Abend-Ausgabe Nr. 64 B 30 50. Jahrg. Rebattion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: 7 Amt Dönhoff 292 bis 297 Telegrammabresses Sozialdemokrat Berlin Vorwärts BERLINER VOLKSBLATT DIENSTAG 7. Februar 1933 Jn Groß Berlin 10 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise fiehe Morgenausgabe Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Maulwurfstriegt! Leberwachungsausschuß gesprengt Nationalsozialistische Pläne gegen die Deutschnationalen Es stimmt etwas nicht! Die Warnung des Reichsboten" vor ,, furchtbarstem Zusammenbruch" des gegenwärtigen Regimes, der Jammer der ,, KreuzZeitung" über den unerwarteten Wahlkampf stehen als Symptome nicht mehr allein. Auch die ausgesprochene Hugenberg- Presse beginnt, Alarmrufe auszustoßen. Unter der Ueberschrift Achtung, Maulwürfe" veröffentlicht Dr. Otto Kriegt im Lokal- Anzeiger" einen Auffazz, der offenbar in größter Aufregung geschrieben ist. Ohne Namen zu nennen, polemisiert er mit gröbsten Invektiven gegen die ,, Maulwürfe", die Menschen, Don Stank und Klatsch" leben, die ,, Geistesafrobaten", die Menschen, die so dumm sind, daß sie sich einbilden, sie seien allein berufen, aus Deutschland einen besseren Staat zu machen". Nur mit Mühe erkennt man aus dem aufgeregten Geschreibe, daß mit den Maulwürfen diejenigen Leute gemeint sind, die die gegenwärtige nationalsozialistisch- deutschnationale Regierungskoalition durch eine Koalition des 3entrums mit den Nationalsozialisten ersetzen wollen. Offenbar ist also auch den Deutschnationalen nicht mehr unbekannt, was die Natio= nalsozialisten nach der Bildung der Regierung Hitfer dem Zentrum erklärt haben: nämlich, daß sie sich von den Deutschnationalen bald wieder trennen wollten und dann für das Eingehen einer anderen Verbindung frei sein würden. Man darf annehmen, daß der Vizekanzler Papen solchen Plänen auch nicht ganz fernsteht. Liegt es doch in der Linie feiner Politik, das Zentrum nach rechts hinüberzuziehen und einen Bund zwischen protestantischer und katholischer Reaktion zustandezubringen. Bei den Nationalsozialisten selbst gibt es viele, die das Zusammengehen mit Hugenberg gegen die christlichen Gewerkschaften als eine ungeheure Belastung empfinden, und die lieber umgekehrt mit den christlichen Gewerkfchaften gegen Hugenberg gehen möchten. Dazu kommen dann noch die andern, die nach faschistischem Vorbild Koalitionen nur als Mittel benutzen wollen, um die Alleinmacht zu gewinnen. Man hat die Deutschnationalen gebraucht, weil ohne sie die Ernennung Hitlers zum Kanzler niemals zu erreichen gewesen wäre; man glaubt vielleicht für einige Zeit noch das Zentrum zu brauchen, um gewisse Arbeiterfreise zu beschwichtigen; aber schließlich möchte man doch beide Parteien als Leitern benützen, an denen man emporsteigt, die man aber umwirft, wenn man oben ist. Das Bestehen solcher Absichten hat man im deutschnationalen Lager erkannt, und darum ertönt aus der deutschnationalen Bresse ein solches Angstgeschrei. Man, fürchtet am 5. März den Verlust allen Einflusses und beginnt, seine Vorkehrungen dagegen zu treffen. Das Vorhandensein solcher Spannungen ist für die positive Arbeit des neuen Kabinetts nicht günstig. Es hat wahrscheinlich wenig 3wed, von Vierjahresplänen" zu reden, wenn man nicht einmal weiß, was in vier Wochen sein wird! Der Reichsrat war zu seiner nächsten Vollfizung auf Donnerstag einberufen worden. In dieser Sigung wäre auf Grund der neuen Notverordnung das Land Preußen zum erstenmal durch die Bevollmächtigten des Reichskommissariats vertreten gewesen. Wie der Parlamentsdienst. der Telegraphen- Union erfährt, ist diese Reichsratsfizung jedoch abgesagt worden. Die Kanzlerpartei schimpft und tobt- ein verabredetes Spiel! Bei Beginn der Sitzung des Ueberwachungsausschusses, die heute um 11 Uhr von dem Vorsitzenden Vizepräsident Löbe eröffnet wurde, meldete sich sofort der nationalsozialistische Rechtsanwalt Frank II außerhalb der Tagesordnung zum Wort. Im Namen der nationalsozialisti schen Mitglieder des Ausschusses gab er eine Erklärung ab, daß die national. sozialistische Fraktion es ab lehne, an Sihungen dieses Ausschusses teilzunehmen, solange Löbe Vorskender sei. Löbe habe ,, die ungeheuerliche Frechheit besessen, im Lippeschen Wahlkampf den nationalsozialistischen Führer Adolf Hitler einen Slowaken zu nennen". Die nationalsozialistischen Mitglieder des Ausschusses begleiteten schon diesen ersten Satz des Frank II mit ungeheuerlichem Geschrei und Beschimp= fungen, wie ,, Saukerl" ,,, Judenschwein", „ Lump“,„ großer Judenknecht" ,,, Jüdischer Gauner" usw., so daß aus der Erklärung Franks nur einzelne Worte und Wendungen wie ,, dieser freche Herr" ,,, Absetzung des Vorsitzenden" ,,, wir werden die Arbeit verweigern und jede Sigung des Ausschusses mit Gewalt verhindern", verständlich wurden. Alles übrige ging in dem Gebrüll der tobenden und mit Tätlichkeiten drohenden Nationalsozialisten unter. Vorsitzender Abg. Löbe( Soz.) versuchte wiederholt, sich Gehör zu verschaffen, doch wurde er jedesmal durch die beleidigenden stürmischen Zurufe der nationalsozialistischen Ausschußmitglieder daran gehindert. Schließlich erhob er sich von seinem Sitz und unterbrach die Situng auf eine halbe Stunde. Beim Verlassen des Saales wurden die sozialdemokratischen Mitglieder des Ausschusses und der Vorsitzende Löbe von den nationalsozialistischen Abgeordneten mit Beschimpfungen überschüttet. Man hört Rufe, wie Ihr Schweine", Judenjunge" usw. Die Nationalsozialisten blieben nach dem Auszug der anderen Parteien zunächst im Sigungssaal. Nach etwa einer halben Stunde erklärte dann Frank II, der stell= vertretender Vorsitzende des Ausschusses ist, eigenmächtig und rechts= widrig die Situng für eröffnet und vertagte sie auf unbestimmte Zeit. Das ist der beste Beweis, daß es den Nazis vor allem auf die Verhinderung der Sikung, besonders wegen der Untersuchung der Osthilfe ankam. Vizepräsident Löbe hat nach der Vertagung des Ausschusses den folgenden Brief an den Reichstagspräsidenten Göring gerichtet, dem nach der Geschäftsordnung des Reichstages die Ausübung der Ordnungsgewalt zusteht: Sehr geehrter Herr Präsident! Die nationalsozialistischen Mitglieder des Ausschusses zur Wahrung der Volksrechte haben heute unter Führung des Abg. Frank II durch ununterbrochenes Schreien, Beichimpfungen des Borsitzenden und Drohung mit Gewalt verhindert, daß der Ausschuß in seine Beratungen eintreten fonnte. Sie haben ferner gedroht, jede neue Sitzung des Ausschusses unter meinem Vorsitz mit Gewalt unmöglich zu machen. Ich bitte Sie deshalb auf Grund Ihrer präsidialen Befugnisse dafür zu sorgen, daß ich die Wiederaufnahme der Beratungen in einer neuen Sihung durchführen kann, die ich ansehen werde, sobald Ihre Zusicherung in meinen Händen ist. Da die Gegenstände der Beratung eilig, die Mitglieder des Ausschusses in Berlin versammelt sind, erbitte ich mir Ihren Bescheid noch am heutigen Tage. Mit vorzüglicher Hochachtung gez, Löbe Borsitzender des 1. Ausschusses. Löbes Erklärung Zu der Aeußerung, die dem Abg. Löbe von den Nationalsozialisten vorgeworfen wurde, gibt Löbe selbst folgende Erklärung: In einer Versammlung in Bad Salzuflen war er vor der Eröffnung der Versammlung mit 3urufen von Nationalsozialisten bedacht worden und führte deshalb aus: Die Nationalsozialisten nennen mich ,, Kriegsdienstverweigerer" ,,, Landesverräter",„ Novemberverbrecher". Sie haben den Kampf auf das persönliche Gebiet geschoben. Was würden Sie sagen, wenn wir von ihrem Führer unter Hinweis auf seine Herkunft Adolf der Slowenier" sagen würden?" " Der Ausdruck von Blutigen Fingern" beruht auf freier Erfindung. Breußen flagt gegen das Reich Staatsgerichtshof muß sein eigenes Urteil schützen Gegen die neueste Preußenverordnung, die verfassungsmäßige geschäftsführende Staatsregierung und damit den Spruch des höchsten Berfassungsgerichts( Staatsgerichtshof) mit einem Federstrich beseitigt, hat die Staatsregierung jetzt formell neue klage beim Staatsgericht in Leipzig eingelegt. Ueber die Auffassung des verfassungsmäßigen Staatsministeriums zur Verordnung des Reichspräsidenten zur Wiederherstellung geordneter Verhältnisse in Preußen" vom 6. Februar 1933 " Verschwinde, verschwinde! wird folgendes mitgeteilt: Dr v Winterfeld, 2. Vorsitzender der DNVP. ,, Wir hoffen, daß immer mehr das sozialistische Gedankengut aus dem Nationalsozialismus verschwinden möge." Geben Sie den Sozialismus ruhig preis stramme Haltung ersetzt alles!" „ Die preußischen Staatsminister erheben schärfsten Widerspruch gegen die Be= schuldigung, daß das Land Preußen seine Pflichten gegenüber dem Reich verlegt habe. Die amtliche Begründung der Reichsregierung zu der Verordnung sieht das angebliche Verschulden des Landes Preußen darin, daß der Preußische Landtag keine Mehrheitsregierung gebildet und sich nicht aufgelöst habe, und daß der Ministerpräsident dazu mitgewirkt habe, daß die Auflösung unterblieb. Demgegenüber wird zunächst folgendes festgestellt: Die Bildung einer Mehrheitsregierung durch die NSDAP. und das Zentrum scheiterte daran, daß die Reichsregierung ihrerseits keine verpflichtende Zusicherung abgab, daß sie nach Bildung dieser Regierung den für Preußen eingesetzten Reichskommissar zurückziehen werde. Zur vorzeitigen Auflösung eines Landtags be= steht im übrigen feinerlei rechtliche Pflicht, geschweige denn eine Pflicht gegenüber dem Reich. Die Reichsregierung hatte nicht einmal eine Aufforderung zur Auflösung an die preußische Regierung gerichtet. Es lag lediglich der Wunsch der NSDAP. und des Landtagspräfidenten Kerrl vor. Für die Nichtauflösung des Landtags im jezigen Zeitpunkt war wesentlich, daß in der augenblicklich unruhigen Zeit nicht beide Barlamente in der Reichshauptstadt gleichzeitig vollständig ausgeschaltet werden tönnen. Wenn die Reichsregierung ferner hervorhebt, daß die Preußenregierung sich zu ihrer Information der preußischen Akten und Beamten be= dient habe, so ist dazu festzustellen, daß dies der preußischen Regierung durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 18. November 1932 vorgeschrieben worden ist. Dort heißt es ausdrücklich in Nr. 10, daß den Ministern die mit der Bearbeitung der ihnen verbliebenen Aufgaben be= trauten Ministerialbeamten zum Vortrag zur Verfügung zu stellen und Akten vorzulegen sind. Hiervon haben die Minister sparsamsten Gebrauch gemacht. Wenn die jetzigen Zustände unbefriedi gend sind, so beruht das auf der Einsetzung und Umgestaltung des Reichstommissariats und der wenig entgegenkommenden Ausführung der Entscheidung des Staatsgerichtshofs durch den Reichskommissar, die in vielen Punkten dem Sinn der Entscheidung widerspricht. Die neue Verordnung verstößt hiernach gegen die Reichsverfassung und gegen die Grundsäge der Entscheidung des Staatsgerichtshofs. Die preußische Staatsregierung wird unverzüglich die Entscheidung des Staatsgerichtshofs anrufen." Erklärung Severings Keine Staatsgelder für Parteipresse Genosse Severing, den die Nazis im Landtag als preußischen Innenminister durch mehrfache Sigungssprengung an der Abgabe einer Erklärung verhinderten, hat diese Erklärung der Presse übergeben. Sie lautet: ,, Die Ende Juli 1932 von dem stellvertretenden Reichskommissar Dr. Bracht getroffenen angeblichen Feststellungen über die Verwendung von amtlichen Geldern für Parteizwecke sind unrichtig. Auch die Aufzeichnung des Herrn Nobis ist objektiv unrichtig. Er hat den Zusammenhang selbst nicht gekannt und vollständig mißver= standen. Das verlesene Protokoll ist keine Sensation. Es wurde in der gleichen Aus- siihrlichkeit wie heute schon am ö. August 1932 dem Staatsgerichtshos unterbreitet Darauf hat die preußische Staatsregierung fünf Tage später in ihrem Schriftsatz geantwortet. Sie hat dabei besonders sestgestellt, daß Gelder für Partei- Zwecke aus Staatsmitteln nicht zur Verfügung gestellt worden sind und daß alle Schlüsse dieser Art auf Irrtum, Unkenntnis oder Mißverständnisse" beruhen. Die prcußi- sche Staatsrcgierung hat sich dem Staatsgerichts- Hof gegenüber zu weiteren tatsächlichen Aus- künften