisten sich an Schleichers Deichsel spannen lassen, bringen sie es höchstens noch zum Aftermicter in der Wilhelinstraße, (Heiterkeit!) Wenn sie aber in Berziveiflung dl« Opposition gegen Schleicher fortsetzen, dann müssen sie in einen«reuen Wahlkampi mit leerer Seele, leeren Gehirnen und leerer Kasse. Wir rufen das verelendende Proletariat und den zerriebenen Mittelstand zum Kamps gegen die faschistische und feudale Reaktion und rufen zu unserer hilse auch den freien Geist.(Stürmischer, langanhaltender Beifall und Freiheit-Ruse bei den Soz.) Abg. Dr. Haupt(Nsoz.): Es gibt keine Wissen» schaft außerhalb des Volkes. Alles andere ist nur internationale Arroganz. Die Sozialdemokratie lebt nur nach den Weisungen des„Berliner Tageblatts" und der Juden. Mit den Kommunisten sind wir einig in der Forderung der Erziehuirg der deut- schen Jugend zur deutschen Nation, und wir be- grüßen es, daß diese Forinulierung ein komnni- nistischer Redner gefunden hat. Die meisten K 0 m m u n i k«« n gehören in unsere Reihen, lim des Deutjchtuins willen sind wir leidenschaftlichere Antisemiten wie je. Kein Jude dars Lehrer an einer deutschen Schule sein. Iin Geistigen sind wir Nationalsozialisten für unbe- dingte und schrankenlose Autarkie.(Lebhafter Bei- fall bei den Nsoz.) Zlbg. Schumacher(Z.) uird Abg. veidt(Chnstl. Soz. Volksd.) plädieren für die Rechte der Reli- gionsgemeinsichaften über die Volksschule. Di« Fortsetzung der Kulturdebatte wird auf Donnerstag mittag 12 Uhr oertagt, rechtlichen Schwierigk«iten. die der Erreichung dieses politischen Zieles entgegen- stehen, größer sind, als offenbar in manchen einflußreichen Kreisen angenommen wird. Herr Dr. Maretzki schlägt zur Erreichung des Zieles vor, den von den gegenwärtigen Bezirks- Versammlungen neugewählten Bezirksamtsmit- gliedern schlechtweg die Bestätigung zu versagen und die alten Bezirksamtsmitglieder nach Ablauf ihrer Wahlzeit zu Kommissaren zu bestellen. Schon die von ihm befürwortete generelle Ber- sagung der Bestätigung wäre sehr bedenklich. Denn wenn auch die Bestätigung im Pflicht- gemäßen Ermessen der Bestätigungsbehörde steht, so wäre die Ermessensfreiheit hier offenbar über- schritten. Nach der Rechtsprechung de» Ober- Verwaltungsgericht» kommt der Bestäti- gung die Bedeutung zu,„daß von Aussichts wegen keine Bedenken gegen die Anstellung des Gc- wählten durch die dafür zuständige Stell« be- stehen". Die neuere Rechtsprechung neigt dazu, die Zu- lässigkeit der Kommissarbestellung durch staalsauf- sichtlichen Berwaltungsakt, die nach der Städte- ordnung selbst nur in einem genau umschriebenen Falle gestattet ist(vgl.§ 33 Absatz 2 der Städte- ordnung), erheblich zu erweitern. Aber da die Kommissarbestellung immer nur eine Ausnahme bilden darf, die die als Normalsall gedachte Wahl durch die Gemeindevertretung durchbricht, so wird an einer Voraussetzung als begriffsnotwendig stet« festgehalten: Es muß eine aus dem Innern der Gemeindeverwaltung selbst hervorgehend« Störung der geordneten Verwaltung vorliegen. Davon kann hier keine Rede sein. �kotverorllnung nicht möglich Auch der Weg über eine Notverordnung, an den in manchen Kreisen gedacht wird, ist nicht gangbar. Die sogenannte Dietramszeller Berord- nung des Reichspräsidenten vom 24, August 1931, die die Grundlage der preußischen Reformverord- nungen bildet, gibt hier keine Handhabe, da sie nur zur Sicherung des Haushalts gegeben ist und durch die geplante Kommissarbestellung eine finanzielle Ersparung weder beabsichtigt