Nr. 219. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illuftrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Zeitungs Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fest= tagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, r. 1508. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 18. September 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Das „ Die allamerikanische Gefahr nicht blos, billigeres Korn und Fleisch zu liefern als unsere| Junker- fie treiben die Bosheit so weit, auch mit unserer Melville'sche Bomben- Affenkak so nennt sich die neueste Gefahr", von der unser armes Industrie zu konkurriren, ihr den Weltmarkt streitig zu Europa, der große tranfe Mann", sich bedroht fühlt. Seit machen, und sie sogar o der bodenlosen Frechheit! wird, je genauer man es ansieht, umfo verdächtiger. Obgleich fenfationelle Nachrichten die Luft durchschwirren und trüben, so ungefähr einem Jahrhundert, das heißt seit das jüngste Ge- in Deutschland selbst anzugreifen. richt der Revolution in Frankreich die Machthaber belehrt Das ist leider wahr, und wahr ist auch, daß wir die reden doch die Thatsachen, so weit sie sich von den wüsten hat, daß es Grenzen der Macht und der Straflosigkeit mittel- und südamerikanischen Märkte verlieren. Allein und wirren Gerüchten und tendenziösen Lügen und Uebergiebt, finden die Machthaber sich stets in Gefahr. Das das ist sehr natürlich. Wie kann das alte Europa, das treibungen loslösen lassen, eine so deutliche Sprache, daß kein Unbefangener ihr sein Ohr verschließen tann. Baffen wir zu alte Europa und seine faule Gesellschaft find fortwährend seine Hauptkraft zur Beschaffung todter und lebendiger nächst einem Genossen aus Antwerpen das Wort, der in solchen in Gefahr. Bald ist die die göttliche Weltordnung Mordmaschinen verbraucht und jahraus jahrein drei bis Dingen Erfahrung hat und unter anderem an der sozialistischen den Revolutionären und Umstürzlern bedroht. vier Millionen seiner arbeitkräftigsten Männer von der Jagd auf den Bombenbaron" betheiligt gewesen ist. Dieser Bald ist das Eigenthum, die Familie, die Religion Produktion fernhält und blos für Zwecke der Zerstörung Genoffe schreibt uns: Antwerpen, 16. September 1896. in Gefahr. Bald das monarchische Prinzip. Immer und erzieht- wie fann es gleichen Schritt halten mit dem Die Entdeckung einer Bombenfabrit in Berchem Alles bedroht, immer und Alles in Gefahr. Die Gefahr in jugendfrischen Riesen Amerika, der keine Basalte und bei Antwerpen. Permanenz. Nur daß sie den Namen wechselt. Bald ist Schlösser im Magen hat und keine zwanzig Millionen Soles die Demagogengefahr, bald die Sozialistengefahr, bald daten auf dem Rücken? die Anarchistengefahr; bald Russengefahr, bald Franzosengefahr. Bald von unten Gefahr, bald von oben, bald von rechts, bald von links von allen Seiten Gefahr. Gestern die Gefahr von Dsten, heute die Gefahr von Westen. von Dhne Gefahr teine Regierung, fein Staatsmann mehr. Napoleon der Kleine lebte von Gefahren, Bismarck, sein gelehriger aber undankbarer Schüler, lebte von Gefahren, und Bismarc's glückliche Erben leben ebenfalls von Gefahren. = Der Dollmetsch des Abgeschiedenen von Friedrichsruh sieht schon im Geiste den gewaltsamen Zusammenstoß der alten und der neuen Welt. Nachdem All- Amerika AUEuropa finanziell, wirthschaftlich, industriell zu grunde gerichtet, werde es zum Todesstreich ausholen, und einen furchtbaren Krieg beginnen. Doch einstweilen habe All Amerika noch Bedenken. Wie soll es im Fall eines Krieges seine 86 000 englische Meilen ausgedehnten Küsten beschützen"? " Die bürgerliche Presse der ganzen Welt befindet sich seit Sonntag, feit Entdeckung der Bombenfabrik in Berchem, einer Vorstadt von Antwerpen, in Aufregung. Riefenhaft aufgebauscht gehen die schauerlichsten Berichte durch die Presse. Ja, man wußte im ersten Augenblick schon, daß die dort gefertigten Bomben für den Bar aller Hussen bestimmt gewesen.. Uns jedoch kommt die ganze Affäre sehr verdächtig vor. Man denke:„ Die Namen der Dynamitarden, welche Amerika verließen, waren der Polizei, bekannt. Es waren dies Graty, Bell, James Kerry und ein vierter, dessen Name uns bis jetzt unbekannt ist. Graty und Genossen gingen in Liverpool ans Land und reiften von dort nach London. Von ihrem ersten Schritt auf dem Boden Ihrer Gracious Majesty"( Guädigen Majestät) wurden fie durch Geheimpoliziften beobachtet, die ihnen Schritt für Schritt folgten. Von London aus. gingen Bell und Graty über den Kanal und beehrten als echte englische Touristen Antwerpen mit ihrem Besuch und nahmen Wohnung im „ Hotel des Anglais". Kurz darauf folgten ihnen ihre beiden anderen Genossen. Alle vier wurden auch hier Schritt für Schritt durch englische Detettives bewacht"! So erzählt man. Dieses alles flingt doch sehr unwahrscheinlich. Wem wird man weißmachen können, daß 2 oder 4 Verdächtige, von welchen, man" weiß, daß sie Dynamitarden sind, und welche auf Schritt und Tritt durch die Polizei verfolgt werden, in Berchem ein Haus miethen können, die Miethe für 3 Monate vorausbezahlen, dort allerlei explosive Stoffe in großen Quantitäten aufhäufen, dort bei verschlossenen Thüren und Fensterladen täglich von 10 bis 4 Uhr arbeiten und dies alles, während sie in all ihren Handlungen Schritt für Schritt durch 5 englische Detektives beobachtet werden? Bei welchem Droguisten kann der Erste Beste 50 Liter Vitriol faufen, ohne Verdacht zu erregen? Und diese Masse in kleinen Quantitäten bei verschiedenen Händlern zusammen zu holen, dazu besteht erst recht feine Möglichkeit, da die Dynamitarden ja auf jedem Schritte bewacht wurden! Mußten die ges riebensten der englischen Detettives" nicht dahinter gekommen sein? Oder sehen dieselben manchmal nicht gut? anderswo! Auch schon dagewesen, in Belgien und Wir erinnern uns nur zu gut des berüchtigten ,, Bomben. barons", welcher noch vor einigen Monaten hier in Antwerpen herumschlenderte, und, nachdem er durch einige Ruffen erkannt war, plöglich verschwand, troh ihrer äußersten Wachsamkeit. Die belgische Bourgeois- Presse rust jest nach Anstellung politischer Polizei! Ganz Belgien wimmelt von Anarchisten!" Dies ist doppelter Unsinn. " Also die neuefte Gefahr ist die„ allamerikanische". Wir glauben, da zerbricht der Weise des Hamburger Noch haben sich unsere heiligsten Güter" von dem Kuackfuß- Bismarckblattes sich sehr überflüssig den Kopf AllSchreck nicht erholt, und schon gähnt vor ihnen eine frische Amerika's. Was bedarf es eines Krieges, wenn Europa schon nach allen Richtungen hin ruinirt ist? Gefahr... Und, soll Es ist den heiligsten Gütern" Schuß und Ver- es denn durchaus Krieg sein, hat All- Amerika wirklich theidigung zugesagt. Das ist sehr tröstlich. Nur so viel Grund, für seine Küsten und seinen Handel ift fich die Welt nicht ganz einig darüber, woher zu fürchten? Die Vereinigten Staaten hatten ja schon denn die Gefahr komme, vor der geschüßt, gegen einen Krieg mit der stärksten europäischen Seemacht, mit ihrem die vertheidigt werden solle. Jetzt ist aber einem Mutterland Großbritannien, und sie erlitten nicht die politischen Gedankenleser, der in den Spalten eines mindeste Schwächung. In jenem Kriege, der von 1812 bis hiesigen, durch staatsmännischen Geist ausgezeichneten 1814 währte, waren sie zwar wiederholt den Engländern Blattes sein Genie bethätigt, die Lösung des Räthsels ge- gegenüber auf dem Land im Nachtheil, brachten ihnen aber zur See so große Verluste bei, daß jene Schlappen lungen. Die heiligsten Güter" sind nicht die Knackfuß'schen, mehr als aufgewogen wurden und England froh war, Frieden und die Gefahr ist nicht von Osten, nicht von Buddha und zu schließen. Und damals hatten die Vereinigten Staaten auch nicht von den Dämonen des Umsturzes. Im West en fieben Millionen Einwohner, wohingegen sie heute siebzig ist's, wo die dräuende Wetterwolte sich zusammenballt, und Millionen zählen, ihre Bevölkerung also verzehnfacht haben, von wo sie heranzieht, um unsere heiligsten Güter zu zer- während ihre wirthschaftliche Kraft sich verhundertfacht hat. Die stören, so da benamset sind: Gold und Gold- Hier ist die Gefahr" für das alte Europa. währung. mit allem Ballast der Junker, Polizei und MilitärwirthDie amerikanische Bimetallisten Beschaft belasteten Monarchien können ihre ökonomischen und wegung das ist die Gefahr. politischen Kräfte nicht so rasch vermehren, wie die transGroßartige Entdeckung. Was soll aus der göttlichen atlantische Republik, die durch nichts in ihrem ökonomischen Weltordnung mit all ihren heiligen und heiligsten Gütern Wachsthum gehemmt ist und über die ungeheuren Hilfsmittel werden, wenn sie nicht mehr auf der ehernen, Verzeihung! des freien fessellosen Kapitalismus, angewandt auf goldenen Grundlage des Goldgeld Systems ruht, das die unerschöpflichen natürlichen Hilfsmittel eines riesender internationale Rapitalismus sich in allen von ihm be- großen, jungfräulichen Landes, nein Erdtheils verfügt. herrschten Ländern geschaffen hat zur größeren Ehre seines Ist schon jetzt die amerikanische Konkurrenz in Landallein wahren Gottes: des goldenen Ralbes? Stürzt wirthschaftsprodukten erdrückend und in Industrieprodukten dieses System, wird die Alleinherrschaft des Goldes ge- sehr fühlbar, so läßt sich sicher berechnen, daß binnen eines brochen, geschieht das entsetzliche, daß der strahlende Gold- Jahrzehnts schon die amerikanische Konkurrenz auf allen Balder vom blöden Silber Hödur erlegt wird dann Produktiousgebieten übermächtig sein wird. Und diese gute Nacht ihr heiligsten Güter, ihr blinkenden Sovereigns wirthschaftliche Uebermacht bedingt mit der Zeit auch ein und Zwanzigmarkstücke! Die Götterdämmerung politisches Uebergewicht. Im ersten Dezennium bricht au.-des nahenden Jahrhunderts werden die Vereinigten Staaten Doch da ertönt dumpfes Grollen im Sachsenwalde 100 Millionen Einwohner zählen, und ökonomisch den und aus der alten Raketentiste dringt ein zorniger Protest sämmtlichen europäischen Staaten gegenüber eine ähnliche hervor: Uebermacht haben, wie England sie zu Anfang dieses Jahr hunderts dem europäischen Festland gegenüber hatte. Das bedeutet eine Machtverschiebung, durch welche Europa in die zweite Linie zurückgedrängt wird. wollte. Von den Machtverschiebungen in Asien, von der " gelben Gefahr", von dem Einbruch der Chinesen und Japaner in den Weltmarkt, von der Gemeinsamkeit der japanischen und amerikanischen Interessen wollen wir hier In bezug auf Tynan und die anderen angeblich irischen dauer der kapitalistischen Entwickelung in absehbarer Zeit heißt, Tynan und Genossen seien längst aus der fenischen Benicht reden. Es genügt, festgestellt zu haben, daß bei Fort Verhafteten ist von den amerikanischen Feniern an den Londoner Standard" eine Erklärung geschickt worden, worin es alte Europa der das amerikanischen Konkurrenz wegung heraus, und ihre Verhaftung habe vermuthlich den ökonomisch und politisch erliegen muß. Bweck, die öffentliche Meinung von den Greueln abzuBunächst erfahren wir, daß die Gefahr riesengroß Durch Schutzölle, durch chinesische Absperrung ist das lenten, die durch die jüngst aus den englischen wächst, zumal- die Aussichten wachsen, daß mit der ebensowenig zu verhindern, wie durch militärische Kraft- Kertern entlassenen genier ans Licht gekommen und für die englischen Behörden äußerst kompromittirend find. bevorstehenden Präsidentenwahl die Europa feindliche all- entfaltung und Krieg. Die radikalen und sozialistischen Blätter Frankreichs amerikanische Partei zur Herrschaft gelangt." Die Rettung ist außerhalb der kapitalistischen EntDie, allamerikanische" Partei strebt, alle widelung, die sich in Europa nicht blos, sondern auch in bezeichnen die ganze Verschwörungsgeschichte als einen„ Polizeiamerikanischen Staaten zu einer politischen Einheit gegen- Amerika mehr und mehr als gemeinschädlich erweist, und auf Nicht viel anders urtheilt die englische Preffe. Die„ Times" über dem in sich gespaltenen Europa" zusammenzuballen. die Länge dem Austurm des Sozialismus nicht widerstehen erklärt, daß sie an ein großes internationales Romplott" nicht Ehe der amerikanische Gottseibeiuns diesen Europa tann. Der Sozialismus aber kennt keine Konkurrenz, teine glaube, und sie veröffentlicht mehrere Interviews, in welchen feindlichen", uns und unsere heiligsten Güter" mit Ver- Macht- und Herrschaftsfrage im Sinne der kapitalistischen, die Unmöglichkeit eines Zusammengehens von Anarchisten, Feniern nichtung bedrohenden Bund geschlossen hat, stößt er uns auf Ausbeutung und Unterdrückung beruhenden Gesell- und Nihilisten betont wird. Ein solches Zusammengehen kann schon den Speer billiger Nährmittel" und" billigen Silbers" schaft. Ihm sind alle Menschen gleich ohne Unterschied des überhaupt nur von ganz Unfundigen geglaubt werden. in die Rippen, und hat damit unserem Junkerstand( ohne Geschlechts, der Religion, der Rasse und der Nationalität. Fenier hatten nie etwas mit Anarchisten und Nihilisten zu ben der Staat nicht bestehen kann) die ökonomische Basis Er wird all die Gefahren"," brennenden Fragen" und thun. Auch der" Standard", das Regierungsorgan, brückt bringt einen Bericht aus genommen und unsere Währung erschüttert". Schreckniffe wegfegen, an denen die kapitalistische Gesell- sich sehr steptisch aus, und „ Das Schlimmste aber ist, daß die europäische Ausfuhr schaft krankt, die sie nicht zur Ruhe kommen lassen; und Boulogne, demzufolge Tynan gleich im ersten Verhör vor dem französischen Untersuchungsrichter, nachdem er erst sehr feck gein dem Maße beständig abnimmt, wie diejenige der Ver- indem er sich selbst an die Stelle des Kapitalismus segt, wesen, plöglich zusammengeklappt sei und verschiedene. einigten Staaten zunimmt." wird er der alten und der neuen Welt Frieden und Frei weitgehende Bugeständnisse( several damaging admissions) gemacht habe. Und desgleichen hat der in Glasgow gefangene heit und menschenwürdige Lebensbedingungen bringen. Ja, wenn das die amerikanische Gefahr wäre dann tönnten wir Edelsten der Edeln, und namentlich alle die, welche mit Schulden gesegnet sind, sehr glücklich sein. Der Bimetallismus ist keine Gefahr, sein Sieg wäre der höchste Segen. Freilich, von Amerika droht die Gefahr, aber es ist eine andere. steht es gedruckt zu lesen, was" der widerspenstige Todte Und in drei Spalten der Hamburger Nachrichten" des Sachsenwaldes von der allamerikanischen Gefahr" denkt. Sehen wir zu! " " Die Racker von Amerikanern erkühnen sich nämlich Wer in Belgien weiß denn, daß und wo es von Anarchisten wimmelt? Sind es vielleicht diejenigen, welche wußten, wo Pourbaix, wo 2alvi wohnte diejenigen, welche den Bombenbaron" nach allen Regeln der Ge heimpolizistenkunft ver- duften ließen? Auch finden wir es sehr sonderbar, daß man gewöhnlich dann etwas entdeckt, wenn Jemand eine Reise thut. Dies scheint ja gerade, als ob man damit ganz die Gewalt maßregeln, welche man gegen Sozialisten anwendet, rechtfertigen Ist ja auch schon dagewesen! So weit unser Genosse. roman". Die und inzwischen nach London verbrachte Bell den Behörden gegen- 1 über eine große Redfeligkeit entwickelt. Der Standard" nennt Tynan einen„ Prahlhans, der nicht das Zeug dazu bat, seine Rolle zu spielen". Jedenfalls sind Leute, die im ersten Verhör weitgehende Zugeständnisse machen" wie Tynan, und Schwahmichel wie Bell nicht von dem Holze, aus dem ernsthafte Verschwörer geschnigt werden. Die russischen Flüchtlinge in England und Frankreich sind einstimmig der Ansicht, das Melville'sche Bombenattentat sei von der russischen Polizei, wahrscheinlich mit Hilfe des Bomben barons" alias Ungern- Sternberg in Szene gesetzt worden, um eine at gegen die russischen Flüchtlinge und das Asylrecht zu ermöglichen. Daß es sich um reattionäre Zwecke handelt, kann teinem Zweifel unterliegen. Nachdem obiges geschrieben, erhielten wir noch zwei intereffante Depeschen des Herold- Bureaus: In der Richtung jenes Programms bewegt sich jetzt offenbar die russische Politit. Und es ist den Russen unzweifelhaft ge lungen, die Freundschaft des Sultans zu gewinnen. Die englische Regierung fürchtet sogar, daß Rußland ein förmliches Bündniß mit der Türkei abgeschlossen habe. = Die koloniale Gögendämmerung hat ein neues Opfer gefordert. Der wegen seiner Blutthaten in Ostafrika zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurtheilte Friedrich Schröder hat seinen Bruder, den Direktor der Ostafrikanischen Plantagengesellschaft, den Dr. Schröder Poggelow, nach sich ins Verderben gezogen. Die Köln. 3tg." schreibt darüber: Dr. Schröder Poggelow führte bisher ein sehr selbständiges Regiment und hat es namentlich verstanden, sehr schwere gegen seinen Bruder eingebrachte Klagen dem Aufsichtsrath der Plantagengesellschaft zu verheimlichen. Letzterer sab sich jedoch durch die Verurtheilung des Friedrich Schröder veranlaßt, Paris, 17. September. Eclair" sagt voraus, es würden in eine schärfere Erörterung der Angelegenheit einzutreten. am Tage des Einzuges des Zaren teine Anarchisten in Paris Eine Aufsichtsraths Sigung, die am Sonnabend stattfand, hat Die An anwesend sein. Dieselben würden aus Furcht vor einer au sehr stürmischen Auftritten geführt. die Geschäftsführung des Dr. unerwarteten Heze gegen alles, was sich Anarchist ariffe richteten sich gegen Schröder Poggelow, bem es trot der Unterstützung nennt, das Weite suchen. London, 17. September. Hier zirkulirt das Gerücht, durch Dr. Arendt nicht gelang, den Unwillen des Aufsichtsder in Boulogne verhaftete Fenier Tynan hätte die raths zu beschwichtigen. Dieser ließ fich nicht einschüchtern, Dynamitverschwörung verrathen und werde als Kronzeuge auftreten. Daß eine Anarchisten- und Nihilistenhay" tommen wird, ist selbstverständlich. Und das Gerücht betreffend Tynan flingt sehr glaubhaft. Der Bossischen Zeitung" entnehmen wir noch: " " sondern verlangte den Rücktritt de 3 Dr. Schröder, wozu sich dieser endlich nach langem Sträuben ver stand; er wurde nur noch mit der Geschäftsführung bis zur nächsten Generalversammlung betraut. Ein Versuch des Dr. Arendt, feinen Freund Schröder wenigstens in den Aufsichtsrath zu bringen, scheiterte an dem Widerstande der Mitglieder. Wohl aber wurde Es wird gemeldet, daß der russische Nihilist Rabinowitz eine Untersuchungskommission, bestehend aus den Herren in New- York, der als geschickter Chemiter bekannt ist und die Dr. Ebert, Graf Hobenthal und Lange eingesetzt, welche die Verschwörer in der Anfertigung von Bomben unterrichtet näheren Ermittelungen und Erhebungen über die Geschäftshaben soll, für Tynan eine Kabine auf der Hamburger führung des Dr. Schröder veranstalten soll. Von den Er Auguste Bittoria" für die Ueberfahrt nach Europa gemiethet gebnissen dieser Untersuchung wird es ab hatte; Tynan reiste unter dem Namen Becker. Seit dessen hängen, ob noch ein gerichtliches Nachspiel Verhaftung ist Rabinowitz verschwunden. Bemerkenswerth stattfinden wird. Ein Kolonialskandal liegt nur insofern ift, um dies nebenbet zu erwähnen, daß vielfach Tynan vor, als Dr. Schröder versuchte, den großen Kolonialpolitiker zu für den Verräther des Anschlags gehalten wird, eine An- spielen, und durch Einschüchterungen es bisher verstanden nahme, für die es bisher freilich an jedem Beweise gebricht, hat, diese Rolle zu behaupten. Vielleicht wird er es jetzt geund die vielleicht nur durch die Erinnerung an das Vers rathener finden, vor der eigenen Thür zu kehren und die hohe halten Carey's im Phönixpart- Prozeß, sowie durch den eigen Politit berufenen Leuten zu überlassen. Dr. Schröder ist mit Dr. thümlichen Umstand erzeugt worden ist, daß unmittelbar nach Arendt Herausgeber des wenig verbreiteten Deutschen Wochender fürzlich erfolgten Freilassung der irischen Dynamit blattes", das zur Zeit lediglich dem Peters- Ronfortiums für seine verschwörer ein der englischen Regierung nahestehendes Blatt Angriffe dient." das Bestehen eines großen fenischen Anschlags ankündigte, Erhöhte Aufmerksamkeit wird jetzt natürlich dem Treiben der Fren in Amerika zugewendet. Es wird darauf hingewiesen, daß die Clan- na- Gael, der Geheimbund der Fren, seit der Ermordung des Dr. Cronin in Chikago in zwei Lager gespalten ist, deren eines unter der Leitung eines gewissen William Lyman, eines wohlhabenden New- Yorker Bauunternehmers, steht und über etwa 100 000 Dollars verfügt; das andere Lager wird von einem Manne geleitet, der bereits eine Reihe von Jahren in englischen Gefängnissen verbracht hat, nämlich John Devoy. Die Leute, die dieser Tage verhaftet worden sind, gehören zu dem Lyman'schen Zweig des Clan- na- Gael, was in NewPort sogar die irrige Vermuthung aufkommen ließ, Lyman befinde sich unter den Festgenommenen. Er ist in New- York in Db und wie weit das richtig ist, können wir jetzt nicht tontrolliren. Wenn richtig oder theilweise richtig, so spricht es nur für die Ausdehnung der Bekanntschaft des Herrn Melville. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß das Organ des Stöcker von uns schreibt, wir nähmen wieder mit vollen Backen für die nichtswürdige Verbrecherbande Partei." Sicherheit." Die Lodspigel denunziren, ist diesem Blatt gleich bedeutend mit Parteinehmen für eine nichtswürdige Verbrecherbande!" Politische Uebersicht. Berlin, 17. September. Bremen will nicht hinter der Schwesterrepublik Ham burg zurückstehen. Die Bremer Bürgerzeitung" theilt mit: Wir erhalten kurz vor Redaktionsschluß aus Bremerhaven S. die folgende Nachricht: Tom Mann und Wilson sind laut soeben erhaltener Verfügung des hiesigen Amtes von der Polizeikommiffion des Senats als lästige Ausländer" aus dem bremischen Staatsgebiete aus= gewiesen und haben dasselbe sofort nach dem Be treten und nach Zustellung der Ausweisungsbescheide zu verlaffen. länder, Fremde sind es meist. " ,, Das Märchen von der Interessengemein. schaft des großen und des kleinen Grundbesizes ist zerstört. Jahre lang redete der Bund der Landwirthe" den Bauern vor:„ Groß und Klein, oas ist ja ganz dasselbe; ob Du zehn Morgen oder zehntausend Morgen hast, das ist ganz gleich; immer' rein in den deutschen Bund!" Manche glaubten es und liefen ins Garn. Aber endlich gingen ihnen die Augen auf, und sie sahen, daß sie dem Junker nur den Bügel halten sollten, damit er in den Reichstag reiten tann. Waren die Junker erst einmal im Reichstag drin, dann bewilligten sie sich Zuckerprämien, Branntweinliebesgaben und sonstige Staatsgeschenke, von denen der Großgrundbesiz fehr viel, der Bauer aber gar nichts hat. Der Junterbund war erkannt, und die Bauern beschlossen, ihm einen Bauernbund entgegenzustellen, der die Vorrechte des Großgrundbesitzes beseitigen und die berechtigten bäuerlichen Interessen vertreten will. Das ist der Bauernverein, Nordost". Wirkliche und nicht verkleidete Bauern haben ihn am 6. September in Röslin begründet. Da waren teine Herren von" und zu", keine Barone mit schnarrender Schneidigkeit, sondern Männer mit gebräunten Gesichtern und mit festen, arbeitsgewohnten Händen. Die zeigten den Junkern, was eine Harke ist... Ein echter, rechter Banernverein so sagte der Vorsitzende foll bes begründet werden und die Provinzen Pommern, Brandenburg, West- und Ostpreußen umfassen. Unabhängig vom„ Bund der Landwirthe" soll er sein, tein junterlich- bäuerlicher Mischmasch verein; was dem Bauer frommt, soll er vertreten. Wir Bauern nehmen unsere eigene Sache in die eigene Hand." Daß unserer Partei diese Bauern sich zunächst nicht anschließen werden, liegt auf der Hand. Aber die Bahn zur Selbsterkenntniß haben sie betreten. Viel ist schon gewonnen, wenn der Bann des Junkerregiments auf dem Lande gebrochen ist. Christlich Sozial" ist der Titel eines Wochens tet eines blattes, das unter dem Patronate Stöcker's vom 1. Oftober ab erscheinen soll. Richtet sich der Herr Hofprediger auf das Gingehen des an Abonnenten- Schwindsucht leidenden„ Volt" ein?. " Die Breslauer Voltz wacht" hatte bei der - Die Ausweisung Tom Mann's aus Ham burg erweckt auch in bürgerlichen Kreisen Unbehagen. So schreibt die Frantf. 