bereiterklärt. Daeauf wurde es van der Angelegenheit mit Recht st i l L Weder die Vertreter des Reiches und des Reichskommissars, noch der Staatsgerichtshof kamen darauf zurück. Unrichtig ist auch, daß das Protokoll der Ministerbesprechung nicht zu den Akten gebracht worden sei. In Wirklichkeit hatte Ministerpräsident Braun das Protokoll zu den 'Akten gebracht, wo es sich heute noch befin- den muß." Damit ist die Behauptung der Nazis, wonach die Prcußenregierung gegen sie angeblich mit Bildern aus dem„Verbrechcrfonds" Agitation ge- macht hätte, als Wahlschwindel entlarvt. Regiere gratis! �Verni du es dir leisten kannst Die nationalsozialistische Presse verkündet in großer Aufmachung, daß Hitler auf sein Reichs- kanzlergehalt verzichte, weil er von schriftstellerischer Arbeit leben könne. Der„West- deutsche Beobachter" sordert den Rundfunk au', dieses„leuchtende Beispiel selbstloser Gesinnung" zu feiern und es in Gegensatz zu stellen zu dein „Prasser- und Protzendasein"", das die Vorgänger Hitlers angeblich geführt haben sollen. Die Nachricht der nationalsozialistischen Presse ist ü b e l st e Wahl m a ch e. Sie erinnert stark an einen Wahlschlager vom vorigen Jahr, an die Behauptung, die nationalsozialistischen Abgeord- ncten hätten auf ihre Diäten verzichtet— eine Be- hauptung, die sich nachher als f r c> erfunden erwies. Hitler Hai an einem schlechten Buch viel Geld verdient. Ob diese Einnahmen reichen, um den Privathaushalt seines Vierjahresplans zu decken, vermag der Außenstehende nicht zu beurteilen und geht � auch keinem etwas an. Es ist von der nationalsozialistischen Presse höchst geschmacklos, diese Dinge in die öffentliche Debatte zu ziehen. Daß die übrigen Minister und der Reichs- Präsident dem Beispiel Hitlers folgen werden, wird nirgends behauptet. Daß sie es tun, ist auch nicht zu verlangen. Das deutsch« Volk wünscht nicht gratis, sondern es wünscht g u t regiert zu werden. Auf jene Staatswürdenträger, die über keine Nebencinnahmen verfügen und darum auf ihr Gc- halt angewiesen sind, muß das Theater, das die nationalsozialistische Presse mit Hitlers„leuchten- dem Beispiel" aufführt, höchst verstimmend wirken. Eine niederträchtige Schmutzerei ist die Behaup- tung, daß Hitlers Vorgänger ein„Prasser- und Protzendasein" geführt hätten. Das trifft nicht ein- mal auf die beiden letzten, Schleicher oder P a p c n zu. B r ü n i n g und Hermann Müller aber waren völlig bedürfnislos und kannten nichts als ihre Arbeit. Es hat überhaupt keinen Reichs- kanzler der Republik gegeben, dem man nachsagen könnte, er habe übermäßigen Aufwand getrieben. Die nationalsozialistische Presse sollte begreisen, daß sie jetzt Regierungspresse ist und nicht mehr so wie bisher mit der Dreckspritze hantieren darf. Damit erweist sie ihrer Regierung den schlechtesten Dienst! „Staatsbegräbnis" Oer Katkolik als Protestant beigesetzt Das Staatsbegräbnis des erschossenen Polizei- Wachtmeisters Z a u r i tz hat ein seltsames Nach- spiel. Wie die„Germania" mitteilt, war Zauritz Katholik. Trotzdem fand seine Aufbahrung im protestantischen Dom statt, und die Leiche wurde allein von dem Protestant!- s ch e n Pfarrer Hossenfelder eingesegnet. Die An- gehörigen des Verstorbenen haben dem Berliner katholischen Pfarramt hierüber ihre Entrüstung ausgesprochen und versichert, daß sie mit dieser Art der Totenehrung, die ihrer katholischen Ueber- zeugung widersprach, nicht« inverstanden gewesen wären, aber vor vollendete Tat- fachen gestellt worden seien. In der neuen Notverordnung sind sehr strenge Strafandrohungen zum Schutze der Religions- gefellschaften des öffentlichen Rechts, ihrer Ein- richtungen und Gebräuche enthalten. Es ist fest- zustellen, daß die Regierung entgegen dem Geist ihrer eigenen Verordnung die religiöse Ueber- zeugung des getöteten Zauritz und seiner Familie nicht beachtet hat. Umschwung? Kursbekestigungen nach einer Woche anhaltender Verluste Nach einer Woche ununterbrochener Kursverluste zeigte sich die Börse heute zum ersten Male seit dem Regierungsantritt des Hitler- Kabinetts widerstandsfähig und fest. Die viel zu spät gekommene Erklärung des Wirtschaftsministers Hugenberg, daß weder Ein- griffe in die Währung noch eine neue ge- waltsame Zinssentung geplant seien, konnte heute die Kauflust etwas anregen. Renten waren sogar sehr fest: Pfandbriese Das nächtliche Kampffeld Wieder zwei Kommunisten niedergeschossen 3n der letzten Nacht ist es in Berlin wieder an drei Stellen zu Schießereien gekommen, bei denen zwei Kommunisten schwere Schuß- Verletzungen erlitten. Sechs Nationalsozialisten sind von der Polizei als mutmaßliche Täter festgenommen worden. Der erste blutige Zwischenfall spielte sich vor dem Hause Galvanistraße 6 in Charlotten- bürg ab. Kmrz nach 12'A Uhr ging eine Gruppe von vier Kommunisten, unter denen sich eine Frau befand, in offenbar angeheiterter Stimmung durch die Galvanistraße. Einer der jungen Leute, der 22 Jahre alte Maurer Fritz Reuter aus der Berliner Straße in Eharlottenburg, verab- schiedet« sich von seinen Freunden.'Als sich Reuter vor dem Hause Galvanistraße K befand, wurde er durch einen Schuß nicderge st reckt. Die Kugel drang R. in den Unterleib. Die Ver- letzung ist lebensgefährlich. Ein Freund des Niedergeschossenen, der den Schützen davoneilen sah, nahm dessen Verfolgung auf. Unweit der Dovebrücke feuerte der Täter abermals mehrere Schüsse ab. Von einer Kugel wurde der Verfolger, der Lackierer Rudi Möllmann am Kopf gestreift. Der Pistolenschütze entkam. Wie behauptet wird soll er einen grauen Militär- mantel getragen haben. Vom alarmierten Ueber- fallkommando wurde die Umgebung des Tatorts und mehrere Häuser abgesucht, da der Schütze offenbar Komplicen gehabt hatte, die gleichfalls geflüchtet waren. Die Suche verlief ergebnislos, Später wurden von einer Streife auf der Götz- kowskybrücke drei Nationalsozialisten als mutmaßliche Täter festgenommen. Gegen 4 Uhr früh geriet der 39 Jahre alle Chauffeur Karl N e ck e r i tz aus der Kaiser- Friedrich-Straße in Charlottenburg mit vier Na- rionalsozialisten in einen Wortwechsel. Einer der Nationalsozialisten zog eine Pistole und schoß Ncckeritz, der zur KPD. gehört, über den Haufen. Von Augenzeugen, die aus einiger Entfernung den feigen Ueberfall beobachtet hatten, wurde dos Ueberfallkommando alarmiert. Die Beamten fanden Neckeritz mit einem Brust- s ch u ß blutüberströmt auf. N. fand im Westend- krankenhaus Aufnahme. Drei Nationalsozialiften wurden festgenommen und als mutmaßliche Täter der Politischen Polizei des Polizeipräsidiums übergeben. In der Fehrbelliner Straße im Norden Berlins fanden Polizeibeamtc den 17jährigen Nationalsozialisten Willi Becker aus der Graun- straße mit einem Steckschuß in der linken Hüfte auf. B. erklärte, daß er offenbar von Kommu- nisten angeschossen worden sei. Die 1b Nationalsozialisten, die in der Sonntagnacht den Bandenüberfall auf das KPD.- Lokal„Pappschachtel" in der Rubensstraßc in Friedenau verübten und die Wirtin der Gast- Wirtschaft, die bl jährige Frau Anna Röder durch einen Bauchschuß niederstreckten und töteten, sind heute sämlich dem Vernehmungsrichter des Po- lizeipräsidiums zugeführt worden. 8.A.-Bluttat in Harburg Harburg. 7. Februar. vergangene Woche wurde harburg-Wilhelms- burg bereits durch eine fürchterliche Mordtat in Erregung verseht. Ein Anhänger des Dritten Reiches, ein Eisenbahnbeamter, hatte kaltblütig im Dienst seine Kollegen über den Hausen geschossen. heule nacht wurde die Stadt erneut in Schrecken gestürzt, vor dem Lokal„Stadt Hannover" am Großen Schippsee wurde um VA Uhr der Schlosser Martin Leuschel, der der Kommunistischen Partei angehören soll, und ein anderer Arbeiter von Nationalsozialisten überfallen. Leuschel wurde durch Bauchschuß auf der Stelle getötet, sein Kollege durch einen Hackenschuß schwer verletzt. Ueber den Hergang der Bluttat wird uns solgendes gemeldet: Ein Arbeiter, der am Montagabend seine am Großen Schippsce gelegene Wohnung aufsuchen wollte, wurde von mehreren Nazis überfallen und mit Koppeln und Schulterriemen schwer miß- handelt. Um sich zu retten, lief er in das Lokal „Stadt Hannover", von hier aus gingen mehrere Gäste mit ihm auf die Straße. Daraus schössen die Nazis. Nach der Tot flüchteten die Helden, liefen aber in ihrem Pech einer Polizei. streife in die Arme, von der sie festgenommen wurden. Bei ihrer Festnahme warfen sie eine leergeschossene Armeepistole fort. Unter den verhasteten befindet sich der berüchtigte SA..Schläger Bornemann. der von der KPD. zur NSDAP, hinübergewechselt ist. vor der Tot hallen die Nazis versucht, ihr Mütchen am Gebäude des„Volksblattes" zu kühlen. Die drei festgenommenen Nationalsozialisten waren von einem Fackelzug in Harburg rauflustig durch die Stadt gezogen. Sie hatten bereits vorher versucht, in das Lokal des„volks- blatt"-Gcbäudes einzudringen. Nur dem Zufall, daß keine Gäste anwesend waren, ist es zu verdanken, daß nicht schon hier die Schreckenstat ihren Anfang nahm. Die blutigen Exzesse sind die Folge der Mordhehe des hiesigen Naziorgans, das in seiner Ausgabe vom 5. Februar in blutrünstiger weise drohte:„Für Kommunisten und Reichs- bannerleule gibt es in Zukunft keine Gnade und Barmherzigkeit mehr!" Die Arbeiterschaft in Horburg-Wilhelmsburg befindet sich in höchster Erregung. Das„Volksblatt" hat halbmast geflaggt. Dresden, 7. Februar. Fn L c i s n i g bei Dresden, wo die So- zialdemokratic am Montagabend eine Kundgebung gegen die Hitler- Regierung veranstaltete, kam es kurz vor der Auflösung des Temonstrations- zuges zu blutigen Zwischenfällen. Plötzlich fielen mehrere Schüsse. Sieben Personen stürzten schwcrver- l e tz t zu Podcn. Ehe eingegriffen werden konnte, waren die Schießhelden im Braunen Hause verschwunden. Es ist festgestellt, daß der Ueberfall planmäßig war. Genf gegen Japan „Mandschukuo" wird nicht anerkannt Genf, 6. Februar. Der ISer-Ausschutz fahle am Montag einen Beschluß von großer Tragweite. 3n großer Uebereinstimmung wurde vereinbort, daß in den Empfehlungen des abschließenden Berichtes des lSer-Ausschusses an die Vollversammlung des Völkerbundes folgende drei punkte ausgenommen werden sollen. 1. Annahme der z e h« Grundsätze des Kapitels 9 des Lyllon-Berichtes, in dem die Oberhoheit Chinas über die Mandschurei anerkannt wird. 2. Nichtanerkennung des neuen mandschurischen Staates, und zwar weder eine rechtliche noch eine tatsächliche Anerkennung. Z. Uneingeschränkte Einhatlungdes Völkerbundsvertrages, des Kellogg-Ver- träges und des Neunmächleabkommens von 1921. In den Verhandlungen oerlangte M a s s i g i i- Frankreich, daß in den Bericht ferner eine Ver- pflichtung aller Völkerbundsmächte aufgenommen wird, in keinerlei Zusammenarbeit mit dem neuen mandschurischen Staat einzutreten. Eine endgültige Entscheidung. in welche Formen die Nichtanerkennung des mand- schurischen Staates gekleidet werden soll, ist bisher noch nicht gefallen. Jedoch wurde im 19er-Ausschutz grundsätzlich vereinbart, daß auch die amerikanische und s o w j e t r u s s i s ch c Regierung aufgefordert wer- den sollen, sich der Nichtanerkennung des man- dschurischen Staates und der Nicht-Zufammenarbeit mit dem mandschurischen Staate anzuschließen. Am Dienstag tritt der Redaktionsausschuß zu- sammen, um den Entwurf für den großen Bericht mit den Empfehlungen an die Völkerbundsver- jammlung auszuarbeiten. Der Zusammentritt der Vöikerbundsversammlung wird für Anfang der nächsten Woche vorgesehen. Die chinesische Abordnung*beröffentlichl am Montag eine amtliche Mitteilung, in der erklärt wird, daß China eine jede Regelung ablehne, die nicht die folgenden zwei Punkte enthalte: 1. Die Nichtanerkennung des mandschurischen Staates in einer eindeutig klaren Form, sowie 2. die Teilnahme der amerikanischen und sowjet- russischen Regierung an der endgültigen Rege- lung des Streitfalles. bergischen Straße, der 46 Jahre alle Regisseur Heinz Landsmann aus dem Grunewald, Königsweg, der 49jährige Schauspieler Alfred Fi scher-Lissa aus der Sesener Straße und der 26 Jahre alte Schauspieler Wolsgang Liebeneiner aus der Orberstraße in Schmargendorf, wurden durch die Feuerwehr ins Kran- kenhaus übergeführt. Die Filmleute befanden sich auf der Fahrt zu einer Ausnahme.