Abend- Ausgabe Nr. 46 B 23 50. Jahrg. Redoktlon und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Firnspr«ch«r> A 7 Amt Dönhoff 292 61» 297 Telegrammatresj-i Sojialbemottot■Stella BERLINER VOLKSBLATT FREITAG 27. Januar 1933 In Groß« Berlin 1l) Pf. Auswärts...... 10 Pf. Vezugsbedwgungen und Anzeigenpreis« siehe Morgenausgab« JenivawvsaK der Sozialdemokvatifche« Partei Deutschlavds Mehr Macht- wem? Milliarom, die sich verflüchtigen RreuKen kor6ert Verlcür�unx der Arbeitszeit und andere Verteilung der Arbeit Vor der Entscheidung des Aeltestenrats Im Reichstag sitzen der Haus» Haltsausschuß und der Auswar- tige Ausschuß, und um 3 Uhr nach- mittags will der A e l t e st e n r a t tagen, wenn er nicht wieder, wie am vorigen Frei- tag, um Stunden vertagt wird. Es heißt aber, daß jetzt Schleicher selbst weitere Verschleppungen nicht dulden will, sondern die Entscheidung fordert. Nachdem sich Nationalsozialisten und Deutsch- nationale gegen ihn erklärt haben, scheint, wenn es zu Reichstagsverhandlungen kommt, ein Mißtrauensvotum gegen ihn gewiß. Der Reichspräsident kann dann den Reichstag auflösen und Neuwahlen ausschreiben. Er kann den zurückgetretenen Kanzler wieder ernennen, er kann mit oder ohne Reichstags- auflösung einen neuen Kanzler ernennen, er kann ebensogut auch ohne Reichstagsauf- löfung Schleicher wieder ernennen und ihn mit einem leicht veränderten Kabinett noch- mals vor den Reichstag treten lassen. Er kann auch noch verschiedenes anderes, was ohne Staatsstreich über die Schwie- rigkeiten des Augenblicks hinweghilft. Gegenüber einem Reichstag, der sich rein negativ verhält, alle Regierungen stürzt und keine duldet, besitzt der Reichspräsident eine unbeschränkte Macht. Es gibt für ihn zahl- reiche Varianten von Lösungen, ohne daß darum alles durcheinander gebracht und in Trümmer geschlagen werden müßte. Die treibenden Kräfte von rechts wollen aber gar nicht die Rückkehr zu einer vernünftigen Ord- nung. Sie wollen grundsätzlich die Un- ordnung, weil sie dann besser im trüben fischen können. Nachdem es ihnen mit kom- muniftischer Unterstützung gelungen ist, das parlamentarische System kampfunfähig zu inachen, arbeiten sie mit gleicher Emsigkeit daran, auch das Amt des Reichspräsidenten völlig zu entwerten. Sie haben solange ge- schrien:„Mehr Macht dem Reichspräsi- denten", bis er sie hatte. Jetzt aber wollen sie sie ihm wieder nehmen, denn sie wollen sie für sich! Ein Reichspräsident, der sich von ihnen zwingen ließe, Papen wieder zu holen oder Hitler zu ernennen, wäre im politischen Spiel nur noch eine Nebenfigur. Die Herren von der„nationalen Rechten" wollen Hindenburg zwingen— sie wissen nur nicht wozu. Die Nazis wollen unter allen Umständen ihren Adolf als deutschen Faschingskanzler. Die Deutschnationalen wollen ihn nicht. Kurz und gut, im Lager der Antimarxisten ist der Kriegallergegenalleum Macht und Futterkrippe in vollem Gange. Ein Staats- streich mit Reichstagsauflösung ohne Neu- wählen ist da kein Ausweg. Er führt nur noch tiefer in die Wirren hinein. Da oben immer sichtbarer die feste Hand fehlt, kann die Lösung nur von unten kommen. Sie wird in dem Augenblick da sein, in dem das Volk selbst der M i ß w i r t- schaft der nationalen Rechten ein schneidendes Mißtrauensvotum er- teilt. Das kann nur durch freie Wahlen und Volksabstimmungen geschehen. Wer sie unterbinden will, begeht ein Verbrechen an der Nation. Das Volt hat durch die Wahl von Gegnern seiner demokratischen Rechte sich selbst ent- machtet und alle Macht den kapitalistischen Klüngeln und Cliquen gegeben. Die Lösung muß jetzt lauten: Keine Macht den Klüngeln und Cliquen: alle Ma ht dem Volke! Heute besprach der Haushaltsausschuß des Reichstags im Rahmen seiner großen finanzpolitischen Debatte die Fragen der Arbeitsbeschaffung und der«teuergutscheine. Der Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung Dr. Gereke mit seinem Stabe, neben chm das Arbeitsministerium, das Wirtschaftsministerium und Finanzministerium sitzen am Regierungstisch. Die Debatte wurde durch eine längere Rede des Abg. Reinhardt Besserung der Lage verschärft.(Es ist Unsinn heut« Über zuksinstige Steuerbelastung entscheiden zu wollen. Die Lage kann immer nur von heute und nicht von morgen aus beurteilt werden. Die Ausrechlerholtung der bis ins Unerträgliche gekürzten Unlerstühungssähz für Erwerbs- lose bei Dauerzustand der Arbeitrlosigteit ist völlig unmöglich, ein« Erhöhung dieser Sähe unvermeidlich. Wenn Abg. Reinhardt von der NSDAP, heute allgemein die Bürgersteuer beseitigen will, so sei ihm entgegengehallen, daß beispielsweise in A n- halt die Naziregierung eine Bürgersteuer von WO Prozent eingeführt hat. Genosse Hertz schildert dann nach die Fslgen der Hauszinssteuer für die Mieter und erhebt zum Schluß die beiden Forderungen der Sozialdeino« kratie: generelle Aufhebung des Systems der steuergulscheme und Aufhebung der Peschäfti, gungsprämie. Unterausschuß beginnt Der zur Klärung der B st H i l f» fr«Z S« N be« stimmte Unterausschuß des Haushal�ausschusses des Reichstages hat in seiner ersten Sitzung nur über seinen ArbSltsplan beraten. Der Ausschuß hat dabei beschlossen, sich von den genannten Fällen die Akten vorlegen zu lassen, um an Hand der Akten die wichtigsten Fälle se'bst durchzu- arbeiten. Für die anderen Fälle will sich der Ausschuß ein gemeinsames Gutachten vom Reichs- kommissariat für die Osthilfe und vom Rechnungs- Hof erftasten lassen Damit das Ergebnis der Arbellen nicht zu lange auf sich warten läßt, wurde beschlossen, dem Houehaltsausschuß Zwischenhertcht« zu erstatten. Zum Berichterstatter wurde Abg. Heinig sSoz.) bestimmt. Der Unterausschuß hält seine nächste Sitzung am DiensMg ab und erwartet dann be- reits die Vorlegung der Akten. Vor dem Aeltesteurat Verwirrung in 6sr k�egisrungskrage vor den Beratungen des Aeltestcnrates hat sich noch kein klares Bltd über dl« Begierungssroge ergeben. Da« Zentrum läßt erkennen, daß es sich a» einer ZNehrheitsreglcrung der Rechten beteslf- gen würde, auch unter hlller? Führung, jedoch unter der Bedingung, daß es sich um eine echte parlamentarische R-glerung handelt. Zu anderen Experimenten würde es feine Hand nicht biete». Oer Reichekanzler wirb erst am Sonnabend dem Reichspräsidenten Vortrag hallen. Er hat keinerlei Rücklrillsabsichlen. Japans Luftrfisten De? Me Auerhahn Oitjenburg-�anuschsu nmi Tierreich Unter den Stipendiaten der Osthilfe ist auch bi( Junkertype, Herr von Oldenburg-Ja« n u s ch a» als Empfänger eines Darlehens ypn KZI 000 Mark genonnt worden. Er setzt sich i» einer deutschnationalen Korrespondenz mit diesen Vorwürfe» auseinander und beginnt seine Er- klärung in echt Hamischauer Manier mit dem Verse; ..Da lvrach der alle Pelikan, Nun Kinder laßt mich auch mal ran." Der Pelikan ist nach der Sage der Vogel, der seinen eigenen Hals aufreißt, um sein« Brut zu ernähren. Als solch edelmütigen Pelikan, der von Rechts wegen noch etwas vom Staat herauszu- kriegen hätte sieht sich der Januschauer in der eigenen bengalischen Beleuchtung. Cr hat sedoch falsch zitiert. Der Vers der Vogelhochzelt" han> delt nicht von einem alten Pelikan, sondern von einem balzsrohen alten Auerhahn. In diesem Sinne paßt der Vers viel bester auf den Ianu- schauer. Als nämlich die Millionen der Osthl'fe auf den verschuldeten ostelblschen'Großgrundbesitz niederregneten, ...da sprach der alle Auerhahn: ..Run Kinder laßt mich auch mal ran!" Er kam heran, und gehörig! Was der Januschauer selber zugibt, ist charakteristisch genug:«r hat vor vier Iahren zu seinen drei Gütern ein vierte« gekauft, hat nur ein« relotiv kleine Anzahlung geleistet und ist da» Rest- kaufqe'd schuldig geblieben. Was hat solch ein Kauf für einen Sinn? Er ist eine S v e k u- lation auf das Stelgen der Güter- preis«. Wenn man wie der Ianuschauer mit 150000 M. Anzahlung ein mehrere tausend Hektar großes Gut von Mistianenwert ernv'bt, so genügt»in« gerina» Wertsteiqemnq de« Bodens. um bei einem Verkauf da, hineingesteckt« Anlagekapital durch die Wertsterneruna zu ver« doppeln und zu verdreifachen. Aber die Speku« Tokla. 27. Januar, Im japanischen Oberhaus forderte Kriegs« minister A r a k> Ausbau der Flugwafje, die der rusiischen gleichtommen inüsie Hierbei wie» Arak, aus eine Erklärung Stalins hin, daß der erste russische Fünsjahresplan durch notwendig gewordene Kriegsvorbereitunsen gestört wa:den fei. Das bedeute entweder, daß Rußland«Inen japanischen Angriff erwarte oder baß»s Japan angreifen wolle Was China angeh«. so müßten die Strettgkelten früher oder später ge> regell werden. Wenn China Truppen nach Jehol entsende, müsse Japan entscheidend, Schritt« tun. Japan würde sich dam, vielleicht zu einer„neuen Polllik" genötigt sehen. Rußland hat im Fernen Osten eine starke Armee zum Schutz seines Gebietes konzentriert; Mit Berufung auf Stalin »u sollte e» nach den japanischen Raubkriesen gegen China nicht aus sein« Berleidigung dedacht sein! Japan hat das rullisch» Angebot eines Nichtangriffspaktes adg«' lehnt, was mindesten? nicht geeignet ist. öas Vertrauen zu Japans Friedserl>s!tit zu stärken. Jedenfalls ist Oststbirien ungleich bester geschügt als Nordostchina. Zu den Kosten de, Raubkrieges sagt« Araki bei dieser Gelegenheit, sie würden künftig nicht nur von Japan allein getragen! Das Perteidiguno.programm ge- mäh dem japanisch«mandschurischen Proto- toll werde IgZS abgeschlossen sein. Die japanischen Ltosten würden sich dann auf ungefähr 70 MO- (innen Den deliusen. während d>« Ausgaben für 1033/54 auf 190 Millionen oeranschlagt würben. Zur Vervollständigung der nationalen Verteidi- gung seien über öOO Millionen Den Zn polnischer Spionagchaft Deutscher Le�erkschaktsheamter»chver gefährdet Eigemr Berieht 4e$„Vortvärtf" y r« s l a u. 27, Zanusr. Ingenieur Zakobs-SleiwiH, SezirtslcUir des vulab, ist in polnische Hasl geraten: ihm drohl ein Spionageprozeß. Jakobs wurde kürzlich in der Näh» von Rudo bei einem Srenzübertritt perhastet, Jakob» wollte an der Grenze einige für ein« unpolitisch« Berliner Wochenzeitung bestimmte Aufnahme» anfertiM. Er geriet dabei im Waldbezirk zwischen P o r e m b a»ich den Delbrück-Schächten in Hiichenburg versehentlich über die Grenze. Ein poln'scher Zöllner, der Jakobs offenbar schon eine Zeitlang beobachtet hatte, verhaslete den Ahnung?