Abend-Ausgabe Nr. 70 B 33 50. Jahrg. Redaktion und Berlagi Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher 7 Amt Dönhoff 292 bis 297 Telegrammadresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts BERLINER VOLKSBLATT FREITAG 10. Februar 1933 Jn Groß Berlin 10 Pf. Auswärts.... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise fiehe Morgenausgabe Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Ueber alle Gender Spricht er über die Schmalzverteuerung? Adolf Hitler spricht heute zum zweitenmal als Reichskanzler im Rundfunk. Man darf gespannt sein, ob er etwas über das Programm der Regierung verraten wird, das noch immer unbekannt ist. Der ,, Vorwärts" hat wohl seinerzeit an der Programmrede Schleichers scharfe Kritik geübt, heute aber muß man sagen, daß diese Rede im Vergleich zu dem neulich Gebotenen noch ein Muster an Klarheit und Gedankenfülle war. Jetzt ist die neue Regierung schon fast zwei Wochen im Amte, und noch immer ist von ihren Absichten nur soviel bekannt, daß sie die Arbeitsdienstpflicht einführen und den Marrismus vernichten will.( Binnen zehn Jahren!) Die Freunde der Regierung sagen nun, man beurteile eine Regierung besser als nach ihrem Programm nach ihren Taten, und damit haben sie selbstverständlich recht. Nach welcher Tat aber sollen wir die neue Bapen- Hitler- Hugenberg- Regierung beurteilen, wenn nicht nach der Schmalzverteuerung, die der Wirtschaftsdiktator Hugenberg ab 15. Februar angeordnet hat? Die Schmalzverteuerung das bleibt mit ehernen Buchstaben in die Geschichte eingetragen ist nun einmal die erste bedeutsame und wirklich in das Volks= leben eingreifende Tat der neuen Regierung. Man muß daher erwarten, daß sich der Herr Reichskanzler Adolf Hitler heute in seiner Rundfunkrede ausführlich mit der bevorstehenden Schmalzverteuerung beschäftigen wird. Herr Hitler hat sich bisher allerdings in seinen Reden und Schriften mit ökonomischen Problemen wenig befaßt. Trotzdem muß man annehmen, daß er sich über die Bedeutung, die eine Verteuerung des Schmalzes für die Volksernährung besitzt, nicht im unklaren befindet. Millionen seiner Hörer, auch solche, die ihm bisher in gläubiger Treue angehangen, werden wäh= ren seiner heutigen Rede immerzu daran denken müssen, daß die erste Tat der neuen Regierung die Schmalzverteuerung gewesen ist. Gerade seine bisherigen Anhänger werden über dieses fatale geschichtliche Faktum am allerschwersten herumkommen. Ueber die Bedeutung der neuen 3011= erhöhungen gibt es außerhalb des engen Kreises der Regierungspresse nur ein Urteil. Selbst die gewiß nicht ,, landwirtschaftsfeindliche" Germania" schreibt: Neue Studentenkrawalle Melcher verbietet republikanische Trauerfeier Die für heute Vormittag 11 Uhr auf dem Hegelplah vor der Universität Berlin einberufene Gedenkfeier der republikanischen Studenten Berlins zu Ehren des in Breslau von Nationalsozialisten ermordeten Reichsbanner- Studenten Walter Steinfeld ist in letzter Minute durch das Polizeipräsidium verboten worden. Als Begründung wurde mitgeteilt, daß die politische Lage und die seit Monaten in der Studentenschaft herrschende Erregung bei Durchführung der Veranstaltung eine Störung der Ruhe und Sicherheit befürchten lasse. Es ist eigenartig, daß den nationalsozialistischen Studenten gegenüber, die mit dauernden Prügeleien und Provokationen fast in jeder Woche mit Hilfe der SA. auf dem Hegelplay demonstrieren, noch niemals von der Polizei als Ruhestörer behandelt worden sind. Die ganze Einseitigkeit der polizeilichen Entscheidung zeigt die Tatsache, daß es sich bei der Kundgebung der republikanischen Studenten um eine Trauerfundgebung handelte, deren würdiger Verlauf in jeder Weise sichergestellt Die Leitung der Polizei scheint lediglich war. SA. prügelt an der Universität noch Staatsbegräbnisse und Naziaufmärsche zu= laffen zu wollen. Durch Plakate wurde den über 1000 anwesenden Studenten von dem Verbot Kenntnis gegeben. In der Vorhalle der Universität wurde dann eine improvisierte Gedenkfeier durchgeführt. Ein sozialistischer Student forderte auf, dem ermordeten Kameraden Steinfeld durch eine Minute Schweigen zu ehren. Mit dem Frei= heitsruf fand die Kundgebung ihr Ende. Schwere Schlägereien Im Anschluß an die große Pause kurz nach 11 Uhr kam es dann auf dem Hegelplatz und in der Dorotheen- und Georgenstraße zu schweren Schlägereien. Als die Studenten um 11 Uhr aus der Universität tamen, um an der Feier teilzunehmen, fanden sie den Hegelplag durch Polizei abgesperrt. Zwei Schilder bekundeten, daß die Versammlung verboten sei. Mit den republitanischen Studenten waren auch aus der Univerfität zahlreiche nationalsozialistische Studenten ge= kommen, Wahlspeck in Sicht? Nach der Schmalzverteuerung! In nationalsozialistischen Kreisen raunt man sich die unverbürgte Nachricht zu, die Regierung Hitler- Hugenberg bereite einen Wahltoup ersten Range s vor, indem sie zwei Wochen vor der Wahl die Unterstützungen der Arbeitslosen und andere Bezüge plöhlich, aber widerruflich, um 2 Mark oder 2,50 Mark die Woche erhöhen und damit eine glänzende Slimmung hervorzaubern würde. Der Gedanke ist nicht schlecht. Man würde freilich den Mitgliedern der Arbeitslosenversicherung nur einen Teil dessen wiedergeben, was man ihnen genommen hat. Denn der verflossene Arbeitsminister Syrup hatte selbst im Reichstagsausschuß mitgeteilt, daß im Jahre 1932 die Einnahmen der Arbeitslosenversicherung aus Beiträgen um mehr als 300 Millionen höher waren, als die Summe der Auszahlungen an die Versicherten betrug. Sie sind an die GeDie Bedenklichkeit der jetzt getroffenen Maß- Rückkehr vom Rückkehr vom Fackelzug nahmen liegt vor allem in der unvermeidlichen Preissteigerung wichtiger Lebensmittel, die von den breiten Massen gegenwärtig kaum getragen werden kann, so sehr man auch gerade der bäuerlichen Veredelungswirtschaft eine Erleichterung wünschen muß. Gerade die Preissteigerung für Schmalz wird sehr erheblich sein und etwa 15 bis 20 Pfennig pro Pfund ausmachen, wobei zu beachten ist, daß der heutige Preis für amerikanisches Schmalz durchschnittlich unter 50 Pfennig liegt. Ob durch eine solche Preissteigerung der deutschen Schweinewirtschaft die beabsichtigte Hilfe gebracht wird, ist mehr als fraglich, da ein Hinüberwechseln des Konjums vom Schmalz zur Margarine in nicht unbedeutendem Umfange wahrscheinlich, ja unvermeidlich ist. die Also, Herr Reichskanzler Adolf Hitler, sprechen Ste heute abend über Schmalzverteuerung! Ueber den Dolchstoß, das Novemberverbrechen, den Margismus, den Bolschewismus ist vielleicht schon genug geredet. Sprechen Sie, Herr Reichskanzler, über die Schmalz verteuerung! ZOLLE S meinden für Wohlfahrtsfürsorge geflossen. Das Beitragsaufkommen der Arbeitslosenverjicherung beträgt- genau gerechnet- pro Monat 83 bis 85 Millionen Mark. Die Durchschnittszahl der Unterstützungsempfänger dürfte im Monat Januar 1933 925 000 betragen, so daß bei einem Durchschnittsjah von 42 bis 43 m. monatlicher Unterstützung die Gesamtausgabe an Unterstützungen 35 bis 36 millionen Martausmacht. Es stehen demnach der Beitragseinnahme von 83 bis 85 Millionen Mark Versicherungsleistungen in Höhe von 35 bis 36 Millionen Mark gegenüber, das ist noch nicht die Hälfte des Beitragsaufkommens. In welchem Ausmaß heute aus den Beiträgen der Versicherten Ausgaben für die Krisenfürsorge, Wohlfahrt und Arbeitsdienst zur Entlastung der Reichskaffe von der Reichsanstalt geleistet werden, geht daraus hervor, daß der rechnungsmäßige Ueberschuß der Reichsanstalt rund 330 Millionen Mark beträgt. Die Reichsanstalt könnte heute aus ihren Beiträgen mindestens 2 Millionen Erwerbslose unterstützen, während in WirklichFackelzug feit noch nicht eine Million Unterſtüßung aus der Hugenberg: Und nun durch mein kaudinisches Joch, liebe SA.- Jungens." Arbeitslosenversicherung bezieht. Trotzdem hat der Finanzminister der gegenwärtigen und der vergangenen Regierungen ftets gegen eine Erhöhung der Unterstützungen Einspruch erhoben weil das Geld nicht reiche. Gibt er es jetzt aus anderen Gründen heraus, dann wissen die Betroffenen, war um und zu welchem 3wed, sie wissen aber leider nicht wie lange. Wir würden trotzdem die Regierung auffordern, das sofort zu tun, und zwar ohne Begrenzung des Zeitraumes. Die Arbeitslosen fönnen es notwendig gebrauchen. die von SA.- Leuten und politisch Gleichgesinnten auf der Straße Zuzug erhielten. Als die Polizei daran ging, die Dorotheenstraße zu säubern, kam es wiederholt zu Schläge= reien, die sich bis zum Bahnhof Friedrichstraße und auch noch vor dem Polizeirevier in der Georgenstraße fortseßten. Mehrere Nationalsozialisten wurden festgenommen. Friedrichsfelde Sozialdemokratische Deputationen An der heutigen Trauerfeierlichkeit für die Opfer des SA.- Terrors in Friedrichsfelde nehmen De= putationen folgender Organisationen teil: Sozialdemokratische Partei, Kreis Neukölln, Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold, Freie Gewerkschaftsjugend und Sozialistische Arbeiterjugend Berlin. Die Teilnahme dieser Deputationen erfolgt offiziell im Einvernehmen mit der Führung. des Reichsverbandes der Deutschen Industrie unter Führung von Staatssekretär a. D. Simson, des Deutschen Industrie- und Handelstages unter Führung des Präsidenten Grund und des Reichsverbandes des Deutschen Groß- und Ueberseehandels unter Führung von Geheimrat Ravené zur Besprechung wirtschaftlicher Fragen empfangen. Ferner empfing Dr. Hugenberg die Vertreter des Verwertungsverbandes deutscher Spiritusfabrikanten und die Vertreter des Reichsverbandes des Deutschen Garten= baues unter Führung des Präsidenten Werner. Außerdem erhielt er den Besuch der Ge= sandten von Bremen und Hamburg. Man sieht, daß der deutschnationale Parteiführer ein schweres Amt als Doppel- Minister übernommen hat. Die Schmalzverteuerung und die Einfuhrsperre sind nur Einzelerscheinungen aus dem riesigen Arbeitsgebiet... Neue Einfuhrsperre Hugenberg fördert die Hochhaltung der Getreidepreise Der Reichsernährungsminister Hugenberg hat angeordnet, daß bis zum Ende des laufenden Erntejahres eine weitere Einfuhr zollbegünstigter Futtergerste nicht mehr zugelassen wird. Deutschland habe genug Futtermittel, um auf die Einfuhr ausländischer Futtergerste verzichten zu können. Nach der Erhöhung der Schmalz-, Speck, Viehund Fleischzölle erfolgt jetzt eine weitere Maßnahme in der Linie der ertremen Land= bund forderungen. Die Politik der hohen Preise für deutsches Getreide und deutsche Futtermittel wird durch die Einfuhrspere für aus= ländische Gerste fortgesetzt. Durch die Hochhaltung der Preise und nur dadurch ist heute in Deutschland soviel Roggen, Weizen, Gerste, Hafer und Kartoffeln vorhanden, daß man in der Tat durch Umstellung der Futtermethoden mit den deutschen Erzeugnissen auskommen kann. Es ist aber bemerkenswert, daß man zur Durchführung dieser Umstellung die Einnahmen verwenden will, die sich aus der beabsichtigten enormen Erhöhung der Eierzölle Hugenberg empfängt... ergeben werden. Die Vertreter der Interessenten Der amtliche Draht der Deutschnationalen berichtet über die Arbeit des Wirtschafts- und Ernährungsministers Hugenberg: Der Reichswirtschafts- und Ernährungsminister Dr. Hugenberg hat am Donnerstag die Bertreter Es werden also den deutschen Verbrauchern die Eier verteuert und mit den Zollüberschüssen dann deutscher Weizen zur Verwendung als Futtermittel verbilligt, wodurch allein erst die billigere Auslandsgerste in Wegfall kommen kann. handelt sich also auch hier um braucherfeindliche und in erster Linie der Großagrariern günstige Maßnahme. Es eine ver Hitlers ,, Verzicht“ Das Geld nimmt ein Kuratorium Zu dem mit so viel Bimborium angekündigten rechtlichen Gehaltsverzicht Adolf Hitlers meldet jetzt ,, Wolffs- Tel.