— Ein zweites Autounglück trug sich auf der Spandauer Chaussee zu, wo der 37 Jahre alte Ingenieur Joachim von Koppen mit seinem Privatauto gegen einen Baum prallt«. Schwerverletzt wurde K. ins Westend-Krankenhaus gebracht. konnten um 1 bis 2 Proz. gewinnen, Industrie- obligationen zum Teil sogar noch mehr. Auch auf dem Aktienmärkte herrschte für Spezialwerte ziemlich erhebliche Nachfrage, die dem ganzen Markt eine kräftige Kursstütze bot. potemkin ll Schnelles Ende einer Meuterei Die Auflehnung der Eingeborenen in Nieder- ländisch-Zndien hat dazu geführt, daß die Besatzung des S ch u l k r e u z e c s„Die sieben Provinzen" im Hase» von O l e h l e h. als der Kommandant und die halbe TTiannschaft von Bord war. die Offiziere überwälligten, gefangen setzten und mit dem Kriegsschiff losfuhren. Nachsehenden Schissen soll es gelungen sein, die „Sieben Provinzen" bei der Oldcbareninsel Simuk einzuholen und zu stellen. Das Meutcrfchifs soll bereits wieder seinem Kommandanten und Osfi- zieren gehorchen. Die Meuterer hatten vorher durch Funkspruch mitgeteilt, daß sie unter gewissen Bedingungen sich ergeben wollten. Gefordert wurde u. a. Freiheit für die Meuterer, die die Sicherheit der an Bord des Kriegsschiffes gefangengehaltensn Europäer verbürgen. Der Funkspruch war sowohl von der europäischen als der«ingeborenen Besatzung unterzeichnet, was zu der Annahme Anlaß gegeben hat, daß das Angebot nicht ernst gemeint sei.(?) Auf den„Sieben Provinzen" als Spezialschul- schiff für Eingeborene waren die Europäer stets in der Minderheit, was auf den anderen Schiffen der niederländischen Marine im Archipel nicht der Fall ist. Daraus schließt man in England, wo diese Meuterei ungeheures Aufsehen erregt hat, daß sie sich auf anderen Schiffen nicht wiederholen könnte. Schweres Autounglück Vier Personen verletzt An der Ecke Prmz-Regeiüen- und Güntzel- straße m Wilmersdorf ereignete sich gegen 8 Uhr früh ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Lastauto der Reichswehr und einem Privatauto, in dem drei Filmschauspieler und ein Regisseur saßen. Das Privatauto wurde schwer beschädigt und die Ichassen verletzt. Die Verunglückten, die Schauspielerin Luise Ullrich aus der Württem- Nie Autoschieberbande Erbans Komplize stellt sieb In der A u l o s ch i e b n n g s a s s ä r e des flüchtigen Cosehausbesihers Erbau und Genossen ist heute eine entscheidende Wendung eingetreten, die voraussichtlich zu einem baldigen Abschluß der seit langem schwebenden Voruntersuchung führen wird. Bekanntlich war Erbon das Haupt einer weitverzweigten A u t o- schieberbande, die gestohlene Autos mit Hilfe von Zahlungsbefehlen versteigern ließen. Der Gerichtsassessor Dr. Kiwitt spielt in dieser Autostehlerassäre nach Annahme der Behörden eine Hauptrolle, heule Vormittag hat sich der Langxesuchte selbst dem Untersuchungsrichter Dr. Dietrich gestellt. Es hat erst sehr langwieriger Bemühungen des Verteidigers von Dr. Kiwit, des Rechtsanwalts Dr. Puppe, bedurft, um Dr. Kiwit zu überzeugen, daß es für ihn das beste sei, sich s e t b st zu st e l l e n. Die Vernehmung von Dr. Kiwit, der neben Referendar Noa in der Erban-Affäre am stärksten beteiligt ist, wird voraussichtlich stunden- lang dauern und voraussichtlich auch zur Gegen- überstellung mit den bereits festgenommenen Mit- beschuldigten führen. Wie Dr. Kiwit, der sich ständig in Berlin aufgehallen haben soll, sich bisher allen Nachforschungen der Kriminalpolizei entziehen konnte, ist noch ein Rätsel. Offenbar imirde Dr. Kiwit von der Berliner Unterwelt, zu der er immer enge Beziehungen gehabt haben soll, gedeckt, und mit deren Hilfe dürste es ihm gelungen sein, sich bislang unenldeckt in Berlin verborgen zu halten. Schwarze Llckermark erwacht Am Montagabend marschierte die Eisern« Front in Prenzlau. Ein Ausmarsch, wie ihn Prenzlau noch nie gesehen hat; wohl an 3999 Menschen standen Kopf an Kopf aus dem Platz am Markt. I o ck l Meier, Berlin, Mitglied des Reich«- banner-Gau Vorstandes, nahm in einer tempera- mentvallen Rede die im Rundfunk abgegebene Regierungserklärung scharf unter die Lupe. Wochenbilanz eines Arbeitslosen Wir bekamen zu sehen: Fackelzüge, Ein Staatsbegräbnis, Silberne Särge, Parademonturen. Wir bekamen zu hören: Rundfunkaufrufe, Sehr viel Märsche, Glockengeläute, Versprechungen. Wir bekamen zu fühlen: Davon laẞt mich Lieber schweigen. ( Von wegen Pressenotverordnung.) Wir bekamen zu essen: Jonathan. Das Kabarett lebt noch Bei Willi Schaeffers In den guten alten Zeiten, als noch keine Notverordnungen Freiheit der Presse und des Kabaretts bedrohten und nur der Majestätsbelei= digungsprozeß über unseren Häuptern hing, fonstatierte Frank Wedekind in seinem 300logen von Berlin":" In den meisten Tieren schlummert eine Majestätsbeleidigung". Heute müßte es wohl schon heißen: In den meisten Dingen schlummert ein Verstoß gegen die Notverordnungen. Wie soll ein aktuelles Kabarett ohne anspielenden Wiz und zuschlagende Satire auf das, was aller Gemüter bewegt, auskommen? In Willi Schaeffers ,, Kabaret für Alle" hat man noch nicht auf dieses Recht verzichtet, und man tut gut daran, denn wir wollen auch im Brettl wissen, was die Stunde geschlagen hat. Freilich die Narrenpritsche ist hier nicht die Hauptsache; man will ein gemischtes Publikum auf mannigfaltige Weise unterhalten. Stetſche und fleine Stücke zeigen das ganze Ensemble, vor allem Willi Schaeffers, Grete Weiser und Hugo Fischer- Köppe. Etmas altmodisch, aber nicht ohne Wiz ist eine Jahrmarktsszene. Das jetzt aktuelle Thema der Ballsaison wird in einer Parodie„ Ach diese Welle" satirisch be= handelt. Besonders gelungen ist der Reichskommissar für das Ballwesen. In Hugo FischerKöppe verfügt das Kabarett jetzt über einen schlagkräftigen Chansonsänger von starker Eindrudsfähigkeit. Das ist kein leichtes Getändel, in ihm ist Kraft und Saft. Wie padt er uns, wenn er das Elend der Fremdenlegion dramatisch ge= staltet oder einen echten Ganoven im reinsten Berlinisch vorführt, Lydia Wieser entzückt uns durch ihre ursprüngliche Tanzbegabung, die die richtige Kabarettform findet. Willy Rosen bringt seine neuesten Schlager persönlich, darunter einen zündenden Tango. Als neuer Conferencier führt sich William Berner ein, der in seinem Quatsch neue und alte Wize produziert. Im Tanz auf der Gummiplatte brilliert Sherrier, und die beiden Boods verulfen bestens ein ganzes Barietéprogramm. d. Wetter für Berlin: Wieder milder, meist be= deckt, zeitweilig leichte Niederschläge, mäßige, südwestliche Winde. Für Deutschland: In der östlichen Hälfte Milderung mit verbreiteten leichten Regenfällen. Im übrigen Reiche mildes und besonders in Westdeutschland wieder etwas freundlicheres Wetter. Bereinigung Sozialdemokratischer Juristen. Heute abend, 20 Uhr, Vortrag des Genossen Dr. Paul Szende, ehemaliger ungarischer Minister, über das Thema:" Staat und Gegenstaat", im Restaurant Pschorrhaus, 1. Stod, Tauenzienstr. 13. Berliner Bolks- Chor( Mitgl. des D. A. S.). Die llebungsstunden im Männerchor uns Frauenchor fallen heute wegen der Teilnahme an der Demonstration aus. Die Brücke nach Benedig ist fertig. Die Brücke über die Lagune, die Venedig mit dem Festlande verbindet. ist jetzt vollendet Sie ist aber vorläufig nur für den Fußgänger- noch nicht für den Kraftwagenverkehr freigegeben. Sie steht in Berbindung mit der bereits vorhandenen Eisenbahnbrücke, ist 22 Meter breit und ruht auf 225 Bogen. Die Länge beträgt 4 Rilometer; 18 Meter der Breite find für die Kraftwagen vorgesehen. Enldedung einer neuen Sphing. Professor Selim Hassan hat bei der zweiten Pyramide eine neue Sphing entdeckt Wie verlautet, sollen auch zwölf altägyptische Königsgräber gefunden worden jein. Am Todestage Richard Wagners, Montag, 13. e bruar, gelangt Der fliegende Holländer" in neuer Inszenierung in der Städtischen Oper zur Aufführung. Der Standal um die Osthilfe Borbemerkung der Redaktion des „ Borwärts“: Es wird unsere Leser intereffieren, das Urteil eines nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten über den deutschnationalen Osthilfestandal kennenzulernen. Der Auffah ist unter Weglajfung zweier nebensächlicher Absätze wörtlich dem ,, Reichswart" entnommen. Ohne weiteres fann man zugeben, daß die Zuwendungen der Osthilfe an große Grundbefizer von der linken, auch teilweise der mittleren Presse agitatorisch übertrieben werden, aber dies fann auch nicht das Kleinste an der anderen Tatsache ändern, daß hier ein unverantwortlicher Mißbrauch mit den Mitteln der Osthilfe getrieben worden ist. Das Wort Korruption ift in keiner Weise zu scharf noch irgendwie unzutreffend. Osthilfe sollte bedeuten: die Landwirtschaft des deutschen Ostens und die mit ihr direkt und indirekt verbundenen Wirtschaftskreise vor dem Untergang und damit das Volksganze vor einer Katastrophe, Wirtschaft und Staat vor dem Zusammenbruch zu schützen und, gleichzeitig, eme Grundlage für die Zukunft im Sinne des Gemeinnuges zu legen. Fehlt das letztere Element, ist es nicht in jeder Einzelleistung der Osthilfe flar festzustellen, so ist, der Grundgedanke der Osthilfe verdorben und verpfuscht. Boltsbetrug liegt vor. In vorliegendem Falle sind Millionen Mart Von Ernst Graf Reventlow an große Grundbefizer gegeben worden, die man zu einem mindestens sehr großen Teil als persönliche und dabei parteipolitische 3u= wendungen auffassen muß. In einer Reihe von Fällen wurde behauptet, ohne daß es widerlegt worden ist, daß solche Empfänger von Zuwendungen sie zu persönlichen Lugusausgaben oder neuen Landkäufen verwendet hätten, während Sie kleinen Leute unberücksichtigt ausgingen und zugrunde gehen können. Der derzeitige Reichskanzler Dr. Brüning war sicher nicht unser Mann, aber mit seinen Siedlungsplänen war er durchaus auf dem rechten Wege, und man kann nicht oft genug daran er= innern, daß Dr. Brüning lediglich des= halb gestürzt worden ist. Die Kreise des Herrn von Oldenburg und andere sogenannte Standesgenossen des Reichspräsidenten hatten diesem so ausdauernd zugesetzt, daß er Brüning sein bis dahin unbegrenztes Vertrauen entzog: er wolle feinen„ Bolschewismus". Also: wenn in der Katastrophe der Landwirtschaft nicht der große Grundbesik um jeden Preis und vor allem anderen vom Staate erhält, was er an Geldmitteln haben will, so ist das Bolschewismus. Brüning hatte gewollt: Sanierung des sanier= baren, Aufteilung zur Siedlung des übrigen Großgrundbesizes. Arbeiterfeste in neuer Form ( Saalbau Friedrichshain) So wertvoll der Arbeitergesang auch ist, unentbehrlich für Feier und Fest, stärkster und ge= schlossenster Ausdruck proletarischer Weltanschauung er kann und darf nicht die einzige fünſtlerische Erlebnisform der Arbeiterschaft bleiben. Gesprochenes Wort, Bewegung und Tanz, Lichtbild und Film bieten sich an: und müssen alle in den Dienst jener großen Ideen gestellt werden, für die die Proletarier aller Länder fämpfen. Es wird freilich naheliegend sein, zunächst vom Gesang auszugehen, der den sozialistischen Massen seit Jahrzehnten vertraut ist; und von ihm aus die notwendigen Verbindungslinien nach allen Seiten zu ziehen das heißt also Chormontagen, Singspiele, Bewegungschöre zu schaffen und aufzu= führen. Es bleibt ein unbestreitbar großes Verdienst Walter Hänels und Otto Zimmermanns, eine er: freulich zahlreiche Zuhörerschaft mit derartigen ,, neuen Formen für Arbeiterfeste" vertraut gemacht zu haben; wenn wir uns auch die Auswahl sorgfältiger und, was die Ausführung anlangt, das Musikalische sauberer und präziser, das Beme= gungsmäßige unfonventioneller gewünscht hätten. Der Jugend und Kinder chor des Berliner Volkschors sang und agierte ein neues Jugendfingspiel in ,, Was sollen wir werden" mit recht unfindlichem Tert von Stemmle, mit wenig amüsanter Durchschnittsmusik von Großmann. Die ,, proletarische Tanzgruppe 3immer= mann" versuchte sich an Bewegungsskizzen zu den Intermezzi aus Wir" von Hendrik de Man, deren von Gerst er stammende, geschickt illustrierende Musik ursprünglich( und richtiger) für Film gedacht war. Am anfechtbarsten waren Sing= bewegungschöre nach Liedern von Eisler, Tießen und Knorr, die dazu gar nicht ge= eignet sind: das Solidaritätslied zum Beispiel verlor auf diese Weise all seine prachtvolle Wucht und Geschlossenheit.