Morgen- Ausgabe Nr. 45 A 23 50. Jahrg. WebofMon nnb Verlag, Derltn SW 68, Ltndenstr 3 *3' Qlmf DinhoN 3R bt* 2S7 Itlegcammobreflei Svzlawembtr« SBtrtto BERLINER VOLKS BLATT FREITAG 27. Januar 1933 In Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts....... 15 Pf. <5&fjuQ8be5tngung Hugenberg zum „Dritten Reich" gelangen! Eine Wiederernennung Popens würde ein Be- kenntnis des Reichspräsidenten zum Reichsland- bund, zum ostelbijchen Junkertum, zu den sozial- reaktionäre,, Plänen Hugenbergs darstellen. Sie würde zugleich seiner Autorität einen entscheiden- den Stoß versetzen. Die Wiederbeaustragung eines Mannes, den er selbst angesichts der Empörung des Volkes vor wenigen Wochen gehen lasten mußte, würde Beweis dafür iein, daß sein Kurs nicht fest ist, sondern im Zickzack geführt wird! Mit solchen Regierungsplänen müßten neue Angriffe auf die Bersastung verbunden sein! Wer diese Experimente wagt, der weih vielleicht, wie sie anfangen, aber nicht, wie sie aufhören! Die Haltung 6er Nationalsozialisten Die Haltung der Nationalsozialisten wird be- leuchtet durch die folgenden Ausführungen des „Völkischen Beobachters": „Falls nicht besondere Ereigniste in der Zeit zwischen dem 27. und 31. Januar eintreten, ist ein Ablaus der politischen Geschehn-sse etwa wie folgt denkbar: Der Reichstag tritt wie beschlosten, am 31. Januar zusammen, um eine Regierung s> e r k l ä r u n g aus dem Munde des Reichskanz- lers v. Schleicher entgegenzunehmen. Daran wird sich die große politüche Aussprache an- schließen, die vielleicht bis zum 4. Februar dauern könnte. Wenn es im Anschluß daran zur Abstimmung über den kommunistischen Mißtrauen santrag kommt so ist seine Annahme mit den Stimmen der Nationalsoziali st en nicht zwei- f e l h a f t, um so mehr, als keine einzige Partei, ausgenommen die Deutsche Volkspartei, Veran- lassung haben dürste, den Reichskanzler von Schleicher noch länger zu halten. Die Entschei- düng, ob am 4. Februar die Auslösung des Reichstages kommt, liegt ganz allein beim Reichspräsidenten. Wir wisten nicht, ob er sich bis dahin zu der Uebcrzeugung durch- gerungen haben wird, daß die Krise nur durch Hitlers Betrauung mit dem Reichs- kanzleramt zu lösen ist" Diese Ausführungen bestätigen, daß die Be- sprechungen über«ine neue Harzburger Front zum Abschluß gekommen sind und daß Hugenberg und Hitler gemeinsam operieren werden. DI« Reichspressestelle der NSDAP, dementiert, daß Hitler mit einer Regierungskombination Papen einverstanden sei. Er wolle selber die Führung haben. K.aas und Hugenberg Die Zentrumsiraktion des Reichstags tritt heute vormittag zu einer neuen Besprechung der poli- tischen Lage zusammen. Vorher solle» Besprechun- gen zwischen K a a s und Hugenberg Über eine Tolerieruirg eines Iharzburger Kabinetts durch das Zentrum stattfinden. Und Lehleieber? Wie von zuständiger Stelle erklärt wird, sind die Gerüchte, daß Reichskanzler von Schleicher zurückgetreten sei, falsch. Der Reichskanzler be- absichtige auch nicht, zurückzutreten. Er werde, wie das bereits mehrfach erklärt worden sei, die Entscheidung des Aelte st enrates am Freitagnachmittag abwarten und frühestens am Sonnabendvormittag dem Reichspräsiden. ten Vortrag halten über die polittsche Lage und über die Maßnahmen, die möglicherwetse zur Verhütung ähnlicher Vorfälle wie in Dresden ge- troffen werden könnten. Japans Kriegösllhmng Knebelung nach außen und innen Japan führt Krieg, nicht nur gegen China, sondern auch gegen die proletarische Opposition im eigenen Lande. Dieser innere Feldzug findet sein Auslangen nicht mit den rund 7000 Verhaftungen und zahlreichen Prozesten des Jahres 1932, die natürlich auch jetzt fortgesetzt werden. Die Regie- rung hat beschlossen, ein„Sondergesetz zum Schutze der nationalen Gesinnung der Nation" zu erlösten, um mit gesamter Kraft die kommic- nistischen und marxistischen Ideen auf das schärfst« zu bekämpfen. Selbstoerstäiidlich bestrettet Japan, sein Völker- biii�smandat über die Marianneninseln zur Anlegung von U-Boot- Stützpunkten mißbraucht zu haben: man habe dort nur die— erforderlickzen Sicherheitsmaßnahmen getrosten! Zu einer chinesischen Note, die die R ü ck g a b« des Staatsapparates in Schanhai- k w a n und dem ganzen neubesetzten Gebiet for- dert, erklärt das japanische Außenministerium be> reits, die!« chinesische Note werde gar nicht dem Kabinett vorgelegt und als bedeutungslos nicht beantwortet werden. Di« japanische Regierung wünsche keine Erörterung: die Dinge sollen ihren Lauf nehmen! Den Besuch des früheren Chefs der Peking- Regierung, Marschall Twongschijui, in Nanking und Schanghai bezeichnet die Nanking- Regierung als Beweis dafür, daß der Versuch der Japaner, eine Scheinregier ung in N o r d ch> n a zu bilden, gescheitert sei. Manöver der USA.-Pazisikflotte, die vorher nicht angekündigt worden sind, haben— wie der Sowjetrundfunk meldet, scharf« Artikel der japanischen Presse zur Folge. Die Manöver wer- den als eine Demonstration gegen Japan angesehen. Das schlecht« Gewissen meldet sich da. Berlin bleibt rot! Sonntag, 14� Uhr, Lustgarten Die Junker mit Aeh! und Monokel, Sie krähen wieder wie Gockel: Hände an die Hosennaht! Maul gehalfen in dem Staatl Fenster rul Wenn Hitler provoziert, Und mit jeder braunen Jacke Ein Schupo mitmarschiert. Warum schmiß man aus dem Liebknechthaus Euch Kommunisten wie Hunde raus?! Zwietracht spaltet die Arbeiterheere. Stärker als Worte sind die Gewehre. Stärker als Waffen die Solidarität, Wenn Arbeitsmann zu dem Arbeitsmann steht. Kämpft einig zusammen und rot bleibt Berlin: Am Sonntag marschiert das rote Berlins Die Herren mit Geldern und Gütern, Sie nehmen s von Stempelbrüdern. Hände an die Hosennaht! Große Herren brauchen Draht. Türen aufl Ihr werdet exmittiert, Weil von jedem armen Groschen Ein Großer profitiert. Wann endlich fegt aus dem deutschen Haus Ein eiserner Besen den Spuk hinaus? Eintracht schmiedet die Arbeitermasse Unbezwinglich zur Arbeiterklasse. Stärker als Waffen die Solidarität, Wenn Arbeitsmann zu dem Arbeitsmann steht. Kämpft einig zusammen und rot bleibt Berlin: Am Sonntag marschiert das rote Berlin. Bruno Schönlank. Bauemgwfchen Verschwendung in den landwirtschaftlichen Berufsorganisationen Von Kurt Heinig In weiten Kreisen der Landwirtschaft Hat Hai man heule die Uederzeugnng, daß von den Landwirtschaftskammern bis zum Reichsland- bund und vom landwirtschaftlichen Arbeit- geberverband bis zum Reichsgrundbesitzer- verband kostspielig gewirtschaftet und Geld verschwendet wird. Zur Untersuchung dieser Mängel wurde eine besondere Studiengesellschaft eingefegt, ihr Arbeitsausschuß bestand aus den folgen- den bekannten Herren: von Flemming, Präsident der Land- wirtschaftskammer in Stettin, stellvertreten- der Vorsitzender des Aufsichtsrates der Bank für Industrieobligationen,(jetzt wegen seiner eigenen Osthilfe-Sanierung viel genannt): Dr. G c r e k e, Präsident des Deutschen Landgemeindetages, zur Zeit Reichskom- missar für Arbeitsbeschaffung im Kabinett Schleicher; Müller-Isernhagen. Ge- meindevorsteher und Hofbesitzer: Freiherr von Wangenheim, Staatssekretär z. D. Dr. Peters. Das Urteil dieses gut orientierten Gremiums über die Zustände in den land- wirtschaftlichen Berussvertretungen muß die allergrößte Aufmerksamkeit der Oefsentlichkeit erwecken, zumal es in einem besonderen Gutachten des Staatssekretärs z. D. Dr. Peters niedergelegt worden ist. Der Reichslandbund hat feit 1930 nichts Genaues mehr über seine Mitglieder veröffenllicht. Man weiß nur, daß der Bun- desvorstand sich aus dem Präsidenten und den Direktoren der Zentrale, sowie aus den Vorsitzenden der Landbünde zusammensetzt und über Mittel und Politik des Reichsland- bundes bestimmt. Eine ganze Reihe von Tochtergründungen des Reichslandbundes find in Liquidation. Besondere politische und wirtschaftliche Hilfsquellen find der Reichs- junglandbund, der Reichsverband der beut- schen land- und forstwirtschaftlichen Arbeit- gebervereinigungen, der Reichslandarbeiter- bund, der Beamtenbund land- und forftwirt- schaftlicher Berufe, der Reichsverband der Beamtinnen und Fachlehrerinnen für Land- Wirtschaft, der Domänenpächteroerband, der Reichsbund landwirtschaftlicher Pächter, der Reichsschutzbund landwirtschaftlicher Ver- Pächter und Grundeigentümer. Die katholischen Bauern und Landwirte haben ihren Zusammenschluß in der Vereini- gung der deutschen Bauernoereine gefunden. die auch ihre eigene Bank hat(Deutsche Bauernbank). Zu allen jenen politischen Bervssorgani- sationen kommt noch die eigentliche landwirt- schaftliche Berufsvertretung, die Land- wirtschaftskammer n- Ueberall hat der Landwirt selbstverständlich Beiträge zu zahlen. Daneben gibt es für diese Berufs- Vertretungen auch Staatszuschüsse und Reichsgelder. Der Gesamtaufwand der deut- schen Landwirtschaftskammern für 1932/33 betrug 51.9 Millionen Mark. Da- von sind 16,2 Millionen Mark Staatsbeihilfe, 22,4MillionenMark werdenvon den Landwirten durch besondere Umlagen erhoben, der Rest an Ein- nahmen ergibt sich aus Beihilfe anderer öffentlicher Körperschaften. Wie diese riesenhaften Mittel verwandt werden, das ist undurchsichtig. In der Haupt- Versammlung der Kammer für Schleswig- Holstein wurde einmal festgestellt, dah allein jenes Institut mit seinen Hilfseinrichtungen jährlich 220909 Mark für Dien st- reisen verbraucht, während das ganze preußische Landwirtschastsministerium mit Sturm im Gachsenlandtag Folgen des Dresdener Blutbades 76 000 Mark Reisekosten auszukommen ver- mag. Die Umlage bei den einzelnen Bauern steigt für die Landwirtschaftskammern bis zu 47 Pfennig je Morgen landwirtschaftlich ge- nützte r Fläche. Wieviel Geld der Reichslandbund, feine Hilfsverbände und die anderen Bauernorga- nisationen einnehmen, ist unbekannt. Der Staatssekretäre z. D. Dr. Peters schätzt, daß es jährlich außer dem 28,4 Millionen, die an die Landwirtschaftskammern gezahlt werden müssen, etwa 40 Millionen Mark sind. Dazu erklärt man in jener Denkschrift — wir zitieren hier wörtlich—: „Und es muß auch mit aller Deutlichkeit einmal gesagt werden: Reichslandbund, Bauern oereine, Bauernschaft und auch die sonstigen großen land- wirtschaftlichen Zentralorganisationen: Genossen- schaften, Arbeitgeberverband, Reichsgrundbesitzer- oerband, Waldbesitzer-, Pächter-, Verpächteroer- bände, sie arbeiten fast alle viel zu teUer. Der Reichslandbund braucht jährlich ll> Millionen, die Bauernvereinigung braucht 4 Millionen, die Bauernschaft 1 Million, 16 Mil- lionen brauchen die Genossenschaften, 1 Million deren Zentrale, 8 Millionen kosten all« sonstigen landwirtschaftlichen Verbände und Bereine. Die Zahlen sind vorsichtig und eher zu niedrig als zu hoch geschätzt. Wissen doch manche Zentralver- bände, die ihren Unterorganisatiouen es über- lassen, die Beiträge aufzubringen, selber nicht genau, was ihr Gesamtbetrieb eigentlich kostet." Die Verbandsbeiträge der Landwirte inachen in vielen Provinzen und Ländern das Doppelte und Dreifache der Beträge zur Landwirtschaftskammer aus. Und zu welchem Zweck werden diese Riesensummen benötigt? Die Studienkommission sagt— auch hier wieder wörtlich: „zur Ausrechterhaltung eines Heeres von Gs- schäftsfllhrerii, Angestellten und anderen Funktio- nären und zu Zwecken der Propaganda in erster Linie, zu sachlicher, der Landwirtschast dienender Arbeit oft nur nebenher. Und es werden oft auch Schulden über Schulden gemacht. So ist, um nur ein Beispiel zu nennen, ein großer Pro- oinzialoerband in diesem Jahre gezwungen, die Umlage zu verdoppeln, da er den Betrag der Umlage von 1931 für Schuldenzinsen und für jällige Schuldrückzahlungen braucht. Ueberall sin- det man, daß Verbandeeinrichtungen in Liquida- tion getreten sind, liest von Konkursanträgen ärgerlich gewordener Gläubiger, muß sogar fest- stallen, daß Broschüren aus Verbandsmitteln ver- aßt und verbreitet werden, die sich mit Behaup- tzmgen. 6e[a[(en, welche schwerste. Verfehluirgsn inaßgebenöer. Verbandspersönlichkeiteu— natürlich bei der Konkurrenz— als erwiesen darzutun trachten." Dazu wird noch unterstrichen, daß diese Verschwendungskrise vornehmlich beim Reichslandbund vorhanden sei, der nichts anderes darstelle als eine politische Partei. Bald werde es so sein, daß der Land- wirt sage, die politischen Parteien verlangen nur Pfennige, wo der Reichslandbund Silber fordert! Der Reichslqndbund gibt hohe Summen regelmäßig für Propagandazwecke aus, sie gehen jährlich in die Millionen. Die einzelnen dem Reichslandbund angehängten Tochter- organifationen verschwenden ebenfalls reich- lich Gelder. So hat der Reichsverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Ar- beitgebervereinigung einen Apparat aufge- zogen, der z. B. in einer preußischen Provinz jährlich 250 000 Mark verschlingt. Auch diese Organisation verlangt selbstverständlich von den Landwirten besondere Beiträge. Ebenso liegen die Dinge beim Reichsgrundbesitzer- verband, beim Reichsbund landwirtschaftlicher Pächter und bei seinem Gegenspieler, dem Reichsschutzbund landwirtschaftlicher Per- Pächter— beide sind dem Reichslandbund an- geschlossen, obwohl sie gegensätzliche Jnter- essen vertreten. Die Landlieferungsverbände sind heute so gut wie überflüssig, aber sie erheben immer noch Umlagen,„denn es ist zwar selten etwas zu tun, aber der Herr Geschäftsführer muß besoldet, sein Büro bezahlt werden!" Wenn man sich überlegt, daß diese Fest» stellungen von führenden Agrariern der ver- schiedensten Richtungen in einer Denkschrift gemacht worden sind, so ist die Annahme wohl berechtigt, daß die ganze Wirklichkeit noch schlimmer aussieht als festgestellt wurde. Deswegen ist es auch verständlich, daß der Direktor des Reichslandbundes, Major a. D. von Sybel, Reichstagsabgeordneter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter- Partei, im Haushaltsausschuß des Reichs- tags, als ihm jene Denkschrift entgegenge- halten wurde, wütend schimpfte, weil es seine eigene Firma und seine eigene Geschäftsfüh- rung betrifft. Und das nennt sich National- sozialistische Deutsche Arbeiterpartei, denn -deren Wortführer für die Osthilfe ist im Haushaltsausschuß des Reichstages Herr von Sybel! Dresden, 26. Januar. Der Sächsische Landtag debattierte am Donnerstag die Ereignisse in der k o m m u- nistischen Versammlung in Dresden, in der neun Arbeiter erschossen wurden. Die Sitzung des Landtages war eine der stürmischsten, die in diesem Hause erlebt wurde. Dreimal mußte die Tagung unterbrochen werden. Der Minister des Innern erklärte zu den blutigen Ereignissen, die Untersuchung sei noch im Gange, er wolle sich vorläufig jedes Urteils ent- halten. Die Beamten seien von der Galerie aus beschossen worden. Diese Schüsse hätten unifor- mierte Beamte von sich aus ohne Besehl zum Anlaß genommen, nach der betreffenden Stelle der Galerie zu schießen. Mehrere Beamte hätten einen Mann gesehen, der, hinter einer Säule in Deckung stehend, auf die uniformierten Beamten schoß. Als Beweis, daß von der Galerie geschossen wurde, seien Einschüsse an den Möbelstücken und im Parkett des Fußbodens an der Stelle, wo die Beamten gestanden hätten, zu betrachten. Es habe sich gezeigt, daß durch die Aufhebung des Burgfriedens, die nach An- ficht der sächsischen Regierung etwas übereilt erfolgt fei, derartigen Vorgängen Tür und Tor geöffnet werde. Die Regierung werde von sich aus alle Maßnahmen treffen, um derartige Vor- kommnisse in Zuuknft zu verhüten. Vorläufig sei ein Demonstrationsverbot für Dres- den verfügt worden. Der sozialdemokratische Abg. Edel antwortete: Nicht ein allgemeines Demonstrationsverbot sei notwendig, sondern die st r e n g st e B e st r a- sung des Schuldigen. Die Auflösung der Versammlung erscheine als ungeheuerlich. Es sei ein alltäglicher Vorgang, daß Nationalsozialisten zum Hängen politisch Andersdenkender auffordern, ohne daß dagegen eingeschritten werde. Nach den Informationen, die die sozialdemokratische Land- tagssroktion bekommen habe, habe der KPD.