Morgen- Ausgabe Nr. 57 A 29 50. Jahrg. Redaktton und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Ferwprech«- 37 Ami Dönhoff 292 bi* 297 SefcStommabttffei SozinlbemoKai"SttRa BERLINER VOLKS BLATT FREITAG 3. Februar 1933 In Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts...... 15 Pf. ?S«zugöb«dingung«n unb Anz«lg«np»isk Nth«on hetz' ieit Tagen in iinograiriwortlicher Weise gegen die national« Erhebung. Niemand verliert die Nerven! Haltet Nuhe und Diszi- plin! Laßt euch nicht durch Spitzel und Provo kaitsure an der Befolgung dieses meines Befehls irre machen. Die Stunde der Nieder- brechung dieses Terrors kommt." gez. Adolf Hitler. Hitler an Papen Der jetzige Reichskanzler Adolf Hitler nerossem- lickte am 24. August 1932 in der nationalsozia lisfischen Presse einsn Ausruf, in dem es heißt' Deutsche Volksgenossen! Wer von euch ein Gt mhl für den Kamps um die Ehre und Frei he i t der Nation besitzt, wird verstehen, weshald ich mich weigere, in diese bürgerliche Re. gierung einzutreten. Die Justiz des Herrn v. Papen wird am Ende viele Taufende von Nationalsozialisten zum Tode verurteilen. Glaubt" man dieses von Blindheit geschlagene, das ganze Volk herausfordernde Vorgehen auch mit meinem Namen decken zu können? Sie Herren irren sich' Herr v. Papen. Ihr" blutige Objektivität kenne ich nicht. Ich wünsche dem nationalen Deutschland den Sieg tnd seinen marxistischen Zerstörern und Perderbern die Vernichtung. Zum Henker der nationalen Tatsachen gegen Behauptungen Freiheitskämpfer des deutschen Volkes aber eigne ich mich nicht. Wir werden den Begriff„national" befreien von dieser Umklammerung durch«ine Objektivität. deren wirkliches inneres Wesen das Urteil von Zeuthen gegen das national« Deutschland auszeigt. Herr von Papen hat damit seinen Namen mit dem Blute nationaler Kampfer in die deutsche Geschichte eingezeichnet. Die Saat, die daraus aber ausgehen wird, soll man künstig nicht mehr durch Strafen beschwichtigen können. Der Kampf um das Leben unserer fünf Kameraden setzt nun ein. Potempa! Am 28. August 1932 sprach Herr v. Papen, jetzt Vizekanzler neben Hitler, in Münster: .Die Zügellosigkeit. die aus dem Aufruf des Führer? der uatioualsozialistischeu Ve- iveguug spricht, paßt schlecht zu den Aussprüchen aus die Slaatsführuvg. 3ch gestehe ihm das Necht nicht zu. dle INiuderhest in Deutschland, die seinen Fahnen folgt, alle!» als die deutsche liation anzusehen und alle übrigen Volksgenossen al» Freiwild zu behandelt».' Das war nach den viehischen Terrorakten der oA.-Banden in Ostpreußen und Schlesien, noch dem Verbrechen oon Potempa und dem Veuthener Urteil! Jetzt ist wieder der Terror der SA. entfesselt— aber jetzt ist die Gewalt in die Hand Hitler« gegeben und Papen teilt sie mit ihm! Afo&ovslr, Am Sonntag wird der Sturmsichrer Mai- k o w s k i des Sturmes 33 aus der Hebbelstraße im Berliner Dom feierlich aufgebahrt und dann wird«in Staatsbegräbnis für ihn oeran staltet. Am 9. Dezember 1931, am ersten Tag des Brüningfchen Wsihnochtssriedeos. überfiel der Sturm 33, desieu Taten zu wiederholten Gerichts- oerhandlungen gegen seine M'tgheder geführt haben, unter Führung Maikowskis Teil- nehmer einer kommunistischen Bersammlung i» Ahlerts Festsälen. Der Arbeiter Lang« wurde erschossen, zwei weitere Arbeiter schwer verletz!. Fünf Mitglieder des Sturmes 33 wurden ver- hafter. M a i 1 v w s l i flüchtete. C r gab in einem Brief zu, Lange erschossen zu haben. Di« Nachprüfung seiner Pistole ergab die Richtigkeit seiner Behauptung. Er behauptete. in Notwehr gehandelt zu haben. Moikowski wurde steckbriesl'ch verfolgt und schließlich verhaftet. Er saß bis kurz vor Weih- nachten 1932 in Untersuchungshaft, dann wurde er entlasien! SA. schießt auf Polizei Eigener Bericht des„Vorroäris" Hamburg. 2. Februar. 3tt Altona sind am vonnerstaguach- millag durch eine von Zlalianalsozioliflev ver- anstallete Schießerei ein Nanu gelötet und sieben Personen zum Teil schwer verleßl»norden Bei dem Umzug eines SA.-Mannes, der bis vor wenigen Tagen noch Mitglied der KPD. gewesen sein soll, war es in den ersten Nachmittagsstunden in der Altonaer Altstadt zwischen den bei dem Umzug helfenden etwa IS SA.-Leuten und Kom- munisten zu Zusammen st äßen gekommen, die ein Eingreifen der Polizei erjorderUch machten. Nachdem durch ein Uebersallkommando der Polizei die streitenden Parteien getrennt worden waren, und die Polizei wieder abgerückt war, gerieten bald darauf die S A. L e u t e in der Nähe des Alten Rathauses mit anscheinend kvmmu- nistisch einge st eilten Passanten wieder in Auseinandersetzungen, wobei die SA.- Leute plötzlich Pistolen zogen und aus die Passanten wahllos Ichojs.et». Zwei herbeieilende Polizeibeaml« wurden von den Nazis zunächst ebensalls bedroht. Dann aber slücksteten die Nazis, wobei sie weiter« Schüsse abgaben. Als emer der Beamten einen Rational- sozial ist« n unter dem Ruf: ,�ände hoch!" sie l l t e und festnehmen wollt«, wurde er von enva IS plötzlich wieder aufgetauchten Natwnal. iozialisten umringt, die allesamt Pistolen aist ihn richteten und ihn zwang rn, den Nozimann sreizulassen. Dann flüchteten die SA.- Leute, wopei sie auf die sie weiter ver- folgenden zwei Polizeibeamten eine Reihe von Schüssen abgaben. Das Er- gsbnis der einseitig van den Nationalsozialisten ausgeführten Schießerei waren ein Toter und sieben Verletzte. Einige Nationalsozialisten konnten fe st genommen werden Sie waren alle mst Pistolen ausgerüstet. Bon anderer Sest« als von den Nationalsozialisten ist. wie bisher sest- gestell» werden konnte, nicht geschossen worden. Die Vorfälle losten in der Altonaer Altstadt ein« große Erregung au«, die bis m die Abens- stunden anhielt. Ein Panzerwagen der Polizei durchfuhr in den Abendstunden die Straßen der Altstadt. Auch mußten di« Polizeiposten verstärk" werden. Die Saat geht aus! Demonstrationszug«1er Lisernen Pront in Witten von SA- beschossen Eigener Bericht des„Vorroirts" Dortmund. 2. Februar. Gestern abend demonstrierten mehr als 1999 .Ritglieder der Eisernen Front imd des Reich-- banners in Witten gegen Faschismus, gegen Diktatur, gegen Hunger und Elend. Der woh! geordnete und diszipliniert« Zug wurde mm ausenden Menschen in den Straßen chmpathii- begiMt. Zu der. Pi'Uitrastc warrete» uttiforotieEK SA.- und SS.-Leute auf de». Zug und eröffnete» vor de« Auge« der Polizei auf die letzte« Reihen der Tenronstrnnten ein mörderisches Pistolenfeuer. VierReichsbannerleute, ein Parte- toser und ein fünfzehnjähriger Junge brachen imx«r den Kugeln prsannn«n. Die Per. setzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Vier Schwerverletzte mußten im Krankenhaus ver- bleiben, während zwei Leichtverletzte nach An Isgung von Notverbänden sich in häusliche Pflege begeben konnten. Die Polizei war koinesivegs Herr der Lage. weil sonst die Schießerei der Nazllianditen nie möglich gewesen märe. Die Schießerei war voe- bereitet. Zm Laufe des Tages waren, wie beobachtet wurde, au die Nazis Gummi- knüvvel und Revolver in. der Naziwirt- ichaft Visping verteilt worden. Di« zaghafte Haltung der Polizei ist ohne Zweifel auf di« Furcht der Beamten zurückzustihren, vom Dienst suspendiert zu werden, falls ste gegen die Nazis vorgehen. Es ist em« furchtbare Saat, welch« die„Erneuerer Deutschlands" hier aufgehen lassen. Die Demonstration verlies dann in voller Ruh«. Am Humboldtplatz sprach«» die Genossen Böttcher und Fuchs zu den erregten Massen. In der ganzen Stadt herrscht die größte Empörung. Ausschreitungen in j�önigsherg Königsberg L JJr„ 2. Februar Die Kommunistische Porte» harte für heute rwr. »mttag ihre Anhänger zu einem Hunger marsch durch Königsberg aufgefordert. -rag des ausdrücklichen polizeilichen Verbots ammelten sich an verschiedenen Stellen der Stab' muner wieder kleinere oder größer« tommu- mstische Trupps, di« beim Erscheinen der Polizei wfort auseinandergingen, um sich dam, alsbald wieder zusammenzuschließen. Im Verlauf dieser Ansammlungen kam«s auch verschiedentlich z», Ausschreitungen gegen politische Gegner. Der schwerst« Zusammen st oß ereignet« sich regen lila Uhr aus dem SteurOamw, einer Hauptverkehrsstraße Königsbergs, wo mehrere Schüsse abgegeben wurden, durch die anscheinend auch einige Personen oer- l.e tz t wurden. Die Demonstranten versuchten den Verkehr zu stören, indem sie u. a. Autos aui- hielten und umwarfen. Nur Bern Umstand, daß das Uebersallkommando im Augenblick zur Stellc war, ist es zu oerdanken, daß schiverere Gewalt- toten im Keime erstickt wurden. An einer anderen Stelle wurde ein Nationalsozialist durch«inen Messer st ichiw Gesicht erheblich verletzt. In dar Nähe«ine-- Posizeireviers sind Polizei beamt« von der Menge tätlich angegriffen Wörden. Dabei wrrden ein Polizeihauptmann und sin zweiter Beamter durch Steinwürt« erheblich ver- letzt. Ein Recht-anwalt, der di« Straße passierte. erhielt von einem Demonstranten mit emern Knüppel einen Schlag über den Kops, so daß er mst einer bluteichen Wunde ohnmächtig Zu sammenbrach. Die Polizei steht in voller Alarm- bereitschast. Naziterror in Schleswig-Holstein Eigener Bericht des„Vorroäris" Kiel, 2. Februar 3n Rendsburg versuchter! Itatioaalfozla- liffen dos Gemerkschaftshaus z u über- falle«». Polizei trieb sie zurück. Sei Segeberg übersielen Nazis den Austräger einer sozialdemokralischei» Zeitung, enl rissen ihm die in seinem Sesih befindlichen Blätter und verbrannten sie. 3m Dandesletl Eutin drangen Nazis in Wohnungen und Gehöfte oon Anhängern der Eisernen Front und forderten unter wüsten Drohangen die Einziehung der Freiheitsfahnen. I£in Toter und mehrere Verletzte in Baden »orlsruhc. 2. Februar In V retten veranstalteten Kommunisten aus Dirrloch am Mittwochabend einen llmzug. Es kam zu einem Zusammenstoß mit Rationalsozialisten. Mehrere Pertonen wurden verlegt, ein Kommunist ist einer Schußverletzung erlegen. In S'mzheim veranstalteten die Nationalsozio- listen am Mittwoch einen Fackelzug. Es kam zu Meinungsverfchiedenhesten zwischen einem Arzt aus Steüibach uns einigen SA.-Leuten- Der Arzt schoß und verletzte einen SA.- Mann schwer. Proteststreik tn Lübeck ■Gegen Naziterror und Justizwillkür Eigener Bericht des„Vormärte" Lübeck. 2. Februar. ver von eurer nationalsozialifilschen Baude über- fallene und durch einen Messerstich ins Gesicht verletzte sozialdemokratische Reichstagsabgeordneter französische plan Aussprache in Genf Genf.% Fedrum. Der Präsident der'Abrusrungstonserenz, He»». d e r s o n. eröffnete am Donnerstag, dem Jahres- tag der Abrüstungskonferenz, die erste Vollsitzung der Generalkommission nach ihrer zehnwöchigen Vertagung mst dem Wunsche, daß sich dieser Ge burtstag nicht mehr wiederholen möge. Die Kommission trat sofort in die Beratung de» sranzösischen Abrüstungsvorjchlages ein. deffen Grundlinien M a f s i g l i- Frankreich noch einmal barlegte. Er forderte die Delegierten auf, nimmehr in präziser Form Stellung zu dem V«»chlag zu nehmen, damit Außenminister Paul Boncour noch Abschluß der allgemeinen Asti-sprache die nötigen Aufklärungen geben könne. Im Namen der italienischen Regierung bedauerte Baron Aloisi vor allem, daß der französische Plan keinerlei präzise Zlngaben enthalte, die eine wirksame und sofortige Abrüstung er- laubten. Mst der Aenderung oon Bezeichnungen für bestehende Heeresteile in internationale Be- rufsarmee und Verteidigungsmstiz sei am Bestand der Gesamttruppeststärke noch nichts geändert. Ebenso oerbleibe das gesamte vorhandene Krieg»- Material im Besitz der Staaten, wogegen doch der einzige Zweck der Abrüstungskonferenz darin bestehe, die Rüstungen herabzusetzen. Der deutsche Lertreter Nadolny betont«. daß der Standpunkt der deutschen Regierung sich nicht geändert habe. Er nahm dann den Gedanken eines Wehrsystems auf allgemeiner und für alle Staaten gleicher Grundlage aus dem ftanzösischen Plan an und forderte, daß er sich auch auf die Ueberseestreitkräfte erstrecken müsse. Zur Verwstllichung einer qualitativen Ab- rüstung enthalle der ftanzösische Plan kein« posi- twen Vorschläge. Die Konferenz müsse ohne neue technische Untersuchungen durch Abstimmung über die vorliegenden Anträge klar feststellen, wie weit sie in der Verminderung der Angriffswaften zehen wolle. Der Vorschlag, das Angriffsmaterial in den Ländern zur Verfügung des Völkerbundes zu belasten, müsse die qualitative Abrüstung illusorisch machen. Nach deutscher Ansicht müsse das gesamte Material das in Zukunft nicht mehr erlaubt sein solle, innerhalb einer fest- gesetzten Zest vernichtet und seine Herstellung völlig unterbunden werden. FREITAG, 3. FEBRUAR 1»S3 ERSTE BEILAGE VsmWs Zunge Menschen vom Webding «Juxendverem ab„Konkurrenz" der CliquenbrUder Uebar die Berliner Jungencliquen ist die Oeffentlichkeit in der letzten Zelt durch Presse- berichte und Bücherreportagen ausführlich unter- richtet worden. Mit Recht, denn nirgends zeigen sich Not und Heimatlosigkeit junger Menschen, aber auch Zeichen treuester Kameradschaftlichkeit und salschgeleiteten Edelmuts größer, als in dem Leben dieser„Wandercliquen". Die Gefahr ist jedoch nicht zu unterschätzen. Nicht nur eitern- und wohnungslose Jugendliche verfallen dort leicht den Verlockungen eines scheinabenteuerlichen Daseins. Nein, bei vielen genügt schon die jähre- lange Arbeitslosigkeit, um sie Dinge machen zu lassen und in Kreise hineinzutreiben, die sie nach der bestehenden„Ordnung" ins Zuchthaus und Ge- fängnis bringen können. „Wir gehen von dem Grundsatz aus, bei uns im Wedding ist jeder erwerbslose Jugendliche ge- fährdet", meint der Leiter des„3 u g e n d 0 e r- eins W e d d i n g" auf die Frage, wer denn in seinem Heim betreut würde.„Nein, beileibe nicht nur entlassene Fürsorgezöglinge oder Leute aus dem Arbeitsdienst, auch Jungen und Mädchen, die noch ein Zuhause haben, aber oft ein allzu frag- würdiges, bleiben den Tag über in unseren Räumen." Mitten in der Schar plappernder Mädchen sitzt der Leiter, er ist selbst noch ein junger Mensch. Man sieht es, er gibt sich nicht als Fürsorge- beamter, sondern als Freund und Berater der Jugendlichen. Unser Zugendgenosse Heinz W 0 i d k e stand am letzten Sonntag mit unter den Zehntausenden, die im Lustgarten gegen Hitler und Faschismus de- monstrierten. Es war seine selbstverständliche Pflicht als junger Arbeiter, mit dabei zu sein, wenn seine Kameraden für die Freiheit des ar- bettenden Volkes kämpften. Mitten in diesem Protestmarsch gegen die Reaktion hat ihn der T 0 d hinweggerafft. Auf dem Hinweg erlitt der junge Genosse, der im Zuge der Sozialistischen Arbeiterjugend marschierte, einen plötzlichen Herz- schlag, an dessen Folgen er gestorben ist. Er ist auf seinem Posten als Jungarbeiter gefallen, und über seinen Tod hinaus wird er feinen jungen Genossen unvergeßlich bleiben. Gestern nachmittag gaben ihm olle seine Freunde das letzte Geleit. Auf dem Marktplatz in Pankow hatten die Parteikreise Pankow, Wedding und Reinickendorf, die Genossen aus der Arbeiterjugend und Kollegen der BVG., bei der Heinz Woidke beschäftigt war, Aufstellung ge- nommen. Das Reichsbanner stellte seine Ehrenformation, und unter zahlreichen roten Fahnen, die mit dem Trauerflor geschmückt waren, bewegte sich der lange Zug für den toten Mit- kämpfer zu dem Gemeindefriedhof in der Bahn- hofstraße. Dort fand zunächst eine kleine Gedenkfeier statt, bei der Pfarrer Pankow tröstende Worte an die Angehörigen richtete, deren einziger, hoff- nungsvoller Sohn Heinz Woidke war. Durch ein Spalier von uniformierten BBG.