- Büro": Die in einem Teil der Presse verbreitete Nachricht, Reichskanzler Adolf Hitler habe auf sein Gehalt als Reichskanzler verzich tet, ist in der Deffentlichkeit vielfach mit der Behauptung angegriffen worden, ein Gehaltsverzicht eines Reichsministers oder eines Beamten sei rechtlich unzulässig. Dem Reichskanzler ist sehr wohl bekannt, daß einem generellen Gehaltsverzicht rechtliche Be= denken entgegenstehen. Hier handelt es sich jedoch um die Ueberweisung des monatlichen Gehalts auf Anweisung des Reichskanzlers Adolf Hitler an ein noch zu bildendes Kuratorium, das die eingehenden Beträge für noch näher zu be= stimmende wohltätige Zwecke verteilen wird. Das hört sich schon ganz anders an. Hitler will also etwas ähnliches tun, was sozialdemokratische und andere Minister schon seit Beginn der Wirtschaftskrise mit einem Teil ihrer Bezüge getan haben, nämlich es für Notleidende verwenden. Sie konnten es nicht mit dem ganzen Gehalt tun, weil sie dazu nicht reich genug waren, sondern davon leben mußten. So endet also die große Geschichte, die nicht nur ,, in einem Teil der Presse verbreitet", sondern jogar mit großem Applomb im Rundfunk vertündet war, mit einem sehr kleinen Ausgang! Wie in Potemba Verbrecherhorden mit Hakenkreuz Breslau, 10. Februar. In Bauerwitz, Kreis Leobschütz, D.-S., unternahm ein SA.- Sturm nach einem Fadelzug einen Sturm auf das Anwesen des Arbeitsinvaliden Langosch, der auch Borsitzender der Ortsgruppe der Sozialdemokratie und des Reichsbanners ist. Die Frau des Invaliden kam der Forderung, die Tür zu öffnen, nicht nach. Darauf warfen warfen die Rohlinge sämtliche Fensterscheiben ein, zertrümmerten die Türen, zerrissen die Bilder Eberts und Severings und bearbeiteten das färgliche Mobiliar des franken und seit langer Zeit arbeitslosen Langosch zu kleinholz. In der Küche wurden aus einer Schublade 50 mark Parteigelder und eine Wurst gestohlen. Die Frau konnte beim Eindringen der SA.- Leute mit ihrem acht Wochen alten Kinde rechtzeitig flüchten. Sie hielt sich eine Stunde lang hinter einer Kirchofsmauer verborgen. Langosch befand sich nicht im Hause. Man hatte ihn am Tage vorher davon unterrichtet, daß er nach dem Fadelzug aus der Wohnung geholt werden solle. 3um Schießen! " Geschichte aus dem Regierungslager Im Stahlhelm", dem Organ des Reichsarbeitsministers Seldte, findet sich eine wundervolle amtliche Erklärung der Gesamtführerschaft des Landesverbandes Mitteldeutschland des Stahlhelm". Die Erklärung richtet sich gegen einen tapferen deutschen Offizier mit dem Hakenkreuz namens Darré, der im Hitler- Solde steht. Doch lassen wir den„ Stahlhelm" selbst sprechen: ,, In der Nr. 4 vom Januar 1933 der NS.- Landpost bestätigt ein Herr Darré, daß er in einem Rundschreiben Ratschläge gegeben habe, wie man Stahlhelmkameraden vom Bunde abtrünnig mache, indem er unseren Duesterberg als ,, Jude", d. h. nicht deutscher Wesensart, hinzustellen sich erdreistet. Oberstlt. Duesterberg hat für die schwere Beleidigung Genugtuung gefordert. Herr Darré hat es abgelehnt, auf Grund seiner Weltanschauung Duesterberg Genugtuung mit der Waffe zu geben. Auch die Erklärung:„ Sie find ein erbärmlicher Feigling", die Oberstlt. Duesterberg dem Herrn Darré darauf zukommen ließ, konnte diesen nicht dazu bringen, Oberstlt. Duefterberg für die angetane Beleidigung Genugtuung zu geben. Herr Darré zog es vielmehr vor, dem gegen ihn beantragten Ehrenverfahren aus dem Weg zu gehen, indem er telegraphisch seinen Austritt aus der OffiziersVereinigung des Hann. FA. 10 erklärte. Herr Darré hat sich damit außerhalb der Entscheidung des alten Offiziers= korps, dem er selbst als Reserveoffizier angehörte, über Wahrung und Verteidigung der persönlichen Ehre gestellt." Die Herrschaften, die jetzt als national- konzentrierte Ehrengarde sich dem deutschen Volke zur ,, Rettung" täglich anbieten, behandeln sich untereinander ganz en canaille! Der eine möchte schießen, der andere aber hält das mit seiner Weltanschauung nicht vereinbar. Er tritt lieber aus jeinem Offiziersverein aus, wenn er nur ,, Jude" rufen darf! Der Darré ist, wie hinzugefügt werden muß, muß, landwirtschaft licher Berater Hitlers im Braunen Hause zu München! Das Ende der Rebellion Flugbombe tötet 18, verwundet 25 der meuternden Besatzung Amsterdam, 10. Februar. Das Meutererschiff„ De Zeven Provincien" isf jeit 4 Uhr früh wieder im Besitz der holländischen Kolonialarmee. 18 Angehörige der Befahung wurden durch eine Bombe getötet, 25 Mann wurden verwundet. Drei der Getöteten sind Europäer. Gegen 22 Uhr( unserer Zeit) sichtete das Verfolgungsgeschwader das Meutererschiff von weitem. Um 3 Uhr forderte der Befehlshaber des Geschwaders die Meuterer durch Funkspruch auf, sich bedingungslos zu ergeben, andernfalls Gewalt angewendet würde; die Flagge sei zu hissen und ein weißes Tuch auf dem Sonnendeck zu zeigen. Dabei gab der Befehlshaber zehn Minuten Bedenkzeit. Die Meuterer wiederholten das von ihnen früher gemachte Angebot, sich unter gewissen Bedingungen er geben zu wollen, wobei sie noch hinzufügten Fallt uns nicht lästig." Ein Dornier- Wal- Flugboot warf darauf die erste Bombe ab; sie war jedoch nur als Warnung gedacht und fiel ins Wasser. Eine zweite Bombe schlug auf dem Schiff ein, worauf die Meuterer sich ergaben. Die Bejagung verließ das Schiff und ging in die Boote. Der Brand ist anscheinend nicht von großem Umfang, da ,, De Zeven Provincien" weiter Funtsprüche sendet. Nach weiteren Berichten aus Batavia hatte das Geschwader um mittags 12% Uhr indischer Zeit ( 5.10 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit) den Panzerfreuzer umzingelt. Der Antwort auf den Unterwerfungsbefehl war hinzugefügt: ,, Laßt uns in Ruhe!" Nach Ablauf der Bedenkzeit gingen Flugzeuge zum Angriff über. Nur eine leichtere Bombe Batavia, 10. Februar. Das Zusammentreffen der ausgesandten Kriegsschiffe mit dem Meutererschiff„ Sieben Provinzen" entwickelte sich vollkommen. wie man es erwartet hatte. Der Kreuzer ,, Java", dessen Kommadant gleichzeitig Geschwaderchef war, sowie die Torpedobootsjäger und Unterseeboote wurden in Bereitschaft gehalten, um aus größerer Entfernung mit Schiffsartillerie und Tor pedos in Aktion zu treten. Die Flugzeuge überflogen das Meutererschiff und warfen sofort Bomben. Die Bombe, die auf dem Schiff explodierte, war etwa dreiviertel Stunden nach der Sichtung der„ Sieben Provinzen" abgeworfen worden. Sie wog 50 Kilogramm. Die Folgen des durch sie verursachten Brandes find offen= sichtlich nicht ernstlich, um so mehr, als die Bombe eine leichtere Ladung hatte. Nach dem Ausbruch des Brandes erfolgte um 9.18 Uhr indischer Zeit) 3 Uhr morgens ME3.) die Kapi tulation des Schiffes. Hätte sich die Besazung dann nonch nicht ergeben, so wären die Flugzeuge dazu übergegangen, Bomben von 200 Kilo= gramm Gewicht abzuwerfen. Die Bemannung ging nach der Uebergabe in die Boote, die von den sie konzentrisch einschließenden Großfeuer in Tempelhof Dachstuhl Kaiserkorso 2 in Flammen Durch ein Großfeuer wurden heute vormittag der Vorderhaus und Seitenflügeldachstuhl des vierstöckigen Wohnhauses Kaiserforso 2 in Neutempelhof zerstört. Der Sturm, der seit heute morgen über Berlin hinwegraste, er schwerte die Löschaktion außerordentlich, und es bedurfte aller Anstrengungen der Feuerwehren, die benachbarten Grund stücke, die eine Zeitlang stark gefährdet waren, vor einem Uebergreifen der Flammen zu schützen. Die weithin sichtbare Rauchsäule hatte zahlreiche Schaulustige angelockt, so daß die Schutzpolizei umfangreiche Absperrungen vornehmen mußte. Gegen 11 Uhr wurde die Gefahr von Hausbewohnern entdeckt. Auf den Treppenfluren machte sich heftige Verqualmung bemerkbar. Der Brand muß längere Zeit unbemerkt geschweit haben, denn als die ersten Löschzüge unter Leitung des Oberbaurats Footh und des Baurats Papfe von der Hauptfeuerwehrwache am Kaiserforso eintrafen, schlugen aus den Boden= lufen meterlange Flammen hervor. Der sturmartige Wind entfesselte den Brand in wenigen Minuten zu einem Großfeuer. Der Rauch wurde auf die Straße niedergedrückt, und zunächst war der Umfang des Brandherdes nicht zu erkennen. Auf Großfeueralarm griffen nacheinander vier Löschzüge in die Bekämpfung des Feuers ein. Sechs Schlauchleitungen wurden in Tätigkeit ge= setzt und über die Treppenhäuser, von den Nachbardächern aus und über eine mechanische Leiter, die von der Straße, her hochgewunden wurde, drangen die sämtlich mit Sauerstoff- und Rauchschußapparaten ausgerüsteten Löschtrupps nach oben vor. Gleich beim ersten Löschangriff ereignete sich ein bedauerlicher Unglücksfall. Zwei Feuerwehrbeamte, Hoppe und Back= mann, wurden von einer plötzlich hervorschießendenn Stich flamme erfaßt. Die beiden Beamten erlitten erhebliche Verbrennungen im Gesicht und an den Händen. Beide Verunglückte wurden sofort in das nahegelegene Tempelhofer SanktJosefs Krankenhaus gebracht. Die Löschaktion gestaltete sich im weiteren Verlauf sehr gefahr voll, da fortwährend Stich= flammen nach allen Seiten hervorschlugen. Der starke Wind entfachte die Flammen immer aufs neue, und erst gegen 13 Uhr war die Gefahr restlos beseitigt. Die Aufräumungs- und Löscharbeiten wurden durch Ablösungszüge vorgenommen. Der Bürgersteig und der Fahrdamm waren mit zersprungenen Dachziegeln und verkohlten Holzteilen dicht überfät. Der Dachstuhl des Vorderhauses und der Dachstuhl des rechten Seitenflügels sind den Flammen fast restlos zum Opfer gefallen. Inmitten der Löscharbeiten ereignete fich noch ein Zwischenfall, der besonders für die Bewohner der oberen Stockmerke von schlimmen Folgen war. Ein im Dachgeschoß untergebrachter Wasserbereiter plagte unter der riesigen Hizeinwirkung. Dadurch wurde das Wasserrohr freigelegt und große Feuerwehrbeamte verletzt Wassermengen drangen hervor. Es dauerte geraume Zeit, bis es der Feuerwehr gelang, den Hauptwasserhahn abzustellen. Durch die herabDringenden Wassermassen sind erhebliche Verwüstungen in den Wohnungen angerichtet worden. Die Entstehungsursache des Großfeuers ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Ein zweiter Dachstuhlbrand beschäftigte die Feuerwehr zur gleichen Zeit in der Hauptstraße 4 in Lichtenberg. In diesem Fall konnte der Brand schnell lokalisiert und ein Teil des Dachstuhls gerettet werden. Ein dritter Dachstuhlbrand kam mittags im Hause Ritterstraße 77/78 zum Aus= bruch. Das Feuer wurde mit zwei Schlauchleitungen bekämpft. Bei Schluß des Blattes sind noch zwei Züge der Feuerwehr an der Brandstelle mit den Ablöschungs- und Aufräumungsarbeiten tätig. Nächtlicher Mord Arbeiter auf dem Wedding erschossen In der Luxemburger Straße auf dem Wedding wurde in der letzten Nacht der 46jährige Arbeiter Richard Pöfing von unbekannten Einheiten des Geschwaders in Empfang genommen wurden. Der Panzerfreuzer Sieben Provinzen" steht jetzt wieder unter dem Kommando der Offiziere Meuterei an Land Amsterdam, 10. Februar. Einer Meldung aus Medan( Sumatra) zu= folge hat sich in Atjeh ein Zwischenfall bei dem Teil der europäischen Besatzung des Panzerfreuzers„ Sieben Provinzen" ereignet, der dort seinerzeit an Land gegangen ist. Nachdem sich der größere Teil der europäischen Offiziere, Unteroffiziere und Matrosen mit dem Kapitän an Bort eines Regierungsdampfers begeben hatte, um das Meutererschiff zu verfolgen, blieben neben 100 eingeborenen Maaten und Matrosen etwa 25 europäische Mannschaften und Offiziere übrig. Diese von Europäer haben sich jetzt geweigert, den Anweisungen der Militärkommandanten Atjen zu Patrouillengängen zu folgen. Sie wurden daher von der Gendarmerie wegen Dienstverweigerung in Haft genommen. Die eingeborenen Mannschaften haben dem Befehl des Militärkommandanten Folge ge= leistet. " Nach einer Meldung aus Batavia sind die eingeborenen Besagungsmannschaften der beiden Torpedobootjäger Piet Hein“ und„ Evertsen" beim Auslaufen zu der Straferpedition gegen ,, Sieben Provinzen" vom Marinestützpunkt Surabaja größtenteils durch europäische Matrosen ersetzt worden. Man befürch= tete ähnliche Vorkommnisse wie seinerzeit auf dem Kreuzer ,, Java". Tätern erschossen. Allem Anschein nach handelt es sich um ein