- Redner Fraedrich dem Sinne nach gesagt:„Wenn die Faschisten morden und stechen, dann werden wir auch in der gleichen Weise morden und steche n. Wenn die Faschisten ihre Mordpropa- ganda weitertreiben, so sei es ganz selbstverständ- lich, daß die Arbeiterschaft sich dagegen zur Wehr setze." Nach den vorläufigen Zeugenaussagen sei das Vorgehen der Polizei völlig un- verständlich. Wahllos sei geschossen worden, nachdem der berühmte erste Schutz losgegangen sei. Wahllos sei aus die Fliehenden, wahllos auch aus der Straße geschossen worden, wahllos seien die Männer und Frauen, die in der Versammlung gewesen seien, zur Unkenntlichkeit zertrampelt worden. Es klinge in keiner Weise glaublich, daß die Gewehre von selbst losgegangen seien Der verantwortliche Beamte hätte entweder u n e r» hört verbrecherisch oder unerhört leichtfertig gehandelt und müsse sofort be- straft werden. Der Untersuchungsausschuß des Landtags müsse die Untersuchung des Falles sofort in die Hand nehmen. Als dann der kommunistische Abge- ordnete Renner sprach, kam es infolge von Ztnrmszenen zu einer Unterbrechung der Landtagssitzung. Ein nationalsozialistischer Journalist rief nach den übereinstimmenden Zeugenaussagen mehrerer Abgeordneter Schimpfereien gegen die Kom- munisten in den Saal. Der kommunistische Ab- geordnete Sindermann stürmte daraufhin aus die Tribüne, packte den in Frage kommenden Journalisten und oersuchte chn mit Gewalt von der Tribüne zu entfernen. Daran wurde er durch andere Journalisten gehindert. Die Sitzung wurde schlietzlich unterbrochen. Zu weiteren erregten Auseinandersetzungen kam es dann auf dem Korridor des Landtags- gebäudes neben der Iournaliftentribüne, wo sich inzwischen außer einigen Abgeordneten der Linken der Naziabgeordnete Dr. B e n n e ck e eingefunden hatte, dessen Immunität ausgehoben ist, weil er im Verdacht steht, die Mörder des Hentsch be- gllnstigt zu haben. Der kommunistische Abgeord- nete Hermann drohte Vennecke, er werde ihn aus dem Fenster hinauswerfen. Es würde Bennecke wahrscheinlich schlecht ergangen sein, wenn ihn nicht ein jüdischer Journalist geschützt hätte, den er in der letzten Zeit in Versammlungen in der wüstesten Weise beschimpft hat. In der neuen Sitzung erklärte der deutschnationale Präsident Dr. Eckardt, die Frage, ob der Journalist Schimpf- Worte in den Saal gerufen habe, sei noch nicht geklärt. Er schloß dann aber die kommunistischen Abgeordneten S i n- dermann und Hermann aus der Sitzung aus. Taraufhin entstand ein derartiger Tumult, daß die Sitzung von neuem unterbrochen werden mußte. Nach Wiedereröffnung der Sitzung teilte der Präsident Dr. E ck a r o t mit, es sei inzwischen durch zahlreiche Zeugenaussagen bestätigt worden, daß der in Frage kommende Journalist beleidigende Zurufe gemacht habe. Er werde ihm die Pressekarte entziehen. Dann gab Abg. Edel fSoz.) eine Erklärung ab, in der es heißt, daß die stürmischen Vorgänge bei einer besseren Geschäftsführung des Präsi- Kenten hätten vermieden werden können. Als jetzt dem sozialdemokratischen Abg. Müller-Planitz, der durch Zuruf« eine scharfe Kritik an dem Verhalten des Präsidenten übte, das Wort entzogen wurde, steigerte sich der Tumult so. daß die Sitzung abermals geschlossen werden mutzte: Kurz nach 17 Uhr eröffnete Präsident Dr. E ck a r d t zum drittenmal die Sitzung. Er wiederholte, datz er dem nationalsozialistischen Pressevertreter die Pressekarte zum Landtags- gebäude entziehen werde, da von verschiedenen Zeugen bestätigt sei. daß er beleidigende Worte in den Sitzungssaal hineingerufen habe. Der kommunistische Abgeordnete Renner polemisierte dann heftig gegen die Landtags- journalisten. Während dieser Ausführungen ent- stand im Sitzungssaal wieder großer Lärm. Der Präsident versuchte vergeblich Ruhe zu schassen. Der sozialdemokratische Abgeordnete Müller griff die Geschäftsführung des Präsidenten heftig an. Er wurde deshalb zur Ordnung tzerusen. Neue Zurufe des Abg. Müller(Soz.) beantwortete der Präsident mit dem Ausschluß. Als schlietzlich der kommunistische Abgeordnete Renner an das Rednerpult getreten war, um feine am Vormittag unierbrochene Rede fortzusetzen, schloß der Landtagspräsident die Sitzung, weil der sozialdemokratische Abgeordnete Müller sich weigerte, den Sitzungssaal zu verlasien. Demonstrationsstreilc für die Opfer Am Donnerstag haben sämtliche Arbeiter im Sachsenwert Licht- und Kraftwerk A.-G. in Niedersedlitz, insgesamt 796 Mann, den Betrieb verlassen. Nur die Lehrlinge und das Kesselhaus- personal ist geblieben. Es ist ein eintägiger Sym- pathieftreik für die Opfer der Polizei prokla- miert. LracKtscKe Pläne im Reichsrat Obwohl der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstags vor kurzem auf die schädlichen Folgen der'Arbeitslosigkeit für die Volksgesundheit hin- gewiesen hat, beabsichtigt der Reichsrat auf Wunsch der Reichsregierung«ine Verordnung herauszubringen, auf Grund deren die b i l- ligen Arzneimittel verteuert werden sollen. Die Notwendigkeit einer Erhöhung des Preises der Arzneimittel bis zu 1 M. wird mit der Notlage zahlreicher Apotheken begründet, denen man helfen müsse, um nicht die Volks- gemeinfchaft durch die Unmöglichkeit der Ver- sorgung großer Gebiete mit Arzneimitteln zu gefährden. Der Vertreter Preußens im Reichsrat erklärte aber in der gestrigen Sitzung, daß man sich eine praktische Wirkung für die Verbesserung der Not- jage der Apotheker von der Maßnahme nicht ver- sprechen könne. Wenn die Verordnung durch- geführt wird, werden durch sie die Krankenkassen mit rund 1� Millionen Mark Mehrkosten belastet. Sie müssen entweder zur Tariferhöhung oder zur Senkung ihrer Leistungen übergehen. Die großen Mengen von Erwerbslosen, denen keine Kranken- Versicherung mehr zuteil wird, werden, wenn sie krank sind, auf die Belieferung mit billigen Arzneimitteln verzichten müssen oder die Wohl- fahrt der Gemeinden weiter belasten. Zahlreiche Ländervertreter haben in der gestrigen Sitzung des Reichsrats auf diese unHalt- baren Zustände hingewiesen, und offensichtlich war es dem Reichsrat bei der Beratung der Vorlage nicht ganz geheuer. Nachdem sich eine Mehrheit für eine Ablehnung der Vorlage nicht gebunden hatte, wurde die Abstimmung auf Wunsch eines Drittels des Reichsrats um höchstens fünf Tage hinausgeschoben. Auf- fallend war der Ton, mit dem der Reichsinnen- minister Bracht den Vertreter der Provinz Sachsen behandelte, der sich nur erlaubte, darauf hinzuweisen, daß die gestern ausgestellte Behaup- tung des Reichsinnenministers, sämtliche preußi- schen Medizinalbeamten bei den Regierungen sprächen sich für eine Erhöhung der Arzneimittel- taxe aus, in den Ausschüssen des Reichsrats nicht vorgebracht worden sei. Herr Bracht sagte nämlich zu dem Vertreter der Provinz Sachsen, er würde ja seine Meinung auch nicht ändern, wenn er den Inhalt der Berichte der Medizinalbeamten kennenlerne. Wie berichtet wird, sind in Preußen von 4996 Apotheken höchstens 89 notleidend. Di» Erhöhung der Arzneimitteltaxe würde aber natürlich nicht nur den nolleidenden Apothekern, sondern allen zugute kommen. Be Valeras Sieg Rexierunxsmehrhcit vergrößert Dublin, 26. Januar. Nach weiteren Wahlergebnissen e r h ö h t sich der Vorsprung de Valeras. Er läßt erwarten, daß die De-Valera-Partei mit einer klaren Mehrheit aus dem Wahlkampfe hervorgehen wird. Bisher führt de Valera mit einer Mehrheit von zehn Sitzen. 69 Abgeordnete sind bereits gewählt: 33 Ergebnisse stehen noch aus. Der Stand der Parteien am Donnerstag um 18� Uhr MEZ. war der folgende: Regierungsparteien: Fianna Fall 33 Sitze: Ar- beiterpartei 2. Opposition: Cosgrav« 17 Sitze: Un- abhängig« 6, Mittelparteien 2 Sitze. Bisher hat de Balera von der Cosgrave- Partei zwei Sitze gewonnen. Außerdem hat die Cosgrave-Partei je einen Sitz an die Un- abhängigen und an das Zentrum verloren. Acht Mitglieder des Kabinetts de Valera sind bisher wiedergewählt worden, und zwar durchweg mit erhöhter Stimmenzahl, während die Kandidaten der Cosgrave-Partei fast überall an Stimmen ein- gebüßt haben. Das Verhältnis der sür de Valera und Cosgrave abgegebenen Stimmen stellt sich auf etwa S: 3. Nach den bisherigen Wahlergebnissen hat die Cosgrave-Partei etwa 19999 Stimmen verloren, während die Republikaner über 25 999 Stimmen gewonnen haben. Cos- grave selbst hat in Cork 4999 Stimme» weniger bekommen als bei den letzten Wahlen, währeird der dortige republikanisch« Kandidat sein« Stimmen- zahl um 9999 erhöhte. Ein weiterer schwerer Schlag für die Cosgrave-Partei ist die Niederlage des früheren Finanzministers Cosgraves, Blyche, der von einem Unabhängigen geschlagen worden ist. Der Führer der Arbeiterpartei, N o r t h o n, ist wiedergewählt worden. Auswärtiger Ausschutz Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages trat am Donnerstagnachmittag unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Frick tNjoz.«rnent zusammen. Zu- nächst"fand"noch �eimnal ein« eingehend« Auv- sprach« über die das politisch« Verhältnis Deutschlands zu O e kt e r r« iah- betreffenden Fragen statt, in der der Reichsaußenntinifter v«r- schietzentlich das Wort ergriff. Dann wurde die Frage des Schutzes der deutschen Minder» Helten im Ausland dehandelt, wobei die zur Zeit vor dem Völkerbund anhängigen Beschwerden der deutschen Minderheiten in Polen über Schul- fragen den Gegenstand besonders eingehender Aus- spräche bildeten. Der Auswärtige Ausschuß unterbrach gegen 7 Uhr seine Beratungen und wird sie am Freitag- vormittag fortsetzen. Akute Konflikte vor dem Nat Peru-K-olumhien und England-Persien Eigener Bericht des„Vorwärts" Gens, 26. Januar. Der Völkerbundsrat hat am Donnerstag den Konflikt zwischen Peru und Kolumbien um den F l u h h a f e n L e t i c i a am Amazonen- ström behandelt. Der Rat billigte ein Tele- g r a m m aus Peru mit der Aufforderung ge- mäh dem Völkerbundspakt keinerlei Militär- aktionen auf kolumbischem Gebiet zu unter- nehmen, und ein Telegramm an Kolumbien, sich bei der Polizeia.ktion in Leticia vor jeder Der- letzung peruanischen Gebiets zu hüten. Am Nachmittag trugen England und P e r s i e n ihren Standpunkt im Konflikt um die Kürzung der Konzession an die englisch-persische Petroleumgesellschost vor Sir John Simon erklärte Englands Bereitschaft zu einer s r i e d- lichen Verständigung, bestand aber dar- auf, datz die durch einseitige Kürzung der Kon- Zession geschaffene ungesetzliche Basis nicht die der künftigen Verhandlunge» sein dürfe. Wenn not- wendig, werde die englische Regierung verlangen, daß der Rat einen internationalen Rechtsbruch feststelle und damit die Konzession wiederherstellen werde. Der Rat müsse nach Artikel 15 des Paktes die Verständigung herbeiführen oder, wenn dos nicht gelinge, einen gerechten Lösungsvorschlag machen, der die guten Beziehungen zwischen England und Persien sichere und der Petroleum- gesellschast die Weiterarbeit ermögliche. P e r s i e n ließ den Hinauszögerungsvorschlag machen, der Haager Gerichtshof müsie erst feststellen. o b ein internationaler Rechtsbruch schon vor- liegen könne, wenn ein fremder Staatsbürger noch nicht die Möglichkeiten der Landesgesetzgebung ausgeschöpft habe Auf Vorschlag des Bericht- erstatters Benesch wurde die Angelegenheit ver» tagt. ERSTE BEILAGE ■ �- Kommissar gegen Gelbstverwaltung Zo�aldsmobratisclrer Protest im Stadtparlament— Deutschnationale schützen Bracht 5n der gestrigen Stadtverordnetenversammlung brachten die Sozialdemo- k r a l e n folgenden Dringlichkeitsantrog gegen Bracht ein: Die Sladtverordnetenoerjammlung erhebt aller- fchärssteo Protest gegen das ungewöhnliche Verfahren, das der Beauftragte des derzeitigen Reichskowmistars für preuhen, Dr. Bracht, w Sachen der sogenannleu Berliner Bezirksresorw durchgeführt hat. Gleichviel welche Stellung zu den Varschlägea und letzten Formulierungen des TNagiftrats eingenommen wird, muh festgestelll werden, dag der erste Erlafz des Kommissars Magistrat und Stadtverordnetenversammlung mit einer Arbeit belastete, die andere wichtige Ar- Keilen unterbrach und fetzt in allen ihren Teilen als nutzlos erkannt werden mutz. Diese zweck- lose Arbeit hätte vermieden werden können, wenn der Kommissar sich vor Herauegabe seines ersten Erlasses bei den zustandigen städtischen Stellen über die sachlichen und praktischen Wirkungen feiner eigenen ursprünglichen Vorschläge erkundigt hätte, anstatt im Rahmen dieser Vorschläge erst Arbeit leisten zu lassen, um später eigentlich selbst sestslellen zu müsseu. datz er bei seinem Erlatz nicht die ArteilsfähigkeU gezeigt bat, die von einer Zachpelsönlichkeit seiner Stellung erwartet werdev mutz. Das Vorgehen des Staatskommissars ist auch deshalb abzulehnen, weil es ihn aufs neue als.Staatskommissar gegen die Selbstverwaltung- zeigt. Der Oberbürger- melster wird ersucht, diese Auffassung der Stadt- verordnetenoersammlung dem Beaustrogten des derzeitigen Reichskomwissars für preutzen zur Kenntnis zu bringen. Selbstverständlich stellten sich die Deutsch- nationalen vor Herrn Bracht; sie erhoben Einspruch gegen die Dringlichkeit, so daß also Die Frage, wieweit der narkotisierende Assistent für den.Lunstsehler" des Operateurs miloerant- wortlich ist, beschäftigte das Schöifengericht Char- lottenburg. Angeklagt war der Arzt K. auf Grund folgenden Sachverhalts: Zu dem Arzt kam in die Sprechstunde eine Frau mit starken Blutungen. Er untersuchte sie und stellte eine beginnende Fehlgeburt fest. Nachdem er die Frau in die Ruhelage ge- bracht hatte, rief er einen Gynäkologen an. Der Spezialist erschien auch alsbald und operierte die Frau, die bald nach der Operation v e r st a r b, wie angenommen wird, auf Grund eines zu- mindest als AunstfeHIer anzusprechenden Versehens des operierenden Arztes. Gegen den Gynäkologen Dr. R. und den praktischen Arzt Dr. K. wurde Anklage wegen gemeinschaftlicher fahrlässiger Körperverletzung mit Todesersolg erhoben. Der Angeklagte Dr. R. war zu der VerHand- lung nicht erschienen, und das Versahren gegen chn wurde abgetrennt Die Verhandlung gegen den Arzt K. ergab, daß er lediglich mit der Narkose beschäftigt gewesen war, und Rechts- anmalt Dr. Klee vertrat den Standpunkt, daß er der Antrag gestern noch nickst verabschiedet werden konnte. An seiner späteren Annahme besteht aber kein Zweifel: inzwischen kami ihn der „Staatskommissar gegen die Selbstoerwaliung" aus dem„V o r w ä r t s" entgegennehmen. One Sportdebatte Der Verlust von 73 iM Mark, für die die Stadt Berlin der B u t a b b a n k gegenüber die Bürg- schalt übernommen hatte, beschäftigte die Ver- sannnlung länger« Zeit. Es handelt sich um die Pleite des Rudervereins„Freiheit", den kommunistische Mißwirtschaft zugrunde gerichtet hat. Der Verein hat sein« Zahlungen an die Bank bzw die Stadt längst eingestellt, die Stadt muß für dos Darlehen von Tg 000 Mark geradestehen. Der kommunistische Redner, Herr Kirsch, stellte es so dar, als seien es die bösen Sozialdemokraten gewesen, die durch ihren Austritt den Verein in die Zange brachten, seine Verpflichtun- gen nickst mehr erfüllen zu können. Das war gerade von Herrn Kirsch sehr unvernünftig, denn er war noch bis vor kurzer Zeit der Leiter des Berliner, kommunistischen Sportkartells, und als linientreuer Sportler durste er doch die bundes- treuen Sportler nickst als so mächtig hinsiellen, daß sie einen kommunistischen Verein kaputt machen können. Stadtverordneter Barlhelmano (Soz) bedauerte, daß der Stadt durch solche kom- munistischen Pleiten die Möglichkeit genommen wird, den Sportvereinen durch die Uebernahm« van Bürgschaften zu helfen. Der Ruderoerein „Freiheit" hatte seinerzeit Gelegenheit, sich zu«nt- scheiden, ob er beim Arbeiter-Turn- und Sport- bund bleiben oder zu der kommunistischen Sport- zentrale sich schlagen wolle. Der Verein entschied sich freiwillig für das letztere, und nun fetzt« der bekannte, unerträgliche Gesinnungsterror gegen selbst einen Kunstiehler begangen hätte, weim er, statt sorgfältig sich mit der Ueberwachung der Narkose zu beschäftigen, in die Maßnahmen des zugezogenen Spezialisten eingegriffen hätte. Er sei weder imstande gewesen, diese Maßnahmen zu kritisieren, noch habe er ein Recht dazu gehabt. Als Sachverständige wurden Prof Dr. F r a e n k e l, Medizmalrat Dr. Marenholtz und Pros. Dr. Hammerschlag vernommen. Während der Gerlchtsar.zt Prof. Fraenkel immer- hin ein« gewisse Kontrolle seitens des Narkotiseurs verlangt«, insbesondere es für nötig hielt, daß vorher eine Besprechung stattfinden müßte über das. was zu geschehen habe, standen die beiden anderen Sachverständigen aus dem Stand- punkt, daß die Ueberwachung der Narkose eine so wichtige Maßnahme sei, daß für den mit der Narkose beschäftigten Arzt keine Möglichkeit be- stehe, sich um etwas anderes als um die Narkose zu kümmern. Sie erklärten es für unzulässig, daß der Narkotiseur sein Augenmerk auf die Operation selbst lenke. Er habe nicht einmal das Recht hin- zusehen, wenn er sich nicht einer unverzeihlichen Unachtsamkeit schuldig machen wolle. Das Gericht sprach den Angeklagte» aus Kosten der Stoatskosie frei. alle Andersdenkende, besonders die Sozialdemo- traten ein. Wenn diese schließlich diese KPD.