- losen. Jakobs wurde zunächst in das GesängniS Schwieiztochlawitz und weiter in das Kottowitzer Gericht: gesÄngnis geschafft, Wie letzt bekannt wird, hat die polmsch« Justiz gegen den Derhasteten e>n Verfahren wegen Spionage eingeleitet. Alle Vemühungen der latian«st fehlgeschlagen. Statt zu steigen. wie der Januschauer lpekuliert halt», fielen die Boden« und Güterprels«, und al» er nun das Restkaufgeld bezahlen sollte, saß er ohne einen Pfennig da. Da hält es nun der Januschauer für sein gutes und seldstserständliches Recht, für seine verfehlte Spekulativ» die staatliche Land' stelle in Anspruch zu nehmen und von dieser sich ein Darlehen von 600 000 z u 5 P r o z. Zinsen inklusive Amortisation(!!!) geben zu lasten, also zu Bedingungen, zu denen ihm s o n st kein Mensch auch nur lOOOO Mark oorgeschosten hä»!«. Man muh«ln ganz verstockter Marxist sein, um an solcher Transaktion Anstoß zu nehmen Weshalb der Ianuschauer mit treuherzig ge- kränkte-n Augeniustchlan verst�erl. er h-be da» Unglück, seit vielen Jahren der Pfahl zu sein, an dem steh die Schwein« reiben. Schweine liegen der Gedankenwelt des Ianuschauer» immer nah. Nur halten wlr es für Übergroß« Bescheidenheit von ilvm. stcki se'bll für e'»«" Wobl zu h'lten. Ein Pfahl, der 621 000 Mark tostet, und dann nur gut, daß sich dt« Schweine an Ihm reiben.? Da« Ist«ntfchleden zu tostsplellg. 16 Grad ln der Nacht Höhepunkt überschritten Wenn nicht alle Anzeichen trügen, ist in den nächsten 48 Stunden eine weitere Wilderung zu erwarten, von Skandinavien slulen langsam milde tnfkströme heran, die einen Rcbergang zu milderem und trübem Wetter bringen dürsien. lauweller ist jedoch vorläufig kaum zu erwarten. In der letzten Nacht wurden in Berlin infolge der sehr starken Ausstrahlung wieder 16 Grad Kälte gemesten. Heute mittag waren es nur noch 9 Grad und damit liegt di« Tazestemperalur 6 Grad höher als am Mittwoch. Für Sonnabend und Sonntag wird»in weiteres Nachlassen der Kälte erwartet. Interessant sind di« Meldungen. di« heut« vom Brocken und von der Schneekoppe vorliegen. Während es im Flachland elnfchliehlich der Rheingezend noch überall recht kalt ist und Temoeraturen zwischen 9 und LS Grad(Ober« schlesien. Mittelschlesien) herrschen, ist es in den oberen Luftschichten verhältnismäßig warm geworden. Di« S ch n« e k o p p e hatte heute nur S Grad und der Brocken 4 Grad Kall«. Als Kuriosum sei wieder Wem«! ermähnt, da« heute z Grad Wärme gegen 1 Grad am Aortag meldet! MtvzriÄrüllSLr öVU.-?anditSQ geben neue Untaten zu Sei den weitereu Vernehmungen der ver- Hastelen VVS.-Sauditen sind setzt zwei weitere schwere Raubübersäll« ousgeklärt worden. Bei dem»rsteren handelt»« sich um einen erforderlich, um mit den Rüstungen anderer Staaten Schritt zu halten Aber au- finanziellen Erwägungen werde man den Betrag für zwei Jahre auf 410 Millionen Jen festsetzen. Ein Protest der USA. Zvkio. 37. Januar. Der amerikanische Botschafter Gr«»« hat hei der japanischen Resierung gegen die Ätsrung von Funksendungen der Station San Franziska durch japanische Stationen Einspruch erhoben. An zuständiger japanischer Stelle ist man jedoch der Ansicht, daß die Störungen durch die drahtlosen Stationen anderer Länder ver- urjacht würden; der Langenunteklchieh der von den Stationen von Osaka und San Franziska benutzten Wellen sei zu groß, als daß mit einer Störung gerechnet werde könne. deutschen freien Gewerkschaften und der deutschen Genossen in Polnisch-Obelschlesien um Freilassung Jakobs waren bisher v e r g» b l l ch. Es verstärkt sich der Eindruck, daß die Staatsanwaltschaft Kotto- wltz aus der harmlosen Trenzllberschreitung und einer ebenso harmlosen B.'rlchterstattung ein« groß« Staatsoktion machen will. Ausfällig ist. daß d e vom kailowitzer Unler- suchuugsrichler entwickelten Vlatten ausnahm». los ve, wischt sind. Da« Entlastungsmaterlal de» Verhasteten Ist von der polnischen Anklagebehörde also bereits vor- sorglich vernichtet worden. Mit einer baldigen Hastentlassung Jakobs, der übrigens seit Jahren alz Freund de» deutsch-polnischen Ver. ständigungsgedanken, bekannt Ist. dürfte kaum zu rechnen sein, An diejem deutschen Gewerkschaftesuntttonär. dem nichts ferner liegt als Spionage, will di« Staatsanwallschaft Katlomltz sich wieder einmal als Retterin Polen« erweisen. Aktion gegen KPD. MaManvcrbaftungcn infolge Verrats Elßentr Bericht du„Vormirli" vraunschwelg, 27. Januar. Infolge Verrats gelang es der hannoverschen Polizei die nitdersächsilchs Zentrale einer Illegalen kommunistischen Zer setzungsarbeit auesir.dlg zu machen, wobei da, gesamt« Adressemnaterial der Polizei in die Hand« fiel. Ynfolgedellen sind in«Mer R«ih« von Orten kommunistisch« Vertrauens- leut« verHaft« t. In Braunschwiig erfolgten drei Virhaftung«»,«bensall« wurden in Celle. Hannover und Göttingen Verhaftungen vor- genommen. In Döttingen ist unter den Verhaf- leten der Universttätcoberinspeklor Goschmsnn, dessen kommunistisch« Gesinnung di« dah.n völlig unbekannt war. 4 Opfer eines Sasrohrbruchs Lanze pamilia vergiftet «relz. 37. Zauuar. Ver 43jähr>g« Aeuerwehrmanu Franz Vogel. sein« 43 Zahre all« Ehefrau, ein siebenjähriger Knabe und ein sechs Rlanate altes Kind wurden in'hrem alleinstehenden Wohnhau» tot aus- gesunden. Die beiöen erwachsenen Töchter sartden bei der Rückkehr von der Arbeit das chaus verschlossen. Als man es nach einiger Zeit gewaltsam öffnete. fand man Vogel, auf dem Sofa sitzend, tot auf. Im Schlafzimmer lag dar sisbenjährige Sohn vor dem Bett der Mutter und Im Bett fano man die Mutter mit dem kleinen Kind gleichfalls tot aus. Sie waren g a s o e r g I f t e t. Die Ursach« des Unglücks wird darin gesucht, daß Infolge der starken?-älte ein Eazrohr vor dem hau? gebrochen war. Das ausströmende Gas gelangte aurch die beiden unter dem Wohn- und Schlafzimmer liegenden Kellerräume in di« Wohnung. Ueberfall. der am 27. Februar v. I.>» den Nach- Mittagsstunden im Hause Lützowstratz« 67 ausgeführt wurde. E, war kurz nach drei Uhr. als dort«in Auts vorfichr. dem zwei junge Lur« fche», dt« Brüder Willi und Hans Krebs, ent.« stiegen. Sie betraten das im Erdgeschoß liegend« Tadakgeschäst von Leo Rakowski. Einer zog ein« Pistole, und der Che! sowohl at» auch die An- gestellten muhten die Hönde hochheben. Einer der Brüder K raubte 3000 Mark Bar« geld. die sich in einer Kassette befanden. Dann rannten beide hinaus und entkamen. Der zweite Raubübersall geschah am 10. Juki vorigen Jahres, einem Sonntagabend. Willi Krebs. Hohetsel und Hildebrand waren mit Achtenhagen in einer in der Nollendorsstrah« ge« stohlenen Tax« unterwegs und hielten in der Nacht bei einer Tankstelle In der Kolonnen« strah« 31« in Schöneberg. Dort hatte der Meister Nicola» Salarski Dienst. Achtenhagen war im Auto geblieben. Die anderen drei ließen sich von dem Tankmeister erst Venz'» usw. geben. Als dieser eine vulttung ausschrieb und nun kassieren wollte, sagt« einer der Burschen:„Hier hast d u dl« Bezahlung." Man zog dem Tank- meister mit einem Ruck die Jacke über den Kops, die Burschen stahlen al» der Kasse der Tankstelle etwa 40 Mark und fuhren damit davon. Zw«! Stunden später verübten st« in derselben Nacht den Uebersall aus den Kauimann R. vor dem Haus« Fasanenstrahe 38. Nrandungiiick im Hoiel Zwei Tote, xvhn Verletzte Detmold. 27. 3annor. 3m Erdgeschoß de» dreistöckigen h o l e l s„5 u r Traube" brach am Zreilagsrüh um drei Ahr et»«rohfeuer au», das sich binnen kurzer Zelt aus alle drei Stockwerke ausdehnte. Die im Hotel wohnenden 15 Verlanen, die zum Test im liefen Schlaf logen, flohen auf dos Dach und tprangen von dort au» auf dle nledrlger liegenden Dächer der Nebenhäuser. flkehme Kabarett- künstler, dl« In dem holel ihr heim hallen. tonnten sich jedoch nicht rechtzeitig in Stcherheil bringen. Morgens gegen acht Uhr waren zwei Tote und zehn verletzt» geborgen Das Gebäude ist vollständig ausgebrannl. Die Feuerwehr halt» bei der starten Kälte sehr schwere Arbttt. weil die Kchlauchlellungcn dauervd zu- sroren. Die Versoaallrn der Toten konnten noch nicht festgestellt werden. Die vrandursach« dürste aus Rcberhthuna de» im Gastzimmer stehenden Osens zurückzuführen sein. während die Feuerwehr noch au der Brandstätte tätig war, ging gegen SZs Uhr eine neue Srohseuermeldung aus heiligenk'rchea ein. Dort stand der Köllermelersche hos in Flammen. Wahlersolg>m kreis« Welhensels. Infolge der Zusammenlegung dreier kle'nerer Gemeinden im Kreise Weißenfels zur Großgemeinde Groß« g r I m m a mußt« kürzlich Ue Gemeindewahl durchgeführt werden. Der Wahlkampl wuroe von Nazis und Kommunisten ausschließlich gegen die Sozialdemokratie geführt. Das Wahlergelnis war für die Brüder von rechts und links jokoch vernichtend. Sie verloren 3Z5b Proz. ihrer Stimmenzahl vom 6. November. und zwar gingen di« Nazis von 127 auf 83, oic Kommunisten von 74 auf 50 Stimmen zurück. Dle Sozialdemokratie brachte es auf 139 Stim> men. während sie zur Reichztagewahi 143 erhal- ten hatte. Di« Bürgerlichen kamen auf 110 Stimmen. Zn Ob»röf erreich varhattet wurde der reiche- deutsche SA.