Morgen- Ausgabe Nr. 33 A 17 50. Jahrg. Weboffion onb V e r l o g, Werlin SW 68, Lindenstr 3 SermpreOjer«?®mi DSnhoff 292 bii 297 TttegrommobrefSet SojwIbnnotKit Berlin BERLINER VOLKSBLATT FREITAG 20. Januar 1933 In Groß- Berlin 1(1 Pf. Auswärts....... 15 Pf. Vezugsbebingungen anb Tn�e'genvrelse fleh« am Schluh de« redaktionellen Teil» Jentvalovsan dev Sozialdemokeattfche« Partei Deutschlands Beschlüsse gegen Gozialabbau So�lsl�emolrrailscder Erkol? im sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags Di« sozialdemokratischen Anträge, die durch die Verordnung vom 16. Juni 1932 ein- geführte chilssbedürstigkeitsprüsung für die Ge- Währung der Arbeitslosen, und Krisenunter- stützung auszuheben und für die durch die Wohl- fahrtspslege unterstützten Arbeitslosen die Mitgliedschaft bei der zustandigen Kranken- kasse fortzusetzen, die Anwartschaften in der Invaliden-, An- gestellten- und Knappschastsoersicherung aus- rechtzuerhalten, die Rüikerstattungspflicht bezogener Wohl- fahrtsunterstützung aufzuheben, kamen heut« zur Abstimmung. Für de» Antrag, die Silfsbedürf- t i g k e i t s p r ü f u u g auszuheben. stimmten außer den Sozialdemokraten die Kommunisten, die Deutschnationalen und nach einigem Zögern auch die Nationalsozialisten. Wenn der Reichstag dem Beschluß des Ausschusses beitritt, wird die Arbeits- losenunterstützung wieder für die Dauer von 20 Wochen gewährt. Tie Einschrän- kuug auf« Wochen würde damit be- seitigt werden. Ein Z e n t r u m s a n t r a g, der die Dauer der versicherungsmäßigen Unterstützung von 6 auf nur 13 Wochen erhöhen wollte, wurde durch Annahme des sozialdemokratischen Antrags erledigt. Frau Schroeder(Soz.) setzte sich besonders dafür ein, daß die Rückerstattungspflicht für bezogene Wohlfahrtsunterstützuna a u f g e- ho den-wird. Widerstände, die seitens der Ler- treter des Reichsarbeitsministeriums geltend ge- macht wurden, veranlaßten Frau Schroeder, zu erklären, daß die Reichsregierung bei ihrer Sub- veukionspolitik von den Großgrundbesihern auch keine Rückerstattung fordert. Graßmann(Soz.) macht Staatssekretär Dr. Grieser darauf aufmerksam, daß die Arbeitslosen doppelt geschädigt werden Man entziehe ihnen die Unterstützung, womit gleichzeitigerweise die Krankenversicherung fortfällt! Litte(Soz.) verlangte, daß die Reichsregie- rung dafür sorgt, daß diejenigen, die wegen nicht vorliegender chilfsbedürftigkeit keine Unterstützung beziehen, in jedem Falle gegen Krankheit»er- sichert werden müßten. Staatssekretär G r> e s e r antwortete, daß seines Erachtens wegen der Arbeitslosigkeit allein nie- mand die Krankenversicherung verlieren dürfe. Er will einen Ausweg suchen, weil er grundsätz- lich der sozialdemokratischen Aus- sassungzustimmt. Angenommen wurde der sozinldemo- kratische Antrag auf Aufhebung der Rückerstattungspflicht und ferner eine Entschließung, die die Reichsregierung ersucht, die für die Aufrechterhaltung der Anwartschaften in der Sozialver- sicherung, von de« Erwerbslosen zu leistenden Pflichtbeiträge ans öffeut- lichen Mitteln sicherzustellen. Ebenfalls soll die Regierung dafür Sorge trage», daß die Fortsetzung der Mitgliedschaft in der zuständigen Krankenkasse erfolgt. Zu diesem Zwecke soll seitens der Regierung eine Besprechung von Vertretern des Städtetages und der Spitzenverbönde der Krankenkasien her- beigsführt werden. Der Ausschuß behandest dann Anträge, die zur Krankenversicherung gestellt worden sind. Litke(Soz.) verlangt, daß die durch Rotver- ordnung vorgesehene Krankenschein- und Rezept- gebühr aufgehoben wird. Ebenso verlangt der Redner, daß die Borschriften der Notverordnung vom 8. Dezember 1931 aufgehoben werden, die die Gewährung von Mehrleistungen durch die Krankenkassen unterbindet. Diese Vorschrift führte dazu, daß die Krankenkassen unter anderem auch kein Sterbegeld für verstorbene Angehörige zahlen dürfen. Litke wendet sich gegen den kommunistischen Antrag, der verlangt. daß die Krankenversicherung vom Stande des 1. Januar 1936 gewährt werden soll. Bei An- nähme diese» kommunistischen Antrags würde die Gewährung der Familienhilfe als Pflichtleistung aufgehoben. Ebenso dürfte nur chausgeld gewährt werden, wenn ein Versicherter seine Angehörigen überwiegend von seinem Arbeitsverdienst ernährt. Auch die Pflicht der Krankenkassen, bei Unter- bringung in einem Genesung»-, Erholung?- oder Kurheim Hausgeld zu zahlen, wäre aufgehoben worden. Der Abg Rädel(Komm.) erklärte, daß sein Antrag eine gewisie Schwäche zeig«, und daß er ihn deshalb entsprechend abändern werde. Staatssekretär Grieser führte aus, daß man für den Lebensabend des Arbeiters und An- gestellten eine frohe Vollendung schaffen müßt«. Er sagte, daß die Beamten bis zum Ausscheiden aus dem Dienst einen Aufstieg in Anspruch nehmen, während bei dem Arbeiter mit dem 46. Lebensjahr der Abstieg beginnt. Staatssekretär Grieser meinte, daß man dem Arbeiter und An- gestellten die Selb st Verwaltung voll- kommen überantworten solle, damit die Versicherten sich die Sozialversicherung in ihrem Sinne gestalten. Litke(Soz.) fragte den Staatssekretär Grieser, ob die frohe Vollendung des Lebensabends des Arbeiters darin bestehen soll« daß die Ver- sicherten bei alleiniger Selbstverwaltung a u ch d i e Beiträge allein aufzubringen hätten. Staatssekretär Grieser antwortete, daß er die Leistungsgemeinschaft der Arbeitgeber und Arbeit- nehmer für erforderlich hält. Im übrigen sei der Arbeitgeberanteil ein Stück des Lohnes. Vor den Reichstag! hieraus aus Jen Kulissen Freitag nachmittag tritt der Aeltestenrat zusammen, um endlich Tag und Tagesord- nung der nächsten Reichstagssitzung zu bestimmen. Der am 6. November gewählte Reichstag ist bisher von seiner Mehrheit, zu der die Nationalsozialisten den Hauptanteil stellen, an jeglicher Arbeit gehin- d e r t worden. Die Herrschaften, die den Wählern das Blaue vom Himmel ver- sprachen, haben sich bisher damit begnüg«, sich nach Empfang ihres Mandats standhaft zu— vertagen Das Spiel soll jetzt wieder- holt werden. Die Sozialdemokratie legt da- gegen energische Verwahrung ein. Sie for dert, daß das Parlament endlich die Auf- gäbe erfüllt, für die es gewählt ist. Sie fordert den'Zusammentritt am 24. Januar, die Abgabe der Erklärung des Kabinetts Schleicher über fein Programm und die Stellungnahme der Par- teien. Sie fordert die Inangriffnahme der vielen schwebenden gesetzlichen, besonders der sozialpolitischen Arbeiten, die zum Teil in den Ausschüsien gewissenhaft vorbereitet sind. Sie fordert die öffentliche Tagung des Reichstages zur Herstellung von Rein- lichkeit und Klarheit. Seit der Abweichung von der parlamentarischen zur„autoritären" Staatsführung, die ja der Sauberkeit in der Politik dienen sollte, erlebt Deutschland ein Intrigantenspiel und eine Kulissenspielerei wie niemals zuvor. In Villen und Palästen. in Salons und Hinterzimmern schachern und schieben die neuen„Autoritäten" um die alte und um eine eventuelle neue Regierung mit Mitteln und in einem Umfange, die sie früher nur bei den von ihnen gehaßten Schacherjuden für zulässig gehalten haben. Hitler bei Papen, Straßer bei Schleicher. Hugenberg bei Hitler, Papen bei Hugenberg. dieser beim Reichspräsidenten, jener beun Kanzler: Alvensleben schiebt vorne, Thyssen schiebt hinten, Straßer wird Vizekanzler. Hitler will das Hehrministerium. Schleicher ist für dieses geneigt, Hindenburg gegen jenes, die Harzburger Front wird verkehrt aufgerichtet, mit dem Zentrum, ohne das Zentrum— wenn in Deutschland jemand noch nicht gewußt hat. was man unter wahr- hafter„Autorität" zu verstehen hat, jetzt weiß er es. Wir fordern, daß die Herren endlich aus ihren Kulissen und Salons her- vortreten in die Ocffentlichkeit, vor den � Reichstag, vor das Volk, damit diese endlich Gelegenheit haben, zu sehen, was ge- spielt wird und dazu Stellung nehmen können. Die Herrschaften sollen ihre Staats- kunft vor der Oeffentlichkeit produzieren. Deshalb verlangen wir den Zusammentritt des Reichstags. Die K o m m u n i st e n. von Blindheit ge- schlagen, wollen auch diesmal wieder der Reaktion das Spiel erleichtern. Sie wollen sofort, ohne Aussprache, ohne Regierungserklärung, die Abstimmungen vornehmen. was wieder zur Auflösung des Reichstags führen müßte, ohne daß die Volksvertreter die Gelegenheit erhalten, der Stimme des Volkes Ausdruck zu geben. Herr Schleicher würde sich freuen, wenn diese Anschauung eine Mehrheit fände! Er brauchte sich nicht in geistige Unkosten zu stürzen, es blieb ihm nur die Aufgabe, die Herren nach Hause zu schicken, die ihre eigene parlamentarische Ar- beit gar nicht erst aufnehmen. Anscheinend sind die Kommunisten der Auffassung, es ge- nügt, sich wählen und dann wieder nach Hause schicken zu lassen, damit sei die Pflicht des Volksvertreters erfüllt. Denn daß sie mit dieser Methode nicht die Regierung, sondern sich selber stürzen, und zwar kämpf- l o s stürzen, ist klar- Die Sozialdemokratie wird diese einfältig« Gens für 40 Stunden aegierungshomproiniL— Die Unternehmer unbelehrbar Eigener Beridtt des„Vorwärts" Gens. 19. Januar. Die Konferenz zur Vorbereitung der V i e r z i g- stunden-Arbeitswoche mußte heute a u f Antrag der A r b e! t« r g r u p p p e na- m e n t l i ch über di� Resolmion der Arbeitergruppe abstimmen Die Entschließung wurde mit 31 gegen 21 bei 17 Enthaltungen abgelehnt. Geschlossen für die Resolution stimmten d i« Arbeiter, geschlossen dagegen die Unternehmer. Von den Regierungen stimmten nur Spanien und Schweden dafür. Italien, Frankreich. Dänemark und 14 andere Staaten enthielten sich der Stimme. Deutsch- l a n d und der Rest der Regierungen sti m m t e n dagegen. Vor der Abstimmung über die Resolution der Regierungen gab im Namen der Arbeiterklasse Mertens- Belgien d?« Erklärung ab. seine Gruppe stimme iür die Resolution, weil sie dos Prinzip enthalte, auf dem die Resolution der Arbeiter beruht hätte. Die Arbeiter hofften, daß bei Annahme der Regierungsresolution die Weiterarbeiten des Internationalen Arbeitsamtes bis zum Sommer in der Richtung der Anre- gungen der Resolution vor sich gehen würden. Für die englischen Arbeiter gab Hoy° bat) eine Sondererklärung ab: Die bri- tischen Arbeiterdelegierten hätten die klarere Sprache der Arbeilerresolurion gewünscht. Da ober gestern von Regierungsvertretern erklärt worden sei, daß die Absicht im wesentlichen Sinn« die gleiche sei und nur die Resolutionen im Ausdruck verschieden, so stimme die englische Arbeitergruppe ebenfalls für die Regie- rungsresolution, behalte sich aber volle Handlungsfreiheit für das Abkommen vor, das im Juni ausgearbeitet werde. Mit 41 gegen 21 Stimmen bei 7 Enthaltungen wurde dann die Resolution der Regierungen an- genommen, gegen die geschlossen nur d i e Unternehmergruppe stimmte. Nach der Abstimmung erklärte Oer sie dt- Dänemark für die Unternehmer, sie seien überzeugt, daß die Arbeilszeiloerkürznng nicht verwirklicht werden könne. Wenn die Ubter- nehmergruppe weiter mitgearbeitet habe, so sei es nur gewesen, um einem Verlassen der Kon- ferenz jede Möglichkeit von Mißoerständnissen und falschen Unterstellungen zu nehmen. Die Konferenz tritt nunmehr in die Einzel- beratungen zur Borbereitung eines Konoentions- en'wurfes ein, die in den, Ausschüssen vor sich gehen werden. Geheimrüstungen Ahteneinsicht in Pari« Paris, 19. Januar. Die rechtsgerichteten Abg. H e n r i o t and Par- mentier hatten vor kurzem eine Entschließung beantragt, die die Regierung aufsordert. die Akten- stücke über die angeblichen deutschen Ge- heimrüstungen zu veröfsentlichen. Der Unterstaatssekretär im Außenmimsterium, Pierre Est, hat die beiden Abgeordnete» zu sich ge- laden, damit sie Kenntnis von diesen Akten- stücken nehmen. •k Nach dem Weltkrieg ist in Frankreich eine Ba- taillonsfahne des ehemaligen 3. preußischen Garde- regiments z. F. gefunden worden. Da diesem Re- giment seinerzeit Hindenburg(später auch Schleicher) angehört haben, bemüht man sich um die Rückgab« dieser Fahne. Di« Mehrheit des Vorstandes der nationalen Frontkämpfervereini- gung hat sich für die Rückgabe der Fahne aus- gesprochen. Entscheiden wird Ministerpräsident Paul B o n c o u r, der den Vorstand am heutigen Donnerstag empfängt. Im Fall der Zustimmung null der Vorstand die Fahne nach Berlin bringen und sie gemeinsam mit Vertretern deutscher Frontkämpfer Hindenburg übergeben. ZSO Mann erfroren Chinesischer Krieg im Frost Schanghai, 19. Januar. Japanisch« Patrouillen haben aus dem im Kampfgebiet an der koreanischen Grenze liegen- den Takuschan-Berge 386 chinesische Sol- daten erfroren ausgesunden. Wie man an- nimmt, gehören vi« Chinesen zu einer Abteilung in Stärke von 466 Mann, die von den japanischen Truppen bedrängt, sich auf den Gipfel des Berges flüchteten, wo sie ihren Verfolgern während der Dauer von 14 Tagen erbitterten Wider- stand leistete. Als über das Kampfgebiet an der koreanischen Grenze eine Kältewelle von außerordentlicher Stärke ging, verstummte das Gewehrfeuer auf dem Berge. Um die Ursache dafür festzustellen, entsandten die Japaner Pa- trouillen, die die Chinesen aus ihren Posten er- froren auffanden. Die Toten hielten die Ge- wehr«»»ch schußbereit in ihren Armen. Taktik nicht mitmachen. Sie Krennk auf Abrechnung. Sie will abrechnen vor dem Forum des Volkes mit den autv' ntiiren Regierungen sowohl wie mit den �Nationalsozialisten, auf deren Rücken diese Herren in ihre Amtlichkeit geklettert sind. Sie will am Schluß dieser Debatte ihr Miß- trauensvotum zur Abstimmung bringen. Sie will aber auch warnen, ernstlich war- nen vor Experimenten, wie sie immer wieder in der autoritären Presse auftauchen und die sich mit der verfassungswidrigen V e r- s ch i e b u n g der Neuwahlen um ein halbes oder ein ganzes Jahr beschäftigen. Hugenbergs Presse ist für ein ganzes— wenn schon die Verfassung gebrochen wird, dann auch ordentlich! Die Berechtigung dazu soll der schon mehrfach erwähnte ,.S t a a t s n o t st a n d" geben. Wer einen solchen nicht zu entdecken vermag, für den kann er am Sonntag eventuell hergestellt iverden. Die„Tägliche Rundschau" weiß dafür ein durchaus aussichtsreiches Rezept. Polizeipräsident Welcher hat den Aufzug der Nazis auf dem Bülowplatz„mit der Front gegen das Karl-Liebknecht-Haus" am kommenden Sonntag weitherzig zugelassen. Die regierungsfromme„Tägliche Rundschau" nimmt an, daß sich die Kommunisten das nicht ohne weiteres gefallen lassen. Wenn daraus die befürchtete Keilerei mit Toten und Verwundeten entsteht— die Herr Welcher anscheinend nicht befürchtet— dann ist doch der„Staatsnotstand" da! Dann kann doch in Deutschland nicht gewählt wer- den! Das Spiel ist durchsichtig und gefähr- lich! Mancher wird die Geister, die er rief, nicht mehr los! Wir warnen auch hier! Der Reichspräsi- dent hat sich mit Eid und Wort immer wieder dafür verbürgt, daß er zu einem Verfassungsbruch seine Hand nicht leiht. Herr Schleicher hat sich in rustikalem Ton gegen das„Verfassungsgequatsche" erklärt— er wird den Verfassungsbruch nicht leichter zu nehmen wagen als das Gerede darüber. Noch einmal— wir warnen! Warnung an Schleicher Breitscheid über seine Pläne In einer außerordentlich stark besuchten Ver- treteroersammlung der Sozialdemokratie im Ber- liner Kreis Friedrichs ha in sprach gestern der Vorsitzende der sozialdemokratischen Reichstage- fraktion, Genosse Dr. Rudolf Breitscheid über die politische Lage. Es ist die Frage aufgetaucht— führte Breit- scheid aus— obderParteitagderSozial- d emo kratie, der auf den 12. März angesetzt ist, überhaupt stattfindet. Ein Sensationsblatt hat behauptet, daß die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags� bei der kommenden Tagung deshalb dem Reichskabinett von Schleicher das Mißtrauen aussprechet und die Reichstagsauflosung herbei- führen wolle, weil sie die bevorstehenden, sehr scharfen Auseinandersetzungen auf dem Frank- siirter Parteitag fürchte. Dos ist aufgelegter Schwindel, daran ist kein Wort wahr. Niemand ln den führenden Stellen der Partei will eine Hinausschiebung des Parteitages, im Gegenteil, alle wünschen seinen Zusammentritt zur angesetzten Frist. Eine Mög- lichkeit der Hinausschiebung bestände nur dann, wenn gegen unseren Wunsch Reichs- tagswahlen und Parteitag zusammen- fielen. Weiter behandelte Breitscheid die Gerüchte, die davon sprechen, daß das Reichskabinett von Schlei- cher den Reichstag auflösen wolle, ohne Neuwahlen zum verfassungsmäßigen Termin Auszuschreiben.