- Parteizelle verließe», weil sie in einem Sport- verein zu sein beabsichtigten, so mit vollen, Recht. Nein, erklärt« Barthelman», nicht die Sozialdemokraten haben schuld an dem Bankrott des Vereins, sondern die Kommunisten selbst, die, bei „Freiheit" vor eine praktische Ausgabe gestellt. elend scheiterten.(Sehr richtig! bei den Soz.— Lärm bei den Komm.) Dem gegenüber steht die praktische Arbeit der bundestreuen Sportvereine und-verbände, die neben einer großen Anzahl von eigenen Anlogen oller Art allein in Deutschland 200 Raturfreundehäiiser verwalken und er- halten. Schließlich wurde dem Auefchußbeschlutz zugesiimml, wonach die Stadt ihre Intereisen an Der Beschluß des Magistrats, als besondere Hilssmoßnahme für frierend« HUisbedürftige die Summe von 500 000 M sofort bereitzustellen, wird bei vielen in Not geratenen Familien einen leisen Hoffnungsschimmer haben aufkommen lassen. Die für die Finanzlage der Stadt nicht unbeträchtliche Summe wird jedoch bei dem Riesenheer der Ar- beitslosen in Berlin nur wenig Not lindern können. Die Stadt Berlin gibt in jedem Monat ungefähr die gleiche Summe an die Hllssbedürstigen zum Kauf von Holz und Kohlen aus. Wie wir auf Anfrage aus dem Landes- Wohlfahrtsamt erfahren, ist der frei- gemachte Betrag bereits nach der Anzahl der in den einzelnen Bezirken varhandenen Hilssbedllrfti- gen aus die Bezirkswohlsohrtsämter verteilt war- den. Bereits heute sollen die ersten Aus- Zahlungen erfolgen. Da man wegen der kato- strophalen Finanzlage Berlins nicht allen Not- leidenden helfen kann, sollen die Hllssbedürstigen eine Beihilfe erhalten, die wegen ihrer schlechten Wohnverhältnisse besonders stark unter dem Äälte- «inbruch zu leiden haben. Das werden in erster Linie auch die Bewohner von Lauben sein. Die laufenden Feuerungszulagen erhalten in Berlin zur, zeit rund 330 000 Unterstützungsempfänger. Das System, den Unterstützten die Kohlenbeihilse in barem Gelde auszuzahlen, hat sich sehr bewährt und soll auch bei der Nothilfeoktion bei- behalten werden. Der Hilssbedürstige bat dadurch die Möglichkeit, seinen Bedarf noch freier Wahl zu decken. Arbeiter überfallen S�.-?rovo!kation in Berlin O. Zu der Palis adenstraße wurden gestern abend mehrere sozialdemokratische Arbeiter von uniformierten S Zl.- Le u t e n überfallen. Zwei lieber- sallene wurden verletzt und muhten die hilse der nächsten Rettungsstelle in Anspruch nehmen. Wie uns mitgeteilt wird, marschierte durch die Palidasenstraße gegen 10.20 Uhr ein Trupp SA.- Lerne. Als mehrere Arbeiter des Weges kamen, die sozickldemokratiiche Abzeichen trugen, wurden FREITAG, 27. JANUAR 1933 dem Verein wahren soll und— nach einem sozialdemokratischen Zufatzantrag— für eine anderweitige, mit möglichst wenig Verlusten verbunden« Verwendung der Vereinsanlagen sorgen soll. Grundstückean- und Verkäufe und der Abschluß der Städtischen Feuersozietat wurden ohne Debatte genehmigt Zugestimmt wurde auch einer Vorlage, die die Entlastung der Iahresrechnungen einschließlich der Vaurechniliigen der Bezirk« und der Zentralverwalmngen vorsieht. Dabei wurden verschiedene Etatüberschreitungen und vichtetat- mäßige Buch»igen beanstandet. Stadtscbulrat Nydahl 50 Jahre Der Berliner Stadtschulrat Genosie Nydahl wird heute 30 Jahre oll. Nydahl. der sein« auf- bauende Arbeit am Berliner Schulwesen durch die Wirtschaftskrise unterbrochen sieht, kom seinerzeit aus Neiikölln, wo er Schulrat war, in die Berliner Zentraloerwaltung als Magistratsober- schnlrat und wurde im Jahre 1926 zum Stadt» schulrat gewählt. Er ist aus dem Volksschullehrer stand« hervorgegangen. sie von den Hitlerburfchen ohne jeden Grund an- gegriffen. Di« Ueberfallenen mußten der viel« fachen U e b e r m a ch t weichen, zwei von chnen wurden von den Hakenkreuzbanditen durch Schläge über den Kops nick» unerheblich verletzt. D'« feigen Täter sind entkommen. Reichsbanner-Appell Gesamtaufmarsch am Sonntag Die aktiven Formationen des Graß-Berliner Reichsbanners haben am S o« n l o g w Tegel eine große wehrsporkübuag Noch Abschluß der Veranstaltung marschieren die gr. samlen Formalionen um 12 Uhr van Tegel in 15 Kilometer langem Ularsch durch Schornweber-, Müller-, Chaussee-, Orouien'urger. Artillerie. straße. Um Kupsergraden nach dem L u it g a r t e n. um an der Massenveranstaltung der Eisernen Front teilzunehmen. Räuber irn Butterladen Im Norden Berlins, in der Schönwalder Straße 32, wurde gestern wieder ein frecher Uebersall aus eine Buttersiiiale der Firma H e t n z e verübt. Als sich nur die beiden Ver- käuserinnen im Laden befanden, wurde die Tür aufgerissen, zwei jüngere Burschen stürmten mit schußbereiten Pistolen herein und riefen:„ijäride hoch, heraus mit der Ladenkasie!" Während einer der Banditen an der Tür Ausstellung nahm ging sein Komplice auf die Ladenkasse zu und plündert« sie aus. Mit ihrer Beute suchten die Täter dos Weite. Sie entkamen auf Fahrrädern. ★ Ein Briejmarkenautomatenräuber ist gestern von der Kriminalpolizei in der Person des 14 Jahre alten Johann Sch. auf frischer Tat sest- genommen worden. Sch. hatte sich Metallstücke von verschiedener Größe angefertigt und damit plünderte er die Briesmarkenoutomaten aus. ---- Durch„Kunstfchler" verblutet Wahrend der Operation verstorben Die Kältchilfe Berlins t-eider nur knappe Feuerungszulage— Kohlen für Laubenbewohner WURSTWAR EN Jagdwurst............. Ptd 0.76 Landleberwurst....... Pfd. 0.80 Streichmettwurst......Pfd. 0.88 Feine Leberwurst..... Pfd 0.96 Cervelaf- u.Salami...Pfd. 1.05 Knoblauchwurst, harte Pfd 0.98 Speck mag. Pfd.(UM fo» Pfd. 0.76 Schinkenspeck........ Pfd 1B6 KONSERVEN Karotten gudm..... v, v, 0.26 Hamb. Mltdv getr. Erbs Vi D» 0.34 Schnittbohnen......»/, o- 0.39 Spinatl didt eingek...*/] Dt 0.50 Ananas 8 Scheiben...Vi Ds 0.96 Pflaumen m. St......>/, Os 0.48 Himb.-, Aprik. Konf. 400 gr GL 0,50 KOLONIALWAREN BUTTER, FETTE, KÄSE Welzenmehl.......... pfd. 0.18 Haferflocken.......... pfd 0.18 Tafelreis............... Pfd 0.12 Weiße Bohnen Pfd.M» c.i«, 0.1 1 Hartgr.-Makkaroni...pfd. 0.38 Eier-Gräupchen....... Pfd. 0.44 Aprikosen, ge rade, an Pfd 0.42 Kaffee gebr..-Pfd. UJ, t.M, ILO Gutsbutter............. Pfd. 0.98 Markenbutter......... Pfd 1.16 Margarine.......... 3 Pfd 0.74 Romadour 20%...... Stck. 0.16 Allg. Stangenkäso 20%..Pfd. 0.36 Pinn. Schweizer..... VtPfd. 0.37 Briekäse, volifett..... Pfd. 0.56 Steinbusdier u.TiUit-.eo'lf. Pfd. 0.66 WEINE, SPIRITUOS. FISCHE, RffUCHERW. kam. Rumverschnitt 38■/, Fl. 2,80 Weinbr. Cabinett Fi. 3.50 Bln.Tafelkümmel 35% Itr 3.35 Edenkobeneriour.«.oo,lrr 0.65 Niersteiner. 10 itr. tu», itr 0.95 rerTagona.WermuthlOl. 9SQL 1 00 Amarantis span. SOßw,..Ur 1.40 Schellfisch, Seeladu an Pfd 0.22 Cabeljau o. K...... on Pfd. 0.24 Rotbars•........... an Pfd. 0.24 Lebende Karpfen.an Pfd. 0.58 Bücklinge.............. Pfd. 0.18 Sprotten..... ca. 1 Pfd.-Kitte 0.20 Räucherlachs i. Stdc. an Pfd. ILO OBST UND GEMUSE Apfelsinen.......... 3 Pfd 0.35 Amerikan Tafeläpfel. ,3 Pfd 0,72 Zitronen............ an Otr. 0.28 Bananen............... Pfd. 0.20 Blumenkohl........ an Kopf 0,20 Sellerie............... 2 Pfd. 0.15 Möhren................. ptd 0.05 Kartoffeln........... io pfd 0.26 GEFLUGELUNDWILD Fr. Suppenhühner an Pfd. 0.88 Fr. junae Gänse...an Pfd 0.78 Gänsebruststücke an Pfd 0.85 Hirschblatt......... an Pfd. 0.54 Wildschweinblatt an Pfd 0.50 Hasen geetr. u auigew Pfd 0.54 Wildragout......... an Pfd. 0.28 FRISCHFLEISCH Rindertalg ausgelatten Pfd. 0.28 Suppenfleisch...... an Pfd. 0.48 Schmorbraten a. Kn.,gesp. Pfd. 0.78 Hammelkeule...... an Pfd. 0.68 Hammelragout........ Pfd. 0.48 Kaßler mild......... an Pfd. 0,68 KalbsnlerenbratenonPfd. 0.78 Kalbskotelett.......... Pfd. 0.88 Bestellungen Ober 5 Mark unter Fö Eoerwald 0012 werden prompt erledigt. Für Sonnabend-lleferong Anruf bis Freitag abend erb. Verkauf soweit Vorrot In den Dachhallen; llja livschakoff Adolf Ginsburg U-BAHNHOF HERMANNPLATZ DER KABSTA D T• BAH N HOF Sonnabend Vorverkauf □n Des Jahres größter Sonder verkauf für Ä u s s t e u e r- A r t i k e 1. Ein Blick in die neue Schule Erküllims der Welt mit der Seele des schaffenden Kindes Die Unzulänglichkeit der Vorstellungen weiter Kreise von der neuen, namentlich in den modern gerichteten weltlichen Schulen maßgeben- den Lehrweis« zeigt ein Blick in die in diesen Tagen veranstaltete Ausstellung der 6i/Si. Gemeinde- schule am Nichardplatz in Neukölln. Wenn unsere Schulreaktionäre gerne Klage fuhren über den„mechanistischeri", das Seelenleben ertötenden neuen Unterricht,-n dem sie ihre kirch- lichen und militaristischen Götzenbilder oermissen, so finden wir hier im Gegenteil, daß die neue, aus der Gemeinarbeit der Gruppe, aber ebenso auch aus dem Selbstsuchen und Selbstschafsen jedes Schülers aufbauende moderne Schule gerade das Eigenartige und Schöpferische im K>nde pflegt, seine Fähigkeit zum Selbstsinden und Selbstauf- bauen entwickelt. Das Ideal der„allgemeinen Bildung", die über alles mitreden kann und keinen Gegenstand von Grund aus beherrscht, ist mit Bewußtsein preisgegeben zugunsten der schon von Goethe geforderten Beschränkung auf bestimmte Gebiete, die man dafür gründlich be- herrscht, deren Bearbeitung reii macht zur Lösung anderer, vom Leben gestellter Aufgaben Schon das Lesen und Schreiben— wie anders wird das gelernt als in der mühsam guäle- rischen Weise, die uns seinerzeit namentlich da« Schreibenlernen viele Jahr« zum Schrecknis ge- macht hat. Da liegen eine Reihe Bilder, jedes mit aufgedruckter Bezeichnung. Kennt sie das Kind, so werden die Unterschriften sortgenommen, müssen aus einem Sack mit den Namen herausgesucht Haftbefehl gegen Anwalt Versuchte Gekajisenenkekreiiuix Gegen Rechksonwall Dr. Georg Meyer, über dessen vorläufige Festnahme während einer Ge- richtsoerhandlung, in der er als Anwalt tätig war, bereits berichtet wurde, ist gestern abend Haftbefehl erlassen worden. Er befindet sich bereits im Untersuchungsgefängnis In Moabit. Die Kriminalpolizei hat auch in feiner Wohnung ein« nochmalige Durchsuchung vorgenommen, wie verlautet, soll die erste Durchsuchung zur De- fchlagnahme von belastendem Material geführt haben sowohl von Schriftstücken als auch von ver- schiedenen Gegenständen, die anscheinend für llntersuchungsgesangene bestimmt waren. Ueber die Gründe des Haftbefehls verlautet folgendes: Rechtsanwalt Dr. Georg Meyer hatte ein Mitglied der berüchtigten„Kolonne Mark- gras", den Einbrecher Groß, zu verteidigen. Sein Mandant erhielt sechs Jahre Zuchthaus. Bei einer Durchsuchung seiner Zelle fand man eine Stahlsäge mit sechzehn Blättern und einen Doppeldietrich mit Ansatz. Groß' Mitgefangener bezichtigte' Rechtsanwalt Dr. Meyer und be- houptete. dieser habe das Ausbruchswerkzeug seinem Mandanten mitgebracht. Weitere Ver- nehmungen führten zu dem Ermittlungsverfahren gegen den Anwalt, in besten Verfolg jetzt der sensationelle Haftbefehl erlassen wurde. Rechts- anmalt Dr. Meyer bestreitet sede Schuld. Di« Vorwürfe gegen Rechtsanwalt Dr. Mener erscheinen derart ungeheuerlich, daß man geneiat ist. ibro Richtigkeit anzuzweifeln. Be- zichtigungen von Gefangenen sind stets mit größter Vorsicht entgegenzunehmen. Rechtsanwalt Dr. Meyer war in den Nachmittagsstunden in Begleitung eines Kriminalbeamten nach einmal in Moabit erschienen und erledigte dort verschiedene unmiischiebbare Angelegenheiten. Ob es erforder- lich war, in dieser Weise gegen ihn während einer Gerichtsverhandluna. in der er als Anwalt tätig war, vorzugehen, erscheint mehr als zweifelhast. Wogelschutz-Busstellung In der Körner-Schule in Köpenick wird in zwei Räumen eine großzügige und ein- drucksvolle Vogelschutzausstellung gezeigt. Der eine Raum wurde von der städtischen Stelle für Naturschutz eingerichtet, die zweckmäßige und un- zweckmäßige Rist Gelegenheiten und F u t- terplätze für Vögel zeigt. In naturgetreuen Zeichnungen lernt der Besucher jeden deutschen Waldvogel kennen, auch kann er mit Leichtigkeit, dank der Beschriftungen, sein eigener Führer durch die Ausstellung sein. Trotzdem aber stellen sich Primaner und Sekundaner der Körner-Schule al» Führer zur Verfügung. Die Ausstellung ist in erster Linie für den Besuch von Schulen ge- dacht, die sich jetzt schon in beträchtlicher Zahl angemeldet haben. Ein zweiter Raum birgt Arbeiten, die von Schülern angefertigt wunden. Da sieht man interessante Vogelschutzplakate, hie«igenllich allesamt aus die Winlersutterung hinweisen. Oft ist die Tierbeobachtung gerade nicht gut, dafür »st dann aber das Gefühl um sv stärker vertreten. Quartaner-, Quintaner und Sextaner aber haben stch als praktische Vogelschützer betätigt. Sie bauten sowohl Häuser wie Futterpläge sür Vögel. Man hat alle Arbeiten ausgestellt, auch die ungeeig- neten Geräte, damit an den Fehlern gelernt wird. hat doch ein kleiner Baumeister außerordentlich sorgjältig das Dach de» Futterhauje, mit Lino- und an den richtigen Platz gebracht werden. Dann werden die Wörter zerschnitten, wieder zusammen- gesetzt usw. L.erneo an Ort und Stelle Den Höhepunkt des Aufbauen« aus selbst- gewonnener Anschauung, das mit der unbehils- lichen Nachbildung der T'ere und Pflanzen des eigenen Laubengartens beginnt, bildet die S t u d i e n s a h r t und die Stud�enarbeit. Sorg- sam vorbereitet wird die Wanderung unternom- men, deren Arbeitsstofs schon zuvor an kleine Truppen aufgeteilt Ist. So wird das Dorf er- forscht: der Bauernhof, das Gut, der Getreidebau, der moderne Viehstall die Geflügelzucht, die sozialen Verhältnisse werden an Ort und Stelle beobachtet und mit den Beteiligten besprochen. danach in sorgsamer Ausarbeitung mit eigenen Zeichnungen und gesammelten Bildern vargestellt. Solch eine Aufgabe