Morgen- Ausgabe Nr. 73 A 35 50. Jahrg. Rebattton und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Seratprecher 7 amt Dönhoff 292 bis 297 Telegrammabreffe: Sozialbemotrat Berlin Vorwärts BERLINER VOLKSBLATT SONNTAG 12. Februar 1933 In Groß Berlin 10 Pf. Auswärts... 15 Bf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise fiehe am Schluß des reduktionellen Teils Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Zwei Programme Aufruf der Voltsbeauftragten 12. November 1918 1. Der Belagerungszustand wird aufgehoben. 2. Das Vereins- und Versammlungsrecht unterliegt keiner Beschränkung, auch nicht für Beamte und Staatsarbeiter. 3. Eine Zensur findet nicht statt. Die Theaterzensur wird aufgehoben. 4. Meinungsäußerung in Wort und Schrift ist frei. 5. Die Freiheit der Religionsübung wird gewährleistet. Niemand darf zu einer religiösen Handlung gezwungen werden. 6. Für alle politischen Straftaten wird Amnestie gewährt.... 7. Das Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst( Arbeitsdienstpflicht, Red. d. V.) wird aufgehoben, mit Ausnahme der sich auf die Schlichtung von Streitigkeiten beziehenden Bestimmungen. 8. Die Gesindeordnungen werden außer Kraft gesetzt. Ebenso die Ausnahmegesetze gegen die Landarbeiter. 9. Die bei Beginn des Krieges aufgehobenen Arbeiterschutzbestimmungen werden hiermit wieder in Kraft gesetzt. Als unmittelbar bevorstehend wurden ferner angekündigt: Allgemeines Männer- und Frauenwahlrecht zu allen Vertretungskörpern; Achtstundentag; Ausdehnung der Erwerbslosenunterstützung; Krankenversicherung. Hitlers 12 Programmpunkte Sportpalastrede 10. Februar 1933 1. Wir wollen nicht lügen und nicht schwindeln und keine billigen Versprechungen machen. 2. Wir wollen arbeiten, aber das Volk soll mitarbeiten. 3. Unsere ganze Arbeit muß geleitet sein von der Erkenntnis, daß wir niemals auf fremde Hilfe rechnen dürfen. 4. Die ewigen Gesetze des Lebens sind immer gleich und immer dieselben. 5. Die Grundlagen unseres Lebens beruhen auf Gesetzen, die niemand uns rauben kann, außer uns selbst. 6. Das Ziel unserer Arbeit ist die Erhaltung des deutschen Volkes und seines Bodens. 7. Dazu müssen wir zunächst die Ursachen des Verfalls beseitigen, die Versöhnung der Klassen erreichen, den Marxismus vernichten. 8. Wir müssen das Volk aufbauen auf dem deutschen Bauern als dem Grundpfeiler jedes völkischen Lebens. 9. Der deutsche Arbeiter als zweiter Grundpfeiler unseres Volkstums muß wieder zurückgeführt werden in die Gemeinschaft unseres Volkes. 10. Wir wollen dem deutschen Geist die Möglichkeit seiner Entfaltung sichern. Wahrheit Für Freiheit und Ehre Deutschlands Unsere Leser wissen, daß über der oppofitionellen Bresse in Deutschland das Damoklesschwert der Pressenotverordnung hängt. Das freie Wort ist eingeengt. In drei Wochen soll gewählt werden. Ueber dem Wahlkampf lauert die Notverordnung, auf den Straßen mütet der Terror. Gegen die eine Hälfte des Boltes, ja gegen seine Mehrheit, ist eine beschimpfende Agitation entfacht, die das Bild des deutschen Volkes vor der Welt verzerrt. Unverantwort liche, aber mächtige Kräfte drohen dem Volke mit offener Gewalt, wenn es sein verfassungsmäßiges Recht gebraucht. Wir lassen uns das verfassungsmäßige Recht nicht nehmen! Wir antworten am 5. März auf alles: auf die Einengung der Freiheit, auf den Terror, die Beschimpfungen und die Drohungen. Wir werden zeigen, daß das Bild falsch ist, das eine laute Agitation vom deutschen Volke und seiner Geschichte zeichnet! Denn die Kräfte des Rechts, der Wahrheit, der Vernunft, der Ehre liegen in 11. Kampf gegen die Erscheinungen des parlamentarisch- demo- Deutschland nicht am Boden. Sie sind in kratischen Systems. unserem Lager, und wir werden sie im 12. Wiederherstellung der Sauberkeit im Volke, im Kampfe behaupten. öffentlichen Leben und in der Kultur. Die ,, marxistischen Novemberverbrecher" waren Männer der Tat. Sie sagten genau, was sie tun wollten und führten es auch aus. Hitlers Programm besteht dagegen aus ganz unbestimmten Redensarten. Die Knebelung der Presse mag Kritit. unterdrücken, fie mag das freie Wort zum Schweigen verurteilen aber eins vermag fie nicht! Sie fann die geschichtliche Wahrheit nicht aus der Welt schaffen, Darum am 5. März alle für die ,, marristischen Novemberverbrecher": Liste 2! und nichts kann uns hindern, dem Bolke die Bapen- Hugenbergs Sieg Sie wollen sich ihn nie wieder entreißen lassen! Gestern gehörte der Sportpalast den Schwarzmeißroten: Hugenberg. Papen und Seldte. Das Publikum war ebenso laut mie am Tage zuvor, aber die Redner konnten sich an Stimmenfraft mit Hitler keineswegs messen. Der Berlauf der Kundgebung war lehrreich, er zeigte, daß unter dem Deckmantel der„, nationalen Einigfeit" der Kampf zwischen Schwarzweißrot und Hafenkreuz schon im Gange ist. Wenn z. B. Herr Brosius von dem fanatischen Haß sprach, mit dem Hugenberg von seinen Gegnern verfolgt werde, so mußte jedermann, wer damit gemeint war. Noch deutlicher waren Bemerkungen wie: Sugenberg sei ein Mann der Arbeit und nicht der Rede( mit verständnisvollem Beifall aufgenommen), oder gar, er führe wohl sein Ministergehalt für nationale Zwecke ab, aber er, Hugenberg rede nicht davon! Gegen die nationalsozialistischen Versuche, mit dem Zentrum ins Reine zu kommen, wandte sich der deutschnationale Pressechef mit der Erklärung, daß die nationale Einigung die endgü iZentrums tige Ausschaltung des bedeuten müsse. Noch deutlicher war hugenberg. Er sprach von einem Bund ,, auf Treu und Glauben", der Dauerzustand sein müsse, nicht lebergangszustand, sonst komme das Chaos. Das war eine unmißverständliche Wendung gegen die Nationalsozialisten und ihre dem Zentrum gegebene Berficherung, die Deutschnationalen würden sehr bald wieder ausgeschifft werden. Die Erklärung, die Schwarzweißroten wollten die Macht auf alle Gefahr hin behalten mar in diesem Zusammenhang auch nicht mißzuverstehen. Hugenberg bekannte offen, daß er mit der Reichstagsauflösung überrumpelt worden sei. Ich wollte feine Neuwahl," versichert er. Aber wenn schon, dann müßten diese Wahlen die legten sein. ,, Wer das Wählen satt hat, wählt schwarzweißẞrot" war eine klare Aufforderung an die Wähler, durch ihre Abstimmung auf ihr eigenes Mitentscheidungsrecht zu verzichten und dem Volke sein Recht zu nehmen. Aber nach der anderen Seite wieder ging die Versicherung Hugenbergs, er werde während des Wahlkampfs nicht reden, sondern arbeiten. ,, Nachtigall, ich hör' dir laufen," sagt in solchen Fällen der Berliner. Auch Papen sprach mit scharfer Spize gegen die neuen Bundesgenossen. Er polemisierte gegen den ,, Parteista a t" und pries das ,, Koalitionsopfer", das Hitler gebracht, indem er sich mit ihm und mit Hugenberg zusammengefunden hätte. Diktaturbilanz Abrechnung in Polen Warschau, 11. Februar. Im Sejm erklärte der Justizminister Michalomski der als Staatsanwalt die Marterung der Oppofitionsführer in Brest- Litomst gedeckt, wenn nicht veranlaßt hat-, daß die Justiz über Politik stehen müsse, weil davon das Vertrauen des Volkes zur Gerichtsbarkeit abhänge. Diese Bemerkung löfte einen Sturm der Entrüstung aus, sämtliche Oppositio= nellen perließen den Saal zum Zeichen, daß dieser Justizminister das Vertrauen des Bolkes nicht genieße. Ein Redner der christlichen Demokraten sagte beim Innenhaushalt, die Frucht der sieben jährigen Herrschaft dieses Regie. rungssystems sei das beispiellose Elend des ( Dies war der einzige Zusammenhang, in dem der Name des Reichskanzlers überhaupt genannt wurde.) Unter ungeheurem Beifall versicherte der Bizekanzler: ,, Niemand wird uns den Sieg entreißen können." Hugenberg und Papen- die Sieger! Zusammengefaßt ergibt sich folgendes: Sowohl Nationalsozialisten wie Deutschnationale aber jede Partei für sich haben die Absicht, ohne Rücksicht auf das Wahlergebnis an der Macht zu bleiben, sie legen aber auf das Verbleiben auch des anderen feineswegs entscheidendes Gewicht. Eher sieht es so aus, als ob es nach dem 5. März, wenn nicht schon früher, zu einer Machtent= scheidung zwischen beiden kommen würde. Schließlich noch eines: An den beiden letzten Tagen haben ein Reichskanzler, ein Vizekanzler, ein fünffacher Minister und ein einfacher, im ganzen die Inhaber von acht Ministerportefeuilles, gesprochen. Kein einziger hat auch nur mit einem Wort verraten, was ihre Regierung eigentlich zu tun beabsichtigt. Es waren nur Redensarten. Als einzige Tatsache bleibt die Fleisch, Sped und Schmalzverfeuerung. Volkes, seien die leeren Staatstaffen und die Gefährdung der Staatsgrenzen. Unter den jezigen Verhältnissen werde Polen nach einem Jahre nicht mehr in der Lage sein, der Verwaltung und Wehrmacht eine angemessene Existenz zu sichern. Die Polizei habe sich das Prügeln des Volkes zur Gewohnheit gemacht. Durch Zucker und Peitsche versuche man das Volk für das System zu gewinnen. geschichtliche Wahrheit zu zeigen. Sie hebt sich hervor aus dem Zerrbild eines verkommenen und herabgefunkenen Boltes, einer fulturell und moralisch zersetzten Arbeiterklasse, das die laute Agitation gegen den ,, Marrismus" in düsteren Farben entwirft. Die Wahrheit ist, daß die besten Traditionen des deutschen Volkes, seiner Massen und feines Geistes ihren Hort im ,, Marrismus" gefunden haben, in der disziplinierten und organisierten sozialistischen Arbeiterschaft! Wo war die Tradition des deutschen Geisteslebens, als das Bürgertum und seine Kultur versant in verfalftem Epigonentum und äußerem byzantinischem Pomp, in der Afterkultur der wilhelminischen Epoche? Der deutsche Idealismus flüchtete zur Arbeiterklasse. Mit beiden Füßen stellten sich die Marristen" auf den Boden der Tradition der Klassiker, die unterbrochene Linie fand im Proletariat ihre Fortsetzung. Als die deutsche Wissenschaft ihre Freiheit verlor im Byzantinismus des wilhelminischen Universitätsbetriebs, wurde das Proletariat von den Marristen zum Denken er zogen. Das Denken ist die Grundlage der Freiheit und der Demokratie. Das Proletariat, das durch die Schule des ,, Marrismus" gegangen ist, hat das Denken nicht ver lernt. Es hat begriffen, und begreift es heute erst recht, daß zur Politik zunächst gehört, daß einer selber denken kann! Das Streben und Wissen nach Aufklärung, der Aufstieg des deutschen Proletariats wo wäre es ohne den ,, Marxismus“? Sie loben heute in offiziellen Reden die Bildung, die Kenntnisse, die Fähigkeit der deutschen Arbeiterschaft- aber sie schmähen auf das Führerappell der Eisernen Front! Am Sonntag, dem 12. Februar, vorm 9.30 Uhr, im Clou", Mauerstr. 82. Referent: Tagesordnung: Wir greifen an!" Peter Graßmann, Vorsitzender des ADGB. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Eintrittskarte, die genau ausgefüllt und abgestempelt sein muß, mit gleichlautendem Mitgliedsbuch einer der Organisationen der Eisernen Front. Das Bezirkssekretariat. »„Die Novemberverbrecher" VJas Hitler seinen Hörern nicht erzählt wildeste die Organisationen der Arbeiter» ichaft, in denen sich das Proletariat aus eigener Kraft emporgearbeitet hat gegen den Widerstand des Obrigkeitsstaates und einer geistig beschränkten sozialen Reaktion! Die Wahrheit ist auf den Kopf gestellt— wir müssen sie wieder auf die Füße stellen! Wer hat es außerhalb des„marxistischen" Lagers begriffen, daß Deutschlands Ehre und Ansehen beruht nicht auf dem Glänze einer Herrenschicht und dem Geschrei seiner Ratio- nalisten, sondern auf der Wohlfahrt und der Kultur seiner arbeitenden Klassen? Wahrheit ist es. daß auf den Schlacht- feldern Hunderttausende von„Marxisten" be- graben liegen, die für ihr Land, für die Idee eines besseren, freieren Deutschland gefallen sind! Die sich in der Stunde der Rot mit all ihren Hoffnungen an den„Marxismus" ge- klammert haben— sie haben es längst wieder vergessen! Ein Wort aus dem Stahlhelm ist kürzlich gefallen: „Wir im Stahlhelm wissen es und werden es nicht vergessen, daß auch in den marxistischen Parteien wie im Jentrum es Hunderttausende von alten Frontsoldaten gibt, die draußen vor dem Feinde in hervorragender Weise einst ihre Pflicht getan haben. Es ist peinlich, wenn ausgesprochene Drückeberger und Jugendliche, die während des Weltkrieges noch in den Windeln lagen oder die Schulbank druckten, ausgerechnet über mangelnde Paterlandsliebe dieser Männer sich Urteile ösfent- lich erlauben." Das Wort ist schon wieder untergegangen. Keine Stimme der Abgrenzung und des Protestes,' nicht eine einzige ver- lorene Stimme aus dem sogenannten nationalen Lager hat sich erhoben, als ein siebzehnjähriger Nationalsozialist den sozial- demokratischen Bürgermeister von Staßfurt, einen alten, im Felde schwerverwundeten Frontsoldaten, meuchlings niederschoß! Wahrheit ist, daß der„Marxismus" den Millionen, die von den Schlachtfeldern zu- rückfluteten, Lebensmöglichkeit statt des Chaos und des Untergangs geschaffen hat! Was wäre aus dem deutschen Volke ge- ivorden, wenn nicht die großen Ideen des Rechts, der Freiheit, des Sozialismus feine Arbeiterklasse beseelten! Der„Marxis- mus" hat Deutschland in schwerster Stunde gerettet— nicht um Lob und Dank der sogenannten„Nationalen", sondern weil die Arbeiterklasse selb st die Nation ist! Die geschichtliche Wahrheit geht nicht unter. nicht unter dem Druck der Presseknebelung, nicht in dem oberwitzigen Geheul der Agi- tation unserer Gegner, das uns umtobt! Die Wahrheit muß herfür! lieber Deutschland liegt Dunkelheit. Eine wilde Agitation hat sich der Unvernunft, der Unreifen bemächtigt. Die Siebzehnjährigen treiben Politik auf der Straße mit dem Re- volver in der Faust, Blut fließt auf den Straßen, der feige Meuchelmord findet ösfent- liche Billigung in öffentlichen Körperschaften aus dem Lager der Regierungspartei. Die soziale und die politische Reaktion entfesseln mit allen Mitteln den Terror gegen die sozia- listische Arbeiterschaft. Bon diesem Bilde heben sich die Geschichte und die Leistungen der sozialistischen Arbeiterschaft lichtvoll ab! Heraus aus den grauenhaften Zuständen von heute— das ist unser Ziel! Wir wollen Deutschland reinigen vom Schwall der Phrasen, von der Herrschaft der Vernunft- losen Leidenschaft und des Terrors, wir wollen am 5. März zeigen, daß Freiheit und Vernunft sich behaupten— zur Ehre Deutschlands! Der Belagerungszustand in Rumänien, zu dessen Perhängung ein Großstreit herhalten mußte, hat zunächst zur Auflösung aller kommunistischen Organisationen geführt. Im SöZ. Pressedienst schreibt Genosse Philipp Scheidemann: Die„Marxisten" haben Deutschland im Jahre l»18 vor der Anarchie und dem Zerfall gerettet. Nachdem Generalseldmairschall von Hindenburg den erschütternden Notschrei ausgestoßen hatte:„Macht sosort Wassenstillstand und Frieden!" mußte schließlich der Reichskanzler Prinz Max von Ba- den den amerikanischen Präsidenten Wilson um Vermittlung bitten. Wilson ließ mit der neuen Rote deutlicher erkennen, daß aus Waffenstillstand und Frieden nicht gerechnet werden könne, solange der Kaiser seinen Rücktritt nicht erklärt hätte. Außer- dem wurden Sicherheiten verlangt, daß in Deutschland niemals wieder ein einzelner Mensch über Krieg und Frieden entscheiden könne. Das hieß, daß Deutschland sich nach jeder Rich- tung hin demokratisieren müsse! Die beiden e r st e n deutschen Patrioten, die zu dem Prinzen Max von Baden liefen, um ihn zu fragen, ob sie dem Kaiser den Rücktritt nahe- legen sollten, waren die Kaisersöhne und späteren Naziprinzen A u g u st Wilhelm und Adalbert. Höchste Staatemänner und höchste Ossiziere forderten ebenfalls den Rücktritt des Kaisers, weil Waffenstillstand und Frieden unter allen Umständen herbeigeführt werden müßten Als das Kabinett, das ein« solche überstürzte Aktion, ein solches Ende des Krieges Hals über Kopf für«inen Fehler und ein unabsehbares Un- glück hielt, mit der Bitte an Wilson zögerte, sagte der Vertreter der Obersten Heeres- l e i t u n g Oberst v. d. B u s s ch e zu seinem Ber- liner Kameraden von Heften: Der Kommissar für das Ministerium für Kunst und Volkserziehung, der nationalsozialistische Studienrat a. D. Ruft, hat die Jntendantenvakanz am Staatstheater ausgefüllt. Er hat zum Schau- spieldirektor den derzeitigen General- intendanten des Weimarer Theaters, Dr. Franz U l b r i ch ernannt und ihm den Titel«ine» In- tendanten zugestanden. Dramaturg de» Staatsthoatcrs wird der Schriftsteller Hanns Johst. Albert Patry, der bisherige Schauspiel- direkwr, wird gegen seinen Willen zur Ruhe gesetzt. Die von dem neue» preußische» Kulturherrn ge- sundene Potentlösung bedeutet den Versuch, dos preußische Staatstheater in Abhängigkeit von allem zu bringen, was mit dem nationalsozialistischen Theaterprogramm zusammenhängt. Nicht, daß U l b r i ch, der seit etwa zehn Jahren in Weimar waltet, durch seine künstlerische Vergangenheit Angst für die Zukunft einflößen könnte. Er be- mühte sich, mit den Sach- und Fachleuten, die ernsthaft und talentiert für das moderne Theater arbeiteten, stets in gutem Einvernehmen zu leben. Holte er sich in früherer Zeit Rat ein, so fragte er mit unparteiischem Lerneifer und feurigem Be- streben nach Anerkennung auch solcher Praktiker, die nicht bedingungslos auf sogenannte nordische Kunst schworen. Ja, er war sogar sehr zufrieden, daß er nach einiger Schreckenszeit den Pressionen seines Kultusministers Frick entgehen und seinen Opernbetrieb einem Musiker erhalten konnte, der zwar bei der germanischen Blutsprobe, doch nicht bei der Führung des Taktstocks versagte. Kam man zu Goethe- oder Shakespeare-Tagungen nach Weimar, dann freute man sich über die klug ge- leiteten Festspiele. Ein„lateinischer Regisseur", das heißt ein wissenschaftlich ge- bildeter Mann, holte aus begabten Anfängern oder aus eingesessenen Veteranen des Thüringer Staalskheaters des Beste heraus, was sich erzielen ließ. Ulbrichs Weimarer Theaterkunst entsprach durchaus der immer noch höfisch und ständisch ver- kleisterten alten Residenz. Die theatralische Munter- keit, aber auch die behagliche Schläsrigkeit, wenn wenn die Zivilisten noch länger zögern. dann muß mau ihnen die eiserne Faust ins Genick setzen! Das Friedenediktat wurde nach wechjeloollen Entscheidungen von der Nationalversammlung schließlich geschluckt, weil die ungeheure Mehr- heit des hungernden Volkes das Ende des Krieges verlangte, außerdem aber auch alle militärischen S ach p e r st ä n d i g e n erklärt hatten, daß eine Fortsetzung des Krieges vollkommen unmöglich sei. Als der Vor- gänger des Prinzen Max auf dem Stuhle des Reichskanzlers, Freiherr yon Hertling, dem Ober- sten von Heften gegenüber von der Möglichkeit sprach, vielleicht— wenn die Forderung des Rück- tritts des Kaisers offiziell gestellt werden sollt«— weiterkämpfen zu müsien, da antwortete der Ver- treter des Hauptquartiers Oberst von Heften: Ob der Reichskanzler glaube, daß dann noch ein Soldat den Finger krumm machen würde? In dem„wohlgeordneten Staat" hatte 1918 außer den„seinen Leuten", deren Vertreter jetzt mit Hitler in der Regierung sitzen, niemand ein ganzes Hemd auf dem Leibe, nie- in and ein Paar ganze Schuhe an den Füßen. Die Zahl der wehklagenden Witwen und Waisen war Legion; die Zahl der in den Krankenhäusern und Lazaretten liegenden Sol- baten mit zerschossenen Armen und Beinen, er- loschenen Augen und vergifteten Lungen war noch größer. So war der wohlgeordnete Staat., den der letzte Kanzler des letzten Kaisers den Sozial- es um Experimente im Repertoire ging, charakteri- sierten den freundlichen Routinier Ulbrich. Ob er sich gegenüber seiner neuen Dienstherrschaft zu einem beschleunigten Sprung in das vom„Pölki- schen Beobachter" propagierte Theaterprogramm oerpflichtet hat, ist noch nicht bekannt. Den Anstoß soll ihm osfenbar Hanns Iahst geben, der im offiziösen Blatt der Rational- sozialisten wahrend der letzten Zeit alles da? an- pries, was er Theater aus echt nationalistischem Blut und sonstigen Edelessenzen titulierte. Durch solche Herzensentlodungen empfahl sich Johst seinen heutigen Protektoren überraschend schnell. Wo bei ihm die Dramoturgenpotenz liegt, läßt sich »och gar nicht sagen. Seine eigenen Theater- dichtungen dampften allezeit im jugendlich- Spionenfurcht �Vie nnno 1914! Unter den im Rundfunk fristlos Entlassenen be- findet sich der stellvertretende Chefingenieur der Reichsrundfunkgesellschaft Dr. Lubschinski und ein Chemiker des Zentrallaboratoriums Dr. Weigt. Wie von polizeilicher Seite der„Telegraphen-Union" mitgeteilt wird, haben sich die Entlassenen vor Beginn der Uebertragung aus dem Sportpalast in verdächtigerWeise an den Apparaten zu schaffen(?) ge- macht, so daß eine Störung der Uebertragung zu befürchten war. Gegen Dr. Lubschinski und Dr. Weigt wurden bereits Freitagabend Er- Mittelungen eingeleitet, die ergeben haben, daß die beiden Angestellten in ihren Privatkraftwagen Rundfun kappa- rate«ingebaut hatten. Außerdem wurde in der Wohnung eines der beiden An- gestellten ein Morse-Apparat vorgefun- den. Am Sonnabend wird die Oberpostdirektion Berlin«in Gutachten abstatten, ob mit dem Morseapparat und den in den Kraftwagen«in- gebauten Apparaten Störungen von Rundfunk- Übertragungen vorgenommen werden können. Wer denkt angesichts dieser Schauergeschichten nicht an das„Goldauto", das 1914 durch ganz Deutschland oerfolgt wurde, bis einige Deutsche bei der Spionenjagd erschossen waren? Daß das „Goldauto" nur in der Phantasie existierte, ist heut« notwendig, noch besonders zu betonen...! Entscheidung gegen Japan .AusküKnme des Lytton-Berichts gefordert Eigener Bericht des„Vorroärts" Genf, 11. Februar. Der Redaktionsausschuß des 19. Komitees der Bölkerbundsvolloersammlung hat am Sonnabend den Text der Lösungsvorfchläge für den Mandschureitonflikt fertiggestellt. Die Bilanz seiner Entscheidung ist die demokraten am 9 November 1918 mit der Bitte übergab, zu retten, was zu reUen sei. Es gelang den Marxisten unter hervorragender MitZvirkung besonders des Gcneralfeldivqrschalls von Hindenburg, das Heer in ge- ordnetem Zustand in die Heimat zuxück- zuführen. Die Generale von H i n d e u- bürg und Groener arbeiteten ausgezeichnet mit den marxr- stischen Novemberverbrechern. Zusammengefaßt: Die Volksbeauf- «ragten brachten es fertig, das Reich zusammenzu- halten, obwohl dessen Zerfall infolge der separatl- stischen Treibereien wiederholt in bedenkliche Nähe gerückt war: sie bewohnen weiterhin Deutschland vor dem Schicksal Rußlands; dann beriefen sie die Nationalversammlung ein, um das ganze deutsche Volk ain Wiederaufbau des Vaterlandes zu beteiligen. Zu diesem Zwecke gaben sie ollen Männern und Frauen vom vollendete» 29. Lebensjahre an gleiche politische Rechte. Der Wiederaufbau Deutschlands wurde wiederholtem p- findlich gestört durch die Putsche gegen die Republik, die von den Kapp. Ludendorff und Hitler unternommen wurden. Trotz alledem war Deutschland end- lich so weit, daß sich wieder vertrauensvolle Ver- hältnifse zur gefamten Kulturwelt anbahnten. Der Höhepunkt der Not, von der die gesamte Welt heimgesucht wird, nicht etwa nur Deutschland, ist offenbar überschritten, der Aufstieg bahnt sich an— nun kommt die neue Regierung der „feinen Leute", die unter Führung des Herrn Hitler uns nach Ablauf von vier Jahren herrlichen Zeiten entgegenführen will! romantischen Dunst. Sie waren stets unausgereifte Blüten eines Expressionismus, in dem sich die Johstsche Pubertät auspuffte. Der Dramatiker Johst war aber nie originell. Er war stets ein treuer Anlehner, und zieht man die geistige Linie, so siedelte er sich als Dramatiker dort an, wo die heute von ihm als Schädlinge des deutschen' Theaters beheimateten„Volks- und Artfremden"' zu finden waren. Immerhin, als Dramaturg hat er ja nicht zu dichten, sondern nur die Spürnase fleißig wittern.zu lassen. Und für dieses ästhetische Jagdhundgeschäft ist er allerdings noch ganz un- erprobt. An zwei Männer, deren künstlerischer Kredit ent- weder gering oder noch gar nicht gefestigt ist, wird also die Zukunft des repräsentativsten deutschen Theaters ausgeliefert. Darüber braucht man sich mehr zu wundern Denn unter den unbestritten tüchtigen Männern gab es überhaupt keinen, der sich ensichlossen hätte, die von purer Parteipolitik erschütterten Bühnenbretter im Hause am Gendarmenmarkt zu betreten. M. H. Durchführung des Lytton-Berichts aus der Basis der Nichtanerkennung des Man- dschukuo-Slaotes. Der Text des Redaktionsausschusses wird am Montag dem 19. Komitee und Ende der Woche der Völkerbundsoolloersammlung unterbreitet werden. An seiner Annahme durch beide Körper- schaften ist nicht zu zweifeln. Die Kommission schlägt folgende Lösung des Konflikts vor: Schaffung eines neuen verwal- tungstechnischen Status der Mandschurei unter Mithilfe von Beratern aus den interessierten Mächten und chinesischer Oberhoheit: Räumung der Mandschurei bis auf die Zone der südmandschurischen Eisenbahn durch die japanischen Truppen in fortschreitenden Elappen, die der Organisierung der neuen Verwaltung ent- sprechen; Bildung einer Verhandlung?