Nr. 220. 1 = Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis pränum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Bfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fest tagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Bmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. genommen hat. Sonnabend, den 19. September 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. An unsere Genoffen! Philister geworden, und platzt einmal in irgend einer Ece[ gemeinsame Attion gegen die Anarchisten und eine Dynamitpatrone, oder fliegt eine ihrem natürlichen Bes die sonstigen Umfturzparteien zu verständigen. Die Differenzen, die anläßlich der Veröffentlichung der Arruf entrückte Sardinenbüchse in die Luft, dann sagt Diese Depesche erschien uns etwas phantastisch und wir tikel über die Gewerkschaftsvorschläge des Genoffen Quard im der ordnungsliebendste Bürger sich: welcher Esel von legten ihr feine Bedeutung bei. Aber die phantastischen Nach richten über ein ungeheuerliches internationales Mordkomplott ,, Vorwärts" zwischen dem Genossen Liebknecht und der Mehrzahl Mouchard treibt denn da seine Späße? seiner Kollegen in der Redaktion entstanden waren, find Gegens Bei einer solchen Stimmung des Publikums war es ziehen unsere Aufmerksamkeit wieder auf jene Depesche. Wir kennen natürlich die Absichten des Baren nicht, allein stand einer längeren Berhandlung gewesen, an der außer den schwer, einen Schreck zu erfinden, der auch schreckte. Alle man müßte blind sein, um nicht den Feldzugsplan zu Mitgliedern der Redaktion die gesammte Parteileitung theil- Greuel der Welt mußten zusammengethan werden, um verdurchschauen, der jegt in der Ausführung be eint eine Wirkung hervorzubringen. Der Anarchist allein griffen ist. übt keinen Nervenreiz mehr aus. Der Nihilist hat auch. Herr Desmoulins schreibt im( ultrareaktionären, der russiEine gegenseitige gründliche Aussprache führte zu dem Er- nichts Abstoßendes mehr. Aber der Fenier! Die Erschen Gesandtschaft nabeste benden)„ Gaulois" gebniß, daß eine Reihe von Mißverständnissen und un- mordung Lord Cavendisch's und Burke's im Phönixpart betreffs der angeblichen Monstreverschwörung: richtigen Voraussetzungen aufgeklärt und damit der Boden von Dublin vor jetzt 14 Jahren das war eine Baterlandslosen aller Länder ihre Verschwörungen spinnen England ist seit langem die große Werkstätte, wo die für ein ferneres gemeinsames Zusammenwirken gefunden wurde. sensationelle That, die die Millionen eine Gänsehaut iegt ist England durch dieses neueste Komplott Insbesondere wurde auch die Frage der Verantwortung für die bereitete, und heute nach vierzehn Jahren noch erschreckt benute man diese man diese Gemüth3. Fälle der Abwesenheit des Genoffen Liebknecht von Berlin in die Phantasie der Menschen erfüllt. Heureka! Wir haben verfassung!". es gefunden! Der Fenier das ist ein Kerl, der sich Das ist deutlich. einer alle Theile befriedigenden Weise geregelt. In allen Ecken und Enden werden jezt Verhaftungen vor noch präsentiren läßt! Und gleich, der schrecklichste der Schrecken, der Held zahlreicher Köchinnen- Romane: die ge- genommen werden, man wird massenhaft Schauergeschichten verheimnißvolle, aus undurchdringlichem Dunkel heraus mit breiten und hofft so auch England breit zu schlagen, und die der Sicherheit des Fatums Tod und Verderben spendende Deilige Allianz gründen zu können. So weit unser französisches Bruderorgan. Nummer Eins"! Und, da doppelt genäht beffer hält, und dreimal genäht erst recht so gesellen wir zu dem recht; es handelt sich um reaktionäre Teufeleien im großen Fenier den Anarchist und den Nihilist." Stil, um internationale Polizeiteufeleien im Stil Fenier, Anarchist und Nihilist-wenn diese und Geist der heiligen Allianz. Der Plan liegt klar zu tage. Dreieinigkeit des Schreckens nicht wirkt, dann wirkt über- lingen wird. In England läßt man sich nicht so leicht Freilich liegt auch schon klar zu tage, daß er miß. haupt nichts mehr! Jin Laufe der Erörterung dieser Differenzen fand auch ein Meinungsaustausch über die Quarck'schen Vorschläge statt und stand hierbei die große Mehrheit in der Sache auf dem von " Der Redaktion des Vorwärts" vertretenen Standpunkt. Berlin, den 18. September 1896. Bar und Bombenbaron. Als„ Väterchen" mit seinen Rubeln auf Reisen ging und das Wettkriechen um seine Guust begann, da tauchte erst schüchtern, dann aber immer vordringlicher der Gedante auf, es solle jezt eine neue Heilige Allianz" gegründet werden. Mancherlei Reden, die bei dieser Gelegenheit gehalten wurden, gaben den dahin zielenden Gerüchten einen greifbaren Hinter- und Stüßpunkt. Als dann plöglich die Nachricht kam, daß„ Väterchen" " " Es hat Die Melville'schen Bomben sind zwar nicht geplatzt, ins Bockshorn jagen, und man wittert die Polizeiaber sie sind vor dem Blazen entdeckt worden, wie weiland ratten. So ziemlich die gesammte englische Bresse verdie Bomben des biederen Pourbaix und wenigstens die hält sich ſkeptisch zu den Melvillefunden.„ Daily meisten Bomben des braven Bombenbarons", den die Chronicle" spottet über die fürchterlichen Verschwörer, russische Polizei zugleich mit dem Zaren und bem Rubel die sich von der Polizei wie Fliegen fangen laffen"; in Europa reisen läßt. die Daily Mail" spricht offen aus, der ganze Speftatel Der Bombeubaron"-er war schon vor Bäterchen" sebe aus wie Polizeimache; und die Morning Post" auch England besuchen werde, da verdichtete in Europa, und schon vor„ Väterchens" Reise in Ant- glaubt, der Bombenbaron" fie nennt ihn Bomben sich das Gerücht. Und als nun gar die Nachricht von dem werpen, wo er bereits vor Jahren sich seine Sporen ver- professor", sei der Urheber des Komplottſpuks. internationalen Bombenattentat des englischen Attentats- dient hat; und ist jüngst auch er selber dort verduftet, die Und hierzu nehme man die gestern veröffentlichten Spezialisten Melville durch die Welt flog, da wurde es für Bomben sind gefunden worden. Und außer den Bomben die englischen Preßstimmen. jeden, der die Wege unserer modernen Gesellschaftsretter nöthige Staffage von Feniern, Anarchisten und Nihilisten. Die Polizei selbst scheint zu begreifen, daß fie etwas und Hüter kennt, zur Gewißheit, daß den Völkern Europa's Nihilisten, welche in der Bereitung von Sprengstoffen und zu täppisch gehandelt und ihr Spiel zu früh offengelegt hat. eine Neuauflage der Heiligen Allianz zugedacht ist. Bomben Unterricht ertheilen ganz wie der brave Sie wird ersichtlich unsicher; und hat den Nenommirton Heutzutage giebt es für die Gewalthaber nur noch ein start herabgestimmt. Regierungsmittel, in das sie vertrauen: den Schrecken. Die Menschenheerden müssen in Angst verseht, eine furcht bare Gefahr ihnen vor Augen gestellt werden, damit sie zitternd und zagend sich den gütigen und gnädigen Rettern in die Arme stürzen, wie der geängstigte Vogel in den Rachen der Schlange flattert. " Bombenbaron". Nihilist, Anarchist und Fenier wenn diese drei Schrecke vereinigt sind, dann hört jede Kritit auf, dann herrscht der blinde Schreck. Und der Weg ist geebnet für die Heilige Allianz zur Wahrung unserer heiligsten Güter! Es lebe die Heilige Allianz! Sehr treffend schreibt Henri Turot in der Petite Republique" unter dem Titel„ Die Heilige Allianz": Einem hiesigen Lokalblatt, das in polizeilichen Dingen sehr gut unterrichtet zu sein pflegt, wird aus Antwerpen geschrieben, die dortige Polizei„ halte die Sache für ab gethan". Und dann heißt es weiter: Fast tomisch ist es, wie sich die Behörden gegenseitig den gefährlichen( Dynamite) Fund anfomplimentiren wollten, aber Aber die Menschen sind in den letzten Jahren so oft teine mochte ihn, nicht einmal das Artillerie Laboratorium, in und so hat man ihn vorläufig im Kommunalhause erschreckt worden, daß sie an den Schreck gewöhnt sind, und Vorige Woche ging uns aus London eine Depesche zu, Berchem untergebracht, bis über sein Loos entschieden nicht mehr so leicht erschrecken. Das rothe Gespenst ist von welche der Reise des Zaren durch Europa eine intereffante fein wird. Es hat den Anschein, als lege die Napoleon dem Kleinen und Bismarck todtgehetzt worden. Erklärung gab. Der russische Souverän, so hieß es, follte nach belgische Polizei überhaupt absichtlich in Die Anarchisten ziehen nicht mehr; die Andrieux'schen Koch- der Rüdtehr in seine Staaten eine große Konferenz von dieser Sache feinen Uebereifer an den Tag, töpfe find Gegenstand des Spottes für den hasenherzigsten Vertretern aller Mächte einberufen, um sich über eine und man gewinnt den Eindruck, als flöße ihr 77] Rienzi. * Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Sechstes Rapitel. Feierliche Vorladung. Rom und dem römischen Volfe, sowie ganz Italien, gebühren. Wir zitiren daher die berühmten Fürsten: Ludwig, Herzog von Bayern, und Karl, König von Böhmen, die sich den Kaisertitel über Italien zulegen wollen, und fordern sie auf, persönlich vor uns oder den anderen Be hörden Roms zu erscheinen und ihre Ansprüche zwischen heute und dem Pfingstfeste vorzutragen und zu beweisen. Wir zitiren ferner und in demselben Termine den Herzog Die große Glocke der Laterankirche tönte hell und laut, von Sachsen, den Fürsten von Brandenburg und wer soust, als das Bolt in noch größerer Menge, als den Abend vor sei er König, Fürst oder Prälat, auf das Wahlrecht für her, herbeiftrömte. Die öffentlichen Beamten eröffneten mit den taiserlichen Thron Anspruch macht- ein Recht, welches, Mühe den Patriziern und Gesandten den Weg, und kaum wie wir seit alten und undenklichen Zeiten in den waren diese ebleren Gäste zugelassen, als die Menge in die Chroniken verzeichnet finden, nur dem römischen Volkte zu Kirche nach der Kapelle Bonifacius VIII. zu fich drängte. steht, und alles dieses geschieht, um unsere bürgerlichen Indem dort jeder Raum erfüllt wurde, sahen die Bordersten Freiheiten zu behaupten, ohne der geistlichen Macht der den Tribunen, umgeben von dem glänzenden Hofe, den Kirche, des Papstes und des heiligen Kollegiums zu nahe sein Genius versammelt und sein Glück bisher an ihn treten zu wollen. Herold, verkünde die Citation, wie sie gefeffelt hatte. Endlich, als die Töne der feierlichen Kirchen- Deinen Händen anvertraut wurde, außerhalb des Lateran. musit, welche der Messe vorhergingen, verstummten, trat Als Rienzi diese tühne Proklamation der Freiheit der Tribun vor, und eine allgemeine tiefe Stille ruhte über Jtaliens ausgesprochen hatte, flüsterten die Gesandten Tosder Versammlung. Rienzi's Rienzi's gebietende Gestalt, sein canas und die einiger andern freien Staaten leise ihren majestätischer Blid, sein ganzes Benehmen waren der Art, Beifall. Die Gesandten der Staaten, die zur Partei des wie sie jederzeit die Aufmerksamkeit der Menge gewinnen, und bei dieser Gelegenheit wurde der Eindruck noch erhöht durch das besondere Jnteresse der Festlichkeit. Gemurmel von Tausenden und Zehntausenden drang, die auf dem Blaze außerhalb, vor dem Palast Conftatins, jetzt sein eigener, versammelt waren, und die geschworen hatten, ihr Leben seiner Sache zu widmen, ward sein Herz in dem Uebermaß des Glückes, dem noch kein Hinderniß entgegen. getreten war, in dem Zenith der Gewalt, die noch keinen Unfall kannte, mit Entzücken erfüllt; Visionen des höchsten Ruhmes und unbeschränkter Herrschaft eines Ruhmes und einer Herrschaft, die einst seinem geliebten Rom an gehörten, und durch ihn wieder hergestellt werden sollten traten vor seinen begeisterten Blick; und in dem leidenschaftlichen Drange des Augenblicks zeigte er mit seinem Schwerte nach den drei Seiten der damals bekannten Erde und sagte in den Tone eines Manues, der im Traume spricht:" Nach dem Rechte des römischen Volkes ist auch dieses mein Eigenthum." Dieser wilde Ausruf, wenn er auch mit leiser Stimme erfolgte, wurde doch durch alle Umherstehenden so deutlich Vergeblich gehört, als sei es ein Donnerschlag gewesen. würde es sein, den verschiedenartigen Eindruck zu beschreis ben, dener hervorbrachte: das thörichte der Aeußerung würde die Verachtung seiner Feinde, das Bedauern seiner Raisers hielten, faben sich verwundert und erschrocken an. Freunde hervorgerufen haben, hätte das feierliche und ges Die römischen Patrizier schwiegen und schlugen die Augen bietende Benehmen des Redners nicht für einen Augenblick nieder, nur in den Zügen des alten Stephan Colonna sah den Haß und selbst die Vernunft zum Schweigen gebracht. Der Tribun begann jetzt mit feierlicher Stimme: man ein Lächeln halb der Berachtung, halb des Triumphes. Wer sich jedoch der Worte später, dieses Zaubers entkleidet, " Zu wissen sei es, daß wir, kraft der Macht und Ge- Der größere Theil der Bürger wurde jedoch bezaubert durch erinnerte, mußte sie verdammen, aber in jenem Moment walt, welche das römische Volt in einem allgemeinen Par- Worte, welche so große Aussichten für die Befreiung selbst, schien dem Helden des Volkes alles erlaubt zu sein. lament uns übertragen und die der Papst bestätigt hat, Italiens eröffneten, und ihre Ehrfurcht für die Macht und Er sprach wie ein Begeisterter, die Zuhörer zitterten und anerkennend die Gnade des heiligen Geistes, dessen Ritter das Glück des Tribunen tam fast jener gleich, die man für glaubten; und, wie ergriffen durch dieses Schauspiel, stand wir jetzt sind, erklären, daß Rom, die Hauptstadt der Welt ein übernatürliches Wesen fühlt, indem sie nicht die Mittel er einen Augenblick schweigend da, den Arm noch ausgestreckt und der Grundpfeiler der christlichen Kirche, und daß jeder berechneten, über welche für eine so gewaltige und gefähr haltend, sein kühnes Haupt stolz zurückgeworfen. Sein eigener Enthusiasmus entflammte den der kälteren und Staat, jede Stadt und jedes Volk Italiens von jetzt an liche Unternehmung verfügt werden konnte. frei sind. Kraft dieser Freiheit und kraft derselben ge- Als der Tribun seine Blicke auf der glänzenden Ver- entfernteren Zuschauer und die durch eine einzelne Stimme heiligten Autorität verkünden wir, daß das Wahlrecht, die sammlung um ihn, dem Volke hinter ihr, das ihm so er- tief gemurmelten Worte:" Der Herr ist mit Italien und Gerichtsbarkeit und die Herrschaft des römischen Reiches geben war, ruhen ließ als in sein Ohr das freudige mit Rienzi!" fanden ein tausendfältiges Echo in der Menge. der Umstand, daß das Ganze ein Konp engli» scher DetektiveS ist, kein besonderes Vertrauen e i n. Es soll damit nicht etwa gesagt sein, daß die Ausdeckung des Komplotts nur«in« Farce war, vielleicht, um dem Zaren die Lust zur Reife nach Frankreich zu nehmen, aber die Frage drängt sich doch auf, warum die Verhaftungen in Boulogne, Rotter'» dan, und Glasgow, sowie die Auffindung des Berchemer Laboratoriums in demselben Augenblick« geschah, mit so viel Reklame, möchte man fast sagen, namentlich in London in die Welt hinaus verkündet wurde, und warum dies« Verhaftungen so lange hinaus- geschoben wurden, da es doch ausdrücklich heißt. daß die englische Polizei den Aufenthalt der Mordgesellen längst wußte. Diese Betrachtungen haben zur Folge, daß sich die hiesige» Behörden sehr zurückhaltend zeigen und das peinliche Gefühl eines Menschen haben, dessen Wohnung zwei Frenide sich zum Schauplatze ihrer internen Streitigkeiten ausgesucht haben. Daher heißt die Meldung: „Heute nichts Neues vor Antwerpen." Das eine aber ist sicher: Das Hauptquartier der Dynamitverschwörung war und ist Ant» werpeu nicht. Ja aber wo sonst ist das Hauptquartier? Herr Melville in Scotland Iard London wird es wissen, und der Herr„Bombenbaron" oder„Bombenprosessor" auch— und vermuthlich auch Herr Tynan. In London aber pfeifen es die Spatzen von den Dächern, daß die DetektiveS ein paar Dutzend„Ferner" und sonstige Dynamithelden an der Hand haben, die auf Be- stellnng jeden Tag ein Komplott zu liesern im stände sind. Genug— die beabsichtigte Wirktlng des Melville'schen Weltkomplotts ist ausgeblieben. Und können wir natürlich auch nicht alles voraussehen, was die Urheber des Polizei- romans noch in xotto haben, so können wir doch schon hente mit Bestimmtheit sagen: der Streich ist ein Fehl- streich und der„Bombeubaron" wird mit seinem„Väterchen" nach Rußland zurückkehren ohne Heilige Allianz. polikifche Ttebevstcht. Berlin, 13. September. Cin klassisches Beispiel widerspruchsvoller Berichterstattung hat ein Vorfall erzeugt, der sich in dem posenschen Orte O p a l e n i tz a gelegentlich eines Besuches des Erzbischofs v. Stablewski zugetragen hat. Wir stellen zwei Berichte zusammen. Der„Post" wird über den Vorgang folgendes berichtet: „Der Erzbischof Dr. v. S t a b l e w s k t hatte in den letzten Tagen eine Fahrt durch die hiesige Parochie unternommen, wobei er ebenso wie der Weihbischof Dr. Likowski von einer etwa hundert Mann starken Retterschaar in polnische n> N a t i o n a l k o st ü m begleitet wurde. Am Montag Abend kehrte der Erzbischof von Wielichowo über Grätz hierher zurück, um sich nach Posen zu begeben. Der polnische„Jndustrieverein" setzt« eine demonstrative Feier ins Werk. Die„Feststraße" wurde erleuchtet und am Bahnhofe und an der dahin führende» Straß« stellen sich Fackelträger auf. Bald darauf naht vom Ende der Stadt der vierspännige erzbischöfliche Wagen, von einer Meng« begleitet, die laute polnische Hochrufe aus» stößt. Der polnische Polizeidiener nimmt an dem Zuge theil. Da naht von der Stadt her ei» Wagen, in dem sich mehrere deutsche Herren, darunter auch der königl. D i st r i k t s- kommissarius v. Carnap befinden, die einem Be- kannten das Geleit zum Bahnhof geben wollen. Herr v. Earnap ist in Zivil, ohne jede Waffe, und sowohl ihm wie den anderen Herren sind die Veranstaltungen auf dem Bahnhof völlig unbekannt. AlS sie in die Nähe des Bahnhofs kommen und die Menschenmenge sowie den Schein der Fackeln bemerken, wird daS Tempo der Fahrt gemäßigt. Den Zugang zum Bahnhofseingang finden sie völlig gesperrt durch die Menge der polnffchen Demonstranten. Man ruft den Insassen des Wagens, deren Zeichen zur Freigabe des Weges unbeachtet bleiben, und unter denen der DistriktskommissariuS von der Menge erkannt ist, zu:„Hier wird nicht durch die Menschen gefahren l" Trotzdem der Wagen zur Seite biegt, sangen einige aus der Menge an, sich ihm in bedrohlicher Weise zu nähern; es entspinnt sich ein Wortwechsel, dem bald von polnischer Seite Thätlichkeiten folgen. Man fällt den Pferden in die Zügel, der Kommissarius springt vom Wagen, stößt einen der Angreifer zurück, muß aber bald vor der auf ihn mit Knütteln und brennenden Fackeln losschlagen- den Menge unter den Wagen flüchten, der sich in Bewegung setzt, ihm über Füße und Arme geht, und dem er, zum Auf- stehen gebracht, nacheilt, von der heulenden, wild mit Fackel» auf ihn losschlagenden Menge verfolgt, sodaß er mit Brand-, Stich- und Hiebwunden an Kopf, Stirn und Schultern bedeckt wird. Einige hundert Schritt vom Bahnhof macht der Wagen Halt, der Kommissarius hält bei ihm Stand und schickt feinen Kutscher nach der nahe gelegenen Als der Tribun sich umsah, bemerkte er, daß der Vikar des Papstes, welcher in der größten Unruhe zu sein schieil, eben aufstehen wollte, um zu sprechen. Ricnzi's Bewußt- sein und Vorsicht kehrten jetzt schnell zurück, und ent- schlössen, der gefährlichen Nichtanerkennung seiner Kühnheit, die aus Raimund's Lippen schwebte, zu begegnen, winkte er schnell den Musikern, und der feierliche Kircheugesang verhinderte den Bischof von Orvieto, ihm öffentlich zu erwidern, i Sobald die Messe beendigt war, flüsterte Rienzi dem Bischof zu:„Wir wollen Euch dieses hernach noch weit- läufiger auseinandersetzen. Ihr speiset mit uns im Lateran, gebt mir Euren Arm!" Auch ließ er den Arm des guten Bischofs nicht los, bis unter dem wilden Klang der Hörner und Trompeten, der Trommeln und Cymbeln und unter einem Volksgetöse, wie es auf demselben Platz der Taufe Konstantins vielleicht einst Jubel zurief, der Tribun und seine Begleiter in das große Thor des Lateran, damals des ersten Palastes der Welt, traten. So endigte jene merkwürdige Zeremonie und jene kühne f erausforderung der nordischen Mächte zu guusten der reiheit Italiens, die, hätte der Erfolg sie gekrönt, für ein außerordentliches Unternehmen gelten würde, die aber jetzt, da sie ungünstigen Erfolg hatte, ihm als unverzeihlicher Uebermuth zum Vorwurf gemacht wird. Berücksichtigt man jedoch alle Verhältnisse, die den Tribunen bedrängten, und alle Macht, die ihn umgab, so war seine Unter- nehmung vielleicht nicht so thöricht, als sie es auf den ersten Blick zu sein schien. Und giebt man selbst jene Thorheit zu, so wird sie durch den scharfsinnigen Richter höherer Charaktere nur als der wilde Ausbruch einer kühnen Natur betrachtet werden können, die zugleich aufgeregt war durch ihre Stellung und durch ihr Glück, durch religiösen Aberglauben, durch patriotisches Streben, durch scholastische Grübeleien, welche zu schnell von der Träumerei in das Handeln übergingen, und die jene weise und irdische Klugheit überschritten, welche die Waffe schärft, bevor sie den Handschuh hinwirst. (Fortsetzung folgt.) Wohnung, damit er ihm irgend eine Waffe hole. Unterdeß wogt auf dem zum Theil dunklen Platze der Tumult hin und her. Der herbeigeholte, zufällig ortsanwesende Gendarmerie- Oberwacht in ei st er aus Nentomischel wird durch einen Steinwurf verletzt und erklärt nach zwei- maliger vergeblicher Aufforderung an die Menge, auseinander zu gehen, die A n s a m ni l u n g für A u s r u h r. Ein in- zwischen mit der Schwester des Kommissarius, Frl. v. Carnap, herangekommener, aus dem Wege nach dem Bahnhof befind- licher Herr wird gleichfalls thätlich beleidigt, doch gelingt es ihm, mit Fräulein v. Carnap daS Bahnhofsgebäude zu erreichen, ebenso wie später auch Herrn v. Carnap, nachdem er in Besitz seines Degens gelangt ist. Der Bahnhofsvorsteher will Herrn v. C a rn ap vom Perron verweisen, was dieser mit der Bemerkung zurückweist, daß er durch Lösung einer Bahnsteigkarte zum Aufenthalt daselbst berechtigt sei; im übrigen könne es nicht schaden, wenn der Erzbischof sehe, was für eine Gesellschaft ihm den Empfang bereitet habe. Auch Fräulein v. Carnap soll vom Perron verwiesen werde», wird aber von einem der deutschen Herren thatkrästig in Schutz genommen. Inzwischen verlöschen die Fackeln und der Tumult verliert sich. Eine Untersuchung ist eingeleitet worden." Dagegen wird über den nämlichen Vorgang der„Kölnischen Volkszeitung" aus Posen berichtet: „Unter der Slichmarke„Eine widerwärtige Szene" schreibt man dem„Dziennik Poznanski" aus Opalcnitza(an der Eisenbahn- linie Benlschen-Posen):„Als der Herr Erzbischof v. Stablewski am 14. September von der Station Opaleiutza nach Posen zurück- kehren wollte— der Oberhirt halte in der Parochie O.eine Visilations-� reise unternommen— hatten die Mitglieder des polnischen Ge- werbevereinS ans dem Bahnsteige Aufstellung genommen, um ihn zu begrüßen. Kurz vor Abgang des Zuges stürzte der königliche D i st r i k t s k o»i m t s s a r mit gezogenem Degen ans den Bahnsteig und rief:„Ich will mal sehen, ob der Erzbischof die Macht hat, daß die polnischen Hnllunken überall auftreten." Dann schrie der Kom- inissar, indem er mit dem Degen weiter herum- fuchtelte:„Wo ist der Erzbischof?" Einige Herren faßten nun den Kommissar an den Händen und hielten ihn fest, so daß noch Schlimmeres verhütet wurde. Schon vorher war der Kommissar mit einem ziveispännigen Fuhrwerk vor dem Bahnhof unter das Volk gefahren, wo man ihm die Pferde an- halten mußte, um ein Unglück zu verhüten".(Von anderer Seite wird ttnS vorstehende Tarstellung bestätigt. Nach einer Drahtnieldung ans Posen von hente soll der Distrikts- kommissar bereits suSpendirt sein. Wer hat nun recht? Wir wollen gar nicht behaupten, daß der eine Theil eine geflissentlich falsche Darstellung gegeben hat. Wir halten es vielmehr für durchaus wahr- scheinlich, daß je nach der Voreingenommenheit die deutschen und die polnischen Theilnehmer und Zuschauer einen ganz anderen Eindruck von den Vorkommnissen gewonnen haben. Nun denke man sich einmal: die Sache kommt vor Gericht. Beide Theile sagen anS, wie die Sache ihnen erschienen ist und beschwören ihre Aussage. Würde dann die Essener Praxis in der Provinz Posen Nachahmung finden, so würde die eine Zeugengruppe unter der Anklage des Mein- eids vors Schwurgericht und später ins Zuchthaus kommen. Zunächst hoffen wir noch, daß ein höherer Grad von Meuscheukenntniß die Posener Staatsanwaltschaft vor einem derartigen Mißgriff bewahren wird. Vielleicht trägt die widerspruchsvolle Berichterstattung über den Vorfall von Opaleiutza aber auch zur richtigeren Würdigung des Essener Prozesses bei.— Einer unpatrivtische» Handlung sollen wir nach der „Nationalliberalen Korrespondenz" uns schuldig gemacht haben, weil wir dem französischen Genossen Biviani recht gaben, welcher behauptet, die französische Bank habe durch Verweigerung der nöthigen Geldmittel zum Mißlingen der Gambetta'schen National- vertheidigung beigetragen. Die„Nationalliberale Korrespondenz" denkt gewiß, zum Krieg brauche man kein Geld. Da begreifen wir auch, warum ihre patriotischen Patrone der deutschen Regierung, das Geld zu der ersten Kriegsanleihe des Jahres 1870 verweigerten.— Z« Melville's Polizeiroman(siehe den Leitartikel) wird noch telegraphirt: N e w- A o r k, 18. September. Ueber die Organisation der Bombenfchule in New-Uork verlautet im Zusammenhang mit dem dieser Tage entdeckten Anarchistenkomplott, daß die Ueberwachnngskommission dieser Anarchislenschule aus folgenden Personen besteht: Wilhelm Hasselmann, früher deulscher Reichslags- Abgeordneter, L e o H a r t m a u n, der russische Nihilist, welcher im Jahre 1878 den russischen Kaiser- zug in Moskau sprengen wollte und dessen Auslieferung Frank- reich verweigerte, der bekannte Johann Most und der russische Nihilist N o n o ch o w i c z. Der Spitzel, welcher vorstehendes Telegramm verfertigte oder einflößte, ist von einem Spaßvogel zum besten gehalten worden. Hasselmann ist wohlbestallter Eigenthümer einer Dampswäscherei; Most fällt in Ohnmacht, wenn er eine ungefüllte Tynamitboinbe sieht, und Hartmann denkt von Most und Hasselmann ungefähr dasselbe, was wir von ihnen denken. Nr. 4 aber ist unbekannt. Weiter wird telegraphirt: Kopenhagen,, 17. September. Die Polizei verhaftete als Anarchisten einen heute früh mit einem Dampfer aus Stettin eingetroffenen Reffenden» der angeblich in Leipzig ge- boren ist. O arme Seestadt Leipzig!