3tg.":" Die von den Hamburger Behörden bewirkte Ausweisung ausländischer Arbeiterführer wird nicht nur Also auch mit Schröder- Poggelow ist es aus. in den Gewerkschaftstreisen, sondern weit darüber hinaus Gleichzeitig durchläuft die Presse eine Mittheilung, daß dem allgemeines Befremden hervorrufen. Es liegt hier ein staatnach England abgegangenen Dr. Peters der teutschthümelnde liches Eingreifen in eine rein gewerkschaftlich gehaltene Arbeiter Kolonialfer Dr. Friedrich Lange einen entrüsteten Scheidebrief bewegung vor, für die politische Gründe nicht gut geltend ge nachgeschrieben hat. Charakteristisch für Lange ist, daß er sich macht werden können. Der englische Arbeiterführer Tom Mann nicht über des Peters' Hängereien und Peitschereien, sondern nur wollte in einer Seemanns Versammlung über die Anbahnung darüber entrüstet, daß der Bursche, seinem Teutschthum zum Troß, eines gemeinschaftlichen internationalen Borgehens der englischen jetzt als Reisläufer" in englische Dienste gehen wolle. Wir und deutschen Seefahrer sprechen. Man wird zugeben müssen, würden uns übrigens mit Herrn Lange, der mit Peters durch Dick daß dies Thema kein politisches, sondern ein rein gewerkschaft ging und nur nicht durch Dünn mit ihm gehen will, gar nicht befassen, liches ist, und zugleich liegt auf der Hand, daß gerade für die wenn nicht in seiner Ausführung eine höchst alberne Bezugnahme Seeleute der Gedante eines internationalen Zusammenwirkens auf die Sozialdemokratie vorkäme. Lange behauptet nämlich, für die Besserung ihrer Lage besonders nahe liegt, da der See Peters habe bei seiner Rückkehr aus England geschwankt, ob er sich mannsberuf in gewiffem Sinne als internationaler Beruf gelten nicht der Sozialdemokratie anschließen solle. Dann habe er indeß muß. Um so sonderbarer ist es, daß sich die Hamburger Be sich für den Kultus des Teutschthums und die Kolonialbewegung hörden in diese Bewegung einmischen, indem sie einer interentschieden. Schließlich hätten ihn nur die unheilvollen Triebe nationalen Verständigung durch die Ausweisung der ausländischen feiner Natur ins Verderben geführt. Dann heißt es:„ Von dem Redner entgegenwirken. Wodurch haben sich denn die Ausfozialdemokratischen Theile feines Programme bat er nur noch gewiesenen lästig" gemacht? Wenn in Hamburg schon ruhige die Vaterlandslosigkeit wahr gemacht und damit ist er wirklich Besprechungen über eine Lohnbewegung als ausreichender Grund fertig", endgiltig fertig. Mit dem Konfusionarius Lange dar angesehen werden, um von der Ausweisungsbefugniß Gebrauch über zu rechten, daß die Vaterlandslosigkeit nicht ein Theil zu machen, dann bedeutet das eine Parteinahme gegen diese des sozialdemokratischen Programm ist, lohnt sich nicht. ganze Bewegung überhaupt, welche unseres Erachtens mit der Fefinageln wollen wir Ver- von den Behörden zu verlangenden unbefangenen Haltung schwer nur diesen diesen erbärmlichen such der teutschthümelnden Freunde des Peters im Glück, der zu vereinbaren ist." Sozialdemokratie, deren alleiniges Verdienst die Entlarvung dieses-Aus dem Königreiche Stumm. Der Allgewaltige politischen Hochstaplers ist, den Peters im Unglück an die Rock hat in seinem speziellen Machtbereiche einer Versammlung von fchöße zu hängen. Das ist wohl ein Beweis teutschthümlichen Händlern und Gewerbetreibenden zu präfidiren geruht; dieselbe Muthes und teutschthümlicher Ehrlichkeit? erklärte sich ebenso wie die Handelskammerversammlung, über die wir vor einigen Tagen berichtet hatten, gegen Ausnahmen vom Chronik der Majestätsbeleidigungs Prozeffe. Verbot des Detailhandels, gegen die Bädereiverordnung und In Halle a. G. wurde am 15. d. Mts. Genoffe Auguft gegen den Achtuhr- Ladenschluß. Mannigel, verantwortlicher Redakteur des„ Volksblattes", egen Kaiserbeleidigung zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Kritik des Duel 13 zweier Offiziere in Berlin, das mit Der Fall bezog sich auf einen in Nr. 133 des„ Volksblattes" dem Tode des Beleidigten endete, den Ausdruck„ Raufbolde" vom 11. Juni d. J. enthaltenen Artikel, in welchem über die in gebraucht. Der verantwortliche Redakteur Genosse Gerhard Hamburg wegen Majestätsbeleidigung erfolgte Verurtheilung des wurde deshalb wegen Beleidigung unter Antlage gestellt. dortigen Maschinisten Philipp Jakob Diedrich berichtet wird Gestern hatte er sich vor dem Breslauer Landgericht zu verant In vorliegendem Falle nun sollte eine Beleidigung des Kaisers worten. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf darin liegen, daß der Angeklagte im Voltsblatt" über jene 600 M. Geldstrafe. Das Gericht fällte zwar ein Schuldig, verurtheilte Wer denkt nicht an Heinrich Heine's berühmten Vers:„ Aus- Gerichtsverhandlung, mit Wiedergabe des Wortlautes der Gerhard jedoch nur zu 20 M. Geldstrafe, indem es ausführte, daß der Zweikampf ein schwerer Mißstand sei und die Preffe die Pflicht Das Rhedertapital ist einig. Wir wiesen neulich, als wir Diedrich'schen Aeußerung, einen Bericht veröffentlicht hat. In Freiberg wurde der Barbier Mitter aus Roßwein habe, Mißstände zu rügen. eine Nachricht über das im Werden begriffene deutsche Rhedertartell besprachen, darauf hin, daß die Arbeiter dieses Kartell wegen Majestätsbeleidigung zu einem Jahre Gefängniß verebenso zu fühlen bekommen würden, wie die Grubendie Gruben urtheilt. arbeiter das rheinisch westfälische Kohlensyndikat, das in rücksichtsloser Härte ihren Organisationsbestrebungen Steine in den Weg wälzt. Schneller, als wir gedacht, bewahrheitet sich - Noch einmal die uferlosen Flottenpläne. unsere Voraussage. Es unterliegt für uns gar keinem Zweifel, daß hinter den so schnell auf einander folgenden Ausweisungs: Bu der Erklärung des Reichs- Anzeigers" über die„ uferlosen detreten Hamburgs und Bremens ein von einer Stelle ausgehender Flottenpläne" bemerkt die Kölnische Boltsatg.", gegen die sich die Erklärung richtete: Es giebt auch auf dem Gebiete der Marine Unverantwort Selbst für scharfe Gegner des Polonismus wird tei einer beren Einfluß, felbft gegenüber der amtlichen derartigen Begründung die Gemüthlichkeit aufhören. Bisher liche", Stellung nicht zu unterschäßen ist. Daß Kontreadmiral Tirpib waren wir gewohnt, daß bei Proßprozessen der§ 198 die engste feine Borlage ausgearbeitet hat, wiffen wir längst aus der„ Post". Auslegung fand; Blätter aller Parteien haben barüber geflagt. Dies Blatt hat aber auch erzählt, er habe eine Denkschrift ausBehauptungen nach eigener Ansicht bes Gerichtshofes Denen aber, die über dies Dekret jubeln, ist dabei ein gearbeitet und dem Kaiser vorgelegt über die Frage, wie unsere Jetzt aber erleben wir es, daß bei einem Artikel, deffen großes Unglück widerfahren. Sie weisen die deutschen Arbeiter Flotte beschaffen sein müßte, um in vollkommener Weise allen nicht erwiesen sind und eine objektive wie fubjektive Be wegen Wahrung bes ftets auf die alten englischen Trabes Unions hin, deren an sie herantretenden Anforderungen genügen zu können. leidigung darstellen, Freisprechung rechtigter Interessen" stattfindet! Dem Redakteur Fischer Tattit im Gegensatz zu der verwerflichen Tendenz der sozial- Das ist allerdings etwas anderes als eine Marinevorlage. demokratischen beutschen Gewerkschaften" so überaus praktisch Ausarbeitung einer solchen Denkschrift durch Tirpitz bestreitet wird nicht nur feine Qualität als Deutscher, sondern auch und nachahmungswerth fei. Was aber geschieht jetzt? Jetzt der Reichs- Anzeiger" nicht, wenigstens nicht mit ausdrücklichen als Mitglied des trefflichen Sakatisten- Vereins und als Redakteur Laffen sie einen ausgesprochenen Führer diefer alten Gewert. Worten. Stann er es, desto besser. Indeß ist diese An- eines gefinnungstüchtigen Blattes gutgeschrieben und der Bes schaften, nämlich Wilson, als lästigen Ausländer" von der gelegenheit Nebensache gegenüber der erfreulichen Schärfe, mit leidigte mag sehen, wie er zu seinem Recht kommt. welcher der Reichs- Anzeiger" jede Einmischung Unverant- artige Anschauungen in der deutschen Rechtsprechung allgemeine Grenze zurückweisen! Besser tonnte wahrlich nicht dokumentirt werden, daß die wortlicher" in die Aufgaben der verantwortlichen Stellen Geltung erlangten, so wäre der Schluß gegeben: Es giebt in zurückweist. Zu der Tirpiz'schen Sache sagt er, es entspreche der Deutschland privilegirte Vereine und privilegirte Herren jeder proletarischen Organisationsbestrebung, welche Für Gepflogenheit militärischer Tradition nicht, einen Offizier in un- 3eitungen, die sich ungestraft Dinge erlauben dürfen, für bung immer fie haben mag, schroff feindlich gegenüber stehen. Die bremischen Arbeiter werden sich's merken und um so verantwortlicher Stellung in Gegensatz zu den leitenden Stellen die man gewöhnliche Menschenkinder bei den Ohren nimint. energischer den unbedingt nothwendigen Schutzwall gegen das zu bringen. Die Vorgänge im Militärkabinet beweisen, wie es in Ueber die germanisatorische Wirkung eines solchen Urtheils braucht man fein Wort zu verlieren. Rheberkapital, der start im Werden begriffen ist, fertig bauen. Wirklichkeit mit dieser Tradition steht. Der Satz kann darum nur heißen, der Reichstanzler lasse sich die Einmischung„ Unverantwort Frisch auf ans Wert!" Offenbach, 16. September.( Offenb. Abendblatt.") Also auch das Organ unserer Bremer Genossen giebt licher" nicht gefallen. An der Aufrichtigkeit der Erklärungen des Staatssekretärs und der Loyalität der„ maßgebenden Stellen" höchft bedenkliche Nachricht für unsere Portefeuilles- Industrie in herzerfrischender Weise der Entrüftung über diese hanseas braucht man nicht zu zweifeln. Beunruhigung aber empfand man tommt foeben von der russischen Grenze. Danach haben die tische Polizeirazzia gegen läftige Ausländer" Ausdruck. wegen der Einmischung Unberufener, die mit ihren phantastischen Russen begonnen, Repreffalien gegenüber den deutschen Ab Jezt freut sich der Rhebertlüngel zwar über die Aus- Plänen und Bestrebungen dem Staatssekretär entgegenarbeiten sperrungsmaßregeln gegen Rußland zu ergreifen. Die ruffische Einfuhr- Erleichterungen, weisung der Engländer. Er wird sie bald bitter bereuen, tönnten. Daß eine solche Beunruhigung ganz und gar grundlos Regierung weigert sich neuerdings, wenn dadurch die internationale Solidarität der See- gewesen sei, wird man nicht leicht glauben. Die Energie aber, mit welche unter der Rubrit Portefeuilles" für seine Lederarbeiten Leute und Hilfsarbeiter im Schifffahrts- Gewerbe gefestigt der der Reichs- Anzeiger" der Marineverwaltung allein das Recht vereinbart find, solchen Arbeiten zuzugestehen, die bei der engften sein wird. wahrt, Marinevorlagen aufzustellen, und die Deutlichkeit, mit der Auslegung des Wortes Portefeuilles" vielleicht nicht uner versichert, daß es bei dem früher Gesagten bleibe, läßt uns bedingt unter diese Bezeichnung fallen, während beim Abschluß Die Dardanellen. Im Jahre 1892 November hoffen, daß die Kulissen- Rathgeber vorläufig matt gesetzt sind. des deutsch- russischen Handelsvertrages Einverständniß darüber schrieb ein russisches Regierungsblatt, die„ St. Petersburger Allerdings könnte der Artikel des amtlichen Blattes auch ein bestand, daß mit jenem Worte alle Portefeuille Arbeiten verNowosti": Beichen sein, daß gegenwärtig zwischen den Verantwortlichen schiedenster Art gemeint find. Es handelt sich um Waarenmengen Wir brauchen Konstantinopel nicht, müssen aber die und den Unverantwortlichen besonders heftig um die Oberhand von erheblichem Werthe, die, zur Absendung nach Rußland bereit Es giebt eine sehr gerungen würde. Dardanellen haben. gestellt, zunächst unbefördert bleiben müssen. Die Interessenten haben die Hilfe des deutschen Auswärtigen Amtes in Anspruch einfache Lösung, nämlich die, daß Rußland dem Sultan feine europäischen und asiatischen Gegen den Bund der Landwirt be haben die genommen. Man befürchtet in den Streifen der Industriellen, Besizungen garantirt und dafür die Darda- Bauern revoltirt und sogar in Hinterpommern. Dort hat baß dies nur der erste Schritt ist auf dem weiten Gebiete der nellen erhält." sich ein Bauernverein Nordost gebildet, der in seinem Chitanirungen deutscher Portefeuilles- Waaren. An sich stellt sich Die Dardanellen bas heißt den Seeweg ins Mittelmeer eigenen Organ, ben Bauernfreund", den Plösgenossen folgenden diese Maßregel als Antwort auf die den Agrariern zu Liebe und ins Weltmeer, Absagebrief schreibt: vorgenommenen Biebsperre heraus. க Druck steckt. $ Die Rheder find es vor Jahresfrist gewesen, die die Ausweisung unseres ihnen unbequemen waderen Heinrich Steiner veranlaßt haben, und nur sie können es auch heute gewesen sein, auf die Tom Mann's und Wilson's Ausweisung zurückzuführen ist. Deutsches Reich. Da das Breslauer Gericht die Aufgabe der Presse, Mißftände zu rügen, für eine Pflicht erklärt, während sehr viele Gerichte den Reeakteuren sogar schon das Recht ab. sprechen, an Mißständen Kritit zu üben, so wollen wir die Frage nicht weiter erörtern, wie das Gericht überhaupt zu einer, wenn auch an sich milden Verurtheilung gelangen tonnte. arsim fo - Das auffällige Urtheil gegen den Graudenzer Geselligen" wird auch von der Köln. Boltsztg." scharf tritifit. Das klerikale Blatt schreibt: " 1 " " B Wenn der Eine Ungarn. Budapest» 17. Scplember. Der International Landwirthschaftliche Kongreß wurde heule Mittag vom Sickerbauminister Dr. Darauyi mit einer längeren Rede eröffnet und führte ans, daß es gcme.insanie Uebel und gemein- fame Heimsuchungen seien, welche die Mitglieder des Kongreffes hier zusammengesührt hätten. Die Landwirihschaft habe— so könne man wohl sage»— schwere Tage zu bestehen und es sei eigen« tbümlich, daß sowohl exportirende wie importirende Staaten in gleicher Weise unter der Rückivirknng dieser Thatsache leide». Die Staaten müßte» nicht nur die berechtigten Bestrebungen, welche geeignet sind, der landwirlhschasllichen Produktion günstige Bedingungen zu sichern, aufmerksam verfolgen, sondern müßte» dieselben auch nachdrücklich unterstützen. Bei der sich hier an- schließenden Besprechung der einzelnen dem Kongresse zur Er- örterung vorgelegten Fragen äußerte der Minister die Hoffnung, daß der Kongreß bei der Berathung der Fragen nicht das aufsuchen werde, was die häufig nur scheinbaren Gegen« sähe zwischen den.einzelnen wirthschaftlichen Klassen noch mehr verschärfen, sondern viel- mehr das, was dieselben verbinden kann. Schtveiz. Bern, 17. September.(Franks. Ztg.) Auf dem i n t e r- nationalen Sittlichkeitskongreß stellte de Meuron aus Genf den Antrag, der schweizer Bundesrath solle die Initiative zwecks Vereinbarung eines Staatsvertrages zur B e- kämpfung des weißen Sklavenhandels ergreifen. Professor Hilly aus Bern betonte, ein großer Staat müffe dies thun. Am besten würde sich England dazu eignen, da auch Eng- land zuerst gegen den schwarzen Sklavenhandel vorgegangen sei. Zürich, 14. Sept.(Eig. Bericht.) Der schweizerische V er s a s s u n g L ra th hat den Entwurf zu einer neuen Kantonsverfassung fertiggestellt, der eine Reihe neuer Volksrechte .enthält, so die Abberufung des Kantonsrathes(Landtages) durch 2000 stimmberechtigte Bürger, Gleichberechtigung des Volkes mit dein Kanlonsrath gegenüber dem Bund, Stimmrecht des Militärdienst thuenden Bürgers, Volks- abstimmnng über Gesetze jeweilen im April und November, Erweiterung der Volksinitiative, Erklärung der Schule als Staats- fache, Erlaß eines Unterrichtsgesetzes, Unentgeltlichkeit der Lehr- mittel, Staatsbeilräge a» das Schulwesen, Festsetzung des Hypothekar-Zinsfußes aus 4 pCt., bei Nichteinhaltung des Zinslermines 4>/s pCt., Forderung höheren Zinses wird als Wucher bestraft.. Jede Gemeinde bildet einen Wahlkreis für den Kantousralh mit einem oder mehreren Vertretern; für die Wahl der Regierung des Kantonsrathes und des Erziehungs- rathes gilt das P r o p o r t i o n a l s y st e»>. Die beiden Stände« räthe werden am letzten Sonntag im Ottober gleichzeitig mit den Nationalräthen gewählt. Die andern Wahlen finden jeweilen im April und Mai statt. Die ganze neue Verfassung zählt so Artikel, in denen auch die Kompetenzen der Behörden sehr genau abgegrenzt sind. Ter erweiterte Verfaffungsrath wird die Berathung des Entwurfes im November beginnen und erwartet man, daß er keine Verschlechterung desselben vornehmen werde. — Eine in Zürich gestern stattgefundene Besprechung der Nationalraths- Wahlen führte zu dem Beschluß, 6 sozialdemokratische Kandidaturen im Züricher Wahlkreise auf- zustellen und das weitere einer einzuberufenden sozialdemokrati- schen Wählerversammlung zu überlassen.— Im B e r n e r Wahlkreise hatten die Grütlivereine eine Zusammenkunft, die von L50 Personen besucht war und beschloß, die Kandidatur Zraggen für die Nationalraths-Wahl zu akzeptiren. -- In Basel hat sich Genosse W u l l s ch l e g e r sür Annahme der Kandidatur erklärt.— Frankreich. Paris, 16. September.(Eig. SB«.) Die Pariser Organisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei veranstaltete gester» eine Protest Versammlung gegen Bebel's und Bueb'S Ausweisung. Durch Akklamation wurden die beiden ausgewiesenen Genossen zu Ehrenvorsitzenden ausgerufen. Den effektiven Vorsitz führte Genosse R o u s s e l l e, Bürgermeister von Jury(bei Paris) und Mitglied deS Nationalrathes der Arbeiter- Partei. Unter dem lebhaften Beifall der Versammlung geißelten sämmtliche Redner, Zävaös, Maussa.Farjat(ebenfalls Mitglieder desNationalrathes) u. m. a, die reaktionäre, liebedienerische Maßregel der Regierung und den heuchlerischen Chauvinismus der Bourgeoifle, betonten kräftig die international- proletarische Gesinnung der Arbeiterpartei im Gegegensatz zum internationalen Wettkriechen der herrschenden Klassen vor dem Zaren. Ein- stimmig wurde sodann eine geharnischte Protestresolution in diesem Sinne angenommen. Die Versammlung schloß mit dem Gesang der.Internationale*, deS Kampfliedes des französischen Proletariats. Die neuliche sozialistentödt«ische Rede des Bergarbeiter- Deputirten B a s l y war von der Bourgeoispresse selbstverständlich zu einem.bedeutungsvollen Symptom" umgelogen, welches die Rückkehr der ttohlengräber zu.gesunden Anschauungen" erhoffen lasse. Nun zeigt eS sich, daß Herr Basly keineswegs die Arbeiter von Pas-de-Ealais zu seinen antisozialistischen Ansichten bekehrt bat. Eine Delegirten- Versammlung der Kohlengräber von Hönin-Liötard, eines der wichtigsten Kohlengräber- Mittelpunkte des Departements, sprach ihr„lebhaftes Bedauern" über die vntisozialistischen Ausfälle Basly's aus und erklärte,.nichts Gemeinsanies mit den politischen Deklarationen desselben zu haben". Zugleich wird die Resolution des letzten Kohlen- gräber-Kongresses zu Lens gegen den Anschluß an die Arbeiter- partei einzig auf den Wunsch zurückgeführt, den Beitritt zur Gewerkschaft allen Arbeitern ohne unterschied der politischen Richtung zu ermöglichen. Die Polizei sucht, wie ich von den Betheiligten erfahre, angesichts der Zaren ankun st die polnischen und russischen Sozialisten anSzuschnüffeln. So stellte sie an den Kassirer des Pariser Zweigvereins des.Verbandes der im Auslande lebenden polnischen Sozialdemokraten" das Ansinnen, ihr das Mitglieder- Verzeichniß anzugeben. Desgleichen wollte sie die Name» der sich regelmäßig versammelnden russisch- jüdischen Arbeiter kennen lernen, trotzdem diese keinen Verein bilden. Die Schnüffelei war ebenso erfolglos wie sie überflussig ist. Die russischen und polnischen Sozialdemokraten befassen sich mit Attentatsmacherei nicht.— Paris, 16. September.(Eigener Bericht.) Zum dritten Mal während der letzten drei Wochen hatten gestern die senatorischen Wähler(Wähler des EenatS) zwischen einem opportunistischen. von der Regierung mit aller Macht unterstützten Kandidaten, und einem radikalen Oppositions- kandidalen zu entscheiden-- und zum dritten Mal zogen sieden Radikalen vor. Diese Anfeineinanderfolge von 3 radikalen Siegen bei SenatS-Nachwahlen erklärt eS, daß die gestrige Senatswahl im Ionne-Deparlement in den ministe- riellen Kreisen lebhafte Besorgniß hervorruft, trotzdem die Radi- kalen diesmal einen alten Sitz behauptet haben. Die dreifache Niederlage der Opportunisten wiegt um so schwerer, als der senatorische Wahlkörper aus Wahunännern zweiten und dritten Grades besteht und als die Regierung auf die Senatswähler einen wirksameren Druck auszuüben vermag wie auf die Kammerwähler. Eine oppositionelle Senatswahl bedeutet daher eine direkte Niederlage sür eine opportunistische Regierung. Was insbesondere die gestrige Wahl betrifft, so hatte sich das Kabinet Meline für seinen Kandidaten, den Deputirten Flaudrin, so eifrig ins Zeug gelegt, daß es einen Spitalarzt des Amtes entsetzte, weil dieser nicht seinen Einfluß in den Dienst des offiziellen Kandidaten stellen wollte. Und trotzdem der Sieg der Radikalen im ersten Wahlgang mit 460 gegen 291 Stimmen!.... Nur noch vier Monate trennen unS von den Drittels- Erneuerungswahlen zum Senat. Die drei auseinand« folgenden radikalen Sieg« bekommen deshalb eine große sympto« matlsche Bedeutung für de» Ausgang jener Wahlen. Ein Herr X. bespricht heute in einem ministeriellen Blatte den dreifachen radi- kalen Sieg mit Rücksicht auf die kommenden Erneuerungswahlen und schließt mit einem angstschwitzenden Appell an die Ordnungs- Partei, ihre Vertheidigung in die eigene Hand zu nehmen und nicht blos sich aus die Aktion der Regierung, will sagen, den Regierungsdruck auf die Wähler zu verlassen. Der Artikel ist erwähnensiverth, iveil hinter dem Herrn X. aller Wahrscheinlichkeit nach Herr B a r t h o n, der Minister deZ Innern steckt. Der für seinen Ruf eines„starkfäifftigen" Ministers sürchtende Mann sucht so die Verantwortlichkeit von sich abzu- wälzen. Die steuerverweigernden religiösen Genossen- s ch a f t e n zeigen sich recht widerhaarig. Am 1. April mar, wie seinerzeit gemeldet, die letzte ihnen gewährte Frist für die Entrichtung der Vermögenssteuer pro 1836 abgelaufen. Seitdem hatte die Regierung, so sauer es ihr auch wurde, ihre klerikalen Bundesgenossen vor den Kopf zu stoßen, zur zwangs- mäßigen Eintreibung schreiten müssen. Bis zum I. September wurden aber von den rückständigen l1/» Millionen blos zirka 230 000 Franken eingetrieben. Die Regierungspresse erklärt das magere Stesultat durch die langwierigen Prozesse, zu denen das Konsiskationsverfahren Anlaß giebt. Man darf jedoch annehmen, daß wenigstens ein Theil der Hartnäckigkeit der frommen Steuer- Verweigerer aufs Konto der pfasseufreundlichen Gesinnung des Ministeriums zu setzen ist. Holland. Haag, 17. September/ Der Fiuanzminister legte heute den Gcneralstaaten das Budget sür das Jahr 18SS vor, daS mit einem Defizit von 3V3 Millionen abschließt, hervorgerufen durch den beschleunigten Bau vonSchiffen.— England. London, 17. September. Der wegen Dynamit-Ver- b r e ch e n s in Glasgow verhaftete und hierher übergeführte Bell erschien heute Vormittag vor dem Gerichtshof in Bowstreet. Der Angeklagte erklärte, er heiße Edward Jvory, sei Bastwirth in New- Jork und amerikanischer Bürger. Die Verhandlung wurde auf eine Woche vertagt.