Jentrawrga« der Sozialdemokratischen Oavtei Deutschlands �.IzencZ-�usFalze rsr.ZS L 28 50. �r«. Rebattton und«Verlag, Berlin 8V� KS. Lmdenstr 3 genilerrtjei A J Qünl Vönholl 28J dl« 207 %tkaramaatuft«i®ejioXlemolroi Bulw VOLKS BLATT DONNERSTAG 2. Februar 1933 In Groß« Berlin 1l1 Pf. Auswärts..... 10 Pf. Bezugsbedingungen and Anzeigenpreis» siebe Morgenausgabe Lustgartenkundgebung- verboten! Wir rufen zu neuer Demonstration am Dienstag! Vier Äahre! Die Bankrotterklärung Als Eitler fein Wunderrezept zur Rettung Deutschlands aus dem Geheimschrank zog, da war es eine Reichstagsauflösung mit der alten Hugenberg-Parole: Kampf dem Marxismus. Hitler hat bisher agitiert. Als Reichskanzler agitiert er weiter. W o b l e i b t der große Plan? Er soll noch kommen. Zunächst wird er angekündigt unter dem Namen„Vier- j a h re s p l a n". Papen wollte es in einem Jahre machen. Hitler und Papen sind jetzt vorsichtiger, sie vertrösten ihre Anhänger auf vier Jahre. Vier Jahre sind eine lange Zeit! In vier Jahren wird vieles ver» gessen. Die Agiiationsphrasen von vor vier Jahren, die großen Versprechungen und Heilsverkündungen, was werden sie nach vier Jahren noch sein? Vier Jahre sind eine noch längere Zeit, eine entsetzlich lange Zeit für den, der ohne Arbeit und Erwerb aufs kümmerlichste sein Leben fristen muß. Jeder Monat stößt ihn tiefer ins Elend. Langsam, aber grausam unerbittlich geht das Absinken. Jeder neue Winter ist eine entsetzliche Prix- fung. Vier Jahre, vier Winter! In der Tiefe der Rot und der Verzweif- lung sind manche den demagogischen Ver- sprechungen, den Heilsverkündungen der Nationalsozialisten erlegen. Manche haben geglaubt: Adolf Hitler, das ist die Wendung, wenn erst Hitler Reichskanzler ist, wird alles besser. Nun steht er vor ihnen mit leeren Händen, ohne Programm, ohne sichtbare Maßnahmen, mit einer Vertröstung auf vier Jahre! Bier Jahre mit vier Wintern! Für die Opfer der Krise ist dies deutlicher als alle Stimmungsmache und alles Agita- tionstheater, das die Regierung Papen-Hitler für diesen Wahlkampf plant! Vier Jahre— das ist die Flucht vor den eigenen groß- tönenden Versprechungen, das ist das voll- endete Eingeständnis, daß diese Regierung nicht um des Volkes willen da ist, sondern nur um der eigenen Macht willen! Wie bequem für Hitler, die Einlösung aller seiner Versprechungen auf vier Jahre zu ver- tagen und sich auf diese Weise der Rechen- schaft zu entziehen! In vier Jahren kann sich vielleicht die Weltwirtschaftskrise beruht- gen, in vier Jahren können sich die Dinge von selber ändern, in vier Jahren geschieht vielleicht ein Wunder, das Propheten und Verheißer vor dem Zorn der Enttäuschten rettet! Herr von Papen hatte auf eine rasche Wen- dung der Weltwirtschaftskrise vertraut. Er machte den Unternehmern Geschenke in der Hoffnung, daß im Laufe eines Jahres die Dinge sich von selbst ändern würden. Er wollte nach dem Ablauf dieses Jahres als der Retter dastehen. Ihn hat die Entwicklung enthüllt! Jetzt läßt er durch Hitler das Volk auf vier Jahre vertrösten! Vier Jahre! Das heißt: sie wissen nichts, fi« können nichts, si« helfen nichts! Der Berliner Polizeipräsident— zur Stunde vielleicht schon der SA.-Führer Graf Helldorf— hat unsere Lustgarten- kundgebung für Sonntag verboten! Am Montag durste die SA. innerhalb der Bannmeile aufmarschieren. Eine vollkommen gesetzliche Demonstration republikanisch gesinnter Staatsbürger für die Aufrechterhaltung der Verfassung wird verboten! Reichsminister Göring hat in feiner Eigenschaft als Reichskommissar für das preußische Innenministerium ein Demoustrationsverbot für die kommunistische Partei und die ihr angeschlossenen Organisationen erlassen. Das Demonstrationsverbot gilt ab sofort. Das karl-Liebknecht-haus ist am Donnerstagvormittag von einem großen Ausgebot von Polizei- und Kriminalbeamten beseht worden. Nähere Einzelheiten sind zur Stunde noch nicht zu erfahren. Ebenso wurden die Geschäftsräume der Roten Hilfe beseht. Eine gleiche Aktion geht in ganz Preußen gegen die kommunistischen Geschäftsstellen vor sich. Eine Reihe kommunistischer Zeitungen ist teils beschlagnahmt, teils verboten worden. �IZD-AF.-�untlgebung in der Wallstraße in Charlottenburg Heute abend um 7 Uhr findet eine Kundgebung der Nationalsozialisten in der Wallstraße in Charlottenburg statt, an der mehrere Standarten der SA. und SS. teilnehmen. Gleicher ist krank Polizeipräsidenl R! e l ch c r ist krank. Vizepräsident Moste ist aus krankheitsurlaub. wie wir hören, ist der SA.-Aührer Gras Helldorf bereits im Polizeipräsidium. Der neue Kurs Ltaatsbegräbnis für SA.-Führer! Der am Montag dieser Woche in der wall- itrahe in Eharlotlenburg erschossene Polizeiwach!- meister Zaurih und der nationalsozialistische Jäh- rer des SA.-Slurms ZZ Maikowski werden am Sonnlag aus Staatskosten beigeseh« werden. Die Leichen werden bereits am Sonn- abendmitlag im Dom am Lustgarten aufgebahrt, und am Sonntag mittags um l Uhr findet im Dom eine große Trauerseier statt, an der auch Vertreter der Reichsregierung und der kommissarischen Regierung teilnehmen werden, von dort au» Am vergangenen Sonntag find auf unseren Ruf ungeheure Massen im Lustgarten und in den Straßen ausmarschiert. Ihre beispiel- lose Disziplin, ihre musterhafte Ordnung haben gezeigt, daß sie keine Störung de? öffentlichen Ordnung und Sicherheil bedeuten. Trotzdem das Verbot! Es wird begründet mit dem Staatsbegräbnis für den erschossenen SA.-Sturmsührer Maikowski, das am Sonn- erfolgt die Uebersührung nach den Friedhöfen. An dem Begräbnis werden sich neben einer starken Abteilung Schuhpolizei auch voraussichtlich die SA.-Formationen von Berlin und Groß-Brandenburg beteiligen. Wahlgesetz geändert! Erheblich erschwerte Zuiassungs- bedingungen für die Splitterparteien Die Kreiswahlvorschläge sind spätestens bis Ablauf des 16. Februar einzureichen. Das Echo des Regierungsaufrufs ist gewaltig, aber anders, als die Verfasser sich vorgestellt haben. Ueberall schüttelt man die Köpfe über soviel Phrase und Geistesarmut. Auf der Straßenbahn konnte man heute einfache Leute aus der Bevölkerung vielfach jagen hören:„Was? Vier Jahr« sollen wir warten! Die setzen sich jetzt ins warme Nest und uns vertrösten sie auf 1937! Falls wir bis dahin nicht verreckt sind." Was der Mann aus der Straße denkt, drückt sich auch in der Presse aus. Es ist bezeichnend, daß die Regierungspresse den Aufruf ihrer Regie- rung so gut wie gar nicht kommentiert. Der „L o k a l- A n z e i g e r" beschränkt sich darauf, zu melden, daß der Ausruf starken Eindruck— in Amerika gemacht habe! Wir fügen hinzu: und bei den Eskimos. Denen blieb sogar die Spucke weg. Ebenso druckt der„Völkische Beobachter" den Aufruf kommentarlos ab. Zur Reichslagsaus- tösung weiß er auch nichts weiter zu versichen, als daß die Position der Nazis„bester als je" sei. Zweifellos! Alle Leute, die sich noch auf vier Jahre oertrösten lassen, werden Hillers Partei wählen. Die Linkspresse ist sich völlig einig in der Beurteilung des phrasenreichen und gedankenarmen Regierungsmachwerkes. Wir geben folgende Stim- men wieder: „vossische Zeitung": „Der Aufruf, wortreich und großtönend, ist tag vom Dom ausgehen soll. Verbot und Begründung zeigen den Kurs! Wir werden aber den neuen Machthaber« den Anblick der Arbeiter und Republikaner nicht ersparen! Der sozialdemokratische Bezirksvorstand ruft die Massen zu einer neuen Demon st ratio« aus Dienstag. ISUHr.inden Lust garten, er hat sie unverzüglich angemeldet! die R e i ch s w a h l v o r s ch'l ä g e spätesten« mit Ablauf des 19. Februar. Das Wahlrecht wird buh in geändert, daß Wählergruppen, die zuletzt im Reichstag nicht vertreten waren, für einen ihrer Kreiswahlvorschläge mindestens 69669 Unterschriften aufbringen müssen, damit er zugelassen wird. In einem solchen Falle genügen dann für die anderen Kreiswahlvorschläge der- selber Wählergruppe 56 Unterschristen. Achtung, Wählerlisten! Auslegung vom 19. bis 26. Februar Nachdem der Reichspräsident die Reu- wähl des Reichstags auf«onntag, den 3. März, festgesetzt hat, hat der Reichs- minister des Innern angeordnet, daß die Stimmlisten Vom 1 it. bis 3t>. F e- b r u a r auszulegen sind. ein Produkt und ein Dokument der Verlegenheit. So spricht man nicht, wenn man weiß, was man will. So spricht man nicht, wenn eine Gemeinschaft gleichstrebender Männer darauf brennt, alle Volksgenossen von ihrem reinen Wollen durch Taten zu überzeugen. Die Behauptung, daß eine arbeitsfähige Mehrheit in diesem Reichstag nicht zu finden wäre, ist nicht unter Beweis gestellt worden. Das Zentrum hat, obwohl es bei der Regierungsbildung nicht be- leiligt war, keinerlei Absage erteilt, sondern nur ein« Reihe von Fragen gestellt, die dem regieren- den Konsortium unbequem gewesen sein mögen, deren Beantwortung aber auch die Wähler mehr interessiert hätte, als die Paukenschläge, mit denen statt sachlicher Aufklärung„Stimmung" geboten werden soll." „Berliner Tageblall": „Auf das Wichtigste, auf das einzig Wichtige vielleicht, wartete man vergeblich: auf den Inhalt des Plans, der„gigantisch" genannt wird— auf das„Wie". Ziele wurden genannt, über den Weg wurde geschwiegen. Wunder wurden ver- kündet, Greisbares wurde verheimlicht. Es ist die alte Methode: großimProklamieren von Zielen und klein im Handel», verwegen im Erwecken von Hoffnungen und ratlos, wenn es gilt, sie zu erfüllen: der Trommler als Kanzler! Und nur eines ist anders: Heute will man Taten von ihm, nicht Worte. Heute