- k o m m i s s i o n zur Ausführung der Gesamt- lösung, die nicht durch die beiden Parteien allein erfolgen dürfe. Die Zusammensetzung dieser Ver- Handlungskommission soll durch den 19. Ausschuß entschieden werden. Amerika und Sowjelrußland sollen eingeladen werden. „preffefreweit" ,,Die Rote Fahne" verboten Der Polizeipräsident hat mit sofortiger Wir- kung bis einschließlich 2S. Februar 1933„Die Rote Fahne" verboten. Zur Begründung wird angegeben, die„Rote Fahne" habe„unmißverständlich" zum General- streik und zum gewaltsamen Umsturz aufgefor- streit und zum gewaltsamen Umsturz aufgefordert. Haussuchungen und Verhaftungen. Die Polizei in Flensburg nahm umfangreiche Haussuchungen bei Kommunisten vor und verhastete 13 Kommu- nisten. Auch im Larldestest Eutin sind auf Ver- anlassung der Nazi-Regierung Haussuchungen vor- genommen und ein« Anzahl Kommunisten ver- hastet ivorden. ' l»»-»—————'. M, Bedm blei&t cot! Unsere nächsten öffentlichen Partei- und Betriebs-Veranstaltungen: 7. Kreis— Charlottenburg: Donnerstag, den 16. Februar, 20 Uhr, im Türkischen Zelt, Charlottenburg, Berliner Str. 53. Referent: Erich Lübbe, M. d. R. 10. Abt.— Tiergarten: Freitag, den 17. Februar, 19.30 Uhr, Eiserne-Front-Versammlung im Schultheiß-Patzenhofer, Turmstr. 26. Referent: Kurt Heinig, M. d. R. 22. Abt.— Wedding: Mittwoch, den 15. Februar, 19.30 Uhr, in der Hochschulbrauerei, Amrumer-, Ecke Seestr. Referent; Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. 23. Abt.— Wedding: Mittwoch, den 15. Februar, 19.30 Uhr, im großen Saal der Hochschulbrauerei, See-, Ecke Amrumerstr. Referent: Karl Litke, M. d. R.« 124. Abt— Mahlsdorf: Dienstag, den 14. Februar, 19.30 Uhr, bei Anders, Mahlsdorf, Bahnhofstr. 35/37,„Gegen Bürgerkrieg und Terror— für ein freies, sozialistisches Deutschland". Referent: Dr. Kurt Mischler. loewe Radio und Bewag: Dienstag, den 14. Februar, 16.15 Uhr, Belegschaftsversammlung der Eisernen Front Im Viktoriagarten, Lankwitz, Siemens-, Ecke Viktoriastr. Referent: Kart Litke, M. d. R. Die neuen Herren im Gtaatstheater Intendant Franz: Ulbrich— Dramaturg Hanns Johst ERSTE BEILAGE Vorwärts Das Elend wartet auf.. Mit einem feierlichen Akt wurde gestern am Kaiserdamm die Internationale Automobil- Ausstellung eröffnet. Vor den Paradeabteilungen der aufmarschierten SA. schritt der Reichskanzler einher, um zu einem illustren Kreis geladener und gesiebter Ehrengäste zu sprechen. Nach dieser Eröffnung zogen die SA.- Leute wieder in ihre Quartiere, in die Viertel der Not und des Massenelends. Da stand gestern vormittag eine Arbeiterfrau bei ihrem Milchmann. Die Frau sagte, sie wüßte nicht mehr, wielange sie noch Brot holen könne, es reiche nur noch zu Kartoffeln. Und der Milchmann antwortete:„ Sie sagen mir nichts Neues, Frau Nachbarin. Milch kommt schon keiner mehr kaufen, jetzt brauche ich auch von Woche zu Woche weniger Brot bestellen; ich weiß, die halbe Straße hier lebt nur noch von Kartoffeln. Wie sollen es die Leute auch anders machen." Ungeheuerlich steigt die Not das Elend wartet auf. Vom Hunger zur Grippe Inzwischen bekommen die Berliner Unterftügungsempfänger wahre Kartoffelbäuche. Es dürfte eine Million nicht mehr ausreichen, zählt man die Erwerbslosen, die Altersrentner, die Kriegerhinterbliebenen, die Unfallrentner und die Kleinrentner der Reichshauptstadt zusammen. Und schlägt man zu jedem dieser Menschen nur einen einzigen Familienangehörigen, dann haben wir bereits zwei Millionen Menschen, das ist die halbe Einwohnerschaft Berlins, die in der Hauptfache von Kartoffeln lebt und für die eine Steigerung des Kartoffelpreises nur um einen Sechser entweder bedeutet, daß sie am heutigen Sonntag in der falten Stube ſizen müssen oder am morgigen Montag sich nicht mehr zwei trockene Schrippen zum Frühstück leisten können. Und erlebten wir nicht diesen jammerhaften Ernährungszustand der Bevölkerung, dann wären die Menschen auch niemals so anfällig für die Grippe gewesen wie in diesem Winter. Vom Hunger zur Grippe ist nur ein furzer Schritt. Selbst die bürgerliche Wissenschaft beginnt eindeutig vor diesem Weg in den Abgrund zu warnen. Die Professoren v. Tyszka, Achner und Lehmann haben den bündigen Beweis erbracht, daß die Arbeitslojenunterstützung in Deutschland nicht ausreicht, um den arbeitslojen Familien im allgemeinen den Kauf von Nahrungsmitteln in genügender Menge zu ermöglichen“. So haben diese Wissenschaftler vor einiger Zeit einmal die Verbrauchsverschiebungen untersucht, die der Lohnabbau hervorgerufen hat. Darüber hinaus ist auch der Unterstützungsabbau untersucht worden, und zwar bei einer Erwerbslosenfamilie, die bisher rund 1200 M. Unterstützung pro Jahr bezog, der dann aber die Unterstützung auf rund 800 M. gekürzt wurde.( Das ist ungefähr die Summe, von der heute ein Wohlfahrtserwerbsloser mit Frau und Kind seine gesamten Lebenshaltungskosten bestreiten muß.) Dieser Abbau hatte zur Folge: sofort sank der Butterverbrauch um 19 Proz., der Weißbrotverbrauch um 13 Proz., der Eierverbrauch um 12 Proz., der Milch, Fleisch- und Gemüseverbrauch um je 11 Proz., der Fleisch- und Käseverbrauch um je 7 Broz und schließlich der Fischverbrauch um 6 Proz. Aber demgegenüber stiegen der Verbrauch an Margarine um 11 Proz., der Verbrauch an Schmalz um 10 Proz., an Roggenbrot um 7, an Zucker um 6 und an Kartoffeln um 2,3 Prozent. Wir sehen: jede dem Erwerbslosen genommene Mart zwingt ihn, den auf die Dauer immer gesundheitsschädlicheren Weg von den hochwertigen eiweißhaltigen Nahrungsmitteln zu den geringwertigen kohlehydrathaltigen Nahrungsmitteln zu gehen. Da liegt auch das Zeugnis eines Konjumvereinsleiters in einer deutschen Großstadt vor, und zwar hat jener Konsumverein 36 000 Mitglieder. Unter dem Einfluß der Krise sank der Nahrungsmittelumjazz dieses Vereins um rund 30 Proz., aber der Umsatz an Brot und Kartoffeln blieb unverändert! Dafür ging der Butterumsag um 50 Proz. zurück, jedoch der Margarineumfah stieg sofort um 50 Pro3. Selbst der Berbrauch von Fleischsorten, die nur 70 Pf. je Pfund toften, finft unaufhaltsam, dagegen stieg der Konfum einer neu eingeführten Leberwurst für 50 Pf. je Pfund in kurzer Zeit um 80 Broz. Und eine ganz gefährliche Entwicklung: in diesem Konsumverein sank der Gemüseverbrauch um 30 Proz.; auch die oben zitierte Erwerbslosenfamilie ließ nach dem Unterstützungsabbau unmittelbar den Verbrauch an grünem Gemüse um 11 Proz. absinken, also: nicht einmal mehr den nackten Kohltopf können die armen Erwerbslosen erschwingen! Vor der Exmission Zu der Ernährungsnot kommt die Woh= nungsnot. Wir stehen gegenwärtig vor einer Ermissionswelle, die für Berlin beispiellos sein wird. Denn alle die Hauswirte, die den Erwerbs= losen bisher in seiner Wohnung beließen, auch wenn er ein paar Monate die Miete rückständig war, diese Hauswirte drängen jetzt ebenfalls zur Ermission. Denn die Hauswirte finden heute einen Mieter auch für das erbärmlichste Loch von Wohnung; wenn der arme ermittierte Erwerbslose seine Sachen auf einen Karren lädt, dann steht schon ein anderer, der aus einer Zweizimmerwohnung fommt, mit seiner Habe bereit, um in die Einzimmerwohnung des Ermittierten für 25 Mark einziehen zu können. Den größten Notstand haben bisher die 20 in Berlin vorhandenen und von den Marristen geschaffenen Wohlfahrtsämter auszugleichen gewußt. Ganz selten, daß mal eine Familie für ein paar Tage ins Asyl mußte; in der Mehrzahl aller Fälle wurde mit Mietbeihilfen eingegriffen, eine neue Kleinwohnung verschafft und einige Mark SONNTAG, 12. FEBRUAR 1933 für den Umzug bewilligt. Ohne die Wohlfahrtsämter, ohne die Arbeitslosenunterstützung, ohne die gesamte Sozialversicherung wäre Deutschland vielleicht heute schon ein Trümmerhausen. Aber dennoch: es ist schlimm, sehr schlimm, ermittiert zu werden. Auf einer Stempelstelle unterhielten sich dieser Tage zwei Erwerbslose darüber; was der Ermittierte erzählte, sei wörtlich hierhergesezt: ,, Das war ein Theater", sagte er. Für den Umzug hatte ich 12 Mark von der Wohlfahrt erhalten, das langte gerade für den Kohlenhändler mit seinem Wagen. Tragen half mein Schwager. Nun mußt du aber einmal sehen, in welchem Zustande Wohnungen sind, die Ermittierten zugewiesen werden. Verrostete Wasserleitungen ist man ja gewohnt, aber wenn bei der Kochmaschine am oberen Rand der Haltering gerissen ist und alle Kacheln schief liegen, dann ist das schlimm. Und die Wände schwarz wie die Nacht, die Dielen feucht und verdreckt; zuletzt hatte eine alte sieche Frau in der Wohnung gehaust. Wir mußten uns mun die Wohnung machen, aber wie? Mein Schwager und ich, wir zählten beide unser Geld, aber zusammen hatten wir nur 2,56 Mart. Das mindeste, was wir brauchten, waren 3,75 Mark. Wir brauchten unbedingt 15 Pfund Gips zum Verschmieren der Löcher, das machte 75 Pf., und wenn wir uns sehr einschränkten, für das Material zum Weißen von Wand und Decke einen Taler. Und was geschah? Ich nahm meinen Trauring, das letzte Versatzstück, und trug ihn auf die Pfandleihe. Drei Mark bekam ich dafür. Glaubst du, daß ich den Ring jemals wieder werde einlösen können? Woher soll ich denn einen übrigen Taler haben? So geht es einem nun seit 1929: stempeln, stempeln, nichts als stempeln. Wo soll das enden?" Opferfuche im Trümmerfeld Bisher 72 Tote in Neuenkirchen geborgen Neunkirchen, 11. Februar. Wie die Polizeiverwaltung Neunkirchen auf Anfrage mitteilt, sind bis in die Nachmittagsstunden gegen 17 Uhr 72 Tote des Gasunglücks festgestellt worden. Man rechnet noch mit 100 Toten, da eine große Anzahl Opfer unter den Trümmern der Unglücksstelle vermutet werden und auch viele Schwerverlette kaum mit dem Leben Savonkommen dürften. Eine genaue Zahl der Schwer- und Leichtverletzten war bisher noch nicht einwandfrei festzustellen. Nachdem der Hauptschutt der zusammengestürzten Wohnhäuser hinweggeräumt ist, stellt sich heraus, daß ganze Familien unter den zusammengestürzten Häusern begraben worden sind. Am Sonnabendmorgen wurde eine Frau mit ihren vier Kindern tot geborgen. Eine Lehrersfrau, die in ihrem Hause ziemlich weit von der Explosionsstätte entfernt mit Fensterputzen beschäftigt war, wurde 80 Meter vom Hause entfernt zerschmettert aufgefunden. Die Verwaltung des Neunkirchener Eisenwerks teilt über das Explosionsunglück u. a. mit: Die Koferei mußte stillgelegt werden, da das Nebenproduktewerk vollständig zerstört ist. Der Hochofenbetrieb geht in beschränktem Umfang weiter. Man hofft, in etwa 8 Tagen auch die Betriebe des Stahl- und Walzwerks wieder aufnehmen zu können. Das Werf hat sofort die erforderlichen Mittel für die notwendigste Speisung und kleidung hergegeben. Die Regierungskommission des Saargebiets hat 500 000 Franken zur Berfügung gestellt. Jede Familie, die einen Toten oder Schwerverletzten hat, bekommt 1500 Franken. Die Beerdigung wird wahrscheinlich am Dienstag auf Staatstoffen stattfinden. Für die Unterbringung der Obdachlosen ist geforgt. Es ist überhaupt jede mögliche Maßnahme getroffen, um die Schwere des Unglücks zu mildern. Flaggen halbmast Amtlich wird mitgeteilt: 3um Zeichen der Trauer um das Unglück in Neunkirchen setzen auf Anordnung der Reichsregierung, der kommissari schen preußischen und der bayerischen Staatsregierung am Sonntag, 12. Februar, und am Tage der Beise zung der Opfer die öffentlichen Gebäude in Preußen und der bayerischen Pfalz die Flaggen auf halbmast. Wir tauschen die neuen Bromsilber- Fotos» Zeppelin- Weltfahrten gegen fehlende Bilder der Serie> Die schönsten Frauen der Welt«, liefern aber auch weiterhin Packungen mit Bildern:> Die schönsten Frauen der Welt, damit Sie die noch nicht abgeschlossene Sammlung leicht vervollständigen können. CLUB mit neuen Fotos: Zeppelin Weltfahrten Tauschzentrale: Bilderstelle Lohse, Dresden- A. 24, Nossener Str. 1 Rätsel um die Explosionsursache Die fürchterliche Explosionstatastrophe, die heute nacht über Neunkirchen hereinbrach und zahlreiche Menschenleben zum Opfer forderte, beschäftigt in höchstem Maße nicht nur die Deffentlichkeit, vor allem sind es die Fachmänner des Gaswesens, die der Ursache des Unglücks auf den Grund zu gehen bestrebt sind. Man scheint zurzeit die Ansicht verwerfen zu wollen, daß das in Brand geratene Gasolin der dem explodierten Gasbehälter benach. barten Tankstelle ursächlich mit der Explosion in Verbindung zu bringen ist. Abschließendes darüber aber möchten die Fachmänner nicht äußern. Dagegen taucht jetzt eine andere Version auf, nämlich die, daß der äußere Anlaß zur Katastrophe vom kürzlichen Erdbeben in der oberrheinischen Tiefebene gegeben sein könnte. Dazu muß man sich vergegenwärtigen, wie die jetzt gebräuchlichen Gasbehälter überhaupt beschaffen sind. Man unterscheidet zwischen nassen und trockenen. Die nassen sind die gebräuchlicheren, und von den etwa 4000 Gasbehältern, die auf unseren 1200 deutschen Gaswerken stehen. machen sie etwa 75 Proz. aus. Im Prinzip tommt ihre Konstruktion etwa einem mit seinem Boden nach oben schwebenden Zylinder gleich, der in ein Wasserbassin gestülpt ist. Von unten laufen Röhren in den Hohlraum, durch die entweder Gas eingeblasen oder oder abgezogen werden kann, und je nachdem taucht diese Glocke tiefer in das Wasser hinein oder steigt höher aus demselben empor; jedoch nie so hoch, daß die ganze Glocke aus dem Wasser hervorragt, daß also niemals Luft in den mit Gas gefüllten Hohlraum dringen fann. Und das ist die Hauptsache, denn wenn komprimiertem Erdgas Luft zugeführt wird, so entsteht ein gefährliches Explosivgemisch. Unter den Fachmännern wird diese Art des Gasbehälters als sicherste angesehen. Der im Jahre 1929 in Berlin explodierte Gasometer war zwar auch ein sogenannter nasser, jedoch war er von Mauerwerk umgeben, und seinerzeit hatte sich in dem Ringraum zwischen Mauerwerk eigentlicher Gasglocke ein solches Explosivgemisch durch hereinströmende Luft gebildet. Die trockenen Gasometer nun sind derart konstruiert, daß an ihrem Grunde eine Scheibe liegt, die mit der im Gasometer befindlichen Gasmenge steigt und fäll:. Sie ist an ihrem Rande mit Leder abgedichtet, das mit einer Teerlösung berieselt wird, so daß Mißglückter Raubzug und Räuber schießen auf Passanten In der Lothringer Straße spielte sich gestern abend ein aufregender Vorfall ab. Im 1. Stockwerk des Hauses Nr. 83 betreiben die Geschwister 3eleschow, zwei Frauen, ein Zigaretten- Engrosgeschäft. Um 19 Uhr erschien in dem Büroraum ein junger Mann, der den beiden Geschäftsinhaberinnen von früher her befannt ist. Er erfundigte sich, ob er für einen Befannten eine größere Menge Zigaretten befommen könnte. Der Bursche wollte dabei aber lediglich ausspionieren, ob die Frauen allein anwesend maren. Schon nach kurzer Zeit fam er abermals Trug das Erdbeben die Schuld? also nach Möglichkeit keine Luft zwischen Scheibe und Gasometerwand an das Gas gelangen kann. Von dieser Art Gasbehälter fommt man immer mehr ab. Berücksichtigt man nun die Eigenart des nassen Gasbehälters, so hätte die Version, das Erdbeben habe die Katastrophe in Neunkirchen herbeigeführt, einige Wahrscheinlichkeit für sich. Denn es ist leicht möglich, daß die Erdstöße den Wasserbehälter erschüttert haben und daß durch irgendwelche Risse Luft in die Gasglode eingedrungen ist und ein gefährliches Erplosivgemisch entstand. Aber selbst wenn die Ursache der Bildung eines explosiven Gasgemischs geflärt sein wird, bleibt Unterstützt den Freiheitskampf der Sozialdemokratie! Viel Geld ist nötig.- Jeder gebe so viel er kann! Postscheckkonto Berlin 141 57( Adolf Holz). immer noch die zweite nicht minder wichtige Frage zu flären, wodurch das explosive Gemisch zur Entzündung gelangte. Auch hierüber geben die bisher vorliegenden Meldungen, die von einem in der Nähe ausgebrochenen Benzolbrand sprechen, feine erschöpfende Auskunft. Gegenwärtig hat es den Anschein, als ob die Katastrophe durch das ungewöhnliche und verhängnisvolle Zusammenwirken verschiedener unglücklicher Umstände veranlaßt worden ist. Jedenfalls muß betont werden, daß Gasbehälter normalerweise keine Gefahrenquelle bilden. Man wird jedoch angesichts des gewaltigen Umfanges der Katastrophe doppelt nachdrücklich eine eingehende, von Sonderinteressen unbeeinflußte Untersuchung der Ursache fordern müssen. Wie auf Anfrage in Köln mitgeteilt wird, sind die Anlagen des Neunkirchener Eisenwerks insgesamt beim Gerling- Konzern in Köln versichert, und zwar entfallen von dem Versiche= rungsanteil 0,6 Millionen Mart auf die Gasfabrik und 1 Million Mark auf die Benzolfabrik. Dieser Gesamtschaden werde jedoch, wie die Verwaltung des Gerling- Konzerns betont, nur einen Bruchteil der stillen Reserven beanspruchen, die die Gerling- Konzern- Sachversicherung für diese Zwecke Banditen ihren Plan vereitelt sahen und ihre Festnahme befürchten mußten, ergriffen sie die Flucht. Mehrere Männer, die sich den Burschen entgegenzustellen versuchten, mußten zurückweichen, da die Täter scharf schossen. Sie gaben etwa 5 bis 6 Schüsse ab. Während es zwei von ihnen gelang, zu entkommen, wurde ein dritter, der 27 Jahre alte Walter B. aus der Kösliner Straße, mit der Waffe in der Hand überwältigt und der Polizei übergeben. Seine Kumpane dürften alsbald festgenommen werden, da sie der Polizei bereits bekannt sind. bereit hält. Das Jahresergebnis der GerlingKonzern- Sachversicherung, das mit einem Reingewinn von rund 10 Millionen Mart für 1932 abschließen dürfte, werde hierdurch in keiner Weise beeinträchtigt. Berlin geschützt Das furchtbare Explosionsunglüd in Neunkirchen hat auch die Direktion der Berliner Gaswerke vom frühen Morgen an in einer längeren Sizung beschäftigt. Um einen klaren Ueberblick über die Ursache der Katastrophe zu erhalten, hat die Direktion der Berliner Gaswerfe einen der ersten Fachleute in der Herstellung von Gasometern, Oberingenieur Mecklenbeck, nach Neunkirchen entsandt. Die Direktion der Berliner Gaswerte wird noch im Laufe des heutigen Tages mit einer längeren Erklärung über die Sicherungen an den Berliner Gasometern an die Deffentlichkeit treten. Vorweg jei bemerkt, daß eine Explosionsgefahr nach Meinung der Berliner Fachleute bei den Berliner Gasbehältern bis auf das Mindestmaß herabgeschraubt ist, da in Berlin die sogenannten Naßbehälter aufgestellt sind, die als Zwischenschicht nicht wie in Neunkirchen eine neutrale Isolierschicht befizen--, sondern mit Wasser berieselt werden. Duplizität der Fälle Noch eine Gasanlage explodiert, aber niemand verletzt Reichenhall, 11. Februar. 3m Zollernschen Eisenwerk Hammerau explodierte heute abend furz nach sechs Uhr mit donnerähnlichem Knall die Gasanlage, zwei Generatoren von zehn Meter Höhe wurden in Stüde gerissen, durch die das ganze Gebäude demoliert wurde. Es entstand ein Brand, der aber durch das rasche Eingreifen der Feuerwehren soweit eingedämmt werden konnte, daß die übrigen Fabrikanlagen geschützt wurden. Da die Belegschaft um sechs Uhr das Werk verlaffen hatte, ist glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen. Nur durch die Eisenstücke ist größerer Schaden in der näheren Umgebung des Werkes angerichtet. Die Ursache der Explosion ist noch nicht geklärt. Feme in Lichtenberg? Nazis gegen SA. Nazis gegen SA.- Schupo erschießt Nazi Ein geradezu toller Vorfall, der gleichzeitig ein bezeichnendes Licht auf die Zustände innerhalb der SA. und der NSDA P. in Berlin wirft, spielte sich in der Sonnabendnacht auf dem Augusta- Plah in Lichtenberg ab. Ein SA.- Mann, der vor den eigenen Pg.'s flüchten mußte, die ihn niederzuschießen drohten, Jm juchte bei einem Schupobeamten Schutz. weiteren Verlauf des nächtlichen Zwischenfalls griff der Beamte zur Waffe und streckte einen Mann, einen gewissen Adalbert Lechler aus der Wilhelmin das Geschäft. Gleich nach ihm betraten zwei Brand in der Parifer Oper fraße in Lichtenberg, durch einen Bauchschuß junge Leute den Büroraum und mit dem Ruf: ,, Hände hoch!" forderten sie die Frauen auf, ihr Geld herauszugeben. Eine der Ueberfallenen ließ sich durch die Pistolen aber nicht einschüchtern. Sie lief ans Fenster und rief laut um Hilfe. Passanten eilten von allen Seiten hinzu und nahmen vor dem Haustor Aufstellung. Als die Einsegnungsund PrüfungsKleider aus wollenen, seidenen oder kunstseidenen Stoffen in vorzüglicher Ausführung, darunter hervorragende Neuheiten in unermeßlicher Auswahl ab 12: Für alle geselligen Veranstaltungen: Wundervolle Gesellschaftsund Paris, 11. Februar. In der Pariser Oper brach in der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr in der Deko= rationswerkstatt ein Schadenfeuer aus, das aber von der Feuerwehr bald gelöscht werden konnte. Dekorationen und Teppiche sind vom Feuer beschädigt worden. nieder. Um Mitternacht patrouillierte der Schupobeamte am Augusta- Platz in Lichtenberg. Plötzlich stürzte außer Atem auf den Beamten ein Mann zu, der fich als SS. Mann legitimierte und er= klärte, daß er von zwei Männern verfolgt werde. Seine Verfolger seien mit Pistolen bewaffnet und er fürchte um sein Leben. Gleich darauf Gadiel Leopold Reizende Das Haus für grosse Weiten KÖNIG Ein großer Posten entzückender Reinwollene imprägnierte Gadiel STR.22-26 God tauchten auch die beiden Berfolger auf. Als sie den Schupobeamten mit ihrem Opfer sahen, nahmen beide hinter Bäumen Deckung und verharrten dort mit ihren Pistolen im Anschlag. Offenbar hatten die Täter aber Ladehemmungen, denn es gelang dem Polizeibeamten, seine Dienstwaffe zu ziehen und seinen Gegnern zuvorzukommen. Der Schupo feuerte und Lechler brach getroffen zusammen. Der Komplice des L. ergriff die Flucht und entkam, nachdem er seine Pistole fortgeworfen hatte. Die beiden Waffen wurden be= schlagnahmt. Wie aus Lichtenberg berichtet wird, sollen die beiden Gegner des SS.- Mannes zur Nationalsozialistischen Partei gehören. Inzwischen ist durch die Ermittelungen der Politischen Polizei einwandfrei festgestellt worden, daß sowohl der Verfolgte wie auch seine Gegner der Nationalsozialistischen Partei angehören. Die näheren Ursachen des nächtlichen Vorfalles find zur Zeit noch Gegenstand der polizeilichen Ermittelungen. Der SS.- Mann schwebt in Lebensgefahr. Der Mann von Port Arthur Wegen Heiratsschwindel angeklagt 27 Jahre sind es seit dem russisch- japanischen Krieg. Die Festung Port Arthur, der Schlüssel zur Mandschurei, verteidigte sich monatelang heldenmütig unter dem General Stöffel gegen die Uebermacht der Japaner. Und eines schönen Tages fand ganz plötzlich ihre Uebergabe statt. General Stöffel murde vors Kriegsgericht gestellt und verurteilt; nach seiner Begnadigung erhielt er von Wilhelm II. den Orden Pour le merite. Gerüchte über den Verrat der Festung verstummten nie. Bis vor einigen Jahren drei vom damaligen japanischen Premierminister und Chef des Generalstabs auf je 64 Millionen Yen ausgestellte Wechsel auftauchten, die angeblich an drei russische Offiziere für den Verrat der Festung Port Arthur an die Japaner gezahlt worden waren. Einer von diesen drei Offizieren, Igor von Tilinski, klagte die Wechsel in England ein mit dem Erfolg, daß er in der Schweiz wegen Betruges zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Nach Verbüßungn eines Teiles der Strafe tauchte er in Deutschland auf; die Deffentlichkeit erfuhr von ihm zum erstenmal in einer Verhandlung vor dem Schnellschöffengericht. Er hatte ſeit 1929 von dem ihm mehr als befreundeten Fräulein W. 11 000 Mart erhalten- 8000 Mart davon rührten von der Freundin des Fräulein W. um die japanische Wechselangelegenheit weiter be= treiben zu können. Bor Gericht erklärte fie rührend: Ich glaube an Igor Tilinsti, ich glaube an seine japanischen Millionenwechsel." So wurde vor dem deutschen Gericht noch einmal die ganze japanische Wechselfache aufgerollt. Tilinski, der sich für einen 59jährigen ausgibt, in Wirklichkeit wohl nicht mehr als 40 Jahre zählen dürfte, lernte Fräulein W. durch einen früheren Mitinsassen im Schweizer Gefängnis kennen, den er als Sohn adoptiert hatte. Tilinski weihte Fräulein W. in die japanische Angelegenheit ein. Die Wechsel seien echt. Der Neffe des unterdes verstorbenen Premierministers habe den Vertretern des englischen Konsortiums gegenüber, das seinerzeit die Einkassierung der Wechsel übernommen habe, die Echtheit der Unterschrift anerfannt, die Einlösung der Wechsel sei jedoch unter dem Vorwand verweigert worden, er sei nicht befugt gewesen, fie auszustellen. Es bestehe trotzdem auch jetzt noch absolute Sicherheit, daß die japanische Regierung ihren Verpflichtungen nachtommen würde; er, Tilinski, habe mit Amerikanern, die sich bereit erklärt hätten, die Sache zu Ende zu führen, einen Vertrag geschlossen; er be= nötige aber größere Summen, um die Angelegenheit zu betreiben. Er machte Reisen nach England, beabsichtigte auch nach Amerika zu fahren und umgab das Ganze mit einem gewissen Geheimnis und erhielt von dem gläubigen Fräulein W. immer neue Summen. Als sie selbst nichts mehr hatte, überzeugte sie ihre Freundin von der Güte der japanischen Wechsel. Nun finanzierte diese das Abenteuer. Jedoch noch phantastiTrauerKleidung Kleider, Mäntel, Kostüme, Röcke, Blusen vom einfachsten bis zum vornehmsten Ball- und jugendlicher u.Damen- Gabardine- Mäntel Sport- u. Kleiderröcke Genre, auch für Tanzkleider aus Marocain, Hammerschlag, Flamisol usw. in wundervoller Ausführung nur 18.15: Elegante WollKleider schön verarbeitet, in drei Serien, nur 18.