Morgen- Ausgabe Nr. 67 A 32 50. Jahrg. Weboftion und V e r l o g> Werlin 8V� 68, Lmdenstr. 3 Senrisr«»«.« 7 Qimi DSnhvft M2 b« 707 Tekgr-mm-br-Isei Sojlctltmotroi D«rN» VQLKS BLATT DONNERSTAG 9. Februar 1933 In Groß« Werlin 1(1 Pf. Auswärts....... 15 Pf. �SezugSbedtngungen und Anzeigenpreise siehe am Schluh des redaktionellen Teil« Aeutvawesatt der sozialdemokratischen Kartei Deutschlands Oeffentliche Fragen an Göring dlser!r>vür6!se Vorxänxe um cias Verdot cles„Vorwärts" Am Montag der vergangenen ereignisreichen Woche empfing der neuernannte Reichsinnen- minister Dr. F r i ck die Vertreter der Presse. Er erklärte, er sei es gewesen, der beim Reichskanzler Schleicher verlangt und erreicht habe, daß die die Presse knebelnden Notoerordnungen aufgehoben worden sind. Er fuhr fort: „Ich möchte hoffe» und wünschen, daß die Presse keinen Anlaß bietet, diese Verordnungen wieder aufleben zu lassen, wir legen Werl aus die freie Meinungsäußerung und möchten nicht mit den Methoden des Artikels 48 die Presse knebeln. Wenn allerdings dadurch eine Gefähr- dung der Sicherheit, etwa durch Tatarennach- richten, die zu Unrecht Beunruhigung ins Volk trogen, eintreten sollte, oder bei sonstigen Aus- schreitungen, die man nicht untätig an- sehen kann, so müßten wir auf Mittel und Wege sinnen, um diesen Mißständen abzuhelfen." Vier Tage darauf, am Freitag, wurde der „Vorwärts" wegen Hochoerrats beschlag- nahmt und verboten. Am nächsten Tage folgten weitere Verbote von Zeitungen, die den hochver- räterischen Wahlausrus des Parteivorstandcs ver- öffentlicht-hatten, und die rasch berühmt gewordene neue Notverordnung mit dem schönen Namen:„Zum Schutze des Volkes." Der hochverräterische Wahlaufruf war von mehr als hundert Tageszeitungen veröffentlicht worden. Nur wenige von ihnen wurden verboten. In Köln erfolgte das Verbot der„Rheinischen Zeitung" erst, nachdem das dortige Regie- rungsblatt, der„Westdeutsche Beobachter", es aus- drücklich gefordert hatte. Besonders eifrig im Schutz der Verfassung gegen den sozialdemokratischen Hochverrat war die Thüringer Naziregie- rung, sie erließ Verbote gleich für die Hälfte der Wahlzeit, für vierzehn Tage. Dagegen fiel all- gemein auf, daß das(spandauer„Volksblatt" nicht verboten wurde, obwohl es im Amtsbereich desselben Polizeipräsidenten erscheint wie der „Vorwärts". Wir hoben im Zusammenhang mit dieser merkwürdigen Angelegenheit an den kommissarischen Innenminister Preußens, Herrn G ö r i n g, einige Fragen zu richten: Erstens: Ist es wahr, daß kurz nach Erlaß des „Vorwärts"'verbots die Anordnung erging, andere Blätter, die den gleichen Ausruf gebracht hätten, feien nicht zu verbieten, da das verbot des„vorwärts" genüge? Für den Fall, daß der kommissarische Innen- minister Göring genötigt sein sollte, diese Frage zu bejahen, stellen wir folgende Zusatzsrage: Wie konnte das preußische Innenministerium unterge- ordneten Behörden, die im Begriffe waren, zum Schutze des Staates gegen hochverräterische Be- strebungen zu amtshandeln, in den Arm fallen? Zweitens: Zft es ferner wahr, daß das preußische Innenministerium die Anordnung erlassen hat, daß schon ergangene Verbote nicht zurückgenommen werden sollen. Sollte auch dies bejaht werden, so müßten wir dazu bemerken, daß angesichts dieses Tatbestandes unser bescheidener Untertanenverstand völlig stille steht. Wir bitten gehorsamst um Aufklärung, ob nach Ansicht des hohen Ministeriums Hochverrat vorliegt oder nicht. Glaubte man im Ministerium an den Hochverrat, dann mußte gegen alle ein- geschritten werden, die ihn begangen hatten. War man aber, nachdem man die Sache einmal be- schlafen hatte, zur Ueberzeugung gekommen, daß kein Hochverrat vorlag, und hatte man deshalb vor weiteren Verboten gewarnt, dann mußten die schon ergangenen Verbote sofort wieder aufgehoben werden. Anstatt dessen wurde angeordnet, daß schon er- gangene Verbote nicht ausgehoben werden sollen. Auch der„vorwärts" blieb am Sonntag und Montag noch verboten, obwohl man sich schon am Sonnabend im Ministerium des Innern davon überzeugt zu haben schien, daß dos verbot recht- tich nicht zu begründen war. Man wird zugeben, daß das höchst merkwürdige Vorgänge sind und daß alle, denen die Frei- heit der Presse am Herzen liegt, berechtigt, ja verpflichtet sind, volle Aufklärung zu verlangen. Hitler über Pressefreiheit 2!ehn.jahresplan zur Vernichtung des Marxismus Der Reichskanzler Hitler empsing gestern Pressevertreter, von denen einige Herren vom Zentrum und vom christlichsozialen Volksdienst den„linken Flügel" bildeten. Er versicherte, daß die Presse nicht geknebelt werden solle. Kritik sei notwendig und nützlich, sie müsse sich nur von persönlichen Injurien fernhalten. Nach dieser scharfen Verurteilung des Wahlaufrufs der Reichsregierung hielt der Reichskanzler der Presse vor, daß sie 1853 bis 1867, in Süddeutschland so- gar bis 1871, die Entwicklung nicht richtig begriffen habe. Dasselbe sei hinsichtlich der Person Richard Wagners geschehen. Darum dürfe die Presse jetzt nicht in den gleichen Fehler ver- fallen. Eine andere positive Mehrheit als die heutige(die Harzburger, die eine Minderheit ist und bleiben wird. Red. d.„V."), sehe er nicht. Gegen die wenigen, die Deutschland bewußt schädigen wollen, müsse mit äußerster Schärfe vorgegangen werden. Und schließlich wörtlich: „In zehn Iaheen wird es in Deutsch- land keinen Marxismus mehr geben." „Die Sozialdemokratie überlassen Sie mir. Mit der werde ich schon allein fertig", sagte Wilhelm II. Stockholm gegen Berlin Fin Schritt des deutschen Gesandten— Göring droht mit Maßnahmen? Eigener Bericht des„Vormärt s" Stockholm, 8. Februar. Bei dem stellvertretenden Außenminister Undön erschien heute der Gesandte von Rosenberg unl» beschwerte sich über die unfreundliche Haltung der schwedischen Presse, besonders des„Social- demokraten", gegen die Hitler-Papen-Regierung. Der Minister erwiderte, in Schweden bestehe Pressefreiheit, er habe weder die Möglich- keit noch die Absicht, die in der Presse geübte Kritik zu unterbinden. Der Besuch Rosenbergs bei Unden wird in hiesigen Pressekreisen lebhaft besprochen. Er hat bestimmt nicht dazu beigetragen, die Stimmung gegenüber Deutschland zu verbessern. Noch un- günstiger hat sich die Tatsache ausgewirkt, daß sich der deutsche Reichsminister Göring direkt an den Chefredakteur von„Göteborgs Handels- och Sjöfartstidning" gewandt hat. um sich über die Haltung dieses gemäßigt liberalen Blattes heftig zu beschweren. Angeblich soll Göring dem Chefredakteur zu ver- stehen gegeben haben, falls das Blatt seine Hol- tung nicht ändere, würde dieses nachteilige F o l g e n zu gewärtigen haben Man spricht hier davon, daß sich die gesamte Presse gegen derartige Berliner Beeinflussungsoersuche zu einem gemein- samen Protest vereinigen werde. * Es scheint uns höchste Zell, daß sich Herr von Neurath etwas stärker bemerkbar macht Wie wir hören, hat Herr von Rosenberg ohne seinen Auftrag gehandelt und ist ihm auch von dem diplomatischen Schritt Görings in Göteborg zuvor nichts bekannt gewesen. Wir glauben an- nehmen zu dürfen, daß Herr von Neurath weder über Rosenbergs Intervention noch über Görings Eingriff besondere Freude empfindet. Mag es auch in der gegenwärtigen Zeit des„Aufbruchs" in manchen Aeintern etwas durcheinander gehen— in der Außenpolitik wäre die Wiederherstellung jener kunterbunten Zustände, wie sie in Kaiser- zeiten geherrscht haben, keinen Tag long zu ertragen! Mussolini gegen Hitler Die FrküUungspolitik der„November- Verbrecher" bat Deutschland gerettet Das gefeierte Vorbild des deutschen Faschismus, Benito Mussolini, hat vor gar nicht langer Zeit mit dem deutschen Schriftsteller Emil Lud- w i g ein« Reihe von Gesprächen geführt, die von diesem in einem Buch veröffentlicht worden sind. Der Text der Gespräche ist von Mussolini geprüft und gebilligt. Es ergibt sich aus ihm, daß Mussolini in der Frage des sogenannten Dolch- stoßes und Nooemberoerbrechens der entgegen- gefetzten Meinung ist wie Adolf Hitler. Auf die Frage Emil Ludwigs, worin er den Grund des deutschen Zusammenbruchs sehe. antwortete Mussolini:„Deutschland ist von einer Weltkoolition geschlagen worden." Er sprach dann anerkennend von Bismarck und fuhr fort: „Alles, was nachher kam. die 25 Jahre unter Wichelm II. haben das vorige untergraben. Das war keine Politik mehr. Mit dein Kaiser war deshalb auch jeder Frieden unmöglich." Auf eine weitere Frage Emil Ludwigs, wie er über die deutsche Erfüllungspolitik denke, antwortete der Führer des italienischen Faschismus: „Es war die einzige Möglich- keit. eine andere hätte in den ersten Iahren bei den große» Leidenschaften und der noch bestehenden Kriegsallianz gegen Teutschland die schwer st e n Folgen für das geschlagene Land ge- habt. Rathenau, den ich im Jahre kennen lernte, war einer der feinsten Geister und durchdringendsten Köpfe, die Europa im letzten Viertel- jahrhundert besaß. Wieviel ich von Stresemann hielt, habe ich bei seinem Tode geschrieben. Er hat fünf Jahre vor dem vertraglichen Datum den Rhein befreit." Aus alledem ergibt sich, daß der Führer des italienischen Faschismus über die Tätigkeit der angeblich„marxistischen" Regierungen seit dem Kriegsende viel objektiver und gerechter urteilt, als der gegenwärtige deutsche Reichskanzler es tut. Mussolims Ausführungen sind eine bündige Widerlegung des Wahlaufrms der deutschen Hitler-Papen-Regierung. Das Reichskabinett beriet gestern eingehend eine Reihe sinanz- und wirtschastspolitischer Fragen so- wie Maßnahmen zur Linderung schwerer wirt- schaftlicher und sozialer Schäden. Die Beratungen hierüber werden in den nächsten Tagen fortgesetzt. Osthilfegewinnler Kontrolle— ausgeschaltet! Von Kurt Heinig Die Nationalsozialisten haben durch bei- spiellose Beschimpfungen und einen ständig wiederholten Brüllchor die Sitzung des Aus- schusses zur Wahrung der Rechte der Volks- Vertretung im Deutschen Reichstag vorerst unmöglich gemacht» Damit ist nicht nur die Erörterung über die Sicherung der Wahl- freiheit unterbunden, sondern auch eine weitere Untersuchung des Ost- Hilfeskandals verhindert. Die Verhinderung der Sitzung des Ueber- wachungsausschusses ist so in Wirklichkeit auch ein Koalitionsdienst an den Deutsch- nationalen, denn im besonderen diese und die hinter diesen stehenden Kreise wollen mit allen Mitteln die parlamentarische Kontrolle der Verausgabung der riesenhaften Osthilfe- gelder verhindern. Inzwischen versucht das Reichskommissa- riat für die Osthilfe immer wieder durch Einflußnahme auf die Presse es so darzu- stellen, als ob einiges Unwesentliche behaup- tet worden sei. das bei näherer Nachprüfung sich als unwahr ergeben habe. Demgegen- über muß immer wieder festgestellt werden, daß die Osthilfe g r u n d sä tz l i ch, also in ihrer ganzen Linie, zu einem Skandal ge- worden ist. Neben der allgemeinen Not, aus der Krise des Kapitals in Europa und der Welt ent- standen, leidet Ostpreußen, überhaupt das landwirtschaftliche Gebiet östlich der Elbe. unter einer besonderen Not. Die Ueber- größerung der landwirtschaftlichen Betriebe hat genau so wie in der Industrie die An- passungsfähigkeit an die Entwicklung herab- gemindert. Die östliche Agrarwirtschaft ist in ihren Betriebsgrößen erstarrt. Die Konzern- bildung in der Industrie hat zur Stillegung vieler an sich rentabler mittlerer Betriebe ge- führt. Die fortgesetzte Vergrößerung des an sich schon großagrarischen Besitzes hat den deutschen Osten menschenleer gemacht. Wir haben in Ostpreußen einzelne Kreise, in denen auf dem Quadratkilometer nur noch 31 bis 4l) Menschen leben. Das neue Preußen wollte eine A g r a r- r e f o r m. aber keine Befitzsanie- rung. Unter dem autoritären System aber wurde seine Verwaltungsorganisation und deren genaue Kenntnisse der tatsächlichen Lage bei den einzelnen Landwirten ausge- schaltet. Man schuf eine eigene Osthilfeorga- nisation mit einem eigenen Verwaltungs- apparat. Wir haben in Deutschland 3 Millionen „Kleinst"-Landwirte. Im Osthilfegebiet sitzen davon 769 966. Der einzelne hat unter zwei Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche. Unter diesen erhielt bisher aus der Osthilfe kein einziger etwas. Wir haben 2 Millionen Klein-, Mittel- und Großbauern, im Osthilfegebiet sitzen da- von S29 90(1(2— 199 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche): von den im Osthilfegebiet befindlichen S29 999 Bauern erhielt bisher erst jeder fünfundvierzig st e ein Darlehen aus der Osthilfe. Wir haben in Deutschland 18 799 Guts- besitzer und Großgrundbesitzer mit inehr als 199 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Davon sitzen 13 999 im Osthilfegebiet. Von diesen erhiell bisher schon jeder sieb- zehnte aus der Osthilfe das verlangte Geld. Und wieviel Landwirte stecken noch im Sicherungsverfahren, bekommen noch aus der bereitstehenden halben Goldmilliarde ihre Osthilfe? Es sind 47 999, und zwar sollen von den 529 999 Bauern östlich der Elbe noch ganze Laßt die Taten reden! Die ersten zehn Tage der ganz Autoritären 37 000 Osthilfemittel bekommen— wenn es gut gß�t. Von den 13 OW Gutsbesitzern und Großgrundbesitzern östlich der Elbe, von denen schon 752 umgeschuldet sind, sollen noch weitere 98>1<) durch die Osthilfe umgeschuldet werden, einstweilen sitzen sie im Sicherungsverfahren, gegen Konkurs und gegen Schuldenzahlungen seit zwölf bis fünf- zehn Monaten geschützt. Das ist die Osthilfe von heute! Und nun wiederum einige Einzelfälle. Als wahr hat sich herausgestellt, daß Herr von Oldenburg-Ianuschau unter den ersten zehn Prozent der umge- schuldeten Großgrundbesitzer sich befindet, obwohl seine Not am wenigsten dringend und durch spekulativen Güterkauf wesentlich mit verursacht worden ist. Als wahr hat sich herausgestellt, daß der Sohn der zweiten Frau des Exkaisers PrinzHansGeorg von Schönaich-Carolath sich in der Umschuldung befindet, obwohl er durch seinen Stiefvater Mitglied einer der reichsten Grundbesitzerfamilien Deutschlands geworden ist. Als wahr hat sich herausgestellt, daß durch die Osthilfe zwei Land stellen- leiter umgeschuldet worden sind, obwohl auch hier die Not nicht vordringlich war. Als wahr hat sich herausgestellt, daß im wesent- lichen der östliche Großgrundbesitz durch das Sicherungsverfahren 40 bis 50 Millionen Mark private Schulden(Hand- Werkerrechnungen usw.) abschütteln will. Als wahr hat sich herausgestellt, daß durch die Umschuldung der Großgrundbesitz die geringste Neubelastung erhält. während der Kleinbauer mit der größten Neubelastung arbeiten muß. Bei den bisher umgeschuldeten Land- wirten liegen durchschnittlich auf je einem Hektar Eigentumsfläche beim Kleinbauern 816 Mark Schulden, beim mittleren Bauern 327 Mark Schulden, beim Großbauern 246 Mark und beim Großgrundbesitzer über 500 Hektar Eigentumsfläche nur 150 Mark. Als wahr hat sich herausgestellt, daß statt der Agrarreform durch die Osthilfe jetzt die systematische Sanierung öst- lichen Familienbesitzes vorgenom- men wird. Als wahr hat sich herausgestellt, daß dabei im besonderen in den Grenz- gebieten nach besonderen nationalen ,Lu- verlässigkeitsklassen" verfahren wird. Als wahr hat sich herausgestellt, daß die OstHilfe- behörden unter einem beispiellosen Druck der Interessenten und im besonderen der Deutsch- nationalen zu arbeiten gezwungen sind. Als wahr hat sich herausgestellt, daß in einer ganzen Reihe von Fällen auf Grund persön» licher Einflußnahme eine bevorzugte und be- schleunigte Umschuldung von Großgrundbesitz erfolgt ist. Wahr ist auch, daß die Oststellen auch solchen Großgrundbesitz nicht aus dem Sicherungsoerfahren entlassen, der aus fach- lichen Gründen entlassen werden müßte, weil eine Umschuldung nicht möglich ist. Als wahr hat sich herausgestellt, daß der Besitz des Prinzen Schönburg- Waldenburg nicht aus sachlichen Gründen im Sicherungsoerfahren gehalten wird, sondern auf Grund bestimmter Ein- flüsse, daß eine Berechtigung der Umschul- dung des Präsidenten der Landwirtschafts- kammer. Herrn von Flemming- P a a tz i g nicht vorhanden ist. Das gleiche wurde festgestellt für die beiden Grafen Wolf und Adalbert v. Keyserlingk, für