politisches Berbrechen, doch sind die Ermittlungen darüber noch nicht abgeschlossen. Der getötete Arbeiter hatte mit einem Freund in der Müllerstraße eine Gastwirtschaft aufgesucht. Gegen Mitternacht traten die beiden Männer den Heimweg an. Vor dem Hause Eugemburger Straße unterhielten sich die Freunde noch einige Minuten. Um 0.20 Uhr famen aus der Richtung Müllerstraße vier Männer, die durch die Luremburger Straße gingen. Als die Gruppe die beiden Freunde erreicht hatte, zog einer der Vorübergehenden plötzlich eine Pistole und gab einen Schuß ab. Pöting wurde von der Kugel so unglücklich getroffen, daß er tot zusammenbrach. Nach dem Attentat flüchteten die Täfer und entfamen. Der ermordete 46 Jahre alte Metallarbeiter Richard Pöting ist seit einiger Zeit arbeitslos. Am Donnerstagabend hatte er sich mit seinem 60 Jahre alten Freunde Wilhelm R. in einem Lokál in der Müllerstraße getroffen. Kurz nach 12 Uhr machten sie sich beide auf den Heimweg. Vor dem Hause R.s blieben beide Männer stehen und diskutierten miteinander. Plöglich kamen aus der Müllerstraße vier junge Männer, die an ihnen vorbei gingen. Nach der Schilderung R.s beugte sich jetzt einer der Männer vor, zog eine Pistole und gab auf Böting einen Schuß ab. Die Kugel traf den Mann mitten in die Stirn. Lautlos fiel er um. Ehe R. wußte, mas los war, rannten die vier die wenigen Schritte nach der Genter Straße, liefen diese entlang und verschwanden in der Richtung nach dem Zeppelinplatz. Bewaffnete SA! Wo kommen die Pistolen her? Zu keiner Zeit ist die Unsicherheit in den Straßen des nächtlichen Berlins größer gewesen als gerade in den letzten 14 Tagen. Die Berliner SA. hat sich in wenigen Tagen eine Reihe von Bluttaten zuschulden kommen lassen, bei denen. eine zwei kommunistische Jungarbeiter und 61jährige unschuldige Frau ihr Leben lassen mußten. Zahlreiche Schußverlegte, die fast ausnahmslos der Kommunistischen Partei angehören, liegen in bedenklichem Zustande in den verschiedenen Berliner Krankenhäusern danieder! Dreimal gelang es der Berliner Schupo, durch schnelles und energisches Zupacken Waffenbe= stände der SA. zu beschlagnahmen. In diesen drei Fällen vom vergangenen Sonntag bis in die Nacht zum Donnerstag fielen der Polizei allein 26 Schußwaffen, Pafronenmagazine und zahlreiche Munition in die Hände. Als sich der SA.- Mord in dem Restaurant ,, Pappschachtel" in der Rubensstraße in Schöneberg am legten Sonntag abspielte, beschlagnahmte die Polizei ein ganzes SA.- Arsenal von Mordwaffen. 10 Pistolen, zahlreiche Munition, Buchenfnüppel, Dolche, Meiser, Stahlruten und eine Beilpide. Das war die Bewaffnung der 16 SA.- Leute, die den Bandenüberfall auf die Gastwirtschaft ausgeführt hatten Gegen 15 der Täter ist inzwischen Haftbefehl erlassen worden. Man fragt sich: Wo haben die Hakenkreuzler diese Waffen her? Als in der Nacht vom Mittwoch zum Donners= tag ein Naziverfehrslokal nach einem Feuerüberfall auf fommunistische Versammlungsteilnehmer, bei denen es drei Verletzte gab, nach Waffen durchsucht wurde, entdeckten die Polizeibeamten in der Kegelbahn versteckt: 11 Pistolen, Pisto lenmagazine und zahlreiche Munition! Und in derselben Nacht bei einer Durchsuchung des SA.- Lokals in der Neuen Bahnhofstraße in Lichtenberg: 3 Mehrladepistolen, 2 Trommelrevolver und 1 Stahlrute! In allen diesen Fällen wurden die Durchsuchungen unmittelbar im Anschluß an nationalsozialistische Ueberfälle auf politische Gegner vorgenommen. Den Hafenkreuzlern blieb keine Zeit mehr zum Beiseiteschaffen ihrer Mordwerkzeuge und damit wurde erneut der bündige Bemeis geliefert, daß die SA. durchweg bewaffnet ist. Innerhalb der SA. muß ein blühender wilder Waffenschmuggel herrschen, anders ist die Herkunft der zahlreichen MordwaffenArsenale kaum zu erklären. Wohlgemerkt: die bisherigen Waffenbeschlagnahmen waren das Refultat zufälliger Polizeiaktionen was erst würde eine instematische Durchsuchung der vielen S2.Kasernen und Kneipen, von Privatwohnungen ganz abgesehen, zutage fördern? Carl Fürstenberg ,, Der letzte Bankier" gestorben In der vergangenen Nacht ist Karl Fürstenberg, der weitbekannte Berliner Großbankier, verschieden. Fürstenberg ist 83 Jahre alt geworden; sein Name und das Ansehen der Berliner Handelsgesellschaft, die sein alleiniges Wert ist, sind eins. = Fürstenberg hat als Kaufmannslehrling begonnen. Er lernte in der Diskonto- Gesellschaft und dem Bankhaus Bleichröder das Bankfach, erlebte die Gründerzeit der siebziger Jahre und fam 1883 schon in die Berliner Handelsgesellschaft, die er sanieren mußte. Er erlebte dann die ganzen wirtschaftsgeschichtlich großen Jahrzehnte der kapitalistisch imperialistischen Expansion Deutschlands und war am Ausstieg der deutschen Elektroindustrie unter Siemens und Emil Rathenau, der Montan- und Kaliindustrie als Finanzier entscheidend beteiligt. Er hielt nichts von der Mammutentwicklung der anderen Großbanken, begnügte sich mit seiner Bank in der Behrenstraße und lehnte hartnäckig das Depositenkassen und Filialsystem ab. Er blieb in dieser Richtung ein großer Einzel gänger und das ist seiner Bank gut bekommen. Fürstenberg hätte es abgelehnt, sich einen Wirtschaftsführer nennen zu lassen, aber im Gegensatz zu all denen, die sich so nannten, war er wirklich einer. Als einer der ganz wenigen hat er erkannt, daß Deutschland durch die In flation noch ärmer geworden war als durch den Krieg. Bei der Aufstellung der Goldbilanzen im Jahre 1924 hat er ein glänzendes Beispiel dafür gegeben, daß man sich nicht reich= rechnen und in die Tasche lügen soll. Obwohl er selbst einen großen Teil des Kapitals der Handelsgesellschaft besaß, hat er das Goldkapital der Handelsgesellschaft in einer damals aussehenerregenden Weise zusammengestrichen, nämlich von 110 auf 22 Millionen Mark. Das hat sich für die ganze Zukunft gelohnt, denn eine Bank war immer eine der sichersten. Als Bankier war und wollte Fürstenberg nichts anderes sein als ein sorgfältiger Berater seiner Kundschaft. Als Mensch und Unternehmer ließ er sein Personal nicht zu kurz kommen und zeichnete sich immer aus durch eine gemisse skeptische Weisheit in menschlichen und in Gelddingen. Er hielt sich auch als Jude im Gegensatz zu vielen anderen vom Glanz des kaiserlichen Hofes zurüd. Sein Wiz ist berühmt. Als bei dem Umsturz 1918 sein Diener ihm sagte, daß Fürstenberg ihn jezt mit Sie anreden müsse, meinte Fürstenberg, dann müsse ihn aber sein Johann duzen und Karl zu ihm sagen, denn ein Unterschied müsse sein. Als 1926 nach dem englischen Bergarbeiterstreik die Konjunktur anzog, meinte er auf die Bemerkung, daß Deutschland ja jezt über den Berg sei, dann könne es ja jetzt wieder bergab gehen. Fürstenbergs Todestag war gerade der 50. Jahrestag seines Eintritts in die Berliner Handelsgesellschaft. Abgestoppte Hausse Die Börsenhausse der letzten drei Tage ist heute zum Stillstand gekommen. Die Kurs: steigerungen haben aber genügt, um die Großspekulation, die nach den massenhaften Angstverkäufen der Kleinbesizer in der vergangener Woche„ einstieg", gesund zu machen. Auffallend war besonders, daß sich rheinisch- westfälische Industriekreise nach dem Kurssturz von 86 auf 80 sehr start für Pfandbriefwerte interessierten und durch ihre Käufe zu der raschen Kurssteigerung auf durchschnittlich wieder 84 Pro3. wesentlich beitrugen. Die Kleinbesizer, die aus Angst vor politischen Unruhen verkauft haben, müssen hier wie= Eine Rechtsverwahrung Der Protest des Zentrums gegen die diktatorischen Maßnahmen in Preußen Das Zentrum verbreitet die folgende Erklärung: Die Deutsche Zentrumspartei fühlt sich verpflichtet, gegen die vom Herrn Reichspräsidenten und dem Herrn Reichskommissar für Preußen ge= troffenen Maßnahmen vom 6. Februar 1933 Einspruch zu erheben. Die Verordnung zur Herstellung geordneter Regierungsverhältnisse in Preußen ist verfassungswidrig. Die Voraussetzungen für eine Anwendung des Artikels 48 Abs. 1 der Reichsverfassung liegen nicht vor; der Vorwurf der Pflichtverlegung gegenüber dem Lande Preußen ist offensichtlich unhaltbar. Das Nichtzustandekommen einer Ministerpräsidentenwahl beruht auf dem Verhalten des Reichs. Wenn es nicht schon vor Weihnachten zur Wahl eines Ministerpräsidenten gekommen ist, so hat das seinen Grund lediglich darin, daß die damals maßgebende Stelle der Reichsregierung auf Befragung in unzweideutiger Weise erklärt hat, daß im Falle der Wah des damals von der Landtagsmehrheit in Aussich genommenen Ministerpräsidenten auf eine Zurückziehung der Kommissariatsregierung unter feinen Umständen zu rechnen sei. Damit war dem Landtag damals die Möglichkeit genommen, der Anregung des Staatsgerichtshofs entsprechend den auch von ihm als unhaltbar empfundenen Zustand in Preußen zu beseitigen. Nachdem nun aber durch die seitherige Entwicklung der politischen Verhältnisse volle Klarheit darüber geschaffen ist, daß die gegenwärtige Reichsregierung die Bedenken gegen die damals für das Ministerpräsidium in Aussicht genommene Persönlichkeit nicht teilt, bestand kein Hindernis mehr, durch den bisherigen Preußischen Landtag die Wahl des Ministerpräsidenten vorzunehmen und damit wieder verfassungsmäßige Zustände im Lande Preußen herzustellen. Unter diesen Umständen muß die Auflösung des Landtags als völlig finn- und zwedkwidrig bezeichnet werden. Es unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß die Auflösung des Landtags eine weitere Verschleppung der unleidlichen Zustände in Preußen zur unaus: meichlichen Folge haben wird. Auch die übrigen in der Begründung zu der Verordnung erhobenen Vorwürfe vermögen eine Pflichtverletzung des Landes Preußen nicht zu be= gründen. Die Staatsminister haben sich in Ausübung der ihnen durch das Urteil des Staatsgerichtshofes überlassenen Befugnisse größte 3u= rückhaltung auferlegt und haben selbst dort, wo die ihnen zustehenden Rechte von den Reichskommissaren in Anspruch genommen wurden, im Interesse der Durchführung einer geordneten Verwaltung stets einen friedlichen Ausgleich mit den Kom missaren des Reichs versucht. Darüber hinaus ist auch die Durchführung der Reichserefution in der durch die Verordnung bestimmten Art rechtswidrig und mit der in der Reichsverfassung verankerten Eigenstaat,, Fingerabdrücke" Gesellschaftsstück in der Komödie Der Dichter, der sich M. von Schönwörth nennt, stellte sich der erlesen gekleideten und liebenswürdig gelaunten Gesellschaftscreme Berlins, die das Parfett ganz besezte. Dann zeigte sich, daß der Dichter eine Gräfin Qu. ist, die Verwandte eines hervorragenden Notverordnungspolitikers, der sich auch als Reichskanzlerstürzer verdient gemacht hat. Die Dichterin also dramatisiert den Mord, der auf dem Grafenschloß der Herren von Manshier an dem alten Grafen begangen wurde. Wer ist der Schuldige? Auf jedes Mitglied des gräflichen Haushalts, dessen Milieu die Dramatikerin bewunderungswürdig gut fennt, fleckert ein Tröpfchen Verdacht: auf den ältesten Sohn, der sich bald wahnsinnig, bald vernünftig gibt, au den jüngsten Sohn, der ein Säufer ist, auf Komtesse Maud, die mit dem Aeltesten verlobt ist und die der Jüngste verführen möchte, schließlich auf den Schloßgärtner. Die Dichterin flicht einen Weichselzopf der friminalistischen Verwirrungen, bis der dritte Att kommt, der ja die Entwirrung bringen soll und die Theatersouperstunde der Gesellschaftscreme nicht allzu spät hinausschieben darf. Durch die Klugheit des Leibirrenarztes der gräflichen Familie und des Londoner Kriminalinspektors erfahren wir dann, daß der Ermordete Graf von seinen: dritten Sohn umgebracht wurde. Es war aber nur der illegitime Sohn, das„ Sündenkind", der im Stück schon sehr versäuert auftretenden Hausdame, die es nicht verwand, daß sie von ihrem früheren Liebhaber beleidigt wurde, und daß ihr Sproß als Lakai im Schloß wenig angenehme Tage hatte. Die kriminalistische Dramatikerin versieht sich) häufig im Griff, so daß Tragisches von ihren Freunden heiter genommen wurde. Hermann Valentin und Maria Fein, das sehr talen tierte Frl. Hilde Gebühr, Meigner, Thoe ren und Will Kauffmann dienten dem großen gesellschaftlichen Ereignis mit der bürgerlichen und künstlerischen Courage, die heute der schwierige Schauspielerberuf verlangt. Die Zufallsdirekton der„ Komödie" muß soviel Sorgfalt auf das Angeln billettbezahlender Gold und Silberfische verwenden, daß ihr über diesen Kummer Erinnerung an die üblichen Umgangsformen mit der Presse ganz entschwindet. Sie werde deshalb gemahnt, daß die handwerksmäßig erfahrenen Theaterleiter bisher nicht darauf ver. zichteten, den Kritiker auf einen anständigen Plaz M. H. zu setzen. der einmal die Zeche bezahlen. Während der Russen über den Tonfilm Breußenkommissare, in der die preußische KoaRentenmarkt seine gestrigen Kurse größtenteils behaupten konnte, waren Aktien ausgesprochen schwach. Reichebant verlor 2 Proz., IG.