„Dieser Plan", so sagte Breit- s.'lleid,„würde mir vollkommen absurd erscheinen, wen» mir nicht der General von Schleicher, als ich vor seiner Berufung zum Reichskanzler im Auftrage der Partei bei ihm wir, die Frage vorgelegt hätte: Würde die Sozialdemokratie, wemi der Reichstag wegen Arbeitsunfähigkeit aufgelöst und die Frist der Einberufung von Neuwahlen nicht«ingehal- ien würde, deshalb auf die Barrikaden g eh e n?" Ich antwortete ihm:„Auf die Barrikaden will ich mich nicht fesllegen, aber für die gesamte Arbeiterschaft wäre eine solche Handlung Veran- üsisung, mit allen ihr zur Verfügung stehenden ge- s glichen Mitteln gegen einen solch e'n Verfassungsbruch vorzugehen. Eine solche Provokation der Arbeiterklasse wird ohne Zweifel die stärksten Stürme hervorrufen." Diese Dalegungen Breitscheids wurden von der Versammlung mit stärkstem Interesse zur Kennt- i s genommen und durch lebhafte Zustimmung unterstrichen. Klarheit über Ofthilse-panama? Die Agrarier und der Reichsernährungsminister suchen sich zu drücken! Die gestrigen Beratungen im Haushaltsausschuß des Reichstages über die O st h i l f e und sonstige Agrarfragen, die heute, Freitagvormittag, ihre Fortsetzung finden wird, hat sehr rasch große politische und sachliche Bedeutung erlangt. Die Auseinandersetzung über die bei der Ost- hilf« eingerissenen Subventionsmethoden ist politisch provoziert durch jene beispiellos un- verschämte Erklärung des Reichslandbundes an die Adresse der Reichsregierung, nachdem man mit ihr eben noch freundlich oerhandelt hatte. Im besonderen das Zentrum fühlt sich zur Ab- wehr jener Angriffe gezwungen, da es ja gerade das Kabinett Brüning war, das in der groß- zügigsten Art und Weife für den Osten zur Sa- nierung und Siedlung große Reichsmittel bereit- gestellt hatte. Jetzt muß es erleben, daß diese Mittel nicht nur in ganz anderem Sinne verwendet werden, als ursprünglich vorgesehen war, außerdem muß es noch einen politischen Vorstoß der großagrarischen Reaktion gegen seine Arbeit erleben. So war es zwar ungewöhnlich, aber verständlich, daß der Zentrumsabgeordnete Ersing ganz gegen seine sonstige Gewohnheit den Schluß seiner Abwehrrede schriftlich fixiert hatte und vorlas. Diese entscheidende Erklärung des Zentrums aus dem Munde des Abgeordneten Ersing hat folgenden Wortlaut: „Die parlamentarische Behandlung der Ost- Hilfe im Haushaltsausschuß hat in den G r o ß- grundbesiherkreiseo. die die Osthilfe in ungerechtfertigter weise in Anspruch ge- nommen haben, größte Bestürzung ausgelöst, von einer weiteren p a r l a m e n- tarischen Behandlung dieser Miß- brauche fürchten sie Gefahren und darum suchen sie nach wegen, nm eine weitere parlamentarische Verhandlung unmöglich zu machen. Sie entfalten hinter den Kulissen stärkste Aktivität für so- sortige Reichstagsauflösnng. Die Regierung kann nicht wünschen, daß eine weitere parlamentarische Aufklärung über die Vorkommnisse in der Osthilfe verhindert wird. wir hoffen bestimmt, daß die Reichsregierung in dieser Frage in derselben Offenheit mit der politischen Vertretung des Volkes verhandelt, wie dies in den letzten Tagen über die Lage der öffentlichen Finanzen und über deutsche wirtschaflsfragen geschehen ist. Sollte entgegen dieser unserer Auffassung aber das Drängen der astel bischen Großagrarier stärker sein nnd der Reichstag durch Auflösung an der weiteren Le- Handlung dieser Fragen verhindert wer- den. so würde dies nach unserer Auffassung zu einer schweren Verlrauenserschütte- rung führen und in den weitesten Schichten des deutschen Volkes das Empfinden auslösen, daß die oslelbischen Großgrundbesitzer zwar die Groschen des fteuerzahlenden deutschen Volkes gern in Anspruch nehmen, daß sie ober gleichzeitig dieses zahlende deutsche Volk politisch be- herrschen wollen." Für die Sozialdemokratie ist die politische Seite des Angriffs der oftelbischen, mit Reichsmitteln sanierten Adels- und Herrenkaste auf den Staat selbstverständlich ebenfalls wichtig Dazu kommt ober noch, daß ganz wesentliche sachliche Gründe zu einer schleunigen Kontrolleder Ost- Hilfe drängen. Darin ist sich die Sozialdemo- kratie mit den verständigen Vertretern oller poli- tischen Parteien einig. Die sachsiche Bedeutung einer gründlichen und schnellen Ueberprüfung der Verausgabung von Hilfsmitteln im agrarischen Osten liegt darin, daß das Deutsche Reich zu einer Zeit riesenhafte Beträge nach dem Osten zur Sanie- rung der Landwirtschaft gelegt hat, da im Reichsetat alle Sachausgaben bis aufs letzte gedrosselt wurden die Sozialgesetzgebung abge- baut wurde und auch an den Beamtengehältern gespart werden mußte Da statt der Anerkennung für diese Sonderleistung die Führung des Reichs- landbundes und ihre nationalsozialistischen An- Hänger nichts anderes als Hohn und Spott und neue Forderungen übrig haben, ist eine Klar- stellung des gesamten Osthilfeumfanges dringend notwendig. Der Redner der sozialdemokratischen Fraktion, Genosse Heinig, gab einen vorläufigen Ueberblick über den tatsächlichen Oschilfeumfang und machte positive Vorschläge für deren genaue Feststellung und im be- sonderen für die beschleunigte allgemeine Kontrolle der großen Osthilfeausgaben und die Unterrich- tung des Reichstags über das Resultat dieser Kon- trolle. Heinig schlug vor, daß der Rechnungshof des Dentfchen Reiches als unabhängige Behörde diese Prüfung beschleunigt vornehme. Der Rechnungshof ist dazu besonders geeignet, einmal weil er schon in seiner jüngsten Denk- schrift an den Reichstag zur Haushaltsrechnung über die Ergebnisse seiner ersten st i ch p r o b e- w e is e n Prüfungen der O st h i l f« Wesentliches feststellen konnte. Zum andern ist der Rechnung?- Hof des Deutschen Reiches feit längerer Zest bei einer etwas eingehenderen Prüfung der Land- stellen und der gesamten Bewirtschaftung der Ost- Hilfemittel, zum dritten ist der Rechnungshof als völlig unabhängige Reichshehörde, der aste Akten zur Verfügung stehen, und als anerkannt objek- tive Prüfungsinstanz am besten zu einer solchen Kontrolle geeignet. Diesen sozialdemokratischen Borschlag machte sich im besonderen das Zentrum zu eigen. Die Deutsch- nationalen wie Nationalsozialisten schwiegen be- treten. Sie überließen dem Minister die Ent- scheidung. Zwischenfall im Reichsrat Preußische Angriffe auf den Beamtenputsch der reaktionären Kommissare Lady Baily, die feit ihrem Abflug aus Oran am IS. Januar vermißt wurde, ist gesund i id munter etwa 20 Kilometer südöstlich von asua am Niger aufgefunden worden. Sie hatte dort aus Mangel an Lebensmitteln und Brenn- stosf«in« Landung vornehmen müssen. Der Reichsrat hielt am Donnerstag ein« Vollsitzung ab, in der einige wichtige Vorlagen er- ledigt wurden. Zur Beratung stand zunächst ein« V« r o r d- nung über ausländische Arbeit- n e h m e r, die die Rechtsverhältnisse der Beschäs- tigung regeln will und einige frühere Berord- nungen zusammenfaßt. Der Zweck der Zusammen- fassung ist, die Behandlung der Ausländer auf dem deutschen Arbeitsmarkt einheitlich für das Reichsgebiet zu gestalten und sie den oeränderten Verhältnissen anzupassen. Der Begriff des Ar- beiters wird zu dem Begriff des Arbeitnehmers er- weitert, und damit werden die Angestellten einbezogen. Neu ist ferner die Vorschrift, daß nicht mehr nur die Arbeitsstelle zur Beschäs- tigung eines Ausländers, sondern auch dieser selbst der arbeitsbehördlichen Prüfung von der Zulassung zur Beschäftigung unter- worfen wird. Neben die Beschäftigungsgenehmi- gung für den Arbeitgeber tritt die Arbeitserlaub- nis für den ausländischen Arbeitnehmer. Di« Zu- ständigkeit zur Erteilung der Genehmigung, na- mentlich auch zur Anwerbung und Vermittlung ausländischer Arbeiter für die Landwirtschaft soll grundsätzlich ausschließlich den Ar- b«itsbehörden übertragen werden. Auf An- trag der Reichsregierung wurde aber noch be- schloffen, den Reichsarbeitsminister im Einver- nehmen mit der obersten Landesbehörde zu er- mächtigen, auch anhere Stellen als zuständig zu bestimmen. Die Reichsregierung hat in den Ausschüssen auf Wunsch die Erklärung abgegeben, daß für die an staatlichen Bühnen beschäftigten künstlerischen Kräfte und für die wissen- schastlich vorgebildeten Angestellten an Hochschulen ein« Sonderregelung erfolgt, wobei die Zuständig- keit der Länder vorgesehen wird. Die Verordnung tritt am 1. Mai in Kraft. Zu einem politisch interessanten Zwischenfall kam es bei der Beratung über die Besetzung der Stell« des Präsidenten des Reichsversicherungsamts, die durch die Ministerschaft des früheren Präsidenten Dr. S ch ä f f e r im letzten Sommer fteigeworden ist. Die Reichsratsausschüsse schlagen im Benehmen mit der Reichsregierung die Wiedersrnennung des früheren Reichsarbeitsministers Dr. Schäffer vor. Ministerialdirektor Dr. Brecht erklärte dazu für die preußische. Staatsregierung, daß Preußen keinen Anlaß habe, in diesem Falle den von der Reichsregierung hervorgehobenen Ge- sichtspuntt persönlich pfleglicher Behandlung zu berücksichtigen. Wenn es sich um die Behandlung von Personalien in Preußen handle, habe die Reichsregierung eine solche Rücksicht nicht genommen. Herr von Braun, der Ernährungsminister, im ersten Augenblick über die haushaltrechtliche Situation nicht ausreichend unterrichtet und ohne entscheidende Kenntnis der parlamentarischen Ver- Hältnisse, meinte— vielleicht auch noch aus anderen Gründen— mit einer H a n d- beweg ung über die positiven Vor- schäge über eine sachliche Bereinigung der Ost- hilfeoerhältnisse hinweggeben zu können. Dabei wurde er durch einen sehr eifrigen Refeven- ten seines Ministeriums unterstützt, allerdings such gleichzeitig auf» Glatteis geführt. Dieser hatte ihm das Oschilfegesetz zugeschoben und aus einen Paragraphen hingewiesen, der den Beamten der Osthilsestellen gegenüber Drittes Schweigepflicht auferlegt. Damit geriet der Herr Minister aber aus dem Regen in die Traufe! Der Abg. Hertz preußische Beamte zum großen Teil sehr guter Qualität ab- gesetzt, ohne für die weitere Nutzung dieser brach- liegenden Kräfte in ähnlicher Weise gesorgt zu haben. Sachlich hat Preußen keinen Anlaß, für den bisherigen Arbeitsminister einzutreten, da man ihn nach den Erfahrungen seiner Amtszeit nicht als die beste Kraft für dieses Amt ansehen könne. Dr. Brecht erklärte, er stelle keinen Antrag, da sich die Ausschüsse mit großer Mehrheit dem Vorschlag der Reichsregierung angeschlossen hätten. Der Reichsrat stimmte dann dem Ausschußvor- schlag zu. Die Blutschuld der SA. Neue Klage des Stahlhelms Das Bundesorgan des Stahlhelms veröffentlicht unter der Ueberschrist„Wieder bluteten vier Ka- nieraden" das folgende: „In den letzten beiden Ausgaben des„Stahl- Helm" mußten wir über vier an Stahlhelm- kameraden begangene Bluttaten berichten. Zwei von unseren Kameraden starben an den furchtbaren Verletzungen, die sie erlitten. Zn allen vier Fällen wurden die feigen, grauenhaften. Aebersälle von Nationalsozialisten verübt. Heut« müssen wir wiederum von vier Ueber- fällen auf Stahlhelmkameraden berichten. Eine dieser Bluttaten wurde von einem Kommunisten begangen, die anderen drei wiederum von Angehörigen der NSDAP. Es ist dabei festzustellen, daß sich unsere Be- richte nur out solche lieberfälle erstrecken, bei denen unsere Kameraden erheblich ver- letzt wurden. Es handelt sich um Fälle in Altstadt, Kierberg- Heide, Altlangsow und Sonnenberg. Im Falle Sonnenberg wurde der Gemeindevorsteher Friedrichs von einer SA.-Hord« überfallen; als das lleberfalltommando Braunschweig erfuhr. daß Nationalsozialisten die Angreiser waren, ver- weigerte es die Hllfe! Der„Stahlhelm" bemerkt dazu: „Es liegt nahe, das verhalten der Polizei mit der Tatsache in Verbindung zu bringen, daß das Land Sraunschweig nationalsozialistisch regiert wird und daß die Polizei unter Führung von Angehörigen der NSDAP, steht." Diese Regierung aber lebt nur von der Bund««- genossenschaft des Stahlhelms und der Deutschnatio- nalen, die wie die Nationalsozialisten das Braun- fchweiger Unwesen über das Reich ausdehnen möchten. Sie bluten, aber sie leisten den Banditen weiter Bunde shikfei ERSTE BEILAGE Jagd hinter den BVG.-Räubem Groß-Alarm bei der Kriminalpolizei Die Fahndungsaktio» der Berliner K-ri- »ninalpolizei«aeh den vier Räubern hui in ganL groftem Maßstäbe eingesetzt. Der Polizeifunk ist in Tätigkeit ge- treten. Fahndungsdcpe scheu an alle Polizeistatione» des Reiches sind mit dem Zignalement der Täter ausgegeben worden. Auch die Grenzposten wur- den alarmiert. Bei den verfolgten Tätern, auf deren Ergeifung eine Belohnung von Zvaa M. ausgesetzt wurde, handelt es sich mehr oder weniger um junge Bur- scheu, die in der Gegend des„Bstlow- Kogeus" verkehrten und dort einen v«r° hältnismäßig großen Bekanntenkreis haben. * Ei» besonderer Stab von Beamten ist gestern imterwegs gewesen, um bei Verwandten der Täter Nachforschungen anzustellen, bei denen die Burschen früher gewohiü hatten. Sie hatten näm- lich sämtlich nach der Tat ihre bisherigen Wohn» sitze oerlassen und sich teils eigen«, teils möblierte Zimmer gemietet. Mü Zlusnahme des Chauffeurs Willi Krebs find alle vier mehr oder weniger vorbestraft und auch als Raufbolde bekannt Der zuerest verhaftete Ermin lfildebrandt lebte zuvor bei seinen Eltern in der Schwerin- Feuersbrunst? Marineflughafen zerstört Honolulu, 19. Aauuar. Zn dem Mariucslughafen Luke- f i c l d in der Nähe von Honolulu brach aus bisher unbekannter Ursache ein Riesenfeuer aus, das die riesigen Klughalleu und Fallschirmlager vollkommen zerstörte. Der Ichade« be- läuft sich auf mehrere hundert- tausend Dollar. Zahlreiche Groß- bombenflugzeuge sind verbrannt. Durch das schnelle Eingreifen der Soldaten und Matrose« konnte verhindert werden, daß auch die übrigen Einrichtungen des Mariueflughafens durch das Feuer der- «ichtet wurde». Ueber weitere Einzel- heite« des Brandes verweigern die Be- Hörden die Auskunft. Der 15. Januar Vortrag heim Reichsbund Der Deutsche Republilanische Reichsbund veranstaltete unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Dr. A b e g g aus Anlaß des Reichsgründungstages einen Vorttagsabend, auf dem Universitätsprofesior A Rosenberg in kritischer Beleuchtung des Nationalistenrummels um den 18. Januar das Thema„Vom Kaiserreich zur Republik" behandelte. Bismarck schuf, vielleicht zu seinem eigenen Verhängnis das preußisch absolutistische„Gottes- gnadenwm" für die seit Jahrhunderten großen- wahnsinnige Hohenzollernclique. Dieses System straße 6. Seinem Vater war die dortige Miele zu teuer, so daß er mit Fron und Sohn qb Januar eine Laube in Britz bezog, für die er nur 16 Di. im Monat bezahlen brauchte. Di« Eltern des H. sind jetzt wieder von der Polizei ent- lassen worden. Krimmalrat G e n n a t hatte sie oerhört. Sie habe» von dem Treiben ihres Sohnes wahrscheinlich keine Ahming gehabt. Der Fluchtweg der Räuber Bei der Durchsuchung der Quartiere der Räuber sowohl als auch bei den Verhören der Verwandten stellte es sich heraus, daß sämtlich« Mittäter zahlreiche Wäschestücke und Anzüge bei ihrem jetzige» Verschwinden mitgenommen hatten. Das deutet also alles darauf hin, daß sie mit einer längere» Abwesenheit von Berlin rechnen. Ihre Pläne sucht aber die Kriminalpolizei zu durchkreuzen. Die G r en z st a t i o n e n sind besonders veranlaßt worden, Nachricht zu geben, ob die Signalisierten schon die jeweiligen Stationen passiert haben. Zllis dem Bekanntenkreis der Räuber sind schon verschiedene Personen heran- geholt worden, um über die Täter vernommen zu werden. Der Fluchtwegder Gesuchten, die sicherlich getrennt geflüchtet sind, ist natürlich noch nicht klar. Da sie aus ihrer Beute jeder mehrere tausend Mark bei sich haben, dürsten sie vermittlich versuchen wollen, das Ausland zu erreichen. >1riminalkoimnisiar Lifsig.keit, der die Spur der BVG.-Räuber aufstöberte, vermutet, daß sie hat Bismarck nach seinem Abschied später selbst eimnal mit den Worten charakterisiert:„Man glaubt Gott zu gehorchen, wenn man einem Gc- heimrat oder llnlerossizier untersteht." Aus dem von der Persönlichkett Bismarcks im Ansang be- herrschten System eines eisern wehrhasten, impe- rialistischen Macht st aates wurde nach seinem Tode unter dem unfähigen Regime eines Wil- Helm II. ein von kulturellen und kapitalistischen Spannungen erschüttertes Bürokraten- 3n der Chausieefiraße in Berlin-Britz ereignete sich in den gestr'gen Abendstunde» ein folgen- schweres Autounglück, das sieben Passanten zum Verhängnis wurde. Eine Aulodroschk« tafle in eine Gruppe Menschen hinein. Eine Frau wurde auf der Stelle getötet, sechs weitere Personen erlitten zum Teit lebensgefährliche Verletzungen. Die Feuerwehr brachte die Verunglückten ins Neuköllner Krankenhaus. lieber den ljergang des folgenschweren Un- glück- erfahren wir folgende Einzelheiten: Um 17.30 Uhr passierte ein Straßenbahnzug der Linie 27 die C Hausieestraße in Britz. An der Hattestelle vor dem chause Chausieestr. 151, an der Ecke Triflstraße. verließen zahlreiche Fahrgäste, meist Arbeiter und Angestellte, die um diese Zeit heimkehrten, die Straßenbahn. Wenige Augenblicke später kam die Chausseestraße, wie Augenzeugen behaupten, in rasender Fahrt, eine Äutodroschke herauf. Aus noch unbekannter Ursache geriet der Wagen plötzlich ins Schleudern und fuhr auf den Bürgersteig. Die Folgen waren entsetzlich. Eine etwa 40 Jahr« all« Frau Emma auch für den F e u e r ü b e r f a l l aus das Nestau- rant Tiepelmann in Frage kommen. Aussehen der Täter von der Polizei wird folgende Personalbeschreibung der noch gesuchten Täter gegeben: 1. Alfons H o H e i> e l. Klempnergeselle. 25. Zun! 1909 in Lissa geboren, zuletzt Berlin, Dennewih- straße 36 wohnhast gewesen. 1,72 bis 1.75 Meter groß, untersetzt, volles, dunkles, nach hinten gekämmtes haar, glatt rasiert, knochiges Gesicht, slawischen Typ, Kleidung unbekannt. 2. Erich Achtenhagen. Arbeiter, 12. Dezember 1902 in Berlin geboren, zuletzt Berlin, Bülowstraße 63 wohnhaft. 1,72 Meter groß, kräftige Gestalt, blondes haar, blaue Augen, abstehende Ohren, ovales Gesicht, aus rechter Hand einen Stern tätowiert. 3. Willi Krebs, Ehansseur, 1. Zuli 1909 in Neukölln geboren, zuletzt Berlin. Lausitz« Str. 51 wohnhaft. 1,72 Meter groß, schlank, blasses Gesicht schwarzes, rechts gescheiteltes haar, ist im Besitz eines Führerschein» 3b 9243/27, ausgestellt vom Kraswerkehrsamt Berlin. 4. Fritz w i e n k e. 6. 3uni 1912 in Berlin geboren, zuletzt Bertin. Zeitnerstraße 10 wohnhaft gewesen. 1,66 Meter groß, schlank, dunkelblondes haar, graublaue Augen, große, breite Nase, bekleidet mit dunkelblauem Anzug, grauem Zilzhul und schwarzen Halbschuhen. regime. Auf die Periode der Siegessäule folgte die der Siegcsollee, oder, wie Maximilian Horden, der Altersfreund Bismarcks es ausgedrückt hat, nach 1890 war„das G i p s z e i t- alter angebrochen". Der Aufstieg der Sozialdemokratie, die im Jahre 1912 ein Drittel aller Reichstags- Mandate eroberte, vermochte auch noch nicht die De- mokrati« durchzusetzen und damit den organisierten Weltfrieden zu garantieren, weil die Militär» und Lange aus der Kolonie„Rosenhöhe" in Britz, die ahnungslos an der Seite ihres Mannes ging, wurde vom Kühler des Autos ersaßt und gegen «inen Baum gequetscht. Die Unglückliche hakte so schwere Verletzungen erlitten, daß der Tod sofort eintrat. Die Feuerwehr mußte die Leiche erst aus der eisernen Umklammerung des Kühlers und der Stoßstange freimachen. Wie durch ein Glück kam der Ehemann, der 46 Jahre alte Emil L., mit Fleischwunden davon. Das Auto hatte auf der Fahrt über den Bürge rsteig noch vier weitere Passanten ersaßt. Die Verletzten sind: Karl Stessen, 47 Jahre, Steinhaussiedlung Britz: Fritz Bölter, 19 Jahre, Marienfelder Weg 12a; Emil Weber, 41 Jahre, Chausseestr. 44 in Britz, und Hermann Strauß. 33 Jahre, Trsitstr. 