— Und weiter: N e w y o r k, 17. September. Amtlichen Meldungen zufolge ist der in Boulogne verhastete Tynan seit August 1883 Bürger der Bereinigten Staaten. Nun, wenn die Vereinigten Staaten ihn reklamiren, so kann er nicht Kronzeuge werden. ES wird ihni dann ähnlich ergehen, wie dem jüngst verhasteten französischen Anarchisten „Rabardy", der sich als Urheber schrecklicher Tynamitverbrechen dem Gericht stellte, vom Gericht aber daran verhindert wird, seine Urheberschaft nachzuweisen. Er soll durchaus unschuldig sein. Unter den Polizei-Anarchisten giebt es so kompromittirende Leute I Endlich hat ein sinnreicher Detektive den Allianzvertrag zwischen Feniern und Nihilisten entdeckt. Als Antwort haben sämmtliche senischen Gesellschaften in Amerika— beiläufig nur noch«in paar winzige Reste— ihre Freundschaft für„Väterchen" betheuert, das hoffentlich die verhaßten „Sachsen"— so werden von den Iren die Engländer genannt— eine tüchtige Anzahl böser ViertelstnntzFn bereiten werde. Die Polizeiphantasie scheint erschöpft.— Deutsches Reich. — Zur Flotten plan- Geschichte. Angesichts der Beschwichtigungsversuche des„Reichs-Anzeigers" erinnert selbst der nationalliberale„Hann. Kourier" an die folgenden Aus- lassungen des Staatssekretärs v. Marschall in der Reichstags- Sitzung vom 7. Februar:„Schon seit geraumer Zeit bilde die Frage einer stärkeren Vermehrung der Flotte Gegenstand der Erwägungen der betheiligten Ressorts. Der Zeitpuukl, wann dieselben zum Abschluß gelangen würden, sei noch nicht bestimmbar. Ihr Ergebniß werde seinerzeit den verbündeten Regierungen und sodann dem Reichstage und zwar in einer'Horm unterbreitet werden, welche volle Klarheit gewähre, sowohl über die Bedürfnißfrage und die angestrebten Ziele, wie über die finanziellen Mittel, welche für die Gegenwart und Z u k n n f t an einmaligen und fortdauernden Ausgaben erfordert würden. Vom Standpunkt des auswärtigen Dienstes könne vorläufig nur betont werden, daß das Bedürfniß nach Vermehrung unserer Flotte, insbesondere an Kreuzern, sich seit vorigem Jahre nicht nur nicht vermindert, sondern sich im Gegen- theil erheblich vermehrt habe." -- 757 pensionirte preußische Generale leben gegenwärtig nach einer Aufstellung der„Voss. Ztg.". Im Laufe dieses Jahres ist die Zahl der Penstonirungen höherer Offiziere sehr erheblich gewesen. DaS Jahr 18Sö wird in dieser Hinsicht jedenfalls die letzten Vorjahre übertreffen, während in den ersten Regierungsjahren des jetzigen Kaisers die Penstonirungen noch erheblicher waren. Von preußischen Generalen sind im laufenden Jahr bisher 48 penstonirt, während die Zahl der Pensionirungen betrug 1895: 42. 1894: 53, 1893: 63, 1892: 50, 1391: 71, 1890: 70, 1889: 67 und 1888: 77. Im ganzen sind also in diesen 8�/» Jahren 546 Pensionirungen von Generalen erfolgt. Hierbei sind allerdings diejenigen Obersten mitgerechnet, die bei ihrer Pensionirnng oder später den Charakter als General- major erhalten haben. Von diesen 546 Generalen sind inzwischen 65 verstorben, während 431 sich noch am Leben befinden. Die Zahl der noch lebenden Generale, die früher penstonirt sind, be- trägt 276. Von ihnen sind 20 in de» Jahren 1861 bis 1370, 108 in den Jahren 1371 bis 1880 und 148 in den Jahre» 1381 bis 1337 pensionirt. Im ganzen leben hiernach zur Zeit 757 pensionirte preußische Generale. —„D i e Z e t t, daS Organ für nationalen Sozialismus auf christlicher Grundlage" versendet heute eine Probennmmer. Pastor Naumann eröffnet das neue evangelisch.soziale Tageblatt mit einem Artikel„Was wollen wir?" Wir heben aus dem- selben die folgende charakteristische Stelle hervor: Von drei Seiten nehmen wir also unsere Grundgedanken und von drei Seiten erivarten wir Leser und Mitarbeiler: 1. Sozialisten, welche mit der allgemeinen politischen Haltung der Sozialdemokratie nicht zufrieden sind: 2. Liberale, wtlche mit nationalem Liberalismus Ernst machen wollen; 3. Konservativ«, welche daS praktische Thristenthum der Hilfe und der Thai fördern wollen. Daß diese Elemente, soweit sie überhaupt exlstiren, zu keinem leistungsfähigen Körper zusammenwachsen können, versteht sich für jeden ernsthaften Politiker von selbst.— — Auch in Altona hat ein« öffentliche Hafen- arbeiter-Bersammlung nach einem Vortrage Legten'? energisch gegen die Ausweisung Tom Mann's und der anderen englischen Gewerkschaftler protefiirt und sich zum Zusammenschluß für den Geiverkschaftekampf verpflichtet. Die angenommen« Resolution lautet:„Die Versammlung proteftirt auf das ent- schiedenste gegen das reaktionäre Vorgehen der Hamburger Polizei- behörde insofern, da sie«S verhindert hat, daß der Genosse Tom Mann in der heutigen Versammlung uns seine Ansichten über die Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation klar legen konnte, und spricht ihr Bedauern aus, daß so etwaS in einer freien Republik, wie Hamburg es sei» will, im 19. Jahrhundert noch möglich ist."/ — Von den traurigen Zuständen in den Schulen des Ostens giebt die„Soziale Praxis" einig» Beispiele, denen wir folgendes entnehmen: In dem Kirchdorf Mala«, KreiS Neidenburg, ist die zweillassige Schule vor etwa sechs Jahren wegen Baufälligkeit polizeilich geschloffen worden. Seitdem dienen als Unterrichts- lokale Baulichkeiten, die jeder Beschreibung spotten. Beide Lehrer mußten im vergangenen Jahre wegen Kehlkops- und Lungentatarrh zwei bis drei Monate beurlaubt werden. Die Gemeinde ist»um Bauen zu arm. In Narthen ist dt« einklasstg« Schule vor fünf Jahren abgebrannt und noch ist nicht erfichtlich, wann st« gebaut wird. Das Miethslokal ist ebenso wie das in Malga; der Lehrer mußte wegen Krankheit längeren Urlaub erhalten. In War» schallen soll seit vier Jahren neu gebaut werden. Der Lehrer liegt an Lungenschwindsucht unrettbar darnieder. In Lagschau, Kreis Tanziger Höhe, haben die beiden Wohnstuben des Lehrers einen Flächeninhalt von 19—20 Geviertmeter, auf jedes Schulkind entfallen 0,50 Geviertmeter. Die Wohnung ist feucht, die Malaria ständiger Gast. Di, Frau des dortigen Lehrers mußte im Krankenhause deswegen operirt werden, die Frau eines früheren Lehrers starb dort; Rinder sind dort nie groß geworden. Der jetzige Stelleninhaber bittet um Ber- fetzung wegen schlechten Gesundheitszustandes. Die Re- gierung dringt jetzt endlich auf Neubau, doch sträubt sich die Gulsherrschaft dagegen.— Ein Lehrer im Kreise Rössel hat eine Wohnung von 2 kleinen Zimmern, seine Familie zählt aber 12 Personen. Einen Raum von 5 Meter Länge, 1,70 Meter Breite und 1,90 Meter Höhe hat sich der Lehrer auf eigene Kosten zum Sch lasgemach für 5 Kinder im Sommer hergerichtet. Die Kinder müssen im strengsten Winter in ungeheizter Kammer schlafen, lind den meiste» sind dabei Hände und Füße erfroren. Die Frau des Lehrers ist schon über ein Jahr schwer krank. Ein Gesuch des Lehrers, die Wohnung zu erweitern, ist von der Regierung abgewiesen,„weil keine hinreichenden Gründe vor- lägen"(!). Im Lande der Kasernen ist für die Abstellung dieser jämmer- lichen Zustände offenbar kein Geld.— — Die n e u e st e Zeitungsente, die aus dem Sumpfe der Sozialistenbekämpfer aufgeflogen ist, bezieht sich auf den Bürgermeister Kümmert, der durch die Kolberger Sirandschloß- affäre weiteren Kreisen bekannt geworden ist. Er soll bei den nächsten Reichstagswahlen als Kandidat der Sozialdemokraten uiid Freisinnigen auftreten. Die? ist selbstverständlich unwahr. Nichts liegt unS ferner als Wahlbündnisse mit bürgerlichen Parteien.— In Stettin sind, wie der„Frankfurter Zeitung" als Pen- dant zu dem Straßburger Beispiel mitgetheilt wird, die Gewerbegerichts-Wahlen in diesem Sommer an einem Sonntag vorgenommen werden. Zu Unzuträglichkeilen habe das nicht geführt. In Berlin fordern die Vertreter der Arbeiter bereits seit etwa einem Dezennium, daß die Wahlen, über die die Ge- meinde zu bestimmen hat, Sonntags vorgenommen werden. damit sich jeder Arbeiter daran betheiliaen kann. Die Sorte der Freisinnigen aber, die sich im Rothen Hause breit macht und für deren Thaten nicht einmal Herr Eugen Richter die Verantwortung übernehmen mag, ist selbst für jenen so gering- fügigen demokratischen Fortschritt nicht zu haben. — Pastor Rauh-Kladow. Die von der Staats- anwaltschaft gegen den vor mehreren Monaten verhafteten Pastor' Hermann Rauh aus Kladow erhobene Anklage lautet auf Unter- schlagnng im Amte, schwere Urkundenfälschung und einfache Unterschlagung. Rauh wird bekanntlich beschuldigt, mittels Nachschlüssels aus«wer Kassette für etwa 40 000 Mark Werth- papiere entwendet und bei Versilberung derselben die Unter- schriften zweier Mitglieder des Gemeinde- Kirchenraths gefälscht zn haben. Der Termin zur Hauptverhandlung ist ans den 28. September vor dem Stettiner Schwurgericht anberaumt. — Unserm Genossen Block, Redakteur der„Rhein.- Westfälischen Arbeiter-Zeitung" in D o r t m u n d, ist nach zwei- monatigem Aufenthalt im Gesängniß zu Münster endlich gestattet worden, eigene Kleider und Wäsche zu tragen. Bis dahin war er also in die Züchtlingstracht gesteckt, die in preußischen Ge- fängnissen nicht einmal für Krimwalverbrecher obligatorisch ist. Wie gut hat es gegenüber dem politischen Gefangenen doch der. der im Duell einen Menschen ums Leben gebracht hat. Er kommt mit der leichtesten Strafart, der Festungshaft davon, die den Lebensgewohnheiten nur wenig Beschränkung anferlegt, und wird in nicht seltenen Fällen nach verhältnißmäßig sehr kurzer Zeit auf freien Fuß gesetzt!— Der Stuttgarter Gemeinderath nahm in brüllten, als Rerrt auf die Replit des Pastors noch einmal das Wort funs umfomehr gefallen, als sich der Verfasser davon ferngehalten feiner legten Sigung folgenden Beschluß an: An die tönigl. ergreifen wollte. Die Versammlung mußte deshalb gefchloffen werden. hat, Borschläge zu machen, wie der Todestampf des Handwerks Staatsregierung die Bitte zu richten, es möge bie fgl. Staats- Die aus Delmenhorst herbeigekommenen Genossen begaben sich verlängert werden könnte. Denn daß es sich nur um ein Hinausregierung der in Aussicht genommenen Bundesraths- Verordnung nun nach dem nahen Wirthschaftsgarten. Bom Baun herüber schieben der Todesstunde handeln kann, diese Ueberzeugung drängt über die Verwendung von Militäranwärtern im wurden sie dort mit Steinen bombardirt, und drinnen in der fich jedem auf, der die Darlegungen des Herrn Boigt verfolgt Kommunaldienst ihre Zustimmung nicht geben und nach Mög Wirthschaft faß der Pastor beim Bier und gab auch Bier aus. und diese Ueberzeugung wird auch den Berfaffer abgehalten lichkeit dahin wirken, daß sie im Bundesrath nicht zum Beschluß Unsere Genossen wurden im stillen von einigen Wildeshausener haben, auf berartige Mittelchen zu verfallen und die herzDer Vorsitzende theilte mit, daß fich obiger Bürgern verständigt, sich in acht zu nehmen, es sei etwas ge- ergreifenden Jeremiaden unserer Innungsschwärmer scheinen bei Eingabe 120 württembergische Gemeinden zu ft immend an plant. Sie bestiegen, als es schon dunkel geworden, ihren Wagen ihm fein Echo gefunden zu haben. gefchloffen haben. Es werden daher an die Staatsregierung das und fuhren davon. Doch kaum mochten fie fünf Minuten ge Herr V. hat gefunden, daß in den Vororten, die 1 bis Protofoll der betr. Sigung und die Zustimmungserklärungen der fahren sein, als aus dem Chauffeegraben heraus auf Pferd, Wagen 8 Meilen von Berlin entfernt sind, die Möbeltischlerei mehr in 120 Gemeinden abgehen. und Infassen wieder mit Steinen bombardirt wurde. Das den Hintergrund tritt und fast nur die Bautischlerei zu finden Ungarn. Pferd scheute und jagte im Galopp davon. Später wurden ist, die auch bis vor wenigen Jahrzehnten noch meist handwerks. Budapest, 17. September. Internationaler land. Gendarmen getroffen und denen der Vorfall mitgetheilt. Das mäßig betrieben wurde. Seit dem Ende ber 80er Jahre haben wirthschaftlicher Kongreß. Bet der Frage betreffend feige Gesindel, welches ohne sich fehen zu lassen aus dem Hinter aber in einer großen Bahl diefer Bororte große Bimmereien, die die Regelung des internationalen Verkehrs in landwirthschaft. halt unsere Genossen angriff, verschmähte es nicht, mit großen gewöhnlich mit einer Nußbolshandlung und einer Schneidemühle lichen Produkten führte Ruhland aus, die Umtriebe Steinen zu werfen, obwohl eine Frau mit auf dem Wagen faß. verbunden sind, in immer steigendem Maße angefangen, des Großtapitals brüdten die Preise, die Manis So befolgen die Anhänger des Herrn Pastors Rodick die selbständig Bauarbeiten anzufertigen. Sie find fapitals pulationen ber Börsen richteten die Landwirthschaft zu aber auch in jener Gegend der Sozialismus so start Wurzel ge die Verwendung von Maschinen diesen Unternehmungen eine pulationen ber Börsen richteten die Landwirthschaft zu Borschriften der christlichen Lehre!- In wenigen Jahren wird fräftiger und vor allem giebt der billige Solzbezug und Grunde. Demgegenüber erklärte Schmoller die Aus. führungen des Vorredners für Uebertreibung, schlagen haben, daß Szenen wie die eben geschilderte unmög- des Handwerk erbrüdende Ueberlegenheit". namentlich fei es eine Uebertreibung, die Börse lich find. Herr V. führt dafür ein Beispiel an, das verdient, auch hier für alles verantwortlich zu machen. Lexis. Ein Wahlverein für Schaumburg- Lippe ist kürzlich in mitgetheilt zu werden. Bei einer Submission für die TischlerGöttingen hob hervor, die doppelte Baluta tönne Stadthagen nach einem Vortrage des Genoffen Slomte arbeiten am neuen Schulhaus in Friedrichshagen, zu der nur ben bestehenden Uebeln nicht abbelfen, von einer aus Bielefeld gegründet worden. Reichstags Abgeordneter Einheimische zugelassen wurden, verlangten zwei Meister, die allgemeinen wirthschaftlichen Depression fönne teine Rede sein, Herbert aus Stettin sprach dann über die Thätigkeit des nicht mit Maschinen arbeiteten, 4581 und 3917 Mart, während sondern nur von einer Krise der Landwirthschaft. Dr. Arendi deutschen Reichstages. In einer Resolution, die einstimmig an die beiden großen Bimmermeister, die über Maschinenbetrieb vers vertrat alsdann den bimetallistischen Standpunkt. genommen wurde, stimmte die Versammlung seinen Ausführungen fügen, nur 3410 und 8258 Mart forderten. Aber nicht nur die zu und erflärte für die Verbreitung der Grundsätze unserer Partei Ueberlegenheit der Maschine bringt dem Handwerk den Untermit aller Kraft wirken zu wollen. gang, es ist nach Herrn Voigt auch das billige Arbeitsangebot Polizeiliches, Gerichtliches 2c. der Dorftischler, die, um nur Beschäftigung zu haben, Türkei. Konftantinopel, 17. September. Die Polizei giebt bekannt, stattgefunden hätten. B daß in einem aumenischen Haufe der Vorftadt Stutari eine Wegen angeblicher Verübung groben Unfugs hatte sich für jeden Preis arbeiten. Zwischen diesen beiden auf ihn ein ber Schriftstücken gemacht worden sei und mehrere Berhaftungen Genoffe Coors, vor dem Erfurter Schöffengericht zu verant Lage der Tischlermeister in den größeren Vororten immer worten. Der eine grobe Unfug sollte enthalten sein in Nr. 136 ungünstiger und ihr Untergang fann nur noch Entlassung des Bolizeiministers wegen der jüngsten Massafres Austand der Berliner Metallarbeiter, welcher Bericht mit Selbständigkeit der Tischlermeister beschaffen ist, Konftantinopel( Morning Poft). Der Großvezier bat die ber Thüringer Tribüne", und zwar in einem Bericht über den eine Frage ber Beit fein". Wie aber schon jetzt die verlangt mit der Erklärung, er werde selber seine Entlaffung den Worten schloß: Bir richten an die Metallarbeiter geht aus folgender Mittheilung hervor: nehmen, wenn der Sultan seiner Forderung nicht nachkommen Deutschlands das Ersuchen, uns in unserem Kampfe au waren es noch 18) Tischlermeistern 4 ohne Gesellen und Lehre In Lübbenau arbeiten von 12 vorhandenen( vor 12 Jahren werde. Der Sultan wolle indeffen den Bolizeiminifter nicht fallen unterstüßen und dafür zu sorgen, daß die Streifenben nicht linge und diese haben noch einen Nebenerwerb; 2 von den Laffen und weigere sich auch, die Demission des Großveziers an. Durch andere Kräfte ersetzt werden." Die zweite Strafthat Meistern geben als Tagelöhner auf Feldarbeit; 1 ist im Sommer zunehmen. wurde erblickt in Nr. 157 der Thür. Tribüne". Selbige brachte stahnführer im Spreewald und der vierte verrichtet Botengänge Afien. einen aus nationalliberalen Blättern entnommenen Artikel zum und ist zeitweilig als Hilfsbriefträger beschäftigt. - Der Aufstand der Eingeborenen auf den Abdruck, der sich mit der Schlußsihung der legten Reichstagss Philippinen wird von den Spaniern den dort ansässigen Session befaßte. Unter der Spigmarke„ Sozialdemokratische befizer; 1 verfertigt Galanteriemöbel und In Betschau sind noch alle 6 vorhandenen Meister Hauss 1 Bauarbeit; Deutschen zur Laft gelegt. Die Spanier wollen jetzt bereits einen Flegelei" erging sich die nationalliberale Presse in einem Wuth- biese beiden scheinen sich in befriedigenden Verhältniffen vollständigen Sieg über die Eingeborenen errungen haben, indeß ausbruch darüber, daß der sozialdemokratische Abgeordnete ift solchen Siegesnachrichten wenig zu trauen. Man hat deren Schmidt beim Raiserhoch figen geblieben war. Es wurde von find, einen verzweifelten Kampf um ihre Existenz zu befinden, während die übrigen, die Möbeltischler ja auch haufenweise aus Kuba erhalten. Was die Beschuldigung flegelhafter Demonstration", Held"," Rourage"," Provotation" tämpfen. Durch Schleuderkonkurrens suchen sie sich über der Deutschen anbetrifft, so geht deren Widersinn schon genügend u. f. w. gesprochen. Zur rechten Würdigung dieses nationalliberalen aus der geringen Bahl der meist des Handels wegen sich in der Ergusses führte nun die Thür. Tribüne" an, daß Genosse Wasser zu halten." Saupstadt Manila aufhaltenden Deutschen hervor. Es giebt dort Schmidt bekanntlich infolge einer Lähmung beider Füße sich nur baltung teine glänzende fein wird Daß bei diefem Rampf um die Existens die Lebensnämlich nur 18 deutsche Firmen und im ganzen zählt die deutsche mühsam fortbewegen könne. Es gehöre schon die ganze Gefühlso aber wirklich noch die Lage eines Meisters einigermaßen glänzende fein wird, ist leicht erklärlich. Rolonie 80 Röpfe. In den spanischen Bezichtigungen bestätigt rohheit und Bedientenhaftigkeit der durch Bildung und Besi erträglich genannt werden kann, da verdankt er es außerordent fich wieder die alte Erfahrung, daß diejenigen, die an den tolos ausgezeichneten Klaffe dazu, einen Mann mit einer Fluth ge- lich günstigen Umständen, wie jener Tischlermeister in Neu- Bittau, nialen Mißwirthschaften schuld find, stets nach einem fremden meiner Schimpfereien zu überschütten, der infolge feines törper- ber mit seinen zwei erwachsenen Söhnen, drei Lehrlingen und Sündenbock suchen.lichen Leidens nicht fähig war, den Chor der Lakaien recht einem, manchmal auch zwei Gesellen fournirte Möbel anfertigt, die Amerika. seitig zu verlaffen. In lezterem Ausdruck wurde nun der grobe nach Berliner Magazinen geliefert werden. Bon ihm sagt Herr Boigt, Unfug entdeckt. Der Gerichtshof erkannte in beiden Fällen daß nur eine ganze Reihe günstiger Umstände( billige Löhne, lange auf Freisprechung. Arbeitszeit, Lehrlingszüchtung, billige Miethe, augenscheinlich auch Die Bielefelder Volts wacht" hatte dem tommandirenden General des 7. Armeekorps die Aufnahme furriren. Wo diese günstigen Umstände nicht vorhanden sind ,. einiges Betriebskapital) es ihm ermöglichen, mit Berlin zu foneiner Berichtigung verweigert, weil sie den preßgefeßlichen Bor- ba ift dann Schmalhans Küchenmeister, und Kartoffeln bilden schriften nicht entsprach. Das Schöffengericht verurtheilte den bie Hauptnahrung", wie bei den beiden Tischlermeistern in Redakteur Genoffen Hoffmann, das Landgericht erkannte aber Gosen, von denen der eine auf die Frage nach seinem Eins Von der Agitation. In dem Dorfe Lüerte bei Wildes. auf Freisprechung. tommen antwortete: Wenn ich wöchentlich 4 Thaler hätte, hausen in Oldenburg hielt Genoffe Kerrl aus Bremen Gegen den Redakteur ber Aug 3 burger Bolts- täme ich schön durch." Diese beiden Tischler sind nach Herrn einen Vortrag über die oldenburgische Landtagswahl. Da es seitung" Genoffen Mattutat, ist ein Prozeß wegen andort nirgends einen Saal für uns giebt, wurde die Bersammlung geblicher Beleidigung der Verwaltung der Mechanischen Spinnerei Boigt an eine niedrige Lebenshaltung gewöhnt, da sie inmitten einer fast durchweg armen Bevölkerung leben"; auf einem Grundstück unter freiem Himmel abgehalten. 80 Ber- und Weberei in Bäumenheim anhängig. Die Beleidigung soll aber, sagt der Verfasser weiter, das Bedenklichste ist fonen etwa wohnten ihr bei; theils umftanden sie den Bureau- in einem Artikel enthalten sein, den die" Volkszeitung" über die nicht die Niedrigkeit der Lebenshaltung an sich, sondern tisch, theils hatten sie sich am Rande eines Grabens nieder Arbeitsverhältnisse jener Fabrit brachte. gelassen. Als Kerrl seinen Vortrag beendet hatte, meldete sich der Umstand, daß die Position dieser Tischler sich unter -Wegen einer Notis über den Untergang des deutschen dem weiteren Vordringen der durch die Magazine ver der Paftor Rodick aus Wildeshausen zum Wort. Nachdem Kriegsschiffs" ltis" ist gegen den Redakteur des Offen- triebenen Möbel beständig verschlechtert" und eine der Gottesmann allerlei Berdächtigungen gegen unfere Partei burger Boltsfreund 3", Genossen Adolf Ged, ein Besserung der Lage dieser Meister ist nicht ab. geschleudert hatte, führte er nach Angabe des„ Delmenhorster Beleidigungsprozeß anhängig. Wen er beleidigt haben soll, weiß au sehen". Daß dieser unablässige Kampf um die Existenz Boltsblattes" folgendes aus: Die oldenburgische Gesinde- Ordnung auch schließlich den Kleinmeister rabiat machen muß, scheint den ist die beste von ganz Deutschland. Das Gesinde ist mit der Weil die Tagesordnung Politische und wirthschaftliche Berfasser recht schmerzlich zu berühren und mit schwerem Herzen felben zufrieden, es will teine andere haben und kein Mensch in Tagesfragen, Diskussion" zu unbestimmt sei, so daß die Polizei fommt er zu dem Geständniß, daß während früher die Be ganz Oldenburg, außer Sozialdemokraten, denkt an Aenderung den Zweck der Versammlung nicht zu erkennen vermöge, ist eine völkerung ihr arbeitsreiches" und freudenarmes" Dasein zus der Gesinde Ordnung. Das Gesinde muß in heilsamer, häus Bersammlung in ungenau bei Burgstädt in Sachsen, wo frieden ertrug, und als etwas selbstverständliches hinnahm, diefer licher Bucht erhalten und zur Sparsamkeit herangezogen werden. Reichstags- Abgeordneter 2ütgenau sprechen sollte, von der Geist der Resignation im Schwinden begriffen sei; so daß in Die Knechte und Tagelöhner stehen sich hier gut. Sehen Sie, da Amtshauptmannschaft zu Rochlitz verboten worden. Es wurde den drei Dörfern( Werlfee, Gemeinde Neu- Bittan, Gofen) bei den stehen Rutscher und Tagelöhner( der Redner zeigt mit dem Finger nun eine neue Versammlung angemeldet, die die Tagesordnung letzten Reichstagswahlen zahlreiche sozialdemokratische Stimmauf dieselben), die haben sogar ühren in der Tasche. Der Land- haben sollte:" Die Parteien im Parlament und das Volt". zettel abgegeben find. New- York, 17. September. Der tubanische In furgenten General Roloff ist unter der Anschuldigung verhaftet worden, an einem Freibeuterzuge nach Ruba theilgenommen zu haben. = Partei- Nachrichten. H er noch nicht. " " Moderne Kulturs " tag war, das bezeuge ich, mit der Anstellung eines geistlichen Als Referent war wieder Genosse Lütgenau in Aussicht genommen, In der Galanterie- Möbelfabrikation weiß der Verfasser über Schulmannes einverstanden, derfelbe wollte nur einen Mann da er aber nicht kommen konnte, erschien in der Versammlung die Auffangung des Kleinhandwerks zu berichten; früher selbsthaben, der in der Schulfrage fachlich gebildet war. Die Lehrer die diesmal von der Amtshauptmannschaft nicht verboten worden ständige Meister sind jetzt vollständig von dem Kaufmann ab find frei und stehen garnichts aus; ich selbst führe als Geistlicher war der Parteigenosse Arno Reichard aus Dresden. Als hängig, für den fie arbeiten, und die fapitalschwächeren Betriebe die Schulaufsicht hier. Stehen Sie was aus? Wo sind denn ihm der Vorsitzende das Wort ertheilt hatte, stand der über- find in brückender Abhängigkeit von Berliner Großhändlern". meine Lehrer hier?( Der Redner breht sich im Kreise herum wachende Beamte auf und erklärte die Versammlung für auf Schon seit den Gründerjahren hat sich die Maschine hier bas und sagt dann:) Da sind sie ja! Stehen Sie was aus? gelöst, weil Herr Reichard nicht der Feld git erobern verstanden und fo fämpft das Die Sächsische Arbeiter Beitung" bemerkt Sleingewerbe so wiederhole ich die Frage.