- 15.12. Bildschönes in neueingetroffenen Serien..... nur mit elegantem Plaidund Aermelfutter nur 225 25: in vielen Farben und Ausführungen nur 9.- 7.Buntgemusterter WaschsamtLoden- Mäntel Morgenrock für Damen, ausgezeichnete Qualitäten nur 15: nur Reinwollene 5. 8 Nachmittags- Jäckchen- Kasch- Gummimäntel Strickkleider auch in großen Abendkleider Kleider Kompletten nur 12 in modernen Strickarten und Farben nur 12.. Halbtrauer, für alle Figuren, stets zu niedrigsten Preisen vorrätig. 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Die Folge war die Verhaftung T.s, allerdings nicht wegen Heiratsschwindels. sondern wegen irgendwelchen Mordverdachts. T. hatte mit Fräulein W. mehr als einmal über die Ehe gesprochen und sie hatte an den Ernst seiner Absichten geglaubt. Betrogen fühlt sie sich auch heute noch nicht, ebensowenig wie ihre Freundin. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde die Sache in ein ordentliches Verfahren übergeleitet. Tilinski blieb in Haft. Der Verteidiger legte aber dem Gericht Photographien von den" echten" japanischen Millionenwechseln vor. Schatten um die Frühjahrsmode Not auf dem Arbeitsmarkt Ein charakteristisches Zeichen haftet der gesam ten Textilbranche in den letzten Jahren an: die Saison jett von Jahr zu Jahr später ein, wird also immer kurzlebiger, womit naturgemäß die Beschäftigungsdauer der Arbeiterinnen Hand in Hand geht. Der Druck der allgemeinen Lage lastet schwer auf dem Arbeitsmarkt; die Fabrikanten sind ängstlich, oft überängstlich mit den Bestellungen und dem Vergeben von Arbeit und der Geschädigte ist auch hier wieder der Arbeitnehmer. Sieht man von dem obenerwähnten späten Saisonbeginn ab, so ist in der Kleider und Mäntelbranche so leidlich zu tun und man hofft, wie in jedem Jahr, zur Hochsaison dann möglichst viele Arbeitsplätze vermitteln zu fönnen. Daß der Stücklohn immer mehr um sich greift, ist für die Heimarbeiterinnen, die in Kalkulationsfragen meist gänzlich unorientiert sind, ein großer Schaden. Hier wird für die Arbeitnehmerin der fehlende gewer!= schaftliche Anschluß am eigenen Leibe empfindlich fühlbar. Während der organisierten Arbeiterin ihr Verband im Spruchverfahren gutachtlich zur Seite steht, bleibt der Unorganisierten nur die Wahl: entweder die Arbeit zurückweisen oder für Schundlohn zu arbeiten. Auf dem Rücken der unorganisierten, gänzlich unorientierten Arbeiterinnen entstehen diese Unterbezahlungen. Die unerfahrene Arbeiterin weiß z. B. nicht, daß beim Stücklohn jede Naht extra errechnet wird und daß der Tariflohn genaueste Raltulation hierfür enthält. In der Praxis verhält es sich dann so, daß der Arbeitgeber beispielsweise eine Mäntelnäherin anfordert, sich über die Art der Verarbeitung nicht weiter ausläßt und bloß den Stücklohn nennt. Nun kommt die Arbeiterin hin und sieht, daß es sich hier um gefütterte, mit allerlei Schikanen versehene Mäntel handelt, für deren Verarbeitung der gebotene Lohn weitaus zu niedrig ist. Daraus ergeben sich dann die verschiedenen Differenzen, die es dem Arbeitnehmer wie dem Arbeitgeber und nicht zuletzt dem Vermittler allzu schwer machen. Eine Branche, die fast vollständig stilliegt, iſt die Krawattennäherei. Auch hier wird wieder ausschließlich mit Kleinstlöhnen gearbeitet; da erfährt man von einer guten Bekannten so hintenherum von Arbeit, das kleine Bündelchen, das man da nach Hause und dann wieder zum Arbeitgeber trägt, fällt nicht weiter auf. Am Nachweis aber fizt die Facharbeiterin und legt die Hände in den Schoß. Seitdem die Weißwäsche immer mehr verschwindet, haben auch die Arbeiterinnen der Waschanstalten wenig zu tun. Da sitzt die Trieslerin, die Rollerin und die Durchlässerin und wartet und wartet. Hier haben nicht mal mehr die jungen Kräfte, die in den anderen Branchen doch immer noch irgendwie unterzubringen sind, Arbeitsmöglichkeit. Die farbige, hauptsächlich Kunstseidenwäsche, die so leicht und bequem zu waschen ist, hat die pflegebedürftigere Weißwäsche gänzlich verdrängt. Auch in der Herstellung der Kunstseidenwäsche, wo Spezia! maschinen in kürzester Zeit Berge von Wäschestüden liefern, würde die menschliche Arbeitskraft mehr und mehr überflüssig. Bei einer einzigen Branche, der Gummimäntelbranche, fann man von einem Anstieg sprechen. Der Gummimantel, unter dem Arbeiter und Angestellte noch manches lichtscheue" Kleidungsstück noch gut zu Tode schleppen fönnen, der auch gleichzeitig die Anschaffung eines Regenschirmes erspart, erobert sich ein immer größeres Gebiet, und die Gummifleberin, sofern fie kräftiger Konstitution ist und den Geruch verträgt, kann als fast einzige von guter Beschäftigung sprechen. ин Nicht einseifen, sondern einweichen! Sittlichkeitsverbrechen Unhold in Lankwitz Ein Sittlichkeitsverbrechen wurde gestern abend an der Grenze zwischen Marienfelde und Lankwik verübt. Ein 49 Jahre altes Fräulein X., die in der Havensteinstraße wohnt, wurde zwischen 7 und 8 Uhr abends auf dem Nachhauseweg von einem unbekannten Verbrecher angefallen, zu Boden geschlagen, vergewaltigt und beraubt. Der Täter ist dann in Richtung Marienfelde entkommen. Trotzdem die Polizei bis in die Nacht um 1 Uhr nach dem Manne fuchte, war es nicht mehr möglich, seiner habhaft zu werden. Die, Ueberfallene ist eine kleine zierliche Person, die unter dem Angriff sofort zusammenbrach. Der Mann schleppte sie auf das freie Feld und verging fich an ihr. Alsdann forderte der Bursche sofort die Herausgabe von Geld. Die Dame gab thm, was sie bei sich hatte, zunächst 40 Pfennig, dann riß er ihr das Halskettchen ab und schließlich ver= langte er die Ringe, die sie trug und die Armbanduhr. Sie gab ihm alles und bat ihn, ihr doch nichts zu tun. Dann ließ er von ihr ab und flüchtete querfeldein in Richtung Marienfelde. Die Ueberfallene eilte, so schnell sie vermochte, den Weg wöhnlichen Mantel und auch die Hofen müssen aus hellem Stoff gewesen sein. Er mar 1,70 Meter groß, von schlanker Figur und hatte eine lange Nase. Trotzdem Polizeihunde und Radfahrstreisen sofort ausgeschickt wurden, konnte der Mann nicht mehr gefaßt werden. 2 Jahre Zuchthaus für Stadtinspektor Die Große Straftammer des Landgerichts Il verurteilte den Stadtoberinspektor Emil Sei fert, der das Wohlfahrtsamt Weißensee im Laufe von 2½ Jahren um 16 000 Mark ge= schädigt hat, wegen fortgesetzter Amtsunterschla gung in Lateinheit mit fortgeseztem Betrug und fortgesetter Urfundenfälschung zu 2 Jahren 3uchthaus, 100 M. Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust. Seine Mitangeklagten, der Wohlfahrtsprüfer Häser und die Wohlfahrtsunterstügungsempfängerin Uhlemann, wurden freigesprochen, da ihnen nicht nachzuweisen zurück und suchte einen Arzt auf, der ihr Beistand 3. Musizierstunde leistete. Dann erstattete sie auf dem Revier 203 in der Kiepertstraße Anzeige. Der Täter trug helle Kleidungsstücke. Eine Schiebermütze, einen geMagenbeschwerden werden durch Säurebildung verursacht. Magenschmerzen und die Unfähigkeit, die Nahrung bei sich zu behalten, bedeuten oft nichts weiter als durch Gase und übermäßige Säure entstandene schlechte Verdauung. Gase dehnen den Magen aus und verursachen dieses bedrückende volle Gefühl, während die Säure die zarten Magenwände reizt und angreift. Alle diese Beschwerden beruhen auf der Gärung der Nahrung, die nicht allein unnatürlich, sondern falls sie nicht beachtet wird, sogar gefährlich ist. Um die Gärung zu verhindern bzw. zu beseitigen und die Säure zu neutralisieren, sollte ein halber Teelöffel voll oder zwei bis drei Tabletten Beserirte Magnesia in einem Glas mit etwas Wasser sofort nach dem Essen oder Auftreten der Beschwerden eingenommen werden. Biserirte Magnesia ist in allen Apotheken in Pulver- oder der handlichen Tablettenform zum Preise von RM. 1,35 per Packung erhältlich. Sie ist das eine wirklich fichere Mittel zur schnellen und vollständigen Be seitigung der Ursachen von Berdauungsbeschwerden. des Proletarischen Orchesters der Sozialistischen Arbeiterjugend, heute, Sonntag: 1. Konzert um 11 Uhr in der Aula der Karl- Marx- Schule, Neukölln, KaiserFriedrich- Straße 208-210 2 Konzertum 17 Uhr in der Aula der Heinrich- Schliemann- Schule, Berlin N. Gleimstraße 49. ( Neukölln U- Bhf. Rathaus, Straßenbahnlinien 12. 95, 98,148. Gleimstraße: U- Bhf. Nordring, Stadtbahnhof Schönhauser Allee, Straßenbahnlinien 47, 49, 51, 57.) Eintritt 30 Pf. 50 Mitwirkende. Dirigent: Rud. Barthel. war, daß fie wiffentlich Beihilfe geleistet haben. Der Angeklagte Seifert brach bei der Urteilsvertündung ohnmächtig zusammen. Der Staatsanwalt hatte gegen Seifert 3 Jahre 6 Monate Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und 300 Mark Geldstrafe beantragt, gegen Häfer und Frau Uhlemann 8 refp. 2 Monate Gefängnis. Briefkasten 28. Flugblatt erhalten. Besten Dank! 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Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe von Steuererklärungen für 1932. Die Steuererklärungen für die Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer sind von Steuerpflichtigen, deren Wirtschaftsjahr im Kalenderjahr 1932 geendet hat, in der Zeit vom 15. Februar bis 15. März 1933 unter Benutzung der vorgeschriebenen Vordrucke abzugeben. Steuerpflichtige, die zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet sind, erhalten vom Finanzamt einen Vordruck zugesandt. Die durch das Einkommen-, Körperschaft. und VerUmsatzsteuergesetz begründete pflichtung, eine Steuererklärung abzuIphigenie auf Tauris geben, auch wenn ein Vordruck nicht Theater Schumannstr. 13 a Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr von Wolfgang von Goethe Nadh ter Inszenierung von Richard Beer- Hofmann Helene Thimig. Hart, Baiser, Liebeneiner. v. Winterstein übersandt ist, bleibt unberührt; erforderlichenfalls haben die Steuerpflichtigen Vordrucke vor Ablauf der Erklärungsfrist vom Finanzamt anzufordern. Der Präsident des Landesfinanzamts Berlin. NEUE WELT Lachbühne Weinbergsweg 20 Tel. D 2, 2174 Beginn 7% Arnold Scholz B. B. B. Bendows Bunte Bühne Kottbusser Straße 6 Oberbaum 3500 814 Uhr Sonntag auch 1/24 U Wilhelm Bendow Der scharfe Löwe Alice Hechy U- Bahn Hermannplatz Hasenheide 108/14 Großes Bockbierfest 6 Kapellen Einlaẞ 5 Uhr DIENSTAG, DEN 14. FEBRUAR 1933: Große Schweinebraterei u. Prämiierung der schwersten Dame bis 30 Jahre( Ausweis) 4 Geldpreise 40, 30, 20, 10 RM. CORSET seil 1878 ohnegleichen Wunder Büffenhalter mittags 12% Uhr Deutscher Metallarbeiter- Verband Dienstag, den 14. Februar, nachm. 3 Uhr, im Verbandshaus des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes Linienstraße 83-85 Versammlung der arbeitslosen Zigarettenmaschinenführer und Betriebshandwerker Tagesordnung: ,, Aussprache über Arbeitsvermittlung". Pünktliches Erscheinen ist notwendig. Mitgliedsbuch des Deutschen Metallarbeiter Verbandes gilt als Ausweis. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Mittwoch, den 15. Februar. abends 7 Uhr im Cofal ,, Schlesische Heimat, Neue Friedrichstraße 1 ( nahe Jannowihbrüde) Versammlung der Autogen- u Lichtbogenschweißer sowie Schweißerinnen Tagesordnung: 1. Bortrag: Am Ende einer Wirt schaftsepoche". Referent: Rollege Winguth. 2. Verbands. und Branchenangelegen heiten. 3. Verschiedenes Ohne Mitgliedsbuch kein Rutritt. Bollzähliges Erscheinen ist Pflicht. Die Ortsverwaltung. Der Büstenhalter wird in allen unseren Filialen und in den Geschäften von Obersky& Lewandowski unverbindlich anprobiert! Vierjahresplan Schmalz Vierjahresplan ,, Nun paßt einmal auf, ihr Notleidenden, wie wir Nazis euch helfen werden." ,, Diese riesige Wurst ist für euch bestimmt, nehmt sie hin." ,, Als Gegenleistung wird lediglich von jedem ein Viertel seiner Schmalzration gefordert. Abliefern!" Speck- Schwierigkeiten Enttäuschte Rentner Die Hoffnungen, die in einzelnen Rentnerkreisen über eine bevorstehende Erhöhung ihrer Renten gehegt wurden die nationalsozialistische Fraktion hatte bis zulegt Aufhebung der Kürzungsnotverordnung beantragt schrumpfen immer mehr zusammen. Aus unterrichteten Kreisen" wird die ganze Freude darauf reduziert, daß ,, Bestrebungen im Gange" seien, gewisse Härten aus der Reichsnotverordnung vom 14. Juni für die Sozialrentner zu beseitigen". Auch die Kriegsopferversorgung dürfte durch die geplante Neuregelung gebessert werden. Konkrete Borschläge hierfür lägen noch nicht vor. Einstweilen bestehe erst eine Anregung des Reichsarbeitsministeriums, für die vor allem noch die Stellungnahme des Reichsfinanzministeriums erforderlich ist, da ja bei dem sehr großen Personenkreis, ber von den Verbesserungen betroffen mürde, auch verhältnismäßig geringfügige Berbesserungen dem Reich schon einen Mehraufwand von über hundert Millio nen Mark verursachen können. Einstweilen ,, verlautet lediglich", daß gegebenenfalls mit einer Beseitigung oder wenigstens einer Reform der sogenannten Ruhensvorschriften der Berordnung vom 14. Juni zu rechnen sei. Diese Borschriften sprechen aus, daß beim Zusammen treffen von mehreren Renten aus Sozialperficherungen lediglich eine Rente, bzw. ein Rentenbetrag bis zu einer bestimmten Höhe auszuzahlen fei, während die übrigen Rentenansprüche ruhen. Der Personenkreis, der von der geplanten Milderung betroffen werden soll, sezt sich im wesentlichen zusammen aus den Kriegsopfern, ferner aus den Anspruchsberechtigten bei der Angestellten und bei der Invalidenversicherung. Davon, daß auch eine Erhöhung der Unterstügungssäge für die von der Arbeitslosenversicherung betreuten Er. werbslosen geplant sei, ist an unterrichteter Stelle noch nichts bekannt. Auch muß es als zweifelhaft bezeichnet werden, ob die sogenannten Kleinrentner bei dieser Gelegenheit eine Verbesserung ihrer Lage erreichen werden. Auf diesem Gebiete war bereits vor längerer Zeit unter anderem von der Deutschnationalen Bolkspartei, aber auch von anderen Parteien ein Borstoß in der Richtung unternommen worden, denjenigen Volksgenossen, die ihre Ersparnisse durch die Inflation verloren haben, einen Rechtsanspruch auf eine Unterstützungsrente zu gewähren und diesen Rechtsanspruch in einem Kleinrentnergesetz zu fundieren. An unterrichteter Stelle wird hierzu erklärt, daß es nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch aus tatsächlichen Erwägungen und wegen der schwierigen Rechtslage a um angängig sei, derartige Kleinrentneransprüche in dem gewünschten Umfang zu befriedigen. Es werde sich nur schwer nachmeisen lassen, wer von der verarmten Sparern tatsächlich durch die Inflation und innerhalb der Inflation aus eigener Schuld und nicht infolge falscher Spekulationen seine Ersparnisse verloren habe. Sobald die Stellungnahme des Reichsfinanzministers in grundsäßlicher Hinsicht vorliegt, sobald also geklärt ist, welche Mittei das Reich für die Milderung der Bestimmungen der Verordnung vom 6. Juni bereitstellen kann, ist mit einer Vorlage an das Kabinett zu rechnen. Das ist freilich mehr als enttäuschend. Die Deutschnationalen haben Jahre hindurch den Kleinrentnern ihren Rechtsanspruch auf heraufgesezte Renten versprochen. Jetzt, wo sie HEINRICH JACOBI die Regierung bilden, ist es aus vielen Gründen nicht möglich. Die Nationalsozialisten haben seit Brüning sowohl die Aufhebung der Notverordnungen, als auch die Aufhebung der Unterstützungsfürzungen versprochen- jetzt ist von den Arbeitslosenversicherten überhaupt nicht mehr die Rede, bei den Kriegsopfern und Sozialrentnern kommt vielleicht eine Milderung der Härten! Ueberall Versprechungen überall Enttäuschungen! Reden im Rundfunk aber keine Aufbesserung. Auch Göring tabu? ,, Reichsbanner- Zeitung" verboten Das Bundesorgan des Reichs banners ist vom Oberpräsidenten der Provinz 2 Sachsen wegen zweier Aufsätze in den beiden letzten Nummern auf 14 Tage verboten worden. Angeblich soll durch die Aufsätze die derzeitige Reichsregierung und besonders Reichsminister Göring als leitender Beamter beschimpft und böswillig verächtlich gemacht worden sein. Weiterhin soll der Inhalt ,, offensicht= lich nicht auf die gesetzliche Ausübung politischer Rechte beschränkte Aufforderungen zum Kampf gegen die Reichsregierung" enthalten. Was will Göring? braunhosigen. Anhänger des gegenwärtigen tommissarischen Innenministers? Aber das würde nach Parteibuchbeamtentum schmecken, und man weiß doch, daß den Herrschaften vom ,, neuen System" nichts mehr zuwider ist als die Auswahl der Beamten nach Parteigrundsätzen. Oder hat sich das seit der Machtübernahme" plötzlich grundlegend geändert? Die Polizeibeamten werden am 5. März auch über diese neueste Göring- Aktion ihr Urteil mit dem Stimmzettel abgeben! Der kommissarische preußische Innenminister Hochflut von Gefuchstellern Göring hat an sämtliche preußischen Po= lizeischulen und Regierungspräsidenten einen Funtspruch herausgehen lassen. Nach diesem Funtspruch sind die Einberufungen der Anwärter für den vierten Lehrgang auf den Polizeischulen sofort einzustellen. Die Polizeischulen und die Regierungspräsidenten sind ferner aufgefordert worden, die Liste der bereits einberufenen Polizeianwärter unter genauer Angabe der Bor- und Zunamen usw. dem preußischen Ministerium des Innern einzureichen. Soll da etwa Plaz geschaffen werden für die Bürgertum und Politik Freie Sozialistische Hochschule In der Reihe der wissenschaftlichen Vorträge der Freien Sozialistischen Hochschule sprach gestern im Plenarjaal des ehemaligen Herrenhauses Genosse Professor Dr. Ernst von Aster Gießen über das Thema„ Der Geist des deutschen Bürgertums und die Politik": Das deutsche Bürgertum in seiner politischen und geistigen Haltung ist etwas historisch Gewor denes, wie alle Klassen und Stände. Diese sind deshalb aber nicht nur Marionetten der Geschichte, sondern hinter allem, was uns als historisch ge= worden wie ein Panzer zu umgeben scheint, steckt der schöpferische Mensch. Sehen wir das Bürgertum als historisch geworden, so darf sich unsere Betrachtung nicht auf Deutschland beschränken. Das Bürgertum schob sich als Mittelschicht in die Ordnung des Mittelalters hinein, zwischen Bauerntum und Ritter, zwischen städtisches Proletariat und Fürstentum. Es hatte den Typ eines mittleren Gebildes. Es versuchte einerseits, sich den Oberen, den Mächtigen anzupassen, und andererseits mußte es mit den Kräften von unten rechnen, die es nicht genau kannte, die ihm sogar unheimlich waren, die es aber zum Schutz gegen die Oberen immer wieder brauchte. After behandelte das kulturelle Ver= dienst des Bürgertums, das recht groß sei. Es schuf sich eine eigene Kultur, es schuf den modernen Bildungsgedanken nicht im abgegriffenen Sinne von heute, sondern im Goetheschen Sinne der Formung und Gestaltung. Der Redner unterzog darauf die erste Blütezeit des Bürgertums, die Renaissance, einer fritischen Betrachtung und schilderte, wie diese erste Blüte einmal durch die Religionskriege, vor allem durch den Dreißigjährigen Krieg, und dann durch die aufsteigende Macht des absoluten Fürstentums gefnickt wurde. Zentralpunkt des absoluten Fürstentums war Versailles, der Hof des 14. und 15. Ludwig. Das Bürgertum wollte den Staat erobern, es eroberte ihn, es ward herrschende Schicht und machte ihn seinen Interessen dienstbar. Das Proletariat half ihm beim Sturz der alten Mächte. Ohne das Proletariat waren die Revolutionen nicht möglich, doch zielsetzender Machtfattor blieb das Bürgertum. Hausmarke No 1515 10% Das Bürgertum von Deutschland Preußen hat eine solche bürgerliche Revolution, bei der Fürsten entthront oder gar geföpft, die Throne umgestürzt, die alten Gewalten beseitigt wurden, nie erlebt. 1918 ging der Monarch ins Ausland, und das Bürgertum beeilte fich, ihm eine Postanweisung nachzusenden, damit er nicht Hunger litte. In Preußen Deutschland ist das Bürgertum verbeamtlicht, und die führenden Schichten, der Adel bis hinauf zur Spize des Staates, waren verbürgerlicht. So fam es, daß der deutsche Bürger immer nach dem Sachverständigen, dem Führer sucht. Er glaubt an den Fachmann". Der Fachmann für das Regieren wird geboren, der Offizier ist ihm Sachverständiger für Ehrenfragen der Nation, er hat Ehrfurcht vor dem Wirtschaftsführer. Das Parlament ist ihm eine Der Laienversammlung, die dazwischen redet. Franzose dagegen glaubt an Laienverstand. Diese Entwicklung hat weiter zu einem Mißtrauen des deutschen Bürgers gegen die Kulturwerte geführt, er hebt ihnen gegenüber die sogenannten nationalen Werte auf den Schild. Der Zivilisation stellt er eine Kultur gegenüber, von der niemand weiß, was sie ist. Die Mythe, das, was man nicht definieren kann und schweigend verehrt, tritt an die Stelle der Vernunft. Es bildet sich ein Bund nationaler Orthodoxie, der die Begriffe deutsch und national gepachtet hat. Er zeitigt, daß der Volksgenosse den Volksgenossen angreift und erschlägt zur höheren Ehre des Bolkes" als wenn nicht das Volk nur die Gesamtheit wäre aus Land, Sprache und Schicksal. Das Bürtertüm sanktionierte diesen Mißbrauch von deutsch und national. Der Mythos verjagt die Vernunft, aber will man die Vernunft mit Gewalt töten, so tommt sie an der falschen Ede wieder heraus. Es bilden sich Uebertheorien, die gefährlich sind vor allem vom Standpunkt der reinen Wissenschaft aus. Zwei große Bewegungen stehen sich gegenüber, die nationalsozialistische, die typisch bürgerlich ist, und die proletarische, die durch Spaltung ge= schwächt ist. Folgen wir Mary, so wissen wir, daß die proletarische Bewegung die der Menschheit, der Freiheit und der sozialen Gerechtigkeit ist. ORIGINALGROSSE N° 10..... 