2 in Britz. Außerdem hatte sich der Chauffeur des Unglückswagens, der 36jährige Hermann Wolf aus der Berliner Straße in Tempelhof, erhebliche Wurtden zugezogen, FREITAG, 20. JANUAR 1033 Kapitalistendiktatur, die in der Versassung von 1871 verankert war, noch zu stark blieb. Bismarck mag kurz vor seinem Tod« noch die Fehler des Ausschaltens der schaffenden Volksschichten vom Staat erkannt haben, als er im Dezember 1891 in einer Rede erklärte:„Der Reichstag ist das unentbehrliche Bindemittel unterer nationalen Zu- lammcngehörigkeit. Diesen widerstandsfähig und im A n's e h e n zu erhalten, ist unser« größte Aus- gäbe." An dieses Wort ihres Heros sollten die Diktaturlüstlingc unserer Tage, d>e die unglückliche Lösung der deutschen Frage des 18. Januar 1871 geschichtssälschend verherrlichen, bisweilen denken Erst die Deutsche Republik, erkämpft von d« deut- schen Arbeiterschaft und wieder verrate» vom deutschen Bürgertum aus kapitalistischer Eigensucht, hat 1919 den Weg zur großdeutschen demokratischen Republik beschritten und die soziale und kulturelle Freiheit und Gleichberechtigung er- strebt. Das große Minus öerlins Defizit: 140 Millionen Der neueste Finanzbericht der Stadl Berlin, der den 31. Dezember 1932 zum Stichtag hat, weist für das laufend« Haushaltsjahr, das bis zum April gehl, bish« eine ungedeckte Mehrausgabe von 50 Millionen Mark aus. Bei dem Voranschlag hatte man sür das ganze Etatsjahr mit einem Defizit von 67 Millionen Mark gerechnet und es scheint, daß diese Summe eher üb«schritten, denn unterschritten wird. Die Gründe sür die weitere ungünstige Entwicklung der Stadtsinanzen liegen weiter in den wesentlich gestiegenen Anforderungen der Wohlfahrtsämter, dem immer noch anhaltenden A b- sinken der Steuereinnahmen und der starken Beanspruchung der Stadthauptkasse durch Tilgnngszahlungen. Rechnet man die au? den haushalten 1930 und 1931 bestehenden Fehlbeträge in höhe von 95 Millionen Mark mit dem Fehlbetrag des lausenden Haushaltsjahres zusammen, so«gibt sich als G e s a m t d e s i z i t zur Zeit eine Summe von rund 14 0 Millionen Mark. Di« Zahl der Wohlfahrtserwerds- losen, die am 39. September 1932 326 800 Per- sollen betrug, war am 31. De.zember auf 339 100 Erwerbslose angewachsen. Rund 25 Millionen M. muht« die Finanzoerwallung während des letzte» Bierteljahres an laufenden Zins- und Tilgung s-. folligkeiten aufbringen. Die G e s a m t st« u e r- einnahmen, die aus die bisherigen neu» Monate umgerechnet, 309 Millionen Mark hatten erbringen müssen, betrugen 281 Millionen. Aus Minderheiten an Ileberweisungen von Reich und Land entfalle» hierbei allein 15,7 Millionen Mark. Bracht ist verlegen Seit mehreren Tagen beschäftigen die Berliner Oeffentlichkeit Gerüchte über eine zu erwartende Ablehnung der B e z i r k s r e f o r m durch das Jnnenministertum. Durch Presienachrichten beunruhigt, bemühte sich der Berliner Ober- b ü r g e r m e i st e r seit Tagen um eine Unter- redung bei dem allgewaltigen Herrn Reichs- kommisiar. Herr Bracht ließ sich jedoch nicht sprechen, bis gestern endlich eine U n t e r r e- d u n g zustande kam. In lakonischer Kürze wurde als Ergebnis der Aussprache zwischen Bracht und SaHm verkündet, daß der Reichsminister Dr. Bracht„in Aussicht gestellt habe, in kurzer Frist eine Entscheidung des Staatsminlsteriums herbei- zuführen". Dieses mehr als magere Ergebnis der Unter- redung zeigt die große Verlegenheit, in der sich Herr Bracht befindet. Es spricht ganz für die autoritäreRegierungsführung, wenn einer der führenden Männer dieses Systems in einer so wichtigen Frage wie der Berliner Ver- woltungsreform noch immer nicht weiß, was er eigentlich will! ledsnsmillel Bestellungen über 5.00 Mark unter F 6 Baerwald 0012 werden prompt erledigt. Für Sonnabend müssen sie Freitag in unserem Besitz sein KONSERVEN j I!fä:rab!.......... 0.32 . SÄT?............... 0.3S i Karotten n 4 0 1 Junge, kleine, V, Oo»e W-tU I Gem. Gemüse n 79 1 mlttelfeln...... i/.OoteU.ffc 1 Karotten n 9c D geschnitten..... Do»e w• fc U 1 Schnittbohnen n A9 s junge........... Do»e = Haush.-Misch. n 4A K H m. getr. Erbten>/, Dote UtSlt I Ä1"""......... 0.48 1 �iiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinfs KOLONIALWAREN WEINE, SPIRITUOS. Tafelreis ptd.ui.t.K, 0,14,0.12 Jam.-Rum versdiBi»»38% Fl. 2.80 Weiße Bohnen P(d.0.ll. 0.16,0.11 Batov.-Arroc, V«rvhnin38% Fl. 3.25 Eier-Makkaroni...... 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Pfd- 0.88 Berl. Mettwurst........ Pfd. 0.96 Feine Leberwurst..... Pfd. 0.96 Bierwurst............... Pfd. 0.98 Cervelat- u.Salomi...Pfd. 1.08 Speck mag. Pfd. 0.n fett Pfd. 0.76 in den Dachhalien 0.54 1.20 Eisbein ohne SpHxbefn....Pfd. Konsumleber- n üß und Speckwurst... Pfd. U•-P O Oelsardinen s 2 Pfund-Oese...... | Konfitüre 4oo»n Rfl j| Hlmb Erdb Kirsch. Gl U.ÜU | Schokolade n RH Z Vollmilch300gr.-Pack.UsUU I Sondergebäclc n Qn 1 Mischung........... Ptd UsOU 1 Edelpilz-Käse n cq 1 40.............. Pfund UsUU S S BAHNHOF Gchreckensfahrt eines Chauffeurs Eine Tote— sechs Schwerverletzte in Britz Zwischen rotem und grünem Licht Drei Berliner Verkehrsschupos erzählen... den vortragenden Schupos, er hätte da ein sehr einfaches Mittel, er ruft weit über den Platz: „Meine Dame, dorthin führt der Weg ins Leichen- ichmchaus!" Aber es herrschte an diesem Bor- tragsabend Gerechtigkeit. Auch die Krastfahrer bekamen ihr Teil. Besonders oie armen„Aus- lande r", das ist der Spitzname unserer Ver- kehrsschupos für die Wagen mit dem Zeichen I E= Provinz Brandenburg. Die— meinten die Beamten— fahren glatt nach chrer eigenen Berkehrsordnung. Wenn sie Zeit haben, halten sie hei rot, wenn sie keine haben, fahren sie weiter. Einer von diesen Gemüsefahrern wurde neulich von einem Schupo angehalten. Es wurde versucht, dem Fahrer den Sinn der Verkehrs- ampel klarzumachen, und als der Beamte glaubte, nun einen Sünder betehrt zu haben, meinte der Mann aus Brandenburg:„Sagen Sie mal, und deswegen halten Sie mich auf?" Da war der Schul'o machtlos. Ua«j die bösen Enten Der Schupo am Großen Stern hat noch sein« Not mit den E n t e n. die im Frühjahr mit ihre» Jungen über die Charlottenburger Chaussee gelatscht kommen. Einmal wollte er sie aus-� halten und gab ihnen eine Oelsarvine. Das hätte er nicht tun sollen: seitdem kommen die Ente» jeden Tag und wollen eine Oelsardine haben. Da- zu nun die I �-Fahrer, also die Berliner. Es ist nur gut— schillerte einer der Beamten— daß wir neben unserer Praxis noch einen gedic- genen Unterricht haben, vor allem Gesetzestunde und Kraftfahrzeugtechnik- Denn wir als Ver- kehrsbeamte müssen sofort unsere Maßnahmen treffen, wir können nicht wie ein Jurist erst noch .Hause gehen und über Büchern brüten, was der oder jener eigentlich verbrochen Hot. Oder das Auto selbst. Di« Fahrer erzählen einem Märchen, daß einem glatt schwindlig wird. Einer wollte mir doch neulich ungefähr weismachen, die Kardanwelle läge auf dem Verdeck. Wenn die Herren jedoch wüßten, wie wir unser« Pappen- heimer kennen. Jahrelang sah ich morgens und abends die hellgrau gestrichene Limousine I A 2000. Eines Morgens ist der Wogen dunkelblau lackiert. Ich biet« halt, fordere die Papiere, und dann brauchte ich zu dem Herrn nur noch sagen. er möchte ein wenig zur Seüe treten, es käme gleich ein Kollege von mir, der besorge da- weitere. Neben diesen Erlebnissen, die auf einem Aus- fpracheabend des Vereins kraft- fahrender Journalisten vorgetragen wurden, noch etwas: Der Vsrkehrsschupo hat Stunde Dienst, und zwar getellten mit drei Stunden Pause. Dreieinhalb Stunden in der jetzigen Kälte oder im Sonnenbrand auf der Straße stehen, sei kein Vergnügen, dazu Auspuff- gas schlucken. Staubwolken und der Höllenlärm. 1930 verunglückt«» 17 Schupos im Verkehrsdienst. 1931: 18 und 1932: 7: in Paris 1932 dagegen 600 Beamte. Dort fahren sie anscheinend wie die Wilden. In der Aussprache wies Staatsminister a. D. G r z e s i n s t i auf die llnleserlichkeit der Berliner Straßenschilder hin. Schon am Tage könne der Autofahrer die zu hoch angebrach- t e n Schilder nicht erkennen: am Abend und in der Nacht überhaupt nicht mehr, hier wurde Whilse gefordert und vom jetzigen Vizepoliz«!- Präsidenten Dr. Mösle auch zugesagt. Die Polizei hat sich wegen der Schilder bereits mit der Berliner Stadtverwaltung im Rathaus in Ver- bindung gesetzt. Ale dt« Regelung des Berliner Verkehrs noch ihr« Kinderkrankheiten durchmacht«, als Berlin eben begann— es war 1925— rot, grün und g« l b zu unterscheiden, ist es toll zugegangen auf den Straßen. Alles flucht« und schimpfte: die Radfahrer sagten zu den Kraftfahrern, sie sollten lieber mit einem Kinderwagen fahren, die Fuß- gänger wieder meinten von den Radfahrern, sie sollten sich einen Roller kaufen, bis in dem Trubel eines Tages der Kirch«nzaun von der Gedächtnis- kirche umgefahren wurde. Da kam d«r Küster und sagt«, so gmge das nicht mehr weiter, seine Kirche wäre kein Prellbock für wildgeworden? Automobilisten. Dann kam langsam die richtige Verkehrsregelung in Gang. Am Mittwochabend, im haus der Presse, äußerten sich nun drei gewissermaßen prominente Berkehrsschupos über ihr«n Beruf. Es gab so eine Art kleiner Zensuren, unbestritten die beste bekamen die Berliner Schulkinder und die schlechteste..., oas war nicht ganz entschie- den, ob si« den Radsahrcrn oder den Fußgängern galt. Di« Schulkinder nämlich, muß man wissen. stehen mit ihrem Schupo in Briefwechsel.„Wir wünschen, lieber Herr Schupo", schrieb neulich als Dank für eine glückliche Straßenüberquerung eine Schulllass« an ihren Schupo,.chaß Ihnen durch unachtsame Fahrer kein Leid zustößt." Dann folgten 45 Unterschriften. Das darf man wohl ein gutes Verhältnis zwischen Polizei und Pub!:- tum nennen. Die bösen Frauen In der Kategorie der Fußgänger kamen die Frauen am schlechtesten weg. Trotz Rundoerkehr liefen fi« noch immer quer über die Fahrbahn. si« lernen es eben nicht, aber, sagte einer von In wenig Worten Di« Göttinger Schulen sind am Donnerstag auf Anordnung des Kreisarztes wegen der in Göt- tingen herrschenden Grippeepidemie ge- schlössen worden. In den Bolksschulen fehlte» bereits 52 Proz. der Kinder, in den übrigen Schulen durchschnittlich 33 Proz. Auch von den Lehrkräften sind etwa 33 Proz. erkrankt. * In der Marktstraße in Altona wurde ein K a s s e n b o t e der Wescholsteinischen Bant, der in einer Aktentasche Geld zur Reichsbant bringe» wollte, überfallen und seiner Tasche beraubt Der Täter war aus einem Kraftwagen heraus- gesprungen, hatte dem Boten die Pistole vor den Kops gehalten und gerufen:„Kasse her!" Dan» entriß er dem eingeschüchterten Kassenboten die Geldtasche mit etwa 2000 bi» 3000 Mark Inhalt und sprang wieder in das Auto, das in schneller Fahrt davonfuhr. * In der Adelhauser Straße in Freiburg wup den heute früh zweiArbeiterin chren Betten tot aufgefunden. Sie waren einer Gasvergiftung erlegen. Die Ermittlungen haben ergeben, daß das Gas aus der neben dem Schlafraum gelegene» Küche eingedrungen war und so den Tod der beiden jungen Leute verursacht hat. ★ Ander ichweizerisch-italienifchen Grenze, zwischen Maggia und Wall Antigorio, sind acht ito- lienische Schmuggler von einem Schnee- stürm überrascht und oer schüttet worden. Zwei hilsskolonnen sind zurückgekehrt, ohne eine Spur der Verunglückten entdeckt zu haben. Fensterstltrmer �lari gegen„Vorwärt8"-Filiale Nachdem in der vorgestrigen Nacht die Schau- fensterscheiben unserer Ausgabestelle in der Kantstraße 128 von Nazirowdies zertrümmert wurden, wurden gestern früh dix Scheiben der „Vorwärts"-Au-gabenstelle in Charlottenburg, Sesenheimer Straße 1 von einem national- sozialistischen Burschen eingeworfen. Auch in diesem Falle war es möglich des Täters habhaft zu werden. Einer Polizeistreife siel in der Krumme Straße, nahe der Kirche, ein randalierender Mann auf. Den Polizeibeamten fiel es auf, daß der Mann ständig eine Hand in der Tasche behielt. Auf die Aufforderung, die Hand aus der Tasche zu nehmen, zeigte sich, daß die Finger der Hand vollständig zerschnitten waren. Auf Fragen der Beamten nach der Ursache der Wunde, gab der Verletzte keine Antwort, so daß er mit zur Wache genommen wurde. Der Bandit hatte sich die Frecheitspfeile angesteckt. Bei der Untersuchung wurde nach ein Revolver bei ihm gefunden. Der Mann wurde dann als ein arbeits- und woh- nungslofer Naziangehöriger festgestellt. Um nun die Ursache der Verletzung festzustellen, begab sich die Polizeistreife auf die Suche noch Blutfpuren. In der Nähe der Seseichcimer Straße wurde die Streife von der Leitertn unserer Ausgabestell« an- gehalten und über den Vorfall, der sich ungefähr gegen 3 Uhr morgens zugetragen hat, aufgsklärk. Kampfgefäbrtin ging dabin Charlotte Kraus«, unser« nimmermüde Kampsgefährtin, hat nun, nach totster ertragen«»: Leiden, der Tod ereilt. Mit sllatalie Lieb- k n e ch t und Agnes W a b n i tz stand sie schon um die neunziger Jahre in1>«n erstt» Reihen der Arbeiterbewegung. In nie erlahmender Organi- sationsarbeit' vermochte sie es vor allem. ünt«r den Frauen Streiter für de» Sozialismus zu ge> winnen. Und dieser Kampf der Arbeiterklasse und der Frauen besonders bewegte sie bis zum letzten Augenblick. Die Einäscherung erfolgt Freitag, den "20. Januar, 18l- Uhr. im Krematorium Gerichi- straß«. Otto Witte, dem es gelungen war. für fünf Tage als König von Albanien zu gelten, klagt heute vor dem Amtsgericht Wedding gegen einea herru heimann, der Wittes„Memoiren" vertrieben hol. ★ Der Schuster Wilhelm Voigt zog sich eine Uniform an, griff sich ein paar Soldaten und wurde der Haupt in ann von Köpenick. Sein Name ist in die Geschichte eingegangen, seine Tat spiegelt sich auf der Bühne, im Film wieder und wird herzlich belacht in dem Gedanken, daß ein paar Achselstücke und Orden ausreichten, um den sinnlosen Untertanengeist restlos zu erschüttern. Der Schuster Voigt hat einen Nach- folger gesunden, der sich aber nicht zu einem simplen Hauptmann, sondern gleich zu einer königlichen Majestät ernannte Otto Witt«, Schausteller, Zauberkünstler und Schwertschlucker, ließ eines Tages seinen Kram stehen. Die Geschäfte gingen schlecht, er geht deshalb ab in die Türkei und tritt in Spionagedienste. Eines Tages empfing Esiad Pascha, der Oberbefehlshaber der türkischen Armee in Albanien, ein Telegramm, das als Absender den Naman des Sultans trug.„Prinz Halim Eddw kommt und hat Oberbefehl über alle Truppen." Prinz Halim kam dann auch bald. Feierlich wurde er mit seinem Adjutanten in Durazzn empfangen und übernahm unverzüglich dos Oberkommando über mehrer« türkische D'- Visionen, die gegen Serbien marschisren sollten. Di« Offiziere salutierten vor einer phan- tastischen Uniform, die Soldaten standen stramm. Höher« Militärs, die weniger Disziplin Die Flucht aus Rußland Schießprobe in» Gericht Di« Verhandlung gegen de» freiwillig aus Rußland zurückgekehrten Arbeiter G u h l. der im Zu- iammenhang mit der Schießerei vor dem Nazwer- kehrslotal Richard st roß« SS wegen Mordes in einem Falle und wegen versuchten Mordes in drei Fällen angetlagt ist. steht vor Schluß der Be- meisaufnahme. Die Lag« des Angeklagten ist nicht ungünstig. Der Hauptzeuge, der Arbeiter R« i m a n n, den Sani- iälsrat Hr. Leppmann wegen der starken geistigen Minderwertigkeit als wenig glaubwürdig bezeichnet hat, ist umgefallen. Er war es, der Guhl früher schwer belastet und hinterher seine Aus- sage widerrufen hat. Bei dem Widerruf blieb er auch diesmal. Er bestrettet jetzt gesehen zu haben, daß Guhl in das Lokal Hinsingeschossen habe. Dos Gericht will sich aber davon Überzeugen, ob der bewiesen, wurden vom Adjutanten de» Prinzen Halim Eddin mtt Arrest bedroht. Der Prinz selbst lebte übrigens sehr zurückhallend und schweigsam. um die milttärischen Aktionen um so besser vor- bereiten zu können. Bevor es noch zu kriege- tischen Auseinandersetzungen kam, ließen sicki seine prinzliche Hoheit im Juni 1913, einige Tage nach seiner Ankunft bei der Armee, zum König von Albanien ausrufen. In aller Eile wurden die K r ö n u n g s- feierlichketten im Feldlager ohne großes Aufsehen vollzogen. Und wahrscheinlich hätten die Albanier noch heute einen Schwertfchlucker und Zauberkünstler zum Herrscher, wenn der Schwindel nicht sehr bald durch sindige Presse- l« u t e entdeckt worden wäre. „Käuhern wollte ich nicht." Die deutsche Staatsanwaltschaft hat Witte nicht bestraft und von seiner Sache nicht viel Aushebeiis gemacht. Der Fall der Hauptmanns von Köpenick faß ihr noch zu sehr in den Gliedern.„Geld wollt« ich nicht nehmen: wenn ich räubern wollte, hätte ich meine Kavallerie aus alle Banken schicken können", sagt der Exkönig von Albanien, der seine Behauptungen durch eine große Zahl D o- kumente belegt. Titel und Uniform hat er beHallen. Und dazu die Orden.„Es waren lauter falsche Orden, ober ich mußt« doch prwzlich gelleibet gehen und hatte mich braun ge< ! ch m i n k t. damit ich die Farbe des Prinzen hatte." Witte trägt noch heute die„königliche Unifprm". Lächelnd erklärt er seinen Besuchern die Erlebnisse als Exkönig von Albanien. Aber auch heute gehen die Geschäfte schlecht. vom Angeklagten angeblich abgegebene Schuß s» gefallen sein konnte, w e die« früber vqn dem Z.ugen bchauptet worden war. Es sollen deshalb heute im Hofe des Gerichtsgeboudes Schieß- proben vorgenommen werden—«in in Moabit noch nicht dagewesener Fall Für die Stimmung des Flüchtlings aus Ruß- land, des Angeklagte» Guhl.>si aber der Ausspruch bezeichnend, de» er unm-ttelbar nach seiner Berhostung dem Referendar gegenüber gemacht Hot: Vesser lol im Landwehrtanal. als lebendig in Sowjetrußlavd. Es muß dem Angeklagten Guhl da verdammt schlimm ergangen sein. Wie— darüber schweigt er stch aus. Kinderkrankenhaus bleuer Direktor gewählt Zum ärztlichen Direktor des Kaiser- und Kaiserin-Friedrich-Kinderkrnnkenhaus in der Reinickendorfer Strohe wählt« das Bezirksamt Wedding in seiner heutigen Sitzung an Stelle des am 1. März in den Ruhestand tretenden lang- jähriger Leiters, Geheimrat Prof. Dr. Fintel- st e i n, der sich große Verdienste aus dem Gebiete der Kinderheilkunde erworben hat. Pros. Dr. Meyer zum Letter des Krankenhause». D«r neue Direktor ist sett 1904 als Asststeitt am Waisenhaus und Kinderasyl der Stadt Berlin tätig und seit 1909 ärzllicher Leiter dieser Anstalt. Wieder Saalschlacht Im„Frankfurter Hof" in der Frankfurter Allee 313 veranstalteten die Kommunisten gestern abend eine Kundgebung, zu der sich etwa 100 SA.