( Einige junge Leute schütteln mit richtige" sei. einen verzweifelten aber aussichts. bem Kopfe.) Da haben wir's, fährt der Redner fort, die zu diesem Vorkommniß, das die sächsischen Verhältnisse wieder lofen Rampf um seine Existenz". Der Bericht konstatirt Lehrer find frei. Was über den Bahnbau gesprochen, ist eben fo recht kennzeichnet:„ Beschwerde gegen diese gänzlich unzulässige bann ferner, daß in Lübbenau schon heute eine falls Unsinn. Die Minister tönnen für ihre Handlungen nicht und unbegründete Auflösung wird eingereicht. Es ist durch mehr Fabrik mehr Arbeiter beschäftigt, als alle Handwerksmeister verantwortlich gemacht werden, dann würden wir gar keinen wie eine Beschwerde festgestellt worden, daß das Vereinsgefeß nicht zusammengenommen, und daß in dieser Fabrik ein Theil der Minister mehr bekommen. Ueber Bahnen ist im Landtage die geringste Handhabe zu derartigen Versammlungsauflösungen früheren Meister seine Zuflucht suchen mußte. Drei ehemalige allerlei gefafelt worden. Von uns hat man gesagt, als wir eine bietet. Das braucht aber ein Polizeibeamter nicht zu wissen, Tischlermeister, zwei Bildhauer und einige Drechslermeister sind Bahn haben wollten, die Wildeshauser find Schafstöpfe, aber denn erstens braucht er für den Schaden nicht aufzukommen, der jetzt in dieser Fabrik beschäftigt. So tommt die Uebers wir find feine Schafstöpfe, das merten Sie wohl. Im Land- den Veranstaltern aus der Auflösung erwächst und zweitens wird legenheit der Großindustrie und die Proletaris tage müssen Rompromiffe gefchloffen werden, hier heißt es: er ja auch nicht bestraft wegen Vergehen gegen das Vereinsgefeß, firung des Handwerks allen deutlich zum Bes giebst du mir etwas, gebe ich dir etwas. Der Schacher ist wie es etwa dem Staatsbürger geht, der aus Unkenntniß einen wußtsein." Dieses Bewußtsein scheint sich in der That sogar nothwendig und nicht zu entbehren. Die Verfassung in Oldenburg leinen Verstoß gegen das Gefeß begeht." den Meistern aufzudrängen. ist eine glückliche, auch das Wahlrecht ist gut; Beamte müssen sich In einem Bortrag über Haben doch schon vor 10 Jahren die Tischlermeister in unter den Landtags- Abgeordneten befinden, denn die Beamten wissen bilder", den er am 5. September im Wahlverein in Schwein- Lübbenau ihre Innung aufgelöst, weil sie nichts helfen kann und von Allem Bescheid und befolgen nicht den Grundsay" Weß Brot ich furt gehalten hat, soll Genosse Fülle aus Würzburg Gen- nur Geld kostet". Alle sind, wie der Berichterstatter mittheilt, esse, deß Lied ich finge". Die Armen werden geehrt und ordent darmen, Schußmänner, Gefängnißbeamte und den Teufel in davon überzeugt, daß dem Tischlerhandwerk nicht zu helfen ist". lich bestattet, Armuth wird nicht als Schande betrachtet, Arme einer Person genannt haben, als er die Behandlung besprach, In Lübbenau sind von den vorhandenen Tischlermeistern nur haben wir überhaupt nicht. Die Arbeiter in den Fabriken werden die die sozialdemokratischen Redakteure Pötsch, Kaufmann und zwei in gesicherter Position; davon betreibt der eine Holzhandel alt, ich habe solche gesehen, die über 70 Jahre alt, noch rüftig Rauch während ihrer Gefangenschaft zu erdulden hatten. Im nebenbei. Beide sind aber schon alte Leute und sie sind wie an den Maschinen arbeiteten. Die Arbeiter sind zu leichtsinnig, Grmittelungsverfahren beftritt Fülle, eine solche Aeußerung ge- alle übrigen von tiefer Designation erfüllt": Wer es sie verschlemmen und verthun ihren Verdienst und vergeffen than zu haben, wohl aber habe er von der bürgerlichen Bresse in der Jugend wahrgenommen hat, tann es im darüber die Pflege ihres Körpers. Sie verdienen viel Geld und gesprochen, die die größten Teufeleien ruhig hinnehme, wenn Alter eben aushalten; aber die jungen Leute tönnen fönnten sparen. Die Arbeiter haben tein Recht, im Oldenburger fie gegen Sozialdemokraten gerichtet seien." Landtage vertreten zu sein, wir brauchen dort keine Arbeiter. Die Arbeiter haben Schulbildung genug, fie haben kein Recht, in höheren Bildungsanstalten zu sein, höchstens die Der Niedergang des Handwerks Kinder der kleinen Geschäftsleute und der kleinen Landleute. hältniß zwischen Meistern und Gesellen noch einen patriarchalischen Die Sozialdemokraten wollen die Ehe abschaffen. Bebel hat in Tischlerei und Drechslerei. Anstrich; Gesellen wie Lehrlinge effen mit am Tische des ein Buch über die freie Liebe geschrieben. Bebel ist Junggesell, Soweit uns die Berichte über die vom Verein für Sozial- Meisters, wohnen bei ihm und theilen so seine Freuden und denn sonst hätte ihm seine Frau die Augen ansgefragt. Unfere politit" veranlaßten Untersuchungen über die Lage des Hand Leiden". So ganz gleichmäßig wird wohl Freud und Leid Kleinen Landleute stehen sich sehr gut, früher fuhren sie auf werts vorliegen, haben sie den Beweis erbracht, daß in fait nicht getheilt werden, wenigstens kann man das daraus schließen, einem Erbfenftrohwagen, jest fabren fie in der Rutsche. Sie allen Industrien das Rapital feinen fiegreichen Einzug gehalten daß die Gesellen nur bei den größeren Meistern mit dem Essen zutönnen gar nicht durch das Großkapital verschlungen werden, hat und damit den handwerksmäßigen Betrieben immer mehr die frieden sind, und daß besonders lebhaft über die Schlafräume Eine soziale Frage ist nicht vorhanden, wir sind vollständig aus Möglichkeit der Existenz beraubt und sie dem Untergange geweiht geklagt wird, die meist zu flein, niedrig, schlecht ventilirt und frieden und folgen der Lehre Jesus Christus. hat. Dieser Siegeszug des Kapitals hat aber Noth und Elend im Winter häufig zu falt sind. In Lübbenau hatten die GeGenosse Kerr wies in seiner Erwiderung auf diefen in seinem Gefolge; Noth und Glend nicht nur für die Arbeiter, fellen nur bei zwei Meistern eine besondere Schlafkammer, bei Gallimathias zunächst das unberechtigte der Angriffe nach, die der die durch den verbesserten Produktionsprozeß zur Arbeitslosigkeit allen übrigen fchliefen sie auf dem Bretterboden. Herr Pastor gegen unsere Partei gerichtet hatte, wobei er ihm das verdammt werden, sondern auch für die versinkenden Mittel- Auch in bezug auf die Arbeitszeit hat Herr Voigt nur ungünstige 8. Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugniß reden wider Deinen schichten, für den untergehenden Handwerkerstand. Herr Verhältnisse vorgefunden. In Lübbenau ist die Arbeitszeit nur Nächsten" eindringlich zu Gemüthe führte, und dann erläuterte Paul Voigt, der sich schon früher durch seine Unter- bei den( 2) größeren Meistern geregelt und dauert hier 11 Stunden. er dem Herrn die so gepriesene oldenburgische Gesinde- Ordnung, fuchungen über die Lage des Tischlerhandwerkes in Berlin Bei den fleineren Meistern richtet sie sich nach der schwankenden wobei sich herausstellte, daß der Pastor diefe gar nicht fannte. vortheilhaft bekannt gemacht hat, veröffentlicht nunmehr das Arbeitsgelegenheit; oft genug wird bis in die Nacht hinein und Ebenso wenig wußte der Geistliche über die Landtags Berhand- Resultat feiner Untersuchungen über die Lage des Handwerks in auch Sonntags gearbeitet". lungen Fe cheid. Kurz, der Pastor wurde mit folchem Erfolge Tischlerei und Drechslerei in einigen Vororten Berlins und in abgeführt, daß seine Anhänger in ihrer Wuth wie die Wilden einer Reihe von Orten des Spreewalds. Die fleißige Arbeit hat nichts mehr in der Tischlerei werden", meinten beide. Leben die Meister schon unter elenden Verhält fchließen. In Lübbenau, Lübben und Betschau hat das Ver. Und troß dieser langen Arbeitszeit konstatirt der Verfasser ( neben freier Roft und Wohnung) durchschnittliche Wochenlöhne nun 味 " in Lübben 6-7 M., in Betschau 5-6 M. und in Lübbenau 31 Graf v. Schwerin, der diese Sachen bei der Regierung zu be-| Woche betragen und gute Arbeiterinnen follen es gar bis bis 4 M. Wem will es da verwundern, daß die Gesellen mit arbeiten hat, wieder den Mitgliedern der Allgemeinen Kranten- auf 20 bis 24 M. pro Woche bringen. Und dabei sollen der diesen schlechten Verhältnissen unzufrieden sind, trotzdem sie bis- und Sterbetasse der Metallarbeiter verboten, ein Zanz- artige Arbeitskräfte knapp sein. Das letztere ist wohl so zu vers her von dem„ verheßenden" Einfluß der Sozialdemokratie verschont tränzchen abzuhalten. Selbstverständlich sollte kein Pfennig aus stehen, daß es wenige Arbeiterinnen giebt, welche diese Lohngeblieben find, da sie sich von der politischen und gewerkschaft der Kaffe dazu verwandt werden. Man fragt fich da doch, fäße verdienen. Darin hat der Konfektionär" ficherlich recht, lichen Arbeiterbewegung fast ausnahmslos ferngehalten haben." was um alles in der Welt denn eigentlich diese fortwährende auch vergißt er anzugeben, wie lang die Arbeitszeit in der beAber troß dieser Bedürfnißlosigkeit der Gesellen greifen Bevormundung erwachsener Menschen durch die Regierung be- rühmten Woche" ist, wo 20 bis 24 m. verdient werden. Das die Meister zu den noch billigeren zugereisten Arbeits- deuten foll? Fabrikantenblatt wirft ferner den der Berliner Konfettion feru fräften. In allen Drei vorgenannten Städten bietet In Geringswalde in Sachsen streiken die Möbel stehenden Kreisen" vor, von auswärts zugezogenen Dienstmädchen, das Lehrlingswesen„ ein sehr unerfreuliches Bild" Bauernmädchen, Tagelöhnerinnen, die nichts anderes könnten als polirer. und weiter heißt es in dem Bericht: die Zahl der Lehrlinge nähen", als Konfektionsarbeiterinnen zu betrachten und rechnet überschreitet das zulässige Maß bei weitem, Am Porzellanarbeiterftreik in Triptis in Thüringen es der Konfektion zur hohen Ehre an, daß sie dieses Arbeiterund man kann von einer fyftematisch betriebenen Lehrlings: find rund 100 Mitglieder des Charlottenburger Porzellan- Proletariat, da 3 die Arbeit in den meisten Fällen zuchterei sprechen." Einige Meister halten drei bis vier Lehrlinge, in folgendem. An die Arbeiterinnen der Fabrik war von den werbe benutt, auf irgend eine Art und Weise bearbeiterverbandes betheiligt. Die Ursache der Differenzen besteht nur als Aushängeschild für ein anderes Ges ohne einen Gesellen zu beschäftigen" und von einem Meister wird mitgetheilt, daß er bei seinem 50jährigen Beitritt zu dieser Organisation einlud. Der Oberdreher, der dem find ehrliche Arbeiterinnen wohl nie verdächtigt worden. Richtig einem Meister wird mitgetheilt, daß er bei seinem 50jährigen Verbandsmitgliedern ein Flugblatt vertheilt worden, das sie zum schäftigt und der Stadt eine Laft abnimmt". Schmachvoller Meisterjubiläum den sechzigsten Lehrling freisprechen laffen konnte. In Lübbenau, wo sich infolge äußerer Um- Magdeburger Verbande angehört, zerriß ein solches Flugblatt und ist allerdings, daß es in der Konfektion genug weibliche Elemente stände das Handwerk noch am besten erhalten hat, waren bei veranlaßte die Direktion, fünf Verbandsmitgliedern zu fündigen. giebt, welche die Arbeit nur als Aushängeschild für ein anderes 10 Jnnungsmeistern 11 Gesellen, aber fünfundzwanzig Das Personal betrachtete aber die Kündigung als Maßregelung näher stehenden Kreisen suchen, als in den Reihen der armen Als Grund der Kündigung wurde Materialmangel angegeben. Bewerbe" betrachten, diese möge aber der Konfektionär" in ihm Lehrlinge beschäftigt. In Friedrichshagen, wo der Ber- und verlangte ihre Zurücknahme, wobei es sich zu beschränkter Arbeiterinnen, die sich ihr färgliches Brot fauer verdienen. Wenn vor sich gegangen ist, waren früher im Sommer etwa 30 Gefellen Arbeitszeit verstand, wenn wirklich Materialmangel vorhanden diese der Prostitution in die Arme getrieben werden, so ist hieran beschäftigt, im Berichtsjahre hatten nur noch 4 ihre Be- lei. Bu gleicher Zeit wurde für eine Sorte Kuchenteller eine lediglich die in der Konfektion herrschende Ausbeutung schuld. Preiserhöhung von 2,50 auf 5 M. gefordert, statt 5 Pf. für pro fchäftigung; dagegen ist die Zahl der Lehrlinge Schlag Masse beanspruchten die Dreher einen wöchentlichen Abzug begiebt, geht daraus hervor, daß er im vorigen Jahre über die In welchen Widerspruch sich übrigens der Konfettionär" ziemlich die gleiche geblieben. Die Köpenicker 3 Tischlerinnung, zu der bie Orte Köpenick, Friedrichsfelde, Grünau von 8 pt.; die Maler verlangten das Geschirr gereinigt auf den Löhne der Mäntelnäherinnen schrieb:„ Diese billigen Löhne sind Tischlerinnung, zu der die Orte Köpenick, Friedrichsfelde, Grünau Arbeitsplatz und wöchentlich zweimalige Reinigung ihrer Werf jezt auf einem Standpunkte angelangt, der nicht mehr übertroffen und Glienicke gehören, find in 4 Jahren von 17 Meistern statt. Die mit der Direktion gepflogenen Verhandlungen führten werden kann..." An anderer Stelle heißt es:„ Die Mäntel 34 Lehrlinge ausgebildet und der Bericht konstatirt, daß. feit den 80er Jabren, seitdem sich die Lage des Handwerks zu feinem bestimmten Resultat und als einem Dreher die Arbeit näherin verdiente früber viel; augenblicklich aber" giebt es für feit den 80er Jahren, seitdem sich die Lage des Handwerks weggenommen wurde, machte sich die Erbitterung des Personals ein Jacket nur noch 0,90 Mart, oft noch weniger, für einen wesentlich verschlechtert hat, die Zahl der Lehrlinge durch sofortige Einstellung der Arbeit Luft, fodaß der zur Ver Bersen bedeutend gewachsen ist. Damit ist dieser Art der Regenmantel 1,25 Mark. Und weiter: Die Anfängerin Lehrlings ausbildung ein vernichtendes Urtheil gesprochen bei seinem Eintreffen den Streit bereits im Gange fand. Nach Arbeiterinnen es mittlung abgefandte Vertreter des Charlottenburger Vorstands erwirbt 5 bis 8 M. wöchentlich, während tüchtige alte Nicht darum nimmt der Meister Lehrlinge auf, um sie zu tüchtigen Ausbruch des Streits sind es auf 9 bis 12 M. bringen. Unter tüchtig Arbeitern heranzubilden, sondern weil er in ihnen billige aufgestellt worden: Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden; treisen, z. B. der Mäntelkonfektion, verdienen geübte, ge folgende Forderungen versteht man in Berlin aber sehr viel. In einigen Geschäfts Arbeitskräfte fieht; rekrutiren sich doch die Lehrlinge aus der Arbeiterbevölkerung, was braucht es da noch etwa tüchtiger Aus- Regelung des Goldverkaufs; fünfprozentige Lohnerhöhung; Erfchidte Arbeiterinnen bis zu 15 M. wöchentlich, auch bildung, schickt doch selbst der Obermeister der Tischlerinnung in höhung des Preiſes für die betreffenden Kuchenteller von 2,50 wohl mehr, wenn sie die halbe Nacht mit zum Arbeitstag rechnen. bildung, schickt doch selbst der Obermeister der Tischlerinnung in auf 5 W.; statt 5 Bi. pro Schlag Maffe eine dreiprozentige Solche Ausrahmen sind nicht maßgebend. Gewöhnlich bringen Köpenick feine Lehrlinge nicht in die städtische Fortbildungsschule, Kürzung des Wochenverdienstes; Anerkennung einer Preissie es nicht höher als auf 9 M." Kommentar überflüssig. weil er es für überflüssig hält". Aus den Städten des Spreewaldes wird mitgetheilt, daß bei einigen zeit an ſtelle von Entlassungen; das Geschirr den Malern an den tommission; bei Geschirr oder Massemangel beschränkte Arbeitsleber die wirthschaftliche Lage der Metallarbeiter in Meistern mit größerer Landwirthschaft die Lehrlinge sehr start Arbeitsplatz gereinigt bringen zu lassen und die Malerei wöchent Bern hat der dortige Arbeiterfetretär, Genoffe Dr. lich zweimal zu kehren; Entlassung des jetzigen Oberdrehers. Wassilieff, eine Broschüre veröffentlicht, deren Grundlage Im großen und ganzen nicht schlecht soll nach dem Ver- Was den Goldverkauf betrifft, so wird behauptet, daß die eine umfassende statistische Erhebung bildet, die in den ersten faffer die praktische Ausbildung des Lehrlings in Lübbenau Firma, die das Gold selbst fabrizire, 10 Gramm davon sonst Monaten dieses Jahres stattfand und das Jahr 1895 betrifft. fein, wo er nacheinander Kinderiärge, einfache Bettſtellen u. f. w. mit 4,50 m. verkause, während die Maler 5 M. dafür bezahlen Von 661 Arbeitern, wovon 355 gewerkschaftlich organisirt, und im letzten Jahre mit Hilfe eines Gesellen fournirte betheiligten sich 514 an der Enquete und zwar die Möbel anfertigt, aber auch hier nimmt die Berliner Kon- müßten. In einer Bekanntmachung an die Einwohner von Triptis Rlempner( 63), Heizer und Maschinisten( 42) mit je turrenz dem Meiſter die Möbelproduktion aus der Hand und bezeichnet die Firma die Streifenden als kontraktbrüchig und 84 pt., die Monteure und Installateure( 41) mit 82 pt., die damit verschlechtert sich auch die praktische Ausbildung der Lehrlinge, die schon um deswillen nicht gut sein fann, weil es fünt gerichtliches Vorgehen an, wenn sie die Arbeit nicht bis Schmiede( 44) mit 80 pct., dito die Blechdosenarbeiter( 12), die Mechaniker( 105) mit 70 pCt., Gießer( 10) mit 62 pet. und in den Kleinstädten an Bildhauern fehlt und aus diesem Grunde zu em bestimmten Datum wieder aufnähmen. feine befferen Arbeiten angefertigt werden können. In Neumarkt in der Oberpfalz stehen die Polirer und Schlosser( 132) mit 58 pбt. Um die von den Arbeitern gemachten Lohnangaben auf ihre Richtigkeit zu kontrolliren, machte Herr Voigt wirft auch die Frage auf, wie angesichts aller Schleifer der dortigen Fahrrad Fabrit im Streit. diefer günstigen Umstände, billige Löhne und lange Arbeitszeit u. f. w., Der Buchdrucker Streit in Heilbronn, über den wir Genoffe Waffilieff eine Stichprobe mit den Lohnliften der Tele. die kleinen Meister doch nicht mit Berliner Fabrikaten fonkurriren schon furz berichteten, dauert unverändert fort. Bon zirka 70 graphenwerkstätte von Dr. Hasler, welche die Richtigkeit der Arbeiterangaben zeigte. fönnen, und er tommt dabei zu dem von uns so oft auss ausstehenden Gehilfen traten zirka 30 wieder in ihre Stellen in lassen; die erste umfaßt alle Löhne bis zu 3 und 4 Fr., die Wassilieff machte fünf 2ohn. gesprochenen Resultat, daß dem höheren Arbeitslohn auch eine der„ Neckar Zeitung" ein, da der Tarif dafelbft bedingungslos zweite von 4 bis 4,80 Fr., die dritte 4,80 bis 5 Fr., die vierte weit größere Arbeitsleistung entspricht. Die Spezialisirung des eingeführt wurde; ferner bewilligten zwei kleinere Firmen. Die 5 bis 6 Fr. und die fünfte über 6 Fr. pro Tag. Von den Gewerbes und der Affordlohn lasse den Berliner Gesellen in voltsparteiliche Heilbronner Beitung", die sonst immer 514 Arbeitern gehören an: der I. Lohnklasse 31,5 pet.( 162), weit fürzerer Arbeitszeit ein viel größeres Quantum Arbeit leisten." von Arbeiterfreundlichkeit trieft, hatte ebenfalls die Bewilligung der II. 40,1 pct.( 206), der III. 10,1 pct.( 52), ber IV. 11,5 pt. Ein recht trübes Bild, fagt der Verfasser, haben seine Unter- zugefagt, fonnte es aber nicht unterlassen, einige Arbeiter 3( 59) und der V. 6,8 pt.( 35). In zwei Haupttlaffen zusammen suchungen über die Lage des Handwerts entrollt. Die maßregeln, worauf das gesammte Personal wieder einmüthig die gefaßt verdienen 81,7 pet. unter und bis 5 Fr. und 18,8 pt. Drechslerei ist in völligem Berfall begriffen." Mode und Technik Arbeit niederlegte. mehr als 5 Fr. Der Vergleich der einzelnen Branchen zeigt aber haben das Produktionsgebiet eingeengt und auf dem verbliebenten Aus Brüssel berichtet die Rölnische Zeitung": Die große Verschiedenheiten. Während zum Beispiel von den Felde dringt die Fabrik fiegreich vor". Die Möbeltischlerei und Wiedereröffnung der Tischlerwerkstätten durch die Meifter am Mechanikern 65,7 pet. unter 5 Fr., 34,3 pCt. aber darüber ver die Stuhlfabrikation sind bereits an kapitalfräitige Großbetriebe 15. September hat bis jetzt nicht ben gewünschten Er- dienen, ist dieses Verhältniß bei den schlechteft gestellten übergegangen. Für die fournirten Gebrauchsmöbel wird Berlin folg gehabt. Neuerdings wollen auch die Arbeiter der Schmieden 97,7 pct. und 2,3 pct., bei den Klempnern 92 und 8pCt., bald das Monopol erobert haben und so wird der Kleinmeister Solsägemühlen sich den Ausständigen anschließen. Die bei den Schlossern 85,8 und 14,2 pCt. und bei allen andern gezwungen, sich mehr auf die Produktion fleinerer Möbel vereinigten Tischlermeister erklärten in einer Versammlung am Metallarbeitern 81,7 und 18,3 pt. Bemerkenswerth ist, daß zu beschränken, bis auch hier die Maschine den Meister zum Dienntag fämmtliche Arbeiter, die sich nicht in den Werkstätten von den 35 Arbeitern, welche mehr als 6 Fr. pro Tag verdienen, Heimarbeiter degradirt hat. So arbeiten alle Verhältnisse auf den Untergang des Hand gestellt haben, für entlassen. Die Ausständigen werden öffentlich allein 29 im Dienste der Eidgenossenschaft( Waffenfabrik), des werts. Vorbei ist es mit der alten Innungsherrlichkeit. Wo aufgefordert, unverzüglich ihre Werkzeuge abzuholen. früher der Jnnungsmeister sein patriarchalisches Dasein führte, da versucht es jetzt der Fabrikpascha, dem Arbeiter die Faust in den Nacken zu setzen. Aber auch die Arbeiterbewegung ist eine zu; Zielen, die für die Arbeiterklasse die langerfehnte Befreiung bei den landwirthschaftlichen Arbeiten helfen müssen". Soziales. Kantons oder der Gemeinde stehen. Arbeitslos waren von 431 Arbeitern im Erhebungsjahre 99 und zwar zusammen 3307 Tage; Militärdienst leisteten 125 Mann und gwar 2865 Tage und trant waren 248 Arbeiter zuandere geworden; mit veränderter Taktik strebt fie neuen Zielen und Umgegend ist der Redaktion der„ Reußischen Tribüne" auf zusammen 489 Kinder haben, Eine schwarze Liste der Bauunternehmer Gera's fammen 2161 Tage. Verheirathet waren 248 Arbeiter, welche 26 pCt. derselben bezahlen bringen werden, die aber auch dem Handwerksmeister nicht den Tisch geweht worden. Der Liste ist folgendes Bitular für ihre sehr geringen Wohnungen bis zu 250 Fr., ,, Vertraulich! 61 pCt. bis zu 400 Fr. und 13 pCt. bis zu 600 Fr. pro Jahr. Die ledigen Metallarbeiter zahlen für das Logis 9 bis 21 Fr. pro Monat und darüber, im Durchschnitt 12,20 Fr. pro Monat. Für die Ro ft beträgt der monatliche Preis 30 bis 60 Fr., im Durchschnitt 42,60 Fr. Die Arbeitszeit in den Fabriken 10 Stunden, bei den Schmieden 10/2 bis beträgt Stunden; in der eidgenössischen Waffenfabrik wird als Meister aber als Menschen ein Recht auf Existenz gewähren werden. Gewerkschaftliches. Achtung, Holzarbeiter, Berlins! Am Montag, den 7. September, haben die Drechsler mit Zustimmung des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes die Arbeit niedergelegt. Der Verlauf des Streits ist bis jetzt günstig, da die große Mehrzahl der Drechsler die Forderungen bewilligt erhalten hat. Jedoch ift noch ein Theil der Kollegen, und zwar der am schlechtesten bezahlte, ausständig; diese Kollegen aufs träftigste zu unter ftüßen, ist unsere Pflicht. Es darf auf keinen Fall geschehen, daß die am erbärmlichst bezahlten Arbeiter wegen ungenügender Unterstützung die Arbeit aufnehmen müssen. Wir ersuchen Euch deshalb, Eure Mitglieds, sowie Extrabeiträge zum Streitfonds regelmäßig zu zahlen, damit stets Mittel flüssig sind. Gleichzeitig erinnern wir Euch daran, daß die Agitation für Anschluß an die Organisation nicht erlahmen darf, da gerade in legter Zeit die Tischlermeister in der Innung sowohl als in der Freien Bereinigung die größten Anstrengungen machen, ihre Kollegen zur Organisation heranzuziehen zu dem ausgesprochenen Zweck, fich gegen die Gefellen zu rüsten. Alles nähere in der nächsten Verfrauensmänner- Versammlung, die am Mittwoch stattfindet. Die Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiter Verbandes. beigegeben: Geehrter Herr! In der Anlage überreiche ich Ihnen zufolge Beschlusses der gestrigen Versammlung das entgiltig angenommene Verzeichniß derjenigen Streifführer, die von den Mitgliedern der freien Vereinigung absolut nicht in Arbeit ge nommen werden dürfen bezw. fofort wieder zu entlaffen sind, falls der oder jener hier: 9/2 Stunden, in den Fabriken der Umgebung 11 Stunden gevon wider Erwarten bereits eingestellt sein follte. Hierbei bemerke ich ergebenft, daß es Ehrensa che eines jeden Mitgliedes ist, den Beschluß zu respektiren, da allen der freien Vereinigung nicht angehörenden Baugeschäftsinhabern und auch selbst denjenigen Mitgliedern, welche die gefaßten Be schlüsse nicht befolgen, die Materialien nach wie vor entzogen werden sollen. Ferner wurde beschlossen, auch weiterhin feine Gefellen ans zunehmen, die nicht einen ordningsmäßigen Entlassungsschein ihres früheren Arbeitgebers vorlegen können, und zunächst die freie Vereinigung nicht aufzulösen, da über weitere wichtige Punkte in den nächsten Versammlungen berathen werden soll. Gera, den 29. Juli 1896. Ichi bun 11 arbeitet. Nacht- und Sonntagsarbeit tommt mit Ausnahme der Gasfabrik felten vor. Die Lohnzahlung erfolgt 14 tägig. Die Akkordarbeit ist in den Fabriken start verbreitet. Das Lehrlingswefen ist nicht geregelt, so daß bei Schlossermeistern auf 3 bis 4 Arbeiter 5 bis 6 Lehrlinge tommen. Die Arbeiter find in acht Fachvereinen organifirt, welche miteinander einen Kartellverband bilden. Beachtenswerth ist, daß Ende 1895 nach Veröffent lichung der Ergebnisse des ersten lohnstatistischen Versuchs die geringen Löbne in zwei Geschäften erhöht wurden. Unterstützung der Ausländer in der Schweiz. Aus Zürich wird uns geschrieben: Auf der jüngst in Murten abgehaltenen Generalversammlung der schweizerischen gemeinnützigen Gesellschaft wurde von Dr. Schmid aus Zürich in einem Vortrage über die Unterstügung der Ausländer in der Schweiz mitgetheilt, daß die Zahl der in der Schweiz lebenden Ausländer 229 650 und der im Auslande lebenden Schweizer Der Vorsitzende der freien Vereinigung der Baugeschäfte 260 000 beträgt. In den drei über die behandelte Frage auf für Gera und Umgegend. Derlammlungen. gestellten Schluß.besen wird erklärt, daß ein Ausländer, der Louis Jahn." innerhalb der ersten drei Monate seines Aufenthaltes in der Achtung, Glaser Berlins und Umgegend! Laut Beschluß der letzten Versammlung hat in den Werfstätten, wo unsere Die Anlage enthält die Namen von 25 mißliebig gewordenen Schweiz unterstüßungsbedürftig wird, unter Boranzeige an die Maurern. Forderung Sonnabend, ben 19. b. M. nicht bewilligt wird, die auswärtige Behörde kurzerhand repatriirt werden kann; ist er Arbeit zu ruhen. Die Kollegen haben nun die Pflicht, dafür zu widerspricht, sein Herausgeber also strafbar wäre, braucht wohl Transportfähigkeit gewartet werden. Der längere Zeit in der Daß das Birkular dem Gesetz in verschiedenen Punkten nicht transportfähig, so soll mit der Heimbeförderung bis zur forgen, daß in der Versammlung, die am Sonntag, den 20. Sept., nicht noch nachgewiesen zu werden, wenn man sich erinnert, Schweiz wohnende Ausländer wird im Falle seiner vorüber. vormittags 10 Uhr, Kommandantenstraße 20, abgehalten wird, aus jeder Werkstatt das Resultat mitgetheilt werden fann. Bur wegen welcher Lappalien in Deutschland Arbeiter schon vergehenden Hilfsbedürftigkeit ziemlich weitgehend unterstützt, jedoch Klarlegung der Situation muß möglichst genau Bericht erstattet urtheilt worden sind, bie im Lohntampfe ftanden. Vielleicht nie in gleichem Maße wie der Gemeindebürger. werden, wie sich die Unternehmer zu den einzelnen Forderungen schreitet die Geraer Staatsanwaltschaft gegen das Verfahren der gestellt haben. Ich ersuche nun jeden Kollegen, in der Ver- in Rede stehenden Unternehmerfoalition ein, vielleicht auch nicht. fammlung pünktlich zu erscheinen. J. B.: W. Starte, Ber- Da an strenge Bestrafung der Unternehmer nicht zu benten ist, trauensmann der Glafer Berlins und Umgegend. würde ein Strafverfahren nicht viel an der Sache ändern. Die Freie Vereinigung der Kaufleute hatte am MittOb in diefer, ob in jener Form, die Unternehmer ver- woch, den 16. d. M. wiederum mit ihren Vortragsabenden be Ortsverein Charlottenburger Buchdrucker. Die zum zichten unter den gegenwärtigen Umständen nicht darauf, die gonnen, die regelmäßig alle 14 Tage stattfinden. Genosse Sonntag, den 20. September, anberaumte Mitgliederversammlung Bertreter der Arbeiter wirthschaftlich todt zu machen. Schuß vor Dr. Weyl sprach über die Lebenshaltung des kaufmännischen wird Umstände halber erst am 27. September, vormittags den Wirkungen der schwarzen Listen gewährt aber die Massen Proletariats. Die gutbesuchte Versammlung gab durch lebhaften 1012 Uhr abgehalten. betheiligung an den Gewertschaften. Es muß Beifall ihre Zustimmung zu den lehrreichen Darlegungen zu er Achtung, Schuhmacher! Der Streit der Ball. mehr und mehr zur Ehrenfache werden, daß jeder Arbeiter tennen. Dem Vortrage schloß sich eine kurze Diskussion an, an schuh- Arbeiter Berlins dauert unverändert fort. Der sowohl der politischen Partei wie auch noch der Gewerkschafts- der sich Penn, Preiß uus Dresden, Wars chow 3ti u. a. m. Geist unter den Streifenden ist ausgezeichnet. An Euch liegt tönnen zwar nicht die Welt aus den Angeln heben, wie die nächsten Vortragsabend, den 30. September, Genosse Timm organisation feines Berufes angehört. Die Gewerkschaften betheiligten. Der Vorsitzende machte noch bekannt, daß am es nun, Kollegen allerorts, uns in unserem gerechten Kampfe zu unterſtüßen, denn unsere Sache ist die Eurige. Die Sendungen politischen Abstinenzler meinen, aber den Unternehmer zu zwingen, über den neuesten sozialpolitischen Kurs sprechen wird. find zu richten an Willner, Schillingstr. 