10 Am grünen Band, wird sie erkannt! HEINRICH JACOBI Der Kanzler geht auf Wahlreisen Die tausendfach geweckten Hoffnungen und Er wartungen aller derer, die sich von der Regierung Hitlers eine schnelle Beseitigung aller ihrer Beschwerden versprachen, haben die Reichskanzlei in schlimme Verlegenheit gebracht. Sie erläßt deshalb folgenden Ukas: ,, Dem Reichskanzler gehen aus dem ganzen Reich und aus dem Ausland Tausende v.pn Schreiben, Eingaben und Gesuche privater Personen zu. Hierbei handelt es sich teils um Vorschläge und Anregungen verschiedenster Art, teils um Bittschriften in persönlichen Angelegenheiten u. g. m. Bei der Arbeitslast, die auf dem Reichskanzler ruht, ist es gar nicht möglich, diese unzähligen Zuschriften überhaupt zu feiner persönlichen Kennt nis zu bringen, ebensowenig ist die Reichskanzlei in der Lage, alle diese Schreiben zu bearbeiten und zu beantworten. Soweit die Eingänge Angelegenheiten betreffen, für die die Zuständigkeit anderer Behörden gegeben ist, werden sie diesen überwiesen. Um einer Ueberlastung der Reichskanzlei vorzubeugen und diese nicht ihren wichtigen Aufgaben zu entziehen, wird empfohlen, Eingaben usw. unmittelbar an die zur Bearbeitung zuständigen Stellen zu richten." Das ist ja wieder das alte Lied, werden die etlfertigen Schreiber sagen. An den zuständigen Stellen" find fie meistens schon gewesen, jetzt wollten sie aber an die richtige Schmiede gehen. Und da kommt der kalte Wasserstrahl. Uebrigens wird mitgeteilt, daß sich der Herr Reichskanzler zunächst einmal auf Wahlreisen begibt, die am 15. Februar in Stuttgart beginnen und am 5. März in Rönigsberg enden sollen. Stimme aus Polizeikreisen Die Ortsgruppe Köln des Verbandes preußischer Polizeibeamten( SchraderVerband) wählte an Stelle seines von der preuBischen Kommissariatsregierung zwangsmeise nach Oberhausen verfegten ersten Vorsigenden den zweiten Borsitzenden Polizeiwachtmeister Haurandt. Der Nazikandidat fiel mit Pauten und Trompeten durch. Als die Nazis, deren Kandidat sich in anmaßenden und beleidigenden Worten vorstellte, einsahen, daß sie auch sonst in der Versammlung nichts zu erben vermochten, verließen sie unter Protest den Saal. Mandschurische Rachejuftiz. Das mandschu= rische Militärgericht verurteilte den ehemaligen Chef des chinesischen Heeres an der chinesischen Ostbahn, General Tinschao, zum Tode durch Erschießen wegen ,, S) och verrates". Die Angehörigen des Generals Tinschap haben den Staatspräsidenten( Ertaiser Buji) um Be= gnadigung gebeten. Eine Bekanntmachung wegen der öffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Steuererklärungen für 1932 finden unsere Leser im Inseratenteil der heutigen Ausgabe. DAS HOCHWERTIGE ENDPRODUKT VON 100 Jahren Erfahrung FABRIKAT GEGR.1842 ORIGINAL HEINRICH JACOBI ZIGARREN FABR1642 Erhältl. in ca. 4000 Berl. Zig.Läden u.i. allen U- Bahnhfn. Rittergutsbesitzer gegen Gemeinden Ein Bild aus Ostelbien/ Von Max Simon, Neusalz, M. d. L. Der strupellosen nationalsozialistischen Agitation auf dem Lande war es gelungen, den größten Teil der Bauern wie einen starten Prozent faz der Rittergutsbesiger als Wähler und Mitglieder der Hitler- Partei zu erfassen. In straffer Hausagitation wurde dem Klein- und Mittelbauer versichert: ,, Wählt nationalsozialistisch! Kommt Adolf Hitler zur Macht, werden alle Steuerrückstände niedergeschlagen, die Hypothekenzinsen herabgesetzt, erhaltet ihr zinslose Kredite ufm." Ja, den armen Bauern des Hunsrück, den Waldbauern, Obstpächtern und Winzern vom Schwarzwald bis zum Rheingau wurde durch die Sendboten Adolf Hitlers von Haus zu Haus ver fichert: Kommt Adolf Hitler zur Macht, braucht ihr überhaupt keine Steuern und Abgaben mehr zu zahlen. Hitler stehen dann 20 Milliarden zur Verfügung, um euch armen Bauern zu helfen." Die guten Leute sind recht erstaunt, daß sie trog der Reichskanzlerschaft Adolf Hitlers weiter Steuern zahlen müssen und auf das Finanzamt zitiert werden. Noch mehr erstaunt sind fie, daß die Bauernhilfe durch die neue Regierung Hitler- Hugenberg- von Papen erst in vier Jahren vor fich gehen soll, nachdem durch die Osthilfe dem ost elbischen Großgrundbesit Millionen an Subventionen zugefloffen sind. Mehr noch sind es aber örtliche Erfahrungen, die das Landvolk stuzzig werden lassen. Da gibt es zum Beispiel im Kreise Rothenburg( Oberlausitz) eine Gemeinde See. Das von ihr eingemeindete Rittergut See hat 500 Settar Gesamtfläche. ( 137,5 Hektar Acker, 30,5 Heftar Wiesen und Weiden, 250 Hektar Holz, 75 Hektar Wasser, d. h. wertvolle Fischteiche, 7 Hettar of usw.) Der Grundsteuer- Reinertrag ist 1930 mit 3996 Mart angegeben. Mit dem Gutsbetrieb verbunden ist eine Handelsgärtnerei, Karpfenzucht und Vieh zucht( ostpreußische Rindviehherden, veredeltes Landschwein). Der Besiger: Seine Durchlaucht Dr. phil. Karl Christian Prinz von LippeWeißenfeld zahlt der Gemeinde See keinen Pfennig Gemeindeſteuer. Er schuldet der Gemeinde Tausende von Mark, die Gemeinde ist aber nicht berechtigt, sich mit einem einzigen Kiefernstamm oder nur einem Karpfen aus den Teichen zu entschädigen, denn der Prinz ist durch das SicherungsDerfahren der früheren Barons regierung Dor jeder 3wangsver steigerung geschützt. Diefer Prinz zur Cippe ist aber ein bekannter nationalsozialistischer Agitator in Schlesien, natürlich außerhalb seines Kreises, denn in der näheren Umgebung will man von diesem sogenannten„ Arbeiter- und Bauernvertreter" nichts wiffen. Aehnliche Erfahrungen machen die Bauern mit mandem anderen Nazijunker des Ostens. Kennzeichnend für die wechselnde poli tische Stimmung in vielen Landgemeinden sind jetzt die Auseinander= fegungen zwischen Gemeinden und Gutsbesigern. Mehr als 12 000 Gutsbezirke wurden durch den Einfluß der Sozialdemokratie im Jahre 1927 aufgelöst. Nach dem Gesetz foll bei der Auseinandersetzung die Mehr- oder Minderbelastung, die der Gutsbesitzer infolge der Auflösung des Gutsbezirtes im ganzen erfährt, in billiger Weise berücksichtigt werden. An sich enthält diese Gesetzesvorschrift eine Schutzvorschrift für den Gutsbesizer wie für die Gemeinde. Diese Auseinandersetzung ist in der Mehrzahl der Fälle in bezug auf die Wegeverhältnisse, Schulangelegenheiten, auf das Gebiet der Fürsorge, das Eigentum der Dorfaue, die Baumnugung, Grasnugung, Spritzen- und Armenhäuser erfolgt. In einer großen Zahl von Gemeinden fordern aber jetzt die Rittergutsbesitzer von den Gemeinden Rückzahlungen von unerhörtem Ausmaß. Das bringt natürlich die Gemeindemitglieder, vom kleinsten Häusler und Mieter an bis zum größten Bauer, in Harnisch. Es ist nun bezeichnend, daß die Nationalfozialisten eine heilige Scheu zeigen, den Gemeinden helfend und rafend zur Seite zu stehen, sie müßten ja dann gegen viele ihrer Freunde und Geldgeber aus Großgrundbesitzerfreisen Stellung nehmen. Also in der kleinsten Gemeinde wie im Reich: Einheitsfront der Nationalsozialisten mit den Junkern gegen das Bolt. Dafür ein typisches Beispiel aus dem Osten: In der Gemeinde Herrndorf ( Kreis Blogau) wohnen die beiden Rittergutsbesitzer Herr von Berge und Herrendorf und Rittergutsbesizer Schulz in Niederherrndorf. Der erfte war 1925 noch Mitglied der Landwirtschaftsfammer Breslau und Vorsitzender der landwirtschaftlichen, Kreistommission im Kreis Glogau, der zweite bekleidete diese Vertrauensämter 1930. Das Rittergut Oberherrndorf ist 391.5 Hektar, das Rittergut Niederherrndorf 452,5 Hektar groß. DDI Nach der Eingemeindung der Guts bezirke wurden die beiden Rittergutsbefizer der Gemeinde ebenfalls zu 210 Pro3. der staat lichen Grundvermögenssteuer ver anlagt.( Die Güter haben erstklassigen Rübenund Weizenboden.) Der Vertreter der beiden Rittergutsbesitzer, Landrat a. D. Schulte, fordert nun von der Gemeinde für seine Klienten eine Rückzahlung von insgesamt 11 000 m. ( Er bezieht 10 Proz. Provision von dem, was er herausholt.) Er macht der Gemeinde Herrndorf nun folgende Rechnung auf: Gut Ober- Herrndorf 1. Mehreinnahme der Gemeinde. 210 Proz. von der staatlich veranlagten Grundvermögenssteuer. Jahressoll des Gutes= 1798, Mark 3775,80 Mart Gemeindesteuer. = 2. Mehrausgaben der Gemeinde durch die Eingemeindung des Gutes. 1. Allgemeines und Polizeiverwaltung. a) Persönliche Kosten einschl. Nachtwächtervergütung. b) Sächliche Ausgaben c) Amts- und Standesamtsverwaltung 2. Bauverwaltung( Wegeunterhaltung) 3. Schulunterhaltung 4. Armen- und Wohlfahrtspflege. 5. Feuerlöschwesen 6. Kreisabgaben Davon ab Einkommensteueranteil, den die Gemeinde an Stelle des Gutes erhält. Mehrausgabe der Gemeinde durch das Gut 428,- Mr. 55,-" 1790, 241, 60, 861, 3435,- Mt. 93 " " " 1 320,- Mr. 3215,- Mf. Die Gemeinde hätte von dem Gut seit dem 1. Oftober 1928 zu dem Jahressoll von 1798 Mark nur 178 Proz. erheben sollen. Die Gemeinde hat aber 210 Proz. anstatt 178 Proz. erhoben, hat also demnach 32 Broz. zuviel erhoben. Diese 32 Proz. mal 1798 Marf ergibt einen jährlich von dem Gut zuviel gezahlten Betrag von 575,36 Marf. Gut Nieder- Herrndorf 1. Mehreinnahme der Gemeinde. 210 Proz. von der staatlich veranlagten Grundvermögenssteuer. Jahressoll des Gutes 4529, Gemeindesteuern. Antwort an Göring Preußenregierung und Beamtenerlaẞ Die Preußische Staatsregierung veröffentlicht gegen den Erlaß des Herrn Göring an die Beamtenschaft der preußischen inneren Verwaltung folgende Erflärung: In dem amtlichen Aufruf des Reichskommissars Göring an alle Beamte der preußischen inneren Verwaltung", der an der Spike der lehten Nummer des Ministerialblattes veröffentlicht ist, heißt es u. a.:,,Wenn es allerdings Beamte geben follte, die da nicht glauben, mit dem Schiff, dessen Steuer ich in die Hand genommen habe, in gleicher Richtung fahren zu fönnen, so erwarte ich von ihnen, daß sie als ehrliche Männer schon vor Antritt der Fahrt aus meiner Gefolgschaft ausscheiden." Soweit dieser Teil des Erlasses von den Beamten verlangt, daß sie die Reichsverfassung, die Preußische Verfassung und die Gesetze wahren und in ihrem Geschäftsbereich gesehmäßige Anwei2157, Mark= fungen ihrer Vorgesetzten und der Reichskommisfare Folge leisten, ist dagegen nichts einzuwenden. Infoweit spricht der Erlaß eiwas Selbstverständliches aus. Soweit der Erlaß darüber hinaus von den Beamten fordern sollte, daß sie die politischen Ansichten des Reichskommissars teilen, insbesondere seine Herabsehung der Arbeiten der bisherigen Regierungen, widerspricht eine solche Forderung der verfassungsmäßigen Stellung der Beamten. Kein Beamter, der die Reichsverfaffung und die Geseze wahrt und seine dienstlichen Oblilegenheiten erfüllt, ist verpflichtet, der vom Reichskommissar ausgesprochenen Erwartung des Ausscheidens zu folgen, weil er mit den politischen Auffassungen des Reichskommisjars nicht übereinstimmt. Die Preußische Staatsregierung weist die in dem Aufruf enthaltenen, gegen die bisherige innere Berwaltung erhobenen allgemeinen Angriffe zurüd und dankt der Beamtenschaft für ihre hingebende Pflichterfüllung." 2. Mehrausgaben der Gemeinde durch die Eingemeindung des Gutes. 1. Allgemeines und Polizeiverwaltung. a) Persönliche Kosten einschl. Nachtwächtervergütung b) Sächliche Ausgaben c) Amtsund Standesamtsverwaltung 2. Bauverwaltung( Wegeunterhal tung) 3. Schulunterhaltung 4. Armen- und Wohlfahrtspflege. 5. Feuerlöschwesen 6. Kreisabgaben Davon ab Einkommensteueranteil, den die Gemeinde an Stelle des Gutes erhält. Mehrausgabe der Gemeinde durch das Gut 588,- Mt. 70, 1185," 90, 71, " " 827, " 2831,- Mt. 276,-f. 2555, Mr. Die Gemeinde hätte von dem Gut seit dem 1. Oftober 1928 zu dem Jahressoll von 2157 Mart nur 118 Proz. Gemeindezuschlag erheben sollen. Die Gemeinde hat aber 210 Proz. anstatt 118 Proz. erhoben, hat also 92 Proz. zuviel erhoben. Diese 92 Proz. mal 2157 Mart ergibt SP.D.- Betriebs- Vertrauensleute! Am Freitag, dem 17. Februar, 19.30 Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18, Funktionärkonferenz aller SPD.- Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre. Tagesordnung: 1. Wahl der Vertreter für den erweiterten Bezirksvorstand. 2. Referat des Genossen Aufhäuser über das Thema: ,, Entscheidende Klassenkämpfe in Deutschland". Ohne Parteimitgliedsbuch und Funktionärausweis der Partei kein Eintritt. Das Betriebssekretariat. einen jährlich von dem Gut zuviel gezahlten Betrag von 2404,44 mart. Das war den Gemeindemitglie dern doch zu starter ubat, und Da die Nationalsozialisten das heiße Eisen scheutenriefen fie sozialdemokratische Abgeordnete und Gemeinde politiker um Hilfe an. In einer Riesenversammlung, zu der auch Duzende von Gemeindevorstehern und Schöffen anderer Gemeinden erschienen waren, meil bei ihnen gleiche Konflikte ausgebrochen sind, erfolgte durch unsere Redner gründliche Aufklärung über. die geseglichen Bestimmungen und über das einzuschlagende Verfahren vor den Beschlußbehörden ( Kreis und Bezirksausschuß). Diese Versammlungen, in denen wir bedrängten Gemeinden gegen ungerechte Ansprüche der Riflergutsbefizer mit Rat und Tat beistehen können, bieten die beste Gelegenheit, dem dann vollzählig vertretenen Landvolk in freimütiger Sachlichkeit zu berichten, was die Sozialdemofratie in der Nachkriegszeit für Landwirtschaft und Siedlung, für Bauern und Landarbeiter geleistet hat. Sie geben uns aber auch die Gelegenheit, der demagogischen Verhehung der Landbevölkerung durch strupellose Agitatoren, die nur mit Berleumdungen und nie erfüllbaren uferlosen Versprechungen arbeiten, entgegenzutreten. Eines Tages wird das platte Land erkennen, wie sehr ihm die Phrasenpolitik der Nationalsozialisten geschadet hat! Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage. Hierzu 3 Beilagen Der Vorwärts" erscheint wochentäglich zweimal. Gonntags und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbetlage Bolt und Zeit" Bezugsptette: Wöchentlich 75 Bt., monatlich 3,25 M.( Davon 87 Bt monatlich für Buſtellung ins Haus) im voraus zahlbar. 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Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin S. 68. Lindenstr. 3. angestaubte Waren DAMEN- U. HERREN- WASCHE TISCH- und HAUSWÄSCHE BETTWASCHE TASCHENTUCHER GARDINEN Für Weisse Waren DIE LETZTE GELEGENHEIT! Reste abschnitte ENORM BILLIG N⭑JSRAEL BERLIN C2 SPANDAUER STRASSE KÖNIGSTRASSE WOLL SEIDENWASCHSTOFFE WASCHEST OFFE GARDINENSTOFFE ZWEITE BEILAGE Vorwärts SONNTAG, 12. FEBRUAR 1933 Einheitsfront marschiert Im Gesamtverband und bei den Buchdruckern Die Bildung der Einheitsfront zwischen den sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeitern ist schon viel weiter gediehen, als die kommunistischen Parteiführer und Redakteure ahnen dürften. Das zeigte am Freitag wieder mit aller Deutlichkeit die Jahresbele. giertenversammlung der Sektion Reichsund Staatsbetriebe, Theater-, Kinos und Varietés der Berliner Ortsverwaltung des Gesamtverbandes. Der Sektionsleiter Genosse Richter ging zum Schluß seines Jahresberichtes, in dem er die wichtigsten allgemeinpolitischen und innerorgani satorischen Ereignisse des vorigen Jahres Revue passieren ließ, auf die Frage der Einheitsfront ein. Auch die Arbeiter der Reichs- und Staatsbetriebe follten endlich erkennen, daß sie sich ungeachtet ihrer politischen Ueberzeugung in einer Abwehrfront gegen die fachistisch- kapitalistische Reaktion zusammenfinden müssen. In einer Zeit, wo sozialdemokratische und fommunistische Arbeiter und Funktionäre von Nationalsozialisten gemeuchelt werden, darf man sich mit den Nazis in einer Front gegen freigewerkschaftliche Betriebsräte und Gewerkschaftsangestellte zusammenfinden, wie das leider vor kurzer Zeit noch in der„ revolutionären" Charietee der Fall gewesen ist. Bei allen Diskussionen zwischen sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeitern über die Notwendigkeit des einheitlichen Zusammenstehens gegen die Reaktion müsse das Einigende, und nicht das Trennende in den Vordergrund gestellt werden. Wenn das nicht bald von den kommunistischen Redakteuren begriffen wird, die immer noch glauben, Hezz- und Schmähartikel gegen die freien Gewerkschaften und die Sozialdemokratie, besonders aber gegen deren Führer schreiben zu müssen, dann wird die Einheitsfront eines Tages über die Köpfe dieser turzsichtigen Leute hinweg zustandekommen. Die Delegierten, auch die nicht sozialdemo fratischen, brachten wiederholt ihre volle Uebereinstimmung mit diesen Ausführungen ihres Sektionsleiters zum Ausdruck. Diese Einmütigkeit zeigte sich auch bei der Neuwahl der Sektionsleitung und übrigen Verbandsförperschaften, bei denen einstimmig die alten bewährten Funktionäre wiedergewählt wurden. Buchdrucker gegen Reaktion Zu einer einmütigen Kundgebung gegen die Reaktion gestaltete sich die außerordentliche Generalversammlung der Berliner Buchdrucker am Freitag im Gewerkschaftshaus. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand ein mit großem Beifall aufgenommener Vortrag des Ge nossen Göring vom AfA- Bundesvorstand über ,, Die Gewerkschaften im Kampf gegen Reaktion und Faschismus“. Der Redner wies besonders darauf hin, daß Betriebsrätewahlen Gewerkschafts- oder ,, Einheits"- Liste? Das Betriebsrätegesetz begrenzt die Aufgabe der Betriebsräte. Die gewerkschaftlichen Betriebsräte haben sich an die gesetzlichen Bestimmungen zu halten. Was hierzu näher zu sagen ist, das ist auf der jüngsten Betriebsrätekonferenz des ADGB und des AfA- Bundes gesagt und dabei erneut betont worden, daß die Betriebsräte als solche nicht die Forderungen und Ziele der Arbeiter durchführen können, sondern in ihren Gewerkschaften als Funktionäre mit dazu beitragen sollen. Dieser fachliche Standpunkt findet nicht den Beifall der BVG.- Kundgebung der Eisernen Front! Am Donnerstag, dem 16. Februar 1933, 19.30 Uhr, in den Gesamträumen der Kammersäle, Teltower Str. 1-4. Paul Löbe spricht über das Thema: Herrenrecht oder Volksrecht? Es wirkt mit der Männergesangverein der BVG. Betriebssekretariat. RGO. Für sie ist das Betriebsrätegesetz nicht maßgebend, bis auf die Wahlvorschriften. Im übrigen aber beruft sich die RGD. auf die Beschlüsse des XII. Plenums, wonach die Betriebsrätewahlen auszunuzen sind, um die Arbeitermassen durch wirtschaftliche und politische Kämpfe heranzuführen an den politischen General streit. Weil wir der Meinung sind, daß die Betriebsrätemahlen dazu nicht da sind, werden wir von Herrn Ulbricht in der bei der RGO. üblichen Weise tritisiert. Die Politik der Sozialdemokratie die mit den Betriebsrätewahlen an fich nichts zu tun hat soll auch bei dieser Gelegenheit entlarvt werden samt der Tolerierungspoliti? der sozialdemokratischen Gewerkschaftsbürokratie. Als Grundlinie der RGO. Einheitspolitit bei den Betriebsrätewahlen wird der Kampf um die Eroberung der Gewert schaftsliste in jedem Betrieb bezeichnet. In Betrieben mit Unorganisierten sollen die Kandidaten ausdrücklich erklären, daß sie bei der Bertretung der Interessen der Arbeiterschaft feinen Unterschied zwischen organisierten und unorgani fierten Arbeitern machen werden. Diese Toleranz betont um so schärfer die Anweisung:„ Falls es fich jedoch bei den vorgeschlagenen sozialdemokra tischen Kandidaten um Werkzeuge der ver räterischen Bürokratie handelt, soll die RGO.- Gruppe in der Belegschaftsversammlung statt diesen Kandidaten andere vorschlagen..." ,, Es ist unzulässig, gemeinsame Listen mit den reformistischen Verbandsvertretern aufzustellen, mit ihnen Abkommen über die Verteilung der Mandate zu treffen und dergleichen." Damit die Einheitsfront" nicht in Gefahr tommt! Wir wollen es bei diefen Lesefrüchten aus dem sechs Druckseiten umfassenden Februarprogramm. bewenden lassen. Die Arbeitnehmerschaft in den Betrieben muß über die revolutionären" Wichtigtuereien zur Tagesordnung über gehen, die ,, roten" Betriebsratskandidaten ihren Fehlern und Schwächen überlassen und für die Herstellung einer wirklichen Ein heitsfront bei den Betriebsrätewahlen eintreten. Gelb bleibt gelb Mit oder ohne Anerkennung Den ,, wirtschaftsfriedlichen" Vereinigungen der Unternehmer fned; te ist es zwar gelungen, von einem Teil der Unternehmer finanzielle Unterstühungen und wohlwollende Duldung zu er langen, allein die von ihnen erstrebte Anerkennung als wirtschaftliche Organisationen haben fie bei den Unternehmerverbänden nicht erreicht, weil diese nur zu gut wissen, was hinter den gelben ,, wirtschaftsfriedlichen" Bereinigungen steckt. Der Reichsverband vaterländischer Arbeiterund Werksvereine, der Reichslandarbeiterbund und der Reichsbund deutscher Angestelltenberufsverbände haben noch niemals öffentlich Rechenschaft abgelegt über ihre Einnahmen und Ausgaben, ihre Mitgliederzahlen und ihre Leistungen. Nach den spärlichen Zahlen, die sie zur Stati stit der Berufsverbände geliefert haben und die nicht einmal einer genauen Nachprüfung standhalten, ergibt sich für die Jahre 1922 bis 1927 folgendes Bild: 1. Reichslandarbeiterbund, Grün dungsjahr 1920. Dann hörts auf. In einer Anmerkung ist gesagt, daß Angaben über Mitglieder- und Kassenwesen ,, wegen Umorganisation" nicht gemacht werden können. 2. Rbd. vaterländischer Arbeiter= und Werkvereine, 19 3weigvereine. Schluß! Dann wird die Werksgemeinschaft mit dem Fachverband deutscher Kellner erwähnt mit 320 Mitgliedern, 19 917 Mart Jahreseinnahmen und 18 896 Mart Jahresausgaben in den Jahren 1926 und 1927. 3. Rbd. deutscher Arbeiter, 100 einer Periode des Aufstiegs auf allen sozialen Gebieten von 1918 bis 1929 jetzt ein Abschnitt finsterster Reaktion folge. Gerade jezt haben die Gewerkschaften eine geschicht liche Aufgabe zu erfüllen. Sie müssen der Sammelpunkt sein für die Arbeiter, Angestellten und Beamten zum Kampf gegen den Raub der sozialen Errungenschaften. Als Zeichen des ge= schlossenen Kampfesmillens, besonders für die bevorstehende Reichstagswahl, wurde von einer Diskussion über den Vortrag Abstand genommen. In eindrucksvoller Weise ehrte die Versammlung die für die Freiheit ge= fallenen Mitstreiter. Mit Entrüstung wurde die Mitteilung des Gauvorfizenden, Genossen Pietsch über die neuen Verschlechterungen in der Arbeits. lofenvermittlung zur Kenntnis genommen. Die Organisation wird auch in dieser Frage Einspruch erheben: sie ist bestrebt, den Wünschen der Erwerbslofen in weitestem Maße Rechnung zu tragen. Als Sekretäre für die Gauverwaltung wurden Leder und Wendland mit großer Mehrheit neu gewählt Die Versammlung bestätigte ferner die neu gewählten Bezirksleiter des 2. und 5. Bezirks, sowie die Spartenvertreter der Handseger und Maschinensetzer. Bei der Bestätigung des oppositionellen Bertreters der Maschinenseger enthielt sich ein großer Teil der Delegierten der Stimme. 3weigvereine. Dann folgen unter 4, 5, 6 und 7 weitere Gebilde, die außer dem Gründungsjahr nichts anzugeben wissen, bis auf einen Reichsberufsverband deutscher Hotel- und Gastwirtsangestellten, der 5127 Mitglieder angibt, worunter 2027 weibliche, und einen Konditorgehilfenverein( Sitz Hannover) mit 350 Mitgliedern. Die Rubrif der insgesamt erfaßten Mitglieder in der wirtschaftsfriedlichen Arbeiterverbände Deutschland blieb leer und in einer Anmerkung wird erklärt: Bon einer Aufrechnung ist, da die Mehrzahl der Organisationen feine Angaben ge= macht hat, abgesehen." Ein solches Gebilde fordert, Anerkennung" Das Reidsarbeitsministernium hat sich Ende Dezember mit einem Rundschreiben an die Sozialministerien der Länder gewandt, um festzustellen, in welchem Umfange die gelben Verbände in den verschiedenen Bezirken bei der Aufstellung von Beisigerlisten zur Besetzung der Bertretungen in den sozialen Spruch und Verwaltungsbehörden. Ob das Ergebnis veröffentlicht wird, ist zweifelhaft. Nachdem jetzt aber das Arbeitsministerium unter neuer Führung" steht, rechnen die gelben Berbände bestimmt darauf, daß sie sowohl als tariffähig bezeichnet als auch sonst ,, anerkannt" werden. An der grundsäglichen Auffassung der Gewerkschaften, die ihre Stütze in der Reichsverfassung findet, würde das nichts ändern. Die Gelben bleiben gelb, ihr Treiben ist verrăterisch und bleibt nach wie vor verächtlich. Das Kabinett Papen- Hitler- Hugenberg würde seinen Flaschenfindern nur die Tariffähigkeit zusprechen um das Tarifwesen zu zertrümmern und ihnen ein Vorschlagsrecht für die sozialen Körperschaften zuschanzen, damit sie Spreng- und Zerjegungsarbeit leisten.. Jegt, in der Zeit des ,, nationalen Aufbruchs", erachten die gelben Schädlinge der kämpfenden Arbeiterschaft ihre Zeit für gekommen, unter der schützenden Hand der Reaktion ihren Dolchstoß zu vollführen. Doch weil und solange fie gelb find, werden sie wenig Glück dabei haben. Herr Geldte Und seine Nachbarschaft Bei Herrn Seldte als Reichsarbeits minister weiß die Arbeiterschaft von vornherein, woran sie ist, so daß er sie schwerlich enttäuschen kann. Seine Rede vor den Presseverfretern führt den Deutschen" zu einer Betrachtung, die unsere Auffassung rechtfertigt: ,, Mehr als durch die Rede Seldtes wird die Arbeiterschaft von der Tatsache beeindruckt werden, daß Seldte neben Hugenbergund Papen im Wahlkampf auf einer Wahlliste steht. Das ist feine Nachbarschaft für einen Arbeitsminister, der erklärt, das Rechte und das Beste in dem großen Spannungsbogen der Arbeit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zum Besten von Staat und Gesellschaft entwickeln zu helfen." Dr. Sigler glaubte in einem Vortrag über das Arbeitsrecht und seine Zukunft versichern zu können, daß der neue Reichsarbeitsminister weit. gehendes Verständnis für die berechtigten Wünsche und Bestrebungen der Arbeitnehmer habe und daß Herrn Seldte nichts ferner liege, als die 3er trümmerung des Tarifgedankens. Da zwischen Zerstörung und Förderung auf diesem Gebiete ein ziemlicher Spielraum liegt, weist„ Der Deutsche" darauf hin, daß es nicht nur darauf ankomme, Tarifverträge und Schlich tungswesen beizubehalten, sondern darauf, in welchem Geist das Instrument des Schlich tungswesens gehandhabt wird. ,, Es kann erhalten bleiben und trotzdem ein Instrument zur schwersten Knebelung der Arbeit nehmer sein." Nun, dabei haben die Gemertschaften noch ein Wort mitzureden. Betriebsratsrecht Die Klägerin S. war Mitglied des Betriebsrats in den JG.- Farbenwerken. Sie ist wegen ihrer Tätigte't als Betriebsratsmitglied fristlos entlassen worden. Die Beklagte hat die Entlassung Damit begründet, daß die Klägerin zu langsamu gearbeitet und ihren Arbeitsplat wiederholt vorübergehend Der lassen habe. Die Klägerin bestreitet entschieden, ihren Arbeitsplatz freiwillig verlassen zu haben. Als Mitglied der Betriebsvertretung sei sie wiederholt zu Besprechungen herangezogen worden. Auch habe sie die Interessen der einzelnen Belegschaftsmitglieder wahrnehmen müssen. Dazu sei fie verpflichtet gewesen und habe der Gesamtbelegschaft nur zum Nugen dienen wollen. Die Beklagte habe sie als eine e'frige freigewerkschaftliche Funktionärin nicht dulden wollen und habe für ihre Entlassung Gründe angegeben, die nicht stichhaltig wären. Sie erblickt in den Maßnahmen der Beklagten einen Berstoß gegen die Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes und eine Maßregelung aus politischen Gründen. Die Klägerin flagt auf Wiedereinstellung oder Fort zahlung des Lohnes. Das Landesarbeitsgericht hat nach Alageantrag erkannt und festgestellt, daß die Klägerin ohne 3ustimmung der Be triebsvertretung grundlos entlassen wor den ist. Die Beklagte müsse die Klägerin weiter. beschäftigen. Gegen das Urteil richtet sich die Revision der Das JG.- Farbenwerfe Reichsarbeits. gericht versagte der Revision den Erfolg. Die Klägerin sei ohne jeden Grund entlaffen worden. Es sei nicht zu widerlegen, daß die Klägerin den Arbeitsplay nur zur Erledigung von Betriebsratsgeschäften verlassen habe. Als Betriebsratsmitglied habe sie aber nach den Bestimmungen des Betriebsrätegesetzes das Recht, die Interessen der Belegschaft auch während der Arbeitszeit zu wahren. Der Klägerin sei nicht nachzuweisen gewesen, daß fie Zu der Handausgabe des Gefehes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, die vom Verlag Reimar hobbing im sogenannten Losen- Blatt- System herausgegeben wurde, ist jetzt die 8. Erfaglieferung erfolgt. Die Lieferung um faßt 67 Blatt. Durch sie wird die Handausgabe auf den Stand vom 1. Dezember 1932 gebracht. Es sind jezt in ihr enthalten die neueren Verordnungen und Erlasse über die Unterstützungsdauer in der Krisenfürsorge, die Beiträge zur Krankenversicherung der Arbeitslosen, den Freiwilligen Arbeitsdienst, die Ergänzung von sozialen Lei stungen auf Grund der Verordnung vom 19. Of. tober 1932, die Steuergutscheine für Mehrbeschäf tigung von Arbeitnehmern, die Winterhilfsmaßnahmen usw. Die grundsäglichen Entscheidungen des Spruchsenats beim Reichsversicherungsamt find um 15 Senatsurteile vermehrt worden, die in den Monaten Oktober und November 1932 ergangen find. Für den Besizer der äußerst praftischen Handausgabe ist die Anschaffung der Ersagblatt- Lieferung eine Notwendigkeit. passive Resistenz geübt hate. Die Revision fei des. halb abzuweisen.