-Kollegen und Reichsbannerkameraden wurden dann der tote Leib des jungen Kämpfers unter Trommelwirbel zu seinem letzten Ruheplatz gebracht. Hinter roten Fahnen marschierten in endloser Reihe die Freunde des Toten: der stille Jugendgenosse im blauen Kittel und roten Halstuch, die Kollegen von der Arbeit und alle die, die im Leben mit ihm zusammen waren. Zahlreiche Kränze mit letzten Grüßen auf roter Schleife bildeten das äußere Zeichen der Dankbarkeit für den Mitkämpfer unter den Millionen Deutschlands, die mit ihm an einer Seite standen. Genosse Franz Künstler hielt am Grabe die Gedenkrede für den verstorbenen Streuer für den Sozialismus:„Der Tod hat unseren Genossen Heinz Woidke am Sonntag von der Seite seiner Eltern und von der Seite seiner Kampfgenossen gerissen. Die Sozialdemokratische Partei, das Reichsbanner und die Sozialistische Arbeiterjugend beklagen seinen tragischen Tod aufs tiefste. Er wurde uns zu Beginn des großen Kampfes hin- weggeholt, der uns noch bevorsteht. In diesem schweren, opferreichen Ringen weilt Heinz Woidke im Geiste weiter unter uns. Er soll uns ein An- sporn sein, im Kampfe um die Freiheit des Seit dem Jahre 1328 besteht der„Jugendverein Wedding", der also bald fünfjähriges Bestehen feiern kann. Zur Zeit gehören ihm etwa fünfzig Jungen und dreißig Mädchen im Alter bis zu höchstens 25 Jahren an. Der Eintritt ist durchaus freiwillig, wenn auch das Jugendamt wohnungslose Jugendliche zunächst mal dorthin schickt, wo sie versuchen sollen, sich einzugliedern. Eigens ge- wählte Vertrauensleute regeln die Angelegenheiten der Vereinsmitglieder untereinander, und eine kleine Vereinskasse gibt einen wertvollen Fundus für Wanderungen und Besichtigungen ab. Dieses System hat sich durchaus bewährt. Selbst Radaubrüder, die aus Schlafstellen und Tagesheimen herausgeflogen sind, wurden hier zu mitarbeitenden Freunden, die sich bald in der neuen Umgebung wohlfühlten. S e l b st v e r- w a l t u n g und eigene Verantwortung gab ihnen wieder so viel Selbstbewußtsein und Sinn sür Kameradschaft, daß gerade sie oft die tüchtigsten Mitglieder wurden. So haben sich in diesen Kreis auch zwei beurlaubte Fürsorge- zöglinge als durchaus vollwertige Kameraden ein- gegliedert. Das ist Notwerk der Jugend! Früher wurden in dem Verein nur Jugendliche bis zu 21 Iahren aufgenommen und im all- deutschen Volkes unser Letztes herzugeben. Und wenn es sein muß, so geloben auch wir, unser Leben und unsere Tatkraft sür die Freiheit und den Sozialismus zu opfern. Deshalb danken und grüßen wir den toten Genossen und zugleich seine schwerleidenden Eltern." Für die Arbeiter- jugend sprach Erich Schmidt das letzte„Freund- fchaft" und gelobte für alle Jugendgenossen, den Freiheitsmarsch weiter bis zum Ende durchzu- fechten. Trommelwirbel und Gesangsvorträge hallen wirkungsvolle Trauerseier eingerahmt, die für alle Teilnehmer zu einem starken Erlebnis und neuen Treueschwur für den Sozialismus wurde. Der Tod des<5213. Woidke Berichtigung und Feststellung Von Herrn Dr. F. V. C a r o, dem leitenden Arzt der Klinik und des Ambulatoriums der Nordostlichen Eisen- und Stahl-Berussgenossen- schast Sektion I, Johannisstr. 11, erhalten wir unter Berufung auf§ 11 des Pressegesetzes fol- gende Berichtigung: In der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom 31. Januar 1333 Nr. 51 A 26 findet sich unter der Ueberschrist: Vom Herzschlag getroffen, fol- gender Passus:„Wie uns von Augenzeugen be- richtet wird, brachten Arbeitersamariter den Be- wußtlosen in die nahegelegene Klinik der Nord- östlichen Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft. Mit der Behauptung:„daß Niemand da wäre", wurde dem Sterbenden die Hilfe verweigert." Wir sehen uns leider gezwungen, dazu nach Z 11 des Pressegesetzes eine Berichtigung zu fordern. 3 V- Jahre Gefängnis für Hittges Leine Lchüler trauern um ihn Das Landgericht I verurteilte den Lehrer h i l l g e s. der am 2. tzuli v. 3. im Bellevuepark im Beisein seines vierjährigen Söhnchens durch einen Schnitt in die kehle seine Frau tötete, wegen Totschlag» zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis. Die Untersuchungshaft wurde ihm an- gerechuet. Das Gericht ist nicht dem Verteidiger R.-A. Dr. Alsberg gefolgt, der für seinen Mandanten auf Grund des§ 51 auf Freispruch plädierte, son- dern hat dem Gutachten des Sachverständigen ge- mäß die Tat als im Affekt begangen gewertet. gemeinen lediglich Abendveranstaltungen durch- geführt. Erst neuerdings ist das Tätigkeitsfeld erheblich erweitert worden, weil hier der gegebene Platz für die Bildung von weiteren Kamerad- fchaften der Jugendlichen ist, wie sie durch das N o t w e r k der deutschen Jugend angestrebt werden. Durch den Zuschuß des Arbeitsamtes Nord ist es auch möglich gewesen, den Jugend- lichen ein Mittagessen zu verabreichen. Tags- über wird nun in den Räumen eifrig gearbeitet. Weil die Gruppe schon viel zu groß ist, erfolgt die Beschäftigung in zwei Schichten, die jeweils vier Stunden beieinander bleiben. Während dieser Zeit werden Tischler- und Schlosserarbeiten unter Anleitung von gelernten Kräften getrieben. Die Mädchen machen Näharbeiten, die sie für sich selber verwenden können. Daneben bleiben selbst- verständlich die Abendveranstaltungen bestehen, wo Vorträge, Singabende und sportliche Tätigkeit abwechseln. Wenn dieser Verein auch nur einen geringen Prozentsatz der großen Armee erwerbsloser Jugendlichen erfassen kann, ist seine Arbeit deshalb nicht minder wertvoll! Freilich ist dazu die Unterstützung der Behörden und die Auf- o p f e r u n g von Menschen notwendig, deren höchstes Ziel es ist, der darbenden, arbeitslosen Jugend zu dienen. Die Arbeitersamariter, die nachweislich im Hause waren, hoben es nicht für nötig gehalten, sich mit irgendeinem des anwesenden Personal» in Verbindung zu setzen. Es hat nur eine Unter- Haltung zwischen ihnen und völlig unorientierten Patienten staltgefunden. Zum Zeitpunkt des Vorfalles waren 2 Aerzte im Haufe anwesend, die von dem Vorfall erst heute durch die Zeitung erfuhren. Irgendeine Verweigerung einer Hilfe- leistung hat nicht stattgefunden." Es handelt sich um unfern jungen Genossen Heinz Woidke von der SAJ., der am ver- gangenen Sonntag aus dem Anmarsch zum Lust- garten einem Herzschlag erlag. Wir haben dazu festgestellt, daß das Mitglied des Arbeiter-Sama- riterbundes, das sich mit zwei Kollegen um den Sterbenden bemühte und das bereits 13 Jahre als Samariter tätig ist, alles Erdenkliche getan hat, um Hilfe zu bringen. Auf das Klingeln im Vorflur der Klinik hat sich nie- mand gemeldet. Darauf ist unser Genosse in den oberen Flur gegangen, wo er nur Pa- tienten, aber keinen Arzt und keine Schwester traf. Aus seine wiederholten Fragen nach Arzt und Schwestern konnte ihm niemand etwas Bestimmtes sagen. Es hieß nur, es sei niemand zu sprechen, es sei kein Arzt da usw. Unter diesen Umständen— es ging doch um einen Sterbenden— konnte unser Genosse nicht mehr Zeit mit offenbar zwecklosen Fragen verlieren und wir müssen auf Grund dieser ganz einwandfreien, sich auf Zeugen stützenden Aus- kunft den Vorwurf, daß es ,chie Arbeiterfamo- riter nicht für nötig gehalten haben, sich mit irgendeinem des anwesenden Personals in Verbindung zu setzen", entschieden zurückweisen. Die erste Hilfe wurde vielmehr von unserem einige Häuser entfernt wohnenden Parteigenossen, dem Arzt Dr. Friedländer, gewährt, dessen Frau den Vorfall beobachtet hatte und den Sterben- den sofort in ihre Wohnung bringen ließ, wo sich um ihn Dr. Friedländer trotz seiner Erkrankung bemühte. Dr. Friedländer und seiner Frau gebühren Dank und Anerkennung. Der Staatsanwalt wollte dem Angeklagten mil- dernde Umstände versagen, das Gericht hat sie anerkannt und ist in der Urteilsbegründung den besonderen Verhältnissen dieses tragischen Falles in hohem Maße gerecht geworden. Der Vertei- diger hatte aber recht, als er Hillges' Tat als sinnlos bezeichnete, da er durch sie nichts ge- mannen und alles verloren hat: Sein Söhnche» und seinen Lehrerberuf. Wie gern ihn feine Schüler hatten, davon konnte man sich nach Schluß der Verhandlung über- zeugen. Etwa zehn 12- bis 13jährige Jungen aus der Gemeindeschule in der Waldenser Straße, seit vier Jahren Schüler des Angeklagten, waren zum Kriminalgericht gekommen, um ihren Lehrer aus dem Untersuchungsgefängnis abzuholen. Sie hofften, er würde freikommen und waren tief- betrübt, zu erfahren, daß er längere Zeit im Ge- fängnis bleiben würde.„Wird er die ganze Strafe abmachen müssen?" fragten sie. Man tröstete sie so gut es ging.„Aber Lehrer wird er nicht mehr sein können?" fragten sie weiter.— „Nein, das wird wohl nicht mehr möglich sein. Habt Ihr ihn denn so gern gehabt?"—„Ja", antworteten sie im Chor,„er war unser bester Lehrer. Er war auch mit uns vier Wochen an der Ostsee, und jeden Quatsch hat er mitgemacht."—„Aber wie konnte mit ihm das da im Bellevuepark geschehen?" Altklug meint dazu ein Zwölfjähriger:„Er war wohl nicht bei seinen fünf Sinnen."—„Schade nur um den armen kleinen Peter", sagte einer ganz traurig, „der wird es nun nicht vergessen."—„Ach, vielleicht doch", wirft ein anderer dazwischen.— „Nee, ick weiß auch alles noch, was ick gemacht habe, als ich vier Jahre alt war." So geht die Unterhaltung längere Zeit weiter. Hillges war seinen Jungen? ein guter Lehrer und Erzieher: nur mit sich selbst konnte er nicht fertig werden._ Nazi-Bemvnstratwn Durch eine einsame alte Straße Die Nationalsozialisten veranstalieten gestern abend um 3 Uhr eine Demonstration durch die WallstraßeinEharlottenburg.woam Montag der SA.-Mann Maykowski und ein Polizeibeamter erschossen worden waren. Die gestrige Demonstration war nichts weiter als eine Herausforderung der Bevölkerung dieser Gegend, genau so wie der Durchmarsch der Nazis am Montag nach dem Fackelzug. Die Wallstraße gehört zu den ältesten Straßen Charwttenburgs, ist total verbaut, mißt kaum 18 Schritte in der Breite und ist allgemein in Charlottenburg als Kornmunistenviertel bekannt. Die Nationalsozia- listen hatten es am Montagabend durchaus nicht nötig, ausgerechnet durch diese eng« Gasse zu ziehen, denn unmitteli'ar daneben liegen die Bis- marckstraße und die Berliner Straße, die breite Verkehrsstraßen sind. Aber den Nazis war die Gelegenheit gerade recht, hier wieder einmal pro- vozierend auftreten zu können. Gestern abend herrschte von 7 Uhr ab geradezu Belagerungszustand in der Wallstraße. Die Pvli- zei zerstreute zunächst alle Ansammlungen, kämmte dann die Straße systematisch ab und räumte dabei auch das Berkehrslokal der Kommunisten im Hause 36 aus. Dabei trat der Gummi- knüppel in Aktion. Als um 3 Uhr der Ab- marsch der Nazis vom Knie aus begann, blieb die Wallstraße für jeden anderen Ver- kehr gesperrt. Scheinwerfer leuchteten die Häuserfronten ab. Die F e n st e r m u ß t e n g e- schlössen gehalten werden. Weit und breit war kein Mensch zu sehen, und durch diese zur Einöde gemachte Straße führten die Nazis ihre „Demonstration". Obwohl man, wie die Nazis selbst erzählten, die SA. aus ganz Berlin zu- sammengezogen hatte, dauerte der Vorbeimarsch ganze zwanzig Minuten. Der Trauer um den erschossenen Kameraden gab man durch flotte Marschmusik Ausdruck. Liebknecht-Haus durchsucht „Rote Fahne" verboten Die gestrige Aktion der Politischen Polizei gegen die KPD. bezog sich nicht nur auf das Partei« haus am Bülowplag, sondern auch auf die meisten Büros der Berliner Bezirksorganisationen der KPD. sowie auf sonstige koinnmnistische Ein- richtungen und auf viel« Verkehrslokale. Die Durchsuchungen zogen sich teilweise bis in die Nach- Mittagsstunden hin. Das KaA-Liebknecht-Haus wurde ungefähr um M2 Uhr von der Polizei wieder verlassen. In der Hauptsache sollen sich die Nachforschungen auf das Vorhandensein illegaler Flugblätter bezogen haben. Ueber die Ergebnisse der Durchsuchungen und die Zahl der dabei festgenommenen Personen war gestern abend noch nichts zu erfahren. Die„Rote Fahne" ist auf acht Tage verboten worden. Eine große Kundgebung gegen die Kullur- reaktion veranstaltet am heutigen Freitagabend um 23.15 im Beethovensaal, Köthener Str. 32, die Deutsche Liga für Menschenrechte. Es werden u. a. sprechen Frau Prof. Anna Siemsen, Frau Oberschulrätin Dr. Hildegard Wegscheider-Ziegler, Oberstudiendirektor Dr.� Fritz Kursen, Karl von Ossietzky, Frau Adele Schrciber-Krieger. Vorsitz: Dr. Siegfried Kawerau. Ermäßigte Karten für Mitglieder von Gewerkschaften und Partei an der Abendkasse. Heinz Woiökes letzter Weg Lein Tod— Mahnung zum Kampf! WFIMDICH H ü ORIGINACöROSSE N?10..... 10-4 OAS HOCHWERTIGE ENDPRODUKT VON fp" Hl innflftp"r......""V" Sfnhnn Imt ig? S M H jCl■ � v'(r***%ASi v W Vyfefel Wwa wmff AA/tJ f■ N? 10 ilhi M HEINRICH lArARI ZIGARREN 5�'*«« jj N220 20-4 Tierzucht in Front Die Grüne Woche in den Messehallen macht in diesem Jahr« vor allen Dingen ihrem Namen Tierzucht-Woche alle Ehre> Die wechseln- öen Ausstellungen, ganz gleich, ob es sich nun um Kaninchen, Hühner, Katzen usw. handelt, zeigen das Beste vom Besten. Die Berliner sind auf dem Gebiete der Klein- tier-Ausstellungen wirklich verwöhnt? denn unsere Kleingärtner, die mit den geringsten Mitteln wirtschaften müssen, haben sich einen Tierbestand herangezüchtet, der auch die aller- schärfste Konkurrenz nicht zu scheuen braucht. Bei diesen großen Schauen hat man nun die Gelegen- heit der Bergleichsmöglichkeiten. Trog des schönen Materials ist die Stimmung der Besucher jedoch gedrückt Man möchte schließlich ja nicht nur be- trachten, sondern auch kaufen können. Dazu aber fehlt das Geld. Ebenso läßt die Angst vor der düsteren Zukunft gar manchen Plan erstarren. Lebhaft geht's immer bei den Pferden zu. Soviel Pferde auf einmal hat mancher Berliner sein Lebtag noch nicht gesehen. Die Reichswehr- und die Schupopferde stehen in Ständen, die Springpferde jedoch in Boxen. Die sind immer umlagert und man betrachtet sehr eingehend die heftigen Pferde der Tschechen, die berühmten deutschen Springpferde, deren Springvermögen ste zu manchem Siege führte, so daß die schwarzrot- goldene Fahne oft am Siegesmast gehißt werden mußte. Und dann stehen dort die Jrländer, die freilich meistens anders ausschauen, als die All- gemeinheit sich solchen. klobigen Jrländer vorstellt. Aber klobige Hindernisse springen sie trotzdem. Gar zu gern versuchen Besucher die Burschen ocr Jrländer in ein Gespräch zu ziehen unter Ver- mendung ihrer englischen Sprachkenntnisse. Doch haben sie damit kein Glück und trotz der ernstesten Verständigungsabsichten bleibt die Aerständigung aus? denn die Jrländer sprechen irisch, wenn nicht sogar keltisch. Es tut sich zwischen den Pferden ein wahres Lagerleben auf. Da schläft mancher Pferdepsleger im Stroh. Der Dienst ist an- strengend und persönlich wollen sie auch noch etwas von Berlin sehen. 