gibt es ein Recht, ihn— und seine Ministerkollegen, die den Aufruf mit unterzeich- Nun erst recht— Berlin bleibt rot! Heraus zur Massenkundgebung am Dienstag! Vorgehen gegen die KVD. Demonstrationsverbote— Haussuchungen Phrase statt Programm Das Echo des l�egierungsaufrufs neten— zu fragen: Wie macht Ihr das? chatten sie darüber etwas zu sagen gewußt, dann hätten sie es gesagt. Ein Parteiführer mag das Recht haben, seine Wunderrezepte im eisernen Schrank vor der Welt zu verbergen: ein Kanzler hat dieses Recht nicht." „Berlin am Morgen": „Adolf chitler will in vier Jahren den deut- schon Bauernstand glücklich machen und in der gleichen Zeit die Arbeitslosigkeit abschaffen. chitler hat vergessen mitzuteilen, wie. illie noch ist die absolute Leere der nationalsozialistischen Phraseologie so kraß in Erscheinung getreten wie in diesem Ausruf." Sehr interessant sind auch die starken Beklem- mungen, die die„DAZ.", das Organ der Schwer- industriellen, wegen der Reichstagsauflösung hat. Sie seufzt: „Mit gelindem Grausen wird das deutsche Volk die sensationelle Kunde vernommen haben: Schon wieder Auflösung, schon wieder Neuwahl...? War die Auflösung wirklich unvermeidlich?... Der Versuch, die absolute Mehrheit auf dem Wege der Auflösung zu erreichen, ist zwar streng legal und ver- fassungsmähig, aber er enthält doch auch starke Gefahren, nicht zuletzt wegen der sehr erregten Stimmung im Land, die schon jetzt täglich neue Todesopfer fordert." Sehr viel Siegeszuversicht scheint auf der Seite der Rechten danach nicht vorhanden zu sein! SA-Terror überall! Fortgesetzt Bandenüberfälle auf Arbeiter und Parteihäuser! Aas Auslands Echo Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 2. Februar. Die Auflösung des Reichstags hat in Paris so wenig Ueberraschung hervorgerufen, daß sie in der Donnerstag-Morgenpresse fast garnichtkom- mentiert wird. Die Zeitungen beschränken sich auf die Wiedergabe der Berichte ihrer Ber- liner Korrespondenten. Nur der nationalistische „F i g a r o" des Herrn C o t y und der sozialistische „P o p u l a i r e" nehmen zu den Ereignissen in Berlin Stellung. Der„Figaro" erklärt, die Hitlerpartei will sich so schnell wie möglich von der Wahlniederlage am S..November reinwaschen und hofft, daß das deutsche Volk ihr und den Deutschnationalen eine Mebrheit im Reichstag verschaffen werde. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler habe dem Hakenkreuz, das seit dem letzten Jahr etwas verblaßt war, wieder neuen Glanz verliehen. Die Nazis würden aus dem Prestige, das ihnen der Besitz der Macht verleiht, Nutzen ziehen. Der„P o p u l a i r e" schreibt gleichfalls, Hitler wolle die Begeisterung seiner Truppen und Massen ausnutzen, bevor die Enttäuschung über seine Amtsführung eine Reaktion hervorgerufen habe! Der Auflöfungövorwand Es sollte auf jeden Fall aufgelöst werden In dem Aufruf der Regierung wird behauptet, der Reichstag habe aufgelöst werden müssen, weil er unfähig sei, die positive Wiederaufbauarbcit zu unterstützen. Hierzu bemerkt das Organ des Zen> lrums, die„Germania": „Das ist eine Darstellung, die schärfsten Widerspruch herausfordert. Die Wahrheit ist, daß diejenigen, die das. was nun beginnt, seit Wochen vorbereitet haben, diese arbeitsfähige Mehrheit überhaupt nicht gewollt haben. Sie haben im Gegenteil alles getan— jetzt so gut, wie im November und bei früheren Gelegenheiten—, um sie zu ver hindern, und haben nicht das geringste versucht. um sie Wirklichkeit werden zu lassen." Angesichts dieses Sachverhalts meint das Zen- trumsorgan, es müsse grotesk anmuten, daß das Auflösungsdekret des Reichspräsidenten von der neuen Regierung als von einer Regierung des nationalen Zusammenschlusses spricht! Zuchthausantrag gegen Billges Unter großer Spannung des dichtgedrängten Zuhörerraums, der bereits gestern mit größter Teilnahme die Verhandlung gegen den Lehrer Hillges verfolgt hat. stellte der Staatsanwalt heute seinen Strasantrag: 6 Zahre Zuchthaus wegen Totschlags unter versagung mildernder Umstände. Carlowlt? geht Der preußische Pressechef, Herr von Car- l o w i tz, verläßt sein Ami, in das ihn die erste Papen-Regierung an Stelle des langjährigen Pressechejs Goslar berufen hatte. 5ierr von Car- lowitz war vorher im Reichswehrministerium. Er ist zwar ein Konservativer, aber kein Faschist. Eigener Bericht des„Vorwärts" Köln, 2. Februar. Am Donnerstagmorgen gegen 4 Uhr unternahmen etwa 30 Nationalsozialisten einen Angriff aus das A u g u st- B e b e l- H a u s, in dem die „Rheinische Zeitung" ihren Sitz hat. Die Nazis gaben mehrere Schüsse auf das Haus ab, die von der im haus untergebrachlen wache erwidert wurden. Als das herbeigerusene Uebersallkommando erschien, ergriffen die Nazis die Flucht. Drei konnten festgenommen werden. Lchusse aus dem Hinterhalt Eigener Bericht des„Vorwärts" Hamburg, 2. Februar. 3n Altona wurden am Witwochabend sozialdemokratische Demon- st r a t i o n s z ü g e, die zu einer gewaltigen Kundgebung der Eisernen Front ausmarschierten. von SA.- Verkehrslokalen aus be- schössen. Ein Reichsbannermann erhielt einen Schuh durch die Hand. Kn einem zweiten Fall konnte dem SA.-Wann, noch ehe er Schaden anrichtete, der Revolver abgenommen werden. Aus dem Rückweg wurde von einem größeren Trupp SA.-Leuten auf einen Zug der Eisernen Front aus dem hinterhall ebenfalls ein Zeuerüberfall ausgeführt. Die SA.- Leule, die sämtlich bewaffnet waren, gaben zahlreiche Schüsse ab. Zwei Reichsbonnerleute wurden schwer verletzt und mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. Fortsetzung des nächtlichen SA.-Terrors Die Serie der nationalsozialistischen Terrorakte fand in der letzten Nacht ihre Fortsetzung. 3n einem Falle wurde ein 20jähriger Arbeiter von der Hitler-Soldateska niedergeschlagen. Das unglückliche Opfer, dessen Parleizugehörigkeit noch nicht bekannt ist, starb aus dem Transport ins Westendkrankenhaus. Es war gegen'AI Uhr, als mehrere junge Leute, Arm in Arm in angeheitertem Zustande über den K i r ch p l a tz in Charlottenburg gingen. Von zwei Seiten tauchten Nationalsozialisten auf, um sofort über die wenigen Leute mit Schlag- instrumenten und Messern herzufallen. Der Zlisährig« Paul Schulz aus der Sybelftr. 6a brach mit einem Aufschrei zusammen. Das hin- derte die Rohlinge aber nicht, auf den am Boden liegenden mit Füßen herumzutreten. Ein Be- gleiter des Schulz konnte sich von der Umzingelung sreimachen und davonlaufen. Auch er hotte Kopfverletzungen erlitten. Schupobeamte waren durch den Lärm aus dem Kirchplatz aus- merksam geworden, und als sie hinzueilten, fanden sie Schulz in seinem Blute. Sch. wurde nach dem Westendkrankenhaus gebracht, wo man ihm aber keine Hilf« mehr bringen konnte. Er halte liefe Messerstiche im Arm und im Rücken. Außerdem war ihm die Wirbelsäule angebrochen. diese furchtbare und wahrscheinlich tödliche Verletzung rührt offenbar von den Fußtritten her. Noch in der Nacht nahm die Mordkommission und Beamte der politischen Polizei die Ermittlung nach den flüchtigen Tätern auf. Im Haus« Cislebener Straße H in Schöneberg find die Räume des Künstlerlokals„L u n t e", in dem vornehmlich Literaten und Republikaner ver- kehren. Die Tür wurde plötzlich aufgerissen und vier unisormierte. mit Pistolen bewaffnete SA.- Leule drangen in den Gastraum. Sie schlugen auf die Gäste ein und verletzten einen von ihnen erheblich. Dann zertrümmerten die Burschen die Schaufensterscheibe und entsernten sich unter Drohungen. Beim Eintreffen des alarmierten Ueberfallkommandos waren die Täter ver- schwunden. In der Haupt st raße in Schöneberg krachten gegen 1 Uhr zahlreiche Schüsse. Beamte eines Streifentoumiandos beobachteten niehrere uniformierte S A.- L e u t e und schritten aus sie zu, um sie nach Waffen zu durchsuchen. In diesem Augenblick tauchte ei» neuer Nazitrupp aus, und aus der Mitte dieser Gruppe heraus wurde aus die Polizeibeamten geschossen. Die Kugeln versehlten ihr Ziel und durch energisches Eingreifen, mit entsicherter Pistole in der Hand, nahmen die Polizeibeamten den feigen Schützen fest. Im weiteren Verlauf der nächtlichen Zwischen- fälle waren auch wieder zwei KPD.- Lokale das Ziel der SA.-Trupps. In der E r n st- st r a h e 6 8 in Borsigwalde wurden aus das dortige KPD.-Verkehrslokal mehrere Schüsse ab- gegeben und die Scheiben eingeschlagen. In der I d a st r a ß e gaben gleichfalls Nationalsozialisten auf das KPD.-Verkehrslokal Schüsse ab. Von Polizeibeamten wurden zwei SA.