- Burschen eingefunden hatten. Gleich nach Beginn der Versammlung kam es um 21 Uhr zu einer wüsten Schlägerei. Mtt Stuhl« und Tischbeinen, mit Schulterriemen und Totschläger» hieben die Gegner auseinander ein. Nur mtt Mühe gelang es der Polizei, die mit einem großen Aufgebot von Beamten in den Saal ein- drang, die Kämpfenden zu trennen. Zahlreiche an der Saalschlacht Beteiligte hatten schwer« Kopfverletzungen erlitt»». Während ein Teil der Verwundeten an Ort und Stelle verbunden wurde, mußten sieben Verletzt« zur nächsten Rettungsstelle geschafft werden._ Sechs Bergleute verschüttet 3n Food de Gras an der luxemburgisch.fran- zösischen Grenze ging in einer dorfigen Erzgrube eine Strafe zu Bruch. Sechs Berglen te worden verschüttet. Die Verbindung mtt den Verschütteten konnte bisher nicht erreicht werden. Strafanzeige gegen Rotters Der Zusammenbruch des Rotter-Kon- z« r n s wird unter Umständen auch die Straf- behörden beschäftigen, denn gegen die Gebrü- der Rott« ist eine S t ra s a n z« i g« wegen Bc- trug? erstattet worden, und zwar von einem der zahlreichen Lieferanten, der sein« Ford«- rung nicht eintreiben konnte und sich aus diesem Grund« betrogen fühlt. Die Anzeige ist der Staatsanwallschaft des Landgerichts III zugeleitet worden. Da schon vor einiger Zell eine ähnlich« Strafanzeige gegen die Gebrüder Rotter erstattet das von 0er Staatsanwallschaft eingeleitete Ermittlungsverfahren aber eingestellt wmde, bleibt abzuwarten, ob sich diesmal die Angelegenhell zu einem Verfahren gegen die Rotters verdichtet. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Trübe, strichweise leichte Schneefäll«, mähiger Frost, schwache nordöslliche Winde.— 3n Deutschland: U eberall trübe, Süd- und Südost- deutschland vielfach Schneefälle, im übrigen Deutschland vereinzelt Schneefälle. Im Nordosten recht kalt, im übrigen Reiche geringer Frost, Vom Kapitalismus zum Sozialismus. Der nächste Vortrag im Rahmen der„Freien Sozia- listischen Hochschule" findet am Sonnabend, dem 21. d. M., Ilm- Uhr, im Plenarsaal des chemaliaen Herrenhauses, Leipziger Straße 3. statt. Genösse Prosissor Dr. Karl Landauer spricht über das Thema:„Vom Kapttalis- mus zum Sozialismu e". Karten zum Preise von SO Ps. sind an folgenden Stellen zu haben: Zigarrengeschäst Harsch, Engelufer 24/25: Arbeiterbank, Wallstraße 65:„Naturfreunde". Johannissttaße 15: Buchhand luna Dietz, Linden- i trotze 2; ZdA Hedemannstratze 12; Perband dar graphischen Hllssarbeiter, Rllterstrahs Ecke Luisen- ufer: Verlag des Bildungsoerbandes dar D-zutschen Buchdrucker. Dreibundstroße 5, Lerlagsge'ellschan de» ADGB., Sortiment, Inselstraße 6»; Duchhanh- luna des Deutschen Holzarbeiterverbande», Runge- strotze 30-, Deutscher Metallarbeiterverband. Linien- straße 83/85. und Alte Jakobsttoße 148— löS, und an der Abendkasi«. Aorten zum ermäßigten Preis« für Erwerbslos« und Studierend« ebenfalls an der 2lbendkosie. Braune Schminke und Uniform Wie Otto Witte König von Albanien wurde IMVENIU R.VERKAUF!?!NM ÄNITON SCHNUfJ&oCOJKWrr»»; 10 BIS SO0)» RABATT vom to. Januar bla t. Februar IMS Woliwaren fchönhoinor D Londsbßroer AUe® 39 �po�kiOmCan aut die Original. Preise « � Mauer des Hungers Das Elend im Erzgebirge Die Not im deutschböhmischen Erzgebirge ist aus einen Höhepunkt gestiegen, der jeden Ver- gleich ausschließt und die Bevölkerung zur B e r- zweiflung treibt. So hat der rein deutsche Bezirk Weipert-�reßnitz im letzten Jahre über. Haupt jede Erpisrhsmöglichkeit verloren, lieber die Hälfte!;tnsr Einwohner steht ohne jede Aus. ficht auf Arbeit in absehbarer Zeit da. Schon im Dezember hatten alle Bürgermeister und Gemeindevorsteher»in„Ultimatum des Hungers" an die Prager Regierung gerichtet, in dem sie die dringendsten Forderungen zur Linderung der größten Not ausgestellt hatten. Diese Denkschrift war bisher ohne Antwort gc- blieben. Nun rissen— wohl ein einzig dastehen- der Fall— die B ü r g e r in e i st e r selbst zu einem Hungermarsche in die Bezirksstadt Preßnitz auf. Lange Menschenzüge. eine Parade des Hungers und Elends, trafen in der Stadt ein Zerlumpte, ausgehungerte Gestalten, ungefähr 7(X)lZ an der Zahl, standen vor der Bezirkshauptmannschaft. Ein Riesenaufgebor von Gendarmen war da, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Aber sie waren überflüssig. Diele Menschen sind zu keiner Ge- walttat mehr fähig. Immer wieder mußten Ohnmächtige weggetragen werden. Bei 16 Grad Kälte stand die Mauer des Hungers und härte verzweifelnd die Ber- sprechungen an, die ihr vom Bezirkshauptmann für die nächste Zeit gemacht wurden. Man will wenigstens einige Notitandsarbelten in Angriff nehmen, im ganzen aber war die Antwort aus- weichend. Die Not wird bleiben. Daher ist mit der Niederlegung der Mandate durch sämtliche Ge. ineindevertrerungen und Bürgermeister im oberen Erzgebirge zu rechnen. Der Mordweq der braunen Pest. Die neuest« Nummer per.LRZ.'. der„Illustrierten Republi- konischen Zeitung", die jeder Repullikoner an den Zeitungsständen verlangen sollte, bringt neues aufklärendes Material über den Mordweg der Nationalsozialisten. Stae U»tc gute Getegeocheit für die Housirau, die sicher überall notwendige Eroiinzuna ihrer Beltände in öttürnpfen, Trilotagen, Wollwäsche und Bleute. Artlleln vorzunehmen, bietet der Jnveniurverlauf der bekannten Firma Anton Schnur u. Co., Schönhauser Alle« 117, uttp Landsberger Allee 89, welcher unter der Devise LuaN- tatswaren zu Räumungsnrelsen vom M. Nonuar fit« 9. Februar stattswdei. Unsere Preise für �Mn�aUUiU verbilligen den Haushalt! IVerksuf soweit Vorrat— Mengenabgabe vorhehalten Leicnt veraeroiicbe Waren werden t o rn Versand auegeachlonaen Ca!nenDEiioi».....s.,o.15 Harzer..., ptd.-p«i!.0»24' QusoraiKese... 0.26 Alis Sisnoennase � 0.36 Emmenn. 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VOLKSBUHNE Theater am BOlowpiais Täglich a Ubr D t Norden 0536 Letzte 3 AutfUhrungen: Oliver Gromwells Sendung v. Walter Qilbrlcht. Regte Heini Hilpert mit Eugen Klöpfer MWi TSrl ft n«Ii Ith. I Täji.s u. a-; Uhr MAURICE| COLkEANO, PAUL QRAETZl R0BIN8 U.I.W.! IWu Sdiln. Bit. >11.8". StSi. 2. b. 8" U. E 7 Weite 403 1 KATJA Die Tlin/.eriit BitaTMn (barlottenstr. 90 Dönhoff 621 Täglich 8Vi Uhr Auslandsreise mit Felix brrjsar Maria Pendler (Hcar Sabo. Lönt, Bebel. Berghof, Witt Be Be B. Beidows Binu dthnr Rottbowa S trade 6 Oberbau m iMO Täglich»>. Ubr Stgs. nechm 4 U He doiie Kiste KlfldLOper Charloiievburc Fraunhofer 0231 Freitag, 20. Januar IVb Uhr Turnus II Oer Freischütz Friedrich, Berger, Fidesser. Rode, Müsch. Diiter. Baumann, Oonszar, Firner. Dirigent Stiedry üühflS. Flora 3434. Moli ul. ßaston Patrner 20 wiBnertnnen nonzBriiBren Fuss»H6user»uieis6r i Großes SchlluUelltuus u.I Vall w Savvy Gitta Alvav Sias, Barsen,/ Cetox Zou« Sigie: SUfveV XOHtt Sonntag nachna. 3>.- 2lhr: Alelne preise in der Premieren- beiezung mit GiNn SUpnr Schiller Bisraarckstr. iKnie) 5teinpl.(CD r>7|r Täglich m Uhr Oer Kollo-Sch'ager Die Männer sind mal so SSeiiul Uiideuan Sonntag 4 Uhr Robert und Bertram SOEB3S3 C ASINO-TH E AT E R S1/« Lothringer Slrafje 37 8�4 qniiiiiiiiitiiiiiiiiiiiDiiiiiiiiiiiiiiiiiriiuiiinnuiiHMiiiiiiiiiiiDiiiii Täglich Bunte Bühne: Variete, Kabarett, Theater Onkel Muz, der Ehestifter Guischein 1— I Personen Parkett nur 0,60, Faureuii u.75. Sessel 1.25 Sonntag 4 Uhr: Onkel Mnz. Kl. Preise. Rose-Theater jre8t Fnokfurter StnB. 137 Id. Weite E7 3437 BIS Uhr Die Zirkusprinzessin >KEUEQWEIT< aruld Sduu- O-Sua ritrnianpi.- liamseiU 1 08/1 4 Gr.Bodtblerlesi S Kapellen Bayr. Bedienung Einlaß; Wochentags 7 Uhr, Sonntags S Uhr Sonnabende und Sonntage; gfroßer ülpenball Stettiner Sänger Reichshallen-Tli., Dönboffpl. 8.15, Sonntags 3.30 za ermaaigten Preisen Das grobe Januarprogramm: Die lieben Erben Sonnabend, den 28. Januar 1. QROSSER PRESSEBALL rapubllKanlsehar Zaltungshlndler „Alarm"-Händlep im Schloß Schönhausen, Nieder- schönhauson, Llndenstraßä 11' Festanspraoha: Dr. H e I m u t K( o t z Hau.kapelle; Sohlot SehSnhsusen. Kabarett Tembourkorp. Reichsbanner Schwari-Rot-Qold, Orte verein Pankow Eintritt i SO Ff. Anfftna SO Ubr Ende III Karten sind bei admlllohen..Alarm"-H|jndlernu, im „Alerm"-Verlag1 Berlin SW-88, Undanetr. 2,erhÄltl. mit Luise Ullrich Victor Varconl Fritz Kampers, Ludwig StOssel Mualk; Oiueepps Becce Manuskript: LuisTrenker AuBenautnanmen: Sepp A»geler, Albert Benitz Regle: Kurt Bernhardt und Luis Trenker Eine Paul Kohner- Produktion DEUTSCHE UNIVERSAL• FILM A. O. Ufa- Sinfonie» Orchester untsrU.hung von Or.Helr uth Thierfelder Täglich 6*9" Sonnabend u. Sonntag auch 4* <$> Ufa-PalasUZoo Vorverk. V.lt-Z Uhr e, d. Theatern.(Barö 9771) u. A. Worthelm voM:ni:ii8i cLie(Kuxhl/lllasirjjirU. Vidfeittgar Jnhalt eitföieintjedealreaBg. �otwnummer borlehlAt Zu beziehen durch sämtllohe Au.gabeatellen dee„Verwtrte" und deren Botenfrauen. tmd Cewitprejvn Aenmg rmmaiilcb. <56 frei Haar GiaeUjeftJSTfJ Deutsches Thester Schumannstr.iaa Weidend. 5201. TagUeh% Uhr lotaniinggMitReiehirll Prinz von Homburg von H. v. Kleist Tblnls, Fitdmir. Frblldi. ÜRller, Wesittr.. SdiSmbiti Th.d. Schauspieler Ttutr in SdiiffbiwdiOD Weidendantm 4300 Taglich 8»/. Uhr Baute rom IS.KiU Sonnabend 4 Uhr Kai aus der Kiste Sonntag 31i Uhr Hiosel und Grete! «4 Uhr Rampl der Tertia Theoter im idmlrolspaiast Merkur 9001 Heute vv, Uhr Uraufführung FrQhlings- stürme Tauber, Bfoarotna, Humoikn Koiniidlenhaus SchiifbMi.rduun 25 Id. D 2 Weil 6304-IM Täglich 874 Uhr Das Haus dazwischan mit Max Adalbert Jakob Tledtke «Mit: SpclinAy RurlürslenH-Tlt. Karlüratzedamm 209 Tel Bism. 1400 Täglich 8-4 Uhr Glückliche Reise Sperrtte mn Klnaeke In der PremlercBbe- tetmg Heiaiiatlielter-ljeM VeTvaltdBgwtelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Oswald Hein geboren 20. April 1860, am Ii. Januar gestorben lau Ehre reinem Andenken: Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Die OrtsverveUung. Am 18. Januar verstarb naen schwerem Leiden meine lieb« Frau und unsere gute Mutter Luise Borchart im Alter von 57 Jahren. im Namen der tlinierbllebenen Oskar Borcbart und Kinder. Uichterfeide, Hindenburgdamm 106. Trauerfeicr findet Montag, den 23, Januar, IZ>/, Uhr, Im Krematorium Wilmersdorf statt Am 17. lanuer entschlief nach kurzem schweren Leiden meine herzensgute Fiau, unsere Tochter, Schwester und Schwägerin Lude Wutzky im Alter von 48 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen M. Wutiky nebsf Verwantjlen Im Jant/er iojs. Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 21. Januar, 16-- Uhr. Im Krematorium Baumschulen- weg statt. Statt Karten Am 17 d. M. verstarb unsere hoff» nungsvolle Tochter und Schwester stud. phil Johanna Göcke Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Arnold GSckc, Berlin WAS, Potsdamer Str. 40 Die Beisetzung findet am Montag. dem 23 d. M-, 15 Uhr, auf demWaldfriedhof Lichterieldo-SOd. Thuner Platz, stau. KLEINE ANZEIGEN iiiiiiiiimmiffliiimiiiiiiiiiiiiimmuiMiiimiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiimimimiiimiimwiiiinmiiiiiiiiiiiiiiiimimiiiiimmiii Preis«: Uberscnrirtswert 30 Pfennig. Textwsart 10 Pfennig Wlederholungsrobatt: 3 mol 5%, 8 mal 7'/.%,'2 mal 10 te, oder 1000 Worte Absdiluö 10%, 2000 Wort. 15%, 4000 Worte 20% Annahme durch den Vorlag, llndanstrafia 3(n, Thau. Stoße frantsnrtersir. 66.• XotoIeasBccIattl wegen Seschäfis. aufgab«. 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Baukrise und soziale Baubetriebe Die Widerstandsfähigkeit der Bauhüttenbewegung Seit ihrem Entstehen hat die f r e i g e w e r k � schaftliche Bauhütte nbewegung im Zentrum einer wilden Unternehmerhetze gestanden Man hat es dieser jungen, lebensstorken Schöpfung der Arbeiterklasse in den Kreisen des privat- kapitalistischen Unternehmertums niemals ver- gessen, daß sie mit ihrem gesunden AusdeHnungs- drang sich zu einem scharfen Konkurrenten und Preisregulator entwickelte, so daß die de- liebte Ringbildung der Bauunter- n e h in e r bei öffentlichen Aufträgen mehr und mehr ausgeschaltet wurde. Natürlich hat auch die natwnalsozialistische„Arbeiter"partei, der nichts so fern liegt wie schöpferische Leistungen im Interesse der Arbeiterklasie. den Unternehmern mit einem beispiellosen Verleumdungsfeldzug gegen die sozialen Baubetriebe sekundiert, ohne daß es ihnen gelungen wäre, die Leistungen der Bauhüttenbewegung in der Oesfent- lichkeit herabsetzen zu kömien. Mit welcher Zähigkeit sich der Verband sozialer Baubetriebe mit seinen angeschlossenen Unter- nehmungen gegen die zerrüttenden Einflüsse der Baumarktkatastrophe gewehrt und mit welcher Be- wcglichkeit eine Anpassung an die Krisenverhäll- nisse versucht wurde, zeigt der fetzt veröffentlichte Jahresbericht für l931/32(Juli-Juni). Selbswer- ständlich hat der Berband inmitten der allgemeinen Krisenzerstörungen für seine Betriebe keine Kon- funkturinseln schassen können. Es ist aber bezeich- nend genug, daß die Zahle der Veschästigten im ersten Halbjahr 1932 mit 4643 Arbeiten» und Aageftetltea nach ein Drittel so stark geholten werden tonnte wie in der Hochkonjunktur von 1929, während In der privaten Bauwirtschast Sl> bis 90 proz. der Belegschaft zum Ariern verurteilt waren. Die schon im Kalenderjahr 1931 von 120/2 aus 68,4 Millionen gesunkenen Umsätze sind 1932 nicht mehr erreicht worden, vielmehr sind weitere Rückgänge, deren Ziffern für das ganze Jahr noch ausstehen, eingetreten. Der Berband war lebhast bemüht, die an- geschlossenen Betriebe aus die veränderten Verhält- »isse am Baumarkt umzustellen Neben der schon seit Ansang 1931 verfolgten Anpassung der Unkosten an den Umsatz und die Ertragsmög- lichkeiten wurde der Auftragswerbung be- sondere Beachtung geschenkt. Die Werbungsmög- lichkeiten blieben im Berichtsjahr allerdings sehr beschränkt, da der Wohnungsbau und die gesamte öffentliche Bautätigkeit durch die Maßnahmen der Regierung st i l l g e l e g t waren. Die D e w o g- Organisation, früher einer der wichtigsten Auf- traggeber für die Verbandsbetriebe, hat ihre Tätigkeit auf ein Mindestmaß beschränkt, und auch die von ihr betreuten Genossenschafte» fielen zum großen Teil mit Aufträgen aus. Aür 40 Bauvorhaben mit etwa 1S00 Wohnungen war der verband um die Finanzierung bemüht, wobei er in mehreren Zöllen selbst die Zwischensiaanzierung zu übernehmen hatte, um die Bauten zu Ende führen zu lassen. Die Abteilung„Wirtschaftliche Betriebsführung" hat sich rechtzeitig aus die Förderung des Eigen- heimbaus durch Ausarbeitung von Normen und Typen umgestellt. Die im Verlauf der Krise«ingeiretene Schrumpfung der B e t r i e b s w e rt e hat in dem vorliegenden Jahresabschluß größer« Sonderabschreibungen auf Beteiligungen und Rück- stellungen auf Forderungen und Bürgschaften not- wendig gemacht. Bei einem G« s a m t p o st e n von 1,14 gegen 0,48 Millionen Abschreibungen und Rückstellungen wird eiu Verlust von knapp 600 000 Mark ausgewiesen. der jedoch durch kapitalstreichungen gedeckt wird. So ist den Gesellschaftern vorgeschlagen, von den bereits geleisteten Einzahlungen auf die 1930 be- schlössen« Kapitalerhöhung von 3 auf 4 Millwnen bzw. von den Dividendengutschristen der letzten Jahre eine Summe zu streichen, die 13 Proz des übernommenen Stammkapitals ausmacht. Die Gesellschafter, die kein Guthaben dieser Art be- sitzen, sollen 13 Proz. chrer Anteile entschädigungs- los an den Baugewerksbund abtreten. Dieser hat sich bereit erklärt, außer der läprozentigen Streichung seiner Vorauszahlungen zusätzlich eine Summe in der Höhe zu streichen, wie sie sich aus der Rückgabe von Geschäftsanteilen ergibt. Alle Gesellschafter haben diesem Vorschlag bereits zu- g e st i m m t. Damit ist der eingetretene Verlust beseitigt und in der Bilanz ergibt sich ein rech- nungsmäßiger Ueberschuh von 187,32 Mark. In der Bilanz erscheinen Beteiligungen nach Abschreibungen von 0,74 Millionen Mark mit 2,93 Millionen. Der Nennwert der Beteiligungen beträgt 4,3 Millionen Mark. Während die flüssigen Mittel durch notwendige Zwischen- finanzierungen van 0,47 auf 0,31 Millionen Mark gesunken sind, haben sich die„halbflüssigen" Mittel (Darlehen verschiedener Art Wertpapiere usw.) von 2,14 auf 2,38 Millionen Mark erhöht. Dem stehen langfristige Schulden von 1,13 und kurz- fristig« von 0,23 Millionen Mark gegenüber, so daß die Finanzlage»ach wie vor erfreulich flüssig ist. Die Kosten für die Verwaltung wurden von rund 634 100 auf 390 790 Mark herab- gesetzt. Die kommunale Umschuldung Um die Kapitalisierung der Hauszinssteuer Sie Oesfentlichkeit beschäftigt sich zur Zeit mit einem Projekt, das sich zwar noch im Stadium der Beratungen innerhalb des zuständigen Mini- ftsriums befindet, aber doch aller Beachtung wert ist, da es den Gemeinden endlich die Umwand- lung ihrer kurzfristigen Schulden in langfristig« bringen soll. Diese llmschukdung war von der Reich-regierung bereits in der Natoer- ordnung vom Oktober 1931 als nächstliegende Aufgabe der Finanzoerwaltung beeichnet wor- den: im Sommer 1932 war endlich«in Plan für die Umschuldung fertiggestellt—, geschehen ist bis heute nichts. Jetzt schwebt ein Projekt, das angeblich van Popitz ausgeht, und das die Umschuldung mit hilse der hausziussteuer durchführen will. Das Hauszinssteuersoll des Jahres 1932 soll mit dein 4shfachen kapitalisiert werden: der Kapüalbetrag wird als öffentlich« Last in das Grundbuch eingetragen, und zwar zugunsten von Ablösungsbanken, von denen je ein« in jedem Land gegründet wird. Die Hausbesitzer zahlen an diese Institute jährlich 4M Proz. Zinsen und 61- Proz. Tilgung, ins- gesamt 11 Proz., so daß die ganze Schuld in etwa 11 Iahren getilgt ist. Die Mlösungsbanken geben Pfandbriefe heraus, die zu 4(oder 4M) Proz. zu verzinsen und zu KM Pro.z. zu tilgen wären. Den Gemein- den werden soviel Pfandbriefe übergeben, wie sie zur Abfindung ihrer Gläubiger benötigen Die Gemeinden selbst hoben für den in Anspruch ge- nommenen Betrag 3 Proz. Zinsen und 2 Proz. Amortisation zu zahlen, insgesamt also 7 Proz., ein Satz, der unter der heutigen Zins-' last liegen dürfte Der Gcfamkbelrag der umzuschuldenden kurzfristigen Kredite dürfte sich aus 1.6 Milliarden Mark belaufen; außerdem sollen durch die Pfandbriefe die bis 31. Dezember 1932 rückständigen Lieferanten- r e ch n u n g e u der Gemeinden begliche» wer- den. deren Summe sich vorläufig einer Schätzung entzieht. Die Gesamtsumme der kapitalisierten Hauszinssteuer würde sich aus etwa 3 Milliarden Mark belaufen. Dieser Vorschlag bedarf noch in vielen Punkten der Klärung. Zunächst einmal ist ein« gleichzeitig« Aenderung des Finanzausgleichs notwendig, da ja das jährliche Aufkomnien an Hauszinssteuer wesentlich herabgesetzt wird. Länder und Gemeinden können aber aus laufende Einnahmen in dieser Höhe unter gar keinen II m st ä n 0 e n verzichten. Eine Ausgabe von Pfandbriefen kommt nur in Höh« der kurzfristigen Gemeindeoerfchuldunq (etwa 1,6 Milliarden Mark) in Frag«: die Zins- und Amortisationsbeträge für den überschießende» Betrag der