24, im Reſtaurant. den Arbeiter als gleichberechtigten Faktor im Wirthschaftsleben ben Arbeiter als gleichberechtigten Faktor im Wirthschaftsleben Die Agitationskommission der Schuhmacher Berlins. zu behandeln, das können sie und das ist angesichts des heutigen Depeschen und letzte Nachrichten. Zustandes ungeheuer viel werth. " In der Ballschuhfabrik von Michaelis u. Ro. in Auf geradezu perfide Weise operirt der Konfektionär" Gotha, 18. September.( Privattelegramm des Vorwärts".) Hamburg ist ein Streit ausgebrochen. Es wird um in feinem Bemühen, die Arbeiterverhältnisse in der Berliner Ron Auch bei der im vierten Stadtbezirk erfolgten Wahl der Wahl. strenge Fernhaltung des Buzugs ersucht. Die fettion als glänzend darzustellen. Das freiwillige Fabrikanten. Auch bei der im vierten Stadtbezirk erfolgten Wahl der Wahl. Organ wird nicht müde, zu versichern, daß die in der Konfektion männer fiel der Sieg der Sozialdemokratie zu. Agitationskommission der Schuhmacher Berlins. üblichen Löhne die besten seien, welche überhaupt Arbeiterinnen Kopenhagen, 18. September.( W. T. B.) Der Justizin Berlin erhalten. Der Durchschnittsverdienst einer mittel- minister hat heute die Ausweisung des gestern hier verhafteten mäßigen Arbeiterin foll zwölf bis sechzehn Mark pro deutschen Anarchisten Machner verfügt. Aus Hannover wird gemeldet: Es reißt nicht ab mit der Verfolgung der harmlosesten Vereine in Hannover. Jetzt hat Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von Max Wading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen, 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 320. Sonnabend, den 19. September 1896. 13. Jahrg. Oer Vveslsuev Duellpvozetz. Aus Breslau wird uns berichtet: Wegen Beleidi- g u n g des Sekondclieutenauts Buch vom 9. schleswig-holstein« sche» Jnfanlerie-Regiment halte sich am 11. September der verantwortliche Redakteur der„Volkswacht", Genosse Gerhardt, vor dem Breslauer Landgericht zu verantworten. Der That- bestand war solgender: Bor längerer Zeit brachte unser Bruder- orga» gleich anderen Zeitungen die Nachricht von einem Duell zwischen zwei jungen Oifizieren, das auf dem Artillerie-Schieß- platz zu Gülerbogk staltgeiunden hatte. Die Ursache dazu war eine geringfügige, die Wirkung um so schwerer, da nach dreimaligem Kugelwechsel der Lieutenant Buch den Lieutenant L ü h r i n g durch einen Schuß in den Unter leib t ö d t e t e. Die„Vollswacht" hatte dieser Mitlheilung den Satz hinzugefügt:.Nette Vaterlands-Ver theidiger, diese Raufbolde." Diese Bemerkung empsand der Herr Lieutenant als Beleidigung und stellte Strasantrag; die Staatsanwaltschaft aber eröffnete das Verfahren im.öffentlichen Interesse", wie wir in Nr. 290 dieses Blattes bereits deS Näheren aus geführt haben. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 000 M. in anbetracht dessen, daß Gerhardt schon einmal wegen Beleidigung vorbestraft sei.(!) Der Verthcidiger. Herr Rechtsanwalt Urbach widerlegte sehr treffend die Punkte der Anklage, wies auf die gegenwärtige Erregung aller Kreise gegen de» Dnellmord hin und betonte, daß überall die Meinung herrsche, daß Offiziere, Vaterlandsvertbeidiger, nicht um geringer Ursachen willen ihr Leben aufs Spiel zu setzen hätten. Der Staatsanwalt konnte sich aber noch nicht zufrieden gebe», sondern suchte in einer Replik die Ausführungen des Vertheidigers abzuschwächen; so betonte er u. a. erstaunlichcrweise, wenn der Angeklagt v o n d er S t a n d es« hre derOffiziere nichtsver stände, er auch nicht Kritik üben solle. Das Gericht erachtele«in« Beleidigung für vorliegend. D a Duell sei ein öffentlicher Mißstand und die Presse habe das Recht, solche Mißstände zu rügen, in diesem Falle sei jedoch die Form beleidigend. Was strafmildernd in de- tracht gekommen wäre, sei der Umstand, daß zur fraglichen Zeit infolge der vielen Duell« die öffentliche Meinung besonders er- regt gewesen sei und es sei deshalb(wie schon gestern berichtet worden) nur auf 29 M. Geldstrafe erkannt worden. Die Publikation des Urtheils solle in der„Breslauer Vollswacht im.Vorwärts" und im.Hamburger Echo" erfolgen. Wir wollen nur kurz die Ansicht des Staatsanwalls noch erwähnen, wonach jeder, der kein Berständniß für den sogenannten Edrenkodex der Offiziere hat, auch zu den Thaten derselben schweigen solle. Das.zivile Pack", welches noch gerade gut ge»»g ist, Steuern zu zahlen, hat bei seinen nichisatisfaklionsfähigen Ehrbegriffen in die Gepflogenheiten der geheiligten Kaste nicht drein- zureden. Selbstverständlich wird der Vorfall in Breslau keinen ver- ständigen Menschen abHallen, auch serner einen Duellmörder Duellmörder zu nennen, so gleichgiltig es dem sittlich empfindenden Tbeil des Volkes an sich auch ist, ob sich Menschen, die in erster Linie den Staat vor den„Umsturz" schützen sollen, um der nichtigsten Dinge willen gegenseitig über den Hansen schieben Was aber in dem BrcSlauer Preßprozeß von allgemeinem Interesse und charakteristisch für unser« Zustände ist das ist die Thatsache, daß der Staatsanwalt in der Weise, wie geschehen, Stellung genommen hat. obwohl die Verletzung des Gesetzes durch den Duellanten offenkundig war. Wir wollen doch daran«rinnern, daß es die Ausgabe des Instituts der Staatsanwaltschaft ist, dem Rechte Geltung zu verschaffen und wo dasselbe verletzt wurde, dafür Sühne herbei zuführen. Vokales- Nach amtlichen Ermittelungen war der Preis der Roggenbrot« für ein Kilogramm in Pfennigen(im Durch- schnitt von S4 Bäckereien) am 14. Juli er. 29,98 Pf., der niedrigste Preis 16.84 Pf., der höchste Preis 24,39 Pf., am 3. A u g u st er. 29,99 Pf., der niedrigste Preis 16,S6 Pf., der höchste Preis 24,39 Pf. Weizenbrot(Schrippen) für ein Kilogramm in Pfennigen(im Durchschnitt von 34 Bäckereien) am 14. Juli er. 34,96 Pf., der niedrigste Preis 2S,61 Pf., der höchste Preis 42.28 Pf., am 3. A u g u st c r. 3d.13 Pf., der niedrigste Preis 29,29 Pf., der höchste Preis 44,74 Pf. Der Magistrat hat nunmehr dem von der Firma Siemens u. Halske eingereichten Projekte zur Weiterführung der Munpt und HVillenprhafk. Im Friedrich-Wilhelmstädtischcu Theater ist die neue Direktion Samst in wenigen Wochen glücklich von Grabbe aus Moser gekomme». Gestern wurde der„Hypochonder" auf- geführt, jeneS Bild philiströser Hausbackenheit. von der in der rauhe» Welt von heute schwerlich noch irgendwo ein Abglanz anzutreffen sein wird. Man spielte so wacker, wie es nach den hergebrachten Prinzipien des NationallheaterS angängig war und das Publikum, welches das kleine Haus fast bis auf den letzten Platz füllte, amüsirte sich köstlich— entschieden besser jedenfalls als der dem langweiligen Friedrich Barbarossa. So steht denn wohl zu hoffen, daß die Direktion den Fall Grabbe als Jugendsünde betrachten wird, die nun einmal der ersten Reklame wegen begangen werden mußte, aber gottlob zu sonst nichts weiter verpflichtete. Aus der Schaar der im„Hypochonder" Mitwirkenden sei der Damen Meiselbach, Coßmann und Doygel mit geziemender Anerkennung gedacht. Herr Samst gab den Rentier Birkenstock geckenhafter als dieS nöthig gewesen wäre. Im Dentsche« Theater sind die Proben zu„Hannele's Himmelfahrt" unter der Mitwirkung Gerhart Hauptmann's so weit gefördert, daß die erst« Vorstellung am heutigen Sonnabend staltfinden kann. Das Personalverzeichniß weist folgend« Be- sctzung auf: Hannele Helene Staglö, Lehrer Gottwald Emanuel Reicher. Schwester Martha, Diakonissin, Luise von Pöllnitz; Tulpe Marie Corbach. Hedwig Else Lehmann, Pleschke Paul Pauli, Hanke Paul Biensfeldt, Seidel Rudolf Rillner, Amts- Vorsteher Berger Oskar Sauer, Amtsdiener Schmidt Wilhelm Noster, Dr. Wachler Emil Marx, Maurer Maklern. Hannele's Vater, Hermann Müller, Hannele's Mutter Marie Meyer, ein großer, schwarzer Engel Carl Sauermann, drei lichte Engel, Tilly Waldegg, Gisella Schneider, Elise Hofmann, die Diakonissin(unter den Traumerscheinungen) Annie Trenner, der Dorsschneider Hans Fischer, fünf Frauen Meta Bünger. Jenny Höhne, Klara Bode, Josefine Stolle, Anna Walter. In dem voraufgehenden Lustspiele„Ohne Liebe" wird die Groß- mutier von Marie Meyer, deren Enkelin Emma von Annie Trenner, Graf Rüdiger von Oskar Sauer und Graf Marko Laßnitz von Emanuel Reicher gespielt, die Bonne wird von Lotti Sarrow und der Bediente von Emil Ludwig dargestellt.— Gerhart Hauptmann hat am Sonntag sein neues Märchendrama „Die versunkene Glocke" bei dem Direktor des Deutschen Theaters«inigen Freunden und zur Mitwirkung berufenen Dar- stellern vorgelesen. elektrischen Straßenbahn Panko w- Gesund- b r n n n e n in daS Innere der Stadt durch die Bellermannftraße, Grünthaler-, Wiesen-, Hussiten-, Feld-, Garten-, Linien- und Artilleriestraße bis zur Oranienburgerstraße. vorbehaltlich des Zustandekommens eines Vertrages, grundsätzlich zugestimmt. Gegen da» Besteige» von in der Fahrt befindlichen Zügen geht die Bahnbehörde zetzt mit größerer Schärfe vor. In den letzten Tagen sind die Personalien verschiedener Personen fest gestellt worden, welche das Verbot übertreten habe». Außerdem wird die Behörde auch gegen diejenigen Personen vorgehen, welche dem Unwesen dadurch Vorschub leisten, daß sie die Thüren von in der Fahrt befindlichen Zügen öffnen. Der neue Winter- Fahrplan der Stadt-, Ring- nnd Vorortbahnen weist wieder eine Reih« Verschlechterungen ans. So zunächst werden die Stadtbahn- Züge von jetzt über 699 nach Schluß der Gewerbe-Ausstellung auf 474 ver- mindert, von denen außerdem Sonntags noch weitere 13 und vom 1. November an bis zum 31. März 1897 auch Wochentags noch 8 Züge fortfallen. Die beiden letzten Züge von Charlottenbnrg 12,29 und>2.49 nachts komnien bereits vom 1. Oktober ab in Fortsall, ebenso die Züge 12,25 und 12,28 von Stralau-Rummelsburg, während die drei letzten Züge: 12,32, 12,45 und 1,99 von Stralau-Rummelsburg nur bis zum Schlesischen Bahnhof gehen. Auf dem Südring wird nicht etwa ein regelmäßiger Viertel stunden- Verkehr, sondern ein ständig wechselnder— 19. und 29- Minutenverkehr eingerichtet, so daß die Fahrgäste stets erst den Fahrplan studiren müssen, wenn sie wissen wollen, wann der nächste Zug fährt. Derart ist das Resultat der zahllosen Petitionen. Klagen, Beschwerden, Angriffe u. f. w.. die privatim wie öffentlich in Vereinen, in der Presse und selbst im Ab geordnete»Haus« gegen die Eisenbahn-Verwaltung gerichtet ivorden sind. ZirkuS Busch ist am Donnerstag Abend wieder eröffnet worden. Die Premiere in einem Zirkus ist jedesmal eine Art Ereigniß für einen beträchtlichen Theil der Berliner Bevölkerung; es bringt, wie man so sagt, Stimmung in die Bude. An sich schon unterscheiden sich die Zirknsbesucher wesentlich von den Tröpfen, die noch am alten Schlendrian haftend, von den Fortschritten moderner Kunstrichtung nichts wissen und da glauben, sich geistige Erholung und Erquickung in einem der sogenannten besseren Theater holen zu müssen. Während in diesen Instituten alles steif da sitzt und sich nur bei besonderer Gelegenheit «in wenig rührt, entwickeln sich in der Rotunde des Zirkus animirt-familiäre Beziehungen zwischen Künstlerschaft und Publikum. Beziehungen, die zuweilen fast«inen unheimlich vertraulichen Charakter annehmen, wenn der Erbe des alten Hanswurst, der August, die Arena betritt und mit wenig Witz und noch weniger Behagen seine schweißtriefenden Purzelbäume schlägt. Das Volk scheint in solchen Augenblicken seine Sorgen fast zu vergessen, und der Sozialpolitiker, der den Erscheinungen der Dinge auf den Grund zu gehen versteht, kann im Zirkus die bitterernstesten Studien über die nun einmal vorhandene Thattach« machen, daß bei aller sozialen Erkenntniß, die in die Massen dringt, das alte Römerwort von xanom et circenses noch immer eine gewisse Wirkung übt. Das Programm deS Donnerstags war vielseitig und bunt, wie man es bei Busch zu sehen gewöhnt ist; waghalsige Kunst stücke fehle» jetzt so wenig, wie im vorigen Jahre. Doch will uns scheinen, alS ob die Uebungen zum theil mit etwas nervöser Saft ausgeführt wurden; eS fehlte hier und da animponirender Ruhe. ine hübsche Sammlung von Zirkusexerzitien bot das„Millennium, Bilder aus Ungarn", das den zweiten Theil des Programms ausfüllte. Es war keine Pantomime, wie man sie sonst im Zirkus sieht, sondern bestand aus einer Reihe Einzelnummern, die besonders die Künste der Pferdtdreffur zur Geltung brachten. Selbstverständlich fehlte es nicht an den Ehrungen für den Direktor, die bei solchen Anlässen üblich sind. Ein Philisterzng. Gegenwärtig wird in einem Theil der bürgerlichen Presse für einen„GambruiuSzug" Reklame gemacht, den ein findiger Geschäftsmann geplant hat. Für 169 Mark will der Unternehmer sein Publikum 8 Tage lang nach Bayern und Böhmen an die„Quellen" des Bieres führen. Das Bier hat der Reisende selbstverständlich besonder? zu bezahlen. Der Scham halber sind auch für die Besichtigung der Sehenswürdig- keilen in München und Nürnberg ganze drei Stunden angesetzt. Es ist wohl kaum daran zu zweifeln, daß sich genug bemittelte Troddel zu dieser Bierreise finden werden. Eigentlich handelt der Arrangeur ja nur nach dem bekannten Muster der Aus- DaS Schtller-Theater bringt Sonntag Nachmittag 3 Uhr eine Aufführung von Philippus Schauspiel„Wohlrhäter der Menschheit": Sonntag Abend geht daS Shakespeare'sche Lust- spiel„Was ,hr wollt' in Szene. Heute kommt„Emilia Galotti" zur Wiederholung. Di« erste Aufführung der Novität„Eine wilde Sache" in, Zentral-Theater am heutigen Sonnabend beginnt um 7 Uhr, morgen. Sonntag, dagegen fängt die Vorstellung um �8 Uhr an. Jbsen'S„Volksfeind", mit Molenar in der Hauptrolle. dürfte bereits auf dem nächsten Wochen-Repertoir des königl. Schauspielhauses erscheinen. Wie kommt das Schauspielhaus zu dieser Kourage? Der Klügere giebt nach. Daß«S noch Dichter giebt, die mit den, Publikum«in Einsehen haben, geht aus der folgenden Mittheilung hervor, welche die Direktion des Neuen Theater» versendet:„DaS Lustspiel„Ihr Beruf", das am Sonnabend im Neuen Theater zur ersten Ausführung gelange» ollte, ist durch den Regisseur Herrn Karl Schönfeld im Anftrage des noch immer unbekannten Verfassers in letzter Stunde zurück- gezogen ivorden. Der Verfasser hat, wie Herr Schönseld mit- theilt, die Schwächen der Arbeit erkannt und will dieselben be- eitigen." Das ist noch«in Mann, der der Kritik Achtung ab- nöthigt. Ueber dem Deutscheu Theater in München, der modernen Bühne an der Schwanthaler Passage, schwebt ein Unstern. Noch ehe das Theater eröffnet ist, steht der Krach vor der Thür. Schon vor fast einem Jnhre sollte es eröffnet werden, die Truppe war engagirt und mußte inzwischen auf Gastspielreisen gehen. In- zwischen hieß es, die Eröffnung finde in der ersten Hälft« dieses Monats statt. Ein Spaßvogel schrieb, als erste Vorstellung werde das Stück„Die Gläubiger" gegeben. Und so war es in der That. Am Freitag fand eine Versammlung der Gläubiger statt. Ob- wohl die Theilnehmer sich zur Geheimhaltung der Verhandlungen verpflichteten, konnte«in Münchener Mitarbeiter der„Frankfurter eilung" alsbald über den ganzen Verlauf eingehend berichten. ■4 waren 129 Gläubiger mit einer Gesammlforderung von 599 999 Mark anwesend. Es stellte sich heraus, daß vor allem 159 999 Mark aufzubringen sind, um das Theater eröffnen zu können. Es wurde«i» Gläubigerkonsortium«iugesetzt. das 159 999 Mark von Herrn Hänle zu fordern habe, da Architekt Bluhm nur der Strohmann von Herrn Hänle sei; es soll er- wiesen sein, daß Herr Bluhn, keine» Kontrakt ohne die stellungsunternehmer, das in tonangebenden Philifierkreisen ia sozusagen unerläßlich erscheint. Hier wie dort bildet die Kneiperer de» Hauptzweck und der belehrende Theil das nun einmal nicht recht zu vermeidende Anhängsel. Ein ungetreuer OffizierSbnrsche ist Freitag morgen, wo er entlassen werden sollte, statt in die Heimath in die Unter- suchungshaft gewandert. Der Pionier St. von der 2. Kompanie des Pommerschen Pionierbataillons Nr. 2 war als Bursche deS von Thor,, zur Intendantur des III. Armeekorps nach Berlin kommandirten Lieutenants v. H. drei Monate hier und sollte heute zur Reserve eiitlasse» werden. I» den letzten Tagen hat sich aber herausgestellt, daß St. den Offizier wiederholt bestohlen hat. Er wnrde daher von einem Unterosfizier und einem Ge- freiten als Untersuchungsgefangener zu seinem Trnppentheil nach Thon, abgeholt. Schadenfeuer. In der Cuvrystr. 45 brach gestern Vor« mittag 11 Uhr ein Brand aus, der durch die Rauchentwickelung für die Hausbewohner gefährlich erschien. In einen, mit Färb- waaren und Lacken angesüllten Keller entstanden, hatte sich das Feuer den dort lagernden Brennmaterialien mitgetheilt. Die Feuerwehr war genöthigt, Sappeure mit Rauchhelmen auszu- rüsten und einen Theil des Kellers unter Wasser zu setzen, ehe sie der Verqualmung Einhalt thun konnte. Der beträchtliche Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Die geängstiglen und vom Oualm belästigten Hausbewohner wurden durch Mann- schafte» der Feuerwehr beruhigt. Ist Künste wieder auferstanden? Ein Lokalblatt be« richtet:„Neue Schloßplatz-Pläne lreten in Sicht. Vor dem Schlosse, an der Seite nach der Breitestraße, erhebt sich bekannt« lich der Schloßbrunne,>. Nun sind gegenwärtig Projekte in der Arbeit für zivei weitere Brunnen, welche rechts und links vom Schloßbrunnen belege» sei» würden. Der Schloßplatz würde in zwei symmetrische Theile zerlegt werden, deren Mittelpunkt vor dem Schloß der jetzige, von der Stadt dem Kaiser gewidmete Brunnen bilden würde. Die naheliegende Folgerung aus dieser Veränderung des Platzes vor dem Schlosse würde die seit langem erstrebte An- legung von Terrassen rechts und links vom Portale sein. Sie würde» mit den beide» neue» kleineren Brunnen korrespondiren und das Portal mit dem jetzige», vielleicht noch etwas vor- zurückenden Schloßbrnnne».' Unvorsichtiges Umgehen mit einer Schußwaffe hat wieder einmal Unheil angerichtet. Der Ibjährige Sohn Max des Tischlers Trogisch aus der Kaiser Friedrichstr. 74 zu Pankow spielte Donnerstag Nachmittag auf dem Hofe des elterlichen Hauses mit eine», Desching. Infolge einer Unvorsichtigkeit ging ein Schuß los, während die Mündung der Waffe auf den rechten Fuß des Schützen gerichtet war. Der junge Mann, der bei eine», Malermeister in der Lehre ist, wurde so schwer verletzt, daß man ihn sofort nach Berlin in die königl. Klinik bringen mußte. DaS Geschoß ist tief in den Fuß eingedrungen und hat noch nicht e»t- sernt werden können. Polizeibericht vom 18. September. Gestern Vormittag wurde der 46jährige Tischler Konstantin Schwarzing auf dem Flure des Hauses Manteuffelstr. 49 bewußtlos und mit einer be- deutenden, anscheinend von einem Falle herrührende» Verletzung am Kopfe aufgefunden und nach den, Krankenhause am Urban gebracht.— In der Schankwirlhschast von Fedler, Neue Roß- straße 6, wurde vormittags durch die Revierpolizei eine Durch- suchung abgehalten, wobei 7 weibliche Personen festgenommen und verhaftet wurden.— Nachmittags fiel der 33 Jahre alte Kellner Ludwig T. in einem Hause in der Alten Schönhauserstraße in der Trunkenheit von der nach seiner Wohnung führenden Treppe und zog sich dadurch so erhebliche Verletzungen im Gesicht zu, daß seine Ueberführung in die Charitee erforderlich wurde. — Anscheinend aus Liebesgram sprang nachmittags die 37jährige unverehelichte Schneiderin Marie W. in den Goldfischteich, wurde jedoch noch lebend herausgezogen nnd in ihr« Wohnung gebracht.— An der Ecke der Kloster- und Königstraße wurde abends der 35jährige Monteur Brachwitz aus Friedrichsberg durch eine Droschke überfahren und am linken Fuße leicht verletzt.— Durch den mit seinem Zweirade übermäßig schnell durch die Sandstraße fahrenden Jnstrumentenmacher Karl Dohle wurde abends die 19 jährige Tochter der Wiltwe Auguste Baumgart überfahren und im Gesicht so erheblich verletzt. daß sie nach de», Kaiser und Kaiserin Friedrich-Krankenhause gebracht werden mußte.— Heute Nacht wurde der 69 jährige Arbeiter Ferdinand K. in seiner Wohnung in der Eberswalderstraße erhangt aufgefunden. Es liegt un» zweifelhaft Selbstmord vor. Genehmigung Hänle's abschließen durfte. Von Herrn Bluhm kann man sich nicht lossagen, da er die Konzession für das Theater hat. Außer obigen 1 599 999 Mark fordert Direktor Meßthaler 999 999 M. für einen neunjährigen Kontrakt k 199 999 M., Kapell», eister Raida 149 999 M. Da Hänle die Kontrakte im Beisein von Zeugen abgeschlossen hatte, wurde beschlossen, sich an ihn einzig und allein zu halten. Ein Antrag auf Konkurs wurde nicht gestellt. Bis jetzt sind für das Unter- nehme» gegen 5>/s Millionen nölhig gewesen, wovon 3Ve Millionen auf Bank-Hypotheken stehen, während Hänle mit 499 999 M. und Kommerzienrath Sedlmayr mit 259 990 M. betheiligt sind. Uebrigens soll die Eröffnung bald stattfinden. Dem Gläubiger- Ausschuffe wurde mitgetheilt, daß die sofortige Beschaffung vo» einer Million Mark zur Befriedigung sämmtlicher Gläubiger gesichert sei. Ei« Ausflug nach dem Monde wird heute Abend in dem wissenschastlichen Theater der Urania in der Taubenstraße mit dem Publikum unternommen werden. Eine Generalprobe vor geladenen Gästen fand bereits gestern Mittag um 1 Uhr statt. Der Vortrag, mit welchem die schönen plastischen Vorführungen begleitet werden, ist nicht neu; es ist derselbe, mit welchen» vor sieben Jahren daS alt« Institut in der In- validenstraße eröffnet wurde. Nur die Dekorationen sind neu und außerordentlich wirksan,. Es wird an die totale Sonnenfinsterniß angeknüpft, welche sich am 19. August 1887 ereignete; dieselbe wird zunächst von einem Standpunkt in der Nähe Berlins aus betrachtet. Dann erhebt man sich im Geiste 5999 Meilen über die Erde, un, dasselbe Ereigniß von einem solchen außerirdischen Standpunkte zu erblicke». Auf der Weiter-tz reise gelangt man nach dem Monde selbst nnd lernt die verschiedenartigen Gebilde desselben. seine physi- kalische Beschaffenheil, zufolge deren er als ein aus- gestorbener, todler Weltkörper erscheint, durch die lebendige Anschauung weit eindringlicher und deutlicher kennen, als es durch bloße Schilderung möglich wäre. Froh kehrt man von dieser tobten Welt dann znr belebenden Mutter Erde wieder zurück. Der Genuß, welchen der Zuschauer bei der Vorführung der schönen Wandelbilder genießt, ist ein ungetrübter; nur scheint die Dauer des Vortrages— beinahe zwei Stunden— etwas zu lang; auch würde, wenigstens de», persönlichen Geschmacke des Referenten, ein etwas nüchternerer Ton bei dem Vortrage mehr zusagen. An» der kleinen Rede, mit welcher Herr Direktor Meyer die Vorsühmng einleitete, mag bemerkt werde», daß die neue Urania X Aus den Nachbarorten. Gchöllcberg. Die Parteigenossen, welche den„Vorwärts", das„Vollsblatt", den„Wahren Jakob" u. s. w. von der Partei- spedition beziehen, werden zur Vermeidung von Störungen bei Wohnungswechsel gebeten, die Botenfrauen sowie den Spediteur Wilhelm B ä u m l e r, Belzigerstr. Sg Seitenfl. pari., vom er« folgten Umzüge in Kenntniß zu setzen. Ferner bitten wir die Parteigenossen und Leser des„Vor- wärts",„Volksblatt" und„Wahren Jakob", sowie sämmtlicher Parteiliteratur, welche die Zeitung noch nicht von der Partei- spedition beziehen, sich bis zum 1. Oktober in eine an folgenden Stellen ausliegende Liste einzuzeichnen: Nestauratcur Obst, Grunewaldstr. IlO; Klein. Merseburgerstr. 7; H o f f m a n n, Sedanstr. 10; Schilling, Goltzstr. 43» Piezer, Nollen- dorfstr. 