-Mann Karl Heinz Lange, er hat sich aber den Namen Teichmann zuaeiegt. Es wird oermutet daß er nach der Juliwahl zum Reichs- tag an einem der zahlreichen Bambenatten- tat« beteilig! war In Oesterreich hat sich Lange ausbauwlllig als Brandieger an einer sozialdemo- kratischen Turnhalle betätigt. „Großstadtnacht" Atrium Zi«h mal an. sagt man sich, da hat R«nj Tlair schon Schul? gemacht in Deutschland Man hat ihm seine Qualitäten schon abgeguckt, noxstchtiger- weis« auch«in sranzSsisches Milieu gewählt. Und die Sache scheint gar nicht übel. Ein jungem Mittel, das aus der Pension geslohen ist, kommt nach Paris, um dort ihr Glück auf der Buhn« zu oersuchen. Es gerät in die tollsten Abenteu«. wird in einen Juwelenciei stahl verwickelt, epregt «inen THeaterskanfwl. wird die Sensation der Zeitungen. Aber zum Schluß wird alle»«in. gerenkt und das Mädchen erhält zur Belohnung den netten jungen Mann und erbebt mit ihm zu- sammen den großen Bühnenerfolg. Aber cer Schein trügt. Der Regisseur Fedor O z» p. dessen Karamasoff.Film noch in gutem Andenken ist, hat. wie alle Russen, zwar die Gabe der guten Einfälle und der netten Details. Er versucht sich auch in der Persiflage, nimmt nichts ernst, spielt mit den Dingen und erhebt die Blague aus den Thron. Aber er hat nicht den Mut zur Konsequenz und zur Durchführung eines emheit- iichen Stiles. Was ihm eben noch Ulk war. wird nachher doch ernst genommen! und auch sür den Tpott langt es nicht. Er verfällt In Manieren und wiederholt sich selbst. So ist der Eindruck nicht einheitlich, man wird hin und her zerisien wi) mit dem Gefühl«ntlasien, daß es doch nicht so einfach ist, in Renz Clairs Spuren zu wandeln. Dolly ch a a s ist das Mädel, das bald die Naivität selbst zu fem hat. bald die Gerissen« und Lebens- erfahrene spielt und auch al» Bühnenstar wirken soll. So n»tt uns reizend st« als Scampolo war. hat sie doch nicht die Kraft und die Füll«, um die ihr zugedachte Rolls durchzuführen. Sie end- sückt uns durch ihren Ausdruck, st« rührt uns In ihrer chllflpstgkeit, aber diese Figur glauben wir ihr doch nicht. Sonst sind zu nennen: Trud«. Berliner, chans Kowal-Samborski(der Lie! haber- P-rtner). Eric Wirl, brillant als verulkter Tenor. und Fritz Kamp-rs mit seinen Sannoven Willi Schur unld Hans Deppe. r. Hilfe den Mietern! 25weAssprKchs Bekenntnis zur Kultur Das Mehrgespräch, sosern e» sich wirtlich au» Meinung und Gegenmeinung, aus Frag« und Ant- wart formt und nicht nur ein an mehrere Sprecher ausgeteiltes Lesestück darstellt ist eine außerordentlich mikrophongeeignete Vortragsform. Daß sie auch in der Bücherstunüe erfolgreich anwendbar ist, bewies am Mittwoch das Gespräch zwischen Dr. Ernst Rölting und Hermann Proebst über die Frag«'..Gibt es Schriften an die Nation?" Zur Diskussion standen»in Buch de, politisch weit recht» orientierten Werner Picht„Pazifismus und Nationalis- m u 5" und«Ine im Verlag de» Allgemeinen Deut- schen Gewerkschastsbundes erschienene Broschüre von Theodor Leipart„Die Kulturaus- gaben der Gewerkschaften". Di« Siel- lunznahme der Gesprächspartner zu diesen Büchern — Proebst zu Pichls, Nölting zu Leipart» Schrift -- wurde zu einem Streitgespräch zwischen den Vertretern zweier Weltanschauungen. Nölting setzt« sich«in für die Welt des Sozialismus m der Kultur nicht mehr Vorrecht einer kleinen bevor- zugten Klo sie ist. sondern Besitztum des ganzen Bolkes. Brechung des Besitzmonoppls. Schassung gesunder Lebensbedingungen für alle ist die Voraussetzung sür die ersolgretch« Brechung des Bil- dungsmonopols, Befriedung der einzelnen Na» tionen durch international» Verständigung die Grundbedingung für ein« sruchtbare Entfaltung d»r nationalen Kuiturwert«. Proebst st«llt« da. gegen sein konservatioes Weltbild, in dem der Krieg, den der Völkerhaß immer neu gebiert und der diesen Haß immer neu schürt, eine ewige In- stitution bedeutet Das Gespräch zeichnete deutlich den Sozialismus als da« Bekenntni» zum Frieden. den Nationalismus aber al» Religion des Hasses: hoffentlich hat es oi«l« Hörer gefunden! Um weniger bewegende Dinge ging es bei der Unterhaltung, die am Donnerstag— eb«nsalls im Programm der Funtstunde— zwischen Meta Ar ix und Hans A. Münster geführt wurde über das Thema:„Ich komme nicht zum Z e i t u n g I e s e n". Behandelt wurde die Frage, weshalb so viele Hausfrauen dem politischen und dem wirtichaftlichen Teil der Zeitung keine Be» achtung schenken. Die Notwendigkeit dieser Lektüre wurde von beiden Gesprächspartnern unbedingt bejaht. Sie stellten die Forderung auf, die Zei- tungen möchten die Lektüre dieses wichtigen Teils durch möglichst einfache, anschauliche Darstellungs. weise erleichtern. Das sehr vernünftige Gespräch brachte auch für Zeihmgslefer manch« gute Anregung.— Iz. Paul Gutmann— der Sechzigjährige Die Leser des„Vorwärts" haben hier oft Pauk Gutmanns.Lulturglossen". die fein ziselierten, die selber klein« Kunstwerk« waren, zu lesen Ge- lege cheit gehabt Es sprach au- ihnen ein Mann. der Keschmack und Kultur hat. der die Dinge ernst nimmt und die soziale Verpflichtung des Künstlers anerkennt. Der g«bürtig« Berliner hat seine entscheidenden Johce in München erlebt, m ker Zeit, da München m geistigen und künstlerischen Dingen sührend war(jetzt aber zur Bed-.'utiingslosigke't herabgesunken ist). Er nahm an all den frischen Aus dem Sekretariat der sozialdemokratischen ReichstagsfraMon wird uns geschrieben: Einen Tag um den anderen lausen briesliche und telegraphische Hilferuse der Wohnungswieter ein. Es wird darin auf die immer schlimmer werdende Notlage der Wohnungs- mieter hingewiesen, vom Reichstag und von der Regierung die schleunige Durchführung mildernder Mahnahmen verlangt. Vor allem leiden die Arbeitslosen und die Neubaumieter unter der hohen Mistbelastung. Während die Löhne und Gehälter, sowie dl» sozialen Leistungen rücksichtslos abgebaut worden sind, ist bei den Mieten für kleinere Wohnungen und in den Neu- baublock» seit der Zinssenkung vor Jahresfrist alles beim alten geblieben. Das Ber- hältnis zwischen Gesamteinkommen und Woh- nungsmiete hat sich dadurch außerordentlich un- günstig gestallet, für weite Teile der werktätigen Bevölkerung ist die Mietzahlung bereits zu eine- unerträglichen Last geworden. Um diesen Notstand zu beheben, hat die sozialdemokrattsche Fraktion sofort beim Zusammentritt de» am S. November ge- Staatsnotstand „Durch diesen Haushaltsausgchuß er. fährt das Volk, wer ohne Notstand Ost- hllfe bekommen hat. Das ist ein Staats- notstandl" Bewegungen der neunziger Jahr« teil, er hat auch den„11 Schorsrichtern", dem unerreichten beut- schen Künstlerkabarett, an dem seine Frau, Fribe- rik« Gutmann-Uwlauf, uns entzückte, wirksam« Texte geliefert. Später bat er in Wien die Kleine Bühne geleitet- Gutmanns Dramen— darunter„Die Wahrheitsschule" und„Der Weiber feind"— sind über manche Bühnen gegangen. Seine Romane und Skizzensammlungen—„Die Kulturlüge".„Sanatorium Leb�ncglück"— haben durch Inhalt und geschlissene Form die Leser ge» fesselt. In seiner Vaterstadt wirkt der Heimgekehrt« nun schon wieder seit Jahren— still, aber keines. weg» schweigsam und geruhsam. Wo es nattut. setzt er sich ein: sür die Freiheit der Kunst und da» Recht auf Ueberzeugung. Im Houptvorstond de» Schutzverl ande? deutscher Schriftsteller hat er gute Arbeit geleistet. „Komparserie" im Theater de» Westen». Richard D u s ch i n s k y s Drama, da» die Vorder« und Hintergründe de« Theaters und die brennen« den Gegenwartsfragen der brotlosen Schauspieler behandelt, hatte kürzlich im„Theater in der Stresemannstrahe" als Matineausführung starken Eindruck gemacht. Jetzt ist da» Studiostück des Bühnennachweises ins„Theater des Westens" übergesiedelt und hat dort gestern abend auch bei einem größeren Publikum seinen verdienten Cr- folg gehabt. Manch« der Anspielungen des Stückes erlangen jetzt erst nach der großen Rotter-Pleite und im Hause der Gehängten Ihre volle Wirkung. Es ist Ensemblespiel, das junge und alte engage- mentlose Schauspieler in sich vereinigt und das Starwesen bekämpfen will. Wir nennen daher keine Namen und wünschen, daß das Publikum der Truppe treu bleibt. Freilich müßte in Zukunft für die Heizung des Theaters bester gesorgt werden, und es könnten auch die von der Kritik gerügten Mängel der ersten Aufführung ruhig beachtet werden. HmetitiBtMec Nobelpreisträger spricht w Berlin. Der amerilanische Forscher nirb Nok>:lprsi»träger Irving L a n g m u i r spricht heute aus Einladung mehrerer wistenschastlicher Vereine in der Technischen Hochschule über„Adsorption von Caesium-Atomen auf Wolfrom" Mit«iuer Aalender, uud Zieujahrblartenschau wartet auch m diesem Jahre der Buchgewerbesaal iDreibund. ftraße 5) auf. Die Ausstellunr bietet einen inter- estanien Einblick in die geaenwärlige Ausstattung wirckungsroller Rellamedrucksamcn. Sie ist von End« Januar bi; Ende Februar, werktags von 9 bis iL Uhr iTonnabendz bis U Uhr), und Tvnniaa. 12.. und LS. Februar, von 11 bis IS Uhr, bei freiem Eintritt atöilmt Der Reichstag muß arbeiten! wählten Reichttags«ine Reihe von Anträgen und Gesetzentwürfen eingebracht. Sie fordert darin im einzelnen, daß über die bisher gewährten Mietbeihilsen hinaus weitere Mietbeihilsen an arbeitslose Mieter gegeben werden sollen. Diese Mietbechllsen sollen auch den arbeitslosen Mietern in Neubauten und ebenso den hilfsbedürftigen Besitzern kleiner Eigenheime zugute kommen. Zur Milderung der Notlage der Neubaumieter fordert die Sozial- demokratie die Gewährung von Zinsbei- Hilfen an die Vermieter, also besonders an die Wohnungsbaugenoisenschasten. Diese Senkung der Zinsbelastung um 2 Proz. soll auch für bedürftige Eigenheimbesitzer gelten. Zur Durchführung dieser Maßnahmen sind 100 Millionen Mark«rsorder- lich, die ohne Weitere» zur Verfügung ständen, wenn die letzte Senkung der yndustriebelastung der großen Unternehmen wieder rückgängig ge- macht würde. Di« Gemeinden sollen durch ent- sprechend« Reichszuschüsse in die Lage versetzt werden, die Srundvermögenssteuer für Neubauten herabzusetzen, die Verzinsung und Tilgung der Hauszinsstauerhypotheken auszusetzen und die Tilgung der ersten Hypotheken auf«inen längeren Zeltraum zu yertsilen. Mit diesen Maßnahmen kann«in« weiter» Senkung der Neubaumieten harbeigesührt werden. Schließlich fordert die sozialdemokratische Relchstagsfrattian noch die Verwendung der Eteuergutscheine für d>« Grund- Vermögenssteuer zugunsten der Mieter, und zwor bei Neubauten in vollem Umsange. bei Altbauten im Verhältnis der in der Miete enthaltenen Grundsteuer. Durch die von der Sozialdemokratie ausgestellten Forderungen soll die Angleichung der Neubaumieten an die Altbanmieten. die allgemein« Senkung der Mieten erreicht und den arbeitslosen Mietern noch«in» besondere Entlastung zugewendet werden. Darüber hinaus verlangt die Sozial- demokratie«in» wirksame Verbesserung des V o l t st r e ck u n g s s ch u tz«» sür die Wohnung»- mieter und für die Besitzer kleiner Eigenheime. damit die aller sozialen Kultur hohnsprechende Exmittierung hllfsbedürftiger Mieter nach Mög- lichkeit verhindert wird. Die Finanzierung der Kosten sür diese Maßnahmen, die etwa 200 Millionen Mark betragen, ist möglich, wenn nach