beherrscht für lange Zeit die Arbeit der Klasse und lehrt durch den Au»- tausch der Erarbeitung aller ein gutes Stück Volkslebens eingehend kennen. Aehnlich. wenn am Ort„das Gesicht der Straße": Häuserfronten, Straßenhandel, Musikanten und was alles noch in Wort und Bild von unseren kleinen Sozialforschern wiedergegeben wird. kort mit trockenem Nachbeten An einer Sammlung von Aufsätzen desselben Kindes vom ersten bis zum vierten Schuljahr sehen wir, wie Form und Inhalt sich vom Un- lemn abgedichtet, doch nicht die geringste Sorge getragen, das Futter vor Schneeverwehungen zu schützen. Das A und O jeder Winterfütterung>«- doch ist: Das Futter muß bei jeder Witterung dem Vogel zugänglich fein und trocken bleiben. Mag sonst«in Futterhaus noch so romantisch aussehen, genügt es nicht seinen Anforderungen, wird es zum Vogelmordhaus. DZe Klage Berlins Rosenthal und die Stadtbank Ueber die Schadensersatzklag«, die die Stadt Berlin gegen den Kaufmann Moritz R o s« n t h a l in seiner Eigenschaft als früheres Mitglied des Kreditausschusses der S t a d t b a n k auf Wieder- gutmachung des Schadens angestrengt hat, der der Stadtbank durch die noch am ZS. September an die Sklareks erfolgte Auszahlung In höhe von 476 000 M. entstanden ist, wurde gestern von der 22. Zivilkammer de» Landgerichts III noch nicht endgültig entschieden. Das Gericht, dem von den Prozeßparteien noch umfangreiches Material zur Verfügung gestellt wurde, u. a. der zweite Band der Sklarek-Anklage, Protokolle über den Landtagsuntersuchungsausschuß, will einen Ver- kürzungstermin anberaumen, und zwar Anfang Februar. Die Strafkammer des Landgerichts III verurteilte den ölljährigen Lokomotivführer Ernst k u p k e, der am 27. Juli v. 3. mit seiner Lokomotive in den aus Stralsund kommenden Ferien- zug hineingefahren ist und so da» furchtbare Eisenbahnunglück verursacht hat, wegen fahrlässiger lötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Transportgefährdung z u 1 3 a h r 6 Monate Gefängnis, ver mit- angeklagte Heizer Erich Reimer wurde frei- gesprochen. * Die Verhandlung ist schneller zu Ende ge- gangen als erwartet. Von den l 3? Zeugen, die in der Anklageschrift aufgeführt waren, sind nicht mehr als 10 vernöipmen worden. Was hätten auch alle die an jenem Schreckensabend am Gesundbrunnen verletzten Fahrgäste über die Nr- lachen de» Zusammenstoßes selbst sagen können? Gar nichts! Nur eine der Verletzten war im Ge- richtssaal als Nebenklägerin anwesend und die verletzren Eheleute Brande« wurden als Zeugen vernonrmen. Ihr« Aussage wurde mit ausschlaggebend für dl« Verurteilung des An- gektagten Kupk«. Di« Eheleute schauten gerade durch« Fenster, als sich die Lokomotive parallel dem Zuge bewegt«! sie sahen, wie Lokomotipsührer und Heizer aus den Zug hinunterblickten. Einer von beiden aß gemütlich seine Htulle: iin nächste» Augenblick sprangen sie aus und stürzten an den Kessel. Di« Zeugen hatten den Eindruck, daß sie erst jetzt Gegenmaßnahmen ergrifjen. Gleich darauf erfolgte der Zusammenstoß. Aus dieser Aussage schloß der Staatsanwalt, daß beide An- geklagten zu Unrecht behauptet hätten, sie hätten etwa 60 Meter vor dem Hauptsignal die Not- beholfenen zum Bewußtsein entwickeln. Mit Recht wird auch aus das Aeußer» Wert gelegt Nicht die „nüchterne E n t s e e! u n g der Welt", die unsere Mucker der neuen Schale nachsagen— gerade ihre Erfüllung mit der Seele de- schassenden Kindes, das beobachtend, denkend und aus- führend das Wesen der Dinge und das Verhältnis von Inhalt und Form lennenlernt, geben diesem Unterricht eine unendlich reichere Füll« und tieferen Gehalt als jenem, in dem die Klasse nachplärrt, was der stockbewafsnele Schulbeherrscher vorgesprochen hat. in dem jeder eifrig lernt, Worte und Formeln nachzubeten, deren Inhalt er selbst nicht und vielleicht kein Mensch versteht. Das große Hebewerk des Finow- k a n a l s, sorgsam im Modell nachgebildet, zeigt wie ein Sinnbild, was diese Schule erstrebt: Ver- ständnis für die K u l t u r a r b e i t d« r M e n f ch- h e i t, erhoben zur Fähigkeit eigener Wieder- gäbe und Fortbildung im Zusammenwirken der einzelnen und ihrer Gemeinschaft, hier liegt der Quell echten Kulturwerdens. * Wir möchten hier besonders auf die den welt- lichen Schulen angegliederten Aufbauklassen in N. 30, Pankstraße 20/24, in Lichtenberg, Scharnweberstraße 13 und in Neukölln, Richard- platz hinweisen. Die Schulen sind für Knaben und Mädchen bestimmt: Anmeldungen nehmen die Leiter der Schulen ein. Die Ausstellung in der Neuköllner Schule am Richardplatz ist noch an ein paar Wochentagen von 16 bis 20 Uhr geöffnet: der Eintritt ist frei. Freies Geleit für Sie Rotters In der Strafsache gegen die Theaterdirektoren Alfred und Fritz Schale, genannt Rotter, hat der Vernehmungsrichter des Amtsgerichts Berlin-Mitte auf Antrag des Verteidigers mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft l den Beschuldig- ten freies Geleit unter folgenden Bedingungen gewährt: Sie haben sich sofort bei dem für ihren Aufenthaltsort zuständigen deutschen Konsul zu melden und eine Kaution von 13 000M. in bar zu leisten, sowie nach ihrer Rückkehr aus das Lessing-THeater eine Grund schuld oon 35 000 Mark Sicherheit einzutragen. Dem Beschuldigten Fritz Schale wird ausgegeben, sich spätestens inner- halb einer Woche, und seinem zur Zeit erkrankten Bruder Alfred, sobald er wieder reisefähig ist, dein Gericht und der Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stellen. Beide Beschuldigten haben beim Be- treten des deutschen Reichsgebiet» ihr« Pässe ab, zu- geben und jeden Wechsel ihres Aufenthaltsortes anzuzeigen. Freude für Bergarbeiterkinder Die Neue freie Schulgemeinde Berlin hatte die von dem Freidenker-Derband, der Arbeiterwohl- fahrt und der Partei im 13. Bezirk untergebrachten Lergarbeiterkinder aus Waiden- bürg nach der weltlichen Schule Sonnenburger bremse und Luftbremse angezogen und Sand ge- streut. Von den Sachverständigen machte der Vertreter der Beamtenschaft, Berner, außerordentlich interessant« Bekundungen. Er erklärte, daß die Bcamlenschaft seit 3ahren einen Kampf gegen die vienstdauerordnung führe: die Lokomotivführer und Heizer hätten nicht selten eine Dienstdauer von 14 bis 15 Stunden, da die Pausen, die sie so oft auf der Lokomotive selbst verbringen müssen, nicht als Erholungs- pausen zu betrachten seien. Der gleiche Kampf gelte auch der Inanspruchnahme der Lokomotivführer und Heizer im Nachtdienst. Es komnie vor, daß sie nach fünf oder sechs Nachtschichten sofort zu weiteren Nachtschichten verwendet werden. Die Direktion berufe sich aber aus die Dienstvorschrisleii und e» bleibe stets beim alten. Als Vertreter der Beamtenschaft steh« er unter besonderem Schutz und könne es deshalb wagen, dies i» aller Oeisent- lichkeit zu sagen. Auch der Angeklagte K u p k e habe viel zu lang« Dienst gemacht und sei viel zu viel Nächte hintereinander in Anspruch genommen worden. Di« Ausführungen der beiden Lokomotivführer, die der Ansicht waren, daß die vorhandenen Sig- nal« nicht genügt hatten, wie auch die des Ver- ireter« der Beamtenschast werden hofsentlich ihre Wirkung nicht verfehlen. Es wird Aufgabe der Elsenbahndireklion sein, nachzuprüfen, inmiesern die in der Gerichtsverhandlung aufgestellten Be- hauptungen hinsichtlich der Notwendigkeit der Zwischensignale und der Mangel der Dienstdauer- Verordnung ihr« Richttgkeit haben. Die Oefsent- lichkeit hat allen Grund, die» zu fordern. Straße zu einem musikalischen Unterhaltungsnach- mittag eingeladen 200 Kinder der weltlichen Schule, die erst kürzlich durch ihr Konzert in der Hochschule für Musik besondere Beachtung fanden, sangen und spielten aus sämtlichen Instrumenten, von der Mundharmonika und dem Tylophon bis zum Akkordeon, Wander- und Arbeiterlieder Der Vorsitzende der Neuen freien Schulgemeinde Berlin Rektor Schröter, begrüßte mit herz- lichen Worten die Bergarbeiterkinder und sprach gleichzeitig den Kindern der weltlichen Schule, dem Dirigenten Seidemann und den beiden Schulleitern Knies und T h a u s seinen Dank au». Wohnlaube in Flammen Fine Geistesschwache verbrannt Ein folgenschweres Brandunglück ereignete stch in den gestrigen späten Abendstunden in der Laubenkolonie in der Dietrichstrah« in hohen» schönhausen. Auf dem Grundstück Nr. 27 befindet stch die aus mehreren Zimmern bestehende Wohnlaube des 65 Jahre alten Arbeiters Karl Schall» Dm Hedd alt pdiüscUe, Ii/ äfft! Oeffentliche Kundgebung der Verelnf- gung sozialdemokratischer Juristen, Sonnabend, den 28. Januar 1953, um 20 Uhr, im großen Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, leipziger Str. 5. Es sprechen: Friedrich Stampfer, M.d. R., Berlin; Dr. Philipp loewenfeld, Rechtsanwalt In München; Dr. Hans Menzel, Ministerialdirektor a. D. Eintrittskarten zum Unkostenbeitrag von 50 Pf(für Studenten 20 Pf., für Erwerbslose frei) sind erhältlich bei dem Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Lindenstraße 3, bei der Sozialistischen Studentenschaft, NW 6, Albrechtstraße 11, bei der Arbeiterbank, Abteilung Sparkasse, Wallstr. 35, und Depositenkasse, Undenstr. 5, und bei den Parteikassierern. Horn. Sch. war mit seiner Frau und seiner 31 Jahre alten geistesschwachen Tochter Edich schon frühzeitig zu Bett gegangen. Gegen 21 Uhr wurde das alte Ehepaar plötzlich durch starkes Knistern aus dem Schlaf geschreckt. Beide waren rings von einem Flammenmeer umgeben und nur mit großer Mühe konnten sich die Leute nur mit dem Hemd bekleidet ins Freie retten. Schon wenig« Minuten später brach die Wohn- laude krachend zusammen. Die Tochter kam in den Flammen um Sie wurde von der Feuer- wehr völlig verkohlt aus den schwelenden Trümmern geborgen. Das furchtbare Unglück trifft das alte Arbeiter- ehepaar um so schlimmer, als sie nicht versichert sind und ihr ganzes Hab und Gut bei dem Brand eingebüßt haben. Gruß aus Frankreich Arbeit für beide Nationen Das Reichsbanner hat bekanntlich vor kurzem beschlossen, der„C i a m a c", der inter- nationalen Organisation ehemaliger Kriegsteil- nehmer beizutreten. Der Vorsitzende des französischen Kriegsteilnehmerverbandes, der Union F e d e r a l«-, hat aus diesem Anlaß an den Bundesführer des Reichsbanners ein sehr herzlich gehaltenes Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt:„Sie werden auf französischer Seit«, dessen bin ich sicher, und aus jeden Fall von feiten der Union Föderale, den aufrichtigen Willen zu einer lebendigen Zusammenarbeit finden, die es unseren beiden Organisationen und dann auch unseren beiden Ländern erlauben wird, nicht nur in Frieden zu leben, sondern auch unter sich ein herz- liches Einvernehmen zu schaffen." Der Bundes- sührer des Reichsbanners dankt für diesen Gruß und teilt in seiner Antwort mit, daß nach end- gültiger Erledigung des Aufnahmeantrages des Reichsbanners in die„Ciamac" eine Reichsbanner- delegation in Paris gemeinsam mit den«he- maligen französischen Kriegsteilnehmern für Demokratie und Verständigung kämpfen und arbeiten wolle. Unfedl in der Oper Aus der Bühne der Städtischen Oper in Berlin ereignete sich ein Unfall. Die Sopranistin Elisabeth Friedrich glitt bei einer Proöe auf der Bühne au« und zog stch eine schmerzhaste Fuß- knächeloerletzung zu. Obwohl der Unfall die Künstlerin beim Spiel erheblich behinderte, trat sie in der Abendaufführung des„Freischütz" auf Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Allmähliche Bewölkungszunahme und Milderung de» Frostes, schwache, auf West drehende Winde.— 3n Deulschland: Im Westen und Süden keine wesentliche Aenderung, in Mittel- deutschland Windabnahme, aber Fortdauer des sehr kalten Frostwetter«, im Nordosten weitere Milde» rung bis zu Tauwetter. Arteil gegen Lokomotivführer V/t Jahr Gefängnis wegen Gesundbrunnen-Unglück Wir wünschen Den WaMamps! Breitscheid in Pankow Vor den Mitgliedern des lS� Kreise»(Pankow) referierte Genosse Breitscheid über die poli- tisch« Laae. Die Absage der Deutschnationolen an die Regie- rung Schleicher beweist, daß die Deutschnationolen eine Regierung nur dann als autoritär betrachten, wenn sie von ihnen geführt wird. Diese Erklä- rung steht im Zusammenhang mit der Propa- ganda, die von den Reaktionären in der letzten Zeit für ein sogenanntes Staatsnot st onds- recht geführt wurde. Dieses„Notstandsrecht" wird erstrebt mit dem Ziele, die gesetzliche Ver- tretung des Volkes auszuschalten, um dann vor allem auch die wirtschaftlichen Interessen der Großreaktionäre durchzusetzen. Diese Leute fordern den B r u ch d« r D e r f a s s u n g. Breit- scheid wies auf den Protest des Parteioorstandes und de» Vorstandes der Reichstogsfraktion gegen die Absicht der Proklamierung des sogenannten Staatsnotstandes hin. Ein solcher Staatsstreich würde einen rechtlosen Zustand schaffen, gegen den jeder Wider st and erlaubt und geboten ist. Schleicher hat die Dinge treiben lassen, anstatt «ine klar« Entscheidung zu fordern. Der Kampf der Sozialdemokratie ist so unge- Heuer erschwert, weil große Parteien im Reichs- tag den Grundgedanken des Parlamentarismus ablehnen und alles daransetzen, das Parlament zu diskreditieren. Damit wird denen der Weg ge- ebnet, die jetzt den„Staatsnotstand" proklamieren wollen. Jen« Kreise wollen zur kaiserlichen Zeit zurück, damit die Junker, die Adligen und die Korpsstudenten wieder allein die Staatsfunk- tionen besetzen. Das s)olz, aus dem Schleicher geschnitzt wurde, Ist im gleichen Walde gewachsen. wie das Papens. Die Gegner haben versucht, in der Haltung der Partei und der Gewerkschaften «inen Gegensatz zu konstruieren. Alle diese Ver- suche sind gescheitert. Di« VerHanWungen im chaushaltsausfchuß haben den Sumpf und die Korruption oitf- gezeigt, in die wir bei der O st h i l f e hinein- geraten sind. Millionen und aber Millionen werden ohne Rückerstatlungspsllcht als Subventionen an die Großagrarier gezahlt, während von den Ar- bcilslofen und Anierstühungebedürftigen die karge Mohlsahrlsunlersiühung ruckcrstailungs- psllchlig ist. Wir wünschen den Wohltampf, um den Bauern die Augen zu öffnen und nachzuweisen, wie zuungunsten der Bauern der Groß- grundbesitz bevorzugt wird. Die ganze Wucht der Arbeiterklasse muh ein- gesetzt werden, um die Mauer de» Kapitalismus zu durchbrechen. Auch die Nazis haben das dumpf« Empfinden für den Sozialismus. Wir müssen aber dem Volke klarmachen, daß die Nazis Steine statt Brot bieten. Auf dem Parteitag in Frankfurt wollen wir noch einmal feststellen, worin der Kern de s Marxismus liegt. Die Arbeiterklasse muß sich klarwerden, daß sie allein die Trägerin des So- zialismus sein wird. Ab«r picht die sind die besten Klassenkämpfer, die den Marxismus stets nur im Munde führen. Man kann nicht künstliche Entwicklungstempen Ichaffen. Auch der Kozialis- mus kann sich nur allmählich entwickeln. Not- wendig ist die Aufklärung der Masse, um sie für die Idee des Soziallsmus zu gewinnen. Das scheidet uns von den Konrmunisten, die die Diktatur wollen. Die deutschen Arbeiter würden sich aller Voraussicht nach die russischen Verhält- nisse nicht lange gefallen lassen. Wir glauben an den Sozialismus, der getragen ist von dem ge- samten Willen des Volkes. Wir glauben nicht an den Sozialismus, der einen Teil der Arbeiter gegen den ander«» aufstellen will. Mit der Lei- tung der KPD. und deren System gibt es keine Einheitsfront. Sie wollen die Einheitsfront der Arbeiter auch nicht, sonst könnten sie nicht die Sozialdemokraten als ihre schlimmsten Feinde be- zeichnen. Wir müssen versuchen, die Einheitsfront der Arbeiterklasse herzustellen. Wir müssen alle Kräfte zusonimenfassen, alt und jung, für die Demokratie und den Sozialismus. Die Ausführungen Breitscheids wurden von den Anwesenden mit starkem Beifall aufgenommen. Arbeitslose und Museen Vor einiger Zelt hatten wir einen Weg gezeigt, wie den Arbeitslosen die Schätze der Museen, die selbst über mangelhaften Besuch klagen, näher gebracht werden können. Zu unserem Vorschlag schreibt uns Genosie Heinrich E l l e r b r a k«, Neukölln. Osiastr. 