noch erreicht wird. Ebensowenig ist rechtlich vertretbar der Versuch, die in Artikel 55 der Preußischen Verfassung dem Staatsministerium eingeräumte Ermächtigung zum Erlaß von Notverordnungen auszuschöpfen. Denn abgesehen davon, daß auch die Voraussetzungen für die Anwendung dieser Ermächtigung nicht vorliegen, kann als befugte Stelle zum Erlaß der Notverordnung nur da» Ministerium Braun- Severins angesehen werden. nicht aber der Reichstoinmissar und seine Beauf- tragten. Nach dem berühmten Urteil des Staatsgerichtshofes ist der Staatskom- miffar nicht befugt, die aus der Grundstruktur der Verfassung sich ergebenden H o h e i t s- b e f u g n i s s e an sich zu ziehen. Es bleibt also nur der Weg über den parlamentarischen Gesetzgeber übrig. Welche Auswirkungen die durch die jetzige Stellung des Reichskommiffars geschaffene Si- tuation nach sich ziehen wird, ist zunächst noch unübersichtlich. Zur Zeit bleibt nur übrig, die Durchführung der Neuwahl durch die zuständigen Bezirksversammlungen schleunigst in Vorbereitung zu nehmen. Die Gchwarzweißroten Monarchisten und Republikfeinde hören eine Papen-Rede an Der Stahlhelm hat gestern in den Tennishallen eine sogenannte Reichsgründungsfeier veran- staltet. Der Festredner gegen Berfoffung und Re- publik war natürlich Herr von Papen. Den Kern seiner Rede bildete eine Erinnerung an den Staatsstreich Bismarck» mit Wilhelm I. gegen das Parlament. Es war also alle« stilecht. Wer Herr von Papen ist, weiß man. Statt jeder weiteren Kennzeichnung ist hier die Liste der „prominenten" Teilnehmer: Oberstleutnant Diiefterberg, der Ex-Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich, Major a. D, v, Stephans, Generalleutnant v. Wacker, Generalleutnant Ziethen, di« beiden Söhn« de» Prinzen Oskar, Mi- nisterialrat Pukaß von der Reichskanzlei, Mi- nisterialrat Dr. v. Staa vom Kultusministerium, Polizeipräsident Dr. Welcher und der Äomman- deur der Schutzpolizei, Polizeioberst P o t e n. Belgischer Bolksprvtefi Die Rrregung der Arbeitermassen Brüssel, 18. Januar. Die sozialreaktionäre und- unkonstitutionelle Politik der Bürgerblockregierung, trotz de» soziali- stischen Wahlsieges, hat die Arbeitermassen ge- waltig erregt. Am Borabend des Wieder- Zusammentritts des Parlaments zogen 26 990 So- zialistinnen aus ganz Belgien demonstrierend durch die Hauptstadt, Plakate gegen die Teuerung sowie gegen die Kürzung der Arbeit»- losenunterstützung zeigten den Zweck des Aufmarsches. Bor dem Volkshause sprachen Dandervelde und mehrere weibliche Ab- geordnete. Ministerpräsident de Broqueville weigerte sich, eine Abordnung zu empfangen. RovseoeN und Rußland Keine Anerkennung, aber Ausbau der Handelsbeziehungen London, 18. Januar, Der„Evening Standard" hat von Freunden des zukünftigen amerikanischen Präsidenten Roosevelt die Nachricht erhalten, daß R. entgegen den Er- Wartungen russischer und russenfreundlicher Kreise in Amerika von einer Anerkennung Räte- Rußland», die angeblich sofort nach seinem Amtsantritt erfolgen sollte, Abstand nehmen werde. Roosevelt werde keinen Botschafter nach Moskau entsenden, wolle aber ein Kompromiß machen und amtliche Handelsvertreter nach Rußland schicken. Auf dies« Weise wolle er ver- meiden, diejenigen Amerikaner vor den Kops zu stoßen, die mit den Bolschewtsten nichts zu tun haben möchten, und gleichzeitig wolle er die schon starke wirtschaftliche Stellung Amerikas in Ruß- land noch weiter ausbauen und kräfttgen. Werner Sombart Historiker des modernen Kapitalismus