Herrn von Knebel-Döberitz, für den Burggrafen Dohna-Willkühnen, für den Grafen Eulen- burg-Prassen, für Herrn von Boddin in Leißienen, für Herrn von Berg-Perscheln, fiir die Herrschaft Schlieffenberg, für Herrn von Oppen, für Herrn von Knoblauch, für Herrn von Stechow, für den Rennreiter von Hohberg, für das Familiengut des bisherigen Reichsernährungsministers Freiherrn von Braun usw. In allen diesen Fällen mußte bei konsequenter Durchführung der Agrar- reform anders verfahren werden als tatsäch- lich verfahren worden ist oder verfahren werden soll. Es handelt sich jetzt noch um eine .halbe Milliarde Goldmart! Es handelt sich darum, den Behörden gegen- über den Interessenten den Rücken zu steifen. Es handelt sich um die Ausräumung der Skandale, um die Rückzahlungspflicht der Osthilfegewinnler. Nichts geschieht, denn der Wille der augenblicklichen Reichsregierung war es, daß der Reichstag aufgelöst und da- mit um sein Kontrollrecht gebracht wurde. Und der Wille der Nationalsozialisten war es, daß nicht einmal der Ueberwachungs- ausschuß sich mit dieser eiligen Angelegen- heit und mit der Ausübung des parlamen- tarischen Grundrechtes der Kontrolle über die Einnahmen und Ausgaben des Reiches befassen darf!' vie Vculschnaüonalen erklären, daß sie nicht be» absichtigen, im Wahlkämpf mit anderen Parteien zusammenzugehen. Wahrlich, da» deutsche Volt erfahrt einen An- jchouungsunterricht, dessen Eindringlichkeit und Sehrhastigkeit kaum überboten werden kann: Das Kabinett Hitler-Papen-Hugenberg ist zehn Tag« i m A in t. Diese zehn Tage sind sür die Beurteilung des s o z i a l p o l i t i s ch e n K u r s e s dieser Regierung recht aufschlußreich gewesen. seine Zielsetzung zeigt sich schon in der Person des neuen R«ichsarbeitsminist«rs. Auch unter den selterswasserfabrikanten gibt es» viele tüchtige Leute, daß aber dieser Beruf besonders enge Be- ziehungen zur Sozialpolitik hätte, wird wohl nie- wand behaupten wollen. Dieser Selterswasser- sabrikant macht für seine Eignung zum Reichs- arbeitsminister geltend, er habe die Laufbahn des Arbeitenden vom Lehrling bis zum Chef durch- gemacht und kenne auch als Industrieller die Nöte der Arbeitenden. Wenn d a s die Befähigung zum Arbeitsministcr beweist, haben wir in Deutschland ja etliche Millionen zukünftiger Arbeits- m i n i st e r. Von einer Kenntnis der Sozialpolitik in Theorie und Durchführung, in ihrer geschicht- lichen Entwicklung und praktischen Auswirkung hat Seldte nicht gesprochen. Wahrscheinlich be- zweifelt der liebe Zeitgenosse, den Hitlers und Hugenbergs Gnade ins Reichsarbeitsministerium berufen hat, selbst, von diesen Dingen etwas zu verstehe». Einem solchen Menschen muß es natürlich über- aus peinlich fein, in seinem Amt als ersten Mit- ardeiter einen Herrn wie Staatssekretär Dr. G r i e s e r vorzufinden, der auf dem Gebiete der Sozialpolitik eine in der ganzen Welt anerkannte Autorität ist, ein Mann, der über geradezu universelles Wissen auf diesem Gebiete verfügt. Da konnte sich der neue Herr Minister gewiß sehr bedrückt fühlen, und da ihm unzweifelhaft auch zu Ohre» gekommen war, daß dieser erste Mitarbeiter den Unternehmern schon sehr unbequem geworden war und sie sich mehrfach durch ihn beschwert gefühlt hatten, zog der neu« Herr Minister, dos Mitglied einer autoritären Regie- rung, es vor, Staatssekretär Grieser sagen zu lassen, er sähe dessen Abschied gern entgegen! Das ihm selbst mit Mannesmut zu sagen— aber nein, durch Dritte ließ der Herr Arbeitsminister es Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat ihre organisatorischen Vorbereitungen für den Wahlkampf beendet. Schon am vergangenen Sonntag hat eine Reihe von Bezirksorganisa- tionen die gegenwärtige politische Lag« eingehend erörtert und die Kandidatenlisten aufgestellt. Am Mittwoch trat der Sozialdemokratische Partei- ausschuß in Berlin zusammen. Die hier er- statteten Berichte zeugten übereinstimmend von der Kampsentschlossenheit in allen Bezirken der Partei. Vom einfachen Mitglied bis zum bekann- testen Funktionär steht die Gesamtpartei zum ent- scheidenden Kamps« bereit. Der Parteiausschuß beschloß einmütig, für den Reichstag die bisherige Reichsliste, die von dem Parteivorsitzenden Otto Wels geführt wird, sowie für den Preußischen Landtag die seitherig« Lan- desliste, geführt vom Ministerpräsidenten Otto Braun, wieder aufzustellen. Um bei den bevorstehenden Wahlen keine republikanischen Stimmen verlorengehen zu lassen, stimmt« der Parteiausschuß der Listenverbindung mit der Slaatepartei bei den Wahlen zum Reichstag und zum preußischen Landtag zu. Es handelt sich dabei um einen rein technischen Vorgang, jede Partei bleibt politisch völlig frei. Der Parteiausschuß stimmt« auch dem Bor- schlage des Parteivorstandes zu, den für den 12. März in Auesicht genommenen Parteitag um 14 Tage, und zwar auf den 26. März, zu verschieben. Tagungsort bleibt Frank- furt a. M. Mittwochnachnüttag fand eine Konferenz der sozial den, akratischen Redak- teure statt, in der di« Bestimmungen der neuen Notoerordnung sür di« Presse eingehend erörtert wurden. Die kteieli»li«te Zn der gemeinsamen Tagung des parteivorstandes. der Kontrollkommission und de« Partei- ausschusfe«, wurde einstimmig beschlossen, den für die Novemberwahl ausgestellten Relchswahl- Vorschlag unverändert zu lassen. Der sozial- Herrn Dr. Grieser wissen, daß man sein Wissen beim neuen Kurs nicht brauchen könne! Zur gleichen Stunde, als dieses geschah, ging aber auch die Mitteilung durch die Press«, daß die Torifabteilung des Reichs- arbeitsmini st eriums dem Reichs- wirtschastsministerium unter Hugen- bergs glorreicher Führung angegliedert werden solle. Aber bald gab es Entsetzen vor dem eigene» Mut, und wohl namentlich die Wirkung der Ent- lassung Dr. Griesers gab Anlaß, die zweite Maßnahme durch die Bemerkung abzuschwächen, daß die T a r i f a b t e i l u n g ein ganz selb- ständiges Amt werden solle. Auch davon ist es inzwischen wieder still geworden. Doch nicht deshalb, weil man von der Maßnahme etwa Abstand nehmen will. O nein! Inzwischen sind ja Neuwahlen zum Reichstag ausgeschrieben, u»d man kann es dem einzelnen Wähler doch nicht z u offensichtlich werden lassen, daß man das Ar- beitsministerium zerschlagen, das Tarifwesen zerstören und auf diesem wichtigen Gebiet die Sozialpolitik abhängig machen will von dem schärfsten Gegner der Sozialpolitik, nämlich Hugenberg! Was sonst an sozialpolitischen Maßnahmen und Absichten in Aussicht steht, das konitte man im wesentlichen der Rundfunkrede Hitlers am 1. Februar cnt- nehmen. Als einziges Positives hat er zwei Dinge genannt: die A r b e i t s d i e n st p f l i ch t und die Siedlung. Beides Fragen, die an sich zum Arbeitsministerium gehören und deren erste auch schon früher im Reichsarbeitsministerium gründ- lichst dahin durchgearbeitet worden war, daß sie ganz undurchführbar sei. Die zweite Frage unter- steht dem Reichsernährungsministerium. Jetzt. P a p e n hat als eine der ersten seiner glorreichen Taten die S i e d l u n g s f r a g e, die natürlich ihrer bevölkerungspolitischen Wertung wegen in das Gebiet der Sozialpolitik fällt, dem Arbeits- Ministerium abgenommen. Ohne dieses zu fragen, was übrigens bei dem damaligen Minister Schaeffer auch ganz gleichgültig war. Inzwischen wurde auch schon verkündet, daß in diesem Jahre für 3000 Personen Siedlungsstellen geschaffen werden sollen. Zwar gibt es 6 Millionen Arbeitslos« nach der jetzigen offiziellen Statistik, denen gegenüber nun 3000 neu« Sied- demokratisch« Reichswahlvorschiag für den 5. Mär; 1933 lautet demnach: Wels, Crispien, Vogel, Dr. Breit- scheid, Dr. Hilferding. Frau Juchacz, Landsberg, Dittmann, Graßmann, Stampfer. Dr. Marum, Scheffel, Tarnow, Böller, Seppe!, Pfülf, Bernhard, Stelling, Stücklen, Gellert, Polensk«, Sievcrs, Simon, Pfändner, Karl, Schiff, Schwerdfeger, Schistgens, Horlacher. * Der Parteivorstand und eine vom Parteiaus- schuß bestimmte Kommission haben für die N e u- wähl des Preußenlandtags folgenden t.kmcIs»w»äIvoi-»cäIs.x aufgestellt: Braun, S e oe ri n g, Grze- sinski, Grimme, Heilmann, West- phal, Frau Hanna, Chajes, Drllge- müller, Dr. Rosenfeld, Schmidt-Bochum, Orlopp, Lang, Ryneck, Kotzur, Klingelhöller, Wil- dung, Schwarz, Wellmann, Reinhold, Scharf- schwerdt, Hildebrandt, Müller-Hameln, Gillmeister. Trauerfeier für Kasten klln Opfer der Nazi-Hetze Eigener Bericht des„Vormärt s" Magdeburg. 8. Februar. Am Mittwoch nahm Staßsurt von seinem Bürgermeister, dem Landtagsabgeordneten Genossen Hermann kosten. Abschied. Am Dienstagabend war die Leiche im Fackelschein vom knappschastskrankenhau» in das Gewerkschaftshaus übergeführt worden, hier wurde>i« aufgebahrt. Unendlich war die Fülle an Blumen, die dem Toten aus ollen Kreisen der Bevölkerung als Beweis der letzten Ehre gewidmet worden war. Um zwei Uhr fand die Trauerseier statt. Am Sorge wurden nochmals die Verdiensie Hermann Kastens aussührlich geschildert. E» sprachen al» Vertreter der sozialdemokratischen Landtags- fraktion Genosse Otto Meier. Vertreter der lungs stellen im laufenden Jahr geplant sind! Wenn das in diesem Tempo so weiter geht, dann werden unsere Ur-Urenkel im Jahre 2033 mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen, daß in den legten 100 Jahren 300 000 Arbeitslose angesiedelt wurden! Ueber die Arbeitsbeschaffung hat Hitler »icht gesprochen. Das geschab erst mittelbar in einem am 3. Februar ausländischen Jour- nalisten gegebenen Interview. Freilich enthält am 4. Februar der amtliche Pressebericht diese Stelle nicht. Aber am Abend des 3. Februar hat es der Rundfunk berichtet. Ob die für den amtlichen Pressedienst verantwortlichen Stellen die Offenheit Hillers bedauern? Die Offenheit ist geradezu unbezahlbar. Hitler meinte, wenn er eine Pro- pagandarede für seine Partei hätte hallen wollen, so hätte er versprechen können, daß die Arbeits- losig keit am IS. März verschwunden sein würde, und daß am 1. Mai die Landwirtschast auf ihren alten Stand zurückgebrocht wäre. Do er aber ehrlicher sei als die meisten seiner Gegner, so habe er keine solchen Verjprechungen gemacht; denn es sei unmöglich, das Slaotsschifs sogleich in den rechten Kurs zu bringen; dazu bedürfe es Zeit. Alles, was er oerlange, seien vier Jahre! Also, was die Naziagitation in vier Wochen verspricht, braucht vier Jahre! Nur vier Jahre! Inzwischen hört man so aller» lei über den Ausbau der Technischen Not- Hilfe. Aber man hat keine Antwort aus die sozialpolitischen Frage» des Zentrums gegeben. Sie ist ausdrücklich abgelehnt worden. Das ist freilich auch eine Antwort. Hitler hat in dem Interview gewünscht, man solle ihn und sein Kabinett nach den Taten beurtellen. Dazu kann man doch nicht vier Jahre warten! Dazu genügen schon die ersten fllns Tage! Wenn man sich die bisherigen Taten des Hitler- kabinetts— und zu den Taten rechne ich auch die Absichten und verweigerten Antworten— in ihrer Gesamtheit in diesen zehn Tagen anschaut, dann zeigt sich ein Kurs, so reaktionär, wie ihn selbst die Geschichte des alten Preußen nicht auf- zuweisen hat. Das müssen die Wähler wissen— unbedingt; die Taten reden eine gar deutliche Sprache! Rudolk Wisseil. städtischen Körperschaften, der Beamtenschaft, der Partei und der Gewerkschaften. Tausende und Aberlausende begleiteten gemeinsam mit Reichs- bannersormationen die Leiche bis an die Stadtgrenze. von wo aus der Sarg nach Bernburg zur Einäscherung übergeführt wurde. 3n den einzelnen Ortschaslen, die der Trauerwagen passierte, gaben Partei, Gewerkschaften und Reichsbanner dem Tote« wiederum das Geleit. Die Asche des Genössest Kasten wird am Dien»- lag nach Schönebeck übergeführt und dort bei- geseht werden. Farbe bekennen? Die Sozialdemokratie zwingt die Nazis zur Stellungnahme Eigener Bericht des„Vorwärts" München. 8. Februar. Die Mittwochsitzung des Bayeri» schen Landtags verlief sehr aufgeregt. Die nationalsozialistischen Redner ergingen sich fortgesetzt in Schimpfereien und Drohungen. Der oberbayerische Nazigauleiter Wagner, ein nach dem Krieg aus dem Elsaß zugewanderter Offizier, geriet in einen rasenden Hitler-Taumel und erklärte schließlich, das deutsche Volk sei bi» in den Kern verdorben, weil in den letzten Jahren an der Spitze des Staates die Korruption gestanden habe und Wucherer und Schieber sich die höchsten Ehrenämter und Stellen im Staate ergaunert hätten. De» faschistischen Diktaturpla» enthüllte Nazi-Esser mit den Worten:„Bis zum 5. März wird die Autorität der Reichsregierung wieder hergestellt sein, womit wir uns dann die Grundlagen zum freien Handeln verschafft haben." Die Wut der Hakenkreuzler war u. a. dadurch veranlaßt, daß sie gezwungen waren, zu den Anträgen gegen den Privattapi- t a l i s m u s Stellung zu nehmen. Am pein- lichsten war ihnen, daß sie bei einem eigenen, lange vor Hitlers Kanzlerschaft gestellten Antrag auf Verstaatlichung der Großbanken Farbe bekennen mußten. Der Antrag wurde angenommen. Die Sozialdemo- lratie stimmte dafür. Ueberraschung und Heiter- keit erregte es, daß die Kommunisten sich aus die Seite der Bayerischen Volkspartei schlugen und einen staatlichen Eingriff in das Finanz, und Börsenkgpital ablehnten. Zur Abrechnung fertig! vie sozialdemokratische Organisation kampfbereit BEILAGE Vorwärts Die leere Herberge Der Handwerksbursche im Krisensturm Aehnlich wie im Asyl für Obdachlose sieht es in der Herberge des Berliner Gemertschaftshauses aus: allabendlich ein nur geringer Besuch, der in keinem Verhältnis zu den vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten für wandernde Handwerksburschen steht.„ Ja," er= zählt der Herbergsvater,„ da hätten Sie vor drei, vier Jahren kommen müssen, als es noch Arbeit in Berlin gab, da war die Gewerkschaftsherberge so überlaufen, daß ich bereits am Mittag regelmäßig das letzte Bett ausverkauft hatte. Wer sich damals nicht wegen Quartier beeilte, dem tonnte es oft passieren, daß er bei Mutter Grün schlafen mußte. Dieser gute Besuch der Herberge hing seinerzeit mit der regen Bautätigkeit in Berlin zusammen, einmal die vielen Neubauten, zum anderen der Untergrundbahnbau, wo ein wandernder Handwerksbursche, besonders aus dem Bauberuf, so gut wie immer Arbeit fand. Dieje Möglichkeiten sind jetzt weggefallen, die einzigen, die noch in der Gewerkschaftsherberge übernachten, sind Buchdrucker." * Nun stellen die Buchdrucker innerhalb der wandernden organisierten Handwerker einen Sonderfall dar. Hier besteht ein ausgebautes, durch internationale Gegenseitigkeitsverträge ge= sichertes Unterstützungsnetz, das dem wandernden Buckdrucker die Existenz auch fern der Heimat einigermaßen erleichtert. Augenblicklich sind zwei ungarische Buchdrucker in der Berliner Gewerkschaftsherberge. Der eine streift schon zwei Jahre lang durch Mitteleuropa. Er erzählt ein wenig ,, Es bleiben einem nicht allzu viele Länder zum Reisen übrig. Aus Jugoslawien muß man bald weg, denn die dortige Polizei zählt nicht gerade zu den Freunden der wandernden Handwerksburschen. Desterreich und die Tschechoslowakei sind gegenwärtig für den Reiseverkehr gesperrt, weil die dortigen Berufskollegen in Lohnbewegungen stehen. Schade; schön war es in Prag. Es gibt wohl pro Tag nur noch 10 Tschechenkronen Unter stügung, vor zwei Jahren gab es noch 25 Kronen aber als ich bei den Kollegen eines Tages Umschau hielt, hatte ich einmal rund 400 Kronen in der Tasche. In Deutschland war es am besten in München. Jetzt werde ich wieder in die Heimat machen; das deutsche Essen ist mir zu teuer. In Budapest bekomme ich Unterstützung 1,60 Bengö, wenn ich davon nur die Hälfte für das Essen nehme, dann habe ich aber einen Gulasch! Hier in Deutschland bekomme ich vielleicht für das gleiche Geld in Mark umgerechnet eine Bockwurst mit Salat. Ich kann von euren Bockwürsten aber nicht leben." Hier sind wir ungefähr bei einem der Kern= punkte des Reisewesens der organisierten Handwerksburschen angelangt: hat der Verband, dem der junge Mann angehört, einen hohen Unterstützungssag, wird immer noch troz Krise fleißig gemalzt; mußte der Verband aber wegen seiner Neue Brücken in Berlin Am Bahnhof Rummelsburg und bei Westend In aller Stille sind in Berlin umfangreiche Brückenbauten vollendet worden, die es verdienen, allgemein bekannt zu werden. Es handelt sich um Bauwerke, die im Bereich der Reichsbahn entstanden sind. Die erste Brücke liegt in der Nähe des Be= triebsbahnhofs Rummelsburg, der be= zu ersetzen. Man ging hier so vor, daß man die neue Brücke neben der alten fertig baute, um sie später an ihre Stelle zu setzen. Dazu wurde neben der alten Brücke noch ein Gerüst errichtet, auf das sie hinübergefahren werden konnte, wäh Sonnabend, 11. d. M., 19% Uhr, Saal des ehem. Herrenhauses, Leipziger Straße 3, Vortrag des Genossen Prof. Dr. Ernst v. Aster- Gießen über: ,, Der Geist des deutschen Bürgertums und die Politik" Karten zum Preise von 50 Pf. an den bekannten Stellen.