45. Wir geben seiner Zuschrift sehr gern Raum, zumal er sich bereit erklärt, Ar- beitslose, die sich bei ihm melden, durch das Pergamon-Museum zu führen. Mittwoch und Sonnabend ist der Besuch des Pergamon-Museums frei. An der Stelle des Ouergebäudes stand von 1S)02 bis 1908 das kleine Pergamon-Museum. Hier waren die ersten Funde und Ausgrabungen des Altar» von Pergamon von Karl Humann aus- gestellt. Durch da» Anwachsen zahlreicher neuer Funde w'chte sich eine Erweiterung notwendig. pa sich jedoch an dem kleinen Museum Funda- mentschäden bemerkbar machten, entschloß man sich zu einem Neubau. Man findet jetzt in den Ouerbau den Altar aufgebaut, rechts das Vorder- asiatische oder Babylonische und links das Deutsche Museum. Mit dem Entwurf der Pläne wurde Alfred Messel betraut, nach seinem baldig er- folgten Tod übernahm Ludwig Hoffmann die Ausführung. Krieg, Jnklation und die anhaltende Wirtschaftskrise verhinderten bis heute die Fertig- ftellung. Als ich den großen Bau zum ersten Male be- suchte, bewirkte die angenehme Wärme nicht nur die Auflebung der erstarrten Glieder, auch die ärgerliche Stimmung schwand. Staunend und be- wunderungspoll betrachtete ich die Zeugen der hohen griechischen Kunst, die zu einer Zeit aus- geführt waren, als Deutschland noch In einem tiefen Schlummer lag und erst von den Griechen Pytheas v. Masillia entdeckt wurde(930 n. Chr.). Leider sind die ausgestellten Stücke unverständlich, eine geschichtliche und sachliche Erklärung wäre erforderlich Es wäre sehr zu wünschen, wenn die Museumsverwaltung sich bereit finden würde, diesem Mangel abzuhelfen. Nazis gegen Siahlyelm Auf wehrlos Fliehende schießt man In der Düppel st raße in Steglitz wurden in der Mittwochnacht 19 Stahlhelmer von S A.- L» u t e n überfallen. Di« Stahl- helmer flüchteten und die Hakenkreuzler schosien— man kennt die Heimtücken dieser Halunken schon— hinter den Fliehenden her. Als Polizei- beamte an den Ort de» Ueberiall» eilten, waren die Täter verschwunden. Ein Stahlhelmer hat eine Verletzung am Ohr erlitten, die offenbar von einem Streifschuß herrührt. Der Politischen Polizei ist es inzwischen gelungen, den Ueberfall der SA. auf die Stahlhelm«r aufzuklären. Der Haupträdelsführer konnte be- reit» sestgenommen und dem Vernehmungsrichter des Polizeipräsidiums vorgeführt werden. Weitere Festnahmen stehen bevor. Eine Versammlung des sogenannten Frei- wirtschaftsbundes, die kürzlich im „Alten A s k a n i e r" tagte und an der etwa 200 Personen teilnahmen, wurde durch Ratio- n a l s o z i a l i st e n gesprengt. Die Haken- kreuzler entfesielten eine wüste Schlägerei, bei der vier Freiwirtschaftsbündler erhebliche Kopfver- letzungen erlitten. Ein Nationalsozialist wurde von der Polizei, die den Saal räumte, fest- genommen. Und dieses hinterlistige Gesindel, das unseren Ruf und unser Ansehen in der ganzen Welt zu- gründe richtet, gehört zu den„lieben Kindern" des Herrn Melcher. Noch eine SchulNasssnschlleßunq. Aus Ersuchen de» zuständigen Kreisarztes wurde die Klaffe 4 f.ar 10. Knabenvolksschule in Berlin, Scharnhorst- straße 12, wegen Grippeerkrankung aus acht Tage geschloffen. Leben am Funkturm Grüne Woche vor der Eröffnung In den Anfahrtstrahen der Berliner Aus- stellungshallen am Funkturm herrscht wieder regste» Leben. Wagen und Auws schaffen die Ausstellungsgüter für die„Grüne Sport- und Tierzuchtwoche", die am Sonnabend eröffnet wird, heran. Inzwischen sind auch die edlen Pferde für das Internationale Reit» und Fahrturnier eingetroffen, von denen der größte Teil in der Halle VIII, in der Schau der Leistung?- und Turnierpferde, durch die Aus- siellungsbesucher besichtigt werden kann. Auch in den Hallen wird fieberhaft gearbeitet. Die Stand, aufbauten müssen pünktlich iertiggestellt sein. Für die Deutsche Schießsportausstellung werden wert» volle Banner und kostbare Preise au« Museen und Archiven im Ehrensaal der Deutschen Schützengilden zusammengestellt. In der A n g e l s p o r t a u s st e l l u n g be, reiten die beteiligten Verbände ihre Revräsen, tationskosen vor. Der Berliner Zoo und da» Aauarium Berlin schaffen Terrarien und Be- hälter in dl« Halle IV, in der die Aquarien- und Terrorienausstellung stattfindet. Im Obergeschoß dieser Halle werden die Kaninchenställe für die große Kaninchenausstellung hergerichtet. Für die Geflügelausstellung, in der mehrere tausend Stück untergebracht werden sollen, ist man mit dem Auf, stellen der Käfige beschäftigt. Bei den Proben zum Internationalen Reit, und Fahrturnier herrscht rege Geschäftigkeit und in zwei Tagen wird die Ausstellungsstadt am Funkturm wieder da» Ziel von Zehntausenden bilden. INetropolthealer— nicht Admiralspalalffheater. Die in unserem Artikel vom Sonntag„Opfer der Theaterpleite" erwähnten Gagenrückitände be- ziehen sich, wie wir nunmehr festgestellt haben. ans die im M e t r o p o l t h« a t« r unter der Direktion Rother engagiert gewesenen Mitglieder. Die im Ad m i r a ls p a l a stt h ea te r beschaff tigten haben währenid der ganzen Spielzeit ihre Gaaen erhalten-, außerdem hat die Direktion einen Teil der bei dem Rotterschen Zusammenbruch ge- schädigten Chormitglieder in ihr Theater mit über- nommen. Kampf gegen die Grippe! Togal-Tabletten sind ein hervorragend bewähr- tes Mittel gegen Grippe und Crkältungskrank- Helten. Togal ist stark harnsäurelösend und in hohem Maße bakterientötend! Im Anfang»- stadium genommen verhindert Togal den Ausbruch der Grippe. Erstaunliche Erfolg«! Mehr al» 6000 Ärzte-Gutachten! Ein Ver- such überzeugt. In allen Apotheken. M. 1,25. lZ.S Utk.. Mb Chin., 74, S Acid. scet.„Ii«. Cinicnkungtn ffit Dielt flubttf sind •«(IIb SS SS, üiaBcnittdbt Groß-Berlin jttls«n Da* etjtctsfetrctarta: L dal. t SttDDtn recht», zu eichte* Liegin» aller Veranstaltungen Ii»>4 Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! S. Zlreis. 12. gahlgruppe des Deutschen Areidenkee-veehande«: löeute, Freita«, 27. Januar, lg Uhr, Gruppenleltersitzung, anschli«ß-nd IDVi Uhr Fun!. tionärsttiung bei gaffuD», Reaaler Str. 10. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. 38. Abt. Sente. 20 Uhr, Barstairdssitzung. Friedensir. 88. 45., 46., 47. Abt. All« Freldtnl-rgknass-n der 1«.«ruppe kommen heute, piinktlich 20 Uhr, ju einer wichtigen Sigung nach dem Heim vchlestsch« Siraße 42. 54.«Dt. Sonnabend, 28. Sannar, 1« Uhr varstandssltzung, 20 Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre im Zugendheim. 1«. Abt. Sonnadend, 26. Januar, 20 Uhr. Funktianärnersommlung im Lokal Wolfsschlucht. Treskowstratze. Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit. Lindenstraße 3. 8u der ättentlichen Kundgebung der Bereinigung sozialdemokratischer Juristen, Themar„Das Recht al, politisch« Waffe" am Sonnabend. 28. Januar, 20 Uhr. im großen Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 8, sind»ach EinIriNskarien zum Preise von 50 Pf., für Studenten 20 Pf. und Erwerbslose frei bei UNS zu haben. Sozialistische Sludentenschafl. Scmniaq Treffpunkt zur Lustgartenkundgebung 13 Uhr Äl-iner Ziergarten. Erscheinen Pslichi. Arbeilsgemelnschafk der kindersreunde. Prenzlauer Berg! Der für Sonnabend festgesetzte Bastelkreis muß wegen beruflicher Berhinderung des Genossen Hein Zlgcnfritz bis zum 18. Februar verschöbe» wzrden. Schöneberg: Helfersitzunq der Abi. Hermann Müller und Ferdi nand Lassalle heute, Freitag," M 20 Uhr, bei Klaus Rieth. Sehr wichtig. Weiße nie«! Heute Neugrilndung der Gruppe. Wir zeigen u. a. die Filme Kinderrepublii Namedn und Maitag der tkinderfreunde. Anfang pünktlich 10 Uhr. Rculölln: Abteilungskaffierer, die Gruppenabrechnung muß am Montag in der Arbeitsstunde abgeqeden werden.— Abt. LichtkLmpfcr. Jung- und Rote Falken: Heute. 10 Ubr, Diskusston mit der SAZ.-Gruppe X über„Wgs erwarten wir von der SAZ." im Heim Bergstraße. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 2t. Abt. Unsere Genosstn Martha Hempek, Wiescnstr. 41— t2, ist oerstorben. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Sonnabend, 28. Januar, » Uhr, Srrichtsiraße. Um rege Beteiligung wird gebeten. tiB. Abt. Am 22. Januar oerstarb unser langjähriger Genosse Mar > a u i m a n n, Bismarckstr. UO. Ehre seinem Andenken! krauerfeiei am Sonnabend, 28. Zanuar, 1? Uhr, im strematorinm Baumschulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. Uftr. Abt. Unser Genosse, der frühere Reichstagsabgearbnete und Partei. fekretär Richard Meier, ist an den Folgen einer tückischen Gripp« ver. starben. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdi. gnng finde« am M mtog, 80. Sannar um 15 Uhr. von der Kapelle des Gemeinde. triedhores Berlin. Wittenau, an der opandauer Straße, aus statt. Rege Beteili- gnng aller Mitglieder wird erwartet. SoziaiistischeArbeiterjugendGroß-Verlm Siniendunoen lü, dies» Rubrik NU, an da, gugtndi-kretaria, Berlin SW 6? Lindenstraße 2 oorn l kreppe rechta Achtung! Achtung! SAZ..Sammelplatz am Sonntag nicht Gen- darmenmackt. sondern«euer Markt, Näh- Bbf, Al-xavderplatz und Bh-, Börse, an der Saiser.Wikhelm.Straße, Trelfvunkt IZzj Uhr. Van Lustgarten geschlossener Rückmarsch»ur Horn- Ecke Porckstraße. Proletarisches Orchester der GAS.: Probe in der Schulaula Sonnenburger, Straße 20. Der H..B.»Sursns. der für den 18.0.8. Februar festgesetzt war, fällt aus! Daiür findet ein Wochenendkursus der Referent, nschule statt. Die übrigen Termine bleiben unverändert. Reserentcnschnle fällt am 28. Sannar und 4. Februar aus. Wanderanslnnft heut« von 17 bis 10 Uhr Heim Lindenstr. 4,». I. heule, Areilag. 20 Uhr: Arkonaplatzt Elifabethkirchstr. 10: Lichtbilderabeud.-- Gewertschaftshau»! Geweplschastshaus, Saal 0: Liederabend.— Rofcnthalcr Vorstadt: pichfiemdct Straße 17: EchaUplattenabend.— Zentrum: Uöpeuiaer Str. 02: ArbeUsgemein, schaft, U.— Hansa: Bochumer Str. 8b: ilatsergebur:s:agsfeier.— Moabit l! Waldenserstr. 20—21: Ausspracheadend.— Moabit ll! Bremer Str. 70: Wir tritt. stiren Film und Buhne.— öpoetoalast! Gcnthiner Str. 17: Ist Religion Privat. lache? Beunnenplatz! 18 Uhr Trefipunkl»ur ZiUc.ASssteUuug vor dem KA., Müllerstraße. 20 Uhr Wtüdenowitr. 5: Rutztand UOä In, 1952.— Gefund- btunneu 11: Solomefu. 92: Rätedeutschland.— Humbolbthaiu: Putbusser Straße 22: Wilhelm, der Entflohene, feiert Geburtstag.— Rordeu: Besuch der Gruppe Humdoldthain.— Wcdding RF.: Turmer Ecke Seestraße: Tagespolitik. — Arnswaidcr Platz 1: Schönianker Str. U, Baracke 3: Tagespolitik.— Arnim. Platz: Sonncuourger Str. 20: Kaisergedurlstagsfeicr.— Balkan: Mapdelstr. 8: Ausspracheabend.— galtplatz 1: Sonncnbutflei Str. 20: Funklionärsitzuug.— KnUplag 11: Sonpenburger Str. 20: staisergedurtstagfeier.— Hohenschönhausen: Hauplstr. 44: Jtacl Marx und der Klassenkampf.— Seaeseiderpiatz: Äastainen, aflec«2: Warum bin ich ardeitslosl-— Weißenfee: Cafeler Str. 2: Die Frau im Dritten Reich.— Valtcapiatz: Tilsiter Str. 4— o: Wir üben zum fttelsabenb.— geanlfuetee Viertel: Frantfurter Allee»07: Aussprache mit jungen Partei- genossen.— Petersburger Viertel: Ebertnstr. 12: staifergeburt-lllgsfeier.— Straiauee Vieeiei: Besuch der Gruppe Baitenpiatz. Treffpunkt XOl-j Uhr vor dem Heim Soßlerstr. 61.— Warschauer Viertel i: Litauer Str. 18: Schallptatten. abend.— Barichauer Viertel Is: Litauer Str. 18: Gemeinschaftsabend mit den Aelteren.— Reichenberger Viertel: Der Heimabend fällt aus. Alle intee- essteeten Funktionäre tresfcn sich um 1011 Uhr Falkenecke.— Friedenau: Offen- dacher Str. äs: Per Zugenddeirat hat das Wort.— Schöneberg l RF.! Haupt- straße lä: Wir wander» sLichtditderl.— Schöncbeeg II: Hauptstr. 15: staifer. Eichkamp: Schule Lärchenweg: Wlc entsteht der Preis einer Ware?— Steglitz H: Flemmingstr. 14b; Soz. Erziehung.— Maricudorf: Dorfstr. 7; Sexuelle Er. zlehungsfragen.— Britz: Schule Parchimer Allee: Sozialismus in der Familie. — Reutoll» I: Lander. Ecke Hobrechtstraße: Wie betrachte ich geschichtilche Ereignisse?— Nentäll» lU: Zieihenstr. 58: Tagespolitik.— Ncnlolln IV: tianner Eck- Bähmische Straße: Proletarische Festgestaltung.— Reulolln VII: Z1ME.: Giftgas als ilampfunttel für den lammenden Frieg.— Renlölla Vlll: Rütii. straße(Schule): Kaifergehurtstaasfeier.— Neukölln IX: Mariendorfcr Weg l Schule): Marxismus.— Neukölln X: Bergstr. 29: Diskufsionsabeud mit den Falken.— Neukölln X„Rote Nämpser": Ganghoferstraße: Falkenabend um 10 Uhr.— Neukölln Xt: Flughafenstr. 68: Hcimatcnd mit den Roten Falken.— Rudow: Neuköllner Straße tochul-K Es wird lräftig gelacht. 10>p Uhr Beginn. — Vaumschutruwcg: Ernststr. 16: Arbeitsgemeinschait lÄlassenkampf), IfiV? Uhr. — Zohannlsthai: Rathaus: Ehe oder Kameradschaft.— Schineweide U: Berliner Straße 3>: Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.— Atlershoi: Bismarckstr. 1: Funktionärsitzung.— Bahnsboef: Eemeinschaftshaus: Arbeitsgemeinschaft: l Bas uns Karl Marx aus seinem Leben erzählt.— Falkeuberg: Gemeinschafts- Haus: Arbeilsgemeinschast: Karl Marx.— Köpenick 1: Grünauer Str. 5: Schall. plattenabend.— Köpenick II: Dahlwitzer Str. 15: Bilanzabend(Lichtbilder).— Fricdrichsf-lde: Sunterstr. 44: Reichstagssitzung.— Kaulsdorf! Adolfstr. 25: Frageabend. Lichtenberg MUte: Echornwederstr. 22: Zock London.— Ren, Lichtenberg: Sunterstr, 44: Kaifers Geburtstag.■«, Liihlenderg-Rard: Gunter. straße 44: Schallplgttenabend.— Lichtcnberg.Narbwest: Dossestr. 22: Jugend und Strafrecht— Mahlsdoef: Walderseestraße(Schule): Seite Aeißendera.— Hermsdoes: Roonstraße: Politisches Lachkabinett.— Lübars: Lichtbildervortrag. — Reinickendorf-Ost: Lindauer Straße: Kaiser, Geburtstag,— Reiuickendorff «est: S-idelftr. 1: Die Parteien in Deutschland, V. Tegel. Freie Schalle": Egidnstr, 0: Wir werbe ich?— Wittenau: Hauptstr. 13: Literarischer Abend.— Bnchbolz: Berliner Str. 10: Bunter Abend.— Karow: Frundsbergstr. 9: Baden bei Adolf Koch. Werbebezirk Wcdding: Besuch der Zille-Ausstellung, 19 llhr Rathau, Müllerftraße. Bcrbebe,irk Kreuzdcrg: Berbebezirksfunktionärsitzung im Heim Wassertor. straße 4, Thema: Unsere Werbebezirksarbeit. Gruppenleiter erscheinen schon U Stunb« vorher. WerbebeUr« Pankow: Berftandssstzung lgltz Uhr Pankam. Türkisches Zelt. Sonntag Treffpunkt zur Demonstration 12zz Uhr Binetaplatz. Die Gruppen- leitet laden dazu ein. Bcrbebezirk Tcltowkansl: Morgen, Sonnabend, Schulungskursu» in Steglitz, Albrechift. 41. 10 bi» 21 Uhr. Scebebezirk Peenzlauer Berg: Der Wochenendkurfus in Rübersbsrf fällt aus. Dafür Sonnabend, 18 Uhr, in der Baracke. Referent: Dr. Haase. Thema: Psvcholoaie in der Jugendarbeit. Berbcbezirl Besten: Die Delegiertenlonserenz am Sonntag beginnt wegen der Demonstration schon um 8 Uhr. Treffpunkte zur Demonstrakion am Sonntag: Werbebezirke Wedding. Pankow und Reinickendorf: 12)i Uhr Binetaplatz, Spitze Brunnenstraße.— Werbebezirk Prenzlauer Berg: 1ZV. Uhr Danziger Ecke Weißenburger Straße.— Berbebczirk Osten: 1204 Uhr ftüftriner Platz. Alle Ge. nassen und Fahnen müssen pünktlich zur Stelle sein.— Abend» Heimabend Litauer Str. 18: Unterhaltungsmusik.— Montag ab 20 Uhr Turnen Schule Friedenstraße, am Landsberger Platz.— Werbcbezirk Kreuzberg: lZ>a Uhr am Hohenstaufcuplatz.— Werbebezirt Reulöün: 12 Uhr Hertzbergplatz. Gewerkschafts-IuqenS Rerlin Heute, Freitag, 27. Januar, tagen die Gruppen: Feeiheit: Jugendheim Aassertorstr. I.