den weiteren Vorschlägen der Sozialdemokratie ver- fahren wird. Neben den 100 Millionen Mark au» der Jnbustriibelastung sollen weitere 400 Millionen au» Notsteuern von den hohen Einkommen und hohen Vermögen gewonnen werden. Der Wohnungsausschuß de» Reichsiag» ist zum Teil diesen sozialdemokratischen Forderungen be- reits gefolgt. Er hat in Verbindung mit den An- trägen der anderen Parteien von der Reichs- reglerung verlangt, daß ste Maßnahmen ergreife, damit die Mieten den verminderten Einkommen angepaßt werden und den durch Arbeitslosigkeit usw zahwngsunsöhigen Mietern ausreichende Hllf« ge- sichert wird. Es wurde serner«in Antrag angenomme», wo- nach für die minderbemittelten Mieter ei» Voll- streckungsschutz einzusüliren ist, so daß kein zahlungsunfähiger Mieter au? der Wohnung entfernt werden kann, ohne daß eme«ntsprechendc Wohnung zur Versügung steht. Schließlich sind noch einig« ander« Anträge angenommen worden, nach denen die Verzinsung und Tilgung der Haus- zinssteuerdarlehen bei gemeinnützige» Wohnungs- unternehmen, Eigenheimsiedlern und Aleinhaus- besitzern ausgesetzt und die Neubaumieten um den entsprechenden Betrag gesenkt werden sollen. Für den Bau von Kleinwohnungen sollen die erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt, jede Besteuerung der Wohnungen selbst durch Wohn- raumsteuern usw. soll oufgehoben werden. Di» Beschlüsse des Wohnungsausschusies hängen aber in der Luft, solange der Reichstag seine Beratungen nicht wieder aufnehmen kann. Die Regierung wird sich nicht gerade beeilen, um die berechtigten Forderungen der Wohnungsnueter zu ersüllen. Im„autoritär" gelsiteten Deutschland dürfen nur Großgrundbesitzer und Schwer- industriell« auf willige» Gehör Mr ihre Wünsche rechnen. Um so mehr ist es die Pflicht des Reichs- tags, hier helfend einzugreifen. Die Rational- sozial ist en aber verhindern durch ihre Verschleppungskünst« immer aus» neu«, daß der Reichstag zu praktischer Arbeit kommt. Die Hitlerpartei benutzt also die ihr zugesallene Man- datsmacht nur dazu, um die Wähler zu betrügen. Au» alledem sollten die hilfesuchenden Wohnung»- miete? jetzt die Lehr« ziehe», daß eine erheb- lich« Stärkung des Einilusses der Sozialdemokratie erforderlich ist, da- mit der Reichstag wieder arbeUssähig wird und sich der Not der werktätigen Bevölkerung annehmen kann. Ende der Revue— Sieg der Kunstform Die Revue als Ausdruck der Formlosigkeit Nach englische» und amerikanischen Meldungen herrscht dort in Theaterkreisen wieder die zum mindesten optimistische Ansicht vor, daß die Revue al» die einzig bewährt« Rettung der in finan- ziellen Nöten erstickenden Theater erscheint. Da» für spricht der Welterfalg der Charell-Revue.,5 m weißen R ö s s' l", dagegen der Zusammenbruch amerikanischer Reouobühnen und die merkwürdige Stille, die sich um all« Revuetheater Europas lagert. Bühnen, in denen sonst die Revue bc- heimstet war. kehren zur Operette und Komödie zurück, und in Berlin läuft zur Zeit keine Revue größeren Format». Di» finanzielle Krise allein ist dafür nicht verantwortlich zu machen, denn der Luxus der Bühnenbilder und der gesamten deko- rativen Ausstattung vermag auch reduziert zu werden, ohne die Wirkung zu gefährden, wenn Libretto und Musik Ihrerseits Erfolg versprechen oder wenigstens stark genug für einen Erfolg sind. Unzählige Girlbeins und eins feenhafte Auf- machung wollen nur irgendwelche inneren Schwächen verbergen. Jn Wirklichkeit ist man sich kaum des Publi- tum» sicher und weih deshalb nicht, ob sich das in- vestierte Geld auch nur andeutungsweise amorti- sieren wird. Die Gegenwart will von neuem die geschlossene Kunstform. Das ist eine Tatsache die auf allen Gebieten künstlerischen Schaffen» zu be- obachten ist. Die Revue bleibt dagegen ein Sym- bot für die Formlosigkeit und setzt an Stelle der Intensität der Wirkung die bloße Häufung von Effekten. James Klein scheiterte, weil er nicht mehr wußte, wodurch er sich übersteigern konnte, und auch die außerordentlich kultivierten Revueschöpsungen Erik Charells weijen in dieielbe Richtung. Aber diese Form der Bühnen- revue mit Girl. Song und großem, szenischen Apparat bildet keinen Sonderfall, sie kann viel- mehr als die sinnfälligste Verkörperung künst- lerischer Bestrebungen angesehen werden, die aus Mangel an formgebenden Kräften die Auflösung der Form Herbeiführen mit der Tarnung, eine neue Form zu schaffen. Unter diese Rubrik fallen auch Erscheinungen wie Zeitdrama und Zeit- roman, nicht als künst!erische Gattungsbegrisse, sondern allein In den speziellen Ausprägungen. die sie in der Nachkriegszeit erfuhren. Die letzte Konsequenz der Revue wäre ein sich ständig ändernder, bemahe filmischer Bilderreichtum innerhalb eine« stabilen Rahmen«, denn Revue bedeutet Ueberblick über irgendwelche aktuellen Gegenstände, mögen sie politische», lste- rarischen oder mondänen Gehalts sein. Li« Revue der Vorkriegszeit, wie sie das Berliner Metropol- theater spielte, zeigte bereit» die Züge, die dann vor einigen Jahren in den literarisch.satirijchen Revuen von Marcellus S ch i t t e r und Mischa SpoUanski ausgeprägt in die Er- icheinung traten. Das schnelle Auswechieln der Bilder in der Revue würde der absoluten Auf- lösung der Form gleichkommen. Die Revue könnte unter diesen Umständen nur noch al»«ine Abart des Kabaretts angesehen werden. Der Höhepunkt der Revue, da säst all« Operettentheater Berlins Revue spielten und sogar fest umrissen« und geformte Operetten durch un- organische Einlagen tänzerischer oder gesanglicher Art formzerstörerisch zu Revuen aufgeschwemmt wurden, fällt zusammen mit der Hausse an Zeit- dramen revueartigen Charakters und mit den In- szenierungen Erwin Piscators und ssiner Lehrmeister, der Russen. Sucht man sür diese Erscheinungen, in deren Bereich auch der Zeit- roman reportagehafter Gestalt mit einzubeziehen ist. einen Generalnenner, so findet man ihn in der Auslösung der Form. Man vergaß eben, daß der formale Ausbau eines Kunstwerks nicht «in Zeichen koniervativer Gesinnung ist, sondern psychologisch als eine bewußte Stütze für die Wir- kung des Stosfes gedeutet werden muh. Die Revue aller Gattungen sucht die inten- s i v e Wirkung durch die extensive zu ersetzen. James Klein überschwemmte die Bühne mit Girls, Charell feierte Feste im Glanz der Kostüme und der prominenten Namen, und Piscator pfropstc aus die szenischen Lorgänge den Film, der neue Perspektiven eröffnen sollte, weil dies dem Drama allein nicht gelang. Jeder Uebersteigerung erreicht aber schließlich einen Punkt, an dem sie sich tot- läuft und trotz der raffiniertesten und kostbarsten äußeren Aufmachung wirkungslos verpufft, da ihr die inneren Motors fehlen. Die ehemals sehr hoch gehenden Wellen haben sich allmählich beruhigt. Man kehrt wieder zurück zur geformten Kunst und sammelt die Strahlen in einem Brennpunkt, anstol« sie diffus zu zer- streuen. Der Ueberreichtum an ungesormtem Roh- stoss weicht der kunstvollen Gliederung, das liebe- volle Abtasten der Oberfläche sen> Eindringen in die Tiefe. Dieser Vorgang dokumentiert sich so- wohl im neuen Drama und im Roma» als auch in den Schauspielinszenierungen und in den Aus- sührungen der Opernhäuier. Flohknatierei Seit Monaten bemüht sich die kommunistische Presse um die Konstruktion einer Verbindung der Leitung des ADGB. mit der Hiller-Partei sowie mit der Regierung Schleicher D>e KPD- könnte derartige Verbindungen zwischen der Führung der freien Gewerkschaften und der Reaktion sehr gut gebrauchen zur„Entlarvung" der„reformistischen" Gewerkschaftsführer� zur chetze gegen die Gewerk- fchaften, um das Vertrauen der Masse der Ge- werkschaftsmitglieder zu ihren Gewerkschaften zu unterminieren- Ein chauptpfeiler dieser Konstruktion bildet die Behauptung, die Bundesleitung des ADGB. habe das schaurige Verbrechen begangen, einem Führer der chitler-Partei, und zwar dem jetzt in Opposition zu Hitler stehenden Herrn Gregor S t r a ß e r. die Gewerkschaftsbundesschule in Bernau zu zeigen. Das bedeutete eigentlich nur eine Fort- fetzung des schändlichen„Verrats" der bereits bei der Grundsteinlegung der Schule wie bei der Ein- weihung der Schule begangen wurde, Vertreter der bürgerlichen Presse einzuladen und sie in die Geheimnisse der Schulbauten, vom Vortragssaal über die Turnhalle und den„toten Mann" bis zur Küche und den Schlafzimmern einzuweihen. Obschon es für die Weltgeschichte nicht von Be- deutung ist und weder für eine„Verbindung" noch für„Beziehungen" etwas beweist, wenn irgendein Reichstagsabgeordneter einer uns feind- lich gegenüberstehenden Partei einmal die Bun- desschule besichtigt hätte, so ist doch wiederholt er- klärt worden, dah Gregor Stratzer die Bundesschule in Bernau nicht besichtigt hat. Trotzdem hält die„Rote Fahne" an diesem Stützpfeiler ihres Lügengebäudes fest und trumpft wiederum auf: „Zawohl, Slratzer war in der Bundesschule." Gregor S t r a ß e r habe mit offizieller Genehmi- gung des ADGB.-Vorstandes die ADGB.-Schule in Bernau besichtigt. Der 2. Borsitzende der Ber- liner Ortsverwaltung des Baugewerksbundes Ae- nosse Krause habe die ADGB.-Leitung Lügen gestraft durch seine Behauptung, Gregor Stroßer sei in Bernau gewesen und Hobe die Bundes- schule— eine halbe Stunde lang!