-Leute fest- genommen, die zu dem Fensterstürmertrupp ge- hörten und geladen« Pistolen in den Taschen trugen. Am Alexanderplatz niedergeschossen In der A l e x a n d e r st r a h e geriet in den späten Abendstunden der ISjähnge Kommunist Heinz P r i m o mit Nationalsozialisten in einen Streit. Die Hakenkreuzler versuchten P. nieder- zuschlage», als dem Kommunisten aber Gesinnungs- freunde zu Hilfe eilten, liefen die Braungardisten davon. Sie wurden von ihren Gegnern verfolgt, plötzlich drehte sich einer von ihnen um und gab auf die Verfolger mehrere Schüsse ab. Primo, der den Nazitrupp fast erreicht hatte, wurde durch einen Schuh in den Unterschenkel nieder- g e st r e ck t. Ueber die Rettungsstelle wurde er ins Jüdische Krankenhaus transportiert. M)ch 2 Kommunisten schwerverletzt Auch in Nowawes in der Gartenstraße kam es gestern abend gegen 22 Uhr zu einer Schießerei der l o s g e l a s s e n e n S A.. bei der die Arbeiter Gustav R e i ch a r d t durch einen Bauchschuß und Herbert Lucas durch einen Oberjchenkelschuß schwer verletzt wurden. Beide gehören der kommunistischen Partei an. 3m Laufe der Nacht erfolgten zahlreiche Vernehmungen. Man brachte die beiden Schwerverletzten in das kreiskranken- haus in Nowawes. Zur Zeit ist die Polizei noch mit der Ausklärung der Angelegenheit beschästigt. Flughlattverteiler überfallen Wie weit die Legalität und die Disziplin der Hitler- Partei geht, beweist ein Vorfall, der sich heute früh um sieben Uhr am Bahnhof A d l e r s h o s zugetragen hat. Dort verteilte ein Anhänger der„Eisernen Front" das Extra- b l a t t des„Vorwärts" dos die neuesten Nachrichten über die Auslösung des Reichstages enthielt und überall unseren Flugblattoerteilern aus den Händen gerissen wurde Um so größer war selbstverständlich die Wut der Nazileute, die aus Mangel an sachlichen Gigengründen unseren alleinstehenden Flugblaltverbreiter übersielen und zu Boden schlugen. Einer der angreifenden Nationalsozialisten wurde von der Polizei ver- haftet. Keichsbannerheirn überfallen In der vergangenen Nacht wurde das Reichs» bannerheim in Br-tz von National- f o z i a l i st e n angegriffen und beschossen. Die Bande kam gegen'A2 Uhr r achts vor das Heim in Stärke von etwa 15 Mann gezogen demolierte den Zaun und versuchte die geschlossenen Fenster- lüden aufzubrechen. Als die Heimwache darauf zum Abschrecken einig? Feuerwerkskörper ab- brannte, schössen die Barschen fast sämtliche Fensterscheiben entzwei. Verletzt wurde niemand. Fünf Täter konnten von der Polizei gefaßt werden. Nazi-Terror in der Mark hütende SA.-Horden in Gransee 3n einigen als„schwarz" bekannten Gegenden der Mark Brandenburg haben sich in den letzten Tagen bürgerkriegsähnliche Zustände entwickelt. 3n einzelnen kleineren Orten ist den SA-Horden durch die Berufung Hitlers zum Reichskanzler der Kamm so geschwollen, daß sie, zusammengefaßt zu größeren Trupps, von Ort zu Ort ziehen, um Reichsbannerleute und Arbeiter zu überfallen. Einen solchen Banditenstreich verübten die An- Hänger des Reichskanzlers Hitler in G r a n f e e. Man hatte die SA.-Trupps aus der ganzen Ge- gend zusammengezogen, um dann in einer Stärke von hundert Mann einen Reichsbanner- t r u p p, der ahnungslos abends gegen'AS Uhr vom Bereinslokal zum Schlltzenhaus zog und aus M Kameraden bestand, hinterrücks zu überfallen. Mit Schlagringen, Hieb- und Stichwaffen sielen die vertierten Burschen über die ahnungslosen Reichsbannerleute her Vier Kameraden wurden schwer verletzt. Die Namen der Schwerver- letzten sind: W i n k e l m a n n, Adolf und Otto Steinberg(Vater und Sohn) und Her- mann. Die übrigen Reichsbannerleute wurden alle mehr oder minder leicht verlegt. Sämtliche Musikinstrumente des Spielmannszuges sind schwer demoliert worden. Die Reichsbannerleute zogen sich vor der Ueber- macht in ihr Vereinslokal zurück, da die beiden Ladjäger der tobenden Nazischar gegenüber völlig machtlos waren. Ein aus Neuruppin herbei- gerufenes Uebersallkommando durchsuchte selbstver- ständlich zuerst die kleine Schar der Reichsbanner- leute nach Massen. Die Durchsuchung verlief völlig ergebnislos. Wie uns bekannt geworden ist, hallen die Nationalsozialisten auch noch die SA.-Stürme aus Oranienburg und Neu- r u p p i n alarmiert, die jedoch verspätet auf dem Kampfplatz eintrasen. Seit Adolf Hitler Reichskanzler in Deutschland ist, zieht überall Ruhe und Frieden ein! Kampfstimmung Eiserne Front greift an Ein Leser schreibt uns: Am Morgen nach der Auflösung des Reichstages. Der Tag beginnt grau und trübe. Von der Fackelzugstimmung der Nazis ist nichts zu merken. Die Hakenkreuzfahnen, die nur spärlich zum Vorschein kamen, sind einge- zogen. Die Nazis fühlen, daß sie mit den„feinsten Leuten" in einen schweren Kampf ziehen. Sie haben es nicht mehr so leicht wie früher, wo sie alles beschimpfen, beschmutzen und verleumden konnten. Sie befinden sich in der Abwehr. Die Kämpfer und Kämpferinnen der Eisernen Front aber greisen an! Man sieht mit«mein Schlage viele Freiheitspfeile. Kaum hat man die Straße betreten, da schallt einem der Ruf„Freiheit!" entgegen. Viele Menschen sieht man, die das Extrablatt des„V o r w ä r t s" in den Händen tragen, um«s bei passender Ge- legenheit zu lesen. Ueberall ist die wirksame „Vorwärts"-K»ndgebung mit Interesse und Dank entgegengenommen worden. Die Verbreitung des Extrablattes hatte eine viel bessere Wirkung als der„Aufruf" der Regierung im Rundfunk. Wohin man kommt— in die Straßenbahn oder in die U-Bahn— überall hörte man scharfe Urteile über Hitlers Politik. Die Kämpfer und Kämpferinnen der Eisernen Front greisen auch hier an. Nirgends erhebt sich eine Stimme zur Verteidigung der Nazis. Wie wird es erst werden, wenn Hitler vierzehn Tage die Verantwortung zu tragen hat?„Erst in vier Jahren wollen sie helfen"— so hört man die Stimme eines einsachen Arbeiters.„Hitler wollte sofort alles besser machen", fährt ein anderer fort, und auf den Gesichtern der Zuhörer und ZuHörerinnen sieht man nur Z u st i m- m un g. Interessant, daß Hakenkreuze heute morgen so gut wie nicht.p: sehen waren. Neben den Frei- heitspfeilen sah man nur noch die Abzeichen der Antifaschisten. Welcher Arbeiter, Angestellte und Beamte welche schaffenden Frauen und Männer können sich noch für die Nazibcwegung einsetzen, die sich mit den„feinsten Leuten" ver- Kunden hat. mit j e n e n Grafen und Baronen, die vorher von Goebbels unbarmherzig ange- prangert wurden. Die Fackelzugstimmung ist vorbei. Wir müssen nachstoßen! Kämpferinnen und Kämpfer der Eisernen Front! Zeigt und oertretet in diesen Wochen des entscheidenden K a m p f e�s überall eure politische Gesinnung. So helft ihr kämpfen und siegen. Schafft die sozio- l i st i s ch e K a m p f st i m m u n g, die euch un- überwindlich macht. Hugenberg und Papen und Hitler, die vereint marschieren, müssen vereint g e- schlagen werden. An uns, nur an uns selbst ist es, die Hoffnungen der Volksfeinde zu zer- schlagen. Fort mit euch! Fort mit euch seinsten Leuten! Fort mit ihren braunen Soldknechten! Rätselhafter Aeberfa« Mietgelder verschwunden Ein Ueberfall. der noch völlig rätselhaft ist, er- eignete sich gestern abend im Hause Rüders- d o r s e r Str. 64. Der Hauswart Wilhelm S e m p f wurde angeblich von einem Unbekannten niedergeschossen. Vor Schreck will er in O h n- macht gefallen sein, und als er wieder zu sich kam, fehlten die Mieten in Höhe von 800 M. Seine Frau fand ihn auf und rief das Ueberfall- kommando. Im Krankenhaus konnten die Aerzte äußere Verletzungen nicht feststellen! Auch durch den Sturz in seinem Ohnmachtsanfall hat er sich nicht nennenswert wehgetan. Wie der geheimnisvolle Räuber den Schuß abgegeben hat, ohne Sempf zu verletzen, ist noch schleierhast. Polizeileutnant schwer verletzt aufgefunden In der vergangenen Nacht gegen 3 Uhr wurde weiter der Polizeileutnant Walter K l e e s a t t e l von der Ersten Bereitschait der Polizeiinspektion Steglitz in der Rothenburgstraße in Steglitz schwer verletzt und in bewußtlosem Zustand auf dem Pflaster liegend a u t a e f u n d e n. Die Uniform war zerrissen und stark beschmutzt. Man schaffte den Besinnungslosen sofort nach dem Krankenhaus Unter den Eichen wo er noch nicht wieder zum Bewußtsein gekommen ist. In seinen Fieberphantasien spricht er von Einbrechern. Es besteht die Vermutung, daß Kleeiattel. der sich um AS Uhr nachts auf einen Streifengang begeben hatte, vielleicht Einbrecher ü v e r r a! ch t hat und von ihnen niedergeschlagen worden ist. Wir Adolf Hitler von Hitgenbergs Gnaden Arm in Arm mit dem Herrenklub-Vizekanzler von Papen Deutscher Reichskanzler erlaffen an die immer noch und hoifentlich auch m alle Zukunft gläubige Bevölkerung folgenden Aufruf! Ich führe euch herrlichen Zeiten entgegen. Aber nicht fo rafch. Zuvörderst muß ich nämlich den Marxismus ausrotten. Zu diesem Zweck habe ich«ine ganz neue Methode ausgejonneni Ich habe den russischen Bolschewisten— hört und staunt— ein Schlagwort weggenommen. Ich habe mir gesagt: Geistige Anleihe Sie wissen, ich will den Bolschewismus mit Stumpf und Stiel ausrotten. Sagen Sie mir doch, bitte, zu diesem Zweck: was schreibt man eigentlich in so'nen Vierjahresplan hinein?" Hat Stalin das russische Volk fünf Jahr« lang mit seinem Fünfjahresplan vertröstet, warum soll ich nicht das deutsche Volk wenigstens vier Jahre mit einem Vierjahresplan beglücken?! Vier Jahre sind «in« lange Zeit, und am Ende hat die Wirtschafts- krise, die ja immerhin schon vier Jahre dauert, bis dahin von selber aufgehört. Also, liebe Leute, habt Geduld und wartet vier Jahre. In vier Jahren wird e» euch herrlich gehen! Falls ihr bis dahin noch nicht verhungert seid! Das sollte mir leid tun, aber ein SA.