— Italien. Rom, 17. September.(Eig. Ber.) In den Berathnngen. welche das italienische Ministerium in den letzten Tagen mit dem jetzt in Italien befindlichen Generalgouverneur von Massauah, Baldissera. gepflogen hat, hat der letztere einen Angriffskrieg gegen Abessynien sür unmöglich erklärt. Selbst sür einen bloßen, innerhalb der gegenwärtigen Grenzen der Kolonie zu führenden Vertheidiguugskrieg hat derselbe zwei Armeekorps(70000 Mann) für-erforderlich erklärt. Die Regierung hat die Ent- sendung einer solchen Truppenzahl nach dem Rothen Meere für unthunlich gehalten, weil dadurch der gesammte auf einen europäischen Krieg berechnete Mobilisirungsplan des italienischen Heeres gestört werden und Italien sich in ein bloßes Anhängsel seiner erythräischen Kolonie verwandeln würde, ohne Freiheit der Bewegung auf dem Gebiete der europäischen Politik. Die italienische Regierung wünscht deshalb auch einen bloßen Vertheidiguugskrieg gegen Abessynien womöglich zu vermeiden und sie ist, um einen abessinifchen Angriff abzuwenden, bereit, die Grenzen der italienischen Kolonie noch enger zu stecken, als dies nach der Niederlage bei Adua bereits geschehen war. Für die Vermittelung eines durch neue Gebietsabtretungen zu erlangenden Friedens mit Abessynien nimmt die italienische Re- gierung jetzt, wie aus der Sprache ihrer osfiziösen Blätter hervor- geht, ausdrücklich die angebotene Vermittelung Rußlands an. Ihre damit sich vollziehende politische Annäherung an Rußland läßt die italienische Regierung, zunächst mit recht, durch den tinweis auf die neuerlichen freundschaftlichen Beziehungen reußens und Oesterreichs zu Rußland rechtfertigen. Nur waltet dabei der Unterschied ob, daß die freundlichen Beziehungen der beiden Mächte zu Rußland ihre Spitze schwerlich gegen Italien richten, während die Annäherung zwischen lltuß- land und Italien sich schließlich immer gegen Oesterreich und da- mit auch gegen Preußen kehren muß. Wenn Italien zu neuen Gebietsabtretungen an Abessynien bereit ist, so würde es den Frieden mit den Abessyniern wohl auch ohne russische Vermilte- lung erlangen können. Die russische Vermittelung ist also wohl nur ein Vorwand sür die allgemeine politische Annäherung zwischen den beiden Mächten. Eine solche Annäherung an Ruß- land wird aber die Aktion Italiens in Europa weit stärker biuden, als die Fortdauer des Krieges mit Abessynien dies zu thun vermöchte. Rufslaitd. — Der Kongreß sürHandel undJndustrie, der vom 16. bis zum 29. August in Nischny-Nowgorod tagt», faßte unter anderem die folgenden Beschlüsse: Der Kongreß erachtet die Einführung der allgemeinen Volksbildung für das beste Mittel, die russische Industrie zu fördern. Di« Regierung wird«sucht, der Errichtung von Sonntagsschuleu, Volks- bibliotheken k. nicht mehr die Hindernisse in den Weg zu legen, die ihre Entwickelung biS jetzt hemmen. Ferner ersucht der Kongreß die Regierung, die staatliche Versicherung der Arbeiter gegen Unfälle einzuführen. Die Fabrik- Gesetzgebung soll möglichst bald auf das Handwerk ausgedehnt und dieses der Fabrikinfpeklion unterstellt werden. Ferner wird die Errichtung eines pädagogisch- industriellen Museums gewünscht, das eine Abtbeilung für sabriksänitäre Technik und für Berufshygiene baben soll. Di« auf der Messe von Nischny-Nowgorod versammelte Kaufmannschaft, die sehr unzufrieden damit war, daß die Ma- jorität des Kongresses sich gegen die hohen Zölle auf landwirth- schaftliche Maschinen, wie auch auf Eisen und Gußeisen aussprach, leistete sich eine Denunziation gegen den Kongreß,. indem sie gegen feinen Beschluß Protest erhob unter Hinweis darauf, daß er angeblich nicht befugt gewesen sei, über allgemeine Fragen, wie das Prolektionssystem in Ruß- land, zu diskutiren. D« Finanzminister Witte hielt darauf während des Festessens, daS ihm die Kaufmannschaft in Nischny- Nowgorod gab, an diese eine Rede, worin er sie mit der Ver- sicherung beruhigt«, er kümmere sich überhaupt nicht um die Be- schlüsse des Kongresses; die Regierung habe diesen einberufen nur um über einige Detailfragen von sachverständigen Leuten Aufklärung zu bekommen, eS falle ihr aber überhaupt nicht ein, Kongresse über die allgemeine Richtung der Regierungsthäligkeil zu befragen. Türkei. Konstantinopel, 16. September. Die heute an die Pforte seitens der Botschafter gerichtete Note besagt: Di« gegen die Pforte«hobenen Anschuldigungen seien durch die Not« der Pforte vom ö. September nicht entkräftet worden. Die Thal- ache, daß die Knüttelmänn« von der türkischen Polizei leleitet worden feien, bleibe bestehen. Wenn wirklich viele vtohamedaner verwundet worden seien, so beweise das nur, daß ein Aufgebot von Banden eine zweischneidige Waffe sei, welche auch auf den Urheber zurückwirke. Di« gute Disziplin de? Militärs und der Polizei müsse zugegeben werden, auch daß der Befehl erlassen sei, die Aktion der Knüttelmänner einzudämmen. Dieser Befehl hätte jedoch früher erfolgen müssen. Das Vorgehen der Armenier wird in der Note verurtheilt, über die Ereignisse selbst tiefes Bedauern ausgedrückt und zugleich festgestellt, daß die Ruhe nur eine scheinbare sei. Di« Beun- ruhigung der ausländischen Kolonien dauere fort. Die Pforte trage die Verantwortung für die künftigen Vorfälle. Die Note besagt zum Schluß, daß die Vertreter der sechs Mächt« in eine weitere Erörterung der festgestellten Thatsachen nicht eingehen würden.— Amerika. — Ueber Mae Kinley'SProgrammbrief wer- den dem.Hamburger Korrespondent* au» New-Jork folgende Mittheilungen gemacht: Das Schreiben, womit Mac Kinley die Kandidatur annimmt, besteht aus zwei Theilen, von denen einer stark und der angere schwach ist. So lange Mac Kinley nur die Freiprägungsstage bespricht, bedient er sich einer vorzüg« licheu Beweisführung, die auch dem schlichten Verstände ein- leuchten muß. Sobald er aber auf den Zolltarif zu reden kommt, kann er es nicht unterlassen, auf willkürlich zusammengestellten Ziffern eine Anzahl von Trugschlüssen aufzubauen. So führt er beifpielsweise au, daß infolge der Reziprozität die amerikanische Ausfuhr»ach Kuba bedeutend zunahm, erwähnt aber nicht, daß die Einfuhr von dort nach der Union noch viel mehr stieg, die sogenannte Handelsbilanz sich also thatsächlich für Amerika ver- schlechterte. Ferner stellt er der Ausfuhr von 1892 die Ausfuhr von 1896 entgegen, um zu beweisen, daß der Mac Kinley-Taris den amerikanischen Absatz nach außen hin steigerte, der Gorman'sche Tarif ihn dagegen verringerte. Das ist deshalb unbillig, weil Mac Kinley recht wohl weiß, daß die ungewöhnlich große Ausfuhr des Jahres 1892 auf eine allgemeine Mißernte in Europa zurückzuführen wax, also auf ein Ereigniß, mit dem der nach ihm benannte Zolltarif sicherlich nicht das geringste zu thun hatte. Indessen ist Mac Kinley doch nicht mehr ganz der wüthende Hochzöllner, der er früher gewefen. Er giebt jetzt mittelbar zu, daß die Zölle in erster Reihe für öffentliche Zwecke erhoben werden sollen, und meint nur, wenn sie doch einmal unentbehr» lich seien, so könnten sie wohl so eingerichtet werden, daß sie den Unterschied zwischen de» amerikanischen und den europäischen Löhnen ausglichen. Dieser vergleichsweise vernünstigen Ansicht widerspricht jedoch wieder der Vorschlag, daß die Vereinigten Staaten aus Maaren, die in ausländischen Schiffen eingeführt werden, eine» höheren Zoll legen sollen, als auf die in amerikanischen Schiffen eingeführten Waaren. Wie unsinnig und gefährlich das ist,«giebt sich schon aus der Betrachtung, daß die europäischen Staaten un» zweifelhaft und mit recht Wiedervergeltung üben würden. Vielleicht will sich Mac Kinley auf den silber-demokratisch- populistischen Vizepräsidentschasts-Kandidaten Sewall berufen, der auch fordert, daß die amerikanischen Rheder in der an» gedeuteten Weise geschützt werden sollen. Wirklich gut dagegen und in keiner Weise anzufechten sind die Erklärungen fürAufrechterhaltung der gegenwärtigen Währuugs- Verhältnisse der Union. Leider aber übergeht Mac Kinley die wichtige Frage, wie die republikanische Partei die Goldwährung zu stützen gedenkt, mit Stillschweigen. Er spricht ausdrücklich von der Beibehaltung alles jetzt im Umlause befindlichen Silber- sind Papiergeldes und macht für das immer wiederkehrende Schwinden der Goldreserve lediglich die ungenügenden Erträg- nisse des Zolltarifs verantwortlich. Falls also Mac Kinley Präsident werden sollte, wird er schwerlich den Kongreß auf- fordern, in das heillose Geldsystem der Union mehr Ordnung zn bringen und die Regierung aller Bankgeschäfte zu entheben. Das ist auch der hauptsächlichste Grund, welcher die demokratischen Anhänger der Goldwährung gegen die republikanische Partei und ihren Präsidentschaftskandidaten einnimmt. Denn die Agitation für„billiges Geld" wird immer wieder aufleben, so- lange die Vereinigten Staaten außer dem eigentlichen Geld« noch fünf verschiedene Sorten von papierenen Werlhzeichen in Umlauf setzen.— Nsekei-'MachvichtetW Achtung, Parteigenossinnen, Arbeiterinnen Berlins! Zwecks Slelluiignahme zu dem vom 19. bis 26. September hier tagenden bürgerlichen Frauenkongreß werden Mittwoch, den 23. September in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, und Freitag, den 26. September bei Martens, Gr. Friedrich- ftraße 236, V o l k s v e r s a m ui l u n g e n abgehalten, wo Frau Klara Zetkin aus Stuttgart reseriren wird. Um zahlreichen Besuch dieser Versammlungen bittet die Vertrauensperson Frau OttilieGerndt. Beim Schloff Wyden(bei Ossinge» im Kanton Zürich) versammelten sich am letzten Sonntag Nachmittag zur Er- innerung an den vor 16 Jahren dort abgehaltenen Kongreß der deutschen Sozialdemokratie die deutschen Arbeiter- Bildungsvereine Winterthur und Schaff» Hausen, etwa 200 Personen, worunter auch Frauen und Kinder der Mitglieder. Fast eben so viele Lau bleute, Männer. Frauen und Kinder, fanden sich aus Ossinge» und der Umgebung ein. Da der gegenwärtige Besitzer des Schlosses, der frühere Konstanz« Professor Häberlin, ein sehr gestrenger und offenbar nationalliberaler Herr, jede Annäherung an seine alte Scheuneuburg untersagte, so halte man aus der benachbarten Wkese für etwa 600 Personen Tische und Bänke aus Brettern errichtet, wo man sich's bei einem guten Tropfen Wein und Wurst und Brot wohl sein ließ. Gesang, Reden und Dekla» mationen, in denen Ernst und Humor sich glücklich vereinigten, sorgten dafür, daß deutsche Arbeil« und schweizerische Bauern einen Nachmittag in brüderlichster Eintracht mit einander ver» brachten. Polizeiliches, Gerichtliches ,e. — Sächsisches. In Pirna an der Elbe sprach am Sonnabend ReichstagS-Abgeordneter Lütgenau über daS Thema: T a g e s f r a g e n. Dabei gedachte er auch der seiner» zeit vom deutschen Kaiser veranlaßten internationalen Konferenz über Fragen des Arbeiterschntzcs. Da diese Konserenz nicht jetzt, fondern im Jahre 1891 abgehalten worden ift, gehört sie nach sächsischer Polizei-Auffassung nicht zu den Tagessragen. Wenigstens verlangte der überwachende Beamte von dem Referenten, daß er nicht von der Tagesordnung abschweife, und um die Bersamm« lung nicht zu gefährden, mußte Lütgenau wohl od« übel die Arbeiterschutz-Konferenz auS seinem Vortrag ausscheiden. GemeMfrfjttftliifzes. Au sämmtliche in Buchbindereien» Kontobuch- und LnxnS- papier-Fabriken beschäftigte Arbeiter und Arbeiterinnen! Kollegen und Kolleginnen! Die Forderungen, welche in den 4 großen öffentlichen Versanimlungen anr 26. und 26. August d. I. von der Lohnkommission den Kollegen Berlins unterbreitet worden sind und von ihnen einstimmig gutgeheißen wurden, sind den Fabrikanten zugestellt. Damit hat die Lohnkommission ihre Haupt- aufgäbe erfüllt. Es gilt nun vor allen, daß die gestellten Forderungen auch mit Nachdruck und Entschlossenheit von den Kollegen ver« treten werden. Nur noch wenige Tage und der Kampf muß auf der ganzen Linie aufgenommen und mit zäher Energie durch» geführt werden. Niemand von Euch darf dabei fehlen. Kollegen und Kolleginnen! Benutzt die kurze Zeit, um die Wankelmüthigen und Zaghaften unter Euch aufzurütteln, macht ihnen begreiflich. daß nur durch festen Zusammenhalt unsere bescheidenen Forderungen verwirklicht werden können. Keine Muth- losigkeit, keine Unentschlossenhcit darf unter Euch platz- greifen. Nur durch Einigkeit und Ausdauer im Kampfe kann d« Sieg errungen werden. Schaut auf unsere Stuttgarter Kollegen! In kurz« Zeit sind diese mit dem Unternehm«thum fertig geworden; der Streik ist siegreich be- endet. Wollen da die Berliner zurückstehen? Nimmer- mehr! In allen größeren Städten sind unsere Kollegen eben» falls eifrig bestrebt, ihre Lage zu verbessern. Darum vorwärts! Thut Eure Schuldigkeit! Die Lohnkommisston hat auf Montag, den 21. September, abends 8 Uhr, für alle Branchen uns«es Gewerbes eine große öffentliche Versamnilung in Keller's großem Saal, Koppenstr. 29, anberaumt. In derselben wird die Antwort der Arbeitgeber aus unsere Forderungen mitgetheilt werden. Erscheint deshalb Mann für Mann in dieser hochwichtigen Versammlung, kein Kollege, keine Kollegin darf am Montag derselben fernbleiben, da die zu fassenden Beschlüsse von der weitgehendsten Be» deutung sind. Spalten aufnahmen, jetzt auch diese Thatsachen zum Abbruck bringen werden. Die Unternehmer unter ihren Lesern könnten zweifelsohne vieles daraus lernen. " " Das Streitbureau befindet sich im Louisenstädtischen Klub- umfangreichen Flugblatt um Sammlung von Unterschriften für haus, Annenstr. 16 Hof I. Alle den Streit betreffenden Briefe eine an den Bundesrath zu richtende Petition, worin folgende und sonstige Anfragen sind an die Adresse von Alb. Berg: Forderungen aufgestellt sind: mann, Annenstr. 16, zu richten. Alle Geldsendungen 1. Die Arbeitszeit soll in den Getreidemühlen, welche bis zu Zum Schluß sei noch hervorgehoben, daß man den Vooruit" dagegen an C. Schulze, Naunynstr. 66 Quergeb. III. 3 Arbeiter beschäftigen, täglich auf 12 Stunden, in denjenigen nicht als eine sozialistische Einrichtung betrachten kann. Genosse Die Lohntommissio11. Mühlen, welche mehr als 3 Arbeiter beschäftigen, täglich auf Anseele sagt mit recht in einem Artikel im Tageblatt Achtung, Buchbinder! Der Streit bei der Firma 10 Stunden gesetzlich beschränkt werden, in beiden Fällen ein- Vooruit" vom 5. d. M.:„ Ein für allemal muß gesagt Lüderiz u. Bauer in Berlin dauert unverändert fort. schließlich einer Stunde Mittagspause; werden, daß eine sozialistische Kooperation allein das sozia Zuzug ist strengstens fernzuhalten. Auch Herr Lüderiz glaubt 2. junge Arbeiter unter 16 Jahren sollen täglich zwei listische Programm unmöglich durchführen kann. Wenn die Ge fich durch starkes Aufgebot von Polizei schüßen zu müffen, am Stunden weniger arbeiten und Nachtarbeit derselben soll gänzlich sellschaft Booruit" ihre Arbeiter beffer entlohnt, ihnen eine kürzere liebsten möchte er Strafantrag gegen die Ausständigen stellen, verboten sein; Arbeitszeit auferlegt und sie beffer behandelt als ihre Konkurrenten, doch mußte er durch den Herrn Polizeilieutenant erfahren, daß 3. die Sonntagsarbeit soll in denjenigen Mühlen, welche und des weiteren beweist, daß sie noch fortwährend nach besseren das nicht angeht, so lange sich die Ausständigen nicht ungesetzliche mehr als einen Arbeiter oder Lehrling beschäftigen, ver- Arbeitsbedingungen strebt, so thut sie ihre volle Pflicht und Handlungen zu schulden kommen lassen. Die Lohnkommission. boten sein; Schuldigkeit." Die Generalfommiffion hat in Aussicht genommen, in 4. für Mühlen, welche nur einen Arbeiter oder Lehrling be- Und das thut der Vooruit". Wenn das Anarchistenblatt umfangreicher Weise Erhebungen über die Lage der schäftigen, soll die Sonntagsarbeit an 10 Sonntagen jährlich er- Kritik ausüben will, so fange es nicht an bei den Borstands. Arbeiterinnen zu veranstalten. Der Gewerkschafts- Aus- laubt fein. mitgliedern vom Vooruit", die, obgleich sie selber 19 bis schuß hat dem Plane zugestimmt. Die Erhebungen werden nach Das Flugblatt enthält eine eingehende Begründung dieser 25 Gentimes verdienen, mit Liebe für ihre Mitarbeiter einen Verständigung mit den Vorständen der in Frage kommenden Forderungen sowie die Mahnung an die Müller Deutschlands, Stundenlohn von 40-50 Centimes bewilligen. Es fange an Berufe beginnen. dem Verbande beizutreten. bei den Arbeitgebern dieser Vorstandsmitglieder, wobei es aller dings nicht wie jetzt der Fall- den Beifall der Kapitalisten presse ernten wird. fommen. In der Leipziger Spritfabrik sind die Böttcher in Lohndifferenzen gerathen. Näheres durch Paul Leyner in Leipzig, Sidonienstraße 28. • " Ein Nachspiel zum Kottbuser Textilarbeiterstreik. Von den Kottbuser Textilarbeitern war seinerzeit ein Flugblatt ver- auch in den Vereinigten Dampf- Buchbindereien von Baumbach In Leipzig haben die Buchbinder ihre Forderungen breitet worden, das sich mit der Situation nach dem Streit be. Ko. und in der Buchbinderei von A. Kellner bewilligt be= Bei Beginn des Winter- Kegelus wollen wir nicht ver schäftigt. Es heißt darin u. a.:„ Ja, waren es denn nicht in fehlen, den Arbeitern, die diesem Sport huldigen, dringend and der Hauptsache die Fabrikanten, und in erster Linie die im Herz zu legen, daß sie die Verwendung schulpflichtiger Fabrikantenring dominirenden Großfabrikanten selbst, welche den Kinder zum Kegelauffeßen nicht dulden sollen. Abgesehen Streit wollten, um verschiedenen kleinen Fabrikanten das Lebens davon, daß das Kegelaufsehen für die meist schlecht genährten licht auszublafen? Nun, einige sind über den Stock gesprungen, Die Regulator Tischler stehen in einer Lohn- Kinder des Proletariats durchaus teine leichte Arbeit ist, leiden andere werden folgen." Durch diesen Passus Durch diesen Passus hatten sich bewegung. Die Unternehmer verhalten sich ablehnend. die jugendlichen Körper auch noch unter der mit Tabakrauch und 37 Rottbufer Fabrikanten beleidigt gefühlt, weshalb die Lampendunst geschwängerten schlechten Atmosphäre der KegelStaatsanwaltschaft Anklage wegen öffentlicher Beleidigung erhob Der Streik in der Prantl'schen Luxuspapier- bahnen und unter der Schmälerung des gerade für die Jugend und die Genossen Ullrich aus Rottbus als Verleger und Fabrik in München ist beendet. Die Firma bewilligte so nöthigen Schlafes, denn die Regelabende dehnen sich ja oft Landgraf aus Burgstädt als Drucker vor die Schrauten des u. a. folgendes: Zurücknahme der Maßregelung zweier Arbeiter; bis zu später Nachtstunde aus. Schöffengerichts forderte. Die Verhandlung ging gestern vor sich. neunstündige Arbeitszeit, ferner an Vorabenden von Sonn- und Der Vorsigende legte bei der Vernehmung der An- Feiertagen eine halbe Stunde früher Geschäftsschluß; 18 M. In Elsah- Lothringen ist auf dem Lande Arbeiters geklagten besonderes Gewicht darauf, daß Ulrich Restaurateur Minimallohn für männliche Arbeiter( ungeübten auf die Dauer mangel eingetreten. Die ländliche Bevölkerung in den In sei und daß ihn als solchen die Textilarbeiter garnichts angingen. von höchstens sechs Monaten 16 M.), 8 M.( beziehentlich 6 M.) duftriegegenden der Reichslande wendet sich immer mehr der Wenn er auch gegenwärtig Vorsitzender des Kottbuser Textil- Minimallohn für Arbeiterinnen; Einfeßung eines Arbeiter Fabrikarbeit zu und entzieht dadurch der Landwirthschaft die arbeiter- Vereins sei, so habe er dazu gar kein statutarisches Recht, ausschusses, der das Recht hat, die Lohnbücher zu kontrolliren nöthigen Arbeitskräfte. Infolge dessen hat sich, wie die Münch. denn das Statut dieses Verbandes bestimme, daß jeder in und Lohnerhöhungen für einzelne Arbeiter und Arbeiterinnen in N. Nachr." mittheilen, der Landwirthschaftliche Kreisverein Mülder Textilbranche beschäftigte Arbeiter Mitglied werden Vorschlag zu bringen; Bezahlung der gesetzlichen Feiertage, wenn in hausen veranlaßt gesehen, ein Arbeitsvermittlungsbureau für länd Wahrnehmung berechtigter Jntereffen könne der An der Mehrzahl der Konturrenzgeschäfte Münchens das gleiche geschieht. liche Arbeiter zu gründen. Dieses ließ auch schon eine Anzahl geklagte daher nicht geltend machen. Der Staatsanwalt Ta in den übrigen Luruspapier- Fabriken Münchens mit von Arbeitern aus Schlesien, zum theil mit ihren Familien, vertrat die Ansicht, daß die beleidigende Behauptung vom Baun denselben Ferderungen vorgegangen werden soll, ist der Zuzug tommen. Wie auf einer dieser Tage in Mülhausen abgehaltenen gebrochen sei, denn es wäre in Rottbus allgemein bekannt, daß auswärtiger Arbeiter und Arbeiterinnen dieser Branche bis auf Vereinsversammlung festgestellt wurde, sind die Gutsbesitzer mit nicht, wie das Flugblatt sage, die Fabrikanten, sondern die Ar- weiteres zu unterlassen. den eingeführten Arbeitern sehr zufrieden und auch diese finden beiter den Streit angefangen hätten. Da eine Geldstrafe von der fich recht gut in die neuen Verhältnisse. Der Versuch wird Streiftaffe gezahlt werden würde, so sei gegen Ullrich eine Gefängniß- In der Tapetenfabrit con Heinrich Herz in Wien daher im nächsten Frühjahr in größerem Maßstab wiederholt strafe von 6 Monaten am Plaze, gegen den Drucker Landgraf stellten 16 jugendliche Hilfsarbeiter die Arbeit wegen werden. beantrage er eine Geldstrafe von 60 M., ev. 20(!) Tage Gefängniß. übermäßiger Ausbeutung und schlechter Behandlung ein. Die Soweit das bayerische Blatt. Nun werden aber die Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Freudenthal aus jungen Leute waren mit Tapetenstreichen, einer sehr gesundheits- schlesischen Grundbesitzer schreien, daß ihnen die Arbeiter weg Berlin, plaidirte in längerer Rede für Freisprechung beider An- widrigen Arbeit, beschäftigt und verdienten bei 10ftündiger Arbeitsgeholt werden. Sie holen sich ihrerseits Polen ins Land und getlagten. Dem Drucker Landgraf, der nur den ihm gewordenen zeit 3 Fl. die Woche. Arbeitspausen gab es nicht. Täglich mußten wundern sich dann über die fortschreitende Polonisirung des Druckauftrag ausgeführt habe, könne man überhaupt feine strafbare Ueberstunden gemacht werden; für die Ueberstunde gab es 6 Kr. deutschen Ditens. Handlung beimeffen. Der Angeklagte Ullrich habe als früherer Textil- Beim geringsten Anlaß wurden die jungen Leute vom Prinzipal arbeiter und gegenwärtiges Vorstandsmitglied des Verbandes in förperlich mißhandelt. Sie fordern nun einen Wochenlohn von Wahrung berechtigter Intereffen gehandelt. Eine Beleidigung 4 Fl. und für jede Ueberstunde 8 Kr., außerdem Einhaltung der tönne in dem inkriminirten Satz nicht gefunden werden, da es gesetzlichen Ruhepausen und menschlichere Behandlung. doch eine wirthschaftliche Thatsache sei, daß auf allen Gebieten Von den sechs Parteiversammlungen, welche gestern des Erwerbslebens die großen Unternehmer den fleinen den Der Ringvorstand der schweizerischen Brauereibefizer Garaus machen. Gerade die Entwickelung der Textilindustrie hat auf den Friedensvorschlag des Brauergehilfen- Werbandes Abend zwecks Stellungnahme zum Gothaer Parteitag abgehalten in Rottbus biete einen schlagenden Beweis dafür. Gegen erklärt, auf den früheren Beschlüssen, die übrigens des ersehnten wurden, können wir heute nur das Resultat der Delegirten über den vom Vorsitzenden entwickelten Ansichten sei Friedens willen von den Gehilfen akzeptirt wurden, zu beharren, wahlen bringen. zu bedenken, daß der Textilarbeiter Verein gesetzlich und die verlangte formelle Garantie für die Wiedereinstellung Es bleibt jeden einzelnen Rings berechtigt sei, auch entgegen dem Statut, sich den der Ausgesperrten abgelehnt. jenigen zum Vorsitzenden zu wählen, der ihm am geeignetsten brauer überlaffen, ob er die von ihm entlaffenen Gehilfen wieder erscheine, und daß diefer dann das unzweifelhafte Recht habe, einstellen will oder nicht... die Interessen der Gewerkschaft zu vertreten. Beispielsweise sei auch der Vorfigende des Werbandes der Eisen industriellen tein Fachmann, sondern ein Jurist. Nach kurzer Berathung erkannte der Gerichtshof auf Freisprechung des Angeklagten Landgraf, verurtheilte den Angeklagten Ullrich jedoch zu se ch 3 Wochen Gefängniß. Wir kennen den ganzen Streit- meinte der Vorsitzende bei der Urtheilsbegründung und sind der Ansicht, daß üürich die Abs ficht hatte, den Fabrikanten eins auszuwischen. Er wollte mit der beleidigenden Behauptung den Fabrikanten ins Gesicht schlagen. Das ist unsere Ueberzeugung. 