kapitalisierte» Hauszinssteuer stießen an Länder und Gemeinden als F i n a n z e i n- nahmen. Ob die Pfandbriefe den Gläubigern zwangsweise aufgedrängt werden sollen, ist nicht bekomit. Alan glaubt, die jetzt notgedrungener- maßen st ill haltenden Banken— die in erster Linie in Frage kommen— werden diese Pfandbriese nicht ungern nehmen, zumal sie das Recht erhalten sollen, dies« Papier« zu 100 Proz. in die Bilanz einzusetzen. Das wäre natürlich«ine an sich bedauerliche Durchbrechung des Prinzips der Bilanzwahrheit. Man hofft aber, dadurch zugleich zu erreichen, daß nur ein Bruchteil der auszugebenden Pfandbriefe auf den Kapitalmarkt kommt. Das scheint in der Tat eines der wesentlichsten Bedenken gegen diesen Vorschlag, daß durch die Ausgab« eines so hohen Betrages von Pfandbriefen der Kapitalmarkt voll- ständig lahmgelegt würde. Einen heftigen Protest gegen diesen Plan haben bereits die Hausbesitzer- verbände losgelassen, werkwürdigerweise, denn sie erhallen sofort eine ganz wesenlliche Erleichterung(sie zahlen noch dem Plan jährlich noch nicht die Hälft« der heutigen Hauszinssteuer) und im ganzen gesehen zahlen sie in den 11 Jahren insgesamt nicht mehr als in den 7 Jahren bis 1940 nach der heute gellenden Regelung. Aber die Herren Hausbesitzer sind sicher der Ansicht. daß es ihnen gelingt nach so vielen Geschenken � auch noch die Zlbschaffung der Hauszinssteuer vor dem Jahre 1940 von einer willfährigen Regierung zu erreichen. Da der Plan dem Haus- besitz keinerlei neue Lasten zumutet, andererseits ihren Quertreibereien endlich einen Riegel vor- schiebt, ist von dieser Seite gegen ihn nichts ein- zuwenden. Schwerer wiegen die Bedenken gegen«inen neuen Zwangseingriff in Gläubigerrechte und die mit dem Plan verbundene Gefahr für den Ka- pllalmartt. Unklar ist auch, wie di« Ordnung in der öffentlichen F i n a n z w i r t s ch a f t gewahrt bleibt, wenn für die nächsten Jahre auf einen Teil der laufenden Einnahmen verzichtet wird, selbst wenn der Finanzausgleich zugunsten von Ländern und Gemeinden geändert wird. Schließlich darf keine Schlechterstellung der E r w e r b s l o s« n er- folgen, wenn die Möglichkeit des Hauszinssteuer- erlöstes wegfalle.» sollte. Bisenkonjunktur? Es ist keine Rede mehr davon Die westliche Schwerindustrie hat am stärksten für Popens glorreiche Wirtschafts- belebung Propaganda gemacht. Die Mel- düngen über den Aufschwung der Eisenindustrie überstürzten sich. An der Ruhr ist man jetzt kleinlaut geworden. Wir lesen in.LUchr und Rhein", dem Organ des Langnamvereins, in der heute erschienenen letzten Ausgabe fol- gendes: „Der gesamte Eisenmarkt befindet sich an der Jahreswende in einem Zustand a u s g e- sprachen er Schwäche. Der schleppende Ge- schäftsgang, der nach der im Frühherbst einsetzen- den Belebung schon Mitte November erkennbar Reichsverband der Deutschen An» dustric aufmerksam machen—, daß auch große Teile der deutschen Industrie seine Auffassung teilten. Das gelte besonders für die weft- liche Schwerindustrie. Wir hoffen, der Reichsverband wird sich um diesen neuerlichen ge- sährlichen Versuch des Grafen Kalckreuth, m der Exportsrage die Industrie als gespalten hinzustellen, etwas kümmern. Graf Kalckreuth macht aber nicht nur gefährliche. sondern auch dumme Feststellungen. Wenn er davon spricht, daß man der Landwirtschaft an Stelle der künstlich gedrosselten Kauskrast durch entsprechenden Einfuhrschutz wieder den früheren Verkaufserlös von zehn Milliarden Mark verschaffen solle, dann kann er nur meinen, daß durch eine vollständige Drosselung der land- wirtschaftlichen Einfuhr der jetzige Verkaufserlös von KM Milliarden auf 10 Milliarden erhöht werden könne. Die gesamte agrarische Einfuhr hat aber 1932 nur noch rund 1,4 Milliarden aus- gemacht. Wenn also die ganze Einfuhr gedrosselt wird, fehlen immer noch 2 an den 10 Milliarden. Solch dummes Zeug kann natürlich nur verführten Landbundschäfchen vor- gemacht werden. Aber wenn der Graf nicht hetzt und falsche Angaben macht, wie sollten seine Leute noch bei der Stange bleiben?! war, hat sich im Dezember weiter fortgesetzt. Di« Geschäststätigkett ist wieder ins Stocken geraten... Die Abschlußtätigkell ist sowohl für den heimischen Bedarf als auch für die indirekte Aus- fuhr recht mäßig. An Bewegung fehlle es indessen im Markt« nicht... Es mangell aber immer noch an Vertrauen wie auch an Geld... Die Aussicht, daß der heimischen Eisenindustrie vom Auslandmarkt hsr bald neues Leben zu- strömen würde, ist durch die jüngste Entwicklung wieder in weitere Ferne gerückt. Ohne Zweifel hat sich die Vewegmig der E i s e n a u s- fuhrpreise in den letzten Monaten ettvas überhastet vollzogen, und die Verhältnisse sind noch zu wenig konsolidiert, daß bei dem scharfen Wettbewerb der westeuropäischen Eisenländer die errungenen Vorteile geHallen werden konnten. Ein starkes Absacken der Ausfuhrpreise, namont- lich für Stabeisen, das auf einen Preisstand von 210/- Goldpfund(neuer Rekordtiesstand) gegenüber 3 Goldpfund im November gesunken ist, war die Folge." Bon Cisenkonjunktur ist aber keine Red« mehr! Ciekäbrlicb und dumm Graf Kalckreuth blamiert sich Graf Kalckreuth, der Landbundpräsident, hat gestern bei dem Niederbarnimer Landbundtag wieder eine seiner Reden vom Stapel gelassen. Er sprach wieder davon, daß man in Deutschland den unerfüllbaren Hoffnungen einer unter den heutigen Wirtschaftsoerhältnissen nicht mehr er- reichbaren Exportforcierung nachlaufe. Er fügte aber hinzu— und darauf möchten wir den KrisenKe>vinnler Hausbesitzer als Nutznießer der Arbeitsbeschaffung Die Notwendigkoit der Arbeitsbeschaf- f u n g hat niemand stärker betont als die Sozialdemokratie. Ihr« wohldurchdachten Pläne�sind von den autoritären Regierungen Pape» und Schleicher nicht beachtet worden. Stall dessen macht man imter dem Druck der Ilnternehmer nur solche Ar- bellsbeschoffung, die gleichzeitig zu einer B c- reicher iing der besitzenden Schichten führt. Für die aus dem Gereke-Programm fließenden öffent- liche n Aufträge werden die Unternehmer die Ein- stellungsprämien emstecke»». Der H a u s b e s i tz vollends wird mit Geschenken überschüttet, damit sein„fctziales" Gewissen erwacht. Unter Pape» hallen die Hausbesitzer 30 Mit- lionen Mark geschenkt erhallen, womit 20 Prozent der Kosten für Hausreparaturen gedeckt wurden. Obwohl inzwischen die Finanznot noch ärger geworden, die Drosselung der öffentlichen Ausgaben über jedes erträgliche Maß längst hin- ausgetriebeu ist, schenkt die Schleicher-Regierung den.Hauswirten für den gleichen Zweck n o ch e i n» mal 50 Millionen Mark. Mehr noch— für eine Bevorschussung aller Steuergutscheine. die für Reparaturzwecke verwandt werden, sollen weiter« 30 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden. Daß der Hausbesitz gewillt ist, nur dann Arbeiten ausführen zu lassen, wenn er dabei ein glänzendes Geschäft macht, das geht dar- aus hervor, daß die Juni vorigen Jahres gewahrte Reichsbürgschaft für 100 Millionen Mark Repa- raturdarlehen noch längst nicht erschöpft ist. Dabei ist hierfür ein anderes Geschenk, nämlich 3 Mil- lionen Mark als Zinszuschüsse, ausgesetzt worden. Dos Reich bietet also von neuem seine Bürgschaft für Reparatur-Darlehen an, wenn, ja wenn nur die Hausbesitzer davon Gebrauch wachen wollten. Di« parasitäre Einstellung des Hausbesitzes zur Arbeitsbeschaffung ist klar: als die Allgemein- hell 20 Proz. der Kosten und der Aufbesserung der Grundstückswerte trug, da waren sofort 150 bis 200 Millionen Mark Aufträge vergebe»». So nnrd es wohl auch bei dein Zwesten 50-Millionen-Mark- Geschenk werden. Wenn aber der Hausbesitz von sich aus etwas tun soll, dann nimmt er kein Geld auf, obwohl er die Zinsen fast ganz geschenkt erhält, weil er die Wertsteigerung— wie es sich gehört— selbst tragen muß. Wann loinmt endlich eine Arbeitsbeschaffung ohne Geschenk« an Iitteressentengruppen? Neue Agrarzölle verkündet Neue Geschenke— neue Exportgefährdung Der gestrige Reichsanzeiger brachte wieder einige Geschenke für die Landwirtschaft. Die K a-r- t o f f e l z ö l l e sollen künftig für die Zell vom 1. September bis 14. Februar 4 M. je Doppel- zentner(Obertarif 6 M.), für die Zell voui 13. Fe- bruar bis 31. März 20 M.(40 M.) und für die Zell vom 1. April bis 31. August 6 M(8 M.) betragen, Während bisher der Houpttell der Ein- fuhr zu einem Zollsatz von 2 M. hereinkam, wird nunmehr die allein wichtige Frühkartofseleinfuhr während der Monate Aprll bis August mit einem Zollsatz von 6 M. belastet sein! Die gleichzestig vorgenommene Zollerhöhung für Weißkohl von 2 aus S M.(Obertarif 12 M.) und für Rot- und Wirsingkohl von 2 auf 4 M.(Obertaris 12 M.) ist als Liebesgabe für die Gartenbauern gedacht. Ob sich hieraus auf die Preisgestaltung eine Einwirkung ergeben kann, ist z weiselhaft, denn in den Zeiten der Ueber- schwemmung des Marktes mit deutschem Kohl ge- langt sowieso kein ausländischer Kohl zur Einfuhr, weil die Preise zu ungünstig sind. Auch die noch offenen Positionen für Nadel- holz werden erhöht, und zwar der Doppel- zentner mst 72 Pf. auf das Sechsfach«. Ebensalls wird das Kasein, ein aus der Magermilch hergestelltes Produkt, das sowohl in der Industrie Verwendung findet, wie auch als Trockenquark zur Herstellung von Käse dient, durch eine Zollerhöhung verteuert werden. Der Zoll wird von 6 auf 60 Mark erhöht. Diese Zollerhöhung gilt aber nur für das zur Der- arbestung auf Nahrungsmittel eingeführte Kasein, nicht für das industrielle Kasein, das denaturiert weiterhin zum alten Zollsatz eingeführt werden darf. Das geschieht, weil die Industrie zu dieser Zollerhöhung schweigen soll. Schließlich werden iwch ein paar andere Kleinig- keiten zur Erschwerung der Einfuhr verkündet, wie die Erhöhung des Zolls für zubereitete Fische (Lachse. Sardellen), die Streichung der Bestimmung, daß denaturiertes Eigelb und Eiweiß zu gewerblichen Zwecken zollfrei abgegeben wird, und einige Zollerhöhungen für verschiedene in- dusttielle Erzeugnisse, wiederum als Trinkgeld für die Industrie. Das sind alles Maßnahmen, die der Landwirt- schaft keinen Deut Helsen, das Ausland aber schwer verärgern und unseren Industrie- export schädige» und damit neue Arbeits» l o s i g k e i t hervorrufen. Also das gerade Gegenteil von Arbeitsbejchaffungl Gchulkampf im Landtag Antrag gegen weltliche Schulen abgelehnt— Landtag vertagt Seine Verhandlungspartner Die Schul untj Kulturdebatte wurde acftecn im Landtag fortgesetzte AKZ. Meister(Natsoze) fordert als Grundlagen von«chule und Ku�ur Deutschtum und Christen- tum. Es gibt nur«inen Herrgott da droben und ei"e" Führer der Deutschen: Adolf Hitler. (Gtlmn.scher Befall bei den Nationalsozialisten.) Abg. kerf�sAVmm.) sAbg. Kube ruft:„Die Frak- tion der NSi-AP. verläßt den Sitzungssaal.") sucht-m langen Beweisführungen seine These zu verraftigev, daß die Schulpolitik der Weimarer Koalition die Auslieferung der Schule an den liajch'�smus vorbereitet hätte. Ahg. Frau Dr. Wegscheider(Soz.): �crff hat als einen Beweis für die Iaschlsterung der deutschen Schule den militärischen Einfluß auf das Volksschulwesen angeführt. Das hatte gerade er nicht tun sollen: denn in Rußland ist seit dem dritten Jahre des Fünfjahresplanes n General Leiter des gesamten Schulwesens.(Große Heiterkeit.— Abg. Kerfs F�lt: Das ist kein Militarismus, das ist eine pro- letarlsche Armee!— Erneute Heiterkeit!) Nach unserer Auffassung hätte Herr Kerff sich in der gegenwärtigen Lage alle seine Angriffe gegen die Sozialdemokratie schenken können: die reoktionär-saschistische Gefährdung der deul- sA�n Schule ist so groß, daß jeder ehrliche «lassenkampfer die Dsttchl empfinden müßte, ihr gemeinsam Widerstand zu leisten.(Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Statt dessen diese plumpen Angriffe wider besseres wissen! Die Nationalsozialisten behandeln auch die Schulfrage mit bösartiagn Geschichtsklitterungen. �iach ihrer primitiven Darstellung hat der böse Jude Lowenstein die weltliche Schule ins Leben gerufen, um da» Christentum auszurotten. Aber nnt der Entsteb'gatg der weltlichen Schulen hat weder Lowenfiein noch ein anderer Parteigenosse �swas zu türt; sie sind entstanden aus dem Gefühl klassenbewußter Bergleute, daß in konfessionellen Schulen von Lehrern nach der Art des Herrn Messker ihre aufgeweckten Kinder nicht richtig er- zogen würden.(Sehr wahr! bei den Soz.) Herr Meister hat dann nach altem Nazibrauch gegen Leo Kestenberg gehetzt. Wenn die National- syzialisten in ihren Reihen nur einen Mann von so tiefem Empfinden für die musikalsschen Genies Deutschlands und von so' sorgsam pflegerischer Haltung gegenüber der deutschen Volksmusik hätten, konnten sie sich glücklich schätzen. Soll eigentlich die Hetze gegen feden jüdischen Menschen so weiter fhen?(Zuruf bei den Natsoz.: Das wird in ukunft noch schlimmer!) Dann will ich auf jeden Fall feststellen, daß diese Iudenhetze kein K am p f für christliches Wesen ist. Nennt doch der Chefredakteur des„Völkischen Be< obachters", Reichstagsabg. Rosenberg, in seinem „Mythos des 20. Jahrhunderts" den Papst einen Medizinmann für Neger, den Glauben an die. Für» bitte und das Gebet einen afrikanischen Aber- glauben und den Rosenkranz eine mittelasiatisch- tibetanische Gebetsmühle.(Hört, hört!) Die Heuchelei, mit der die Nationalsozialisten sich des Christentums annehmen, wird nur über- troffen durch die innere Unehrlichkeit ihre» Kampfes für das Deutschtum! Glauben Sie denn wirklich im Ernst, daß wir deutschen Lehrer auf den Nationalsozialismus ge- wartet haben, um den Kindern unseres Volkes die Liebe zur Heimat beizubringen? Es gäbe doch nur ein: Möglichkeit, deutschen Kindern diese Liebe zur Heimat, und wäre es selbst eine Clendsheimat, zu nehmen: nämlich der Versuch, sie mit unehrlicher Uebertreibung in die Kinderseelen hineinzuwürgen. (Sehr gut! bei den Soz.) Abg. Oelze(Dnat.) führt Beschwerde darüber, daß Reichskommissar Kcchler keine Schulfeiern zum 18. Januar angeordnet hätte. Die neue Orga- nisation der Provinzialschulkollegien sei kein Fort- schrill, sondern eine Verschlimmerung aller bis- herigen Fehler. Jedenfalls hätten die Deutschnatio- nalen dieselben völkischen Grundsätze wie die Nationalsozialisten.(Heiterkeit und lärmender Widerspruch bei den Natsoz.) Abg. wecker-Köln(Komm.): Auch die bourgeois« Kultur ist Fäulnis und Untergang in die Barba- rei. Nur Sowjetrußland sst Leben und Aufstieg. Abg. Zrau von kulesza(DVP.) tritt für die Grenzlandschulen ein. Abg. Richers(Soz.): Wir haben den Antrag gestellt und im Unter- richtsausschuß auch durchgesetzt, daß der Reichs- kommifsar seinen Erlaß über die Einsichtnahme in den Religionsunterricht nicht durchführen solle, ehe nicht neue Verhandlungen zwischen Staat, Kirche, Lehrerschaft und Elternschaft stattgefunden hätten. Es wäre nämlich gar nicht schwierig, aus diesem Gebiete zu einer vernünftigen Basis der Einigung zu kommen. Statt dessen hat der Reichskommissar der '.....'Haff unter Drohungen den"'---- irlaß zu verbieten versucht. sie ganz besonders gepflegt und ausgebaut hat, b«< Lehrerfchast unter Drohungen den Kamps gegen seinen Erlas Aber die deutsche Lehrerschaft läßt sich das Recht auf sachliche Kritik in dieser Frage um so weniger nehmen, als sie hier nicht für ihre Interessen als Berufsstäiid, sondern als Sachwalter ihres Werkes, der Schule, kämpft.(Sehr gut! bei den Sozi) Der moderne Staat kann gar nicht anders, als allen Weltanschauungen gleiche EntwicklungsMög- lichkeit geben. Eine christliche Weltanschauung, die sich durch die Tat bewährt, wirbt durch sich selbst und bedarf keiner Hilfe durch Polizei und Reichs- komlnisiare.(Sehr gut! bei den Soz.) Umgekehrt wird Märtyrerlum auch das beste Agitationsmittel für die Freidenker sein. Die Sozialdemokratie wird stets das Recht der Erziehungsberechtigten, auch das Recht der Mn- derheiten, gewährleisten und alle Forderungen nach Zwang und Ausnahmerechten auf weit- anschaulichem Gebiet bekämpfen!(Sehr gut! bei den Soz.) Sie wird die Pädagogischen Akademien als einen wesentlichen Fortschritt aus dem Gebiet der Lehrer- bildung verteidigen. Sie wird alle weiteren Spar- maßnahmen aus dem Gebiet der Berufsschule, die kämpfen. Die Sozialdemokratie lehnt insbesondere die Beschränkung der Berufsschule aus die Grenze des 18. Lebensjahres ab. Bei den starken Jahr- gängen, die jetzt neu eingeschult werden, verlangen wir gegenüber den 11(KM) Junglehrern endlich statt schöner Worte entscheidende Taten.(Beifall bei den Soz.) Abg. Frau Weinand(Ztr.): Oberster Wert der Schule ist für uns das chrislliche Erziehungsideal. Dieses umschließt die Pflege der Völkeroersohnung und grenzt uns damit unvereinbar von deni nationalsozialistischen Schulideal ab. Damit schließt die Debatte. Zu der A b st i m m u n g wird der nationalsozialistische Antrag auf verbot und Auslösung der weltlichen Schulen mit den Stimmen der Sozialdemokraten, des Zentrums und der Kommunisten gegen Nationalsozialisten und Deutsch- nationale abgelehnt. Ebenso abgelehnt wird in»omentlicher Abstim- mung mit 187 gegen ISS Stimmen der Antrag der Nationalsozialisten, den Rektor der Frank- surter Universität zu zwingen, im Universitäts- gebäude Naziunisormen zuzulassen. Gegen die Stimmen des Zentrums und der Deutschnationalen beschlieht der Landtag, die Regierung aufzusordern, in die evangelischen und simultanen Pädagogischen Akademien zu Ostern auch weibliche Studierende aufzu- nehmen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Auf An- trag Drügemüller(Soz.) wird ein sozialdemokra- tischer Antrag, daß die Regierung den Städten die Mittel zur Verfügung stellen solle, mit deren Hilse sie die bereits zugesagten Hauszinssteuerhypo- theken auch geben könnten, dem Psohnungsausschuß überwiesen. Ebenso ein weiterer sozialdemokra- tischer Antrag auf Entschädigung arbeitsloser Schöffen und Geschworener. Nächste Sitzung voraussichtlich Mittwoch, den IS. I a n u a r. Vorstandswahl in der Landtagskrahtion Die sozialdemokratische Fraktion nahm am Donnerstag die Neuwahl ihres Vor- st and es vor.