16 und beim Spediteur WilhelmBäumler, Belziger- straße 59, Seitenfl. part. Herr Rudolf Wöllsteiu in Adlershof richtet eine Zuschrift an uns. in der er erklärt, daß er„polizeilich gezwungen war", in der Zeit vom 27. August bis zum 9. September in seinem Lokale keine Ver- sammlungen abhalten zu lassein Er wolle sein Lokal der Arbeiter- schaft weiter zur Verfügung stellen; feine Unterschrift zu dem »hm vorgelegten Revers habe er verweigert, weil das Schriftstück „brutal" abgefaßt war; würde ihm der Revers in anderer Form vorgelegt werden, so würde er auch seinen Namen darunter setzen. Endlich beruft Herr Wöllstein sich noch auf die Anarchistenversammlung, die sich den Scherz erlaubt hat, den von der Arbeiterschaft verhängten Boykott„auf- znheben". Einen unglücklicheren Einfall konnte der Wirth gar nicht haben; wenn irgend etwas geeignet ist, ihm die Sympathien der arbeitenden Bevölkerung zu verscherze», so sind es diese seine Eideshelfer. Indem wir noch betonen, daß wohl niemand außer Herrn Wöllstein in dem von uns vorgestern skizzirten Revers eine„Brutalität" erkennen wird, glauben wir ihm den Rath geben zu dürfen, in seinem eigenen Interesse eine Verständigung mit der Arbeiterschaft von Adlershof anzubahnen. Guvidjfcs �Äeikmtsg» Die Genossen Johann Sasscubach nnd Bruno Piirsch standen gestern wegen Beleidigung des Stadtverordneten und Fabrikbesitzers Franz Pretzel vor der Vll. Strafkammer des Landgerichts I. Die Nr. 7 vom 28. März ds. Js. der hier erscheinenden„Sattler- und Tapezirer-Zeitung", deren verantwort, licher Redakteur der Genosse Sassenbach ist, enthielt u. a. einen Artikel über den Streik der Berliner Treibriemeuarbeiter. Der- selbe beschäftigte sich mit dem Vorgehen des Ringes der Berliner Treibriemen» Fabrikanten und insbesondere mit dem Leiter deflelben, dem genannten Stadtverordneten und Fabrikbesitzer Pretzel. Er bezeichnete denselben als einen der Häuptlinge des Berliner Antisemitismus, zweifelte an dessen Christlichkeit, nannte denselben einen Judenfresser»c., wodurch sich Herr Pretzel beleidigt fühlte und gegen die Zln- geklagten Strafantrag stellte, welchem die Staatsanwaltschaft auch Folge leistete. Pörsch bekennt sich als Verfasser des betreffenden Artikels, während Sassenbach bestreitet, von dem» selben Kenntniß gehabt zu haben, da er zu der Zeit des Er- scheinens der genannten Nummer in Oesterreich geivesen sei und Pörsch den betreffenden Aufsatz ohne sein Wissen hineingebracht habe. Diese Behauptung wird auch durch Zeugenaussage bestätigt. Der Staatsanwalt beantragte gegen Pörsch auf eine Geldstrafe von 100 Mark resp. 20 Tage Gefängniß zu erkennen nnd Saffenbach freizusprechen. Rechtsanwalt Heine, welcher die An- geklagten vertheidigte, bittet um Freisprechung. Der Gerichtshof erkannte betreffs Sassenbach's auf Freisprechung und gegen Pörsch auf 50 Mark resp. 10 Tage Gefängniß, da letzterem nur zum Theil der Schutz des§ 193 gewährt werden könne, weil in den Ausdrücken wie„dieser Mensch",„Judenfresser" u. f. w. eine beabsichtigte Beleidigung angenommen werden müffe. Unter einem schweren Verdacht stand gestern der Bankier Paul M a t h e s i u s vor der dritten Straskammer des Land- gerichts I. Er sollte fich in vier Fällen der Hehlerei schuldig gemacht haben. Der 16 jährige Lehrling eines Graveurs halte seinem Chef gegen 40 Bronzemedatllen entwendet, welche einen numismatischen Werth von etwa 130 M. hatten. Er hat die- selben zu drei verschiedenen Malen ap den Angeklagten verkauft und nach seiner Angabe gegen 5 M., nach der Angabe des An- geklagten über 30 M. dafür erhalte». In einem vierten Falle hatte Mathesius dem jungen Burschen einen Koupon einer Berliner Etadtobligation abgenommen und dafür 24 M. bezahlt, obgleich derselbe aus 26,75 M. lautete. Die Anklagebehörde er- blickt in dem Abschlüsse dieser Geschäfte deshalb die Merkmale der Hehlerei, weil Mathesius den Umständen nach hätte annehmen müffe», daß die Gegenstände von dem jugendlichen Verkäufer nicht auf ehrlichem Wege erworben waren, weil er ferner einen zu niedrigen Preis dafür bezahlt und die Ankäufe nicht in seine Geschäfts- bücher eingetragen hat. Der so Beschuldigte bezeichnete die Annahme der Anklagebehörde als unzutreffend. Der Bursche habe gesagt. daß er im Auftrage einer anderen Person komme und derartige Medaillen seien in vielen Händen. Er habe dieselben nur gekauft, um sie ins Schaufenster zu legen. Wenn er für den Koupon 24 M. gezahlt habe, so sei ein Abzug von 2,75 M. nicht zu viel, wenn ,nan erwäge. daß der Koupon erst nach neun Monaten fällig war. Der als Zeuge vernommene Bursche Machill, der die Diebstähle ausgeführt hatte, blieb dabei, daß er stets allein mit dem Angeklagten unterhandelt und daß der letztere seit ihrem Bestehen, also in 145 Tagen, von 73145 zahlenden Personen besucht war. Es sind dies mehr als doppelt so viel Besucher, als in der gleichen Zeit des Vorjahres das alte Institut in der Jnvalidenstraße aufzuweisen hatte. Wenn dieser Erfolg auch nicht allen Erwartungen entspricht, so bedeutet er doch einen erfreulichen Aufschwung. Freilich klagte der Direktor, daß, während der zweite Rang stetS sich gefüllt zeige, der erste Rang, der so recht behaglich für die oberen Zehntausend «ingerichtet sei, immer eine gähnende Leere aufweise. UnS wundert dies nicht; denn die oberen Schichten der Bevölkerung find ja so gebildet, oder glauben es doch zu sein, daß sie in der Urania nichts mehr lernen können und sich dort langweilen. Ja, wenn man ihnen Charley's Tante oder ein Ballet auf dem Mars vorführte, würden sie wohl zahlreicher erscheinen. Will sich Herr Meyer zu solch zeitgemäßen Schaustellungen nicht entschließen, so wird er wohl, wenn er den ersten Rang gefüllt sehen will, den Preis- unterschied der Plätze aufheben müssen, ein Vorgehen, durch welches er fich den Dank weiter Kreise der Bevölkerung und dem Unternehmen zugleich finanziellen Erfolg sichern würde. AuS der Kunststadt München. Ein Abonnent der„Neuen Freien Presse" schreibt dem genannten Blatte folgenden Klage« bnef: Gelegentlich einer Reise besuchte ich kürzlich das K a u l« bach-Museum und traf dieses in einem deS Andenkens dieses «großen Meisters wirklich unwürdigen Zustande, dem eine Kunst- stadt von Münchens Range ehestens abhelfen sollte. Schon daS Haus, in dem sich das Museum befindet, erregt daS Befremden des Besuchers; es ist anscheinend größtentheilS an Maler ver- miethet, und die Parteien sind durch Anschlag gebeten, bei Um- zügen, Transporten ic. auf Schonung der Kaulbach'schen Bilder und Skizzen bedacht zu sein, die ungeschützt in Flur und Treppenhaus hängen. DaS eigentliche MuseumSzimmer steht vernachlässigt und verstaubt aus; mangelhaft gereinigte Glas- kästen entHallen die Entwürfe und Skizzenbücher, in Unordnung liegen auf diesen Kasten die Sammelmappen umher, denen jeder Besucher nach Belieben den Inhalt entnimmt und ihn nach Be- lieben auch wieder liegen läßt u. s. f. In übertriebener Prüderie scheint man endlich alles entfernt zu haben, was den Augen eng- lischer Labies irgend welchen Anstoß bieten könnte, nnd daS ist bei Kaulbach vieles des Besten und Genialsten. In dieser Hinsicht ihn weder nach irgend einem Ausweise noch nach dem Ursprung der Medaillen gefragt habe. Ob- gleich der Sachverständige begutachtete, daß die vom Bestohlenen auf 130 M. geschätzten Medaillen nur einen Werth von 20 M. hätten, hielt Staatsanwalt Stachow II dennoch die Anklage in vollem Umfange aufrecht und beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnißstrafe von drei Monaten. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Hugo Sachs plädirte für Freisprechung. da das Belastungs- Material keinesivegs zu einer Verurtheilung ausreiche und der Angeklagte durch sein ganzes Verhalten keine Spur von Schuld- bewußtsein vcrrathe» habe. Der Gerichtshof trat den Aus- sührungen des Vertheidigers bei und erkannte aus Freisprechung. Wegen Vergehens gegen das Markenschutz- Gesetz hatten sich heute die Seifenfabrikanlen Max nnd David S a l o- IN o n vor der VII. Strafkammer hiesigen Landgerichts I zu ver- antworten. Wie einst das Kölnische Wasser von Johann Maria Farina zahlreichen Fabrikanten in Köln Veranlassung gab, sich mit irgend sinem Farina zu verbinden, um unter dieser Fima gleichfalls Kölnisches Wasser zu fabriziren, so taucht jetzt im Seiselhandel„Döring's Seife", die von den verschiedensten Fabrikanten ans den Markt.gebracht wird, an allen Ecken und Enden auf. Der Name Döring ist aus unerklärlicden Gründen angenbicklich von einem mystischen Einfluß ans den Seifenhandel und viele Seifen fabrikanten verschaffen sich diesen Namen, um ihn auf ihre Seifenpakete drucken zu lassen. Auch Herr Morgenstern in Frankfurt a. M., der nach der Verbindung mit einem Manne Namens Döring unter der Firma„Döring u. fio." firmirt, hat die bekannte„Döring's Seife mit der Eule" in den Handel gebracht und diese Marke in das Markenregister eintragen laffen. Statt der Eule erscheinen auf anderen Töring'schen Seifen andere Bilder aus dem Thier- reiche, Zweifüßler nnd Vierfüßler in der bekannten Umrahmung. Gegen die Benutzung derartiger Marken ist die Firma Döring u. Ko. zunächst auf dem Wege der Zivilklag« vor- gegangen und hat eine solche namentlich gegen die Firma Pieper u. Flatau, die eine„Döring's Seife mit dem Adler" fabrizirte, angestrengt. Sie ist mit dieser Klage aber rechtskräftig ab- gewiesen worden, da das Gericht der Meinung war, daß die Packetausstattung mit einem Adler nicht geeignet sei, Ver- wechselungen zu verursachen. Jetzt versucht es die Firma Döring u. Ko. mit Anzeigen bei der Staatsnnwalischast auf grund des Markenschntz-Gesetzes vom 12. Mai 1894. Eine solche Anzeige richtete sich gegen die Angeklagten, welche gleichfalls „Dörings- Seife" fabrizirlen, bei welcher die Marke statt der Eule einen Bär zeigte. Die Fabrikation hörte seitens der An- geklagten auf, als ihr Antrag auf Eintragung dieser Marke vom Patentamt zurückgewiesen worden war. Der Staatsanwalt hielt die ZZ 14 und 20 des Markenschutz- Gesetzes für verletzt und beantragte 500 M. Ge l d st r a f e, event. 50 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof war aber nach persönlicher Augenscheinnahme nicht der Ansicht, daß in der mit dem Bären ausgestatteten Marke objektiv eine Nachbildung der Eulen-Marke gesunden werden könnte und erkannte daher auf Freisprechung. Der Fahrrad-Fabrikant Hugo Ncnman» hatte sich gestern wiederum wegen Gewaltthätigkeiren vor der 136. Abtheilung Amtsgerichts l zu verantworten. Der Siadfahrer Görcke hatte eine Reparatur vornehmen lassen und war damit unzufrieden. Der Slngeklagte erklärte aber, daß der Kunde erst nachträglich das Rad beschädigt habe, und wollt« nicht zugeben, daß die Reparatur mangelhaft ausgeführt war. Schließlich machte er kurzen Prozeß, erfaßte den Kunden am Hals« und schüttelte ihn mit den Worten:„Siehst Du, Jungeten, so machen wir es mit solchen Bengels", hin nnd her. Zwei Arbeiter sprangen aus dem Arbeitsraume schnell herbei und entrissen ihrem Prinzipal den Kunden, um ihn vor weiteren Mißhandlungen zu schützen. Der Gerichtshof er kannte auf eine Zusatzstrafe von 90 M. oder 13 Tagen Gefängniß wegen Beleidigung. Eine besonders schwere Ahndung erfuhr eine Nöthigung zwecks Erreichung besserer Arbeitsbedingungen, welche gestern den Tischler Emil Arnold aus Neu- Weißensee vor die zweite Ferien-Strafkammer am Landgericht II führte. Der Angeschuldigte arbeitete bis zum 27. April d. I. mit noch sechs anderen Gesellen bei dem Tischlermeister Walter in Neu-Weißensee. Am Abend dieses Tages unterhandelte Arnold im Auftrage seiner Kollegen mit dem Meister wegen Abschaffung der Ueberstunden. Der Meister war auch damit einverstanden, machte aber gleich darauf die Einschränkung, daß der Geselle Wilhelm— sein Faktotum— arbeiten dürfe, so lange er wolle und so lange er müsse. Damit waren die anderen Gesellen nicht einverstanden. Sie legten die Arbeit nieder und ihr Sprecher Arnold soll sich in den» benachbarten Noack'schen Lokale zu der Drohung ver- liegen haben:„Wer da oben arbeitet, dem schlage ich alle Knochen im Leibe entzwei!" Aus Furcht vor der Ausführung dieser Drohung will der Meister seinen Gesellen Wilhelm und den Lackirer Gramm vorübergehend entlassen haben. Der An- geklagte bestritt diese Drohung, er wurde aber für überführt er- achtet und ans Z 153 der Gewerbe-Ordnung in idealer Kon- kurrenz mit§ 240 des Strafgesetzbuches(Nöthigung) zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt. Ein preußischer Polizist. Am 14. September gelangte, wie die„Rh. Ztg." berichtet, vor dem Schöffengericht zu K ö l n olgende Sache zur Verhandlung: Von der Feier der Einweihung >es Stadtwaldes kamen gegen 2 Uhr nachts der Küfer Friedrich Dietrich und seine Freunde Göttle, Schleiden und Reichart über leistet übrigens auch die königliche Glyptothek Große?: sie hat ämmtliche klassische Statuen mit Feigenblättern versehen, die aus mattgrünem Glanzpapier bestehen nnd denen man. um jeden Jrrthum auszuschließen, mit Bleistift die naturgetreuen Blattrippen recht deutlich eingezeichnet hat! Wie armselig! Die Gesellschaft deutscher. Naturforscher und Merzte wird vom 20. bis 26. September in Franksurl a. M. tagen. Wie aus Bamberg gemeldet wird, beschloß den Astro» nomen-kongreß, die nächste Versammlung in Budapest abzuhalten. Ueber de« seltene»«lterthnmSfund, der kürzlich dem Stader Museum überwiesen wurde, wird berichtet: Der im Moore gefundene Anzm) eines Germanen aus der Merovinger- zeit ist mit großer Mühe von dem Konservator Lindenschmitt am Römisch-Germanifchen Zentralmusenm in Mainz wieder zu- ammengesagt worden. Wie man weiß, hüllten sich die alten Germanen in«in« groß« wollene Decke, welch« sie aus der rechten Schulter mittels«in«S Dorn? oder«iner bronzenen Nadel zusammenhefteten. Von den Nadeln sind in den Museen eine genügende Anzahl vorhanden. Den Mantel selbst länger als 1000 Jahre zu erhalten. wäre wohl nicht möglich gewesen, wenn nicht der Gerbstoff des MooreS ihn konfervirt hätte. Sämmtliche Theile des Fundes zeigen eine braune Tabaksfarbe. Der Mantel hat«ine dunkle fingerbreite Borte und etwa zwei Zoll lange Fransen. Die Länge beträgt 2,40 Meter. Der Stoff besteht aus Wolle, deren Fäven etwa die Stärke des SegelluchgespinnsteS zeigen. Außerdem wurden gefunden zwei feinere wollene Binden, welche mit ledernen Riemen zeitweise um die Waden gewickelt wurden. Bon den beiden ledernen Bundschuhen, die über besonders für diesen Zweck angefertigte Gipsfüße gezogen sind, ist der eine 30, der andere 27 Centimeter lang. Der Schaukasten enthält außer- dem den vollständigen Skalp mit röthlichen Haaren, ein Stück menschlicher Haut und zwei silberne Hängezierrath« des Halsschmucks. Die außerdem noch gefundenen leinenen Kleidungs- stücke, die bei den Arbeiten im Moore scbon zerschnitten wurden, sind noch in Mainz, um zu Kleidungsstücken zusammengesetzt zu werden. die Chaussee; wie mehrere unbetheiligte Zeugen sagen, summten sie leise vor sich her. Schutzmann Hermann Schröder rief ihnen zu:„Wollt Ihr Schwein Hunde wohl still sein!" Dietrich verbat sich diesen Vergleich und wurde nun„wegen Ruhe- störung protokollirt. G., Sch. und R. gingen vorwärts, verfolgt von Polizisten; einer meinte mit recht, daß doch nichts Besonderes passirt sei, worauf der Wächter des Gesetzes die Plempe zog und auf Schleiden einHieb. Dieser retirirte auf die andere Seite der Straße verfolgt und weiter geschlagen von dem Polizisten. Ein Doktor-Attest konstatirl mehrere zwischen I'/z bis 8 Centimeter lange blutunterlaufene Wunden am Körper, am Arm und an der Hand. Schutzmann Schröder sagte auf seinen Eid, trotz mehrfacher Ermahnung: Ich habe das Wort„Schweinhnnde" nicht gebraucht und kenne es über- Haupt nicht; Schleiden wollte seinen Namen nicht nennen und hob den Stock hoch, da zog ich blank und haute drei bis vier- mal. Als ihm vorgehalten wird, daß er der Angreifer gewesen und Schleiden erst den Stock hochhob, als er blutige Schläge er- halten, meint der Polizist: Wenn ich„Schweinhunds" gesagt habe, so ist es Spaß gewesen! Der Angeklagte Göttle soll Lump»c. ge- rufen haben, das einzige, was von der ganzen Anklage bestehen bleibt. Uebrigens war die Meinung der Zeugen sehr gegen den Schutz- mann, und ein Zeuge sagt, daß er ein solches Benehmen unbegreiflich finde. Göttle wird zum Strafminimum von 3 M. verurtheilt. Die Basis der Sache, jener angebliche ruhestörende Lärm schien den» Gericht nicht vorzuliegen, ebenso wenig Wider- stand und Angriff. Rechtsanwalt Dr. Mertz läßt die Aussage des Schutzmannes Protokolliren und theilt mit, daß ein Verfahren wegen Ueberschreitung der Amtspflicht und Meineids folgen werde. Das Gericht erklärte, daß Schröder nicht in rechtmäßiger Ausübung gewesen wäre und daß die Angeklagten berechtigt ge- wesen seien, sich loszureißen. Geistliche Prügelpädagogik. Aus der Pfalz wird der „Volks-Ztg." geschrieben: Ludwig H o f f m a n u, Kaplan in Roxheim(Rheinpfalz), war wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Hoffmann ertheilte am 8. Mai in der zweiten Mädchen- schule den Religionsunterricht. Die jetzt neun Jahre alte, sehr schwach begable Schülerin Katharina Höflich war nicht im stände, die ihr von dem Angeklagten gestellte Aufgabe zu erfüllen. Hoffmann gab dem Kind zwei Ohrfeigen. packte es dann mit beiden Händen an den Ohren und zog es derart, daß nach ärztlichem Befund an dem«inen Ohr ein etwa drei Zenti- meter langer Riß, an den, anderen Ohr ein solcher von eineinhalb Zentimeter Länge ent- stand; an einem Ohr wurde die Wunde vom Arzt durch vier Nadelstiche, am anderen Ohr mit drei Nadel- st i ch e n z u g e h e s t e t. Der Angeklagte leugnet«, die Verletzungen in diesem Umfange dem Kinde zugefügt zu haben. wurde aber durch das Zeugniß mehrerer Schülerinnen, die durch den ärztlichen B e f u n d unterstützt wurden, überführt und zu 50 M. verurtheilt. Zum Kapitel der patriotischen Rechtsprechung. Das Kammergericht hat in einer von der„Dlsch. Jurist. Ztg." mit« getheilten Entscheidung einen Vater, dessen Sohn die von der Ächulanfsichlsbedörde angeordnete Schulfeier der Volksschule am Sedantage versäumt hat, wegen Schulversäumniß bestraft. ES wird in dem Erkenntntß ausgeführt, daß, wenn auch die gesetz- lichen Vorschriften nur vom Besuch der Lehrstunden sprächen, darunter nicht nur der Besuch des Unterrichts, in dem die verschiedenen Unterrichlsgegenstände gelehrt werden, zu verstehen sei, sondern der Besuch der Schul« im allgemeinen. Zum Schulbesiid) gehöre aber auch der Besuch der Schul- feiern, die zu erziehlichen Zwecken angeordnet wurden. Solchem Zweck aber diene die Sedaufeier, die in den Schülern das An- denken an die großen Ereignisse und Errungenschaften bei Krieges von 1870/71 wachhalten und das patriotische Gefühl der Kinder wecken und erböhen solle. Der erziehlich« Zweck der Schule bestehe nichr allein darin, daß die Schulkinder sich positive Kenntnisse erwerben, fondern auch darin, daß in ihnen das patriotische Gefühl, die Liebe zu König und Vaterland geweckt und gepflegt werde.— Die arme Schule! Die Partei der„Vaterlandslosigkeit" ist bei aller patriotische» Erziehung die stärkste unter allen politischen Parteien Deutschlands geworden. Soztole Merlzkspflege. Für Maurer dürfte eine Entscheidung des Reich?- Versicher ungsamtes von großer Bedeutung sein, die kürzlich gefällt wurde. Der Maurer Eilhart wurde eineS Tage? dadurch in der Arbeit aufgehallen, daß fein Meißel abstumpfte. Er begab sich schleunigst in die dicht bei der Arbeitsstätte gelegene Fabrilfchmiede, um den Meißel zu schleifen. Hierbei verletzte er sich. Die Baugewerks-Berussgenoffenschaft lehnte eS ab, ihm eine Unfallrente zu gewähren. Das Schiedsgericht vernrtheilte jedoch die Beklagte und das Reichs- Versicherungsamt erkannte ebenfalls zu g n n st e n des Klägers. AuS den Gründen, welche das Rekursgericht zu seinem Urtheil veranlaßten, ist folgendes hervorzuheben: Di« Thätigkeit des Klägers, bei der er ver- unglückte, sei noch dem Baubetriebe zuzurechnen, in dem E. be- fchäfligt wurde. Allerdings sei richtig, daß das Schleifen des Meißels an und für sich eine privatwirthschaftliche Thätigkeit deS Klägers gewesen fei; hier jedoch sei der Charakter derselben als einer privatwirthschaftliche» Thätigkeit dadurch verwischt worden. daß ein ziemlich großes Belriebsinteresse in Frage kam. Der Kläger habe offenbar sich durch die Absicht, die unfreiwillig unter- brochene Arbeit möglichst bald fortzusetzen, dazu bestimmen laffen, die nächste beste Gelegenheit aufzusuchen, wo er sein Werkzeug wieder in Ordnung bringen konnte. Weil die Reparatur in den Arbeitsstunden erfolgte und ganz nahe bei der Betriebsställe. sei anzunehmen, daß er sich noch im Banne deS Baubetriebes befunden habe. Reichs-VersichernngSamt. Die Wiltwe Weidner, welche den Mühlenbetrieb ihres verstorbenen Mannes fortsetzte, ver- unglückte eines Tages, indem sie die Treppe hinabfiel. Ihr bei der Müllerei-Berufsgenossenschäst geltend gemachter Anspruch aus Unfallrente wurde zurückgewiesen und auch das Schiedsgericht erkannte zu ihren Ungunsten. Letzteres begründete die Zurück- Weisung der Berufung damit, daß Frau Weidner nicht alS versicherungspflichtig« Arbeitnehmerin anzusehen sei. Das Reichs-Bersicherungsamt, als Returs- instanz in Anspruch genommen, entschied dann ebenfalls. daß Klägerin kein Anrecht auf eine Unfallrente habe. Wenn auch ihre Behauptung zuträfe, daß sie den Mühlenbetrieb init Erlaubniß der Behörde und mir auf Zureden der Ortsbeivohner fortgesetzt habe, so ändere daS doch nichts an der vom Schieds- gericht festgestellten Rechtslage. Klägerin Hab« in keinem ver- stcherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse gestanden, als der Unfall eintrat, sondern sei verunglückt gelegentlich einer Thätiz- keit, die sie als Miterbin der Mühle auszuführen gedachte, und dies« ihre Stellung ähnele derjenigen eines Unternehmers. VerPoitttmlungen. Kct Fachverein der Stuckatcure verhandelte am 7. d.M. über die Regelung des Arbeitsnachweises. Die Unterstützung?- frage wurde nach längerer Debatte dahin geregelt, daß den Mit- gliedern, welche vier Wochen außer Arbeit sind und aus dem Nachweis keine Beschäftigung erhalten, eine einmalige Unter- stützung von zwei Dritteln des eingezahlten Jahresbeitrages be- willigt werde, sofern sie ein Jahr Mitglied sind und pünktlich ihre Beiträge entrichtet haben. Die a«f Holz- und Kohleuplätze« beschäftigten Arbeiter und Kutscher hatten am 13. Septeniber eine Versammlung anberaumt, iu der Purschke in einem beifällig auf- genommenen Vortrag über die Gewerkschaftsbewegung Sprach. Sie hierauf unterbreitete Abrechnung vom Stiftungsfest wies eine Einnahme von 195,50 M. und eine Ausgabe von 132 M. auf. Zum Schluß gelangten einige Vereinsangelegenheiten zur Erledigung. " 1 ftraße 67: Mitgliederversammlung. lung. Filiale 6. Morgen Vormittag Fittale 4. Heute Abend 8% Uhr, bet S. Gorn, RI. Markusstr. 10: mit schränkte Zulassung desselben bei einer völlig gefunden Mannschaft. Filiale 5. Heute Abend 9 Uhr, bei Dieke, Lothringer Er soll nicht täglich ausgegeben werden, wie es auf englischen traße 67: Mitglie 10% uhr, Ackerstr. 128 bei Marten: Mitgliederversammlung. Filiale 7. Schiffen üblich war und noch ist, doch auch nicht zu selten, denn Morgen Bormittag 10 Uhr, bet Echeps, Gerichtstr. 10: Mitgliederversamm: er ist das einzige und rasch wirkende Mittel, Swiftigkeiten zu Filiale 9. Morgen Bormittag 10 Uhr, bei Biect, Siemensstraße 17: Mitgliederversammlung. Filiale Charlottenburg. Heute Abend 8% uhr, beseitigen, die nur zu leicht unter Leuten entstehen, welche, ab im Restaurant Leder, Bismarckstr. 74: Mitgliederversammlung. Filtale geschlossen von der übrigen Welt, unausgesetzt beisammen leben. Riederf. Heute Abend 8% Uhr, Kirchhofstraße 41 bet Filice: Mitglieder- Auch die gemeinsam überstandene Gefahr ist ein unwiderstehlicher Gonna Den 20. Sept. 1898, vorm. 10% uhr, bet Ewald, Schönleinstraße: ich beobachtet, daß Differenzen zwischen diesem und jenem nur Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend. Versöhner, doch zum Glück nicht immer zur Hand. Wie oft habe einer Eispreffung bedurften, um sie vergessen zu machen und die - betreffenden in die besten Freunde zu verwandeln. Aber auch ein, zwei Fingerhüte Rognat reichten hin, Leute glücklich zu machen, die ja in der Eismeerdiät jedes Reizmittels entwöhnt find, und der Glückliche ist gerne gesellig." Vermischkes. dampfers„ Augusta Bictoria" vollständig befeßt ist und daher zwischendecks Passagiere nach dieser Bekanntmachung nicht mehr aufgenommen werden. Aus Brür wird berichtet: Die sanftige Lage in dem Einbruchsgebiete dauert fort. Die Wiederaufnahme des Brüyer Bahnverkehrs mit 2 Geleisen erfolgt heute Mittag. Eingelaufene Druckschriften. on der Gleichheit, Beitschrift für die Intereffen der Arbeitert, en gangs gart, J. H. W. Verlag) uns Nr. 19 des 6. Jahrgangs sugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: An die Genoffinnen! Jede proletarische Mutter eine Kämpferin. Aus der Bewegung. Beschlüsse des internationalen sozialistischen Arbeiter Die weibliche Be und Gewerkschaftstongresses zu London.( Schluß.) dienung in den Gastwirthschaften der Berliner Gewerbe- Ausstellung. Bon Hugo Pötzsch. Das System der Selbsthilfe in der Erziehung der jungen Amerikanerinnen. Von Ra. Leben. Feuilleton: Emma's Bahn. Aus der Stizzenferte:„ Die Kinder unserer Damen." Bon J. Marni. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Bf. durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspoft- Beitungsliste für 1896 unter Nr. 2887) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgelb 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inferatenpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pf. Der flüchtige Defrandant Einstein, der viele Jahre für eine Münchener Manufaktur- Großhandlung reifte, ist in Bremer haven verhaftet und von dort in das Münchener Gefängniß ab geliefert worden. Die Unterschlagung beläuft sich auf 1500 m. Von der ,, Neuen Zeit"( Stuttgart, J. S. W. Dies' Berlag) ift foeben Wien tuttetel Der Allgemeine Verein der Töpfer und Berufsgenossen hielt am 13. b. Mts. seine regelmäßige Mitgliederversammlung versammlung. ab. Des schwachen Besuches wegen wurde von einem Vortrage Abstand genommen und in die Besprechung gewerkschaftlicher Mitglieder- Bersammlung. Angelegenheiten eingetreten. Hierbei gelangte die Fensterfrage zur Behandlung. Man war allgemein der Ansicht, daß die Fensterfrage in ganz gleicher Weise geregelt werden müsse, wie im Vorjahre. Jedoch soll die Angelegenheit besonders auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung gefeßt werden. Aus Hamburg melbet der Telegraph: Die Hamburg. Die Lackirer hielten am Montag eine öffentliche Wer- Amerika- Linie hat ihren Agenten mitgetheilt, daß das Zwischen deck des am 24. d. M. nach New- York abgehenden Schnellfammlung ab, um über die Lohnbewegung im nächsten Jahre zu berathen. Genosse Millarg referirte über die technische Revolution der Neuzeit" unter dem Beifall der" leider nur mäßig besuchten Bersammlung. Rautenbaus weift in berter darauffolgenden Diskussion darauf hin, daß auch die Lackirer durch neuere technische Verbesserungen wie durch Gefängniß- und Buchthausarbeit immer mehr verdrängt werden. Betreffs der in leider diesem Jahre stattgehabten Lohnbewegung suchen eine Anzahl Unternehmer die Arbeitszeit wieder zu verlängern und die Löhne herabzudrücken, was aber der eingetretenen Lässigkeit zuzuschreiben ist. Besonders suchen aber die Innungsmeister, die mit den übrigen Meistern selbst zu 5/6 Arbeitnehmer find, in einem Rundschreiben auf die Hetzer" hindas 51. Heft des 14. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir Eine Kindesentführung hat in Wien viel Aufsehen hervor: Literarischer Bankrott. Ein neues Buch von Deville. Bon Karl zuweisen, wegen Durchführung des Neunstundentages. In diesem erregt. Das 1/2 jährige Söhnchen des Geschäftsdieners Reichel Kautsky. Die Organisation des Handwerks. Von Mar Schippel. II. Jabre tönne aber daran nicht gedacht werden, dafür aber müsse wurde am vergangenen Freitag von einer schwarz gekleideten unDie gesundheitlichen Verhältnisse der Arbeiter in den Theerfarbenfabriten. Bon Heinrich Bogel.( Schluß.) Revue der Revuen. für die Lohnbewegung im nächsten Jahre schon jetzt ein Fonds bekannten Frau auf dem Volterplag aufgegriffen, die mit ihm davon gegründet und durch wöchentliche Beiträge die Mittel aufgebracht fuhr und nicht wiedergesehen wurde. Alle Nachforschungen der Polizei Feuilleton: Die Klassengegenfäge in den spanischen Zunftkämpfen zu Anfang des fechzehnten Jahrhunderts. Bon Heinrich Gunow.