( Karten zu ermäßigten Preisen a. d. Abendkasse.) fanntlich hinter dem großen Umsteigebahnhof Freie Sozialistische Hochschule Stralau- Rummelsburg im Zuge der Strecke nach Erkner liegt. Hier geht die zweigleisige Bahn Berlin- Küstrin über zwei Gleise der Vorortstrecke und ein Gleis der Fernlinie nach Frankfurt an der Oder hinweg. Die alte Ueberführung, die aus zwei sogenannten„ Gerberbrücken" be= stand, war den gesteigerten Anforderungen nicht mehr gewachsen. Die Ersetzung des recht erheb lichen Bauwerks konnte verhältnismäßig leicht durchgeführt werden, da die neue Brücke unter geringer Veränderung der Linienführung dicht neben die alte zu liegen fam. Sie macht durchaus den Eindruck einer einzigen zusammenhängenden Brücke, die wie ein kräftiger Balfenträger über drei Stügen läuft. Tatsächlich aber handelt es sich um zwei Brücken, die auf zwei Stützen gelagert sind. Ihre Stüzweiten betragen 64,5 und 58,4 Meter. In der Mitte aber werden sie von einem massiven Pfeiler unterstützt. So einfach und selbstverständlich das neue Bauwerk jetzt nach seiner Fertigstellung auch aussieht, so groß waren dennoch die Schwierigkeiten bei der Gründang des Mittelpfeilers und am östlichen Widerlager. Man mußte sehr tief graben, bevor man den tragfähigen Untergrund fand. Wie wichtig dieje Gründungsarbeiten sind, zeigte sich ja erit vor kurzem bei der Stößenseebrücke, über die alarmierende Nachrichten ihres Baugrundes wegen verbreitet wurden. Die Ueberbauten der neuen Brücke bestehen aus gefupfertem Stahl und wiegen die„ Kleinigkeit" von 1200 Tonnen oder 24 000 Zentnern. Die zweite Brücke wurde am anderen Ende Berlins zwischen den Bahnhöfen Westend und Jungfernheide durchgeführt. Hier galt es, die alte Ueberführung der Berliner Ringbahn über die vier Gleise der Hamburg- Lehrter Bahn durch eine neue tragfähige Konstruktion rend man gleichzeitig die neue Brücke an ihre Stelle brachte. Zu dieser viel Sorgfamkeit erfordernden Arbeit wurden sieben Stunden ge= braucht. Da aber auf der Ringbahn fahrplanmäßig nur zwei betriebsfreie Stunden zur Vecfügung standen, mußte der Verkehr auf 5 Stunden unterbrochen werden. Die Reisenden wurden in dieser Zeit mit Omnibussen zwischen den Bahnhöfen Westend und Jungfernheide befördert. Während der Schnellbahnverkehr schon über die neue Brücke brauste, wurde die alte in aller Ruhe autogen zerschnitten und abgefahren. Der Ueberbau dieser zweiten neuen Brücke miegt 900 Tonnen. Schade, daß die Stadt Berlin nicht in der Lage ist, manche der Spreebrücken, die es wirklich nötig hätten, in ähnlicher Weise durch moderne Bauten zu ersetzen. Umbau S- Bahnhof Jannowitzbrücke Der Umbau des S- Bahnhofs Janno miz brücke ist jetzt nach mehrjähriger Arbeit bis auf kleine Restarbeiten vollendet. Durch angespannten Kassenverhältnisse das Auszahlen von Unterstützung beschränken oder gar einstellen, dann nimmt im gleichen Maße die Wanderei ab. Das Schulbeispiel hierfür sind die Zimmerleute. Hier mußten die Ortsverwaltungen sogar das Aus= zahlen des Lokalgeschenks einstellen und diese Tatsache zusammen mit der anderen, nämlich der Unmöglichkeit, Arbeit zu finden, hat die Zahl der fremdgeschriebenen Zimmerleute auf ein Minimum sinken lassen. Dagegen die Metallarbeiter, die ihre statutenmäßigen Reisegelder trotz Krise immer noch zur Auszahlung bringen, haben demgemäß auch immer noch lebhaften Reiseverkehr. Im Winter natürlich weniger, aber im Sommer rücken nach wie vor die jungen Metallarbeiter aller Branchen aufs Verbandshaus in der Linienstraße, mit dem Kochgeschirr auf dem Buckel und der Klampf unter dem Arm, und holen sich ihr Lokalgeschenk. . In einem Quartal des vergangenen Sommers sprachen hier in Berlin fast 1000 organisierte Metallarbeiter vor, als Kuriosum dabei: drei Frauen. Aehnlich ist es bei den Holzarbeitern. Auch hier im Winter schwacher, im Sommer stärkerer Reiseverkehr, allerdings längit nicht so wie in Zeiten der Konjunktur. Damals tamen vor allem viele dänische, schwedische und norwegische Holzarbeiter nach Berlin, um sich hier im Tischlerhandwerk zu vervollkommnen; das hat jedoch in der gegenmärtigen Krisenzeit völlig aufgehört. die Verbesserungen der Durchfahrtshöhe der neuen Jannowißbrücke mußte auch die Straßenoberkante erhöht und infolgedessen auch der ganze Bahnhof um 54 Zentimeter gehoben werden. Der Bahnsteig, der eine geschlossene Halle erhalten hat, ist verbreitert worden, und Fahrfartenausgabe und Zugänge wurden wesentlich verbessert. Auch der Ostzugang von der Holzmarktstraße hat neue Schalteranlagen erhalten. Lediglich der Durchgang nach der Holzmarktstraße, die Passage im Hause Holzmarttstraße 5, tannte bisher noch nicht endgültig bergestellt werden, die Fertigstellung verzögerte sich infolge der Besizverhältnisse des benutzten Privatgrundstüces. Bewaffnete Nazi Unerträglicher Straßenterror Wenn noch irgend etwas geignet ist, den B a nditen charakter der Nazis zu fennzeichnen, so ist es ein Vorfall, der sich am Dienstagabend nach der gewaltigen sozialdemokratischen Demonstration ereignet hat, und zwar wieder einmal in Mahlsdorf, im äußersten Osten von Berlin. Als in Mahlsdorf in der Nähe des berüch tigten SA.- Lokals 3um strammen Kater" in der Hönower Straße zwei Reichsbannerkameraden und ein Ar beitersamariter den Autobus verließen, um sich in ihre Wohnungen zu begeben, wurden sie alsbald in der Augustastraße von einer aus dem Nazilokal kommenden Horde von sieben Mann der nationalsozialistischen Deutschlandretter verfolgt und mit dem Erpresserruf Hände hoch! umzingelt," gestellt und man hält das in einem geordneten Staatswesen faum für möglich mit vorgehaltenen Revolvern nach Waffen untersucht. Die Banditen mit den Hakenkreuzen nahmen unseren Freunden. die sich angesichts der drohenden Revolver nicht wehren konnten, die Koppel und dem Sanitäter auch noch seine Tasche weg und flüchteten. * Wie uns nachträglich mitgeteilt wird, wurde am Dienstagabend nach der sozialdemokratischen Demonſtration der Reichsbannermann Joachim R. aus Lichtenberg an der Ede Neue DONNERSTAG, 9. FEBRUAR 1933 Bahnhof- und Weserstraße von SA.- Leuten überfallen. Als sich der Ueberfallene einige Zeit später zum Revier 255 begab, um dort Beamte zur Feststellung der Täter zu alarmieren, wurde nach den Angaben des Ueberfallenen polizeiliche Unterstützung abgelehnt. Ein Kriminal= beamter soll erklärt haben, daß sein Dienst zu Ende sei und der diensttuende Oberwachtmeister hatte angeblich keine Beamten zur Verfügung. Eine Klärung dieses Vorfalles wäre dringend er= wünscht. Die bebende Erde Weitere Erdstöße in Baden Rastatt, 8. Februar. Im Berlaufe des Mittwoch haben sich die Erdstöße in Mittelbaden mehrfach wiederholt. Bis 17 Uhr zählte man etwa fünf starke Erdstöße. Der letzte gegen 16,56 Uhr war wiederum ziemlich heftig, so daß die Bevölkerung stark beunruhigt ist. Die Apparate des Geodätischen Instituts der Technischen Hochschule in Karlsruhe sind immer noch in Bewegung, so daß man mit weiteren Erschütterungen rechnet. Das tektonische Beben ist zurückzuführen auf Erdverschiebungen in den Verwerfungsspalten, die vom Murggraben in die Rheinebene münden. Am heftigsten wurden die Stöße nach wie vor in Rastatt verspürt. In der Zwischenzeit stellte sich heraus, daß der Sachschaden dort noch weit größer ist, als anfänglich angenommen wurde. Die Zahl der umgestürzten kamine wird auf 200 geschäht. Ein 15jähriges Mädchen erlitt durch herabftürzende Ziegelsteine erhebliche Kopfverlegungen. Besonders stark in Mitleidenschaft wurde das Neubauviertel Jan gezogen, da es sich hier um Neubauten aus der Inflationszeit und um aufgeworfene Wallgräben handelt. In wenig Worten In der am Mittwoch begonnenen Schlußziehung der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie entfielen 300000 Mart auf das Los Nr. 347087, das in Achteln in der ersten Ab= teilung im Rheinland, in der zweiten in Niederjchlejien gespielt wird. 形式 Am Leipziger Plaz wurde vor den Augen der Mutter die zwei Jahre alte Barbara Dun= can aus der Gasteiner Str. 23 in Wilmersdorf von einer Autodroschke angefahren und zu Boden geschleudert. Das verunglückte Kind wurde ins Gertraudten- Krankenhaus gebracht, wo es einige Stunden nach seiner Einlieferung gestorben ist.- In der Holzendorffstraße in Charlottenburg geriet der siebenjährige Schüler Paul Jürgens aus der Rönningstraße unter die Räder eines Autobus der Linie 7. Der Junge wurde mit starken Gesichtsverletzungen und Beckenverlegungen zur nächsten Rettungsstelle gebracht. Die Staatsanwaltschaft Berlin will an die Regierung von Liechtenstein einen formellen Antrag auf Auslieferung der in ihr Liliputreich geflüchteten Theaterdirektoren Brüder Rotter stellen. Die Staatsanwaltschaft möchte vor allem feststellen, ob die Brüder Rotter tatsäch= lich die Liechtensteinsche Staatsangehörigkeit ordnungsmäßig erworben haben. * Der 40 Jahre alte Schlosser Martin Guber aus Lützelsachsen wurde in Mannheim im Verlauf von Zwistigkeiten von seiner Ehe= frau erschlagen. Frau Guber wurde verhaftet. " * Das Luftschiff Graf Zeppelin" wird in diesem Jahre neun planmäßige Südameritafahrten durchführen. * In der Nähe von Salisbury( England) ist ein Bombenflugzeug abgestürzt. Alle vier Infassen wurden getötet. Morgen aufpassen! Zeppelin kommt! Gelbstmordversuch in Moabit Der praktische Arzt Dr. Albrecht Meyen berg, gegen den vor dem Schwurgericht II eine mehrtägige Verhandlung wegen gewerbsmäßiger Abtreibung in sechs Fällen und wegen fahrläffiger Tötung begann, hat im Unter suchungsgefängnis einen Selbstmordversuch unternommen. Dr. Meyenberg hatte fich mit einer Glasscherbe die Pulsader der rechten Hand aufgeschnitten. Der Selbstmordversuch wurde aber sofort entdeckt, denn der Angeklagte' befand sich, da sich bei ihm Depressionserscheinungen bemerkbar gemacht hatten, unter ständiger Beobachtung. Der Gefängnisarzt unter band die Pulsader und legte einen Verband an. Nach seinen Feststellungen ist die Wunde nicht lebensgefährlich. Durch den Blutverlust war Dr. Meyenberg erheblich geschwächt und mußte zur gestrigen Verhandlung auf einer Trag bahre in den Gerichtssaal gebracht werden. Er hatte sich aber bereits so weit erholt, daß er nach den Gutachten der Aerzte verhandlungsfähig war, so daß der Prozeß ungestört seinen Fortgang nehmen konnte. 4370 Loren Liebesgaben Erfolg der Winterhilfe Die Aktion für die Winterhilfe hat im Monat Januar, wie foeben festgestellt wurde, einen Verlauf genommen, dessen Erfolg alle Erwartungen übertrifft. Allein 4370 Waggons waren erforderlich, um die Liebesgaben an ihren Beftimmungsort zu schaffen, und der Frachtwert dieser Mengen beziffert sich auf rund 330 000 m., die die Reichsbahn ihrerseits spendet, da fie für diefe Transporte Frachtfreiheit gewährt. Der Sachwert dieser Sendungen geht natürlich in die Millionen. Vor allem sind es Naturalspenden, die mit größter Opferwilligkeit gegeben werden. Kohle und Kartoffeln stehen an erster Stelle. Und diesmal sind es besonders Süddeutschland und der deutsche Osten, die sich an Gebefreudigkeit hervortun. Die Organisation und Persönlichkeiten, die vor allem an der Attion tätig sind, hatten eigentlich befürchtet, daß die Verhältnisse der Zeit das Hilfswerk beeinträchtigen könnten. Aber auch hier zeigt die Bevölkerung einen Opferfinn, der Opferfinn, der um so überraschender kommt. Aber die oben erwähnten Mengen sind auch notwendig, waren es doch im Dezember nicht weniger als 11,5 Millionen Menschen, die irgendwie, sei es durch die Wohlfahrt, sei es durch die Arbeitslosenversicherung oder durch sonst eine Hilfsorganisation, unterstützt werden mußten. In Wirklichkeit werden sicherlich wesentlich mehr Unterstützungen und Hilfeleistungen gegeben, denn von den Sondergerichten zu langen Zuchthaus 3uchthaus für Kurpfuscher strafen verurteilt worden waren, dann aber durch die Amnestie befreit wurden. Die Kinder legten die Hin und Rückreise unter der Obhut der Arbeiterwohlfahrt zurück; sie waren wäh rend der letzten 5 Wochen Gäste von Genossen des 19. Kreises, die sich ihrer annahmen, obgleich sie selbst zum größten Teil arbeitslos sind. Eine Genossin von der Arbeiterwohlfahrt fennzeichnete diese Opferwilligkeit unserer Arbeitslosen als das schönste Zeichen der proletarischen Solidarität. Mit einem dreifachen Freiheit" und einem letzten ,, Freundschaft" verließen die Kinder Berlin. Betrug an den Aermsten Der vielfach vorbestrafte Wilhelm Delze, der in der Kurze Straße in Berlin eine soge= nannte ,, Heilpraxis für Blutleidende" betrieb, hat zahlreiche Kranke in den Ortschaften bei Potsdam und im Kreise Zauch- Belzig nicht nur an der Gesundheit, sondern auch pekuniär schwer geschädigt. U. a. verordnete er schwer Herzfranken elektrische Massage, lieferte dazu minder. wertige Apparate zu hohen Preisen. Für voll. ständig unsachgemäße Blutuntersuchungen forderte der Betrüger 20 Mark und für seine Heilbehand lungen, die zum Teil darin bestanden, daß er die Patienten Baumrindentee trinken ließ, erhielt und es gibt kaum einen Haushalt, kaum eine Familie, Nach Werder und Beelik forderte Delze 75-100 Mart. Einer an Lungendie nicht irgendeinem Angehörigen Hilfe angedeihen lassen. Berhör Knöpftes Der frühere Funkstundendirettor Knöpfte ist nach seiner Rückkehr aus der Schweiz gestern durch Staatsanwaltschaftsrat Dr. Seiden. spinner vernommen worden. Nach Abschluß des Verhörs wurde Knöpfte wieder entlassen. In diesem Zusammenhang sei übrigens erwähnt, daß der ehemalige Direktor der Funkstunde schon in der vorigen Woche nach seiner Rückkehr von Lugano nach Berlin seinen Paß freiwillig abgeliefert hat. Abschied von Berlin • Am Mittwoch Vormittag verließen die Kinder erwerbsloser Parteigenossen aus Schlesien, Sachsen und Pommern Berlin und reisten in ihre Heimatsorte zurück. Es waren zum großen Teil die Kinder der Ohlauer Reichs= bannerkameraden und Parteigenossen, die Eine kleine Fahrpreisermäßigung Mit der Eröffnung des Umsteigebahnhofes Schöneberg am 1. März d. I. werden die Fahrpreis 3onen auf den Strecken nach Werder und Beelitz Heilstätten geändert. Dadurch wird der bisherige Entfernungsunterschied zwischen der kürzeren Strecke nach Charlottenburg und der längeren nach dem Wannsee- Bahnhof ausgeglichen. Die Zonen werden fünftig von dem Bahnhof Charlottenburg und dem neuen Umsteigebahnhof Schöneberg an gerechnet; dabei sind die Entfernungen des Bahnhofs Charlotten burg maßgebend. Die Aenderung hat eine Er. mäßigung der Fahrpreise auf den ge= nannten Vorortstrecken im Verkehr mit Charlottenburg, den Stadt- und Ringbahnhöfen und den meisten Bahnhöfen der Wannseebahn zur Folge. Die Nahzone( Fahrpreis 3. Klasse 20 Pf.) reicht fünftig von den Bahnhöfen Charlottenburg oder Schöneberg bis Nikolassee, die erste Preisstufe( Fahrpreis 3. Klasse 25 Pf.) bis Wannsee usw. Im Verkehr mit Charlottenburg und den Stadt- und Ringbahnhöfen ermäßigen sich die Preise von und nach Bahnhöfen außerhalb der bisherigen Nahzone um eine Preisstufe. tuberkulose Erkrankten versprach er Heilung und deren Mutter mußte ihm die letzten 100 Mark opfern. Nach 4 Wochen war die Patientin tot. Wegen fortgesetzten Betruges verurteilte das Gericht den Kurpfuscher zu vier Jahren 3uch thaus, fünf Jahren Ehrverlust und 1000 Mart Geldstrafe bei sofortiger Berhaftung. Wie wird das Wetter? In Berlin: Zeitweise aufheiternd, aber vielfach dunstig, am Tage weiterhin mild, schwache Winde aus Süd bis Südost. Für Deutschland: Im Nordosten noch keine Aenderung von Bedeutung, im Nordwesten mildes, meist trübes Wetter mit wiederholten Regenfällen, im übrigen Reiche weitere Beruhigung des Wetters mit verbreiteten Morgennebeln, in den Tagesstunden mild. Hunderfjähriger Berliner. Schuhmachermeister Karl Liebeseller, Berlin O 34, Cadiner Straße 7, ein geborener Glazer, wird heute 100 Jahre alt. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SW 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat 2. Sof. 2 Treppen rechts, au richten Achtung, Stadtverordnetenfraffion! Heute, 18 Uhr, Fraktionsfigung an bekannter Stelle. * Bei ber Lustgartendemonstration ist ein Damenschirm gefunden worden, der im Zimmer 9 des Bezirksverbandes Berlin der SPD. abzuholen ist. Beginn aller Veranstaltungen 19½ Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Arbeiterwohl. 5. Kreis. Heute Kreisvorstandssigung an bekannter Stelle. fahrt: Freitag, 10. Februar, 15% Uhr, an bekannter Stelle, Erwerbslofenzusammenkunft. Musikalische Unterhaltung. Spielen, 20 Uhr an betannter Stelle Bildungsausschußßigung. 410 6. Kreis. Freitag, 10. Februar, an bekannter Stelle, Areisvorstand und Ab. teilungsleiter. 7. Kreis. Heute, 15 Uhr, Erwerbslosenzusammenkunft an bekannter Stelle. ,, Ausgestaltung der Erwerbslosennachmittage." Bericht und Aussprache. 8. Kreis. Freitag, 10. Februar, Wählerkundgebung in Rochs Bismard- Sälen, Feldstr. 52. Referent Anton Reißner, M. b. R. 11. Kreis. Heute, 20 Uhr, Kreisvorstandssigung an bekannter Stelle. 12. Kreis. Heute, 20 Uhr, Kreisvorstandssigung an bekannter Stelle. 14. Kreis. Freitag, 10. Februar, 15 Uhr, Erwerbslosenzusammenkunft an betannter Stelle. Rezitationen der Genoffin Elfriede Bollmann. 20. Kreis. Heute Ermerbslosenzusammenfünfte an ben bekannten Stellen. Reinickendorf Oft: 15 Uhr, Vortragender Theo Maret; Reinickendorf- West: 15 Uhr, Vortragender Genosse Alewiz; Wittenqu: 16 Uhr, Vortragende Martha John; Tegel tagt erst am Freitag, 10. Februar, 15 Uhr, ausnahms. weise im Reichsbanner- Bootshaus, Referent Kurt Biging. 13. Abt. Freitag, 10. Februar, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder an bekannter Stelle, 20 Uhr. Die deutsche Gewertschaftsbewegung", Referent Alfred Martwig. 35., 36. und 37. Abt. 13. Gruppe des Freidenkerverbandes erst Freitag, 10. Fe bruar, Fraktionsmitgliederversammlung, Rigaer Str. 85. Freidenker im Kampf." 75. Abt. Sonnabend, 11. Februar, 20 Uhr, Mitgliederversammlung an betannter Stelle. Referent Rart Dressel. 89. unb 90. Abt. 25. Freidentergruppe: Freitag, 10. Februar, Mitgliederver. sammlung in der Kottbusser Klause. Filmvortrag. Eintritt 20 Pf. Erwerbslose fret. 91. Abt. Sonntag, 12. Februar, Bunter Abend der jüngeren Parteimitglieder an bekannter Stelle. Mitwirkende: Theo Maret, Voltssport, Spieltruppe ,, Der Querschnitt". Eintritt 50 Pf., Erwerbslose 25 Pf. 99. Abt. Seute, 20 Uhr, Zahlabend der Agitationstruppe Briger Rotte" an bekannter Stelle. 120. Abt. Achtung, Wohlfahrtspfleger! Freitag, 10. Februar, 19 Uhr, Jahresversammlung der A.-W. an bekannter Stelle. Frauenveranstaltungen: 7. Kreis. Freitag, 10. Februar, 19 Uhr, Sprechchorprobe an bekannter Stelle. 14. Rreis. Freitag, 10. Februar, Funktionärinnensigung an bekannter Stelle. Seminar für Wohlfahrtspflege. Donnerstag, 9. Februar, 20 Uhr, im Verbandssaal des 3dA., Hede mannstr. 12, Beginn des Seminars Die Familie". Referent Dr. Suse Hirschberg. Freitag, 10. Februar, 16 Uhr, Besichtigung des Krüppel. museums im Ostar- Helene Heim, Dahlem, Kronprinzenallee 171-178. Treffpunkt 15% Uhr vor dem Heim. Interessenten für die Teilnahme am Schwachsinnigen- Unterricht Wittenau melden sich Arbeiterwohlfahrt, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr. Alles Nähere dort. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Prenzlauer Berg: Das Elternblatt ist beim RI. abzuholen. Sonntag Kreisfahrt. Näheres Sonnabend. Kreuzberg: Achtung, Abteilungstaffierer! Die noch ausstehenden Rassenberichte müssen umgehend an Friedel Schmidt abgegeben werden. Die Abrechnung der Filmtarten für den 26. Februar muß unbedingt bis spätestens den 18. Februar erfolgen. Alle Rarten müssen verkauft werden. Abt. Köpenid: Heute, 20 Uhr, Elternversammlung im Parteiheim, Schloßstraße 27. Referat: ,, Warum Rinderfreunde?" Abt. Friz Reuter, Gruppe Freude Solidarität. Der Bunte Nachmittag am Donnerstag mit den Neuköllner Neftfalten fällt aus. Für Gruppe Solidarität dafür Gruppennachmittag von 16 bis 18 Uhr Halle. Sterbetafel der Groß Berliner Partei- Organisation $ 33. Abt. Die Trauerfeier für unseren verstorbenen Genoffen Emil Girbig, der 24 Jahre in unserer Abteilung tätig mat, findet am Freitag, 10. Februar, 12½ Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Um rege Beteilisung wird gebeten. 45. Abt. Unser lieber langjähriger Genosse Karl Wilte, Glogauer Straße, ist nach langem schweren Leiden verschieden. Ehre seinem Andenken. Einäfcherungsfeier am Freitag, 10. Februar, 11 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Rege Beteiligung wird erwartet. 55. Abt. Am 6. Februar verstarb nach einem arbeitsreichen Leben unser alter Genoffe Emil Girbig. Ehre seinem Andenten! Die Einäscherung findet am Freitag, 10. Februar, 122 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 120. Abt. Unsere Genoffin Elife gingelmann, Capriviallee 25, ift im 49. Lebensjahre ganz unerwartet verstorben. Ehre ihrem Andenken! Ein äscherung heute, 912 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir bitten um rege Teilnahme. 121. Abt. 3m Alter von 81 Jahren verschied unser alter Freund und Genosse Adolf Rehr unerwartet schnell. Wir verlieren in ihm einen aufrechten Rämpfer, der schon unter dem Sozialistengesetz in der Berliner Partei raftlos arbeitete. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung ist heute, Donnerstag, 9. Februar, 20 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. SAS Tegel: Mitgliederversammlung.- Buch: Grundbegriffe des Sozialismus. Karow: Sozialismus in der Theorie und Pragis. Reichenberger Biertel: 19 Uhr Falkenecke. Besuch der Gruppe Köpenicker Viertel. SSG. Reukölln: 18 Uhr KMG.: Rußland. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Abrechnung der Konzertkarten bei Genossen Otto, Gruppe Nordosten II, Danziger Str. 62. Werbebezirk Reinidendorf: Galgenvögel" 18 Uhr Studio, 20 Uhr Szenen. proben. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Heute, 19% Uhr: Schlesisches Tor: Jugendheim Parteiheim Schlesische Straße 42. Streifzüge durch die Sächsische Schweiz und den sächsischen pumor. Südosten: Jugendheim Reichenberger Str. 66( Feuerwehrhaus). Geschichte der Arbeiterbewegung vom Sozialistengefez bis heute. Gewerkschaftshaus: Saal 11 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25. Demofratie oder Diktatur? Tempelhof: Jugendheim Germaniastr. 4-6( Lnzeum). FG3. auf großer Fahrt, Moabit: Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Der Main. Köpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5( Nähe Bahnhof Spindlersfeld). Leopolbplag: Jugendheim Turiner Ede Geeftraße, Cinitaitonzentration. Turiner Straße. Alfred bringt Neues für die Neugebade. nen.- Gesundbrunnen: Jugendheim Rote Schule, Gotenburger Str. 2. Hilfe! Ueberfall!!! Often: Jugendheim Frankfurter Allee 307( Lönszimmer). Die internationale Gewerkschaftsbewegung. Neu- Lichtenberg: Jugendheim Gunterstraße 44.§ 218. Lichtenberg: Jugendheim Doffeftr. 22. Die Burschen gestalten den Abend aus. Landsberger Play: Jugendheim Ebertnstr. 12. Die Frau im Rampf um die Gleichberechtigung. Steglig: Jugendheim Paulsenstraße 22. Friedel Hall erzählt Sächsische Balladen". Wanderleiterkursus im 8immer 3 des Jugendheims Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Aufgang B part. Aussprache über Fahrtvorbereitungen". Jugendgruppe bes Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter: Jugendheim Neue Schönhauser Str. 4-5. Das tollettive Arbeitsrecht. Jugendgruppe des Deut. fchen Textilarbeiterverbandes: Jugendheim Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Aufgang B part. Bastelabend. Jugendgruppe des Deutschen Bekleidungs. arbeiterverbandes: Jugendheim Sebastianstr. 37-38. Mufit- und Leseabend. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Anaeftellten Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin gemeinschaft: 3ft ber Menfch bas Brobuft seiner Umgebung?( 3. Abenb: Die Einsendungen für diese Rubrik nur an das Jugendsekretariat Berlin SW. 68, Lindenstraße 2, vorn 1 Treppe rechts. B.- A.- Sigung heute, pünktlich 19% Uhr. 3. Musizierstunde des Proletarischen Orchesters der SA3. am Sonntag, dem 12. Februar, 11 Uhr, in der Aula der Karl- Marg- Schule, Neukölln, RaiserFriedrich- Str. 208-210.- 17 Uhr in der Aula der Heinrich- Schliemann- Schule, Gleimstr. 49. Dirigent: Rudolf Barthel. 50 Mitwirkende. Eintritt 30 Pf. Rarten sind im Sekretariat erhältlich. V. Kabarett- Matinee der Boltsbühne am Sonntag, dem 26. Februar, 11½ Uhr. Karten zu 1 M. find im Gefretariat erhältlich. Wanderleiterkonferenz Montag, 13. Februar, 19% Uhr, Lindenstr. 4. Mitgliederversammlung der Gesamtorganisation am Dienstag, 14. Februar, 19 Uhr, im großen Gaal des LehrerDereinshauses am Aleranderplaz. Genoffe Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R., spricht über Hitler regiert- was nun?" Ohne Mitglieds. buch keinen Zutritt. Alle Gruppenveranstaltungen fallen aus. Achtung, Abteilungsleiter! Gebt das Märzprogramm ab. 70 Gruppen wollen auf der Generalversammlung nicht vertreten sein, denn die Namen der Delegierten sind uns noch nicht mitgeteilt worden. Heute, Donnerstag, 20 Uhr: Rosenthaler Borstadt: Heimabend. Arnswalder Plaz II: Fürsorgeerziehung. Faltplag 1: Seguelle Fragen im Gruppenleben. Humannplay: Brettspielturnier. Schönhauses Borstadt: Klasse im Kampf. Nordosten II: Tagespolitit. Hallesches Tor: Familie und Jugendorganisation. Sasenheibe: Marim- Gorki- Abend. Rottbusser Tor: Mitgliederversammlung. Köpenicker Viertel: Schallplattenabend. Sübweft: Mitgliederversammlung. Schöneberg III: Rurfus( Arbeiterbildungsschule). Charlottenburg- Westend: Partei und Jugend bis 1914. Zehlendorf- Dahlem: Arbeitsgemeinschaft I. Heute, Donnerstag, finden folgende Veranstaltungen statt: Norboft II: Jugendheim Schönlanter Str. 11. Wir befuchen die Bersammlung des Werbebezirks. Rorden: Jugendheim Butbuffer Straße( alte Schule). ArbeitsBerufsschule). Leiter: Boenig).- Lichtenberg I( früher Stralau): Jugendheim Doffestraße( Zimmer 3). Die Freitörperkultur in der öffentlichen Aritit, Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3( Privathaus). Arbeitsgemeinschaft: Die Welt der werktätigen Jugend( 2. Abend). Leiter: Bernstein. Often: Jugendheim der Schule Litauer Str. 8. Vortrag: Der Angestellte im Roman. Referent: Christian Mähl. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin G 14 Sebastianstr. 37-38. Hof 2 Tr. Kreuzberg: Freitag, 10. Februar, Mitgliederversammlungen. 8ug III: Belt II, Kreuzbergstr. 1. Zug VII: Reichenberger Hof, Reichenberger Straße 147. Oranienburg: Freitag, 10. Februar, 20 Uhr, Mitgliederversamm. lung bei Breuer, Mühlenstraße. English Circle Perseverance. Heute, 21 Uhr, im Bräu- Stübl Neue Kleine Sütte, N. 65, Müllerstr. 176, am Weddingplas, englische Vorträge und Dis. fuffion. Bereinigung ehemaliger Kriegsgefangener, Berlin- Süben. Donnerstag, 9. Februar, 20 Uhr, bei G. Krüger, Grimmstr. 1. Esperanto- Gruppe Berlin- Norben: Jasmunder Str. 3, Jasmunder Vereins. haus. Heute, 20 Uhr, Uebungen, Konversation, geselliges Beisammensein. Gäste willkommen. Vereinigung der Freunde von Religion und Völkerfrieben. Sonntag, 12. Fe bruar, 18 Uhr, spricht Pfarrer Bleier im Rahmen einer religiösen Feierstunde in der Trinitatiskirche, Charlottenburg, über das Thema ,, Was sagt dem Christen der Winter?" English Conversational Club founded 1878. Meetings every Friday 8 p. m Café König, Leipziger Straße 117-118. Lecturer: Mr. Corder Catchpool on: " Unknown England." Guests, Ladies und Gentlemen, are welcome. Direkter Ausschank vom Faß von einem 10tel Liter an zu Originalpreisen und Kostproben gratis in allen mit BERLIN: * N, Brunnenstraße 42 * N, Müllerstraße 144 * N, Chausseestraße 76 O, Koppenstraße 87 * N, Prenzlauer Allee 50 * N, Schivelbeiner Str. 6 * O, Petersburger Str. 42 * SO, Grünauer Str. 15 * SO, KöpenickerStr.134/ 5 * SW, Bergmannstr. 11 * W, Martin- Luther- Str.86 * NW, Gotzkowskystr. 31 * NW Wilsnacker Str. 25 * Steglitz: Schloßstr. 121 * Charlottenburg: WilmersdorferStr.157 Lankwitz: Charlottenstraße 34 * Neukölln: Berliner Str. 12, Hermannstraße 27 und Bergstr. 66 * Schöneberg: Kolonnenstraße 7 * Oberschönew.: Wilhelminenhofstr. 40 * Spandau: Potsdamer Straße 23 * Weißensee: Berliner Allee 247 * Tempelhof: Berliner Straße 152 * Pankow: Wollankstraße 98 * Lichtenberg: Wismarplatz 1 Reinickendorf: Markstraße 45 Schmargendorf: Berkaer Straße> Potsdam: Charlottenstraße 69 * Oranienburg: Berliner Straße 1 Fruchtsäfte. Sämtliche Preise ohne Glas! Auf Wunsch Lieferung frei Haus! 2.25 2.95 2.50 2.90 3.35 * versehenen Geschäften- Achtung: 1 Liter enthält ca ,, mehr als eine Flasche Erstklassiger süßer Apfelwein, Dessert, 12/ 14% Liter-.70 Dessert- Johannisbeerwein das Feinste 12/ 14% Dessert- Kirschwein ,, Edelklasse" 12/ 14° " -.85 Glühwein, erste Qualität, feinstes Tafelgetränk Liter 1.85/ Fl. 1.45 Bester Nordhäuser Branntwein. 99 1.39 Feinster Tafel- Aquavit, fuselfrei. 350 32% 2.25 1.85 " Echt spanischer Tarragona ,, unverschnitten" 160) Echt span. Malaga, " 2.50 19 2.0 " ,, unverschnitten" 16°/ " 1.20 1.35 Fl.-. 95 Feinster Weinbrand- Verschnitt*** 38° 2.85 " 99 " 1.10 Echt Ital. Dessertwein, gold, Echter Original Insel Samos Echter Douro- Portwein, eigener Import 20% Echt spanischer Rotwein, tiefdunkel " 18° 1.40 0 " " 1.15 Echter deutscher Weinbrand ,, Masue"*** 38 Echter prima Getreidekorn 0 99 3.80 " 40° 3.20 0" " 18° 10 1.80 " " 1.45 Feiner Jamaica- Rum- Verschnitt 38° 99 2.80 " " 2.25 1." -.80 9 Echter Jamaica- Rum- Verschnitt( Teerum) 45°/ Prima Edelliköre und Punsche. 0 99 3.70 4.25 0 " 30% 10" 2.45 " Echter weißer süßer Bordeaux, Original Echter roter Bordeaux, Original 99 9 1.50 Erste Sorte Edelliköre, das Feinste 380 4.20 3.25 0" " 99 99 1.50 Prima deutscher Weißwein la. .95 -.75 " " Prima deutscher Wermut. Erstkl. Ital. Vermouth • 16% " -.95 Tasano, mach mich fröhlich 90 Erstklassiger Pepsinwein Trotz großer Preissteigerung- solange Vorrat reicht la Klasse 1925-1930 weiße Tischweine.. nur, Selter, Limonaden in feinsten Qualitäten sehr billig! 