„Wie verhalte ich mich vor Polizei und vor Gericht?"— Eharlottenbura: Sugendheiu: Epreestr. 30. Bunter Abend.— Rardring: Jugendheim Schule Sonnenburger Str. 20.„Operette der Mädels."— Hetz- mannplatz: Jugendheim Sonderstr. 11, Ecke Hobrechtstraße.„Wie verbriuae ich meine Freizeit?"— Frankfurter Allee: Jkigcndheim Litauer Str. 18.„Aktuelle gewerkschaftliche Tagesfragcn."— Zeppelinplatz: Jugendheim Turiner Ecke See. straße.„Warum soll sich der Jugendliche organisieren?"— Reinickenboes-Oft: Jugendheim Lindauer Straße(Baracken). Ein Lichtbilderoortrag über..Winter- landschaft und Winterspart".— Adlerehaf! Jugendheim Adlershof, Bismarck. friaße>.„Die Frau bei den Naturvölkern."— Hcrtzbergplatz: Jugendheim Trep- tower Str. 96.„Aus der Art geschlagen."— Flughafen: Jugendheim Schul« Mariendoxier Weg 00—70. �.Berlin lm Buch."— Prenzlauer Berg: Zugendbeim Sleimftr. 3Z.„Kirche, Religion, Freidenker." Wedding: Jugendheim Will, denowstr. S, 2 Tr. ,Der freiwillige Arbeitsdienst, die Arbeitsdienstpflicht vnd ähnliche Bestrebungen."— Schönhauser Tor: Jugendheim gehdenicker Str. 17. „Die Gewerkschaften in anderen Ländern: l. England."— Zugendgruppe be» Gesamtaerbanbe«: Großer Werbeabend im großen Saal des Berdandshaufes. Michaelkirchplatz 1, 4. Stock. Einlaß 10 Uhr Beginn 20 Uhr.— Siemenestabt: Jugendheim Lokal Frobel, Nonnendamm Ecke Röhrdamm. Liederabend. ©�iuaendaruppe des�entralverbandes ver AnaesteUten Heute, Freitag, finden folgend« Veranstaltungen statt: Britz: Gemein- fchaftshaus in der Hannemannftraße der Bau. und Epargenossenfchaft „Ideal". Taaespalitische Rundschau. Leiter: Bnnzel.— Südwest: Jugendheim ssiorckstr. 11(2. Hof, Onergebäude Aufgang II, Zimmer 4). Brettspielabend.— Die„Berliner Druckerri. und Berlageoesellschaft m. b. H." kommt von 20 bis 22 Uhr im Verbandshaus, Hedemannstr. 12, zusammen.— Die Photoqrupve tagt ab WZ Uhr im Jugendheim Frankfurter Allee 307, Ouergcböude II. Dunkel. kammer Nr. 2. vortrage, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14, Sebastianftr. 87—38, Hef 2 Zr. Rcnkölln.Britz(Ortsverein): Sonntag, 20, Januar, 8 Uhr, Antreten W Bahnhof Zieukölln. Kameraden, die aus wichtigen Gründen an der Borniittagsübvng nicht teilnehtnen können marschieren mit der SPD, zum Lustgarten. Anzug: Bundesklcidung, Tornister aber Sturmgepäck.— Neinicken» dorf-Oft: Freitag. 27. Januar. 10 Ubr, Antrete» zur Ortsvereins-Generalver» iommlung im Lokal Kiehne, Restdenzstr. 9. Gemeinsame Fahrt zum Bootshaus Tegel._ gither.Elub 1897 Neukölln.(Dirigent: Adolf Wollenschläger.) Jeden Freitag Uebungsstunde im Restaurant Meißner, Kaüer.Friedrich. Ecke Anzengruber. straße. Beginn 20z,!, Uhr. Zitherspieler und Gäste herzlich willkommen. Arbeiter-Radio-Bunb Deutschlands S. B. Vrtsgrupve Graß-Berlin. Ghar- lottenbura: Freitag, 3. Februar, 20 Uhr, bei Lehmann, Königoweg 8: Bau eine, erlgerütes.— Friedrichshain: Montag, 30, Januar. 20 Uhr, bei Wertolla, enloh-ssr, 3: Bastelabend,— Lichtenberg: Freitag, 3, Februar, 20 Ubr. liothek, Weichselstr. 28: Gruppenabend.— Neukölln: Freetag, 3. Februar, 20 Uhr, bei Klemt, Berliner Str. 100: Sämtliche Lautsprecherspsteme.— Prenz. lauer Berg: Dienstag, St. Januar, 20 Uhr, bei Klug, Danziger Str. 71: Gruppenabend.— Krenzberg.Tcmpekhaf: Freitag, 8. Februar, 20 Uhr, Nestau. rant Thiele, ffllrbringerstr. 0: Gruppenabend.— Gesundbrunnen: Freitag. 3, Februar, Kleines Gewerkschaftshaus, Stettiner Straße: Zahlabend und Basteln.— Spandau- Anschrift Oskar Linke, Eschenweg 10.— Köventck: Sisner. Kaiser-Aikhelm-Ltr. 8.— Wilmeraborf: Dienstag, 31. Januar, Alle Wilmers- darfer Klause, Berliner Straße: Gruppenabend.— Temvelhof.Lindenhof: Dien«. tag, 31. Januar, 20 Uhr, Evthstr. 48, Flur rechter Eingang: Gruppenabend. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 11 Ubr. Pappelallee 15, Bortraa des Herrn E. Wittbauer:„Die Bedeutung der Technik für die heutige Gefellfchaftswtssen. schalt". Typographisches Orchester. Dirigent: Erich Gutzeit. Uebungsstunden jeden Freitag, 20zß bis 22hi Uhr, im Zdeal-Kassno, Rtukäljn, Weichselstr. 8. Bläser und Streicher willkommen. Großbankabschluß Nummer eins Ueberraschende Dividendenerhöhung der Handelsgesellschaft Di« Berliner Handele gescllschail gibt diesmal a l s« r st e Grohbank ihre Bankbilanz bekann! und hat damit noch der Reichskrevitgesellschaft, die traditionell als erstes Unternehmen mit ibrer Bilanz herauskam, den Rang abgelaufen. Ist schon der Zeitpunkt der Bilairzveröisen:- lichung überraschend, so ist es das Ergebnis noch mehr. Im vergangenen Jahr hatten wir ge schrieben, daß die Berliner Handelsgesellschaft sich mit der Auszahlung einer vierprozentigen Divi dende„in glänzender Isolienmg" innerhalb der privaten Berliner Großbanken befände. Mit dem jetzt vorliegenden Abschluß für 1932 hat das In ftitut Karl Fürstenbergs sich von den übrigen Großbanken noch stärker distanziert als bei den 'Abichlüsien für das Kotostrophenjahr 1931. Während bei der Deutschen Bank Und Diskontogefell- ichaft, der Dresdner Bant sowie der Eommerz- nnd Privatbank an Dividende nicht zu denken ist, führt die Berliner Handelsgeselllchaft sogar«in Vividendenerhöhung von 4 aus 5 Pro,. durch. Die Dwidendenerhöhung ergibt sich aus einer Stelgerung des Reingewinns von 1,54 auf 2,99 Millionen, von dem für Millionen Mark Kapital zur Divioendenzahluns 1,4 Mill. M, beansprucht werden und der Rest von 699 999 M. auf neue Rechnumg vorgetragen wird. Allerdings weist die Gewinn- und Verlust- rechnung insofern gegen früher eine wichtige Aenderung auf, als zum erstenmal in den»er- floffenen 8 Iahren auf der Einnahmeseite Wert- papier- und Konsorttalgewinne mit I Million eingeletzt wurden, während diele in früheren Jahren als stille Reserven verbucht wur- den. Zugleich hat man auf der Ausgabenseite Ab- schreibungen und Rückstellungen von 2,0 auf 14 Mill. M. herabgesetzt, so daß sich durch dies« beiden Posten die Gewinnrechnung um 2 Millionen verbessert hat. Don den wichtigsten Einnahmeposten sind Ziu sen, Wechsel und Devisen von 6,7 aus 5.79 Mill, und Provisionen von 3,1 auf 2,7 Mill. M. gesunken. Verwaltungstosten einschließlich Tantiemen blieben mit 4,52 Mill. M, ziemlich stabU, während Steuern und Pensionsleistungen eine kleine Steigerung aufweisen. Die Umsähe sind mit 95 gegen 20.4 Milliarden um mehr als die Hälfte gesenkt. wahrend die Bilanzsumme van 368 auf 325 Mill geschrumpft ist. Nach dem starken Rückgang der fremden Gelder sK r« d i t o r e n>, die im vergangenen Jahr durch die Flucht der Auslandsgelder von 397 auf 292,8 Mill, M, gesunken waren, hat sich dieser Schrumpfungsprozeß tin letzten Jahre bei dem Unternehmen nur in gering- rem Maße bis auf 253,3 Mill. M. fortgesetzt. Die Akzeptoerpflichtungen, die im vergangenen Jahre von 25 auf über 36 Mill. M. gestiegen waren. konnten am 32.3 Mill. M. verringert werden. Auf der Aktivseite werden an Kassenbe stärken und Guthaben bei Notenbanken 7.7 gegen 8,7 Mill. M, an Schecks, Wechseln usw. 76,7 gegen 65,3 Mill. M. ausgewiesen, während sich der Be- stand an eigenen Guthal en bei Banken auf 32,7 gegen 41,4 Mill. M. stellt, Börfenkredite lRe- ports). die im vergangenen Jahr mit 4,22 Mill, Mark erschienen, werden diesmal aar nicht wiege- ipiefev. Für die Einengung des deutschen Außen- Handels bezeichnend ist der Rückgang der V v r- s ch Ü s s e für verschiffte Waren auf 69, l gegen 92,4 Mill. M. Schuldner in laufender Rechnung haben sich auf 119,5 gegen 123.7 Mill. M. oermindert. Die schon hohe Liquidität des Unter- nehmens, also die sofortige Greisbarkest der an gelegten Gelder, hat sich noch verbestert. keklsme mit ciei' Divitiencie? Zwei Momente kennzeichnen diesen Bankabschlußi einmal der frühe Rekordtermin des Abschlusses, der selbst die Rekordleistungen der Reichskredit A.-G. in den Schatten stellt, dann die yeraufsetzung der Dividende, die sicher in Groß bankkreisen mit viel Mißbehagen betrachtet wird, Wie wir hören, hat die Berliner Handelsgesell. ichaft Ueber stunden arbeiten lassen, um den frühen Termin sicherzustellen: es wird auch die Möglichkeit offen gelassen, daß man nach ameriko nischem Muster statt des 31, Dezember einen etwas früheren Abschlußtag genommen hat. Es macht immer einen guten Eindruck, wen» früh berichtet wird; das sieht so aus, als ob man sich über Verluste nicht den Kopf zu zer- brechen brauchte. Das kann sein, denn die Handelsgesellschaft hat wenig Neugeschäit und fast nur große Kundschaft, muß aber nicht sein. Immerhin man hat eine kostenlose Reklame vor meg. Zur Terminreklame paßt die Dividenden- r e k l a m e. Mindestens sehr kühn mutet die Erhöhung auf 5 Proz. an. Aber es ist wieder eine gute Kalkulation, unmittelbar nach der Gründung von Bankstützungsinstituten zu demon- strieren: ich bin in diesen Bankensanierungsv«''- einen zwar drin, aber nicht beteiligt, wie mein« erhöhte Dividende beweist. Das erhöht das Ansehen sehr und Ansehen Ist all«? bei den Banken. Kreise Teltow hätte flch die Zahl der Wasser« anschlüsse in kurzer Zeit von 69 999 aus 75 099 erhöht, und dementsprechend sei der Wasserabsatz gestiegen. Zu wiederholen tsl immer wieder: Die Betriebe, die die Bevölkerung mit Wasser. Gas und Elektrizität versorgen, geboren in die ö s s e n t l> ch e Hand, da sie von Natur Monopol- betriebe sind. Die Ueberschüsie dunen nicht als Dividenden an die Kapitalisten, sie müssen zur Verringerung der Steuerlasten an die Allgemein- beit fliehen. Grängesberx- Verluste Der größte Eisenerzkonzern berichtet Der Gröngesberg-Konzern. der größte Eisenerzkonzern Europas, hat in den letzten Jahren hauptsächlich von den umfangreichen Lieferungen an die Konzerne des rheinisch-west- iälischen Industriegebiets gelebt Da die mit den deutschen Hütten abgeschlossenen Liefe» rungsverträgc die Möglichkeit einer Krise über- Haupt nicht voraussahen, so kam der verringert« Erzbedors der deutschen Konzerne in den schwedischen Erzlieferungen überhaupt nicht zum Aus- druck, und nur zögernd haben die Schweden Per- ringerungen der zu liefernden Mengen zugestanden. Insgesamt sind aber heute die gewährten Lieser ungsnachlässe außerordentlich tun- sangreich geworden. Der weitaus größte Teil der schwedischen Eisen- erziörderung liegt bei der lappländischen Gesellschaft Luossaoaoro-Kiiruna- v a a r o, die teils vom Grängesberg-Konzern, teils vom schwedischen Staat kontrolliert wird Im Geschäftsjahr 1931 32 beliesen sich die Erz- lieferungen, die w der Hauptsache nach Deutsch- laud gingen, nur noch auf 1,6 Millionen Tonnen gegenüber 3.7 Millionen 1939 31 und 7,4 Mit- lionen 1929/39, Dementsprechend fleht denn auch die Entwicklung des Reingewinns aus: Er betrug vor zwei Jahren knapp 19 Millionen Kronen, vor einem Jahr nur noch 4 Millionen, während w dem am 39, September 1932 abgelaufenen Ge- schäftsjahr ein Verlust von nicht weniger als 16 8 Millionen Kronen verzeichnet wird. Die mit den deutschen Konzernen ab- geschlosienen Lieserungsverträge, die noch 19 Jahre laufen, sind im übrigen bisher durch die Ler- Handlungen der letzten Zell noch nicht grund- legend abgeändert worden, vielmehr haben die Schweden die Lieferungen, zu deren Ab- nähme die deutschen Partner verpflichtet sind. nur aufgeschoben. Ein neuer Hapsg-Cbef In der Hapag wurde für den verstorbenen C u n o ein neuer Generaldirektor gewählt. Der neue Chef ist Marius Böger, heute 62 Jahr« alt, Reedereifachmann mit großen Erfahrungen und viel Ellenbogenkraft, der ab 191 l als Letter der deutsch-australischen Dampsschiffahrtsgesellschaft hervortrat, dann seine Gesellschaft mit den Kosmos- und Stinnes-Linien verband, bei deren Fusion mit der Hapag in diese eintrat und als Leiter der Frachtabteilung praktisch das entscheidende Wort führte, d. K. Enno für die Repräsentation freimachte Die l�eicbsbabnauftrage Aus der am 23. und 24. Januar abgehaltenen Tagung des Verwoltungsrats der Deutsche« Reichsbahn wurde das finanziell« Gesamt- ergebnis für 1932 vorgelegt Mit rund 2,89 Milliarden Mark bleiben die Einnahmen um 25 Proz. hinter 1931 und um rund 46 Pro;, hinter dem letzten Konjunkturjahr 1929 zurück, Ueber die Einsparungen an Ausgaben durch mehrfachen Lohnabbau sowie Materialverbilligung wurden keine Angaben gemacht. Für Arbeitsbeschafsuiigszwecke Hai die Reichs- bahn vom Oktober bis Dezember 1932 bereits Aufträge in einein Umiang von 146 Millionen Mark oergeben, während die restlichen 134 Mll- lionen Mark den Reichsbahndirektionen voll zu- geteilt worden sind. Ihre Auftragserteilung ist in vollem Gange. Die Außenarbeilen werden. es die Witterung zuläßt, wieder einsetzen Außer- dem hat die Reichsbahn bei Dr. Gereke Arbeits- Projekte im Rahmen des Sofortprogramms in Höh« von 159 Millionen Mar? eingereicht. Oesterreichs Handei:bllanz im Jahre 1932. Im Jähre 1932 betrug der Wert der Einfuhr noch Oesterreich 1492 3 gegenüber 2219 Millionen Schil- iing im Jahre 1931. Der Wert der Au-fuhr be- lies sich aus 783 8 gegenüber 13?6,8 Millionen im Vorjahre. Der Einfuhrüberschuß ist somit gegen 1931 von 883,3 aus 6184 Millionen gesunken Bankrott der Stützung Da# Konjunkturin#titul gegen Junker und Herrn von Braun An der junkerlich en Agrarpolitik Deutschlands geht möglicherweise die deutsche Wirtschaft noch zugrunde. Der krasse Egoismus der Junker der sich nicht im geringsten um gesamtwirtschaftliche Notwendigkeiten küm wert, ist jetzt bei der O st h i l s e deutlich enthüllt worden. Zur rechten Zeit weist das Konjunktur- mstitut jetzt darauf hin. daß auch die Getreide- ft ü tz u n g s p o l i t> k, der zwei!