9 Gegen das lektere Urtheil wird selbstverständlich Berufung gerichts beitritt, wird sich ja finden. Unsere Ansicht ist, daß das eingelegt. Ob die Berufungsinstanz der Meinung des Schöffen Schöffengericht über den Streit nicht so gut informirt war, als es glaubte. Andernfalls wäre es wohl zu dem Entscheid ge: kommen, daß die Fabrikanten in ihren Aeußerungen gegen die Vertreter der Textilarbeiter die Worte e benfalls nicht auf Vertreter der Textilarbeiter die Worte ebenfalls nicht auf die Goldwage gelegt haben, und alles in allem ge rechnet, die gegenseitigen Beleidigungen kompenfirt seien. Soziales. Bum Parfeitag. " In der Versammlung des 1. Wahlkreises, welche in den Arminhallen abgehalten wurde, find die Genoffen Johannes Timm und Schuster zu Delegirten nominirt worden. Ein Antrag, die Frage des Achtuhrschlusses auf die Tagesordnung des Parteitags zu sehen, wurde abgelehnt. Ane genommen wurde ein Antrag, hinfort den Parteitag zwischen Ueber die Arbeitsverhältnisse in der Genossenschaft Weihnachten und Neujahr abzuhalten, desgleichen ein Antrag, Vooruit" in Gent wird uns von wohlinformirter Seite ge- die Frage Arbeiterschutz- Gesetzgebung und neuester Kurs" auf die Tagesordnung zu setzen. Punkt 6 der Tagesordnung„ Pros schrieben: Die vom Domela Nieuwenhuis'schen Anarchistenblatte Recht portionalwahlrecht" will die Versammlung gestrichen haben. voor Allen" erdachten und von der Bourgeoispresse aller Länder Die Parteigenoffen des 2. Wahlkreises haben in der tolportirten Lügen über die Arbeiter- Genossenschaft„ Vooruit" in Gent haben das Gute, daß sie eine Veranlassung" find, etwas bei Martens, Friedrichstr. 236, abgehaltenen Versammlung näheres über diese Gesellschaft zu berichten und so an der Hand Antrick und Dr. Arons zu Delegirten gewählt. Der 8. Wahlkreis wählte in Möhrings Salon, Admiral anders als unter tyrannischer kapitalistischer Leitung geführt straße 18c bie Parteigenossen Geschäftsbiener R. Albolbt von Thatsachen zu beweisen, daß ein Geschäft auch noch Die Leitung des Booruit" liegt in den Händen eines aus und Tischler Hermann Schmidt zu Delegirten. 50 Mitgliedern zusammengefeßten Vorstandes. Die Vorstands In Joëls Salon tagte die Versammlung des 4. Wahlmitglieder sind fast alle Fabrikarbeiter, die von kapitalistischen treises unter außerordentlich zahlreicher Betheiligung. Ge Unternehmern in Tangen Arbeitstage ausgebeutet werden, für wählt wurden zu Delegirten für den Often Röhn, für den Löhne, die 19-25 Centimes pro Stunde betragen. Sehen Südosten Gurtschte und Boigt. wir nun, wie fich unter dieser Leitung die Arbeitsverhältnisse im Vooruit" gestalten. Jm 5. Wahlkreis wurde Genosse Robert Schmidt werden kann. " " Gegen die Görlitzer Töpfer Inuung war wegen öffentlicher Verrufs Erklärung streitender Die Bäcker beziehen bei einer Arbeitszeit von acht zum Delegirten gewählt. Ferner wurde der Antrag, als Punkt 5 Töpfergesellen vor nicht allzu kurzer Zeit die Staats- Stunden Löhne von 4 Fr. pro Tag; die Brotausträger der Tagesordnung des Parteitages die Frage des Achtuhr- Ladenanwaltschaft angerufen worden. Nach einer der Breslauer bei einer Arbeitszeit von neun Stunden einen Minimallohn schlusses zu setzen, angenommen. Ebenfalls ein Antrag Drescher, die Voltswacht" zugegangenen Mittheilung wird nun langsam von 25 Fr. die Woche. Kohlenführer und Schöpfer der Apparat der Gesezesmaschine in Bewegung gefeßt, denn haben zehnstündige Arbeitszeit und bekommen 4 Fr. pro Tag. Kosten für die Delegation aus der Parteikasse zu bestreiten. Ein der Töpfer Gramsdorf ist, nachdem ungefähr vierzehn Die Näherinnen arbeiten acht Stunden und ihre Löhne be- dritter Antrag verlangt, daß die Parteiblätter bei einem Boykott die Tage feit jener Anzeige verstrichen sind, auf das Görliger tragen: für Lehrmädchen anfangs 6 Cent. pro Stunde, für Arbeite Annoncen der hiervon betroffenen Geschäfte zurückweisen. Der Polizeipräsidium beordert worden, um den Namen des Vor- rinnen 27-31 Cent. pro Stunde. In der Schuhmacherei felbe wurde gleichfalls angenommen. standes des Töpferverbandes anzugeben, trotzdem der Name auf verdienen die Stickerinnen( Mädchen von 19-25 Jahren) einen Die in Rabe's Salon" abgehaltene Versammlung des der schwarzen Liste, welche sich im Besitz der Staatsanwaltschaft Stundenlohn von 36-38 Cent., jüngere Arbeiterinnen einen solchen Gewählt befindet, unterzeichnet ist. Ferner mußte Gramsdorf den Gesetzes von 16-28 Gent. pro Stunde; die Schuhmacher 45 Cent. pro Stunde, 6. 2 a bltreises war überaus stark besucht. paragraphen angeben, welcher anwendbar wäre, um gegen die die Flicker 35-40 Cent. pro Stunde. wurden Riesel, Pfarr und Grashold. Frau Mesch blieb Herren Töpfermeister vorzugehen! Im allgemeinen sei bemerkt, daß die Löhne im Vooruit" mit 203 Stimmen in der Minorität. Die Resolution, den Achts die höchsten sind, welche in den konkurrirenden Geschäften be- uhrschluß betreffend, wurde mit geringer Mehrheit abgelehnt. zahlt werden. Die Resolution Hofmann, Aenderung der Tagesordnung des Parteitags betreffend, wurde ebenfalls abgelehnt. " Es hält doch furchtbar schwer, meint die Volkswacht", die Gesetzesübertretung ausfindig zu machen; Polizei und Staatsanwaltschaft muß sich erst von einem einfachen Töpfergesellen den Paragraphen sagen lassen, auf grund dessen Anflage erhoben werden soll. War das wirklich nothwendig? Ift doch in der Anzeige bereits auf den§ 158 Demgegenüber sei noch mitgetheilt, welche Bezahlung unser Genosse Anseele erhält, der als Geschäftsführer der Gesellschaft die ganze Zeit, welche er nicht als Boltsvertreter braucht, dem Booruit" widmet und in den Ferien vom Morgen bis zum bend für das Geschäft thätig ist. Anseele bekommt 280 Fr. Depelthen und lehte Nachrichten. Gotha, 17. September.( Privatdepesche des Vorwärts".) genoffen einen vollen Sieg errungen. der Gewerbe Ordnung hingewiesen worden, so daß diefe Bernehmung wohl vollständig überflüssig erscheint. Gespannt( in Buchstaben zweihundertachtzig Franken) pro Jahr. Er widmet darf man sein, zu welcher Ansicht die Anklagebehörde also feine außerordentliche Arbeitskraft fast ohne jedes Entgelt dem über das gesetzwidrige Statut der Töpferinnung gelangen Booruit"! Die Schwindler, die immer behaupten, es wäre den Auch im 19. ländlichen Landtags- Wahlkreis haben unsere Parteiwird, das Genosse Scheb 3, der Redakteur der Bolts- fozialistischen„ Führern" nur darum zu thun, sich auf Kosten der wacht", zur Einsichtnahme dringend empfohlen hat." Mir waren bis jetzt nur bie größte Schnelligkeit und Präzision seitens der Behörden gewöhnt, wenn es galt, auf grund der§§ 360 11 des R.-St.-G.-B. und 163 der Gewerbe- Ordnung gegen Arbeiter vorzugehen und wir nehmen daher an, daß diese Geschwindig teit, Anklagen zu erheben, sich auch auf die das Gesetz verlegen den Arbeitgeber erstrecken dürfte. -O " Kopenhagen, 17. September.( W. Z. B.) Das russische rbeiter fett zu mäften, tönnen sich dies hinters Ohr schreiben. Daß im Vooruit" ein Schwibsystem bestände oder eine Kaiserschiff" Standard" kehrte heute von einer Probefahrt in der Schmutzblattes. Der Vorstand überlegt mit den Näherinnen, fagung des norwegischen Dampfers Corifawe" mit, ben es bei geführt wäre, ist freie Erfindung des Nieuwenhuis'schen Nordsee zurück und brachte die aus 18 Personen bestehende Be was für den festgesetzten Tageslohn geliefert werden soll. Es Lindenaes sinkend angetroffen hatte. versteht sich von selbst, daß ein Minimum festgesetzt werden muß. Paris, 17. September.( W. Z. B.) Heute Mittag wurde Das wird den Arbeiterinnen jedoch nicht von oben herab aufer der internationale meteorologische Kongreß eröffnet. Bum PrästIn Aachen haben sich, nach einer Meldung der Frankf. legt, sondern sie bestimmen wie gesagt es zufammen mit benten wurde Mascart- Paris und zum Bizepräsidenten Geheim Zeitung", die Weber des tatholischen Arbeitervereins und des dem Vorstande. Für die gelieferte Mehrarbeit bekommen sie rath Dr. v. Bezold- Berlin gewählt. Die Dauer des Kongresses fatholischen Webervereins mit den wegen Einführung des Zweifel bstverständlich Bezahlung; 60 pCt. davon wird in Geld aus ist auf 8 Tage berechnet. stuhlsystems streifenden Webern der Firmen Peters u. Zastré gezahlt, 15 pet. wird in eine Propagandakasse, und 25 pet. für Rom, 17. September.( W. Z. B.) Heute Nachmittag 4 Uhr in Eupen solidarisch erklärt und beschlossen, nicht nur die Reifen zurückgelegt. Dies alles ist in vollem Einverständniß mit wurde in Messina und in Reggio di Calabria ein ziemlich Streifenden materiell zu unterstüßen, sondern auch das Interesse den Mädchen festgesetzt. Stellt es sich heraus, daß eine Gruppe heftiger, etwa 6 Sekunden anhaltender Erbstoß verspürt. Schaden des Publikums für die Streifenden zu gewinnen. Da bei Ein- von Mädchen regelmäßig mehr Arbeit als das Minimum liefert, führung des Zweiftuhlsystems in dem Gewebe sehr viele Web- so werden die Löhne entsprechend erhöht. Wird zu wenig Arbeit ist nicht angerichtet worden. Wladiwostock, 17. September.( W. T. B.) Die zur Ers fehler thatsächlich entstehen müssen, habe das Publikum ein geliefert, so wird den Mädchen trotzdem nie etwas vom TageIntereffe an dem schließlichen Ausgang des Kampfes gegen die lohn abgezogen. Jedes Jahr, am 1. Mai, werden alle Löhne er forschung Ramtschatta's ausgefandte Expedition unter Bogdanos Einführung des Zweistuhlsystems in Deutschland. höht. Das Anarchistenblatt behauptet, daß der Tarif für die Westens witsch und Lemiakin hat das Gebiet zwischen Ap Tschumukan Der Fabrikant Peters will, wie ein anderes Blatt melbet, macherinnen um 10 Centimes erniedrigt worden sei. Er ver- und Ayan untersucht und ein weites sehr goldhaltiges Terrain von dem Zweistuhlsystem, nach welchem ein Weiber zwei Web gißt dabei zu melden, daß die Ursache deffen eine Veränderung erfchloffen. Man fand am Ufer des Flusses Aitaschra bis Ayan stühle statt wie bisher einen zu bedienen hat, absehen, falls die in der Arbeitsweise war, die zur Folge hatte, daß die Arbeite- an vierzehn Stellen in vulkanischen Schichten Barren sehr reinen ftreitenden Weber seinen Lohntarif annehmen. Die Entscheidung rinnen, troß der Herabsehung des Zarifs, eine Lohnerhöhung Goldes. der letzteren steht noch aus. von 20-25 Centimes stündlich erhielten. Konstantinopel, 17. September.( W. Z. B.) Die Polizei An Deutschlands Müller wendet sich der Verband Es wird nun abzuwarten sein, ob die Blätter, welche so verhaftete heute als Anarchisten einen früh mit einem Dampfer deutscher Müller und Berufsgenossen in einem gierig die Berleumdungen des„ Recht voor Allen" in ihre aus Stettin eingetroffenen Reisenden, der in Leipzig geboren ist Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder, Berlin. Für den Juferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. W 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 219. Lokales. Freitag, den 18. September 1896. einer Realschule und in einer Gemeindeschule den Knaben- Handarbeitsunterricht einzuführen. 13. Jahrg. Gestern ist der Fahrverkehr über die Weidendammer Brücke freigegeben worden. Die im übrigen noch unfertige Mit den Redaktionsverhältnissen des Vorwärts" Brücke macht feinen schönen Eindruck. Die mit Holzpflaster verbeschäftigen sich wieder einmal einige bürgerliche Blätter, die sich sehene Fahrstraße, die zu beiden Seiten eine aus starken Holzvon Reportern aus den Fingern gesogene Nachrichten aufbinden bohlen hergestellte, für Fußgänger bestimmte Erhöhung zeigt, ist lassen und dann thun, als ob sie das Gras wachsen hörten. nach den beiden Wasserseiten zu mit einem hohen Bretterzaun Diesmal foll unser Kollege Kunert, der morgen aus dem Ge- abgeschlossen. An der Nordseite ist eine gepflasterte Zufahrtstraße fängniß entlassen wird, Redakteur des politischen Theils im hergerichtet, die nach den Bürgersteigen zu wegen der Böschung Vorwärts" werden. Diese Meldung ist so falsch wie alle übrigen mit einem Holzgitter versehen ist. Auf der Südseite befindet sich Mittheilungen, die sich die Bourgeoisreporter in dieser Sache nur ein von einem Bretterzaun umgebener schmaler Fußsteg, zu bisher geleistet haben. Unser Genosse Kunert, den wir morgen dem wie bei den an der Nordseite befindlichen Fußstegen einige nach dreimonatlicher Abwesenheit wieder in unserer Mitte zu be: Stufen emporführen. Der gesammte Wagenverkehr wird von grüßen die Freude haben, wird seine früher innegehabte Stelle Norden nach Süden durch die Prinz Louis Ferdinand- Straße geleitet, bis wohin von der Brücke aus der Waidendamm eben als Redaktionssekretär wieder übernehmen. falls auf beiden Seiten von Bretterzäunen eingeschlossen ist. Direktor Renz wird seinen Berliner Zirkus am 30. Ot tober eröffnen. Polizeilich beschlagnahmt worden ist die Leiche des 82jährigen Maurers Friedrich Hildebrandt, der vorgestern, Mittwoch, Nachmittag gegen 5 Uhr beim Neubau der Pommerschen Hypothekenbank an der Ecke der Markgrafen und der Behrenstraße vom Gerüst fiel und an einem Schädelbruch auf der Stelle verstarb. Ob jemand eine Schuld an dem Unfall trifft, steht noch nicht fest. Lohudrückereien sind gleichwie in anderen Gewerben auch im Droschtenfuhrgewerbe an der Tagesordnung, seitdem durch Einführung des Tarameters auch die Droschkentutscher Lohn arbeiter geworden sind. Durch die Einführung des Fahrpreis. Anzeigers ist im Droschfenfuhrgewerbe die Lohnfrage erst geregelt" und ein fefter Lohusay geschaffen worden. Derselbe beträgt 1 Mart pro Tag, zu welcher sich noch 25 pet. der Tageseinnahme des Kutschers als Verdienst für diesen gefellen. Der jüngste Streit der Droschkentutscher bezweckte, diesen Lohnfaz um 50 Pf. zu erhöhen, doch hat auch dieser Streit wieder die Mängel der gewerkschaftlichen Organisation dieser Arbeiterkategorie tlar zu tage treten lassen. Die Fuhrunter nehmer triumphirten über die Kutscher und nur die wenigsten Defizit im Stadthaushalts- Etat. Der rechnerisch auf Ein Revolverheld. Vorletzte Nacht zog der 22jährige verstanden sich zur Zahlung eines Tagelohnes von 1,50 m. 1883 410,89 m. ermittelte Ueberschuß der Stadt- Hauptkasse aus Die erlittene Niederlage der Kutscher machen sich die Fuhrherren dem Verwaltungsjahre 1895/96 ist, wie uns von berufener Seite Schneider Johannes Fischer vor dem Hause Linienftr. 129 naturgemäß derart zu nuge, daß sie einer nach dem anderen mitgetheilt wird, nur ein buchmäßiger und besteht wesentlich plößlich einen Revolver hervor und gab, wie er später aussagte, die etwa bewilligt gewesene Lohnerhöhung wieder aufheben. auf der Voraussetzung, daß das Regulativ über die Bauplay- lediglich aus Muthwillen einen Schuß auf zwei vorüberDa sich die Kutscher, wenigstens die aufgeklärten, mit allen Steuer aufrecht erhalten werden kann, was aber bei der be- gehende Mädchen ab, ohne sie jedoch zu verlegen. Er wurde Kräften hiergegen sträuben, so find die Lohnkämpfe im Droschten- tannten und anderweit bereits ventilirten Entscheidung des verhaftet. Be fuhrgewerbe in Permanenz erklärt, wenn dieselben auch weniger Oberverwaltungsgerichts durchaus zweifelhaft erscheint. Am Mittwoch früh fand auf der Spree zwischen der an die Deffentlichkeit treten. Leider bleiben aber auch in diesen schließen die städtischen Behörden unter den obwaltenden Um Moltke- und Alsen- Brücke ein Zusammenstoß zwischen einem von Einzelkämpfen die Fuhrherren Sieger infolge der Uneinigkeit der ständen die Aufhebung der Bauplatz- Steuer und müssen die dem Dampfer„ Eintracht" geschleppten Laftfahn und einem mit an Beträge Kutscher. Ein lehrreiches Beispiel hierfür war die wegen Lohu- eingegangenen Bauplatz- Steuer zurückgezahlt Müll beladenen Rahne statt, wobei dieser schwer beschädigt drückerei erfolgte Arbeitsniederlegung beim Fuhrherrn Ruhrt. Zwar und die Reste im Betrage von 1714 920,83 M. in Abgang wurde. Da er zu versinken drohte, wurde die Feuerwehr herbeihaben alle Gemaßregelten wieder Arbeit gefunden, jedoch ist gestellt werden, so würde für den künftigen Etat statt mit einem geholt, die ihn durch Auspumpen des eindringenden Wassers so auch die traurige Thatsache zu verzeichnen, daß für diese sich Ueberschuß aus dem Rechnungsjahre 1895/96 mit einem nicht lange über Wasser hielt, bis er entladen war. Die Schuld an hinreichender Ersatz gefunden hat von Kutschern, die gern zu unerheblichen Defizit gerechnet werden müssen. Außer dem Unfall soll den Führer des Dampfers treffen. dem verkürzten Lohusaße von 1 M. pro Tag fahren, abgesehen dem sind Reste für zu veräußernde Bauparzellen bei Ermittevon denjenigen, die überhaupt erst gar nicht mitgemacht haben. lung des Ueberschusses in betracht gezogen, welche, wie z. B. für Kein Wunder, wenn nunmehr die Fuhr herren beubsichtigen, den die sogenannte Alte Post in der Königstraße, im nächsten Kutschern den Fuß vollends in den Nacken zu setzen. Es wird nämlich Rechnungsjahre voraussichtlich noch nicht eingehen werden. in Fuhrherrenkreisen eifrig darauf hingearbeitet, den Kutschern den Ferner fommt noch hinzu, daß im nächsten Etatsjahre eine sehr festen Lohnfaz überhaupt zu entziehen und dieselben nur noch auf bedeutende Einnahme, nämlich die Dotation der Stadt aus den Prozente fahren zu lassen. Wenn ihnen dies gelingen follte, landwirthschaftlichen Zöllen, der sogenannten lex Huene, die in dann sind die Kutscher völlig vogelfrei, und die Taxameterkutscher dem laufenden Etat mit 3 469 975 Mark eingestellt ist, in Wegfind noch schlechter daran als die Zarameterlosen. Dann werden fall kommt. die Fuhrherren, nicht aber die Kutscher den Segen des Kontroll- Eine Diphtheritis- Epidemie herrscht in der Gegend um apparates in seinem großen Umfange erst verspüren. Auf die den Görliger Bahnhof. In der Manteuffel- und Kutscher wird es ankommen, ob fie dieser geplanten neuen Naunynstraße sind in einzelnen Säusern fast sämmtliche Kinder Lohnbrückerei werden vorzubeugen oder dieselbe doch abzuwehren erkrantt, während andere Häuser gänzlich frei geblieben find. vermögen. Die bestehende Agitationskommission ist eifrig bemüht, Sterbefälle sind bis jetzt nur sehr wenige zu verzeichnen. die Berliner Droschkentutscher auf den unausbleiblichen Kampf Besuchszeit der Museen. Amtlich wird bekannt gegeben, vorzubereiten; mögen die Kutscher nun auch von den ihnen ge- daß das Alte und Neue Muſeum, das Museum für Völkerkunde, botenen Gelegenheiten zu ihrem eigenen Besten weisen Gebrauch das Kunstgewerbe- Museum und die National- Gallerie auch während des Monats Oktober d. J. an den Wochentagen, mit Ausnahme der Montage, von 10 bis 4 Uhr, an den Sonntagen dagegen von 12 bis 5 Uhr, soweit das Tageslicht es gestattet, für das Publikum geöffnet sein werden. Vom 1. November ab erfolgt die Schließung der vorgenannten Museen wochentäglich um 8 Uhr, an den Sonntagen, so lange es die Helligkeit gestattet, um 4 Uhr. Die Stadtverordneten- Bersammlung hatte im Frühjahr an- Mit bezug auf den Eintritt in die National Gallerie an den geregt, ob es nicht richtiger wäre, die Entscheidung über die Her- Montagen zwischen 1 und 3 Uhr gegen Meldung beim Kastellan gabe der unentgeltlichen Lehrmittel statt den Schulkommissionen behält es bei den bisher geltenden Bestimmungen sein Bewenden. den Rektoren zu übertragen. Hiergegen haben sich die Schultommiffionen einhellig ausgesprochen und daraufhin hat nun Die Königliche Bibliothek ist vom 21. bis einschließlich die Deputation befchloffen, es bei dem bisherigen Verfahren 26. September d. J. geschlossen. zu belassen, doch sollen die Schulkommissions- Vorsteher und Der Bau der Untergrund- Bahn in Treptow ruht jetzt. Rektoren aufgefordert werden, die Abgabe der Lehrmittel zu Die Gesellschaft ist mit den Gemeinden Treptow und Stralau in beschleunigen. Ferner hat die Stadtverordneten- Versammlung Verbindung getreten, um mit diesen über den Weiterbau zu verangeregt, daß die Eröffnung der Gemeindeschulen vor Beginn handeln. des Unterrichts etwas früher erfolgen möge als bisher. Darauf Die fortgesetzten Klagen über die zahlreichen Unfälle auf hat die Deputation beschlossen, den Rektoren aufzugeben, die den Siemens u. Halste'schen Bahnstrecken hat Veranlassung ge Schulen eine Viertelstunde, bei schlechtem Wetter und strenger geben, daß die Polizei die Fahrgeschwindigkeit der Linie LeipzigerKälte eine halbe Stunde vor Beginn des Unterrichts öffnen zu straße- Treptow bedeutend herabgesezt hat. Die Fahrschnelligkeit laffen. der einzelnen Büge darf die einer Pferdebahn nicht überschreiten. Die Fahrzeit für die Wagen ist infolge dessen um fünf Minuten verlängert worden. machen. Die städtische Schuldeputation hat aus Beranlassung eines Gesuches der technischen Lehrerinnen um Vermehrung der Lehrerfräfte in den dritten Klassen der Gemeindeschulen den wichtigen Beschluß gefaßt, daß die Frequenz der dritten und vierten Klaffen allmälig auf 50 Schüler herabgesetzt werden soll. Schließlich hat die Deputation den wichtigen Beschluß gefaßt, den Gemeindebehörden vorzuschlagen, zunächst versuchsweise in 76] Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Rienzi konnte bei diesem Vorschlag des Lächelns sich nicht enthalten und erwiderte: Wenn ich nun aber meine Begleiter rufe und Dich ihnen übergebe?" " nach Deinem Bekenntniß Du sicher und unbeschädigt außerhalb der Mauern Noms Dich befinden sollst." Ich bin damit zufrieden, Donner und Hagel! Ich habe nur für mein eigenes Leben und dann für das meines großen Hauptmanns zu sorgen, übrigens gilt es mir gleich, ob Ihr Südländer Euch einander die Kehlen abschneidet und ganz Italien zu einem Grabe macht!" Mit diesen wohlwollenden Worten troch Rudolph in den Schrank, doch ehe Rienzi die Thüre wieder verschließen tonnte, trat er wieder heraus. " Dann überliefert Ihr mich den Händen Eurer Feinde und damit ich sie nicht verrathe, werden sie vor Tagesanbruch mich umbringen oder Euch!" Halt!" sagte er, meine Wunde blutet sehr. Selft mir Mich dünkt, Schurke, ich habe Dich schon früher ge- sie verbinden, oder ich verblute mich vor meinem Besehen." tenntniß!" „ Allerdings. Ich schäme mich nicht meines Namens Per fede!" sagte der Tribun, indem die Kaltblütig oder meines Landes. Ich bin Rudolph aus Sachfen." feit des Mannes seinem Humor zusagte, aber ich muß " Ich erinnere mich, ein Diener des Walter von Mon- gestehen, der Dienst, den Du von mir verlangst, beweist, real. Also er hat Dich angestiftet zu diesem Morde?" daß Du der schamloseste Bursche bist, den ich seit langer " Nein, Tribun. Jener edle Ritter verachtet andere Beit gesehen habe. Gieb mir Deinen Gürtel. Ich ließ mir Waffen als das Schwert, und seine eigene Hand begegnet wenig träumen, daß ich in der ersten Nacht meiner im offenen Kampfe seinem Feind. Nur Eure erbärmlichen, Ritterschaft ein solches Werk der