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Und durch das fahl« Zwielicht sahen die bleichen Gestelle der Kojen wie knochige Gerippe aus. An den Bord- wänden gluckste die See. Aus dem Dunkel der hinteren Ecke drang Geseufze oder Geraschel. Der Dampfer heulte. Und in der Tiefe des Schiffes stampfte die Maschine den Takt der Fahrt. Plötzlich erschien hinten im Dunkel ein Gesicht, noch schwärzer als die Finsternis. Seine Augen schienen weiß. Sie starrten. Dann lauerten sie nach ollen Seiten. Verstohlen richtete sich in der finsteren Koje, die auf einem elenden Schlafkasten stand, der schwarze Mensch auf. Aus irgendeinem Versteck drang das aufgeregte Ticken einer Taschen- uhr. Er duckte sich zusammen und stierte vor sich hin. Sein Kopf wurde deutlich. Es war der Neger Galy Goodfroy. Er war der Sohn eines Bostoner Hafenarbeiters, der sich einst, angelockt von der westlichen Kultur, die er als Karawanenführer kennen lernte, vom hohen Sudan entfernte, viele Jahre in den'Heiz- räumen der Ueberseeschiffe zur See fuhr und dann in der„neuen Welt" ansässig wurde. Galy dachte gerne an seinen Vater, der vor zehn Jahren ge- starben war. Er konnte auch nicht vergessen, daß sein Vater einmal in der Kneipe eines Boarding- Hauses einen englischen Bootsmann, der ihn einen „schwarzen Affen" schimpfte, derart zusammen- schlug, daß die weißen Zuschauer bedenklich er- blaßten... Galy war, da er nun so aufgerichtet und geduckt in seiner Koje hockte, nahezu dreißig Jahre alt. Ueberall, wo er mit weißen Menschen in Be- rührung gekommen war, hatten sie ihn fühlen lassen, daß er bloß ein„schwarzer Asse" sei. Sogar das trübselige Zwielicht in dem Raum der Passa- giere mied ihn. Er ertrug jedoch alle Demütigungen stille. Seine Mutter kannte er nicht. Von seinem Vater hatte er über sie nur gehört, sie habe ihr Leben bei dem Omnibusunglück in der??. Ptrahe eingebüßt. Galys Kops nickte, erschüttert von den harten Tritten, die er durch das eiserne Deck über sich fühlte. Die Tritte wurden zum Getrampel. Polternd kamen die Rückwanderer den Niedergang zum Zwischendeck herunter. Das Zwielicht machte ihre Gesichter fahli und der Wirrwar der Schatten ließ sie verschmutzt und verzerrt erscheinen. Die Kinder sahen es und weinten. Das Schifs stampfte. Galy neigte sich aus seiner Koje und sah, daß unter ihm in dem elenden Schlafkasten nur ein alter Koupeekosfer lag. Der Koffer war osfen wie ein aufgeschlagenes Buch. Und der dumpfe Takt der Maschine wurde schneller, durchdringender. Gegen Abend vernahm er, trotz oes Stimmengewirrs der Passagiere, ein Gelispel aus dem Schlafkasten zu sich heraufdringen. Es klang vertraulich leise. Manchmal wurde es zum Ke> murmel. Aber er verstand kein Wort davon. Und doch glaubte er oen Sinn der ihm fremden, geheimnisvollen Sprach« zu einpfinden. Angst beschlich Ihn, eine ungewisse Angst. Das G«> knister in den Spanten wurde laut. Und aus dem Gegluckse der See hörte er Gemurmel. Er faßte sich an den Kops, um zu fühlen, ob er wirklich wach sei. Uno da vernahm er ganz deutlich unter sich einen einsamen Menschen aus großer Sehn- sucht beten... Irgendwo in den Kojen sing ein Säugling an zu schreien. Das Schiff stampfte Die Maschine stampste. Galy hörte Tritte über das eisern« Deck tappen. Und der Säugling plärrte und plärrte. Galy versuchte sich auszu- richten, um in den Schlafkasten zu gucken, aus dem seine Beunruhigung erwuchs. Aber er ver> mochte sich nicht zu bewegen. Die Bullaugen hatten sich verfinstert. Das Licht der Glühbirnen schien nicht mehr so fahl. Uno überall tuschelten Verliebte miteinander Er horchte. Ein Zwischen- wärter schraubte zum Zeichen, daß da» Wetter stürmisch werde, die Verschlüsse der Bullaugen zu. Und das heimlich« Ketuschel wurde allnner. leiser und verhallte. Noch nie fühlte sich Galy so sremd wie jetzt. Er litt an Sehnsucht an der Sehn- sucht, die ihn au« dem Gebet des unbekannten Menschen überkam. Das Schiff erzitterte, er- schüttert von 0«r tobenden See Da spürte der Neger an seiner linken Hand, mit der er sim an der Kante seiner Koje hielt, den Hauh der leisen Worte:„Warum weinst du?" Erschrocken chiut« er in das abgehärmte Antlitz eine» Mannes. Es hatte einen weißen Bart: es war ihm iremd und dennoch bekannt: es schien uralt Jetzt erst wurde dem Schwarzen bewußt daß er weinte. Und in der Ferne brüllte ein Schiff. Er horchte aus über sich, über die Welt, über die Menschen Da hörte er den„Milo" heulen Immer und immer wieder heulte das Schiff. Bestürzt fragte er „Was ist, was ist?" „Nebell" erwiderte der Greis,„Nebel..* Das Schiff schlingerte. „Wer bist du?" fragte der Schwarze,«daß du mich gehört?" „Ich habe meinen Platz unter dir", antwortete der Greis. Und da Galy schwieg, fragte er:„Worum zitterst du so?" Galy entgegnete:„Das ganze Schiff zittert doch!" Er stieg aus der Koje und setzte sich auf den Schlafkasten. Der Alte hockte sich neben ihn. griff vom Kopfkissen ein dickes, schwarzes Buch, tippte mit oem Knöchel auf den Deckel und war- tete, als habe er angeklopft. Dann fragte er: „Wo fährst du hin?" Der Neger knirschte ratlos: „Ich weiß nicht, ich weiß nicht.. Mir ist, seit ich auf dem Schisse bin, zumute, als wäre mein Weg nicht richtig, als sei die Reise nur eine Aus- flucht!" Der Alte schwieg. Und da murmelte der Neger:„Warum müssen wir Schwarze so leiden: was haben wir den weihen Menschen angetan, daß sie uns treten uno ächten? Warum ist es so, daß die Neger„block Monky" sein müssen? Vor meinem Gesicht fürchten sich die Kinde'!" „Nur die weißen", flüsterte der Greis,„denen glauben gemacht wird, der schwarze Mann sei der„böse Geist!" Galy nickte:„Die Sklaverei ist doch ausgehoben worden, aber die Neger werden von den Weißen immer noch wie Gel randmarkte gewertet!" Der Greis entgegnete:„Ja, die Menschen! Egal, ob ihre Haut weih oder gelb, kupfern oder ichwarz ist, egal, wie ihre Nasen, Lippen, Haare und Augen aussehen, haben allesamt rotes Blut, Menschenblut: ste«rinnern sich aber nur daran, wenn es fließt, vergossen wird, für ihre Jnter- essen!" Mit einem Male legte sich das Schiff schwer auf die Seite, nach Backbord. Aus allen Kojen drang Gestöhne. Da klopfte der Alte zum zweiten Male auf sein Buch und sagte:„Bedenk, mein Freund, die Juden, überall ergeht es ihnen wie dir, überall werden sie mißachtet, beleidigt und verdrängt, zusammengedrängt in die dunklen Viertel der Städte, in die Finsternis der Ecken. Wir haben geklagt darüber und gejammert, aber wir pflegten den Geist, den Geist der Versöhnung, des Schaffens, den Geist des Erkennens: und unsere Demütiger wurden vor uns klein, unwich- tig!" Er blätterte sein Buch aus und erklärte: „Es gab herrliche Menschen! lind einer davon sagte:„Wir wollen den Namen Gottes durch unser Tun heiligen, indem wir dazu mitwirken, daß jene Zeit herannahe, in welcher alle Menschen geeint sein sollen in der Liebe zu allen Neben- menschen!" Galy sagte, so aus seinem Nach- denken heraus:„Ich fühle mich so fremd: alles ist mir fremd geworden: ich kann mich seilst nicht mehr verstehen!" Eine Frau erhob sich, tappte an den Alten heran, uns fragte:„Wird's Wetter schlimm, daß ihr so heimlich sprecht?" „Nebel", erwiderte der Jude bedeutsam,„Nebel." Sie huschte zurück. Der Alte legte sein Buch weg und fragte:„Wo- hin fährst du d«nn?" „In die„alte Welt", entgegnete Galy aus ein» mal beglückt,„über die ich gelesen habe, daß es dort ein Land gibt, wo der Friede herrschte. Ich fahre", flüsterte er versonnen,„ins Paradies!" Da schwieg der Greis und lächelte. Sie krochen in ihre Kojen. Dumpf klopfte die Maschine den Takt der Fahrt. Und die Kleidungsstücke, die allenthalben im Scheine des fahlen Lichtes hingen, bewegten sich durch die Erschütterungen. Es sah aus, als seien sie Menschen, verstorben« Menschen, die durch die Gedanken, die sie sich über das Leben machten, dos sie hinter sich hatten, nicht zur Ruhe gelangen konnten.(Schluß folgt.) den. Da außer den Russen auch die Japaner Anlieger des Japanischen Meeres und als solche an den klimatischen Verhältnissen stark interessiert sind, so setzt die Ausführung des russischen Planes allerdings das Einverständnis der Japaner vor- aus. Dieses dürfte nicht schwer zu erhalten sein, da irgendwelche schädlichen Einwirkungen durch die Abriegelung der kalten Strömung höchstens im Ochotskischen Meer selbst auftreten könnten. Und dieses Meer wird von Sibiriens Küsten be- grenzt, hat also für Japan keine Bedeutung. Als weitere Folge der Abriegelung ist in jedem Winter eine längere Unterbrechung des Verkehrs an der Amurmllndung zu befürchten. Der Plan sieht deshalb einen neuen, etwa 100 Kilometer südlich gelegenen Seehafen für den Amur vor, zu welchem Zweck ein etwa 15 Kilometer langer Kanal in flachem Land ausgestochen werden müßte. Die beabsichtigte Klimaverbesserung stößt also in diesem wie auch im Falle des Golfstromes an der sibirischen Küste auf keine besonderen tech- Nischen Schwierigkeiten. Die Verwirklichung beider Projekte ist lediglich eine Frage der zur Verfügung stehenden Geldmittel. MWorifche Vlininluren D orä bekommt einen Auftrag. Ein« reiche Pariser Dame hatte es sich in den Kopf gesetzt, sich von D o r e malen zu lassen. Di« Dame war ebenso arrogant wie dumm, eben- so häßlich wie eitel, mit ihrem festen Glauben an ihre überragende Schönheit und Klugheit war sie eigentlich eine unangenehme und lächerliche Er- scheinung: doch ihr Geld gab ihr Gewicht, und auch Dore konnte Geld brauchen... Dennoch lehnte er ab.„Ich bin kein Bildnis- maler", sagte er.„Ich kann nur symbolische Bilder zeichnen. Sehen Sie sich meine Jllustra- tionen zur Bibel und zum„Don Quichotte" an, und Sie werden mir recht geben.— Gehen Sie zu einem Maler, der sich aus das Malen von Frauen oersteht", fügte er mit der ihm eigenen versteckten Ironie hinzu. Aber die dickköpfige Dame lieh nicht nach: sie wollte in ihren Kreisen damit glänzen, daß der große Dore ihre Schönheit eines Bildes für würdig befunden hatte. Dorö nannte endlich einen gepsefjerten Preis. Aber auch das schreckte ste nicht ab... „In Gottes Nam«n!" sagte Dort endlich. „Und wann soll ich zur Sitzung kommen?" „Sie brauchen nicht zu sitzen. Eine Frau wie Sie malt man aus dem Gedächtnis." Geschmei- chelt entfernte sich die eingebildete Schönheit. Schon am nächsten Tage erhielt sie ihr Bild zugestellt, durch einen Boten, dem sie den ge- forderten Preis ausfolgte. Dann packte sie die Zeichnung erwartungsvoll aus Was sah sie...? Eine große wunderschöne Frau, mit hoher Stirn, weisheitsvollem und lieblichem Gesicht, prachtvollem Körper. Schon wollte sie>n hellen Jubel ausbrechen obwohl die Gestalt nicht die mindeste Aehnlichkeit mit ihr hatte: aber sie ent- sprach dem Bilde, das sie sich selbst von sich machte. Erst bei näherem Zusehen entdeckte sie, daß die Gestalt in einem großen Spiegel stand, also nur ein Spiegelbild war Diejenige, die sich in dem Spiegel betrachtete, stand klein und unscheinbar im Vordergrund— mit nieder«?, dummer Stirn. arrogantem und häßlichem Gesicht reizlosem Körper. Und diese Figur war sie. wie sie in Wirklichkeit war. und— war sprechend ähnlich... Unten fand sie auch den Titel des Bildes. Er lautete:„Madame oder die Selbstüberhebung. Gustave Dore, Symbolmaler" — Das Bild ist uns leider nicht erhalten ge- blieben. Die Dame hat es zerrissen. Kleber. Weeresltrömungen werden verlegt SEwei Projekte/ Ton Chrifloph Carlo tri Unter dem Einfluß regelmäßig wehender Winde, die durch das Abströmen der Luft von Regionen höheren zu Stellen tieferen Lustdrucks hervor- gerufen werden, entstehen in allen Weltmeeren Strömungen, die je nach ihrem geographischen Ausgangspunkt warmes oder kaltes Wasser mit sich führen. So führen z. B. die im Atlantischen Ozean nördlich und südlich vom Aequator von den Passatwinden angetriebenen Aequatorial- strömungen warmes Wasser, während die aus den polaren Gewässern kommenden Strömungen kaltes Wasser führen. Am bekanntesten und am wich- tigsten für uns Europäer ist der Golfstrom. Seine Heimat ist der G o l s von Mexiko: seine Er- zeuger sind die warmen Aequatorialströmungen, die zunächst an Südamerikas Küste entlang strömen, sich dann zwischen den Antillen hindurch- schlängeln und schließlich dem Golf von Mexiko zuströmen. Unter dem Einfluß westlicher Winde wendet sich der Golfstrom, der nach dem Verlassen des mexikanischen Golfs und dem Passieren der Floridastraße zunächst an der Küste der Ver- einigten Staaten entlang strömt, nach Osten, und sein Hauptast schließlich nach Norden. Auf seinem Wege zum Polarbecken streift der Golfstrom auch die europäischen Gestade. Die von ihm aus- gehende Wärme übt nun insofern einen sehr be- deutsamen Einfluß auf das Klima der Länder Nordosteuropas aus, daß sie ohne diese gewaltige Warmwasserheizung, die ihnen jahrein, jahraus eine ungeheure Menge Aequatorwärme zuführt, ein viel rauheres Klima aufweisen würden. Der in das Nördliche Eismeer einmün- dende Golfstrom wäre auch noch warm genug, einen Teil der sibirischen Küste etwas anzu- wärmen, wenn nicht eine aus dem K a r i s ch e n Meer kommende sehr kalt« Strömung seine Wirkung aufhöbe. Da die Karische Straße, durch die das kalte Wasser des Karischen Meeres dem Golfstrom entgegenflieht, eine verhältnismäßig schmale Pforte zwischen der weit ins Eismeer hin- ausgestreckten Insel Nowaja-Semlja und dem Festland darstellt, so hat der russische In- genieur A w d e j e w einen Plan ausgearbeitet, der sich den Verschluß dieser Pforte mittels eines Dammes zum Ziel gesetzt hat. Wird nämlich das Karische Meer nach Westen zu abgeriegelt, dann vermag sein kaltes Wasser nicht mehr dem von Westen kommenden Golf entgegenzuströmen, und der Teil der Wärme, der dem Golfstrom trotz der viele tausend Seemeilen langen Wanderung vom mexikanischen Golf bis zur Insel Nowaja-Semlja noch verblieben ist, vermag die an der sibirischen Küste herrschende Kälte um einige Grade zu ver- mindern. Und ein mehrere Grade milderes Klima bedeutet für die Schiffahrt unter Umständen sehr viel. Erwägungen gleicher Natur waren es, die zur Ausarbeitung eines Planes zwecks A b r i e g e- lung des Japanischen Meeres nach Norden zu führten. In diesem verhältnismäßig schmalen Meer sind zwei Strömungen vorhanden. Von Süden tritt durch die Straße von Korea die warm« Tsushima-Strö- m u n g ins Japanische Meer, an den Inseln Hondo, Jesso und Sachalin entlang streifend und deren Küstengebiete erwärmend Von Norden aber tritt durch eine nur etwa ft Kilo- meter breite Pforte zwischen der Insel Sachalin und dem Festland eine kalte Strömung aus dem Ochotskischen Meer. Dieser kalte Strom streicht an der Festlandküste nach Süden und hat zur Folg«, daß die von ihm bestrichene Küste ein um mehrere Grad kält-res Klima als die Ost- küste de» Javanischen Meeres hat. Während die Ostküste im Winter eisfrei bleibt, gefrieren die Häfen der Westküste bis herunter nach Korea. Der Verkehr in dem wichtigen russischen Hasen Wladiwostok kann deshalb während dreier Winter- monate nur mittels Eisbrecher aufrechterhalten werden. Ein weiterer Uebelstand find die häusigen Nebel an der Festlandküste, die vor allem in den Monaten Juni bis August aufzutteten pflegen und ihre Ursache in dem Ausgleich zwischen der warmen und kalten Strömung haben dürsten. Der Plan läuft deshalb ebenfalls auf die Ab- riegelung der kalten Strömung hinaus. Aehnlich wie bei der Karischen Straß« im Nördlichen Eis- meer liegen auch Im Falle der kalten Strömung aus dem Ochotskischen Meer die Verhältnisse in- sofern sehr günstig für einen menschlichen Ein- griff, als die Meerenge zwischen der Insel Sachalin und dem Festlande nur etwa 6 Kilo- meter breit und zu etwa zwei Dritteln nicht tiefer als 6 Meter ist. Der zu errichtende Damm würde deshalb nicht etwa allzu große Mengen Baustoff erfordern. Da der Schiffsverkehr zwischen dem Japanischen und dem Ochotskischen Meer nicht be- hindert werden darf, so soll der Damm mit einer Schiffsschleuse ausgerüstet werden. Und über die Schleusenkammer soll eine Brücke führen, um einen Eisenbahn- und Straßenverkehr über den Damm zu ermöglichen. Mit Hilfe einer Eisen- bahnverbindung t könnten nämlich die reichen Bodenschätze der Insel Sachalin ohne Umschlag aufs Festland geschafft und dort verarbeitet wer- Wide Xentln. Wellt Wir waren alle einmal Kinder Und hatten runde, rote Wangen; Manche aber von uns hatten Schmale, von der Stadt so bleiche. Auch nicht immer satt zu essen Hatten alle. Das war damals, als der Krieg war- Und der Vater nicht mehr heimkam. Aber alle hatten wir Leuchtend frohe Kinderaugen, Gläubig in die Welt um uns, Gläubig auf die Großen schauend, Die uns bei den Händen nahmen Und uns ihre Liebe gaben. Heute sind wir selber groß. Unsere leuchtend frohen Augen Sind so bald, so bald erloschen. Mit dem Glauben ist es nichts mehr. Nur der Hunger, der ist da: Hunger, sich mal satt zu essen, Hunger danach, zu vergessen, Daß die wunderschöne Erde Nicht uns allen Früchte trägt. Doch wir dürfen nicht vergessen! Denn in uns ist soviel Liebe Zu den Kindern, die sich müde Einst an unseren Händen halten— Und zu allen unseren Brüdern. {Meine SSosheilen großer JCeule Max Reinhardt. Max Reinhardt wird von einem jungen Dra- matiker angehalten- „Verzeihen Sie, Herr Prosesior, ich habe vor einem Jahr bei Ihnen ein Drama eingereicht, darf ich mich nach dem Schicksal meiner Arbeit er- kundigen?" „Wie heißt Ihr Stück?" fragt Reinhardt zurück „Das Gefängnis," stammelt der sung« Autor „Ah, das Gefängnis." sogt Reinhardt,„da» Stück ist mir zu symbolisch." „Wie meinen Sie das, Herr Reinhardt�' stottert der junge Dichter „Ich meine." erwioert der berühmte Regisseur. „wenn man es liest, möchte man aus- reißen." Das vergessene Sofortprogramm Hitlers Hier ist es! Warum Vierjahrespläne?