Werner Sombart wird heute 70 Jahre alt. Unter den bürgerl«chen Nationalötononien Deutschlands ist er sicher der bedeutendste. Er sieht auf ein reiches wissenschaftlick)«s Lebenswerk zurück. Im Mittelpunkt dieses Lebensiverkes steht sein sechsbändiges Hauptwerk„Der moderne Kapitalismus", das zweifellos zu den besten Darstellungen der Wirtschaftsgeschichte und des kapitalistischen Systems gehört, so ernst auch die Bodenken waren, die M a xx Weber und L u j o Brentano gegen.Haupterkenntnisse Sombarts anmeldeten. Immerhin ist Sombart ein Kritiker de» Herr- schenden kapitalistischen Systems. Obwohl er kein Jude ist, hat ihm das kaiserliche System von jeder ordentlichen Professur in Deutschland ferngehalten. Erst der Umsturz von 1918 eröffnete ihm als Schmollers Nachfolgers die Berliner Universität. Seine Stellung zur Arbeiterbewegung ergibt sich aus seiner Ablehnung der Theorie des Klaffen- kanipfes. Anhänger der idealistische» Welt- betrachtung und Individualist durch und durch, wurde er zwar der wissenschaftlichen Bedeutung von Karl Marx gerecht, nicht aber dem Sozialismus. Als junger Gelehrter stand er Heinrich Braun nahe, der ihn vergeblich für die sozial- demokratische Partei zu gewinnen suchte. Die letzt« Auflag« seines berühmten Buches:„Sozia- Iis in uz und soziale Bewegung" enthält maßlose Angriffe auf Karl Marx, die Sombart dann im Geleitwort zu den Schlußbänden seines „Modernen Kapitalismus" abzuschwächen ver- suchte, Hier heißt es dann:„Dieses(Sombarts) Werk will nichts anderes als eine Fortsetzung und in einem gewissen Sinne die Dollendung des Marx- schen Werkes sein. So schroff ich die Weltanschou- ung jenes Mannes ablehne und damit alle�, was man jetzt zusammenfassend und wertbetonend als „Marxismus" bezeichnet, so rückhaltlos bewundere ich ihn als Theoretiker und Historiker des Kapita- lismus. Von seinen Fragen leben wir heute noch. Mit seiner genialen Fragestellung hat er der ökonomischen Wissenschaft für ein Jahrhundert die Wege gewiesen. Alle Sozialökonomen, die sich diese Fragestellung nicht zu eigen machen wußten, waren zur Unfruchtbarkeit verdammt..." Sombarts Weltanschauung ist, wie sein letztes Werk:„Die drei Nationalökonomien" erkennen läßt, aristokratisch: die Wissenschaft solle dazu beitragen,„das Leben weniger Ein- zelner voller, reicher, harmonischer zu gestal- ten". Sombarts Gegensatz zum Sozialismus ist damit eindeutig gefaßt, wenn er auch kürzlich in der Schrift:„DieZukunftdesKapitalis- m u s" die planwirtschaftlichen Tendenzen der Wirtschaftsentwicklung keineswegs leugnet. Aber Sombart, der den Begriff„S p ä t k a p i t o l i»- m u s" geprägt hat und der vom Kapitalismus sagt, daß er alt geworden sei, hält die Entwick- lung zu einer kapitalistischen P l a n w i r t s cha f t für ebenso möglich, wie zu einer sozialistischen, Sombart ist ein Historiker und ein Denker von großem Format, der die Wirtschaftserscheinungen nie aus dem Fluß und dem ganzen der Kultur- entwicklung löste und so auch den Kapitalismus als vorübergehende Erscheinung erkennen konnte. Außerdem ist er ein Meister der Syst«mattk und der Formulierung, Seine fast überbewegliche Geistigkeit hat immer anregend gewirkt. Das kann trotz seines Unverständnisses für den Sozialismus anerkannt werden, LüknencHaloss „Wie heißt der Komparativ von bankrott?" „Bankrott««." „Falsch! Bloß: Rotter!' Joe. Bracht und neues Berlin/ Von Bürgermeister Carl Herz Arbeitseinkommen 1929-1932 Wie die Krise zur Dauerkrise wurde Der Schrumpfungsprozeß der