Barmherzigkeit würde verfeigen Italiener miethen den Dolch und den Arm anderer." richten müssen." " Rienzi schwieg. Er hatte seinen Gefangenen losgelassen Mich dünkt, aus diesen Gewändern ließe sich ein besserer und stand ihm gegenüber, dann und wann dessen Züge Verband machen," sagte Rudolph, indem er auf die priesterbeobachtend und seinen eigenen Gedanken sich hingebend. lichen Kleider zeigte. Endlich, indem er seine Blicke in dem kleinen Zimmer um her schweifen ließ, bemerkte er eine Art von Schrank, in welchem die priesterlichen Gewänder und einige andere zum heiligen Dienst bestimmte Sachen aufbewahrt wurden. Es fiel ihm jetzt plöglich ein, wie er sich am besten aus der Verlegenheit ziehen könne. Er zeigte auf den Schrank. Dort, Rudolph aus Sachsen, sollst Du einen Theil dieser Nacht zubringen, eine kleine Buße für Dein beabsichtigtes Verbrechen, und morgen, wenn Dir Dein Leben lieb ist, wirst Du alles gestehen." Schweig, Schurke!" entgegnete der Tribun, die Stirne runzelnd, teine Entheiligung! Wenn Du aber so zärtliche Sorgfalt für Dein Wohl trägst, so will ich meinen eigenen Gürtel dazu hergeben." um Progenfrechheit. Eine Eingabe an den Kaiser wird, wie die Bolts- 3tg." hört, augenblicklich in Sportstreifen und in den Kreisen der höchsten Geburts- und Finanzvorbereitet, Aristokratie" die Charlottenburger Chaussee vom Brandenburger Thor bis zum Mausoleum in Zufunft für Last-, Arbeits- und Mörtelwagen zu sperren und die selbe nur für die Pferdebahn, elektrische Bahn, Equipagen und Droschten freizuhalten. Alle Lastwagen sollen über Moabit oder durch die Bismarckstraße und Hardenbergstraße nach Berlin dirigirt werden. Warum agitiren die unnüßen Drohnen nicht gleich dafür, daß die Chauffee für jeden gesperrt werde, der sich gleich dafür, daß die Chaussee für jeden gesperrt werde, der sich durch ehrliche Arbeit als ehrlicher Mann ernährt. durch ehrliche Arbeit als ehrlicher Mann ernährt. Selbstmord eines Berliner Schuhmanns in der Heil auftalt. In einem Anfalle hochgradiger Nervosität hat sich der frühere Bizefeldwebel Scholz, der nach seinem Abgange vom Infanterie- Regiment Nr. 63 hier in Berlin Schuhmann wurde, zum Fenster hinausgestürzt. Scholz hielt sich seit kurzer Zeit feines Leidens wegen in Begleitung seiner Frau in einem Sanatorium bei Neiße auf. Hier ist er in einem Nervenanfalle aus dem ersten Stock zum Fenster hinausgesprungen. Schwerverlegt hatte sich der Bedauernswerthe noch eine furze Strecke fortgeschleppt, wo er zu Boden fiel und bewußtlos aufgefunden wurde. Nach der Stadt gebracht, ist er bald darauf seinen Ver legungen erlegen. Plöhlich tobsüchtig geworden ist gestern der 40 Jahre alte städtische Desinfekteur Ludwig Burghard aus der Forster= straße 36, als er eben seine Wohnung verlassen wollte, um sich in feinen Dienst zu begeben. Auf Anordnung eines Arztes, den die Frau zu Hilfe rief, mußte er sofort in eine Anstalt gebracht werden. Unterwegs fiel der Krante in Bewußtlosigkeit. gehen, und einige Minuten später war er von seinen Begleitern, die er gerufen hatte, umgeben. Er war in ein langes, mit Belzwerk besetztes Gewand gehüllt, und seine durchdringenden Blicke beobachteten forschend die Züge eines jeden, der sich näherte. Zwei von den Frangipani's zeigten Verwirrung und Befangenheit, die jedoch durch den offenen Gruß des Tribunen verscheucht wurden. Doch alle Gewandtheit des Savelli vermochte das unbefangene Auge nicht zu verhindern, den Schrecken, der ihn erfüllte, zu entdecken, und als er den durchdringenden Blick Rienzi's auf sich haften sah, zitterte er an allen Gliedern. Der Tribun schien dieses jedoch nicht zu bemerken, und als Bico di Scotto, ein alter Ritter, aus dessen Händen er sein Schwert empfing, ihn fragte, wir er die Nacht zu gebracht habe, erwiderte er freundlich: " Gut, sehr gut, mein edler Freund! Ueber einen jungen Ritter wacht immer ein guter Engel. Signor Luca di Savelli, ich fürchte, Ihr habt schlecht geschlafen, Ihr seht bleich aus. Aber das hat nichts zu sagen, unser heutiges Banket wird Euer munteres Blut bald wieder in schnellern Umlauf bringen." Blut, Tribun," sagte di Scotto, welcher nicht Theilnehmer des Komplots war, Du sagst Blut, und siehe! auf dem Boden haften große Tropfen noch frischen Blutes!" " D, alter Held! Ihr habt meine Ungeschicklichkeit verrathen! Ich verletzte mich mit meinem eigenen Dolche, als ich mich entkleidete. Dem Himmel sei Dank, die Klinge ist Der Tribun legte jetzt den Dolch auf den Boden, nicht vergiftet!" indem er vorsichtig mit dem Fuße auf ihn trat, und vers band die Wunde, für welche Gefälligkeit Rudolph einen kurzen Dank stotterte. Die Frangipani wechselten bedeutsame Blicke, Luca di Savelli tonnte sich kaum aufrecht erhalten und mußte sich an eine Säule lehnen, und die übrigen schienen erstaunt und verwundert. Rienzi nahm jetzt wieder den Dolch und die Lampe, nachdem er den Sachsen in den Schrank eingeschlossen und ,, Laßt Euch das nicht befremden," sagte Rienzi, es ist „ Hört, Tribun," erwiderte der hartnäckige Sachse, die Thür des Zimmers von außen fest verringelt hatte und eine gute Vorbedeutung und eine Prophezeiung, die sich meine Freiheit ist in Eurer Gewalt, aber weder meine tehrte nach seinem Lager zurück, nachdenkend über den Ver- bestätigen wird. Es bedeutet, daß derjenige, der sein Bunge, noch mein Leben. Wenn ich einwillige, mich hier rath, dem er so glücklich entgangen war. Schwert für das Wohl des Staates umgürtet, bereit sein einsperren zu lassen, so müßt Ihr auf das Kreuz an dem Beim ersten Anbruch der Morgendämmerung trat er muß, sein Blut für denselben zu vergießen. Doch nichts Griff des Dolches, den Ihr jetzt in der Hand haltet, schwören, vor die große Kirchenthüre, rief die Schildwache und be- mehr davon! Es ist nur eine Streifwunde, sie erspart dem daß, nachdem ich alles bekannt, was ich weiß, Ihr mir auftragte sie, den Gefangenen in einen der Kerker des Kapitols Arzt einen Aderlaß. Wie glänzend bricht der Tag an! verzeihen und mich freilassen wollt. An meinen Anstiftern zu führen. Wir müssen uns vorbereiten, unsere Mitbürger zu em habt Ihr genug, um Eure Wuth auszulassen, und wäret" Ich empfehle Dir Stillschweigen," sagte er ,,, theile keinem pfangen; sie werden bald sich versammeln. Ha, mein Ihr auch ein Tiger an Blutdurst. Wenn Ihr dieses nicht Menschen ein Wort von diesem Vorfalle mit, und wenn Pandulfo! willkommen; Du, mein alter Freund, Du sollst schwört Du Dich zuverlässig zeigst, so sollst Du befördert werden. mir das Schwert umgürten!" Ah, mein bescheidener Freund, was dann?" Dann suche den Pandulfo di Guido, das Mitglied des Und während Pandulfo damit beschäftigt war, flüsterte " Dann stoße ich mir den Kopf gegen die steinerne Rathes, und sage ihm, er möchte gleich zu mir tommen, ihm der Tribun einige Worte in das Ohr, welche seine Mauer ein. Besser ein solcher Tod, als der auf der noch ehe das Volk sich hier versammelt." Begleiter, da ein Lächeln seine Züge umschwebte, für einen Folter." Er ließ darauf den Soldaten seine schweren mit Eisen jener vertraulichen Scherze hielten, die Rienzi sich oft gegen " Nein, ich bedarf der Nache nicht gegen solche, wie beschlagenen Schuhe ausziehen, führte ihn durch die Kirche, seine näheren Beamten erlaubte. Du. Sei aufrichtig und ich schwöre, daß zwölf Stunden übergab Rudolph seiner Sorgfalt, sah sie zusammen ab( Fortsetzung folgt.) Ein SonutagSkunde. Folgende Geschichte ist, wie der ..Konfekt." erzählt, dem Mitinhaber einer hiesigen Mädchen- Mäntelfabrik am vergangenen Sonntag passirt: Während der Kirchenzeit war der Genannte mit seinein Sozius und seinein Bruder, der Angestellter im Geschäft ist, thätig, um die am Sonn- abend verkaufte Waare zu expediren. Plötzlich geht die Thür auf, ein großer, starker Herr trit in das Geschäftslokal und be- grüßt den einen Inhaber mit den Worten:„Guten Tag, Herr P."„Ah! guten Tag, Herr.. sagte Herr P. in liebenswürdiger Weise und drückte ihm die Hand, da er in dem Hereinkomineuden einen Kunden aus der Provinz vermuthete. „Wie geht es Ihnen? Das ist ja schön, daß Sie selbst am Sonntag zu uns kommen. Seit wann sind Sie in Berlin?" Der verineiiitliche Kunde antwortete:„Ich bin immer in Berlin, ich bin nämlich Kriminalpolizist und wollte Sie in klagrunti bei der Nebertrctung des Gesetzes für die Sonntagsruhe ertappen. Es ist uns gemeldet worden, daß Sie seit mehreren Sonntagen während der Kirchenzeit arbeiten lassen." Große Verwirrung und Bestürzung richtete Mittwoch Nachmittag gegen 2 Uhr der 35 jährige Kasstrer Paul Schleyer, dessen Name vor einiger Zeit in Verbindung mit einem Oleum- attentat in der Nesselstraße genannt wurde, unter den Besuchern der Charitee an. Schleyer kam mit einer Droschke vor dem Kraiikenhause angefahren und verlangte Aufnahme. Da er jedoch angetrunken war, so mußte man ihn abweisen. Hierüber gericlh der Mann so in Wulh, daß er nicht nur die Beamten der An- stalt beschimpfte, sondern auch zwei große Scheiben mit der Faust einschlug, so daß die Splitter unter die Leute, die zun» Besuche ihrer kranken Angehörigen gekommen waren, umher- flogen. Der Wütherich wurde schließlich von einem Schutzmanne abgeführt. Eine sehr jugendliche Schwindlerin treibt sich seit fünf Tagen in Berlin herum. Die I3jährige Auguste Glawe, genannt Nemitz, aus der Hornstraße Nr. 2l kam am Sonnabend, morgens um 81/» Uhr zu ihrer Mutter, der Arbeiterfrau Nemitz und er- zählte ihr, die Kragennäherin Fräulein Müller aus der Groß- beerenstr. Nr. 39, für die sie schon öfter Gänge gemacht hatte, habe sie beauftragt, bei ihren Runden Geld für sie einzuziehen. Das Mädchen zeigte auch einen geschriebenen Zettel dar, nach dem Fräulein Müller die Kunden ersuchte, der Ueberbringeriu den fälligen Be- trag einzuhändigen. Eine bestimmte Summe war nicht ange- geben. Als abends um 8 Uhr das Mädchen noch nicht wieder nach Hause gekommen war, ging Frau Nemitz zu Fräulein Müller, um sich nach dem Verbleib des Kindes zu erkundige», und erfuhr nun, daß der Austrag erfunden und der Zettel ge- fälscht ,var. Wahrscheinlich hat ihn die Schwindlerin, die sich auch bis jetzt»och nicht wieder zu Hause hat sehen lasse», selbst mit verstellter Hand geschrieben; möglich ist aber auch, daß noch andere Personen ihre Hand im Spiele haben. Das Mädchen ist hellblond, 1,30 Meter groß, schlank und blaß. Entführt wurde gestern früh die achtjährige Tochter eines im Juni gestorbenen Stenerassistente», welche bei ihrer Tante untergebracht lvar. Auf dem Wege zur Schule wurde das Kind in der Weinmeisterstraße von zwei Männern aufgegriffen und in einer Droschke I. Klasse davongefuhrt. Man vermuthet, daß die Entführung auf Veranlassung der von dem Vater geschiedenen Mutter des entführten Kindes erfolgt ist. Aus den Nachbarorte». Tie Parteigenoffe» und Genossinnen deS Kreises Niederbarnim werden nochmals auf die am Sonnabend, de» 19. September stattfindende Parteiversammlung im Schloß W e i ß e n s e e aufmerksam gemacht. Außer einem Vortrage des R« chslags-Abgeordneten Stadthagen steht die Stellung- nähme und Diskussion über Anträge zum Parteitag, sowie die W a h l v o n D e l e g i r t e n auf der Tagesordnung. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Genossen, in dieser Versammlung zu er- scheinen; die Vertrauensleute werden ersucht, dafür zu sorgen, daß gleichfalls Deputationen aus den.umliegenden Orten an- wesend sind. A«S Ripdorf. Einem rohen Scherz halbwüchsiger Burschen sind an den letzten Abenden in der Kaiser Friedrichstraße wieder- holt Radfahrer zum Opfer geworden. Unermitlelte Personen hatten nämlich quer über die Straße feinen Draht gezogen, den sie zu beiden Seiten der Straße an Zäunen befestigt hatten. An mehreren Abenden hintereinander kamen durch diesen Streich Radfahrer zu Fall. Zwei derselben trugen derartige Verletzungen davon, daß sie ärztliche Hilfe brauchten.— Auf eigenartige Weise verunglückte neulich Abends in der Berlinerstraße ei» anderer Radfahrer, Gerichtssekrelär H. Derselbe fuhr vor- schriftsmäßig auf der rechten Seite der Straße, als von einem in voller Fahrt befindlicben Pferdcbahnwagen.ein Mann herabsprang, der gegen das Rad des Herrn H. fiel. H. stürzte infolge dessen und blieb besinnungslos liegen, sodaß er ' nach seiner Wohnung gebracht werden muhte. Leider hat H. bei dem Unfall eine Sehnenzerreißung des rechten Fußes und andere nicht unerhebliche Verletzungen davongetragen.— Zu erschießen versuchte sich der 40 jährige Arbeiter Kohrt aus der Prinz Handjerystraße, indem er sich auf den Köllnischen Wiesen ein mit Wasser geladenes Terzerol in den Mund abfeuerte. Noch lebend wurde der Unglückliche mit schrecklichen Verletzungen auf- gefunden und in das Rirdorfer Krankenhaus gebracht. Nahrungs- sorget» sollen daS Motiv der beklagenswerthe» That sein. Getoerve�DUtsPkellung 1896. Der bisherige Verlauf der Treptower Ausstellnng wurde von dem Hansbesitzer-Verein„Südost" lebhaft erörtert. Die Vereinsmitglieder haben im ganzen etwa 800 000 M. zum Garantie-Fonds der Ausstellung gezeichnet und unterzogen des- halb die geschäftlichen Anordnungen des Arbeitsausschußes einer eingehenden Kritik; besonders hervorgehoben wurde die auffallend billige Verpachtung des Hauptrestaurants und die Zuwendung von Lieferungen an ein Mitglied des Arbeits-Komitees. Der Vor- sitzende des Vereins sprach die Hoffnung aus, daß das Defizit den Betrag von IvvEt. des Garantiefonds nicht erheblich überschreiten werde. Herr Sladtv. R o s e n o w schätzt das D e f i z i t auf mindestens 20 p C t. des Garantiefonds und theilt mit, daß er sich bei Verpachtung des Hauptrestaurants ver- geblich bemüht habe, einen höheren Pachtzins zu erzielen; hierzu wäre eine besonders günstige Gelegenheit gewesen, als die Pächter die Aushebung des ersten Pachtvertrages, wonach das Haupt- restaurant am Spree-User errichtet werden sollte, verlangten und den Platz am Ostende des neuen SeeS wünschten. Es sei nur die Hergabe einer Extrasumme von 25 000 M. von den Pächtern zu erreichen gewesen; mit weitergehende» Forderungen stieß n>an auf den Widerspruch der Mehrheit des Ausstellungs-Vorstandes. Der Betrag, um welchen die P a ch t f u m m e zu niedrig b e m e s f e>t ist, schätzen Fachleute auf etwa 290 000 M. Herr Rosenow hat damals für seine Person einen Protest zu den geführten Verhandlungen eingereicht und auch die Zu- Wendungen von Lieferungen an«in Mitglied desArbeitsausschussesgemißbilligt. weil solches Verfahren gegen die in der Selbstverwaltung allgemein aner- kannten Grundsätze verstoße; dagegen müsse anerkannt werden, daß durch diese Lieserungen dem Unternehmen ein materieller Verlust nicht erwachsen sei. Zu hoffen sei, daß der Magistrat die Wiederherstellung des Parkes nicht verlangen und die hierzu erforderliche bedeutende Ausgabe dem Unternehmen er- sparen werde. Der Verein beschloß, den Magistrat um Ankauf und Erhaltung des Hauptrestaurants. deS Eafö Bauer und des Kuppelsaales vom Hauptgebäude zu ersuchen. Nach diesem tritt imnier mehr zu tage, daß in der Aus- stellungSleitung ganz eigenartige Begriffe über da? Verhalten maßgebend sein müssen, das man in öffentlicher Stellung der Oeffentlichkeit gerade in Geldangelegenheiten schuldig ist. Von den aus Anlast der Ausstellung geschaffenen Verkehrsmitteln wird nur weniges bis nach Schluß der Aus- stellung erhalten bleiben. Die elektrische Straßenbahn Leipziger- straße(Behrenstraße)— Treptow bleibt erhallen und wird bis Grünau weitergeführt. Nach Freilegung der Treptower Chaussee ivird diese bis hinaus nach Treptow mit elektrischer Leitung versehen, und die elektrische Straßenbahn der Großen Berliner Pferdebahn bis nach Treptow hinein- geführt werden. Als Endstelle für diese elektrische Bahn- linie ist die Park-Allee in Aussicht genommen. Von den Pferde- bahnlinien wird die Strecke vom Zoologischen Garten nach ihren früheren Endstationen Görlitzer Bahnhof respektive Schlesisches Thor zurückverlegt. Ebenso wird die Linie von der Großgörschen- straße aus nur noch bis zum Schlesischen Thor verkehren. Die Wagen der Linie Friedrichstraße— Ausstellung werden hingegen bis Treptow durchgeführt, und dafür fällt die ursprüngliche Linie Spittelmarkt— Treptow fort. Von den Omnibuslinien werden nur die beiden Strecken Potsdamer Bahnhof— Treptow und Zllexanderplatz-Treptoiv über den Schluß der Ausstellung hinaus erhalten bleiben, um jedoch nach Beendigung des Abrisses bis zum Schlesischen Thor verkürzt respektive ganz eingezogen zu werden. Nunpk und LvistettMi-afk. Im Ostend-Thcater wird heute Abend Frl. Else I o st y, welche bisher am Residenz- Theater engagirt war, in dem Kneisel'schen Volksstück„Der deutsche Michel" als Luise debutiren. Im Friedrich- Wilhelmstädtischcu Theater findet der Vorverkauf zur Sonntag- Nachmittagsvorstellung von Schiller's „Maria Stuart" von heute ab an der Tageskasse von Velv— l/eL Uhr ohne Aufgeld zu Abonncmentspreisen(Parquet 1 M., 2. Rang- Sperrsitz 50 Pf.:c.) statt. Ebenso sind Billets zur Sonntag- Abendvorstellung von Moser's Lustspiel„Der Hypochonder" ohne Aufgeld an der Vormittags- Kasse zu haben. Im„Thalia- Theater"(vormals Adolf Ernst- Theater) findet am Sonnabend die erste Wiederholung des Vaudevilles „Co»sin- Cousine" statt. Um das von der Direktion be- absichtigte Programm eines wechselnden Reportoires gleich in der ersten Zeit durchzuführen, soll bereits an einem der nächsten Abende die Aufführung eines älteren Schwankes von Moser stattfinden, dem als zweite Novität die Premiöre des französischen Schwankes:„Der S t r o h m a n n"(Lurnumörairo) von M. B o u ch e r o». deutsch von Max Schönau folgen wird. An beiden Stücken wird bereits seit längerer Zeit probirt. Preustische Thcaterzeusnr. Die Aufführung des Dramas „Die größte Sünde" von Otto Ernst, das in Berlin und Hamburg aufgeführt wurde, ist für Hannover von dem dortigen Polizeipräsideuten Grafen v. Schwerin verboten worden, obwohl ausdrücklich anerkannt wird, daß der Grundgedanke des Stückes nicht zu beanstanden sei. Gewisse Partien sollen das christliche Bewußtsein verletzen. Der Dichter wird den Weg der Klage beschreiten. O, Bennigsen! Zu dem iu Bamberg stattfindenden Astronomen- Kougrcst sind bereits über 30 auswärtige Vertreter eingetroffen. Außer sämmtlichen deutschen Staaten sind Oesterreich-Ungarn, die Schweiz, die Niederlande und Belgien, sowie Rußland ver- treten. Von Amerika sind Prof. Hagen aus Washington und Prof. Leuschner ans Kalifornien eingetroffen. Auf der Bam- berger Sternwarte fand Mittwoch ein Empsangsabend statt. Gestern wurde der Kongreß eröffnet. Soziale Mechlspflege. Parzellcnpächtcr als gegen Unfälle versicherte land- tvirthschaftliche Betriebsunternehmer. Der Hauflrer L. hatte 12 Ar Ackerland gepachtet, wofür er jährlich 8 M. zahlte. Er baute darauf zum Zwecke der Verwerlhung im eigenen Haushall Kartoffeln. Als er eines Tages die geernteten Knollen auf seinen Handwagen lud, verunglückte er dermaßen, daß eine Be- schränkung der Erwerbssähigkeit eintrat. Seine Bemühungen bei der landwirlhschnftlichen Berussgenossenschaft und beim Schiedsgericht um eine Unfallrente blieben erfolglos� jedoch sprach ihm das demnächst angerufene Reichs-Versicherungs- a m t die Rente zu. In der Begründung der Entscheidung, die der I. Senat des Rekursgerichts unter dem Vorsitz des Dr. Surrazin fällte, wurde ausgeführt: Die Thätigkeit, bei der L. verunglückte, sei unstreitig landwirthschastlichen Charakters und der Gesammtheit der vom Kläger dem Anbau und der Gewinnung der Kartoffeln gewidmeten Verrichtungen könnte nicht um deswillen die Bedeutung eines landwirthschastlichen Betriebes abgesprochen werden, weil es sich nur um die Bewirthschastung einer kleinen Parzelle handelte. Es unterfalle jeder, auch der kleinste land- wirthschaftliche Betrieb ohne Rücksicht aus seinen Umfang dem Unfallversicherungs-Gesetze vom 5. Mai 1886; ausgeschlossen davon sei nur die ausschließliche Bewirthschastung von Zier- und Hausgärten. Ein solcher Fall liege indeß hier nicht vor. Es sei somit anzunehmen gewesen, daß L. gelegentlich einer landwirthschafllichen Thätigkeit zu Schaden kam, die der Unfallversicherung unterliegt. Von prinzipieller Bedeutung ist eine Entscheidung des Reichs-Versicherungsamtes, durch welche die Klage des Landwirthes Fein gegen die Posensche Landwirthschaftliche Bcrufsgenossenschost erledigt wurde. Fein war zu Schaden gekommen, als er seinem Gutsnachbar die Einrichtungen seiner Dreschmaschine erklärte, und hatte dann, in der Annahme, einen landwirthschafllichen Betriebsunfall erlitten zu haben, von der genannten Berufsgenossenschaft eine Rente beansprucht. Die Genossenschaft hatte es aber abgelehnt, diesem Ver- langen nachzukommen, und das Schiedsgericht entschied später ebenfalls zu Ungunsten des Klägers. Es war der Meinung, die fragliche Thätigkeit des Verletzten an der Dreschmaschine sei um deswillen nicht als mitversichert anzusehen, weil sie nicht dem landwirthschafllichen Betriebe, sondern lediglich der Unterweisung des Nachbarn diente. Das nunmehr von Fein angerufene Reichs- Versicherungsamt verurthcilte indessen die beklagte Berufsgenossenschaft zur Hergabe der verlangten Unfallrente und erklärte jene Auffassung der Vorinstanz für eine zu enge und der Absicht des Gesetzes nicht entsprechende. Eine solche ge- legentliche, an sich nicht betriebswidrige und ernstlichen Zwecken dienende Benutzung der Dreschmaschine, welche durch die damit verbundene praktische Belehrung über Zusammensetzung und Gang der Maschine für die landwirthschastlichen Betriebe der Betheiligten sogar förderlich ist oder wenigstens förderlich werden kann, habe für mitversichert zu gelten. GevidzksrBeiftm g. Zwei anscheinend höchst gefährliche internationale Bankdiebe» über deren Persönlichkeiten ein gewisses Dunkel schwebt, wurden gestern der zweiten Strafkammer des Land- gerichts I. aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Die An- geklagten nennen sich Walter Henry B o w e r s und Pferde- Händler Joseph Alexander. Sie befinden sich seit dem 19. Oktober 1895 in Haft. In der Zwischenzeit sind sie am 5. Dezember v. I. in Hamburg wegen Widerstandes gegen die Staatsgewakt zu 2 bezw. 3 Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Sie werden angeklagt, am 24. Juni 1895 dem Berliner Kaffenverein gehörige 4000 M. in vier Rollen zu je 1000 M. in Gold gestohlen zu haben.