— besichtigt. Genosse Krause ermächtigt uns zu der Er- klärung, daß er diese Behauptung nicht aufge- stellt hat. Er sagte, er glaube nicht, daß Gregor Straßer die Schule besucht hat, doch selbst wenn es der Fall sei, sei darin nichts Ungewöhnliches zu erblicken, da schon mehrfach unserer Bewegung fernstehende Personen die Schule besichtigten. Die„Rote Fahne" ist nicht im Bilde. Selbst wenn sich das fürchterliche Ereignis begeben hätte, daß Gregor Straßer die Bernauer Schule besich- tigen durfte, so ist es doch einfach lächerlich, wenn das Blatt daraus eine Staatsaktion zu machen sucht. Eine derartige Selbstgeißelung ist nur erklärlich aus dem blindwütenden Haß, mit dem die kommunistische Presse den „H a u p t s e i n d" zu treffen sucht. Selbst die einfältigste Flohknackerei muß als Mittel zu dem Krampf herhalten, den die KPD. als Kampf, als„revolutionären" Kampf ausgibt. Raismes bei Lille infolge Auftragsmangels geschlossen wurde. Das Werk beschäftigte fast ZOOO Arbeiter, die jetzt brotlos geworden sind. Die Ford Motor Company hat bekannt- gegeben, daß sie ihre Fabriken in den Vereinigten Staaten aus unbestimmte Zeit stillege. Anscheinend ist diese Maßnahme auf die Nieder- legung der Arbeit durch övlX) Angestellte, die die Werkstätten geschlossen verlassen hatten, zurück- zuführen. Die Ford-Gesellschast beschäftigt u n- gefähr Igt) vgl) Personen. Ankurbelung? Ltillexunxen Aus Paris wird gemeldet, daß die s r a n z ö- sisch-belgische Gesellschaft zur Her- stellung von Eisenbahnmaterial in Eisnotdienst der Lufthansa Die Deutsche Lusthansa hat auch dieses Jahr einen Eisnotdienst mit Flugzeugen eingerichtet. Die Flugzeuge überbringen den Bewohnern der Nordseeinseln und den im Eise steckengebliebenen Schissen Lebensmittel und Medikamente. Unser Bild zeigt ein Flugzeug, das Schiffen, die in der Ostsee eingefroren sind, Lebensmittel überbringt. fchäftigten wir uns mit Zuständen in der S t a d t° randsiedlung Blankenfelde. Wir stellen das besonders fest, um keine Verwechslung mit der Groß-Siedlung Blankenfelde der Süd-Berlin- Boden-A.-G. in Blankenfelde, Kreis Teltow, auf- kommen zu lassen. Detter für Berlin: Uebergang zu trüberem Wetter mit geringerem Frost. Schwache westliche Winde.— Für Deutschland: Im Süden und Westen des Reiches Fortdauer des Frostes, in Nord- und Nordostdeutschland fortschreitende Ein- trllbung und Milderung. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochen- schrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Britz und g s. Abt. Tresspunkt zur Demonstration: lZ Uhr. Germaniapromenade. Stadtrandsiedlung Blankenfelde und nicht Großsiedlung Btankenselde. In unserem Artikel „Kälte schafft S i e d l e r s o r g e n" be- Randfunk am Abend Freitag, 27. Januar Berlin: 16.10 Medizinisch-rnusikalischp Doppelbegabungen(A. Guttrnann). 16.25 Nordische Musik. 17.25 Das vergessene Buch. 17.33 Jugendstunde. 18.00 Das neue Buch. 18.10 Einer von 80 Millionen. 18.20 Jugendbühnej ..Vater und Sohn" von J. v. d. Goltz. 18.35 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Chorgesänge. 19.30 Bunte Stunde. 21.00 Sinfoniekonzert. 22.10 Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Leipzig: Unterhaltungsmusik. 17.10 Viertelstunde für die Gesundheit. 17.30 Umgang mit Menschenaffen. 17.55 Tägliches Hauskonzert. 18.30 Stunde der Arbeit. 18.35 Wetterbericht. 19.00 Lebensfragen von heute. 19.30 Das Gedicht. 19.35 Aus Leipzig; Blaskonzert. 20.35 Deutsche ohne Deutschland(Hörspiel von W. v. Molo). 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.43 Seewetterbericht. Aus Leipzig: Bunte Stunde. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volksfunk", monatl. 96 Pf., durch alle„Vorwärts". Boten oder die Postanstalten. Leranlwortlick für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtschast: G. Klingelhöser: Gewerkschaslsbe- wegung: I. Steiner: Feuilleton: Herbert Le- p« r e; Lokales und Sonstiges: Fritz Karstädt; Anzeigen: Otto H e n g st: sämtlich in Berlin' Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei u. Verlagsanstall Paul Singer u. Co., Berlin SW. 08, Lindenstr 3 i Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen-Ausgabe des„Vorwärts" verössentlicht. Hierzu 1 Beilage. R O G R AH H für die Zeit vom 27. bis 30, Januar INOnTAFEIi BrgjfflOLH BTL Potsdamer Str. 38 Cirrüu Ist die Heide mit Cam. 8pira— An heiligen Wassern mit Karin Hardt Jugendliebe haben Zutritt! Wacht, ab 5 Uhr, Sannt, ab V-3 Uhr BTL Turmstraße 12 Der Orlow mit Liane Haid, Iwan Petrovich— Husaren- liebe mit Max Adalbert Wacht, ab 5 Uhr, Sannt, ab 3 Uhr BTL Alexanderstr. 39 (Passage) Baby mit Anny Ondra— Das Abenteuer der Thea Koland mit JLil Dagover Den ganzen Tag geöffnet! S. ab 3 Alhambra Müllerslr. 13t>. Ecke Seestraße. Grün ist die Heide mit C'ain. Spira. Peter Voß— Geheimnis des blauen Zimmers mit Else Elster. Theodor Loos W. ab 1.30 Uhr, S. ab 2.30 Uhr Odeon.PotsdamerStr.75 Ich bei Ta�f n. du bei Xacht mit K. v. Xuscy, W I ritsch — Gutes Beiprogramm W. 5, 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7, 9 Uhr German ia-Pa last Charl., Wilmersdorfer Str. 53/54 Die. Herren von Haxim mit Eee Parry— Tausend für eine Xacht mit Gl. Uommer Wacht, ab 5 Uhr, Sonnt, ab 3 Uhr Kant-Lichtspiele Charl.. Kantslr. 54. Unmögsliehe Liebe mit Asta Nielsen— Der falsche Hund mit Max Ehrlich W. 5. 7, 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr Primus-Palast Potsdamer Straße 19. Uraufführ.! Kaiserwalzer mit JI. Escgerth. W. Eichberger, Paul llörbiger, Hansi Niese Jugendliche haben Zutritt! W. 5.15, 7.15. 9.15 Uhr S. 3.15, 5.15. 7.15, 9.15 Uhr Franziskaner Um 9. 12, 3, 6. 9 Uhr beginnend: Ballhaus goldener Engel Um 10.30. 1.30. 4.30, 7.30 u. 10.30 Uhr Unmögliche Liebe mit Asta Nielsen Xeueste Ton- Wochenschau Kolonnaden-Kino xag�kTno Leipziger Str 58 Ab 9 Uhr vorm. Grün ist die Heide mit Camilla Spira, Peter Voß— Die erste Instmktionsstunde mit Heide mann— Xeueste Woche Jugendliche haben Zutritt! « Moat..» j /l An/ Wocbenl. ab 6 Uhr nriUSnOl Sonntags ab 5 Uhr Pcrkberger Str. 29 2 Grofilonfilmc; Die un-tichtbarc Front— Zltfeuner der Nacht mit Jenny Jugo— Tonwoehe � Charlottenburg V Schlüter-Theater 5, suzfSu. Schlüters! r. 17 Sonntags 3 Uhr: Jugend- Vorstelhmg Ja, treu ist die Soldatenliebe mit Schulz— Die Pranke mit Ch. Susa. Kehmann Frledrichstaclt Die Kamera unZ/" Beginn 3. 5, 7, 9 Uhr Verlgl. Urauff.: Iglu, Eskiroofihn Kanu- W'IIdwasserfahrten Ton woche— Jugendliche Zutritt! c Wilmersdorf Atrium Wachem. 7, 9*4 U. S'g. 5. 7. 9�. U- Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Uraufführung: Großstadtnacht mit Dolly Haas, Fritz Kampers Gutes Tonbeipro£ran)m c ZehlencaorF-Hitte 70]l Beg. tägl. 5, 7, 9.10 Uhr K/Zli Sonnt. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Straße 56. Die unsichtbare Front mit C. L. Diehl. Tr. v. Molo— Gutes Tonfilrabciprojframm Steglitz Titania-Palast slÄauü. Steglitz. Schloßstr 5. EckeGutsmuthsslr Tonf.-Operette: Glück über Nacht mit Magda Schneider, Thimig — Gutes Tonfilmprogramm Kronen-Lichtspiele RUeinstr. 6ä Täglich ö 7. 9 Uhr. Sonnt, ab 3 Uhr Wenn die Liebe Jlode macht mit Renate Müller. Alexander, Wallbure.— Beiproeramm Rheinschloß-Lichtspiele Rheinstr. 60. Woch. 5. Stg. 3 Uhr Helgas Fall und Aufstieg mit Greta Garbo—\cueste Woche — Großes Beiprogramm Flora-Tageskino Hauplslr. 141. Sbd. u. Stg., 3 Uhr: Jugendr Vorst. Das Gespensterschiff m. Harry Piel— P«t«. Patachon: Lumpenkavaliere Titania Schöneberg"g um Hauptstr. 49. Stg. 3, 5, 7. 9 Uhr Glück über Nacht mit Magda Schneider. Herrn. Thimig. Sz. Szakall— Ffatonwoche Wochenl. 5, letzte 9% U. / urma Sonntags ab 3 Uhr Hauptstr. 144. Ein Hann mit Herz mit Gustav Fröhlich— I Minute vor 12 mit Tom Mix n/f„ f• Hariendorfer W. 7, 9, T/ff-LI Tonlichtspiele S. 5. 7. 9 Chausseestr. 305. Unmögliche Liebe mit Asta Nielsen— 1 Minute vor 12 mit Tom Mix Knrfiircf w- 7' 9' sbd- �8- 5. 7. 9 liUTTUTSl stg. 3 Uhr; Jgd.-Vorsl. Oorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Wenn die Liebe Mode macht mit Ben. Müller, G. Alexander Tivoli Täglich: 5, 7. 9 Uhr Sonnt.: 3, 5. 7. 9 Uhr Berliner Straße 97. Die Herren von Maxim mit Lee Parry— Tod über Schanghai Film-Palast Kammersäle Tcltower Str. 1. W. ab 5H, S. ab 3% 2 Großtonf.; Grün ist die Heide mit Fritz Kampers, Cam. Spira — Dos Geheimnis des blauen Ziiinmers PnJtndinm w- 5 1 Hcu-li«htenl»erg'b Kosmos-Lichtspiele ie?-e»u Lückstr. 70 So. 2'/«: Jßd.-Vorst. Die unsichtbare Front mit C. L. Diehl— Mit Robert Stolz durch Wien Pankow Palast-Theater Ix u: Breite Str. 21a. Das Geheimnis um Johann Orth— Pat u. Patachon: Lum- penkavalierc TV* /* Wochentags 6.30, 9 Uhr I IVO II Sbd.. Sonnt, ab 4.30 Uhr Berliner Str. 27. Großtonfilm: Die unsichtbare Front mit C. L. Diehl. Trudc v. Molo— Tonbeiprogramm Tegel 6 Uhr ab AVz Filmpalast Tegel 1: Bahnhofslr. 2. Stg 2 U.: Jgd.-Vorst. Di© unsichtbare Front mit C L. Diehl. Tr. v. Molo— 1 Minute vor 12 mit Tom Mix Kosmos 1'l,n W ab 6 Uhr Bühne Stg. ab 4 Uhr Hauptstr. 6. Stg. 2 Uhr: Jgd.-Vorsl. Trenck mit Hans 8tüwe— Ton beiprogr.— Bühne: Berliner Elite-Sänger mit neuem Programm Union- Theater s.OC4h4. h. m Hauptstraße 3. Die unsichtbare Front mit C L. Diehl. Tr v. Molo— 1 Minute vor 12 mit Tom Mix W Hennigsdorf Fi Imnn Incf Be* W 6 8.30 Uhr rumpaiasi stgs 4�.6�,8% u. Berliner Str. 59 Der weiße Dämon mit Albers. Trud© v. Molo, G. Maurus■— Beiprogramm— Emclkatonw. BEILAGE FREITAG, 27. JANUAR 1933 Srnumadtek: HügcCHr. 35�7 Stieß goitgcttmi ff5 WtCChmH hMeft! •fl n i? fivoh il&c fix n>i f on it rsm" Das grab des uubekannlen Irren Sotdaieii An der dem Ring zugekehrten Front des Alt- srädter Rathauses in Prag sind zwei Bronze- tafeln angebracht, hinter denen Erde eingemauert ist von den Schlachtfeldern in Rußland, Italien und Frankreich. Diesen beiden Tafeln obliegt die traurige Pflicht, an den unglückseligen Krieg und seine zahllosen Opfer zu erinnern. Ein Grabmal des unbekannten Soldaten, fo wie es in vielen andereil Länder» existiert, gibt es in Prag nicht. Dafür aber hat die alte „hunderttürmige" Moldaustadt etwas, das kein Meites Land hatl etwas, das zwar nicht zu be- geisterter„Heldenverehrung" anspornt, wohl aber in eindrucksvollster, erschütterndster Weise ver- kündet, was die im Sold des Kapitals stehende Blutfurie Krieg aus armen, schuldlosen Menschen machen kann: das Grab des unbekann- ten irren Soldaten. Mit dem ersten Transport tschechischer Kriegs- gefangener, die aus Sibirien über China, Amerika und Deutschland in die Heimat zurückkehrten, kam auch ein Wahnsinniger, den die Kameraden aus Mitleid und Erbarmen mitgenommen hatten. Niemand kannte den Namen des Bedauerns- werten, niemand wußte, wo und wodurch der Geist dieses Aermsten der Umnachtung anheim- gefallen war. Die Worte, die über seine Lippen kamen, waren stets die gleichen l einmal flüsterte er sie, vor Entsetzen bebend, scheu vor sich hin, dann wieder schrie er sie mit nrarkerschütternder Stimme hinaus in die Welt, als furchtbare An- klage gegen alle jene, die in frevelhafter Ber- mesfenhest so viel grützliches Unglück über die Menschen gebracht hatten: „M utter! Mutter! Es war schreck- Itch!" Es war schrecklich!