( RAG. 337/32.) Bei Grippe- und Erkältungsgefahr hat sich das öftere Gurgeln mit Chlorodont- Mundwasser zum Schutze der Atmungsorgane bestens bewährt. Ber fuchen Sie es,- Flasche 1 Mt. und Sie werden aus Überzeugung ständiger Verbraucher. Tournay- Velour- Teppiche Bettumrandungen Gardinenstoffe aus u. Edeltüll, hervorrag.Qua aus bestem Haargarn, moderne Muster Smyrna, schwere mechan.Qualität Indanthren bedruckt, 55% plität, glattu.gemust. 65 ca. 160 240 25.38: 46: 55-76: 375 ca 110cmu.ca 130cm brt Mine ca 100cm brt. Mtr Ausgeware 165 modefarbig, ca 68cm brt Mtr Tepusich Pursch 1Läufer co.75x3507501Läufer ca 90-36050 u.2 Bettvorlagen 250 Möbelbezugstoffe u.2Bettvorlagen 43.50 ca 75x155 m.Franse ca.75x155m. Franse co.75-155m.Franse Edeldruck, indan thren, ca 130 cm brt Mrr 859 Verkauf nur Berlin C2, Spandauer Strasse 32 Lehrlinge find billig Fabrikarbeit statt Kaufmannslehre Die Konfitürenfabrit Progreß" stellte ein junges Mädchen ein, um es, der Vereinbarung gemäß, im taufmännischen Be= triebe auszubilden. Das Mädchen wurde aber weder am Ladentisch noch im Kontor beschäftigt, fondern mußte im Fabritsaal mit= arbeiten. Der Geschäftsinhaber sagte, das sei notwendig, damit sich das kaufmännische Lehrmädchen zunächst Warenkenntnis aneigne. Nun murde dem jungen Mädchen nicht nur die Kenntnis, sondern auch die Herstellung der Waren so gründlich beigebracht, daß es genau wie die gewerblichen Arbeiterinnen vom 1. November bis Weihnachten ausschließlich mit der Anfertigung von Pralinen und Marzipankartoffeln beschäftigt wurde. Das Kaufmannslehrmädchen mußte ebenso wie die Arbeiterinnen regelmäßig lleberstunden machen, oft bis 12 Uhr nachts. Dafür gab es nur die Lehrlingsver gütung von 25 Mart im Monat, während der Tariflohn für gewerbliche Arbeiterinnen in Frauenveranstaltungen regelmäßiger Arbeitszett, also ohne Weber= stunden, 25 m. in der Woche beträgt. Auch nach Beendigung der Weihnachtssaison war von taufmännischen Arbeiten wenig die Rede. Da mußte das Kaufmannslehrmädchen sogar Reinigungsarbeiten verrichten, und zwar auch in unbegrenzter Arbeitszeit. Das wurde dem Vater des Mädchens dann doch zu bunt. Auf seine Veranlassung erklärte es eines Tages, als es von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends ohne Pause gearbeitet hatte, für heute sei Feierabend und ging nach Hause. Deshalb wurde das junge Mädchen wegen Arbeitsverweigerung" fristlos entlassen. Der Vater forderte durch Klage beim Arbeitsgericht 3ahlung des Tariflohnes für gewerbliche Arbeiterinnen, wobei er die Ueberstunden nicht einmal in Rechnung stellte.- Das Gericht verurteilte den Beklagten zur Zahlung der geforderten 125,50 M. mit der Begründung, die Klägerin sei 2½ Monate als gewerblich e Arbeiterin beschäftigt worden, der Beklagte habe den Tarifvertrag umgangen, es sei ihm nur um eine billige Arbeitskraft für das Weihnachtsgeschäft zu tun gewesen. Für die Kundgebung des Sozialistischen Kulturbundes am Sonntag, dem 19. Februar, 11 Uhr, in der Boltsbühne find Karten zum Preise von 30 Pf. infl. Garderobe noch im Zimmer 2 des Bezirksverbandes zu haben. Das Frauensekretariat. * 4. Kreis. Montag, 13. Februar, Funktionärinnenfizung an bekannter Stelle.. 5. Arzis. Dienstag, 14. Februar, Funktionärinnensizung bekannter Stelle. an 7. Kreis. Montag, 13. Februar, 18% Uhr, wichtige Funktionärinnensizung an bekannter Stelle. Wir gehen anschließend zur KreisvertreterverfammTung. Dienstag, 14. Februar, 18% Uhr, legte Probe des Frauensprechchors 8. Kreis. Montag, 13. Februar, 20 Uhr, an bekannter Stelle Kreisfrauenversammlung: Frauenarbeit in den Parlamenten. Referentin Helene Schmitz, M. d. 2. 15. Kreis. Dienstag, 14. Februar, fällt die Funktionärinnensisung aus. Die Frauenleiterinnen treffen sich eine Stunde vor dem Kreisvertretertag au einer kurzen Besprechung. 6. Abt. Der Frauenabend fällt im Februar aus. Montag, 13. Februar. 23. Abt. Frauenabend an bekannter Stelle: August Bebel und die Frauen. Referentin Gertrud Hanna, M. d. L. 89a. Abt. 20 Uhr an bekannter Stelle: Marg, Engels, Bebel und die Frauen. Referentin Marie Runert, M. d. R. 115. Abt. Die Reichstagsbesichtigung fällt aus. Näheres über den neuen Termin wird noch mitgeteilt. 124. Abt. Un bekannter Stelle: Wirtschaftskrise und reaktionäre Wirtschaftspolitik. Referent Hans Lehnert. Dienstag, 14. Februar. 13. Abt. An bekannter Stelle: Frauen kämpft für die Erhaltung der politischen und wirtschaftlichen Rechte. Referentin Marie Kunert, M. d. 9. 112. Abf. 20 Uhr an bekannter Stelle: Unser Kampf für den Sozialismus. Referentin Senny Jaduczynski. 128. Abt. An bekannter Stelle: Frauen im Rampf für den Sozialismus. Refe. rentin Käthe Fröhbrodt. Mittwoch, 15. Februar. 1. Abt. 20 Uhr au bekannter Stelle: Unser Konsum. 54. Mst. 20 Uhr an befannter Stelle: Stimmen der Völker. Schallplatten. abend der Genoffin Merry Schins. 58. Abt. 20 Uhr an bekannter Stelle. Tagesordnung wird in der Veranstal tung befanntgegeben. 73. Abt. 20 Uhr an bekannter Stelle: Bebel und die Frauen. Referentin Dr. Maria Hirsch. 79. Abt. An bekannter Stelle: Wie schüßen wir uns vor Rampfgas? Referentin Genoffin Roeder. 81. Abt. 20 Uhr an befannter Stelle: Bebel, Frauen und Sozialismus. Refe rentin Dr. Klara Henriques. 105. Abt. 20 Uhr an bekannter Stelle: Wirkung der Arbeitslosigkeit auf die Familie. Referent Dr. Gotthard Eberlein, 106. Abt. Besichtigung des Ronfums in Lichtenberg. Treffpunkt 9 Uhr Endhaltestelle der Linie 69 und am Astra- Lichtspieltheater. 111. bt. An befannter Stelle: Bebel und die Frauen. Referent August Niemann. 135. Abt. 20 Uhr an bekannter Stella: Sozialistische Lebensgeftaltung. Roferentin Sufanne Räder- Großmann. Donnerstag, 16. Februar. 24. Abt. 20 Uhr Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft: Das Kommunistische Manifeft. Bei Rösner, Immanueltirchftr. 25. 68. Abt. 20 Uhr Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft: Lassalle und seine Bedeutung für den Sozialismus. Referent Dr. M. Schömann. 99. Abt. Budow. 20 Uhr an bekannter Stelle Seiterer Abenb. Bortragende Margarete Fichtner. 110. Abt. 20 Uhr an bekannter Stelle Heiterer Abend. Vortragende Friedel Sall. 136. bt. 20 Uhr an bekannter Stelle: Aufgaben der Sozialdemokratie in der Rommune, Referentin Stadtverordnete Frida Rosenthal. Sozialistische Studentenschaft. Mittwoch, 15. Februar, 20 Uhr, im Bund, Genosse Dr. Braunthal: Der Neufeudalismus die Wirtschaftspolitik des Nationalismus. Aussprache. Freitag, 17. Februar, 20 Uhr, Fortseßung des AL.- Kursus in bekannter Tutnhalle. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 6. Abt. Am 6. Februar verstarb unser Genosse Felix Rastor, Swinemünder Str. 110. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet statt cm Dienstag, 14. Februar, 20 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Um rege Beteiligung wird gebeten. 8. Abt. Am 8. Februar verstarb unsere langjährige Genoffin Marianne Geidel. Einäscherung 14. Februar, 18% Uhr, Krematorium Wilmersdorf. Ehre ihrem Andenken! Um rege Beteiligung wird gebeten. 19. Abt. Am 8. Februar verstarb unsere langjährige Genoffin Elisabeth Borngräber, Grünthaler Str. 11, im Alter von 56 Jahren. Ehre ihrem Andenten. Die Einäfcherung findet Montag, 18. Februar, 18 Uhr, im Krema torium Gerichtstraße statt. Um rege Beteiligung bittet der Abteilungsvorstand. 30. Abt. Unfer Genoffe Friedrich Schumacher ist verstorben. Ehre seinem Andenten. Die Beerdigung findet Dienstag, 14. Februar, 14% Uhr, auf dem Städtischen Friedhof Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. 31. Abt. Unfer Genosse Sans Wisdalsti, Nordkapstr. 1, ist am Mittwoch, 8. Februar, plöglich verstorben. Wir ehren das Andenken dieses unermüd lichen und uns allen in dauernder Erinnerung bleibenden Funktionärs durch zahlreiche Beteiligung bei der Einäscherungsfeier am Dienstag, 14. Februar, 11 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Die Mitgliedschaft und die Rameraden des Reichsbanners werden gebeten, fidy um 10 Uhr im Lokal des Genoffen Goldschmidt zum gemeinsamen Trauermarsch einzufinden. Die Abteilungsleitung. 137. Abt. Unfer Genoffe Stephan ist verstorben. Die Einäscherung erfolgt Montag, vormittags 10 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. SPJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendsekretariat Berlin SW. 68, Lindenstraße 2, vorn 1 Treppe rechts. 3. Mufizierstunde des prol. Orchesters der GAS. Heute, Sonntag: 1. Konzert um 11 Uhr in der Aula der Karl- Marr- Schule, Neukölln, Raiser- FriedrichStraße 208-210.2. Ronzert um 17 Uhr in der Aula der Heinrich- SchliemannSchule, Berlin N, Gleimstr. 49. Eintrittskarten zu 30 Bf. find im Sekretariat und an der Raffe erhältlich. Wanderleiterkonferens morgen, 19% Uhr, Lindenstr. 4. Lichtbildervortrag. SAJ. Buchbruder beteiligen fich morgen restlos an der Borbesprechung für die Lehrlingsversammlung um 17 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 4. Mitgliederversammlung der Gesamtorganisation. am Dienstag, 14. Februar, 19 Uhr, im großen Saal des Lehrervereinshauses am Alexanderplak. Genoffe Rudolf Breitscheid spricht über: Sitler regiert was nun? Alle Gruppenveranstaltungen fallen aus. Beschluß des Bezirks ausschusses: Wer ohne Mitgliedsbuch erscheint, hat teinen Rutritt. Rabarett- Matinee der Bollsbühne am Sonntag, dem 26. februar, 11 Uhr. Karten au 1 M. find im Sekretariat erhältlich. Schluß mit der Spaltung! Täglich fallen Opfer. Die Arbeiterschaft, gleichviel, ob Kommunisten oder Sozialdemokraten, ist ihres Lebens nicht mehr sicher. Ihre Zeitungen werden verboten, ihre Rechte bedroht. Es ist die höchste Zeit, den Bruderkampf einzustellen und zusammenzustehen, um den gemeinsamen Feind abzuwehren. Ueber Tattit" reden wir ein andermal. " 1 Wir schlagen die Rote Fahne" auf. Auf der zweiten Seite ein von offenbaren unwahrheiten strozzender Bericht aus Harburg, der gegen unsere Genossen verleumderische Angriffe richtet. Auf der vierten Seite ein Aufruf des kommunistischen Jugendverbandes, gespickt von Angriffen gegen den Deutschen Landarbeiterverband. Weiter ein Artikel über die Schmalz- und Fleischverteuerung, in dem von angeblichen Müller- Zöllen geredet wird, sowie eine Notiz, die wiederlegte Verleumdungen gegen Leipart wiederholt. In der ersten Beilage wird das Interview des SA.- Führers Helldorf entsprechend ,, ausgewertet". Natürlich gegen die Sozialdemokraten. Des weiteren ein Brief an den Vorwärts" und eine gegen den Gesamtverband gerichtete Notiz über Heute, Sonntag: Gesundbrunnen II: 16 Uhr bei Baer. 18 Uhr Heimabend. Norden: Treffpunkt zur Funktionärtonferenz 8% Uhr, Gustav- Meyer- Allee. Faltplag II: Heimabend.- Südwest: Musik auf Schallplatten. Röpenider Viertel: 18 Uhr, Roter Treff. Werbebezirksveranstaltung. Briz: Unser Kampflied. Neutölln III: Feierstunde der deutschen Preise. Neukölln IV: Wir gehen alle zum Konzert des prol. Orchefters, 11 Uhr, KMS. Friedrichsfelde: Fahrt nach Birkenwerder. Pünktlich 8 Uhr, Bhf. Lichtenberg- Friedrichsfelde, Eing. Prinzenallee. 50 Pf. Tegel: 18 Uhr Heimabend. Humboldthain: Treffpunkt 8½ Uhr, Rote Allee, zum Funktionärschulungskursus. Treffpunkt 16 Uhr, Rote Allee, zum Konzert. Werbebezirk Wedding: Funktionärschulungskursus 9 Uhr, Ledigenheim, 19 Uhr Heimabend. Werbebezirk Kreuzberg: Alle Gruppen beteiligen sich an dem Schallplattenabend( mit Gen. Denecke) der Gruppe Südwesten. Werbebezirk Reukölln: Die Gruppenleiter müssen heute die Karten für das Orchesterkonzert vor Beginn der Veranstaltung in der KMS. abrechnen.„ Der Querschnitt probt 14 Uhr an bekannter Stelle. Der Arbeitskursus des Werbeausschusses fällt aus. Faltenberg, 18 Uhr. Werbebezirk Müggelsee: Lichtbildevabend„ Chile" im Gemeinschaftshaus Werbebezirk Often: Lichtbildervortrag 19% Uhr. Referent Stadtrat Günther. Morgen, Montag, 20 Uhr: Sanja: Bunter Abend. Moabit I: Erlebnisse aus Spanien. Moabit II: Die Familie im sozialistischen Staat Sportpalast: Mitgliederversammlung. Arnswalder Plak II: Auch du mußt gewerkschaftlich organisiert sein! Fall plak I: Tagespolitik. Fallplak II: Jugend in Betrieb und Schule.- Hohenschönhausen: Tagespolitit. Sumannplay: Seguelle Fragen I.- Nordosten II: Unser Weg zum Sozialismus. Schönhauser Borstadt: Von Fahrten und Wandern. Stralauer Biertel: Wir lernen neue Lieder. Hallesches Tor: Arbeitsgemeinschaft. Rottbuffer Tor: Liederabend.- Quisenstadt: Karl Marg, sein Leben und Wirken. Charlottenburg- Süd: Arbeitsgemeinschaft mit Gen. Wolff. Neukölln II: Funktionärsigung. Baumschulenweg: Fahrtenberichte. Johannisthal: Spielabend. Friedrichsfelde: Moderne Musik( Schallplatten). Karlshorst: Warum bin ich arbeitslos? Tegel ,, Freie Scholle": Die Partei unter dem Sozialistengesek. Bankow III: Kampf um meine Arbeitszeit. SSG. Westen: 17 Uhr, Schöneberg: Französische Revolution 1789 I. Werbebezirk Schöneberg: Esperantokursus 20 Uhr in Schöneberg. einen Naziüberfall. Dazu ein langer Artikel prolemischen Inhalts gegen die Gewerkschaftsbürokratie", ein Hezartikel gegen die Führer des Verbandes der Maschinisten und Heizer, eine Notiz gegen Leipart. In der zweiten Beilage dasselbe Bild Immer noch Manöver. Wann werden sich die tommunistischen Führer zur Einheitsfront ver= stehen? Wenn es zu spät sein wird? Katastrophe der RGO. in Leipzig Bei der Wahl der Agitations- und Branchentomitées im Leipziger Metallarbeiterverband haben die Kommunisten eine fatastrophale Niederlage erlitten. Bisher konnte sie von 61 Mandaten nur ein einziges erringen. Von den Vertretern in der Großindustrie ist den Kommunisten. nicht ein einziger zugefallen. Die Romiteewahlen im Metallarbeiterverband find deshalb von größter Bedeutung, weil sich aus pen Komiteemitgliedern die große Ortsverwaltung zu sammensetzt.. Troz oder vielleicht wegen der monatelangen verwerflichen Hezze der Kommunisten haben sie nur einen Sig erhalten. Erscheinen aller dem Gesamtverband angehörenden Parteigenoffen, die Betriebsrat, Angestelltenrat, Arbeiterrat oder Betriebsobmann sind, ist unbedingte Pflicht! Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin G 14, Sebaftianstr. 37-38, Hof 2 Tr. Prenzlauer Berg( Ortsverein): Unser Ram. Hans Wisdalfti ist verstorben. Einäscherung Dienstag, 14. Februar, 11 Uhr, Krematortym Gerichtstraße. Antreten 912 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, in Bundestleidung mit Fahnen und Musit. Pflichtveranstaltung. Jungba: Dienstag, 14. Februar, Zusammenkunft an bekannter Stelle. Friedrichshain( VorChartrupp): Mittwoch, 15. Februar, 19% Uhr, Jugendheim Ebertnstr. 12. lottenburg( Ortsverein): Montag, 13. Februar, 20 Uhr, außerordentliche Generalversammlung im Edenpalast, Kaiser- Friedrich- Str. 24. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Entlastung des Vorstandes. 3. Berschiedenes. Attipe Kameraden in Bundeskleidung. Buchkontrolle. Schöneberg, Kameradschaft Rathaus: Montag, 13. Februar, 20 Uhr, Kameradschaftsversammlung im Lokal Kameradschaft Nollendorf: Montag, 13. Februar, 20% Uhr, Versammlung bei Raulig, Ryffhäuferstr. 8.-Steglig( Ortsverein): Montag, 13. Februar, 20 Uhr, Jahreshauptversammlung bei Schulz, Birkbuschstraße 90.- Bankow: Dienstag, 14. Februar, 20 Uhr, Mitgliederversammlun gen. Kameradschaft Pankow- Nord bei Neumann, Mendelstr. 17. schaft Niederschönhausen im Restaurant Wolfsschlucht. Schmidt, Ebersstr. 18. KameradReichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen. Ortsgruppe Westen: Bezirksversammlung mit anschließendem Filmvortrag am Dienstag, 14. Februar, 20 Uhr, im Nationalhof, Bülowstr. 37. Bezirk Wedding: Mitgliederversammlung am Dienstag, 14. Februar, um 20 Uhr, im Pazenhofer, Chausseestr. 64. 1 Arbeiter- Radio- Bund Deutschlands E. B. Montag, 13. Februar: Friedrichshain: Wertalla, Hohenlohestr. 3, Mitgliederversammlung. Dienstag, 14. Fe bruar: Prenzlauer Berg: Klug, Danziger Str. 71, Gruppenabend. TempelhofLindenhof: Enthstr. 48, Flur rechter Eingang, Bastelabend. Wilmersdorf: Alte Wilmersdorfer Klause, Berliner Str. 53, Gruppenabend. Donnerstag, 16. Fe bruar: Köpenid: Eisner, Kaiser- Wilhelm- Str. 3, Technischer Abend. Referent Genosse Brugmaier. Freitag, 17. Februar: Charlottenburg: Lehmann, Königsweg 8 ,,, Der Rondensator und feine Wirkung". Lichtenberg: Bibliothet, Weichselftraße 28, Bedeutung der Gittervorspannung". Neukölln: Klemt, Berliner ftraße 6, Gruppenabend. Gesundbrunnen: Kleines Gewerkschaftshaus, Stettiner Straße, Basteln. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Straße 100 ,,, Kurzwellen 3 Röhren“. Kreuzberg- Tempelhof: Wiersdorf, UrbanHeute: Südostkreis: Sigungsfaal des Bekleidungsarbeiterverbandes, Sebastianstr. 37-38. ,, Neue Wohnkultur." Nordostkreis: 18 Uhr int Nordkreis: Jugendheim Schönlanter Str. 11. Kunst auf Reifen." 19 Uhr im Jugendheim Rolonieftr. 22. ,, Bom Bolkslied zum modernen Schlager." Südkreis: 10 Uhr Treffen zur Besichtigung der Feuerwache Neukölln, Erfstraße. Ab 17 Uhr Kreisabend im Heim Bergstr. 29. Aus dem Alltag des Mädchen für alles." Oftkreis: Jugendheim Frankfurter Allee 307. Rarneval" Weftkreis: Jugendheim Spandau, Linderufer 1. Bunter Abend Jugendgruppe bes Berbandes der Nahrungsmittel- und Geträutearbeiter: Wanderung Rahnsdorf- Rüdersdorf. Treffen 2 Uhr Schlesischen Bahnhof. Jugend gruppe des Gesamtverbandes: Fahrt Summter See. Steffpunti 9 bis 10 Uhr Endstation der Linie 23, Rosenthal Dorf. Morgen, Montag: Zusammenkunft aller Gruppenleitungen im großen Gaal des Gesamtverbandes, 60 16, Michael tirchplag 1. Tagesordnung: 1. Unser Werben und Wirten. 10 Jahre Freie Gemertschafts- Jugend Berlin. Referent Erich Bidert. 2. Mitteilungen. Cinlas 19% Uhr, Beginn 20 Uhr. Zutritt nur gegen Borzeigung des Verbandsbuches und der Funktionärtarte. Jugendaruppe des Zentralverbandes der Anaeſtellten Es tommen folgende Jugendbezirke zu Sonntagsveranstaltungen zufammen: Lichtenberg von 18 bis 22 Uhr Jugendheim Gunterstr. 44. Char lottenburg von 19% bis 22 Uhr Jugendheim Wallstr. 76. Spandau von 19 bis 22 Uhr Jugendheim Lindenufer 1. Nordost I, Nordost II, Schönhauser Vorstadt um 19 Uhr im Altersheim Danziger Str. 62. Morgen, Montag, finden folgende Beranstaltungen statt: Webbing: Jugendheim Turiner Ede Geeftraße. Was geht in der Welt vor? Nordost II: Jugendheim Schönlanter Str. 11. Arbeitsgemeinschaft: Die Kulturen der Bölfer( 1. Abend: Einleitung). Leiter: Weigelt. Urban: Jugendheim Sobrecht- Ecke Sanderstraße. Wie wählt das Ausland? Die Freie Angestelltenbank e. 6. m. u.§." tagt heute von 19% bis 22 Uhr im Berbandshaus, Hedemannstr. 12. Berliner Gewerkschaftsschule. Reuer Kursus! Währungsfragen in der Wirtschaftskrise. Lehrer: Dr. Alfred Braunthal. Beginn: Freitag, 17. Februar, 19% Uhr, im Leibniz- Gymna fium, Mariannenplag 27-28. Der Kursus umfaßt voraussichtlich 6 Abende. Die Hörergebühr beträgt für Bollarbeiter 2 M., für Kurzarbeiter, Jugendliche und Lehrlinge 1 M., Arbeitslose find vom Hörerbeitrag befreit. Anmeldungen in den Sprechstunden der Berliner Gewerkschaftsschule, Engelufer 24-25, 3immer 25, 2. Treppen, geöffnet Montags und Freitags von 16-19 Uhr oder auf dem ersten Unterrichtsabend. Achtung, Buchdrucker! Am Dienstag, 14. Februar, 17 Uhr, findet im großen Saal des Gewerkschaftshauses die außerordentliche Generalversammlung der Lehrlingsabteilung statt. Tagesordnung u. a.: Wahl des Lehrlingsausschusses. Zum Einlaß berechtigt nur das Mitgliedsbuch, nicht die Mitgliedstarte. Bir bitten alle Lehrlinge darauf aufmerksam zu machen. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband, Berlin. Herrenmaßschneider: Branchenversammlung Montag, 19½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl des Branchenleiters, der Branchentommission sowie der Delegierten zur örtlichen Generalversammlung. 3. Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Branchenleitung. SPD. Fraktion beim Arbeitsamt Oft. Freitag, 17. Februar, 16% Uhr, bei Seipte, Lichtenberg, Kronprinzenstr. 47, Frattionsversammlung. oder Diktatur?" Referent Wilhelm Landa. " 1 Demokratie Knorr- Bremse. Donnerstag, 16. Februar, 15% Uhr, SPD.- Fraktionsver fammlung mit Sympathisierenden bei Fiedler, Sonntag. Ede Ludwig- Lehmann Straße. Politische Lage und Arbeiterschaft", Referent Mag Hendemann, M.d.2. Arbeitsgemeinschaft foz. Dentisten. Donnerstag, 16. Februar, 20 Uhr, Berfammlung bei Wollenberg, Aleranderplag. Sozialreaktion im Angriff", Referent Genoffe Prof. Chajes... AOR. der Stadt Berlin. Montag, 13. Februar, 16% Uhr, Bersammlung im großen Gaal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25. Unser Kampf gegen Die Sozialreaktion", Referent Rurt Heinig, M. d. R. Buchkontrolle. BBG., Bahnhof II, Müllerstraße. Montag, 13. Februar, 20 Uhr, Fraktionsversammlung bei Heinze, Barfusstr. 17. ,, Berlin bleibt rot!" Referent Alfred Martwig. Reichsbahn- Ausbesserungswerk Tempelhof. Mittwoch, 15. Februar, 15% Uhr, Fraktionssigung im Lotal Don Arehain. Arbeitsgemeinschaft sosialdemokratischer Arbeitnehmer bei ber Berliner Feuerwehr. Sigung am Dienstag, 14. Februar, und Mittwoch, 15. Februar, im Sigungsfaal des Bezirksverbandes, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen. Referent Genosse Dreffer. SPD- Fraktion im Gesamtverband. Morgen, Montag, 13. Februar, 19% Uhr, in den Kammersälen, Berlin S. 61, Teltower Str. 1-4, großer Saal, Bollversammlung der Betriebsräte, Angestelltenräte, Arbeiterräte und Betriebs. obmänner des Gesamtverbandes. Jahresbericht. Neuwahl der Betriebsrätevertretungen. Referat des, Kollegen Paul Schulz: Die Betriebsrätewahlen 1933. Wer DICKE PARI 2 Pfg. raucht Deutscher Arbeiter- Abstinenten Bund, Bezirksgruppe Schillerpart. Montag, 13. Februar, 20 Uhr, Arbeiterheim Wedding, Uferstr. 15, zusammenkunft. Tagesordnung: Altohol und Nationalsozialismus". Referenten: Genoffen Fournes und Liegmann( Gespräch eines Sozialisten und eines Nazi). ,, EHUG", Einheitsverband ber Hanbel- und Gewerbetreibenden und freien Berufe, Detsgruppe Berlin Gefäftsstelle jest Chauffeestr. 27, Sprechstunde für Rechts und Steuerberatung faglich von 16-18 Uhr( außer Sonnabends). Gewinnauszug 5. Klaffe 40. Preußisch- Süddeutsche Staats- Lotterie. Ohne Gewähr Nachdrud verboten Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 4. Ziehungstag 11. Februar 1933 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne au 10000. 130863 8 Gewinne au 5000. 148966 265572 325687 344970 18 Gewinne au 3000 m. 1897 26344 62644 75735 106428 113642 290413 321089 323052 56 Gewinne au 2000 m. 5206 7644 71248 77740 78643 89666 93682 102623 124629 128589 137960 149317 195123 196763 204445 205249 208807 214186 241153 260041 266570 288359 301595 309037 313243 355118 356711 392899 106 Gewinne au 1000 m. 3529 4927 7015 9527 10340 14480 16581 18474 30013 31980 35658 43447 43825 59494 80412 82805 87189 88836 97758 116257 136626 137685 147335 167281 169682 174376 175145 189665 189774 197529 221189 222812 226301 227404 239573 239697 241607 250665 254713 261221 263752 273757 284557 303312 307492 352244 352849 371267 377723 378222 390706 396395 398436 182 Gewinne au 500. 12816 20904 21205 23857 24597 28039 37952 42021 49318 53735 57160 59252 61915 62654 63320 72620 76218 76344 79453 82170 88732 94389 94591 96740 97558 101035 104373 104823 105197 106185 108309 114032 116507 117389 125315 130194 145107 145710 150865 158002 163437 165850 172165 173935 176009 177487 178422 181622 188550 205381 206996 208001 234030 244204 246032 248021 253458 255655 259864 277220 279624 286295 286946 287875 292237 293548 295002 299788 305682 305938 307853 311145 311616 320960 325900 334084 335646 336988 337202 338379 342908 353408 361895 362421 362491 380681 380870 389599 390894 392536 393945 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2. Gewinne zu 50000 m. 207747 2 Gewinne au 10000 m. 166992 8 Gewinne zu 5000 m. 4755 120816 214276 269917 32 Gewinne au 3000 m. 3844 83109 93425 97093 129235 165014 204697 233076 246188 265934 293098 314693 328826 346382 371488 372503 48 Gewinne zu 2000 m. 7549 16179 21231 32444 58989 93160 102181 104739 104949 153728 172553 188623 197205 204737 226513 254406 258865 268270 294346 336025 351532 365794 372670 386249 104 Gewinne au 1000 m. 18161 23128 34053 46973 50775 52818 61613 75858 84523 94814 102565 121619 122722 124531 125446 128625 134108 140590 149858 152124 165670 170768 175241 178440 179095 193759 244396 244706 251717 252728 256990 274014 280970 284117 289785 289911 290698-293404 295007 298274 311728 326042 330079 330486 345721 348262 364042 369071 375175 383186 383998 391753 188 Gewinne au 500 m. 6254 8617 10457 19440 19487 21410 24994 35241 41955 42708 47752 50865 61034 70533 71986 75948 92999 105015 117971 118267 121874 123006 136933 138173 141250 143295 152681 165847 167173 168113 168853 171162 173171 173831 175862 180140 185992 188119 195100 205615 211337 212937 215134 225233 230119 230345 239757 240810 240893 241944 242638 243149 249381 252763 254173 261817 262759 262951 263721 265292 270172 273216 277981 293180 293969 300191 303341 304482 305343 306221 312072 312621 315276 316818 327596 329059 332295 334325 336595 337001 340694 351016 389190 368450 371738 373122 375659 378563 382613 385849 390195 390331 392462 398263 Jm Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne I au je 500000, 2 zu je 200000, 4 Gewinne au je 100000, 6 zu je 75000, 10 zu je 50000, 26 zu je 25000, 168 zu je 10000, 442 zu je 5000, 854 zu je 3000, 2572 zu je 2000, 5136 zu je 1000, 8550 zu je 500, 25486 zu je 4 0, und 100 Schlußprämien au 3000 Mart. - raucht billiger und besser! 