- Farben waren mit 106% gegen 107% angeboten, des= gleichen Siemens mit 130 gegen 131. Der Tod des alten Banfiers Carl Fürstenberg blieb ohne Einfluß, da sich der Verstorbene schon leit länge. rem aus der wirtschaftlichen Tätigkeit zurückgezogen hatte. Bergeblich gesucht Gewerkschaftsblatt sollte beschlagnahmt werden Eigener Bericht des ,, Vorwärts" Hannover, 10. Februar. In der Druckerei des sozialdemokratischen ,, Bolkswillen" wollten am Donnerstag Kriminalbeamte die neueste Ausgabe des„ Proletarier beschlagnahmen, die Fachzeitung des Verbandes der deutschen Fabrikarbeiter. Angeblich soll der Leitartikel dieses in Hannover hergestellten Gewertschaftsblattes die Beschlagnahme rechtfertigen. Da die Polizei in der Druckerei feine Nummer des gesuchten ..Proletarier" fand, wurde die Haussuchung auf das Gebäude des Fabritarbeiter verbandes ausgedehnt. Auch hier tamen die Kriminalbeamten zu spät. Die Zeitung ist bereits in den Händen der Mitglieder und Abonnenten. Währung und Wirtschaft der nordischen Länder. Der berühmte russische Filmregisseur Pudowtin hat sich fürzlich in Moskau über die künstlerischen Bedingungen des Tonfilms geäußert, der nach seiner Meinung nach keine befriedigende Form gefunden hat. Der Tonfilm hat bisher nicht den richtigen Filmrhythmus. Ihm fehlt der furze dynamische Rhythmus des stummen Films. Das wichtigste bei der Filmarbeit bleibt die Montage. Früher war im russischen Film jeder Kamerawinkel wie auch jede Zusammenstellung der Szenen genau berechnet und auf die Montage hin komponiert. Alles war darauf gerichtet, den Zuschauer mit der Kamera jehen und leben zu lassen. Im Tonfilm liegen die Dinge komplizierter. Der Rhythmus der Bilder soll mit dem Rhythmus des Tons montiert werden. Ganz ungelöst iſt noch die Frage der absoluten Synchronität. Im Leben sieht man oft Vorgänge, bevor man sie hört oder umgekehrt. Bei einer llebertragung auf den Tonfilm ist eine schwierige Doppelkompofition notwendig. Das sind Fragen, die der Klärung harren. Auch Eisenstein sieht im Dialog nicht das Hauptmittel des Tonfilms. Die Hauptsache ist, den Zuschauer ganz mitreißen zu können, und das geschieht nur, wenn er sich mit dem Helden zu identifizieren vermag. Der Ton bietet die Möglichfeit, den Seelenzustand zu offenbaren mit Hilfe des inneren Monologs, der auf die Leinwand projiziert werden kann. Dieser innere Monolog, eine komplizierte Zusammenstellung von Bildern und Tönen, veranschaulicht den Filmhelden am besten und ermöglicht die Identifizierung mit ihm. Ueber dies Thema veranstaltet die Studiengesell. Wahlpropaganda im Rundfunk schaft für Geld- und Kreditwirtschaft in der Deutschen Gesellschaft, Schadowstr. 6/7, am Montag, 13. Februar, 20 Uhr, einen Diskussionsabend. Premierenverlegung. Infolge Grippe- Erkrankung zweier Hauptdarsteller muß die für den 10. Februar in der Tribüne angefeßte Premiere für Damen auf Tage auf Montag verlegt werden. Der Drahtlose Dienst", der die Rundfunkhörer eingehend über jeden Unfall eines Nazimannes informiert, schweigt sich über die zahllosen Ueberfälle der Nazis meist völlig aus. Dafür unterrichtete er ausführlich über die Verlautbarung der litionsregierung der Verwendung von 2 Millionen Mark ,,, offenbar zur Wahlpropaganda", beschuldigt wird. Der preußische Ministerpräsident Otto Braun und die Verhandlungen vor dem Staatsgerichtshof haben die Haltlosigkeit dieser Beschuldigungen längst dargetan. Tut nichts, sie werden den Rundfunknachrichten einverleibt. Und sonst? Der entfeßlich langweilige ,, inderkalender", verfaßt von Maria Faber Dufaur, wird immer zeitgemäßer". Für Februar wurden die Kinder über den Geburtstag des Großen" Kurfürsten unterrichtet, mit einer rührenden Schilderung von der Armut seiner Familie und der Liebe des Volkes zum angestammten Herrscherhaus. Der Große" Kurfürst war be kanntlich der Hohenzoller, der für eine Jahresrente von 100 000 Livres, die ihm der französische König Ludwig XIV. zubilligte, im Pakt von St. Germain sich mit Frankreich gegen Deutschland verbündete, und der auch durch sein stillschweigendes Einverständnis die Besizergreifung von ElsaßLothringen durch Frankreich ermöglichte. Leider fehlten diese wertvollen Informationen. = Alfred Mühr, der Rundfunkkritiker der ,, Deutschen Zeitung", bescherte uns ein„ Liliencron öripi e l":" Unter der Dukatenflagge", in dem der„, Tanzbaron", der tolle Draufgänger und der große Lyriker Liliencron zu einem stramm preußischen, pflichtbewußten deutschen Offizier um= gefälscht wurde. Es gibt ein Gedicht Siegesfest" von Liliencron, das diese grauenvolle Berfälschung in zwölf furzen Zeilen deutlich macht; die zweite Strophe heißt:„ Schweigende Gräber,/ Verödung und Grauen, welkende Kränze,/. Der= -lz. laffene Frauen." Der Charakterspieler Fritz Richard, der Gatte von Frieda Richard, ist gestern plöglich an Herzschlag, 63 Jahre alt, gestorben. An allen guten Berliner Bühnen ist er in Charakterepisoden aufgetreten. Stets bewunderte man die Feinheit, lichkeit der Länder unvereinbar. Das Reich fann auf Grund des Absatzes 1 des Artikels 48 nicht die im Lande Preußen und seinen Organen als solchen zustehenden, aus der Eigenstaatlichkeit Preußens fließenden Rechte an sich nehmen. Es fann nicht ohne schwere Verletzung der föderalistischen Grundlage des Reiches durch seine Kommissare die Stimme Preußens im Reichsrat führen, es fann ebensowenig unter Mißachtung des Rechts Preußens auf Selbstorganisation das dem Ministerpräsidenten für seine Person in Art. 14 der Preußischen Verfassung zugesprochene Mitwir fungsrecht im Dreimännerkollegium auf eine andere Stelle übertragen. Die im Urteil des Staatsgerichtshofes vom 25. Oktober 1932 für Art. 48 Abs. 2 RV. angestellten Erwägungen galten offensichtlich insoweit grundsäglich auch für die Reichsexekution. Daraus folgt, daß die Mitwirkung eines Reichs organs, wie es nach dem zit. Urteil des Staatsgerichtshofs der Reichskommissar darstellt, im Dreimännerkollegium des Art. 14 der Preußischen Verfassung rechtlich unmöglich ist. Ein Be schluß, den Preußischen Landtag aufzulösen, fann unter keinen Umständen von einem falsch zusammengesetzten Ausschuß, also von einem absolut unzuständigen Organ, gegen den Protest des Präsidenten des Staatsrats und ohne Mitwirkung des Ministerpräsidenten gültig gefaßt werden. Er stellt eine schwere Verfassungsverletzung dar und ist unwirffam. mit der er Außenseiter der menschlichen Gesellschaft darstellte. Er war ein echt österreichischer Schauspieler. Die stillen Menschen lagen besonders seinem Temperament. Im Hauptmann vo Köpenick", der klassischen Aufführung des Deutschen Theaters, hatte er einen gedrückten Proletarier zu spielen, und für kurze Minuten gehörte ihm die Aufmerksamkeit des ganzen Hauses. Morgen sollte er bei der Wiederaufnahme des " Weibsteufel" das armselige Schneiderlein darstellen, das als Märtyrer einer Gewaltehe untergeht. In dem Verstorbenen verliert die Berliner Sozialdemokratie, in deren Reihen Friz Richard seit Jahrzehnten stand, einen treuen Genossen und hilfsbereiten Freund. Bereits lange vor dem Kriege wirkte der Künstler in zahlreichen Bildungsveranstaltungen und Feiern in selbstloser Weise mit. ,, Automatenbuffet" im Deutschen Künstlertheater Das„ Theater der Schauspieler" zieht mit seinem Erfolgsstück vom Theater am Schiffbauerdamm in die Nürnberger Straße um. Gestern abend wurde das Ereignis durch eine Nachtvorstellung vor Kollegen gefeiert. Zunächſt klappte die Aufführung nicht, weil aus irgendwelchen Gründen wer fennt sich in den verschachtelten Gläubigervrhältnissen der Theater noch aus die Dekorationen zurückgehalten waren. Aber Traugott Müller wußte Rat und schuf im Handumdrehen neue. Abgesehen von ein paar unwesentlichen Umbejegungen ging das Stück mit den früheren Kräften in Szene. Alles war mit Lust und Liebe bei der Sache, insbesondere ist Agnes Straub noch saftiger und mitreißender geworden. So wurde es ein voller Erfolg für das wackere Kollektiv. Das Theater in der Stresemannstraße mußte gestern abend seine Vorstellungen abbrechen, weil ein Modellhaus die Abendkasse beschlagnahmt hatte. Aus der Rotterzeit her bestehen noch Ansprüche, und die Schauspieler, die jetzt mit dem „ Kuß vor dem Spiegel" ihr Glück versuchen, werden dafür herangezogen. Das sind natürlich unhaltbare Zustände. Während das Rotter- Gesindel, bei dem man längst hätte zupacken sollen, in Liechtenstein schmarogt, werden hier arbeitsfreudige Kräfte um ihr Brot betrogen, weil sich in diesem Rattenkönig von Theaterschiebungen kein Mensch mehr auskennt. Junge Düsseldorfer Kunst. Der Verein Berliner Künstler eröffnete am Donners= tagnachmittag in seinen Räumen eine Ausstellung junger Düsseldorfer Maler, während zu gleicher Zeit in der Städtischen Kunsthalle zu Düsseldorf eine Ausstellung der Berliner Künstler veranstal tet wird. Man erhofft durch diesen Austausch fünstlerischen Schaffens gegenseitige Anregung und Bereicherung Die aus Düsseldorf übersandte Kollektion umfaßt verhältnismäßig wenige und junge Künstler, es heißt aber, daß in absehbarer Zeit der gesamten Düsseldorfer Künstlerschaft Gelegenheit gegeben werden soll, in Berlin auszustellen. Am Amerika sendet ein Wagner- Konzert. 13. Februar jendet die amerikanische National Broadcasting Company als besondere Gabe für die deutschen Sender ein Wagner- Konzert unter Leitung von Walter Damrost, dem hervorragendsten Vertreter Wagnerscher Musik in Amerika. Frühjahrsausstellung der Staatlichen Museen. Die Teilnahme der Museen an den Berliner Kimstwochen wird im wesentlichen darin bestehen, daß in den Frühjahrsmonaten eine Ausstellung von Meister= werken der Tierplastik aus drei Jahrtausenden int Kaiser Friedrich- Museum stattfinden wird. Die Einheitsliste Zur Betriebsrätewahl Für die Gewerkschaftsmitglieder kann es bei den Betriebsrätewahlen nur eine Einheitsliste geben, die von der Mehrheit der gewerkschaftlich organisierten Kollegen aufgestellte Liste. Ohne die sogenannte„ revolutionäre Gewerkschafts- Oppofition" würde es in den meisten Betrieben nicht erst zur Einreichung einer anderen als der freigemertschaftlichen Liste kommen, der wirklichen Einheitslifte. Die RGD.