— Bei dem Berliner Kassen» verein geschehen die Einzahlungen derart, daß die Ueberbringer die einzahlenden Summen auf die dem Publikum zugänglichen Zahltische aufzuzählen und das Geld hier von dem betreffenden Bankbeamten nachgezählt, abgenommen und sodann auf die hinter ihnen stehenden Arbeitstische zur weiteren Ver» anlassung gelegt wird. So hatte am gedachten Tage auch der Bote der diesigen Viehkommissionsbank, Trenner, einen Betrag von ungelähr 75 000 M. in Papier, Gold und Silbergeld aus- gezählt und sofort nach der Abnahme des Geldes durch den 33jährigen Boten Carl Raul das Banklokal verlaflen. Trenner will noch bemerkt haben, daß ein Mann sich an seine Stelle drängte. Nach dem Fortgange des Trenner nahm Raul das Papiergeld und legte es hinter sich aus seinen Arbeitstisch. Als er sich aber wieder nach dem Zahltisch umwandte, um auch das andere Geld in Sicherheit zu bringen, bemerkte er sofort, daß ihm in dieser kurzen Spanne Zeit vier Geldrollen ü 1000 M. gestohlen waren. Der Verdacht lenkte sich sofort auf zwei unbekannte Herren, einen größeren und einen be- deutend kleineren, welche sich in den letzten Tagen ohne erficht- lichen Zweck in dem Banklokal aufgehalten, dort scharf beobachtet und, als sie selbst etwas Aufsehen erregt, den Raum verlassen hatten. Beide Männer waren auch kurz vor dem Diebstahl in der Bank anwesend gewesen, der Kleinere hatte den latz des Trenner eingenommen und seinen rechten Arm auf den aul'schen Zahltisch gelegt gehabt, während der Größere ruhig neben ihm stand. Plötzlich verließen beide den Bankraum und unmittelbar darauf wurde der Diebstahl entdeckt. Nach langen vergeblichen Nachforschungen wurden in der Hamburger Bank am 19. Oktober 1395 die beiden Angeklagten unter dem Verdacht des versuchten Diebstahls verhastet und es wird nun von der Anklagebehörde behauptet, daß sie die beiden Personen seien, die am 24. Juni v. I. den Diebstahl aus der Bank des Berliner Kassen- Vereins ausgeführt haben. Sie bestreiten dies ganz entschieden. An- fangs leugneten sie sogar, zu Rennen und im Juni v. I. über- hauptf in Berlin gewesen zu sein. Im Lause der Ermittelungen hat Bowers beide Thatsachen alsdann zugegeben, während Alexander dabei verblieben ist, daß er zur fraglichen Zeil gar nicht in Berlin gewesen sei. Es ist nun aber festgestellt, daß beide Angeklagte, welche bekannte Bankdiebe sind, seit 1893 mit kurzen Unterbrechungen sich in Berlin aufgehalten haben. Beide, besonders aber Bowers, haben in den besten Hotels, wie Kontinental-, Zentral- und Savoyhotel gewohnt und sind hier in der sogenannten Lebewelt unter den Namen„Sporl-Albert" und „Jypsie" als Verschwender bekannte Persönlichkeiten gewesen. Sie haben häufig die Rennen besucht, mit Frauenzimmern in der aus- schweifendsten Weise verkehrt und so gelebt, als ob sie steinreiche Leute wären. Da sie nicht die geringsten festen Erwerbsquellen angebe» können, so ist dieses Auftreten um so verdächtiger, als gerade zu jenen Zeiten häufig Bankdiebstähle in Berlin vor- gekommen sind. Im Frühjahr des Jahres 1895 haben sich die Angeklagte» auch in den Räumen der Reichsbank aufgehalten, ohne dort irgend etwas zu thun zu haben. Beide sind damals von dortigen Boten beobachtet worden, als sie in dem Giro- komptoir der Reichsbank, scharf umherspähend, auf einer Bank saßen. Ferner haben die Angestellten des Kaffen- Vereins in den Angeklagten die Personen wieder erkannt, die am 22. und 24. Juni v. I. sich ohne Beschäftigung in den Bankräumen ausgehalten haben. Außer diesen Verdachts- Momenten hebt die Anklagebehörde noch hervor, daß BowerS vor seiner Fahrt nach Hamburg von Berlin aus einer ihm ergebenen Frauensperson gesagt hatte, daß er nach Haniburg fahren müsse, um Geld von der Bank zu holen, und daß er und Alexander darauf in Haniburg wegen eines angeblichen Diebstahls»n der dortigen Bank verhaftet wurden. Endlich soll Bowers auch zweien Mitgefangenen bei gelegentlichem Gespräch gewissermaßen zu- gegeben haben, daß er eine Reihe von Bankdiebstählen auf dem Kerbholz habe. Er soll dabei die Summe von über 80000 M. genannt haben. Ein schon früher einmal angesetzt gewesener Termin zur Hauptverhandlung ivar ergebnißlos geblieben, weU Bowers de- hauptete, der deutschen Sprache nicht in genügendem Maße mächtig zu sei». Zu dem heutigen Termin ist deshalb der Rechtsanwalt Schneider als Dolmetscher geladen worden. Den Vorsitz im Gerichtshofe führt Landgerichtsrath Grandtk«, die Anklage vertritt Assessor Dr. L i e b e n o w, die Vertheidigung führen die Rechtsanwälle Dr. Flatau und Wronker. Es sind 20 Zeugen anwesend. Auf Befragen des Dolmetschers erklärt der erste Angeklagte, daß Bowers sei» Bor name sei und er mit Rücksicht auf seine Familie seinen Vatersnamen zu sagen sich iveigere. Er sei am 14. Oktober 1853 in London geboren, protestantisch und nie bestraft, mit Ausnahme der 14 Tage Gefängniß, die er in Hamburg erhalte«.— Alexander weigert sich gleichfalls„mit Rücksicht auf seine beiden Töchter und seine Geschwister", seinen Geburtsort zu nennen; er gicbt aber zu, daß er fälschlicherweise früher Lüttich als Geburts» ort angegeben habe. Er will am 2. Dezember 1360 geboren und gleichfalls unbestraft sei». Er bestreitet, am 24. Juni 1895 mit Bowers zusammen in der Bank des Berliner Kassen- Vereins gewesen zu sein; auch Bowers will niemals dort gewesen sein. Beide Angeklagte geben aber zu, mehrfach in Berlin sich aufgehalten zu haben. Alexander erklärt, daß er seit 1893 wiederholt zuin Armee-Jagdrennen und zum Internationalen Jagdrenne» hierher gekommen sei. Bowers erzählt mit treu- herzigster Mieue, daß er Quartalssäufer sei und wenn er dieser Leidenschaft sröhne und sich vergnügte Stunden bereite» wolle, dann gehe er nach Berlin, einerseits um aus dem Gesichtskreis seiner Familie zu kommen, anderseits weil er Berlin liebe. Alexander versichert, daß er stets als Sportsinann »ach Berlin gekommen und stets 1000 bis 2000 M. von England mitgebracht habe. Er habe wiederholt aus der Dresdener und anderen Banken Geld für den Totalisator gewechselt, den Berliner Kaffenverein kenne er aber nicht. Die Bekanntschast mit Bowers habe er auf der Rennbahn gemacht. Obgleich beide in Hamburg s. Z. sofort nach Verlassen der Bank verhaftet wurden, destreitet Alexander, überhaupt aus der Hamburger Bank geivesen zu sein. Er protestirt auch gegen die Annahnie, daß er in den ver- schiedenen Welttheile» als berüchtigter internationaler Bank- dieb bekannt sei. Bowers will auch seit 1393 wieder- holt»ach Deutschland und Berlin gekommen sein. Er habe sich hier immer zwei bis drei Wochen aufgehalten, bis er sich ausgelobt hatte. Er habe stets reiche Geldmittel ans England mitgebracht und hier im Kontinental-, Palast-, Savoy-Hotel und anderen Gasthäusern unter de» verschiedensten Rainen, wie z. B. Mr. Burton u. a. logirt. Auch er will in Hamburg gar nicht i n der Bank, sondern vor der Bank geivesen sein. Er habe gesehen, wie plötzlich eine groß« Menschenmenge sich ansammelte und Alexander verhaftet wurde. Dabei sei auch er sestgenommen worden und man habe ihm die Photographie eines internalio- nalen Bankdiebes Gans vorgezeigt und behauptet, er sei mit diesem identisch. Staatsanwalt: Will Bowers behaupten. daß er nicht zusammen mit Alexander von hier nach Hamburg gereist ist?— B o w e r s: Er sei zufällig mit Alexander in demselben Zuge geivesen und habe gar nicht gewußt, daß Alexander in der Bank war.— Etaatsanw.: Bei den Akten befinden sich zwei Retourbillets niit direkt aufeinander folgenden Numniern, ebenso sind den Angeklagten Reisetaschen von genau gleicher Beschaffen- heit abgenommen worden. Die Augeklagten haben in Hamburg zunächst behauptet, daß sie sich gar nicht kennen, Bowers wollte überhaupt kein Wort deutsch sprechen und erst in Berlin ist durch verschiedene Frauenspersonen festgestellt worden, daß sie mit beiden Angeklagten zu verkehren pflegten und Bowers ganz gut deutsch spreche.— Vorsitzender: Daß beide Angeklagten wiederholt flunkern, ergiebt sich aus den Akten. Unter anderm hatte Bowers früher als Grund seines Aufenthalts in Deutschland angegeben, daß er zwei Monate lang iu England betrunken gewesen sei und sich in Deutschland habe ausnüchtern wollen.— Beide Angeklagten bestreiten wiederHoll, sich in ver« dächtiger Weise in Bankräumen hier aufgehalten zu haben und am 22. und 24. Juni in d«r Bank d«S Berliner Kassenviieint Dermischkes. " gewesen zu sein. Staatsanwalt Dr. Liebenow verweist mit 18 M. Inhalt. In seinem weiten Ueberwurf be- daß die Unternehmer in ihrer Organisation den Beschluß auf die in den Akten befindlichen Auskünfte der Polizeibehörden fand sich ein Schnitt, ein Schnitt, den die Diebe hineingeschnitten, gefaßt haben, die Arbeiter deshalb zu bestrafen, weil sie einer von St. Louis, Chicago, New- York, London, Bavis. Seine um dadurch an den Gürtel zu gelangen, in welchem der Organisation angehören wollen, während es den Arbeitern noch Rörperabmessungen stimmen genau mit den Abmessungen zu Nubier seine Werthfachen aufbewahrte. Die gestohlenen Gegen nie und nirgends eingefallen ist, von ihren Arbeitgebern zu vers fammen, die von den Sicherheitsbehörden von einem inter- stände wurden bei dem Angeklagten nicht gefunden, es wurde langen, fie follten der Organisation den Rücken kehren; Pflicht nationalen Bankdiebe namens Geo Moore alias Burton angenommen, daß sein nicht ermittelter Komplize dieselben an aller Arbeiter sei es, solchen Fabrikantengelüften einen festen aufgenommen worden sind. Durch Entblößen der Arme sich genommen. Der Angeklagte legte sich in der Verhandlung Damm entgegenzusehen. men. Der Angetlagte legte fich in der Verhandlung Damm entgegenzuſeßen.tial des Angeklagten wird festgestellt, daß dieser dieselben aufs Leugnen, er wurde aber für überführt erachtet und zu einer Die Chemigraphen( Filiale II) hörten in ihrer letzten hörten in ihrer I charakteristischen Merkmale zeigt, wie der Verbrecher, dessen Bild Gefängnißstrafe von anderthalb Jahren verurtheilt. Versammlung einen Vortrag des Genossen Jahn über die als berüchtigter Bankdieb in den Verbrecher- Gallerien der ver Zur Erledigung gelangten schiedensten Polizeibehörden prangt. Er hat nämlich einen viel Für die Unzuverlässigkeit der Wiedererkennung von Ber. Lebenshaltung des Proletariats. zu kurzen, mit Narben bedeckten linken Arm und eine Narbe auf fonen sprach eine Berhandlung, welche gestern vor der dritten sodann einige Vereinsangelegenheiten und wurden die Mitglieder der rechten Handfläche. Einzelne der von den verschiedenen Straftammer des Landgerichts I stattfand. Als der Schlächter- aufgefordert, sich recht rege an den Sammlungen zum Streitfonds Polizeibehörden von dem Bankdiebe aufgenommenen Photo- meister Frensch in der Nacht zum 1. Juli von einem Ausfluge zu betheiligen. graphien erkennt Bowers als sein Konterfei an. Auf Vorhalt nach Hause fam, fand er seinen Vorrathsteller offen. Er stellte des Staatsanwalts giebt er auch zu, in London unter dem fest, daß er das Opfer eines nichtswürdigen Bubenstreiches Namen John Scott mit 18 Monaten schweren Kerkers und in geworden war. Allerdings war nur eine geringe Menge Speck In Sachen der ,, Lepra" hat sich im ministeriellen AufParis mit 13 Monaten Gefängniß vorbestraft zu sein. Der Staats- gestohlen worden, aber der Dieb hatte vier offene Fässer, die anwalt behauptet, daß Bowers im Jahre 1881 in Amerika unter mit gesalzenem Speck und Schinken angefüllt waren, mit trage Geh. Medizinalrath Dr. Koch nach Memel, den Namen Georg H. Ebbens verurtheilt sei. Ferner sei er im Petroleum begossen und dadurch den ganzen Inhalt verdorben. dem in letzter Beit vielfach genannten Aussazherde, begeben, um Jahre 1887 in New Orleans wegen Diebstahls von 10 000 Bib. Frensch schätzte den ihm zugefügten Schaden auf 400 Mart. an Ort und Stelle Erhebungen über die Berbreitung der Zepra eine ortstundige Berfon fein. im dortigen Kreise vorzunehmen bezw. auch über Maßregeln zu auf freien fus pre- Company verhaftet, gegen Staution aber hatten bortstundige feinibrer bean, auch auf freien Fuß belaffen worden. Er habe die Kaution im Stich Im Februar dieses Jahres hatten bei Frensch der Schlächter- ihrer Bekämpfung sich zu unterrichten. Bu diesem Zweck wird gelassen und sei verschwunden. Im Jahre 1887 sei er unter dem geselle Julius Nicke und dessen Braut, die unverehelichte Marie fich der Gelehrte dort mehrere Tage aufhalten und in den verNamen Burton in St. Louis verdächtig gewesen, unthem Meister in Diensten gestanden. Sie waren von ihrem Brot- schiedenen Orten des Kreises sich die Zeprakranken persönlich vorDiamantendiebstahl theilgenommen zu haben. herrn auf Unredlichkeiten ertappt, angezeigt und bestraft worden. führen lassen. Auch in Chikago Der Berdacht der Thäterschaft lenkte sich auf Nice, der beim Heber den Abet. Leprafall in Halle wird dem B. Z." von dort fei er 1886 aufgetaucht und habe die Aufmerksamkeit der Polizei Berlassen seiner Stellung zu Frensch gesagt hatte, er werde noch weiter gemeldet: Der in der hiesigen medizinischen Uni erregt. voch Nach einer eingehenden Zeugenvernehunung, die sich nament es ihm besorgen". Dazu tam noch, daß ein junges versitätsklinik zur Behandlung stehende Fall von Lepra- Erkrankung lich auf Raffenboten, sowie auf Freudenmädchen erstreckt, welche Mädchen behauptete, sie habe Nice nebst seiner Braut am ift glücklicherweise nicht von besorgnißerregender Art, wie die lich auf Kassenboten, sowie auf Freudenmädchen erstreckt, welche Abende des 1. Juli gegen 8 Uhr in der Nähe des in Rede ersten in der Stadt umgehenden Gerüchte vermuthen ließen. Es von den Angeklagten in den Blumenfälen zc. traftirt worden waren, beantragte der Staatsanwalt das höchste Strafmaß, Nice in Haft genommen. Er von den Angeklagten in den Blumenfälen zc. traktirt worden stehenden Hauses gesehen. Auf diese Verdachtsgründe hin wurde handelt sich nämlich nicht um eine neue Erkrankung, vielmehr und feine Braut hatten fungirt der betreffende Kranke mehr als Probepatient, als 5 Jahre Gefängniß. Nach kurzer Berathung erkannte der Gerichts- sich gestern sich gestern wegen Diebstahls wegen Diebstahls und Sachbeschädigung zu Studienobjekt. Der Erkrankte ist der Zigarrenmacher Wilhelm hof beide Angeklagte für schuldig, da beide Angeklagte nachgewiesener verantworten. Sie bestritten mit Entschiedenheit ihre Schuld, Leiter, in Finsterwalde geboren. Er befand sich vor mehreren maßen sich seit Jahren mit gemeinschaftlicher Ausführung von Die Belastungszeugin blieb bei ihrer Behauptung, die An Jahren in holländischen Diensten in Indien und wurde dort von Bankdiebstählen beschäftigen und die gegen sie vorgebrachte bestimmte Rekognition unter diesen Umständen über ihre Thäter geflagten zu der fraglichen Zeit gesehen zu haben, stehen, der Krankheit befallen. Seit seiner Rückkehr nach Deutschland Thätere helt einer ber Irrthum für ausgeschlossen. Der Wer ist er schon in mehreren Kliniken und Krankenhäusern behandelt schaft keinen Zweifel lasse. Der Diebstahl grenze so nahe an theidiger, Rechtsanwalt Werthauer, hatte dagegen Bandendiebstahl, daß das höchste Strafmaß am Plaße erschien. Rechtsanwalt Werthauer, hatte dagegen eine und beobachtet worden. ganze Anzahl einwandsfreier Zeugen, darunter Zeugen, darunter einen Der Gerichtshof hat nach dem Antrage des Staatsanwalts auf städtischen Lehrer, geladen, welche sämmtlich belundeten, daß furzem beim Polizeipräsidium in Posen angestellt war, hat sich Ein Regierungsassessor v. Puttkamer, der bis vor je 5 Jahre Gefängniß und 5 Jahre Ehrverlust erkannt. Sabre Se Uuser Genosse Regerau wird sich am 25. b. Mts, wegen beibe Angeklagte an dem fraglichen Abend noch bis 10 Uhr in nach der„ Kölnischen 31g." bort erſchoffen. Heber bie Ursache be neau des ihrer in Wüllerstraße gelegenen Wohnung gewesen waren. Gelbstmords find verliebene Gerichte im Umtaupe der Umlauf. Beleidigung der Rigdorfer Gendarmerie und speziell des Ober- Der Staatsanwalt beantragte felbst die Freisprechung beider Ans In der Nacht zum Sonntag wurde in Gülpen von wachtmeisters Peine vor dem dortigen Schöffengericht zu verant- geklagten, auf welche der Gerichtshof erkannte. sin du Wilddieben ein dortiger Polizeibeamter erschossen, worten haben. Der Anklage liegt eine abfällige Aeußerung über Bom Richtertisch auf die Anklagebaut. Ein wohl einzig welcher mit der Aufsicht über die Gemeindeforsten betraut war. die Gendarmerie zu grunde, welche Genosse Reherau in der dastehender Fall ereignete sich vor dem Schöffengerichte in Der Erschossene wurde am Sonntag in einem Felde gefunden. Rigdorfer Gemeindevertretung in Wahrnehmung der Interessen Solingen. Der Fabrikant Emil D. aus Wald nahm mit dem Explosion. In der Eisengießerei„ Eintrachtshütte" in der Einwohnerschaft gegen verschiedene polizeiliche Uebergriffe Richter und noch einem Kollegen am Richtertische Play, um seiner Beuthen ist Donnerstag Nacht ein Gießwagen infolge eines gethan hatte. Es ist dies der erste Fall, daß ein Rixdorfer Pflicht als berufener Schöffe obzuwalten. Nachdem er fünf An- Deichfelbruchs umgetippt, wobei sich 15 Bentner flüssigen Eisens Gemeindevertreter wegen Eintretens für seine Meinung vor den geschuldigte zu verdonnern mitgeholfen hatte, stieg er vom Richter ins Wasser ergossen. Hierdurch entstand unter heftiger Strafrichter zitirt wird. Auf den Ausgang des Prozesses ist man stuhl herab, um selbst als Angeklagter eine weniger beneidens Detonation eine Explosion, durch welche brei Personen allgemein gespannt. werthe Rolle zu spielen. D. hatte nämlich geduldet, daß in schwer Wegen Verübung ruheftörenden Lärme und Beamten seinem Fabritbetriebe Arbeiter an Sonn- und Festtagen gearbeitet er verlegt wurden und das Dach des Gebäudes fortbeleidigung stand gestern der Premierlieutenant a. D. hatten. Das Gericht, welches sich inzwischen durch einen HilfsAdalbert Berg vor der 130. Abtheilung des Schöffentgerichts. schöffen tomplettirt hatte, erkannte auf 3 M. Geldstrafe eventuell In einer milden Juninacht d. J. wanderte der Angeklagte durch Tag Gefängniß. Merkwürdig, daß das bischen Arbeiterdie Birkenstraße seiner Wohnung zu. Er war mit mehreren schutz unsere Ordnungsstüßen so unangenehm zum Stolpern früheren Kameraden zusammen gewesen und befand sich bringt! unter dem Einflusse reichlich genoffenen genoffenen Champagners. Wegen Kuppelei standen der Kriminal- Schumann Er mußte seiner gehobenen Stimmung Luft machen und Fr. May, die 42jährige Wittwe Gastwirthin Marie Clauß geb. er that dies in der Weise, daß er mit lauter Stimme das schöne Gölpen aus Dedenburg in Ungarn, und der 24 Jahre alte HausLied Napoleon, Du Schustergeselle" zum Vortrag brachte. Gin bursche Joh. Peter Schmahl, alle unbestraft, vor der Straffammer ihm begegnender Schuhmann, der ihn zur Ruhe ermahnte, tam in Frankfurt a. M. Etwa zwei Dugend Zeugen, zur Hälfte weibbös an. Herr! Wie heißen Sie?" herrschte ihn der Angeklagte lichen Geschlechts, traten auf. Das Bergehen der Kuppelei foll traten an. Der Schuhmann erwiderte ihm, daß dies Nebensache sei. begangen sein in dem der Wittwe gehörigen Gasthaus" 3ur Kopenhagen für 5 Kronen erstanden worden. Ein alter Franz Hals ist kürzlich bei einem Trödler in Dann fiftire ich Sie zur Wache!" erflärte der Angeklagte. Gisenbahn". Gegen M. liegt obendrein eine Anklage wegen Amts. Ropenhagen für 5 Kronen erstanden worden. Der glückliche Der Beamte ließ sich diese Bertauschung der Rollen gefallen verlegung vor, weil er in seiner Eigenschaft als Kriminalbeamter Räufer verkaufte nachher das alte Gemälde des berühmten und beide gingen zur Wache. Hier betrug der Angeklagte die Verfolgung der Mitangeklagten zu hintertreiben versucht hat. holländischen Meisters an den Kopenhagener Mäcen Jacobsen fich wiederum unangemessen. Als der ihn vernehmende Tele- Selbstverständlich wurde die Deffentlichkeit ausgeschlossen. Ber- ür 50 000 kronen. graphist ihn aufforderte, den Hut abzunehmen, that der An- theidiger sind die Rechtsanwälte Dr. Auerbach und Dr. Stulz. im großen Parifer Ruffenrummel noch den Kopf frei. So Emile Bar und Präsident. Einige wenige Franzosen halten sich de Bergerat, der im„ Eclair" feine Landsleute gehörig verspottet. " dute Der Fall wurde nach Vernehnung der Angeklagten vertagt.. geriffen worden ist. Cu und at wurden das Dach des s Spakvogel. Im Innern der Bahnabtheile für Nichtraucher ist bekanntlich auf einem schmalen weißen Blechftreifen die Inschrift:„ RAUCHEN VERBOTEN" angebracht. Große Heiterfeit erregte am Sonntag die That eines Wigboldes, den wahrscheinlich die Langeweile geplagt hatte, unter den Reisenden im Abtheil 2857 B III in Erfurt, denn diese Worte waren in FRAUCHEN ERBETEN" umgeändert. Gah man genauer hin, so bemerkte man zwischen den beiden Worten auch noch in fleiner Schrift 100 000 m., ein Zeichen, daß der Heirathslustige etwas große Ansprüche an seine Herzerwählte stellt. getlagte dies in der Weise, daß er ihn derb auf die die Feder führende Hand des Beamten fette. Gleich darauf erschien der Polizeilieutenant. Er fragte den Siftirten, was feine Anwesen Reichstags- Wahl im Wahltreife Ansbach Schwabach mit Herrn Felix Faure zusammen ein Pfeifchen schmauchen und Ein Nachspiel zum Wahlkampfe bei der jüngsten Er erzählt nämlich, wie der Bar nach dem Galadiener im Elysée heit im Bureau für eine Ursache habe. Der Angeklagte erwiderte sollte sich am 11. September der gerichtlichen Tagesordnung dem Präsidenten der Republit fagen wird: Jetzt ist es an der in wegwerfender Weise, indem er dabei auf die beiden SchutzIeute zeigte: Ach, die dummen Kerls haben mich arretirt." zufolge vor dem Schöffengericht Nürnberg entwickeln. Es war Beit, an meine Völker und den russischen Schmerz zu denken." Der Polizeilieutenant verwies ihm derartige beleidigende Aeuße Blattes in Nürnberg gegen den Redakteur des demokratischen Majestät denn thun, um diesen Schmerz zu mildern?" Und die Beleidigungstlage des Redakteurs des nationalliberalen Herr Faure fragt, den Erstaunten spielend: Was will Ew. zungen und weitere Uuslaffungen seitens des Angetlagten unterblieben. Im Termin behauptete der lettere, daß ihm die Er- Nürnberger Anzeigers", Dornbusch, angesetzt. Der dieser Tage Nikolaus der Friedfertige erwidert:„ Ich will alle politiinnerung an alle diese Borgänge völlig geschwunden sei, er Verhandlung. Bei dieser Gelegenheit bemerkt die Franff. 3tg." und bin nur hierher erfolgte Tod des Verklagten war die Ursache des Wegfalls der schen Verbannten meines theuren Sibirien begnadigen müsse arg bezecht gewesen sein. Der Staatsanwalt beantragte daß auch die vor einigen Wochen erfolgte Verurtheilung des das gekommen, um das Defret, 10 Mart wegen Uebertretung, 100 Mart wegen der Beleidigung, Redakteurs Dornbusch wegen Beleidigung des Münchener von Paris aus zu batiren... ihnen die Freiheit und das Leben wiedergiebt, der Gerichtshof erkannte auf insgesammt 35 Mart Geldstrafe. Aber vielleicht ist das Gemeindebevollmächtigten und Landrathsmitgliedes Selmayr zu alles nur eine Ente, die man mir aufgebunden hat," schließt allega aus au batiren.. Der Bankbuchhalter Max Winter, welcher in einem Hause einer Geldstrafe von 1000 M., da Dornbusch die Berufung Bergerat. Vielleicht liebt der Bar troß seiner durch Erbschaft in der Brunnenstraße ein möblirtes Zimmer inne hatte, erregte gegen das erstinstanzliche Urtheil ergriffen hatte, noch nicht überkommenen Liebe für die Freidenker, die Fortschrittler und im Juni ds. Js. in verschiedenen Fällen dadurch bei den gegen- rechtskräftig geworden ist und somit die Verpflichtung der Liberalen dieselben nur in der Form von Märtyrern und vielüber wohnenden Personen ergerniß, daß er sich unbekleidet Bahlung aus dem Nachlasse wegfällt.un leicht liegt der Erfolg irgend einer mostowitischen Anleihe dem am Fenster zeigte. Es tam schließlich gegen ihn zur Anzeige, Wegen Vergehens des Zweikampfes angeklagt, stand Besuche dieses Berufspotentaten weniger fern, als man anzunehmen das Schöffengericht sprach ihn aber frei, indem zu gunsten des der cand. chem. Billy Renz aus Stuttgart in München vor geneigt ist, wenn man die Augen schließt." Angeklagten angenommen wurde, daß derselbe nicht von einem Gericht. Der Genannte wurde am 23. Mai in das chirurgische unlauteren Beweggrunde zu dem anstößigen Verhalten bewogen Spital verbracht. Es zeigte sich, daß er eine schwere Verlegung worden war, sondern nur Abfühlungszwecke verfolgt hatte. Die am linken Arm hatte, die nur von einer scharfschneidenden Waffe Briefkasten der Redaktion. zweite Straffammer des Landgerichts I urtheilte anders, denn herrühren fonnte. Reng gab, hierüber befragt, auch unumwunden Die juristische Sprechstunde findet am Montag. in der gestrigen Verhandlung in der Berufungsinstanz wurde zu, daß er bei einer Säbelmensur verlegt worden set. Bur Dienstag, Freitag und Sonnabend von 6-7 Uhr Winter unter Aufhebung des ersten Urtheils wegen Scham- Rechenschaft gezogen, wurde der Angeklagte zu den üblichen drei abends statt. verlegung zu einer Geldstrafe von 50 m. verurtheilt. Monaten Festungshaft verurtheilt. Ueber den Grund und den W. Lakowik. Auf unserer Redaktion liegt ein Brief au Wie der Nubier Ben Haffan das Opfer von Berliner Ort des Duells, sowie über seinen Gegner verweigerte der An Ihrer Empfangnahme. Leichenfledderern wurde, lehrte eine Verhandlung, welche gestern geklagte jede Auskunft. vor der ersten Straftammer des Landgerichts I gegen den Möbelpolier Alois Haertel stattfand. Der obengenannte Afrikaner, arois Staite in Kairo in der Gewerbe- Ausstellung Versammlungen. bereits Heute sind die Arbeiter 2008& 1 liedes Witterungsübersicht vom 17. September 1896. 