-Mann ist «den keine Schnellzugslokomotive Hexen kann ich auch nicht. Wie, ihr meint, das hätte ich doch vor meinem Regierungsantritt immer be- hauptet? Da müßt ihr euch ganz sicher verhört haben. wie soll mein Vicrjohresplan aussehen? Liebe Volksgenossen, wenn ich das wüßte! Aber bürgen nicht die glänzenden Namen meiner Mit- arbeiter im Reichskabinett für alles? Vicekanzler Papen, MEIN Wirtschafts- und Ernährungsminister Hugenberg, sie stehen mit ihrer Person dafür ein, daß außer dem bolschewistisch klingenden Namen auch nicht eine Spur, auch nicht ein einziges Prozent Sozia- lismus in meinen Wirtschastsplänen enthalten sein wird. Tie b'nteignung des raffenden Kapitals, die Verstaatlichung der Banken und Börsen, die ich euch so oft versprochen habe, kommen selbstverständlich in meinem Vierjahresplan nicht vor. Das gestatten weder Hugenberg noch Papen. Es bleib! alles beim allen! Ze älter, desto bester! Die staatserhaltenden Kreise des ostelbischen Grundbesitzes sollen auch weiter aus den Geldern der Steuerzahler durch die Osthilfe erhalten werden. Mein sozialpolitischer Kurs ist zur Genüge da- durch gekennzeichnet, daß ich Herrn von Papen als Vizekanzler in mein Kabinett berufen habe. Ihr erinnert euch, daß Herr von Papen als Reichs- tanzler des Jahres 1932 es war. der in so segens- reicher Weise die Renten der wllwen. Waisen und ttriegsbe- schädigten. Invaliden usw. gekürzt. die gesamte Sozialversicherung der Behörden- Willkür ausgeliefert. da» Tarisrecht angegrissen und den Arbeitgeber» Lohnkürzungen bis zu 25 Pro;, des Tariflohns gestattet hat. Daß ich mit diesem Mann Hand in Hand arbeite, sollte euch doch allein zur Genüge zeigen, wohin mein Kurs geht! Noch eine Bemerkung: Mein Propagandaleiter Goebbels hat im vorigen Jahrs verschiedentlich geäußert, daß Herr von Papen eine hauchdünne Oberschicht vertrete, und daß wir Nationalsozialisten von dem „Kabinett der feinen Leute", nämlich von der Papen-Regierung, uns unterschieden wie Feuei von Wasser. Na, merkt i h r's nun? Statt der sieben Barone des Papen-Kabinetts habe ich in mein Kabinett nur künk Barone nur sünf Vertreter der„hauchdünnen Oberschicht" übernommen. Das zeigt doch, daß ich ein wahrer Volksmann bin. Und noch eins! Als wir Nazis im Jahre 1932 mit den Deutschnationalen im schärfsten Wahl- kämpf standen und jede ihrer Versammlungen sprengten, da habe ich durch meine Blätter er- klären lassen, daß das geheimrätliche Bäuchlein des Herrn hugenberg Guglielmo M a r c o n i wird eine große Scheu vor der Oeffentlichkeit nachgesagt: er weigert sich stets, Besuche zu empfangen, denen er vielleicht über den Fortgang seiner Versuche Rede stehen mühte. Dem Korrespondenten des Amsterdamer „Telegraaf" ist es trotzdem geglückt, kürzlich einen seiner nächsten Mitarbeiter zu sprechen, der ihm über die jüngsten Experimente und wahrhaft sensationellen Erfolge des Erfinders eingehendere Mitteilungen machte.„Ich verrate Ihnen kein Geheimnis", sagte der Mitarbeiter Marconis, „wenn ich Ihnen sage, daß sich Marconi schon seit längerer Zeit mit Versuchen besaßt, die als Gegenstand sehr kurze elektrische Wellen haben. Um Indiskretionen zu oerhindern, arbeitet Mar- coni ausschließlich in seinem Laboratorium an Bord seiner Jacht„Clectra". Kürzlich ist es ihm geglückt, mit Hilfe sehr kurzer Wellen zwischen Castelgandolso. der Sommerresidenz des Papstes, und dem Vatikan, also über eine Entfernung von 20 Kilometer, eine Verbindung herzustellen. Weitere Versuche der gleichen Art fanden über eine Entfernung von 169 englischen Meilen in der Campagn statt: dabei wurden Wellen von S7 Zentimeter benutzt. Die erzielten Ergebnisse überstiegen die kühnsten Erwartungen. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn wir behaupten, daß wir unmittelbar vor Anbruch einer neuen Epoche der drahtlosen Nachrichtenübermittlung stehen." Die„M i k r o w e l l c n", die sich von den anderen Kurzwellen, deren sich Marconi früher bediente, unterscheiden, gehen über eine Entser- nung von über 199 Kilometer durch jedes Hinter- nis, durch Bäume, Mauern, Wände, ohne die geringste Veränderung zu erfahren, selbst wenn sie mit anderen Wellen zusammenstoßen. Das System „Mikro-Radio", wie es Marconi augearbeitet hat, ist gleichfalls völlig unabhängig von atmosphäri- schen Einflüssen: seine Sendungen können von keinem anderen als dem„Adressaten" aufgesangen werden. Dieses neue System hat die Zukunft für sich. Denn, um es kurz zu sagen, Marconi hatte den Ehrgeiz, einen Apparat zu konstruieren, der es jedermann erlaubte, iein eigener Sen- der und sein eigener Empfänger zu sein. Die zunächst auf kurze Entfernungen ange- stellten Versuche haben vollkommen befriedigende Ergebnisse erzielt: es bleibt also nur noch das Problem zu lösen, wie man die Apparate so ver- bessern kann, daß sie auch auf größere Entser- nungen zwischen Absender und Empfänger allen Ansprüchen gerecht werden. Die Lösung dieser Ausgabe wird nur eine Frage der Zeit sein, da es sich hier nicht mehr um grundsätzlich Neues handelt. Ist dieses Ziel einmal erreicht, so wird jedermann sein drahtloses Telephon besitzen und mit jedermann in Verbindung treten können, der Staat wird aus sein Monopol und aus die Ein- nahmen aus dem Telephon- wie auch wahrschein- lich aus dem Telegraphenverkehr verzichten müssen. Marconi» letzte Versuche beweisen, daß es für die Länge der Wellen nach unten keine Grenze gibt. Sie beweisen aber auch noch etwas anderes: nach dem drahtlosen Telephon wird jedermann das Fernsehen möglich sein. Bis jetzt be- standen die Hauptschwierigkeiten in der Entwick- lung der Fernsehtechnik in gewissen Erscheinungen der Interferenz und der Strahlenbrechung. Die sehr kurzen Wellen dagegne bleiben von diesen störenden Begleiterscheinungen unberührt, womit ein gewaltiger Schritt zur Lösung des Fernseh- Problem» getan ist. Ueberaus wichtig ist, daß die„Mikrowellen" gegen atmosphärische Einflüsse ge- schützt sind„Alles", so schloß Marconis Mit- arbeiter das Gespräch,„alles, wa- ich Ihnen sagen kann, wird Ihnen nur eine schwache Vorstellung der ungeheuren Leistung Marconi» geben, der sich in diesem Augenblick unmittelbar vor dem glück- die hungernden Arbeitslosen nicht satt machen würde, ich habe auch meinen Goebbels schreiben lassen von einem „schieligen, miesen hugenzwerg". Das war natürlich nicht so böse gemeint. Und wenn meine Blätter weiter geschrieben haben, daß Hugenberg der typische Vertreter de- Trustkapitalismus ist, so war das eben nur so leicht hin gesagt, denn Ich, Adolf Hitler, trete genau so finden Kapitalismus ein. wie Alfred Hugenberg. Darum, ihr Armen und Beladenen, wählt jetzt am S. März mich! Mein« Regierungskunft besteht darin, daß ich die vielen Wechsel, die ich euch früher ausgestellt habe, noch einmal pro- l o n g i e r e, daß ich euch kür all die kleinen Wechsel einen groQen�Vechsel mit der Laufzeit von vier Jahren ausstelle. Daß ich ihn einlösen kann, glaubt ihr wohl selber nicht. Wer e» immer noch glaubt, der gebe mir seine Stimme. Wer aber etwas mehr Ver- stand hat. der tut am 5. März das Gegenteil und lichen und erfolgreichen Abschluß seiner Forschun- gen befindet. Wir lieben nicht das Prophezeien und schon gar nicht Uebertreibungen: aber dieses darf ich Ihnen doch sagen: Guglielmo Marconi ist im Begriff, die gesamte technische Wissenschaft der Gegenwart umzustürzen und sie von neuem zu erschaffen." Auch ohne diese Prophezeiung— man weiß, daß Marconi. der sicher ein großer Erfinder ist, seine Entdeckungen mit der Geschick- lichkeit eines Theaterregisseurs m Szene zu setzen versteht— darf man auf das Ergebnis seiner Ver- suche gespannt sein. „Die KSZchiedene Frau" Nollendorfplatz-Theater Die Operette ist tot— es lebe die bearbeitete Operette! Das Genre ist gestorben— die Theaterdirettoren wissen es aber nicht, wollen und dürfen es nicht wissen: also wird der Leichnam galvanisiert. Das heißt: entweder werden die alten Operetten nach- gemacht(schlecht nachgemacht zumeist) oder be- arbeitet. Wie kann man aber etwas, womit diese Zeit gar nichts mehr zu tun hat. dieser Zeit nahe- bringen wollen? Dadurch etwa, daß man an der Oberfläche«in wenig retouchiert, daß man moderne Vokabeln und Requisiten verwendet, Tangorhyth- men zwischen Walzerklänge schiebt, die Instrumen- tation ein wenig aufhellt und verbessert? Was nützen aber solche Ueberlegungen! Es gibt Operettentheater, also muß es Operetten gebe». lind wenn wir keine neuen haben, dann mache» wir eben einfach Operettenrenaissance! Osfenbach- Renaissance, Johann-Strouß-Renaissance— war- um übrigens nicht Leo-Fall-Renaistance? Jetzt ist es also erreicht, jetzt ist„Die geschiedene Frau" dran, das Entzücken versunkener Vorkriegsbürger- lichkeit. Den Text hat Viktor Leon, ihr Erzeuger. neu bearbeitet, die Musik betreute wieder Korn- g o l d, der mit Aehnlichem schon viel Geld ver- dient hat(sich nicht geniert hat, es zu verdienen). Die Aufführung begann recht matt, erholte sich aber sichtlich von Bild zu Bild. Im Mittelpunkt als liebe, kleine Gonda Lucie Mannheim, deren Tonfilmcouplet(Text von Kolpe) das Netteste des ganzen Abends war. Maria R a j d l singt schön und kultiviert, ohne freilich die richtige Operetten- beweglichkeit zu erreichen. Ansonsten Stöße!. Tiedtke und Adolf Wohlbrück sowie der debütierende Harold von Oppenheim. Der wohlvorbereitete Erfolg war groß. ev. Das neue Kabinett im Film In der Usa-Ton woche, die gestern in den Ufa-Theatern stieg, wird natürlich weidlich Reklame gemacht für die neueste deutsche Umwälzung. Bei dem Fackelzug wird so viel Musik und Spektakel wiedergegeben, daß einem im wahrsten Sinne des Wortes Hören und Sehen vergeht. Trotzdem: die Nazileute klatschen Aber dann kommt etwas, ganz unvorgesehen Ulkiges, das überall l a u t e st e s Gelächter hervorruft: das neu« Kabinett wird in der Reichskanzlei vorgeführt. Göring, Hitler. Papen, Hugenberg und die anderen präsentieren sich dem Volke. Aber sie haben leider keine Zeit ge- habt, dieses wichüge Ereignis vorher zu probieren und richtig zu inszenieren. Und so ergibt sich ein« solche Unbeholfenheit, eine solche U n- srisiertheit und solch deutliches Gefühl der Gegensätzlichkeit, daß das Publikum sich von diesem beänstigenden Eindruck nur durch kräftiges Lachen befreien kann. Gehet hin und schaut euch die neuen