- Splitter innerhalb der Gemertschaftsbewegung werden jedoch von ihrer politischen Spize, der KPD.. unausgesetzt zu Spal= tungsversuchen gedrängt. Dort, wo sie es mit Hilfe von Unorganisierten können, verhindern sie die Aufstellung einer Einheitsliste und kommen dafür mit ihrer Einheitsliste", der Roten Einheitsliste", auf der das ,, rot", je nachdem, betont oder gestrichen wird. Der systematischen Untergrabung des Vertrauens der Gewerkschaftsmitglieder zu ihren Organisationen, durch Verdächtigungen und Verunglimpfungen der Verbandsleitungen, folgt die offene Aufforderung an die Gewerkschaftsmitglieder, ihrer Organisation in den Rücken zu fallen, ihr die Treue zu versagen, anstatt für die freigewerkschaftliche Liste, für die Einheitsliste" der Gewerkschaftsfeinde zu stimmen. Durch Zersplitterungsversuche wird keine Einheit geschaffen, sondern jede Einheit sabotiert, unmög lich gemacht. Kein denkender Arbeiter und Angestellter darf daher auf die Bluff Parolen der RGO. in den Betrieben hereinfallen. Die Ein= heitsfront fann nur die freigewerkschaftliche Lifte sein. Die als Einheitsliste" auftauchenden Splitterlisten sind abzulehnen. Ermordete Kriegermutter Zum Tode der Frau Röder Eine ,, Vorwärts"-Leserin schreibt uns: = Angesichts des SA. Mordes an der Gastwirtswitwe Frau Anna Röder aus Friedenau möchte ich Ihnen folgendes mitteilen: Frau Anna Röder, mit der meine Eltern seit Jahrzehnten be= fannt und befreundet waren, war Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter. Die beiden Söhne waren Kriegsteilnehmer, zwar sind beide schon im Jahre 1914 ins Feld ge= gangen. Jedoch nur der jüngere Sohn Richard ist nach den vier Kriegsjahren lebend heimgekommen, der ältere Sohn Erich aber, ein junger Lehrer, ist gefallen. Vielleicht können Sie die vor0150 und and under!! stehenden Angaben, eventuell im Flugblatt, verwerten; fie dürften auf jeden Fall geeignet sein, den sogenannten„, nationalen Deutschen" bei zukünftigen Heldengedenkfeiern oder Kriegerdenk malseinweihungen recht unangenehm in den Ohren zu klingen. So respektieren die fitt= lichen Erneuerer Deutschlands" eine deutsche Mutter, die ihren Sohn im Krieg verloren hat! GPD. über Hilversum Der Arbeiter- Radio- Bund Deutschlands e. V. schreibt uns: Zu der Notiz im Abendblatt des„ Vorwärts" vom 8. Februar d. J. ist noch nachzutragen, daß nicht die P. Holland Genoffen Nölting zu einem Vortrag über den Sender Hilversum eingeladen hat, sondern die Vereinigung der Arbeiter Radio Amateure", in deren Vorstand allerdings die holländische Sozialdemofratie und Gewerkschaften vertreten sind. Genosse Prof. Nölting sollte in Form eines Interviews über die politische Lage in Deutschland Auskunft geben, da die holländische Bevölkerung infolge der wirtschaftlichen Verbundenheit mit Deutschland starkes Interesse an der politischen Entwicklung in Deutschland bekundet. Gesandter Tauschitz hat als Vertreter Deutschösterreichs in Berlin das ,, agrement" der Reichsregierung erhalten. Er stammt aus Kärnten, ist Ingenieur von Beruf und seit 1930 als Abgeordneter Führer der Landbundfraktion im Nationalrat. Felslawine auf der Gotthard- Bahn Bei der Station Brunnen der Gotthard- Linie am Vierwaldstädter See ging eine Felslawine nieder, die eine Strecke der Eisenbahn der bekannten Arenstraße meterhoch verschüttete, so daß der Vertehr lange Zeit unterbrochen wurde. Der Felssturz erfolgte kurz nach der Durchfahrt eines Güterzuges Rundfunk am Abend Freitag, 10. Februar Berlin 16.15 Wie schlägt man Weltrekorde? 16.30 Konzert aus Leipzig. 17.30 Das vergessene Buch. 17.40 Jugendstunde. 18.10 Das neue Buch 18.20 Generalprobe der Internationalen Automobil- Ausstellung, Hörbericht von Dr. C L. Heymann. 18.55 Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag 19.10 Röntgen, Aufriß einer Entdeckung. 19.55 Schallplatten. 20.30 Uebertragung einer Rede des Reichskanzlers Hitler. 22.15 Nachrichten. Danach bis 24.00 Unterhaltungsmusik. Königswusterhausen Lehrer und sein Zeitalter. 16.30 Konzert aus Leipzig. 17.10 Zeitdienst. 17.30 Streiflichter aus dem Fernen Osten. 18.00 Tägliches Hauskonzert. 18.30 Stunde der Arbeit. 18.55 Wetter, Kurzbericht. 19.00 Kirche und Arbeitslosigkeit. 19.30 Das Gedicht. 19.35 Unterhaltungskonzert aus Breslau. 20.05 Sinfoniekonzert aus Stuttgart. 21.10 Unbekannte Polonaisen von Robert Schumann. 22.00 Wetter, Nachrichten, Sport. 22.45 Seewetter. Sonst Berliner Programm. 16.00 Der Vollständiges Europaprogramm im„ Volksfunk", monatlich 96 Pf. frei Haus, durch alle , Vorwärts"-Boten oder die Postanstalten. Arbeiterbildungsschule. 12. Kreis. Der neue Kursus der Arbeiterbildungsschule„ Verfolgen Kommunismus und Sozialismus dieselben Ziele" beginnt heute, 20 Uhr, in der Realschule Stegliz, Florastraße. Kursusleiter: Genosse Dr. Hans Adler. Erwerbslose Genossen frei. Wetter für Berlin: Weiterer Temperaturrückgang. Zeitweise heiter. Vereinzelt leichte Schauer. Für Mäßige, böige Winde aus Nordwesten. Deutschland: Ueberall fühler. Im Süden des Reiches stark bewölkt und besonders im Alpenvorland Regenfälle. In Nord- und Mitteldeutschland vielfach aufheiternd. Strichweise noch leichte Schauer. ,, Bolk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbe megung: J. Steiner; Feuilleton: Herbert Se père; Lofales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Berlin Verlag: Vorwärts- Verlag G. m. b H., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer 1. Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Bezugs bedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen- Ausgabe des Vorwärts" veröffentlicht. KINO- TAFEL " Hierzu 1 Beilage. PROGRAMM für die Zeit vom 10. bis 13. Februar BTL BTL Potsdamer Str. 38 Ein Mann mit Herz mit Gust. Fröhlich, Maria Solveg Eine Tür geht auf mit Hermann Speelmans Wo. ab 5 Uhr, S. ab 2.45 Uhr BTL Turmstraße 12 F. P. antwortet nicht mit Franziskaner strate, Rheinschloß- Lichtspiele Georgenstraße, Um 9, 12, 3, 6, 9 Uhr beginnend: Scampolo, ein Kind der Straße mit Dolly Haas, Carl Ludw. Diehl u. a. Um 10.30, 1.30, 4.30, 7.30, 10.30 Uhr beginnend: Rheinstr. 60. Woch. 5, Sig. 3 Uhr Neukölln Ein Mann mit Herz mit Gustav Excelsior Wochentags 6 Uhr Fröhlich, Solveg, Kemp Gutes Beiprogramm Sonntags 4 Uhr Kaiser- Friedrich- Straße 191 Eine Tür geht auf mit Erika Fiedler Dassan, Insel der 1 5 000 000 Pinguine Schöneberg Ab 10 U. letzte 914 Kukuk Geheimnis d. blauen Zimmers Flora- Tageskino Elsa Elster, Th. Loos u. a. Neueste Ton- Wochenschau TonfilmHauptst: 144. Glück über Nacht mit Magda Schneider Radio Polizeipatrouille Hans Albers, Syb. Schmitz Kolonnaden- Kino Tageskino Titania Schöneberg Paul Hartmann Jugendliche haben Zutritt! W. 5, 7, 9 Uhr, S. 3, 5, 7, 9 Uhr BTL Alexanderstr. 39 ( Passage) F. P. 1 antwortet nicht mit H. Albers. Sybille Schmitz, P. Hartmann- Jugendi. Zutritt W. den ganz. Tag geöffnet. S. ab 3 Alhambra Müllerstr 136, Ecke Seestraße. Kaiserwalzer m. M. Eggerth W. Eichberger An heiligen Wassern mit K. Hardt Jugendliche haben Zutritt! Wo. ab 4.30 Uhr, Stg. ab 2.30 Uhr Odeon, Potsdamer Str.75 F. P. 1 antwortet nicht mit H. Albers. Sybille Schmitz, Paul Hartmann Jugendliche haben Zutritt! W. 5, 7, 9 Uhr, S. 3, 5, 7, 9 Uhr Germania- Palast Charl.. Wilmersdorfer Str. 53/54 Tarzan, der Herr des Urwaldes, mit Johnny Weismüller Tod über Schanghai mit G. Maurus, Th. Loos W. ab 5 Uhr, S. ab 3 Uhr Kant- Lichtspiele Charl.. Kantstr. 54. Baby mit Anny Ondra Leipziger Str. 58 Ab 9 Uhr vorm. Ein Mann mit Herz mit Gustav Fröhlich 1 Hollywood- Handicap Wochenschau Jugendliche haben Zutritt! Moabit Artushof Wochent ab 6 Uhr Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29. 2 Großtonf.: Grün ist die Heide mit Camilla Spira Mieter Schulze gegen alle mit Kemp Charlottenburg Schlüter- Theater Beginn 5, 7, 9 U. Schlüterstr. 17. S. 3. Uhr: Jug.- Vorst. Die Herren von Maxim mit Lee Parry Testament Cornelius Gulden mit Magda Schneider Atrium Wilmersdorf Wochent. 7, 94 U. Sig. 5, 7, 914 U. Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Uraufführung: Ganovenehre mit Rotraut Richter, F. Kampers, Zeli Madame verliert ihr Kleid mit Lilly Damita W. ab 5 Uhr, S. ab 3 Uhr Primus- Palast Potsdamer Straße 19. Uraufführung: Tonbeiprogramm Zehlendorf- Mitte Beg. tägl. 5, 7, 9.10 Uhr Sonnt. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Straße 30. Annemarie, Braut der KomHauptstr. 49. W. 4.30, letzte 9, S. ab 3 Wochentags 6 Uhr Sonntags 4 Uhr Kottbusser Damm 92 Das Blaue vom Himmel mit H. Thimig- 14. Juli mit Annabella Das Blaue vom Himmel mit Mercedes- Palast Shr Herm. Thimig An heiligen Wassern Jugendl. haben Zutritt Turma Ilauptstr 144 Wochent. 5, letzte 94 U. Sonntags ab 3 Uhr F. P. 1 antwortet nicht mit H. Albers, Syb. Schmitz TonW. 6, 8% U. 3 Hermannstr. 212. 2 Großtonfilme: Die Herren von Maxim mit Lee Parry- Der Mann, den sein Gewissen trieb beiprogr. Jugendl. haben Zutritt Primus- Palast Sonntag 3 Uhr: Gr. Jugend- Vorstellung Mariendorf Mariendorfer W 7, 9, Ma- Li Tonlichtspiele S. 5. 7, 9 Chausseestr. 305. Stella- Palast 13023 Köpenicker Straße 12/14 Wochent. 6.30 Uhr, Sonntags 3 Uhr Kaiserwalzer mit Martha Eggerth, Sz. Szakall An heiligen Wassern Sieg der Liebe mit Karin Hardt Jugendliche haben Zutritt! Sonntag 3 Uhr: Große Jugend- u. Familien- Vorstellung Treptow Treptow- Sternwarte Achtung, jetzt Tonfilm! Sonnabend 8 Uhr, Sonntag 4, 6, 8 Uhr Congorilla, der gewaltige UrwaldIonfilm Osten W. 6, 8.30 U. Germania- Palast Sonnt. 3 Uhr Am Hermannplatz. Urbanstr 72/76. Eine Stadt steht Kopf mit H. Thimig, J. Jugo Lubitsch- Tonfilm: Der Mann, den sein Gewissen trieb Frankfurter Allee 314 2 Großtonfilme: Ein Mann mit Herz mit Gust. Fröhlich, Maria Solveg Steckbrief Z. 48 ( Gehetzte Menschen) mit PROGRAMM für die Zeit vom 10. bis 13. Februar strong sid Landsberger Flora- Lichtspiele Allee 40/41 W. 5.30, ca. 7. 8.30 Uhr, Stg. ab 3 Uhr F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers Sonnabend 3 Uhr: Jugend- Vorstellung Volks- Kino Königstadt Schönhauser Allee 10 W. 5, 7, 49 U. S. 3 U. Jugd.- Vorst. Tarzan( Der Herr des Urwaldes) mit Johnny Weißmüller- Im Banne des Eulenspiegels Neu- Lichtenberg Kosmos- Lichtspiele. Lückstr. 70 7, U. So 2: Jgd.- Vorst. 2 Großtonfilme: F. P. 1 antwortet Tonbeinicht mit H. Albers programm Jugendl haben Zutr. Pankow W. 7 u. 8.30 U. Palast- Theater Sig. ab 4.30 U. Breite Str. 21a. Wenn die Liebe Mode macht mit Renate Müller- Ein Mann mit Herz mit Gustav Fröhlich So ein Mädel vergißt man Stern, Hermannstraße 49 Hans Feher, Eugen Klöpfer Tivoli nicht mit Dolly Haas Tür geht auf Tempelhof Kurfürst W. 7. 9, Sbd. Stg. 5, 7, 9 Stg. 3 Uhr. Jgd.- Vorst. Dorfstraße 22 Ecke Berliner Straße Ein Mann mit Herz mit Gustav Fröhlich, Maria Solveg Tonbeiprogramm Tivoli Täglich: 5, 7, 9 Uhr Sonnt.: 3, 5, 7, 9 Uhr Berliner Straße 97. - Kampf| Baby m. Anny Ondra mit Manfred v. Brauchitsch Südwesten pagnie mit L. Englisch- Kriss Film- Palast Kammersäle ( Frauen in Bali) Steglitz Ganovenehre Titania- Palast 6.30, 9 U mit Fritz Kampers, Rotraut Richter, Paul Heidemann Wo. 5, 7.10 9.15 Uhr S. 3, 5, 7.10, 9.15 Uhr Friedrichstadt Die Kamera Unter den Linden 14 Beginn 3, 5, 7, 9 Uhr Menschen am Sonntag( Filmstudio 1929) Powshenko) Erde( Film von A. Tonwoche Stg.4.6.30, 9U. Steglitz. Schloßstr 5. Ecke Gutsmuthsstr Der Rebell mit Luis Trenker Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt! Friedenau Kronen- Lichtspiele Rheinstr. 65 Täglich 5 7. 9 Uhr, Sonnt. ab 3 Uhr Im Banne des Eulenspiegels ( Lustige Jagd nach Geld und Glück)! Teitower Str. 1. W. ab 5, S. ab 3% Großtonfilm: F. P. 1 antwortet nicht mit H. Albers Tonbeiprogramm Jugendl. haben Zutr. Palladium W5 letzle 9 Uhr Baerwaldstr. 17 S. 3, letzte 9 Uhr Wochent. 6, Sonnab. 5, Sonnt. ab 3 U. Wo. 6.30 Uhr, Stg. 4 Uhr mit Unmögliche Liebe Asta Nielsen Kintopp vor 25 JahLuna- Palast ren mit Ansager Südosten Woch. 5 Uhr Stg. ab 3 U. Große Frankfurter Str. 121. Madame wünscht keine Kinder mit Liane Haid mit Dol. del Rio Deutsch- Amerik. Theater Schwarzer Adler Köpenicker Str. 68. Wo. 5, 7, 9 Uhr, Stg. 3 Uhr F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers Tonbeiprogr. Jugendliche haben Zutritt! Wochent. 6.15, 9 Uhr Filmeck Sonnt. ab 3 Uhr Am Görlitzer Bahnhof Hochzeitsreise zu Dritt mit Brig. Helm, Oskar Karlweis Das Lied der sehwarzen Berge mit Ita Rina Ein Mann mit Herz mit Gustav Luisen- Theater Sg. ab 3 Uhr Fröhlich Bühne: Willy Rosen, Schlagerkomponist Jugendl. Zutr. Rivoli Film und Bühne Bergmannstraße 5/7. W. 5.30, letzte 9 U. S. 3.30. letzte 9 U. 2 Großtonfilme: Kaiserwalzer mit M. Eggerth, Kampers Tod über Schanghai mit G. Maarus, Peter Voss S. 3, 5, 7, 9 Reichenberger Str. 34. F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers Bühne: 4 Kaeths, intern. Musik- Sensation Jugendliche haben Zutritt! Sonntag 3 Uhr: Große Jugend- Vorst. Luana Wochentags 6.30, 9 Uhr Sbd., Sonnt. ab 4.30 Uhr Berliner Str. 27. Großtonfilm: F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers- Tonbeiprogramm Jugendl. Zutritt Tegel W. 6 Uhr Frank Filmpalast Tegel ab 4 Allee 99 W. 5, 7, ca. 9 Uhr, S. 3, 5, 7, 9 Uhr F. P. 1 antwortet nicht mit H. Neueste Tonwoche Albers Jugendliche haben Zutritt! Bahnhofstr. 