8ekvin6!er sm Werk Es ist bekannt geworden, daß in Berlin und vor allem in Orten in der Nähe Berlins, aber außerhalb des Berliner Weichbildes(z. B. in Gratze bei Bernau und Paaren im Glien, Bellen, Mark), wieder ein angeblicher Beauftragter der Stadt Berlin— es soll sich hierbei um einen ge- wissen P. Preitz handeln— an Erwerbslose herangetreten ist und ihnen die Möglichkeit der Beteiligung an den Berliner vorstädtischen Kleinsiedlungen(Stadtrandsiedlungen) gegen Zahlung einer Gebühr von 2 Mk bzw. 1,24 Mk. in Aussicht gestellt hat. Es wird noch- mals ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Stadt Berlin sich keiner Agenten für die Samm- lung von Bewerbern um die Stadtrandsiedlung bedient noch auch künftighin bedienen wird und daß selbstverständlich keine Gebühren irgend- welcher Art erhoben werden. Zu bemerken ist noch, daß die Bewerberlisten für die von der Stadt Berlin zur Zeit zu er- richtenden Kleinsiedlungen geschlossen sind, Di« Berliner Kohlenhändler hielten im großen Saal des Kriegervereinshauses ein« außerordentlich stark besuchte Kundgebung ab, die sich vornehmlich mit den Sorgen des Kohlen- kleinhandels beschäftigte. Im Jahre 1328 näm- lich hatte Groß-Berlin noch einen Verbrauch an Hausbrandkohlen in Höhe von 2 430 000 Tonnen, im Jahre 1932 jedoch sank der Verbrauch ab auf rund 1800 000 Tonnen Hausbrandkohle. Im um- gekehrten Verhältnis hierzu steht aber die Zahl der Kohlenhändler, die von 3424 im Jahre 1928 auf nicht weniger als S032 Mann im Jahre 1932 anstieg. Die unausbleibliche Folge dieser Scheren- bildung war, daß jeder Kohlenkleinhändler im Jahre 1928 noch einen durchschnittlichen Jahres- umfatz von 708 Tonnen, am Jahre 1932 aber nur noch einen solchen von 363 Tonnen hatte. Mit anderen Worten: 1928 verkaufte ein Kleinhändler rund 3Z,4 Waggons, 1932 aber nur noch 18,2 Waggons. Nun haben die Kohlenhändler berechnet, daß sie mindestens 30 Waggons im Jahr ver- taufen müssen, wenn sie notdürftig existieren wollen. Diese Menge verkaufen sie nicht mehr, trotzdem aber sind die fixen Kosten die gleichen geblieben. Damit wollen die Kohlenkleinhändler sagen, es bleibt sich gleich, ob jemand für 10 Pf. Kohlen taust oder 5 Zentner; Ladenmiete, Beleuchtung usw. müssen unabhängig davon bezahll werden. Hinzu kommt die Konkurrenz des wilden Hausierhandels mit Brennmaterialien, gegen den sich die Kundgebung mit bemerkenswerter Schärfe aussprach. Infolge Fehlens jeder geeichten Meß- geräte bei den wilden Händlern fei Betrüge- r e i en Tür und Tor geöffnet. Der Kohlenhandel hat jetzt eine Brennftoff-Ueberwachungsstelle ein- Kohlenwagen versinkt Der große Wasserrohrbruch, der sich am 22. Ja- nuar in Charlottenburg ereignete, hatte gestern nachmittag nachträglich einen V e r- k e h r s u n s a l l zur Folge. Bei den Wiederher- stellungsarbeiten war damals offenbar nicht ent- deckt worden, daß das ausströmende Wasser größere Teile der Straßendecke unterspült hatte. Als gestern nachmittag gegen vier Uhr ein mit Koks schwerbeladenerLa st wagenzug die Straßenkreuzung passierte, brach plötzlich das gerichtet, um gegen den Hausierhandel besser vor- gehen zu können. Es wurde bereits festgestellt, daß durch die eigenartig« Kiepenpackung der wilden Händler ein Raummeter schlechtes Osenholz aus rund 24 Mark zu stehen kommt, dagegen beim Kleinhändler bestes Brennholz nur auf 18 Mark bei reellem Maß. Darüber hinaus wandten sich die Kohlenhändler gegen die Stadt Berlin, weil sie in diesem Jahre den Unterstützungseinpsängern Bargeld für den Kohlenankaus statt Gutscheine ge- geben habe. Die Kohlenhändler haben den Ein- druck, daß sich die Erwerbslosen lieber Lebens- mittel gekauft haben statt Preßkohlen. Zum Schluß der Kundgebung wurde ein Tele- g r a m ni an Hindenburg geschickt, in dem der Reichspräsident aus die Notlag« der Berliner Kohlenkleinhändler aufmerksam gemacht wurde und in einer vornehntlich an die Adresse des jetzigen Reichsministers Dr. Hugenberg gerichteten Entschließung wurde eine Umgestaltung oerschie- dener Gesetzesbestimmungen zugunsten des Kohlen- Handels gefordert. Bemerkenswert an der Versammlung war»och, inst welcher Zähigkeit die Kohlenkleinhändler die These verteidigten, sie seien Mittel st änd- ler und wollten welche bleiben, trotzdem sie in jedem zweiten Satz in den Saal riefen, es ginge ihnen schlechter als den Arbeitern. Es wäre müßig, sich um Namen zu streiten, die Schicksals- Verbundenheit der Kohlenkleinhändler mit den Verbrauchern bleibt deswegen doch bestehen. Wenn die Kaufkraft der Massen wieder steigt, werden auch die Kohlenhändler mehr umsetzen. Eben well die Erwerbslosen heute in kallen Stuben sitzen und frieren, deswegen ist Arbeiternot heute auch Mittelstandstod. vordere Lastauto mit den Hinterrädern tief in die Straßendecke ein. Dem Chaufseur und seinen Be- gleitern passierte glücklicherweise nichts. Die Feuerwehr koppelte den Anhänger vorsichtig ab und schob ihn aus dem Bereich der gefährlichen Stelle. Das städtische Tiefbauamt und die Wasser- werke entsandten sofort Arbeitskolonnen, die den Schaden beseitigten. Die Volksfürsorge zahlt aus Bei der Volks fürsorge Gewerkschaftlich- Genossenschaftliche Versicherungsaktiengesellschaft laufen gegen Ende dieses Jahres die ersten Ver- sicherungen regulär ab. lieber SO 000 der sofort nach Beendigung der Jnslation auf die Dauer von zehn Jahren umgestellten früheren Papier- markversicherungen mit einer Gesamtversicherungs- summe von rund 8!4 Millionen Reichsmark wer- den ausgezahlt und sicher bei den in Frag« kommenden Personen große Freude auslösen. Der Wert einer Lebensversicherung wird durch diese bevorstehenden Auszahlungen bei Leb- Zeiten besonders sichtbar. Mit den verein- borten Versicherungssummen werden auch die im Laufe der Jahre aus dem Gesamtüberschuß gut- geschriebenen und ausgezinsten Gewinnanteile überwiesen. Wehrpolitik— Kulturpolitik. Die Sozialistische Studentenschaft veranstaltet am Freitag, dem 3. Februar 1933, um 20 Uhr, in der Deutschen Hochschule für Politik im Schinkelsaal eine Kund- gebung, in der Otto Lehma nn-Rußbüldt und Dr. Kurt Löwen st ein über das Thema Wehr Politik— Kulturpolitik sprechen werden. Die Abschiedsfeier für unsere kleinen Gäste aus Schlesierland und Erzgebirge findet endgültig am Sonntag, dem 5. Februar, vom 2 bis 4 Uhr, in Pankow,„Gesellschaftshaus", Berliner Str. 102, statt. Motto unserer Feier:„Hallo, wir schalten um!" Die Genossen werden gebeten, recht zahl- reich und pünktlich zu erscheinen. Strippe. Srkattungs-ürantcheiten! Gegen Grippe und Erkältungskrankheiten sind Togal-Tabletten ein hervorragend bewährtes Mittel. Togal ist stark harnsäurelösend und in hohem Maße bakterientötend! Im Anfangs- stadium genommen verhindert Togal den Ausbruch der Grippe. Erstaunliche Erfolge! Mehr als 6000 Aerzte-Gutachten! Ein Versuch überzeugt. In allen Apotheken. M. 1,25. 12,6 Litb.. 0.46 Chio.. 74,3 Acid. acet. salic. Gorgen der Kohlenhändler Der Rückgang des Brennstoffverbrauchs parteinachnchtenFM�für Groß-Berlin etnjen#una«n(ftt Otn««nbttt(InB r). ft««s aa Oos •»«Ha SW«8, Clabenfttajje 3. 2. 9of, 2 Treppen recht», ia richten Achtung! Achtung! Sitzung des erweiterten Bezirksvorstandes am Sonnabend 15% Uhr im Zimmer 105 des ehemaligen Herrenhauses. Beginn aller Veranstaltungen IllJi Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 14. Krci». Die Ledcnskundevorbereitung für die Jugcndwcilie findet jeden Donnerstag und Freitag von IS bis 18 Udr im Jugendheim Erlftr. 29 statt. Beginn heute, Freitag. Anmeldungen werden dort entgegenge- nommen. Eintragcgebühr äv Pf. 17. 5>rcis. Zeitungskommisston. Heute, 18 Uhr. in der„Vorwärts">Spedition Boxhagcner Str. 82. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. 8Z. Abt. Montag, 8. Februar, 19 Uhr, lustiger Frauenabend mit Tanz bei Pinaer, Dorsstr. 28. Alle Mariendorfer Mitglieder sind eingeladen. »9a. Abt. Sonntag, ä. Februar, Borstandssitzung mit den Bezirksfllhrern in der Dorchliiuchtingstr 8. IZ9. Abt. Heute treffen sich zur Beteiligung an der Einäscherung unseres Genosten Freienbrink alle Parteimitglieder um 18 Uhr an der End- hallestelle. Arbeitsgemeinschaft der kindersreunde. Tiergarten. Sonntag treffen sich um 8 Uhr im Kleinen Tier. garten beide Iungfalkengruppen zur Fahrt. 48 Pf. für Fahrgeld und Getränte mitbringen. Sagt es den anderen Falten auch. Eharlottenburg. Sonnabend, 4. Februar, kommen alle Falten zur Singestunde ins Jugendheim Rostnenstr. 4. Beginn 18 Uhr. Man- tag, 8.Februar, 28 Uhr, Helfersitzung ebenda. Voranzeige! Am m Sonntag, dem 26. Februar, veranstalten wir im Wohlsahrtssaal, !tönigin>EIisabeth,Str. 8, einen„Roten Karneval"(Elternfest der Kinder. freunde). Pankow. Sonntag, ö. Februar, 14—18 Uhr, veranstalten wir im Gesell- schaftshaus Pankow, Berliner Straße, ein Abschlußfest fllr unsere Gäste.„Hallo, wir schalten um." I. Teilt Freude. II. Teil: Solidarität. Ansprache Gen. Gustel Kuhnert. Eintritt Erwachsene 15 Pf., Erwerbslose und Kinder frei. Rcinickendors. Die Gruppen Ost, Tegel, Wittenau und Rosenthal müssen schnellstens die Kassenberichte an Erna Findeisen einschicken. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 23. Abt. Am 31. Januar verstarb das langjährige Mitglied, unser Ab- teilungsleiter Genosse Fritz Kreienbrint. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Freitag, 3. Februar, 19 Uhr,-im Krematorium Gerichtstraße. Um rege Be- teiligung wird gebeten. 137. Abt. Am 38. Januar verschied unser Genosse Hermann Sperling, der 38 Jahre unserer Partei angehörte, und der ein besonders treues und eifriges Mitglied war. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Freitag, 3. Februar, 19?� Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Um rege Beteiligung wird ersucht. 139. Abt. Am 31. Januar verstarb das langjährige Mitglied, unser Ab- teilungsleiter Genosse Fritz Kreienbrint. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Freitag, 3 Februar, 19 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Um rege Beteili- gung wird gebeten. .�rete Gewerkschasts-Iugeno Berlin f Heute, Freitag, 3. Februar, tagen die Gruppen: Freiheit: Jugendheim Wassertorstr. 4. Heimbesprechung. Als Maschinist nach Amerika.— V Eharlottenburg: Jugendheim Spreestr. 38. Mädel— Familie— Gruppe. — Rorbriug: Jugendheim, Schule Sonnendurger Str. 28. Das lustige Buch— die luftig, Schallplatte— Hcrmauuplatz: Jugendheim Sanderstr. 11, Ecke Hobrechtffraß«. Heimbesprechung.— Franksurter Allee: Jugendheim Litauer -ptraße 18. Bunter Abend.— geppelinpl-tz! Jugendheim Turiner Ecke See- straße. Heimbesprechung. 18 Jahre Freie Eewerkschafts.Jugend Berlin.— Retnickenbors-Ost: Jugendheim Lindauer Straße(Barackenl. Hcimbesprechung. Gesellschaftsspiele.— Adlershof: Jugendheim Adlershof, Bismarckstr. 1. Heim, besprechung.— Hcrtzbcrgplatz: Jugendheim Treptower Str. 98. Hclmbesprcchung. Brettspiele.— Fluxhascn: Jugendheim, Schule Mariendorser Weg 89—78. Aussprache über den Laienspielabend.— Prenzlauer Berg: Jugendheim Glcimstr. 35. Heimbesprechung. Bringt Berbandsbuch und Heimausweis mit. — Webding: Zug-ndhelm Willdenowstr. 5, ll Tr. Heimbesprechung. Berbands- buchlontrolle. Zragekasten wird geöffnet.— Schönhauser Tor: Jugendheim Z-hdenicker Sit. 17. Heimbesprechung. Liederabend. ©Lugendgruppe oes'Zentralverbandes ver Angestellten Heute, Freitag, finden folgende Veranstaltungen statt: Britz: Gemein- schaftshaus in der Hannemannstraße der Bau- und Spargenossenschaft „Ideal". Gruppenbesprechuna.— Südwest: Jugendheim Porckstr. 11<2. Hof, Ouergebäude. Aufgang II, Zimmer 4). Leseabcnd: Tom Sawners Abenteuer.— Die„Berliner Druckerei- und Verlagsgejcllschast m. b. H." kommt von 28 bis 22 Uhr im Berbandshaus, Hedcmannilr. 12, zusammen.— Die Fotogruppe tagt ab 18.15 Uhr im Jugendheim Frankfurter Allee 887, Ouergebäude II, Dunkelkammer Nr. 2.— Der Sprcchchor im Altersheim, Danziger Str. 82, sällt heute aus. SPD.-Buchbrucker. Wichtige Fraktionssitzungen: 1. und 2. Bezirk: Montag, 8. Februar, 18 Uhr, in den Bezirksvcrsammlungslokalen. 4. Bezirk: Sonn- abend, 4, Februar, 191h Uhr, im Lokal Bauer, Tilstter Str. 27. 5. Bezirk: Sonnabend, 4, Februar, 19% Uhr, im Reichenberger Hof, Reichenberger Straße 147. 8. Bezirk: Sonnabend, 4. Februar, 28 Uhr, bei Kutzki, Hermann, straße 75. 18. Bezirk: Montag. 8. Februar, 18% Uhr, im Restaurant Ruhwald, Köpenick, Erscheinen ist Pflicht. De« Fraktionsvorstanb. Vortrage, Dereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14. Sebastianstr. 37—38. Hof 2 Tr. »reis Norden. Sonntag, 5. Februar, Die eingeteilten Zllge stnd 9% Uhr Außenspielplatz. Die Zllge Wedding 8 Uhr See- Ecke Mllllerstraßc.— Prenzlauer Bcrg(Vortrupp:. Schar Friedrich Ebert. Freitag, 3. Februar, 18% Uhr, Heimabend in der Baracke 3, Danziger Str. 82. Die gemeinsame Truppsahrt am Sonntag sällt aus— Kreuzbcrg. Achtung! Der Rachtmarsch am 4 Februar fällt aus. Weitere Befehle abwarten!— Weißen- see(Ortsverein). Freitag, 3 Februar, 20 Uhr, Monatsversammlung im be- kannten Lokal. Vorstand 19 Uhr. Zentralocrband der Arbeitsinoaliden und Witwen Deutschland«. Am Frei- tag, dem 3. Februar, finden nachstehende Bersammlungen statt, zu denen Gäste eingeführt werden können. Gruppe Kreuzberg Iii 18 Uhr im Lokal Wollschläger. Adalbertstr. 21.— Gruppe Kreuzberg M: 17 Uhr im Lokal Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147.— Gruppe Prenzlauer Berg l! 15% Uhr im Lokal Eberswaldcr Etr. 35.— Gruppe Adlershof: 19 Uhr in Altglienicke im Lokal Haberecht, Friedrichstr. 2. Arbeiter-Radio Bund Deutschlands 6. L.. Ortsgruppe Groß-Berlin. Diens- straße 18.— Johannisthal: Rathaus.— Köpenick It Grünauer Str. 5.— Köpenick ll! Dahlwitzer Str. lä.— Friedrichsfelbe: Gunterstr. 44.— Karls- borst: Treskowallee 44.— Lichtcnberg-Rord: Gunterstr. 44.— Lichtenberg- Rordwest: Dossestr. 22.— Hermsdors: Roonstraße.— RciniScndorf-Ost: Lin- dauer Straße.— Wittenan: Hauptstr. 13.— Lübars: Jugendheim. 4- Brunuenplatz: Willdenowstr. S. Funktionärsttzung.— Zentrum: Köpenicker Str. 92. Sexuelle Fragen.— Moabit I: Waldenserstr. 28—21. Brettspiel- abend.— Sportpalast: Genthiner Str. 17. Was lernen wir aus dem Kamps der SPD. seit 1914?— Norden: Putdusser Str. 22. Faschistische Miliz in Italien,— Nordost Ii Danziger Str. 82, B. 3. Eduard Bernstein.— Balten- platz: Tilstter Str. 4—5. Zauseabend.— Frankfurter Viertel: Frankfurter Allee 387. Die Burschen gestalten den Abend aus.— Warschauer Viertel(R.-F.): Litauer Str. 13. Gemeinsamer Abend mit den Kinderfreunden.— Luisenstadt: Wassertorstr. 4. Fürsorgeerziehung.— Reichenberger Viertel: Manteuffelstr. 7. Die deutsche Jugendbewegung.— Schöneberg ll: Hauptstr. 15. Der Iugendbei- rat hat das Wort.— Eharlottenburg: Rossnenstr. 4. Die Entwicklung der deutschen Arbeiterbewegung, I.— Spandau: Lindenuser 1. Liederabend.— Lichtcrsclde: Albrechtstr. 14-. Die letzte Retchstagzsstzung.— Britz: Schule Parchimer Allee. Ardettsgemeinschaft.— Neukölln I: Sander- Ecke Hobrecht- straße. Japan.— Reutäll» III:'giethcnstr. 58. Erlebnisse im Gefängnis.— 9!eukölln IV! Kanner Straße. Wie bleibe ich jung und hübsch?— Reu- kölln lXi Schule Mariendorfer Weg. Mitgliederversammlung und Tagesvoli- tik.— Neukölln XI: Flughafenstr. 88. Wie stehen wir zur Wchrfrage?— Rudow: Schule Neuköllner Straße. Bunter Abend.— Adlershos: Bismarck- straße 1. Familie und Jugendorganisation.— Bohnsdori und Falkenbcrg: Wachkelstr. 1. Bastelabend.— Kaulsdors: Adolfstr. 25. Warum gehen wir stempeln?— Lichtenberg-Msttc: Scharnweberstr. 22. Historischer Materlalis- mus.— Reu-Lichtcnberg: Gunterstr. 44. Heimabend.— Mablsdorsi Waldersee. straße. Kurzgeschichten.— Buchholz: Berliner Str. 19. Einführung in den Sozialismus, l.— Karow: Baden bei Adolf Koch.— Neukölln VI: Treptower Straße 9«. Pressestimmen. * Werbe bezirk Wedding: Tambourkapelle. 28 Uhr Koloniestr. 22. Werbebezirk Lichtenberg: Vorstandssstzuna 19 Uhr Gunterstr. 44. Werbe bezirk Osten: Sonntag Fahrt nach Erkner. Treffpunkt 8 Uhr War- schauer Brücke. rechter Eingang, Fortsetzung der Vortragsreihe vom Audion zum Bier- röhrenempfänaer,— Wilmersdorf: Alte Wilmersdorfer Klause. Berliner Straße. 