( Die Ablehnung, es sei ausdrücklich vermerkt, bezieht sich auf den besonderen Fall und keineswegs auf den Singbewegungschor an fich.) Einheitlich und eindrucksvoll Märsche von Gerster, Knorr und Eisler nach bekannten Arbeiterliedern ,, Empor zum Licht",„ Wann wir schreiten" ,,, Internationale" gelungener Anfang einer proletarischen Marschmufit, die jede Anleihe bei den Militärmarschen der Reaktion bald überflüssig machen wird. waren Edwin Fischer in der Volksbühne Er spielte nur Beethoven, drei große Sonaten und erntete den enthusiastischen Beifall des ideal dantbaren, begeisterungsfähigen und begeisterten Publikums. Gar nicht pathetisch flang eigentlich die Pathétique, spielerisch eher, schwerlos, fast zu graziös; wunderbar still, versponnen, poetisch verklärt, der erste Sah dann der Mondscheinsonate. Zum Schluß endlich rauschte die Apassionate auf, leidenschaftlichste und schwerste aller Sonaten für das Klavier: nicht die Tondie fatarakte der donnernden Ecksäge, aber flingende Stille des Variationenſages brachte den Höhepunkt und jene Erlösung in Musit, die alles wieder gut macht: Lieb und Leid und Weit und Traum... A. W. Das menschliche Herz im Tonfilm In der letzten Sizung der Berliner Medizinischen Gesellschaft zeigte der Berliner Nervenarzt Dr. Leo Jacobsohn einen Film, in dem man die Bewegungen des Herzens jah, wie sie bei Betrachtung vor dem Röntgenschirm erscheinen. Gleichzeitig hörte und das ist das grundsäglich neue am Verfahren die charakteristischen Töne, die der Arzt bei der Untersuchung des Herzens mit seinem Höhrrohr abhorcht. Es ist also der Technik gelungen, die Herzarbeit gleichzeitig für das Auge und das Ohr wahrnehmbar zu machen. man Vor einem Jahr hatte Dr. Jacobsohn an der= jelben Stelle ein von ihm ausgearbeitetes Verfahren vorgeführt, mit dem man Herztöne und geräusche fünstlich erzeugen und im Lautsprecher ertönen lassen kann. Für das Verständnis der Herztätigkeit unter gesunden und krankhaften Verhältnissen ist es wichtig, zu gleicher Zeit die Herzbewegung einem größeren Kreis sichtbar zu machen. Die Betrachtung dieser Bewegung geschieht im allgemeinen vor dem Röntgenschirm. Diesen Vorgang finomatographisch festzuhalten ist bisher nicht restlos gelungen. Um finomatographische Bilder herzustellen, ging Dr. Jacobjohn so vor, daß er Röntgenaufnahmen der Hauptphasen der Herzbewegung machte und die lebergänge zeichnerisch darstellte. Um die Herztöne mit der Bewegung in Einklang zu bringen, zu synchroni sieren, verband er seine Herztonmaschine mit einer auf die Herzschlagfolge geeichten Reguliervorrichtung. Was man mit dieser Apparatur jah und hörte, war überraschend und außerordentlich eindrucksvoll. Obwohl die Töne gänzlich und die bemuzten Bilder zum größten Teil künstlich erzeugt sind, wird doch der Eindruck völliger Naturechtheit erzielt. Dr. D. Nazi- Meinungsfreiheit Des deutschen Spießers Rundfunk Wie die Federn aus Frau Holles Betten, so fielen am Montag die Notverordnungen aus dem Lautsprecher, mittags, nachmittags, abends, mit Kommentar und ohne Kommentar. Bei solcher Gelegenheit erfuhr man nebenher, daß der draht. Die politische Vormacht einer Schicht, einer Anzahl von Familien auf Grund ihres Besizes ist ein nicht minder grotesker Zustand als die Herrschaft des Geldmannes und der Banken. der Der Skandal- ist es ein Skandal! sogenannten Osthilfe fällt der Regierung zur Last, deren einschlägige Organe anstatt dem Gemeinnuz der Nation zu dienen, dem Eigennutz einer Kaste in empörender Bereit milligkeit und verschwiegenem Einverständnis entgegengekommen sind. Die Kreise und Sprecher dieser Kaste berufen sich auch noch immer auf die alte Legende, daß der große Grundbesitz eine wirtschaftliche Notwendigteit sei, sie ist längst widerlegt, nicht durch Beweise, sondern durch die wirtschaftlichen Tatsachen. Sehen wir einen Augenblick hiervon ab, so bleibt das korruptive Element bedenklich und efelhaft, unwürdig und beschämend, ganz besonders auf dem düsteren Hintergrunde einer Volksverelendung, die noch nie so groß ge= wesen ist wie jetzt seit dem Jahre 1931. Von Oldenburg- Januschau hat sich in einem Brief in der Weise geäußert, wie man sie bei ihm gewohnt ist, selbstgefällig, kokett, im Bestreben, sich als origineller Junter besprechen zu lassen. Er führte sich ein mit der Zeile aus der bekannten Bogelhochzeit":" Da sprach der alte Pelikan( richtig: Auerhahn): Nun, Kinder, laßt mich auch mal ran." Und für den Staat galt, bisher, der andere Reim des Liedes: ,, Der Kranich, der Kranich, der steht dabei und kan' nich!" lose Dienst, dessen Leitung einst Dr. Josef Räuscher allein und vorbildlich besorgte, jetzt neben dem Leiter Beumelberg nicht nur den Chefredakteur Frizzsche, sondern auch noch einen stellvertretenden Chef von Ziska hat. Für den deutschen Rundfunkhörer wie für das deutsche Volk ist wahrlich gut gesorgt! Sie brauchen nur zu zahlen und zu gehorchen. Daß die freie Meinungsäußerung durch die neuen Notverordnungen nicht völlig unterbunden werden würde, legte mit unübertrefflichem Zynismus Bernt Gesevius in der„ Stimme zum Tag" dar; diese Verordnungen sollten, so erklärte er, nur dazu dienen, dem Volte den autoritären und den Führergedanken wiederzugeben. Nationalistische Meinungsäußerungen würden durch sie kaum behindert werden. Ein ausführlicher Hofbericht, wenn auch nur aus Kairo, malte den armen Republikanern den Glanz einer Residenz mit Hilfe entzückter Ausrufe und klingender Namen. Dabei hätte sich vom Gastspiel der Wiener Oper in Kairo und vom Leben in dieser ägyptischen Stadt sicher eine sehr hörenswerte Schilderung geben lassen. Will Vesper las im Programm der Funkstunde einige bläsliche Verse und Teile aus einem Hutten- Roman, der, soweit man es nach diesen Proben beurteilen kann, so schwungvoll ist, wie Vespers Kriegspoesie, und von feinerlei Psycholo= gie angetränkelt. Hutten, der Kämpfer für Geistesfreiheit, dem zu seinem heißen Kopf auch heißes Blut gegeben war, mußte seine wilde Jugend bekanntlich mit einem qualvollen Hin sterben an der Luftfeuche büßen. Besper baute ihn auf als eine Gestalt für Siegesalleen, die durch ihren Tod an gebrochenem Herzen in allen Schullesebüchern um heldische Nachahmung wer= ben kann. -lz. Um das Reichsehrenmal. Der Vorstand der Stiftung Reichsehrenmal würdigte das Ergebnis des Preisgerichts. Es bestand Einstimmigkeit darüber, daß eine voll befriedigende Lösung noch nicht gefunden ist. Zunächst werden sämtliche Entwürfe ab Sonnabend in der Technischen Hochschule ausgestellt. Neuer Direktor des Berliner Staats- und Domchors. Prof. Alfred Sittard an der St. MichaelisKirche in Hamburg hat den Ruf erhalten, die Nachfolge von Prof. Hugo Rüdel als Direktor des Berliner Staats- und Domchors zu übernehmen. Richard- Wagner- Feiern sollen anläßlich des Todestages Richard Wagners, der sich am 13. Februar zum fünfzigsten Male jährt, in allen Schulen Preußens stattfinden. Im Metropol- Theater bringt die Notgemeinschaft ab Dienstag Oscar Strauß' Operette Eint Walzertraum" zur Aufführung. Die Deutsche Kunstgemeinschaft veranstaltet von Mai bis August eine Gesamtschan des deutschen Kunstschaffens im Rahmen der Berliner Festspielwochen. Die Tribüne hat in Erkenntnis der Unhaltbarkeit des Bon- Systems ihre Eintrittspreise auf 1 bis 6 M. herabgesetzt unter Abkehrung von jeglicher BonMißwirtschaft. Zeppelin kommt! Mordserie im neuen Zeitalter SA. führt Bandenkrieg- auch wenn ihr Chef Kanzler ist! Niedergeschlagen! Eigener Bericht des Vorwärts" Magdeburg, 7. Februar. Der Unterbezirksvorsitzende der Sozialdemofratischen Partei für den Kreis Offerburg in der Provinz Sachsen, der Genosse Gose wurde in Seehausen( Altmark), als er einem Naziumzug zujah, von Nazis mit Stöcken auf der Straße niedergeschlagen und derartig verlegt, daß er wahrscheinlich Zeif feines Lebens ein krüppel bleiben wird; außerdem wurde ihm durch brennende Fadeln fein Gesicht verbrannt. In schwerverletztem Zustande wurde er ins Krankenhaus gebracht. Stendal, 6. Februar. In der Nacht zum Sonntag fam es in Stendal zwischen Nationalsozialisten und Kom= munisten zu einer wilden Schießerei. Ein Nationalsozialist erhielt einen Kopfschuß und wurde dem Krankenhaus zugeführt. Der Zwischenfall ereignete sich, als Kommunisten, die sich auf dem Heimwege befanden, an einem Nazilokal vorbeikamen. In derselben Nacht wurden auch die Schaufensterscheiben der Filiale der Volksstimme" von Nazis zertrümmert. Ferner wurden harmlose Bassanten auf der Straße angerempelt und miẞhandelt. Ein Reichsbanner- Student erstochen Eigener Bericht des ,, Vorwärts" Breslau, 7. Februar. Breslau stand am Sonntagvormittag unter dem Eindrud einer großen Kundgebung der Eisernen Front gegen die Hitler- Regierung. In vier großen Massenzügen aus den einzelnen Stadtteilen zogen die Demonstranten vor das Gewerkschaftshaus, wo der Genosse Löbe eine anfeuernde Ansprache hielt. In den Zug hatte sich spontan die gesamte Mitgliedschaft der SAP. mit ihren Fahnen und mehrere Züge kommunisten eingegliedert, die sich der allgemeinen Versammlungsdisziplin unterwarfen und zu keinerlei Störungen Anlaß gaben, sondern Hochrufe auf die Einheit der Arbeiterklasse ausbrachten. PROGRAMM für die Zeit vom 7. bis 9. Februar BTL BTL Potsdamer Str. 38 Die unsichtbare Front mit Tr. v. Molo, K. L. Diehl Ahai! Ahoi! mit Sz. Szakall W. 5, 7, 9 Uhr BTL Turmstraße 12 Kaiserwalzer mit Martha Eggerth Madame wünscht keine Kinder mit L. Haid, G. Alexander W. ab 5 Uhr BTL Alexanderstr. 39 ( Passage) Heute nacht geht's los( Zigeuner der Nacht) mit J. Jugo, H. Brausewetter- Die erste Instruktionsstunde Den ganzen Tag geöffnet! Alhambra Müllerstr 136, Ecke Seestraße. Schreckensnacht auf Hawai m. Dol. del Rio- Traum von Schönbrunn mit M. Eggerth, Hermann Thimig Wochentags ab 4.30 Uhr Odeon PotsdamerStr.75 F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers, Syb. Schmitz Paul Hartmann Jugendliche haben Zutritt! W. 5, 7, 9 Uhr Germania- Palast Charl, Wilmersdorfer Str. 53/54 F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers Jugendliche haben Zutritt! W. 5, 7, 9 Uhr Kant- Lichtspiele Charl., Kantstr. 