( Fortseßung.) werden. Wallström erwartet eine regere Agitation von seiten blieben anfangs erfolglos, bis die Kindesräuberin in Korneuburg Soziale Bravis, Sentralblatt für Sozialpolitiet lettenben Aufder Vertrauensmänner. Gierth beantragt für jedes Stadt- entdeckt wurde. Sie wurde nach dem Bahnhof transportirt, um nach mann's Berlag) enthält in ihrer neuesten Nr. 51 folgenden Von Arbeitsverhältnisse im Handelsgewerbe.. viertel drei Mann in die Lohnkommission; aut enhaus, Wien gebracht zu werden; es gelang ihr aber, sich für kurze Zeit fay: Bildungs- und Dr. jur. M. Quard. Aus dem Notizen theil heben wir hervor: Die Ver= Gemisch und Millarg find gegentheiliger Ansicht, worauf den Polizisten zu entziehen und sich durch einen Revolverschuß befferung der Lage der Konfektionsarbetter auf genossenschaftlichem Wege. AusDie Arbeiterstatistit in Desterreich. Von Dr. E. Hirschberg. der Antrag zurückgezogen und die bisherige Lohnkommission für zu tödten. In ihrem Kleide fand man einen Bettel mit der wanderung aus Italien. Katholisch- sozialer Kursus in Schwäbisch ausreichend erklärt wird, wenn unter den Kollegen genügend Adresse der Frau in Korneuburg, bei der sie das Kind unter- Gmünd. Beschäftigung weiblicher Arbeitslosen in Kolmar.-- Lohns agitirt wird. bewegungen städtischer Arbetter in Deutschland. Kinderspeisungen in gebracht hatte. Dieses wurde alsbald abgeholt und den überGemeinsame Abbeck eret im Kreise Friedberg. deutschen Städten. 3 bet Möbel. Die Filiale Norb des Verbandes der Möbel glücklichen Eltern ins Haus gebracht. In der Selbstmörderin Schweizerischer Frauentongreß. Marimal- Arbeitstag für Lotomotip: polirer hielt am 14. b. M. bei Kranz, Badstraße, eine Ver- wurde die ledige 27 jährige Marie Barta aus Böhmen refognoszirt, Führer und Heizer in Frankreich. Arbeiter als Fabritinspettoren in Belgien. Borgehen von Gewerbegerichts- Beisthern gegen die Jnnungsfammlung ab, in welcher Genoffe Dr. Weyl einen lehrreichen die nach einem anstößigen Lebenswandel Spuren geistiger Störung Vorlage. Die Londoner Schneider- Innung als Schiedsgericht. und mit Beifall aufgenommenen Vortrag über das Natur- Heil- gezeigt hatte. Permanentes Schiedsgericht im Baugewerbe zu Pittsburg. II. Verbandstag verfahren hielt. In der sehr regen Diskussion über den Vortrag der Verwaltungsbeamten der Orts- Krantentaffen und BerufsgenossenAus Nom wird berichtet: Freitag Mitternacht entstand schaften Deutschlands. Pauperismus in London. Wahlrecht unb wurden von mehreren Kollegen die schlechten hygienischen Su- in dem Teatro Constanzi" während der zu Ehren der spanischen öffentliche Armen- Unterſtügung. Frauen als Armenpflegerinnen in ftände in den verschiedenen Werkstätten geschildert. Auch das Journalisten veranstalteten Borstellung Feuer dadurch, daß die deutschen Städten. Deutscher Verein für öffentliche Gesundheitspflege. Material zur Arbeit, insbesondere die Polirlappen befinden sich Draperie des vierten Ranges durch Kurzschluß der elektrischen Einfluß von Respiratoren auf as Körpergewicht von Bleiarbeitern. Boltsheilstätten für Lungentrante in Deutschland. Schulzustände im oit in sehr schlechtem Zustande. Dieselben müssen undesinfizirt Leitung in Brand gerieth. Die glühenden Stücke fielen herab preußischen Often. verarbeitet werden und enthalten so die Keime zu ansteckenden und riefen eine Panik hervor. Das Publikum floh. Durch das Krankheiten. Unter Verbandsangelegenheiten wurde um recht Gedränge wurde der Ausgang versperrt. Um die Menge zu berege Agitation für die Gewerkschaftsorganisation ermuntert und ruhigen, wurde die Königshymne gespielt, während von den oberen die Mitglieder ersucht, recht zahlreich in der Generalversamm Logen die Rufe Ruhe!" erschollen. Das Feuer wurde alsdann lung, welche am 10. Oktober in Keller's Festsälen, Koppenstraße gelöscht, brach aber darauf in demselben Range wieder aus und stattfindet, zu erscheinen, da die Tagesordnung für die Mitglieder verursachte eine neue Panit. Mehrere Frauen wurden ohumächtig. eine sehr wichtige ist. Das Publikum verließ das Theater, während das Feuer schließlich gelöscht wurde. Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend Abend von 8-9% Uhr: Südoftschule, Waldemarfir. 14: Redeübung.( Die wichtigsten Gefeße für die Kunst des öffentlichen Redens, Lehre vom Aufbau eines Vortrages) Herr Heinrich Schulz. Nordschule, Müllerstr. 179a: Beschlossen. Wieder eröffnung Anfang Ottober Brunnenstraße 25, 1. Hof lints 1 Tr. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender ab. Neumann, Bajewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 9 bis 11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Esmeralba, Königsbergerstraße 5 bet Lastowsky. Grüne Eiche, Nixdorf, Hermannftraße 197 bet Babenschneider. 2yrania, Landsberger Allee 156 bei Goebel. Sanges Echo, Naunynftr. 86 bet Streit. Immergrün, Tegel, Spandauerstr. 5 bet 6. Rentner. Glück zu Babstr. 19 bei mig. Hand in hand II, Friedrichsberg, Friedrich Karlfir. 11, bet Emil Heinecke. Liederkranz in Brandenburg a. 5., Mengert's Boltsgarten, Bergstr. 6. Borwärts 7, Rummelsburg, Gde Göthe und Kantfiraße bet Greinert. Deutsche Giche II, Brandenburg Frisch auf II, Schönwalbe in ber Wlart. Frisch auf 1, Friedrichsberg, Wartenbergstr. 67 Treptow in Treptow, Baumschulenstraße 32 bet lange. Weiße Rose 11, Neu- Weißensee, Straßburger- und Elsaßftr.- Ede, " Bum Eiffelthurm". Gintama zelen, Behlendorferfir.& bet der Hauptstraße, " Erdbeben. Aus Rom wird berichtet: Bur selben Stunde in welcher gestern in Messina und Reggio di Calabria ein Erdbeben verspürt wurde, beobachtete man einen sehr heftigen Erdstoß auch in Oppido Mamertino, wo derselbe eine Panit hervorrief. 6 Besuchszeit Ge verschiedener Museen und sonstiger Sehenswürdigkeiten. Ausnahme des Montags in den& Wintermonaten von 10-3 ember 13 bis Altes und Neues Museum am Bustgarten. Besuchszeit täglich, mit Sommermonaten von 9-3 Uhr; Sonntags im April- September 13 bis uhr, Oftober und März 12-5 Uhr, November und Februar 12-4 Uhr, Die National: Dezember und Januar 12-8 Uhr( unentgeltlich). gallerie in der Museumsstraße. Besuchszeit Wochentags von 10-8 Uhr ( Montags ausgenommen). Sonntags in April- September von 12 bis 6 uhr, im März und Oftober 12-5 Uhr, Februar und November 12 bis Kunstgewerbeuhr, Januar und Dezember 12-8 Uhr( unentgeltlich). Geöffnet an den Wochentagen( Montags 9-3 Uhr, im Winter von 10-3 Uhr, Museum, Prinz Albrechtstr. 7. ausgenommen) im Sommer von Sonntags, April- September von 12-6 Uhr, Ottober und März 12-5 ühe, November und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-8 Uhr( Unentgeltlich). Museum für Böltertunde, Königgrägerstr. 120. Besuchs= Als Keher erklärt wurde durch Urtheil des geistlichen zeit wie im stunstgewerbe- Museum( unentgeltlich).- ygiene- Museum= Klosterfir. 85. Besuchszeit Sonntags wie im Kunstgewerbe- Museum. Außer, Museum für Richters des Madrider Bisthums der Priester Ferrandiz. Es dem Dienstags und Freitags von 10-2 Uhr( unentgeltlich). wurde ihm unter Androhung des großen Banns verboten, in Naturtunde, Juval denstr. 42. Besuchszeit Sonntags wie im KunstBukunft unter einem angenommenen Namen oder anonym zu gewerbe- Museum. Außerdem Montags und Sonnabends von 11-8 Uhr. Museum für deutsche Boltstrachten und Erzeugnisse bes ichreiben( Ferrandiz ist ein geschätzter Schriftsteller) oder über- ausgewerbes, selosterstr. 36. Jeden Tag mit Ausnahme des Mittwochs haupt irgend ein Wert ohne vorherige geistliche Zensur heraus- von 11-2 Uhr geöffnet. Eintrittsgeld: Erwachsene 50 f., Kinder 25 Pf. Vereine Gonntags 10 Pf. Reichs post- Museum, Leipzigerstr. 15. jugeben. Ferner soll er seine tetzerischen Ansichten öffentlich öffnet Sonntags 12-2 Uhr, Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags von widerrufen, die erreichbaren Exemplare der verdammten Schriften 11-3 uhr( unentgeltlich). Nath haus, Röntgstraße. Geöffnet täglich einziehen, sich nach einem Trappistentlofter zurückziehen und sich außer Donnerstag und Freitag von 11-8 16.( Unentgeltlich), bes dort unter strengster Buße bis auf weiteres aushalten. Sollten fichtsturm( Eintrittspreis 20 p.). Runstausstellung bes 50 Pfennig Entree. Sternwarte, Encesich nicht auch in Deutschland gegen den Pfarrer Naumann und Bereins Berliner Künstler, Wilhelmstr. 92. Sonntags 11-2 Uhr, Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. die anderen Schwarmgeister ähnliche Maßnahmen treffen lassen? play 3a. Mittwochs und Sonnabends von 9 bis 11 Uhr Bormittags. Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find Urania, Wissenschaftliches Theater. Sternwarte. Invalidenstr. 57-62 zu richten an: Hermann Jahn, Echönhauser Allee 177c. Sonnabend: Bergnügungsverein Helgoland", Grüner Weg 20 bet Rudolf. Aquarium: Gegen das Korfet ist im Namen der Gesundheitspflege, und Taubenftr. 48/49. Geöffnet von 5 Uhr Nachmittags bis 10% Uhr Abends, Entree 60 Pf. Buschlag für Theater von 60 Pf. bis 5 M.. varta", Lychenerstraße 28 bet Schmidt. Altezett Fiber"," Base. der Schönheitslehre u. s. w. immerfort geeifert worden mit Schabowftr. 14. Geöffnet von 9-6 Uhr. Entree Sonntags 50 Pf., an jedem Castan's Panoptitum, Friedrichwalterstraße 3 bet Neumann. Theaterverein and in hand, Georgen wenig Erfolg; selbst flehentliches Bitten hat die eigensinnige legten Sonntag im Monat 26 Pf. Eintrittspreis 60 31. affages tirchfir. 65 b. Späth. Bergnügungsverein gelitonta, Gr. Frantfurter Hälfte der Menschheit nicht zum Verzicht auf ein Kleidungsstück ftraße. Geöffnet 10-10 Uhr. 10-10 Uhr. Eintrittspreis 50 Pf. Marine Straße 74 bet Breuer. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im vermocht, daß den Körper zusammen preßt und eine unschöne Banorama, Am Lehrter Bahnhof. Sonntags von 9-9 Uhr. Entree Vereinstalenber find zu richten an Otto Schul 3, Rottbuferdamm 72. Einschnürung verursacht, deren sich als einer Verkrippelung eine 50 Pf.- Kaifer- Panorama, paffage( Unter den Linden). Geöffnet von Sonnaben verzagt", Rebuferstraße is bet Bogel.- Angler 1, Venus von Milo mit ihren 80 Zentimetern Taillenweite bis ins uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. 300 verschiedene Reisen, Landschaftsbilder. Jede Reise 20 Pf. Boologischer Garten, Lüzowufer. Bimmerstraße 55 Suppert. Borsig's Garten mit Balmenhaus, AltGesang, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein Innerste geschämt hätte. Dieser jahrelange vergebliche Kampf Sonntags 50 Pf. Fichte( Wiitgl. bd. Deutschen Arb.- Turnerb.) turnt: 1. Männer Abtheilung hat nun jüngst in Kalifornien wie man erzählt Moabit 85-86. Eintrittspreis 50 Pf.- Oeffentliche Befehalle ber Deutschen Gesellschaft für Ethische Kultur, Neue Schön Friedenstr. 37, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. 3. Männer mit einem Schlage eine günstige Wendung genommen. Abthl. Boechstr. 21, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr.-2. Lehr lings- Abth. Staligerfir. 55-56, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. Und das kam so. Als eines Tages Professor Meads Sonntag 9-1 vorm., 6-10 abends. Bereinigung der Turnfreunde turnt Mittwochs und Sonnabends an der höheren Töchterschule zu Dachland fich bet Lange. Echo 3, Langendamm, Neu- Martgrafenpieste, bet 28. Grasnic. Sängerlust, Luckenwalde, Beeligerstraße 34 bei Dtto Schulze. -O Detlchen, abends 10 Uhr Sigung bet Ruppin, Blumenstr. 49, Ba= Stat beWochentags 10 bis 4 Uhr. Banaptttum 1 bauferfir. 13. unentgeltlich geöffnet am Wertiag abends von 6 bis 10 Uhr, von 8-10% Uhr abends Zurnhalle Demminerftr. 66-67- Frete urner: trebte, feinen Schülerinnen die Besonderheiten des Ohm'schen Briefkasten der Redaktion. fchaft Rirborf- Bris, E. Wiersing's Reft., Knesebecftr. 118.-- Gemischter Chor Gleichheit, abends 9 Uhr, Embenerstraße, Restaurateur Schirmer. und Ampère'schen Gesetzes an Versuchen klar zu machen, geschah Bühnenverband Normania, jeben legten Sonnabend im Monat das Wunder, daß, so oft eines der jungen Mädchen sich den Die juristische Sprechstunde findet am Montag, bet Buffol, Königsbergerstraße Nr. 28. Privat Theater Gesellschaft Instrumenten näherte, die Nadeln der Galvanometer die zügel- Dienstag, Freitag und Sonnabend von 6-7 Uhr Schiller, Sigung abends 9 Uhr bet Linte, Buttbuferstr. 24. Theaterverein Bavaria, Aderftr. 17 bet Manfras. Privat Theater lofeste Tarantella tanzten und sich auf die unwahrscheinlichsten abends statt. Gesellschaft ont, abends 9% Uhr bet Buleger, Swinemünderftr. 144. Theilfstriche einstellten. Obwohl die Einwirkung auf die Magnete H. St., Friedenstraße Wir müssen erst Erkundigung ein. Theaterverein& uftige Brüber II, Gigung abends 9 Uhr, bet so außerordentlich deutlich war, ließ fich Prof. Meads leider ziehen, in welcher Gemeinde fich die Sache zugetragen hat. Reichelt, Hafenhaide Nr. 45/47. Theater Gesellschaft Immer von der allgemeinen Bewunderung und Verehrung, welche die Theater: 2uftig, abends 9 Uhr, Gigung bei Ruhl, Ghorinerftr. 53. W. Sp. 21. 1. Ja. 2. Amtsgericht. 8. Am 1. Oktober. ganze junge Männerwelt plößlich für magnetische Damen C. H. 49. Leider ja. T. S. W. 1. Ja. E. 44. Sprechen verein Bohemia, abends 9 Uhr, Restaurant G. Wizel, Ackerfir. 145. Privat- Theater- Gesellschaft& illy, abends 9 Uhr Sigung, Schönh. Allee 135. empfand, nicht hinreißen; er hatte so wenig Achtung vor der Sie gelegentlich in der juristischen Sprechstunde vor. A. Müller. Bergnügungsflub fiend, Sigung abends Uhr im Restaurant Rudolf Schönheit der schönen Kalifornierinnen, daß er sich vermaß, Mehr als die Hälfte tönnte der Arzt nicht beanspruchen. Krautstraße 6. Gefelliger Arbeiter- Berein Proletaria, Sonnabend nach Dem 1. und 15, jeden Monats, abends 9 Uhr bet Sommer, Grünstr. 21. öffentlich zu behaupten, die jungen Damen Kaliforniens trügen F. H. 3. Wenn es sich um Malerarbeiten auf Bauten Mauchtlub Dornröschen, abends 9 Uhr, bet Gerbner, Burgdorfftr. 14. Storfette mit Gifenstangen vountzüftung über, diese Behauptung handelt, liegt Bersicherungspflicht vor, sonst nicht vereinbauten Stattlub Blaue Blufe, bet Wuttte, Graudenzerfaße 2. flub Revolution, Gigung abends 9 Uhr bet Hauptmann, Wiener Instrumente verdürben. Die Entrüstung über diese Behauptung Legen Sie Widerspruch ein und zahlen Sie die vereinbarten firaße 1-6.- Statflub Brüber Itch teit, abenbe von 9 Uhr an Sigung war ungeheuer; die Ausdrücke waren nicht gelind, welche auf den 15 M. Hoppstädter. Schriftliche Antwort zu ertheilen bet Wittwe Lehn, Stralsunderstraße 19.- Stattlub 50. Jeben Sonnabend armen Professor herniedergingen. Trotz des Geschreis ging er lehnen wir ab. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ja, der früheren Religion. 8% Uhr bet Klein, Wienerstraße 81. Bergnügungsverein Ipen= aber den Dingen auf den Grund. Die Sache war schwierig; 4. 3wei Jahre lang. 2 Wettende H. 11. 13. Uns nicht Vergnügungsverein Brudertette, Gigung abendé uhr, bet Paris, aber um feinen wissenschaftlichen Ruf zu retten, schien Mead bekannt. E. S. W. 34. 1. Ja. 2. Der Hausreiniger, ohne Gleditschstraße Nr. 28.- Schachtlub Springer, abends 9 Uhr hier auch das Ungewöhnliche zulässig. In Gegenwart würdiger, Bezahlung verlangen zu können. E. R. 14. Berjährung liegt der Lehrerinnen der Schule wurde feine nicht vor. Forderungen für ärztliche Bemühungen verjähren in stunden Mittwoch und Sonnabend von 9 bis 10 Uhr bei Dittmann, alter Damen und Perlebergerftr. 9. Berein ehemaliger Schüler der 7. Real Behauptung bestätigt. Jetzt legte sich die Leitung der Schule 4 Jahren vom Ausgang des Jahres ab gerechnet, in dem die ärztliche fchule, präzise 9 Uhr im Restaurant Nepomut, Neue Roßftr. 23: Sigung ins Mittel; das Tragen von Korsets mit Eisenstangen Behandlung stattfand. B. 100. Beschlagnahme ist zuläfftg. ( Wissenschaftlicher Bortrag. Literarisches.) Touristenflub ,, uf". Jeden wurde im Interesse bes Unterrichts verboten. Aber E. 3. 48. 1. Ja. 2.Auf den gesammten Theil. 8. Nein. 4. Abwarten Connabend 9 Uhr Neue Friedrichstr. 92, Restauration Grob. BergnügungsBerein Helgoland II, jeben Sonnabend Sigung bei Lehmann, Sübbener- die Instrumente Mead's ließen sich nicht täuschen; fie ftraße 9.- Stattlub Freundschaftsbund, abends 8% ugr bet Ganswig, geriethen ständig in Unruhe, eine junge Dame Reichenbergerfiraße 147. Theaters und Vergnügungsverein Troilus, Die Schulleitung erwog bereits eine Berabends 9 Uhr bei Heft, Brunnenfir. 155. Bergnügungsverein Fiducia, in ihre Nähe kam. abends 9 Uhr, Blumenstr. 32 bei Reiche. Theaterverein der outfen schärfung des Verbots dahin, daß jedes junge Mädchen, das fürderstadt, Annenftr. 9 bet Prop. Turnverein Deutsche Et che, Johannis: hin noch einen„ moralischen Einfluß" auf die Instrumente austhat, in Schaller's Ballsalon. Uebungsstunde abends 9-10( Männerabth.).- übte, von der Schule verwiesen werden solle, als der Professor Stationen. Theaterverein halta, Küstriner Plaz 10 bet Christian. Dansk Forening Freja, Kommandantenstrasse 72( Neues Klubhaus), der Aesthetik die leidige Angelegenheit zu allfeitiger Zufrieden Módeaften hver Lördag KI, 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser beit aus der Welt schaffte. Nur ganz beiläufig ließ er in seinem findes i Lokalet. Böhmisch flawtscher Bildungsverein Sawitfchet, Beuthftraße 21, Vortrag die Bemerkung einfließen, daß die jungen Damen im Often Amerika's viel besser gewachsen seien, als die KaliRestaurant Bur neuen Bost", heute Abend 9 Uhr Mitgliederversammlung. German" American Club Uncle Sam, 9 o'clock, Wallstr. 57. Guests fornierinnen; im Osten trage tein Mädchen ein Korset und are welcome. deshalb gäbe es dort noch idealschöne" Mädchengestalten. Von Deutscher sozialdemokratischer gefektub in Paris. Sonore 814, Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Ber- dem Tage an wurden die Instrumente Meads nie wieder be fammlung; reiche Bibliothet, Zeitungen, franzöfifcher Unterricht. unruhigt. bet Bernau, Rosenthalerfir. 57. Tambourverein Moabit: uebungsM 1 1 Rue St. wenn = Witterungsübersicht vom 18. September 1896. Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Bindrichtung Windstärke NAN|||| we( Stala 1-12) Wetter Temperatur ( 5° C. 4° R.) 188 883 nach Celsius bedeckt bedeckt 18 14 wolfig 14 bedeckt woltenlos 12 15 13 Swinemünde 757 GSD Hamburg 756 SM Berlin Wiesbaden. München 759 SM 762 Still 765 M 765 Still 753 Still 755 SW 13 749 SW 4 13 . 761 SSM 2 halb bedeckt 16 heiter Nebel bedeckt heiter London. Der einzige hiesige fozialdemokratische Verein Londons, der Ueber den Alkoholgenuß auf Nordland Expeditionen Wien. alte, von Karl Marr und Friedrich Engels 1846 mitbegründete Kommunistische Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach äußerte sich der berühmte österreichische Nordpolfahrer Payer in Haparanda wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. einer Unterredung mit einem Mitarbeiter der" N. Fr. Pr." in Petersburg Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstags- Wahlkreis Stralsund- Franzburg- Rügen. Sonntag, den 20. Sept., vorm. bemerkenswerther Weise. Gine Bemerkung darüber, daß der Gork. ausgezeichnete Gesundheitszustanb der Mitglieder der Nansen'schen Aberdeen. 10 Uhr, bei Linte, Judensir. 86: Gigung. Gäfte willkommen. Tischler- Verein. Heute Abend 9 Uhr, Melchiorftr. 15: Vortrag. Damen Expedition damit erklärt werde, daß die Leute keinen Alkohol Paris. haben Zutritt. Charlottenburg. Die Mitglieder versammlung des Verbandes der Bau- bekamen, veranlaßte Payer zu folgender Aeußerung:„ Das arbeiter und verwandten Berufsgenoff en findet Sonntag, den 20, Sept., völlige Verzichten auf geistige Getränke entstammt den diäteti- Wetter: Prognose für Sonnabend, den 19. September 1896. vormittage 11 Uhr, im Bereinslokal Bismarckshöhe". Wilmersdorfer schen Reformen der jeßt herrschenden Naturheilmethode; vor Biemlich trübe mit Regenfällen und frischen bis starken südStraße 39, statt. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter, Filiale zwanzig Jahren hätte man es als eine zwecklose Rafteiung westlichen Winden; Temperatur wenig verändert. Berliner Wetterbureau. Berlin 3. Heute Abend 8% Uhr, tanteuffelstr. 46: Mitgliederversammlung. angesehen. Nansen ist gegen den Alkohol, ich bin für eine be- l Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 19. Septbr. Opernhaus. Robert der Teufel. Schauspielhaus. Wie die Alten fungen. Deutsches Thenter. Ohne Liebe. Hierauf: Hannele's Himmelfahrt. Berliner Theater. König Heinrich. Leffing- Theater. Kollege Crampton. Nenes Theater. System Ribadier. Vorher: Besuch nach der Hochzeit. Thalia- Theater. Cousin- Cousine. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie Madame! Theater Unter den Linden. Die Lachtaube. O Schiller Theater. Emilia Galotti. Bentral- Theater. Eine wilde Sache. Oftend- Theater. Der deutsche Michel. Belle- Alliance- Theater.'' n tolles Mädel. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Emilia Galotti. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Wohlthäter der Menschheit. Abends 8 Uhr: Was ihr wollt. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chauffeeftr. 25/26. Dir. Max Samst. Der Hypochonder. Lustspiel in 4 Atten von G. v. Moser. Anfang 8 Uhr. Sonntag, 20. d. Mts., nachm. 3 Uhr: Klassiker- Borstellung: Maria Stuart. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. qb. Eintritt 50 Pf. abends. Wissenschaftl. Theater Uhr. Sternwarte Invalidenstr. 57–62 Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. Jm Theater Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Passage- Panopticum 42 wilde Weiber aus Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52 53. Annenstrasse 42| 43. Bornehmster Familien- Aufenthalt. Vorstellung. Durchweg neues Programm. Grand- Konzert der neu engagirten Haus- Kapelle unter Leitung bes Rapellmeisters Martin. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Anfang: obentos e R. Winkler. Feldschlößchen 142 Müllerstraße 142. Telephon: Amt Moabit 1213. Sonntag, den 20. September 1896: Kinder- Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Die offizielle Frau. Mufit n. Meth. Kullat, Boffenerfir.41 III Anf. 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Borft. Achtung! Gewerkschaften! Sonntag, 20. d. Mts., nachm. 4 Uhr: Hänsel und Gretel, Zaubermärchen. Feen- Palast Burgstrasse 22. Zwei Sonnabende im Monat Saal für Vereine u. Versammlungen zu vergeb. Pasch, Alte Jakobftr. 83. A. Flick's Restaurant, Simeon straße 23, gr sep. Vereinszimmer frei. Direttion: Winkler& Fröbel. Große Vereinszimmer Sremlow- Compagnie. ten! noch für einige Tage in der Woche frei. Men! Neu! Neu! The Miltons. Fredans Trio. Neu! 3526 Nen! Anhaltender Jubel über das gesammte vorzügliche Spezialitäten- Personal. Urkomisch! Im Hochdrastisch! 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Mit dieser Tagesordnung beschäftigten sich am Donnerstag Abend die Berliner Parteigenossen in den sechs Reichstags- Wahl treisen. von S -P Wie steht es augenblicklich mit der Arbeiterschutz- Gesetzgebung, welche Schritte sollen gethan werden auf dem Wege der Gesetz gebung, um den Arbeitern Erleichterungen zu verschaffen? Denn infolge der Vorschläge des Dr. Quarc würden Einzelheiten des felben doch zur Sprache kommen, ohne daß jedoch die Verhandlung einen einheitlichen Charakter tragen würde. 