- Arme Nazis! Die Regierung Hitler weiß nicht, welches Wirtschaftsprogramm sie ihren jahrelang in die kühnsten Hoffnungen gemiegten Anhängern auftischen soll. Wir sind menschenfreundlich genug, ihr bei ihrer schweren Arbeit zu helfen. Wir wollen sie deshalb daran erinnern, daß die Partei des Reichskanzlers vor nicht allzu langer Zeit ein bis ins einzelne gehendes Sofortprogramm ausgearbeitet hat. Es erschien vor den Juliwahlen 1932, trägt hochoffiziellen Charakter und wurde den Nazirednern insbesondere für den Wahlkampf zur Juliwahl" ausdrücklich anempfohlen. Es wurde nach kommunistischem Muster sogar als Generallinie festgelegt; denn es wurde hinzugefügt, daß alle Aeußerungen, die von diesem Material abweichen, lediglich als private Meinungsäußerungen zu betrachten find Es kann also keine bessere Grundlage für das Wirtschaftsprogramm der Regierung Hitler geben als das Sofortprogramm der Partei, deren diktatorischer Führer derselbe Hitler ist. Es wird deshalb zweckmäßig sein, einige wichtige Forderungen des Sofortprogramms bekanntzugeben. Wir werden uns allerdings nicht versagen können, dazu einige Randbemerkungen zu machen. Das Sofortprogramm der Hitler- Partei vom Juli 1932 fordert erstens: Deffentliche Arbeitsbeschaffung in Höhe von vielen Milliarden Mark. Dazu wäre allerdings eine Inflation größten Stils notwendig, die nach der Regierungserklä rung( Bermeidung jeglicher Währungsexperimente) ausgeschlossen ist. Dieser Programmpunkt muß also schon ins Wasser fallen. Außerdem ist anzunehmen, daß Papen und Hugenberg, wie sie schon im September vordemonstriert haben, lieber die Privatwirtschaft anfurbeln wollen als die öffentliche Wirtschaft. 2. Abgehen Deutschlands von der Goldwährung. Auch dieser Programmpunkt ist durch die Versicherung der Regierungserflärung, daß jedes Währungsexperiment vermieden werden soll, bereits preisgegeben worden. 3. Verstaatlichung des Bankwesens. die Dafür würde die Regierung, wie immer Wahlen ausgehen, auf eine sichere Mehrheit rechnen können; denn die Sozialdemokratie fordert ebenfalls die Verstaatlichung der Großbanken. Wir fürchten aber, daß die Nazis alles daransetzen werden, um der peinlichen Situation einer Abstimmung über unseren Antrag auszuweichen. Jedenfalls sind wir darauf gespannt, wie die Regierung Hitler diesen Programmpunkt, der seit langem zu den wichtigsten Forderungen der verwirklichen wird. Sollten sie vielleicht ihre Forderungen auf Verstaatlichung der Banken und der kapitalistischen Monopole gar nicht so ernst gemeint haben, wie sie es ihren Wählern einreden wollten? 10. Unterstellung der Aktiengesellschaften unter Staatsaufsicht. Diese Forderung wird von der Sozialdemokratie und den freien Gewerkschaften bei den gegenwärtig stattfindenden Beratungen über die Aktienrechtsreform energisch vertreten. Wir wollen abwarten, wie sich die Regierung in ihrem Programm dazu äußern wird. 11. Als allerletzte Forderung wird im Sofortprogramm die Arbeitsdienstpflicht genannt. Ein merkwürdiger Zufall will, daß diese allerletzte Forderung des Naziprogramms die einzige, aber auch wirklich die einzige ist, für deren Durchführung sich die Hitler- Regierung ernsthaft interessiert. Freilich hat gerade für diese Forderung die überwältigende Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung nicht das geringste Verständnis. Die Nazis befinden sich also wirklich in einer bedauernswerten Situation. Sie haben einen ganzen Katalog von dringlichen Forderungen ( Sofortprogramm!) aufgestellt, von denen einige die Zustimmung der überwältigenden Mehrheit der werktätigen Bevölkerung finden. Aber gerade diese Forderungen sind in dem Augenblick in der Versenkung verschwunden, in dem die Nazis an die Macht tamen, also die beste Gelegenheit hätten, ihre Verfprechungen zu erfüllen. Und sie haben eine Forderung aufgestellt, die auf den entschiedensten Widerspruch der überwältigenden Mehrheit des arbeitenden Volkes stößt, die Arbeitsdienstpflicht, und gerade diese Forderung versuchen sie jetzt mit Feuereifer zu verwirklichen. Was tann ein denkender Mensch von einer solchen Partei noch erwarten! Muß sich nicht jeder anständige Mensch mit Ekel von einer Partei abwenden, die die Wähler mit Verbeugungen vor ihrer antikapitalistischen Sehnsucht und mit Forderungen, die gegen das Großfapital gerichtet sind, einzufangen sucht und die, sowie sie dieses Ziel erreicht hat, sich mit den extremsten Vertretern des Groß= tapitals verbündet, um gemeinsam mit ihnen in die Amtlichkeit hinaufflettern zu können? Die Nazis sozialisieren Aber keine Großbanken, sondern Sparkassen Die nationalsozialistische Regierung Roever in Oldenburg hat eine Verordnung erlassen, durch die die neun kommunalen Sparkassen des Landes Oldenburg vom 10. Februar ab aufgehoben werden. Bon diesem Termin ab werden die kommunalen Sparkassen von der Landessparkasse Oldenburg übernommen und nur noch als Filialbetriebe dieses Zentralinstituts weiterarbeiten. Diese Verordnung der Oldenburger Naziregierung stellt einen so bedentlichen Eingriff in die Sparkassenorganisation dar, daß, wenn der= artige Maßnahmen in anderen deutschen Ländern Schule machen sollten, die Rückwirkungen auf die breiten Massen der Sparer gar nicht abzusehen find. Wie wir erfahren, hat auch die Leitung des Deutschen Spartassen und Giroverbandes in Berlin bei dem Reichskanzler sofort schärfsten Protest gegen das Vorgehen der Oldenburger Regierung erhoben. Es erhebt sich die Frage, welchen " grammpunkte durchzuführen, so wäre diese Art Sozialisierung" ein sehr mageres Ergebnis. Viel näher liegt schon die Möglichkeit, daß Herr Roever die kommunalen Sparkassen, die immerhin einen Einlagebestand von etwa 60 Millionen haben, verstaatlicht, um die chronische Geldklemme, die unter der nationalsozialistischen Regierung in Oldenburg sich ständig verschlimmert hat, durch eine Zusammenfassung der Spargelder in der Landessparkasse zu beheben. Da die letztere nur eine Abteilung der staatlichen Landestreditanstalt ist, so sind hier für die Befriedigung der staatlichen Pumpbedürfnisse Tür und Tor geöffnet. Soviel steht fest, daß irgendwelche sachlichen Gründe für diese beunruhigende Maßnahme nicht vorgelegen haben. Die neun Sparkassen im Lande Oldenburg stehen genau so sicher da wie alle anderen Sparkassen im Reich und die Ueberbrückungskredite tazis zählt, ute en trotte der Rat: der auf geld- und währungspolitischem Gebiete 50he bon 2 Pittsbite bei ber afzeptbant in 4. Staatliche Kontrolle téttpreise. In weiser Vorsorge haben die Nazis die Aufsicht über die Kartelle in die Hand des Vertrauensmannes der monopolisierten Schwerindustrie Hugenberq gelegt. Dort ist sie gut aufgehoben. 5. Beseitigung der Aufsichtsrats= tantiemen. Ein besonders interessanter Programmpunkt, über den die baldige Aeußerung der Regierung dringendst erwünscht wäre. 6. Fest segung eines höchstgehalts non 12 000 m. jährlich für die öffentliche Hand und Angleichung der Gehälter der Privatwirtschaft an diese Grenze. Diese Forderung entspricht fast wörtlich einem fozialdemokratischen Reichstagsantrag. Auch für sie ist die Mehrheit also gesichert. Warum zögert dann die Regierung, diese Forderung zu verwirklichen, bei deren Durchführung sie feinen parlamentarischen Widerstand fürchten muß? Oder war auch diese Forderung nur für den Wahlkampf berechnet? 7. Sondersteuern für die hohen Einkommen und den hohen Aufwand. Für diese Forderung trifft alles zu, was zum vorigen Punkt be= merkt wurde. Es folgt als achter Bunft: Beschleunigte Durchführung einer gefunden Oftfiedlung. Hierfür würde die Regierung auf den Beifall des gesamten Voltes, außer einer hauchdünnen Oberschicht, rechnen können. Aber wir fürchten, daß die Regierung gerade von dieser hauchdünnen Oberschicht so start abhängig ist, daß sie nicht besonders energisch an die Durchführung ihres Versprechens, die Siedlung zu fördern, herangehen wird. Das Fatale ist nämlich, daß die Siedlung nur gefördert werden kann, wenn endlich einmal mit dem größten Osthilfestan= dal, der Verzögerung der Abwicklung des Siche rungsverfahrens, Schluß gemacht wird. Sehr fatal für eine Regierung, die so enge Fäden mit den Nuznießern der Osthilfe verbinden wie die gegenwärtige Regierung 9. Berstaatlichung der fapitalistischen Monopole. Einverstanden! Ueberwältigende Mehrheit gesichert, da ein entsprechender sozialdemokratischer Antrag vorliegt. Die Frage ist mur, ob der Herr Reichswirtschaftsminister, unter dessen Ressort die Monopole fallen, mit dieser Forderung ebenso einverstanden sein wird. In diesem Zusammenhang wäre es eigentlich ganz interessant zu erfahren, warum die Nazis sich damit einverstanden erklärt haben, daß ausgerechnet der Bertreter der extremsten privatwirtschaftlichen großkapitalistischen Richtung zum Reichswirtschaftsminister ernannt wurde. sehr experimentierfreudige Ministerpräsident Roewer mit diesem neuen Gewaltstreich verfolgt. Ist, es nur, um einen der nationalsozialistischen ProGewinnauszug Höhe Millionen Mart stehen zu den Einlagebeständen in einem Verhältnis, das im Hinblic auf die Gesamtsituation als durchaus normal bezeichnet werden kann. 5. Klasse 40. Preußisch- Süddeutsche Staats- Lotterie. Ohne Gewähr Nachdrud verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 8. Februar 1933 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 m. 42744 6 Gewinne zu 5000. 165524 334808 340132 16 Gewinne zu 3000 m. 40900 86349 98077 182372 183190 194360 263104 328651 50 Gewinne aut 2000 m. 8348 24600 106372 112539 119236 138665 138887 163679 175374 224840 241407 256165 267708 268200 302145 311292 311693 321467 323813 339105 367621 372591 377076 379079 391182 90 Gewinne au 1000 m. 6303 17800 25606 30651 31148 44497 45385 47530 48351 60801 64015 66203 66263 69626 71843 77854 79330 89450 93131 98848 105562 107806 135257 149292 151873 178862 180538 183542 186054 207114 215818 230525 244745 250955 264004 271669 277258 278222 292421 299826 317600 326506 381280 384597 386846 172 Gewinne au 500 m. 13549 13745 19000 19839 24125 25367 26765 27416 33053 34105 35554 36444 37860 42629 45703 54926 60403 66680 79653 84645 92205 93602 112161 118510 121593 122018 126372 133066 142827 143857 146540 147725 151910 153632 155979 162822 162986 165867 167699 174785 178857 179425 179649 183220 183264 185126 188615 196240 205663 205948 206003 207871 208986 225420 227777 229663 229919 231830 237136 237961 246067 261470 261767 266428 271524 273405 293014 298740 299627 312363 314521 316597 325284 342414 343340 346600 348708 350902 354169 367063 370649 372678 375006 375606 379170 380897 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne an 300000. 347087 2 Gewinne zu 10000 m. 344929 14 Gewinne zu 5000. 54891 60444 120732 129087 164051 225194 296954 18 Gewinne a 3000. 1149 103569 124435 182070 216357 323411 355055 369106 389008 54 Gewinne au 2000 m. 1252 5327 8203 38457 56030 73082 79030 95295 96302 101211 109042 174528 205423 208539 214648 223148 248739 284093 303538 325507 354428 363569 365524 373576 375931 379871 394494 118 Gewinne au 1000 m. 1176 5287 7504 22042 22995 30266 30296 32040 38506 50326 53657 56473 72422 75719 82606 87860 94973 99346 113381 122555 130851 133440 146074 147737 149924 151929 171005 181827 189605 192985 208535 210096 226280 259139 263512 269547 281072 297386 298137 301446 306580 310024 312961 314565 322618 339818 342945 345540 348865 350144 351740 352004 356376 360414 369628 370590 378174 386687 390679 198 Gewinne zu 500 m. 4175 14174 15553 19074 22497 22870 25860 27028 28355 32088 35401 36421 37884 39929 54627 58650 64001 71000 73081 75384 81050 84126 84544 85232 90320 100667 102372 103111 103178 103370 104425 106028 117954 122823 137705 138223 144680 150028 151135 160830 163741 165119 173910 177670 186494 192561 196018 208306 211250 212541 226517 227211 231694 233505 239966 242752 243562 244365 245582 246450 250779 269339 273569 275747 279387 280531 286921 293812 295128 296368 297340 298368 298405 303474 312507 314816 321855 326710 329410 329650 337526 340788 340961 343634 345065 347029 349756 353437 368759 382471 383169 386238 391779 392561 393199 393777 397309 398410 399921 Jm Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 200000, 4 Gewinne zu je 100000, 6 zu je 75000, 12 zu je 5000, 30 zu je 25000, 196 3 je 10000, 480 zu je FO 0, 966 zu je 3000, 2896 zu je 2000, 5792 zu je 1000, 9680 zu je 500, 28846 zu je 40, und 100 Schlußprämien zu 3000 Mart Unerwartet erlag einem Schlaganfall unser alter Genosse Adolf Kehr Mit ihm scheidet ein Genosse, der schon unter dem Sozialistengesetz tätig war und in rastloser Arbeit sich für die sozialistischen Ziele einsetzte. Wir verlieren in ihm einen der Gründer unserer Abteilung sowie der Konsumgenossenschaft und der Freien Turnerschaft Karlshorst, dessen Andenken wir in Ehren halten werden. Der Vorstand der 121. Abteilung Die Einäscherung erfolgt am 9. Februar, 20 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Rege Beteiligung wird erwartet. Am Montag, dem 6. Februar, nachm. 1/22 Uhr, entschlief sanft nach kurzem aber schwerem Leiden mein lieber Mann, unser Bruder, Schwager und Onkel, der Gastwirt Die Gefahren derartiger Experimente liegen auf der Hand. Die Sparkassen sind ihrem Wesen nach ausgesprochen lokale Organisationen, die sich im engsten persönlichen Verkehr als Geldnehmer und Kreditgeber das Vertrauen ihrer Kundschaft er= worben und auch in unruhigsten Zeiten weitgehend erhalten haben. Dies gilt ganz besonders für ein ausgesprochenes Bauernland wie Oldenburg. Die Verstaatlichung der kommunalen Sparkassen nach Oldenburger Muster aber zerreißt das enge Band zwischen Sparern und der Organisation, so daß die notwendige Folge derartiger Gewalteingriffe eine Erschütterung des Sparervertrauens mit allen ihren Folgen ist, die wir aus dem Katastrophenjahr 1931 noch in Erinnerung haben. Das Echo aus den Oldenburger Sparerkreisen wird Herrn Roever sehr schnell darüber aufklären, was er sich mit seiner neuesten Regierungstat eingebrockt hat. neue Ungewohnte Worte! Man hätte nach all den Vorfällen der letzten Zeit glauben können, daß es in Deutschland keine agrarische Stelle gäbe, die ihre Aufgabe in sachlicher Arbeit sieht. Um so erfreulicher ist die Feststellung, daß das Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft nach mie vor daran arbeitet, daß die landwirtschaftliche Betriebsführung verbessert, nach neuzeitlichen Arbeitsmethoden umgestaltet wird. Auf der Mitgliederversammlung dieses Instituts war es vor allem der Vorsitzende Landrat a. D. von Wilmowsky, der betonte, daß die staatliche Zoll- und Handelspolitik ihre Wirkung als Preisregulator verloren habe. Die Landwirtschaft habe sich selbst anzustrengen, um die Krise zu überwinden; sie müsse sich in Produktionstechnik und Absatz auf die veränderten Verhältnisse der Weltwirtschaft(!) umstellen. Unangenehm muß den anwesenden Schreiern über. die ,, marristische Mißwirtschaft" auch die Feststellung Wilmowskys gewesen sein, daß die preußische Landwirtschaft vor 100 Jahren, nach dem gewonnenen Befreiungskriege, unter der Herrschaft der Feudalmonarchie eine außerordentlich lange und schwere Krise durchzumachen hatte. Auch sie sei nur durch Betriebsumstellung und Absazbesserung, nachdem die Kauftraft der städtischen Bevölkerung gestiegen war, überwunden worden. Wir wollen hoffen, daß sich die Landwirtschaft um die Arbeiten des Reichskuratoriums demnächst mehr als um die Demagogie des Landbundes fümmert. Neue Berhaftungen in der Kreuger- Uffäre. Die Kreuger- Affäre hat eine sensationelle Wendung genommen. Während bisher außer dem Bruder des toten Zündholzkönigs und mehreren Subdirektoren nur eine Anzahl unbedeutender Persönlichteiten verhaftet worden war, hat die Staatsanwaltschaft jetzt den Generaldirektor der Kreugerschen Zentralbant Kreuger u. Troll A.