54. Baby mit Anny Ondra- Madame verliert ihr Kleid mit Lilly Damita W. ab 5 Uhr Primus- Palast Potsdamer Straße 19. Nach Schluß der Veranstaltung ereignete sich ein überaus trauriger Ueberfall von Nazileuten. Als der 21jährige Student Walter Steinfeld, der sich in Reichsbannerkleidung im Zuge befunden hatte, einen Straßenbahnwagen verließ, wurde er von drei Nazileuten angefallen und durch Brustund Bauchstiche ermordet. Die Täter fonnten verhaftet werden, und selbst deutschnationale Zeugen stellten sich für die Feststellung des rohen Ueberfalles zur Verfügung. = Die Namen der Nazirohlinge werden wie im Falle Hanisch von der Polizei nicht befanntgegeben. Es sind, wie wir inzwischen erfahren haben, die SA. Leute Helmut Knappe und Mar Spreu. Knappe ist 21 Jahre alt und gehört zu den Insassen des Braunen Hauses in der Neudorfstraße. Spreu zählt 26 Jahre und ist von Beruf Fleischer. Man nimmt an, daß Spreu der Haupttäter iſt. Schiessereien im Westen Duisburg, 7. Februar. Am Montag kam es in Duisburg während der Beerdigung des bei den Homberger Unruhen ge= töteten Hitlerianers Paffrath zu blutigen Auseinandersetzungen. Eine Frau wurde getötet, mehrere Personen schwer verletzt. Etwa 300 Meter vor dem Duisburger Polizeipräsidium fielen mehrere Schüsse, angeblich aus einer Villa. Die Polizei, die ohne das Eingreifen der SA. und SS. zweifellos die Situation beherrscht hätte, war infolge des Vorstürmens der Zugteilnehmer nicht im stande, ein Handgemenge zu verhindern. Es gab einen Schwerund zwei Leichtverwundete mit Schuß- und Stichverletzungen. Der Leichenzug war bereits längere Zeit wieder in Bewegung, als es zu einer Art Straßenschlacht fam. Die Umstände sind bisher noch nicht geklärt. Vorläufig werden ein Toter und fünf Schwerverlegte ge= meldet. Die Meldung, daß die Kommunisten Barrikaden errichtet hatten und sich an dem Bahndamm, an dem die Beerdigung vorbeiführte, verschanzt hatten, entspricht nicht den Tatsachen. Magistrat baut ab Das Gesundheitswesen gefährdet Das Berliner Gesundheitswesen scheint der Hauptprüfungsstelle im Berliner Magistrat für ihre Sparversuche das beliebteste Experimentierfeld zu sein. Während in den Berliner Krankenheim und Pflegeanstalten die Pfleger und Pflegerinnen infolge des rigorosen Personalabbaues in einem wahnsinnigen Hetztempo arbeiten müssen, das jedem Patienten die unhaltbare Personalknappheit vor Augen führt, tüftelt man in der Prüfungsstelle immer neue Abbaumaßnahmen aus. So sollen jetzt wieder zahlreiche Ent= lassungen von Pflegepersonal in den städtischen Anstaltsbetrieben vorgenommen wer= den, gegen die von den Funktionären der Sektion Gesundheitswesen im Gesamtverband in einer start besuchten Versammlung der schärfste Protest erhoben wurde. Wie der Vertreter des Gesamtverbandes, Ge= nosse Schulz, mitteilt, ist das Personal besonders in den Heil- und Pflegeanstalten schon so knapp, daß die Ueberfälle Geisteskranker auf ihre Pfleger bereits eine bedrohliche Höhe erreicht haben. In der Heil- und Pflegeanstalt Buch zum Beispiel sollen 34 Pflegepersonen entlassen serden, obwohl bereits auf 62 Krante ein Pfleger kommt und sich jährlich 50 bis 60 Unfälle ereignen, die auf die Aggressivität der Kranken zurückzuführen sind. In der Heil- und Pflegeanstalt Wittenau sowie in Herzberge sollen 10 Proz. des Pflege= personals abgebaut werden. In Herzberge entfällt auf 86 Kranke ein Pfleger. In Wittenau, wo die Kranken zeitweise wegen Ueberfüllung auf Matragenlagern in den Korridoren untergebracht werden, haben sich im vorigen Jahr 149 Unfälle ereignet, davon allein 82 durch tätliche Angriffe der Kranken, die infolge unzu reichenden Personals nicht abgewehrt werden konnten. Ungefähr der gleiche Abbau soll in der Arbeitsanstalt in Rummelsburg, im Städtischen Obdach, im Hufeland- Hospital und in vielen anderen Anstalten vorgenommen werden. Neben diesen personellen Abbaumaßnahmen laufen noch andere, die darauf hindeuten, daß im Berliner Gesundheitswesen offenbar ein ganz reaktionärer Kurs gesteuert werden soll. Nachdem durch die rückschrittlichen Abbauvorschläge des fommunalen Arbeitgeberverbandes Berlin der Tarifver= trag für das Pflegepersonal zerschlagen wurde, soll das gleiche anscheinend auch mit dem Tarifvertrag für die Pflegeschüler und -schülerinnen sowie dem für die Assistenzund Hilfsärzte geschehen. Den Pflege= schülern will man keine Barentschädigung mehr geben. Bei den Aerzten möchte man genau wie beim Pflegepersonal den Kostund Logiszwang wieder einführen. Unter den Funktionären herrschte über diese Absichten eine starke Erbitterung, die auch in der Aussprache ihren Niederschlag fand. Die Vertreter der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraftion versprachen, alle Kräfte gegen diese reaktionären Abbaubestrebungen aufzubieten. Rundfunk am Abend Dienstag, 7. Februar Berlin: 16.15 L. Spitzer liest eigene Prosa. 16.30 Konzert aus Leipzig. 17.30 Eine Viertelstunde Technik( J. Boehmer). 17.45 Die junge Generation( Fr. Baron von der Ropp). 18.05 Virtuose Flötenmusik. 18.30 Bücherstunde. 18.55 Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Unterhaltungsmusik. 20.30 Dichtung wird Wirklichkeit ( R. A. Schröder). 21.00 Konzert. 22.10 Nachrichten. Danach bis 24.00 Konzert aus. Hamburg. Königswusterhausen: 16.00 Für die Frau. 16.30 Konzert aus Leipzig. 17.10 Zeitdienst. 17.30 Tägl. Hauskonzert. 18.00 Volkswirtschaftsfunk. 18.30 Anleitung zum Bach- Spiel( III). 18.55 Wetter, Kurzbericht. 19.00 Das Drama der Griechen und der Mensch der Gegenwart( Prof. W. Jäger) 19.30 Das Gedicht. 19.35 Politische Zeitungsschau. 20.00 Tanzabend aus Königberg. 21.00 Blumen, Tiere und Menschenkinder( Hörfolge). 21.45 Musikerstudien( Dr. N. Feinberg). 22.30 Wetter, Nachrichten, Sport. 22.45 Seewetter. 22.45 Konzert aus Hamburg. Sonst Berliner Programm. 190 Vollständiges Europaprogramm im„ Volksfunk", monatl. 96 Pf., durch alle ,, Vorwärts" Boten oder die Postanstalten. Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbe wegung: J. Steiner; Feuilleton: Herbert 2e. père; Lokales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin Ver lag: Vorwärts- Verlag G. m. b H., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Bezugs bedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen- Ausgabe des Vorwärts" veröffentlicht. KINO- TAFEL Franziskaner E. Friedrichstr. Rheinschloß- Lichtspiele Georgenstraße, Um 9, 12, 3, 6, 9 Uhr beginnend: Liebe auf den ersten Ton mit Lee Parry, Carl Jöken Um 10.30, 1.30, 4.30, 7.30, 10.30 Uhr beginnend: Grün ist die Heide mit Camilla Spira, Peter Voss, Theodor Loos Neueste Ton- Wochenschau TonfilmRheinstr. 60. Woch. 5. Stg. 3 Uhr 391019 113 906 190 Neukölln Die unsichtbare Front mit C. Excelsior W. ab 6, Sbd. 4% U. L. Diehl, Tr. v. Molo, Hörbiger Gutes Beipogramm 1 Schöneberg Flora- Tageskino Hauptstr. 144. Ab 10 U. letzte 94 Die unsichtbare Front mit C. L. Diehl, Trude v. Molo- Gutes Tonbeiprogramm Kolonnaden- Kino Tageskino Titania Schöneberg Leipziger Str. 58 Ab 9 Uhr vorm. Der Mut zum Glück mit Norma Shearer, Clark Gable- Tonbeiprogramm Wochenschau Moabit Artushof Wochent. ab 6 Uhr Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29. 2 Großtonfilme: Liebe in Uniform mit H. Liedtke der Masse Der Schrei Tonwoche Charlottenburg Schlüter- Theater Beginn. 5, 64, 9 U. Schlüterstr. 17. S. 3 Uhr: Jug.- Vorst. Wenn die Liebe Mode macht mit Renate Müller Geheimnis des blauen Zimmers Atrium Wilmersdorf Wochent. 7, 914 U. Stg. 5, 7, 94 U. Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Uraufführung: Ganovenehre mit Rotraut Richter, F. Kampers, Tonbeiprogramm Zeli Zehlendorf- Mitte Beg. tägl. 5, 7, 9.10 Uhr Sonnt. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Straße 50. Der Orlow( Diamant des Zaren) mit Liane Haid, Iv. Petrovich Gutes Tonbeiprogramm Steglitz Uraufführung: Ganovenehre Titania- Palast W.6.30, 9 U. Stg.4.6.30, 9U. mit Fritz Kampers, Rotraut Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Richter, Paul Heidemann Der Rebell mit Luis Trenker Wo. 5, 7.10, 9.15 Uhr Friedrichstadt Die Kamera Unter den Linden 14 Beginn 3, 5, 7, 9 Uhr Menschen am Sonntag( Filmstudio 1929) Erde( Film von A. Powshenko) Tonwoche Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt! Friedenau Kronen- Lichtspiele Rheinstr. 65 Täglich 5 7, 9 Uhr, Sonnt. ab 3 Uhr Kampf mit M. v. Brauchitsch, Ev. Holt Gutes Tonbeiprogr... Hauptstr. 49. W. 5, letzte 9, S. ab 3 U. S. 2, 4, 7, 94 Uhr Kaiser- Friedrich- Straße 191 F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers- Tonbeiprogr. Jugendliche haben Zutritt! Kukuk W. ab 6, Sbd. 4% U. S. 2, 4, 7, 94 Uhr Kottbusser Damm 92 Stella- Palast 17910ADY Köpenicker Straße 12/14 Wochent. 6% 9 U. Stg. 2, 5, 7, 9 U. Hans Albers in dem Großtonfilm F. P. 1 antwortet nicht Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt! Treptow F. P. 1 antwortet nicht mit Treptow- Sternwarte Hans Albers Tonbeiprogr. Jugendliche haben Zutritt! F. P. 1 antwortet nicht mit Mercedes- Palast S3 Uhr Hans Albers Tonbeiprogr. Ufatonwoche- Jugdl. Zutritt| Turma Hauptstr. 144. Wochent. 5, letzte 94 U. Sonntags ab 3 Uhr Tarzan( Der Herr des Urwaldes) mit Johnny Weißmüller- Tonbeiprogramm Mariendorf Mariendorfer W. 7, 9, Ma- Li Tonlichtspiele S. 5, 7, 9 Chausseestr. 305. Hermannstr. 212. Stg. 2 Großtonfilme: Lumpenkavaliere mit Pat und Patachon Achtung, jetzt Tonfilm! Mittwoch 8 Uhr, Donnerstag 8 Uhr: Congorilla der gewaltige Urwaldtonfilm Osten goldene Gletscher mit G. Dieß Germania- Palast Primus- Palast W. 6, 8.30 U. Sonnt. 3 Uhr Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76. Glück über Nacht mit Magda Schneider, H. Thimig Der fliegende Tod Wenn die Liebe Mode macht Stern, Hermannstraße 49 mit Renate Müller, Alexander Tonbeiprogramm Tempelhof Kurfürst W. 79, Sbd. Stg. 5, 7, 9 Stg. 3 Uhr: Jgd.- Vorst. Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Baby mit Anny Ondra Olly v. Flint und die Singing Babies Tonbeiprogramm Tivoli Täglich: 5, 7, 9 Uhr Sonnt.: 3. 5. 7, 9 Uhr man Eine Berliner Straße 97. So ein Mädel vergißt nicht mit Dolly Haas Tür geht auf Südwesten Film- Palast Kammersäle Teltower Str. 1. W. ab 6/2, S. ab 3½ 2 Großtonfilme: Wenn die Liebe Mode macht mit Ren. Müller Sirenen um Mitternacht Palladium Baerwaldstr. 17 W. 5 letzte 9 Uhr S. 3, letzte 9 Uhr F. P. 1 antwortet nicht mit H. Albers Bühne: G. Acoster Meisterjongleur Jugendliche haben Zutritt! Rivoli Film und Bühne Bergmannstraße 5/7. W. 5.30, letzte 9 U. S. 3.30, letzte 9 U. 2 Großtonfilme: Madam wünscht keine Kinder mit Liane Haid - Bring sie lebend heim W. ab 6, Sbd. 42 Uhr St. 2, 4, 7, 94 Uhr F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers Tonbeiprogr. Jugendliche haben Zutritt! Südosten Frankfurter Allee 314 Nur noch bis Donnerstag: F. P. 1 anwortet nicht mit Hierzu 1 Beilage. PROGRAMM stefür die Zeit vom is fo 7. bis 9. Februar Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40/41 W. 5.30, ca. 7, 8.30 Uhr, Stg. ab 3 Uhr Abenteuer im Engadin mit Guzzi Lantschner Madame verliert ihr Kleid Volks- Kino Königstadt Schönhauser Allee 10 W. 5, 7, 49 U. S. 3 U. Jugd.- Vorst. Grün ist die Heide Wenn die Liebe Mode macht mit Renate Müller Neu- Lichtenberg Beg. 5 Kosmos- Lichtspiele 1.BRU. Lückstr. 70. So. 2: Jgd.- Vorst. 2 Großtonfilme: Glück über Nacht mit Magda Schneider, Hermann Thimig Gräfin Mariza mit Dorothea Wieck Pankow W. u. U. Hans Albers, Sybille Schmitz, Palast- Theater 7.30 U: Peter Lorre, Paul Hartmann Jugendliche haben Zutritt! Wochent. 6, Sonnab. 5, Sonnt. ab 3 U. Luna- Palast Breite Str. 21a. Gräfin Mariza mit Dor. Wieck, Charl. Ander, Hub. Marischka Woch. 5 Uhr Stg. ab 3 U. Tivoli Große Frankfurter Str. 121. Kampf mit M. v. Brauchitsch, E. Holt- Ufabomben topp vor 25 Jahren Schwarzer Adler 1 KinFrankf. Allee 99 W. 5, 7, ca. 9 Uhr, S. 3, 5, 7, 9 Uhr Wochentags 6.30, 9 Uhr Sbd., Sonnt. ab 4.30 Uhr Berliner Str. 27. Großtonfilm: Tarzan mit Johnny Weißmüller Tonbeiprogr. Bühne: Sein Milljöh, Vater Zille Tegel Deutsch- Amerik. Theater Stücker Nacht mit Magda Filmpalast Tegel& Köpenicker Str. 68. W. 4.30, 6, 7.10, 9 U. S. 3 U. J.- Vorst. Schneider, Tonw. Blitzdichter Richard Schwarz, Wenn die Liebe Mode macht Viktoria- Theater Woch, ab 5 mit Renate Müller- Spione im Savoyhotel Filmeck Stg. ab 3 U. Frankfurter Allee 48 Glück über Nacht mit Magda Schneider, Hermann Thimig Das ewige Schweigen W. 6, 9 U. S. 3, 5, 7, 9 Am Görlitzer Bahnhof Tarzan, der Herr des Urwaldes mit Johnny Weißmüller Tausend für eine Nacht Tonlustspiel mit Har. Paulsen, Claire Rommer Luisen- Theater W. ab 5 U. Reichenberger Str. 34. S. 3, 5, 7, 9 Glück über Nacht mit M. Schneider, H. Thimig Radio, Polizei, Patrouille ( Aus der Unterwelt New Yorks) Friedrichsfelde S. ab 4% Bahnhofstr. 2. Stg. 2 U.: Jgd.- Vorst. Grün ist die Heide mit Camilla Spira, Th. Loos, Kampers, Voß Erste Instruktionsstunde mit Bendow, Heidemann Kosmos Hauptstr. 6. Film Bühne W. ab 6 Uhr Stg. ab 4 Uhr F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers 1 Gr. Tonbeipr. Wocht. 6, 8% Kino Busch Mont.- Donn. 6 U. Union- Theater S. 44.6%. 8% Alt- Friedrichsfelde 3. Freit.- Stg. 5 Uhr Skandal im Grand Hotel mit Grit Haid, H. Beck- Gaden Herrin von Atlantis mit Brig. Helm, Dießl Nordosten Hauptstraße 3. Grün ist die Heide mit Camilla Spira, Th. Loos, Kampers Erste Instruktionsstunde Hennigsdorf Beg. W. 6. 8.30 Uhr W. 5.15, 6.20, 9.15 Filmpalast Stas. 44.6%, 8% U. ,, Elysium" s. 3. 