— Diese drei Worte sollten mit Riesenlettern in Stein gehauen werden: sie sagen mehr, als sämtliche Bände der gewaltigen Kriegslsterotur! In Bohnitz bei Prag, auf einem Plateau, zu dem«ine steile Serpentine emporführt, ist die große Irrenanstalt Böhmens. Sie hat ihren eige- nen Friedhof. Wer ihn besucht und die lange Reche der Soldalengräber abschreiteh kommt schließlich zu einem Hügel, der die Nummer 3507 trägt. Hier, unter diesem schmucklosen Crdauf- wurf, ruht jener namenlose Soldat, der— gleich vielen, vielen anderen!— im Stacheldraht den Verstand verlor über der fürchterlichsten aller Verstandeslosigkeiten: dem Krieg. Qünfer J>ehl: föttegAßCtHflei* Nach einem Holzschnitt von Peter Hecker. Welch grelle Tage brannten sein Antlitz aus und benannten das Grausen und jenen schreienden Schmerz, die blutlos sich und in trockenem Heiß als Weißes seinem Mund eingeschweißt?— Daß seine Lippen das Stöhnen behalten, daß es den Mund nicht zerreißt und nicht ausbricht seinem Gesicht durch die mühsam gehaltenen Falten! Daß es so lautlos ist und leer,— fast schon verwachsen mit dem Blick, der nicht mehr ist als eine helle Stelle! tKalharina lÄadelafcy; �Caßt Berlin. Straßenbahn, 1933; Ein älterer Herr, sehr gepflegt, frisches, rundliches Gesicht, unterhält sich lebhaft mit einer jungen Dame in elegantem, braunem Pelzmantel, dessen hochgeschlagener Kragen ein leeres Gesicht mit wasserhellen Augen einrahmt. Einundzwanzig Menschen hören zu. Menschen, die sich den Kopf zergrübeln, wie sie etwas ver- dienen können, um über den nächsten Tag hinweg- zukommen, wie sie die Miete zusammenbringen werden, wie sie es möglich machen, dieses kärg- liche Dasein zu fristen. „Arno hat schreckliche Magenbeschwerden. Er meint, die Austern seien schuld", sagt der alte Herr. „Ach! Ich fand die Auster:, ausgezeichnet", die junge Dame. „Ich auch. Arno hat bloß zuviel durcheinander gegessen und hinterher Kognak getrunken. Kognak auf Austern, davon halte ich gar nichts." Es spinnt sich eine lange Auseinandersetzung daran, wie lange sich Austern frisch halten, wie sie am besten zubereitet werden, was zu tun ist, um einem Uebelsein nach reichlichem Austern- genuß vorzubeugen. Ein junger Bursche mit verhärmtem Gesicht, der nahe am Eingang steht, sagt zu seinem Nachbar: „Einsperren sollte man solche zu Wasser und Brot, bloß vierzehn Tage, damit sie wissen, was Hunger ist." Damit steigt er aus. Das Gesicht des allen Herrn läuft blau an: „Unerhört!" entrüstet er sich. Die junge Dame neben ihm zuckt die Achseln und sagt:„Vesser man überhört das. Solchen Leuten fehlt eben jeglicher Takt." Das Berliner Institut für Konjunkturforschung schreibt in seinen Vierteljahrsheften: Der Bestand der IVirisdiafi an Arbeitskräften müßte sidi theoretisd) feststellen lassen, wenn man zu den Beschäftigten die Arbeitslosen und dazu als Ergänzung nodi die jemeils kranken Arbeitnehmer addiert. Weiter liest man; Nadi dem Stande von Mitte 1932 werden auf diese Weise im ganzen nur nodi 18,4 Millionen Arbeitskräfte registriert. Ende 1929 waren es aber nicht weniger ah 20,3 Millionen. Ergibt ein Minus von 1,9 Millionen... Sollen noch, sehr reichlich gerechnet, 400 000 durch den Tod ausgeschieden sein oder als Schwer- und Gelegenheitsarbeiter ihr Leben verdienen— so fehlen doch noch immer 1,5 Millionen: Anderthalb Millionen Menschen! Anderthalb Millionen Menschen fehlen! Wo ist ein deutscher Arbeitnehmer, wenn er nicht in der Statistik steht— nicht in der Statistik der Krankenkasse— nicht in der Statistik des Arbeitsamts? Anderthalb Millionen Menschen fehlen— Anderthalb Millionen—; wandern. Das ist das Faschingsfest neunzehnhundertdreiunddreißig: Lieber deutsche Landstraßen zieht der Zug der Not. In deutschen Städten schlägt sich das Heer des Elends bettelnd von Tür zu Tür. „Hunger" heißt der General, der diese Armee dirigiert. „Brot" der Kriegsruf „Arbeit" das Siegziel. Aber es kommt so leicht nicht zur Schlacht, der Feind wird so leicht nicht geschlagen, und anderthalb Millionen wandern weiter, leiden und hoffen: Anderthalb Millionen unbekannte Soldaten des Proletariats. WieAcnGcxgcr: dber UtHtexnae&Ufipuiz von SanssoMci Personen: Der Ufa-Siar. Der erste Nationalsozialist. Der Held aller Sdiullcsebüdier. Eine dumpfe Stimme. Ort der Handlung: Der mit ternädii liehe Park von Sanssouci. Der Ufa-Star(in der Maske Friedrichs des Großen in seinen letzten Lebensjahren, mit bekanntem Hut und Stock): Diese Nacht ist Herr- lich(nachdenklich in den Himmel blickend). Es ist eine historische Nacht heute. Genau wie vor zwei Jahren drehten wir in Neubabelsberg die Nacht- fzene zum„Flötenkonzert von Sanssouci". Der Kurier raste über Land, während ich Renate Müller, äh, was rede ich da, dte Gattin des Kuriers vor Dummheiten bewahren mußte. (Sc' munzelnd) Gott sei Dank, daß es zu den hervorragendsten Pflichten eines Königs gehört, wohlwollend in die Eheaffären seiner Untertanen einzugreifen. Ich, der König, habe mich persönlich mit Frauen nur indirekt zu beschäftigen. Ja, ja, ich bin ein gemütlicher, ausgelebter alter Herr, der nur auf die persönlichen Vorteile der Unter- tanen bedacht ist. Allerdings habe ich früher auch mal Schlachten geschlagen, etwa als wir die vier Teile„Fridericus Rex" drehten oder auch in den zwei Teilen des„Alten Fritz". Aber heute ist das nicht sehr beliebt. Das Volk will einen König wie im„Flötenkonzert von Sanssouci". Und auf das Volk kommt s schließlich an. Stimme hinter ihm' Jawohl, Alter, auf das Volk kommlls an. Der Ufa-Star dreht sich blitzschnell um und ge- wahrt den Helden aller Schullesebücher, in der Maske Friedrichs des Großen. Es ist die Maske aus der Zeit der Schlesischen Kriege, in aufrechter Haltung und im Waffenrock. Ufa-Star(im militärischen Tone): Wer ist Er? Held der Schullesebücher: König Friedrich II. von Preußen. Der Clou aller Schul- lesebücher. Soeben ist von Herrn Bracht eine neue Ausgabe von mir in Vorbereitung Diesmal ist die goldene Tabaksdose aus der Schlacht bei Kunnersdorf wieder abgedruckt worden. Ich trug sie im Schlachtengewimmel über dem Herzen und so hielt sie einen Granatsplitter ab und rettete mir das Leben. Außerdem.. Ufa-Star(ihn unterbrechend): Halt Er das fHokmpokus polilikus Wie ist der Umgangston unter den O f a f s? O saftig! * Das Berliner„braune Haus" liegt in der Voß- straße; warum nicht wie in München an der Brienner Straße? Nebenan hätte man gleich das Krematorium... * Die SA. üben einen neuen Sturmgesang, passend für alle Wahltage:„Heut' die Macht oder nie!" * Genau betrachtet, besteht das Hakenkreuz nur in rechten Winkeln. * Wozu bemühten sich die Nazis so um das kleine Lippe? Die große Lippe haben sie doch schon längst! Gestalt unseres Kollegen vom F>!m Paraden ab- nimmt und für Familienharnion'e seiner Unter- tanen sorgt. Schlagen Sie ein, hier ist meine Rechte. Ich bin, gewährt mir die Bllte, in Eurem Bunde der Dritte. Ohne Euch, Kollegen, könnte ich gar nicht existieren. Friedrich der Große war der größte Feldherr aller Zeiten, der Beschützer aller Armen und Unterdrückten, em Freund der begeisterten Jugend. Er war ein humaner, gütiger Mensch, sorgte für die Freiheit seiner Untertanen und stand ihnen mit Rat und Tai zur Seite. Friedrich der Große war für Sauberkeit und Ord- nung, er war ein Hüter des Rechts und ein Lieb- ling seines Volles. Wer dafür ist, daß es wieder so werden soll, der... Eine dumpfe Stimme: Wer stört hier die nächtliche Ruhe? Schade, daß ich mit meiner vertrockneten Hand keine Knute mehr hallen kann. Das Volk ist zu dreist geworden Ich werde das nächtliche Spuken nächstens aufgeben müssen. Die Gicht sitzt mir in den Gliedern. (Der Vorhang fällt.) Maul. Cr ist«in Lügenbold. Er steht vor dem König von Preußen und er hat Respekt zu be- wahren. Verstanden? Wie kann er sich unter- stehen, seinem König einen Fastnachtsscherz zu spielen? Held der Schullesebücher(in höchstem Maße entrüstet): Bewahr Er die Haltung, vor Ihm steht der Sieger von Leuthen(ruhiger werdend). Lese Er in allen Realien- und Lese- büchern nach. Seit es Druckerschwärze gibt, bin ich der Held unzähliger Anekdoten. Meine Güte, meine Rechtschaffenheit, mein Heldenmut kannten keine Grenzen. Ich ritt in allen Schlachten voran. Um mich und meinen Schimmel machten die Kugeln einen Bogen. Ufa-Star(zornig): Red' Er keinen solchen Unsinn zusammen. Laß Er mich einmal zu Worte kommen. Held der Schullesebücher: Er hat seinen König beleidigt. Er ist.. Ufa-Star(hebt seinen Krückstock): Es ist genug jetzt, sonst.. E i n e S t i m m e: Nicht so laut, meine Herren. Die beiden fahren erschreckt auseinander. Es erscheint der erste Nationalsozialist>» der Parade- maske Friedrichs des Großen. Der erste Nationalsoziali st: Ich habe Sie soeben belauscht, meine Herren. Ich saß dort hinter jenem Busch. Zunächst schlage ich vor, wir lauschen zur Beruhigung ein wenig dem Glocken- spiel.(In der Ferne spielt das Glockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche: Ueb' immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab.)— Nun zum Geschäftlichen. Sie gestatten, meine Herren, daß ich mich vorstelle. Bitte, erschrecken Sie nicht: Friedrich der Große, König von Preußen und erster Nationalsozialist. Ich bin ein Geistepsrodukt des Reichspropagandaleiters der Nationalsozia- listischen Deutschen Arbeiterpartei, des Herrn Josef Goebbels. Ich habe genau das gleiche Recht zu leben wie Sie. Es ist nur ein lächerliches Ver- sehen meinerseits, daß die NSDAP, statt hundert- fünfzig Jahre nur dreizehn Jahre alt ist. Augen- blicklich diene ich meiner Partei bei der Werbung neuer Mitglieder. Ich war für Sauberkeit und Ordnung im Staate. Meine Beamten wurden durch mich und meinen Krückstock zu tüchtigen Dienern des Staates erzogen. Meine Schöpfer haben mich nun auf ihr Schild gehoben, denn wer für mich ist, ist für Ordnung und Sauberkeit. Ufa-Star: Ich kann es nicht fassen. Es muß ein unglückseliger Zufall gewesen sein, daß wir hier zusammengetroffen sind. Der erste Nationalsozialist: Was reden Sie da, lieber Mann? Ich habe vorhin Ihren Streit mit angehört der völlig sinnlos war. Vielleicht sind Sie zu feige, es selbst zu gestehen, aber es ist doch so. Es kommt nur darauf an, daß wir die Interessen unserer Auftraggeber gut ver- treten.