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Vielleicht gab es noch Gläubige, die auf eine nähere Erläuterung der Vierjahrespläne des ersten Regierungsausrufs warteten. Hier war verheißen worden, daß es in vier Jahren den Bauern wieder besser gehen muß. und daß in vier Jahren auch die Arbeits- losigkeit beseitigt sein muß. Bier Jahre sind eine lange Zeit. Die Massen haben vier Jahre Krieg mit Massengrab und Massenverstümme- lung durchkämpfen müssen, die Massen haben vier Jahre Inflation unter der Herrschast der großen Jnslationsgewinnler, der Schwer- industrie und der Großagrarier, durchlitten, den heutigen Bundesgenossen Hillers, denen die Jnfla- tion gar nicht lange genug dauern konnte. Sie haben vier Jahre Krisenelend infolge der kapitalistischen Mißwirtschaft auf sich nehmen müssen. Und nun kam der„Retter" an die Macht, dessen „unabänderliches Zeitprogramm" die gesamte soziale Frage zu losen und dessen„w i r t- s ch o f t l i ch e s Sofortprogramm" die Ar- beftslofigkeft und die Agrarkrise mit einem Schlage zu beseitigen sich vermaß. Jetzt nach der Machtergreifung ist in der Regie- rungsproklamafton und in den großen Programm- roden Hitters kein Wort mehr enthaften über die Durchführung des Sofortprogramms, kein Wort mehr über die Verwirklichung des „nationalen Sozialismus". Aus deu 25 Programmpunkten der RSDAP. find auf einmal tl programmatische Richtlinie« für die Regieruogsarbeit geworden. Soweit diese nicht Vernichtungsgel öbnisse gegen- über der klassenbewußten Arbeiterschaft enthalten, sind es immerhin etwas seltsame Richtlinien für eine Kampf bewegung.„Die Gesetze des Lebens sind immer gleich und immer dieselben." Dos ist nicht etwa ein Ausspruch des weisen Salomo, nein, es ist Punkt i des Programms, das vorgestern dem deutschen Volk von dem„Führer" beschert wurde, der einstens alles, alles umzuwälzen versprach. Erinnern wir un» doch ein wenig an die mar- kontesteu alten Programmpunkte. Da war das„Kern- und Herzstück" des Nazi- Programms die Abschaffung des arbeits- und mühelosen Einkommens, ihr Feldgeschrei „Brechung d e r Z i n s k n e ch t s cha s t". Der Erfinder dieses Feldgeschreis, Gottfried Feder, und mit ihm fein Feder-Geld ist schon seit längerer Zeit in Ungnade gefallen. Wirt- schaftsberater der Nazis und nunmehr Pressechef der Hitler-Hugenberg-Regierung wurde statt seiner der Vertrauensmann der Schwerindustrie Herr Funk, der frühere Wirtschaftsredakteur der GeZen Kartell-Boykott! Eine große Anzahl west- und südwestdeutscher Zementhändler haben sich jetzt zu einer Art Handelskartell zusammengeschlossen, um etwa beabsichtigten wirtschaftlichen Boykottmaß- nahmen der großen Zementkartelle mit Hilfe dieser Organisation stärkeren Wider st and ent- gegensctzen zu können. Da es sich hier um Handelsfirmen, die mit Auhenseiterfabriken arbeiteten, handelt, ist dieser Zusammenschluß eine begreifftche Vorsichtsmaßnahme. Bei der bekanMen Praxis der Zementkarlelle würden nämlich diese Händler nach Klärung der Außenseiterfrage unter Lieferboykott gesetzt und damit wirtschaftlich vernichtet werden. „Berliner Börsenzeitung", des schlimmsten Schars- macherblattes. Kein Wort mehr heute von der Vefeiti- gung des arbeits- und mühelosen Einkommens, kein Wort mehr von der A r b e i t s b e s ch a f- fung durch zinsloses Geldi kein Wort über die Enteignung der Bank- und Börsen- f ü r st« n—, nein, nicht einmal die Forderung auf volle Verstaatlichung der vom Reich mit Mil- liardenaufwand gestützten Großbanken und auf Aufbau einer planmäßigen Kreditversorgung der Wirtschaft. W i r haben den wirtschaftlichen Unsinn und die Unwahrheit dieses Programmpunktes von Anfang an entlarvt. W i r haben immer wieder betont, daß man die kapitalistische Knechtschaft als Ganzes beseitigen muß, die Klassenherrschaft und das kapitalistische Ausbeutungssystem, um eine gerechtere Einkommensverteilung herbeizuführen, das„mühelose Einkommen" und die Wirtschafts- krisen zu beseitigen. Wer für die Nazis war die„Brechung der Zinsknechtschaft" die stählerne Achse, um die sich alles dreht, geblieben, für sie war sie die„Lösung der sozialen Frage". Die Brechung der Zinsknechtschaft, Abschaffung des mühelosen Einkommens, Enteignung der Bank- und Börfenfürsten— diese stählernen Achsen sind heute abmontiert. „Wir fordern die Verstaatlichung der Trust s", so hieß es im Parteiprogramm der Nazis, wir fordern die sofortige Verstaat- lichung der privaten Monopole, so hieß es im Sofortprogramm der Nazis. Nichts davon mehr in dem Aufruf, nichts in Hitlers Programmrede. Herrn Hugenberg hat man zum Wirtschaftsdiktator ge- macht, er wird mit Hitler als Reichskanzler Zugleich mft seinen Sanierungsbeschlüssen ver- öffenllicht jetzt der Linke-Hofmann-Äon- z e r n in Breslau ein Jahr verspätet seinen Ab- schluß für das am 30. September beendete Ge- fchäftsjahr 1330/31. Man hat diesen Abschluß be- wüßt verzögert, um die durch die Sanierung von Grund auf veränderten Bilanzwerte rückwirkend in den 1331er Wschluß einzusetzen. Es ist nicht ersichtlich, warum die Verwaltung nicht zugleich mit dieser veralteten Bilanz den Abschluß für das Ende September beendete letzte Geschäftsjahr 1331/32 mit vorgelegt hat, denn die jetzt veröffentlichten Umsatz- und Beleg» schaftsziffern besitzen nur noch historischen Wert. Im Berichtsjahr war der Konzern noch Verhältnis- mäßig gut beschäftigt. Der Gesamtumsatz der eigenen Werke betrug 46 Millionen und einschließ- lich der drei Tochtergesellschaften— Waggonfabrik Schöndorff-Düsseldorf, Archimedes-Breslau und Rigaer Waggon— erreichte der Konzernumsatz 1330/31 noch 78 Millionen Mark. Im weiteren Verlauf der systematischen Zu- sammenlegung der Betriebe wurden die beiden Werke Köln und Werdau st i l l g e l e g t. Die Kon- zern-Belegschast umfaßte am Ende des Berichts- jahresnur noch 40S4Arbeiter undAn- g e st e l l t e. Durch Hereinnahme größerer Auslandsauf- lräge gelang es Dinke-hofmann, seinen Aus- lragsbesland zu Beginn des letzten Geschäftsjahres noch verhältnismäßig hochzuhalten. Er betrug rund 21,3 Millionen Mark, wovon auf da» Ausland allein ILF? Millionen entfallen. Mit der von der Verwaltung bereits beschlosienen Sanierung, die von der bevorstehenden General- Versammlung noch zu genehmigen ist. zieht der Konzern den S ch l u ß st r i ch unter das Kapitel Waggonkonzentration. Di« Zusammenschlußperiode, in der sich der Breslauer Konzern ohne die Rücken- deckung eigener großer Barreserven allzu expan- sionsfreudig erwiesen hat, macht im Hinblick auf sicher nicht dessen früheres„unabänderliches" Pro- gramm, sondern das Programm der unbeschränk- ten Herrschaft des Trustkapftals und des Groß- arundbesiges durchführen. Und der einfache Mann von der Straße wird dazu mit Recht sagen: Mit Kamps- schatzspenden des Trustkapitals, mit Unterstützung der Herren Thyssen vom Stahltrust, Rosterg vom Kalitrust, Dykerhoff vom Zementlrust usw. ist der Faschismus großgezüchtet worden, und diesen re- aktionärsten Trustmächten wird heute, obwohl Hitler Reichskanzler ist, die Herrschaft über die Wirtschaft und damit über das Schicksal des Volkes überlassen. In Wort und Schrift zogen die Nazis gegen die internationalen Monopole und T r u st s zu Felde. Das Diktat und die Preis- Willkür der internationalen Erdölgruppen auf dem deutschen Markte schädigt aufs schwerste die Kraftverkehrswirtschaft. Reichskanzler hiller hat gestern bei der Einweihung der Auiomobilaucslellung eine große Rede über die Kraslverkehrswirtschast geHallen. Bon einem Kamps gegen den Machtmißbrauch der Monopolstellung der Oel- und Benzinmagnaten haben wir nichts vernommen. Und die verheißene Bodenreform, die Abschaffung des B o d e n z i n s e s, die Enteig- nung und Aufteilung des Bodens und die„beschleunigte Durchführung der Ostsied- lung?" Als erstes hat die Hiller-Hugenberg-Regierung jede weitere öffentliche Untersuchung der O st- Hilfeskandale unterbunden. All die Barone, Freiherren und Grasen von Oldenburg bis Zitzewitz, die sich auf Kosten des Volkes mit die schlechte Ausnutzung der Anlagen eine Vereint- gung der wichtigsten Vermögenswerte notwendig, die durch eine Zusammenstreichung des Aktien- kapitals von 30 auf 12 Millionen Mark(10: 4) erreicht wird. Einschließlich des im Berichtsjahr noch erzielten Reingewinnes und der heran- gezogenen Reserven stehen zu Sonder- abschreibungen insgesamt 23,46 Millionen zur Verfügung. Nach einer zwanzigmonatigen Voruntersuchung. deren Dauer wiederholt die schärfste Kritik die Oefsenllichkeit herausgefordert hat, wird Ende dieses Monats endlich der Monstreprozeß gegen die Mirlschastsverbrecher Lahusen in Bremen beginnen. Gerade zur rechten Zeit erscheint das Gutachten des Betriebswissenschaftlers Prof. Ä a l o e r a m, das dieser im Auftrag des Konkursverwalters Heinemann über„die Handels- und zivilrechtlichen Regreßansprüche im Nordwolle-Konkurs" verfaßt hat. Die Heranziehung dieses Sachverständigen hatte der Konkursverwaller im Interesse des Wahr- heitsberichtes für notwendig erachtet, da sich gegen die wuchtigen Feststellungen der untersuchenden Treuhand A.-G. für Warenverkehr(Treuverkehri nicht nur die Angriffe der angeklagten Brüder Lahusen und ihrer Verteidiger, sondern auch sehr einflußreicher Kapitalscliquen aus der Bremer Patrizerklasse immer mehr häuften. Das Gutachten Kalverams ist für die Lahusen- Clique in Bremen ein furchtbarer Schlag. jedem Mittel ihre Güter und Schlösser erhalten. die den Bauern und Sieblern den Boden ver- sperren, den Handwerkern ihren Lohn vorenthalten, die Landarbeiter elend entlohnen und bedrücken— sie wissen, warum sie die Hitler- Hugenberg-Regierung begrüßten. Mir vernehmen auch nichts über die umfassenden Maßnahmen„zur Behebung der Mohnungs- not", nichts über die grandiose„Bau- und Wirtschastsbank", obwohl doch die Daulustigen sofort nach dem zinslosen Geld Schlange stehen würden. Von der Besteuerung der Großverdiener, der Senkung der ausreizend hohen Pen- s i o n e n, der Herabsetzung der R i e s e n g e h ä l- ter in der Privatwirtschaft war auch nichts zu hören, und der Naziwähler muß sich mit der Hoffnung begnügen, daß Herr H u g e n- berg in aller Stille diese Anpassung an die Armut der Nation durchführt, zuerst einmal bei seiner Ufa, bei der die Verwaltung rund eine Million kostete und jeder der acht Direktoren im Durchschnitt 100 000 Mark erhielt. Und der Pro- grammpunkt der Senkung der indirek- ten Steuern scheint im Hitler-Hugenberg- Kabinett auch noch nicht.Hurchberaten" zu sein, denn zunächst ist durch die Schmalzzollerhöhung die schlimmste Verbrauchsbesteuerung, ja sogar Verbrauchsentziehung durchgeführt worden, die sich denken läßt. Was bisher verkündet und getan worden ist unter der Verantwortung Adolf Hitlers, das hat mit der Verwirklichung des'Rational s o z i a l i s- mus einer Arbeiter Partei nichts zu tun. Das ist das Gegenteil von sozialistischer und von Arbeiterpolitik, und diese Politik kann auch, noch- dem neun Zehntel des deutschen Volkes ans Arbeitern„der Stirn und der Faust" bestehen, nicht nationale Politik genannt werden. Das'st bestenfalls ein„Sozialismus" der feinen Leute. In dem Bericht des Aufsichtsrats heißt es, daß u. a. auch Herr Kammerpräsident Kurt von Kleefeld „infolge Verlegung seines Mohnfihes nach dem Ausland ausgesch'eden" fei. Die Linke-Hofmann-Berwaltung besitzt eine eigene Art, unangenehme Dinge diplomatisch aus- zudrücken. Dieser Herr von Kleefeld, dem man noch„aufrichtigen Dank für die geleistete Mit- arbeit" ausspricht, ist nämlich unter Mitnahme seines Vermögens nach der Schweiz ge- flüchtet und der Steuerfiskus hat einen Steck- brief hinter ihm erlassen. Dies nur zur Klar- ftellung dieser peinlichen Angelegenheit. Es ist mit seinen nahezu 200 Seiten Text eine einzige vernichtende Anklage gegen die ver- brecherische Mißwirtschost, die von den Bremer Halbgöttern Lahusen. den engen Freunden der Nazis, feit dem llahre 1326 getrieben wurde. In seiner abschließende» Schlußbetrachtung hebt Prof. Kaloeram hervor, daß Buchhaltung und Bilanzen der Nordwolle der Grundforderung, die Lage des Vermögens ersichtlich zu machen, vom Jahre 13 2 6 ab nicht entsprochen haben. Sie enthalten eine Unzahl von Bewertungsdelikten und Fälschungen. Obwohl bei den BUanzbewertungen von seiner Seite mit großer'Rachsicht verfahren worden sei. stellt der Gutachter fest, daß die Lage der Nord- wolle schon im Jahre 1328 gefahrvoll und Ende 1323 katastrophal gewesen sei.(1328 aber schüttete die Nordwolle noch 8 Proz. Dividende aus und 1323 wurde ein unscheinbarer Verlust ausgewiesen. R. d.„B.") Von Jahr zu Jahr klaffte zwischen den ausgewiesenen und wirklichen Jahxesergeb- Sanierter Waggontrust Linke-Hofmann nach Abschluß der Waggonkonzentration Preisfrage für die Nazis Raffende und Schaffende— Sechs Jahre Lahusen-Fälschungen 3 Eßlöffel ZZMUMDS? auf 1 üter Waffer und 3 Minuten durchkochen lassen. Das gibt dann den guten Kaffeegefchmack/ nissen eine größere Kluft. Es betrugen die Bilanzergebnisse: auf Grund des Summe der Fälschungen Mill. Mr. laut veröfientlighter Bilanz Gutachtens Mill. M. Mill. M. 1926 Gerainn 4,9 Berlust 4,7 9,6 7,8 今 ラ 99 3,8 11,6 1928 10,6 " 99 28,6 39,2 1929 " 9 0,6 24,0 " 95,7 95,1 " 9 133,9 109,9 1927 1929 Verlust In dieser Aufstellung enthüllt sich das Wirtschaftsverbrechen des Generaldirektors Karl Heinz Lahusen und der beteiligten Brüder in seiner ganzen Größe. Der mächtigste Konzern der deutschen Wollindustrie, in dem bei seinen engen Beziehungen zum Weltmarkt Millionen au s= ländischer Kredite arbeiteten, zahlte 1926 eine Dividende von 10 Pro3., 1927 eine Dividende von 12 Broz. und im darauffolgenden Jahre, als von dem 75- Millionen- Stammkapital bereits ein Drittel als völlig verloren angesehen werden mußte, noch 8 Proz. Dividende. Hand in Hand damit floffen millionenschwere Tanfiemenzahlungen in die Taschen der Lahusens. Im Jahre 1930 endlich, als man sich zu einem Verlustausweis von 24 Millionen Mark entschlossen hatte, war die Ueberschuldung schon ins Grenzenlose gewachsen. Es hätte mindestens ein Verlust von 133,9 Millionen erscheinen müssen. Bei Anwendung strenger Bewertungsmaßstäbe, die sich an der Rentabilität des Unternehmens orientierten, wäre ein Verlustausweis 170 Millionen erforderlich gewesen. von Nach Aufzählung der vielfachen Bewertungsdelikte und Fälschungen in Form von gänzlich willfürlichen Buchungen, Verschleierungen von Bankschulden 1930: vorhandene Bankschulden 172,6 Millionen, ausgewiesene Bankschulden: feine!! und zahlloser anderer Manipulationen, stellt Kalveram als Ursachen des Zusammenbruchs die ausgesprochene spekulative Geschäftspolitik, den fehlerhaften Konzernaufbau und die planlose Rationalisierung und Fabrikation fest. Wesentlich beschleunigt wurde der Zusammenbruch dadurch, daß in Verlust jahren das Unternehmen durch Herausnahme von 20,2 Millionen Dividende und 4,6 Millionen Tantiemen ausgezehrt wurde. Die Selbstbereicherung der angeklagten Lahusen war einfach phantastisch. Die persönlichen Entnahmen durch die Gebrüder G. Carl und Heinz Lahusen erreichten in Jahren 1926 bis 1930 17,9 Millionen Mark, nachdem sie vorher schon an Tantiemen in den gleichen Jahren 3½ bis 4 Millionen eingesteckt hatten. Das Generaldirektorengehalt ist selbstverständlich bei diesen Entnahmen nicht einge rechnet. Wir richten die Preisfrage an die Nazis: Sind die Gebrüder Lahufen Raffende oder Schaffende? Wir fragen weiter: Warum hat die nationalsozialistische Presse ihren Lesern vorenthalten, daß die Bremer Patrizier" alles in allem einige hundert Millionen Mark verpulvert und damit Tausende von Textilarbeitern brotlos gemacht haben? Und auf unsere letzte Frage erwarten wir eine besonders eingehende Auskunft: Warum haben sich ausgerechnet die beiden Leibanwälte des jehigen Reichskanzlers, der Göffinger Rechtsanwalt Luetgebrune und Frank II bereit erklärt, die Berteidigung dieser Berbrecher zu übernehmen. Und warum mußte Frank II. dann seine Verteidigung wieder zurücknehmen? Auch England schnürt weiter ab Die Regierung der nationalen Konzentration in England gerät mit ihrer 3011- und Kontingents politif immer mehr auf die schiefe Ebene. Trotz des außerordentlich scharfen Einspruchs der skandinavischen Länder gegen die englischen Spec- und Fleischkontingente erklärte der Staatssekretär des Agrarministeriums, daß man ,, infolge der guten Erfahrungen"(? D. Red.) das Kontingentsystem beibehalten und sogar noch ausbauen werde. Auch die britische Regierung hat offenbar noch weitere Nackenschläge notwendig, um endlich zu erkennen, wohin sie mit dieser Art Handelspolitik treibt. Frist für die Abgabe der Steuererklärungen. Die Frist für die allgemeine Abgabe der Steuererflärungen für die Veranlagung zur Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer wird bis zum 15. März 1933 verlängert. Hustensirup von der Mutter auf billigste Art selbst hergestellt ist ein ausgezeichnetes Heilmittel, das in keinem Haushalte fehlen sollte. Sie müssen zur Herstellung aber Ansy verwenden, wenn es ein wirklich guter und heilender Hustensirup werden soll. Ansy( dreifach konzentriert) wird einem Sirup beigefügt, den man aus 250 g in kochendem Wasser gelöstem Zucker herstellt. Abgekühlt wird es löffelweise verabreicht und genügt für mehrere Wochen. Ansy heit jeden Husten bei Erwachsenen und Kindern. Sie erhalten es in jeder Apotheke zum Preise von RM. 2. die Flasche. Ein Versuch mit Ansy wird Sie bestimmt zufrieden stellen. Die Pflicht der Wohnungsämter Wir fordern öffentliche Wohnungspflege und Erhaltung des Mieterschutzes Die Sozialdemokratie fämpft feit jeher für einen ausreichenden Schuh der Mieter. Sie war es, die dafür gesorgt hat, daß nach dem Kriege für die arbeitende Bevölkerung nach Möglichkeit gefunde und ausreichende Räume geschaffen wurden. Die sozialdemokratischen Vertreter in Reichs- und städtischen Behörden haben aber immer wieder darauf gedrängt, daß darüber hinaus für alle Wohnungen eine öffentliche Be auffichtigung und kontrolle geschaffen wird, die die schlimmsten Mängel der Elendsviertel in den Großstädten zu verhüten sucht. Erst am 6. Dezember 1932 hat die sozialdemokratische Reichstagsfraktion einen Antrag eingebracht, der eine öffentliche Wohnungsfürsorge fordert. Darin wurde verlangt, daß durch die einzelnen Wohnungsämter besondere Ausschüsse gebildet werden, die alle Wohnungsfragen, insbesondere die laufenden Instandsehungsarbeiten und zu Wohnzwecken ungeeignete Räume und Stadtviertel beaufsichtigen soll. Alle diese Anfäße eines wirklichen Schutzes der Mieter, ihrer Gesundheit und ihrer Wohnungsverhältnisse, sind wieder stark bedroht. Wer deshalb nicht der Willkür und dem„ guten" Willen seiner Hausbesiker ausgeliefert sein will, der wählt am 5. März zum Reichstag und am 12. März zu den kommunalwahlen nur Sozialdemokraten. * Nachdem die Wohnungszwangswirtschaft in Berlin aufgehört hat, erwachsen auch der Stadt neue Aufgaben in der Wohnungsaufsicht und pflege. Bisher wurde dieser Zweig der Wohnungsfürsorge durch das Wohnungsamt mit erledigt. Nunmehr soll aber durch eine vorläufige Dienstanweisung des Oberbürgermeisters Einheit Der Güdwesten meldet sich Bahnprojekt Lichterfelde- Teltow- Neubabelsberg Eine von der Arbeitsgemeinschaft für Verkehrsangelegenheiten im Südwesten" in Teltow abgehaltene öffentliche Versammlung beschäftigte sich mit dem Vorortbahnprojekt Lichterfelde Ost- Tel. tom- Stahnsdorf- Neubabelsberg. lichkeit für die jeßigen Maßnahmen geschaffen werden. Die Hauptaufgaben der städtischen Woh nungsaufsicht sind: die Beseitigung aller baulichen und gesundheitlichen Mißstände in den einzelnen Wohnungen, Erziehung der Mieter zu pfleglicher Benuzung ihrer Räume und auf die allgemeine Verbesserung der Wohnverhältnisse, namentlich der Minderbemittelten, hinzuarbeiten. Zu einer großzügigen, planmäßigen Durchführung dieser gerade für Berlins Mietfasernen besonders wichtigen Arbeit fehlen nur leider die dafür notwendigen Mittel. Bis jetzt gibt es noch teinerlei Kontrollorgane der Wohnungsaufsicht, sondern von den Aufsichtsbeamten der einzelnen Bezirke wird lediglich den einlaufenden Be= schwerden nachgegangen. Die Hauptklagen der Mieter beziehen sich auf verheerende Mißstände. In den proletarischen Bezirken handelt es sich meist um Krankheits- und Seuchenherde, die oftmals trog aller Beschwerden von den Hauseigentümern freiwillig nicht beseitigt werden. Auch gegen Unge= ziefer, insbesondere gegen Wanzen, wird oft nicht genug eingeschritten. Weiter fehlt es in den Arbeiterwohnungen an den wichtigsten Dingen: an brauchbaren Defen, genügender Beleuchtung und anständigen Schornsteinen. Miserable Abortverhältnisse und schleichende Feuchtigkeit in den Wohnungen gehören zu den täglichen Beschwerden. Dagegen haben die Mieter des Westens andere Sorgen. Viele Leute befißen dort ausgesprochene Tierzüchtereien in ihren Wohnungen, die die NachHochbetrieb in der ,, Neuen Welt" Troz aller Wirtschaftsnot erhalten sich in Berlin die traditionellen Bockbierfeste, die für die Leute an der Spree das sind, was dem Münchener das Oktoberfest bedeutet. Und es geht auf den Berliner Bockbierfesten meist auch recht bayerisch zu. Das richtige Berliner Bockbierfest ist nun einmal für mehrere Wochen in der Neuen Welt" in der Bürgermeister Steffen Teltow begründete u. a. die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit des Bahnprojektes sowie die Aussichten für seine Wirte schaftlichkeit, die sich aus der überaus starken Siedlungsentwicklung in Teltow, Stahnsdorf und Klein- Machnom ergäben, und er unterstrich die Tatsache, daß die Einwohnerzahl von Teltow seit dem ersten Hervortreten des Bahnprojekts vor etwa 25 bis 30 Jahren sich annähernd verdreifacht habe. Die Neusiedlungen der letzten Jahre machen ungefähr das Sechsfache der vor dem Kriege vorhandenen älteren Stadtteile an Fläche aus. Große Kleingartenkolonien ebenso wie die gesamte Einwohnerschaft Teltows und deren Siedler verlangen seit Jahren mit allem Nachdruck die Schaffung einer Schnellverkehrsverbindung für den Berufsverkehr nach Berlin. Auch die großen Friedhöfe von denen der Stahnsdorfer bereits mit 30 000 Gräbern belegt ist, brauchen eine bessere und schnellere Verbindung von und nach Berlin. Diese Entwicklung werde natürlich noch ganz andere Formen annehmen, sobald fest= stehe, daß die Bahn tatsächlich gebaut werde. Die Versammlung nahm eine Entschließung an, in der der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft die Förderung der seit langem projektierten Berlängerung der Vorortbahn von Lichterfelde- Ost über Teltow- Stahnsdorf- Neubabelsberg für das Sofortprogramm der Arbeitsbeschaffung dringend nahegelegt wird. Bei der Besprechung vorhandener Berkehrsmißstände wurde u. a. auch lebhafte Klage über die gefährliche Ueberfüllung der Wagen der Straßenbahnlinie 96 geführt. Wie wird das Wetter? In Berlin: Troden, heiter bis wolfig, nachts Frost, mäßige Winde aus nordwestlicher Richtung. In Deutschland: Ueberall trockenes Wetter mit verbreiteten Nachtfrösten. Im Alpenvorland noch stärker bemölft, im übrigen Reiche vielfach heiter. Genoffe Friedrich Rausch, Seidenberger Str. 12, feierte jezt feinen 65. Geburtstag. In seiner 33jährigen Mitgliedschaft ist eine Fülle von Arbeit für unsere große Sache verkörpert. Genosse Rausch gehört der 125 Abteilung an. Eine Miniaturwerkstatt im Verkehrs- und Baumuseum. Das Verkehrs- und Baumuseum in Berlin soll jetzt ein genau der Wirklichkeit nachgebildetes Modell eines Lokomotiv- Ausbesserungsmerts der Reichsbahn erhalten. Das Modell gibt einen Ueberblick über den gesamten Ausbesserungsvorgang einer Lokomotive in der Werkstatt, und es fann daran von Stand zu Stand die Wiederauffrischung einer Lokomotive verfolgt werden. Wie wir hören, hat die Firma Kaisers Kaffeegeschäft G. m. b. H. zu Biersen- Rheinland wiederum eine Anzahl Waggons Lebensmittel für die Zwecke der Winterhilfe in den Städten ihrer Niederlassungen gespendet. Ein gutes Borbild! U- BAHNHOF HERMANNPLATZ DER KARSTADT- BAHNHOF barn belästigen. Es gibt ältere Frauen, die sich 10 bis 12 Razen in ihrer Wohnung halten und damit die ganze Umgebung tyrannisieren. Selbst aus den Neubauten, die aber immerhin heute schon bis zu 10 Jahren alt sind, laufen Beschwerden ein. Entweder wegen Feuchtigkeit oder sonstiger baulicher Fehler. Wenn die ergangenen Klagen berechtigt find, tann fast immer mit einem Erfolg gerechnet werden. Allerdings ist das Verfahren ziemlich langwierig, so daß die Gefahr besteht, daß dringende Hilfsmaßnahmen oft zu spät kommen. Der Wohnungsaufsichtsbeamte hat die Pflicht, zunächst den Hausbesizer oder Mieter je nach dem vorliegenden Fall zu beraten und anzumahnen, um eine gütliche Einwirkung zu versuchen. Erst wenn daraufhin keine Abhilfe erfolgt, wird eine Frist gefeßt, binnen der die Mängel beseitigt sein müssen. Danach kann dann das äußerste Druckmittel, der Zwang auf Grund des polizeilichen Hausverwaltungsgeseges angewandt werden, wenn die dagegen bestehende Beschwerdefrist von zwei Wochen abgelaufen ist. Das Ganze ist eine äußerst langwierige Arbeit, die nur mit einer planmäßigen Organisation wirtlich fruchtbringend wirken fann. Aehnlich wie das Mietschöffengericht an die Stelle des früheren Mieteinigungsamtes getreten ist, um die Mieter gegen die Hauswirte vor willkürlicher Heraussetzung zu schützen, muß auch die Wohnungsaufsicht in Zukunft so ausgebaut werden, daß gerade die Wohnquartiere der Werktätigen gegen die schlimmsten Schäden der Großstadt geschützt merden. Hasenheide. Hier sorgen zwei große Kapellen baŋerischer Buas mit den dazugehörenden Jodlerinnen für die nötige Stimmung. Es fehlt auch nicht an der sentimental pathetischen Note, wenn auf der Bühne Donner und Blig Einzug halten und das Alpenglühen mit Zeppelin" und Dornier- Wal" bestaunt werden. Die Leute, die hier beieinander sind, vergessen für ein paar Stunden die drückenden Sorgen des Tages. Während der Weissen Wochen kaufen Sie extra billig Linoleum und Fussboden- Belag Linoleum- Läufer mit Rand, 2. 