4.05, 6.40, 9.15 3, Prenzlauer Allee 56 Tarzan( Der Herr des Urwaldes) Ein Mann mit Herz mit Gust. Fröhlich Berliner Str. 59 Skandal im Grand Hotel mit Grit Haid patrouille Radio- PolizeiEmelkatonwoche BEILAGE Vsmörks DIENSTAG, 7. FEBRUAR 1933 3)ie Seine mm Sladensleben 3)er Ofihilfefall des Junkers von Qua/l Innerhalb der Osthilfe-Skandale spielt der Fall o. Quast-Raden sieben eine besondere Rolle, v. Quast hat nach einer Aeußerung des Finanzamtsleiters oon Ruppin sein Vermögen verjeut, oerhurt und oersoffen. Trotzdem wurde o. Quast aus dem Osthilfefonds saniert. Wir erhalten dazu folgende'/.eilen: Eine gute Bahnsturide nördlich von Berlin liegt, abgeschieden von der Weit, das Rittergut de- cherrn Wilfried von Quast. Um den Guts- bof und das Herrenhaus gruppiert sich ein be- jcheidenes Dorf, dessen mündige Bewohner sich an, V, November 1932 bei den Wahlen zuni Deutschen Reichstag wie folgt entschieden haben: 42 Stimmen für die Nazis, 37 für die Sozial- demokratie, 18 für die Kommunisten, 1 für das Zentrum, ober 13k für die Deutsch, Kitiormlen, für den Herrn Hugenberg, für den Stahlhelm, Dieses Wahlergebnis mit seiner absoluten Majorität für die ostelbische Junterreaktion in einem Dorf mit einer erdrückenden proletarischen Mehrheit— die besitzende Minderheit wäre allenfalls die Familie v, Quast, 29 selbständige Bauern«xisten,;en und eine Handvoll Gutsbeamter als Trotz—, oieie- Ergebnis ist das Spiegelbild jener eigentümlichen Menschenökonomie des Herrn v, Quast. Dieser preuhische Junker wird vielleicht erstaunt fragen, wen er denn eigentlich unterdrücke? Ge- witz, der Herr Wilfried v. Quast marschiert nicht mit einer neunschwänzigen Katze durch das Dorf und über das Feld und drischt solchermatzen auf die Leute ein; so wird das nicht mehr gemacht, Der letzte Fall von Prügelei liegt weit zurück- Als man bei einer Vorkriegswahl dahinter kam, dah ein Gutsarbeiter die„Roten" gewählt hatte, zog man ihm nachher die Hofen stramm, und bei einem Fall vor vier Jahren, als dem Herrn v. Quast eine Scheune abbrannte, erhielt der Diener nur eine Ohrfeige oder bot man ihm nur eine an, weil er mit aufs Feld löschen gegangen war, statt der alten Frau v, Quast das Abendbrot zu servieren. Der Herr v, Quast poltert auch nicht los, wie der Nazil udiker am Ort, der den Arbeitern eine Zeit wünschte, in der sie Stroh fressen müssen. Im Gegenteil. Am 27. Januar, zur Kaiser- Geburtstagsfeier, die in Radensleben noch immer unter die großen Festtage rangiert, besucht der Herr v. Quast ungeniert den profanen Stahlhelm-Gasthof. Ehrerbietig erhebt sich die Berfammkung, wenn er den Saal betritt, und es kommt dem Junker v. Quast auch nicht auf eine Lage Bier an, wenn ihn seine Arbeiter nachher, mit dem Bierseidel in der Hand an der Theke stehend, hochleben lassen. Und im zweiten Wahl- gong für den Reichspräsidenten, als Duesterberg zurückgetreten war, ermunterte er leutselig die Arbeiter, Hitler zu wählen. Man weiß die Peitsche in Radensleben gut zu tarnen. Die Faust«le»„Stahlhelm" Aber da sind die Bereine in dem kleinen On Zuerst der Kriegerverein. Dann die Orts- gruppe des S t a h l h e l m. Zu dritt der Jung- S t a h l h e l m. Zu viert der R e i t e r v e r e i n, zu fünft der K ö n i g i n- L u i s e- B u n d, zu sechst der Gesangverein, und zu guter Letzt der Turnverein. Die Arbeiter stöhnen und ächzen unter den vier- und fünffachen Vereinsbeiträgen, aber wer nicht im Stahlhelm ist, wer nicht im Kriegerverein mitmacht, wer den Jung-Siahlhelm schmähen sollte und wer nicht Sonntagvormittags hinter dem Herrn v. Quast und seiner Frau Erika im Reiterverein über die Flur reiten wollte, dem ginge es wirtschaftlich an den Kragen. Nicht heute, aber morgen, bei passender Gelegenheit. Für diese Vereinsklüngel hat der Junker v, Qua't seine Leute: für den Kriegerverein vornehmlich seinen Ackermeier und für die Stahlhelm- gruppe den Gutsschmiedemeister. Dieser Ackermeier nun, der hat das Stahlhelmabzeichen am Rock, wenn er aufs Feld reitet, der patzt auf, wer zur Kundgebung der„Roten" geht, was in Radensleben übrigens mit unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben verbunden ist, denn auf die legte Versammlung der Sozialdemokratie prasselte plötzlich ein hinterlistiger Steinhagel nieder Warum man denn nicht die Fenster schließe? fragt jemand. Das geht nicht, kein Gastwirt gibt den„Roten" seinen Saal: vom Lautsprecherauto «ine kurze Ansprache, das ist alles, was sich or- ganisieren läßt. Neulich waren die K o m m u n i st e n in Ra- densleben. Sie fingen ihre Expedition recht ge- schickt an und brachten sür den Winter warme Sachen mit. Sagten zu einer Frau, sie soll« nur nähertreten mit samt ihren Kindern und sie werde doch nicht die dargebotene Hose und Jacke ab schlagen. Das machte die Frau auch nicht, nur zum Schluß nahmen sich' die Kommunisten die Kinder beiseite, drückten jedem einen Packen Flugblätter in die Hand, mit der Weisung. schleunigst in jedes Haus eines der Blätter zu tragen. Nun, dachten vielleicht die Kinder, wo die. Onkel so nett waren und der Mutter die Kleider schenkten, müssen wir schon die Blätter austragen. So wurde jede Stube in Radensleben mit Flugblättern bepflastert. Die Stahlhelmer glaubten, es schlüge 13. der Ackermeier bekam Stielaugen:„Was, die Kinder des Stahlhelmers F. tragen kommunistische Flugblätter aus? Das ist wohl ein kommunistischer Spitzel?" Sofort setzte er für den nächsten Freitag einen Appell der S t a h l h e l m- O r t s g r u p p e an. Hoch- notpeinliches Verhör, aber es war dem Manu nichts zu beweisen: er hatte auch tatsächlich mit der Flugblattoerbreitung nichts zu tun. Und wie die Gutsarbeiter politisch in den Stahlhelm ge- preßt werden, so müssen sie wirtschaftlich Mitglied des gelben Landarbeitervereins sein. Die Berliner Arbeiter werden vielleicht sagen. das sei zu dick ausgetragen. Durchaus nicht. Man mutz sich nur vergegenwärtigen, was das heißt: Ostelbien. In Berlin gehen die Arbeiter bei irgendeiner Differenz im Betrieb zum Arbeiter- rat: in Radensleben müssen sich die Gutsarbeiter jedes Wort dreimal überlegen, ehe sie es aus- sprechen. Ueberall lauert die Feme. Welcher Arbeiter in der Großstadt kommt zum anderen auf den Gedanken, seinen Unternehmer mit„gnädiger Herr" anzureden: in Radens- leben könnte jeder Gutsarbeiter sein Ränzel schnüren, wenn er nicht„gnädiger Herr" zum Rittergutsbesitzer v. Quast sagte. Früher ließ sich dieser Mann„Herr Leutnant" titulieren. Da begab sich folgendes: Der Herr v. Quast will nach Neuruppin fahren. Er läßt sich von dort ein Auto kommen. Der Chauffeur kommt zum Quast und sagt, er solle den Herrn v. Quält fahren, Da schreit dieser auch schon:„Was fällt Ihnen ein, mich beim Namen zu nennen, ich bin für Sie Herr Leutnant!" Nun war dieser Chauffeur sozusagen ein knorker Junge, der dem Junker folgende Antwort gab:„Dann bin ich für Sic Herr Feldwebel, ich war Feldwebel im Felde!" Worauf der Junker den Feldwebel raus- schmiß. Er ließ sich ein neues Auto aus Ruppin kommen und mußte schließlich beide Wagen de- zahlen. Sa kann der Herr v. Quast das Geld auf die Straße werfen. Aber dieser Chauffeur konnte wirtschaftlich auf das Rittergut Radens- leben pfeifen, die Gutsarbeiter aber nicht. Sie sind Zwaugssoldaten im Stahlhelm, und nur manchmal— soll man das nun grotesk oder tragisch nennen—, wenn sie ganz unter sich sind, wenn es niemand hört, dann erinnern sie sich, daß sie„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" und selbst noch die„Internationale" singen können. Dann singen die Stahlhelmer von Radensleben die alten Arbeiterlieder ihrer Jugend: aus nahe- liegenden Gründen können wir uns hierüber nicht näher verbreiten. Der Hunxerriernen Aber dieser beispiellose politische Druck, der über ganz Radensleben lastet, hat, am Kochtops der Gutsarbeiter gemessen, seine wirtschaftlichen Konsequenzen. Augenblicklich erhält ein Arbeiter des Herrn v. Quast einen Wochenlohn von 2(in Worten zwei) Mark, und sofern er ein Gespann führt, einen Wochenlohn von 5 Mark. Eine Frau, deren Mann stirbt, siedelt in e:>> Stllbchen über, das Deputat fällt weg und alt Gnadenbrot erhält sie einen Stundenlohn von ö(in Worten fünf) Pfennigen. Dafür muß sie Rüben hacken, Söcke flicken oder sonst etwas machen, aber was macht die Frau nun mit dem Sechser Lohn? Die Arbeiterfamilien erhalten außer dem Barlohn noch das D e p u- tat: täglich 1 Liter Milch, jährlich 11 Raum- meter Holz, 2 Kastenwagen Kartoffeln(rund 87 Zentner) uno rund 15 Zentner Getreide. Da- zu ein Stück Garten. Das tägliche Brot eines Quastschen Gutsarbeiters sieht dann wie folgt aus: morgens Brot mit Pflaumenmus(eingekocht von den Pflaumen aus dem kleinen Garten), mittags Kohlrüben mit Kartoffeln, nur selten Fleisch, trotz schwerster Arbeit, und abends immer das gleiche: Pellkartoffeln, mal mit Hering, mal mit Mehlstippe, nicht etwa Speckstippe. Wenn jemand die Gutsarbeiter fragen wollte, ob sie denn keine Butter haben, den würden sie nur entgeistert anstarren:„Butter? Kennen wir nicht, hier ißt alles Margarine." Das ist Ostelbien: die Männer und Frauen, die die Butter schaffen, essen nur Margarine. Doch wenn es in seine Tasche geht, kann der Herr v. Quast rechnen. In diesem Winter er- brachen Räuber seinen Hühner st all und schlachteten 52 Hühner ab. In Marwitz, kurz vor Velten, wurden die Räuber ergriffen und der Herr v. Quast bekam die 52 toten Hühner zurück. Jetzt ließ er einen Anschlag machen: W«r Hühner haben wolle, der solle zu ihm kommen, das Pfund koste KV Pfennige. In Berlin kostet ein Pfund Huhn 70 Pfennige: die hatten aber keine Räuber gestohlen. Der Herr o. Quast braucht eben viel Geld. Wenn die Ruppiner Granden auf auf das Radenslebener Schloß kommen, dann geht es hoch her. Verjeut, ver- hurt und versoffen, schrieb der Finanzamtsleitcr von Ruppin über das Vermögen des Junkers v. Quast. Und aus dem reichen Born der Ost- Hilfe gab man dem Junker neues Geld. Der Kampf gegen diese Kaste ist der Kampf um das Lebensinteresse der deutschen Werktätigen. Schmderhannes, der dtäuberlmuplnmnn Sin �Produkt feiner Steil/ Ton Stoberl Streuer „Jeder Krieg schleppt einen breiten Schweis von moralisch verwirrten, verwilderten, ziellosen Ele- menten hinter sich her, die um so zäher und gefährlicher sich zu förmlichen Gilden verfilzen, je schwankender die politische Ordnung, je näher die neue Kriegsgefahr, je ratloser das erwerbende Bürger- und Bauerntum ist." Mit solcher Fest- stellung gibt Cnrt E l w e n sp o e k in einer vor etlichen Iahren erschienenen Analyse des viel beschriebenen rheinischen Räubers Schinder- Hannes den psychologischen Schlüssel. Niemand besser als wir, denen die Baltikumer, die Feme- mörder und die Nazis beschert worden sind, kann solche Formel verstehen: sie erkennt in dem ein- zelnen Gewalttäter, ob er nun als Freischärler sich nationalistisch kostümiert, ob er als Marodeur die Lande durchstreift, oder als verwegener Haupt- mann eine Diebes- und Mordbande sammelt, das Produkt verwirrter Zeit, die Nachgeburt des organisierten und staatlich anerkannten Mordens ugd Raubens. So ist es nicht weiter erstaunlich, daß jener Schinderhannes, der schon ehedem eine ganze Literatur, allein sechs Foliobände Prozeß- akten, aber auch zahlreiche geschichtliche Dar- stellungen und mehrere Romane hervorgerufen hatte, gerade in den Unruhejahren nach dem Weltkriege wieder entdeckt worden ist. An erster Stelle muß man hier das Drama von Carl Z u ck m a y e r, das gegenwärtig in der„Volks- bühne" gegeben wird, nennen. Er hieß Johannes Bückler und wurde 1778, es kann auch 1779 gewesen sein, als Sohn eines sogenannten Schinders, eines Abdeckers, in Mühlen bei Nastätten geboren Das ist ein 'Ort, eingezwickelt zwischen Hunsrllck, Odenwald, Spessart und Taunus, eine Gegend, die seit dem Dreißigjährigen Krieg und noch länger zurück beinahe ununterbrochen Soldaten, Kämpfende und Flüchtende, Brandschatzende und Schändende ge- sehen hatte. Seit der Französischen Revolution gar war die Landschaft, waren die Straßen und die Dörfer überhaupt nicht mehr zur Ruhe ge- kommen. Oft wußten die Leute nicht einmal, wessen Untertanen, ob sie des Kaisers, des preußischen Königs oder der französischen Republik waren. Die Verwaltung war verwildert, und die Gesetze hatten ihren regelnden Einfluß eingebüßt. Ueberall wucherte unversorgte Not. Die Erziehung lag im argen. Beamte und Richter waren bestech- lich, und da jeder, unter dem Druck der ständigen Gefahren, nur an sich dachte, so wurden die Grenzen zwischen Recht