13. Jahrg. über mal, umgekehrt wie auf den letzten Parteitagen, die Maifeier als Anhängsel des Achtstundentages betrachten. Durch den industriellen Aufschwung sei festgestellt, daß jetzt die Zeit zum Handeln gekommen sei. Die Phrase, es geschehe nichts von der politischen Partei für die Gewerkschaften, würde beim Vorgehen im Sinne des Ans Antrages mit einem Schlage beseitigt werden. Genosse Dr. Die Debatte eröffnete dann Handlungsgehilfe Maaß Arons beantragte nunmehr, auf die Tagesordnung zu setzen: In der Versammlung des 1. Wahlkreises mit der Begründung eines Antrages, den A chtuhr- Laden- Revision des Arbeiterschutz- Anhanges des Erfurter Programms." hielt Genosse Timm das einleitende Referat, der in er- schluß auf die Tagesordnung des Parteitages zu setzen. Er In der Begründung seines Vorschlages betonte Arons, daß Schöpfender Weise die einzelnen Puntte der Tagesordnung, die der verspricht sich davon eine wesentliche Erleichterung der Agitation hierin auch alles enthalten sei, was Schlegel wolle, und hob Parteitag zu erledigen hat, erläuterte. Mit dem Hinweis auf die unter den Handlungsgehilfen, deren Schwierigkeiten er schildert. hervor, daß der Antrag natürlich nicht so gedacht sei, als ob letzten Ministerwechsel und den damit verbundenen veränderten Ver- Genoffe Stadthagen wendet sich gegen den Antrag. Der dieser Parteitag gleich die Revision endgiltig vollziehen solle. Die hältnissen in der Sozialgefeßgebung, erachtet der Redner eine Ab- Achtuhr- Ladenschluß gehöre zu den kleinen Reformen, die Anträge Schlegels wurden abgelehnt und der von änderung der Tagesordnung insofern für wünschenswerth, als gerade wohl jeder in der Partei als eine Erleichterung gut- Arons angenommen. Gleichfalls angenommen wurde ein im verflossenen Jahre in bezug auf die Arbeiterschußgefeßgebung heiße, jedoch seien solche fleine Kinkerlizchen nicht Antrag des Genossen Silberschmidt, als besonderen Buntt Bustände eingetreten find, die einer eingehenden Aussprache be dazu angethan, einen Parteitag zu beschäftigen. Es sei das auf die Tagesordnung des Parteitages zu sehen:" Die Unfalldürfen und auch eine prinzipielle Stellungnahme des Parteitages Sache der Handlungsgehilfen und der Presse. Da gebe es denn versicherungs- Geseze". erfordern. Beziehentlich der internationalen Kongreffe hält der doch noch weitergehende Vorschläge: die gefeßliche Regelung der Die Versammlung schritt demnächst zu den Delegirten Redner die Abhaltung derartiger Kongreffe in einem Zeitraum Verhältnisse der Seeleute, des Gesindes, der Landarbeiter. wahlen. Genossin Fahrenwaldt stellte den Antrag, zu fechs Jahren für vollständig ausreichend, zumal ma a ß entgegnete: Gs handele sich um ca. 400 000 Angestellte, von zwei männliche und einen weiblichen Delegirten zu wählen. dieselben bedeutende Kosten verursachen. Zur Diskussion denen die in den Konfektionsgeschäften vielfach bis in die Nacht hinein Richard Fischer widersprach diesem Vorschlagsmodus, der standen: Ein Antrag der Handels- Hilfsarbeiter, die Frage arbeiten müßten. Für sie die Möglichkeit zu schaffen, um 8 Uhr mit der sozialdemokratischen Auffassung der Gleichheit in Widerdes Achtuhr Ladenschlusses auf die Tagesordnung des aus dem Geschäft fortgehen zu können, sei fein Kinterlichen. fpruch stehe. Wir wählen nicht Männer und Frauen bezw. Parteitages zu sehen. Zwei weitere Abänderungsanträge Redner verweist darauf, daß die Agitation der klassenbewußten Hofenbeine und Unterröcke, sondern wählen Genossen nach zur Tagesordnung und ein Antrag, den Parteitag in Zukunft Handlungsgehilfen den Zweck habe, die Indifferenten zur Sozial- ihrer Fähigkeit und Vertrauenswürdigkeit. Diese zwischen Weihnachten und Neujahr zu verlegen. Der Genosse demokratie zu führen. Genosse Glashagen begreift das Auf- Reverenz vor dem Unterrod, diese Galanterie Schuster wünscht, daß der Parteitag Stellung nimmt zu den treten Stadthagen's nicht, dem er vorwirft, die wichtige Sache ins gegenüber dem Geschlecht, wie sie sich in diesen, gegenwärtigen Zuständen in der Türkei und sich überhaupt immer Lächerliche gezogen zu haben. Den Handlungsgehilfen und den anderen auch bei den Bureauwahlen regelmäßig wiederkehrenden Er habe gegebenenfalls mit derartigen Vorkommnissen beschäftigt. Den Handelsangestellten sei es nicht, wie anderen Arbeitern, möglich, Anträgen widerspiegele, sei unsozialdemokratisch. Antrag der Handels- Hilfsarbeiter hält der Redner zur Behandlung sich durch Streits 2c. eine Verbesserung ihrer Lage zu erringen, nichts gegen die einer Wahl Genossin einzuwenden, auf dem Parteitag für nicht geeignet. Genosse Hoffmann, er empfehle deshalb die Resolution Maaß. Richard halte sie im speziellen Falle heute für gerechtfertigt, wenn er auch Handels Hilfsarbeiter, der den Antrag eingehend begründete Fischer: Die aufgeworfene Frage sei so zu stellen: Ist es den Standpunkt des Frauenaufrufs nicht theile, denn ob Frauen und auf die Bedeutung des Achtuhr- Ladenschlusses für die Ar- Aufgabe des Parteitages, gewiffe Parteitages, gewisse Interessenfragen ein- oder Männer in Gotha die Frauenfrage besprechen, sei in unserer beiter der verschiedenen Berufe hinwies, glaubt, daß diese Frage zelner Berufe zur Verhandlung zu bringen? Dies müsse Partei gleichgiltig, sie werde an einem sozialdemokratischen wohl von allgemeinem Interesse ist, wie dies auch bei den aber verneint werden. Mit demselben Recht, wie jetzt Barteitage in sozialdemokratischem Sinne diskutirt und Bäckerei- Arbeitern der Fall war, um auf dem Parteitag ver- die Handlungsgehilfen, könnten ja sonst auch Sie Mufifer erledigt werden. Frau Fahrenwaldt und Frau Buzz handelt zu werden, damit die Regierung durch die Stellung- und Angehörigen vieler anderen Berufe, ja schließlich sogar die entgegneten Fischer sehr lebhaft, beschwerten sich nahme veranlaßt wird, endlich der Ausbeutung der im Handels- Budiker vom Parteitag die Erörterung ihnen sehr nahegehender dessen spöttischen und unwürdigen Zon, der ihnen ganz gewerbe Angestellten entgegenzutreten. Genoffe Hoffmann, Fragen verlangen. Der Parteitag habe unter agitatorischem andere Beweggründe unterschiebe, als sie bei der Stellung des Wtetallarbeiter, wünscht, daß die Parteitage sich in eingehender Gesichtspunkte nur Fragen zu erörtern, welche die gesammte Antrages gehabt hätten; die Versammlung beschloß, nur zwei Weise mit den wirthschaftlichen Fragen beschäftigen und besonders Arbeiterschaft betreffen, oder Fragen, bezüglich welcher innerhalb der Delegirte zu senden. Bei der Abstimmung erhielten Stimmen: in der Parteipresse die Nothwendigkeit des wirthschaftlichen Partei Klärung zu schaffen sei. In betreff des Achtuhr- Laden- Antrict 104, Rnüpfer 89, Coblenzer 38, Frau Lutz 75, Arons Rampfes betont wird, um zu vermeiden, daß die Arbeiter zur Zeit schlusses liege aber feine Meinungsverschiedenheit innerhalb der 92. Demnach erklärte der Vorsitzende Antrick und Arons des wirthschaftlichen Aufschwungs, wie dies gegenwärtig zu verfozialdemokratischen Partei vor, die sowohl im Reichstag wie in für gewählt, nachdem die Stimmenzähler erklärt hatten, es zeichnen ist, unvorbereitet sind und demzufolge die Rämpfe theil der Kommission für Arbeiterstatistik mit aller Kraft dafür eintrete. hätten bei dem letzten Kandidaten auch solche gewählt, die schon weise ergebnißlos oder gar mit einer Niederlage der Arbeiter Stadthagen verwahrte sich nunmehr energisch gegen die von für die ersten beiden Kandidaten gestimmt hatten. Mit einem enden. Der Redner befürwortet einen von ihm gestellten An- Maaß aufgestellte Behauptung, daß er die Parteiverhältnisse Hoch auf die internationale Sozialdemokratie schloß die Versammtrag, nach welchem die Tagesordnung des Parteitages eine nicht beobachtet hätte und erklärte, sich für solche Genossen zu lung etwas nach 12 Uhr. wesentliche Abänderung erfahren soll und u. a. der Achtstundentag bedanken, die sich wegen des kleinen Vortheils des geseglichen Die Parteigenossen des 3. Kreises waren nach zur Diskussion gestellt wird. Genosse Kamp, der eine bessere Achtuhrschlusses der Partei anschlössen. Wolle man sich auf Möhring's Salon, Admiralstr. 18c, berufen; zahlreich hatten sie Regelung der Maifeier für nothwendig hält, um dieselbe imposanter den Reformstandpunkt stellen und solche Vortheile als etwas der Einladung Folge geleistet. Das einleitende Referat hatte und dem ihr innewohnenden Charakter entsprechend zu gestalten, Großes hinstellen, dann sollte man lieber mit der Sozialdemokratie Reichstags- Abgeordneter Genosse Bogtherr übernommen. Er kritisirte die Schreibweise des Vorwärts" in der Dr. Quark'schen einpacken und sagen: Wir wollen eine Reformpartei sein.betonte die Wichtigkeit der Parteitage und erklärte den scharfen Angelegenheit und meinte, daß der Redakteur Dr. A. Braun es Nachdem Ma a ß nochmals betont hatte, daß von den Handels- Austausch von Meinungsverschiedenheiten für einen gefunden fei, ber die Polemit in gehässiger und persönlicher Weise au angestellten großer Werth auf die Aufnahme des Punktes in die Bug unter den Parteigenossen. Für den wichtigsten Punkt führen beliebte. Der Redner sprach sich ebenso wie Bolis Tagesordnung des Kongresses gelegt würde, wurde die Redes bevorstehenden Parteitages in Gotha hielt er Punkt 3, gegen den Antrag der Handels- Hilfsarbeiter aus mit der solution mit großer Majorität abgelehnt. die Berichterstattung über die parlamentarische Thätig. Motivirung, daß zunächst die in betracht kommenden Berufsgruppen Für seinen Antrag, auf die Tagesordnung als besonderen Ber- teit".. Sein beifällig aufgenommenes Referat schloß mit in genügender Weise das Thema behandeln und für die Durch handlungspunkt zu sehen: Die Presse, nahm Genoffe Stadt- dem Ausdrucke der Zuversicht, daß der bevorstehende führung der Forderung eintreten. Genosse Böhm sowohl, wie Timm hagen das Wort: Auf dem Parteitage sich ausreichend mit diesem Parteitag fich würdig feinen Vorgängern anreihen und einen find mit der Haltung des„ Vorwärts" gegenüber dem Genoffen Thema gelegentlich der Berichterstattung des Parteivorstandes zu neuen Markstein bilden werde auf dem Wege zum endgiltigen Dr. Quarck vollständig einverstanden; wenn auch die in betracht beschäftigen, sei nicht möglich, und doch wäre eine gründliche Be Siege.( Lebhafter Beifall.) Die Diskussion begann mit Unter tommende Redewendung nicht besonders geschickt war, so sei das handlung des Punktes nothwendig. Berfehlt sei es, sich davon breitung der Resolution bezüglich des Achtuhr- Ladenschlusses. Der Berhalten der Redaktion doch ein forrettes gewefen. Fräulein etwa durch die Erwägung abhalten zu lassen, daß die Debatte von Günzel und Schumann begründete, von Hoch und Kohl be Jensch bedauert, daß die Genossen sich zu wenig mit der hier und da sich persönlich aufpißen und erregt werden könnte. tämpfte und von Wilhelm vertheidigte Antrag wurde bei zahl= Frauenfrage beschäftigen und nicht genügend für die Aufklärung 3u besprechen gebe es so mancherlei: Wie es mit Neu- reichen Stimmenthaltungen mit 99 gegen 93 Stimmen abgelehnt. der Frauen wirken, im Gegentheil häufig in der Praxis das gründungen sei, ob sich nicht eine Verbilligung erzielen ließe, 3u Punkt 5 der Tagesordnung des Parteitages beantragt Eintreten der Frau in die Bewegung hindern, demzufolge welche Stellung hinfort einzunehmen sei gegenüber der sogen. Millarg, der Parteitag möge beschließen, daß anstatt aller drei, die Organisationsverhältnisse der Arbeiterinnen feine glänzen parteilofen Presse u. f. w. Den politischen Brunnenvergiftern aller fünf Jahre ein internationaler Kongreßftattzufinden habe; ben sein können. Nachdem Timm in seinem Schlußwort vom Schlage des Lokal Anzeiger" müsse das Handwerk mehr Fri und Schumann erklären den Antrag Millarg's, für betont hatte, daß er dafür sei, daß Spezialfragen, wie als bisher gelegt werden. Dann sei auch die Stellung der Preß den fich Tschernig aussprach, im gegenwärtigen Augenblick auch die des Achtuhr- Ladenschlusses eine sei, auf den Parteitagen fommissionen zu den Zeitungen und die Stellung der Mitglieder für praktisch gegenstandslos. Hierauf wurde der Antrag ab behandelt werden, aber erst dann, nachdem die betreffende Ge- der Redaktionen zu einander, so z. B. der des Vorwärts", zu gelehnt. Schumann wünschte, daß die Delegirten des Wahlwertschaft hierüber genügend berathen und sich selbst einig ge- besprechen, auch gebe es über den Inhalt der Zeitungen zu kreises für die Absehung des nicht dringlichen Punktes Pros worden ist, wurde der Antrag der Handels- Hilfsarbeiter ebenso reden. Alles Fragen, die mehr oder minder auf dem einen portional- Wahlsystem" von der Tagesordnung des Parteitages wie der Antrag des Genossen Hoffmann abgelehnt. Angenommen oder anderen Parteitag angeschnitten würden. Richard eintreten sollen. Zu Punkt 8 der Tagesordnung des Parteiwurde der Antrag, in Zukunft den Parteitag zwischen Weih- Fischer bittet darum, auch diesen Antrag abzulehnen. Die tages beantragte Frank, daß die sechs Berliner Wahlkreise je nachten und Neujahr abzuhalten, desgleichen ein Antrag, Nothwendigkeit feiner Annahme habe er aus der ganzen Be- drei Vertreter zu wählen haben, die sich mit allen Theilen Arbeiterschuß Gefeßgebung und neuester Rurs" auf die Tages gründung des Antragstellers nach feiner Richtung heraus- des Vorwärts" zu befaffen haben. Er begründete den Antrag ordnung zu seßen und dafür den Punkt 6 Proportionalwahl" gefunden. Stadthagen habe auf den Vorwärts" zurückgegriffen. folgendermaßen: Die Berliner seien diejenigen, die zum zu streichen. Zu Delegirten wurden gewählt die Genossen Was nun die bekannte Kontroverse innerhalb der Redaktion des- weitaus größten Theil den Vorwärts" halten, folglich stehe Schuster und Timm. Zum Schluß wurde zur regen Bethei selben anbetrifft, so habe in erster Linie die Redaktion die An- ihnen das Recht zu, fich um alle Theile desselben zu kümmern; ligung an den Gewerbegerichts- Wahlen aufgefordert und auf die gelegenheit mit sich selbst abzumachen. Gegenwärtig werde die bestehende Preßkommission beschäftige fich nur mit Zappalien am 27. September, vormittags 10 Uhr, in Tempelhof stattfindende übrigens die Frage unter Mitwirtung der Parteileitung erörtert und und sei nur eine Schattenkommission; in letzter Zeit weise der Bersammlung aufmerksam gemacht. anscheinend werde sie zur Zufriedenheit der Redaktion und zum Vorwärts" recht viele Mängel auf, z. B. im Annoncentheil, Von den Genossen des 2. Wahlkreises hatten besten der Partei dieser Tage erledigt werden. Wir müßten der nur des Geldvortheils halber Annoncen bringe, die sich etwa 600 bei Martens, Friedrichstraße, versammelt. daher bis zur Erledigung dieser Verhandlungen ein Aufrühren eines Parteiblattes unwürdig seien. Dann der Versamms Dr. Arons ging als Referent furz auf die politische und der Streitfrage vermeiden. Würde der Abschluß nicht so, wie lungstheil. Bürgerliche Zeitungen bringen vielfach markantere wirthschaftliche Situation der letzten Zeit ein, indem er zunächst man im Interesse der Partei wünschen müsse, so werde sicherlich und präzisere Berichte; im Vorwärts" würden die schärferen Punkte den Köllerkoup und die sächsische Wahlrechtsverschlechterung be- ohne speziellen Antrag unfrerseits auf dem Parteitag die Frage entweder hinweggestrichen oder abgeschwächt. Weiter war es der rührte. Sozialpolitisch fei ein Rückschritt au verzeichnen. diskutirt werden. Ueber die Stellungnahme zur parteilofen vorjährige 3000 Mart- Gehaltsantrag, der von Frank eingebracht Redner erinnert an den Bäckerei Arbeiterschuh, die Presse sei die Partei allüberall sich klar und einig, man fönnte und begründet wurde. Der dritte Antrag lautete: Des vorgeschlagene Reform Achtuhr Ladenschlusses Die Kontrolleure sind möglichst von den Genossen der Ums und höchstens allgemeine Redensarten zum besten geben, dazu sei die den Gefeßentwurf, betreffend das Handwerk, welch' letterer Zeit des Parteitages au tostbar. Aufgabe der Genossen gegend des Ortes, wo der Parteivorstand( oder Ausschuß) seinen ten Arbeitern der Kleinmeister das Recht der Inanspruchnahme in den einzelnen Orten sei es, sich nach Lage der Siz hat, zu wählen." der Gewerbegerichte zu gunsten der Innungen nehmen wolle. örtlichen Verhältnisse damit zu befassen. Und die materiellen Für diesen Antrag trat Rräter ein, desgleichen Gotts Im Gegensaß hierzu sehe man in der Arbeiterschaft selbst ein bezw. finanziellen Verhältnisse der einzelnen Parteiblätter ließen fried Schulz wegen bedeutender Kostenersparniß; aus recht erfreuliches, frisch bewegtes Leben auffommen; überall rege sich auch nicht in voller Breite auf einem Parteitage erörtern. gleichem Grunde befürwortete Hoch den Antrag, mit der Bes fie sich, eine Verbesserung der Arbeiterverhältnisse herbeizuführen. In dieser Hinsicht sei veranlaßt worden, was erforderlich war, hauptung, daß nicht die Entfernung der Entfernung der Orte, sondern in die Kontrolleure Vertrauen zu setzende E3 lasse sich das erklären durch den wirthschaftlichen Aufschwung Fraktion und Parteileitung hätten die Vertreter sämmtlicher das fein müffe. Nach der letzten Zeit, dessen Ursachen Genosse Parvus in seiner Parteiblätter( Redakteure, Berleger, Expeditionen) zu einer Kon- fchlaggebend eingehender Broschüre interessant und originell behandelt habe. Parvus fehe ferens eingeladen, wo eine gründliche Verhandlung möglich machten die Versammelten den Antrag zu dem ihrigen. Gegen darin nur erst die ersten Anfäße eines neuen tapitalistischen fei. Den Punkt Presse" auf die Tagesordnung des den Antrag Frant's wandte sich Kräfer; er hielt ihn für Aufschwunges, von dem er eine große Wirkung auf das gewerk- Parteitages zu sehen, läge höchstens dann ein Anlaß vor, wenn zwedlos, verlangte vielmehr eine Ausdehnung der Befugnisse der schaftliche Leben erwartet. Ganz falsch sei es, wenn Quard, sich die Presse in prinzipieller Hinsicht mit dem Programm in Preßkommission. Friz beantragte ebenfalls die Erweiterung dessen Vorschlägen Redner nicht sympathisch gegenübersteht, im Widerspruch gefeßt hätte, ein solcher Fall liege indeß nicht vor. der Rechte der Preßkommission. Börner erklärte, der Sozialpolitischen Zentralblatt" und in der Leipziger Volksztg." Genosse Schlegel hält die Ausführungen Fischer's nicht für über- lokale Theil unterstehe der Preßkommission, der übrige behaupte, er habe ja nichts anderes verlangt als Parvus. zeugend und meint, so manche Mißstände bedürften der Abhilfe, Theil unterstehe allen Parteigenossen, dessen oberste Spize Hoch erblickte Quard wolle eine große fünft Ii che Neuorganisation, eine zum Beispiel wären bei einigen sozialdemokratischen Blättern, so die Parteileitung sei. in dem ersten Art Glanzentfaltung, um Arbeiter anzulocken. Parvus dagegen in Breslau und Köln, bürgerliche Berichterstatter, was unzulässig Antrage Frank's das Streben nach nach einer Zensurbehörde, gehe davon aus, daß die Gewerkschaften außerordentlich gewinnen wäre. Der Parteitag fönnte in manchen Dingen eine Richter hielt die Verbindung des Zentralorgans mit wurden durch den Fortschritt der wirthschaftlichen Verhältnisse, schnur geben. Dupont ift gegen den Antrag, ebenso Berliner Lokalorgan für eine bedauerliche, jedoch nicht ab ind wünscht Kampfesorganisation, unbeschwert von allerlei Knüpfer, der befürchtet, daß der Punkt zu einer Debatte zuändernde Thatsache, erklärte aber, daß die Preßkommission sich Ballaft. erweiterte Rechte selbst Quard wolle ein besonderes Gewerkschafts- Zentral- über die Quarc'schen Vorschläge führen könnte, worin bereits geschaffen habe, daß die Redakteure des eine ungerechtfertigte Ehrung Quard's erblickt. Vorwärts" sich in blatt, anerkennens Parvus dagegen verlange, daß die vorhandene er Stadthagen werther Weise entgegenkommend gezeigt hätten, und Arbeiterpresse von den Gewerkschaften zur Agitation benutzt Der Vorschlag des Genossen mit werde. Von der Partei fordere Parvus; daß sie mit vollem wird darauf großer Majorität absprach, in Zukunft so gut wie es irgend geht, Mängel und Nachdruckt diejenigen Fragen der Gesetzgebung schleunigft in An- gelehnt. Nach kurzer Begründung durch denselben Genossen Fehler beseitigen zu helfen. Ein Schlußantrag wurde abgelehnt. griff nehme, die speziell auf die Arbeiterschaft bezug haben, daß beschloß die Versammlung, dem Parteitag folgende Anträge zu Tschernig verlangte ebenfalls größere Machtbefugnisse für die Preßkommiffion; dagegen verlangt Frank, daß mit Ein= fie fich beschäftige mit den unmittelbaren Arbeiterforderungen unterbreiten: als solchen. Redner rügt es, den Arbeitern, wie Der Parteitag wolle die Herausgabe eines möglichst voll- segung der von ihm vorgeschlagenen Kommission die Preß das häufig geschieht, immer vorzupredigen: Ihr lieben ständigen und mit Inhaltsverzeichniß versehenen Protokolls be tommission zu verschwinden habe. Kräter kommt darauf noch Der Parteitag möge die Herausgabe einer einmal auf die Stellung des Vorwärts" zu der bayrischen Leute, organifirt Euch gewerkschaftlich, aber viel werdet Ihr schließen." und fritisirt fritisirt hieran hieran anschließend, daß nicht erlangen." Zu den von Parvus gestellten Anträgen, auf Broschüre beschließen, die die bisherigen Parteitagsbeschlüsse und Frage zurück der Vorwärts" bei Besprechung von Parteifragen die Tagesordnung des Parteitages zu sehen:" Die Erringung ihre Entstehung wiedergiebt." des Achtstundentages" Die Koalitionsfreiheit"" Der Kampf Schlegel stellt den Antrag, als besondere Punkte auf die nachhinke, statt den Ton anzugeben. Rüdiger weiß nicht, gegen die hausindustrielle Ausbeutung", bemerkte Arons: Er sei dem Tagesordnung zu feyen:" Die Erringung des Achtstundentages" wo die großen Fehler liegen sollen, die der Vorwärts" in legter nicht abgeneigt, daß sich der Parteitag mit der Frage beschäftige: und„ Die Koalitionsfreiheit". Er führte. aus, man möge jebt Beit gemacht haben soll. In der Einseßung einer von Frant " " $ " 1 . " " " " " " auss Debatte dem vers in seinem ersten Antrage vorgeschlagenen Komnnssion erblicke er eine neue Konfuston. die znr Folge haben würde, daß alle 8 Tage die Redakteure wechseln. B o r ch e r d t konstatirt einen Widerspruch in den Anträgen Frank's; auf einer Seite verlange er Einschränkung der Gehälter, auf der anderen Seite stelle er sich aus den Standpunkt, wir bezahle» das meiste, folglich wollen wir auch alle Rechte für uns in Anspruch nehme». Die gegen den„Vor- wärts" erhobenen Einwände berühren nur die Preßkommission. folglich seien deren Rechte zu erweitern resp. energischere Genossen hinein zu wählen; niemals aber, so lange der„Vor- wärts" Zentralorgan sei, könne der politische Theil de» Berliner Genossen unterstellt werden. Hierauf wurden die beiden anderen Anträge Frank's abgelehnt. Hiernach stand folgenderfAntrag zur Diskussion: „Der Parteitag möge beschließen: die Redaktion des„Vorwärts" hat zu allen für die Partei wichtigen Fragen Stellung zu nehmen." Fritz begründete denselben hauptsächlich damit, daß die Redaktion in der Gewerkschaftsfrage eine selbständige Stellung eingenommen. dieses in Zukunft aber auch in allen für die Partei wichtigen Fragen ebenfalls zu thun habe. Der Redakteur, der nicht die Ansicht der Redaklionskollegen theilen könne, habe seine Meinung als Einzelperson kundzugeben. Hieraus entwickelte sich eine rege Debatte, in der K r ä ck e r, Wilhelm und F r i tz sich ganz entschieden auf den Stand- Punkt der Redaktion in dieser Angelegenheit stelllen, wäh- rend hauptsächlich Börner de» Standpunkt Liebknecht's theilte. Nach der Mittheilung Dr. Brann's. daß diese Angelegenheit ihre endgiltige Erledigung in kürzester Frist finden werde, er- folgte Schluß der Debatte. Der Antrag wurde von der Ver» sammlung zu dem ihrigen gemacht. Nach kurzer, aber erregter Debatte wurde ein Antrag akzeptirt. 2 Personen zu delegiren. Vorgeschlagen wurden: Alboldt, Frau Hofstetten, Hermann Schmidt, Fritz, Kräker, Winter, Börner, Grauer und Arndt ssn. Die drei erstgenannten stellten sich zur Wahl und es entfielen nach angenommener Stimmzettelwahl auf Alboldt 123 Stimmen, auf H e r m a n n S ch in i d t 172 und auf Frau H o f st e t t e n IIS S t i m m e n. Die beide» elfteren sind somit gewählt. Die in Joel's Salon stattgehabte Parteiversammlung für den 4. Wahlkreis war von den Genossen äußerst zahl- reich besucht. In knapper Form referirte Genosse Glocke zum erste» Punkt der Tagesordnung: Der bevor st ehe„de Parteitag in Gotha, indem er die einzelnen Punkte der von, geschästsführenden Ausschuß festgesetzten provisorische» Tagesordnung deS Parteitages kurz beleuchtete und diejenigen hervor- hob, über welche seiner Ansicht nach eine Aeußerung der Genossen wünschenswerth wäre. Er meinte, daß unsere Reichstags- Abgeordneten in der verflossenen Session, besonders in de» Kommissionen, sehr angestrengt gearbeitet hätten und ma» mit der Thätigkeit derselben wohl zufrieden sein könne. Bezüglich der Maifeier des nächste» Jahres war er der Meinung, daß die vom Parteitag zu fassenden Beschlüsse besonders reiflich er- wogen werden müßten, da der 1. Mai auf einen Sonnabend falle. Punkt K. das Proportional-Wahlrecht, habe nach seiner Ansicht eine mehr theoretische Be- deutung, die Debatte hierüber werde aber hoffentlich zur Klärung der Ausichten der Parteigenossen beitragen und werthvolles Material für die Agitation ergeben. Punkt 7: Die Frauenagitatio» habe ja schon vielfach unsere Parteitage beschäftigt, doch sei eine gründliche Erörterung dieser Frage angesichts der immerhin schwachen Erfolge der Frauenbewegung sehr angebracht und hoffe er, daß besonders die anwesenden Frauen hierzu das Wort ergreifen werden und den Delegirten diesbezügliche Direktive» geben könnten. Be- züglich des Punktes 8: Organisation machte Glocke darauf aufmerksam, daß die bekannten Polizei-Akte des Septemberkurses schon eine andere Form des Partei- Vorstandes erforderlich gemacht haben und es dringend nothwendig sei, daß der Parteitag diese Frage so entscheiden müsse, daß künftighin alle Fallstricke vermieden werden. Er hob hervor, daß nach den Erklärungen des Reichskanzlers im Reichstage die Bereinsgesetzgebung nicht reichsgesetzlich, sondern von den einzelnen Bundesstaaten geregelt werden solle; er fürchte aber. daß. wenn auch in Preußen daS Verbot des In- verbnidunglretens politischer Bereine wahrscheinlich fallen werde, so doch durch andere Besiimniungen des nenen BereinSgesetzes dieses Zugeständniß an die Erfordernisse der modernen politischen Be- wegung für unsere Partei wieder abgeschwächt werde» würde. Redner schloß mit der Bemerkung, daß angesichts so vieler wichtiger Punkte, welche auf dem Parteitage zur Berathung ständen, wohl auch aus der Mitte der Genossen des 4. Wahl- kreises Anträge gestellt werden würden und eine gründliche Dis- kussion am Platze fei, damit die zu wählenden Delegirten eine klare Anschauung von den Meinungen und Wünschen der Ge nossen des Kreises erhielten. AlS erste Rednerin ergriff Fräulein Baader das Wort zu einer längeren Ausführung über die Franenagitation. Ter Kern ihrer Darlegungen ging dahin, daß der Frauenbewegung sowohl durch die Gesetzgebung wie durch die wirthschastlichen Verhalt- nisse viel mehr Schwierigkeiten bereitet würden, als der Agitation unter den Männern, daß den Franen viel mehr als de» Männern sowohl die Zeit als das Geld fehlte», da die Ueberlastuug der Frauen, die meistens hausindustriell thätig seien und außerdem noch Mutter- und Haushaltspflichten zu erfülle» hätten, eine größere sei als die der Männer. Man solle dafür sorgen, daß die Haus- industrie unter gesetzliche Aufsicht gestellt werde und die Frauen politische Recht« erhielten, dann würde auch die Frauenbeivegung mehr Fortschritte machen, denn an dem guten Wille» und dem Fleiß der Frauen fehle eS nicht. Das kurze Referat des Ge- Nossen Glocke steche wohlthuend ab von dem, was vor 8 Tage» Genoffe Auer hier an derselben Stelle gesprochen habe. Sie müsse das heute erwähnen, da sie an den. Abend nichts hätte er- widern können, da Auer in einem politischen Verein gesprochen habe. Genoffe Auer habe sich dort so abfällig und so reaktionär über die Frauenfrage ausgesprochen, daß, wen» feine Ausführungen richtig wären, wir Frauen uns fragen müßten: sind wir noch Parteigenossen oder ist er noch Parteigenosse? Auer sagte: Politik sieht in der Theorie sehr schön aus, in Wirklichkeit kommen aber sehr viel Reibungen vor. Nun, wann hätte je ein Kämpfer von uns Reibereien gescheut?! Und uns Frauen gegen- über ist er so zaghaft? Ich glaube, das war wohl nur so ein« Phrase von ihm, er wollte damit nur gegen uns agitiren. NnS ist die Sache zu ernst und heilig, als daß wir»ns mit solchen Redensarten abgeben sollten; das mag sich Genosse Auer merken. In unserm Programm steht, daß kein Unterschied zwischen Männern und Frauen sein soll, und Auer hat 1390 in Halle ausgeführt, als die Organisation be- sprechen wurde, daß deshalb der Ausdruck„Vertrauens person" gewählt sei. Mir thnt es leid, daß ein so alter Genosse und Führer so reaktionäre Gesinnungen gegen die Frauen hegen kann. und es hat mich in Erstaunen gesetzt, daß keiner der anwesenden Männer dagegen gesprochen hat.(Unruhe.) Als Auer sagte: wo Wahlen in Aussicht stehen, entständen Reibereien, da rief einer da- zwischen: da istBebel dran schuld. Nun Bebel handelt nur konsequent als Parteigenosse, wenn er für die Frauen eintritt. Warum sollten blas 3 Männer ans Berlin nach dem Londoner Kongreß gesandt werden? Die eine Frau hat dort ihre Schuldigkeit ge- than. Wenn Sie gegen mein Verhalten auf dem Kongreß etwas haben, so sprechen Sie es doch offen aus; aber hinter- rllcks gegen mich zu agitiren, daS paßt sich nicht für Parteigenossen.