-Die bisherigen Vorsitzenden, die Genossen Heilmann, Le inert und Winzer wurden durch Zuruf wiedergewählt. Ebenso wur- den die bisherigen Beisitzer im Fraktionsoorstand wiedergewählt, nämlich die Abgg. Jürgensen, Minna Bollmann, Brandenburg, Ham- burger, Hartwig, Leweren tz, Klupsch und Stahl. Neu in den Vorstand wurden ge- wählt die Abgg. Harnisch- Berlin. Möller- Halle und N ö l t i n g- Frankfurt a..M. „SA..Stünne meutern? Ich verhandl Leuten wie e nicht. Verhandelt wird mit feinen denen da!" Kommissare gegen Lehrer .Jede Kritik soll mundtot gemacht werden Was die schlimmst« preußische Kultur- reaktion der Vorkriegszeit gegenübet der Schule und den Lehrern nicht gewagt hat, voll- endet sich jetzt unter der Herrschaft der Schleicher- Kommissare. Jahrelang hatten die sozialdemokratischen und demokratischen Kultusminister H a e n i s ch und Grimme und Becker die Schulaufsicht der Kirche abgelehnt und der Reaktion Schach geboten. Kaum waren die Kommissare am Ruder, als die Kirche das Recht erhielt, den Religion?- Unterricht in den Volksschule n zu kon- llollieren. Welche Folgen dieser Eingriff in das Erziehungs- und Schulrecht für Kinder und Lehrer nach sich zieht, beweist am besten, daß die ge- samte Lehrerschaft in schärfster Opposition zu dieser Vormundschaft und Beaufsichtigung steht. Alle Lehrerverelne und Lehrer- Zeitungen laufen gegen das„neue System" Sturm. Die Folge Ist ein Erlaß des kommissarischen llnlerrlchtsministers. Er war als vertraulich bezeichnet und ollen Re- gierungen, in einigen Bezirken auch den Kreis- schulräten, zugegangen. In diesem Erlaß wird die Bekämpfung der kirchlichen Einsichtnahme durch die Lehrer,„in der Oeffentlichkeit" verboten. Der Preußische Lehrerverein wandte sich in einer scharfen Entschließung gegen die Einschränkung der durch die Verfassung gewährleisteten Rechte, der M e i n u n g s f r e.i- he.i) der Lehrer Selbst S tu d t und andere konservative. Kul- tusminister haben sich gehütet, den Lehrern das Recht der Kritik zu beschneiden. E? blieb dem„ueueu System" vorbehalten, auch diese Freiheit anzutasten. Wa» sagen dazu die deulschnatlonolen Lehrer, die ebenfalls die kirch- liche Kontrolle ablehnen? Was sagen sie zu der Beschränkung der Kritik durch den schwarzweißroten Unterrichtskommissar Köhler? Ein Haenisch, ein Grimme haben mit der Lehrerschaft zusammen gearbeitet, und sehr oft sind sie den Anregungen der Lehrer gefolgt. Nie haben sie gegenteilige Meinungsäußerungen der Lehrerschaft mit einem Verbot der Kritik beant- wartet. Es ist anders geworden. Statt der Freiheit haben die Lehrer den Kontrolleur erhalten und den Maulkorb! Das ist das„neue System", ver- körpert durch deutschnationale Kommissare! Pros, poelzig zurückgetreten Ein Opfer deutschnationaler Hetze Professor Poelzig, einer der repräsentativ- sten Architekten Deutschlands, hat fein Amt als Vizepräsident der Akademie der Künste nieder- gelegt Diesen Schritt begründet er in folgendem Schreiben an den Reichskommissar für das preu- ßische Kultusministerium, Prof. v. Dr. K ä h l e r: „Hochgeehrter Herr Reichskommissar, aus der Presse erfahre ich, daß der Vorsitzend« der dsutschnationalen Fraktion im Preußischen Landtag. Herr von Winterfeldt. in einem Briefe an Sie wegen der Veranstaltung der bel- gischen Ausstellung meine Abberufung vom Amt der kommissarischen Leitung der Vereinigten Staatsschulen fordert. Ebenso hat der 1. Vize- Präsident des Landtags, Herr von Kries, in einem Briese an mich, als den Vize- Präsidenten der Akademie, mitgeteilt, daß er der Einladung zur Eröffnung der Aue- stellung nicht folgen könne, weil die Ver- anstaltung dieser Ausstellung wenige Wochen nach der Ausweisung des Kaplans Gilles seiner Auf- fassung von nationaler Würde nicht entspräche. Die Ausstellung„Hundert Jahre belgischer Kunst" ist feit langen Monaten unter der Leitung des Präsidenten von Schillings im vollsten Einvernehmen mit der Ku'turabteilung des Auswärtigen Amts eingehend vor- bereitet worden. Diese Auestellung sollte ein Ent- gegenkommen sein aus die Veranstaltung der Aus- stellung der großen deutschen Staatlichen Porzellanmanusatture« in Brüssel und auf die zahlreichen und in Belgien begeistert ausgenommenen musitalischen Darbie- tun gen deutscher Künstler, z. B. des Phil- harmonischen Orchesters unter Furtwängler, von Richard Strauß, Bruno Walter usw. Nach dem durch das Vorgehen der belgischen Regierung gegen den Pfarrer Gilles veranlaßten Zwischenfall ist die Akademie der Künste dauernd mit dem Auswärtigen Amt in engster Fühlung geblieben und hat, in Erkenntnis der durch den Zwischenfall geschaffenen schwierigen Lage nur im Sinne der durch das Auswärtige Amt erteilten Aus- künfte gehandelt. Ich selbst hatte, da Herr von Schillings auf mehrere Wochen verreiste, lediglich die Pflicht zu erfüllen, als Vizepräsident der Akademie die Einladungen zur Eröffnung zu unterzeichnen. Da aber durch die politische Gärung eine für sachlich« Arbeit denkbar ungünstige Lage geschaffen wurde, lege ich, um zur Entspannung dieser Lage beizutragen, mein Amt als Vizepräsident der Akademie der Künste nieder." Der Rücktritt Poelzigs ist menschlich zu ver- stehen, vom polttischen Gesichtspunkt aber ist fein Zurückweichen vor dem deutschnationalen Nationa- listenklüngel zu bedauern. Das Austreten der Herren von Winterfeldt und von Kries offenbart«inen Grad von Borniertheit, der sich selbst bloßstellt. Hirtenberg Frankreich fordert Sicherung gegen >ViederhoIung Eigener Bericht des„Vorwäri*" Paris, 19. Januar. Zu den Wafsenschiebungen von Italien nach llngarn über Oesterreich hat— wie der„Popu- laire" berichtet— Unterstaatssekretär C o t im Auswärtigen Ausschuß der Kammer erklärt, daß dem Außenministerium, die Enchüllungen der Wiener„A r b e i t e r- Z e i t u n g" bestätigt worden sind, Der französische Gesandte in Wien meldet, Bundeskanzler D o l lf u s habe z u g e- geben, daß die. 47 Waggons Waffen, die für Ungarn. bestimmt waren, die österreichische Grenze passiert haben. Es liegt also unbestreitbar eine Verletzung de» Vertrages von St. Germain vor, Die Regierung hat daher ihren Gesandten in Wien angewiesen, alles zu tun. um die W i e d e r- kehr eines derartigen Skandals zu verhln- dern. Am Schluß kündigte Cot an, daß Vertreter der Kleinen Entente demnächst eine De- batte der Regierungen über diese Angelegenheit hervorrufen würden. Der sozialistische Abg. L o n g u e t. der über die Waffenschiebungen interpelliert hat. teilte dem Ausschuß interessante Einzelheiten über den Um- fang der Waffentransporte mit. Danach sind SS 000 Gewehre und 200 Maschinengewehre nach Oesterreich und Ungarn verschoben worden (sowie einige Bombenflugzeuge, die von Italien über Kärnten nach Ungarn flogen, aber nicht mehr zurück. Red d„V."). Longuet zitierte einige Artikel österreichischer Zeitungen und er- klärte:„Diejenigen, die wie wir für die öfter- reichische Anleche gestimmt haben, haben die Pflicht, darüber zu wachen, daß Oesterreich nicht der Komplice der faschistischen Machenschaften wird." Der Ausschuß bat schließlich den Unterstaatssekretär, über das Er- gebnis der vom Außenministerium eingeleiteten Untersuchung zu berichten. Die Hochschulfchanbe Die Herren Nazistudenten von Breslau haben noch nicht geruht, ihrem ergebenen Senat mitzuteilen, daß Prosessor Cohn wieder reden dürfe. Der Senat und der Professor Cohn haben deshalb ergebenst beschlossen, die Vorlesungen des Pro- fessors Cohn weiter zu verschieben. Wider dieKulturreaktwn Unter diesem Titel gibt der Dietz-Verlag die mutige und eindrucksvoll« Rede des Genossen Dr. N ö l t i n g. die' er zum Kulturetat im Preußischen Landtag gehalten hat, als Massen- broschüre zu einem Preis von 1l) Ps. heraus. Pei der hochwichtigen Bedeutung des Themas steht zu erwarten, daß die Broschüre auch über die Grenzen Preußens hinaus ein außerordentlich wertvolles Propagandamaterial bieten dürste. Das bulgarische Rumpfkobinelt Muschanofs ist durch die Ernennung der beiden Nationaliiberalen B o i a d j e s f und K a d s ch a k o f f ergänzl wor- den, wodurch die Regierung eine sichere Mehrheit in der Sobranj« erhält Bojadjeft ist Justiz- und Kadschakoff Außenminister. Fort mit der Hilfsbediirftigkeits prtisung Gemeindeverbände gegen den Reichsarbeitsminister Zu dem von uns mehrfach besprochenen Gut» achten Dr. Gyrups vom 27. Oktober, gegen- wärtig Reichsarbeitsminister, an den Reichs- arbeitsminister Schäffer, nehmen jetzt der Deutsche Städtetag. der Deutsche Landkreistag, der Reichs- städtebund und der Deutsche Landgemeindetag in einer ausführlichen Denkschrift Stellung. In der Denkschrift heißt es: Die Darstellung Dr. Syrups führe zu völlig falschen Schlüssen, teils indem sie einige belanglose Einzelfällei evolutionär" von der BVG. vor dem Arbeitsgericht bewegte. das ist wirklich einzig in seiner An. Das sind die Kandidaten der RGO. zu den Betriebsrätewahlen! Beharrliche Lügner Dem Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, voran dem Genosten Lei- p a r t, wurde wochenlang zum Vorwurf gemacht. daß Gregor Straßer— die Bundes- schule in Bernau besichtigt habe. Nachdem nun aber die„Gewerkschoftszeitung" erklärt hat, daß Straßer niemals die Bundesschule besucht hat, sucht die„Rote Fahne" den„Verrat Leiparts" in diesem Punkte ausrecht zu erhallen, indem sie sich in die Dreck- linie zurückzieht, es werde nicht bestritten, daß Straßer die Erlaubnis zum Besuch der Bundes- schule erhallen habe. Geht es gar nicht mehr anders, dann kommt die„Rote Fahne" noch da- mit, der Bundesvorstand des ADGB. könne nicht bestreiten, daß Straßer noch lebt. Am Mittwochnachmillag stellten wir fest, daß von einem Ausfall der Betriebsrätewahlen in diesem Jahre wedxr dem ADGB. noch im Reichs- arbeitsministerium etwas bekannt sei. Am Donnerstagmorgen bringt die ,Mote Fahne" einen Balten:„Neues Verbot der Betriebsräte- wählen geplant?" Der Appell der RGO. mit ihren Einheitsfrontschwindellisten zu den Betriebs- rätewahlen sei es vor allem, der die kapllalistischen Scharfmacher in Schrecken versetzt habe. Wenn die KPD. ihre RGO. ganz und gar lächerlich machen will, mag sie es ruhig tun. Sewstenttarvung Nach§ 19 des Hausarbeiterschutzgesetzes könne» für die Hausarbeiter Fachausfchüste errichtet wer- den. Diese Fachausschüsse haben Vorschläge für die Vereinbarung angemestener Entgelt« zu machen. Ein solcher Fachausschuß besteht für feie Hausarbeiterfchaft der Christboum- schmuckindustrie bereits feit dem Jahre 1929 Auch für das Jahr 1933 sind Mindest- entgelte beschlossen worden und für allge- meinverbindlich erklärt Die Mindestent- gelte werden aber von den Verlegern in der Regel durchbrochen. Arbeiter, die dagegen ankämpfen, werden einfach von den Auftrag- gebern von der Arbeit ausgeschlossen Nach dem bisherigen Versahren des Fachausschusses fstr die Glasindustrie in Thüringen hatte nicht der Auftraggeber, sondern der Hausarbeiter den Beweis zu erbringen und sein Name wurde zur Kenntnis gebracht! Um das in Zukunft zu verhindern, stellten die Sozialdemokraten in den Gemeinderäten in Neuhaus a. Rwg., Jgelshieb, Lauscha und S t e i n a ch fol- genden Dringlichkeitsantrag: „Die Thüringer Regierung wird ersucht anzu- ordnen, daß gemäß 8 37 des Hausarbeiterqesehes die Auftroggeber der Hausindustrie die Beweis- pflicht über tatsächlich gezahlte Entgelte zu führen haben, wenn beim Fachausschuß Anzeige wegen Minderbezahlung erfolgt. Der Herr Bürgermeister wird beauftragt, dielen Beschluß mit evtl. weiteren Ergänzungen umgehend an die Thür. Regierung, Abt. Wirtschaft weiter zu leiten" Am letzten Freitag beschäftigte sich der Ver- waltungsausschuß in Lauscha mit dem Antrag. Der Ausschuß besteht aus 6 Nazis. 1 SPD., 1 KPD. und einem Bürgerlichen. Nach einer zweistündigen Aussprache lehnten die Nazis denAntrogab Die Nazis haben hier-echt deullich gezeigt, daß sie die Arbeiterinteresten mit Füßen treten. Sic stellten sich schützend vor die Geldschränk« der Unternehmer, der sogenannten Verleger._ Londoner Smnwusstreik Condon, 19. Januar. In London ist ein Tellstreik der Omnibus- angestellten ausgebrochen, dem sich bis jetzt 1300 Mann angeschlossen haben. Ueber 250 Omnibusse sind außer Betrieb: neun Linien werden nur hilfs- weise betrieben. Die Ursache des Streiks ist die seit einiger Zeit vorgeschriebene Beschleunigung der Fahrzeit, mit der die Angestellten nicht ein- verstanden sind._ 3m Kölner Installaklonsgewerbe wurde am Donnerstag nach sechswöchiger Dauer de» Streiks und der Aussperrung die Arbeit wieder ausgenommen. Die Parteien haben sich v e r st ä n d i a t. Der Schiedsspruch des Schlich- tungsausschustes, der eine Herabsetzung des Stundenlohns von 1,10 M. auf eine Mark vorsah. wurde dahin abgeändert, daß der Stundenlohn ab 19. Januar 1.05 M., ab 1 Mai eine Mark beträgt. Das Abkommen läuft bis zum 31. Dezember 1933. Die Giegener Lohnschande Lohnabbau durch Unternehmer widerlegt Im Siegener Lande, wo die Unternehmer um jeden Preis einen Abbau der dort herrschenden HunFerlöhne erzwingen wollen, zieht die Erregung immer größere Kreise. Die Wlehnung der BerbindlichkeftserNärung des von der Schlichter- kammer gefällten Schiedsspruchs, den Stunden- lohn nur um einen auf 57 Pf. zu senken— ein Schiedsspruch, der an sich schon in der jetzigen Zell und angesichts der Not im Siegerlande nie- mals zu rechtfertigen ist— hat die Situation außerordentlich verschärft. Die Unternehmer, die sich durch den Kölner Schiedsspruch ermutigt fühlen, bleiben hartnäckig und wollen die Senkung der Stundenlöhne auf 55 Pf. erzwingen. 6500 Arbeller von den knapp 9000, die im Siegener Land heute noch Beschäftigung haben, sind von den Unternehmern bereits aus- gesperrt worden. Die Sympachien in der ganzen Bevölkerung einschließlich des gewerb- lichen Mittelstandes sind auf selten der kämpfenden Arbeiterschaft. Die ganze Bevölkerung hat erkannt, daß es unverantwortlich wäre, unter heutigen Derhältnisten durch Lohnsenkung noch die schmale Basis der Kaufkraft der notleidenden Masten zu verengern. Die Kreisbehörden und der O b e r b ü r g e r m e i st e r von Siegen find um einen Ausgleich bemüht, denn die Spannung erhöht sich stündlich. Ein Tell der noch Beschäftigten hat zur Kundgebung ihrer Sym- pathie für die Ausgesperrten die Arbeit niedergelegt. Wie schlecht die Sache der Unternehmer ist. geht daraus hervor, daß eine Reihe von Unter- nehmern, die 1200 bis 1500 Mann beschäftige«, sich dem Aussperrungsbeschluß nicht angeschlossen hat und zu den alten Bedingungen wellerarbeiten läßt. Wir fragen, ob die Reichsregierung und be- sonders der Reichsarbellsminister sich um die Vor- gänge im Siegener Lande schon gekümmert haben. Wenn ein Tell der Unternehmer trotz des starken Drucks, der auf sie ausgeübt wird, zu den schon so elenden Löhnen arbeiten läßt, dann ist der Beweis erbracht, daß die alten Löhne ganz allgemein weitergezahlt werden können. Hierzu 2 Beilagen Der..BorwSrls" erlchelw mocheniiialtch zweimal. Sannlags und Montag» einmal Illustrierte Lonntagzdeilage Boll und gell"< Bezugspreti«: Wöchentlich 7ä Pi.. monatlich 8,2?) M Ida von 37 P» monatlich tflt guliellung ine Haus) im voraus zadlbar Postbezua Z.Si M einschließlich 60 Pi Postzeituna- und 72 Ps. Postdeslellaebllhren. Suslandsobonnement d.6S M pro Monat: für Ländei mit ermäßigtem Drucksachenporto«6?. M?ei Ä stall d-r Lietei ang wegen höherer Gewalt besteht kein Änfpruch der-Abonnenten aus Ersaß, Anzeigenpreise: Die einspalttge Millimeterzeile 80-Ps. Rellumezeile 1,50 M..Kleine Anzeigen" das tettgedruckte Wort 20 P, jedes weitere Wdrl 10 Pf Rabatt laut Tarit Warle llbee 15 Buchstaben zählen für zwei Sorte Arbeitsmarkt Millimeterzeil» 25 Pf. tzainilienanzeiaen Rillimetrrzeile 16 Pf Anzeigenannahme im Haaplgejchö'l Lindenstr 8 wochentöglich von bis 17 Uhr Der Btrlag behält(ich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I BerantwortNch für Politik: Rudoli Breademllhl: Wirttchaft: S iiliagelhöter: Sewertschattsbewegung- 3. Gteiaer: Feuill.Ion: Herbert iieps««: Lokales und Sonstiges: Fritz«arstädt: Anzeigen: vtt» Hengst: sämtlich in Berlin. 7 Verlag: Borwärts-Verlag©. m. 6. H.. Berlin. Druck: Vorwärts. Luchdruckerei und Berlagsanstall Paul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstr. 3. W E RT H E I M Billige Lebensmittel �■ H■ W■■ Soweit Vorrat Zusendung von 5 M an. Leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt frisches Fleisch Kalbskeule« hu«, o. Bl 030 Kälber. n.ade...... Pfd. C.TS Kalbskotelett...... 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Aplel....3 Pfd. 0.49 JaHaorangen..... 3 Pfd. 0.55 Bananen........ 3 Pfd. 035 Frische Ananas.. Pfd. an 0.48 Gemüse Rot- a. Weißkohl 3 Pfd. 0.10 WirsiBg-a.GränkohlPfd. 0.05 Möbren rewa«oh«n. Pfd 0.04 Sellerie......... 3 Pfd. 0.20 Blumenkohl Kopf von an 030 Rosenkohl...... 2 Pfd 037 Schwanwurzeln.. 2 Pfd. 035 Wurstwaren Hausmacber-Sülze.Pfd. 038 Blat-,Leber-a.Sfilzwnrst 036 Dampi- n. Fleischwurst 0.74 Mcttw.(Br. Art) Pfd. 0.80 0.92 Landlcber- a. Jagdwurst 030 Feine Leberwurst..0.96 1.08 Speck fett Pfd. 8.76 mager 0.88 Käse u. Fett Ramadon kalbfect..StSal 0.16 Camembert vollfea, SchcL 032 Harzerkäsec« 1 Pfd-Pak. 0,24 Blockkäse 30%.... Pf 1 0.46 Briekäse vol'fett....Pfd. 0.56 Bratenschmalz..... Pfd. 0.48 Margarine....... 3 Pfd. 0.74 Molkereibatter Pfd. 0.98 1.10 X&e Konserven Jangc Sehnittbohaen.. 0.42 Gemischtes Gemüse V.. 0.62 Gemischtes Gemüse fan 1.10 Junge Erbsen......... 038 Kaiserschoten......... 1.20 Broch-Spargel dünn... 0.90 Stangen-Spargel SO'60 1.25 Kolonialwaren Brachreis......... Pfd. 0,11 WeiBe Bohnen....Pfd 0.11 Linsen........... Pfd. 0.14 Viktoria-Erbsen..Pfd. 0.18 Eier-Scbnittnadeln Pfd 036 Gemischt Backobst Pfd. 0.32 Birnen getrocknet. Pfd. 0.42 Gebr. Kallee 1.90 2.2II 230 Hasen g«an u. ousg., Pfd. an Pllten Pfd. an 5071 Geflügel u. Wild Sappenhühner..Pfd. an 0.60 Wolgaböhner...Pfd. an 0.64 Mastenten...... Pfd. an P.68 Gänse.....••••.Pfd. an 0,78 Hirschblatt..... Pfd. an 0.54 Rebblatt........ Pfd. an 068 Wein ohne O-as 11 Sprendling. Wiesberg 0.80 31 Lieblraumilch...... 0.95 31 Wehlener Feinter... 130 Weißwein Ltr. 0.80 s Ltr 3.90 Zweite Beilage FREITAG, 20. JANUAR 1933 von pigurä Chrktidnsen all diesen Iahren mar Lüdersen nur � einziges Mal nahe daran gewesen, sich ™ verheiraten. Fräulein Larsen hatte ein �vrwal versucht, seine Aufmerksamkeit auf paar jüngere Mitpensianärinnen zu i?ken. Aber nur das eine Mal hätte er bein• �- nahe Feuer gefangen. Schon hatte sie jungen Paar ihren diskreten Segen zu- Mchelt, als der Ingenieur Engelhardt auf Kriegsschauplatz erschien. Und das Un- .