und Unrecht flüssig und mehr durchstoßen als geachtet. Es gab viel menschlichen Abfall, vor allem ehemalide Solda- ten, die nichts Ordentliches mehr werden konnten, ungezählte Landstreicher, Bürger und Bauern, die alles durch Unglück oder durch Frevel verloren hatten. Allenthalben im Lande, und nicht nur hier, im ganzen Main- und Rheingebiet, oon Frankfurt bis gen Holland, bildeten sich Banden, die teils harmlos, teils höchst unmanierlich, ja die- bisch und' mörderisch nomadisierten. Jede dieser Banden hatte ihren Häuptling, der entweder durch seine klugen Einfälle oder durch seine Bru- talität, oft auch durch irgendeinen geheimnisvollen Nimbus der Zauberei oder der Verwandtschaft mit dem Teufel, die Führung erworben hatte. Sein Name war nicht nur den Genossen heilig, er wurde auch von der unschuldigen Bevölkerung gefürchtet und genügte oft, um Türen und Kasten zu öffnen. Solch ein Hauptmann, Führer einer Räuber- bände, wurde Johannes Bllckler, nachdem er mancherlei Fährnis und Elend erlebt, mancherlei Bettel und Diebstähle betrieben hatte und einmal auf offenem Markt ausgepeitscht worden war. Die Erlebnisse seiner traurigen Jugend haben ihn, so erzählte er später dem Unter- suchungsrichter, mit der bürgerlichen Gesellschaft in Zerwürfnis gebracht. Er lernte sie verachten und hassen: von ihr ausgestoßen, geriet er in den Strom der Verwesung und wurde teils aus Hunger, teils aus Romantik und schließlich auch, Jtiflorifche SUinialuren „Martha" und die Teutendorf« r. Das Hoftheater von Mecklenburg-Schwerin hatte einen großen Tag. Die Oper eines Landes- kindes sollte aufgeführt werden: die„Martha" oon Friedrich Freiherrn von F l o t o w, der auf seinem elterlichen Besitz Teutendorf im Meck- lenburgifchen als Sproß einer der ältesten und vornehmsten Adelsfamilien geboren worden war. Nun, die guten Teutendorfer ließen es sich nicht nehmen, zu dieser Aufführung zu erscheinen. Sie kamen in Achprwagen, mit improvisierten Bänken, sie kamen in ihren schönen Volkstrachten, und viele von ihnen gingen überhaupt das erstemal ins Theater. Flotow war selbst anwesend. Kurze Zeit später zwar sollte er Intendant des Schweriner Hof- theaters werden, aber damals ahnt« er davon noch nichts und war nur der ängstlich zitternde Komponist. In Wien zwar hatte die„Martha" Furore gemacht und das ganze Publikum zu Tränen gerührt— aber in Mecklenburg-Schwerin? Erstens sind die Mecklenburger nicht sehr für's Rllhrenlassen, und zweitens gibts das bittere Wort vom Propheten in seinem Vaterlande. Aber als sich nach der Aufführung die Teuten- dorfer bei ihm einfanden— da war er beruhigt. Nein, was konnten die Teutendorfer weinen! Nicht nur die Frauen, auch den hartgesottenen alten Bauern und Knechten des väterlichen Gutes standen die dicken Tränen in den grellblauen Augen. „Ra", ftagle Flotow,„hat's euch denn wirklich so gerührt...?" Sie nickten und weinten noch lauter. „Es hat euch ja geradezu traurig gemacht, ihr Braven!" „Jeja, da müt einen doch tom Weinen sin!" bestätigte der Aelteste schluchzend.„Sehn Sei, Herr von Flotow, wi hebben nu alle Ehren Grotvader noch kennt un Ehre Grotmudder, un Ehren Voder und Ehr Mudder ock. Allens brave Lüd wesen, Herr von Flotow, un ehrbare Lud, un rike Lüd. Un Sei Sei maken nu Musik. Nee, dat so een vornehmes Geschlecht so t o Grund.gei.hn.möt,.,!" hlvmo. weil er die Franzosen nicht leiden konnte, ein Räuber. Doch machte er im Verlauf seiner Karriere, die von 1796 bis 1802 dauerte, so wenig Unterschied bei Aneignung von Pferden, Schinken und Würsten, wollenen und seidenen Stoffen, von Silber und Gold, dah keine Möglichkeit war, ihn zum Nationalhelden �u ernennen, er blieb, was er war, ein Räuber, ein Brenner und Mörder, und mutzte, von deutschen Gendarmen gefangen und den Franzosen ausgeliefert, auf dem Schafott sterben. Er ist nicht alt geworden, knapp 26 Jahre; 1803, am 21. November, wurde er in Mainz, mittags 1 Uhr, in Gegenwart einer tausendköpsi- gen Menschenmenge, zusammen mit neunzehn seiner Kameraden guillotiniert. Die Henker waren sehr stolz, daß sie diese Massenabschlachtung in einer knappen halben Stunde vollbrachten. Sie sollen dabei allerlei Nebenverdienst gehabt haben, weil das aufgeregte Publikum gierig war nach Andenken an die Gerichteten, auch, um diese oder jene Krankheit zu vertreiben, nach deren Blut. Solche peinliche Kuriosität, kennzeichnend für das sittliche und kulturelle Niveau der Zeit, ist für Schinderhannes beinahe so etwas wie eine Rechtfertigung. Es verdient in solchem Zusammen- hang auch erwähnt zu werden, daß der arme Hau- nes, der nicht gerne sterben wollte, ernstlich auf die Gnade Bonapartes rechnete, von dem er hoffte, dah er, der große General, den geringeren Kalle- gen immerhin begreifen würde. Bei einer früheren Gelegenheit soll Schinderhannes solche innere Ver- wandtschaft mit dem großen Blut- und Gewalt- menschen der Weltgeschichte deutlich ausgesprochen haben:„Wir sind ein Werkzeug in der Hand der Vorsehung, Gott hat uns erweckt und gesandt, um die Geizigen und Reichen, sowie die Verräter und Unterdrücker zu züchtigen." Das klingt schon bei- nahe etwas größenwahnsinnig und reichlich ver- wirrt: aber, um darauf noch einmal zurllckzu- kommen, gerade wir, die Mitarbeiter so vieler großer Zeiten, sind so sehr an ähnliche Er- scheinungen und Ueberspannungen gewöhnt, daß uns dieser Schinderhannes, der Zulauf, den er hatte, und die Selbstgewißheit, die er als Glorie um die Schultern schlug, nicht nur vertraut er- scheinen, sondern auch als die Abfallsprodukte eines verrotteten Militarismus und zerstörten Wirtschaftslebens restlos erklärbar sind. Rund um den Arbeitersport Arbeiter- Fußball Freundschaftsspiele im Regen Seit Wochen leidet der Arbeiter- Fußballbetrieb unter dem Wetter. Wenn auch noch keine Serienspiele stattfinden, so wird doch die Austragung von Freundschaftsspielen, die in dieser serienlosen Zeit den Verkehr der Bezirke untereinander fördern, unterbunden. Auch am Sonntag glichen die Plätze Morästen. Einige Ergebnisse: ASV. Schöneberg gegen ASV. Borsigwalde 3: 2( 2: 2). Auf dem schweren Boden tommt es zu wenig Torgelegenheiten. Bei ausgeglichenem Spiel tann Schöneberg mit viel Glück den Siegestreffer erringen. Normannia gegen Hansa 31 3: 3( 3: 3). Normannia scheint die Niederlage im 8wischenrundenspiel noch nicht überwunden zu haben. Sie fand sich selbst auf eigenem Plak zunächst schlecht zusammen. Immerhin gelang es trog Ersaz eine Führung von 2: 0 herauszuarbeiten. Hansa ließ sich aber von dem großen Gegner nicht überraschen und konnte, besonders durch starkes Spiel der Läuferreihe, Normannias Tor sehr häufig in Gefahr bringen. Es reichte aber nur zum Ausgleich. Eine abermalige Führung Normannias wurde noch vor dem Wechsel wettgemacht. Nach Halbzeit waren beide Mannschaften auf dem schweren Plaze müde gespielt und beschränkten sich auf die Verteidigung des unentschiedenen Ergebnisses. Normannia unternahm zwar kurz Schluß noch einen Generalangriff, er blieb aber bei der ficheren Verteidigung Hansas ohne Erfolg. Dor Teltom gegen Eiche Köpenick 1: 1( 0: 1). Teltow mußte das Spiel mit 9 Mann durchstehen, weil zwei Spieler eine sonderbare Auffassung vom Mannschaftsgeist hatten. Raturgemäß war Eiche überlegen und konnte mit dem Wind im Rücken in Führung gehen. Dem aufopfernden Spiel der Verteidigung und des Mittelläufers gelang es nicht nur, lange Zeit hindurch den Ansturm Eiches abzuwehren. sondern auch einen überraschenden Durchbruch anzusehen, der den verdienten Ausgleich brachte. Eiche fann von Glück sagen, daß der gegnerische Sturm fo ziemlich alle Regeln des Stürmerspiels vergessen hatte. Rot- Weiß Neukölln gegen Mahlsdorf 9: 4( 4: 2). RotWeiß trat zwar wegen der Grippe unvollständig an. Da aber die Mahlsdorfer auch nicht recht in Stimmung waren, gelang trozdem ein reichlich hoher Sieg. Weitere Ergebnisse: Cladom 1 gegen Butab 2 2: 1( 0: 1). Teltow 2 gegen Eiche- Köpenid 2 3: 0( 3: 0). ASV. Schöneberg 2 gegen ASV. Borsigwalde 2 3: 1( 2: 1). Hansa 3 gegen Normannia 3 7: 5( 3: 1). Borsigwalde gegen Lichtenberg 7: 2( 3: 2). mannia gegen Pankow 7: 1( 4: 1). 1 Jugend: Schüler: NorWasserball- Serienspiele Die Mannschaft des Voltssport- Weißensee mußte am letzten Sonnabend im Serienspiel gegen die junge Mannschaft des Berliner Schwimmervereins Freiheit die Bitternis einer einwandfreien Niederlage hinnehmen. Mit einem Torabstand von 6: 3 blieb Freiheit erfolgreich. nachdem es noch zum Seitenwechsel 3: 1 für Weißensee hieß. In der ersten Hälfte des Spiels verstand es Weißensee noch, den Angriffen des schnellen, aber technisch noch unfertigen Gegners mit einem Plus an Schnelligkeit zu überwinden. Später war aber die Verteidigung Freiheits sehr aufmerksam und machte alle Attionen der Weißen seer zunichte. Eine spielerisch weit bessere Leistung boten die Mannschaften von Spandau und Union in ihrem Spiel am Sonntag. Union gewann sicher mit 7: 4 Toren, doch im Spielverlauf war Spandau ein ebenbürtiger Gegner. Besonders der Sturm der Spandauer befand sich in guter Form. Wohl spielte Union zeitweise hervorragend ab, allein der unermüdliche Kampfeseifer der Spandauer dominierte, und mit 3: 2 für die wurden die Seiten gewechselt. Havelstädter Spandaus Angriffsreihe wurde später bei ihren Aktionen ausgezeichnet überwacht und Unions Verbindungsmann brachte seinen Sturm mit energischen Durchbrüchen gefährlich ins Spiel. Sonntag: Wasserballturnier Eine Veranstaltung der Berliner ArbeiterSchmimmersparte führt am kommenden Sonntag zehn der besten Berliner Mannschaften zu einem Wasserball- Turnierfampf im Wellenfad zufammen. Die Mannschaften folgender Ber eine werden in Kurzspielen den Besten des Abends ermitteln: Berlin 12, Charlottenburg, Freiheit, Hellas, Möwe, Neukölln, Potsdam, Spandau, Union und Weißensee. Die Veranstaltung, die um 20 Uhr beginnt, sieht einen Eintrittspreis von 50 Pf. vor, der gleichzeitig zum Baden in einer besonders vorgesehenen längeren Badepause berechtigt. 20 Jahre ,, Nordring" Auf ein zwanzigjähriges Bestehen kann der Bezirk Nordring" der Freien Turnerschaft GroßBerlin zurückblicken. Das war der Anlaß zu einer Sport- Matinee, die der Bezirk am Sonntag im Berliner Prater veranstaltete. Um es vorweg zu jagen: die Veranstaltung reihte sich würdig allen bisher abgehaltenen Wintervorführungen der Arbeitersportler ein. Und was die Hauptsache iſt, das Programm, in dem alle Sportarten und Ab= feilungen zu Wort tamen, wickelte sich reibungslos ab. Den Vorführungen der Männer, die im monotonen Rhythmus den Gang der Maschine zeigten, folgten Bewegungsstudien und GymnastikDie übungen der Frauen und Jungmädchen. männliche Jugend bewies ihre Geschicklichkeit im Seilspringen, während die Alten Herren" zeigten, daß ihre Gelenke noch lange nicht eingerostet sind. Doch das schönste von allem waren die Vorführungen der Kleinsten. Die fleinen Mädchen eroberten sich die Herzen der zahlreichen Zuschauer im Sturm, immer und immer wieder mußten sie vor dem Vorhang erscheinen. Die Jungens hüpften und sprangen über die Bühne, daß es man so seine Art hatte. Starken Beifall hotte sich der Veranstalter auch mit dem Schlußbewegungschor: ,, Es lebe die Freiheit". Eben noch im frohen Spiel, versuchen die Knechte des Kapitals die Arbeiterklasse zu unterdrücken. Doch nicht lange dauert es, dann erwacht die Arbeiterschaft und zwingt ihre Unterdrücker zu Boden. Mit dem Ruf ,, Freiheit!" und dem Lied ,, Brüder zur Sonne, zur Freiheit" schloß die Veranstaltung. Alt- Wedding schlägt Sparta In der der Fortsetzung der Ferienringkämpfe der bundestreuen Arbeiterathleten in der B- Klasse um die Kreismeisterschaft standen sich am letzten Freitag die beiden Ringerstaffeln von Alt- Wedding und Sparta in der Rückrunde gegenüber. Der Kampf endete mit einem 11: 3- Punktsieg der Weddinger. Im Fliegengewicht siegte der Weddinger Heiden über Blüschte- Sparta bereits nach 16 Sekunden. Bräfte- Sp. fiegte über Kühlhorn in der 4. Minute und der Spartaner Schmidt verschuldete im Ringen gegen Klug-. nach einer Ringzeit von 6.29 Minuten feine Schulterniederlage selbst. Die Leichtgewichte A. Nünnke-AW. und Steinke- Sp. trennten sich mit einem Unentschieden. Schramm unterlag gegen Gast- AW. in 1,07 Minuten. Schüler- AW. holte sich die Punkte bereits auf der Waage, und der Kampf mit dem etwas schweren Luze- Sp. endete mit einem Unentschieden, im Schlußtreffen NagelAW. gegen Gesch- Sp. siegte der Weddinger in der 3. Minute entscheidend. Neuer Athletenverein im Norden. Im Norden Berlins wird am 10. Februar der lebungsbetrieb der neugegründeten Abteilung Nord des Arbeiter- Sportklub Alt- Wedding 1883" in ber Turnhalle Wattstr. 