02 beschäftigt ist, hatte in der Nacht zum 7. Auguft zu Bum geftrigen Bericht über die Tabakarbeiter. Berviel Spirituosen zu sich genommen. Als er gegen Mitter- fammlung ist noch nachzutragen, daß sich die Aussperrung Stationen. nachtburch die Frankfurter Allee wantte, fette er der schwedischen Tabatarbeiter nicht nur auf fich von Müdigkeit übermannt auf eine Bant. Nach wenigen die Stadt Gothenburg, sondern auf ganz Schweden erMinuten war er fest eingeschlafen. Ein Schuhmann, der in ftreckt. von Stod einiger Entfernung die schlafende Perfon beobachtete, hielt fie holm, Malmö und Gothenburg ausgesperrt, Swinemünde für ein Frauenzimmer, welcher Irrthum durch die Tracht des Fremd- zusammen 1300 Tabatarbeiter. Der Hergang war folgender: Hamburg lings leicht möglich war. Als der Schutzmann sich dem Schlafenden Die Arbeiter einer Firma in Gothenburg stellten die For Berlin nähern wollte, bemerkte er, daß zwei Personen ihm bereits zuvorkamen, derung eines Minimallohnes, und als dieser nicht bewilligt Wiesbaden indem sie sich zu beiden Seiten des Schlafenden setten. Der wurde, legten sie die Arbeit nieder. Hierauf erließen München Schumann beobachtete die weiteren Borgänge, indem er sich die vereinigten( also einer Organisation angehörenden) hinter einer Litfaß Säule versteckt hielt. Er fah, daß die Fabrikanten Schwedens ein Birkular des Jubalts, wenn bis zum Haparanda. beiden Männer fich in auffälliger Weise mit der schlafenden 15. Auguft die Arbeiter der betr. Fabrit in Gothenburg die Betersburg Person zu thun machten und vermuthete eine uhete eine Straftat, Arbeit nicht wieder aufgenommen hätten, wieder aufgenommen hätten, würden fie Cort die auf einem anderen Gebiete lag. Er eilte hinzu, ihre Arbeiter sammt und sonders aufs Pflaster setzen. Außerdem Aberdeen. die beiden Männer liefen nach verschiedenen Richtungen davon, habe sich jeder Arbeiter durch Unterschrift zu verpflichten, Baris. der Schutzmann konnte nur einen von ihnen, den Angeklagten, aus der Organisation auszuscheiden. Die Antwort war kurz verfolgen und ergreifen. Dann wandte fich der Schuhmann der und bündig: Diese Unterschrift wird nicht geleistet." Hierauf vermeintlichen Frauensperson zu und sah nun zu seiner Ueber- erfolgte die Aussperrung der 1800 Tabatarbeiter. In der Berraschung, wen er vor sich hatte. Der Nubier jammerte laut liner Tabatarbeiter Versammlung machte Genoffe Butry am über den Berluft seiner Uhr und seines Bortemonnaies Schluffe dieser seiner Ausführungen noch darauf aufmerksam, Musit n. Meth. Kullat, 3offenerstr.41 III. Gesangverein sucht Sozialdemokr. Agitationsklub f. d. Osten Berlins. Sonntag, 20. September, abends 7 Uhr, Fortuna- Säle, Straußbergerstr. 3: B 4016 tüchtigen Lehrer A für Mittwochs. Näheres IRISH 2011 A. Weber, Eberswalderftr. 22, S. III. Deffentliche Versammlung für Männer und Frauen. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Waldek Mauaffe über: Kirchen und Rafernen. 2. Diskussion. 101/9 Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein und Tany. Entree 10 Pf. 8 Barometer d. Meeressp. Windrichtung 762 SM 763 MSM 764 768 Still 771 767 28 750 SO 758 SSM 756 SW 770 Still Windstärke Stala 1-12) 45413263 Wetter ah wolkig bedeckt Temperatur ( 50.4° R.) 18 13 bedeckt 14 halb bedeckt 11 bedeckt 14 bedeckt 19 bedeckt 9 Regen heiter wolkenlos 18 11 10 Wetter- Prognose für Freitag, den 18. September 1896. Beitweise beiter, vielfach woltig mit etwas Regen und mäßigen bis frischen südwestlichen Winden; Temperatur wenig verändert. Berliner Wetterbureau. Achtung, Zimmerer! Verein der Zimmerer Berlins u. Umg. slade Sonntag, den 20. September, vorm. 10 Uhr, o in Cohn's Fettsälen, Beuthstraße Nr. 21/22. Mitglieder Versammlung. Dderbrucher Fettgäuse. Vortrag des Herrn Dr. Grundmann: Gin Blick in das Innere des 1. Zagesordnung: eigener Mästerei empfiehlt den Ge. Menschen". 2. Vereinsangelegenheiten. nossen in Postpack. zu den billigst. Preisen Rameraden, des wissenschaftlichen Vortrages wegen ist pünktliches und Wriezen a. D. Rudolf Salomon. zahlreiches Erscheinen durchaus nöthig. 276/7 Der Vorstand. isdit is 92 dabit at gaida get nos quis de shell filtrocito Achtung! Maurer. Berlins und Umgegend. Achtung! Fachverein der Stellmacher Sonntag, 20. September 1896, vormittags 10%, Uhr, im Lokal Königshof, Sonntag, den 20. September, vormittags 9½ Uhr, im Lokale des OS Versammlung. Bülowstraße 37: Mitglieder- Versammlung des Zentralverbandes deutsch. Maurer ( Filiale Berlin II). Tages Ordnung: 161/7 Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Tischler- Verein. 1. Der internationale Gewerkschafts- und Sozialistenkongreß in London und seine Beschlüsse für die Gewerkschaftsbewegung. Referent Reichstags- Abgeordneter Richard Fischer. 2. Disfussion. 3. Gewerkschaftliches. Sonnabend, den 19. September, abends 9 Uhr, Melchiorftr. 15: NB. Genosse Fischer wird diesmal bestimmt das Referat halten; zu der vorigen Versammlung ist es seinerseits nicht möglich gewesen.- Die wichtige Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Berliner Maurer. 137/9 Achtung! Maurer. Achtung! Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 20. September, vorm. 10/2 Uhr, pünktlich, bei Hoffmann, Alexanderst r. 27c: Ordentliche Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Die Lokalverwaltung. Du ahust es nicht. Du ahnst es nicht, mit welcher Freud' Wir heute zu Dir eilen, Du 4056 Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Joël. Vereinsangelegenheiten. Ausgabe der Billets zur„ Urania" zum 11. Oktober, mittags 1 Uhr, und zum Stiftungsfest zum 24. Oktober. Sonntag, den 20. September: Herren- Partie. Treffpunkt: 199/16 Schlesischer Bahnhof, früh 7 Uhr. Der Vorstand. ahnſt es nicht, wie gern wir heut Schäftebrauche! Verein deutscher Schuhmacher. Schäftebranche! Das leste mit Dir theilen, Du ahust es nicht, wie viele heut Die besten Wünsch' Dir schicken, Du ahnst es, lieber Frige, nicht, Wie fräftig wir woll'n klicken. Unserem Klickbruder Fritz Bergmann zu seinem 37. Geburtstag. Die Lokalreiniger. Sonnabend, den 19. September, abends 9 Uhr: Versammlung bei Babiel, Rosenthalerstr. 57. Vortrag des Hrn. Dr. Weyl: " Berufskrankheiten." 169/11 Achtung! Textilarbeiter. Achtung! ( Filiale I Berlin.) 1. Vortrag des Genossen A. Hoffmann über: Gesinde und Gesindel. 2. Distusfion. 3. Beschlußfassung über den Antrag vom 6. b. M. betreffend Dem fleinen Handelsjuden Zappel die auf Behnstunden- Bauten arbeitenden Kollegen. 4. Vereinsangelegenheiten. zum heutigen 30. Geburtstage gratuliren Sonnabend, den 19. September, abends 81/2 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26: Die Mitglieder sind verpflichtet alle zu erscheinen. Die Versammlung 4076 Zwei Lieblinge. wird pünktlich eröffnet. 180 15 Der Vorstand. Achtung! Stuckateure. Achtung! Sonntag, den 20. September, vormittags 10 Uhr: Große öffentliche Versammlung im großen Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: Jeden Sonnabend Gäuse- Ausspieleu bei Voelz, Breslauerstr. 9. SchweineEngros- Schlächterei von Otto Wiese, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen J. Hoffmann über„ Gesinde und Gesindel". 2. Diskussion. 3. Rassenbericht. 4. Bericht des Bibliothekars und Neuwahl desselben. 5. Verschiedenes. 267/6 Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Tang. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 0. Weidenweg Nr. 11. Deutscher Holzarbeiter- Verband Fleisch- Verkauf von 4 Uhr ab: ( Zahlstelle Berlin). ( beide Säle): 4. Stiftungsfest. 1. Welche Vortheile hat uns die letzte Lohnbewegung verfchafft und wie gedenken wir dieselben in der bevorstehenden Herbstfaison am besten auszuüßen. Mittwoch und Sonnabend Sonnabend, den 26. September, in Keller's Fettsälen 2. Abrechnung der Lohnkommission sowie der Agitationskommission. 3. Ber- 411b schiedenes. Den Kollegen zur Nachricht, daß die Vereinsversammlung am Schinken 21. September ausfällt und die nächste Vereinsversammlung am 5. Oftober Schulterblatt stattfindet. Der Vereinskassirer ist anwesend. Siehe Flugblatt. Bauch. 406b Rückenfett 3 Pfund.. Liesen. Darmfett Die Lohnkommission. Gasanstaltsarbeiter! Große öffentliche Versammlung am Freitag, den 18. September, abends 7 Uhr, im ,, Englischen Garten", Alexanderstraße Nr. 27 c. Zages Ordnung: 1. Vortrag über Arbeiterrecht. 2. Diskussion. 42/1 3. Die 18stündige Arbeitszeit auf den städtischen Gasanstalten und die Leitung derselben. Was sagt der Magistrat dazu? Zu dieser Versammlung ist der Magistrat sowie die Herren Stadtverordneten eingeladen. Der Einberufer. Schlosser! Eisbeine • • • · Kopf und Beine Speck, ger. mager, 2 Pfund Spect, ger. fett, 2 Pfund Backen. • • Backen, ger., 2 Pfund. 0,50. . 0,50 20 0,45 1,40" " 0,50 " 0,25 " . 0,30 " 0,15 " 1,10 " 1,00 " 0,35 " 0,85 " Arbeitsmarkt. Simsmacher, jirka 50 Manu, werden bei Veltener Lohntarif sofort verlangt und finden dauernde Beschäftigung auf Mücke's Konzert, ausgeführt von einer 90 Mann starken Kapelle der " Freien Vereinigung der Berufsmusiker". Theater und Gesangs- Aufführungen ausgeführt von der Theater- Gesellschaft Strylewicz. 蛋糕 Lebende Bilder und Tanz. Anfang 8 Uhr abends. Billets: Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. find auf allen Zahlstellen des Verbandes zu haben. Heute Abend bei Schöning, Köpnickerstraße 68: Sitzung der Ortsverwaltung. Verband der in Buchbindereien, 77/4 Werke, Lindow i. b. Mart, Bahn- der Papier- u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. station. Fahrpreis hin u. zurück 2,20 m. Für Plätterinnen, Montag, den 21. September, abends 8 Uhr, in Cohn's welche neue Oberhemden, Kragen Festfälen, Beuthstraße 20: und Manschetten perfekt in plätten verkehen, Gelegenheit zu Gr. öffentliche Versammlung der Schloffer. felbständiger Existenz! Tages Ordnung: Der gegenwärtige Stand der Neunstundenbewegung und beabsichtigt den Betrieb der eigenen unsere weiteren Maßnahmen. Sonntag, den 20. September, vormittags 10 Uhr, im„ Englischen Garten", Alevanderstraße 270: Konferenz der Werkstatt- Vertrauensmänner. Im Ausstand befinden sich die Kollegen folgender Werkstätten: Paul Marcus, Tempelhofer Ufer 24; Bothmann, Neue Jakobstraße 5; de la Vari, Kastanien Allee 10; Rössemann, Rastanien Allee; Peege, Urbanstraße 102; Dübner, Beuffelstr. 70; Jean Violet, Kronenftr. 7; Donner, Rigdorf; Pinnow, Pallisadenstr. 34. Buzug ist fernzuhalten. Zubeil. 3 Das Streitbureau befindet sich Lindenstr. 106 im Restaurant Der Vertrauensmann der Schlosser: P. Quaft. 115/17 Achtung! Drechsler. Achtung! Folgende Werkstellen haben bis jetzt unsere Forderungen noch nicht bewilligt: Ein Wäschegeschäft ersten Ranges Wäscherei aufzugeben und sucht passende Persönlichkeit zur Uebernahme. Die Lotalitäten werden miethefrei zur Verfügung gestellt, genügende Beschäftigung garantirt und die höchsten Preise offerirt. 5959L W. Haupt, Hamburg, 15 Brodschrangen. Anerbietungen an Arbeiter und Arbeiterinnen. Sonnabend, den 19. September 1896, im Konzerthaus Sanssouci, 4a Kottbuserstraße 4a: Grosse humoristische 27| 12 Soirée der Stettiner Sänger. Nach der Vorstellung: Grosser Ball. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang der Vorstellung präzise 81/2 Uhr, des Balles 111/2 Uhr. Programme à 30 Pf. find in sämmtlichen Zahlstellen, im Arbeitsnachweis, Annenstr. 16, sowie bei den Komiteemitgliedern zu haben. Um zahlreichen Besuch der Kollegen und Kolleginnen ersucht Das Vergnügungskomitee. Ein tüchtiger Farbigmacher, welcher Die Zahlstellen bleiben an diesem Abend geschlossen. auch Ranten machen kann, sowie ein Verfilberer finden dauernde BeschäftiSonntag, den 11. Oktober 1896, vormittags 10 Uhr: Bore Billets à 60 Pf. find gung Goldleiftenfabrik, Dresdener: ft e llung in der Neuen Urania, Taubenstraße. ftraße 38. 3886 in allen Zahlstellen zu haben. Damenkragen- u. ManschettenNäherinnen in u. ausser dem Hause verl, bei hohen Preisen Emil Riese, Leipzigerstr. 72. Wiffen Sie schon daß Sie Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 8. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Bahns ziehen, Zahnreinigen, Nervtödten bei Brunnenstr. 110ckel, Lausitzerplay 2, Elſaſſerfir. 12, Lohnenden Verdienst erwerben sich rührige Herren aller Berufsarten durch Acquifition von Feuerversicherungen in( neben dem Pferdebahn- Depot) Kratzer, Wienerftr. 51; Görschner, Wienerftr. 44; Probst& Böcker, Berlin und Bororten für alte solibe bei Ignatz Sello vorzügl. Himbeer-, Verwaltung der Kochanstalt Maybach- Ufer 5; Schmidt, Reichenbergerstr. 155; Schmidt, in Firma Mester, Feuerversicherungs- Gesellschaft, die die Kirsch- 2c. Fruchtsäfte, rein und dick, in Städt. Schlachthof Manteuffelstraße 54; Weber, Sebastianstraße 69; Fritsche, Oranienstraße 35; höchfte Erwerbe- u. Abschlußprov. zahlt feinst.Bucker eingef. 1.10 M. pr. tr., Stons- Täglich( Sonntags vorm. von 7-9 Uhr) Frederitzen, Brigerstr. 7; Zerwitcki, Koppenstr. 14; Hesse, Breslauerstr. 27; und noch besondere Bortheile gewährt. dorfer infl. Orig. Fl.( 3/4 Str.) à 80 Pf., Verkauf von: Hannemann, Rönigsbergerstr. 32. Buzug fernhalten. 7718 Off. sub A. Z. Poftamt 8, Taubenstr. Halb und Halb, feinste Litörmischung, Verein der Maschinisten, Heizer u. Berufsgen. Berlins und Umgegend. Sonntag, den 20. September, nachmittags 5 Uhr, Oranienstr. 51: Versammlung. Achtung! Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. 139| 4 PlättereiDirektricen für Kragen und Manschetten gesucht von ausw. bedeutender Wäschefabrik bei hohem Salair. Geübte Blätterinnen, die fich zum Direttricenposten eignen, bevorzugt. Off. sub V. Z. 1509 an Die Abfahrt zum Stiftungsfest nach Köpenick findet Sonnabend, den 19. d. Mts., abends 8 Uhr 36 Min. vom Rudolf Mosse, Berlin SW. Schlesischen Bahnhof aus statt. Tempelhof Der Vorstand. Mariendorf. Sonntag, 20. Sept., nachm. 1/24 Uhr, bei Teutschbein- Marienfelde Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins. Tagesordnung: Vortrag. Diskussion. Fragekasten. Marienfelde Möbelbeizer verlangen Feldmann n. Wegner, Belle- Allianceftr. 84. Tischler 408b Orig. Flasche( Liter) inkl. à 90 P., alten Nordhäuser per Liter 50 Pf., medic. Ungarwein Orig. Fl.( 1/2 Liter) inkl. von 90 Pf. an, ſowie sämmt. Sorten Weine, Cognac's, Rum's 2c., Spirituosen auch im Einzelverkauf nur zu Engrospreisen beziehen. Ein Versuch sichert mir Ihre dauernde Kundschaft.[ 58352* Bitte genau auf No. 110 zu achten. Fernsprecher Amt III, 1211. Strickmaschinen aus der Dresdener StrickmaschinenFabrik sind die besten und ein leichter Erwerbszweig für Männer, Frauen u. Posam.- Geschäfte. Erlernen leicht und gratis. 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Wie Rott be Verbandsversammlung der deutschen Bewerte richtete, haben sich die Dresdener Kollegen mit den vereine statt. Die Versammlung war außerordentlich stark Eine öffentliche Schmiede: Versammlung tagte am Streifenden solidarisch erklärt und verpflichtet, den Buzug besucht, es mochten gut 400 Personen, welche sich zur einen 15. September in der Alexanderstr. 27c. Im Namen der nach Berlin fernzuhalten, was übrigens nach den fernzuhalten, was übrigens nach den ob- Hälfte aus Anhängern der Sozialdemokratie und zur anderen aus Revisionskommission gab Dorgeloh den Rechenschaftsbericht waltenden Verhältnissen nicht schwer sein dürfte, indem die Löhne Mitgliedern der Gewerkvereine zusammen setten, anivesend sein. der Lohnfommission, deren Thätigkeit mit dem 26. August auf theilweise höhere als in Berlin sind und die Konjunktur in Die Tagesordnung lautete:" Zurückweisung der Angriffe auf die gehört hatte. Die Einnahmen betrugen 802 M., die Ausgaben Dresden zur Zeit eine sehr günstige ist. Nachdem Willner Gewerfvereine, welche seitens des Metallarbeiter- Verbandes einschließlich 100 M. an die streifenden Kollegen in Flens an die Versammluvg den Appell gerichtet hatte, in derselben erfolgt sind." Referent Herr Klein. Derselbe führte in längerer burg und 800 M. in Stadtobligationen angelegt- 698,16 M., Weise wie bisher für die Forderungen einzutreten, um den Sieg Rede den Anwesenden vor Augen, was die Gewerkvereine alles somit bleibt ein Baarbestand von 108,84. zu verzeichnen, der recht bald zu erreichen, erfolgte der Schluß der vom besten Geiste geleistet hätten, indem sie Steise und Krankenunterstützung zahlen, fich durch nachträgliche Baareingänge auf 222,50 M. erhöht hat. beseelten Versammlung mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung. im ferneren wies er darauf hin, wie verwerflich die Streits Ein Theil 50 Pf. Marken stehen noch aus. Hierzu erklärt Die nächste Versammlung findet am Montag, den 21. September, feien, weil sie den Arbeitern so große Opfer auferlegen. Man Krause, dem in der verflossenen Lohnkommission das Kassirers in demselben Lokal statt. müsse versuchen, wie dies die deutschen Gewerkvereine schon seit amt oblag, daß sich in seinen Händen nur 100 M. und die 20 Jahren thäten, viel mehr auf dem Boden der gütlichen Verstän In einer öffentlichen Versammlung der Maurer ambigung zu erreichen; im ferneren legte der Referent die Aufgaben der Stadtobligationen befinden. Raiser referirte hiernach über Mittwoch Abend waren die bestehenden Mißstände auf den ver: Gewerkvereine klar, die in Sonderheit darin beständen, die Arbeitseinzuschlagende Wege, um unter den Schmiedegesellen erfolg schiedenen Bauten zum Gegenstand der Tagesordnung gemacht reicher wie bisher zu agitiren. Von den ca. 1000 Schmieden in worden, um in der nächsten Lohnbewegung ganz besonders zeit zu verkürzen und die Löhne zu erhöhen. Auch, so meinte der Berlin feien ca. 400 organisirt; an den Sammlungen zu einem dagegen vorzugehen. Vor Eintritt in die Tagesordnung ersuchte Referent, müsse das schädliche Submissionswesen abgeschafft Kampffonds hätten sich jedoch nur durchschnittlich 60 betheiligt; Rolling alle Maurer, ihre eingeklebten Quittungsmarken mit werden, des weiteren müssen überall gewerbliche Schiedsgerichte angesichts dieser Verhältnisse müsse konstatirt werden, daß die Namen bezeichnung ungiltig zu machen, weil schon die böse sozialdemokratische Presse, die überall die guten Gewerk eingeführt werden. Zum Schluß tlagte der Referent noch über To bedingungen zu einer Lohnbewegung vorläufig fehlen. Daß vielfach gebrauchte Marken von anderen aufs neue verwendet wor die Lohnkommission ihr Amt am 26. Auguſt niederlegte, fübre zu ben sind. Rater berichtet hierauf über die Mißstände auf den vereine verkenne. In der Diskussion, die sich äußerst lebhaft der Annahme, daß sie sich der Situation nicht gewachsen fühlte, sogenannten Schwindelbauten, wo gerade die meiste Pfuscharbeit gestaltete, sprach, nachdem noch einige Genossen vorher auf die doch sei der geringe Erfolg während der Thätigkeitsdauer der verrichtet wird. Gerade auf denjenigen Bauten, wo ein Ausführungen geantwortet, Genoffe Litfin; derfelbe führte aus, Lohnkommission nicht die alleinige Schuld derselben. Er sei der förmlicher Raubbau getrieben wird nicht nur mit dem Bau- daß er, wie wohl die Mehrzahl der Anwesenden, durch die Tages. laffen bleiben müffe, und schlage vor, von jedem Mitgliede außer befannten Sorte von Bauunternehmern, werde man noch eine ausgeführt habe, feien auch die Biele derjenigen Vereine, die Meinung, daß die Agitation vollständig der Organisation über- material, sondern mit den jüngeren Arbeitskräften von seiten der ordnung angelockt wäre, aber nun nach den Ausführungen des Referenten arg enttäuscht sei. Alles, was der Referent Referenten arg enttäuscht sei. Alles, was der Referent den regelmäßigen 15 Pf.- Beiträgen zur Organisation noch weitere lange und schwierige Arbeit zu verrichten haben. Durch solche ausgeführt habe, seien auch die Ziele derjenigen Vereine, die 10 Pf. wöchentlich zu erbeben. Strohmänner von auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehen. Was ließe sich viel eher ein Kampffonds schaffen, wie durch die mangelhaftes Rüstzeug verwendet, wodurch die meisten Unfälle uns von einander trenne, das sei vor allem der Weg, auf welchem neuerdings eingeführten 25 Pf. Agitationsmarken. Helm herbeigeführt werden, ohne daß die Behörden für eine strenge erkannt, daß auf dem Wege der gütlichen Vereinigung nicht das ges suchen; haben längst bestreitet ganz entschieden die Behauptung Kaiser's, die Kontrolle sorgen. Desgleichen wird auf diesen Bauten, die zu- ringste zu erringen ist, alles, was erreicht werden soll, das müssen wir Lohnkommission sei der Situation nicht gewachsen gewefen. Aus meist von gewissen Banken durch bekannte Strohmänner aus uns erfämpfen. Redner erläuterte dies, indem er in trefflichen Worten taktischen Gründen müſſe er darauf beharren, daß die Agitation geführt und auf große„ Ertragsfähigkeit" berechnet werden, ein uns erkämpfen. Redner erläuterte dies, indem er in trefflichen Worten unter den Schmiedegesellen nicht in die Organisation verlegt Material verwendet, bas geradezu aller Beschreibung spottet. Die Schäden des Submissionswesen eingehend meinte der Redner, die Klaffengegensätze den Versammelten vor Augen führte. Auf werde, sondern in den Händen einer öffentlich zu wählenden Ganz besonders dafür bekannt sind die Bauunternehmer" Kommission zu verbleiben habe. Im übrigen fei er gegenwärtig Gebr. Garow, die so oft zahlungsunfähig geworden, immer daß es sich sehr schön anhöre, wenn in den Gewerkvereins- Bere gegen Erhöhung der Beiträge. Er sei der Ansicht, daß durch wieder auf der Bildfläche erscheinen, ohne daß sie in ihrem fein, daß die Anhänger des deutschen Freisinns, die doch in fast allen Sammlungen unter den Schmiedegesellen im allgemeinen auch Handwerk gestört werden. Es sei unbedingt Pflicht der Maurer, städtischen Verwaltungen die tonangebenden seien, auch danach die Nichtorganisirten mehr zu Beiträgen zu Beiträgen zum Kampf alle diese Mißstände der Lohnkommission von allen Bauten mitfonds heranzuziehen feien, damit Organisirten nur einzig und allein feien, die immer feits sei es nothwendig, bevor in eine Arbeitseinstellung ein. Die Freisinnsorgane sind, die bei jedem Streit und sonstigen allein feien, die immer heilen und für ordnungsgemäße Arbeit zu sorgen. Anderer- handeln würden. Hier müsse man allerdings das Gegentheil fons ftatiren. Auf die Presse eingehend, hob der Redner hervor, daß es gerade und immer Opfer zu bringen haben. Donner stellte getreten wird, die Gründe zu prüfen, um unnüße Arbeitssich im wesentlichen auf den Standpunkt Helm's, desgleichen einstellungen zu vermeiden, die nur den Organisirten zum noch des näheren auf die Verhältnisse in der Lichtfabrik von Gelegenheiten die Arbeiter begeifern. Genosse Ducich ging Fischer. Schließlich wurde einem Antrage zugestimmt, die Schaden und den Judifferenten und Streitbrechern zum Vortheil Beitragsfrage der Organisation zu überlassen. Die Agitation gereichen, weil gewöhnlich die Bauten mit diesen sofort wieder vereinsmitgliedern noch vor, daß in Spandau, als Genosse Schröer hielt ben nur der Organisation zu überlassen, wurde abgelehnt, besetzt werden. Hauptsächlich werde man für die nächste Lohn es sich Dagegen die Arbeiten einem Antrage Donner zugestimmt, wieder handelte, für die bewegung den darauf achten müssen, Neunfiundentag Ranalisation zu vergeben, eine Lohnkommission zu wählen, der Agitation nicht die bas Mitglied des Gewert nur durchzuführen, sondern auch 31 erhalten, und das Sammelwesen au einem Kampffonds zufällt. im übrigen auch alle Kollegen, die sich seit 1889 lung fit, nicht gegen, sondern für Vergebung dieser Arbeiten fich seit 1889 vereins, welches in der Spandauer Stadtverordneten Bersamm Raiser theilte unter persönlichen Bemerkungen mit, daß abgewandt, wieder das, was den Revisoren bei der Uebernahme pafsirt fei, ihnen In diesem Sinne hält Redner den Beschluß einer Versammlung führungen des Referenten wurde die Versammlung, mit deren Verlauf für die Bewegung zu gewinnen. an den Mindestfordernden gestimmt habe. Nach einigen Schluß- Aus in ihrem Leben noch nicht vorgekommen sei. Bei bereits ge vom 7. August d. J. bezüglich der Arbeitskarten für falsch und wir sehr zufrieden sein können, um 12 Uhr geschlossen. In bezug auf steigerter Unruhe erfolgte Schluß der Versammlung, ohne daß beantragt namens der Lohnkommission denselben aufzuheben. Gin die Gewerkvereins- Versammlung bemerkte am Schluß ein alter Herr: eine Klarstellung der letzten, die Lohnkommission treffenden diesbezüglicher Antrag, von Beyersdorf gestellt, wird aber Das war doch heute wenigstens einmal etwas anderes, als Aeußerungen Kaiser's erfolgt war. auf Beschluß der Versammlung von der Tagesordnung abgesetzt. Eine gut besuchte Versammlung der streikenden Ball- Beyersdorf ist mit den von Kater gemachten Vorschlägen sonst; gewöhnlich schläft man in den Gewerkvereins- Verfamm lungen ein. schuhmacher, die am Mittwoch im Lokal Königsbant, Frant- wegen Arbeitsniederlegung nicht einverstanden, da dann die furterstraße tagte, diskutirte über den gegenwärtigen Stand des Playdeputirten in allen Fällen eine schwere Arbeit haben. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag Abend 9 Uhr bis 10% Uhr: Südoft Schule, Waldemarstr. 14: Nationalötonomte.( Die Marr Streits. Nach dem Bericht von Willner hat sich die Situation orpahl, Rölling, Schade, Frenzel und Knopp- ngels fchen gehren. Werth, Mehrwerth, Kapital.) Herr Dr. Alfred BernNord Schule, nicht wesentlich verändert. Bewilligt haben zwar wieder einige ch en schildern eine Anzahl Mißstände auf verschiedenen Bauten ftein. Wieber Müllerstraße 179 a: gefchloffen. fleinere Fabrikanten, doch glauben die Großfabrikanten immer und bedauern den Indifferentismus eines Theils der Kollegen, Gröffnung: Anfang Oktober Brunnenstr. 25, 1. of links, 1 Treppe. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Auftlärung, abends 9 Uhr noch, die Arbeiter werden wankelmüthig werden und von ihren demgegenüber es nicht angebracht sei, Muthlosigkeit 3 Sebastianstr. 72 bet Ferger. Bestrebungen ablassen. Seitens der Großfabrikanten wird predigen. Gegen polizeiliche polizeiliche Bestimmungen möge man Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender fein Mittel unversucht gelassen, die fleineren Fabri Klage erheben, wie es bereits geschehen, um Uebergriffe ad. Neumann, Paſewalterstraße 8.- Alle Aenderungen im Bereins tanten, falender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Freitag. auf die sie bisher niemals Rücksicht ge- der Polizei zu verhindern. Fritsch und Rater ver- uebungsfiunde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Collegia, nommen haben, für sich zu gewinnen und dabei scheut man theidigen die Lohnkommission gegen die von einzelnen Adalbertstr. 21 bet Moll. Raiser'scher Männerchor, Schönhaufer fich auch nicht, unwahre Thatsachen über den Stand der Be Rednern erhobenen Vorwürfe und bedauern, daß man nicht auf allee 28, bet ftelle.-Nord, Veteranenftr. 18 bei Schulz. unverzagt I, Treu und Einigtett, Rixdorf, Prinz wegung zu verbreiten. Recht unangenehm scheint manchem dieser den gemachten Vorschlag wegen der Arbeitsberechtigungs- Karten Melchiorfir. 15 bet Stehmann. Sandfernftr. 58 bet Rebent. Buchbinder Männerchor, Holzmartt Herren die Aufhebung des Generalstreits zu sein, in der letzten eingegangen ist. Es sei nothwendig, die Wege zu ebnen für eine firaße 3 bet Deter. Vereinte Sangesbrüber Moabits, PerleMatenzweig, Biebertafel der StellFabrikantenversammlung tröstete man sich mit der angeblichen Verschmelzung beider hier bestehenden Organisationen, da bereits bergerstraße 28 bei Hermerschmidt. Maiglödchen, Lindowerftr 26 Uneinigkeit der Arbeiter. Daß die Uneinigkeit bei bei den für den Herbst neue Forderungen gestellt werden müssen. Bezüg- macher, Rosenthalerstr. 57 bet Babiel. bet Sachs. Gemüthlichteit( Buyer), Neue Friedrichstraße 44 bei Fabrikanten vorhanden ist und die fleineren von den lich der Arbeitskarten wegen des Schlußstempels eine Aenderung Röllig. Froh Hoffnung( West), Pallasstraße Nr. 16 bei A. Faller. bet Krause. selben ihre Lage erkannt haben, beweist, beweist, daß eine eintreten zu lassen, sei unmöglich, da bereits gegen 6000 Maurer morgenroth I, Charlottenburg, Bismarckstraße 74 Georgina, Görliger von Fürstenheim in der befagten Versammlung ein im Besitz solcher Karten sind. Ein Antrag, den Beschluß der Typographia, Beuthstraße 20 bei Gohn. Straße 52 bet Vogel. Lorbeerzweig, Schönhauser Allee 135 bet gebrachte Resolution, wonach sich sämmtliche Fabrikanten auf Versammlung vom 7. August in Keller's Festsälen betreffs der Ramlow.- Vorwärts III, Friebrichsfelbe, Lichtenberger Prinzen- Allee 6. Rheingold, Weinstr. 11 bei Feindt. Rofenthaler Borstadt, Ehrenwort verpflichten sollten, teine Streifenden wieder einzu Arbeitsberechtigungs- Karten aufzuheben und die am 23. Juli d. J. Melodia, Nixdorf, Bergstr. 162 bei Thomas. stellen, teine Unterhandlungen mit denselben anzufnüpfen und angenommene Resolution als Grundlage dienen zu lassen, wird, nach- usebomftr. 88 bei Olböter. Iris, Naunynstr. 86 bet Streit. Brandenburger Männer tein Jota zu bewilligen, nach lebhafter Debatte Punkt für Punkt dem Richter dafür und Beyersdorf dagegen gesprochen, abgelehnt. Beja ngverein, Brandenburg a. S., Bergstr. 6, Mengert's Boltsgarten, Liberté, Wrangelstr. 84 bet Nedanz Brüderschaft( Hausbtener), abgelehnt worden ist. Ebensowenig hat man sich veranlaßt gefühlt, Gine von Richter an die Versammlung gestellte Frage, ob Alte Jakobstr. 54/55 bet G. Lamprecht. Stedes Echo, Reichenbergerder Aufforderung von Fürsten heim, die Listen der Streifenden Gemaßregelte, wenn sie sich bei der Kommission nicht sofort gestraße 118 bet köppen. Freie Liebertafel, Straußbergerstraße s in der Versammlung zirkuliren zu lassen, nachzukommen. In anbetracht meldet, unterstützt werden sollen, wird, nachdem Beyersdorf bet wwe. Röll. Frohsinn, Nummelsburg, Göthe u. Kantstraßendieser Verhältnisse räth der Redner, das Hauptgewicht der Be- sich in ablehnendem Sinne geäußert, von der Versammlung dahin Ecke bei Mertens. Nordwacht, Chauffeestraße 72 bet Meißner. Frete Sänger Il, Schmargendorf, Warnemünderstraße, Wirths wegung auf die großen Fabriken, wie Fürstenheim und Silber- beantwortet, daß die diesbezügliche Resolution als Grundlage haus Schmargendorf". Gängertreis( Weißensee), König- Chaussée, berg, zu legen und den kleineren Fabrikanten, die sich bisher in bestehen bleibt, also eine Unterstützung nicht ausgezahlt wird. bet Pfeiffenmüller. Arion, Wittenberge, Thurmstraße 23 in der jeder Beziehung entgegenkommender gezeigt haben, wenn noth- Zum Schluß gelangt einstimmig nachstehende Resolution zur Bentralhalle. Sorgenfrei, Admiralstr. 18 c bet Möhring.- R of alta, Weiße Rose III, Rigdorf, Karlsgartenwendig, in den Nebenforderungen Konzessionen zu machen, um Annahme: In Erwägung, daß durch die Profitgier der Unter- Blumenstr. 46 bei Tomatscheck. und Wißmannstraßen- Ecke bei Bode. Lustige Sänger, Potsdam, dadurch einen Theil der Streifenden unterzubringen, wodurch nehmer die Maurer in schnödester Weise ausgebeutet werden, Brandenburger Kommunikation bet Martens. Gefelligtett, die Großfabrikanten um so eher gezwungen werden sein, die verpflichten sich alle unorganisirten Kollegen, den hier in Berlin Männerchor, Ackerstraße 123 Eintracht III, Gberswalbe, Eisens Forderungen zu bewilligen, besonders dann, wenn die Ausständigen bestehenden Organisationen sich anzuschließen, um im nächsten Jahre Hennigsdorf, Böhmert's Gasthaus. bahnstraße 66 bei Hagewald. Syrene, Rosenthalerstr. 57 bet Babiel. in der bisherigen, anerkennenswerthen Weise ausharren. Die den Kampf mit dem Unternehmerthum für den Neunstundentag Fortschritt, Kopnickerstr. as bei Peutert. Berichte über die Verhandlungen der Streifenden mit den erfolgreich durchführen zu können." einzelnen Fabrikanten und das Berhalten der Kollegen, lauteten Fachverein der Bäcker. Am 8. d. M. fand bei Gründel, durchweg günstig. Faft ausnahmslos konnten die Redner im Brunnenstr. 188, die regelmäßige Mitgliederversammlung statt. Gegensatz zu den absichtlich verbreiteten Gerüchten, daß die Gs wurde zunächst an fielle Schneider'3, der sein Amt als Fabriten theilweise besetzt sind, konstatiren, daß sich nur wenige Vorsitzender niedergelegt, Künzler gewählt. Die Rechtsschuhund in den meisten Fabriken gar keine Streifbrecher gefunden Kommission wurde gebildet aus Milde, Petersohn und haben, daß vielmehr eine Einmüthigkeit vorhanden ist wie nie zuvor. Große Heiterkeit erregte die Mittheilung eines 2 i c e und zu Revisoren wurden Klang und Schwanherz ernannt. Genosse Karl Blauroc sprach sodann in and daß Fürstenheim gedroht habe, seine Fabrik hier zu schließen und nach außerhalb zu ziehen, wenn der führlicher Weise über„ Werth der Verkürzung der Arbeitszeit". Die Versammlung zollte diesen Ausführungen ihren Beifall. Streit nicht bald beigelegt werde. Scharf getadelt wurde von Ginem Mitgliede, welches arbeitslos geworden, weil es seinen webbing, Abends 8½ Uhr, bei Schafer, Steue Socftraße be einigen Rednern das Verhalten der Zuschneider bei Silberberg, Arbeitgeber wegen Verstoßes gegen die Bundesraths: Verordnung verein Silaria abends 8 Uhr, Sigung Blumenftr. 46 bet TomafcheckKarthaus'scher Gesangverein. Uebungsstunde: abends 9 Uhr die, obwohl einige davon der Organisation angehören, sich der vom 4. März d. I. angezeigt hatte, wurden vorläufig 30 W. Bet Wiedemann, Blumenfir. 38. Bitherflub„ Alpengruß"( Direktion Privat Bewegung nicht angeschlossen haben, ja nicht einmal troß der Unterstützung bewilligt. Zuletzt wurden die Versammelten auf. Woltewis), bet G. Gomoll, Waldemarſtr. 38, abends& Uhr. Ber Aufforderung in den Konferenzen erschienen find. Gleichfalls gefordert, mit allen Kräften für eine präzise Ausfüllung der gnügungsverein husnelda, abenbos 8% Uhr, bei gubeit,& indenſtr. 108. 2heaterverein Crescendo, 9 Uhr, bei Schulz, Purbuserstr. 85. nicht gutgeheißen wurde das Verhalten von zwei Arbeitern demnächst von der Mitgliedschaft des Verbandes herauszugebenden Musikverein Hoffnung( ft), abends von 9-11 Uhr. Uebungsstunde bei Schröder, welche die Arbeit wieder aufgenommen hatten, Fragebogen in den Bäckereien Sorge zu tragen, da eine solche Große Frankfurterfiraße 183 bei Gold. Tambourverein Fret weg, Uebungsfiunde bei Oberschmidt, Weinbergsweg 11. nachdem ihnen die Forderungen bewilligt waren, Bithertlub Waldrose, abends 9 Uhr, Dianteuffelfir. 86, Parterre: Restaurant. Verein Grüne daß dies auch bei den übrigen Arbeitern geschehen ist. Statistik unbedingt der Allgemeinheit zu gute fommen müsse. Vergnügungsverein Wie in der letzten Zeit allgemein dies bei den Lohnbewegungen Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten anne, abends 9 Uhr, bei Kaiser, Markusstraße 8.Gefang Im Brand, Sigung abends 9 Uhr bet Feind, Weinstr. 11. zu verzeichnen war, nahmen auch in dieser Versammlung Redner Arbeiter Berlins und der Umgegend hielt am verein der Bauanschläger Beritns, abends s uhr bei Spät, Weine Veranlassung, gegen das Vorgehen der Polizeibeamten gegenüber 9. September eine Bezirksversammlung des Nordens in straße 28. Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes. 8-10 Uhr: 2. Männer den Streifenden, die sich in der Ausübung ihres gewährleisteten Marienbad", Badstr. 35-36, ab. Genosse Sassenbach hielt ein abtheilung Staligerstraße 55-56. 4. Männerabtheilung Stephanstraße 3. Rechts wähnen, zu protestiren. Nachdem noch darauf hingewiesen, Referat über den Jesuitenstaat in Paraguay". Von einer Dis. Jeden Dienstag und Freitag, abends von 5. Männerabtheilung Ackerstraße 67.-6. Männerabtheilung Stall daß die Verhandlungen mit den Fabrikanten von den in fussion wurde Abstand genommen. Der schwache Besuch der 1. Lehrlingsabtheilung Friedenstraße 87. der Fabrik beschäftigten Arbeitern selbst zu führen sind Versammlung in anbetracht der Mitgliederzahl des Verbandes schreiberstraße 3. Lehrlingsabtheilung Boeckhstraße 27. Damenabtheilung Mariannen Turnverein Gesundbrunnen. Die erste Männer und nur auf Wunsch die Lohnkommission einzugreifen gab Kollegen Stähr Veranlassung, das mangelhafte Interesse turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turns hat, gelangte folgende Resolution zur Annahme: Die der Kollegen den Bezirksversammlungen sowie auch anderen Abtheilung Versammlung beschließt, an den aufgestellten Forderungen Verbandsangelegenheiten gegenüber scharf zu geißeln; er ersuchte festzuhalten. Die Versammlung spricht dem Herrn Fürstenheim die Kollegen, in Zufunft die Versammlungen zahlreicher zu befeine Anerkennung aus für die mühevolle Arbeit, welche ihm die suchen und ihren Pflichten besser nachzukommen. Der Vorsitzende Ausarbeitung der schönen Resolution verursacht hat, die aller theilte noch mit, daß am 27. September eine Sondervorstellung dings in den Papierforb wandern mußte. Sämmtliche Streifenden in der neuen Urania mit dem Stücke Von der Erde bis zum erklären, die Arbeit nicht eher aufzunehmen, bis alle Forderungen Monde" stattfindet. wenn der Streit in die Spandau. Am Sonnabend, den 12. d. Mis., fand hier bewilligt find." Ein Antrag, Länge gezogen wird, eine Genossenschaft zu gründen, im großen Saal des„ Rothen Adlers" eine öffentliche Orts Redners, ohne " 1 1 116, bet lafer. Bieber'scher Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend, Alle Buschriften sind zu senden an Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Freitag: Musikverein Hoffnung- Oft, Große Frankfurterstraße 193 bet Gold. Lotterietlub Fortuna, Görligerstr. 50 bei Siewert. Gefellige Bereinigung, tegnißer Schweig", Reichenbergerſtr. 3 bei Sind. Boltsthümliche Kunst, Blumenftr. 32 bet Retch. Wollinerstr. 46 Berein für Verein der Tanzmeister tagt jeden Freitag Abend Annenstr. 16. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Vereinstalender find zu richten an Otto Schulz, Rottbuserdamm 72. Freitag: Südost, Wienerstraße 63 Apfelblüthe, Panfstr. sb bet Schmidt. Perb. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Quartettverein Gesangs fer 54. balle des Leffing- Gyninasiums, Pantsir. 9-10.- Kraft- und Artisten. Waldemarstr. 42. Straft- Turnverein Hoffnung, abends von 9-11 Uhr lub Berolina. Jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, Jugend- Athletentlub Junge Kraft" bet Nowat, Manteuffelstraße 9. übt jeden Montag und Freitag, abends von, 8-10 Uhr," bei Fidert, Stalls schreiberstr. 19. Stenographenverein Stolze, Lindenstr. 106 bei Bubeil. Uebungsstunde 8-11 abends. Verein der Buchdrucker u. Schriftgieser für Riedorf- Brit. Sonntag, 20. September, mittags i uhr: Bersammlung in den Bittoriaeaten, Sermannfir. 49. Für den Juhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publifum gegenüber keinerlei Verantwortung 07 Theater. Freitag, den 18. Septbr. Opernhaus. Lucia von Lammer moor. Phantasien im Bremer Rathskeller. Schauspielhaus. Die Braut von Messina. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater& Uhr. Sternwarte Invalidenstr. 57–62 Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 f. = Im Theater Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und Heuch Opern- Theater.( Kroll.) großen Lichtbildern ausgestattet. Geschlossen. Denisches Theater. Julius Cäsar, Berliner Theater. Die offisiele Passage- Panopticum. Frau. Leffing- Theater. Halb- Tugend. Zines Theater. System Ribadier. Vorher: Besuch nach der Hochzeit. Thalin- Theater. Cousin- Cousine. Rehdenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie Madame! Theater Unter den Linden. Die Lachtaube. Schiller- Theater. Vergnügte Flitterwochen. 3ntral- Theater. Geschlossen. Oftend- Theater. Der deutsche Michel. Belle Alliance Theater.' n tolles Mädel. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Der Hypochonder. Alexanderplah- Theater. Die offizielle Frau. 42 wilde Alcazar. Variété and SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52 53. Annenstrasse 42143. Vornehmster Familien- Aufenthalt. Vorstellung. Durchweg neues Programm. Grand- Konzert der neu engagirten Haus- Kapelle unter Leitung des Kapellmeisters Martin. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Anfang: R. Winkler. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Anhaltender Jubel über das durchweg vorzügliche Weiber Spezialitäten- Personal. aus Dahomey. Castan's Baufman's Variété. 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September 1896: Eröffnungs- Vorstellung. Zum 1. Male: Cousin Cousine. Baudeville in 3 Akten von Maurice Ordonneau und Henri Kéroul. Musit von Gaston Serpette. Deutsch von Bolten- Bäckers. Die Tageskaffe ist geöffnet von 10-2 und 4-6 Uhr. Vorbestellungen für die ersten drei Aufführungen von„ Cousin- Cousine" werden an der Tagestasse entgegengenommen. Viktoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112 Heute, sowie jeden Freitag und Montag: Neu!! Neu!! Neu!! 4 hochsensationelle Neuheiten die ein Jeder sehen muss! Alexanderplatz- Theater. Direktion: Max Samst. Die offizielle Frau. Schauspiel in 4 Aften nach dem gleichnamigen Roman von Savage. Anf. 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorst. ( Bons giltig.) Sonntag, 20. d. Mts., nachm. 4 Uhr: Hänsel und Gretel, Zaubermärchen. Offend- Theater. Grosse Frankfurterstr. 132. Direktion: Karl Weiss. Freitag, den 18. September 1896: Der deutsche Michel. Volksstück mit Gesang in 4 Akten von R. Kneisel. Anfang 7/2 Uhr. Kaffeneröffnung 6 Uhr. Alt- Berlin. Neu! Neu! = Neu! 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Die weiteren Vorstellungen des„ Talisman" können erst im November stattfinden, da für Sonntage im 150/11 Ottober das Deutsche Theater" nicht mehr zu erlangen war. " 2 Vorstellungen täglich Nachm. 5-7; Abends 9-11 Uhr. Bolossy Kiralfy's ,, Orient" Olympia Riesentheater. Grösstes Schanstück der Welt! Ca. 1000 Mitwirkende! Den geehrten Vorständen der Vereine zur gefl. Kenntnik, daß der Saal in Kaufmann's Variété, Königsfolonnaden 3, zu Matineen und sonstigen Vergnügungen, unter Mitwirkung der Mitglieder meiner Spezialitäten- Bühne, zur Verfügung steht. Gute Küche u. bestens gepflegte Biere. Waschet mit AROLWEIL SeifenExtract. Überall käuflich Nur noch bis ersten Oktober! zum SelbstNorddeutsche Sänger Gänzlicher Möbel- Ausverkauf kostenpreise. Stürmischer Heiterfeitserfolg von Eingezogen oder: Reservisten freuden. Dazu zum 140. Male: Die fparodie: Alle fünf Barrisons. Anfang 7 Uhr. Bei günstiger Witterung nachmittags Entree 30 Pf. Reserv. Platz 50 Pf. 3, 5 und 7 Uhr: Drei grosse historische Umzüge. Zwei altdeutsche Musikkorps. Süddeutsches Doppelquartett ,, Alemania". Eintritt: 25 Pig. Spezial- Ausstellung KAIRO Heute, Freitag, 18. September: Grosses orientalisches Fest mit Massen- Illumination des gesammten Kairo- Terrains. Schaustellungen in der Arena 5 u. 8 Uhr nachmittags. Entrée ab 5 Uhr 1 Mark. nachr nachm. Stettiner Circus Busch. Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Anjang präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf.( Siehe Platate.) ( Bahnhof Börse.) Freitag, den 18. September 1896, Abends 71/2 Uhr: Parade- Gala- Vorstellung. Ausschliesslich Novitäten. Millennium, Bilder a. Ungarn. U. a.: Von der Pußta z. Millennium, gr. Fest- Einzug. Der schlafende Fakir. Czikosleben und Mädchenraub. Auf 20 Rossen. Hirtenszene. Ungarische Amazonen. Durch Berg und Thal. Sonntag, 20. September: Dor Ungar u. sein Liebchen. Zigeuner1. Soirée im Konzerthaus Sanssouci. ritt. Die Beherrscherin der Rosse. Ferner: Dir. Busch als Schulreiter. Auftr. des Herrn Eugen Salamonski, 4 arab. Schimmelhengste und 2 russ. Dienstag, 22. September: Fuchs hengste, nach eigenart. Methode 1. Soirée im Böhmischen Brauhaus. Mittwoch, 23. September: 1. Soirée im Moabiter Stadttheater. unter Ausschluß der Peitschenstrafe abgerichtet vom Dir. Busch. Spezialitäten 1. Ranges. Vorzügliche Clowns. Morgen: Parade- Gala- Vorstellung mit neuem Programm. Sonntag: 2 Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr und abends 71/2 Uhr. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert, TheaterVorstellung. Auftr. von Spezialitäten. Künstler 1. Ranges. Karlchens Tante. Schwant in 1 Att von Schmasow. Neu! Neu! Neu! Berliner Konfektionensen. Burleske mit Gesang und Tanz in 1 Att von Gericke. Musik v. Schmidt. Jeden Sonntag, Dienstag It. Donnerstag nach d. Vorstellung Tanzkränzchen. Vogler's Casino früher Weitrestaurant, Dresdener Strasse 97. Täglich im großen Theatersaal: Die unübertrefflichen Hamburger Sänger. Entree durch weg: Wochentags 30 Pf Sonntags 50 Pi. Anf. 8 Uhr. Sonnt.6 Uhr Im vorderen Saal: Tyroler- Konzert. Ganze Wohnungs- Einrichtungen sowie einzelne Stücke. Grösstes Polsterwaaren- Lager Moabits. Frau A. Wildberger, Lübeckerstr. 31. 5955L* Marke Control Arbeiter der Arbeiter Co deutscher Ausgegeben Hutmache in Berlin Control Commission Jean House, Namburg Hüte mit Kontrollmarke • ( nur aus der Genossen schafts Hutfabrik be= zogen) verkauft im einzelnen zu Engrospreisen billiger als jede Konkurrenz Oscar Arnold, Hut- Engrosgeschäft, 116 Dresdenerstr. 116 am Oranienplay. Kein Laden. Butter findet bei fortwährend steigenden Preisen besten Ersak in Van den Bergh's Margarine, unübertroffen in Feinheit des Geschmacks, Fülle des Aromas und Fettgehalts. Ueberall käuflich. Man verlange stets Van den Bergh's holländische Tafel- Margarine, auf der Ausstellung in Breslau( August 1896) in Anerkennung der Vorzüglichkeit der Qualität wiederum mit der ersten Auszeichnung: Ehrenpreis der Stadt Breslau und goldenen Medaille prämiirt. 5898L* Medicin. Ungarwein befte Qualität, à Literflasche 2,10 M., 5 Literfl. 9,25 M. Alter Portwein und Malaga( Pajarele) à FI. 1,50 M. 10 l. 13,50 M Medic. Panillac( abgelagerter Bordeaux) à Fl. 1,50 M. 10 F1. 14,- M. Ananas- Bowle, Pfirsich- Bowle à Fl. 3/4 Liter 60 Pf. Eugen Neumann& Co., Entree vollständig frei. Belle- Alliancepl. 6a. Neue Friedrichstr. 81. Oranienstr. 8. Genthinerstr. 29. Potsdam: Bäckerstr. 7. Charlottenburg: Kaiser Friedrichstr. 48. Apollo- Restaurant u. Festsäle Feldschlößchen Theater. Friedrichstr. 218. 7 Dir.: F. Glück: Paola del Monte. Otto Reuter. Troubadours u. s. w. u. f. w. u. s. w. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. von J. Wernau BO Schwedter Strasse 23/24. 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