2. Stg. 2 U.: Jgd.- Vorst. Abenteuer im Engadin mit W. Riml- Geheimnis um Johann Orth mit C. Diehl Film W. ab 6 Uhr Viktoria- Theater Woch. ab 5 Kosmos Bühne Stg. ab 4 Uhr Frankfurter Allee 48 Stg. ab 3 U. Die unsichtbare Front mit C. L. Diehl, Tr. v. Molo- Eine Minute vor 12 mit Tom Mix Friedrichsfelde Kino Busch Alt- Friedrichsfelde 3 Mont.- Donn. 6 U. Freit.- Stg. 5 Uhr Ich bei Tag und du bei Nacht mit K. v. Nagy, W. Fritsch Slim u. Slum: Amateurpolizist Rundfunk einst, jetzt Nordosten W. 5.15, 7, 9.15 Uhr , Elysium s. 3, 4.45, 7, 9.15 Uhr Prenzlauer Allee 56 F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers Hauptstr. 6. 2 Großtonfilme: Das Gespensterschiff mit Harry Piel Seampolo, Kind der Straße, mit D. Haas Union- Theater Wocht. 6, 8½ S. 4. 6%. 8% Hauptstraße? Abenteuer im Engadin mit W. - Geheimnis um Johann Orth mit C. Diehl Riml Hennigsdorf Filmpalast Be W 6. 8.30 Uhr Stas 4. 6. 8% U. Berliner Str 59 Grün ist die Heide mit Camilla Spira, Th. Loos, Kampers, Voß Erste Instruktionsstunde mit P. Heidemann Emelkatonw. BEILAGE Vorwärts FREITAG, 10. FEBRUAR 1933 Funktionärwechsel oder Funktionswandel? Ein Beitrag zur Parteitagsdiskussion/ Von Otto Friedländer Der kommende Parteitag hat in einem Teil der bürgerlichen Presse, insbesondere in solchen Zeitschriften, die in einem gewissen unverbindlichen Radikalismus uns gute Ratschläge zu erteilen belieben, Diskussionen ausgelöst, wohingegen in unserer Parteipresse die kommende Frankfurter Tagung noch verhältnismäßig wenig vorbereitende Aussprache gefunden hat. Das ist zu bedauern, denn gerade der kommende Parteitag wird, wenn er für die künftige Entwicklung maßgeblich sein soll, eine große Aufgabe zu lösen haben. Er ist der erste Parteitag nach dem Kriege, der die Partei wieder in einer flaren und eindeutigen Oppositionsstellung gegen ihr fremde und feindliche herrschende Gewalten findet. am Dem einleitenden Referat von Hilferding wird keine Aussprache folgen. Aber es ist zu hoffen, daß das Grundthema ,, Marg und die Gegenwart" durch alle Diskussionen des Parteitages hindurchgehen wird und daß dabei ohne Preisgabe ja unter sorgfältiger Anwendung der heute mehr denn je als richtig zu bezeichnenden marxistischen Methode, das, was Lehrgebäude des Marrismus selbst historisch und ökonomisch bedingt und daher auch historisch und öfonomisch wandelbar ist, auf seine Zeitgebundenheit und Weitergeltung gewissenhaft geprüft wird. In diesem Sinne könnte es wohl fruchtbar sein, wenn nach der sozialpsychologischen Seite hin ein Ausbau und eine Festigung der margistischen Erkenntnisse durch eine gründliche Untersuchung erfolgte, die ein Parteitag gewiß nicht leisten, wohl aber anregen kann. So wäre beispielsweise das Problem zu klären, inwieweit traditionalistisches Denken bei den Mittelschichten die ökonomischen Bedingungen der Gegenwart zu verschleiern vermag und wie daher fruchtbarer als bis jetzt die große Aufgabe das klassen un bewußte Proletariat in ein klassen bewußtes Proletariat zu verwandeln gelöst werden kann. Dabei werden auch die bereits auf früheren Parteitagen verhandelten Fragen der kleinbürgerlichen Lebensfraft, der verstärkten Bedeutung der Angestelltenschaft, der Proletarisierung der freien Berufe und alle aus der Rationalisierung sich ergebenden Tendenzen mindestens so vorzubehandeln sein, daß fie für eine wissenschaftliche endgültige Klärung reif gemacht werden. Diese Fragen werden stark eingreifen in die Diskussionen über die jüngste wirtschaftliche Entwicklung über die Möglichkeit des Abflauens dieser Krise und die Beurteilung fommender Krisenmöglichkeiten, kurz über die gesamte Struktur des heutigen Spät Papitalismus. Unsere Aufgabe Damit im Zusammenhang gewinnt das Referat Aufhäusers ein besonderes Interesse, und wie man auch zu den Erscheinungen der Gegenwart stehen mag, selbst wenn man beispielsweise an den Uebergang vom Tiefpunkt der Krise zu einer langsamen, sich mildernden Depression glauben sollte, wird man gut tun, die Möglichkeit eines neuen und dies= mal wirtschaftlichen., 9. November" ins Auge zu fassen und demgemäß die Partei instandsezen müssen, gegebenenfalls nicht nur über ein theoretisches Umbauprogramm und ein praktisches Arbeitsbeschaffungsprogramm zu verfügen, sondern auch ein wirtschaftlich- politisches Sofortprogramm für einen Augenblick, in dem die Chance der Macht jäh an uns fallen sollte und der uns nicht wieder so unvorbereitet treffen darf, wie es am 9. November 1918 der Fall gewesen ist. Zu diesem Zweck die Erforschung der Möglichkeiten einer sozialistischen Marktplanwirtschaft, wie sie etwa unlängst, allerdings in teilweise bestreitbarer Weise, Professor Löwe entwickelte, auszubauen, erscheint dabei ebenso wichtig wie eine Klärung aller administrativen und gesetzgeberischen Maßnahmen, die zu einer Uebergangs= solchen sozialistischen wirtschaft führen können. Daß neben diesen Zukunftsfragen auch die Kritik am Vergangenen eine gewisse Rolle spielen wird, ist anzunehmen; sie kann aber nur fruchtbar sein, wenn sie weder aus der Emigrantenpsychologie enttäuschter Bürokraten, noch aus der Rechthaberei rein theoretisierender Geschichtspropheten erfolgt, sondern, wenn ähnlich wie es furz nach dem 20. Juli in einem Vorwärts"-Artifel getan wurde, der Versuch gemacht wird, aus der Vergangenheit zu lernen, wobei wohl, um es kurz zu wiederholen, die. wichtigste Erkenntnis die sein muß, daß Koalitionen nur dann trag= bar sind, wenn in ihnen ein gleichgerich= teter wirtschaftlicher und sozialpolitischer Wille vorhanden ist, und wenn dieser Wille zugleich getragen wird von einer im Aufstieg und in voller Werbefraft befindlichen und damit ma chtpolitisch cin brudsvollen sozialistischen Bewegung. Diese Bedingungen dürften aber, da weder die Kommunisten bereit zu sein scheinen, den durch Rußlands Nichtangriffspatt mit Bolen und Frankreidy praftijd) ausgesprochenen Verzicht auf die Weltrevolution nun auch zum Ausgangspunkt einer neuen Orientierung in Deutschland zu nehmen, noch die proletarischen Kräfte im Nationalsozialismus sich in absehbarer Zeit zu einer flaren Arbeit= nehmer politik unter Aufgabe nationalsozialistischer und reaktionärer Tendenzen entschließen werden, fürs erste kaum erfüllbar jein. Vielmehr ist in der einen oder anderen Weise mit der Fortsetzung der obrigkeitsstaatlichen Regierungsmethoden, ja mit faschistischen Tendenzen zu rechnen, die zwar nicht die Alleinherr= schaft einer einzigen Partei, die durch die Tole= rierungspolitik abgewehrt werden konnte, zur Folge haben werden, wohl aber einen Faschismus typisch deutscher Prägung, d. h. einen Ordnungsstaat mit bürokratischer Vorherrschaft, der seiner= seits vom Industriekapital und Großgrundbesiz fontrolliert werden würde. Daß man in einen solchen faschistischen Staat mit seiner„, Volks= gemeinschaft" zwischen bevorrechtigtem Kapital und für dauernd minderberechtigter Arbeiterschaft auch gern die Gewerkschaften als nachgeordnete Formationen unter gleichzeitiger Uebertragung staatlicher Funktionen, beispielsweise der Sozialversicherung, einbauen möchte, ist ein sicher noch nicht fallengelassener Plan. Diese Absicht mahnt die Gewerkschaften und uns zu politischer Vorsicht und politischer Einmütigkeit. Denn die freien Gewerkschaften haben nur eine Zukunft, wenn sie Kampf gewerkschaften sind, und gerade bei einer Besserung der wirtschaftlichen Lage und der Möglichkeit sozialer Kämpfe um die Besse= rung von Lohn, Gehalt und Arbeiterrechten werden sie das wichtigste Instrument der Arbeiterbewegung wieder werden. Ebenso muß die Einmütigkeit mit dem Reich s= banner als wichtigste Organisation des proletarischen Selbstschutzes aufs neue besiegelt werden, und es ist erfreulich, daß das Reichsbanner, ebenso wie die Partei, erkannt hat, daß das neue Reichskuratorium für Jugendertüchtigung nicht nur die Gefahr der seelischen, sondern auch der materiellen Beeinflussung mit sich bringt und mit dieser Beeinflussung zugleich eine materielle Abhängigkeit von der Regierung schafft und damit die einheitliche Kampffront der Arbeiterschaft fünstlich zerreißen könnte. Organisatorische Konsequenzen Ist so die Aufgabe des Frankfurter Parteitages allen Gerüchtemachern zum Trotz die Einheit und erhöhte Schlagkraft nicht nur der Partei, sondern der Eisernen Front erneut zu beweisen, so ist seine zweite und vielleicht wichtigste Aufgabe, aus der neuen Sachlage der Oppositionsstellung auf lange Sicht die organisatorische Konsequenz zu ziehen. Wie früher bereits an anderer Stelle ausgeführt, sind wir zu sehr Organisation, geworden und haben es darum in früheren Jahren an einer gewissen Beweglichkeit mangeln lassen. Hinzu kommt, daß es gilt, für alle und daher auch für unvorhergesehene Fälle den Apparat so auszubauen, daß er in der Lage ist, sämtlichen an ihn herantretenden Anforderungen gewachsen zu sein. Möglicherweise wird auch in Frankfurt die primitive Forderung erhoben werden: ,, Weg mit den Führern, wir wollen neue Führer haben!" Ohne einer im Einzelfall vielleicht durchaus berechtigten Kritik begegnen zu wollen, ist doch die Fragestellung in diefer prinzipiellen Form falsch. Denn was nüßt es schon, wenn an die Stelle des Genossen der Partei entgegengetreten, und diese Gegenstellung gilt es Punkt für Punkt durch entsprechende Organisation auszubauen. Denn war es das Wesen der bejahenden Position, aktiv und schöpferisch mitzu arbeiten, so ist es die Aufgabe einer fährigen Opposition, aktiv und schöpferisch Kontrolle 31: üben. Jede Regierung wird sich mit Recht jeder Opposition gegenüber mit dem Wort verschanzen fönnen:„ Sagt es uns nicht nur, daß es anders sondern sagt uns, wie es besser gemacht werder. fann!" Kurz, echtes und begründetes, nicht etwa phraseologisches Besserwissen" ist unsere A gabe. Parole: Vorwärts zur ganzen macht! Wird der Parteiapparat auch in den einzelner Ländern und dort, wo es not tut, auch in Kommunen entsprechend gegliedert, so wird es zugleich gelingen, eine Mobilisierung der innerparteilichen fachlichen Kräfte herbeizuführen, ohne zugleich die von früheren Parteierfahrungen her gefürchteten beratenden Ausschüsse zu schaffen, die eine Art unverantwortlicher intellektualistischer Mitrederei und damit nur eine Lähmung des Funktionsförpers, der die Entscheidung zu treffen hat, bedeuten würde. Pläne, wie die hier skizzierten, sind gleichzeitig und ohne vorherige FühlungHinz eine Genosse Kunz tritt. Wir wollen ja nicht nur neue Gesichter sehen. Wir wollen auch nicht wie primitive Völkerstämme Sündenböcke schlachten, für eine Politik, die wir im guten und schlechten gemeinsam gemacht haben und gemeinsam verantworten müssen, sondern wir wollen uns überlegen: wie schaffen wir die Voraussetzungen für eine möglichst erfolgreiche Operiernahme auch von anderer und von kompetenterer fähigkeit der Partei? Dazu ist es notwendig, daß man sich nicht mit einem Funktionär= wechsel begnügt, sondern, daß ein Funk= tionswandel eintritt. In diesem Punkt tönnen wir vom Braunen Haus und auch von den Kommunisten mancherlei lernen, ohne ihre aus prinzipieller falscher poli= tischer Einstellung entstandenen Fehler uns gleichfalls zu eigen zu machen. Um das Gesagte tonfreter zu gestalten: Wie wäre es beispielsweise, wenn der Parteivorstand, ohne damit die repräsentative und faktische Führerstellung der Vorsizenden zu schmälern, sich nach sachlichen Gebieten gliedern würde? Bei kommenden Berufungen in den Parteivorstand würde die Vorfrage dann nicht lauten: wollen wir den Genossen X. oder V. haben, gefällt er uns menschlich, richtungsmäßig oder aus sonst irgendeinem Grunde, oder gefällt er uns nicht, sondern die Frage