Wirtschaft wäh- rend der Krise seil 1930 ist ungeheuer verschärst worden durch die gewaltige Schrumpfung des Lohneinkommens� Am klarsten tritt dies in Er- scheinung, wenn man die Umsätze der Kon- sumvereine von 1930 und 1932 mit einander vergleicht. Während im Jahre 1930 auf das Mit- glied noch für 190,76 M. Umsatz entfielen, waren es im vierten Vierteliahr 1932 nur noch 60,10 Mark. Mit der fortwährend schrumpsenden Kauskrast der Lohnempfänger verringerten sich vor allem die Umsätze der Güter des mehr „elastischen Bedarfs" wie Kleidung, Kultur- und Luxusgllter. Ist doch das Gesamiarbeitsein- kommen von 13 Milliarden im Jahre 1930 auf 26 Milliarden im Jahre 1932 zurückgegangen. Ueber das Sinken des Lohneinkommens ver- öffentlicht das Statistische Reichsamt im 4. Viertel- jahrsbericht 1932 interessante Zahlen. Die Er- gebnisse der Statistik werden aus dem Aufkommen der Beiträge zur Jnvalidenversiche- r u n g dargestelli Zur Erhebung der Beiträge sind nach den Wochenverdiensten sieben Lohn- Das Organ des freigewerkschaftlichen Berg- arbeiterverbandes„Die Bergbauindustrie" be- schäftigt sich in Nr. 2 vom ll. Januar in einem längeren Artikel mit dem Arbeitslosenproblem im Bergbau. Die in dem Artikel mitgeteilten Tatsachen sind auch für den nicht un- mittelbar am Bergbau Interessierten beachtens- wert. Im Oktober 1932 wurden bei allen deutschen Arbeitsämtern rund 211000 arbeit- suchende Bergarbeiter gezählt. Da zur gleichen Zeit über 100 000 Menschen im Bergbau noch beschäftigt waren, entfallen im Durchschnitt auf zwei beschäftigte Bergarbeiter e i n arbeitsloser Bergniann. Die„Bergbauindustrie" bemerkt hierzu, daß diese Tatsache noch nicht beweise, daß der Grad der bergmännischen Arbeitslosigkeit ein ausregen- der Sondersall sei. In vielen Berufen seien zwei Drittel und noch mehr von den Berufsangehörigen erwerbslos. Trotzdem ergebe sich bei näherer Be- trachtung dieser Zahlen, daß das Arbeitslosen- Problem im Bergbau in mehrfacher Hinsicht einen schwerwiegenden Ausnahmefall darstelle. Einmal werden durch die Ermittlungen der Arbeitsämter nicht alle arbeitslosen Bergarbeiter erfaßt. Bon den 211000 arbeitsuchenden Bergarbeitern entfielen z. B. nach der offiziellen Statistik 121 000 aus das Ruhrgebiet. Die Zahl der im Ruhrberg- bau beschäftigten Bergarbeiter sei aber vom Ja- imar 1930 bis Ende Oktober 1932 von 383 500 auf rund 200 000, also um mehr als 183 000 zurückgegangen. Es bleiben demnach etwa 62 000 von der offiziellen Statistik nicht erfaßte arbeitslose Bergarbeiter übrig. In andere Bergbaugebiete oder aridere Berufe sind diese 62 000„unsichtbaren" arbeitslosen Berg- arbeiter bestimmt nicht abgewandert. Es sind dies die als arbeitslose Bergarbeiter statistisch nicht er- faßten abgebauten Zechenhandwerker, Nie Nebaiie m Genf LescMiiÜ nochmals verschoben Eigener Bericht des„V nrroärts" Genf, 18. Januar. Die kousereuj zur Vorbereitung der Vierzig- stundenarbeitswoche konnte aiu Mitlwech noch nicht zu einer Entscheidung über die ihr vorliegen- den En'.schließunxseniwürse kommen. Nach langen, teilweise sehr scharfen Auseinandersetzungen, in denen die Arbeiter durch v e v i n- England und I o u h a u x- Z rank reich ihre Entschließung verteidigen ließen, während die Unternehmer beide Entschließungen ablehnten, wurden die Aussprache und die Abstimmungen auf Donnerstag verschoben. Tabaiakdeiter fordern Der Deutsche Tabak-Arbeiter-Ber- band hat auf einer Reichskonserenz einstimmig beschlossen, Reichstarisoertrag und