(Nach einer Pause sortfahrend): Nun, ist es nicht so? Held der Schullesebücher: Sie sprechen eine reale Sprache, mein Herr. Ihr Ton liegt mir fern. Ich habe eine Jugend zu begeistern. Die Jugend ist für Heldenmut und Schlachtensiege leicht zu haben, aber Ihre Worte zeugen von ge- meiner Spekulation. Der erste Nationalsoziali st: Darf ich Ihnen eine Zigarre anbieten? Sie sind ein sabel- hafter Kerl. Sic haben Ihre Aufgabe klar er- kannt. Begeistern Sie die Jugend für Siege und Heldenmut. Die gleiche Jugend wird in das Kino strömen, wenn aus der flimmernden Leinwand die Jtenny Schumacher: HeitCicße s�eUent Meine Eltern lebten vor dem Kriege in einer rheinischen Kleinstadt, die damals etwa 3 0 000 Einwohner zählte, aber eine der reichsten Städte i>, Deutschland war. Dieser Reichtum be- fand sich in den Händen einer kleinen Schicht von Leuten, die als Finanzaristokratie die Stadt be- herrschten. Zum Teil waren es alte Hugenotten- familien, die zur Zeit der Verfolgungen ausgewandert waren und ihren Gewerbefleiß mit ins Rheinland brachten. Zum Teil waren es Leute, die sich in der vergangenen Generation empor- gearbeitet hatten. Jedenfalls war in der gegen- wältigen Generation von tieferer Bildung in diesen Kreisen fast nichts zu spüren. Dagegen herrschte ein maßloser Hochmut und Dünkel, der sich besonders bei der Jugend bemerkbar machte. So erzählte einmal die Tochter eines Millionärs ihren Schulkameradinnen:„Meine Eltern haben morgen Gesellschaft!" Und auf die Frage:„Wer kommt denn zu euch?" hieß es:„Na, wißt ihr, so dritte Garnitur!" Und zu dieser dritten Garnitur rechneten sie den Direktor des Real- gymnasiums, Aerzte und Juristen, die an Bildung hoch über ihnen standen. Vermöge dieser Finanzlage ergab sich bei den Gemcindewahlcn, die vor dem Kriege nach dem Dreiklajsenwahlrecht vollzogen wurden, eine sehr eigenartige Situation. Nach diesem Wahlrecht wurden die aufgebrachten Steuern in drei gleiche Teile geteilt. Alle Steuerzahler wurden genau nach der Höhe ihrer Steuerleistung auf eine Liste gesetzt, der Höchstzahlende zu oberst, der Nächsthöchste dann folgend bis zu den kleinen Steuerzahlern abwärts, die drei Mark aufbrachten. In unserer Stadt war es nun so, daß der reichste unter den Millionären schon allein das erste Steuerdrittel aufbrachte und daher für stch die erste Klaffe bildete. Das zweite Steuerdrittel wurde von etwa zehn Reichen gezahlt. Diese zehn Bürger kamen also in die zweite Klasse. Das Gros der Bürgerschaft, darunter die ganze geistige Elite der Stadt, wie alle Juristen, Lehrer, Aerzte, Verwaltungsbeamte und Künstler, kamen zusammen mit der Arbeiterschaft in die dritte Klasse. Jede der Klassen wählte nun die gleiche Zahl von Stadtverordneten. So kam es, daß einMann in der er st en Klasse nur um seines gefüllten Geldsäckels willen genau so viele Rechte hatte wie zehn Männer in der zweiten Klasse und wie Tausende von arbeitenden Männern in der dritten Klasse.(Frauen durften damals überhaupt nicht wählen!) Und daß die elf Männer der beiden ersten Klaffen zusammen doppelt so viele Rechte besaßen wie die Tausende in der dritten Klasse. Dieser eine Mann der ersten Klasse brachte natürlich nur solche Leute in die Stadtverordneten- Versammlung, die ihm genehm waren. Da auch die zehn Männer der zweiten Klasse einer ganz bestimmten Kaste angehörten, hatten diese elf Männer durch ihr Recht, zwei Drittel der Stadt- verordneten zu wählen, immer die Majorität, und gegen ihren Willen konnte innerhalb der Stadt- Verwaltung nichts geschehen. Tatsächlich stand die ganze Stadt unter dem Einfluß dieser Finanz- aristokroten, nicht nur in politischen Fragen, son- der» ebenso in Fragen des Rechts, der Moral, der Sitte. So sah und sieht die„Gerechtigkeit" des Drei- klasfenwahlrechts aus! Dies eine Beispiel ließe sich hundertfach oermehren. Arbeiter-Fuß- und-Handball Vorrunde um die Kreismeisterschaft Geld her! Wer finanziert das Olympia? Nun gehts also mit Riesenschritten den olympischen Spielen der bürgerlichen Verbände zu. Diesen Eindruck gewinnt man wenigstens aus dem Getose, das schon jetzt um diese Spiele gemacht wird, obschon es noch dreieinhalb Jahre Zeit ist. Das Organisationskomitce ist gebildet, alles was Namen und Rang hat, ist darin Mitglied, die SoMti&fy i*adun.: JtasityaeU*.! Im Sportpalast werden am Sonntag wieder tausende Arbeitersportler in allen Sportarten mitwirken und Zeugnis von dem augenblicklichen Stand des Arbeitersports ablagen, 6000 numerierte Plätze stehen neben einer großen Zahl weiterer Plätze zur Vertilgung Große GymnastikvorfUhrungen nach Musik, scortliche Wettkämpfe, Konzert usw. versprechen der Arbeiterschaft Berlins einen abwechslungsreichen Sonntag. Wegen der Demonstration Im Lustgarten ist der Beg nn der Vorkämpfe auf 15.30 Uhr verlegt worden; die Hauptkämpfe beginnen um 19 Uhr. Darum nach der Demonstration auf zur größten Winterhallenveranstaltung der Arbeitersportlerl .. und abends i*i(Um Spaeipcdctti! Stadt Berlin hat sogar einen Olympiakommissar in der Person des Obermagistratsrats Dr. Lieb- recht. Oberbürgermeister Böh war zwar gewissen Leuten zu sportfreudig, nichtsdestoweniger ist der neue Ober Sahm zweiier Vorsitzender des Ko- mitees. Viel Geld wird zu den Spielen gebraucht. Man hat ja auch allerhand vor, und von nichts ist nichts. Größtes Projekt und Lieblingsidee Dr. Diems, des Generalsekretärs: Vollkommener Umbau des Stadions im Grunewald! Kostet drei Millionen oder fünf— so genau kommt es nicht darauf an! Wer bringt das Geld auf, wer finanziert das ganze großangelegte Treffen der Weltrekord- sportler? Das ist nicht die Sorge des Komitees, nicht die Sorge des veranstaltenden Reichsausschusses für Leibesübungen, nicht die Sorge der einzelnen Verbände oder Vereine. Die haben kew Geld. die haben nicht einmal soviel aufbringen können, um im vergangenen Jahr die deutsche Sportler- expedition nach Los Angeles schicken zu können. Trotz des sehr einnehmenden Wesens der Ver- bände find sie sehr, sehr krumm, wenn es sich um solche Sachen ihrer Allgemeinheit handelt. In viele Einzelverbände zersplittert, sorgt die deutsche Turnerschaft, sorgt der deutsche Schwimmverband. sorgt der deutsche Fußballbund, sorgt der chockey-, der Ski-, der Bob-, der Eislaufverband, sorgen die Ruder-, die Kanuverbände, sorgt die Sport- behörde für Leichtathletik, sorgen alle diese Einzel- verbände zunächst einmal für sich Eine Zentrali- sation wie sie der Arbeitersport im Arbeiter- Turn- und Sportbund hat, kennt man bei den Bürgerlichen nicht. Da hat jeder seinen eigenen Topf, und je mehr man in dieser Organisations- Pyramide nach unten kommt, um so weniger ist in dem Topf drin. Aber wozu hat man einen Staatssekretär des kaiserlichen Deutschland als Generalvorsitzenden? Der wird seine Verbindungen schon spielen lassen. Reichszuschüsse erwartet man, wo man selbst nicht leistungsfähig ist, Zuschüsse von der Stadt Berlin, die ibre Erwerbslosen hungern lassen muß. Vier Millionen will man von Berlin pumven und sogar— zurückzahlen, wenn die alnmvlsche Hetzjagd und der Kassenranvort be- endet sind. Sogar am umgebauten Stadion will man die Stodt beteiligen und— denkt eucki nur! — das Stadion soll dann sogar den Arbeiter- sportlern für ihre Weltsniele zur Verfügung stehen! Wenn nun nicht alles in Butter geht... Was ist mit„Sparta" los? So fragt die„Rote Fahne" und die anderen kommunistischen Blätter. Dabei wird die Be- hauptung ausgestellt, daß die sozialdemokratische Provmzpresse in lauten Tönen den Uebertritt von „Sparta 52" zum Arbeiter-Turm und Sportbund Di« Spiele um die Kreismeisterschaft im Arbeiterfußball sind so weit gefördert, daß am Sonntag bereits das vorletzt« Spiel statt- rindet. Der bisher spielfreie erste Bezirk sendet seinen Meister„N o r m a n n i a" nach Teltow, der dort dem Dorrundensieger„Hertha- Luckenwalde gegenüber tritt. Wenn wir die Aussichten beider Mannlchaften beurteilen sollen, so müssen wir davon ausgehen. daß beide erstmalig im Kampf um die Kreis- Meisterschaft stehen. Hertha hat sich in ihrer Ab- teilung im 4. Bezirk mit bewundernswürdiger Zähigkeit die Spitze erkämpft urtd ist in den Spielen um die Bezirksmeisterschaft infolge chres Kampsgeistes schließlich zu Meisterehren gekom- men. Dabei verfügt die Mannschaft schon über eine gewisse Tradition. Normannia hingegen ist erst nach 19S8 gegründet. Regelmäßige Uelungen unter fachkundiger Leitung haben die Mannschaft trotzdem schnell zu einem geschlossenen Ganzen ge- macht, der es im abgelaufenen Spieljahr gelang. ohne Verlustpunkt die Serie zu beenden. Beide Mannschaften besitzen gute Sturmführer. Nor- mannias Halbstürmer und Läuferreihe scheinen etwas besser zu sein, dafür hat Luckenwalde»ine härtere und erfahrener« Verteidigung, die bei ein- wandfreiem Boden gegen Normanntas genaues Zuspiel einen schweren Stand haben wird.— Spielbeginn 14.15 Uhr. Außer diesem Spiel finden«in« Anzahl Freundschaftsspiel« statt. Die vorspiele bestreiten: Teltow-Jugend— Fichte- Jugend(12.15 Uhr); Vorwärts ZI-Schüler— Wilmersdorf-Schüler(13.15 Uhr). Zugend- Wilmersdorf gegen Borsigwalde.— Normannia gegen Minerva.— Sonsa gegen Lichtenberg.— Nowawes gegen Vorwärts-Bedding. Die Bezirkskartelle MItle, Veddlag, Pankow und Reinickendorf haben am Sonntag bis 13 Uhr Ecke Bruaaeustraße und vwelaplah dem Genossen Erich Dabbert A Fahnenträger zu stellen.— Am Schluß der Kundgebung im Lustgarten Antreten oerkünde, der„Vorwärts" aber schweige. Warum wir bisher geschwiegen haben, können wir der „Roten Fahne" genau sagen: wir warteten erst die Aufnahme des Vereins im Bund ab, um dann mit Tatfachen auswarten zu können. Di«„Fahne" versucht ihren Lesern den Uebertritt zum ATSB. als Verrat klarzumachen. Weit die Mitglieder Spartas erkannt haben, daß eine Einheitsfront aller Arbeitersportler nur unter dem Banner des Arbeiter-Turn- und Sportbundes möglich ist, die Zugehörigtest zur sogenannten.Lampfgemein- ichaft für rot« Sporteinhest" aber eine Zersplitte- rung der Arbeiterklasse bedeutet, deshalb haben sie den Anschluß an den Bund herbeigeführt. Ist das Verrat? A rbeiter-Eishockey ASV.