16 eröffnet. Schüler, Jugend liche, Männer, Anfänger und Fortgeschrittene, die Jiu- Jitsu, Ringen und Heben lernen wollen, finden hier eine neue Trainings- und Kampfstätte. Anmeldung und Anfragen an Carus, Voltastr. 19, und an Georg Kaseliz, Berlin NW. 31, Brunnenstr. 93. Uebungsabende jeden Dienstag und Freitag. Blauer Dunst Die ersten Motorschrittmacher im Sportpalast Am Sonntagabend hat also die Berliner Radsportgemeinde das erste Radrennen hinter Motorschrittmachern in der Halle, im Sportpalast, erlebt. Steptisch, wie die Berliner sind, hatten sich nicht allzuviele zu diesem Debut eingefunden. Wenn sie aber auf Grund des Gesehenen und Erlebten die Kunde von der für uns neuen Attraktion hinaustragen werden, dürften am tommenden Sonntag mehr da sein. Krach, blauer Dunst und Gestank sind nicht so start wie man erwartete. Es sind kleine Motoren, die als Schrittmachermaschinen dienen, die Ge= schwindigkeiten gehen nicht über 60- Stundenkilometer hinaus. Es gab am Sonntag sehr nette Kämpfe bei Ueberholungsversuchen. Die sechs für die Dauerrennen verpflichteten Fahrer bestritten zunächst drei Zweier- Verfolgungsrennen, in denen Wolfe, Mege und Sawall siegreich blieben. Dann folgte der Eröffnungspreis der Steher, den der Dortmunder Meze gewann. In den Vorrennen waren Maronnier, Gilgen und Sawall durch Defekte benachteiligt. Der Schweizer gewann seinen Vorlauf aber trotzdem gegen Wolfe. Verfolgungsrennen: R. Wolte holt Wißbröcker nach 14 Runden in 2: 40,6 ein; Moge schlägt Gilgen über Theater. Lichtspiele usw. Staats Theater Dienstag, den 7. Februar Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Rigoletto Staatliches Schauspielhaus 19 Uhr. Faust II. Teil VOLKSBUHNE Theater am Bülowplatz Täglich 84 Uhr D 1 Norden 6536 Schinderhannes von C. Zuckmayer. A. Hörbiger, C. Spira. Brausewetter. Greld, Halden, Kurz, Marlow Alle Arbeiter und Angestellte haben das Recht auf Befreiung von der Mitgliedschaft bel einer Pflichtkrankenkasse($ 517RVO.) durch übertritt zur 5 Kilometer in 5: 13,2 um 55 Meter; Gamall holt Maronnier nach 11 Runden in 2:03 ein. Steherpreis. 1. Vorlauf, 20 Kilometer: 1. Mezze 21:44; 2. Wißbröcker 240 Meter; 3. Maronnier 250 Meter zurild. 2. Borlanf, 20 Kilometer: 1. Gilgen 22:15; 2. Wolfe 125 Meter; 3. Sawall 160 Meter zurück. Endlauf der Unterlegenen, 20 Kilometer: 1. Gawall 22:03; 2. Wißbröder 25 Meter; 3. Maronnier 240 Meter zurück. Endlauf der Erstplazierten, 25 Kilometer: 1. Meze 26:40; 2. Gilgen 590 Meter; 3. Wolke 740 Meter zurück. Nach der sonntäglichen Premiere wartet der Sportpalast am Sonntag, 12. Februar, erneut mit Dauerrennen hinter fleinen Motoren auf. Diesmal sollen sogar vier Fahrer gleichzeitig in den einzelnen Läufen starten. Verpflichtet wurde bisher Walter Sawall, aber auch der schnelle Dortmunder Meze, der Sieger im Eröffnungspreis, dürfte wieder mit von der Partie sein. Bervollständigt wird das Programm durch mehrere Rennen für die Berliner Berufsflieger. Wir berichten Der freie Ringtampf( catch- as catch- can) ist in Amerika der große Modesport; den Kämpfen in Madison Square- Garden in New York wohnen oft 20 000 bis 25 000 Zuschauer bei, und man kann behaupten, daß das Interesse für diesen harten Kampfsport heute größer ist als für den Borkampf. Von den deutschen Ringern, die in Amerika sich auch im freien Stil einen großen Namen gemacht haben, ist außer Schifat, der 1929 Weltmeister im Freistilringen wurde, vor allem der Berliner Frizz Klen zu nenen. Am Freitag, 10. Februar, geht Kley im Saalbau Friedrichshain voraussichtlich gegen den Engländer Harry Brooks auf die Matte. Die Berliner werden also Gelegenheit haben, ersttlaffige catch- as- catch- can- Ringer im Kampfe zu sehen. Die Paarungen des Abends sind international. An den Kämpfen nimmt unter anderen auch Paul Favre, der bekannte Schweizer Freistilringer und Europameister im griechisch- römischen Ringkampf 1929 teil. Ferner wird Ben Shermann, Ameritas populärster Freistilringer, Jack Pye, der Londoner Meister, und der Hol steiner Banak, der erstmalig im freien Stil antritt, an den Kämpfen teilnehmen. Das Programm des Abends werden interessante griechisch- römische Ringkämpfe vervollständigen. Schwarzes Brett Einzelfahrer, 1. Streis. Gigung Donnerstag, 9. Februar, Geschäftsstelle, Elsässer Str. 86-88, Gäste willkommen. Freie Lichtbildner Berlin- Rorb( früher Frete FotoVereinigung Berlin). Donnerstag, 9. Februar, 20 Uhr, Schule Pantstr. 20-22, Werbevortrag: ,, Arbeiter photographieren". Kartellbezirk Wedding. Heute alles Antreten zur Demonstration. Treffpunkt Brunnenstraße Ecke GustavMeyer- Allee. Der geplante Spieltag am 19. Februar in den Rehbergen tann wegen Blagsperre nicht durchgeführt werden. Die Kartellsportabteilung übt 14tägig feden Donnerstag ab 20 Uhr in der Turnhalle Müller- Ede Triftstraße. 16. Februar Versammlung aller gemeldeten Mitglieder der Sportabteilung nach dem Leben bet Saath, Lynarstr. 10. Bezirkskarteljahresversammlung 6. März ebenda. Schwimmfest in Lichtenberg Neue Bundesbestzeit in der 4 X 100- Meter- Stafette Das in Lichtenberg am vergangenen Sonntag durchgeführte Schwimmfest der ansässigen Gruppe der Freien Schwimmer Groß- Berlin war ein starkes Bekenntnis zum Freiheitsgedanken und zur Republik. Die Begrüßungsrede des Vorsitzenden schloß mit der Mahnung an alle, am 5. März den Feinden der Freiheit die Antwort zu geben. Im ersten Lauf der Eröffnungsfraulstafette für Männer stellte nach wechselnder Führung von Hellas und Möwe die Mannschaft von Charlotten burg durch bessere Schlußleute den Sieger. Die Zeiten des zweiten Laufes lagen außer der von Neukölln, die im Gesamtklassement an 3. Stelle rangierten, unter deren des ersten. Das schärfste Rennen lieferten sich die Männer in der Lagen stafette über 4 mal 100 meter. Charlottenburg war hier Neuling, da die Mannschaft bisher nur Lagenstafetten 3 mal 100 Meter geschwommen ist. Auf ihr Abschneiden war man daher allgemein gespannt. Nachdem bei den Brustschwimmern das Feld noch dicht beisammen lag, ging bei den Seite= schwimmern Neukölln in Front. Leider konnte jedoch der Rückenschwimmer den ihm mitgegebenen Vorsprung nicht halten und mußte sich kurz vor dem Wechsel von dem Charlottenburger Schwimmer abfangen lassen. Der gute Krauler der Charlottenburger Mannschaft vergrößerte dann noch den Vorsprung und verhalf zum Sieg in 5: 5,6 Minuten. Die Zeit ist Bundesbestzeit! Die männ= liche Jugend traf sich in einer Bruststafette über 6 X50 Meter und einer Lagenstafette über 4 × 50 Meter. Einmal wurde Lichtenberg vor Charlottenburg und das andere Mal Lichtenberg vor Hellas und Friedrichshain Sieger. Ein schöner Beweis für die Stärke der Lichtenberger Jugend. Das aber auch die Kleinen es an Eifer und Können nicht fehlen lassen, zeigt der Sieg in der Knabenfraulstafette und der Kinderbruststafette für drei Knaben und drei Mädchen. In beiden Fällen war der Abstand von den Zweiten recht beachtlich. Am stärksten war die Ueberlegenheit aber in der kombinierten Bruststafette in der nacheinander Knabe, Mädchen, weibliche Jugend, männliche Jugend, Frau, Mann je 100 Meter Brust schwamm. Diese Stafette ist von einem anderen Berliner Berein in dieser guten Besetzung zur Zeit nicht aufstellbar. Im Schauspringen sah man wieder einmal Nachtigall Hellas, dessen Sprünge noch immer gut gefallen. Sein Sieg stand nicht in Frage, obgleich auch von Krabel- Möme und Kasper- Lichtenberg recht ansprechende Sprünge ge= zeigt wurden. Gefallen tonnte auch der Jugendliche Trammer- Hellas. Die im Rahmen des Programms gezeigten Reigen der Frauen gaben Aufschluß über die große Zahl von Reigenschwimme rinnen, die Lichtenberg zur Verfügung hat. Die vorgeführten Figuren gefielen ausnahmslos. In der Mitte des Programms spielten die Jugendmannschaften von Lichtenberg und Freiheit Wasserball. Der Sieg fiel an Lichtenberg mit dem knappen Resultat von 4: 3 Toren. Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein Wasserballspiel der Männer, A- Klasse, für welches sich die Mannschaft des Veranstalters die 2. Mannschaft Charlottenburgs eingeladen hatte. Das Spiel, das bei Halbzeit 6: 3 für Charlottenburg stand, endete mit 9: 6 Toren für Charlottenburg. Eröffnungskrautstafette für Männer, 6 mal 50 Meter: Männliche Su1. Charlottenburg 3: 3; 2. Hellas 3: 6,2. gend- Bruststafette, 6 mal 50 Meter: 1. Lichtenberg 4: 18,2; 2. Charlottenburg 4:26. Männer- Lagenstafette, 4 mal 100 Meter: 1. Charlottenburg 5: 5,6; 2. Neukölln 5: 9,6. Weibliche Jugend- Bruststafette, 4 mal 50 Meter: 1. Selas 3:31; 2. Neukölln 3: 33,2. Männliche Jugendlagenstafette, 4 mal 50 Meter: 1. Lichtenberg 2: 31,7; 2. Hellas 2: 33,8. Schaufpringen: 1. Nachtigall- Hellas 40 B.; 2. Krabel- Möwe 38 P. Frauentraulstafette, 4 mal 50 Meter: 1. Lichtenberg 3: 0,6; 2. Union 8: 5. Kinderbruststafette, 6 mal 50 Meter( 3 Knaben, 3 Mädchen): 1. Lichtenberg 4:41; 2. Neukölln 4:51. Weibliche Sugenblagenftafette, 3 mal 50 Meter: 1. Lichtenberg 2: 15,3; 2. Union 2: 18,8. Knabentraulstafette, 4 mal 50 Meter: Männetttaul1. Lichtenberg 2:22; 2. Hellas 2:35. stafette, 4 mal 50 Meter, intern: 1. Mannschaft 3 2: 15,4; Mannschaft 2 2: 16,6. Kombinierte Bruststafette, 6 mal 100 Meter( 1 Knabe, 1 Mädchen, 1 weibl. Jugend, 1 männliche Jugend, 1 Frau, 1 Mann): 1. Lichtenberg 9: 49,2; 2. Neuköllit 10:10. Altersriegenlagenftafette, 4 mal 50 Meter: 1. Lichtenberg 2: 35,2; 2. Lichtenberg 2: 44,1. Jugendwasserballspiel: Lichtenberg gegen Freiheit 4: 3 Tore. Männerwasserballspiel: Charlottenburg 2 gegen Lichtenberg 9: 6 Tore. 2. Städt. Oper Winter B. B. B. Schiller Charlottenburg Fraunhofer 0231 Dienstag, 7. Februar 20 Uhr Turnus! Die Bohème Ivogrün, Frind, Ludwig. Heyer, Hüsch, Baumann, Pechner, Schupp. Steier, Thomaschek Berghorn Dirig.: Breisach Kurfürstend.- Th. Das Theater ohne Garten 8 Uhr 15. Flora 3434. Rauchen eri. Gsovsky- Ballett Das ewige Karussell Rassana Fransky Lotte Werkmeister Die lustigen Weintraubs usw. Bon- Wirtschaft CASINO- THEATER Kurfürstendamm 209 814 Uhr. Lothringer Str. 37 Bism. 1400 8% Uhr Glückliche Reise Operette von Künneke Preise von 0.60 bis 6.-M. Sonntags auch 4 Uhr Buntes Theater: 8 Uhr Bendows Bunte Bühne Kottbusser Straße 6 Oberbaum 3500 Bismarckstr.( Kaie) Steinpl.( C1) 6715 Täglich 8% Uhr Der Kollo- Schlager 814 Uhr Sonntag auch 1/24 U Die Männer Wilhelm Bendow sind mal so Der scharfe Löwe Musik von Walter Kollo Alice Hechy Rose- Theater Große Frankfurter Straße 132 Tel. Weichsel E7 3422 8.15 Uhr Die Zirkusprinzessin Söneland, Heidemann Theater Carow's Lachbühne Weinbergsweg 20 Tel. D2,2174 Beginn 7% 2 Berliner Theater Charlottenstr. 90 Dönhoff 625 Komödienhaus 814 Uhr Die ..Der Fürst von Pappenheim" Marneschlacht Dazu erstklassiges Programm von Paul Joseph Cremers. Gutschein 1-4 Personen: Parkett 0,60. Gastspiel des Mannheimer Fauteuil 0,75, Sessel 1,25 Nationaltheaters Schiffbauerdamm 25 Tel. 02 Weid. 6304-05 Täglich 84 Uhr Achtung, frisch gestrichen Schwerhörig- aber doch gut hören Möchten Sie das wieder? Wollen Sie Ihrem Beruf ungehemmt nachgehen, an allen Freuden von Wort, Ton und Musik wieder teilnehmen? Sicherlich! ,, Original- Akustik" mit seinem neuen Tonfilter- Mikrofon und dem Goldknopfhörer, kleiner als ein Pfennig, bringt Ihnen das große Geschenk wieder hören zu können. Fordern Sie Prospekt D 16. Deutsche Akustik Gesellschaft m. b. H. Aelteste u. führende Spezialfabrik Gegr. 1905 Verkauf u. Vorführung: Berlin- Wilmersdori, Motzstr. 43 Berlin, Kiosterstr. 43 Reinickendorf- ost, Brienzer Str. 4 Geöffnet täglich von 9-5 Uhr. 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