28 bis 22 Uhr Gruppenabend.— Freitag, 18. Februar. Lichtenberg: Bibliothek Wcichsclstr. 28, 28 Uhr Gruppenabend.— Neukölln bei Klemt, Ber- liner Str. 188(Neukölln). 28 Uhr Porlrag: Direkt gekoppelter Perstärker.— Kreuzberg-Tempelhof bei Thiele, Fürbringcrstr. 9. 28 Uhr Gruppenabend.— Gesundbrunnen: Gruppenabend um 20 Uhr im Kleinen Gewerkschaftshaus, Stettiner Straße. Vortrag des Seiiosscn Bruxmcier llber: Fadingregulierung. — Ortsgruppe Groß-Berlia. Eeneraloersammlung am 20. Februar, 19% Uhr, im Lokal Hammerschlag, Zerufalemer Str. 9. Tagesordnung: 1. Geschäfts- bericht. 2. Anträge. 3. Wahlen. 4. Referat des Genossen Baumeister Uber Auf- und Ausbau des Volksfunk. Eintritt nur gegen Mitgliedsbuch. Gesangsgemeinschast Rosebcry d'Arguto. Sonnabend. 4. Februar, in der Schultheiß-Brauerei, Hascnheidc 31(Nähe Hermannplatz), Maslenball. Be- ginn 28 Uhr. im SozialistisSe Arbeiterjugend Groß-Serlin Einiendunae» tllr diese Rubrik nui an das Juaindi-lietartai Bertin SW 88 Lindenstraße 2 vorn I Trevv' rechts Abteilungsleiter! Meldet die Delegierten für die Generalversampilung, reicht da- Februarprogramm ein. Prolctariiches Orchester der SAJ. Heute, pünktlich 19% Uhr, Prob« in Reukölln, Schule Rütlistraße(Zeichcnfaal). Wandcrauskunft heute von 17 bis 19 Uhr, Heim Lindenstr. 4, vorn l. Abieilungsmilgliederversammlungen Heute, Freitag. 3. Februar. 20 Uhr: Arkonaplatz: Elisabeth kirchstr. 19.— Hansa: Bochumer Str. 8d.— Moabit ll: Bremer Str. 78.— Gesundbrunnen II: Koloniestr. 22.— Wedding(R.-F.): Turiner Ecke öeestraße.— Arnimplatz I: Sonnendurger Str. 20.— Arns- waldcr Plag>: Schönlanker Str ll.— F-lkplatz Ii Sonnendurger Str. 28. — Hohenschöllbauscu: Hauptstraße.— Scneseldcrplag: Kastanienallee 82.— Weißensce: Caseler Str. 2.— Andreasplatz I: Brommpstr. 1.— Siralaucr Viertel: Goßlcrstr. 81.— Warschauer Viertel: Litauer Str. 18.— Friedenau: Offenbacher Str. 5».— Schöneoera ti Hauptstr. 13.— Eharlottenourg-Süd: Pestalozzistr. 40.— Neukölln villi Rütlistraße.— Neukölln X: Jüngere. Gang. hoferstraße.— Neukölln X: Aeltere. Berg str. 29.— Baumschulenweg: Ernst- KLEINE ÄNZEI6EN iiiimiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiHtiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Preis«: UberschriPtswort 20 PPennig, Textwort 10 Pfennig Wiederholungsrabatt 5 mal 5%, 8 mal 7Vi%, 12 mal 10%, oder 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20% Annahme durch den Verlag. Lindens raße 3(Vs9 bis 5 Uhr, sämtliche Vorwärts-Filialen und-Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen ueritöuis| Linoleum Szillai. Kolonie» straße 9 «liitzuligzzniciie, wszclie usw. Leihhaue Lawia, verlaust zu an- glaublich billige» Pressen wenig ge- tragen?'owie neu« Herrengarderobe Herren- u Damen- velze Weitester Weg lohnt Kein» Lombardware Prinzcnstraße I»b. eine Trevoe 1)103*1 Pateatmatratzen -Primisssma" Aut legematratzen Me. tallbetten Chaise- tongues. Walter Ztargarder Straße achtzehn. 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Was Berlin anbetrifft, so wird vom Hauptgesundheitsamt das Ergebnis einer Zählung bekanntgegeben, wonach im Mona! Januar rund 3200 Berliner an Grippe e r- krankt sind. Dazu kommen noch weitere 1500 Grippekranke am 1. und 2. Februar, so dah seit dem Jahreswechsel in Berlin etwa 4500 bis 5000 Grippesälle zu verzeichnen sind. Infolge der wachsenden Zahl von Grippeckrkran- kungen werden für die städtischen Krankenhäuser Assistenz- und Hilfsärzte gesucht. In Magdeburg werden aus Anordnung des Kreisarztes und im Einvernehmen mit den Aus- sichlsbehörden die höheren. Mittet- und Volksschulen sowie die Berufsschulen wegen der zahlreichen Grippeerkrankungen der Lehrer und Schüler vom Donnerstag bis einschlicszlich Mittwoch. den 8. Februar, geschlossen. * Noch vor einigen Wochen berichtete man in Skandinavien von der«nglischen Grippe- «pidemie und stellte dabei fest, dah glücklicherweise die Krankheit in den skandinavischen Ländern noch nicht zu bemerken ist. Aber gestern mußten sowohl die Kopenhagener, Stockholmer und Es ist schon ein gutes Jahr her, da schössen an allen Ecken und Enden„moderne" L e i h b ü ch e- r e i e n aus dem Boden. Gewissenlose Verlags- Unternehmer gaukelten jungen Leuten ein großes Einkommen vor, wenn sie in einem alten, winkli- gen Laden eine Bibliothek eröffnen würden, wozu das minderwertige Buchmaterial aus Abzahlung geliefert wurde. Aber bald folgten die Pleiten und heute können sich als Prioatunternehmen nur noch die großen Leihbüchergesellschaften über Wasser halten. Trotzdem ist nach wie vor in breitesten Volks- schichten das Bedürfnis nach guten Büchern vor- Händen, die sich aber heute kaum noch jemano neu kaufen kann. Deshalb hat jetzt auch die D i e tz- Buchhandlung in der Lindenstraße 2 ein« neue Leihbibliothek eingerichtet, die nun aber nicht aus den Schundbllchern der Winkelge- fchäfte besteht, sondern wirklich nur gute, ausge- wählte Literatur enthält. In Ergänzung der Büchereien von Gewerkschaften und Parteiabtei- lungen ist das Hauptaugenmerk auf unterhaltend« Werke gelegt Insbesondere sozial eingestellte Romane und Reisebllcher, die die Welt mit den Augen des Arbeiters betrachten, sind in der großen Auswahl vertreten. Um aus diesen Reihen nur einige Namen zu nennen: Fallada, Arnolo Zweig. Josephs Roth, Barbusse, R. France, B. Kcllermann, Sinclair Lewis und viele andere in- und ausländische Autoren sind mit ihren bekannten Büchern vor- handen. Ebenso enthält die Bibliothek eine große Reihe der englischen Abenteurer- und De- tektivgeschichten aus dem Knaur-Derlag, die eine leichte Lektüre zur Ausspannung darstellen Da- neben gibt es selbstverständlich auch politische Bücher, wie Leo Trotzki:„Die wirkliche Lage in Rußland" und Bessedowsky:„Im Dienste der Sowjets". Wirtschafts- un!d Gewerkfchaftsliteratur sowie Bücher sexuell aufklärenden Inhalts voll- enden die reichhaltige Sammlung. Der besondere Vorteil dieser neuen Leihbücherei unserer Parteibuchhandlung ist die niedrige Leihgebühr. Pro Band und Woche beträgt sie 20 bis 30 Pf., während in anderen Geschäfte» oft bis zu 1 M. genommen wind. Auch eine Osloer Rundfunksender melden, daß jetzt ganz Skandinavien von der Grippe- welle ergriffen ist. Auch tn den baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland grassiert die Krankheit, und der Rundfunk dieser Länder wußte zu melden, daß die Zahl der Kranken tag- lich um hundert Prozent steige. Glücklicherweise aber nehme die Grippe in diesem Jahr nicht die schweren Formen an wie bei der Grippeepidemie, die ganz Europa ein Jahr nach dem Kriege er- griffen hatte. Auch Holland und Belgien melden die Grippe, und der belgische Rundfunk gibt stündlich Verhaltungsmaßregeln an di« Be- oölkerung bekannt. Mit Recht wies ein B r ü f f e- l e r Arzt am Mikrophon darauf hin, daß nn heutigen notleidenden Europa die Grippe natürlich am gefährlichsten für die unterernährte Arbeilslosenbevölkerung sei. Wie verbreitet die Grippe in England sein muß, erkennt man auch aus Aeußerungen des Londoner Rundfunks. Der Ansagedienst im Londoner Rundfunk kam zum Stocken, weil alle Ansager grippe- krank sind. Jetzt mußte man das technische und andere Personal des Funkhauses beim Mikro- phondienst einsetzen, weil alle Sprecher krank sind. Weiter erläßt der englische Rundfunk Aufrufe, in denen Freiwillige für Krankenhausdienst gesucht wurden, weil das Personal in vielen Hospitälern schon tagelang selbst in krankem Zustande Dienst machen müsse. Ein Glück ist es aber auch in England, daß die Grippe eine nicht allzu scharfe Form annimmt. Einschreibegebühr wird nicht erhoben, lediglich ein Gewerkschafts- oder Parteiausweis zur L e g i t i- m a t i o n ist notwendig. Bei der Billigkeit dieser wirklich guten, ausgewählten Bücher ist es eine Selbstoerstänclichkeit, daß alle Genossen bei Be- darf nur noch di« eigene Leihbibliothek benutzen. Aber auch sonst ist ein Besuch der Buchhand- lung stets sehr lohnend. Nicht nur Parteibücher, sondern auch alle unterhaltenden und neuesten Ausgaben aller Autoren kann man preiswert saufen. Jeder ist zur Besichtigung eingeladen, die natürlich keinerlei Zwang zum Kaufen ein- schließt._ Raubmord! Furchtbares Verbrechen in Böhmen Böhm. Trübau, 2. Februar. Der polnische Landarbeiter I a k s ch, der bei einem Landwirt in der Nähe von Trübau beschäf- tigtwar, kam erst vor einigen Monaten in dieHeimat aus Amerika zurück und brachte viel Geld mit. Montag hob er aber alles Geld von der Bank ab und kündigte feine Stellung. Er wollte nach Polen fahren. Auf dem Wege wurde er in der Nacht ermordet und beraubt. Man fand einen Teil der Leiche in einem Sack an der Bahnstrecke. Die Freireligiöse Gemeinde hielt am Sonntag in ihrem Saalbau in der Pappelallee ihre erste dies- jährige Delegiertenversammlung ab Der Kassen- bericht balanciert in Ausgabe und Einnahme mit 31 752 M. Unter den Ausgaben befinden sich S137 M. Sterbeunterstützung bzw. freie Be- stattung aus dem gemeindeeigenen Friedhof oder Beisetzung der Urne. Die Kommunisten ver- suchten in neuerer Zeit durch eine Zellenbildung mit dem Namen Opposition Einfluß zu gewinnen. In der Versammlung wurden alle Register ge- Nach den neuesten Meldungen hat die Grippe- welle auch in Berlin noch nicht ihren höchsten Stand erreicht. Während am Montag bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse 303 neue Grippeerkrankungen gemeldet waren, betrug die Zahl der Neuanmeldungen am Dienstag 572, am Mittwoch 750 und stieg am Donnerstag auf 800. Demzufolge hatte man auch in den letzten Tagen weitere Betten in den Kranken- Häusern aufgestellt. Die Zahl der am Mitt- woch noch freien Betten betrug 230, seit Donners- tag sind weitere 330 Betten zur Versügung für Grippekranke. Auf Ersuchen des zuständigen Kreisarztes des Bezirks Mitte sind bis zum Ende der Woche eine Anzahl Klassen der 8., 10., 48., 153. und 180. Volksschule geschlossen worden. * In Hinsicht auf die Aufforderung der Zentralen Gesundheitsverwaltung, Berlin C 2, Fischer- brücke 1a, daß Assistenzärzte und Hilfsärzte sich zum sofortigen Eintritt in die Städtischen Kranken- Häuser melden mögen, warnt der R e i ch s v e r- band angestellter Aerzte unter Hinweis darauf, daß die Assistenzärzte in den Berliner städtischen Krankenanstalten im Tarifstreit mit der Stadt Berlin stehen, die ärztlichen Kollegen, Anstellungen auf Privatvertrag bei der Stadt zu übernehmen. Es dürften nur splche Berträge ab- geschlossen werden, die dieselben Bedingungen bieten wie der bisherige Tarifvertrag, sonst würde der Erfolg der schwebenden Tarifverhandlungen ernstlich beeinträchtigt werden. zogen, die wie sonst überall in Mihtrauensantrögen, bandwurmlangen Resolution«« usw. Ausdruck fanden. Bei den Wahlen zum Vorstand, zum Kulturbeirat und der Delegierten zur Tagung der freigeistigen Verbände im April in Wiesbaden unterlag die Opposition mit lächerlichen Stimmen- zahlen. Die Kandidaten der Aufbaugruppe wur- den durchweg mit 70 Proz. aller abgegebenen Stimmen gewählt. Ausstellung der Frau Die kommende Großschau In den nächsten Tagen wird in den Berliner Messehallen die Ausstellung„Die F r a u" er- öffnet, die in einer umfassenden Schau das viel- feitige weitverzweigte weibliche Schaffensgebiet darstellen soll. Nachdem die notwendigen Vorarbeiten abgeschlossen sind, lud das Messeamt als Veranstalterin der Ausstellung zu einer Vor- besprechung ein und man hörte aus dem Munde der Verantwortlichen näheres über die Programmgestaltung. Als erste sprach Frau Ministerialrat Dr. G. B ä u m e r über die kultur- und Wirtschaft?- politische Bedeutung der Ausstellung. Es gilt vor allem zu zeigen, welche außerordentliche Bedeutung heute der Frau als der einzig Verantwortlichen in der Führung und Aufrechterhallung des Haushaltes und damit der Familie zukommt, wie ihr dies durch die fortschreitende Wirtschaftskrise und ihrer damit verbundenen Berufsarbeit erschwert wird. Dann ist der Berufstätigkeit der Frau im defon- deren ein breiter Raum gewidmet, leider stützt man sich hier auf altes, längst überholtes stati- stisches Material aus dem Jahre 1025. Ferner wird das Problem der Berufskonkurrenz zwischen den Geschlechtern erörtert, und vor allem wird der Weg gezeigt, den die Jugend geht. Anna von Gierke, als Vorsitzende des Stadtverbandes Berliner Frauenvereine, schilderte die mühsame Arbeit der verschiedenen Frauen- organisationen, wobei sie ihrem Bedauern darüber Ausdruck gab, daß durch eine überorganisierte Werbeaktion nach überallhin die wirklich maßgebenden Frauenorganisationen dabei eigentlich zu kurz gekommen wären. Vielleicht ließe sich damit der übliche, auch hier wieder gemachte Fehler entschuldigen, daß bei Ausstellungen dieser Art immer und einzig nur der Frau der besseren Kreise, die«ine völlig geordnete Häuslichkeit mit dem dazu notwendigen Wirtschaftsgeld besitzt, das Wort geredet wird. Für die Gruppen des Deut- schen Hygienemuseums sprach Dr. Gebhard, der Leiter der wissenschaftlichen Abteilung, über die Mitarbeit an der Ausstellung auf soziologisch- biologischem Gebiet._ In wenig Worten Unter dem Verdacht, die Hausangestellte I o- hanna Tatus ermordet zu haben, deren Leiche in den Abendstunden des 14. Dezember v.J. im Jagen 42 der Parforceheide gefunden wurde, wurde auf Ersuchen der Potsdamer Kriminal- polizei jetzt der 20 Jahre alte Landarbeiter Emil I e s ch o n e ck in Marienburg in Westpreußen fest- genommen. * In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag statteten unbekannte Einbrecher der chemischen Fabrik Albert Mendel A.-G. in der Ober- landstrahe in Tempelhof einen Besuch ab und stahlen für etwa 22 000 Mark Medikamente. ★ Gegen den früheren Direktor der BVG., Fritz Brolat, ist Termin in dem Meineidsprozeß vor dem Schwurgericht III auf den 20. Februar an- beraumt worden. Verhandlungsleiter wird Land- gerichtsdirektor Trupp n er sein. Brolat befin- det sich bereits seit Ende vorigen Jahres in Unter- suchungshaft. Wie wird das Wetter? In Berlin: Kühler, wechselnd bewölkt, ver- einzelt Schauer, frische westliche bis nordwestliche Winde.