-B., Major Ahlström, verhaftet. Man wirft diesem zur Last, bei den letzten Anleiheemissionen große Betrugsmanöver unternommen zu haben. Am 6. Februar entschlief nach kurzer schwerer Krankheit unser herzensguter innigstgeliebter Vater und Großvater Emil Girbig im 67. Lebensjahre. In tiefer Trauer Elisabeth Girbig Otto Girbig u. Frau Margarete, Oberschreiberhau Reinhold Heß u. Frau Charlotte geb. Girbig und Enkelkinder Charlottenburg, Kaiser- Friedrich- Str. 17a. Die Einäscherung findet am Freitag, dem 10. Februar, mittags 12, Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Allgemeine Ortsfrankenkasse für Berlin- Steglitz Bekanntmachung. Von dem vom Ausschuß beschlossenen MusikInstrumente Piano 7. Nachtrag zur Sagung sind die§§ 23 Gelegenheiten bil. Abs. IX, 26 Abs. 1, 39 Abs. II Biff. 5, ligst, Teilzahlung. Prin 52 Abs. I und IV genehmigt worden. Die Pianohaus Franz Beiersdorf enderung tritt mit dem 1. März 1933 senstraße 90. im 69. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen Frau Cecilie Beiersdorf geb. Semklo. Berlin, den 9. Februar 1933. Litauer Straße 14. Die Trauerfeier findet am Sonnabend, dem 11. Februar, nachm. 6 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße 221, statt. Bekanntmachung. Die in der Zeit vom 1. Oftober bis 31. Dezember 1931 versezten Pfänder sind versteigert worden. lleberschüsse sind bis zum 9. November 1933 abzuheben. Staatliches Leihamt. in Kraft. Druckeremplare des Nachtrags stehen den Beteiligten im Rassenlokal zur Verfügung. Berlin- Steglit, den 7. Februar 1933. Der Vorstand: Roglin, Schriftführer. Totalausverkauf Liehr, Vorsitzender. Verkäufe wegen aufgabe. Boften Tapeten Szillat. Straße 9 Möbel Kaufgesuche Bahngebiffe, Platinabfälle, Quecksilber, Sinn. metalle, Silber. Geschäfts- schmelze.Goldschmel Christionat, Großer zerei. Schlafzim- Köpeniderstraße 30a mer, Speisezimmer,( Haltestelle Köpe Rolonie Herrenzimmer, fa- niderbrüde). britneue QualitätsPatentmatragen Primissima" ware, verschiedene Silbermünzen, Größen und Holz- Goldsachen, Gold arten, zu Schleuder- bruchantauf. Höchst Invaliden preifen. Schlafzim- preise. Aut mer, Schwedenbirke, straße neunund. legematrazen Me- hochglanzpoliert, dreißig, Hofladen. tallbetten Chaise 200 breit, 400, longues. Walter Eiche, 180 breit, Stargarder Straße 275,- Modernes achtzehn. Spezial- Speisezimmer 275, geschäft. Rüchen 80,-, AnRindledersofas Fleideschränke, Rau135,-, Rindleder- kasisch- Rußbaum, fefsel 75,- Bolster- Innenspiegel, 85, feffel 12,-, Ruhe. Gebrauchte Möbel, betten 25,-, Couches Schlafzimmer 120, Vermietungen Ohne Einschreibegeld vermittelt nungsheld undvierzig, Alexanderplat Woh Neus dreidirekt Zimmer Möbliertes 35,- Betttasten- Ankleideschrank ruhebetten 45,- 65,- Einzelmöbel, Rönigstraße Deutscher Metallarbeiter- Verband breiteilige Auflagen Möbelspeicher, MonAchtung! Achtung Verwaltungsmitglieder! Klappsofas 49,- Bolfterwaren, KlubStahlmatragen 9,50, möbel, Dielenmöbel 12, Polstermöbel- bijouplag 10. werkstätten Möbel. großlager Kamer: Teilzahlung! fing. Kastanien- Teilzahlung! allee 56( Ecke Fehr- Teilzahlung! Freitag, den 10. Februar 1933, abends bellinerstraße). Raftulant, billig. reel. Bimmer 22,- ver. 7 Uhr, Sigung der Mittleren Orts- faverkauf, auch Teil- Möbel- Misch. Große mietet Strad, Fried Iverwaltung. Die Ortsverwaltung. zahlung. Frankfurterstr. 45/46 richstraße 122-123.6 „Europa erwache!" Genfer Debatte über den französischen Abrüstungsplan Die Maulwürfe Eigener Beridif des„Vorwärts" Gens, S. Jebtuot. 3n der Generaldebatte übet den sranzäsi- schen Abrüslungsplan verteidigke am Mittwoch Auhenminister Paul Boncour die französische Sicherheitslhese starrer und unnach- giebiger als je. Durch einen langen geschichtlichen Rückblick v«r- suchte der Vertreter Frankreichs zu beweisen, daß die Praxis des Völkerbundes die Abrüstung untrennbar mit der Sicherheit ver- bunden habe. Seit Locarno sei nichts ähnliches mehr geschehen, um die ungenügende Sicherheit durch gegenseitige Abkommen zu garantieren. Die Boraussetzung hierzu sei die Abrüstung, die in Etappen erfolgen müsse. Der französische Plan ändere nicht nur die Grundbezeichnungen für den Armeekörper, sondern er ändere auch Aufbau und Größe der Armee, um ihre Angriffskrast herabzusetzen. Wegen des Kriegsmaterials müsse man endlich die falscheste Idee der Welt ausgeben, der Krieg könne humanisiert werden. Als An- grisfswaffen müsse man diejenigen verbieten, die zur Brechung fester Verteidigungswerke geeignet seien. Für das Schlachtfeld könne man kein« Unterscheidung finden zwischen Angriffs- und Verteidigungswaffen. Daher schlage Frank- reich vor, dieses Material zu internatto» n a l i s i e r e n. „Europa erwache I' riet Paul Boncour zum Schluß seiner großen Rede. Ein e u r o- päischer Kontinentalpakt innerhalb des Völkerbundspaktes müsse geschossen werden, wo- durch die Aechtung des Krieges unterstützt werde durch gegenseitige Verpflichtung zu militä- rischen, wirtschaftlichen und finanziellen Maß- nahmen gegen den Angreifer, für dessen Bestimmung es keine Schwierigkeit gebe, wenn man den festen Willen habe, ihn zu finden. Das Büro wird am Donnerstag beschließen, ob der französische Plan in Kommissionen weiter- beraten oder zunächst der e n g l i s ch e A r b e i t s- plan in Angriff genommen werden soll. Das Meutererschiff Kapitulation angeboten Batavia, 8. Februar. Bei den niederländischen Regierungsstellen ist ein neuer Funkspruch vom Panzerkreuzer„Die sieben Provinzen" eingelaufen, in dem die Be> satzung ihre Kapitulation unter den von ihr früher gestellten Bedingungen anbietet. Das Telegramm trägt die Unterschritt„Die e u r o- p ä i s ch e und indische Besatzung". Weiter werden die Empfänger des Funkspruchs gebeten, die übergeordneten Regierungsstellen da- von zu unterrichten, daß der Meuterei keiner- lei kommunistische Tendenzen zu- grundelagen, und daß die Besatzung keine G e- w a l t a k t e beabsichtige. Sie habe lediglich gegen die Soldkürzung und die Verhaftung ihrer Käme- raden protestieren wollen. Nach den letzten offi- ziellen Meldungen läuft der Panzerkreuzer zur Zeit etwa sieben Knoten. Ean Erfolg Unter dem Vorwand der„Gutmachung eines Irrtums" ist der L o h n a b b a u für die nicht- kasernierten Kolonialsoldaten zurückgenom- m e n worden. Japan statt! Vormarsch gehindert Peking, 8. Februar. Ziach chinesischer Meldung ist der von den Ja- panern gegen K a i l u eingeleitete Angriff miß- lungen. Die japanischen Truppen seien zurückge- schlagen worden. Am 7. Februar sei es den Chi- nesen gelungen, den japanischen Vormarsch zum Stillstand zu bringen. Der Kamps in der Rich- tung B e i p j a o sei bis jetzt noch nicht beendK. Di« Japaner sollen mehrere hundert Tote und Verwundete haben. Minenboot beschossen Tokio. 8. Februar. Laut Funkspruch der japanischen Admiralität wurde am 6. Februar abends ein japanisches Minenboot bei Hankau am Pangtje von chine- fischen ko mm u n st t s che n Truppen stark beschossen. Zwei japanische Matrosen wurden ge- tötet. Das japanisch« Minenboot erwiderte das Feuer der Kommunisten. Koalierten-Senge Saalschlacht in Danzig-Land Eigener Beridit des„Vorwärts" Donzig, 8 Februar. In Schonwarling bei Danzig hatten die Deutschnationalen eine öffentliche Versammlung einberufen, zu deren Schutz etwa 2ö Mitglieder ihre» Kampfrings aus Danzig beordert waren. SPD.-Zeitung verboten. Das kommunistische Blatt„Der Kämpfer" in Chemnitz sowie die im gleichen Verlag erscheinende Tageszeitung„Das Echo" find mit sofortiger Wirkung bis ein» schließlich Dienstag, 14 Februar, verboten worden. Das Verbot umfaßt auch sämtliche Ersatzblätter usw., die sich sachlich als die alte Zeitung darstellen oder als ihr Ersatz anzu- sehen sind. Frau Gandhi verurteilt. Das Polizeigericht in Borsad verurteilte die Gattin Gandhis wegen Nichtbefolgung der Gesetze und N i ch t b e z a h- lung der Steuern zu sechs Monaten Ge- fänanis und 500 Rupien Geldstrafe, im Nicht- zahlungsfall zu weiteren sechs Monaten Ge- fängnis. Die Hugenberg-Presse beschwert sich Dber dl© Maulwürfe, die die Harzburger Front unterwühlen Die Nazis hatten ihre SA.-Leute aus der wei- teren Umgebung zusammengezogen. Vor Beginn der Versammlung fanden sich etwa 100 Nazis vor dem Lokal ein und forderten den Versammlungs- leitet auf, die auf den Einladungen verzeichneten unfreundlichen Worte gegen die Nazis zurück- zunehmen. Als dem nicht entsprochen wurde, gingen die etwa 100 Nazis mit Kuhketten, Schlagringen. Stöcken und Latten gegen die.25 Mann des Kampfrings vor und mißhandelten sie auf das Schwerste. Die Kampfring-Leute flüchteten in den Garten, wurden aber von ihren Verfolgern eingeholt und erst recht— aufgenordet. Sieben Kampf- ring-Leut« blieben besinnungslos liegen. Der Saal wurde völlig demoliert, Tische und Stühle zerbrochen. Sechs Nazis wurden ver- hastet. Weniger Nazistudenten Niederlage bei Hochschulwahlen Eigener Beridit des„Vorwärts" Köln, S. Februar. Eine empfindliche Niederlage er- litten die Nationalsozialisten bei den Asta- Wahlen an der Universität und der Landwirt- schastlichen Hochschule in Bonn. Die Wahlbeteiligung ging gegenüber dem Vor- jähr um vier Prozent auf 07 Proz. zurück. Die Stimmenzahl der Nationalsozialisten betrug 8S7 gegenüber 1157 bei der letzten Wahl. Sie erhielten statt 19 nur 14 Mandate. Auch der Ring katholischer Korporationen hat einen erheblichen Verlust zu verzeichnen. Die Stimmen gingen von 1059 auf 895, die Mandate von 18 aus 15 zurück. Der Verlust des Nationalen Hochschulblocks be- trägt 55 Proz. Die Stimmenzahl sank von 380 auf 169. seine Mandate sanken von 9 auf 6. Der Waffenring erhielt 519(vorige Wahl: 668) Stimmen und 9(11) Mandate. Die katholischen freien Studenten brachten es auf 541(623) Stim- men und 9(10) Mandate, die katholischen Theo- logen 213(263) Stimmen und 3(4) Mandate. der Republikanische Block 206(270) Stimmen und 3(4) Mandate, die evangelische Studentenschast 234 Stimmen und 4 Mandate, die konservative katholisch« Liste 105 Stimmen und 2 Mandate, Deutsche Wehrftudenten 155 Stimmen und 2 Man- date. Statt bisher 72 wurden diesmal nur 64 Ver- treter gewählt. Reichsratsarbeit gestört Auch heine Reichsratsausschüsse Nachdem die für Donnerstag, den 9. Februar, in Aussicht genommene Vollsitzung des Neichsrals abgejagt worden ist. find auch die Einladungen für die geplanten Sitzungen der Reichsralsausfchüfle am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche sowie am Dienstag und Mittwoch der nächsten Woche wieder rück- gängig gemacht worden. „V�ir haben uns gefunden auf dem festen Boden unserer gemeinsamen vaterländischen Ueberzeugung, Aber was wühlt denn da?" Nölting In Hilverfum Was deutsche Funkhörer nicht hören sollen Die Hugenberg-preffe hat ein Geschrei darüber erhoben, daß ein deutscher Sozialdemokrat, pro- feffor N ö l t i n g- Frankfurt, über den holländischen Sender Hilverfum auch zu dem deutschen Hörer sprechen solle. Man hat sogar diplomatische Kriegserklärung an Holland gefordert, damit es die Hitler-Regierung nicht im Funk- Monopol störe. Trotzdem konnte gestern Abend diese Ansprache Nöltings in Form eines Znker- view» gehalten werden. Nicht überall in Deutsch- land konnte sie verstanden werden, wir geben hier einen Auszug aus der Ansprache: R ö l t i n g wurde interviewt von dem Sekretär des holländischen Arbeiterradio- b u n d e s. Er begann mit einer kurzen Mit- teilung über den Eindruck der Berichte über den Fackelzug am Tage von Hitlers Ernennung zum Reichskanzler. Rölting erwiderte, daß die von dem Ansager gezogene Parallele zum Tage des Kriegsbeginn» oder zu 1918 völlig ab- w e g i g sei. Die freien Gewerkschaften stehen heute wie die gesamte organisierte Arbeiterschaft in ungebrochener Kraft da und die Ar- beiterkloss« verfüge über genügend Mittel auch für die Zukunft. Der neuen Regierung gebe Hitler vor allem seinen Namen. Er ist der Firmenträger, und seine Kompagnons sind Hugenberg und Papen, zwischen denen er stehe. Auf die Frage, welche Aussichten auf die Verwirklichung des nationalsozia- l i st i s ch e n Programms bestehen, antwortete Nölting, daß dieses Programm weder jetzt noch in absehbarer Zutuast Aussichten aus ErMuag habe, ja, daß nicht einmal ein ernsthafter Wille zur Durchführung dahinterstehe. Die Regierung verfolge kein« einheitlichen Wirtschaft- lichen Interessen, und das Programm sei unlogisch und widerspruchsvoll und könne schon deswegen nicht zur Durchsührung kommen. Gesesselte Naziopposition! Bewaffnete Bande in der GhausseestraDe Aus die Frage, welche sozialistischen For- derungen in dem Programm der Nationalsozia- listen enthalten seien, erklärte Nöltmg, jede Ant- wort darauf sei ein großer Vergangenheitsbericht. Das wort Sozialismus habe Hitler immer schwer über die Zunge bekommen. Das Programm enthalte Forderungen auf Verstaatlichung der Trustbetriebe, der Banken und oerlang« sogar Enteignung von Grund und Boden. Es sei im ganzen heute nur als i n h a l t s- lose Deklamation anzusehen und werde auch innerbalb der Nationalsozialistischen Partei kaum noch für durchführbar gehalten Auch dos Wort Arbeiterpartei habe mit Nationalismus nichts mehr zu tun; denn statt Verbindung mit der Arbeiterklasse zu suchen habe sich Hitler mit Hugenberg, einem der schärfsten Reaktionäre und Vertreter schwerindustrieller und großagrari- scher Interessen zusammengetan. Die Frage, ob etwa Hugenberg und Hitler die beiden eigenen Programme gleichzeitig verwirklichen könnten, verneinte Nölting. Sobald die Fackelzugstimmung vorbei sei, wer- den die alten Meinungsverschiedenheiten aufleben. Noch vor kurzem hätten sich beide Parteien und ihre Führer scharf angegriffen und in tollsten Schimpfworten herabzusetzen gesucht. hugenberg sei für Hitler ein nicht zu unter- schätzender Gegner, abgesehen davon, daß er innerhalb der Regierung vier Ministerien ver- trete, siehe die Großmacht des Kapitalismus hinter ihm. Den Vierjahresplon kenne niemand. Er fei wohl eine sagenhafte Erfindung. Denn wie könne man erwarten, daß das Volk vier Jahre hindurch geduldig hoffe. Vor der Auslandspresse habe Herr Hitler noch erklärt, die Arbeitslosigt«!! bis zum 15. März beseitigen zu können. Damals sprach der Trommler, heute habe aber der Reichskanzler das Wort. Der Reichstag sei aufgelöst worden, weil er eine andere Akustik hat als die Riesensäle, in denen Hitler sonst zu sprechen pflege. Im Reichstag müsse man auch nicht nur reden, sondern arbeiten. Im Hause Chausseestraße 105, nur wenige Minuten von der große» Polizeiuntertunft«nt- fernt, spielte sich gestern nachmittag ein Banden- Uebersall ab. Im vierten Stockwerk des Hauses befinden sich die Räume des Verlages„Der deutsche We g". Das ist das Organ der oppositionellen Nationalsozialisten. Als sich in den frühen Nachmittagsstunden 6„Oppositionelle", meist Angestellte des Verlages, an ihren Arb«itsplätz«n befanden, läutete es. Als die Tü r zum Trsppenflur geöffnet wurde, drangen sieben mit Pistolen bewaffnete Männer«in, die ihre Waffen sofort drohend aus die Anwesenden richteten. Um die„Oppositionellen" unschädlich zu machen, ergrissen mehrere der Eindringlinge st a r k« H a n f s ch n ü r«, die sie auf einem Tisch vorfanden und begannen, die„Opposition" einen nach dem andern an Händen und Füßen zu fesseln. Nachdem die Fesselungsprozedur gewissenhaft erledigt war, begannen die 7 Bewaff- neten das ganze Büro zu durchstöbern. Offenbar hatten sie es auf b e st i m m t e A k t e n abgesehen. Al» ihnen dies zu lange dauerte, oerstauten sie Akten und Briefschaften wahllos in mitgebrachte Behälter, verschnürten alles in Seelenruhe und suchten dann da» Weite. Den Gesesselten gelang es erst nach einiger Zeit, sich zu besreien. Als das lleberfalltommando anrückt«, war es bereits zu spät, denn die Täter hatten«inen zu großen Vorsprung. Wie die Ueberfallenen aussagen, waren die Banditen sämtlich in Z i v i l k l e i d u n g und trugen keine Abzeichen. Wer«in Interesse daran hat. bei' der nationalsozialistischen Opposition be- lastendes Schriftenmaterial durch«inen Banden- Überfall zu entwenden, dürste unschwer zu erraten sein! Schießerei in Wilmersdorf Drei Personen schwer verletzt Nach Schluß einer kommunistlschen Kundgebung, die gestern abend in den Spichernsälen in der Spichernslraße stattfand, kam es gegen 23 Uhr auf dem Vrabanter Platz zu einer schweren Schießerei, deren Ursachen noch nicht einwandfrei geklärt werden konnten. Soweit sich bis Mitternacht feststellen ließ, sollen Nationalsozialisten