Männer an! Wie sie sich lieben und bekomplimentieren! Arheitergesanss Im Programm des Deutschlandsendcrs Anläßlich Oes 49jährtgen Bestehens des D e u t- schen Arbeitersängerbundes fand im Programm des Deutschlandsenders ein Konzert statt, bei dem Sänger und Sängerinnen der Groß- Berliner Gesangeoereinigungen mitwirkten. Nach dem eindrucksvollen Chor„E m p o r z u m Licht" hielt Karl P l a u d e r die Ansprache, die einen Ueberblick über die Bedeutung und die Ziele des Arbeiterchorgesanges gab. Die im Arbeitersänger- bund zusammengeschlossenen Chöre sind Pfleg- stütten der Kultur im besten Sinne des Wortes. Seit seinem Beginn hat der Arbeiterchorgesang Vertiefung, Pflege, Förderung echter musikalischer Kunst angestrebt und sich systematisch in den Dienst dieser Sache gestellt. Kein Geringerer als der be- rühmte Hans von Blllow komponierte das erlte Chorlies für die Arbeiter, dem der Herweghsche Text„Bet und arbeit" zugrunde lag. Doch die Chorvereinigungen der Arbeiter wurden nicht nur Anreger neuer Kompositionen; sie erkannten auch, welche Werte das Musikschaffen der Vergangen- li«it für den Chorgesang erhält. Karl Plauder wies darauf hin, daß in den ein- zelnen Vereinigungen der Arbeitersänger bis zu 99 Proz. der Mitglieder arbeitslos wären und von diesen wieder zwischen 59 und 69 Pro,;, bereits der Wohlfahrtsfllrsorge unterständen. Aber wie im Beginn des Arbeiterchorgesanges, wie in den schweren Jahren des Sozialistengesetzes, stünde d:e Arbeiterschaft treu zu den von ihr erkannten Kulturwerten, Männer und Frauen gemeinsam, so wie es in den Reihen der Arbeiterchöre immer gewesen sei. Einen schönen Beweis für das Kunstverständnis uno die Kunstpflege im Deutschen Arbeitersänger- bund legten die Lieder ab, die im Anschluß an diese Ansprache vorgetragen wurden Nur hatte leider bei dem letzten, dem Eislerschcn„Lied Oer Baumwollpflücker", eine ungeschickte Gruppierung die Instrumentalbegleitung so zum Mikrophon ge- stellt, daß sie, statt die Wirkung des Gesanges zu steigern, diesen teilweise überoeckte und so das Klangbild der Komposition verwischte. Es war zu bedauern, daß anscheinend kein erfahrener Funkfachmann die Mikrophonprobe dieser Sen- Oung überwacht hatte.— Iz. Ein Film aus Australien Ufa-Pavillon Amerikaner haben eine Forschungsreise nach dem am wenigsten bekannten Erdteil, nach Australien unternommen, eine ungeheure Anzahl von Kilo- meiern mit Dampfer, Flugzeug und Segelschiff zu- rückgelegt und dann einen Film daraus gemacht. Da man für das große Publikum den Sensation und des Humbugs nicht entraten zu können glaubt, sind in dem an sich dankenswerten Film allerlei störende Elemente hineingearbeitet. Der Titel ist völlig irreführend:„Die blonde S k l a v i n", d. h. die Weiße, die angeblich zum Schluß noch bei einem entlegenen Eingeborenen- stamm entdeckt wird, und nicht in die Kulturwelt zurück will, ist zweifellos eine Filmmache und hat im übrigen mit der ganzen Expedition nichts zu tun. In dem Begleitvortrag, der doch wirkliche Kenntnisse vermitteln könnte, wird auch sehr viel törichtes Zeug geboten. Wo der Film sich aus bloße Wiedergabc be- schränkt, gewährt er eine reiche Ausbeute. Auf der Reise von San Franziska aus werden verschiedene Inselgruppen angelaufen und bei der Gelegenheit allerlei Reminiszenzen an die Sitten und Ge- bräuche in Honolulu, auf Bali und in Neuseeland aufgefrischt. Bei der Durchquerung Australiens werden interessante Typen aus der einzigartigen Tierwelt dieses Kontinents aufgenommen. Man sieht Eidechsen, die mit einem Flugkragen aus- gestattet sind, aus der Beuteltierwelt wird außer den Känguruhs der außerordentlich drollige Beutelbär vorgeführt. Das seltsame Schnabeltier, das Eier legt, aber ein Säugetier ist, verdient die höchste Aufmerksamkeit. Auf den Inseln in der Timorsee werden uralte riesige Schildkröten beob- achtet und zwar bei ihrer Tätigkeit des Eier- legen»: 89 Eier legt so eine Schildkörte in einem Zuge, iminer zwei auf einmal, in eine von ihr sorgfältig vorbereitete Grube. Noch mehr aber interessieren die Szenen aus dem Leben der Ein- geborenen, die hageren Gestalten mit der fliehen- den Stirn und den stark vorgewölbten Augen- brauenwlllsten.Wir beobachten sie in ihren Tänzen, bei der Herstellung ihrer steinzeitlichen Waffen. Der Bumerang saust und kehrt in die Hand zurück, Schwirrhölzer erzeugen merkwürdige Geräusche. Als Lanzenschleuderer und Jäger zeigen die Australneger große Fertigkeiten. Voran ging ein sehr instruktiver Bergfilm, der Touren im W a tz m a n n g e b i e t vorführte. So gut wie Australier klettern, die Kletterer dieses Films können es fast noch besser. r. Bei Grippe- Gefahr Da» ärztliche Merkblatt„Berhaltungsmaz- regeln bei Gripp«"auf Wunsch kostenfrei durch Bauer 4 Ei«., Berlin SW 68, zu,drtchft?. oi Wählt Liste 2V Sozialdemokraten! Drahtloses Telephon für alle! Das Wunder der Mikrowellen � 6sfchift$-Jhtseigsr* z Lü s I LÜ z Ol LÜ f- 2 D D < CD W w o Q- ü BAUH1JITC DERUN(xpibh Fachgeschäft für Oruckereibedar* »».««»e« Spezialität: Textilien aller Ai ■ Art Fernsp ech er F6, Bärwad 2603(Sammel- Nummer) Steppdecbeii. 1 Daunendecken, direkt vom Hersteller, aus erster Hand, daher billig und reell I Bettenhaus Schonert, SO., Oranicmfrafo«2 BERLIN S 14/ WALLST RASSE 63 FERNSPRECHER: F 7. 6771 Hermann Lorenz S'/oi taiiee.Tee, Kakao EU. Rösterci seit 187° r Bindfaden Kordel. 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Ehe Friedrich Wilhelm an die Front sollte, war der Krieg vorbei Als Sergeant wurde er Re- servist, blieb in Berlin, wo er zulegt gedien! hatte, heiratete, bekam drei Söhne, und hatte eine Anstellung bei der Firma Wetter u. Hundertmark, Packpapier und Pappe. Aber in der Hauptsache war er Säckelwart des Kriegeroereins Moltke Dort Borstand zu werden, war die Sehnsucht seiner Tage, der Traum seiner Nächte. Die Bor- stellung, er dürste einmal im Bratenrock und de» Zylinder auf dem Kopf, den festgerollten Regen- schirm wie einen Degen haltend, vor der Front des Vereins am Sedantag kommandieren:„Still- jestand!— Aujen rechts!" konnte ihn schwindlig machen. Aber an die Verwirklichung war nicht zu denken Es gab noch eine Menge Feldwebel im Verein, naturgemäße Anwärter auf die Vor- standsstelle. Die drei Jungen wuchsen heran, heirateten, be- kamen Kiyder. Längst war Friedrich Wilhelm „der alte Gräbig". Immer noch war er bei Wetter u. Hundertmark. Aus der kleinen Werk- statt war längst ein« Fabrik geworden:„Deutsche Wellpappwerke". Eine der ersten von den neuen Maschinen hotte Friedrich Wilhelm drei Finger weggerissen. Man machte den Wiedergenesenen zum Portier und setzte ihn im Lohn herab. Aber das kam Friedrich Wilhelm nicht voll zu Bewußt- fein. Während er krank darniedergelegen war. hatte ein dumpfes Gefühl seine Erinnerungen durcheinandergeworfen. Im Kricgerverein hatte er nur noch vier Vordermänner. Di« anderen waren weggestorben. Und«s schien Friedrich Wil- Helm allmählich, als hätte ihm nicht die Maschine der neuen Zeit die Finger weggerissen, sondern als hätte er sie auf einem der Schlachtfelder des Krieges von 1870/71 verloren, wo er nie gewesen war. Und wenn wieoer einer der Kameraden starb, wenn er wieder vor den scheu bewundern- den Enkeln stand, Kreuze, Medaillen und Schnalle» auf 0er Brust seines schwarzen Rockes, wenn er dann durch die Straßen schritt. Knie durch- gedrückt, die Brust heraus, die Musik spielle dann gehörte seine ganze Aufmerksamkeit den Leuten. die als Zuschauer am Straßenrand standen, und wenn dort einer den anderen anstieß und sagte: „Kiek mal, der Olle. Dem fehlen drei Finger Wohl'n Kriegsbeschädigter", dann hatte er einen großen Tag und genehmigte sich beim Leichen- schmaus ein paar Gläser Bier mehr als sonst. Er brauchte das. Seine Söhne bereiteten ihm Kummer. Sie wagten es manchmal, über seine Kriegerbegeisterung zu lächeln. Ja, er hatte sie im Verdacht, daß sie es mit den Roten hielten. Er schämte sich dieses Verdachtes, als 1914 kam. Dreimal marschierte er zum Bahnhof; einmal, als Joachim, der Aelteste, zum zweitenmal, als Fried- rich Wilhelm, der Zweite, und zum drittenmal, als Johann Heinrich, der Jüngste, ins Felo mußten. Jedesmal trug er seinen Bratenrock und schritt so aus, daß die Zeichen aus seiner Brust leise klirrten. Einmal, am Zahltag seines Vereins, wurde ihm ein Telegramm gebracht, in die Kneipe, in der die Mitglieder regelmäßig zusammenkamen. Er riß es auf, las«s, schlug dann ans Glas und stand auf. Alle blickten auf ihn und er sagte: „Kameraden! Beglückwünschen Sie mich! Er- heben Sie sich von Ihren Plätzen! Mir wurde die Auszeichnung zu Teil, daß mein jüngster Sohn Johann Heinrich Gräbitz auf dem Felde der Ehre bleiben durfte. Ich fordere Sie aus, mit mir in den Ruf einzustimmen: Seine Majestät— Hurra! Hurra! Hurra!" Alles schrie begeistert mit. Rur der Borsitzende nahm den Alten beiseite und rügte seine An- maßung, die Anwesenden aufgesordert zu haben, sich zu erheben. Ein Recht, das nur dem Bor- sitzenden zustand. Wegtreten! Joachim siel in Flandern, Friedrich Wilhelm wurde auf der Fahrt zum Urlaub das Opser eines Eisenbahnunfalls in Serbien. Bald daraus starb die Mutter, aber es starb auch der letzte Border mann des schon lange zum zweiten Vorstand aus- gerückten alten Gräbitz. Im Oktober 1918 durste er endlich bei der Beerdigung vor die Front der Bratenröcke treten uno brüllen:„In Sektionen rechts schwenkt!" und durite voranmarschieren Der Alte brauchte das. Die Welt um ihn war unerträglich geworden Den Arbeitern