— In Deutschland: Im ganzen Reiche wechselnd wolkiges, kühleres Wetter, im Alpen- vorland stärkere Niederschläge, im übrigen Reiche nur vereinzelt Schauer, an der Küste windig. Zu einem mißlungenen Raubübersall kam es gestern abend gegen 1l-7 Uhr in der Pfandleihe von K a n j u tz k y in der Fasanenstraße unweit des Bahnhofs Zoo. Drei mit Pistolen be- waffnete junge Burschen drangen in das Lokal ein. Einer der Banditen rief dem Pfand- leiher zu:„Setzen Sie sich— oder wir schießen!" Kanjutzky hatte noch die Geistesgegenwart, die Tür des Geldschrankes, in dem sich hohe Werte an Schmucksachen usw. befanden, zuzuwerfen. Die Täter ergriffen darauf zwei aus dem Schreibtisch stehende Geldkassetten und flüchteten mit der Beute. Der Ueberfallene eckte den Banditen unter lauten Hilferufen nach. An der nächsten Querstraße warfen die Flüchtlinge die beiden Kassetten in eine Autodroschke, deren Tür geöffnet war, und liefen weiter. Die Verfolger hielten den Chauffeur fest. Die Geldkassetten konnten dem Ueberfallenen wieder zurückgegeben werden. Lkiparadies bei Karstadt „Schnee ist weiß", sagt Karstadt,„folglich ge- hört der Wintersport ebenfalls in den Rahmen der Weißen Wochen." So hat man im 4. Stock Oes Hauses am Hermannplatz ein Winter- sportparadies mit allen Schikanen aufgebaut. Da fehlt nichts, was zu des Wintersportlers Seligkeit notwendig ist. Vom täuschend gemachten Soda- Schnee, der bekanntlich jeder Witterung standhält, über groß«, ebenfall- unveränderliche Ammoniak- Plateaus für die E i s l ä u f e r, wattebereifte Tannen, Sprungschanze, bis zum präzise spezifi- zierten Wetterbericht ist einfach olles da. Weiß- gekleidete Eisläuferinnen vollführen elegante Vogen und-Schleifen, während die Konkurrenz vom Skigelände in buntem Sportdreß den Abhang henintersaust und die berühmte Kehre mit den Hölzern vorführt. Aber auch für die Schlitten- fahrer ist Plag und Gelegenheit: so kommt jeder Sport zur Geltung, sogar die Dame, die ihre Blässe mit ein wenig Gletscher randrot ver- schönern will, hat man nicht vergessen. Sie sitzt als einsame Schneejungfrau, angetan mit einer schwarzen Brille, bor des Hauses Tür und reckt ihr Antlitz der Sonne entgegen. Die ganze Szenerie ist von schmissig hingeworfen«n Wand- Malereien umrahmt und ee herrscht ein Masten- andrang all derer, die in� diesem Winter froh sind, daß sie wenigstens Soda-Schnee zu sehen kriegen. Leihbibliothek der Schaffenden Bücher leihen und kauten: Wir Lindenstraße 2 FRISCHFLEISCH WURSTWAREN KOLONIALWAREN KONSERVEN OBST UND GEMUSE Gehacktes............. Pfd. 0.43 Schweineschinken m.B.Pfd 0.58 Kaßler mild.........an Pfd. 0.63 Hammelragout....an Pfd. 0.48 Kalbskotelett...... an Pfd. 0.88 Kalbsragout...... an Pfd. 0.52 Rückenfett braffertig...Pfd. 0.54 Eisbein ohne Spitzbein Pfd. 0.48 Hammelkeule...... an Pfd. 0.68 Fleisch- u. Jagdwurst Pfd. 0.76 Streichmettwurst...... Pfd. 0.80 Bierwurst............... Pfd. 0.98 Bauernleberwurst....Pfd. 0.95 Cervelat- u. Salami... Pfd. 0.98 Fettdarmwurstwestf..Pfd. 1.15 Speck mag. Pfd. C.88 fett Pfd. 0.76 Schinkenstücke holst. Pfd. 0.98 Landleberwurst....... pfd 0.48 Auszugmehl...... Pfd. 0,24, 0.22 Burma-Reis........... Pfd. 0,11 Kartoffelmehl......... Pfd 0.18 Bruchmakkaroni...... Pfd. 0.35 Eierschnittnudeln..... Pfd. 0.35 Weiße Bohnen Pfd.o.ts 0.14,0.11 Grüne Erbsen......... Pfd. 0.26 Kaffee gebr.......... an Pfd. 1.90 Vierfruehtmarm. ca. 2 Pfd.-Elm. 0.75 Karotten gesdin.....>/, Ds. 0.28 Kohlrabi..............>/, Ds. 0.32 Haush.-Misch, getr. Erbs, Vi Ds. 0.34 Schnittbohnen...v, Ds. 0.39 Pflaumen m. Stein..'/i Ds. 0,48 Spinat................>/i Ds. 0.45 Jg. Erbsen m. Kar...v, Ds. 0.58 Preißelbeeren......>/, Ds 0.78 Aprikosengetradcnetan Pfd. 0.40 Apfelsinen.......... 3 Pfd. 0.38 Jaffa-Apfelsinen...3 Pfd. 0.55 Amerikan. Tafeläpfel.. 3 Pfd. 0.78 ßoscop- Apfel......... pfd. 0.28 Koch-Äpfel............ Pfd. 0.18 Zitronen............ an Dtz. 0.28 Kohlrüben............ Pfd. 0.04 Kartoffeln........... 10 Pfd. 0.28 Blitmenkohl an Kopf Stck. 0.25, 0.18 BUTTER, FETTE, EIER DIVERSE KÄSE FISCHE, RSUCHERW. GEFLÜGEL UND WILD SPIRITUOSEN Gutsbutter............. pfd. 1.02 Tafelbutter........... Pfd. 1.12 Markenbutter......... Pfd. 1.18 Margarine......... 3 Pfd. 0.74 Bratenschmalz........ Pfd. 0.46 Griebensehmalz...... Pfd. 0.48 Dtsch. Landeier Kühlh. 10 Stück 0.75 Enteneier.......... io Stück 0.75 Harzer Käse... ca. 1 Pfd.-P. 0.24 Frühstückskäse....i Pfd.-R. 0.28 Allg. Stangenkäse 20%..Pfd. 0.38 ßriekäse, vollfett..... Pfd. 0.53 Edelpilzkäse 4Q0lB...Pfd. 0.58 Steinbuscher, Tilsiter Pfd. 0.68 Edamer u. Holländer Pfd. 0.68 Schweizer vollfett am. Pfd 0.38 Seelachs u. Kabeljau an Pfd. 0.10 Rotbars............. an Pfd. 0,16 Seeforellen.......... 2 Pfd. 0.35 Lebende Schleie.. an Pfd. 0,45 Bücklinge.............. Pfd. 0,18 Sprotten..... ca. 1 Pfd.-Kiste 0.22 Räucherlachs i.Stck. an Pfd, 1.20 Heringe grüne....an 3 Pfd 0.25 Jg. Gänse frisch..... an Pfd. 0.78 Puten............... an Pfd. 0.58 Tauben............. an Stck. 0.60 Kaninchen......... an Stck. 1.50 Hirschblatt.......... an Pfd. 0.64 Hirschkeule o. K....an Pfd. 1.30 Wildschweinblatt an Pfd. 0.54 HühnerfrlsehO.ÄS.gefr.anPfd, 0.64 Weinbr.-SpeziaL.i Ltr.-Fi. 4.20 Jam.-Rum-Verschnitt 38% Vi PI. 2.80 Weinbrand-Verschnitt...> i Fl, 2.35 IN UNSEREN DACHKALLEN: EFIM SCHACHMEISTER• PROFESSOR FAHRBACH- EHMKI Bestellungen über 5 M�rk unter F6 Baerwald 0012 werden prompt erledigt. Pur Sonnabend-Lieferung Anruf bis Freitag abend erb. Verkaufsoweit Vorrat Großbankabschluß Nummer Zwei Kerngesunde Bilanz der Reichskreditgesellschaft Die Reichskredit�Gesellschaft� deren Kapital von 40 Millionen ftch im Re i ch s b e s i tz befindet, veröffentlicht diesmal noch der Berliner Handels- Gesellschaft als zweite Großbank ihren Jahres- abfchluß für 1932. Wie bei der Handelsgesellschaft, die ebenso wie die Reichskredit ohne Depositenkassen arbeitet, sind die Wschlußziffern bei dem Rcichsunternehmen überraschend günstig. Der Reingewinn ist gegen 1931 von 1,76 auf 2,25 Millionen ge- stiegen und beträgt einschließlich Gewinnvortrag 3,64 gegen 3,13 Mill. Mark. Die Dividende kann von 4 auf 5 Prozen! heraufgeseht werden. Im einzelnen sind die Gewinne aus Zinsen und Devisen mit 6,71 Mill. Mark etwas gesunken, was mit der Verringerung der Zinsspanne und dem Wegsall des Devisengeschäftes zusammen- hängt. Dagegen sind die Einnahmen aus Pro- Visionen infolge der Belebung des Börsen- und Kommissionsgeschäftes von 2,6 auf fast 4 Mill. Mark beträchtlich gestiegen. Handelsunkosten haben sich von 5,84 auf knapp 5,90 Mill. Mark infolge Neueinstellung von Personal, das um 70 Angestellte auf insgesamt 870 Personen herauf- gesetzt wurde, erhöht. Daß die ausgewiesenen Gewinne noch weit unter dem tatsächlich erzielten Ertrage liegen, beweist, daß ein Teil der Zinseinnahmen, sowie die Gewinne aus Konsortialgeschäften, Beteili- gungen und Sondereinnahmen vor Aufstellung des Gewinnergebnisses zu Abschreibungen und Rück- stellungen abgesetz wurden. Es muß sich hierbei um ganz beträchtliche Summen han- dein, denn auch die Gewinne aus Wertpapier- vertäufei— der Wertpapierbestand hat sich von 7 bis auf 2,8 Mill, Mark verringert— erscheinen nicht im Gewinnausweis. Alan könnte also der Reichskreditgesellschasl bei weniger großzügiger Reservepolltik ohne weiteres eine mehrprozentige Dividendenerhöhung zubilligen. Bei einem Vergleich mit dem Abschluß der B e r- liner Handelsgesellschaft, die wohl als einzige private Großbank eine Dividendenerhöhung um 1 Proz. vorgenommen hat, fällt besonders auf, daß die Handelsgesellschaft für die Prestige- dividende erstmalig seit acht Jahren ihre G e- winne aus Konsortialgeschäften her- anziehen mußte, während die Reichskredit-Gesell- schaft in der Lage ist, ihre Reseroepolitik trotz der Dioidendenerhöhuag noch zu verstärken. In der Bilanz zeigt sich, daß das Reichs unternehmen die zwangsläufige Geschäftsschrump- fung, die der Kreditkrise von 1931 entsprang, im vergangenen Jahr bereits überwunden hat. Die Bilanzsumme hat sich bereits wieder von 569 auf 590,8 Mill. erhöht. Bei einer Zunahme der Kunden von 6231 auf 7807 und der Konten von 8400 auf 10 875 hat sich die Finanz- grundlage des Unternehmens, gemessen an den fremden Geldern(Kreditoren), von 482,3 aus 513,2 Millionen erheblich verstärkt. Diese Entwicklung dürfte in der deutschen Bankwelt für das vergangene Jahr wohl einzig da st ehe»! Für die vorsichtige Politik der Ge- schäftsleitung spricht es, daß die Bank- a k z e p t e, die schon im vergangenen Jahr im Gegensatz zu der Entwicklung bei den übrigen Großbanken von 30,3 aus 21,2 Mill. Mark abgebaut wurden, im Berichtsjahr sich weiter bis auf 10,8 Mill. Mark verringerten. Die Liquidität hat sich gegen 1931 von 65,9 auf 6S,6 Proz griffbereiter Alittel im Der- hältnis zu den fremden Geldern verbessert. Die Ausleihungen in lausender Rechnung(Debito- ren) sind von 218,2 auf 217,2 Mill. Mark gesun- ken, nachdem sie im Vorjahre bereits um 20 Proz. abgebaut waren. Bemerkenswert ist, daß trotz der Schrumpfung des deutschen Außenhandels die Reichskredite ihren Anteil am Außen- Handelsgeschäft durch Erhöhung der„Vor- schösse auf vertragliche Waren" von 88,2 auf 93,2 Mill. Mark erhöhen konnte. In einer Pressebesprechung äußerte sich der Vor- stand der Reichskredit-Gesellschast noch zu allge- ineinen wirtschastspolitischen Fragen. Mit be- sonderem Nachdruck wurde die Forderung er- hoben, die kurzfristige Verschuldung in der deut- schen Wirtschast langfristig zu konsolidieren, was aber nur bei sorgsamster Pflege des Kapital- Marktes möglich sei. Die jetzt immer noch zu hohe Rendite der festverzinslichen Werte in Deutschland mit durchschnittlich 814 Proz. schlösse ganz zweifellos eine Risikoprämie gegen Kapital- und Zins- abwertungen durch staatliche Eingriffe in sich. Die Pflege des Spar» und Kapitalmarktes in Deutschland sei gegen- wärtig das bedeutsamste Problem, denn jede Wirt- schaftsankurbelung stehe und falle mit der Ge- fundung und Auflockerung des Kapitalmarktes. In diesem Zusammenhang war die Feststellung des Vorstandes von besonderer Bedeutung, daß die Reichstrodit-Gesellschaft im letzten Jahr direkte Kredite an die Landwirtschaft so gut wie überhaupt nicht mehr gewährt hat. Diese Tatsache wurde von den maßgeblichen Stellen zwar als sehr bedauerlich hingestellt, die Tatsache aber unterstrichen, daß im Hinblick auf die andauernden Zwangseingriffe gegen die Gläu- bigerrechte eine stärkere Festlegung von Krediten im O st h i l f e g e b i e t im Intereffe des Unter- nehmens nicht zu verantworten wäre. �mlilrsrteU aufgeflogen Nach anderthalbjährigem Bestehen ist der Ver- trag über das internationale Zinkkartell nicht wieder erneuert worden. Ihm gehörten olle Produzenten der Welt mit Ausnahme der ameri- konischen an. Die Weltvorräte von Zink konnten bei systematischer Produktionsdrosselung von 206 000 aus 148 000 Tonnen, auf den Welt- bedarf von drei Monaten, vermindert werden. Seit Oktober ist die Zinkproduktion wieder leicht g e st i e g e n. Die Produktions- und Vorrats- entwicklung in den Vereinigten Staaten wird un- günstig beurteilt. Den Kartellbeschränkungen woll- ten sich vor allem die englischen und die belgischen Produzenten nicht länger unterwerfen, so daß wieder mit steigender Uebcrproduktion zu rechnen ist Die Preise zeigen bei starken Schwan- kungen die Tendenz zu fallen. Waggomndustrle stellt ein Die Waggonindustrie ist von der Krise in besonderem Maße betroffen worden, da Kam- munen und Kommunalverbände in letzter Zeit infolge ihrer Finanznot überhaupt nicht mehr be- stellen konnten. Im vorigen Herbst drohte sogar die völlige Stillegung der deutschen Waggon- industrie. Jetzt, noch Erteilung einiger Reichsbahnauf» träge, scheint sich die Lage ein wenig gebessen zu haben, so daß die Waggonindustrie stellenweise Neuein st ellungen vornehmen konnte. Die Lokomotivfabrik Jung soll einen Reichsbahn- auftrag auf 35 Motorverschiebelokomotioen er- halten haben. Allgemein liegen vermehrte An» fragen für Schienenomnibusse und Schnelltrieb- wagen vor. Aber selbst wenn diese Anfragen zu Aufträgen würden, fürchten wir, daß sie ein paar Tropfen auf einen heißen Stein bleiben werden. �.eicbsbank ohne Arbeit Auch der letzt vorliegende Ausweis der Reichs» bank zum Januar-IUtimo läßt ein Anhalten der schon in den ersten Januarwochen besonders stark in Erscheinung getretenen Geldschwemme in Deutschland erkennen. Die Ultimobeanspruchung der Reichsbank mit Wirtschaftskredilen war denk- bar gering. Di« neu eingereichten Wechsel erreichten nur die Höhe von 207,2 und die Zunahme bei den Lom- bardkrediten nur 24,64 Millionen Mark. Die Ge- samtbeanspruchung der Reichsbank zum Monats- Ultimo hielt sich damit aus dem niedrigen Stand von 233,7 Millionen Mark. Der Gesamtbestand der Reichsbank an Wechseln, Schecks, Lombard- krediten und Wertpapieren hielt sich damit zum Januarultimo noch unter der 3-Milliar- den-Grenze. Der Zahlungsmittelumlaus hat sich gegen Ende Dezember auf'5,35 gegen 6.65 Milliarden verringert— dieser Ausweis zeigt, daß die wirtschaftliche Tätigkeit sich nach wie vor aus einem denkbar niedrigen Niveau bewegt. Die Deoisenbilanz weist auch in der letzten Januarwoche einen Ueberschuß auf. Durch Eingang einer russischen Goldsendung haben sich die Goldbestände um 15,3 Millionen Mark er- höht, während die Deckungsdevisen durch Zins- und Rückzahlungen auf die Dawes-Anleihe und ander« Auslandsoerpflichtungen um 13,9 Millionen Mark abgenommen haben. Der Ueberschuß der Devisen- bilanz erreicht damit 1,4 Millionen Mark. Die Notendeckung stellt sich damit aus 27,6 gegen 29,3 Prozent. 10 Prozent Dividende bei der Rheinische Energie A.-G. Die Gesellschaft die zum Konzern der Thüringer Gasgesellschast gehört, hat im letzten Jahr ihren Gas-, Wasser- und Stromabsatz durch die Besserung seit dem Sommer gegenüber 1931 erhöhen können. Ans der bevorstehenden Aufsichtsratssitzung wird voraussichtlich wieder eine Dividende von 10 Prozent auf das Aktienkapital von 5 Millionen Mark wie für 1931 in Vorschlag gebracht werden. Unsere Preise verbilligen den Haushalt! I Verkauf soweit Vorrat— Mengenabgabe vorbehalten Letcoi verderblich« Waren werden vom Versand ausgeschlossen) ElerscnnltmudeiiwO.ae ElEMnnudein m0.39 Eier lMiiiaiikaroDi pm 0.38 Auszugsmehl. Pfd. ab 0.1 8 Kanoiieimehi. üartgriee.... weiße Bohnen. Bruchreis uiKioria-Erhsen Haiertiocken. BacKpnaumen Bachohsi5-Frach,P,d.,b0.32 Pllaumsn Ohnesiein. PM. 0.32 RMiei....m.b0.52 Kakao. i PM.Pak.1 0.55 maizkaltee, p».-�.! 0.35 Katiee ,r"ch �.bl.SO Pld 0.1 8 pid 0.24 Pfd. 0.1 1 Pld 0.1 0 Pfd 0,1 8 Pfd. 0.1 9 pfd 0.22 Camemhert vome«. stuck 0.1 o ßomadour 2»°/-... stackO.1 6 Harzer....�.�.0.24 Ouadraikäse«0.28 seines. KUmmeiküsepfd 0.35 fllig Siangenkdse 0.36 Emmenihal. Art m{.p«.0.46 Briekdse vom...... pid 0.56 lilslter voiifett.....«d 0.68 stelnhuscher«0.68 Margarine.«0.74 Braienscnmaiz..« 0.48 Brieuenschmaiz« 0.58 lischhuitena...«d.i. 02 laielhuner 1.14 Alien, iiiiarkenhuner.td.1.18 Hokosiett.....,.. 0.88 Qrone Herlngo.....«d.o.3s Scneiitiscn m« Kopi... fo o.i» HODIlOU O K.. I.Q...«d. ab 0.10 ffllinerlngo... iostck.8b0.38 Hamiauiiie!.......«0.0.20 Fisctiscftniuol..... pw. 0.3s Austorntlscli...-10.0.2s Fr. supDenhunnsr. uioigananner... Ung. Hühner o. Darm. Hirscissiimer____ Hirschkouie..... xaninchsn...... Häsen» Peu..... Pfd. ab O.SO .. Pfd. 0.64 «d. ab 0.6 t Pfd. ab 0.54 «d ab 0.95 «0. ab 0.65 «d.ab 0.63 pfo 0.48 ptd 0.60 p» 0,64 «0,63 mandarlnsn. flgleisinen.. Jaiia-ürangen Bananen... Eeapiei . 2Pfd. ab 0.35 . I Pfd. ab 0.38 ... 3 Pfd. 0.55 .. Pfd. ab 0.24 .Pfd. 0.18 ameri*. TaiUBpiei««0. ab 0.45 Zitronen.. Dttd.ab0.28 Erdnosse........«0.0.25 Hotkehi.........«d. 0.05 Konirühen......«00.04 QrBnkonio.welBkohi.«0,0.05 Sellerie.......«o. ab 0.01 BiuraenKohi..... KopiabO.ie Hartoilein.. 10«o.>>0.28 «o. 0.78 Karotten«e-efm.. ScnniitDonnen.. srecnhonnen .Vi .Vi .Vi .Vi Berliner Allerlei...v. Qem.Gemuta mmeiwo«/, Junge Emsen fein..«/t Junge Emsen Hin Dose 0.36 Dote 0.39 Dots 0.42 Dose 0.58 Do«e 0.62 OoteO.72 Dose 0.88 Pllaumsn mit stem. PllaUmenohneSlein. SiacneiUeeren.. Blmen«ante Frucht. Kirschen tt», mit stein Ananas« sebb.... Blmen halbe Fracht. . Vi Dos. 0.48 .Vi Do» 0.6C .'h Do». 0.68 .Vi Do». 0.85 . Vi Do». 0.94 . Dose 0.55 . Vi Do». 0.95 FettbUcklinse. p«.b 0.15 Roiwursi... Leherwurst.. speckecken.. soizuiursi Beniner mettui speckuiurst-.nd.„0.60 Jagdwursi...« 0.76 Feuer Speck...«o. 0.76 Fieischuiurst«o. 0.76 Hausm.-Leherw.« 0.80 eraunscnui.Art�o.ss scninkenpom.,.Ptd. 0.94 Feine leherw.«d.0.96 lloIst.Hnoßlauchui.«d.0.98 schinkenspeck«1.06 Teewurst fem« 0 98 Westr.schi8ckw.«d1.l8 schw.-Bauch...«d. „ Kamm B-SdiBlt p.d. h Koieieti..P,d.,b „ Uesen.....