�Zeihliche war. daß er nicht als Helden- Aar auftrat, sondern als waschechter Ver- "%ef. Wie ein Lamm zur Schlachtbank, Urde er dann mm Traualter geschleppt. "a als er drei Jahre später, scheinbar un- �lehrt, seinen Platz an der Pensionstafel �der einnahm, nickte er— und noch dazu Beisein Fräulein Larsens— ganz ge- ?uÜich zu Lüdersen hinüber und tat den mit folgenden Worten ab:„Die hätten >e eigentlich kriegen sollen, Sie Held!" .Lüdersen wurde rot und schwieg. Aber � Fragen, die beim Stichwort„Held" von �aen der Uneingeweihten auf ihn einstürm- Jp, entschädiaten ihn einigermaßen. Seit �rger die Stadt verlassen hatte, waren �ohl in der Pension wie im Büro die An- �Übungen auf das Ereignis äußerst spär- U geworden. Und war es ihm auch eines- BZ eine Erleichterung, daß Berger aus Mem Gesichtskreis verschwunden war, so �»nißte er ihn doch. Sein Triumphwagen '»nd plötzlich still. .So war die Lage an dem Tage, als fersen seine bisherige Stellung verließ. �chon daß es ein Abschiedstaq war, genügte � sich, um ihn aus der täglichen Unbemerkt- �'t herauszugehen. Und nun kam noch Pe neue, weit größere Sensation dazu, •e den Glanz seiner Größe wieder auf- liehen ließ. t Die Abendzeitungen brachten die aus- »Pende Mitteilung, das bei dem großen Mtraub gestohlene Geld sei zurückbezahlt �rden. Leider waren die Täter noch immer �bekannt und hatten auch diesmal keinerlei ?puren hinterlassen. Das sinnreiche Ver- l%en wurde in allen Einzelheiten Keschrie- «.P. Man konnte den Brief von Oslo via Msamt Gjövik und wieder nach Oslo ilJrürf verfolgen. Dort aber hörte jede Spur Ja. Das Schreiben, das bei dem Gelde lag, .Jjthielt nur die lakonische Mitteilung, hier N es. Kein Bekenntnis, keine Reue. Nur U nackte Handlung, die Zurückzahlung.— �ve äußerst mystische Sache. den letzten Bürostunden war das Er- �nis einziger Gesprächsswff. Lüdersen be- Ute die Gelegenheit, zu erklären und zu Richten. Auch benutzte er die Gelegenheit, Licht wieder oben auf den Scheffel zu �len. Und Bergers Licht darunter. .Ilm sieben durfte er im Triumph ab- Marschieren. Da war ihm die goldene Uhr Erreicht worden und er hatte, wenn auch Jjht gerade bewegt, so doch mit verlegener �iirde gedankt. Jiluch in der Pension wurde nach dem Abendessen das Ereignis besprochen. Sieben. fit Leute saßen im Salon, und Fräulein �rsen blühte noch einmal wieder das Glück, 0a jenem Ereignis und dem tiefen Eindruck A berichten, den es auf alle gemacht hatte. U Wirtin spendierte anläßlich des Ab- Uds von Lüdersen ein Gläschen Port- Mn und die Stimmung ging in etwas Ueren Wogen als sonst. Hierin lag viel- .�cht der Grund, warum die Sensation, die Py kam, solches Aufsehen erregte, ja daß überhaupt kam. In Szene gesetzt wurde J vom Postassistenten Tornfelt, der sie als Abschluß der stünmungsvollen Pause nach !"äulein Larsens Vortrag mit großer Wir- �»g auftischte. �.Dieser junge Mann also erhob plötzlich ?chelnd sein Portweinglas mrd verbeugte fi vor Lüdersen.„Darf ein minderwertiger 5vllege wie ich sich gestatten, dem Herrn Mtdirektor seinen Glückwunsch zu Füßen b legen?— In aller schuldigen Ehr- 'bietung." Lüdersen griff verlegen nach seinem Glas. fs berührte ihn etwas peinlich, daß hier- Prch das Gespräch schon wieder auf andere Lohnen kam.„Danke", sagte er.„Das �ben Sie schon mehrfach besorgt." .• Tornfelt lächelte wieder.„Doch nicht", yte er„Doch nicht. Ich meine nämlich zu Ihrer Beförderung. Ich beglück- Dünsche Sie zu dem Geld, das zurückge- Zäunen ist." Da setzte Lüdersen sein Glas, ohne zu trinken, wieder hin.„Was geht das mich an?" Er sah äußerst verärgert aus. Und Fräu- lein Larsen ellte ihm zu Hilfe.„Na eben". sagte sie.„Was geht das Herrn Lü- dersen an?" Tornfelt verbeugte sich mit übertriebener Ehrfurcht, errötend ob seiner eigenen Frech- heit, gleichzeitig aber lächelte er— und zwar nicht ohne Bosheit.„Verzeihen Sie", sagte er,„meines Wissens aber haben der Herr Postdirektor doch damals auch Ihre Kaste eingebüßt?" „Na ja— und?" „Ich bitte mich nicht mißzuverstehn. Ich will mich in meiner Geringwertigkeit ja nicht erkühnen, das heldeichafte Auftreten des Herrn Postdirektors zu verkleinern. Aber da auch Sie das Pech hatten, Ihre Kaste einzubüßen, so war Ihr Heldentum meines Erachtens gänzlich überflüssig. Und deshalb dachte ich mir, Sie freuten sich, weil das Geld nun wieder da ist." Er trank hastig, um sich vor der Verlegen- heit zu retten, in die das plötzliche Aufsehen, das er erregte, ihn versetzt hatte. Ganz lang- sani flog ein Engel durch den Raum. Der aber wurde in die Flucht gejagt durch eine lustige Grimasse Engelhardts, die wohl ein Lächeln bedeuten sollte, und von seiner Stimme, mit der er das Glas begeistert gegen Tornfelt erhob:„Wie wir konferoa- tiven Allen immer saaen: Kinder und Unmündige sprechen die Wahrheit!" Lüdersen wurde feuerrot, und ohne Tarn- felt eines Blickes zu würdigen, sah er Engel- Hardt wütend an.„Die Wahrheit?" sagte er. „Die Wahrheit ist doch wohl, daß die Kerle mich zu Boden schlugen." 3)er junge Wilhelm XiebknecM Eine hiftorifche SSelrarhtung von'.Hvrmnun Wendel Da die Welt wohl noch Jahr und Tag auf die in ollen wistenschastlichen Ansprüchen genügende Biographie zu warten hat, die die Sozialdemo- kratie ihren beiden großen Vorkämpfern im ersten bis Illll reichenden Abschnitt der Bewegung, August Bebel und Wilhelm L i e b l n e ch t, schuldet, müssen wir inzwischen jeden Baustein zu jenem ragenden Gebäude dankbar begrüßen. Bau- stein— der Begriff erschöpft frellich nicht die Schrift, die Ernst N o b s unter den» Titel„21 u s Wilhelm Liebknechts Jugendjahren" im Verlag der Geiwstenschaftsbuch Handlung in Zürich herausgegeben hat. Vielmehr ist es, so anziehend durch seine Form wie wertvoll durch seinen Inhalt, ein durchaus geschlossenes und selb- ständiges kleines Werk, das Bekanntes in neue Zusammenhänge einordnet und, da es sich nicht auf gedruckte Quellen beschränkt, sondern auch aus Akten und Zlrchiven schöpft, manche neue Kennt- nis und Erkenntnis verinittelt. Sieht man von den in Kalendern und Zeit- schritten verstreuten Erinnerungen des„Alten"' an seine Jugend ab, ist die Schweizer E p i- s o d e seines Lebens bisher ziemlich stiefmütterlich behandelt worden— unverdient stiefmütterlich, denn rn mehr als einem Betracht war sie für seine Entwicklung bedeutsam. Es ist ein einundzwanzig- jähriger, hochgemuter, von der Stickluft der deutsche» Unfreiheit angeekelter Student, der 1847, eigentlich europamüde und aus dem Weg nach Amerika, durch einen Zufall nach Zürich verschlagen wird. Was die Waage zugunsten der Limmastoirt senkt, ist wohl die Lehrerstelle die ihm am Fröbelschen Institut angeboten wird. Daß es eine Volontär- stelle ist. die keinerlei Bezahlung abwirst, beküm-£*J*f dl iMfllfl' mert den jungen Idealisten nicht weiter: Haupt- unter. Zwar scheitert ein Versuch, vom Schrift- steller zum Schristsetzer umzusatteln, aber in dem Deutschen Arbeiterbildungsoerein zu Genf, der ihn nach kurzer Mitgliedschaft zu seinem Präsi- denten erkürt, findet der Ungeduldige mrd Un- erinüdliche ein erwünschtes Tätigkeitsfeld. Viel- leicht überschätzt N o b s etwas die Bedeutuirg des Wortes„sozialdemokratisch" bei den Bestrebungen dieser Vereine, denn anno 48 und 49 nennen sich Politiker und Programme sozialdemokratisch, die wir nur als oerwaschen sozialreformerisch be- zeichnen würden, aber mit Recht hebt das Buch hervor, daß Liebknecht die deutschen Ar- b e i t e r eigenllich erst recht in der Schweiz kennen gelernt hat: und daß e r jedenfalls ihnen sozialistische Gedankengänge nahezubringen sucht, unterliegt keinem Zweifel Als Vorsitzender des Vereins am Vorort Genf steht der junge Aka- demiker an der Spitze aller deutschen Arbeiter- vereine in der Schweiz, die in Lausanne, Vevey. La Ehaux-de-Fonds, Neuenburg, Freiburg, Bern. Luzcrn. Basel, Zürchz. Winterthur, St. Galle» und anderen Städten rirnd 800 Mitglieder zählen. An diesem Posten wirkt er mit der Begeisterung und dem Feuereifer, die bestes Teil seines Wesens find und bleiben, und trägt damit seinen Namen in das erste Kapitel der Geschichte der deutschen wie der schweizerischen Arbeiterbewegung ein, aber der für den 20. Februar 18S0 einberufene Kongreß zu M u r t e n, der die Herausgabe „Richtig. Und daß Sie Ihre Kasse ein- büßten." „Nu und was weiter?" Engelhardts Grinsen wurde immer breiter- „Na ja", sagte er.„Was weiter?" Lüdersen sah sich verwirrt um nach Bei- stand gegen diese niedrige Verschwörung. Vor allem suchte sein Blick die Geschichts- lehrerin Fräulein Larsen. Und suchte nicht vergebens. Sie erhob sich in all ihrer strengen Gerechtigkeit, mit einem Feldherrenblick über die Klasse.„Wer", sagte sie,„fragt nach dem Nutzen einer Heldentat. Eine Großtat, selbst wenn sie mißlingt und folglich nutzlos ist, bleibt doch immer eine Großtat" Engelhardt verbeugte sich äußerst ver- bindlich. „Göll bewahre mich", sagte er.„Selbst der unmündige Tornfelt erdreistet sich nicht, an die Tat zu tippen. Cr hat sich nur er- laubt, die Herrschaften darauf aufmerksam zu machen, daß sie völlig überflüssig war." „Sie scheinen zu vergessen, Herr Engel- Hardt, daß es etwas gibt, was die Macht des Beispiels heißt?" (Fortsetzung folgt.) einer Zeitung, die Gründung einer Hilfskasse und die straffere Zusammenfassung aller einschlägigen Vereine bringen soll, weckt den Argwohn der von außen aufgehetzten Behörden und verfällt noch vor Beginn der Auflösung. Nach sechs Wochen Haft in Jaquemard. einem bekannten Turin der Kantonshauptstadt Freiburg, wird Liebknecht polizeilich nach Frankreich-.bgefchoben, das ihm Durchgangsstation für England ist, aber er ver- läßt die Schweiz ganz anders, als er sie drei Jahre zuvor betreten hat— mit der Klarheit über seine Zukunft, die dem Kampf um die Be- freiung der arbeitenden Klosse gewidmet sein wird. In den noch erhaltenen Freiburger Unter- suchungsollen findet sich ein Signalement des jungen Revolutionärs: Name: Liebknecht, Wilhelm Alter: 23 Jahre Größe- 3 Fuß 3 Zoll französifcke? Maß(1.70 m) Stirnc: gewöhnlich 'Augenbrauen: ebenso Bart: sprossend Nase- gewöhnlich Mund: klein Kinn: rund Gesicht: oval Gesichtsfarbe: blaß Augen: hellbraun Mag an dieser Beschreibung im übrigen olles stimmen, so trifft doch eins daneben: Stirn— gewöhnlich Denn es ist eine sehr ungewöhn- liche Stirn, die der deutschen Arbeiterbewegung über ein Menschenalter wie eine Flamme voran- leuchten soll. .flrbeUerJtfh'onomen fache, daß er mi einer Arbeitsstätte, die an der Spitze der pädagogischen Reformbestrebungen steht, einem angeborenen Triebe seiner Natur nachgeben, daß er lehren, unterrichten, Schul- meister sein kann. Denn zum Schulmeister fühlt sich der Nachkomme einer langen Reihe von Pro- fessoren und Pastoren berufen, und einen Schul- meister nennt e-- sich noch mit Stolz, als sein Katheder längst die Tribüne des Reichstags und der Volksversannnlung ist. Aber schon in Zürich genügt es ihm nicht, sich lediglich in der Schul- stunde vor seinen Schülern auszugeben, er möchte mehr in die Wette wirken, und da sein politischer Nero ungewöhnlich gespannt ist, fühlt er sich in der Schweiz, die eben in einem Bürgerkrieg, dem Sonderbundskrieg, den Kampf zwischen Absolutismus und Demokratie zugunsten der bürgerlichen Freiheit entscheidet, wie der Fisch im Wasser. Am liebsten stritte er mit der Waffe in der Hand in Reih und Glied: er meldet sich als Freiwilliger: zurückgewiesen, stellt er wenigstens seine Feder i» den Dienst der guten Sache. Als Mitarbeiter der„M an»heim er Abend- zeitung" läßt er klares Licht auf die Vorgänge in der Schweiz fallen, die er trotz seiner uner- fahrenen Jugend in ihren großen europäischen Zusammenhängsn zu erfasien weiß. Dann reißt ch» 1848 die Kunde von der Pariser Februarrevolution, der wie der Donner dem Blitz die deutsche Märzrevolution folgt, von der klci- neu auf eine größere Bühne. Rur zu kurzem Zwischenspiel kehrt er nach zwei Monaten ans Ufer der Limmat zurück, aber als er Mitte Juli >849 wieder in der Schweiz, diesmal in Gens, eintrifft, ist Wilhelm Liebknecht kein grüner Bursch mehr, sondern mit seinen dreiundzwanzig Jahren ein Mann, der sich mit Recht einen „Soldaten der Revolution" heißen kann: ob er aus dem Schlachtfeld als Rebell die Kugeln pfeifen hörte, ob er in der Kerkerzelle als Ge- sangener seinen Träumen nachhing, er hat„alles im Tiefsten erlebt, hat mit der Revolution alle- erhofft und mit ihr alles erlitten". Jetzt, in der Emigration, geht er in dem lustigen Zigeuner-, Bummel- und Kneipentreiben der„Schwefelbande". obwohl er als einer der Kecksten und Un- bekümmertsten uütmacht. keineswegs auf und Wie viele Künstler. Dichter und Denker uiögen wohl als unerkannte und unbekannte Talente in Mietkasernen und Proletarierwohnungen Haufen! Wer häufiger mit wissensdurstigen Arbeitern zu- sammenkommt, der hat oftmals Gelegenheit, sich über manche vorhandene Begabung zu wundern und zu freuen. Hier ist einer, der ganz ausge- zeichnet malen kann, aber niemals«ine Mal- nkademie besucht hat: dort wieoer einer, dessen Bastelkunst, dessen technisches Können weit über das Alltägliche hinausgeht. Auf allen Gebieten findet man solche Künstler. Ebenso könnte das Thema„Arbeiter-Astronomen", das hier be- handell werden soll, mit Leichtigkeit ein ganzes Buch ergeben 2luch hier gab es unter den sogenannten Außenseitern ganz Heroorragende Köpfe. Wilhelm Herschel, der Entdecker des Pla- neten Uranus, war z. B. Musiker: der große Mathematiker Leverricr war ursprünglich Steuer- bcamter: Peter Hansen war Uhrmacher und Ge- heimrat Bruhns— Schlossergeselle. Aber wir wollen nicht diese ganz Große» be- trachten, die sich durch besondere Leistungen und Entdeckungen in der wissenschaftlichen Welt einen Namen geschaffen haben. Nein, es gibt auch zahllose kleine Winkel-Wissenschaftler, die an ?lusapferung für ihre Interessen, an Hingabe für ihre Wissenschaft Großes geleistet haben und tüchtige Reiter auf ihrem Steckenpferde süid. Ich erinnere mich da z B an'Wilhelm B i e° r e i g e, der in Erfurt wohnt und von Beruf Schlosser ist. Dieser Mann ist ein großer Stern- freund und stellt mit seinem guten, selbstgebauten Fernrohr in seiner freien Zeit regelmäßig bestimmte astronomische Beobachtungen an. Er hat sich auch eine Armillarsphäre gebaut, ein Modell der Himmelskugel mit allen Kreisen. Sein Glanz- stück aber ist eine astronomische Uhr, die er koa- strulert hat. Diese Uhr. die elektrisch betrieben wird, zeigt nicht nur die Stunden, Minuten und Sekunden an. sondern auch den Wochentag, das Datum, den Monat, das Jahr, den täglichen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, die Mond- phase» und den minutlichcn Sternenhimmel für Erfurt. Außerdem sind an der Uhr noch ein Tellurium und ein Planetarium angebracht, die durch Federauszug in Betrieb gesetzt werden. Das Tellurium zeigt die Bewegung der Erbe inner- halb von 24 Stunde» um ihr« Achse, den Lauf des Mondes um die Erde in 29 Tagen und den Umlauf von Erde und Mond in 363 Tagen um die(sonne. Dabei weroen am Fuße der ellipti- schen Erdbahn nach die Jahreszeiten angezeigt. Das Planetarium zeigt die wahren Umläufe der Planeten um die Sonne. Das Uhrmerk besteht aus einem Gewirr von Rädern. Hebeln und Schrauben. Im ganzen sind es 93 Zahnräder, 7 Stifttriebe und 7 Spinoettriebe. Die Uhr hat ein Gewicht von 100 Kilogramm. Wilhelm Bie- reige hat mit einigen Unterbrechungen mehr als sieben Jahre lang an diesem astronomischen Kunst- werk gearbeitet Im Jahre 1920 ist die Uhr fertiggeworden. Ein anderer tüchtiger Arbeitcr-Astronom ist R i ch a rd Jakob in Schönow bei Bernau. Jakob ist von Beruf Mechaniker und hat sich schon vor mehr als 30 Jahren als kleiner Lehr- ling mit der Astronomie besaßt. Ein kleines Fern- röhr war sein ständiger Begletter. Während des Krieges den er von Ansang bis zu Ende mit» gemacht hat, kam ihm zum ersten Aiale der danke, sich später einmal ein größeres Fernrohr zu bauen. Die Anregung dazu war iminer wie» der der außerordcnllich klare Nachthimmel in den weiten Gebieten Ruhlands. In den Iahren 1921 bis 1924 führte Jakob seine Absicht aus und baute sich ein ganz vortresslichcs Instrument. Bor ein paar Jahren erwarb er sich ein Stückchen Land in Schönow. Hier hatte er nun einen Sternenhimmel, wie er im Dunstkreise Berlins auch an„klaren" Abenoe» nicht zu finde» ist. und hier baute sich Richard Jakob. ,zum größten Teil allein, ein kleines Häuschen mit anschließendem Kuppelgebäude. An der Kugel allein hat er iait ein Jahr lang gebaut In diesem Observatorium brachte er nun sein Fernrohr unter, und hier hat er sich das Reich geschassen, das er sich als be- geisterter Jünger der Himmelsgöttin llronia schon in jungen Jahren gewünscht hatte. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 3,20 Metern Das Fernrohr ist äußerst präzise konstruiert. Es ist parallakttsch aufgestellt, mit Teilkreisen, Lettser» röhr und Vucherfernrohr v?nsehen� und hat ein taaskloz arbeitendes Uhrwerk. Außerdem ist eine Vorrichtung zum Anbringen einer Photokamera und eines Projektionsschirmes für Sonnenbeob- Achtungen vorhanden Die Brennweite des Refraktors beträgt 1,43 Meter und das Objektiv hm IM Millimeter Oeffnung. Es ist ein Fraunhofer- Objektiv von der Firma Merz. Das ganze Instru- mem steht auf einem fast zwei Meter tief in die Erd« hineinreicheirden Betonkloiz. Jakob hat ein bestimmtes Arbeitsprogramm und macht besonders Sonnenbeobachtungen, die auch wissenschaftlich verwendet werden. Er steht mit verschiedenen Wissenschaftlern in Briefwechsel. Verschiedentlich waren auch schon FAmoperateur« bei ihm, die ihn in seinem Observatorium tonfilmten. Dag Er- gebnis der Vorführung dieses Films in vielen Filmtheatern wa, natürlich, daß nach und noch eine große Zahl von Briefen aus dem In- und Auslairde bei Jakob einlief, in denen ihm An- erkennung für seine Leistungen ausgesprochen wurde. Bei den schönen Worten ist es geblieben. So könnte man von vielen geistig regsamen Menschen aus Arbeiterkreiscn berichten und zoll reiche auszählen, die ungenannt und unbekannt mit Liebe und Begeisterung chren wifsenschoil- lichen Bestrebungen nachgehen. Was das be- deutet, wissen jene Studierenden und Studierten allerdings nicht, die als Kinder reicher Eltern den wohlgeebneten akademischen Weg gehen könnten, gletchgüllig, ob mit oder ohne Begabung. So mancher„kleine Mann", der sich in seiner freien Zeit mit seinem Aquarium beschäftigt, so mancher, der sorgsältig die Lichtschwankungen veränderlicher Stern« verfolgt und die Periodizität der Sonnen- flecken aufzeichnet, wäre vielleicht ein bedeutender WissenjichasUer geworden, wenn nicht eine ver- drehte Gesellschoitsordnung die Enttaltung guter Veranlagungen und Talente verhinderte So wird in vielen Fällen aus dem. was Lebens- inhalt werden sollte, mir ein Spiel in Muße- stunden. Wund um das WleinauM tzerr wünscht Einsitzer. Autogeschäst. Moderne Kleinautos. Reuester „Ich möchte ein ausgesprochenes Klein» haben," sagt der Kunde. „Mit Notsitz?" fragt der Verkäufer.