Be- zirkstarisoertrag für die deutsche Zigarrenhcrstellung zu Ende März zu kündigen. Eininütiakeit bestand auch über die dem Reichsverband deutscher Zigarrenhersteller zu unterbreitenden Forderungen. Der Kündigungsbeschluß erfolgte nach gewissen- hafter Prüfung der Sachlage. Die Tabakarbeiter klasien geschaffen. Während noch 1929 in der höchsten Lohnklasse, der Lohntlasse VII, mehr als das Doppelte der Beiträge der Lohnklasse III er- iaßl wurden, ist 1932 diese Zahl noch unter die der Lohnklasse III gesunken Der Rückgang der Beiträge im Vergleich zu 1929 beträgt in der Lohnklasse l 26 Proz., II 4 Proz., III 9 Proz., IV 17 Proz., V 20 Proz., VI 27 Proz., VII 65 Vroz. Die Zahl der Beiträge in der Lohn- llasse VII ist besonders im Jahre 193 2 beträchllich zurückgegangen, hauptsächlich infolge der Lohnsenkungen. Die durchschnitt- l i ch e n Tariflöhne sanken in der Zeit von 1929 bis 1932 um 19 bis 20 Proz. Arbetlslosigkeit führt naturgemäß dazu, daß die Beiträge der Versicherten voll ausfallen. Nur zu einem Bruch- teil findet eine Weiterzahlung in Lohn- klaffe II zur Erhaltung der Anwartschaft statt. Bei Kurzarbeit und Lohnsenkung aber tritt eine Abwanderung der Versicherten in niedrigere Lohn- klassen ein. Bei den höheren Lohneinkommen ist die Abwanderung st ä r k e r gewesen als bei den kleinen Einkommen. Wie stark die Verschie- serner die unter der Berussgruppe„Lohnarbeit wechselnder Art" geführten sogenannten berg- fertigen erwerbslosen Bergarbeiter sowie die jugendlichen und ledigen Bergarbeiter aus den ländlichen Bezhken, die keine Unterstützung mehr erhalten und in ihre Heimatorte zurückgekehrt sind, schließlich der bergmänni- sche Nachwuchs, dem die Zechentore und auch alle anderen Arbeitsnlöglichkeiten versperrt sind. Es gibt also allein im Ruhrbergbau nicht rund 120 000, sondern etwa 180 000 arbeitslose Bergarbeiter. An einem VergleichderFörderzahlen weist die„Bergbauindustrie" dann nach, daß selbst beim Wiedereintritt der R e k o r d s ö r d e r u n g des Jahres 1929 und dem Fortfall sämtlicher Feierschichten nur etwa 68000 arbeitslose Bergarbeiter wieder eingestellt werden könnten, also nur etwas mehr als die Hälfte der von den Arbeits- ä m t e r n registrierten arbeitsuchenden Berg- arbeiter Zchntauscnde von jetzt arbeitslosen Berg- leuten bleiben die Zechentore demnach auch im günstigsten Fall für immer verschlossen. Das Organ des Bergarbeiterverbandes erhebt angesichts dieser erschreckenden Zukunstsaussichten die dringende Forderung nach einer grundlegenden Verkürzung und Neuregelung der Arbeitszeit im Bergbau sowie nach der schnellsten Inangriffnahme eines S i e d l u n g s- wertes, wie es heute schon im Neuroder Gebiet in Angriff genommen ist, um erwerbslose Bergarbeiter in die Landwirtschaft zu überführen. Was im Bergbau festzustellen möglich ist, weil es hier eine genaue Produktions- und Leislungs- statistik gibt, ist leider in fast allen anderen Be- rufen nicht möglich. Hier ist man aus Schätzungen und gefühlsmäßige Berechnungen angewiesen. Wer eines ist sicher: die unbedingte Notwendigkeit einer planmäßigen Lenkung der Wirt- schaft. sind der Wffassung, daß die bestehenden Lohn- und Arbeirsbedingungen dringend einer Ver- b e s s e r u n g bedürfen. Vor allem müßten die in den Tarifverträgen enthaltenen Härten ver- schwinden. Unter dem Zwang der Verhältnisse sind Löhne vereinbart worden, die in keiner Weise der Zigarrenarbeiterschast eine auch nur halbwegs besri edierende Berdienstmöglichkest bieten. Auch ist