«d. n Fett Brallertig., Pld. h KOPt mit Backe, Pld. Rlnflerieher....«* Kaßier.......«d..b Hammelkeule...«d..b Rinderhrust schmertielsch Kaihs-Kamm... .. Brust... .. Keule... Rinderherzen.. Hindenungen., Rinderhacken. .«d. Keule pfd. an Pfd. ab .. Pld, ..«0 ..«d. ..Pld, ..«d. 0.58 0.68 0.68 0.50 0.58 0.42 0.78 0.68 0.68 0.58 0.68 0.42 0.48 0.54 0.38 0.28 0.36 AUSSERDEM: WEISSEWOCHEN weisse| tyaTWL&ies) K e i Frottierhandtücher.__ gut. ecbtfarbiee OualiU'en, O•Ja# 53X110 cm 0.88.. 40X90 cm VudKV Gerstenkorn- H'tdct..r Ä Ä weilS Mit roter Kante, 43/>00 cm if■JSSl solide Quxlititen...... 0.386#■ 4669 Nessel|| AO 140 cm breit,.... Maler 036 VaAV Haibleinen-Tischtücher, 30/1611 cm. solide Hausmacher- 4 Q*% Qualitl'en....... 2.90 8» 9«# Reinleinen-wischtucker___ haltbare Quali'ät am K 55X75 cm 0.38.. 55X55 cm W■Ä4# 9 dw uogeuiötiDllcti günstige Kaulgeiegenne ll nochuiertiger„'JüeiBer Waren" unter dam Slsgal der guten Qualität Ißr Ausstattungen und zur Ergänzung Ihrer wasche. 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Unter Be- Mgnahme ans unsere heutige Besprechung beehre ich mich, Ihnen folgende Punkte auch schriftlich mitzuteilen, auf die ich bereits heute vormittag Ihre Aufmerksamkeit lenken durfte und denen ich einige wenige Ergänzungen sozial- und wirt- schaftepolitischer Natur hinzugefugt habe. Indem ich Ihrer freundlichen Rückäußerung«m- gegensehe, bin ich mit dem Ausdruck besonderer Hochschätzung Ihr ergebener gez.: Kaas, Bar- fitzender der Deutschen Zentrumspartei." Hitler« �ntvort Auf dieses vom ZI. Januar datierte schreiben hat Reichskanzler Hitler unter dem Datum des 1. Februar wie folgt geantwortet: „Sehr verehrter Herr Prälat' Mtt großem In- teresse habe ich gestern Ähren Brief zur Kenntnis genommen. Der Zweck der Unterhaltung war, zu klären. ob und unter welcher Voraussetzung das Zentrum bereit fem würde, der ueueu Reichs reg ie- ruug der uatioaaleu Konzen traklou eine für die Lauer eines Iahres zu bemeffeude Arist zur Arbeit ohne die Wechselfälle parlamentarischer Behinderung zu gewähren. i Ich hielt dies für notwendig, da ich in dieser Regierung die einzige und letzte Möglichkeit sehe, auf verfassungsmäßigem Wege der Gefahr des Verkommen« von Volk und Reich vorzubeugen. Ich glaube, Sie, Herr Prälot, richtlg verstände» .zu haben, wenn ich aus dieser Unterhaltung den Schluß zog, daß das Zentrum augenblick- lich in der derzeit gegebenen Zu- fammensetzung des Reichskabinetts keine genügend große Basis mehr für eine direkte eigene Beteiligung an der Regierung zusehen vermeint. Das Zentrum würde aber unter Umständen be- reit sein, eine der parlamentarisch üblichen Tolerierungen zu erwägen. Ich habe Sie. jherr Prälat. Nim gebeten, in Ihrem engsten, für die Politik des Zentrums verantworU'chen Führer- kreis oielleich gütigst fssisrelle» zu wollen, ob überhaupt grundsätzlich mit emer Geneigtheit zu rechnen sei, der neuen Regierung etwa m der Form einer einjährigen Vertagung des Reichstages die bei der derzeitigen Arbeits- Unfähigkeit dieses Instrumentes nötige Freiheil .zur Erfüllung ihrer Aufgaben zu geben. Denn Tolerierungen von heute auf morgen zwingen Regierungen zu einer ähnlich bemessenen Politik. In Ihrem Brief stellen Sie, Herr Prälat, nun in präzisester Form eine so große Anzahl von Fragen, daß deren eingehend« Beant- Wartung überhaupt nur dann einen Sinn haben konnte, wenn die grundsätzliche Bedingung, ob mit einer solchen einjährigen Frist emer ruhigen Arbeit der Reichsregieruna gerechnet werden kann, vorher klargestellt scheint. Dies ist aber unterblieben. Ich entnehme - daraus, daß eine bindende Zusicherung für diese oder eine ähnlich« Sicherstellung der verfassungs- mäßig heute allein möglichen Voraussetzung für eme gedeihliche Arbeit von feilen des Zentrums nicht gegeben werden kann. Damit aber i erübrigt sich für den Augenblick jede Diskussion über die von Ihnen, Herr Prälat, angeführten > Punkt«. Der Zweck meines Versuches würde da- r durch höchstens in das Gegenteil verwandelt, Denn eine Diskussion der angeführten Punkte ohne das von mir erbetene Ergebnis würde im Ausgange zu einer ebenso unfruchtbaren wie mir unerwünschten Verbitterung führen. Denn ich wage auch heute noch immer zu hoffen, daß. wenn nicht schon jetzt, dann in etner vielleicht nicht zu fernen Zeit eine Verbreiterung unserer Front zur Beseitigung der drohenden innerpolitischen Gefahren in unserem Volk stattfinden könnte. Da ich mithin zu meinem Leidwesen aus Ihrem Briefe eine Klärung der von mir als Boraus- setzung angesehenen Frage einer Garantiefrist für die Arbeit der neuen Regierung nicht ent> nehmen kann, die Zeit aber drängt und ich alle Möglichkeiten vor Gott und meinem Gewissen er- schöpfen will, der neuen Regierung ihre Arbeit zur Rettung der Nation auf dem Boden der Verfassung zu ermöglichen, sehe ich mich gezwungen. d«m Herrn Reichspräsidenten vorzuschlagen. damit einen letzten Appell an das deutsche Volk selbst zu richten. Mit der Hoffnung und der Bitte, daß die zu Ihrem Parteifreunde Dr Brüning und zu Ihnen selbst Herr Prälat, angeknüpften per- sönlichen Beziehungen dadurch nicht ab- gebrochen werden, bin ich Ihr ergebener gez. A d o l s H i t l« r." Kaa« verwahrt«ich Pralat Kaas hat auf das Schreiben des Reichskanzler, m folgender Weise geantwortet: Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Auf das gefällige Schreiben vom gestrigen Abend beehre ich mich, Ihnen folgend« Feststellungen zukommen zu lassen: Wie sich aus dem amtlichen, mit Herrn Reichs- minister Dr. F r i ck oereinbarteu Kommunique ergibt. habe ich namens der Deutschen Zentrumspartei als Boraussetzung für eine Stellungnahme zur Frage der Tolerierung eine Reihe von sachlichen Fragen gestellt, deren Beantwortung durch Sie. Herr Reichskanzler, vorhe halten blieb. Die Fixierung dieser Fragen habe ich, Ihrem Wunsche Rechnung tragend, mit besonderer Beschleunigung fertiggestellt und sie Ihnen mit einigen Ergänzungen unter genauer Einhaltung des mit Ihnen vereinbarten Termins am Rachmittag desselben Tages, Z Uhr, zukommen lassen, damit ihre Beantwortung ohne wetteren Zeitverlust erfolgen könne und wir in die Lage versetzt wurden, die Frage der Tolerierung in dieser oder jener Form wenigstens in summarischer Erkenntnis des beabsichtigten Regierungskurses zu entscheiden. Eine Vorwegnahme dieser Entscheidung vor wenigstens summarischer Beantwortung dieser Fragen ist von mir in keiner Weise zugesagt worden. Sie konnte nach Lage der Sache auch nicht in Frage kommen. Zu den Vorverhaudluugeu. die zur Bildung des ueueu Sabioetks sührten, Ist die Zeutrumsparlei ebenso wie die Bayerisch« Volksparlei durch den Vertrauensmann des Herrn Reichspräsidenten bewußt ausgeschaltet mordest trotzdem der Auftrag des Herrn Reichspräfideuleu in erster Linie auf die Feststellung der etwa vorhandenen WehrheUsmöglichkelte» lautete. Die Deutsche Zentrumspartoi war Mo ohne Kenntnis der fachlichen Abmachungen, auf Grund deren die jetzig« Regierung zu arbeiten gedenke. Tolerieren kann man verantwort- licherweise nur, was man wenigstens in den wesentlich st en Grundzügen kennt. Unsere sachlichen Fragen sollten diese Klärung bringen. Wenn ihre Beantwortung auch wir im wesentlichen den Anforderungen entsprochen hätte, die unser Gewissen zur Sicherung gegen verfassungswidrige, wirt- schaftsschädigende, sazialreaktio- näre und währungsgesährdendx E x- perimente uns zu stellen befahl, würde die Zentrumspartei in Übereinstimmung mit ihren siaats politischen Grundsätzen und.ihrer lll.MMter. inotlamierten Haltung, im Bewußtsesn der Schwere der Stunde, in uneigennütziger Sachlichkeit bereit gewesen sein, der Regierung die Arbeit zu ermöglichen. Auf Grund freundschaftlicher Fühlung mchme mit der Bayerischen Bollspartei war sie gewiß, daß deren Haltung durchaus von gleichen Erwägungen bestimmt war. säumige Zahler v\/cchstl Reichskanzler Hitler:„Ihr kommt, meine uneingelöstcn Wechsel zu präsentieren. Gut, ich stelle Euch einen neuen Wechsel dafür aus— Laufzeit vier Jahre!" Daß mau die u» Zuge begriffenen verhaud- lungeu plötzlich abbrach, daß mau nach so vielen unnütz uerlaueu Wochen nicht mehr die Geduld aufbrachte, die est», oder zwei- mal 24 Stunden zu wartest stmerhalb deren die Beantwortung der Frage« und damit die notwendige Klärung durchaus möglich gewesen wäre, ist lief bedauerlich und von ander«, zu verantwortest aber nicht von uns. Nachdem so ohne jede Mitverantwortung unsererseits aus Gründen, die ich, Herr Reichskanzler, offengestanden, nicht zu begreifen vermag, der von mir seit langem mit innerster Ueberzeugung vertretene Sammlirngsgedanke der aufbauwilligen Kräfte wiederum geschertert ist, tonn ich nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß der bevorstehende durch den Abbruch der Verhandlungen regierungs- saftig herbeigeführte Wahlkampf so geführt werde, daß der Wille zur Sammlung, in dem ich nach wie vor die einzige Rettungsmöglichkeit für Volk und Staat sehe, nicht zerstört wird. Angesichts der Lalsache, daß die amtliche Verlautbarung äber die Auflösung de? Reichstaes sich aus die uurichkiae Behaup- luug stuhl, daß eine Wehcheltsbildung sich als unmöglich erwiesen habe, glaube ich mich ver- pfsichlek, dem Herrn Letchspräiideuten Abschrift dieses Schreibens vorlegen zu lasten Zudem ich Sie. sehr verehrter Herr Reichs- Gegen Gefchichtsklitterung! Wer hat vierzehn Jahre regiert? Adolf Hitler Hot gestern wiederholt von vier- zshnjähriger Mißwirtschaft des Marxismus ge- sprochest Auf solchen Redensarten, ebenso wie auf der Dolchstoßlegende, beruht ja zum großen Teil die ganze nationalsozialistische Agitation. Ein einfacher Blick in einen beliebigen politischen Alma noch beweist aber, daß diese Behauptung die geschicht lichen Totsachen aufden Kopf stellt. Sell dem November Iglb hat der„Marxismus" insgesamt nur in folgenden Zeitabschnitten Anteil an der Regierung Deutschlands gehabt: Allein r e g i e r t hat die Sozialdemokratie insgesamt nur vom 0. November 1918 bis zum Zusammentritt der Nationalversammlung in Wei- mar am 13. Februar 1919. insgesamt vierzehn Wochen. Als Teilhaberin von Koalitionsregie- r u n g e n, in denen sie niemals auch nur über die Mehrheit, meist itur über ein Drittel der Ministeriitze verfügte, war die Sozialdemokratie Regierungspartei in folgenden Zeiten: Vom 13. Februar 1919 bis zum 21 Juni 1920 (Kabinette Scheidemann, Bauer und Hermann Müller), insgesamt ein Jahr fünf Monate. Vom 19. Mai 1921 bis zum 22. November 1922 (Kabinett Wirth), insgesamt 19 Monate. Vom 13. August 1923 bis 39. November 1923 (Kabinett Stresemann) insgesamt 3li Monat«. Vom 29. Juni 1928 bis zum 30. März 1930 Kabinett Hermann Muller), insgesamt 21 Monate Wacht insgesamt 84 Wonole— also 5K Zohr. Von den 14 Jahren und 3 Monaten fest dem Zusammenbruch des kaiserlichen Regimes Ist also ohne die Sozialdemokratie und zun, Teil in schärfstem Kampfe gegen die Sozialdemokratie fast 9 Jahre lang regiert worden! Die Deutschnationalen, deren Führer den Wahlaufruf Hitler» mitunterzeichnet hat. haben unter Luther. Dr. Marx und von Papen über drei Jahre lang regiert, sogar als stärkste Koalftionspartei! So sieht die Wahrheft aus! Eins seltsame Lelhstheziditigung der Regierung Den Redaktoren der Hitlerschen Regierungserklärung ist e»n peinliches Unglück passiert. In dem Aufruf, der uns jetzt vom Rundfunk nach dem Rezept„We zwei Stunden einen Kinder- löffel voll" serviert wird, finden sich die Sätze: 14 Jahre Marxismus haben Deutschland rui- niert... in 14 Jahren haben die November- Parteien den deutschen Bauernstand ruiniert. In 14 Jahren haben sie eine Armee von Millionen Arbeitslosen geschaffen. !4 Jahre— das ist der gesamte Zeitraum vom Zusammenbruch des alten Systems bis zu Hitlers Regierungsantritt. Zu diesen 14 Jahren gehören auch die sechs Monate des Jahres 1932, in der der jetziac Vizekanzler der Hiller Regierung, Herr von Papen, pls Reichskanzler sein„autoritäres" Kabinett leitete. Zu den 14 Iah- ren gehören auch die drei Jahre von 19ZS bis 1928, in denen die von Herrn Hugenberg, dem jetzigen Reichswirtschaftsminister Hitlers, ge- sühnen Deutschnationolen bestimmend in der Reichsregieruna saßen Der Ausruf der Regierung schließt daher oegen den Vizekanzler von Papen sowie gegen den Wirt- ichasts- und Ernährungsminister Hugenberg den kränkenden Borwurf ein, Deutschland und den Bauern st and ruiniert sowie die Arme« von Arbeitslosen mit geschaffen zu haben. Das ist eine starke Un- freundlicbkeit. mit der sich die Betroffenen aus einanderseßen Mögen Die Bevölkeruna aber darf fragen: Warum beruft Hitler zwei Männer in seine Regierung, denen der eigene Regierungsauf- ruf völliges Versagen und Ruinierung Deutschlands bescheinigt?—- Seltsam! Seltsam! kauzler, loyalerwrtse von dieser meiner Absicht in Kenntnis sehe, bin ich mit dem Ausdruck vorzüglicher hochschähuvg Zhr ergebener gez. Kaas. Varsttzender der Deutschen Zeutrumsparlei. Die Bayerische Volkspartei an Hindenburg Der Vorsitzende der Bayerischen Bolkspartei. Staatsrat Schäfser, hat an den Herrn Reichspräsidenten folgendes Telegramm gerichtet: „Durch die Begründung der Auf- lasungsorder, daß sich die Bildung einer arbeitsfähigen Mehrheft als nicht möglich herausgestellt hat, sehe ich mich gezwungen, bezüglich der Bayerischen Volkspartei sachlich zu wider � sprechen und festzustellen, daß die Bayerisch« Voltspartei, die ihren grundsätzlichen Willen zur Mftarbeft am nationalen Wiederaufbau als be- kannt voraussetzen mußte, überhaupt zu Verhandlungen nicht herangezogen worden ist." Kaa» an Hindenburg Gleichzeitig hat Prälat Dr. Kaas an den Reichs- Präsidenten von Hindenburg folgendes Schreiben gerichtet: Sehr verehrter Herr Reichspräsident! In der Auflöfungsverordnung des gestrigen Tages wird als Grund für die vollzogene Auflösung angegebest Saß sich die Bildung einer arbeitsfähigen Mehr- Heft als nicht möglich herausgestellt habe. Die Deutsche Zemrumspartsi nimmt Veranlassung, gegen diese den tatsächlichen Bor- gängen nicht entsprechende Begrün- dung Einspruch einzulegen, da die mit ihr begonnenen Besprechungen seitens der Re gisrung sachlich nicht weitergeführt worden sind und oh n e st ichh altigen Gru nd vor Herbei nihrung einer wirklichen Klärung abgebrochen wurden. In der Anlage beehre ich mich. Abschrift eines Schreibens an den Herrn Reichskanzler«rgebenst beizufügen, aus dem Sie, Herr Rsichspräs'chent. die näher« Begründung dieses unseres Cinspruchs eMnehmen wollen. Mft dem Ausdruck ausgezeichneter Hochschätzung ergebenst gez. Kaas, Vorsitzender der Deutschen Zentrumsparte!. Kühlers RttcktrittsgesuK Platz kür einen Nationalsozialisten Der Reichskommissar für das preußische Kultus- Ministerium Professor Dr. Kahler hat am Donnerstagvormittag dem Rsichskommistar für Preußen, von Papen, fem Rücktr'ttsgesuch überreicht. Papen hat das Gesuch entgegengenommen. Prof. Kahler wird die Geschäft« bis zur Ernennung seines Nachfolgers weiterführen. Das Reichslabmett trat am Donnerstag um 18 Uhr zu einer Sitzung zusammen, die kurz nach l9 Uhr beendet war. Es fand sine Aussprache i£>«r die allgemeine politische Lage statt. Be lchlüsse wurden nicht gefaßt Die Besprechung wiick» in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. ferner beschäftigte sich am" Donnerstag der Sied- lungsausfchuß mit dem Vollstreckungsschutz Reichstagsabgeordneter Koeueu(Komm) ist aus Oesterreich ausgewiesen worden, weil er in einer Versammlung auch über Oesterreich gesprochen haben soll. Das darf er als Ausländer nicht. Der Reichstagsabgeordnete Habicht(Nsoz.) hat, sogar im Freien, über Oesterreich gesprochen, er wird nicht ausgewiesen. FREITAG, 3. FEBRUAR 1933 ZWEITE BEILAGE -@- Da« leimte Qe/präch Sine Qefchichte vom Wedding/ Don Mberi Daudiflel (Schluß,) Fritz sagte-.