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Winterparadies KARSTADT Schiffsiwnge Mmuerh 3)er Wirklichkeit nacherzählt/'Von Meinst Jacobs Nun war bcr kleine Hinnerk Hansen also doch Seemann geworden. Sein heißester Wunsch war in Ersüllung gegangen. Alle Ermahnungen seiner Mutter, seines Onkels hatten nicht gefruchtet. Er wollte Seemann werden, sobald die Schulzeit ab- geschlossen war. Da hatte denn Frau Hansen seufzend ihre Einwilligung gegeben. Und nun war Hinnerk Schiffsjunge an Bord der Tjalk„Water- näs", Heimathafen Thunersiel an der Nordseeküste. Wie war der kleine Hinnerk stolz, als er seinen Namen mit schülerhafter Steilheit und betonten Haar- und Grundstrichen in sein Seefahrtsbuch schreiben konnte. Ein richtiger Seemann war er nun. Jeder muhte ihn für voll ansehen. Einen dichtgeschlossenen blauen Sweater trug er und auf dem Kops die derbe Pudelmütze, die seine Mutter selbst gestrickt hatte. Sogar eine dicke Troddel aus blauer Schafwolle baumelte oben auf der Mütze, die aussah, wie ein klobiger zu kurz geratener Kaffeewärmer. Der Schuster hatte ihm ein Paar lange Seestiefel anmessen müssen. Die hatte der Onkel bezahlt. Den Seesack hatte ein invalider Segelschiffsmatrose ihm genäht. Richtig mit einem runden Boden drin. So war alles vorschriftsmäßig für einen Seemann hergerichtet. Und nun war Hinnerk Hansen an Bord der„Watsrnäs". Seit zehn Stunden schon. Auf„seinem"' Schiff war er. Ein Gefühl von unbändigem Stolz kam in dem kleinen Jungen auf, als er die Decksplanken zum erstenmal betrat. Er gehörte jetzt zu der Besatzung. Man würde ihm Pflichten übertragen. Sein Leben hatte jetzt doch einen Inhalt bekomnien. Wie ganz anders war das doch als der langweilige Schul- betrieb. Hinnerk beschloß, bei nächster Gelegenheit das Rauchen und Priemen zu lernen. Denn ein richtiger Seemann mußte priemen und spucken können. Und tätowieren lassen mußte er sich noch. So hatte er es gelesen, so hatten es ihm auch seine Schulkameraden erzählt, die jetzt bei einem Schnei- der oder einem Hufschmied oder sonstwo in der Lehre waren. Da war der Eigner der„Waternäs", der „Kapitän". Der sah freilich nicht aus wie ein Kapitän. In Wirklichkeit war er ja auch keiner. Er hatte zwar ein Patent, aber nur auf Küstenschiffahrt. Als Hinnerk sich bei ihm vorstellte, be> kam sein Selbstbewußtsein«inen eisigen Dämpfer. Der„Kapitän" warf keinen Blick aus seine neuen schmucken Ausrüstungsgegenstände. Kaum daß er ihn selbst ansah. Er nahm das Seesahrtsbuch an sich und winkte kurz ab. Hinnerk konnte sich in seiner Koje häuslich einrichten. Diese Koje war ein schmaler Bretterverschlag an der Seite des Wohn- logis. Ein musfiger Strohsack lag darin. Hinnerk packte seine Siebenjachen in den Derschlag upd ging an Deck. Hier stieß er aus einen älteren Mann. In einer schmierigen Kleidung und mit seinem unrasierten Gesicht machte er auf den Jungen einen abstoßen- den Eindruck. Fuselgeruch kam aus seinem Munde, als er Hinnerk ansprach: „Bllst du de Jung'?" Als Hinnerk die Frage bejahte, stieß der Mann ein merkwürdiges Kichern aus: „Wi hebbt all väl Jungs an Bord hat't." Hinnerk war ratlos, doch er sollte rasch erfahren, wer der Mann war. Der Eigner war eben aus dem Niedergang hochgekommen.„Klormaken!" war sein kurzer Befehl. Sosort beeilte sich der andere Mann, die Leinen loszumachen und Segel zu setzen. Die Reise ging los. Als die Tjalk offenes Wasser erreicht hatte. schickte der Schiffsiührer seinen Maat unter Deck. Hinnerk mußte sich mit ans Ruder setzen. Er sollte Kurshalten lernen. Nur spärliche Anwei- sungen bekam er von dem Eigner. Was wußte denn der Junge auch von Kompaß und Magnet- nadel, von Richtfeuern und Bojen? Hatte er Ahnung davon, was es hieß, ein unter vollen Segeln fahrendes Boot„hart am Wind" zu halten? Niemand hatte ihm bisher gesagt, was Kurs Nord- oft zu Ost bedeutete. Was hieß„über Stag" gehen? Solche seemännischen Ausdrücke hageltsn auf den Jungen ein. Er wagte nicht zu fragen. Eine leise Furcht kroch in seiner Brust hoch. Drei Stunden fuhren sie schon. Da sagte der Schiffer zu Hinnerk, er solle die Ruderwach« über- nehmen. Der Kurs liege genau an. Er habe nur darauf zu achten, daß die Tjalk nicht abkomm«. Hinnerk nahm den Ruderholnien. Der Alte ging unter Deck. Ganz allein war Hinnerk nun. Die berauschende Freude, daß er allein ein Schiff führen dürste, wurde niedergedrückt durch die Furcht, etwas falsch zu machen. Ueber ihm rauschten die Segel in der festen Brise. Die Taue knarrten in den Taljen. Born schäumte die Bug- welle weißleuchtend dahin. Die Augen des Jungen kamen nicht von der zitternden Magnetnadel fort. Da lag sein Weg. Er hatte darauf zu sehen, daß die Nadel nicht weiter nach rechts oder nach links kam. Seine Fäuste umspannten sest den Ruder- Holmen. Wie lange Hinnerk schon am Ruder saß, wußte er nicht. Vielleicht waren es Stunden, vielleicht auch nur Minuten gewesen. Jedenfalls hörte der Wind urplötzlich zu blasen aus. Die eben noch prall gespannten Segel schlugen schlaff und träge gegen die Masten. Die Tjalk gierte mächtig, sie machte keine Fal-rt mehr. Hinnerk wußte sich nicht zu helfen. Ar ufen getraute er sich nicht. Er hatte auch gar eme Zeit mehr. Denn die Wind- stille dauerte nur kurze Zeit. Mit verdoppelter Kraft blies jetzt wieder die Brise. Aber sie kann nicht mehr aus der alten Richtung. Der Wind hatte sich oerlagert. Mit einem unheimlichen Ruck schlug der Baum des Großsegels herum. Die Magnetnadel kam in die tollsten Schwingungen. Und in diesem Augenblick legte sich die Tjalk hart nach Backbord über. In höchster Angst schrie Hinnerk aus. Cr glaubte, das Schiff würde kentern. Da raste auch schon der Schiffsführer mit seinem Knecht den Niedergang hoch. Ein unverständ- lischer Wutschrei flog Hinnerk an. Dann wurde er beiseite gestoßen. Der Knecht machte sich an den Segeln zu schaffen und in kurzer Zeit war die Tjalk wieder auf den alten Kurs gebracht. Hinnerk mußte zur Strafe das Deck schrubben. Bei dieser Arbeit überkam ihm merkwürdig« Uebelkeit. Di« Seekrankheit machte sich bemerk- bar. Mit unmenschlicher Energie kämpfte er gegen EinrömischerSoldat... Während der Saturnalien herrschte zügellose Freiheit in den Straßen Roms. Weder Geschäfte noch ernste Gespräche waren erlaubt, nur Aus- gelassenheit, Scherz und Trunk. Die würdige Toga war verbannt, alles bekränzte sich mit Myrten- laub, und der Mummenschanz regierte die Stunde.. Auch die Standesunterschiede waren verschwunden: die Sklaven wurden von ihren eigenen Herren bedient. So feierte Rom die Saturnalien, aus denen 2000 Jahre später der Fasching unserer Zeitgenossen wurde. Wer war dieser Gott Saturn, dem die Römer dieses Fest weihten? Er trug zwei Ge- sichter: einmal war er der segenbringende Macht- haber eines verschollenen, goldenen Zeitalters, dann der Zeit- oder Todesgott, identisch mit dem griechi- schen Kronos, der seine eigenen Kinder verschlang, sich also an der Zeit sättigte, deren Opfer der Mensch ist. Doch die römischen Soldaten hatten noch einen besonderen Brauch. Durch das Los wurde für das Fest ein S ch e i n k ö n i g gewählt, der die Schwelgereien leiten muhte. In königliche Ge- wänder gekleidet, damit er dem Saturn gliche, durfte er seine Herrschaft mit vollen Zügen ge- niehen. Nichts war ihm, dem Held des Tages, während des Festes verboten. Aber so lustig seine Regierung war, so tragisch endete sie. Am dreißigsten Tage nach der Krönung mußte er sich am Altar des Gottes, den er verkörperte, töten. Dieses Kapitel aus der Biographie des Prinzen Karneval, der heute aus Holz oder Pappe durch die faschingsfreudigen Straßen stolziert und am Aschermittwoch verbrannt wird, mag wenig be- kannt sein. Bis tief in die Urzeit reichen die Wurzeln dieses Brauches; gehen wir aber durch den Urwald der Mythen weiter zurück, so erhebt sich hinter der Stammesgeschichte des Narrenkönigs ein unheimliches Wesen— der S ü n d e n b o ck. Mythos und Wirklichkeit. Wir verdanken vor allem B a ch o f e n den Be- griff jener mythischen Wirklichkeit, die sich hinter das würgende Gefühl an. Aber es nützte nichts. Er erbrach sich auf Deck. Das halte der Maat oe- merkt. Er ergriff ein Tauende und schlug hem- mungslos auf den gekrümmt daliegenden Jungen ein. Hinnerk wimmerte vor Schmerz und Uebel- keit. Dann umsing ihn wohltuende Ohnmacht. Ale ob der Maat darauf gewartet hätte, holte er eine Pütze Wasser aus der See und klatschte sie über den kranken Jungen. Hinnerk erwachte wieder. Mit flehenden Blicken sah er seinen Peiniger an. Doch der schrie mitleidslos auf ihn ein, es gebe hier an Bord kein Schlappmachen. Schwächlinge müßten eben zu Haufe bleiben. Mit einem Fußtritt jagte er Hinnerk hoch. Er mußte weiter Deckschrubben. Hinnerk Hansen hatte schon nach drei Tagen die Seekrankheit überstanden. Für den Eigner und seinen Knecht gab es so etwas überhaupt nicht. Der Jung« mußte arbeiten, als sei er kerngesund. Bielleicht war das auch die beste Kur, Hinnerk schnell von der Seekrankheit zu befreien. Er ar- bettete auch gern. Aber daß man ihn prügelte, wo er ging und stand, konnte er nicht begreifen. Beim Deckwafchen, beim Knotensplissen oder Segelsetzen, immer bekam er Knüffe und Stöße. In der ersten Zeit hatte er still vor sich hingeweint, dann aber kam sein Trotz durch. Er biß die Zähne zusammen. Machte sich sogar Selbstvorwllrfe. Hatte er es nicht selber verschuldet, daß man ihn schlug? Er hätte ja an Land bleiben können, bei einem Hand- werker in die Lehre gehen können. Nun mußte er eben aushalten. Die Tjalk„Waternäs" hatte schon zwei oder drei Reisen mit dem neuen Schiffsjungen gemacht. Immer nach Holland. Jetzt sollte es nach der dänischen Küste gehen. Es war Ende März, als die Reste losging. Hinnerk graute vor der Reife nach dem Norden. Bitter kalte Nodweststürme den Gebräuchen, Sagen und Legenden als wirken- des Element oerbirgt. Bei allem, was sich die Menschheit schuf und an Gottheiten erdachte, folgte sie mehr dunklen Trieben als vernünftigen Er- wägungen. Und jene mythische Wirklichkeit in uns blieb auch die Quelle, aus der heut« noch im breiten Strom der Aberglaube, das Grauen und die Ge- spenstersurcht fliehen. In diesem Erlebniskreis haben wir auch den Sündenbock zu suchen, der seit Urbeginn bis heute den Menschen Hilst, der eigenen Schuld ledig zu werden. Schuldgefühle und Schicksalsangst haben ihn geschaffen, und daß er noch nicht ge- starben ist, spüren wir bis in die jüngste Gegen- wart. Doch vorher noch ein paar Worte über seine dunkle Vergangenheit. Ueberall, in jeder primitiven Religion, findet sich das Motiv des Sllndenbocks. Der bekannte eng- tische Forscher F r a z e r widmet in seinem „TKe Golden Bough" ein breites Kapitel den menschlichen und öffentlichen Sündenböcken. Das Töten eines Gottes oder seine„Berspeisung" hat die gleiche Tendenz wie das Umbringen eines menschlichen Sündenbocks. So töteten die A z- teken jedes Jahr im Dezember ihren Gott Huitzilopoktlo zunächst als Bild und aßen ihn hinterher, was ihnen nicht schwer siel, denn er hatte die Gestalt eines Kuchens(Fastnachtkuchen)! „Auf einem anderen Feste starb der große Gott in der Person eines menschlichen Vertreters und lebte in der Person eines anderen wieder auf, der dazu bestimmt war, die verhängnisvolle Rolle des Gottesdaseins ein Jahr lang zu genießen, um dann wie alle seine Vorgänger nach dessen Ablauf um- gebracht zu werden." Heute noch wird in vielen Gegenden das Ende des Faschings dadurch zum Ausdruck gebracht, daß eine Puppe, die den Karneval verkörperte, oft nach komischem Gerichtsverfahren begraben oder ver- brannt wurde. Das Menschenopfer früherer Zeiten wird heute symbolisch dargestellt, aber die seelischen Beweggründe sind dieselben geblieben. Ja, diese seelischen Urmotive im Menschen haben sich weniger geändert, als wir uns träumen lassen. wehten schon seit Januar. Wenn die beiden Alten in dem Logis sahen und heißen Grog tranken, für ihn gab es keine Schonung. Er mußte bereit sein, zu jeder Stunde das Ruder zu übernehmen, mochte es Tag oder Nacht sein. Hinnerk unterdrückte die Angst vor dieser Winterreise. Er hatte schwere Zeiten auf diesem Höllenschiff überstanden, so würde auch das vorübergehen. Mehrere Tage schon schwamm die Tjalk gegen Norden. Grimmige Kälte fraß sich durch die dicke Kleidung der Seeleute. Die Laune der beiden Alten wurde von Tag zu Tag schlechter. Wenn das Schiff schlechte Fahrt machte, Hinnerk mußte es ausstehen. Er bekam Schläge, ob er etwas dafür konnte oder nicht. Als eines nachts im schweren Sturm, die beiden Alten saßen wieder im Logis, das Großsegel mit einem furchtbaren Knall zerfetzte, schlug der Schiffseigner so lange auf Hinnerk ein, bis der Junge bewußtlos zu- sammenbrach. Als Werkzeug hatte der Schinder eine eiserne Handspake benutzt. Hinnerk Hansen wurde von den beiden mit gebrochenem Arm in seine Koje getragen. Sie warfen ihn in seiner nassen Kleidung auf den Strohsack und ließen ihn liegen. Zwei Tage und eine Nacht lag der Schiffsjunge in seiner Koje. Dann hatte die Tjalk ihren Be- stimmungsort erreicht. Und als das Schiff wieder zurückreisen wollte, war Hinnerk Hansen nicht auf- zusinden. Er war in einer Nacht über Bord ge- gangen und hatte sich still versinken lassen. Knappe fünfhundert Meter von der dänischen Küste ent- fernt. Die beiden Schiffer dachten nicht daran, den dänischen Behörden Meldung zu machen. Als sie aber deutschen Boden betraten, wurden sie ver- hastet. Hinnerk Hansen hatte seiner Mutter alles geschrieben. Sein Tod wurde gesühnt. Nie wieder haben die beiden Schurken arme Schiffsjungen peinigen können. Diese Geschichte ist keineswegs erfunden. Nur die Personennamen und die Orte sind geändert. Bor knapp anderthalb Jahren wurden der uy- menschliche Kapitän und sein Helfershelfer zu hohen ZuchitHausstrafen verurteilt. In wie vielen unserer Zeitgenossen lebt jener Ur- mensch weiter, der, wenn es ihm schlecht ging, seinen Fetisch peitschte und für die eigen« Schuld seine Götter verantwortlich machte. Wir nennen es heute: Flucht vor der Verantwortung. Ein Blick in die Untersuchungen von Freud, Jung, Dacque, Frazer und L e v y- Brühl und man bekommt ein leichtes Angst- gefühl: nach welch einfachen, aber brutalen Prin- zipien läuft das Räderwerk der menschlichen Seele! Wo bleiben da die Herren mit ihrer idealistischen Geschichtsauffassung, mit ihren hohen Worten, hinter denen vielleicht gute Wünsche aber meistens schlechte Taten stecken. Nicht zuletzt beweist die unsterbliche Existenz des Sündenbocks die mate- riellen Voraussetzungen geschichtlichen Werdens, denn nur solange es Not gibt, wird nach Verant- wortung und Schuld gesucht werden, um sie fremden Schultern aufzubürden. Und dieser Mechanismus, dieses Diktat der inneren Schwäche, wurde zur Triebfeder von Ungerechtigkeiten, Quälereien und Grausamkeiten, denen die Welt- geschichte so viele mit Blut geschriebenen Ab- schnitte verdankt. Das Muster eines Sündenbocks. Genug der Theorie, die trotz ihrer Aktualität allzu grau erscheint neben einer Praxis, wo man mit einem Sündenbock mehr verdient als andere mit einer ganzen Viehzucht. Bei den Naturvölkern wird Magie getrieben,„um das Unheil auf Stell- Vertreter zu übertragen"; wir treiben es praktischer. Allerdings nicht so praktisch wie die Athener, die auf Staatskosten eine Anzahl Menschen als Sünden- böcke unterhielten. Drohte der Stadt Unheil, Seuche oder Hungersnot, wurde einer dieser Aus- gestoßenen vor den Toren als Opfer hingeschlachtet. Und heute? Wenn sie könnten, wie sie wollten, würde sich das alles genau so abspielen wie vor 2000 Jahren. Nur hätten die Kapitalisten oder Nationalisten nicht die Großzügigkeit, einige Marxisten oder Juden zu diesem Zweck auf Staatskosten zu unterhalten. Der Weg vom Prinzen Karneval zu den Juden ist nur ein Schritt. In Rom wurden die Juden— siehe Flavius Josephus und die anderen Geschichtsschreiber— erst als Narren aus- staffiert, damit das Volk etwas zu lachen hat, und dann qualvoll umgebracht, um für die weitere Belustigung zu sorgen. Im Mittelalter wurden sie „nur" verbrannt oder gesteinigt, wenn der Würge- «ngel der Seuchen durchs Land schritt, und die 3)er Sündenhock Grinst OKarneval, der llrmenfch und die Juden/ Von JCibra Je schwerer die Zeiten, desto mehr braucht Deine Familie den Schutz Deiner Lebensversicherung! Wenn es Dir schon schwer fällt, bei den jetzigen Zeiten Deine Familie zu ernähren- was sollte dann Deine Familie ohne Dich tun? HsriMsche Kamarilla kietzie das Volt zu Pogromen auf, um ihm. wenn auch kein Brot, so wenigstens Zirkus zu geben. Der Psychologe würde sagen: um dem Volk Gelegenheit zu geben, die Unzu- friedenheit abzureagieren.) DieIudenwaren immer der Sündenbock mit Ge- brauchsanweisung. Ueber die Ursachen des Antisemitis- mus hat sich schon manche Feder stumpf ge- schrieben, ohne das Rätsel dieser Barbarei zu lösen. Es soll hier nicht der Anspruch erhoben werden, die Sündenbocktheorie als eine Patent- lösung zu betrachten. Wer aber die Mythen der Vorzeit, die geistige Welt der Primitiven oder das individuelle und kollektive Unbewußte etwas unter die Lupe nimmt, wird an der Tatsache nicht vor- beigehen, daß der Menschheit wildeste Jagdleiden- schaft immer der Jagd nach dem Sllndenbock galt. Und warum in die Ferne schweifen, denn der Jude liegt so nah. Er ging durch alle Zeiten und ist an allen Orten. Daß er sich neben den Marxisten, Freimaurern und Radfahrern als der universalste Sündenbock bewährte, läßt sich un- schwer erklären. Er gehört im Volkskörper nicht horizontal einer bestimmten Klasse an, sondern er bewegt sich vertikal durch alle Schichten. Wir finden ihn unter hartgesottenen Kapitalisten, in den geistigen und künstlerischen Berufen und schließlich als Antipoden jener Kapitalisten: als große Sozia- listen, von denen die Zukunft noch sprechen wird, wenn Hitlers Namen in keinem Geschichtsbuch mehr zu finden ist. Diese Vielseitigkeit ergibt eine vorzügliche Angriffsfläche,«inen Sündenbock mit einem breiten Rücken. Die N a t i o n a l s o z i a l i st e n, die ihre Exi- stenz und ihren herrlichen Hofstaat dem jüdischen Sündenbock zu verdanken haben, richten heute ihre Propaganda gegen den k a p i t a l i st i s ch e n G e l d j u d e n, morgen gegen den antikapita- listischen, aber jüdischen Marxismus. Wo die Zeit einen Fleck hat, haben ihn die Juden ge- macht. Frellich merken die Leser— kein Engel ist so rein— von diesem„Verwechsel-das-Bäumlein"- Spiel nichts. Sie merken schier gar nichts und be- stimmt nicht, daß ihre braunen Helden und sie selbst weniger„fleischgewordene Eichbäume" sind als fleischgewordenes Urmenfchentum, das wieder den primitivsten Trieben folgt, jenseits aller Ver- nunft, Einsicht und Kultur; der Jagdleidenschast nach dem Sündenbock. Solange Menschen diesen Globus bevölkern, war es immer die billigste Methode, die eigene Schuld und Verantwortung mit einem„Hallet den Dieb!" loszuwerden. Und um das Bild abzurunden, er- leben wir, daß jene Kreise, die sich den Sünden- bock aus der allen Requisitenkiste der Gemeinheit und Dummhell hervorholten, gleich den anderen Seelenplunder einer Urzeit— was sie„seelische Vertiefung" nennen— mit hervorzerrten: den Wunderglauben, Okkultismus, die Sternen- götter und die„raunenden Runen". Mein Liebling, was willst du noch mehr: der Urmensch ist komplett. AU, aber gul... Der Witz von der Ausrede (Wenn Sie mal was Verbotenes getan haben, und Sie werden ertappt, und Sie erfinden rasdi eine Ausrede, und die ist natürlidi blöd, aber sdion saublöd— dann ist dennoch in Ihrem Herzen die dumme Hoffnung wach: wer weiß. oielleicht glaubt ers doch....' So ist es, und so ist der Ausredewitz): Von Warschau kommen Nathan und Isaak und wollen über die deutsche Grenze— aber Nathan hat keinen Paß... Isaak weiß Rat:„Hier Hab ich en schönen, großen, leeren Sack. Wirst de steigen erein, werd ich dr legn ins Gepäcknetz." „Oi weh! Werd kommen der Herr Zollbeamte und fragen: Was haben Se drin in dem Sack da oben...?" „Nu, werd ich sagen: Porzellan. Porzellan kost kann Zoll!"• Die Grenz« kommt, der Zöllner kommt. Im Gepäcknetz liegt reglos der Sack mit Nathan. „Nichts zu verzollen... So.— Was haben Sie denn da in dem Sack...?" „Porzellan, Herr Zollratleben, nix wie Por- zellan." „Wirklich... Nichts wie Porzellan... Soll ich mal nachsehen...?" „Wenn ich Ihnen sag: nix wie Porzellan!" Der mißtrauische Beamte klopft an den Sack, um sich zu überzeugen, obs klirrt. Da rufts aus dem Sack: „Kling klang...1" Vorilc. Muri 3>oberer: Hart schrillt Signal ins Morgengrauen: Fangt an ihr Männer, los ihr Frauenl Die Hände an die Griffe. Ein Hebel fällt und am Kontakt springt Funkenstrom im Katarakt bis die Motore brüllen. Dann läuft das Band den Tag entlang. Es rollt und rollt, und hält nicht an, zweihundert Hände tanzen. iZ. Da kommt es an— schon läuft es fort. Das Band läuft schnell, es läuft Rekord, zwei Meter die Minute. Sie greifen zu und lassen frei. Es gleitet an und ist vorbei. Zweihundert Hände zittern. Wer nicht mehr kann beim Fangespiel, dort vor dem Tor, da warten viel. Das Band liebt junge Opfer. Es macht nicht satt— es produziert— Es gibt, mit eurem Blut geschmiert, Gewinn und Dividende. kleine SSosheUen großer X'eufe Alfred Kerr. Alfred Kerr wird von jungen Dichtern und Schriftstellern bestürmt, die ihm ihre Erzeugnisse vorlesen wollen. Einmal sitzt Kerr in seinem Arbeitszimmer. Seine Sekretärin meldet ihm: „Ein Herr ist draußen, er läßt sich nicht ab- weisen, er will Sie unbedingt sprechen." „Wie sieht der Herr aus?" fragt Kerr.„Hat er«inen hohen Brustkasten?" „Jawohl, Herr Doktor. Mir ist gleich aufge- fallen, daß der Mann nicht nur einen starken Bauch, sondern auch ein« ungewöhnlich hohe Brust hat." „Dann lassen Sie ihn nicht herein," erwidert Kerr.„Sagen Sie ihm bitte, ich bin oerreist oder was Sie wollen. Dieser Mann trägt nämlich dicke Manuskript« unter seinem Mantel." Edgar Wallace. Ein junger Schriftsteller erschien einmal bei Edgar Wallace, um ihm eine Kriminalnovelle, be- titelt„Der kürzeste Weg", vorzulesen. Kaum hatte der junge Schreiber einige Sellen gelesen, unterbrach ihn Wallace: „Mein Herr, es ist nicht der kürzeste Weg. den Sie wählten." „Wie meinen Sie das?" fragte der junge Krimi- nalschriftsteller gespannt. Wallace erwiderte: „Der kürzeste Weg wäre gewesen, wenn Sie Ihr Produkt zu Hause ins Feuer geworfen hätten." MiUorifche Winialureii Röntgens aufdringliche Tischdame. Der große Phnsiler Wilhelm Röntgen, der mit der Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen eine der größten Taten aller Zeiten vollbrachte, starb von zehn Jahren, am 10- Februar 1923. Rölllgen hatte den Nobelpreis bekommen. Es fand in einer mittleren deutschen Stadt ein Fest- mahl statt. Röntgens Tischdame war die Frau eines höheren Beamten, die sich mehr durch Red- seligkell als durch Geist auszeichnete. Sie sragt« fortgesetzt auf Röntgen los. „lind Sie können also mit den X-Strahlen wirklich alles durchleuchten?" „Wenn nicht alles, so doch sehr vieles, gnädige Frau." „Sie könnten zum Beispiel meine Handtasche hier durchleuchten und feststellen, was ich darin habe?" „Jawohl, gnädige Frau." „Und hier dieses Stück Torte? Und Sie wür- den die Rosinen darin finden?" „Natürlich, gnädige Frau." „Und in meinem Körper würden Sie die Knochen sehen können?" „Ja, ja, gnädige Frau." „Und mein Gehirn könnten Sie auch...?" Jetzt wurde es Röntgen zu viel. „Gewiß. Aber ich glaube, wir würden nichts finden..." Die Dame fragte nicht weiter. dleclcer. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks Berlin Sonntag, 12. Februar 6. IS: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Hafenkouzert. 8: Für den Landwirt. 8.55: Morgenfeier. 10.05: Wettervorhersage. 11; Dichtung der Zeit. 11.30; Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12: Aus Leipzig: Richard-Wagner-Gedächtnisfeier. 13.05: Aus Flensburg; Mittagskonzert 14: Lore von Recklinghausen spricht mit einer Kinderärztin und einer Mutter. 14.30: Wintersport am Sonntag. 15; Kinder spielen. 15.30: Schallplattenkonzert. 16.10: Feier der Wiederkehr des Tages der Papstkrönung. Konzert 16.50: Schubert— Beethoven. Konzert. 17.30: Erfahrungen aus der Arbeit an Arbeitslosen. 18; Alt-Berliner Stadtklatsch. 18.55: Hexensabbat des Films. 19.15: Unterhaltungsmusik. 19.50: Sportnachrichten. 20; Aus Bayreuth: Gedenkstunde für Richard Wagner im Hause Wahnfried. 20.45: Konzert. 21.15: Richard Wagner. Lieder und Konzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Montag, 13. Februar 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Frühkonzert. 11.30: Aus Hannover: SchloOkonzert, 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30; Wetter- und Tages- nachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Orchideen-Jagd im tropischen Urwald. 15.35; Unterhaltungsmusik. 16.15; Deutsche Personenwagen auf der Internationaelu Automobil-Ausstellung. 16.30; Violenmusik. 17.15: Alte Musik.(Schallplatten.) 17.30: Tapferkeit im täglichen Leben. 17.50: Sport-Jugendstunde. 18.10; Unterhaltungs- und Tanzmusik. 18.30: Hanns Michael Ken liest eigene Prosa. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.15; Zehn Minuten für den Musikhörer. 19.25; Fortsetzung der Unterhaltungs- und Tanzmusik. 20.05: Ans der Städtischen Oper Charlottenburg:..Der fliegende Holländer." Oper von Wagner. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Dienstag, 14. Februar 6.15: Gymnastik. 6.35; Aus Breslau: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg; Mittagskonzert. 12.40; Die Viertelstunde für den Landwirt 13.30; Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände." 14: Schallplattenkonzert. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Die Krankenstube: Die Mutter Ist krank. 15.35: Richard Strauß. Konzert. 16.15; Fritz Carl Roegels liest eigene Prosa. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30; Interessante* aus der Strafjustiz. 17.45; Jugendstunde. 18.05; Robert Schumann. Konzert 18.30: Bücherstunde. 18.55: Die Funkstundc teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Hilfe für die Erwerbslosen. 19.40: Aus der Hochschule für Musik; Die Hochzeit Ein Fragment von Richard Wagner. Anschließend: Unterhaltungsmusik. 21: Wie man Rennfahrer wird. Heiteres Hörspiel. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Hamburg: Spätkonzert. Mittwoch, 15, Februar 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 11.30; Aus Leipzig: Mittagskonzert. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14; Schallplattenstunde. 14.55; Börsenberichte. 15.20: Erziehen heißt— sich erinnern können. 15.35: Italienische Lieder. 15.55; Lieder aus Operette und Tonfilm. 16.15: Wir jagen Füchse im Winterwald. 16.30; Aus Hannover: Vorspiele zu vergessenen Opern. 17.30: Dürfen wir Ihnen raten? 17.45; Die junge Generation im Buch. 18.05: Lieder. 18.30: Günter Eich liest eigene Prosa. 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Zum musikalischen Programm des Abends. 19.20: Ein lustiger Abend mit Gedanken und Musik. 20.20; Mozart-Konzert. 21.05: Bruckner-Konzert. 22.10; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 16. Februar 6.15; Gymnastik. 6.35: Aus Dresden: Frühkonzert. 11.30; Aus Breslau: Mittagskonzert 12.35: Wettermeldungen für den Landwirt. 12.40: Aus dem Institut für Tierzucht: Hörbericht. 13.30; Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14; Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20; Nomaden der Luft. 15.35: Weber-Konzert. 15.55: Schubert-Konzert. 16.15; Aus dem Tagebuch eines Stadtarztes. 16.30: Klaviertrios. 17.30: Was geht in China vor? 17.50; Doktor Ueberau erzählt. 18.10: Unterhaltungsmusik. 18.30: Herbert Eulenburg liest eigene Dichtungen. 18.55; Die Funkstunde teilt mit.., 19: Stimme zum Tag. 19.10: Die Dichtung lebt— wovon leben die Dichter? 19.35: Tönende Schrift. 20: Unterhaltungskonzert. 21: Das Mikrophon hat Ausgang. Ein beweglicher Abend. 22.30; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Freitag, 17, Februar 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 9.25: Schulfunk. 11.30; Aus Bremen: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Taktlose Menschen. 15.35; Isländische Lieder und Tänze. 16.15: Fortschritte im Autoraobilbau. 16.30; Aus Dresden: Nachmittagskonzcrt. 17.30: Das vergessene Buch. 17.40; Jugendstunde..18.10; Das neue Buch. 18.26; Schallplatten.(Aus Operetten.) 18.40; Einer von 80 Millionen. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10; Das unsichtbare Reich. 20.10: Heiteres Konzert 21.25; Klassische Streichquartette. 22.10; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Sonnabend, 18. Februar 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Danzig: Frühkonzert 11.30; Aus Königsberg: Mittagskonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14; Schallplatienstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Jugendstunde. 15.45: Ein Jahr Wetierwart auf der Zugspitze. 16; Orchesterkonzert. 17; Zehn Minuten Sport. 17.10: Fortsetzung des Orchesterkonzerts. 18; Walter Reckfing spricht mit drei jungen Missionaren. 18.30: Arnold Ulitz liest eigene Prosa. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Besuch bei dem Berliner Freiwilligen Arbeitsdienst. 19.30; Volksliedsingen. 19.45; Hier werden Steckenpferde geritten. Eine heitere Stunde. 21: Opernball der Staatsoper. 22.30; Während der Gesellschaftspause: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Tanzmusik. 23.30: Fortsetzung der Ueb ertragung des Opernballes. Anschließend: Ballett. In der Pause: Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 12. Februar 6.15: Aus Berlin: Gymnastik. 6.35; Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8; Stunde des Landwirts. 8.55: Aus Berlin: Morgenfeier. 10.05: Aus Berlin: Wettervorhersage. II; Deutscher See- Wetterbericht. 11.30: Aus Leipzig; Bach-Kantate. 12: Aus Leipzig: Richard- Wagner-Gedächtnisfeier. 12.55: Nauener Zeitzeichen. 13: Aus Flensburg: Mittagskonzert. 14: Elternstunde. 14.30: Die Kunststätten und Kunstschätze der Nation. 15; Aus Wien: Militärkonzert aus Innsbruck. 15.25; Zeitgenössische Musik für Kinder. 16.10: Aus Berlin: Feier der Wiederkehr des Tages der Papstkrönung. 16.50; Menschen im Beruf. 17.15: 10 Minuten Lyrik. 17.30: Lebenskampf der Ostmark. 17.55: Schubert- Konzert. 18.35: Worte zur Winterhilfe. 19; Junge Generation spricht. 19.40: Aus Wien: Bericht von den Eis-Wettkämpfen in Innsbruck. 20; Aus München; Reichssendung aus Bayreuth. Gedenkstunde im Hause Wahnfried. 20.50: Aus München: Richard-Wagner- Abend. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. 23; Aus Berlin: Tanzmusik. Montag, 13. Februar 16; Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzcrt. 17.10; Die indischen Frauen. 17.30; Saxophonquartctte. 18; Stunde des Beamten. 18.30: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Englischer Sprachunterricht, 19.30: Das Gedicht. 19.45: Aus Dresden; „Tristan und Isolde." Oper von Wagner. II. und III. Akt. 22.25: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. 23; Aus München: Nachtmusik. Dienstag, 14. Februar 16: Für die Frau. 16.30; Aus Leipzig; Nachmittagskonzert. 17.10; Zeitdienst. 17.30: Schumann-Konzert. 18; Volkswirtschaftsfunk. 18.30; Beethoven-Einführung in die„Eroica". 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Das Drama der Griechen und der Mensch der Gegenwart. 19.30: Das Gedicht. 19.35: Politische Zeitungsschau des Drahtlosen Dienstes. 20; Aus Leipzig: Militärkonzert 21: Gedanken zur Zeit. 21.40: Lieder von Ludwig Spohr. 22: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. 23: Aus Hamburg: Spätkonzert. Mittwoch, 15. Februar 16: Lebenswert und sportliche Erziehung. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.10; Streifzüge durch das Straf- und Bürgerliche Gesetzbuch. 17.30: Gott und Welt in der deutschen Dichtung des Mittelalters. 18: Tägliches Hauskonzert. 18.30: Einheitskurzschrift für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Französischer Sprachunterricht. 19.30: Das Gedicht 19.35: Ausschnitt aus der Eröffnungssitzung des Internationalen Kongresses der Kraft ver- kehrswirtschati. 20: Aus Breslau. Volkstümliches Konzert. 21: Aphorismen zur Lebensweisheit. 21.15: Alte italienische Streichmusik. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. 23; Aus Berlin: Tanzmusik. Donnerstag, 16. Februar 16: Für die Frau. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.10: Viertelstunde Funktechnik. 17.30: Brahms-Konzert. 18; Erziehung zum Volkstum. 18.30; Collegium Musicum. 19; Deutsch für Deutsche. 19.30; Das Gedicht 19.35; Stunde des Landwirts. 19.55: Aus Hamburg:„Friedrich Wühler" in 3 Bildern. 20.40: Unterhaltungsmusik. 21; Aus Frankfurt: O Academia. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. 23: Aus Berlin: Tanzmusik, Freitag, 17, Februar 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.10; Viertelstunde für die Gesundheit. 17.30: Streiflichter aus dem Fernen Osten. 18; Impressionistische Klaviermusik. 18.30; Stunde der Arbeit. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Die moderne Wissenschaft und die geistige Situation der Zeit. 19.30; Das Gedicht. 19.35; Unterhaltungsmusik. 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht 20.15: Aus Köln: Max und Moritz. Heitere Folge. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. 23: Aus Köln: Nachtmusik und Tanz. Sonnabend, 18. Februar 16; Ausbreitung und Weltwanderuncen der!ndo- Qermanen. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzcrt. 17.10: Wochenschau. 18: Schubert-Schwanengesang. 18.30: Große deutsche Maler: Wilhelm Leibi. I8J5: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Religion und Leben. 19.30: Das Gedicht 19.35: Kammermusilt. 20: Parodien in Wort und Ton. 20.45: Alte und neue Tinge. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Lieber- tragung aus Berlin. G Kleine Anzeigen wirkungsvoll und billig Oberschriftswort 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt: 5mal 5%, 8 mal 7%%, 12 mal 10%; 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20%, 10000 Worte 25%. Annahme durch den Verlag, Lindenstr.3(% 9-5 Uhr), sämtl. Vorwärts- Filialen u. 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Abteilung Pankow Allen Freunden, Bekannten und Parteigenossen zeigen wir hiermit tiefbetrübt an, daß mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater Reinhold Schirmer nach mit Geduld ertragener Krankheit am 8. Februar, nachmittags 6% Uhr, verstorben ist. Frau Marie Schirmer Berlin NO 55, Rykestraße 5 Familie Karl Schirmer Bln.- Pankow, Florapromenade 4 Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 14. Februar, nachm. 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Am 8. Februar verstarb nach langem schweren Leiden mein lieber Mann und guter Vater, der Vulkaniseur Johann Wisdalski im 51. Lebensjahre. Namens der Hinterbliebenen Margarete Wisdalskl. geb. Schipowski und Sohn Hanns, Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 14. Februar, vormittags 11 Uhr. im Krematorium Gerichtstraße statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Tode unseres lieben : Vaters Adolf Kehr sagen wir allen Genossen der 121. Abtlg., den Veteranen der Freien Turnerschaft, den Verbandskollegen sowie den beiden Rednern unseren herzlichsten Dank. Die Töchter Kehr, Ditschler, Bauer Am 6. Februar verschied nach langem schwerem Leiden, mein lieber Mann Felix Kastor im Alter von 52 Jahren. In tiefer Trauer Luise Kastor Einäscherung am 14. Februar, 20 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher Bernhard Wittler am 8. Februar im Alter von 51 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Montag, dem 13. Februar, vorm. 11 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstr., statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung Danksagung. Für die vielen Beweise. liebevoller Teilnahme beim Tode unseres lieben Vaters des und Schwiegervaters, Gastwirts Richard Meißner sagen wir allen Beteiligten unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen Kleinen Anzeiges Besonders wirksam sind die in der Gesamt- Auflage billig! des Vorwärts und trotzdem Kranken- u. Sterbekasse für das Deutsche Reich ( Lichterfelder Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige V. a. G.) Auskunft und Prospekte kostenlos und unverbindlich durch die Hauptverwaltung: Berlin N 24, Oranienburger Straße 67 Mengenabgabe vorbehalten! Verkauf soweit Vorrat Ausnahme reise für unsere bekannt guten Qualitätswaren! Handschuhe Damen- Handschuhe Schwedisch imitiert, Schlupfform mit Ausstattung.... ... Paar Damen- Handschuhe Parfümerien Haarwasser. 0,90 3591,0,50 sortiert, 50%.. Fl. 0,65 Dauerwellenwasser ,, Bobby"..... Flasche Nappa, ganz gesteppt, mit 1,85 Feine Toiletteseife 2 Druckknöpfen............ Paar Herren- Handschuhe Leder- Imitation, 1 Druckknopf, 1,65 Herren- Handschuhe Nappa Stepper, durchgehend gefüttert, mit 1 Druckknopf, Paar 3,90 Schreibwaren Briefpapier 25 Bogen und Weiss und farbig seidenpapier, 0,38 farbig........ 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Heute feiert Genoffin Meier, Boddinstraße, ihren 75. Geburtstag. Wir wünschen unserer alten Genoffin einen frohen Lebensabend. 124. Abt. 8 Uhr früh Gigung der Funktionäre, anschließend Mitgliederversammlung. 139. Abt. 16 Uhr lustiger Filmabend mit anschließendem gemütlichen Beisammenfein zweds Gründung einer Jungfaltengruppe im Jugendheim Schöneberger Straße 3. Die Genossen mit ihren Kindern sind herzlich eingeladen. 142. Abt. Vorm. 11 Uhr wichtige Funktionärsigung an bekannter Stelle. 19. Kreis, Arbeiterbildungsschule. Der Kursus der Genoffin Wurm muß während der Wahlbewegung ausfallen und wird am 7. März fortgesetzt. Morgen, Montag, 13. Februar. 3. Kreis, Freibeuter. Die für Montag, 13. Februar, vorgesehene Funktionär figung muß wegen der Kreisvertreterversammlung ausfallen. Zeit und Ort werden schriftlich mitgeteilt. 5. Kreis. 20 Uhr Kreisvertreterversammlung an bekannter Stelle. Mitglieds. buch und Delegiertenkarte sind vorzuzeigen. Kreisvorstandssigung 19 Uhr. 7. Arcis. Kreisvertreterversammlung an bekannter Stelle. 14. Streis, Arbeiterbildungsschule. Der Kursus Politik und Binchologie" muß wegen besonderer Umstände ausfallen. Er wird am Freitag, 26. Februar, fortgefekt. 15 Uhr Erwerbslosenzusammenkunft an bekannter Stelle. Tagesordnung wird in der Beranstaltung bekanntgegeben. 18. Kreis. Der Rurfus ,, Umbau der Wirtschaft" fällt wegen Verhinderung des Referenten aus. Fortsegung dann regelmäßig in 8 Tagen. 19. Kreis. Kreisdelegiertenversammlung an bekannter Stelle. aufstellung. Kandidaten26. Abt. An bekannter Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder: Marg Sozialismus. Referent Marcel Komendzinsti. 39. Abt. Montag Sigung der Funktionäre und Kreisdelegierten. 48. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung an bekannter Stelle: Berlin bleibt rot! Referent David Stetter. 61, Abt. 20 Uhr an bekannter Stelle Zusammenkunft jüngerer Barteimitglieder: Rußland. Referent Oswald Rienau. 76. Abt. 19 Uhr pünktlich wichtige Funktionärsigung. 80. Abt. 20 Uhr außerordentliche Funktionärsizung an bekannter Stelle. 82. Abt. 19 Uhr außerordentliche Funktionärsizung an bekannter Stelle. 83. Abt. Funktionärsigung an befannter Stelle. 91. Abt. Funktionärsigung an bekannter Stelle. 92. Abt. Funktionärversammlung mit Kreisdelegierten 20 Uhr an befann.er Stelle. 94. Abt. Funktionärsigung an bekannter Stelle. 96. Abt. Funktionärsigung an bekannter Stelle. 101. Abt. Funktionärsigung an befannter Stelle. 106. Abt. 19 Uhr Funktionärsigung mit den Kreisbelegierten an bekannter Stelle. 108. 206. 20 Uhr Funktionärverfammlung im neuen Lokal, Gartenstr. 65. 108. unb 108a. Abt. Die Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder muß umständehalber ausfallen. 114. und 115. Abt. 20 Uhr in der Bibliothek Weichselstr. 28( Baden): Landwirtfchaft und Sozialdemokratie, Referent Günther Heinrich. 128. Abt. 18 Uhr Funktionärsigung mit den Kreisdelegierten. 129. Abt. 18 Uhr Funktionärsigung an bekannter Stelle. Dienstag, 14. Februar. 5. Kreis, Arbeiterwohlfahrt. 13 Uhr Erwerbslofenzusammenkunft an bekannter Stelle: Erwerbslofenfelbsthilfe. Referent Cen. Bergas. Rezitationen der Genoffin Elfriede Bollmann. Blaue Rontraffarten. 6. Kreis. Achtung! Der infolge Krankheit unterbrochene Rurfus des Dr. Schle. finger wird Dienstag fortgefekt. 8. Kreis. Borm. 10 Uhr an bekannter Stelle Bersammlung erwerbslofer Parteimitglieder: Wie erhält der Erwerbslose feine Rechte in der Erwerbslofenunterstützung aufrecht? Referent Genoffe Rippel. 12. Areis. 20 Uhr Kreisvertretertag an bekannter Stelle. Eine Stunde früher Kreisvorstandssigung ebenda. 15. Kreis. Kreisvertretertag an bekannter Stelle. 69. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung an bekannter Stelle: Berlin bleibt rot! Referent Dr. Ernst Fränkel. 97. Abt. Rufammenkunft jüngerer Parteimitglieber an bekannter Stelle: Aufgaben der Partei. Referent Genosse Gurland. Genossen aus anderen Abteilungen als Gäfte willkommen. Mitgliedsbuch legitimiert. Mittwoch, 15. Februar. Mitgliederversammlungen an bekannter Stelle mit dem Thema: ,, Berlin bleibt rot!" sofern teine besonderen Angaben. 1. Kreis. Elternbeiräte ber höheren, Bofts- und Weltlichen Schule Bersamm lung bei Döll, Bergstr. 71: Neue Männer in der Schule. Referent Genosse Laafch. 5. Kreis, Arbeiterwohlfahrt. 15 Uhr Erwerbslosenzusammenkunft an bekannter Stelle. Rote Rontrollfarten. 14. Areis. 15 Uhr Unterhaltungsnachmittag der Erwerbslofen an bekannter Stelle. Vortragende Martha John. 17. Kreis. Areisvertreterversammlung. 18. Areis. Kreismitgliederversammlung an bekannter Stelle. Referent Otto Meier, M. b. 2. 9. Abt. Rusammenkunft jüngerer Parteimitglieder an bekannter Stelle: Aufgaben der jüngeren Parteimitglieder im Rampfe gegen die Reaktion. Referent Arthur Schweiger. 12. Abt. 20 Uhr Rusammenkunft jüngerer Parteimitglieder an bekannter Gtelle: Der ferne Often. Referent Oswald Rienau. 15. Abt. 2 Mitgliederversammlungen an den bekannten Stellen. Referenten, Gen. Leo und Hädicke. 18. Abt. 20 Uhr Jüngerenzusammenkunft an bekannter Stelle. 19. Abt. Rusammenkunft jüngerer Barteimitglieder an bekannter Stelle: Moderne Werbemethoden der Arbeiterbewegung. Referent wird in der Veranstaltung bekanntgegeben. 21. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung. Referent Dr. Richard Lohmann. Jüngerenveranstaltung an bekannter Stelle: Planwirtschaft und Sozialifierung. Referent Dr. Hans Adler. 25. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder an bekannter Stelle: Tagespolitik. 27. Abt. Mitgliederversammlung. Referent Genosse Ortmann. 29. Abt. Jüngerengruppe an bekannter Stelle: Wie diskutiere ich mit meinen politischen Gegnern? Referent Paul Bernstein. 30. Abt. 20 Uhr Rusammenkunft jüngerer Barteimitglieder: Wir diskutieren über Wehrfragen. 31. bt. 20 Uhr Rufammenkunft: Milia oder Berufsheer. Referent Dr. Ernst Fränkel. 33. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder. Referent Dr. Karl Schröder. 37. Abt. Rahlabende in den bekannten Lokalen. Unentgeltliche Rechts- und Gozialberatung für jedermann an allen Wochentagen ab 16 Uhr bei Baul Krause, Kochhannstr. 12. 44. Abt. 20 Uhr Jüngere Parteimitglieder an bekannter Stelle. Musikinstrumente mitbringen. 49. Abt. Schwerhörige. Mitgliederversammlung an bekannter Stelle: Demo. tratie oder Dittatur. Referent Gen. Hugger. 52. Abt. Siemensstadt. Mitgliederversammlung an bekannter Stelle. Referent Heinrich Schliestedt. 56. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung. Referent Dr. Frans Neumann. 74a, Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung an bekannter Stelle. 76. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung und Zahlabend. Referent Otto Schumann. 82. Abt. Mitgliederversammlung: Karl Marx und fein Leben. Referent Simon Ragenstein. 83. Abt. Mitgliederversammlung. Referent Mar Sendemann, M. 5. 2. 84. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung. Referent Richard Weimann. 86. Abt. Funktionärversammlung. * Eau de Cologne 81 1. Ltrfl. Cau de Colo Lirfl 1 Karton Briefpapier 25 Bogen u. 25 Umschläge mit Seidenpap., weiss und farbig 0,28 LATH Regia- Zahnpasta Doppeltube Tube 0,20 0,35 Damen- Handschuhe reine Wolle, mit grosser Manschette Laude Colo Paar 2,75 Eau de Cologne 50% stark parfümiert: 14 Ltrfl. Doppelfl. Fl. 3,50 1,80 0,95 0,80 0,40 Ein aussergewöhnliches Angebot DamenHausschuhe mit Ledersohle Grösse 36-42, Paar 0,58 90. und 92. Abt. Rusammenkunft jüngerer Parteimitglieder an bekannter Stelle. Referent Dr. Haubach. 91. Abt. Rufammenkunft jüngerer Barteimitglieder an bekannter Stelle. Referent Genosse Gurland. 106. Abt. Mitgliederversammlung. Referent GSiegfried Aufhäuser, M. d. R. 124a. Abt. Mitgliederversammlung. Referent Baul Beder, M. d. L. Donnerstag, 16. Februar. 13. Rreis. 14 Uhr Erwerbslofenzufammenkunft an bekannter Stelle: Religion und foz. Weltbild. Referent Dr. G. Eberlein. 18. Kreis. An bekannter Stelle Erwerbslosen- Unterhaltungsnachmittag. Vor. tragender Theo Maret. Heitere Rezitationen. 59. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung an bekannter Stelle: WeltwirtschaftsTage. Referent Dr. Sans Cohn. 86. Abt. Rahlabende an den bekannten Stellen. 105. Abt. 16 Uhr Erwerbslosenzusammenkunft an bekannter Stelle: Reife plaudereien. Referent Wilhelm Tietgens. Freitag, 17. Februar. 5. Rreis. 15 Uhr Filmveranstaltung für die erwerbslosen Parteimitglieder in der Turnhalle, Filme:„ Ruhrkohle" und" Des Geistes Echwert". Referent Referent Gen. Tietgens. 14. Rreis. Unterhaltungsnachmittag für die erwerbslosen Parteimitglieder an bekannter Stelle. Vortragender Gen. Fuhrmann. 20. Areis. 20 Uhr bei Heese, Reinickendorf- West, Berliner Straße, Veranstaltung der Arbeiterwohlfahrt. Gen. Burkhardt spricht über: Die Aufgaben der Arbeiterwohlfahrt. Alle intereffierten Genoffinnen, besonders die Wohlfchrtspfleger, find dazu eingeladen. 119. Abt. Mitgliederversammlung an bekannter Stelle. Referent Georg Maderholz, M. d. 2. * SPD.- Kleingärtner der Kolonien des 13. Berwaltungsbezirks! Ortsteile Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade: Am Donnerstag, 16. Februar, 19 Uhr, findet im Lotal von Pommerening, Tempelhof, Berliner Straße 100, Nähe Ulstein- Haus, eine wichtige Besprechung statt. Erscheinen buch bienen als Ausweis. aller Genossen ist dringend notwendig. Parteiausweis und Bereinsmitglieds Die Bezirksleitung. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Mitte: Montag, 18. Februar, im bekannten Jugendheim Helferfizung. Instrumente mitbringen. Kreuzberg: Die Besprechung der Abteilungsleiter findet nicht Dienstag, sondern Mittwochy statt. Der Ort wird noch bekannt gegeben. Fallenrat: Der Faltenrat tagt Dienstag, 18 Uhr, Waffertorstr. 4. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Steglig: 7. Sparwoche für das Reltlager. MärzprogrammfeftTegung. Abt. Albrechtstraße: 17 Uhr Heim Albrechtstr. 47. Dienstag Falten. vollversammlung. Freitag: Bebel. Abt. Friesenstraße: Mittwoch, 17 Uht, Arbeitsgruppe Ester Simon: Schulerlebnisse. Abt. Lichterfelbe: 17 Uhr Schule Ringstr. 3. Montag Faltenvollversammlung. Freitag Lesenachmittag. Abt. Lankwiz: Schule Schulstraße. Dienstag 17 Uhr Lesen: Abenteuer des Schienenstranges. Donnerstag, 16 Uhr Lefen: Der 35. Mai. Neue Rinder immer willkommen, Kreis Prenzlauer Berg: Helfersizung morgen, Montag, 20 Uhr, im Hort ( nicht Dienstag, da Parteiveranstaltung). Tempelhof: Der für morgen, Montag, angefeßte Elternabend muß umständehalber um 8 Tage verschoben werden. Schöneweide: Gruppe Note Wacht. Sonntag, 12. Februar, 16 Uhr, im Jugendheim Oberschöneweide, Laufenerstr. 2, Kasperle- Theater. Untoftenbei. trag 20 Pf. Neukölln: Vollversammlung der Roten Falten Dienstag, 14, Februar, 17% Uhr, im Vortragssaal Kanner Straße. R- t- Felten- Helfer Arbeitsbesprechung Montag, 17% Uhr, im Kreisheim. Die Berichtsbogen für Januar milssen ba abgegeben werden. Bestellung und Bezahlung der Faltenhemden in der Arbeitsstunde am Montag. Abt. Weißensee: 8usammenkunft aller Falten im Jugendheim, Cafeler Straße 2 von 17 bis 19% Uhr. Abt. Sohenschönhausen: Montag von 17 bis 19 Uhr in der Echulbarade, Dingelstädter Str. 8. Jung, und Rote Falten Babcnachmittag im Subertusbad. Treffen 17 Uhr Durchgang Kole Rapp und Landsberger Chauffee. 15 Pf. mitbringen. Die Versicherung für 1983 mu gezahlt werden. Jedes Rind bringt dafür 36 Bf. mit.