-Neukölln ist Kreismeister Aus der Arbeitersport-Eisbahn wurde gestern das Entscheidungsspiel um die K r e i s m e i st e r- ichaft zwischen ASV.-Neukölln urtd Ostring 1 ausgetragen. Beide Mannschaften waren selbst- verständlich mit der stärksten Garnstur zur Stelle. Die anfängliche Neroosstät aus beiden Seiten kam in der dritten Minute i» recht folgenschwerer Weise zum Ausdruck: Der linke Verteidiger von Ost- ring wollte klären und schob dabei aus zwei Meter Entfernung die Scheibe ms eigen« Tor. Das gab ASV. Mut. Sie kombinierten recht eifrig vor dem Ostring-Tor. und in der sechsten Minute konnte der rechte Stürmer nach einer Kombina- tion einen Hochschuh anbringen. Ostring versuchte nun, sich durch Alleingänge freizumachen. In der achten Minute wehrte der Schülu: Weißensee 1 und 2 gegen Pankow 1 und 2.— Aote Falken gegen Borsigwalde.(Wilmersdorf, Cicero- straße, 10 Uhr).— Nowawes 1* und 2 gegen Vorwärts- Wedding 1 und 2.— Alemannia 1 gegen Zossen.— Els- tal gegen Saxonia.— Alemannia 2 gegen Cladow.— Mahlsoorf gegen Herzfelde.— Hansa gegen Normannia. Die Nlännerfpiele für Hansa 31 fallen aus. Die Mitglieder beteiligen sich an der Demonstra- tion. Gruppe Reinickendorf trifft sich an der Arosaallee: Gruppe Wedding nimmt Aufstellung am Vinetaplatz. Handball Da am Sonntag das Hallensportfest der Ar- beitersportler stattfindet, ist der Spielbetrieb sehr gering. Ab 12 Uhr ist Spielsperre, die angesetzten Spiele finden bereits am Vormsttax statt. Bezirisllasse Ost«»! ssTVB. Stralau 2 wird filbst auf «genern Platz in der BSdickcrstrake gegen Eiche.Ääpenick 2 nicht» erreichen können. Köpenick geht sehr auegchteieich um 10 Uhr in den Kampf. Ebenfalls um 10 Uhr stellen stch in der Treskowallee die ffTGB. Karlshorst und der ZtTB. Werlfee dem Schiedsrichter. Od die üfTEB. Ober. fpree auf dem ihr bekannten Ferienfpielvlatz Eiche-Bcbns- darf wieder überaus dach gewinnen lassen wird? Wir glauben es nicht und hoffen, daß Oberfvree endlich Zeug uis des früheren Könnens ablegt. Beginn 10.80 Ubr.— Ingeud: Eiche-Köpenick gegen FTGB. Stralau um 0 Uhr Platz Bödickcrstraße.— ZTEB. Lichtenberg gegen TSV. Kaulsdorf um 10 Uhr Platz Hauffstraße. Bezirksklaffe Norde»! ÜTEB. Norden wird um 0.30 Uhr von MTV. Bernau auf dem Platz Humboldthain besucht! sie braucht stch um die Punkte keine Sorgen zu machen. Gleich- wertia erscheint die Paarung SP. Moabit 2 gegen FTGL. Reinkckendorf.Okt 2 um 0 Uhr in den Rehbergen.— I». gc»d: ZTSB. ffriedenau gegen ASV. Wedding um 10 Uhr Platz Offenbochftraße.— Frauen: SV. Moabit gegen Freie Schwimmer Ebarlottenburg um 10.08 Uhr R-Hberge.— ASV. Not.Beiß geaen FTGB. Adlershof um 0.80 Uhr Platz Schönhauser Allee. Die Kreisleitung für Handballspiele teilt mit: Bei 6 Grav Kälte fallen die angesetzten Spiele aus. Die Vereinsleitungen müssen sich infor- mieren, um Fahrgeldauegaben zu ersparen. aller Sportler, mit Musik und Fahnen, an der Marmorfchale vorm Museum. Marsch zum Sport. palast im Anschluß an den Rückmarsch der west- lichen Bezirke. Kartell für Arbeitersport nnd Körperpflege. Torwächter erfolgreich einen flachen Schuß ab, der aber von der Mitte aufgenommen wurde und aus zehn Metern Entfernung über den liegenden Torwart hinweg zum dritten Tor verwandelt wurde. Nun schien sich Ostring doch zu besinnen. Die Kombination wird planmäßiger, und in der zwölften Minute geht der linke Verteidiger mit der Scheibe bis hinter das ASV.-Tor, gibt dann sehr genau zur freistehenden Mitte, und unHalt- bar landet der Puck in der linken oberen Ecke. Das zweite Drittel blieb bei weiterer lieberlegen- hest von ASV. torlos. Ostring ließ im Tempo etwas nach: es schien mit den Wechselspielern nicht ganz zu kloppen. ASV. hatte eine schwach« Seite im linken Stürmer, der viele gute Kom- binationen durch Abseits vercorb. Das letzte Drittel wurde von beiden Mannschaften mst einem energischen Endspurt begonnen. Ostring hatte offenbar wieder Kräfte gesammelt und lag ständig vor dem ASV.-Tor. In der sechsten Minute brachte ein Alleingang des Mittelstürmers das zweite Tor für Ostring. Zum Schluß wurde das Spiel wieder nervös, der Ausgleich hing in der Luft und vor beiden Toren gab es Gedräng«. In der Aufregung ließ die Kombination etwas nach, so daß sich nichts mehr ereignete. Mit Z:*> wurde ASV. Kreismeister. Kauder zeigen sich Unter dem Titel Kreisturnfest in Klein-Kleckers- dorf vevanftastet die Kinderabteilung des Volks- sport Weißense« heute Freitag. 19.30 Uhr, in der Stadthalle Weißenfee, Pistoriusstraße, einen lusti gen Werbeabend. Der Reinertrag der Veranstal- tung wird für ein Ferienlager der Kinder ver- wendet. Aus dem reichhaltigen Programm: Festzug der Klein-Kleckersdorfer Turner, Fest- Übungen, Staffeln, Riegenturnen. Als besonders Attraktion: Austragung der Schwergewichts- Meisterschaft der Kleckersdorfer Schwerathleten im Heben. Unter den zahlreichen Ehrengästen finden wir den Herrn Oberbürgermeister und den Kreis- turnwart dieses berühmten Städtchens. Den Ab- schluß bildet ein Festspiel der Kinder. Eintritt für Erwachsene 0,25 M., Kinder und Erwerbslose 0,10 M. kinderluraen in vaumschulenweg. Die Freie Turnerschaft Groß-Berlin hat nun auch in Baum- fchulenweg eine Kinderabteilung eröffnet, die jeden Dienstag in der roten Schule, Kiefholz- Ecke Mosischftr., von 18 bis 20 Uhr turnt. Die Leitung liegt in Händen älterer, bewährter Ar- beitersportler, weshalb den Parteigenossen. Ge- werkschastlern und Sympathisierenden emvfohlen wird, ihre Kinder an dieser Stätte die Vorteile der Leibesübungen genießen zu lassen. Sport in Kürze Der.,Tour.de-Arance".Fllm in Berlin. Eindrucksvolle Bilder von der berühmten Rundfahrt durch Frankreich vermittelt der„Tour-de-France"» Tonfilm, der Sonntag, 29. Januar, 11.30 Uhr vormittags, im„Kristall-Palaft", Berlin N., Prinzenallee 1— 6, zur Erstaufführung gelangt. Der Berliner Straßenfahrer Kurt Stöpel, der bei der Tour de France 1932 im Gesamtergebnis den Zwesten Platz besetzte, sowie Martin Schmidt, der Manager der deutschen Mannschaft, werden ein- leitende und ergänzend« Worte sprechen. Die Freien Wasserfahrer„Aufwärts" hielten ihre Generalversammlung ab. Die Leitung des Vereins hat jetzt wieder Hans Szersba über- nommen. Vereinsanschrift: Hans Szersba, Berlin R 65, Müllerftr. 59b. Im Geschäftsbericht wurde festgestellt, daß der Verein seinen Mitglieder-- bestand bedeutend erhöhen konnte. Der Verein besitzt ein eigenes Bootshaus am Tegeler See. Dort sind noch einige Bootsstände frei. Richtefest bei den wasserfahreru. Eine seltene Feier zu dieser Jahreszeit fand bei der Freien Kanu-Union in Köpenick statt: Das Richtefest eines Bootshausneubaus. Ein neuer Stützpunkt des Arbeiterwassersports ist im Entstehen. Ein Haus, 30 Meter lang, 12 Meter breit, geht seiner Vollendung entgegen. Der Vorsitzende Gras betonte die große Bedeutung dieser neuen Stätte des Ar- bestersports und ein kräftiges„Freihest" schallte durch die winterliche Landschaft. Roch ein schweres Stück Arbest wird zu leisten sein, ehe das Werk vollendet ist. Zn der Fortsetzung der Serienkämpfe der Ar beiterathleten um die Kreismeisterschaft stehen, sich heute in der S-Klasse„Lichtenberg-Friedrichsfelde 04" und„Nord-Ost" in der Trainingshalle 11t- rechter Straße 31/32 gegenüber. Schwarzes Brett Vvlkslpvrt Neukölln-Britz, Spvrtabteilnng. Heu«. Ig1� Uhr. Vierteliahresversammlung bei Krüger, Emser Ztraße 86. Be irkskartell Lichtenberg. Treffpunkt zur Demonstration am Sonntag um 18 sthr Platz vor der Iugendbühne. Hol- tcistraße. Für Sportlerhundortfchakt Pflichtveranstaltung. NB. Vorwärts. Treffpunkt zur Lustgortendemonstration Sonntag, 18.20 Uhr, Küstriner Platz. ASV. Hellas. Heute, Freitag, Vorstandssitzung bei Sachse, Lindower Str. 26. Arbeiter-Schützenbunb. Ortsgruppe Berlin. Heute, Frei» tag, 20 Uhr, Generalversammlung bei Tristan, Britz, Bürgerstr. 18— 10. Freie Turnerschast Srvß-Berli», Bezirk Osten. Sonn- abend, 28. Januar, 20 Uhr, Jahresversammlung in der Patzenhofer-Brauerei, Landsberger Allee 2-i. Mitgliedsbuch mitbringen.— Bezirk Mitte. Morgen, Sonnabend, 20 Uhr. Jahresversammlung bei Arndt, Schröderstr. 2. Mitgliedsbuch nicht vergessen T-nnis-Rot Sroß-Derlin. Sonnabend Training für alle Eisläufer und Eishockenspuler Im Fricdrichshain. Arbeitcr-Sportkcgelklub Vorwärts. Trainiugsabend leben Sonnabend, 10 Uhr, Sporthalle Aletzandrinenstr. M. Säst-: herzlich willkommen. „Solidarität", Krastfahrer. Freitag, 27. Januar, 10 Uhr, Generalversammlung im Gewerkschaftshaus.— Abt. Mitte: Mittwoch, l. Februar, 20 Uhr, Sitzung im Gewerkschafts- Haus.— Abt. Temvelhof-Mariendorf: Donnerstag, 2. Fe- druar, 20 Uhr, Sitzung bei Merkert, Mariendorf, Kur- llirsten. Ecke Schützenstraße.— Abteilungsleitersitzung Montag, 30. Januar, 20 Uhr, bei Lchann, Brüderstr. 16 18. — Sonntag, 20. Januar, Startverbot:— Rabsahrer. Sonntag, 20. Januar, Startverbot.— Abt. Oberschöne. weide: 28. Januar, 20 Uhr, Jubilarfeier bei Emmerich, Wilhelminenhofstr. 64.— Abt. Friedrichshain: Besichtigung des Hauses der Technik, Friedrichstraße 110. Trefsvunkt 0 Uhr dort.— Abt. Prenzlauer Berg: ebenso.— Heim- abcude der Jugend: Abt. Kreuzberg: 80. Januar, 20 Uhr, Waffertorsir. 4.— Abt. Friedrichsbaiu: 31. Januar, 20 Uhr, Eberlnstr. 12.— 20. Januar, OVi Uhr, Bor ständekonferenz des 1. Bezirks im Gewerkschaftshaus, Ac&eüetspöäiec! Die Vereine der Bezirkskartelle treffen sich am Sonntag zur Demonstration der Eisernen Front im Lustgarten an den'm„Vorwärts" bekanntgegebenen Stellplätzen der Partei. Fahnen mitbringen Kein Arbeiterscortler darf fehlen, alles tritt an. Es geht gegen reaktionäre Staatsstreichpläne, doch— Berlin bleibt rot! Sf&afs mcaicr Freitag, den 27. Januar stsatsoper unter den Linden 20 Uhr Oer Troubadour staatiienes Schauspielhaus 20 Uhr Nora VOLKSBUHNE Thaatcr am BUlowoiaiz Täglich»14 Uhr O I Norden«SSO Schinderhannes vonm« Uhr Auslandsreise mit Felix örcisar M«vU Paadler Oscar Sabo, L6ns, Preislitie dratis PaplermUtzen Radau-, Belusligungs- Schersartlkel Damenspenden heuarüge DaKorationen Pohl& Weber Nachf. Berlin SW 19'Ä'l/S1 Siedlung Britz Restaurant und Cafd»Erich Jänicke« empfiehlt seine lo» nlliS! ev Ausschank bester Kindl-Bioro [auch außer dem Mause) gute Speisen und Gebänke Sonnabend u. Sonntag Unterhaltungs-Musik