„Komm, wir haben noch Zeit; wir gehen auf den Rummel!" Drehorgeln spielten alte und moderne Schlager durcheinander. Das Orchestrion des elektrischen Riesenrades schmetterte Militärmärsche. Da- zwischen bimmelten die Budenglocken. Die Gassen vor den Zelten waren verstopft von Frauen und Männern und Burschen und Mädchen. Fritz und Lieschen drängten sich in das Menschengewühl. An einem großen Zelt blieben sie, zwischen die Neugierigen eingekeilt, stehen. Und der Ausrufer schrie:„Weiter, meine Herr- schasten, sehen sie hier in„Aschenbrenners Menschenschau" die schlimmsten Schweroerbrecher der Welt! Sie sehen sie nach der Verbüßung ihrer furchtbaren Strafen! Es sind Männer und Frauen! Menschen, die ihr halbes Leben gut waren, dann aber— wie der berühmte Staats- anwalt Credori schrieb— zu Gemeinen untersten Grades wurden, zu Bluthunden, zu Mördern, zu Raubtieren gefährlichster Gattungen! Sie sehen bei uns in der achten, in der letzten Ab- teilung den Pavillon der Lebenslänglichen! Wir zeigen Ihnen, meine Herrschaften, keine Wachs- oder Gipsfiguren! Alle sind echt! Alle sind aus Fleisch und Blut wie auch Sie! Wir führen sie Ihnen vor in Originalgefangenenzellen, in Originalsträflingskleidung und in Originalfefselun- gen! Sie, meine herrschafien, dürfen mit ihnen sprechen! Der Wärter ist der Dolmetscher! Damen mb Herren mit schwachen Nerven ist der Eintritt in unsere Abteilung acht nicht zu empfehlen! Jugendlichen ist der Zutritt zu allen Abteilungen niait verboten! Ja, gleich beginnt die neue Vor» stellung. die letzte des Tages! Gleich werden Sie sehen, daß alle die herauskommen, gepackt und erschüttert sind von all dem. was sie bei uns über den Menschen gesehen und erfahren haben!" Lieschen schaute verstohlen zur Seite, aus das Gesicht des Fritz. Er jedoch starrte gebannt auf den Ausrufer. Aus dem Zelt drang gedämpftes Geschrei eines Menschen, jaunernd und stöhnend. „hören Sie. meine Herrschaften!" rief der An- sager,„das ist die Stimme des Raubmörders Georg Weißbart! Er hat wieder einen Anfall! Nach dreißig Iahren schweren Kerkers kann er es immer noch- nicht begreifen, wie es möglich war. daß cr zur Bestie wurde! Es ist grauenhaft! Und keiner weiß, was einem noch zustoßen kann!" Das Geschrei im Zelt verstummte... Der Aus- rufer nahm das Megaphon an den Mund und schrie: „Und nun meine Herrschaften stellen wir Ihnen unsere Hauskapelle vor, lauter schwer vorbestrafte Iungens aus allen Volksschichten, die insgesamt 27S Jahre Zuchthaus hinter sich haben!" Aus dem Zelt drangen Entsetzensschreie vieler Frauen Lieschens Antlitz wurde knochenbleich, Und ihr Mund klaffte, während der Ansager schrie: „Das. meine Herrschaften, war das letzte Zeichen! Gleich beginnt die neue Vorstellung!" Die Matrone rief blechern:,, Zur Kasse! Zur Kasse!" Und die Hauskapelle spielte mit Trom- peten, Pauke Trommel und Ziehharmonikas den Haussong:„Das Lied der armen Leute..." Die Neugierigen strebten in die„Menschen- schau"; und die Ergriffenen kamen heraus. S--»ck,en und Fritz blieben, so ganz von selbst, in- mitten der Menschenströmungen stehen. Fritz sagte zwischendurch:„Ist's nicht zum lochen, daß es Leute gibt, die unser ganzes Elend, ms doch die Erwachsenen über uns brachten, ein- fach„Krankheit der Jugend" nennen!. O— ich möchte so jung sein, wie ich es meinem Geburts- datum nach bin und nichts wissen von unserem Elend! Ich möchte so leben, wie ich es mir wünsche: Arbeit haben und froh darüber sein können!" Lieschen entgegnete:„Acb. Fritz! Wenn du wüßtest, wie es in mir aussieht!" „Aber wie mag es dadrinnen aussehen? Immer stehen wir bloß davor? Wollen wir heute mal in die Menschenschau hineingehen?" „Am liebsten möchte ich zurück..." „Aber wohin denn?" „Wenn ich es wüßte. Fritz, würde ich es sofort sagen!" „Komm, Lieschen, wir gehen weiter..." Sie zögerte:„Wenn wir älter wären, wüßten wir vielleicht, wie wir aus dem Unglück heraus- kommen könnten. Ich habe mir schon den Kops darüber zerbrochen. Ich bin schon bei der Karten- legerin gewesen. Ich war schon so weit, daß ich mir sagte, als ich die Müllerstraße hinaufging, wenn mir bis zum Lausevark sieben weiße Hunde begegneten, hätten wir beide einen glücklichen Zuiall zu erwarten und könnten gute Menschen bleiben Mir ist zum Weinen zumute!" „So komm doch hier weg!", erwiderte Fritz und ging mit ihr weiter durch das Menschen- gewimmel: „Wer haut ihn? Wer schlägt ihn, den Lukas!", rief der Kraftstandbesitzer,„drei Schlag nur einen Groschen, hier kann sich jeder Luft machen! hier bietet sich Gelegenheit, mal Saures auszu- teilen!" Und da wehte der Wind den Lärm des Rum- melplatzes weg; und die Glocke der Kirche schlug »9 Uhr. Erregt stotterte Lieschen:„Bald, bald, Fritz, ist's ja soweit! In einer halben Stunde schon müssen wir gehen, hingehen..." Fritz hastete:„Sei doch nicht so unruhig!" Sie seufzte.„Ich kann schon nicht mehr klar denken- ich bin auf einmal ganz traurig ge- worden: ich möchte mich hier im Dunkel verstecken und losheulen. Ich hätte es dir weiter ver- heimlicht, Fritz, wenn nicht eben die Stunde ge- schlagen hätte, die Stunde... unsere Stunde..." Fritz erwiderte:„Aber was dann, wenn auch du, wie die Hilde und die Anna, nicht mehr flennen kannst?" Verzweifelt antwortete sie:„Ich beneide schon die Toten, weil sie olles überstanden, alles hinter sich haben!" Mein Tod erregt kein Aufsehen. Man hört nicht gerne lachen im Tempel des Todes, weil für einen jeden von uns der Tod Weltuntergang bedeutet(den Untergang der eigenen Welt nämlich), daher auch z. B. von Schopenhauer der Tod als Urgrund alles Grübelns und Philosophierens angesehen wird. Von der tragischen Wirkung des Todes auf andere waren die alten Chinesen so sehr über- zeugt, daß sie sich aus Rache für einen ver- ursachten Schaden am Türpfosten eines Wucherers oder Ehrabschneiders aufzuhängen pflegten— da hat er's dann! Man braucht indessen kein Chinese zu sein, um die Wirkung seines Todes auf eine komische Weise zu überschätzen. Was würden wir sagen, könnten wir die Gespräche unserer Hinterbliebenen mit anhören. Das bloße Maßhalten, das Abgezirkeltsein, über einen ver- nünftigen Punkt Nichthinausgehen einer Trauer. einer Liebe, dünkt mich Idealisten schon als eine leise Art von Ironie Als ich einen Onkel, den um das Leben seiner Frau so sehr bangte, daß er sie niemals allein über die von gutmütigen alten Droschkengäulen und wackeligen Trams be- fahrenen Straßen gehen ließ, nach langjähriger Witwerschaft wiedersah, war ich förmlich schokiert von der genußfteudigen Art, wie der Onkel noch immer seine Lieblingsspeisen verzehrte, seinen Lieblingstabak schmauchte und seine Lieblings- witze machte— ohne seine unentbehrliche Marianne. Mein bester Freund, der, als er die Nachricht von meinem Tode erhielt, mitten in der Arbeit war, hörte nur mit halbem Ohr dem Landfuhr- mann zu, welcher die Sensation zum besten gab. Er diktierte seiner jungen Frau Briefe, die sie in neckischem Galopp heruntertippte, und es war eigentlich nicht der Moment, ihm mit Todes- Nachrichten zu kommen. Der Fuhrmann hatte die Sache auch nur gesprächshalber dem Kinder- mädchen erzählt die ebenfalls nur zuhörte, um solchermaßen einen kleinen Flirt anzubahnen und sich zwischendurch mit ihrem Schützling beschäftigte. Es war eine gemischte Szene, die ich, ungesehen an der Fensterbrüstung des Landhauses lehnend. beobachten konnte. Mein Freund glaubte vorerst sich verhört zu haben und fragte, den Fluß seines Diktates unter- brechend:„Wirklich, geht's ihm so schlecht." Der Furhrmann:„Der Schlag hat ihn getroffen: er ist hin." Mein Freund:„Ja, um Gotteswillen, wo liegt er denn?" DerFuhrmann:„Draußen auf der Wiese." Mein Freund(in wachsendem Staunen, ohne die Fassung zu verlieren):„Wieso? Seit wann?" Der Fuhrmann(gleichgültig):„Seit gestern Mittag!" Mein Freund:„Was, der S). liegt seit „Das kommt zu allerletzt!" erwiderte Fritz schroff,„vorläufig nicht daran denken! Freiwillig gehe ich nicht aus dieser Welt! Ausgeschlossen!" Halblaut sagte Lieschen:„Die Stadt hat Ka- näle, viel breiter und weicher als mein Bett. Und was ist schon dabei, wenn am Morgen ganz stille, vielleicht vor oder hinter einer alten Ma- tratze ein totes Mädchen treibt!" Erschrocken erwiderte Fritz:„Geh du, Lieschen. ruhig nach Hause. Ich rate dir! Du bist zu schade..." „Ich zu schade? Haha! Komm!", betonte sie. „wir müssen weiter! Wir dürfen nicht stehen bleiben! Die Angst steckt an!" „Hast Recht!", sagte Fritz entschlossen,„ich wollte, es wäre schon vorüber..." Sie schwiegen. Unvermittelt jedoch eiferte sie:„Fünf Minuten haben wir noch Zeit! Noch einmal möcht ich leben. Aufleben! Komm. Fritz, komm noch ein- mal in die Riesenschaukel!" Sie liefen hin und stiegen ein. Und während sich das große Rad, an dem die offenen Kabinen hingen, zu drehen begann, sagte Lieschen, indem sie sich an ihn schmiegte-„Ach. Fritz, wenn ich es dir sagen könnte, wie wohl ich mich immer fühlte, wenn du bei nur warst!" 24 Stunden tot auf der Wiese? Warum hat man ihn denn nicht wenigstens nach Haus' gebracht?!" Der Fuhrmann(entrüstet):„Vielleicht gar noch aufgebahrt! Der H soll warten bis der Schlächter kommt und Wurscht aus ihm macht. Dazu taugt er noch, der olle Gaul." Der Freund ist endlich ganz bei der Sache und sagt menschlich empört:„Ja, was fällt denn ihnen ein, von einem Toten s o zu sprechen." Der Fuhrmann(erstaunt):„Von meinein Gaul, dem- Hansl kann ich doch reden wie ich will." Die helle Stimme der jungen Hausfrau flog lachend durch den Raum, als es klar wurde, daß nicht ich, sondern der alte Gaul des Fuhrmanns tot aus der Wiese lag, und das Lachen verbreitete sich, trotz aller Betroffenheit, sowie mein Kopf im Fenster sichtbar wurde. Ich lachte selbst mit. Aber ich hatte mir oft, wenn es mir in meinem unvernünftigen Lebens- lauf an den Kragen zu gehen schien, den bitteren Augenblick durch die Vorstellung zu versüßen ver- sucht, wie niederschmetternd die Todesnachricht auf meine besten Freunde wirken würde. Das tu ich nicht mehr. So nett sie waren, die Wirkung habe ich mir anders vorgestellt. Die Truhe des Fräulein Trude. Im Tempel der Liebe sollte ein Ianuskopf stehen, denn die Liebe hatte zwei Gesichter, ein lächelndes und ein ernstes, notwendigerweise stets bereit, das eine in das andere überzugehen, und jedes, für sich allein gedacht, nur eine Art Karikatur der Liebe. Man lächelt sich ja auch wohl nur deswegen so gern an, um über den Ernst der Angelegenheit hinwegzutäuschen und nebenher ein bißchen Reklame für seine guten Zähne zu machen. In der deutschen Literatur wurde das ernste, strenge Antlitz der Liebe so sehr überbetont, daß man sich in diesen Tagen, wo in Frankreich längst wieder eine neue Anständigkeit sozusagen modern geworden und in England noch die alte am Ruder ist, gar nicht genug tun kann im Bagatellisieren aller nicht physiologischen Begleiterscheinungen, die die Liebe unweigerlich nach sich zieht oder die ihr vorangehen. Es gibt gewiß in Deutschland eine erkleckliche Zahl angelesener oder nach dem Leben kopierter Dämoninnen, Bachantinnen und anderer Erotikerinnen. die sich schleunigst in solide Frauen verwandeln würden, wenn ihnen jemand auto- ritativ versicherte, daß sie dann auch noch mit- zahlten und nicht etwa unmodern und„bereits längst überholt" wären. Aber wie verhält sich der Fall mit dem Fräulein Trude____, denn man kann wohl zwei Gesichter haben, aber kann man denn auch zwei Charaktere haben? Trudes immer flirtbereites Gesicht nimmt einen Zug tiefsten Ernstes an, wenn sie vor ihre Truhe hintritt, in der sich ihre Heiratsausstattung anhäuft. Es ist für sie eine leichte Sache, den Fritz mit einem Franz zu wechseln, den Erich mit einem Erwin, sie scheint so gar nicht an's Heiraten „Fühlte, wenn ich bei dir war? Ich bin doch bei dir! Wir sind doch beieinander!" Langsam wurde die Kabine in die Höhe ge- hoben. Wirr stierte Lieschen in die Tiefe, die immer mehr und mehr zunahm. Beängstigt forschte Fritz:„Wie ist das schön, Lieschen, sich noch mal so frei zu fühlen wie jetzt hier oben! Aber was ist dir?" Dos Riesenrad begann seine zweite Umdrehung. Und da erst antwortete Lieschen verdattert:„Ja, wie soll ich's dir erklären? Nimm hall mal an, du wärst ganz müde geworden; und auch die ganze Qual wärst du mit einem Male los, so wie ich! Dir würden, Fritz, vor lauter Müdesein die Augen zufallen, du würdest dich hinlegen, einfach dem Wunsche nach Ruhe hingeben..." Sie erhob sich. Ihre Kabine halle den Höhepunkt der Umdrehung erreicht.„Und, und, und...", redete sie, atemlos vor Hast auf ihn ein. Und noch bevor Fritz zugreifen konnte, sprang sie über Bord. Die Menschen schrien. Dann herrschte Totenstille. Fünf Minuten hielt das Schweigen an. Die Uhr schlug neun. Und der Rummel be- gann von neuem. Und als in der Nacht der Regen die Bogen- lampen verschleierte und der nasie Asphalt in der Müllerstraße wie gewichst aussah, da summten alte Mädchen, die noch in Haustllrnischen lauer- ten, ein fremdes Lied der Liebe. Sie wußten nicht, was sie summten: aber ihre einsamen Seelen ahnten es. denken zu wollen, so ungeheuer modern ist sie, und doch wird sie nachdenklich, kommt wieder ein- mal auch nur ein kleines Zuckerdöschen, ein Ouirler oder ein Handtuch, das Dutzend vollmachend, zu dem bereits vorhandenen gestickten Bettüberzug, den rosaroten Pyjamas und himmelblauen Kasserolen hinzu. Wozu soviel Interesse für kleine Dinge einer Zukunft, für die das Hauptobjskt noch gar nicht ernstlich ins Auge gefaßt wird? Was ist die Heiratsäusstattung ohne den Mann? „Sehr einfach", erklärte mir das befreundete Fräulein Elfriede, lächelnd über den ewigen Un- verstand der Männer.„Solange die Ausstattung unvollkommen ist, tobt sich die Trude eben noch aus, genießt ihr Leben, wechselt ihre Begleiter nach Gutdünken und Laune, aber gerade nur deshalb, weil sie weiß, daß einmal die Truhe voll sein wird und in diesem Moment das freie Leben ein Ende nehmen muß. Dann wird das Haupt- objekt, der passende Mann, gesucht und aus Trude wird die allersolideste Hausfrau." „Das heißt, sie wird den Hausstand ernst neh- men und über den Mann lächeln", sagte ich mit einem Blick auf die Truhe, weiche erst halb voll war und noch manches Abenteuer zuließ. ffliflorifche ttlinialuren Sie fünf Evangelien. Als David Friedrich Strauß sein um- illälzendes Werk„Das Leben Jesu" herausbrachte, fand er init den darin vertretenen Thesen durchaus nicht überall Zustimmung. Zu seinen Gegnern in der engeren württembergischen Heimat zählte vor allem der alte Schulinspizient R., der seinen Landsmann in gelehrtenhafter Verbissen- heit am liebsten mit Feuer und Schwert bekämpft hätte. Dessenungeachtet drang das warm und lebendig geschriebene Werk nicht nur in theologische Kreise, sondern eroberte sich auch das Volk selbst, und Debatten über das Buch im Familienkreise waren an der Tagesordnung. Der Name Strauß wurde bekannt und populär bei jung und all. Der all« Herr Schulrat und Strauß-Gegner inspizierte nun eines Tages das Gymnasium einer kleinen württembergischen Stadt. Die Religions- stunde verlief zu seiner Zufriedenheit; durch einige wenige Fragen nur wollte er sich selbst von den Kenntnissen der Kinder überzeugen. „Wer kann mir sagen, wieviel Evangelien es gibt?" Der Primus meldet sich.