aus Kommunisten. die nach der Versammlung ihren Wohnungen in Wilmersdorf zustrebten, mehrfach ge- schössen haben. Verletzt wurden: die 25 Jahre alte Frau Alice Roscheid au» der hundekehlenstraße 12(Lun- gensteckschuß), der 25jährige Albert Vorberg aus der hundekehlenstraße 11(Armschuß) und der 23 Zahre alte Georg Zimmermann aus der Reincrzstraße 24(Armschutz). Die Verletzten wurden ins Gerlraudtenkronken- Haus gebracht. Dos Befinden der schwerverletzten Frau ist ernst, wie es heißt, sollen die verletzten sämtlich der Kommunistischen Partei angehöre» " 1 Ofthilfe und Heilverfahren Für die Arbeitsinvaliden ist kein Geld da Unter der Regierung des Reichskanzlers Pa. pen wurden die Invalidenrenten um 5 bis 7 M. monatlich gefürzt. Die grundsägliche Abkehr dieser Regierung vom Wohlfahrtsstaat" bekamen die Aermsten und Bedürftigsten sofort zu spüren Gelder des Reichs zur Ueberbrückung des gegen märtigen Notstandes der Invalidenversicherung waren angeblich nicht verfügbar. Zum gleichen Zeitpunkt wurden aber den Großagrariern piele Millionen als„ Osthilfe" in den Rachen geworfen. Reichsarbeitsminister des Kabinetts Papen war Herr Schäffer. Er ist nach furzer Minister. tätigkeit wieder auf seinen früheren Posten, an die Spitze des Reichsversicherungsamts, zurückge= fehrt. Allem Anschein nach will er den Papen- urs in der Sozialversicherung fortsetzen. Zur Hebung der Volksgesundheit, hauptsächlich zur Bekämpfung der Tuberkulose, und zur Durchführung von Heilverfahren hatten die Träger der Invalidenversicherung im Jahre 1932 50 Millionen Mark vorgesehen. Für das Jahr 1933 wurde der Betrag für den gleichen 3wed vom Reichsversicherungsamt auf 40 Millionen gefürzt. Begründet wurde diese Kürzungsmaßnahme mit der Finanzlage der Invalidenversicherung. Bei der Bereitstellung von Osthilfemitteln hat man von ähnlichen Erwägungen über die Kassenlage des Reiches nichts ver nommen. Dafür hat sich ein Teil der ostelbische, Landwirte durch das Osthilfe- Heilverfahren auf Kosten der Steuerzahler gesund gemacht. Einzelne Landesversicherungsämter haben bereits im verflossenen Jahr ihre Heilanstalten jchließen müssen. Die Landesversicherungsanstalt Berlin hatte im Vorjahr für Heilverfahren und ähnliche Ausgaben rund 4,8 Millionen Mark angesetzt. Das Reichsversicherungsamt verlangt nun für das Jahr 1933, daß dieser Betrag um rund 1,4 millionen gekürzt wird. Was aus den Versicherten wird, denen es so unmöglich ge= macht wird, durch ein Heilverfahren ihre gefährdete Arbeitsfähigkeit wieder zu festigen, fümmert das Reichsversicherungsamt anscheinend erst in zweiter Linie. Eigentlich müßte man zwar annehmen, daß auch bei ihm bekannt ist, daß Einsparungen bei der vorbeugenden Fürsorge zu einem Steigen der Rentenlaften führen. Aber die Weisheit einer hohen Bürokratie ist ja DHV. in der Nazifront Glückwunsch an Hitler Bon entrüsteten Mitgliedern des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes erhalten wir Mitteilung über einige Kundgebungen dieser Angestelltenorganisation. Die eine dieser Kundgebungen ist ein Glückwunsch schreiben des DHV., gez. Bechly und Habermann, an Adolf Hitler. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut „ Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Mit unferen Glückwünschen zu der Uebernahme Ihres schweren Amtes, die wir Ihnen namens des DHB. ausfprechen, erklären wir zugleich unsere Bereitwilligkeit, Ihnen mit allen unseren Kräften für die klärung der zu entscheidenden Fragen, die unser Aufgabengebiet berühren, zur Verfügung zu stehen. Wir haben uns nicht an den gewerkschaftlichen Entschließungen beteiligt, die die an ihren Namen geknüpfte kabinetfsbildung als ein Werk der sozialen Reaktion verurteilen. Wir haben, wie wir in dem beifolgenden Aufruf an unsere Mitglieder ausfprechen, den heißen Wunsch, daß die Hoffnungen an Ihre Führung bei Millionen Deutschen sich erfüllen. Ihnen, Herr Reichskanzler, ist genau wie uns bewußt, daß die politischen Bedingungen, unter denen Sie das Amt übernehmen mußten, von der gefamten sozialen Reaktion als eine große Hoffnung für sich angesehen werden. Unsere 40jährige sozialpolitische Erfahrung, die jedes einzelnen Arbeitskollegen. Der Erfolg dieser Arbeit zeigte sich neben der Rückge= minnung von Mitgliedern in der Betriebsratswahl. Bisher waren von 11 Mitgliedern der Betriebsvertretung 7 Kommunisten und 4 freie Gewerkschafter. Bei der Betriebsratswahl am 30. oft für den normalen Menschenverstand ein unergründliches Rätsel. Wohin diese grausame Sparerei am falschen Fleck führen muß, tritt besonders kraß bei der großen Heilanstalt Beelitz der Landesversicherungsanstalt Berlin in Erscheinung. Diese Heilanstalt, die vor einigen Jahren noch bis 1400 Patienten pro Jahr zur Durchführung von Heilverfahren beherbergte, hatte im verflossenen Jahr infolge der Einsparungen kaum noch 800 Betten besetzt. Wird dem Verlangen des Reichsversicherungsamts in vollem Umfange entsprochen, dann muß die Heilanstalt Beelitz geschlossen werden. Was die Stillegung der Beelitzer Heilanstalt ge= rade für die Berliner Arbeiterbevölkerung mit ihren feineswegs guten Wohnungsverhältnissen bedeutet, braucht nicht näher erörtert zu werden. Will man der Arbeiterschaft mit aller Gewalt vor Augen führen, wie sehr unter dem neuen Kurs mit zweierlei Maß gemessen wird? Wie weit sich die Fürsorge" der Regierung für gesundheitlich gefährdete Arbeiter von der der Großgrundbefizer unterscheidet? Am franken Arbeiter wird gespart. Bei den feinen Leuten" übt man fich in Wohltätigkeit. Gewerkschaften 794 Stimmen oder 7 Mandate und auf die RGO. 98 Stimmen oder 1 Mandat. Die Rommunisten hatten eine riesige Propagandatätigkeit entfaltet, die sogar ihre Propaganda mährend der letzten Reichstagswahl übertraf. Die Nationalsozialisten hatten gar nicht gewagt, eine eigene Liste aufzustellen. Sie würden es in ganz Deutschland nicht wagen, in irgendeinem Betrieb sich mausig zu machen, wenn die Arbeiter einig wären. und 31. Januar gelang es dem Deutschen Textil- Die falsche Front arbeiterverband der RGO. ein Mandat abzunehmen, so daß sich die Betriebsvertretung aus 6 RGO.- Leuten und 5 Mitgliedern des Deutschen Tertilarbeiterverbandes zusammensetzt. Für die Einheit Die Betriebsratswahl bei der A.-G. Weser, der größten Bremer Werft, einer ehemaligen fommunistischen Hochburg, endete mit dem entschiedenen Sieg der freigemerschaft lichen Liste und einer fatastrophalen NiederTage der RGD. Insgesamt wurden 910 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf die freien Verein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer Am Freitag, dem 10. Februar 1933, nachmittags 5 Uhr, im Saal 4 des Gewertschaftshauses, wir in einem Kampf gesammelt haben, der Außerordentliche immer unter der Verantwortung für das gefamte deutsche Bolt gestanden hat, steht Ihnen für Ihre Arbeit jederzeit zur Verfügung." Der DHB. war früher ein Anhängsel der Deutschnationalen und einige seiner Führer waren Abgeordnete der Deutschnationalen Bolkspartei. Nachdem sich die Lambach, Bechly und Konsorten mit Herrn Hugenberg verfracht hatten, mußten sie sich gegen die Verseuchung ihrer Organisation durch die Nationalsozialisten wehren. Es ist offenbar, daß die Nazis in diesem Kampfe auf der ganzen Linie gefiegt haben. Heute liegt der DHV. vor dem Faschismus auf dem Bauch. Darauf fann es für jeden aufrechten Angestellten, dem die Wahrung seiner Interessen am Herzen liegt, nur eine Antwort geben: Austritt aus dem DHV. und Eintritt in die freie Gemertschaftsorganisation der Angestellten, den 3 entralperband der Angestellten Deutschlands. Die RGD. ,, fiegt" Bom Deutschen Teptilarbeiterverband wird uns geschrieben: In ihrer Nummer 30 vom 4. Februar 1933 berichtet die Rote Fahne" unter einer fnalligen Ueberschrift:„ Einheitsliste erobert Nazibetrieb“ über den Ausgang der Betriebsratswahl in der ,, Jutespinnerei und Weberei Bremen" in BremenDelmenhorst. Die ,, Rote Fahne" behauptete, daß bisher in diesem Betrieb 9 reformistischen Betriebsräten 7 rote Betriebsräte gegenüberstanden. Tatsache ist, daß in der Jutespinnerei und Weberei Bremen die Kommunisten seit Jahren dominieren. Trotz aller Hege lassen sich die organisationstreuen Belegschaftsmitglieder in ihrer neuerlichen Aufbauarbeit für ihre' Organisation nicht stören. Zähe und zielbewußt ringen fie um die Seele General- Versammlung Tagesordnung: 1. Die Gewerkschaften im Rampf gegen Reaktion und Fa schismus.( Referent: Kollege Bernhard Göring vom AfA- Bund.) 2. Wahl von zwei Sekretären für den Gauvorstand. 3. Bestätigung: a) der Bezirksleiter des 2. und 5. Bezirks, b) der Spartenvertreter der Handseßer und Maschinenfeger. Zu dieser Generalversammlung haben nur die neugewähl ten Delegierten für das Jahr 1933 und die Generalversamm Tungsteilnehmer nach§7 der Berliner Vereinssagungen Als Ausweis gilt bewußt ist, die sie zu verlieren hat, gegen den Faschismus in voller Brüderlichfeit zusammensteht. Jetzt ist keine Zeit zur Diskussion darüber, ob in diesem oder jenem Zeitpunkt die eine oder die andere Taktik richtig war. Ob der eine mehr oder weniger revolutionär als der andere ist. Jetzt müssen wir alle zusammenstehen, unsere Gewerfschaften verteidigen, selbst dann, wenn wir manches an ihnen auszusehen haben. Denn die Gewerfschaften sind die Träger der Tarifverträge. Sie find die Bürgen für die Lohn- und Arbeitsbedingungen. Was heute jeder Arbeiter begriffen hat, das will die KPD. und ihre RGO. noch immer nicht be= greifen. Immer noch sucht sie die kommunistischen Arbeiter zum Kampfe zu führen. Gegen men? Gegen die Gewerkschaften und gegen die Sozialdemokratische Partei. Die legten Betriebsrätemahlen, die Erklärungen der kommunistischen Delegierten in der Generalversammlung der Fabrikarbeiter am letzten Sonntag müßten endlich auch der Führung der KPD. flarmachen, daß sie, wenn sie sich weiter auf den Bruderkampf versteift, bald alleinstehen wird. Die schwarze Pest In Frankreich steigt unaufhaltsam die Arbeits. losigkeit, trog der in vielen Industrien festzustellenden Wiederbelebung. Bei dem letzten Ahschluß der Statistik Ende Januar betrug die Zahl der unterstützten Arbeitslosen 316 259, d. h. 10 159 mehr als in der Vorwoche. Damit wurde die im März 1932 erreichte Höchstziffer, von 305 416 erheblich überschritten. Auch die Zahl der unterstützten Kurzarbeiter hat zugenommen. Sie stieg von 7335 auf 7722. Infolgedessen hält die Rückwanderung der aus= ländischen Arbeiter in ihre Heimat an. In der Woche vom 23. bis 28. Januar haben 1203 ausländische Arbeiter Frankreich verlassen; 44 sind in derselben Woche neu zugewandert. Die englische Arbeitslosenzahl ist ebenfalls gestiegen. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen be= trug Ende Januar rund 2,9 Millionen. Das sind 175 000 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Hier wie in Frankreich handelt es sich nur um Die batdie eingetragenen Arbeitslosen. sächliche Zahl der Arbeitslosen ist besonders in Die falsche Front der KPD. Frankreich unverhältnismäßig größer. Sie beWie lange noch? Hugenberg als sogenannter Krisenminister, der Stahlhelmführer Seldte als Arbeitsminister unter der Kanzlerschaft Adolf Hitlers, das bedeutet die höchste Gefahr nicht nur für die politischen, sondern vor allem auch für die gewerkschaftlichen Errungenschaften der Arbeiterschaft. Darüber ist sich heute jeder flassenbewußte Arbeiter bereits vollkommen klar. Innerhalb der Arbeiterschaft besteht auch kein Streit darüber, daß diese Gefahr nur dann abgewehrt werden kann, wenn die gesamte Arbeiterschaft, soweit sie gewerkschaftlich organisiert ist und soweit sie sich der Rechte und Freiheiten Winter Garten 8 Uhr 15. Flora 3434. Rauchen erl. Gsovsky- Ballett Medini- Trio Rassana Lotte Werkmeister Die lustigen Weintraubs usw. trägt schäzungsweise 1 bis 1½ Millionen, während die Zahl der Kurzarbeiter 3 bis 4 Millionen betragen dürfte. Ohne Novemberverbrechen"! Die freigewerkschaftlich organisierten Buchbinder werden gut daran tun, zu der Jahresbranchenversammlung, die heute abend 5 Uhr im Gewerfschaftshaus stattfindet, zu erscheinen. Die RGO. hält die gegenwärtige Situation für geeignet, um einen Keil in die Arbeiterschaft zu treiben. Die Antwort der Buchbinder muß so deutlich sein, daß sie endlich auch die RGD, versteht. Hierzu 1 Beilage. Deutsches Komödienhaus Großes Schauspielhaus abr Künstlertheater Schiffbauerdamm 25 Tel. D2 Weid. 6304-05 Täglich 8 Uhr Achtung, frisch gestrichen Kurfürstend.- Th. Das Theater ohne Bon- Wirtschaft Kurfürstendamm 209 Bism. 1400 814 Uhr Glückliche Reise uhr Ball in Savon Mufit von Paul Abraham Gitta Alpar Rosy Barsony Ostar Denes und das große Starensemble. Stg. nachm. 3% halbe Preise CASINO- THEATER 814 Uhr. Lothringer Str. 37 Begitimationsfarte; it nur die vom Borstand ausgestellte VOLKSBUHNE Operette von Künneke Sonntags auch 4 Uhr ohne diese Der Gauvorstand Theater, Lichtspiele usw. Staats MA Theater Donnerstag, den 9. Februar Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Salome Städt. Oper Charlottenburg Fraunhofer 0231 Donnerstag, 9. Febr 20 Uhr Turnus I Rigoletto Ivogün. Müller. Maucher, Gura, Fleischer. Reinmar, Staatliches Schauspielhaus Cavara, Baumann, 19 Uhr Faust II. Teil SCALA Tägl.5.8% U. Barb.9256 LA TERESINA FELIX BRESSART Fred. SANBORN CASS, MACK & OWEN usw. PLAZA Nähe Schles. Bbf. 14.816, Stgs. 2, 5, 815 U. E 7 Weichsel 4031 Boccaccio Gonszar, Heyer, Steier, Spering, Noval Dirig: Ladwig Theater am Bülowplatz Täglich 84 Uhr D 1 Norden 6536 Schinderhannes von C. Zuckmayer. A. Hörbiger, C. Spira, Brausewetter, Greld, Halden, Kurz, Marlow HAUS VATERLAND KURFÜRST 460 Das Vergnügungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI Schiller Theater im Admiralspalast 8 Bismarckstr.( Knie) Steinpl.( C1) 671; Täglich 84 Uhr Der Kollo- Schlager Die Männer sind mal so Musik von Walter Kollo Sõneland, Heidemann Theater Roard Zauber ichard in Frühlingsstücme Operette von Weinberger und Beer Regie: Heinz Saltenburg Mary Loffeff, Arno, Elster. Preise von 0.60 bis 6.- M. Berliner Theater Charlottenstr. 90 Dönhoff 625 84 Uhr Die Marneschlacht 814 Uhr Buntes Theater: ..Der Fürst von Pappenheim" Dazu erstklassiges Programm! Gutschein 1-4 Personen: Parkett 0,60. Fauteuil 0,75. Sessel 1.25 von Paul Joseph Cremers. Stettiner Sänger Gastspiel des Mannheimer Nationaltheaters Rose- Theater Große Frankfurter Straße 132 Tel. Weichsel E7 3422 8.15 Uhr Die Zirkusprinzessin 81 Kleines Th. Unter d Linden 44 Merkur 1624 Truppe 1931 Wer ist der? Wer ist der? Dümmste Preis 75Pf. b. 4.-M. Sonntag nachm. 31/ file ne Preis Reichshallen- Th., Dönhoffpl. 8.15, Sonntags 3.30 Th. d.Schauspieler Barbarossa 0403 Täglich 8 Uhr und heute 11 Uhr Nachtvorstellung Automatenbüfett Straub, Körber, Heilinger. Trenk- Trebitsch, Malkowsky Deutsches Theater Schumannstr. 13 a Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr Iphigenie auf Tauris von Wolfgang von Goethe Nach der Inszenierung von Richard Beer- Hofmann Helene Thimig. Hart, Balser, Liebeneiner. v. Winterstein Garow's Lachbühne Weinbergsweg 20 Tel D 2.2174 Beginn 7½ zu ermäßigten Preisen B. B. B. Das große Februarprogramm: ,, Karneval" NEUE WELT Arnold Scholz- U- Bahn Hermannpl. Hasenheide 108/14 Gr. Bockbierfest und Schweineschlachten 1 Huor, Stimmung Einlaß 7 Uhr Jeder 400, Besucher erhält ein Seidenkleid oder ein silbernes Zigarettenetui 6 Kapellen Bendows Bunte Bühne Kottbusser Straße 6 Oberbaum 3500 814 Uhr Sonntag auch 1/24 U. Wilhelm Bendow Der scharfe Löwe Alice Hechy Beitrags Marken CONRAD MÜLLER SCHKEUDITZ LEIPZIG GEGR.1885 FERNRUF: 535 Der Vorwärts" erscheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage Bolt und Zeit" Bezugspietie: Wöchentlich 75 Bt., monatlich 3,25 M.( davon 87 Bt monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Poftbezug 3,97 W einschließlich 60 Pf. Postzeitung und 72 Pf. Poftbeftellgebühren. Auslandsabonnement 5,65 M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto 465 M. Bei A. sfall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Grías. Anzeigenpreife: Die einipaltige Millimeterzeile 30 Bf. 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