(Sehr richtig!) Auch für Gotha ist es uöthig, daß eine Frau hinkommt, und es wäre eine Schande für Berlin, wenn eS keine Frauen entsenden würde. Nicht die Männer allein werden die heutige Welt aus den Angeln heben, fonderu nur in Gemeinschaft mit den Frauen; die Be- wegung bleibt sonst zu«inseitig. Deshalb, mein« ich, muß auch aus dem 4. Wahlkreis eine Frau nach Gotha geschickt werden. Eine inzwischen eingelaufene Resolution bezüglich des Achtuhr-Ladenschlusses begründet Genosse Bender. L a u s ch ke wendete sich gegen Fräulein Baader und bemerkt, daß sie Auer unterschiebe, was er gar nicht gesagt habe. Dieser habe nur ausgeführt, daß die Frauen sich gewerkschaftlich organisiren solle», weil sie es politisch nicht dürfen. DaS ist jedenfalls kein Verbrechen. Aber Auer hat dann weiter gesagt, was Frl. Baader verdreht hat. daß er den Frauen stets den Rath gegeben, sie sollten die Männer von ihren Versammlungen fernhalten und Versammlungen unter Frauen abhalten Ferner wirst Frl. Baader den Berliner Genossen vor, daß sie Frauen nicht als Delegirte entsenden wollen. Das ist den Männern gar nicht eingefallen, sie wollen wohl die Franen dort haben, aber die Frauen sollen die Delegirten nntcr sich wählen. Wo so wenig Frauen an- wesend sind, wie in der heutigen Versammlung, geben doch nicht sie, sondern die Männer den Delegirten die Richtung an. Das Grundübel ist. daß die Berliner Frauen sich gegenseitig bekämpfen und persönliche Streitereien zu sehr im Vordergrund bei ihnen stehen. Wenn Frauen, die den Klassenkampf begriffen haben, wie in meiner Gewerkschaft(Hutmacher), diese Gehässig leiten in den Berliner Frauen- Versammlungen hören, gehen sie nicht mehr hin. Er empfehle also, hier keine Delegirtin z» wählen.(Unruhe und Schlußrnfe.) Paul Vogasch betonte, daß wir jedes Jahr bei den Wahlen zum Parteitage diese Fehde mit den Frauen hätten. Wenn er auch den Wunsch der Franen, dort vertreten zu sein. als berechtigt anerkenne, so stelle er sich doch auf den finanziellen Standpunkt und frage, ob das weibliche Geschlecht bisher auch seine Schuldigkeit gethan habe, und das verneine er Röhn empfahl dann den Delegirten, da die Berliner Anträge auf den Parteitagen stets mit Mißtrauen und Voreingenommen heit von allen andere» Genossen aufgenommen feien, ihre Taktik zu ändern, nicht so viele Anträge zu stellen»nd sich reservirter zu verhalten, dagegen ihrerseits die finanziellen Leistungen Berlins und der anderen groben Städte, wie Hamburg, Leipzig u.a.m. zu betonen. Frau Wenzels wandle sich hierauf gegen Frl. Baader, schob die Schuld an den jetzigen Streitigkeiten in der BerliMr Frauenbewegung den zur Zeit an der Spitze derselben stehenden Frauen zu und verlangte vor allem Einigkeit unter den Frauen. Sie forderte dagegen die Männer auf, vor allem ihre eigenen Frauen erst zu Sozialisten zu niachen. Sie hielt die heutige Debatte hierüber für beschäniend für Sozialdemokraten und erklärte, nach solchem Zank und Streit kein Mandat annehmen zu wollen. Wählen Sie also keine Delegirtin und sorgen Sie, daß Eintracht unter den Frauen eintrete.(Bravo?) Nachdem Fräulein Baader sich gegen die Vorwürfe der Frau Wenzels vertheidigt und betont hatte, daß sie stets die Hand zum Frieden geboten habe, daß Uneinigkeiten auch bei den Männern vor- kämen und letztere abgelehnt hätten, das Amt des Schiedsrichters in den Frauenstreitigkeilen zu übernehmen, wandte sich Rein gegen einzelne Ausführungen von Frl. Baader und Fran Wengels und forderte dann ans, einen inzwischen eingegangenen Antrag auf Abänderung der Tagesordnung des Parteitages zu verwerfen, da derselbe keine wesentlichen und noth- wendigen Aenderungen bezwecke. Betreffs desAchtnhr-Ladenschlusses meinte er, daß die Handlungsgehilfen auch wohl zufrieden sein können.wenn-ihrAntragnichtalsbesondererPunktderTagesordnnng. sonder» wen» er nur überhaupt verhandelt werden würde. P ö tz s ch hatte zwar nichts gegen den letzgenannte» Antrag ein zuwenden, wies aber darauf hin, daß derselbe auf dem Parteitage doch nur in letzter Minute, mit der Klinke in der Hand, an- genomnien werden würde und möchte daraus keine Haupt- und Staatsaktion machen. Was den Autrag auf Abänderung der Tagesordnung in Gotha betreffe, so sei der Antragsteller dazu wahrscheinlich durch die Artikel von Parvus in der„Sächsischen Arbeiter- Zeitung" veranlaßt woroen. Parvus übersieht dabei, daß der Punkt: Proportionalwahl vom vorigen arteitag und nicht vom Partrivorstand auf die Ngesordnung gesetzt ist. Ebenso will?srvu8 den Acht tundentag wegen der zur Zeit aufsteigenden wirthschastlichen Konjunktur jetzt besonders propagiren, er bedenkt dabei aber nicht, daß sich eine große Bewegung nicht willkürlich machen läßt Kommen die verschiedenen Umstände zusammen, so haben wir z. B bei der Tabaksteuerfrage, bei dem sog. Umsturzgesetz gesehen. daß die Partei den richtigen Moment wohl zu erfassen weiß, um sich an die Spitze einer Volksbewegung zu stellen. Welche Mühe hat aber schon die Durchsetzung deS"Zwölf. StundentageS für die Bäcker erfordert! Bezüglich der Frauenfrage fasse Frau Wengels die heutigen Differenzen zu tragisch auf; das wäre kein Grund zur Ablchnung eines Mandats. Knöppchen wendet sich gegen die Ausfassung Glocke'S, betreffend die Maifeier 1897. Er empfahl, nur solche Personen als Delegirte zu wählen, welche politisch und gewerkschaftlich organisirt sind. Hierauf begründet Wilke folgenden Antrag: Die heutige Versammlung der Parteigenossen deS 4. Berliner Wahlkreises verpflichtet ihre Delegirten, zum diesjährigen Partei- tag dafür einzutreten, daß der zu wählende Parteivorstand 6, auf. tragt wird, vor Ausschreibung der nächsten Reichstagswahl das bestehende Reichstags-Wahlgesetz, mitjentsprechenden Erläuternngen versehen, in Broschürenform drucken und während der Wahl- agitation, besonders in den ländlichen Wahlkreisen, vertheilen zu lassen. In der Abstimmung wurde die Resolution bezüglich deS Achtuhr-Ladenschlusses angenommen, diejenige betreffs der Umänderung der Tagesordnung des Parteitages abgelehnt. Der Antrag der Frau Sprung. den Passus im Organisationsstatut betreffs Abhaltung von eigenen Frauenversammlungen zur Telegirtenwahl, wurde abgelehnt, der Antrag Wilke an- genommen. Zum letzten Punkt der Tagesordnung: Wahl der Delegirten sprachen, nachdem beschlossen war, jeden Redner nur V Minuten sprechen zu lassen. Kaiser für die Wahl einer Frau. Frau L e u s ch» e r erhob noch einige An- griffe gegen Frl. Baader. Nachdem sie noch dem„Vorwärts" den Vonvnrf gemacht, daß er Annoncen von beiden sich befehdenden Richtungen in der Berliner Frauenbewegung ausnähme, empfahl sie. heute kerne Delegirtin zu wählen, sondern daS den beiden Berliner weiblichen Vertrauenspersonen Baader und Scholz zu überlassen. Nachdem ein Antrag auf Schluß der Diskussion angenommen war und Frau Wengels erklärt hatte, daß sie weder zur Frak- tion Baader noch zur Fraktion Leuschner gehöre, wurde zur Abstimmung geschritten und nach einer längeren Geschäfts- ordnungS- Debatte, an welcher sich Kaiser, WengelS, Glocke, Pötzsch und Lauschke bStheiligten, wurden, wie schon gestern ge- meldet, die Genossen Röhn, Gutschke und Voigt als Delegirte gewählt. Nachdem noch eine Genossin auf die beiden Frauenversammlungen am 23. und 2v. aufmerksam gemacht hatte, schloß der Vorsitzende die Versammlung um 11'/« Uhr. Im S. Reichstags-Wahlkreise sprach zunächst Genosse Robert Schmidt. Redner erörterte in eingehender Weise die von dem Genofsen karvus an der aufgestellten Tagesordnung geübte Kritik, indem er nachweist, daß die Tagesordnung in ihren hauptsächlichsten Punkten von dem vorigen Parteitag �est- gelegt worden wäre. Redner tritt auch den Einwendungen über die parlamentarische Thätigkeit entgegen, um ebenfalls darzulegen, daß die Fraktion in taklisch korrekter Weise den Parteistaudpunkt vertreten hat. Wenn karvus in der von ihm aufgestellten Tages- ordnung ein Eingehen auf einzelne sozialpolitische Fragen bean- antragt, so fehle entschieden eine besondere Veranlassung dazu, weil hierüber Meinungsverschiedenheiten in derPartei nicht obwalten, wohl aber hat Redner nichts dagegen, daß aus einem späteren Parteitage unsere nächsten Aufgaben auf dem Gebiete der Eozia!» Politik zur Erörterung gestellt werden. Zu dem Verlangen der im HandelSgewerbe Angestellten, den Achtuhr-Ladenfchlnß auf die Tagesordnung deS Parteitages zu setzen, äußert sich Redner zu- stimmend. Als erster Antrag kam dann auch die Frage des Achtuhr-Ladenschlusses zur Verhandlung. Nach einer kurzen Be. gründung des Genossen L i e p m a n n wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Resolution: In Erwägung, daß eine Einführung deS gesetzlichen Achtuhr-Ladenschlusses nrcht nur für die im Handels- gewerbe Angestellten allein, sondern für die gesammte Arbeiter- schaft ganz bedeutende Vortheile mit sich bringen würde, erachten wir. die am 17. September 1895 im Lokale Altes Schützenhaus in Berlin versammelten Parteigenossen des 5. Berliner Wahlkreises es für erforderlich, daß der diesjährige Parteitag in Gotha sich mit den Vorschlägen der Reichs-Kommission für Arbeiterstatistik beschäftigt und die Genossen aller Orte verpflichtet werden, die im HandelSgewerbe Angestellten im Kampfe um den Achtuhr- Ladenschluß zu unterstützen und selbst thatkrästig in die Agitation einzutreten. Zu diesem Zweck beantragen wir: Der Parteitag möge beschließen: Als Punkt 5 der Tagesordnung festzusetzen:„Stellung- nähme zum Achtuhr-Ladenschluß". Ein weiterer Antrag des Genossen Drescher geht dahin, dem§ 9 unseres Organisationsstatuts als Absatz 4 einzufügen: „Der Parteitag setzt die Diäten für die Delegirten fest und sind dieselben aus der Parteikass« zu zahlen." Genosse Drescher begründet diesen Antrag damit, daß ans dem vorigen Parteitag nur ca. 180 Wahlkreise vertreten gewesen wären, daß eine Anzahl Wahlkreise nur solche Delegirte entsenden können, die ihre Delegationskosten ans eigener Tasche zu bestreiten in der Lage sind und hierdurch Zustände eingerissen sind, die als der sozialdemokratischen Partei ninvürdige bezeichnet werden müssen. Nach einer längeren Debatte, in der sich die Genossen Pakuscher, Robert Schmidt und Oertelt dagegen, und die Genofsen Licpmann»nd Hübner dafür aussprechen, gelangt der Antrag mit großer Ma- jorität zur Annahme. Des weiteren beantragt der Genosse Drescher, daß durch Parteitagsbeschlnß sämmtliche Partei- organe bestimmt werden, Annoncen von boykottirten be- ziehungsweise gesperrten Firmen nicht mehr anfzu- nehme». Die Gründe, die ihn zu diesem Antrage bestimmt hatten, resultiren aus den Mittheilungen des Genosse» Elm bezüglich der Haltung des„Hamburger Echo" und des „Vorwärts" während des Boykotts der Mohr'schen Fabrik. Robert Schmidt hat an sich nichts gegen den Antrag ein- zuwenden, nur nimmt er die Redaktionen gegen die Vorwürfe in Schutz, die Interessen der Arbeiterschaft verletzt zu haben. Die Parteiblätter nehmen Annoncen boykoltirter Geschäfte nicht auf. deshalb sei der Antrag überflüssig. Nachdem Liepman» sich dagegen ausgesprochen hat, wird der Antrag gegen 3 Stimmen angenommen. Ein weiterer Antrag deS Genossen Drescher lautet folgender« maßen: Es soll in Zukunft der§ 13 des Organisationsstatuts kanten: Die Parteileitung besteht aus 14 Personen, und zwar 2 Vor- sitzenden. 2 Schriftführern, l Kassirer. 2 Beisitzern und 7 Kon- trolleuren. Die Wahl der Parteileitung erfolgt durch den Parteitag mittels Stimmzettel auf die Dauer von drei Jahren, jedoch hat vor jeder Neuwahl derselben eine Ausloosung von 4 Mitgliedem stattzufinden, welche für die nächsten drei Jahre nicht wiedergewählt werden dürfen. Ohne Debatte lehnte die Versammlung diesen Antrag ab. Bei der Wahl der Delegirten beantragt Teufert zwei Delegirte, Oertelt nur einen Delegirten zu wählen. Die Versammlung be- schloß nur einen Delegirten zu entsenden. Gewählt wurde sodann mit großer Majorität Robert Schmidt. Zur Revision der Geschäftsführung deS Vertrauensmannes werden die Genossen Grack, Dr. Wepl und Liepmann gewählt. Die Versammlung im 6. Wahlkreise war, wie bereits gemeldet, auch von Frauen äußerst stark besucht, da die Frauen ganz sicher auf eine Vertretung ihrerseits in diesem Wahlkreis gerechnet hatten. Das einleitende Referat hielt Ge- nosse Stadtv. Bruns, um die auf dem Parteitag in Gotha zu verhandelnden Punkte einer kurzen Erörterung zu unterziehen. Wie vorauszusehen, gestaltete sich die Diskussion über die auf dem Parteitag zu erledigenden Punkte äußerst lebhaft. Da ein« Anzahl Anträge bereits bei Beginn der Tagesordnung ein- gegangen waren, wurde beschlossen, über jeden Antrag einzeln zu berathen und zu beschließen. jedoch nur je einen Redner für und«inen Redner gegen sprechen zu lassen. Der erste Antrag war von den K a u f l e u t e n eingegangen in Form einer Resolution. Es wird verlangt, daß der Parteitag sich mit den Vorschlägen der Reichstommission für Arbeiterstatistik beschäftigt und die Kauflente im Kampf um den Achtuhr- Ladenschluß durch Behandlung der Frage auf dein Parteitag kräftig unterstützen soll. Hierzu war auch vom Genossen F a b e r ein Antrag, über die Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung bei Arbeitseinstellungen zu verhandeln, ein- gebracht und von ihm selbst in längeren Aussührnngen be« gründet worden. Beide Anträge wurden aber, nachdem Hinze die Resolution der Kauflente begründete, Borg mann dagegen gesprochen, von der Versammlung mit ca. 30 Stimmen Mehrheit abgelehnt. Faber begründete die schon erwähnten Anträge des Genossen Friedr. Hoffmann in längeren Ausführungen, in« dem er auf die Handhabung deS Vereinsrechtt hin- wies und von dem Parteitag beziehungsweise der sozial- demokratischen Fraktion verlangte, dafür zu wirken, daß auch der Achtstundentag gesetzlich eingeführt werde. Auch diese Anträge wurden, nachdem I a k o b e y dagegen gesprochen, nahezu«in- stimmig abgelehnt. Ein Antrag:„Die heutige Partei-Ver- sammlung deS 0. Wahlkreises beantragt zu Punkt Frauenfrage: Da in den meisten Staaten Deutschlands die Bereinsgesetze eS nicht gestatten, daß Frauen resp. Genossinnen sich aktiv an der politischen Bewegung betheiligen, so empfiehlt der Parteitag den Genossinnen, sich mehr als bisher an der gewerkfchaft- l i ch e n Agitation zu bethätige» und den bestehenden Organi- sationen alS Mitglieder beizutreten" wurde, nachdem Kiesel denselben begründet, von der Versammlung nahezu einstimmig angenommen. Frl. Baader beantragte mit mehreren Genossinnen,„den PassuS in unserem Organisationsstatut. wonach weibliche Delegirte in besonderen Frauen- Versammlungen gewählt werden können, zu beseitigen". Auch dieser Antrag wird, nachdem Frau Schädlich denselben in längeren Ausführungen begründet. Grashold aber dagegen gesprochen, mit großer Mehrheit abgelehnt. Ein von Späth« gestellter Antrag,„die gewählten Delegirten zu beauftragen, auf dem Parteitag für Lerbillrgung deS„Vorwärts" einzutreten", wird. nachdem Hinze dagegen gesprochen, bei Auszählung mit 175 gegen 173 Stimmen abgelehnt. Da sich eine längere Ge- schäftsordnung über die Auszählung entspinnt, lehnt die Ver- sammlung eine nochmals beantragte Abstimmung mit großer Mehrheit ab. Ein weiterer Antrag, daß alle zu wählenden Dele- girlen politisch und. gewerkschaftlich organisirt sein müssen, wurde nahezu mit Einstimmigkeit angenommen. Frau M e s ch begründet in längeren Ausführungen den Antrag: eine weibliche Delegirte zum Parteilag zu wählen. Dieser Antrag wird aber, nachdem Frau Alex sich dagegen erklärt, mit 173 gegen 151 Stimmen unter großer Unruhe der Versammlung abgelehnt. Ueber die Zahl der Delegirten entspinnt sich eine längere Debatte, woraus die Versammlung beschließt, drei Delegirte zu entsenden. Bei der Abstimmung über Frau M e s ch wurden Zweifel laut, eine wiederholte Abstimmung ergiebt indessen, daß Fran Mesch mit 203 Stimmen in der Minorität bleibt. Gewählt wurden die Genossen Pfarr, Kiesel und GraShold. Mit einem türmifchen Hoch auf die Eozigldemokratie wurde hierauf dl« Versammlung geschlossen. • • Die Parteigeuoffen des Reichstags: Wahlkreises| zu des Reichstage Wahlkreises| zu sprechen und betont, und betont, da die Partei bei jeber| legung des Parteitages auf die Beit zwischen Weihnachten und Teltow Beeston Stortow Charlottenburg passenden Gelegenheit schon auf die Verkürzung der Arbeits- Neujahr. Siegrist Charlottenburg und 3 u beil bekämpften nahmen am Donnerstag, den 17. d. M., Stellung zum Parteitag zeit bringt, die Mai- Demonstration von Jahr zu Jahr tiefere denselben als undurchführbar, wohingegen Meiling Schönes in Gotha. Zunächst beleuchtete Genoffe Zubeil in längeren Wurzel schlägt, müsse es die Hauptaufgabe der Gewerkschaften berg denselben befürwortete. Bei der Abstimmung fiel derselbe Auseinandersehungen die Wichtigkeit der Parteitage für unser fein, daß einmal Errungene zu behaupten und zu er gegen eine ziemlich starke Minorität. Nach einer längeren Des Parteileben und ging dann ging bann zu einer Besprechung der weitern. Eine Diskussion über den Vortrag fand nicht batte über die Zahl der Delegirten einigte man sich auf zwei und Tagesordnung des Gothaer Parteitages über. Redner kommt statt. Beim zweiten Punkt der Tagesordnung, Anträge wurden gewählt Ostermann Nixdorf und Neumann. unter anderem auf die Durchführung des Achtstundentages zum Parteitag, war nur einer eingelaufen und zwar die Ver- Nowawes, als Stellvertreter John Johannisthal. Achtung! Achtung! de Genossen und Genossinnen! Sonnabend, den 19. September 1896, abends 8, Uhr, im Schloss Weissensee: Buchbinder! = Montag, den 21. September, abends 8, Uhr, in Keller's Fettsälen, Koppenstr. 29: Große öffentliche Bolts- Bersammlung Große öffentliche Versammlung für den Kreis Niederbarnim. = Tages Ordnung: 1. Vortrag über das Bürgerliche Gesetzbuch, die arbeitende Klasse und die Frauen. Referent Reichstags- Abgeordneter Arthur Stadthagen. 2. Distuffion. 3. Der bevorstehende Parteitag in Gotha. 4. Stellungnahme und Distusfion, event. Anträge. 5. Wahl der Delegirten zu demselben. 224| 16 Die Vertrauensleute. Achtung! Glaser. der in Buchbindereien, Luxuspapier- und Kontobücher- Fabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. 27/18 Tagesordnung: Die Antwort der Unternehmer auf die gestellten Forderungen und unsere Stellung dazu. Referent: Kollege A. Bergmann. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lohnkommission. Achtung! Serband aller in der Metall- Deutscher Holzarbeiter- Verband Sonntag, den 20. September, vormittags 10 Uhr: Große öffentliche Versammlung in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: 73/12 1. Das Resultat betreffs unserer Forderungen. 2. Verschiedenes. In dieser wichtigen Versammlung darf kein Kollege fehlen, darum alle Mann am Blake. Bur Deckung der Untoften wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Die Streikkommiffion. J. A.: W. Starke, Boechstr. 34. Achtung! Vergolder. Achtung! Monatsversammlung( Filiale Berlin) am Montag, 21. September, bei Groß, Aunenstr. 16. Zages Drdnung: 1. Brandenburger Resolution betreffend Agilationsreise. 2. Lehrlingswesen bei der Firma Methlow. 3. Verschiedenes und Fragetasten itt Industrie beschäftigten Arbeiter Berlins u. Umgegend. Zur Beachtung! Den Mitgliedern des Westens und Nord Westens hiermit zur Kenntniß, daß wir die Bibliothek und Zahlstelle, welche sich bisher bei Hermerschmidt, Perlebergerstraße, befand, mit dem heutigen Tage nach dem Restaurant Faber, Stephanftr. 11, verlegen. 249/20 Der Vorstand. Achtung, Müller und Mühlenarbeiter! Sonntag, den 20. b. M., nachm. 8 Uhr: NB. Die Billets zu der am 18. Oktober ftattfindenden Matinee Große öffentliche werden ferner ausgegeben; bei Ewald, Schönleinstr. 6; G. Krüger, Auguftftr. 88 bei Hildebrandt; Mangnussen, Staligerstr. 54, Aufgang C, Hof 3, III Tr.; Schmidt, Liegnigerftr. 5 und Hedmann, Stalizerftr. 102. Die Versammlung wird pünftlich 8/2 Uhr eröffnet. 22618 Kistenmacher. Sonntag, 20. Sept., vorm. 10 Uhr, in den Arminhallen, Rommandantenstr. 20: Versammlung im Lokal des Herrn Hoffmann, ( Englischer Garten), Alexanderstr. 27c. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Tagesordnung wird in der VerDer Vertrauensmann. Mitglieder- Versammlung. fammlung befannt gegeben, 95 14 Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl eines zweiten Schriftführers. Am Sonnabend, ben 24. Oftober: 14. Stiftungsfest in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 22. Billets, Herren 50 Pf., Damen 30 Pf., find bei allen Vorstandsmitgliedern und im Arbeitsnachweis, Wallnertheaterstraße 20, zu haben. Graveure und Ziseleure. Oeffentliche Versammlung morgen Sonntag, 20. September, vormittags 10 Uhr, bei Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Rollegen Guttmann über: Die zwangspolizeiliche Zukunft bes Handwerks( Abtheilung für Graveure und Biseleure). 2. Diskussion. 8. Wahl eines Gewerkschaftsbelegirten. 4. Berschiedenes. 414b NB. Da Rollege Balting, der Rebatteur unferes Fachorgans, aus Leipzig zu Besuch hier anwesend ist, und in obiger Versammlung zur Organisationsfrage sprechen wird, bitte ich die Kollegen um recht zahlreichen Besuch. Der Vertrauensmann. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Mitglieder- Versammlung für den Norden am Sonntag, den 20. September 1896, vormittag8 10/2 Uhr, im Lokale des Herrn Hirthe, Elisabethkirchstr. 14. Tages Ordnung: 2. Distuffion. 3. Gewerkschaftliches. 1. Bortrag des Herrn Dr. C. Joel über: Die Eroberung des Nordpols. Im Intereffe des intereffanten Vortrages bittet um zahlreichen Besuch Der Vorstand. -dla Mitglieder- Versammlung für den Süden am Montag, den 21. September 1896, abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Heute, Naunynftr. 27. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten M. Schippel über: Die materialistische und idealistische Auffaffung des sozialen Lebens. 2. Distuffion. 3. Bereinsangelegenheiten. Den Kollegen zur Nachricht, daß die Versammlung pünktlich eröffnet und um 12 Uhr geschlossen wird. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 272/8 415b Alle Diejenigen, welche noch im Besitz von Streiklisten sind aus dem Fensterputzer Streit, werden ersucht, innerhalb einer Woche dieselben bei Millarg, Annenftr. 16, oder Karkosky, Pücklerstr. 16, 1 Tr., abzurechnen, eventuell folgt namentliche Bekannt gabe. 19/17 Der Vertrauensmann. D. Schüler, Hochmeisterstr. 5. Todes- Anzeige. Mittwoch Nachmittag mein lieber Mann, Nach langem, schweren Leiden starb der Buchbinder Anton Koschuta im Alter von 40 Jahren. 426b Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmiltags 3/2 Uhr, von der Leichenhalle des Freirelig. Friedhofs aus statt. Die trauernde Wittwe AmalieKoschuta. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß unser geliebtes Kind Ella Sauer im Alter von 5 Jahren nach schweren 422b Leiden verstorben ist. Die tiefbetrübten Eltern H. u.K. Sauer, Alte Jakobftr. 134. Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 2 Uhr, vom Krankenhaus Urban nach dem Dreifaltigteits- Kirchhof, Bergmannstr., statt. Invaliden Unterstützungskaffe der Steinbrucker n. Lithographen Berl. Am 17. September cr. verstarb unfer Mitglied, der Steindrucker 425b Herr Gottfried Kobold. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, den 20. September, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Zwölf- Apostel- Kirchhofes inSchöneberg, Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Verein z. Wahrung d. Jnteressen sämmtlicher auf Holz- n. Kohlen- Tempelhoferstraße, aus. plägen, sowie Gasanstalten Berlins und Umgegend beschäftigten Arbeiter und Kutscher. Oeffentliche Vereins- Versammlung am Sonntag, den 20. September, nachmittags 2 Uhr, bei Hoffmann, Engl. Garten", Alexanderstr. 27 c. Um pünktliches Erscheinen ersucht 42/12 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bezirks Derlammlung für Moabit am Sonntag, den 20. September 1896, Vormittags 10% Uhr, im Moabiter Klubhaus", Benffelstr. 9. Zages Drdnung: Riefenfernrohr. 1. Bortrag bes Genoffen M. Grempe über Banten". 2. Diskussion. 8. Verbandsangelegenheiten. Gäste willkommen. Zahlreiches Erscheinen erwünscht Die Ortsverwaltung. 118/12 M. J. Hahlo, Patentanwalt, Berlin NW., Karlstrasse 8. Patentnachsuchung und Verwerthung.[ 58242* Rath, Auskunft und Konferenzen kostenfrei. Erste Referenzen im In- u. Auslande. und Refterhandlung befindet sich nicht mehr Ballisadenstr. 7 fondern nur ( Zahlstelle Berlin). Montag, 21. September, abends 8 1hr, Stromstr. 28: 17/5 Bezirks- Versammlung. Tagesordnung: Vortrag, Diskussion, Vereinsangelegenheit u. Verschiedenes. Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Die Ortsverwaltung. Verband der Möbelpolirer. Versammlung Nächsten Montag, abends 8 Uhr, Andrcasstraße Nr. 26. 145/2 Tages Ordnung: 0 1. Die Malthus'sche Bevölkerungstheorie. Referent: Genosse P. Jahn. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen, welche kein Flugblatt erhalten haben, werden ersucht, heute Abend in den Zahlstellen zu erscheinen, dieselben in Empfang zu nehmen und ihre genauen Adressen anzugeben. Daselbst sind auch Billets, Damen 30 Pf., Herren 50 Pf. inklusive Tanz, zum 11. Stiftungsfest, welches am 17. Oftober in Keller's Festsälen, Koppenstraße 29, stattfindet, zu haben. Da im Arbeitsnachweis mehrere Adressen nicht erledigt werden konnten, so mögen die Kollegen dieses benutzen. Die Mitglieder, welche jetzt als Refruten eingezogen werden, werden ersucht, dieses an H. Schulz, Memelerstraße 60 a, mitzutheilen. Der Vorstand. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW., Beuthstrasse 2. Zu kaufen gesucht: Neue Beit, 1883-1889. Bebel, Muhamedanisch- arabische Kulturperiode. Deutscher Bauernkrieg. Schippel, Das moderne Glend. Engels, Banernkrieg. Sowie ältere sozialistische Literatur. Achtung! Möbel! 233/2 Feuerversicherung: Wegen Aufgabe unserer Möbel- Agenten bei hoh. Provision, auch Fixum tischlereien und Tapezierwerkstatt sollen fucht Carl Meyer, Neue Friedrichstr.71 II. die Restbestände der Möbel- und Polsterwaaren, darunter ganze EinPräger, erste Kraft, für Monogramm richtungen, zu jedem annehmbaren und Wappenprägungen, sowie Koloriren Preise bis 30. September verkauft sofort verlangt von werden. Gekaufte Möbel tönnen bis A. Liebmann, Königl. Hoflieferant, 1. 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