der„Deut- schen Wellpappwerke" durste er mit seinen Krieg-- erinnerungen nicht kommen. Respektlos sagte» sie ihm. so einem oämlichen Dussel müßte man die Fresse zerschlagen. Der Krieg sei eine gott- verdammte Schande Und den Kaiser? Den Kaiser soll man davonjagen. Friedrich Wilhelm war jetzt 68. Er hielt sich stramm. Es waren noch immer genug Leute da denen er von Gravelotte erzählen konnte Die sich oen Brief zeigen ließen, den ihm der Haupt- mann nach dem Tode seines Zweiten geschrieben hatte und der mit den Worten schloß:„Er starb den Tod fürs ZZaterland!" Das war der, den die Trümmer eines Eisenbahnwagens sesthielten während ihn der ausströmende Dampf der Lokomotive zu Tode brühte. Mit den Arbeitern wurde er auch fertig. Er stand morgens an der Kontrolluhr, wenn sie kamen, abends, wenn sie gingen. Die Weiber herrschte er an. Mit Leuten, die in die„Deutsche» Wellpappwerke" wollten, war er grob. Und es fanden sich immer noch Anlässe, den Kriegeroercin Moltke zu kommandieren, wenn auch die Nooem bertage des Jahres 1918 und der Januar de- Jahres 1919 dies« Tätigkeit sehr einschränkten. Er haßte diese Zeit. Er haßte die Menschen die keinen Respekt vor Krieg und Kaiser hatten Er haßte die Arbeiter, die ihm übers Maul fuhren, wenn er versuchte, mit ihnen herumzu- kommandieren. Aber am tiefsten haßte er sein Fähnchen. Die„Deutschen Wellpappwerke" liegen an der Köpenicker Straße, unablässig fließt auf ihr der Verkehr durch den Berliner Osten, an Geschäfts- Häusern vorbei, Friedrich Wilhelm war nichl Er trägt eine Schildplattbrille mit runden Gläsern, ganz wie meine eigene. Das sagt sich Malle, ein junger Mann, und er vergißt dabei, daß es viele tausend solcher Brillen gibt. Allmählich hat er sich vorgedrängt und steht nun dicht vor dem Schaufenster zwischen viele» anderen Passanten, die wie er die ausgehängte Zeitung lesen. Auf ihrer erste» Seite bringt sie das Bild eines Raubniörders, den die Polizei ätol Mdlle nun genauer hinsehen kann, beinerkt er, wirklich er bemerkt, daß er vor seinem eigenen Bild stehen könnte. Die Brille, die ihn zuerst aus den Vergleich brachte, hat gewiß nichts zu sagen. Von ihr muß ganz abgesehen wenden. Aber die Stirn wölbt sich stark und flieht nach hinten, ganz wie Malles Stirn. Auch das Kinn, ganz besonders das eckige Kinn muß, so scheint es Mall«, das gleiche sein. Er hebt prüfend die Hand, und wie ihm klar wird, was er zu tu» im Begriffe ist, läßt er sie schnell wieder sinken. Ihm ist zumute, als hätte er sie nach fremdem Eigentum ausgestreckt. Malle wagt sich jetzt nicht zu rühren. Er ist eingekeilt zwischen viele unbekannte Men- schen und weiß nicht, ob seine Bewegung bemerkt wurde. Schon ein wenig beunruhigt, beschließt er, sich gegen seine Vermutung zu wehren. Beinahe pedantisch beginnt er, das Bild mit seinem eigenen Kopf zu vergleichen. Der Mund ist verknissen, als habe er oerjchwie- genen Gedanken den Austritt.zu verschließen. Wie ist es mit Malles Mund? Nun, es ist kein Spiegel da, aber wer ist sich nicht seiner Erinnerung gewiß? Malle glaubt sich nicht zu täuschen, auch sein mehr Portier. Die Arbeiter hatten seine Enb sernung durchgesetzt. Auch war er all und klap prig geworden. Er hatte jetzt ein anderes Amt Die Firma behielt ihn. weil sie wußte, daß ihn die Arbeiter nicht leiden konnten. Sein Amt war es, vor den riesigen Lastautos auf den Gehsteig vor der Fabrik zu treten und die Borübergehen- den auf die Wagen aufmerksam zu machen, die hinter ihm aus der Einfahrt rollten. Und um besser Zeichen geben zu können, hatte er ein rote! Signalfähnchen. Diese Fahne haßte er, weil sie rot war. Imme, rrug er sie eingerollt. Cr vermied es, mit ihr z: winken. Lieber brüllte er die Vorübergehende». cm und steckte ruhig ihre Grobheiten ein. Dann kam sein ganz großer Tag. 1980 wurd> er achtzig. Irgend jemand machte den Generaldirektor darauf aufmerksam und dieser ließ Grä bitz in sein Kontor rufen. Er beglückwünschte ihn schenkte ihm ein Kistchen Zigarren und hätte ihn gern wieder draußen gehabt. Aber der Alte stand in soldatischer Haltung noch immer neben der Tür „Na, is noch was?" „Jawoll, Herr Generaldirektor. Ick hätte'nc Bitte." „So? Was denn?" „5)«rr Generaldirektor, ich Hab' doch so'n Sig- nalfühnchen. Und det is rot. Ick möchte nu jehorsamst die Bitte äußern,»ich den roten Mund ist auf diese Weise verkniffen, und hat nicht auch er Gedanken, die besser ungesagt bleiben? Die Augen liegen tief unter den Brauen, wie oer- steckt beinahe. Sie blicken nicht wohin sie sollen. Die Brille aber ist wie ein Vorhang, der das Innere des Menschen verhängt.. Gut, denkt Malle, daß auch ich eine Brille trage. Sie schützt mich. Wie aber? Es ist doch dieselbe Brille aus Schildplatt. Nein, Malle darf sie jetzt nicht abnehmen. Nicht hier, zwischen den vielen unbekannten Menschen. Malle wendet sich brüsk um. Und nun scheint es ihm, als visieren ihn zwanzig, dreißig Augenpaare. Er trägt dieselbe. Brill« und hinter ihm hängt das Bild. Malle drängt sich hastig durch de» Menschen- wall, der ihn fast schon gefangen hielt, murmelt eine Entschuldigung und ist ungläubig, daß ihn keine Hand ergreift. Er muß jetzt langsam gehen, sehr longsam, das ist gewiß, sonst lenkt er die Aus- merksamkeit aus sich. Haben sie wirklich sein Ge- sicht visiert? Er hätte sich nicht umdrehen sollen. Run treibt er nicht mehr langsam wie ein Segel an den Usern der Straße entlang. Längst hat er seine Brille abgenommen. Sei Blickfeld ist verkleinert jetzt und damit hat seine Unsicherheit nur noch mehr zugenommen. Schwer sind die Gesichter derer zu erkennen, die ihm entgegen- kommen. Er kann sie nicht fixieren. Vergleichen sie ihn mit dem Mörder, der den Raub begangen hat? Malle weiß auch nicht, wer hinter ihm geht. Noch einmal dreht er sich um. Dabei vergißt er zum zweitenmal, sich mit seiner Brille genauer zu befassen. Er beachtet nicht, daß sie statt auf seiner Nase in seiner Tasche steckt. So nur kann es DONNERSTAG, 2. FEBRUAR 1933 Lappen, sondern'ne anständ'je schwarzweißrote Fahne führen zu dürsen." Der Herr Generaldirektor kam hinter seinem Schreibtisch hervor und schüttelte Friedrich Wil- Helm Grätitz die Rechte:„Bravo, mein Lieber. Sie sind doch noch'n Mann von altem Schrot und Korn. Solche brauchen wa, weiß Iott. Selbstvaständlich bewillicht. Die Fahne kauf' ich Jhn'n selba." Tags darauf hatte er sie. Er wedelte mit ihr vor den ausfahrenden Wagen, unbekümmert um die Bemerkungen, die er in der meist von Ar- veitern bewohnten Gegend zu hören bekam. Es wurde ihm manchmal recht sauer, rechtzeitig vor den Wagen hinter ihm wegzuspringen. Und eines Tages erfuhr er, daß man im Betrieb abbaue. Der Mann mit der Fahne sei entbehrlich. An sein« Stelle komme ein automatisches Lichtsignal. Einige Tage später brachten Arbeiter neben der Einfahrt einen Leuchtarm an, der jedesmal rot aufblinkte, so ost ein Wagen das Haus verlassen und über den Gehsteig wollte. Die Männer kannten den Alten mit seinem Fähnchen nicht und verulkten ihn. Wütend antwortete er ihnen aus zahnlosem Mund, wütend über diese ver- fluchte Zeit, die Leuchtarme ersunden hat, rote, die für die alten Farben nur Hohn übrig hatte, und er schwang die Faust mit dem Fähnchen gegen die lachenden Monteure. In seiner Wut sah er nicht, daß ein Lastwagen durch die Einfahrt kam. Der Lenker blickte neugierig nach dem neuen Licht- signal, übersah den Alten, und der lag im nächsten Augenblick unter den Rädern der brüllenden Maschine. Er fiel mit dem Gesicht auf sein Fähnchen und als man ihn aufhob, war es rot, ganz rot von seinem Blut. ihm scheinen, als ob fünf, sechs Schritte hinter ihm ein Mann geht, der ihn nicht aus seinen Augen läßt. Ein wenig später wird ihm das ge- wisser, weil er das Gefühl hat, jemand starre ihm unausgesetzt aus den Rücken. Was er damit auf sich hat, wäre Malle zu anderer Zeit gewiß be- wüßt gewesen. Jetzt aber hat er anderes zu denken. Er muß unbedingt eine Zuflucht finden. Seine Wohnung? Ach, es ist mit Malle wie mit vielen seines- gleichen, wie mit vielen jener jüngeren Arbeits- losen, die allein und Untermieter sind. Sie und auch Malle fühlen sich in ihren Wohnungen nur geduldet. Da ist noch ein Rest der Miete zu zahlen, schon naht auch der neue Termin und sie, ganz besonders aber Malle, wissen nicht, woher die Summe nehmen. Malle hat viele Pläne ge- wälzt, das Geld zu beschaffen. Aber heute, an diesem Morgen, hatte Malle beschlossen, keinen dieser Pläne auszuführen. Freilich, das Geld muh beschafft werden. Aber nicht auf diese Weise, denkt Malle. Auf welche Weise? Ach, Malle wollte jetzt nicht mehr daran denken. Das war am Morgen. Und darum kann er jetzt nicht nach Hause, wo ihn die Wirtin erwartet. Wohin aber? Hinter ihm ist ein Mann her, und so kann es nicht weitergehen. So nicht. Malle befindet sich, jetzt schon heftig atmend, vor einer Straßenkreuzung. Die Berkehrslampe leuch- tet noch grün, geht aber gleich in Gelb über. Da fetzt Malle mit einem plötzlichen Entschluß zu einem Sprunge an und gelangt noch hinüber auf die andere Seite, ehe eine Straß/enbahn seinen Weg, der geradeaus führt, verriegelt. Malle aber hört nicht auf zu rennen, und er glaubt, daß er jetzt nicht anhalten dürfe. Ein Kind kreuzt seine Richtung. Es streift seine weitaus- holenden Schenkel und fällt um. Jemand schreit wütend hinter Malle her, der den Unfall nicht be- merkt hat. Wer schreit, denkt er, ist es der Verfolger? Passanten starren dem Flüchtenden entgegen. „Festhalten!" Der Ruf pflanzt sich fort und wird aufge- nommen von vielen, die nicht wissen, um was es hier geht. Inzwischen haben sich einige aufge- macht, die ihn einholen wollen. Da sieht Malle, daß sich ihm jemand, der den Ruf gehört hat, in den Weg' stellt. Der Gejagte wendet sich scharf zur Seite und gelangt in ein Haustor. Wie er eine Treppe aufwärts hastet mit fast versagenden Knien, drängt es ihn, die verkrampfte Hand zu öffnen. Etwas fällt klirrend auf die Treppenstufen. Was war das, fragt sich Malle, war es doch das Geld, auf das die Wirtin wartet. Aber Malle kann jetzt nicht ergründen, was ihm auf seiner Flucht enfiel. Die Polizei suchet ihn zitternd, kalkweiß im Gesicht und unfähig ein Wort zu reden. Auf der Wache wird er befragt, wie er heiße. Malle ant- wartet nicht. Später legt man ihm seine Brille vor. Sie ist arg ramponiert. Ihm ist es aber, als erhalte er einen Schlag Es war nicht das Geld, auf das die Wirtin wartet. Es war nur die Brille. Run fühlt er sich erleichtert und weiß, daß er einer Gefahr entgangen ist. Der andere aber, der Raubmörder? Malle lächelt und denkt, wie konnte ich nur ineinen, daß ich ihm ähnlich bin? 