„ ..Ohne. Ich habe nämlich sehr viel Beko'"' und Berwandte." „Also einen Zweisitzer?" „Einsitzer! Ich habe weder Frau noch»ru» „Einzylinder oder Zweizylinder?", Ohne Zylinder! Wer trägt denn im Sow einen chut?" m Wnieniangen Ha Riidrtt ftnfi »«»Ha SB 68. CtaBenftTOfe* 3 Groß-Berlin stet» an da» Beztrtssekretarta: 2. Hot. Z Trevvev rechts, zu rtchte» beginn aller Veranstaltungen 19� Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 1. Aiuzfs. Unse? neulls Crwsrbslosenhesm Köpe nicket Str. 92 ist Dienstags und .freitags von Ah vis 13 Uhr gröffnpt. Bortrag von Merrn Schinz über: / Stunde mit Schavplatte und Auch. •U Ärcis. Der Äucsus der Ärbeitetbildungsschulc:..Nußlanb und der Sozia- Itemuö' vom Genossen München muß beute umständehalber ausfallen. SJortsefcung nächsten Freitag. 19 Uhr, im Bereinszimmer des Ledigenheims. 'schänstedtstr. 1. «. Kreis. Sonnabend. 21. Januar, 18 Uhr. Kreisvertreternerfammlung im Wohlfahrtssaal Charlottenburg. Königin-Glisabeth-Stn. 6. Aufgaben des Reichsparteitages. Referent: Max Westphal. M. d. R. 17. Kreis. Freitag, 29. Januar. 18 Uhr. Sitzung des Bildungsausschusses in der Bibliothek Weichselstr. 28. Alle Abteilungsobleute haben zu erscheinen- 18. Kreis. Sonntag, 22. Januar, 10*£ Uhr, Kreisvoritandssitzung bei Gallas. 8. Abt. Die Mandate zum Kreisvertretertag werden heute unter Vorzeigung de.� Mitgliedsbuches am Saaleingang ausgehändigt. 35. Abt, Sonntag, 22. Januar, 8 Ilbr, treffen sich olle wanderfreudigen Gv� Nossen am. Schleidenplatz. 45. Abt. Heute,£0 Uhr. wichtige Funktionarsitzung im Heim. 128. Abt. Heute Mitgliederversammlung bei Goersbach, Berliner Str. 192. Buch. kontrolle. 1. Bezirk. Funktionärsitzung um IS3? Uhr. UX Abt. Heute Abfahrt zur Kreisdeuegiertensitzung um 19.23 Uhr Straßen. bahn 68. Arauenveronstaltungen. �5. Abt. Heute. 19 Uhr. Eröffnung der Näbstube. Vczirksausschutz für Arbeiterwohlsahri. 1«. Kreis Ritte. Unser neues Erwerbslosenhenn in der Köpeuicker. Straße 92 ist. Dienstags und Freitags von lä bis 19 Uhr geöffnet. Merri) Schinz bringt heute Vorträge über Scballplotte.n und Bücher. Arbeiisgemsinschaft der kinderfreunde. Ritt«, übt- PappclvlaK. Heute 3abr«?�SIt«ttu)crfammIuna im Heim Liisabetbkirchstrahe lg Uhr). Aeutölln.«altunz! Sonntag Treffpunkt zum Schlitt. ichublaufen um 15 Ubr fltetsfiebn. 3 Pf. mitbringen. Der Zalkenrat vmmszzM tagt Montag, 1P- Uhr. flaffietecDctiammlung um 18 Um Atets- iHriniViif beim.— Äot. Aufbau. Lir sind heute, zreitag. 17>, Uhr, KWH. ''— Abt.. clurmpofl(Bribi. Heute, 18 Uhr,. D'skusflon über Snt» Itebung der Atnderfrmindebewegung. Bletftist und Papier mitbringen, Achwua. Nestfallen! Sonntag. 22. Jgnaar. Fahrt nach den Hapelbergen. Treffpunkt Ahr Brrh. Huteisen, z»j Uhr Neukölln. Pghnhos und Rathau?.» Uhr Hermannplgts. M Pf. mitbringen. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 34, Abt. Unser Genosse Bruno Belke. Romintener i�tr. 29. ist verstorben. Ehre seiruun Andenken Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 21. Ja- nuar, iL Uhr. im Krematorium Gerichtüraße statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 39. Abt. Räch läilgerem Leiden verstarb am Montag, dem IV. Januar, unser Genosse, der Bauarbeiter Karl Gilk. Zorndnrfer Str.*5. Ehre seinem Andenleu. Einäscherung Freitag, 29. Januar 17'z Uhr, Krematorium Gerlchk.stryße. Um rege' Beteiligung ersucht' Der Abteilvnqsvorstavb. SozialistischeArbetterjugendGroß-Berlin Ewiendaagrn für dtel« Rubrik nur an das gug«nSi>tr«ta»ia' Berit» SW S8. Lindenttraie S. vorn 1 Trepp» rechts Proletarisches Orchester der SAZ., Se.uppe X. Heul«. 1314 Uhr. Probe Andepstr. 4. Waaderauslunft heute pon 17 bis 18 Uhr im Zugendheim Sindenstr. 4.' pprn I, geöfsnet. Bezirksvorstaudssigung morgen. Sonnabend, pünktlich IZi» bis Illfi Ubr. im Raum der Arbeiterhitdunasschule, Lindenstr. 8. Resercstcaschnle Prot Denecke und Pros. Rasenberg morgen, pünktlich 18 Uhr, Arbeiterbildungsschule, Lindenstr. 8. Mänchen-Aursus fällt morgen aus! Waaderlettre-Roaserenz Rontag. 23. Znnuar. pünktlich Ifli.l Uhr, im Zu. gendhcim Lindenstr. t, vorn I. Ltchthildervortrag t Geologisches und Naturge. schichtliches. Referent: Genosse Paul Schulz. Perichtsbagcn. Brunneirplatz. Charlottenburg-Rard, Eichkamp, Gewerkschasts- Haus, Petersburger Viertel. Tempelhoi. Barschauer Viertel lR.'F.l und Bittenau haben noch keinen Berichtsbogea abgelieseril heule. Ireilag. 20. Zanuar. 20 Uhr: Urtonaplagr Elisabeth kirchstr. Ig. Lieder zur Laut«.— Gewertschaftshaus: Sewerkschaftshaus, Saal g. Einführung in den Sozialismus, VI.— Siosen- thalcr Vorstadt! zehdenicker Str. 17. Die Geschick)Ic der Revolutionen, I.— Zentrum: Köpenicker Sir, 82. Zeitungsschau.— Moabit I; Baldenserstr. 20—21. Lichtbilder: Holland.— Moabit II: Bremer Str. 70. Lichtbilder: Indien.— Sportpalast: Henthiner Str. 17. Vom Pharisäer zum Pfaffen.— Gesund- drannea Ii: Roloniestr. 22. Zugend in den Ge-werkschaften.— Äamboldthain: Putbusser Str. 22. Bericht über den Sruppcnbesuch.— Wedding lR.-Z.s: Türmer Eike Seestrahe. Wie steht der sozialistische Staat aus?, II.— Wcdding: Willdenowstr. 5. Funktwnärpersammlung.— Braswalder Plag Ii Schbnlanlcc Straste 11, B. 3. Etwas aus..Alt-Berlin".— Arnim plag: Eonncichurger Straße 20. Das Rußland von heule.— Baifan: Mandelstr. 8. SAZ. oder Vortrupp?— äalkplag Ni Sonnenburqer Str. 20. Rosa-Luremdurg- und Karl. Liedknecht-Zeier.— Hohenschönhausen: Houptstr. 44. Lichtbilder: Dos neue Ehina.— Nordost I: Danzigcr Str 82, B. 3. Generalprobe.— Sencfelderplatz: Kaftanienallee 82. Kurzreferate.— Weißens««: Cafeler Sir. 2. Hitlers Sozialismus.— Andreasploß I: Brammystr. 1. Die Tätigkeit des Arbeitsgerichtes.— Baltenplod: Tilsiter Str. 4— b, Uebcn zum Werbebezirksobend.— Frankfurter Viertel: Frankfurter Allee 307. Die Entstehung der Arbeiterbewegung.— Stralaner Viertel: Goßlerftr. 61. Arbeiterjugend— Reichsbanner.— Warichauer Viertel: Litauer Str. 18. Arbeitsgemetnlchatt, III.—Warschauer Viertel iR..F.): Litauer Str. 18. Gemeinlchaftsabend mit den Kinderfreunden.— Luiscnstadt: OSossentorftr. 4. Tagespolitik.— Reichenberger Viertel: Wanteuffolstr. 7. Van der Freundschaft bis zur Ehe.— Friedenau: Olfen bacher Str. Za. Taaes- politische Fragen.— Schönebcrg I sR.-F.l: Hauptstr. IS. Dichtung auf Scholl- platten.— Schöneberg Ui Hauptstr lö. Lustiges Allerlei.— Edarlottenburg: Rosinenstr. 4. Ausspracheabend.— Ebarlottenburg-Süd: Pcttalozzistr. 40. Rück- blick au? 1832.— Eichkamp: Schule Lärchenweg. Erziehungsfragen.— Spandau: Lindenufer 1. Als Landarbeiter in Kanada.— Lichterselde: Albrechtstr. 14a. Schallplattenabcnd.— ötegliz U: Flemmingstr. Hb, lO-MInuten-Reicrate.— Rariendorf: Dorfstr. 7. Tagespolitik.— Britz: schule Parchimer Allee. Bunter Abend.— Neukölln I: Sander- Ecke Habrechtstraße. Tagespolitit.— Neukölln Uli Iiethenftr. 58. Heimabend.— Neukölln IV: Kanncr Straße. Gift! Gift!.— Ren- kölln VII: SMS. Die Gleichberechtigung der Frau.— Renköllo VIII fAeltcrc): Schule Rütlistraßc. Letzte Äirchenwahl IReligrasc Sozialiste»!.— Neukölln IX: Schills Maricndorfer Weg Bon den utopischen Sozialisten bis Marx.— Neukölln X fAelter«): Bergstr. 20. Ein Tag deutscher Rundfunk.— Neukölln X lZüngerel: Gangbaferstraßc. Tagespolitik.— Neukölln XI: Flugbasenstr. 68. Tagespolitik.— Rudow: Neuköllner Straße. Warum sind 20 Million«» Men- schen arbeitslos?— Boumschulcawsg: Ernstste. 16. Tagespolitik.— Zohaaucs- thal: Rathaus. Jugend und Politik.— Schaaeweide II: Berliner Str. 31. Erste Zrstcrnationole.— Adlershof: Bismarckstr. 1. Aus Betrinb und Berufsschule.— Bohnsdars und Falkeab«rg: Gemeinschastshaus. Bastelarbeit.— Köpenick I: Grünauer Str. 5. Heimabend— Köpenick ll: Dablwitzer Sit. 15. Liederabend. — Friedrichsfeldc: Guntersk. 44. Gewerkichasten in der Krise.— Karlshorft: Treskawckllee 44. Heimabend.— Kaulsdors: Schule Adolfstr. 2Z. Liederabend.— Lichieuberg-Mitte: Scharnwederstr. 22. Heimabend.— Ren-Lichtenberg: Gunter. straße>4. Heimabend.— Lichtenberg-Rord: Gunterste. 44. Heimabend.— Lichtenberg. Nordwest: Dofsestr. 22. Heimabetld.— Mahlsbors: Walderseestraße. Heimabend.— Lübars: Heimabend im Zngendheim fSchuIej.— Rciaickeubors-Lst: Lindauer Straße. Tagesoalitik.— Remickenborf-West: Seidelstr. l. Ueben.— Tegel Freie Scholle: Egidpstr. 8. Liederabend.— Wittenau: Hauptstr. 13. Be- teiebsriitegesetz.— Buchhol,: Schule Berliner Str. 18. Politische Satire.— Korow: Baden bei Adolf Koch. W«rbebe,irk Neukölln: 18— 19 Uhz Gangbosersteaße den Zabresbericht ah. holen und die Wandzeitungen mitbringen. Sonntag. 9 Uhr, Delegiertenuer» sammlung Könnet Straße. Pünktlich erscheinen. Mitgliedsbuch mitbringen. Werbebriirk Lichtenberg: Die Mitgliederversammlung fällt wegen technischer Schwierigleiten aus. * Werbebezirk Kreuzberg: Treffpunkt zum Wochenendkursus morgen. 19 Uhr, Lehrter Bahnhof. Nachzügler Sonntag, 71» Uhr, ebendori. Werbcbezirk Prenzlauer Berg: Sonntag, 19 Uhr, Delegiertenkonferenz im Altersheim, Danziger Sir. 62. Anschließend L>teeinburg.Liebkne.cht.Sedsnkkeier. Als Gäste haben alle Genossen des Bezirks Zutritt. Ä�feie Gewerkfchafts-Iuaend Berlin Heute. Freitag, 20. Januar, lagen die Gruppen: Freiheit: Jugendheim Wassertarste. 4. Wir..schmettern" ein.— Eharlottcnhura: Zugendhcini Svreeste. 30. Ein klassischer Abend mit Buch und Schallplatte.— Nord- ring: Jugendheim Schule Sonucnburger Str. 20. Ellernabend.— Hermaanplatz: Jugendheim Sanderstr. 11, Ecke Sabrechtstraßc. Ist«in Sencralstreik noch möglich?— Frankfurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18. Brettspiel- Oliimpiahe.— Zeppelinplatz: Jugendheim Turiner Ecke Seestraße. Wird des ooch mal werden...— Rsiaickendoes-Ost: Jugendbeim Lindauer-otraße rackens Heitere? von Friede! Hall.— Adlcrshol: Jugendheim Adlersho- marckstr. l. Wie verhalte ich mich vor der Polizei.— Hertzbergplatz: 3.rW beim Treptower Str. 96. Kampflieder.— Flnghasen: Jugendheim, öch»1*, jj» ricndorkcr Weg 69—70, Bunter Abend.— Prenzlaner Berg: Jugendheim � Itruße 35. Laßt Sä)allplaUen sprechen.— Wcdding: Jugendheim Wlto» itroße 5, 2 Trp. Unsere Mädck>cnarbeit in der FGI.— Schönhanler-ö-. gcndhetm Zehdenicker Str. 17. Kurzreferate: Mein Beruf.— SiemenestaM- gcndheim Lokal Frabel, Nonnendamm Eck« Rohrdami». Bunter Abend FuoeiiSaruvve des'�entralverbandes der AnaesteM? »-»Äg fleudheim Porckstr. 11(2. Hof Quergebäude. Aufgang II. Zimmer 4V iunterbunter Abend.— Die Bcrliaer Dimckere'- und Verlag sgesellschaft V«« kommt von 29— 22 Ubr im Verbandshaus, Hedemannstr. 12, zusammen, Fotogruppe tagt ab 18.15 1ll)r im Jugendheim Frankfurter Allee.>977 gebäudc sl. Duntellammer Nr. 2.__ Hammecschaft Gasag. KÄS.-Abt. Die Vertrauensleui� der Abteilung treffeii sich an: Montag, den, 23. Januar, bei Brandes, Stealauer zwischen 16 und 18 Uhr. 18 Uhr Abrechnung. �> Vorträge, Vereine und Versammlung� Reichsbanner..Schwar;-Rot-Go!d". v Geschäftsstelle: Berlin S>4 Sebastianste 87—58 Hd' Wilmersdorf. Kameradschaft West. Sonnabend, 21. Januar,"' fest im Restaurant und Festsälen Bahnhof Grunewald,-jz, B. Wurzbacher. Beginn 20 Uhr.— Treptow. 3. Kameradschail. Sonim � 21. Januar, zur Generalversammlung de« Ortsvcrcins. Antrete» 19--9., r' Bressau, Sicmrnsstraßi 1. aller aktiven und passtven Kameraden, E'. chl und Blockiührcr.— Pgakow lOrtsverei»). Montag. 23. Satruar. 19?�' Antreten aller Kauieradcn in Sport, oder Buirdeslleidung in dekannlec 2',�' Halle. Boxen, Jiu-Jitsu und Wehrübunge».— Treptow(Lrtsvercin). abend, 21. Januar, 19'- Uhr, Jahresversammlung mit Neuwahlen>« M Rennbahn bei George. Aktive erscheine» in Bundestlcidung. Das MÜS—, buch legitimiert.— Kameradschaft Köpenick. Freitag, 20. Ianmte, 20 Um- izi» ralversammlung im Restaura»! Sodawa, Lindeustraße. Neuwahl des m' standes.—»aweradschaft Tegel. Wassersportadteilung, Zug Tegel. samnilung des Onlsaereiüs Reinickendorf findet nicht am 20. Januar,'D am Freitag, dem 27. Januar, 19 Uhr, statt.__ 55-8 Club für moderne Philosophie. Montag, 23. Januar. 21 Uhr. i>st Wittelsbach, Bayerischer Platz 2, I...Vom Urbeginn zur Vollendung Bühnea-Bereiaigung Eollegia II. Jnnagenosstnnen upd-genossen! 17 Uhr, Loreinshaus und Parteilokal Feldste. 3, am Gartenplatz, Ges'-ü� abend mit Tanz— Reichskartell Republik. Kteiakallber-SchLtzenpercia Reuköllu-Br'ltz..-.d Sonntag ab tzlh Uhr Sportschießen im Neuköllner SchUtzsnharrs, NauUü»--« Straße. Welbung bei Kamerad Köhler.__ Deutsche Liga für Menschenrechte E. B. Qberstudienrat Dr. S. K spricht Dienstag, 24. Januar, 20 Uhr, über: Die Generationsschichte Deutschland in ihrer lozialogischeu und gcisiigen Struktur. Klubhaus ab Eharlottenbura, Berliner Str. 27.— Ortsgruppe Mitte. Montag, 23.. � 20 Uhr. Wonbijauplatz 10, Eingang IV, 3 Trp., Mitglieberverlamlunß rüstungskonferenz wird zur Aufrüssungskonserenz Refereirl: OUd Lrhm.Z, Rußbilldt.— Jugend liga tür Mcaschc urechte. Freitag, 34. Januar.-0 g$ Dr. Karl Misch: Die Republik Spanien. Monbijauvlatz 10, Eingang IV. 8_�> Vereinigung der Freunde von Religion und Völlerfricdon. Sonntag, nugr. 10 Uhr, spricht in her Trinitatislirche Edarlottenburg UN Nahniep' i religiösen ffeierftnad« Pfarrer Bleier über das Thema: Siegt das gjulc".� Zither-Club 1897«eulill».(Ditiacnl: Adolf Wollenschläger.) Jeden Fr� Uedungsstunde im Restaurant Meißner straßen-Ecke. Beginn 201? iaurant Meißner, Kaiser-Friedrich.~m6 Anzongrü- i Uhr. Zitherspieler und Gaste herzlich willkommen Ncichsverciaigung ehemaliger Kriegsgefangener E. V., Ortsgruppe AÄ' Norden l. Seneraloersammlung am 21. Januar, 20 Uhr. im Jagerhos. ckl> Straße 47._ Deutscher«rbelter-Abstlnenten-Bund. Bezirkzgrupp«„August Forel tag, 20. Januar, 20 Uhr, im Arbelterheim Wedding, Berlin R.. Uferste-, Zusammenkunft. Tagesordming: Referent: Dr. Haase: Hypnose und AlXah�» Typographische? Orchester. Dirigent Erich Sutzeit. Uebungsstunden Freitag von 20s-. bis 2218 Uhr im Jdeal-Kastno Neukölln, Weichselite- Bläser und Streicher willkommen. Oderbrucher Gänse 1 Puten krlaoh, Pfd. von B Lkch von 0.78 J 0,50 gefroren, Pfd. von Schmor- fleisch Keule oUneKnocben. Pfd.von Preise nor Freitag und Sonnabend. Frisches Fleisch 'an mild, Pf 4 von ?an Kalbs- schniezel Pfd. von 1.02 Lebende an Karpfen Pfd. von 0,58. Suppenfleisch Pfd. von 0,48 Roastbeef n>.Kn..Pfd. v, 0,62 Rouladen......... Pfd. 0,82 Schweinebauch o.Big.,Pfi),0,64 Schweineschinkenm.ftin oder Schulterblatt... Pfd. 0,64 Schweinekamm oder -Schuft, ohne Beilage, Pfd. 0,66 Schweinekotelett Pfd 0,78 Schw.-Köpfe m. Backe. Ptd 0,42 Kalbshaxen■. Pkd. von 0,38 Kalbskeule bis 9 Pfund schwer.......... Pfd. von 0,30 Kalbskotelett Pfd. von 0,88 Rinderbacken..... Pfd. 0,38 Rinderherzen...... Pfd. 0,36 Rinderlungen.... Pfd. 0,28 Euter.....Pfd 0.18 Obst und Gemüse Zitronen...... Du. von 0,28 Bananen......... 3 Pfd. 0.55 Kochäpfel......... Pfd 0,16 Tofeläpfel...... a Pfd 0,45 Mandarinen... 2 Pfd 0,35 Apfelsinen...... 3 m 0,58 Java-Apfelsinen 3 pfd VL5 Ananqs........ Pfd. vob 0,48 Grünkohl.......... Pfd 0,05 Rotkohl.......... 3 Pfd 0.10 Weisskohl....... 3 Pkd 0.1O Kohlrüben........ Pfd 04)4 Möhren gewaseben. Pfd 0,04 Sellerie...... 3 Pfd 0,20 Kartoffeln'0 Pfd 0.2« — Gemüse- Junge Erbsen fein... 0,88 Junge Erbsen mittelf. 0,68 Junge Erbsen....... 0.58 Jg. Erbsen mitKarott. 0,58 Leipziger Allerlei.. 0,70 Berliner Allerlei.... 0.62 lebensmIHelzviendung von S,00 an. Mengenabgaba vorbohaltan. Verhaut loweit Vorrat. 'h und Obstkonserven do* Apfelmus............ 0,48 Erdbeeren.......... 0.90 Birnen halbe Fracht.. 0,95 Kaliforn. Pfirsiche halbe Frnoht........... 0,75 Stachelbeeren...... 0,68 Pflaumen mit Stein.. 0,48 Haushaltmischung aus getr.Erbsen bergest 0,34 Karotten gesohnitien. 0,26 Jg. Brechbohnen 0,46 Jg. Schnittbahn. 0,42 Wurstworen Speckwurst........ Pfd. 0,68 Sülzwurst.......... Pfd 0,68 Dampfwurst.......Pfd. 0,68 Fleischwurst....... Pfd 0,74 Jagdwurst......... Pfd 0,76 Mettwurst Brannschweiger Art..Pfd 0,80 Feine Leberwurst. Pfd 0,96 Bierwurst........... Pfd 0,98 Teewurst. Pfd 0,98 Knoblauchwurst..Pfd 0,98 Zervelat od. Salami Pfd. 1,08 Speck fett........... Pfd 0,76 Speck mtger....... Pfd 0,88 Schinkenspeek.... Pfd 1,06 Nußschinken....Pfd. 1,20 Kolonialwaren Käse u. Fette Tafelreis........... Pfd 0,12 Bassinreis......... Pfd 0,14 Patnareis........... Pfd 0,15 Bandnudeln.......Pfd 0,35 Bruchmakkaroni...Pfd 0,35 Linsen.............. Pfd 0.14 Viktoriaerbsen... Pfd 0.18 Kleine Erbsen geeeiiiii.Ptd 0.18 Bahnen............. Pfd 0,11 Tee lose........ Pfd von 3.40 Kaffee ÄM, Mi Aprikosen........Pfd 0.42 Pflaumen...... Pfd von 0,22 Ringäpfel......... Pfd 0,54 BoÄobst Pfd von 0.32 Harzer............. Pfd. 0,24 Kuhkäse........... Pfd 0,38 Allgäuer 30%...... Pfd 0 36 Tils.Blockkäseso-ioJ'fd 0,44 Briekäse vollfett...Pfd. 0.56 Steinbuscher vom. Pfd 0,68 Dän.Schweizer30»,(,Pfd 0.60 Tilsiter voiifett..... Pfd 0,68 EdamerHolländ,40ll,SPfd 0,68 SchweizerveUfettPfdv 0,84 Allerfalnsto Volkereibutter Pfd 1,10 Allerleinste Deutsch. Markenbutt. 1.18 Kokosfett........ 3 pfd 0,88 Rohschmalz........ Pfd 0,46 Bratenschmalz. Pfd 0.48 Fisch u. Räucherw. GrüneHeringe 3Ptd.v 0,28 Kabliau?».. o, k, Pfd v 0,24 Schellfisch i. G.,m. K., Pid.>. 0,25 Rotbars.Pfd. von 0,24 Fischfilet...... Pfd. von 0.42 Lebende Schleie Pfd.v 0,45 Seelachs geräaoh„ Pfd 0,42 Sprotten.......... Pfd 0,22 Lachs in Stücken. Pfd von 1, 30 Heringe m lomalen, 2 Dos 0.65 Olsardinen. 3 Dosen 0,88 Delikateßgurken Dose 0.98 Heringssalat, Ital. Salat, Mayonnaise...... Pfd 0£8 Weine u�pirltuos. Preise ohne nasche Ur. hLh Sjuiiai-Aplelweinherb 0 48 2,25 „Cider' süsser Apfolw 0L5 ZW lohannistieirwelnQua j ZW ZW RlislniililzerWeltmln i;,85 4W Dsu�ciier Watmut.. 0.85 4,60 Spanischer Rotwein.. 1,00 4,75 losel Samos � W s,7S Douro Poriw&ln....... 1W 8.75 laai-Rmn-Verschnltt., 3,15 18,00 DeolscherWeinbraiiil.. 42820.00 I931=ro0b5r!iaar(l er Ma�anmerer znr Bowle und 0 75 7 00 tzl.Tisehwein.FI",l0 Fl l,uU ismeradp" Spanlrcber Rolwein Xt.n 1,00 n 9,50 SpezIal-ULöre so-jo, in gut yaaii» Cnsrry Brandy. Curau ao.a ic 10F1 Halb u Halb..... s Fl c, 40:4,00 Suppen- Hühner Pfd. von OSO H irs« Ii» blätter Pfd. von 0,54. II Hasen actreift u. aoegewerfsn Pfr 0.50 Bücklinge Pfd. von 0)18.