eine tarifliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden nicht mehr vertretbar, und der Skandal, daß.zu einer Zeit, wo von einem wirtschaftlichen Bedürfnis— wie es im Reicherarn- vertrag heiße— wirklich nicht die Rede sein könne, immer noch Ueber st unden gemacht werden, nnih schnellstens beseitigt werden. Eisenvahnermarschieren Die Berliner Ortsgruppe des Einheitsoerbandes der Eisenbahner Hielt am 17. Januar ihre Jahresgeneralversammlung ab. Die Geschäfts- und Kassenberichte wurden mit Beifall und Befriedigung entgegengenommen. Her- vorzuh-.-ben ist die Tatsache, daß trotz Wbau und Feierschichten sowie gesunkener Löhne und Ge- hälter die Mitgliederbewegung im Steigen be- grissen ist. 138 Neueintritte und 72 Uebertritte aus gegnerischen Verbanden zeugen von der Werbekraft des Einheitsverbandes. Die Ortsgruppe ist im Jahre 1932 von der Be- triebskassierung zur Haustassierung übergegangen. bung des Lohnes während dieser Zeit war. ergibt sich aus nachstehenden Zahlen: Es verdien'en von den Sozialversicherten bis zu 24 M. wöchentlich 1929 1930 1931 1932 15 Proz. 46,8 Proz. 51 L Proz. 60,9 Proz. von 24 M. bis zu 36 M. wöcheMlich 1929 1930 1931 1932 17 Proz. 16,9 Proz. 17,9 Proz. 19,2 Proz. mehr als 36 M. wöchentlich 1929 1930 1931 1932 38 Proz. 36 R Proz. 30,2 Proz. 19,9 Proz. Rund 7 Millionen Arbeiter haben im vergangenen Jahr« noch nicht einmal 100 M. im Monat verdient. Während im Jahre 1929 noch 38 Proz. der Ar- beiter mehr als 36 M. wöchentlich verdienten, betrug der Anteil 1932 nur noch 19,9 Proz. Dem- gegenüber stieg der Prozentsatz der Arbeiter, die wöchentlich nur bis 24 M. verdienten, von 15 Prozent im Jahre 1929 auf 60,9 Proz. im Jahre 1932. wodurch der Verwalmngsapparat wesentlich ver- «insacht wurde. Di« Ortsgruppe war in der Loge. in mehreren hundert Notfällen helfend einzu- greifen. Außerdem ist auch den Erwerbslosen eine — wenn auch bescheidene— WeihnachtsuMer- stützung gezahlt worden. An 2120 Mitglieder tonnten 39 025,68 M. aus den Beiträgen für Unterstützungen rückvergütet werden. In mehreren Sterbefällen, die auf Betriebsuniall zurückzuführen waren, sind den Hinterbliebenen neben dem fatzungsmäßigen Betrage je 1000 M. ausgezahlt worden. Die Betriebs- und Beamtemäte werden im Einheitsverband besonders gut betreut. Sie wer- den mit dem notwendigen Wissen und Bildung?- Material ausgerüstet und von ihrem Verband« in Schulungskursen.zusammengefaßt. Die Lildungs- einrichlungen des Verbandes sind mustergültig. Das Reichsverkehrsmonopol im Zu- sammenhang mit den gewerkschaftlichen Forderungen über den Umbau der Wirtschaft kann durch die Eisenbahner stark beeinflußt werden. Deshalb ist mehr denn je notwendig eine geschlossene Front. Die kommenden Wahlen zu den Betriebs- r ä t e n werden dafür zeugen, daß die sreigcwerk- schastlichcn Eisenbahner sich in der Offensive bejinden. Im Lause des Jahres sind m der Ortsverwaltung einige personelle Acnderungen«ingetreten. Der Vorschlag der Spitzenfunktionäre für die Zu- fammensctzuna der neuen Ortsverwaltung wurde einstimmig angenommen und ihr das Vertrauen ausgesprochen. Erster Bevollmächtigter ist Ge- nosse Hancbuth, zweiter Bevollmächtigter Otto Höckel, Schriftführer Franz Schmidt, Kassierer wurde wiederum Fritz Jaier. Betriebsratswahl bei Xietz kG0. als Unternehmerhandlanger Am 26. Januar finden in den Waren- Häusern von Tieg die Betriebsrats- wählen statt. Obwohl die Neuwahlen erst im Dezember fällig wären, haben die sreigewerkschaft- lichen Arbeiter- und Angestelltenrät« ihre Aemler niedergelegt, um der Belegschaft Gelegenhest zu geben,«in Urteil über ihre Tätigkeit zu fällen. Der Rücktritt ist keinesfalls, wie es die kommu- nistische Presse daruiltellen beliebt, auf Initiativ« der RGO. zurückzuführen. Die RGO. benutzt auch diese Wahl zu einer maßlosen Hetze yenev die freien Gewerkschaften Was hat nun die RGO. eigentlich selbst geleistet? Ihre gan-e Tätigkeit beftand lediolich in Quer- lreibereien. Selbst die RGO.