'Zur(jefchichte Zu Spinozas 300. Todestag erschien eine Spinoza-Biographie von Rudolf K a y s e r in, Phaidon-Verlag, Wien, die aus dem einsamen Leben des großen holländischen Denkers das „Bildnis eines geistigen Helden" herauszuarbeiten oersucht. Kayser ist ein kultivierter Schriftsteller, dessen Interesse bisher wohl mehr der Literatur gegolten hat. Man kann aber nur schwer mit ästhetisierenden Begriffen an Leben und Werk eines Philosophen herankommen. Die biographi- schen Teile des Buches sind anregend geschrieben, aber die dem Denker Spinoza gewidmeten Seiten zeigen, daß der Verfasser ein Gebiet betritt, in dem er nicht zuhause ist. Die kurze Inhaltsangabe lund diese Kürze ist wohl nicht zufällig) der „E t h i k" oerrät doch ein bedenkliches Ueber-die- Dinge-Hinwegsprechen. Spinozas Verhältnis zu H o b b e s in den Gegensatz Monarchist-Liberaler zu deuten, zeigt, daß Kayser von der Staats- theorie des 17 Jahrhunderts auch nicht die leiseste Ahnung hat. Ebenso unscharf ist die Abgrenzung des spinozistischen Denkens von L e i b n i z Philo- sophie. Daß Spinoza kein„statischer" Denker war. sondern die ganze geladene Spannung des Barock- zestalters enthält, geht aus der kleinen Schrift hervor, die Carl Gebhardt allen Spinoza- Freunden geschenkt hat.(Carl Gebhardt. Spinoza. Reklam- Verlag. Leipzig.) Gebhardt, der ver- dienstvolle Vorkämpfer der modernen Spinoza- der&hiloloplue Forschung, gibt in der kleinen Schrift einen glänzenden Ueberblick des geistigen und gesellfchaft- lichen Bodens, aus dem Spinozas Philosophie ent- springt. Leben und Werk werden mit der seichten Hand des Meisters beschrieben: so ist ein oorbild- liches Volksbüchlein entstanden, das eine kleine Auswahl von Spinozaworten enthält, die in aus- gezeichneter Uebersetzung den Umriß von Spinozas Denken wiedergeben. Der gleiche Verlag veröffentlicht aus der Feder von Max A p e l eine„Einführung in die P h i l o s o p h i e", mit der man allerdings viel weniger einverstanden sein kann. Apel gibt eine Einführung in die Philosophie im wesentlichen am Leitsaden ihrer Geschichte. Von einer eigenen Durchdringung und selbständigen Gestaltung der Geschichte der Philosophie ist kaum etwas zu spüren. Die Probleme werden schulmäßig abge- handelt. Die Philosophie des Mittelalters wird mit ein paar Zeilen abgetan. Die gegenwärtige Philosophie wird nur teilweise in den Namen ihrer Vertreter behandelt. D i l t h e y ist für Max Apel anscheinend kein selbständiger Denker Heidegger, Karl Jaspers, Misch existieren wohl auch nicht. D i e tz g e n wird mehr Raum ge- widmet als Mar x. Der Anfänger wird in Apels Schrift einen ersten Wegweiser finden können, aber er wird gut tun, sehr bald nach den Quellen zu greisen.?. Mi. Tlflalle mii der SekildpaUbrille Qedanken eines Aengfilichen/ Ton Siarl ffiahnmüller Gegen das Olympia Die akademische Jugend wendet sich gegen die kostspielige Aufmachung Wir haben schon zu wiederholten Malen uns gegen die Verschwendung und den Pomp gewandt, mit denen die olympischen Spiele im Jahre ISZö in Berlin abgehalten werden sollen, Jetzt kommen auch die Leibesllbung treibenden Studenten und richten eine geharnischte Resolution gegen die Leute, die es angeht. Von 18 deutschen Hochschulen waren die Vertreter der Studenten anwesend, und sie stellten in ihrer Entschließung sest, daß die Leibesübung treibenden Studierenden der deutschen Hochschulen gegen die Durchführung der olympischen Spiele, vor allem in der geplanten Aufmachung, sind. In der herrschenden Notzeit gäbe es viel notwendigere Arbeiten als lärmende Olympiavorbereitungen geschäftstüchtiger Kreise,(!) Die Studenten verwahrten sich weiter dagegen, daß die Sportführer sich der Auseinandersetzung mit der deutschen Sportjugend sdie, soweit die Studen- ten in Frage kommen, offenbar etwas anderes will, als die Herren um den Deutschen Rcichsausschuß für Leibesübungen und das olympische Komitee, Red. d.„V.") durch Reklametätigkeit für inter- nationale Veranstaltungen entziehen," Das sind nette Wahrheiten, die die Herren Lewald, Diehm und Genossen einstecken müssen, Wenn schon die Allertreuesten rebellieren, dann scheint es wirklich schlimm zu stehen um die Ge- solgschaft Wir haben nickt Veranlassung, uns mit der Entschließung der Leibesübung treibenden Studenten in ihrem ganzen Umfange einverstanden zu erklären. Wir find aber der Aufassung, daß beispielsweise der geplante Umbau des Stadions im Grunewald absolut unnötig ist, da die Gegend um den Funkturm herum Sportplätze genug hat, aus denen olympische Spiele ausgetragen werden können. Die 4 Millionen, die man von der Sladt Berlin pumpen will, um das Stadion auszubauen, soll Berlin dazu verwenden, baufällige Schulen auszubessern, den Sindern Erwerbsloser ein warmes Frühstück gratis zu verabreichen und Iunglehrer zu bezahlen, die aus der deutschen Zugend auch ohne olympische Spiele kräftige und küch'ige Menschen machen könnten. Es ist geradezu ein Skandal, wie das olympische Komitee im Gelde wühlt, das die anderen geben sollen. Wir habe» nichts gegen die Abhaltung der Spiele schlechthin, aber die eingeladenen Ausländer werden es viel eher verstehen, wenn das deutsche olympische Komitee sie In der Notzeit als liebe Gäste bei bc- scheidenen Aufwendungen empfängt, als wenn man ein kostspieliges Kulissenspiel aufführt, hinter dem die nackte Not grinst, Wir sagten schon, daß wir der Entschließung der Leibesübung treibenden Studenten nicht vollinhalt- lich zustimmen können. Und zwar aus grundsätz- lichen Erwägungen. Diese grundsätzlichen Er- wägungen werden gestärkt durch den Inhalt eine- Schreibens, das die zu den internationalen Immer höher hinaus! Zukunftsaufgaben des Segelflugs Der Segelflugsport ist gerade durch die Arbeiten des„Sturmvogels" zu einer Massensportbewegung geworden. Auch die Werbekraft der bürgerlichen Verbände darf dabei nicht unterschätzt werden. Der Wanderzirkus des Deutschen Lustfahrt-Verbandes trägt viel dazu bei, den Gedanken des Segelflug- fportes in weite Bevölkerungskreise zu tragen, In zäher Arbeit Ist es nun gerade in Deutsch- land gelungen, Höchstleistungen aus dem Gebiet des Segelfluges zu erzielen, die erst jetzt allmählich auch im Auslands erreicht und wahrscheinlich infolge besserer Wetterlagen auch bald überboten werden. Schon der letzte Rhönsegelflugwettbewerb zeigte, daß es vorbei ist mit der stürmischen Vor- wärtsentwicklung der frühere» Juhre, Es konnten die Höchstleistungen kaum noch überboten werden. Es war bis dahin gelungen, die Leistungen von 1326 um mehr als das Zehnfache zu überbieten, Damit war die Höchstgrenze für deutsche Verhält- nisse bei Anwendung der bisherigen Methoden er- reicht, 1926 hatte der beste Langstreckenflug eine Länge von 21 Kilometer, heute wurden 27S Kilo- meter erreicht. Die größte Höbe betrug vor sechs Jahren 3Sv Meter, K r o n f e l d stieg 1330 bis 2506 Meter und Mayer flog aui der„Pommer- land" inmitten einer Kumuluswolke, also blind, bis auf rund 3666 Meter, Gerade die Leistungen, die Mayer auf der letzten Rhön durch die An- Wendung verfeinerter Flugmethoden erreichte, weist dem deutschen Segelflug die Zukunfts- richtung, Der Leistungssegelfliegcr muh ein ebenso guter Meteorologe wie Flieger sein. Dann wird er auch die sehr günstigen, aber bei zu geringem Können des Segelfliegers nicht ungefährlichen Gewitter- fronten für seine Arbeit ausnutzen können, Darüber hinaus aber erwachsen, wie Professor G e o r g i t auf einem Sprechabend des Wissen- schaftltchen Velins für Luftfahrt ausführte, dem deutschen Segelsport Ausgaben in der Ueber- querung der Alpen, Es ist durchaus denkbar, daß ein Segelflieger bei günstigen Wetteroerhältnisse» vom Ausgange des Jnntales über den Brenner nach Bozen stiegt. Weitere Möglichkeiten für den Ssgelflug sieht Georgii in der Ausnutzung der in den Tropen herrschenden günstigen Windverhält- nisse. Schon jetzt werden die Leistungen der Rhön- slieger durch amerikanische Segelflieger überboten, die viel gleichmäßigere Windverhältnisse aus- nutzen können und dazu im Winter einfach in die tropischen Gebiete der Vereinigten Staaten gehen � können, ohne ihre Arbeit jemals unterbrechen zu müssen, Georgii schlug eine internationale Zu- sammenarbeit zur Erforschung der tropischen Windverhältnisse im Interesse des Segelfluges vor. Er glaubt, daß es in den warmen Gebieten der Erde möglich sei, von morgens 5 