würde lauten: " Bu besetzen ist im Parteivorstand das Ressort Politik, Wirtschaft, Organisation, Agitation. Wer ist dafür der richtige Mann?" Damit wird die Debatte sofort allen personellen„ Reizes" ent= kleidet und auf dem Gebiet der sachlichen Fähig feiten bleiben. Jedes dieser Arbeitsgebiete müßte untergeteilt und durch ihren Sachreferenten im Einvernehmen mit dem zuständigen verantwortlichen Sachbearbeiter behandelt werden. Um hier an einem Beispiel zu konkretisieren Borstellbar wäre, daß dem Hauptressort Politik auch die Kulturpolitik untergeordnet wird und daß sie weiter von dem Apparat des Sozia listischen Kulturbundes bzw. des Reichsausschusses für sozialistische Bildungsarbeit zu betreuen ist. Aber die mit dieser Aufgabe hauptamtlich be trauten Genossen würden sich für das Volksschul wesen, höhere Schulwesen und Hochschulwesen, für Theater und Kunst, für die Frage der wissen schaftlichen Vereine und Verbände und für die Frage der internationalen geistigen Zusammenarbeit aus der Reihe der mit diesen Fragen vertrauten und vielfach durch den Personalschub in Preußen beruflich freigesetzten Genossen, ehrenamtliche Referenten bestellen, die nun die Infor mationen beschaffen und die Vorarbeiten leisten müssen, die wir früher nicht in gleichem Maße mie jetzt benötigten, weil wir durch unseren Einfluß im Staatsapparat über die nötigen Kennt nisse und den nötigen Einfluß verfügten, um auf allen diesen Gebieten mitarbeiten zu können. An die Stelle der positiven Mitarbeit ist die nicht minder schwere und nicht minder verant wortungsvolle Aufgabe der Kontrolle getreten. Den Positionen der Regierung ist die Op- Pofition, zu deutsch die Gegenstellung, Seite entwickelt worden. Das beweist, daß es sich hier nicht um die Marotte eines einzelnen. sondern um eine Einsicht handelt, die aus der Sachlage selbst jedem Nachdenkenden nahegebracht wird. Daß ein solcher organisatorischer Umbau an Stellen, wo er notwendig erscheint, auch mit einer engeren Verknüpfung mit der Agitationstätigkeit verbunden sein muß, daß insbesondere das große Werkzeug nicht nur der eigenen, sondern auch der fremden Presse eine geschicktere und eingehendere Behandlung als bisher erfordert, darf anmerkend hinzugefügt werden, obwohl damit in feiner Weise geleugnet werden kann, daß die beste Agita= tion immer noch eine gute Politik ist. Aber um eine gute Politik führen zu können, be= darf es nicht nur guter Einfälle, sondern auch guter Ausarbeitungen Für sie bereits vorhandene Organisationen auszubauen und einzustellen, ohne damit in einen Gründungseifer zu verfallen, wie er sich z. B. bei der nur sehr teilweise gelungenen Organisierung der sozialisti ichen Hochschulgemeinschaft gezeigt hat, ist eine unbeweisliche Voraussetzung hierfür. Ueberholen wir so unseren technischen Parteiapparat, überprüfen wir unsere theoretischen Auffassungen nicht unter Preisgabe, sondern unter Ausbau des als wertvoll erkannten, so werden wir auch gleich schlagfräftig sein, möge es sich um einer langdauernden und schwierigen Opposition, oder möge es sich um einen plötzlichen Uebergang zur Macht handeln. Unsere offnung ist nicht ein Zurück, zu dem, was gewesen ist, sondern ein Vormärts zur ganzen Macht". Für den Starken ist die Niederlage die Lehrmeisterin des tommenden Sieges. Hilfe, ein Mensch! Ein junger Genosse schreibt uns: Ruf eines Jungen Im hastenden Tempo einer verwehenden Zeit, da wo Geld und Willkür herrschen, wer zählt sie Macht Hunderttausende, sind, gilt ein Mensch nichts. Tausende sterben. Hunger, Not, Kälte Sorgen. Grauen, Aussichtslosigkeit und Verzagtheit sind die Ursachen. Wer kennt sich da noch aus? Annahmen, Begriffe, Zahlen- was ist das alles gegen solch ein Massensterben? Der Krieg ist Mord! Und was ist das? Tausende starben in den letzten Jahren gezählte Namenlose. Warum? Berhebung und Unverstand morden mit. -www neue Zeit die aus dem Alten sich in wehen Schmerzen windet Und ein Mensch zählt nichts. Ein Menschenleben heute, was gilt's? Im hastenden Tempo einer verwehenden Zeit da wo Geld und Willkür herrschen Macht sind gilt ein Mensch nichts. Und wer solche Worte spricht, und wer es wagt, eine andere Meinung zu vertreten. den erwartet -nur gemach ihr Herren was? Ein Schrei gellt schaurig wieder, was bange Herzen denken: ,, Hilfe! ein Mensch!" Un= Und das ist unsere Zeit Ideen sind billiger und zahlreicher als ihre Opfer im letzten Jahrzehnt. Mord, Ueberfälle, Mißhandlungen- Revolver, Gummiknüppel, Stahl und Eisen nicht der Geist. die Vernunft entscheiden. Ist das Zeitenwende? Ist das der Umbruch? Im eigenen Blute erstarrten da wo Herrsch sucht, Eigennutz und lebensfremder Egoismus malteten Kulturen, deren Wert wir heute kaum noch ahnen. Ist das nun Schicksal, daß der Mensch immer da versagt, wo es Neues, Großes gilt? Ich glaube das nicht, ich kann's nicht glauben, das was jetzt ist, ist nicht Neues, Starkes. Hilfe! ein Mensch! Er lebt. Jagt ihn! ein Mensch! Er lebt. Greift zu! ein Mensch! Er lebt. Hilfe! ein Mensch! Alarm! Herbei, Proleten! Alarm! Ihr Arbeiterheere, drauf und dran! Alarm! Millionen, tönt ein Signal. Alarm! Hans Peter Klein. Lebenswahres, es ist der Nachklang einer Zeit, Kleine Bosheiten großer Leute die war, und deren wohlige Konstruktion dem einzelnen der aus dieser Zeit hervorging nur allzusehr anhaftet und in ihm wirft wie Gift von tausend Schlangen. In ihm dem Einzelnen. Nicht dem Einzigen, dem Menschen. Nein der schläft noch einen Schlaf der Jahrhunderte langer Ueberlieferungen und Hemmungen und ihn weckt aus gläubigem Schlummer die Der Kritifer. Der Kritiker J. fizt mit einem Schriftsteller im Café. " Ich glaube," sagt I.,„ der Mann dort in der Ecke hat einmal ein Buch geschrieben." ,, Seien Sie bloß ruhig und vorsichtig," flüstert der Schriftsteller, sonst schenkt er Ihnen no ein Eremplar." Arbeiter- Rasenspiele am Sonntag Die Fußballspiele Während die Entscheidung um die Arbeiterfußball freismeisterschaft erst am nächsten Sonntag fällt, beginnen in zwei Bezirken, nämlich im 4. und 5., bereits die Serienspiele. Der 4. Bezirk spielt diesmal in drei Abteilungen, von denen die dritte nur Provinzvereine umfaßt. In der Abteilung A erhält ASV. Neukölln den Besuch von Wilmersdorf im Stadion Neukölln. Nach den Ergebnissen der Freundschaftsspiele zu urteilen, sollte Wilmersdorf auch auf fremdem Plazze die ersten Gewinnpunkte erringen. In der. Abteilung B hat Fichte gleich einen schweren Kampf vor sich. Er muß in der Hezzheide der Luckenwalder( 1. Abteilung) gegenübertreten. Die Spiele beider Mannschaften waren in der vergangenen Serie ausschlaggebend für die Meister schaft des Bezirks, und auch diesmal steht ein Kampf bevor, dessen Ausgang ungewiß und knapp sein wird. Leichter werden es die Volkssportler haben, die nach Jüterbog fahren. Jüterbog hat zwar den Abteilungsmeister stellen können, die Neuköllner sind inzwischen aber bedeutend stärker geworden. Als Serienspiel ist die Paarung Vorwärts 31 gegen Britz 88 im Stadion Neukölln neu, da Brizz bisher im 1. Bezirk spielte. Ein Vergleich ist deshalb nicht möglich. Der 1. Bezirk hat die Spielvereinigung Ost und Kickers 31 zu Pflichtspielen in die Provinz angesetzt. Die Spielvereinigung Ost fährt mit drei Mannschaften zu Wacker- Storfow und muß in voller Besetzung fahren, wenn es auf dem ungewohnten Platz zu Siegen reichen soll. Rickers 31 besucht Friesen- Fürstenwalde. Die Fürstenwalder Turner sollten in der Zwischenzeit ihre Mannschaft soweit herangebildet haben, daß auch Kickers nur nach hartem Kampf die Oberhand behalten wird.Herzfelde und Mahlsdorf treffen sich in Herzfelde mit beiden Mannschaften zu Wiederholungsspielen, die auf Grund eines Beschlusses des Kreisverhandlungsausschusses an= gesetzt werden mußten. Die spielfreien Vereine der anderen Bezirke haben eine Reihe von Freundschaftsjptelen abgeschlossen. Beginn der Spiele: 1. Mannschaften 14,30 11hr, 2. Mannschaften 12.45 Uhr. Die Handballserie Die Arbeiterhandballer sind mit ihren Serienspielen schon mitten in der Frühjahrsrunde. Während sich in der Gruppe A nur Mannschaften aus der Mitte der Tabelle gegenüberstehen, treffen in der Gruppe B die beiden Spizenvereine Volkssport Neukölln und der Bezirk Süden der Freien Beide Turnerschaft Groß- Berlin zusammen. Mannschaften haben bisher nur ein Spiel verloren: Neukölln gegen Stralau und Süden gegen Neukölln. Das Spiel der ersten Runde, das die Neuköllner nur knapp mit 4: 3 für sich entscheiden fonnten, gab eigentlich kein richtiges Bild von der Spielstärke beider Mannschaften. Der äußerst glatte Boden, mit dem sich die Neuköllner besser abfanden, ließ ein einwandfreies Spiel nicht zu; außerdem litten die Süden- Leute sehr unter Lampenfieber. Ob nun am fommenden Sonntag die Bodenverhältnisse auf dem Platz in der Kaybachstraße besser sein werden, ist nach den augenblicklichen Witterungsverhältnissen schwer zu be urteilen. Eine schmere Aufgabe fällt bei diesem Spiel dem Schiedsrichter zu, der von Anfang an durchgreifen muß, will er sich das Spiel nicht aus der Hand nehmen lassen. Ohne daß von einer Seite ein unfaires Spiel beabsichtigt wird, fommi es doch vor, daß gerade bei den Entscheidungsspielen eine härtere Note ins Spiel fommt. Das Spiel beginnt 11.50 Uhr. Weitere Spiele: Stralau gegen Velten, Sportplaz Bödickerſtraße. Schöneberg gegen Mahlsdorf in der Rubensstraße. In der Abteilung A spielen: Süden 2 gegen Nordost in der Kazbachstraße um 10.40 Uhr. Brandenburg erwartet die Freie Turnerschaft Hennigsdorf. Um 11.20 Uhr steigt das Treffen FTGB.- Osten gegen Nowawes Bezirksklasse Osten: Das wichtigste Spiel ist die Paarung des Athletik- Sport- Clubs mit dem TEV. Kaulsdorf um 14 Uhr im Neuköllner Stadion, Platz 5. Der AGC. fann ruhig verlieren, denn er ist nicht mehr von der Spise zu verdrängen. Leider muß Raulsdorf mit ge= schwächter Mannschaft antreten, so daß ASC. als Favorit gilt. Eiche- Köpenick 2 gegen Friesen- Fürstenwalde um 10 Uhr Eicheplag. Ft. Ertner gegen FTGB. Stralau 2 um 13.30 Uhr Dämmerigsee. FTGB. Baumschulenweg gegen FTGB. Lichtenberg 2 um 12 Uhr Plänterwald. SC. Rehfelde gegen Eintracht- Mahlsdorf 2 um 14.30 Uhr Richterswalde. VfL. Oftring gegen Eiche- Bohnsdorf 2 um 15 Uhr Lichtenberger Stadion. Frauen: FTGB. Baumschulenweg gegen Eiche Bohnsdorf um 10.15 Uhr Plänterwald. Athletik- Sport- Club gegen FTGB. Südost um 15.10 Uhr. Bezirksklaffe Norden: FSV. Reinickendorf wird sich gegen Boltssport Wedding 3 zusammenreißen müssen, wenn es die Siegesbahn fortsetzen will. Beginn 15 Uhr Scharnweberstraße. FTGB. Hermsdorf und Frei Tennis Norden stehen sich um 10 Uhr auf dem Waldsee- Sportplatz gegenüber. Frauen: FSB. Reinickendorf- West gegen FTGB. Nordring um 14.30 Uhr Scharnweberitraße. Jugend: Volkssport Wedding gegen FSV. Pantom um 12.50 Uhr Rehberge. ASV. Wedding gegen FGV. Pankow um 10.10 Uhr Rehberge. Bezirksklasse Westen: FS. Falkensee hat um 14 Uhr in FT. Bornstedt einen ernsten Gegner, der auf die Punkte reflektiert. In einem gleichwertigen Spiel ringen die Charlottenburger Kleingärtner und FTGB. Siemensstadt ab 10 Uhr Plch Jungfernheide um die Vunkte. Serie der Bafferfahrer: Normannenplan: FTGB. Kanu 2 gegen RV. Vorwärts 2 um 9 Uhr. AV. Undine gegen FGB. Kanu um 10 Uhr. RB. Vorwärts 3. gegen Schweiffterne um 11 Uhr. Spandau, Seeburger Straße: FAU. Spandau gegen RV. Vormärts um 10 Uhr. Reinickendorf, Scharnweberstraße: RWA. Tegel gegen FTGB. Ruderbezirk um 10 Uhr. In Brandenburg spielen Rudervereinigung 1913 und RB. Collegia. Vom griechisch- römischen Ringkampf Der Ringkampf gilt als die älteste Sportart, er hat bis zum heutigen Tage nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt Gleich wie bei allen anderen Sportarten ist es auch hier der Arbeitersportbewegung vorbehalten geblieben, das Ringen zu einem wahren Volkssport zu machen. Unter der Obhut des Deutschen Arbeiter Athletenbundes hat sich der Ringkampfsport ungemein stark verbreiten können, es gibt heute wohl faum einen Ort, in der