„Nun?" „Fünf, Herr Schulrat." „Fünf? Wieso fünf? Willst du st« mir einmal aufzählen?" Der Primas meldet sich.„Nun?" „Da hawwe m«r also es Evangelium«rfchtens vom Matchäus, zweitens vom Markus, drittens vom Lukas, viertens vom Johannes— un fünftens vom Herrn Strauß!" Memo. ' B Qellichler in Tempeln SEwei kleine Sieirachiungen/ Don SCeinrich Stemmer Rauhe Haut! Die leere Schublade Oder: Die Rettung des deutschen Arbeiters ,,$ic nationale Regierung wird das große Werk der Reorganisation der ZVirtschast unseres Volkes mit zwei großen Bierjahres- Plänen lösen." Also sprach chitlcr als Reichskanzler im Rund funk. Als er noch nicht Reichskanzler war, vor. kirndets er in Versammlungen, er habe ein Programm zur Rettung Deutschlands fix uird fertig in der Schublade liegen. Aber erst wenn er Reichskanzler sein werde, würde er sein Pro gramm enthüllen. Run hat Hitler die Schublade ausgemacht. Und was war drin? Ein.großer Bogen weißes Papier, auf dem als Titel zunächst zu lesen ist: ..Zwei große Vierjahres- Pläne." schlagt man den Bogen auf, dann findet man auf der zweiten Seite:„1. Arbeitsdienstpflicht, 2. Siedlung." Weiter ist Hitler offenbar noch nicht gekommen. Um die Enttäuschten ob der inhaltslosen Rund- funkrode einigermaßen zu trösten, wird jetzt ge- sagt, die Rundfunkrede sei nur eine Kundgebung und nicht eine programmatische Erklärung. Schön. Cs bleibt aber die zweimal vierjährige Arift. es bleibt die Arbeitsdienstpflicht. Fixigkeit ist keine Hexerei. Hitler, der große Zauberer, hält also nichts von der Fixigkeit. Obwohl Hitler selbst nur das Zauberwort Ar- beitsdienstpilicht ausgesprochen hat, ohne sich aus vielleicht peinliche Einzelheiten einzulassen, haben wir in seinem berufenen Ausleger Oberst h i e r l einen durchaus zuverlässigen Kommentator. Nach hierl sollen die jungen Männer wie die jungen Frauen ein Jahr Arbeitsdienst- Pflicht absolvieren. Wenn man einen Jahrgang auf 700 000 schätzt, so denkt man zunächst: Und die anderen sieben INillionen Arbeits- losen? Was geschieht mit ihnen?— Ansiedeln? Wo gibt es genügend Land, um sieben Millionen, um auch nur eine Million anzusiedeln? Ganz abgesehen davon, daß mit einer solchen Siedlung gewiß niäzt die Absatzmöglichkeiten der LandwinschaU (die auch gerettet werden soll), behoben werden. Die zweite Frage zur Arbeitsdienstpflicht ist die Z i n a n z s r a g c. Selbst wenn die Arbeits� dienstpflicht nicht teurer wäre als der freiwillige Arbeitsdienst, so würde das immerhin schon eine jährliche Ausgabe von über 400 Millionen nur an Unterhaltung der Arbeitsdienstpflichtigen bedeuten Da außerdem ein großer Führer- stob, der Bau von Kasernen usw. notwendig wäre, würde, besäzeiden gerechnet, eine jährliche Mehrausgabe von 500 Millionen erforderlich sein. Was sicherlich nicht zur Verminderung des Defizits beitragen, noch zur her- absetzung der Steuern führen würde. Die S. Frage ist die Beschäftigung. Für die 200 000 Arbeitswilligen war es schon unmög- lich, nur„zusätzliche" Arbeiten für die Dauer van 20 Wochen zu beschassen, ohne Arbeitern und Unternehmern Arbcitsmöglichkeiten des freien Ar- beitsmarkts zu nehmen. Bei 700000 ganzjährig 'Beschäftigten würden nicht nur Wegebauarbeiteu aller Art einfach der freien Lohnarbeit entzogen werden. Das Baugewerbe und seine Nebenberufe, die Landarbeit, die Oberbauarbeilen der Reichsbahn, die Masserbauarbeilen usw. würden künftig zur Domäne des Arbeiksdienstes werden. Dabei braucht man sich über die Qualität und Naziparole Ltille,»tili«, kein Geran»cK gemacht Die Nazipresse schweigt sich, soweit man bis jetzt beobachten kann, über die Z c r st ä r u n g des R e i ä) s a r b e i t s m i n i st e r i u m s. der ersten Tat der Hitler-Regierung, in allen Tonen aus. Jedenfalls ist weder im„Völkischen Beobachter" noch„im„Angriff" etwas über-die Zerstörung des Arbeilsministeriums zu lesen. Das ist eine denn doch zu weit gehende Be- scheidsnheit. Niemand soll sein Licht unter den Säieffel stellen! Da ist nun endlich Hitler an der Macht, und da zeigt nun seine Regierung, was sie kann, und nun wissen die Naziblätter nichts Besseres zu tun, als die Leistungen Adolf Hitlers und seiner Ministerkollegen der Welt zu ver- schweigen. Das geht denn doä) nicht. Die Hitler-Regierung hat das Arbeitsministerium zerschlagen. Warum soll das verschwiegen werden? Ehre, wem Ehre gebührt! Beigelegter Konflikt Der Konflikt in der Färberei und chemischen Waschanstalt von S p i n d l c r in Spindlersfeld, über den wir bereits berichteten, ist durch Ber- Handlungen zwischen der Betriebsleitung und der Vertretung, der Belegschaft beigelegt war- den. Durch diese Verhandlungen konnte ein Teil der von der Firma diktatorisch angeordneten Lohn- lürzungen abgewendet werden. Wenn die Abwehr des Lohnabbaudiktats nicht aanz möglich war, so vor allem deswegen, weil van einem Teil der Belegschaft durch Arbeitsleistungen, wie sie ohne gesundheitliche Schäden auf die Dauer nicht vollbracht werden können, A k k o r.d ü b e r n e r d i c n st e erzielt Warden sind, die das tariflich zulässige Maß weit über- schritten. Angesichts der kargen Wachen- Verdienste infolge der anhaltenden Kurzarbeit ist diese Akkardschinderei menschlich zwar zu ver- die Wirtschastliäzkeit des Arbeitsdienstes keine fcm- derlichen Hofsnungen machen, Das Ergebnis wäre also auf der einen Seite Vermehrung des Defizits, Zwang zu neuen Steuern, auf der anderen Seite Vermehrung der Arbeitslosigkeit und Verteuerung der öffentlichen und Bauarbeiten. Ein wahrhaft genialer Plan, den Hiller poetisch iolgendermaßen umschreibt:„Rettung des deut- jchen Arbeiters durch einen gewaltigen und um fassenden Angriff gegen die Arbeitslosigkeit." Wie diese„Rettung" siä) praktisch auswirken muß, werden wir in einem zweiten Artikel zeigen. stehen, aber trotzdem zu verwerfen. Solche Racke- rei röcht sich nicht nur bei einer der Firma passenden Gelegenheit am Lahnbeutel, sondern mit der Zeft auch am eigenen Körper. Die Spindler- belegschast wird sicherlich durch den Schaden klug geworden sein. Ehrliche Einheitsfront! Die Berliner Ortsverwaltung des Verbandes der Sattler, Tapezierer und Partefeuiller legte gestern abend im Gewcrkschaslshaus durch den Be- vallmächtigten Genossen Osten vor ihren Funktio- nören Rechenschast ab über ihre Tätigkeit im Jahre 1032. Bei einer jahresduräischnitttichen Arbeits- lasigkeit von rund 63 Prozent— wozu noch die starke Knrzarbest kommt— war es für die Ortsoerwaltung nicht leicht, die Interessen der Bcrbandsmitglieder gegenüber d'en Unternehmern erfolgreich wahrzunehmen. Am einschneidendsten machte siä) im Berichtssahr der Abbau der ü b e r- tariflichen Löhne und der Akkorde bemerk- bar. Das Tarifgcbäude blieb aber intakt. Am Schlüsse des Berichtsjahres bestanden noch in allen Branchen Tarifverträge mit Ausnahme der T a- peziererbranchc, wo kein MaMeltarif, und der K a r o s f c r i e b r a n ch«, wo kein Lohntaris mehr zustande gekommen ist. In finanzieller Hinsicht Halle die Organi- sation im vorigen Jahr eine außerordentliä) schwere Belastungsprobe cmszuhaltcn. Die reinen Beitragseinnahmen der Ortsverwaltung für die Hauptkasse betrugen im vorigen Jahr rund 33 700 M., die'Ausgaben für U n t e r st ü tz u n g s° z meiks allem dagegen rund 64 000 M. 21c Lokalkasie, die außerdem noch aus eigenen Mitteln 21 800 M. Z u s ch u ß u n t e r st ü tz u n g e n zahlte, schloß das Berichtsjahr mit eineni Kassenbestand von 69 690 M. ab gegen 87 728 M. am Schlüsse des Jahres 1931. Genosse Osten gab zum Schluß seines Geschäfts- berichtes noch einen kurzen Ueberblick über die augenblickliche politische Lage. Er ersuchte besonders die kommunistischen Mitglieder der Or- gsnstaiion. vom unehrlichen Encheilssrontgerede endlich ehrlichzur Schaffung einerEin- hoitsfront überzugehen. Seine Mahnung zur Geschlossenheit und Einig- keit fand den ungeteilten Beifall der Funktionäre, die aus eine Diskussion über den Geschäftsbericht verzichteten. Einigkeit macht stark Wie nach dem Verlaus der früheren Versammlungen nicht anders zu erwarten war, brachte die Delegiertenoersammlung des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten am Mittwochvormittag im Gewerkschaftshause ein einstimmiges Vertrauensvotum für die Tätigkeit des bisherigen Vorstandes. Die durch Ortsstatut vorgeschriebene geheime Wahl er- gab die einstimmige Wiederwahl der bisherigen Vorstandsmitglieder, und zwar die Genossen Schneider als ersten, Haber st ockals Zwesten Veoallmääillgten und Junker als Kassierer. Die sonstigen Mitglieder der Verwaltung und ehrenamtlichen Funktionäre wurden ebenfalls ohne jeden Widerspruch bestätigt. Einfache Tatsache Der B u n d der technischen Angestell- tenundBeamten erstritt 1932 für seine Mit- glieder in 2592 Streitfällen 3 4 49 7 59 Mark. Im Jahre 1913 erstritten die beiden Varkriegs- nerbönde, die den heutigen Butab bilden, in 351 Streitfällen 176 077 Mark. Da die durchschmtllichc Mstgliederzahl der beiden Barknegsverbände 1913 ebenso hoch war wie des Billab im vergangenen Jahr, so entfallen auf den Kops der Mit- g l i e d s ch a f t als Erfolg des gewerkschasllichen Kampfes im Rechtsschutz 3,44 Mark im Jahre 1913 und 67,64 Mark im Jahre 1932, Diese einfachen, nüchternen Tatsachen, ohne Balkenüberschrift und Raumverschwendung in die Welt lanciert, zeigen deutlich, wo die Interessen der Arbeiterschaft mit Erfolg verfochten werden. Mit Erfolg— nicht mit Klamauk. Protest des GdA. Die Bundesleitung des GdA. richtete an Reichs- kanzler Hitler und Reichsarbeitsminister Seldte folgendes Telegramm:„Presse und Rundfunk bringen konkret gehaltene Mittellungen über die beabsichtigte herausreißung einzelner Ge- biete aus dem Aufgabcnkreis des Reichs- a r b e i t s m i n i st e r i u m s. Sachliche Gründe für die Aufspaltung des Reichsarbeitsministeriums lassen sich nicht erkennen. Wir prote st ieren, daß über diese die deutschen Angestellten und Ar- beller mitberührenden Fragen Beschlüsse gefaßt werden, ohne vorher die Gewerkschaften auch nur zu hören. Wir erwarten, daß vor der Beschluß- fassung über solche Maßnahmen den versassungs- mäßig anerkannten Berufsvertretungen der An- gestellten und Arbeiter Gelegenheit zur Aeußerung gegeben wird. GdA." Hierzu 2 Beilagen Der„ütorroäits" erscheint wochentaglich zweimal, Soiuctaga und Montags cinnia!. illustrierte Sonntagsbeilage„Volk und Zeit", i Bezugspreise: Wöchentlich 7Z Pf., monallich ZLä M.(daoon$7 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im oaraus zahlbor. Postbezug S.97 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitung. und 72 Pf. Poftbestellaebuhren. Auslanb-abannemcni S,6ä M. pro Plonai; für Lander mit ermäßigtem Druclsachenporto t.65 M. Bei DasfeM der Lieferung wegen böherer Gewalt besteh! lein Anspruch der Abannenlen auf Ersatz./ Anzeige nprerse: Die einspaltige Millimeterzeile 30 Pf.. Reklamczeile l,d0 M.„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pf., jedes weitere Wort 10 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte über 13 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeierzeile 23 Pf. Zamilienanzeigen Millimeierzcile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft. Lindenstr. 3. wochentäglich von 61-, bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I Verantwortlich für Politik: Rudolf Brcndcmuhl; Wirtschaft: S. Klingclhöser; Eewerksmaftsbewegung: I. Steiner; Feuilleton: Kerbert Lepdrc: Lofales und Sonstiges: Fritz Karstadt: Anzeigen: Otto Sengst: sämtlich in Berlin. I Verlag: Borwärts-Berlag ffi. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstall Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 66. Lindenstr. 3. W E RT H E I M Billige Lebensmittel ■■■®" Soweit Vorrat. Zusendung von 5 M an. Leicht verderbliche Artikel werden nicht zugesandt. Kalbsbrust u. Kamm, Pfd. 42 Frisches Fleisch Pf. Ochsen- m jm Suppenfleisch■■§»*1» Pf. Seelachs qz f■ � Kabel'au p,,' J gj Schellfisch Pfd' on■ VT P». Ostseedorsch 3 Pfund an 20 pi. Fr. Karpfen u. Zander Pfd. an pf 36, Kalbskeule o. Haxe, Pfd. 0.54 Kaibsroulade...... Pfd. 0.68 Ochsenschmorfleisch.. 0.68 Ochsenronlade....pfd 0.78 Scbweinckotelett..Pfd. 0.64 Kaßler fri»chgeraucb.,Pfd. 0.68 Rinderlunge...... Pfd. 0.28 Rinderherz u. Backe Pfd 0J6 Rinderzunge....... Pfd 0.68 Fr. Blut- u, Leberw. 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Gemüse Kochbirnen...... 2 Pfd. 035 Tafeläpiel....... 2 Pfd. 0.45 Mandarinen..... 2 Pfd. 035 Jaifaorangen....3 Pfd. 0.55 Rot- u. Weißkohl Pfd 0.05 Möhren gewaschen...Pfd 0.05 Blumenkohl Kopf von an 0.18 Teltow. Rübcfaen 3 Pfd. 0,25 Kartoffeln...... 10 Pfd. 0.28 V. Dose 039 0.46 0.50 0.68 0.70 Konserven Junge Schnittbohnen.. Junge Brecbbohnen... Gemüseerbsen........ Junge Erbsen mittelfein Leipziger Allerlei..... Kolonialwaren Olympiamebl 5 Pfd-BtL 1.15 Kartoflelmehl..... Pfd 0,18 Tafelreis.......... Pfd 0,11 Gelbe Erbsen pol 2 Pfd 035 Gebr. Kaffee 1.90 2.20 2.40 Mfo/n F'a3e>>e wwem ohne. e/as 31 Wellener Riesling.. 0.75 30 Burweil. Schloßberg 0.95 30 Oberemm. Herrenbg. 1.15 Maikamm. Ltr. 0.95 S Ltr. 430 Pute n... Pfd. on 5 8 Pf Hasen gestr. u. ausgeworf., Pfd. an| Bücklinge Pfund 16 pi. Apfelsinen 3 Pfund 38 m. Frische Ananas Pfund von an 55 pi. 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Heilinger, Trenk-Tre- bittch Sonntag 4 Uhr Kampf der Tertia Deutsches Theater Schumannstr.l3a Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr InimlimiliillilnhiHt Prinz von Homburg von Fl, v Kleist Bnliner Thsater Chirlittimtr. 90 OitUiellill Huute 41 Premier* Die Marneschlacht vod Paul JosapD Cnmsn. Oastspiel Iiis MaDD�iimcr Natlmulthutm nose-iotaier irole Fmktirur StriJ« tj Id. Wiidud EI Mll 8 15 Uhr Die Zirkus- Prinzessin Ba Ba B■ Bndowe Bant* Büket notlhusscr Strate ü Oderfeum 3504 8H Uhr Sonntag auch>14 U Wilhelm Bindow Der schar'e Löwe Alte« Heehy Theater im Admihlspalast 8 Rwotd Saunet Manila Mvttua Frahllngsstürme OperettevonWeinborger und Beer Siegie: Heinz Salfcnburg Sskar Somolta Arno, Elster, Hart, Schwanneke u. a, Stettiner Sänger Reichshallen-Th., Dönhoffpl. 8.16, Sonntags 3.30 zu ermüBlgten Preisen Das ✓nÄ groBe Februarprogramm: .„Karneval" 5KEülg5WElT? tnilM Stbolt' U-Situ Hirmaggpl. HiugluiU 101/14 Gr. Boddtierles! a Kapellen Einlaß 7 Ul.r Sonnabends und Sonntags: Gr. A penball Jn �tUtnjuitaal \X\yiäUk�ee Am Mittwoch, dem 1. Februar, verstarb nach kurzem Krankenlager unser lieber Vater August Schacht im 82. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbiiebenen Otto Schacht Martha Kaetner geb. Schacht Die Eiuäscherung findet am Sonnabend, dem 4. Februar, vorm. 10i/i Uhr, im Krematorinm Gerichtstraße statt. andern ou. □ach kurzer Krankheit meine liebe Frau, untere gute Mutter, Schwieger- und Groß- iiarolineOehlhinil geb. Wolf. Im Namen der Hinterbliebenen: August Ceh klopp Lichtenberg, Schillers tr. 21. Einäscherung am Sonnabend, dem 4. Februar, 15 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefbolzstroße. MsdmiEiaMMiliaiii ldUa.~£! AM UNS linieren 9Ki flitebern.tue seaninle. haß anidBltd) her iSinäfitenina des SoUege:. ift ei endet nl tömtlidic-Silruriiume am Sreitagnodtmitiag ab 8 Uhr 9 eidjlo jfei sind Die On.vei wa fon. Laden mit Wohnung Berliner Aimmer, Studie, Stamme ®ciamtctrd6c7i qm. m Beriin N 4t, SBaititr. 9 umitändehather fotort ailnlttg ku vermieten. 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