bis abends 9 Uhr zu stiegen. Dadurch werden automatisch ganz andere Erfolge als in den deutschen Gebieten erzielt. Auch die Aufwinde in den tropischen Kumuluswolken dürften sehr erheblich sein. Inter- essant war auch, daß Georgii m der Zukunft nur noch zwei Flugzeugtypen sür die Rhön zulassen Möchte: Flugzeuge bis 16 Meter Spannweite und solche über 16 bis höchstens 26 Meter Spannweite, Er begründete diesen Vorschlag mit der Festigkeit der Segelflugzeuge, da die meisten im Selbstbau der Vereine hergestellt werden. Die Vorschläge, die Georgii machte, dürften ver- wirklicht werden. Damit wird aber ein großer Teil der ganzen Segelfliegeret eine recht kost- spielige Angelegenheit, an der sich Arbeiter kaum noch erheblich beteiligen können. Die im„Sturm- vogel" zusammengeschlossenen Segelflieger werden sich dann eben damit begnügen, ebenfalls die Methoden des Segelfluges zu verbessern und ihren Mitarbeitern durch die in Deutschland möglichen Leistungen die Freude an der edlen Fliegerei zu erhalten, Weißenseer Kinder Werbeveranstaltungen haben den Zweck, neue Mitglieder für eine bestimmte Art des Sports zu werben. Wenn diese Veranstaltungen dann in dem Rahmen aufgezogen werden, wie es der Volkssport Weißensee getan hat, dann werden die Erfolge auch nicht lange aus sich warten lassen. Die K i n d e r a b t e i l u n g des Vereins akademischen Sktweitkämpsen in St, Moritz versammelten Studenten an das Turn- und Sportamt der deutschen Studenten, also an die Spitzenorganisation, richtete. Darin heißt es: �..... Wie wir wissen, fließen dem Turn- und Sportamt beträchtliche Summen zur Förderung und Repräsentation des aktiven Sports im In- und Auslande zu. Wir ver- langen jetzt eine Aufklärung, in welcher Weise die Gelder auf die einzelnen Sportarten verteilt werden. Will man dem Skisport nichts davon zugute kommen lassen, oder will man davon nur „Offizielle" in der Welt herumschicken, die, wie in Sl, Moritz, ihre Aufgabe verfehle» und dazu noch schlechten Eindruck machen? Fest steht, daß der Zustand zur Zeit unhaltbar ist,,, Uns Icheint es eine wertvollere Arbeit für Deutsch- land zu sein, wenn eine gut geführte deutsche Mannschaft, mit dem Adler am Arm und dem „v" der Deutschen Studentenschaft, im Ausland sich ehrenvoll schlügt und einen guten Eindruck hinterläßt, als wenn die Vertreter der Deutschen Studentenschaft sich unfähig erweisen, auf eine Basis des Verkehrs mit den Vertretern ehemalig feindlicher Staaten zu kommen." Da scheint ja wieder allerlei los zu sein. Nach den olympischen Spielen 1932 in Los Angeles mußten sich die.Repräsentativen" schwere Vor- würfe von den aktiven Sportlern gefallen lassen und kaum sind wieder einmal internationale Spiele gewesen, da geht der Streit von neuem los. Das ganze istderbürgerliche deutsche Sport! hatte sich über Zuspruch bei ihrer Aufführung nicht zu beklagen. Das, was den Zuschauern dort ge- boten wurde, rechtfertigte aber auch den Erfolg. „Turnfest in Kleckersdorf" betitelte sich der Abend, Geladen waren die Brudervereine aus Bunsendorf und Umgebung. Unter den erschienenen Gästen konnte man auch den Bürgermeister aus Kleckersdorf begrüßen, der in seiner'Ansprache an seine Gemeinde die Bedeutung des Sports für die Volks- gefundheit hinwies. Zu wünschen wäre nur, daß sich alle Bürgermeister so für den Sport einsetzten, wie es hier der Fall war. Die sportlichen Dar- bietungen zeigten, wie in der Arbeitersportbewe- gung für die allgemeine Ausbildung des Körpers gesorgt wird. Den lebhaftesten Beifall ernteten die Veranstalter mit ihrem Sprechchor„Wenn wir einmal groß geworden", der von allen Kindern vorgetragen wurde. Weiter so, der Erfolg wird die Arbeit dann belohnen, Das ist ja nett! Polizeischutz für Fußballschiedsrichter Die Breslauer Schiedsrichter im bürgerlichen Deutschen Fuhballbund haben nachstehenden Be- schluß gefaßt, der mit nicht zu überbietender Deut- lichkeit die Zustände aus den Spielplätzen der DFB,-Vereine kennzeichnet: „Die im Matthiaspark versammelten, für alle Klassen anerkannten Schiedsrichter fordern vom Gau Breslau einstimmig genügenden Schutz ihrer amtierenden Kollegen. Zu diesem Zweck sind die platzbauenden Vereine zu verpflichten, staatliche Polizei zu den Spielen der ersten Mannschaften heranzuziehen. Zu besonders wichtigen Spielen ist durch den Gau die Zahl der benötigten Polizei- beamten festzulegen und den Schiedsrichtern vor- her bekanntzugeben. Stimtliche Schiedsrichter sind verpflichtet, Spiele nicht anzupfeifen, wenn die Anordnung der spielansetzenden Behörde betr. Polizei nicht durchgeführt wurde. Geeignete zivile Platzpolizei muß der staatlichen Polizei in ge- nügender Anzahl als Helfer zur Verfügung stehen," Kommentar dem Leser überlassen! Der Bezirk Rordring der Freien Tunerschast Groß-Berlin kann am heutigen Tage auf ein 26jähriges Bestehen zurückblicken, Rund 36 Tur- ner eines bürgerlichen Turnvereins traten am 1. Februar 1913 zusammen, um einen Verein zu gründen, der sich der Arbeitersportbewegung an- schließen sollte. Aber erst nach dem Krieg konnte der Anschluß erfolgen. Damit stieg dann aber auch die Mitgliederzahl auf etwa 266, Aus Anlaß des 26jährigen Bestehens findet am kommenden Sonntag im Berliner Prater in der Kastanien- allee 7/9 eine würdige Feier statt, bei der ein Einblick in das Vereinsleben geboten wird. Freie Arbeiterschachvereinigung Groß-Berlin. Am heutigen Abend finden folgende Mannschafts- kämpfe statt: Westend gegen Friedrichsfelde bei Jamin, Sophic-Charlotte-Str, 88, Kreuzberg gegen Süden bei Krepp, Planufer 75. Gäste gern gesehen. ATSB., 1. kreis. Für alle Uebungsleiler, Turn- warte und Kinderturnwarte wird auf die Veran- staltung des Berliner Volkschors hingewiesen: Freitag, 3, Februar, 26 Uhr, Saalbau Friedrichs- Hain, Anschauung?- und Lehrabend für alle Uebungslciter usw. Genosse Zimmermann-Leipzig hat die Bcwegungsregie „vereinigte Kegler." Das Kartell für Arbeiter- spart und Körperpflege teilt mit, daß die in unserer gestern gebrachten Notiz genannten Kegler- organisationen n i ch r dem Kartell angeschlossen sind, Schwarzes Brett Solidarität, Ztraftiahrer. Abt. Nord«». Freitag, Z. Fe- bruar, 2Ü Uhr, Sitzung im Seeadler, Seestr. 62.«onntag, 5. Februar, Startverbot, Alle Kraftfahrer treffen sich am Sonntag zur Demonstration im Lustgarten an den im „Vorwärts" belanntgegcbenen Stellplätze» der Partei. Sportkleidung. Fahnen mitbringen. Naetellbezirl Schöneberg-Fricdenan, Freitag, 3. Februar 20 Uhr, ltartellsitzung, Turnhalle Rätherstratzc, Randfunk am Abend Donnerstag, 2. Februar Berlin: 16.15 Elfstundenflug vom Mittel- meer zur Spree. 16.30 Buntes Konzert. 17.30 Impfzwang?(H. A. Gins und H. Graaz). 17.30 Erlebnisse eines Führers im Freiwilligen Arbeitsdienst(V. J, llocholl) 18.10 Klavierkonzert(F. Thöne). 18.30 Marg. Vater und junge Stenotypistinnen. 18.35 Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag 19.10 Unterhaltungsmusik(E. Wallis). 20.00 Bunter Abend. 22.00 Nachrichten, Tanzmusik. 2-1.00 Die schöne Risette. Operette von L. Fall (Schallpl.). Königs Wusterhausen: 16.00 Kinder aus zerrütteten Ehen(Pfarrer Abramezyk). 17.10 Funktechnik(Oberingenieur Nairz). 17.30 Tägl. Hauskouzert(Sophie Krause). 18.00 Form und Farbe im Alltag. 18.30 Colle- gium musicum. 18.35 Wetter. 19.00 Deutsch für Deutsche(Dr. J. Günther). 19.30 Das Gedicht. 19.35 Stunde des Landwirts. 19.53 Worte zur Winterhilfe. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volksfunk", monatl. 96 Pf., durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. Melier für Berlin: Wechselnd bewölkt und wieder kühler, vereinzelte Schauer, frische westliche bis nordwestliche Wind«.— Für Deulschland: All- gemein veränderlich, besonders im Süden und Osten Regenfälle, Temperaturen im Westen, Süden und in Mitteldeutschland sinkend. Verantwortlich für Politik: RudolsBrendemühl; Wirlschast:4 Uhr o I Norden 6516 Schinderhannes vonmayer"cK' A. HBrblyer. C. Sptre. Brausewetter. Grcid. Halden, Kurz. Marlow Bose-meamr Gull Fruttgmr Stnli'3 Tel. Weiteel£7 342' 815 Uhr Die Zirkus- Prinzessin Nlhi Sdiles. 8fc(. u.«ls. Sl?!.!. S, Sls t E 7 Weidnei 4031 Boccaccio Stadt. Oper Charlotienbure Fraunhofer 0231 Donnerst., 2. Febr. Turnus IV 20 Uhr Salome Nemeth, Amerling, MUllei. dura, Bursw.nkel. stein- mar, Cavaiam, Oombert, Steler, Schupp, Feher, eechner, Noval. Gonszar, Heyer. Spering. Dlriient Stiedry Runürsienfl.-Tr. KurfQriteodamm 209 Tel Bism. I40u Täglich tzti Uhr Die bene Opereue des Jahres Glückliche Reise Musik von KQnneke Voivtikaiif umteitir. 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Oberbaum1303 5iÜÜE?5WElf? -rnold Sdiou- IMano hereiiUDpi. tiarenlaiai 1 M/U Gr.Bodditeries! und Schwein eschlachten S Kapellen Einlas 7 Chr Jadar 400. Baaucher«rhllt ein Seidenkleid oder ein silbernes Zigarettenetui. CASINO-THEATER 8 Uhr. Lothrinitcr Strafe 37 8 Uhr. IIIIIMinitllllMillllUlIHMMHIIIIIIl Varietd, bunte Bühne, Kabarett Xur noch hentc Onkel Mdz, der Ehestifter Freitag, 3. Februar: Premiere Sonntag 4 Uhr „Der Fürst von Pappenheim" Qutschein 1—4 Personen Parkett nui 0,60. Pauieuil u,7S. Sessel 1,25 Sonntag 4 Uhr Onkel Mur. Kl. Preise- Jtiichen von MKa 75a" an auch bis 18 Monats-Raten VicUhäafa Berlin WS.leipziqep Str.122-123 Rfscnnrlaacc wirksam smodl* DCdUnUCFS Kleinen Ameloe» Kleinen Amelge» in oe> Qeaamt- Aullase JjllljgJ des Vorwärts und trotrdem Rind- u. Sdiwdnesdiläditerel Willy Gericke ersburger Sdradle 31. Fleisch Wurst Willy Miethins Friedrichshagen, Fricdrichslr. 97 billig gut