-Zentrale hat offenbar das Gefühl, daß sie mit ihren Leuten keinen Staat machen kann, denn von den bis- herigen RGO.-Betriebsräten ist fast keiner wieder als Kandidat ausgestellt oder an aussichtsreicher Stelle nominiert worden. Die freien Gewerkschaften hatten im vorigen Jahr gerade bei Tieg einen sehr schweren Stand, weil sie nicht nur gegen den abbau- lüsternen Ein-clbandel anzukämpfen, sondern fich auch noch der Flankenangriffe der RGO zu erwehren hatten. War e» doch die RGO., die bei der letzten Lohn- und Gehaltsbewegung im Berliner Einzelhandel den Unternehmern durch ihre Presse einzureden suchte, die Gewerkschaften seien zur Hinnahme eines Lohn- und Gehalts- obbaues In Höhe von 5 bis 20 Proz. bereit! Auch jetzt behauptet sie, die freien Ge- werkfchaften unternehmen nichts, um Verschlechte- runaen ces Manteltarifs der Angestellten ab zu- wehren, der angeblich von den Unternehmern oe- kündigt'?>. Tatsächlich ist er gar nicht gekündigt Sollen'die Unternehmer etwa von der RGO. animiert werden, das Versäumte im nächsten Monat nachzuholen? Ein Hauprargument der RGO. ist in diesem Wahlkampf die fristlose Entlassung des Arbeiter- ratsmstgliedes G r a b o w> k i. Dem Gesamt- verband war es leider nicht gelungen, die Wieder- einftellung ihres Betriebsrates zu erwirken, und zwar nicht zulegt wegen des Umfallens eines R G O.- M a n n e s. der als Zeuge in Frage kam. Im übrigen lehnt es G. ab, sich von der RGO gegen seine eigene Organisation aus- spielen zu lassen. Wie unehrlich das Einheitsfrontgerebe der RGO. im Tietz-Konzern ist, erhellt die Tatsache, daß sie ein Angebot der„reformistischen" Arbeiterräte, eine einheitliche Liste auszustellen, nach Rücksprache mit der RGO.-Zentrale ablehnte und jetzt eigene„Einheitelisten" offeriert. Für die Arbeiter und Angestellten der Warenhäuser Her- mann Tieg gi.t es am 26. Januar nur«ine Entscheidung: für die sreigewerkschaft- l i ch en L i st e n zu stimmen, die die Nummer 1 tragen und bei den Angestellten mit dem Namen Thal beginnen, bei den Arbeitern mit dem Namen H e n n i g. Auf dem absteigenden Ast Eigener Bericht des„Vorroärts" halle, 18. Januar. Der vernichtenden Niederlage der RGO. bei den Betriebsratswahlen in den städtischen Be« trieben folgte eln zweiter Schlag bei der Orts- Verwaltungswahl der Filiale Halle des Z i m- mererverbandes. Während bisher noch drei„linientreue" RGO.-Leute dem Vorstand angehörten, wurde jetzt mit großer Mehrheit ein völlig kommunistenreiner Vorstand gewählt. Der Abbau In städtischen betrieben Man schreibt uns: Die Gemeinden wurden wegen ihrer Lohnpolitik vielfach angefeindet und schließlich die Ungleichung ihrer Lohnsätze an die der Reichsarbeiter von ihnen gefordert. Den kommunalen Arbeitnehmern war jedoch versichert worden, daß ihre Löhne und Gehälter nicht unter den Stand vom 1. April 1927 zurückgehen sollten. Eine Nachprüfung ergibt jedoch, daß sie jetzt niedriger sind als am 1 September 1926. Ein ungelernter Arbeiter mit zwei Kindern erhielt einen Bruttolohn: am I. 9. 1926..... 39,84 M. .. 