« große Nagel zum Sarg der deutschen Wirtschaft, Bankrott- Politik ist Das Institut führt zur Entwicklung der Getreibe- markte aus, daß die Gelreidepreise 1932 absolut zwar niedrioer lagen als im Vorfahr sich relativ aber, nämlich im Verhältnis zum Großbandclsinder und besonders zum Gefamiinder der Aqrarerzeugnisie dauernd gebelfert hoben. Die Folge sei die starke Ausdehnung der Anbauflächen gewesen mit der ihr foiaenden Rekordernte des Jahres 1932 unter Beieiti- gung iedes Einkuhrbedarfs. Mit dieser Entwickluno habe das Problem der preirstühung zwangrläusig ein neues Gesicht erhalten. Solange ein nennenswerter Zuschuß- bedarf an Getreide bestand, konnte durch Zölle. Monopole, Dermahlunasvorschristen usw. der In- landsvreis gestützt werden. Mit dem Augenblick, da nichts mehr eingeführt zu werden braucht, ja sogar Ileberschüsse entstehen, verloren diese Mittel ganz erheblich an Schlagkraft. Die Preisstützung sei damit in ein kritisches Stadium getreten und die Börse habe die neue Lage sofort erkannt und in Rechnung gestellt, denn die Preise seien fast aut den Tiefstand der Jahre 1924 und 1925 gesunken. Nach den Ersahrungen im Ausland habe nun aber gerade die Methode der M a g a z-i n i e r u n g die jetzt wieder in Deutsch- land oerfolgt wird, den Preisstützungszweck vollkommen verfehlt. Bei dem vorliegenden Ueber- angebot verliere der Preis seine Eigenschaft als Regulator-zwischen Angebot und Nachfrage und die Produzenten seien, wenn das Getreide am Jahre hinaus emgesverrt werde nicht mehr ge- zwunqen ihre Produktion dem Bedarf anzupasien Das beste Beisviel sei das der Vereinigten S t a a» e n i Trotz der gewaltigen Mittel, die das Federal Farm Board einoesetzt Hobe, sei es nichi gelungen, die Getrcidepreise wirksam zu stützen, In Deutschland sei ba? Problem durchaus dos gleich«: „Eine Stützung der Preise durch Magazlnie- rung wäre nach allem nur gerechlferligt, wenn entweder im nächsten Zahre sicher mit einer schlechten Ernte und so mll neuem Zuschußbeda rs aus dem Ausland zu rechnen wäre, oder ivenn es gälte, die Inlandspreise für einiae Tahre zur lleberbrückung der Ivelttnarktbaiiie hochzuhalten." Gerade aus dem Weltmarkt aber würden wegen der Senkung der Produktionskosten in den überseeischen Getreideländern nicht nur vorüber- gehend, sondern auch aus die Dauer die Getreidevreise niedriger sein, als sie noch vor drei oder fünf Jahren waren. Infolge- besten wird auch in Deutichland b>e Senkung der Vroduktionskosien zum entscheidenden Problem des Getreidebaues. Damit ist der gegenwärtigen Agrarpolitik das Todesurteil gesprochen. Wir geben uns keinen Illusionen hin: Eine von den, Junkern be- einslußie Regierung wird trotz hundertfacher Nach- weise für die Falschheit der jetzigen Agrarvolitik von ihren Fehlern nicht abstehen. Denn Getreide- Politik ist in Deutschland nur ein Teil der Osthilfe- Politik, die Osthilfenolitik ist Pesitzerhaltungspolttik, Besigerhaltungsvolitik aber fragt nicht danach, ob das, was dem Eigentümer der Güter gut tut. die Volkswirtschaft und den Bauern ruiniert. Aber es ist notwendig festzustellen: Getreidestützungspolitik mit der notwendigen Folge des Bauern- ruins ist Bankrortpolitik. Dieser Bankrott- Politik muß ein Ende gemacht werden; das wird nur gegen die Junker gehen, und wie bei der Hartstirnigkeit der Junker die Dinge nun einmal liegen, nur durch Enteignung und Entmachtung der Junter, Eingestanciene Pleite Die Butterbeimischung wird revidiert In der Bürokratie des Reichsernährungsministe- rcums mahlen die Mühlen Gottes besonders langsam; denn diese hartgesottenen Herren, die mm einmal an der Macht sind, stellen sich auch gegen die laoidarsten Erkenntnille des gesunden Menschenverstandes taub. Aber diese Mühlen mahlen doch sicher. Man hört jetzt, obwohl noch vor wenigen Tagen der Reichsernährungsminister von Braun die Butterbeimischungspläne verteidigt hat. daß die Pläne revidiert werden sollen, weil sich die Mehrheit des Kabinetts der Unstnmgkeit der bisherigen Konzeptionen nicht entziehen konnte. Das Datum steht noch nicht fest, wann sich das Kabinett mit der Revision der Beimischungspläne beschäftigen wird; fest steht aber der Bankrott, de» Herr von Braun mit seinen Plänen gemocht hat Herme# regiert allein Im Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen G e n o s s e n sch a f- t e n wurden Präsidialwahlen durchgeführt. Der eine der bisherigen Präsidenten. Geheimrat Hohenegg, München, hat auf eine Wiederwahl verzichtet. Sein bisheriger Kollege, Reichsminister o. D. Dr. Hermes, wurde zum alleinigen Präsidenten gewählt, Weitere Bankabschlüsse Die B a p e r i s ch e Notenbank(reine Staatsbank) hat in ihrer Bilanzsitzung beschlossen, für 1932 wieder eine Dividende von 19 Proz, vorzuschlagen. Die August-Thyssen-Bank A.-G.. Per- ltn, will aus das Aktienkapital von 16 Millionen Mark eine Dividende von 4 Proz. wie im Vor- jabr verteilen. Siecilung als Geschäft Die Generalversammlung der Charlottenburger Wasserwerke Da die Charlottenburger Wasser und Jndustriewerke A,-G. in diesem Jahre wieder 5 Pro.z. Dividende aui das 69-Mill.-Mart- Kapital zur Verteilung bringt, verlief die General- Versammlung ruhiger, als man nach den Bor- iällen des Borjahres erwarten konnte, Das Bankhaus I. Goldschm-dt u. Co,, Großaktionär und früher zugleich einzige Bank- Verbindung der Charlottenburger Wasser, ist bis heute ittcht in der Lage, der Gesellschaft ihr Mii- lionenguihaben zurückzuzahlen. Die Charlottenburger Wasserwerke haben 3 Mill, Mark aus ihre Forderungen zurückgestellt. Der Rückkauf von 3 Mill. Mark eigener Aktien, wodurch ein Teil der Forderungen abgedeckt werden sollte, ist von Goldschmidt angefochten worden. Hier liegt die Entscheidung bei den Gerichlen Ueber die Geichastsentwicklung lund die weiteren Dividendenaussichten) wurde„Günstiges" mit geteilt insofern, als die Stadtrandsiedlung «in gutes Geschäft zu werden verspricht. Im /Kauft Hellmittel nur In der Apotheke— Ihr seid es Eurer Gesundheit schuldig I Frankreichs Finanzregelung Parlamentsdebatte eröffnet, aber noch keine klare Mehrheit Vor der Entscheidung Fritz, Fritz, die Brücke kommt! 3n Paris hat gestern endlich nach langwierigen Ausschuhberalungen die F i n a n i d e d a t l e im Plenum begonnen. Sie wurde mit einer Rede des Zinanzministers C h e r o n eröffnet, dem der frühere Ainanzminifter Z l o n d i n im Ramcn der Rechtsoppofitivn unter lebhafter Unruhe erwiderte. Die innerpolitische Lage ist noch unklar, da Mischen der Regierungsvorlage und den Forde- rungen der Linksmehrheit noch gewisse Gegensätze bestehen. Eine Delegation der Linksparteien, der u. a. Läon Blum angehörte verhandelte mehr- fach im Laufe des Tages mit P a u I B o n c o u r. ohne daß es zu einer Uebereinst'mmung kam. Aber man glaubt, daß eine Ueberwindung der Gegen- sätze nunmehr möglich sein wird und eine Regie- rungskrise vermieden werden kann. Offenlegung öerGteueflisten! Vorn Finanzausschuß beschlossen Die Finanzkommifsion der Kammer hat mit 14 gegen ö Stimmen beschlossen. in allen Gemeinden Frankreichs die Listen der der Einkommensteuer unterliegenden Personen öffentlich anzuschlagen. Die Kam- Mission hofft mit dieser Maßnahme eine Verringerung der Steuerhinterziehung zu erreichen. Die in der Regierungsvorlage vorgesehene Herabsetzung der Beamtengehälter hat die Kommission abgelehnt und beschlossen. die betreffenden Artikel durch das erste Kapitel des sozialistischen Gegenentwurfes zu ersetzen, der eine Verminderung der Verwal- tungsau-gaben durch Abschaffung unnützer Posten und durch eine grundlegende Verwaltungsreform herbeiführen will. Auch die Herabsetzung der Kriegspensionen wurde abgelehnt. Die Kommission sprach sich jedoch dafür aus, daß eine aus Senatoren, Abgeordneten und Kriegsteil- nehmern gebildete Kommission innerhalb von drei Monaten eine Revision der Pensionssätze aus- arbeiten soll. Proteststreik der Börse! Die in Börsen- und Finanzkreisen als„m a r x i- st i s ch" verschrienen Beschlüsse der Finanzkom- Mission, über die Sanierung der Staatsfinanzen sührte zu einem Streik an der Börse. Die Angestellten sämtlicher Pariser Börsen- Makler verhinderten die Notierung der Kurse, um damit besonders gegen die von der Finanz- kommission beschlossene Umwandlung der In- Haberaktien in Namensaktien zu protestieren, die nach ihrer Ansicht eine V e r r i n g e p u n g b| s B ö es e n g e s chä'f/s UM damit/ Perfonalent- lassungen nach.sich ziehen würdel Nur fijr etwa 30 Papiere konnten von den Pankiers selbst Kurse festgesetzt werden. Die Umsätze waren minimal. sjinanzminister C h ö r o n erklärte zu dem Streik:„Die Streikbewegung an der Pariser Börse ist vollkommen unentschuldbar. Alle gegen die Unabhängigkeit der Parlaments- bergtungen organisierten Kundgebungen sind in einem demokratischen Regime unzulässig. Ich habe sofort nach dem Bekanntwerden des Streiks den Vorsitzenden des Makleroerbandes aufgefordert. seine ganze moralische Autorität einzusetzen, um der Bewegung ein Ende zu machen. Wir werden im übrigen die Anführer des Streiks festzustellen suchen und nötigenfalls Sanktionen gegen sie verhängen." Gegen die Buttermixer! Hilferding enthüllt den Junkerkurs Gestern führte der Haushaltsausschuß des Reichstags im Rahmen einer allgemeinen Debatte die Erörterung über den B u t t e r b e i- Mischungszwang zur Margarine zu Ende. f Der Abg. Hugoous5 M., mithin um rund 40 Proz' Dazu kommt noch eine Reihe anderer Per- schlechterungsanträge. So soll in Zukunft die Ar- beit an Sonntagen und die Pferdepflege geringer als bisher entlohnt werden, das Spefenge'd für Bahnfahrten bei Fernumzügen sowie'er Zu- schlag für Ferntransporte mit Möbelautos um die Hälfte gekürzt werden. Die Sonderzulage für Transport« von Geldschränken, Klavieren Flü- geln usw. sollen gänzlich fortfallen Im Manteltarisvertrag verlangen die Möbel- spediteure die Kürzung der Bezahlung in Krank- heitsfällen aus ein Drittel der jetzigen höhe Wie ein versrühter Aprilscherz mutete die Unternehmer- forderung zur Ferienirage an:„Jeder Arbeitneh- mer hat unter Fortfall des Lohnes An- spruch auf Urlaub." Wenn die Berliner Möbelspediteure auch wehr- scheinlich selbst nicht daran glauben, daß der Schlichtungsausschuß ihr« provokatorischen Forde- rungen ernst nehmen wird, so hassen sie wahr- scheinlich, bei recht hochgespannten Forderungen einen für st« günstigen Schiedsspruch herauszu- schinden. Die Möbelspediteure werden gut daran tun. in ihre Rechmmg nicht nur den Schlichtungsausschuß einzustellen, sondern auch den Abwehrwillen der ivdöbeltransportarbeiter. den sie erst vor wenigen Monaten sehr deutlich zu spüren bekommen haben. Mit den Ziehleuten ist jedenfalls über bi.-fe un- verschämten Forderungen nicht zu reden. Die Reichsregierung hat noch immer keine Eni- scheidung über die Neugestaltung der Arbeitslosen- betreuung getroffen. Ihr Zögern ist mcht recht verständlich und noch weniger die Zurückhaltung des Reichsarbeitsministeriums; denn die große Linie der Reform ist doch bereits klar genug vor- gezeichnet. Im Sozialen Ausschuß des Reichstages hat man sich für A u f r e ch t e r h a l t u n g des Charakters einer selbständigen Arbeitslosen- Versicherung und einer organischen Verbin- dung' der Arbeitslosenhilfe mit der Reichs- a n st a l t und ihren Organen ausgesprochen. Da- mit müßten doch eigentlich die Pläne, die auf eine Beseitigung der Versicherung und auf die Schassung einer reinen Fürsorge unter kommu- naler Obhut hinauslausen, erledigt sein. Aber der General von Schleicher, der sich für überaus klug hält und heikle Fragen dadurch zu lösen glaubt, daß er die Vertreter gegensätzlicher Auffassungen in ein.Lonklav" sperrt, hat auch die Frage der Betreuung der Arbeitslosen dem Reichsarbeitsminister und dem Reichskommissar für die preußischen Finanzen gemeinsam anver- traut. Dieser, der frühere Staatssekretär im Reichssinanzmimsterium Professor P 0 p i tz, ist das Gegenteil eines Anhängers der Sozialoersiche- rung und der Selbstverwaltung. Außerdem ist er alles andere als«in Fachmann in Fragen der Arbellslosenbetreuung Der Reichsarbeitsminister dagegen ist von allen Regierungspolitikern der Noch immerLohnabdau! Am Dienstagabend ist nach längerer Berhand- wng vor dem Schlichtungsausschuß sür das Hamburger Goftwirtsgewerbe ein Schiedsspruch gefällt worden, zu dem sich die Parteien bis zum Sonnader.!) mittag erklären sollen. Nach dem Spruch soll ein genereller Lohnabbau von 6!� Proz. durchgeführt werden, und zwar in gleicher Weise für Lohn- und Prozentempsänger. Die bisher noch strittigen Punkte des Rahmen- tarifs bleiben vorläufig unverändert. In den Hamburger Hotels wird in Zukunft statt eines Dedienungszujchlags von 20 nur noch 15 Proz. genommen. *• Es ist geratdezu erstaunlich, daß ausgerechnet in einem Gewerbe, das direkt von der Kaufkraft der Massen abhängt, auch heute noch mit Hilfe des Lohnabbaus eine„Ankurbelung" oersucht wird. Wie lange noch? Zv-Etunden-Woche? Dem amerikanischen Senat liegt ein Antrag vor auf gesetzliche Einführung der 30-Stunden- Woche in jenen Industrien, deren Erzeugnisse über die Grenzen eines ein- zelnen Bundesstaates hinaus zum Verkauf ge- langen. Der Vorsitzende des amerikanischen Gemerk- schaftsblindes W. Green erklärte auf eine Rund- frage des Senats, die organisierten Arbeiter Amerikas würden, wenn nötig, die Durchführung der 30-Stunden-Woche mit Streik er- zwingen. einzige, der gerade auf diesem Gebiete Spezialist ist und der auch in seinem Gutachten vom 27. Oktober gezeigt hat, daß er sich des Weges bewußt ist, der gegangen werden muß. Aber daß er die Energie des Reichskonmiissars Popitz be- sitzt, wird wohl niemand behaupten. Nun zieht also Herr Popitz hü, Herr Syrup Hot. Inzwischen wächst im Lande die Not, wächst die Erbitterung und mit ihnen die E; p l 0 s i 0 n s- g e f a h r. Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstags hat Beschlüsse gefaßt, und das Plenum — wenn es dazu kommt— wird diesen Be- schlüssen zweifellos beitreten. Gegenüber dieser konsequenten Haltung des„versagenden Parla- mcntarismus" macht die.autoritäte Staatsfüh- rung" der Präsidialregierung nicht gerade eine besonders gute Figur. Aber schließlich wird auch die Regierung Schleicher, wen,, sie nicht das Opfer jeder kleinen Intrigaiüengruppe werden will, zeigen, daß sie auch etwas zu l e i st e n im- stand« ist. Und sie hat es ja so leicht! Der Reichsarbeits- minister braucht sich nur inspirieren lassen von seinem eigenen Gutachten, den Beschlüssen des Sozialpolitischen Ausschusses und den Forderun- gen der Gewerkschaften, die, wenn auch mit Ab- weichungen, alle aus der gleichen Linie liegen. Hierzu 2 Beilage« Anö die Arbeitslosen? Das neue„Konklave" des Herrn von Schleicher Der.Vorwärts- ertdjctnt woch?ntag!ich zweimal. Sonntags und Montags einmal Illustrierte Sonntagsbeilage Volk und Zeit" i Bezugspretie: Wöchentlich 75 Pi., monatlich 3L5 M(davon 87 Pt monatlich iül Zustellung tns Haus) im voraus zablbar. Postbezug 3.97 M einschließlich 69 Pi Postzeitung, und 72 Pf. Postbestellqebühren. Äuslandsobonncment d.i» M pro Monat; für Ländei mit ermäßigtem Drucksachenporto«65. M. Pei A stall der Liefe, ung wegen höherer Gewalt bestebt krin)lnsvrutb der Abonnenten auf Erfaß � Anzeige n p r e i s e: Die e i n i v u l t i g o Millimeterzeile 3«' Pf Reklumezeile 1..V) M..Kleine Anzeigen" dus fettgedruckte Wort 29 Pt jedes werter« Wort IN Pf Rabatt laut Tarif Worte über 15 Bnchstab'-n zählen kür zwei Worte Arbeitsmarkt Miüimeterzeile 25 Pf. Zamilrenanzeigen Millimeterzeile 16 Pf Anzergenannuhme tm Sauptgejchä'l Lindenstr 3. wocheutäalich von 8� bis 17 Uhr Der Verlag behält ftch das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor./ Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Dirt lchaft: G Klingelhöjer; Gewerkschaftsbewegung- I. Steinet; FeuilU ton: Herbert Lcv'te: Lotales und Sonstiges: F'riH Karstadt: Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin. I Verlag: Dorwarts.Berlag G. m d. H.. Berlin. Druck: Vorwärts. Buchdruckerei und Verlagsanstall Paul Singer u. Co. Berlin ST 68 Lindenstr. 3. WERTHEIM Billige Lebensmittel ® Soweit Vorrat Zusendung von 5M an. Lelcbt verderbliche Artikel werden nicht zugesandt Ochsen- m a Suppenfleisch PL Kalbskeule ohne Haxe, Pfd. Pt Schweine- Schinken ohnetzetn 66 pi. Schollen � /Z und Dorsch, Pfund|"H1 PI. Grüne Heringe � O 3 Pfund PI. Frisches Fleisch Kalbsnierenbraten Pfd. U.4S Kalbsroulade...... Pfd. 0.68 Kalbskotelett..... Pfd. 0.78 OchsenschrnorOeiscb.. 0.88 Ochsenronlade....Pfd. 0.84 Lammrücken...... Pfd. 0.78 LammheuleotneBl«. Pfd 0.88 Scbweinekotelett..Pfd. 0.78 Gehacktes........ Pfd. 0.43 Wurstwaren Blnt-,Leber.u.Sülzwarst 0.56 Damptwurst..... Pfd. 0.68 Landleber- n. Jagdwurst 0.78 Metlw.(Br. Art) Pfd. 0.80 0.9J Feine Leberwurst..0.96 1.08 Zervelat n. Salami 1.05 1.15 Speck fe zögernd er„her- ein" gerufen haben wird. Doch wie groß war sein Erstaunen, als statt des gefürchteten, häß- lichen, grauen Mannes ein wunderschöner Iüng- ling eintrat. Er hatte einen blauen, weiten Mantel umgehängt und trug halbversteckt unterm Arm eine Geige Zuerst glaubte Mozart das Gesicht seines Gastes noch nie erblickt zu haben; aber je länger er es betrachtete, desto bekannter,' desto lieber wurde es ihm. Nachdem der Gast sich ans Bett des Meisters gesetzt hatte, begann dieler davon zu erzählen, was für eine seltsame Arbeit er vorhabe „Wie sah denn der Mann aus?" fragte der Fremde. „Ach Gott, zum Erlchrecken, er war ganz lang und dünn und trug einen grauen Mantel. Er sprach mit so Hobler Stimme: ich meinte, es ist der Tod selbst gewesen, der kam, um mich zu mabnen." „Nun, darauf könnt ihr euch verlasten. Meister, das war nicht der Tod. Ich kann euch aber sagen, wer es war." „Das sollte mich wundern, es erkannte ihn dock keiner hier" „Es war niemund anders als ein Bote des Grafen Walsegg Der Graf, dieser Musiknarr, versteht nich» eben viel vom Komvoaieren. Nun will er die Leute glauben macken. daß er selbst aus den Tod seiner Jrau ein Requiem verserttgt. und zu diesem Zweck kault er es sich von euch. Damit aber keiner den Betrug merkt, verkleidet er seinen Boten und tut so gebeimnisooll. denn es darf ja niemand erfobren. wer dahinter steckt." „So, so, dann brauche ich mir ja gar keine Sorgen deswegen zu machen", sagte Mozart und lächelte.