nicht der Schwerathletiksport betrieben wird. Leibesübung und Kampssport, beides gewährt das Ringen. Dem Ringer ist die Möglichkeit gegeben, einen Gegner im Kampf ohne alle Waffen, nur durch die Körperkräfte, durch Gewandheit, mit Hilfe der sportlichen Technik zu besiegen und zu überwältigen Die Auffassung, daß es dazu eines besonders starken und muskelbepackten Körpers bedarf, ist abwegig und überaltert. Früher einmal war der Ringkampf die Angelegenheit von besonders schweren und starken Männern; der moderne Athlet von heute ist an seinem harmonisch und gleichmäßig entwickelten Körper zu erkennen, er hat die umfangreichen Kämpfer von einst längst verdrängt. Die Kampfführung ist vervollständigt und abgerundeter ge worden und läßt den ethischen und sportlichen Wert des Ringens deutlich erkennen. Die Einführung von mehreren Gewichtsklassen( Fliegenbis Schwergewicht) gibt auch den kleineren Menschen die Möglichkeit, sich ganz zu entfalten und volle Befriedigung in diesem Sport zu finden. Der seit langem gepflegte Mannschaftsgeist hat für die weitere Verbreitung des griechischrömischen Ringkampfes beigetragen. Durch das Vorhandensein von Schüler- und Jugendklassen wird gleichzeitig die Eignung des Ringens als Leibesübung und als ein gutes Mittel zur Ertüchder Geist in Einklang gebracht. Es müssen Griffe und Paraden im Stand und am Boden, als Angreifer und als Verteidiger gelernt und geübt werden, vielerlei gibt es in den ersten Wochen und Monaten zu proben und sich anzueignen. Um als Kämpfer fertig zu sein, verlohnt sich schon das Brückenbauen, Hüftzüge, Armfallgriffe und Ueberstürzer mannigfaltig verwenden zu können. Aber nicht auf Kanonenzüchterei und Förderung von Einzelgängern geht es im Arbeitersport, auch nicht um Refordjägerei oder um Preise und Trophäen, das überlassen wir gern den Bürgerlichen; den Kollektivsport und die Pflege des Massensports gilt es in unseren Reihen zu fördern, und dieses Wollen hat den Arbeitersport zu seiner heutigen Vormachtstellung erhoben und turmhoch über seine Gegner gestellt. Theater. Lichtspiele usw Staats MA Theater Freitag, den 10. Februar Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Eine Nacht in Venedig Staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Faust II. Teil G. M. Hockey In der Fortsetzung der Serienspiele treffen sich in der Gruppe A die Freie Turnerschaft GroßBerlin- Tempelhof und der Verein für Leibesübungen Ostring um 15 Uhr im Mariendorfer Volkspark. In Spandau auf den Plätzen an der Wilhelmstraße kommt der Athletiksportklub zum Rückspiel gegen den Freien Hockeyklub. Beginn 15 Uhr. In der Gruppe B erwartet TennisRot 2 den Arbeitersportverein Rot- Weiß um 11.30 Uhr auf dem Platz in der Laskerstraße. In der Gruppe C dürften interessante Spiele zwischen dem Arbeitersportverein Schöneberg und Wedding um 9 Uhr in der Rubenestraße und dem ASV. Rot- Weiß 2 und dem Sportverein Moabit 2 um 15 Uhr in der Schönhauser Allee stattfinden. Von den Pflichtspielen interessieren besonders die Spiele zwischen Tennis- Rot und dem Verein für Leibesübungen Oftring 2 um 10 Uhr in der Laskerstraße und der Freien Turnerschaft GroßBerlin- Reinickendorf- Ost und der zweiten Mannschaft des Volkssports Neukölln- Brig um 14.15 Uhr in Reinickendorf, Berner Straße Auch die Sportlerinnen warten mit zwei Spielen zwischen dem ASV. Rot- Weiß und Volkssport Neukölln um 12.30 Uhr in der Schönhauser Allee und TennisRot und der Freien Sportvereinigung Pankom um 9 Uhr in der Laskerstraße auf. Weitere Spiele: Freie Schwimmer Zehlendorf gegen Moabit 4 um 15 Uhr. Athletik- Sport- Club 2 gegen FTGB. Osten um 15 Uhr.- Spandauer Freier Hockenflub gegen Männerturnverein Bernau um 11 Uhr. Tennis- Rot 3 gegen die Freie Sportvereinigung Pankow um 13.30 Uhr. Tempelhof 2 gegen Moabit 3 um 13.30 Uhr. Rot- Weiß 3 gegen Ostring. Faustball- Rundenspiele Die Altersriegen der Turner und Sportler haben ihren nächsten Faustballrundenspieltag Sonntag, 12. Februar, 10 Uhr. Die Vereine im Norden spielen in den Rehbergen, die östlichen Vereine im Stadion Lichtenberg, Herzbergstraße. Die Frauenschaften sind spielfrei, können aber Gesellschaftsspiele austragen. Zuschauer herzlich willkommen. Volkssport Neukölln- Britz sucht zum Sonntag, 12. Februar, Fußballgegner für 3. Männermann= schaft auf Gegners Platz. Anruf: Freitag abend unter F 2. 0276. * Die Wasserballserienspiele der Berlin D- Klasse fallen in dieser Woche wegen des am Sonntag stattfindenden großen Wasserballturniers aus, das um 20 Uhr im Hallenbad des Lunaparks stattfindet. Der Kraft- Turnverein Sparta 1896 veranstaltet heute Freitag, 20 1hr, in seizer Turnhalle, Neufölln, Elbestr. 11/12, einen öffentlichen Kampfabend. Im Mannschafteringen stehen sich in der B- Klasse um die Kreismeisterschaft Sparta 2. Mannschaft und die Ringer- Kampfstaffel der Sportvereinigung Nordost gegenüber. Beginn der Kämpfe 20 Uhr. Kartell- Generalversammlung. Laut Beschluß des Geschäftsführenden Ausschusses vom 30. Januar findet Sonnabend, 25. März, 19 Uhr, im Gewerk schaftshaus die fällige Generalversammlung des Kartells für Arbeitersport und Körperpflege, Berlin, E. V., statt. Tagesordnung: 1. Protofoll; Geschäftsbericht; Anträge; Wahlen: Kartellangelegenheiten. Anträge müssen bis zum 4. März 1933 an die Geschäftsstelle eingereicht sein. Nähe= res geht den Vereinen noch durch die Kartellvorsitzenden oder durch Rundschreiben zu. Der Vorstand Arbeiter- Sportverein Schöneberg- Friedenau 07, Turnsparte. Sonntag, 12. Februar, 17 Uhr, Jahresversammlung dem im Lokal Ebersstr. 18. Nachher Lichtbilder aus Bundesleben. Mitgliedsbuch mitbringen. FTGB. Jahresgeneralversammlung des Vereins Sonnabend, 11. Februar, 19 Uhr, Fürstenhof- Festfäle, Köpe= nider Str. 137. U. a. Vortrag des Bundesschulleiters Benedig. Schneeschuhkurs in Schreiberhau Bei den Arbeiterwintersportlern im Riesengebirge In Schreiber hau im Riesengebirge sind 28 Mitglieder des Arbeiter- Turn- und Sport bundes dabei, unter Leitung des Schreiberhauer Oskar Wagner sich zu Führern und Lehrern im Schneeschuhlauf auszubilden. Als Vertreter Berlins ist Zeppmeisel vom Votkssport- Neukölln unter den Kursisten, außerdem sind noch Schult chen und Wickel vom ASV. Neukölln und Kir stein von den Freien Schwimmern Groß- Berlin Teilnehmer. Der Arbeitsplan des 14tägigen Lehrgangs ist außerordentlich umfangreich und bringt hauptsächlich starke förperliche Anstrengung. Geländefahrt, Schneepflug, Schneepflugbogen, Stemmbogen, Stemmquerschwung, gezogener Querschwung, Bogentreten, Schlittschuhschritt, Aus fallschwung, Steilhangwendung, Wendeschwung, das sind nur ein Teil der Uebungen, die ein guter Stiläufer beherrschen muß. Kein Wunder, wenn sich nach den ersten lebungstagen der Muskelfater recht aufdringlich bemerkbar machte. Als 3 wischenprüfung beteiligten sich die Kursusteilnehmer an den Langläufen der Freien Wintersport- Vereinigung Schreiberhau im Ge lände der Hochsteinlehne. Am 12- Kilometer- Lauf beteiligten sich 17 Mann; der Lauf wurde erschwert durch nassen Schnee, außerdem mußte eine Steigung von über 180 Metern überwunden werden, bevor die Abfahrt zum Ziel als angenehmerer Teil des Wettlaufes begonnen werden konnte. Als die routiniertesten Läufer liefen die vier Schreiberhauer Sender, Wagner, E. Krause und W. Weichert die beste Zeit. Diese ersten vie: benötigten für die 12 Kilometer 59.36, 60.33, 61.31 Städt. Oper Winter Garten Charlottenburg Fraunhofer 0231 Freitag, 10. Februar 20 Uhr Turnus I Zar und Zimmermann Frind, Müller, Hüsch, Steier, Kandl, Spering, Hedlund, Feher Dirigent: Müller Schiller Bismarckstr.( Knie) Steinpl.( C1) 6715 Täglich 8% Uhr 8 Uhr 15. Flora 3434. Rauchen erl. Gsovsky- Ballett Medini- Trio Rassana Lotte Werkmeister Die lustigen Weintraubs usw. Sonnabend und Sonntag audi namm. 4 Uhr zu kleinen Preis. Der Kollo- Schlager CASINO- THEATER tigung der Jugend und des Nachwuchses bewiesen. VOLKSBUHNE Die Männer 84 Uhr. Lothringer Str. 37 8% Uhr Ringen ist ein Sport, der die Kräfte des Geistes und des Körpers gemeinsam beansprucht und zum Zusammenarbeiten zmingt. Gewandtheit, Geschicklichkeit, Geistesgegenwart, Kraft, Mut, gepaart mit schneller Entschlußkraft schaffen mit zum Erfolg im Kampf. Erlaubt sind im Kampf nur Griffe mit der flachen Hand, von der Hüfte bis zum Scheitel; besiegt ist, wer mit beiden Schultern gleichzeitig den Boden berührt oder aufgibt. Der heutige Ringer bedient sich im Training zur Erreichung von förperlicher Elastizität und Stärke fast aller Sportarten. Durch Atmungsund Gymnastikübungen werden Brust und Lungen gestärkt, und im Gerätetraining wird der Körper geschmeidig und widerstandsfähig gemacht; in emfiger, forgfältiger Arbeit wird der Körper und sind mal so Musik von Walter Kollo Sonntags auch 4 Uhr Söneland, Heidemaan Buntes Theater: Theater am Bülowplatz Täglich 84 Uhr D 1 Norden 6536 Schinderhannes von C. Zuck- Theater Der Fürst von Pappenheim" mayer. A. Hörbiger, C. Spira, Brausewetter, Greid, Halden, Kurz, Marlow Kurfürstend.- Th. Stettiner Sänger Das Theater ohne Reichshallen- Th., Dönhoffpl. 8.15, Sonntags 3.30 zu ermäßigten Preisen Das große Februarprogramm: ,, Karneval" Bon- Wirtschaft Kurfürstendamm 209 Bism. 1400 8 Uhr Glückliche Dazu erstklassiges Programm! Gutschein 1-4 Personen: Parkett 0,60. teater Sessel Fauteuil 0.75. Sessel 1.25 Berliner Theater Charlottenstr. 90 Dönhoff 625 8% Uhr Die Reise Marneschlacht Operette von Künneke von Paul Joseph Cremers. Preise von 0.60 bis Gastspiel des Mannheimer 6.-M. Nationaltheaters Komödienhaus Schiffbauerdamm 25 Tel. D2 Weid. 6304-05 Täglich 84 Uhr Achtung, frisch gestrichen Carow's Lachbühne Weinbergsweg 20 Tel. D 2.2174 Beginn 7% und 63.26 Minuten. Der Berliner Zeppmeisel hatte scheinbar seine Bretter nicht genügend getlistert, als Sechzehnter war er noch froh, nicht der letzte gewesen zu sein. Am 6- Kilometer- Lauf beteiligten sich 16 Kr sisten, ein Schreiberhauer Jugendlicher und die Genossin Weichert aus Schreiberhau. Das Ziel erreichten zuerst die beiden Letztgenannten. Körner brauchte 40 Minuten, Johanna Weichert 42.54 Minuten. Neumann- Striegau als Kurfiſt benötigte für den dritten Blaz 43.03 W Für den Nachmittag war Springen auf der Himmelgrundschanze im Programm vorgesehen, woran außer den Schreiberhauer Sportlern noch fünf Springer aus der Tschechoslowakei teilnehmen jollten Das Springen mußte jedoch wegen stromenden Regens abgejagt werden. Ein großer Teil des llebungsbetriebes fonnte in der ersten Woche auf den Wiesenhängen in der Nähe des Standquartiers, der Abendburg im Weißbachtal, abgehalten werden; Regen und Taumetter zwangen die Kursisten, in den letzten Tagen die Bretter zu schultern und günstiges llebungs gelände auf dem Kamm aufzusuchen. Am kommenden Sonnabend ist nun die Schlußprüfung. Studium einer Sprungschanze, Schanzenbau, Anlage eines Abfahrtslaufes, An= lage einer Hindernisstrecke sind noch die letzten Lehrstoffe. Bleibt die Hoffnung, daß unserer Wintersportbewegung im hiesigen Gebiet das nötige Unterlagenmaterial der Schnee reichlicher Menge zukommt; die uns den Schneeschuhlauf richtig beibringen wollen, find gerüstet. Grosser BLUMENSTR 10 ESI in Maskenball Pramierung dea drei Schönsten masken durch Geldpreise SONNABEND den 11. FEBR. Besonders wirksam sind dhe in Kleinen Anzeigen des Vorwärts und trotzdem billig! Wurstfabrik Carl Laeske Fritz Muth Buttergroßhandlung Filialen in allen Stadtteilen Siedlung Britz Restaurant und Café» Erich Jänicke< empfiehlt seine Lokalitäten Ausschank bester Kindl- Biere ( auch außer dem Hause) gute Speisen und Getränke Sonnabend u. Sonntag Unterhaltungs- Musik Petersburger Platz 8 " empfiehlt: Prima Kabler von 65 Pf. an Schweinebauch... 60 Pt. Rückenfeft. 55 Schmorfleisch o. Knochen 70, Suppenfleisch...... 50 Prima Gehacktes Pfund 50 Fr. Sminken Eisbeine. 35 Fr. Schweineknochen 3 Pfund 25 Pf. " 97 Ladentisch gebraucht, ca. 5-6 m, zu kaufen gesucht. 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