1. 4. 1927..... 42,24 M. „ 1. 10. 1930..... 55.68 M. „ 1. 10. 1932..... 39,44 M. Ein Handwerter: am 1. 9. 1926..... 49,44 M. , t 4. 1927..... 51,84 M. „ 1. 10. 1930..... 65,28 M. „ 1. 10. 1932..... 48,42 M. Für die A n g e st e l l t e n liegen die Verhält- niss« infolge der wesentlichen Verschlechterung der tariflichen Bestimmungen noch ungünstiger. Einem oerheirateten Angestellten mit 2 Kindern, der als Wfseher, Pförtner usw. Verwendung findet, wurden im Anfangsgehalt brutto gezahlt: am 1. 4. 1926.»... 205,— M. „ 1. 10. 1927..... 254,— M. „ 1. 9. 1932..... 159.— M. Auch die kommunalen Beamtengehälter sind stark gesunken. Die Bezüge eines verheirateten n. pl. Stadtinspektors mit zwei Kindern im Anfongsgehalt stellten sich brutto: am 1. 10. 1927 auf.... 350,58 M. .. 1. 10. 1932 auf.... 221,29 M. Diese Einkommensminderung wird noch ver- stärkt durch die Belastung mit der inzwischen eingeführten Bürgersteuer und Arbeits- l o s e n h i l s e. Diese Kürzungen scheinen dem scharfmacherischen Kreise der sogenannten„Wirtschaslssührer" immer »och nicht weit genug zu gehen. Deshalb gilt es heute mehr denn je, eine starke Front aller frei- gewerkschaftlichen Arbeitnehmer zu bilden, um neuen Lohndrucksversuchen energisch begegnen zu können. Es ist genug des grausamen Spiels! Die Orlsverwal'ung Berlin des veukschen Muliter-Verbondes hat ihre Geschäftsstelle oerlegt nach Berlin SW. 19, S e y d e l st r. 10/11 II, Fernsprecher A6 Merkur 277. Vereine und Organisationen, die der Arbeiterbewegung ange- hören oder ihr nahestehen, wenden sich lm Be- darsssolle nur an die gewerkschaftliche Organi- sation der Musiker, den Deutschen Musiker-Ver- band. Heiterer Abend im Gewerkschastshaus. Am Sonntag, dem 22 Januar, abends 8 Uhr, im Großen«aal des Gewerkschastshauses, Engel- ufer 24/25,„Heiterer Abend" mit Paul Georg Münch verbunden mit Konzert, Film- Vorführungen, Unterhaltung und Tanz. Eintritt 30 Ps. Karten sind bei der Verlagsgesellschast des ADGB.. Jnselstr. 6, sowie im Ortsausschuß Berlin des ADGB, Engelufer 24/25, 2 Treppen. Zimmer 33 zu haben. Hierzu S Beilage« Vlanwirtschast muß kommen! Zahlen aus dem Bergbau 2 er.tlorwarl:" ertcheii» wochenlagitch zweimal. Lonniugs uuki Montags einmal ZUnstrierle Sonnlagsbeilage Äolk und geil", Bezugsviell«: Vilchrntlich T> Pi. inonaUich 3,23 M.(baoon 81 PI monnllid) rüt tzultellung me fcom) n» voraus»ahlbar Postbezug Z.!!,' M einschließlich Sil Pr Polizeitung. und 72 Pf. Postbestellgedtihren. Zuslundsabonnemeni d.Sö M. pro Mona!; für Länder mi! ermäßigtem Druckfachenporlo 4 6.', M. Bei Ä stall der Lieferung wegen höherer Gewalt bestrht Inn Anspruch der Abonnenten auf Ersatz., Anzeigenpreise: Die einspultige Millimeter, eile iXi Pf Reklainrzeile 1,50®..Kleine Anzeigen' das fettgedrurite Sari 20 Pi jedes weitere Wort 10 Pf Slabatt laut Tarif Worte über 15 Puchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. zamilienanzeigen Milllmeterzeile IS Pf Anzrigenaunahm» im Lauptgefchä't Lindenstr 3 wochentäglich von ftzb bis 17 Uhr Der Prrlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht ginehmer Anzeigen vor. I Verantwortlich für Politik: Rudalf Brendernühl: Wirtschaft: ch. stlingelhifer: Sewertschafisbewegung- Z. Steiner; ffeuillrton: z-rbert Lepüre; Lokales und Sonstiges: Fritz Äarftädt; Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Derlü»./ Vorlag: Vorwärts. Perlag S. m. b. H„ Berlin. Druck: Vorwärts. Buchbruckrrei niid Perlagsanstal» Paul Singer u. Sa„ Berlin EW. 68, Lindenstr. 8.