„Aber eine Bitte, lieber Freund, er- füllt mir: ich habe eins der Themen aus der Messe zu einem Violinkonzert oerwenden wollen, es find schon Teile davon fertig, nur fehlt noch das Finale, und dazu wollte ich besagtes Thema. Seht doch einmal nach, ob die Notizen hier schon genügen." Der Gast holte die Geige hervor und spielte nach den vorhandenen Bleistiftnotizen das Finale. Der Meister war so hingerisien von dem schönen Spiel des Fremden, daß er sich der Tränen kaum erwehren konnte.„Was ich so ganz besonders an eurem Spiel finde, ist die große Kunst, Ueber- gange zu finden, die nicht zwischen meinen No- tizen' stehn Roch nie hat ein Mensch meine Musik so wiedergegeben, wie ich sie mit meinem inneren Ohr hörte: aber ihr habt dies soeben getan, und noch mehr als das, ihr spieltet schon etwas, was noch gar nicht dastand." Als der Fremde sich nach einiger Zeit anschickte fortzugehen, bat ihn Mozart:.Lieber Freund, kommt morgen wieder." Der Fremde versprach's und ging. * Während der Nacht und des folgenden Tages dachte Mozart fortwährend an das, was ihm der Fremde aus den Notizen vorgespiell hatte. Cr freute sich über die geschickte Abwandlung des Themas aus dem Requiem. Wie schön kam es hier im Finale des Violinkonzerts zur Geltung. Er summte es immer wieder vor sich hin. Seine Frau war sehr in Sorge und meinte, er phanta- siere von dem Requiem. Sie ließ den Arzt rufen, der ebenfalls sehr bestürzt schien. Gegen Abend dieses Tages kam seine Schwägerin Sophie zu Besuch. Sie blieb eine ganze Zeitlang bei ihm im Zimmer: und auch der Arzt kam. Eine leichte Unterhaltung flog hin und her. Aber dann, während des Gesprächs, schlief der Meister plötzlich ein. Als er nach einiger Zeit erwachte, fand er sich mit dem Arzt allein im Zimmer. Der saß an einem kleinen Tisch und schlief fest: vor ihm stand eine hohe Kerze, die das Zimmer eigenartig erhellte. Da klopfte es, und«he der Meister noch„herein" rufen konnte, stand der Freund bereits mitten im Zimmer. „Hattet ihr keinen anderen Besucher als diesen dort?" fragte er und wies mit dem Geigenbogen nach dem Arzt, der jetzt leicht zu schnarchen be- gann. „O doch", antwortete Mozart,„drinnen bei meiner Frau sitzt die Sophie, sie kam eigens zu mir; aber ich unhöflicher Mensch konnte mich der Müdigkeit nicht erwehren und schlief ein, während sie im Zimmer war. Weißt du", fuhr er fort, „zu Beginn meiner Krankheit kamen die Freunde oft, aber nach und nach wurden die Besuche immer seltener, und in den letzten Tagen war gar keiner mehr hier." Der Freund sah lächelnd zu dem schlafenden Arzt hinüber, dann drehte er ihn samt seinem Stuhl um. so daß Mozart nur noch eine breite Stuhllehne sah.„So. der kann uns nicht mehr stören", sagte er und setzte sich auf Mozarts Bett. „Bevor du kamst, habe ich mich so gefürchtet". sagte Mozart leise.„Ich bekam so große Schmer- zen: da muhte ich daran denken, daß es das beste wäre, ich könnte sterben: aber dann mußte ich an Frau und Kinder denken, und an das Requiem, dessen Aufführung ich doch so gern hören wollte." „Eure Frau und eure Kinder, lieber Meister, werden ihr Auskommen schon finden." „Ich will's dir nur gestehen, wie ich da so allein gelegen Hab' und ans Sterben dachte, überkam mich plötzlich die Angst davor, aber jetzt, wo du bei mir bist, ist sie gänzlich verschwunden. Du bist mein bester Freund, verlaß mich jetzt nicht, nur jetzt nicht, bis alles vorbei ist", bat Mozart. Der Freund nickte und lächelte. „Ach, gib mir noch die Partitur, daß ich die Musik wenigstens sehe, wo ich sie schon nicht mehr hören soll." Aus seiner Bettdecke liegt die Partitur, aber Mozart sieht sie nicht. Der wunderbare Freund hat die Geige ergriffen und' spielt den ersten Satz des Violinkonzerts. Da ist es plötzlich, als teile sich die Zimmerdecke und das Dach. Mozart sieht binein in den Himmel, und nun ertönt auch von dort Musik:' er sieht und hört die Engel musi- zieren. Sie führen sein Requiem aus In ihrer Mitte steht der Freund im blauen Mantel und geigt, und das alles zusammen klingt so schön, daß Mozart gar nicht weiß, wie ihm geschieht. Es ist chm, als würde er sacht emporgetragcn. Immer wunderbarer wird die Musik und immer leiser. Immer undeutlicher werden die Gestalten der Engel, er sieht nur noch den Freund, der steht und spielt das Finale. Sein blauer Mantel leuchtet so schön, daß Mozart ganz geblendet die Augen schließt, um sie nie mehr zu öslnen. Als Frau Konstanze wieder ins Zimmer trat, fand sie ihren Mann tot. Er war von ihr ge- gangen ohne ihren Beistand. Sie war ganz un- glücklich und weinte sehr. * Der Tag des Begräbnisses kam. Es war um 10 Uhr vormittags noch ganz dunkel, und der Regen strömte unablässig vom Himmel Das Wetter war schrecklich. Da Mozart nur ein Armenbegräbnis erhielt, könnte es nicht hinaus- geschoben werden. Schon unter der Haustür ließ sich Frau Kon- stanze bereden, dem Sarg nicht zu folgen, da doch das Wetter zu schlecht wäre. Sie blieb auch ganz gern daheim. Die Freunde kehrten auf halbem Wege in einem Wirtshaus ein. Als der Kutscher dies sah, fuhr er nur ein Stückchen weiter bis zur nächsten Weg- biegung, wo man den Wagen von der Stadt aus nicht mehr sehen konnte. Dort spannte er das Pferd aus und trieb es in die Ausspannung des Wirtshauses, in welchem die Freunde eingekehrt waren. Er selbst aber letzte sich in die Küche, weil er fürchtete, in der Gaststube würden ihn die Freunde Mozarts wiedererkennen und ihm an- befehlen, sofort mit dem Wagen zum Friedhof zu fahren. Das wollte er nicht gerade, denn das Wetter war schlecht, die Küche war aber ganz gemütlich und vielleicht wärmer als die Gaststube. So stand der Wagen mit dem Sarge Mozarts ganz allein im strömenden Regen Das sah der Tod, jener schöne Jüngling im blauen Mantel. Er trat alsbald an den Wogen, hob den Leichnam Mozarts aus dem Sarg und hüllte ihn in seinen Mantel: dann verschloß er den Sarg wieder und slog davon. Man hat dann am nächsten Morgen in aller Stille einen leeren Sarg beerdigt. Viele Jahre später, als man den großen Mozart gebührend ehren und ihm einen Platz mit einem Denkmal herrichten wollte, suchte man seine Ge- deine. Da man sie aber nicht fand und sich das nicht erklären konnte, nahm man, was man fand; denn man wollte sich doch nicht so bloßstellen. In Wirklichkeit aber weiß bis auf den heutigen Tag kein Mensch, wo Mozart begraben ist. (rlsoh, Pfd. von an Schvnor- f I ei sch Keule ohne Knochen Pfd. von 0.68 Kassler mild Pfd von 068 Kalbsschnitzel Pfd*■ on 0»D8.. Lebende Karofen Pfd von 0.58. Frisches Fleisch PreiM nwr Freitag nid Sennabead. lebenemlttelznendeng von 5,00 M. an. Mengen abgabt vorbehalten. Verkauf soweit Vorrat. Fische, Räucherw. Suppenfleisch Pfd. von 0,48 Roastbeef m Kn., Pfd. v 0,!8 Rouladen. Pfd von 0,78 Kalbshaxen Pfd von 0,3b Kalbskamm....Pfd 0,44 Kalbskeule bis s Pfund schwer, gz. n geteilt. Pfd.v. 0,50 Schwei nebauchoiig. P<1.0,64 Schweineschinkemn.Psin oder Schulterbla Pfd. 0.66 Schweinekamm oder. ■Schufi..... Pfd 0.74 Schweinekotelett Pfd v 0 78 Hammelvorderfl.Pfd.v 0,54 Eisbein mit Spitzhein, gepökelt......... Pfd 0,48 Rinderbacken..... Pfd 0.34 Rinderherzen.... Pfd 0,36 Lunge............. Pfd 0.28 Euter................ Pfd 0.18 Obst und Gemüse Zitronen...... Utz von 0,2o Kochäpfel........ ffd o,18 Tafeläpfel......-"d ,..45 /�ondorinen...2 Pfd o,Z5 Apfelsinen..... 3 Pfd 0,35 Jaffa-Apfelsinen 3 Pia 0.55 Grünkoni........ Ptd 0,05 Rotkohl............ Pfd 0,05 Weis kohl........ Pfd 0,05 Kohlrüben........ Pfd 0,04 Möhren gewaschen. Pfd 0,0t Sellerie.........■- Pfd 0,15 RhabarberBd.ea2Pfd v 0,20 Kartoffeln. to Pfd 0.28 — GemÜSe- Kaisererbten....... 1,20 Junge Er sen fein.. 0,88 Junge Erb$?nmitten 0.68 Gem.Gemüse mittelf. 0,88 Leipziger Allerlei... 0.70 Karotten geschnitten 0,26 Wurstwaren Speckwurst........ Pfd 0,68 Sülzwurst.......... Pfd. 0, 6t Dampfwurst....... Ptd. 0,66 Fleischwurst....... Pfd 0,74 Jagdwurst......... Pfd 0,76 Mettwurst Erset». Art Pfd. 0.80 Landleberwurst Pfd 0,80 Wien rWürstchi-nPfd 0,88 Feine Leberwurst Pfd C,96 Bierwurst.......... Pfd 0,98 Teewurst........... Pfd 0 95 Knoblauchwurst. Pfd 0,9 Zervelatod Salami Pfd 1,05 Speck mager...... Ptd 0,k8 Schinl enspeck..... Ptd 1,06 Nußschinken..... Ptd 1.20 |Spetk...p,.fl,76i und Obstkonserven � Haushaltmischung tas getrockneten Erbsen 0,34 Brechbohnen........ 0.46 Apfelmus............ 0,48 Birnen I, Fracht..... 0,85 Erdbeeren........... 0,9 j Kirsch:n rot, mit Stein 0,9 j Mirabellen......... 0 85 Reineclauden....... 0,90 Kalif. Pfir iche üFracht 0,75 Pflaumen mit Stein.. t.48 Kolonialwaren Käse und Fetfe Auszugmehl....... Pfd 0,22 Tafelreis........... Pfd ü,12 Bassin-Reis........ Pfd 0,14 Patna-Reis......... Pfd 0,15 Bluerose-Reis..... Pfd. 0,2> Eier-Eandnudeln Pfd 0,3� Eier-Makkaroni. Pfd 0,42 Eierhörnchen.. Pid 0.42 Viktaria-Erbscn...Pfd 0,"8 Weisse Bohnen..Ptd 0,11 Linsen............ Pfd 0,14 Gebrannte Gersfe Pfd 0.19 Tee loee........ Pfd von 3,4U Kaffee frieoh gebrannt ans eig Rösterei, Pfd von 1,90 Aprikosei......... Pfd 0 42 Backobst..... Pfd von 0,32 Pflaumen...... Pfd von 0,22 Heringssalat,_ Italienisch. Salat,|| K Mayonnaise Pfd U,U Harzer...... Pfd von 0.24 AllgSuer20%.. Pfd 0,36 Tils.BlockkäseM'Vü Pfd 0,44 Briekcse voiifett ptd 0,56 Steinbuschsr voiif Pfd 0.63 Dän.SchweizerSC.VPfd, 0,6 J Tilsitsr voiifett..... ptd 0,68 Edam r, Holl., 40% Pfd 0.68 Schweizer vout Pfd v 0,84 AIIer.reinste Molkereibutter. Pfd 1,10 Aller.'einsta Deutsche Markenbutter... Pfd 1.16 Kokosfett....... 3 ptd 0,88 Rahschmalz...... Ptd 0,46 Bratenschmalz.... Pfd 0.48 Molkereibutter Q�ggl Dorsch............ Pfd. 0,14 Schollen.......... Pfd 0,14 Seelachs.......... Pfd 0,22 GrüneHeringsSPfd v 0,28 Kabliau gr.o K. Pfd v 0,24 Schellfisch i.g.m.K. fd.» 0,22 Rotbcrs...... Pfd von 0,24 Kabliaufilet____ Pfd vonO,36 Lebende Schleie Pfd v 0,45 SeelachsgeriucbertPfd 0,44 Fleckheringegariuoh«d. O.sS Rogen geräaehert.. Pfd 0,42 Lachs in Stacken. Pfd V 1.20 Heringeini malen. 2 Hein 0 65 Oisarainen... sposen 0,88 Delik.-Gurken Suei-Oese 0,66 Weine u.Spirituos. Preise ohne Flasche llr. 6 1» lam.Rmn-VtrscIin.«%3,8fl 17,51 DeuiscfierWeinbrcnd 4,10 20,00 „Cider"s!"se>Anfeiw r.os 3,00 Deulscher WermuiweinO.LS 4,5 Spanischer Rotwein 1.0 1 475 inse> Samos �»«'twein 1 20 5,75 j1erClierli.MaikanimErer« ßowie g.tel.Tiscbw, Fl(1,75 III Fl 7,C0 Spezial- Liköre in gute. HualiUt,, Fl 2,45 10 Fl 24.0f Margarine n 7il 3 Pfd Wf■ 1 1 Ena Griechischer Kuskat Malvasier Desserlwe n Roter larragona..... .ßulanna""tscii. wumiit „Honlasna' Roiwein 31er St. Martin,"timssb- '/, Fl 0,05 10 Fl 9, CO 0,58 Damen-Schlüpfer Ml angerauhtem Putter....... Stüde 0,88« 0/78, Herren-Unterhosen OK am woiigemisch'... Stuck 1,45 e# Herren-Unterhosen IIS anq mi angerauhtem i uttei..... Stück 1,75, 1�1 Kamelhaarschuhe für Damen, reine Wolle und Kamelhaar, mit Filz- und Ledersohle............................ Poai Echte Lammfellschuhe Gr Damen mit ledersohle.................... Paai Suppen- hühner frisch, Pfd. von 0.68 H i r s« a- blätter Pfd. von 0,54. 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E J.'ifjittei 4031 KATJA Die THnzerin Th.d. Schauspieler Theater am Sdiiffhaoinlinm Weidendamm 3300 Täglich 8% Uhr Aiitomaleiilißtet! Straub, Körber, Hellinger, Trenk-Tre- bitsch, Sonnabend 4 Uhr Kai aus der Kiste Sonntag, 5�4 Cht Kampi der Tertia Kurfürs!enfl.-Tn. KurfQrslendamm 200 Tel. Bism. 1400 Täglich 8�4 Uhr Glückliche Reise Operette von Könneke in der Premleren- brsetzang 3 i Ubf 15. FlofS 3434. kaudieo ert. oaston raimer 2n Wienerinnen honzertierp.n CNirlottaoiir. 91 Diabofl 629 letzte t Voratellungeo Täglich 8h. Uhr Auslandsreise mit Felix Brcstar Marl* Paadler Oscar Sabo, Lönt, VOLKSBUHNE rheater am BUlowpiatz fäglldi 8(4 Uhr D I Norden 0436 Schinderhannes vonmayf"ck A. Hörblger. C. Splra. Brauiewetter, Almas, Dahlke, Diegelmann, Karcbow Theater im Admiralspaiast 8; Richard Tauber Jarmila RovetNU FrUhlinssstürme Operette von Weinbergar Sökar Somoika Arno, Elster, Kart, Schwanneke u. a. CASINO-THEATER 8 Uhr. Lothringer Strah« 37 8 Uhr llllllilllllllllllMHIIIHIMIIIlilllnilllMIUIIIIIIIIIIIIHnillHIIIIIIIIUII Variete, bunte BUhne, Kabarett Nur noch hl» 2. Februar Onkel Muz, der Ehestifter Freitoc, 3. Februar: Premiere „Der Fürst von Pappenheim' Outschein 1—4 Personen: Parkett nur 0.60, Fauieuil u.7i. Sessel 1.28 Sonntag 4 Uhr: Onkel Mux. Kl. Preise. imes 6(!)QuMau8ubr I BaN m Savoy Äufif von Paul«PrahlU» Gitta Ällvae 'Ro|y Barsouy Lstu» und das qrotze Starenjemble. 5fK. nach in. 3H halbe Preise /krjynm \mU/2uM&rßrrJi*ri\ BETRIEB KEMPIHSKltT Rose-iheater 3 tele frenkfuriir Straße 132 Tel.«Miel 11 3422 8.18 Uhr Die Zirkusprinzessin Deutsches Theater Schumannstr. Ida Weidend. 8201 Täglich 8 Uhr lesaelerangKnlUlDlurtlt Prinz von Homburg von H. v. Kleist Illing, FiNdmir, Frßblitfc. Kayßler, Wegiger. Schßmder: KomOdiennaus Schiffbauerdamm 25 HL 02«1116304-03 Sonnabend � Uhr Erstauffühiung Achtung, (rlschgestrlchen Bn B. Bn Semlovs Boote BOhoe Kotihosser Straße Ii Oherhaon 3300 TSglidi S>. Uhr Stgs. nachm"j4 U ne doiie Kiste >KEÜEOWELT( Regie: Kurt Bernhardt und Luis Trenker Musik: Dr. 6. Becce Ein« Paul Kohner-Produktion DEUTSCHE UNIVERSAL- FILM A. O. Ufa» Sinfonie- Orchester Tflglich 6" fl15 Sonnabend und Sonntag auch 4K Ufa-PalastmZoo Jugendliche haben Zutritt Vorvark.».12-7 Unra. d.Thaa.ark.(Barb, 9771) u. A. Warthalm imeM Sdieli- U-SeNn Nensuspl. Hmteide 1 00/1 4 Onschum vom lande auidem Bockbierfesl mit Lade Englisch Kort TCgpennanil und vielen anderen persönlich! EfnlnB 7 Chr Fleisch Wurst Willy Hanka Brunnenstr. 121—122 billig gutl Nach schweren Leiden ist am 25 Januar unsere Hebe, gute Schwester. Schwägerin, Tante, Nichte und Kusine martha Hempei Im Alter von 43 Jahren sanft entschlafen. Dje Hintepuiiebenen Einäscherung: Sonnabend, den 28 Januar, 9 Uhr vormittags, im Krematorium GerichtstraBe. Oeutsiber Metallarheiter-Vemaoo VeTwaltungMlcUe Berlin Todcs-Anzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unset Kollege, der Mechanike: Eridi Sellmann geh 27. August 1890, am 22. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet Freitag, den 27. Januar, iS'/.Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholz- straße, statt Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltone. Arbeiter- samarliertiund E. V. Kolonne Herlin Am 22. Januar verstarb unse: Mitglied Karl Heinz Oltersdorf Sein Andenken werden wir in Ehren hallen Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 28. Januar, 15 Uhr, im Krematorium Baumschulen weg statt Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Stettiner Sänger Beicbshallen-Th., Dönhoffpl 8.15, Sonntags 3.30 zu ermäßigten Prelaen Das groBe Januarprogramm: Die Helten Erben Schöne Kränze liefen preiswert Blumen-Meier Prenzlauer Allee 222 Tel. Humboldt 0657 Inserieren bringt Erfolg! In bester zentraler Lage am Belle- Alliance- Platz 7—8 3 Zimmer u. Küche 6% mit Zubehör 8 ,»..»» sofort preiswert zu vermieten, evtl. auch als BUroräume. 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