Abend- Ausgabe Nr. 76 B 36 50. Jahrg. Rebattton und Berlags Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher, 7 Amt Dönhoff 292 bis 297 Telegrammabreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts BERLINER VOLKSBLATT DIENSTAG 14. Februar 1933 In Groß Berlin 10 Pf. Auswärts...... 10 Bf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise fiehe Morgenausgabe Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Leberwachungsausschuß gesprengt! Verbrecherischer Gewaltstreich der Naziabgeordneten- Volksparteilicher Abgeordneter Morath unter Schlägen hinausgetrieben Das Gesetz Die Paragraphen 105 und 106 des Strafgesetzbuches Die nationalsozialistischen Vertreter im Ueberwachungsausschuß des Reichstags haben gewaltsam eine Tagung des Ausschusses verhindert. Sie haben sich damit eines Verbrechens schuldig gemacht, das nach dem Strafgesetz mit Zuchthaus nicht unter fünf Jahren bestraft wird. Vor sofortiger Verhaftung und Strafverfolgung schützt diese verbrecherischen Abgeordneten die Immuni tät erst nach 24 Stunden. Zweifellos aber ist es, daß ihr Verhalten gegen die§§ 105 und 106 des StGB. verstößt. Diese Paragraphen lauten: § 105: Wer es unternimmt, den Senat oder die Bürgerschaft einer der Freien Handelsstädte, eine gefeßgebende Versammlung des Reichs oder eines Bundesstaates auseinanderzusprengen, zur Fassung von Beschlüssen zu nötigen oder Mitglieder aus ihnen gewaltsam zu entfernen, wird mit Zucht= haus nicht unter fünf Jahren oder mit Festungshaft von gleicher Dauer bestraft. Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Festungshaft nicht unter einem Jahre ein. § 106 Wer ein Mitglied einer der vorbezeich= neten Versammlungen durch Gewalt oder durch Bedrohung mit einer strafbaren Handlung ver= hindert, sich an den Ort der Versammlung zu begeben oder zu stimmen, wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Festungshaft von gleicher Dauer bestraft. Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Festungshaft bis zu zwei Jahren ein. Es ist die Pflicht des Reichspräsi denten wie des Reichskanzlers, die die Verfassung beschworen haben, jede notwendige Maßnahme zu ergreifen, um die Fortsetzung des Verbrechens der ge= waltsamen Verhinderung der Sigung des Ueberwachungsausschusses unmöglich machen. zu Vor allem der Reichskanzler hat es ohne weiteres in der Hand, einer Fortseßung des Verbrechens entgegenzuwirken. Er ist der Führer der Nationalsozialistischen Partei, er hat, wie es ihm von seinen Parteifreunden immer wieder betont worden ist, unbeschränkte Macht und Befehlsgewalt gegenüber den nationalsozialistischen Parteimitgliedern, also auch gegenüber den randalierenden Reichstagsabgeordneten der NSDAP. Ein einfaches Verbot an diese Reichstagsabgeordneten würde genügen, um dem Berbrechen ein Ende zu machen. Wir zeigen mit aller Klarheit die Ver= antwortlichkeiten und die Lage nach dem Gesez wie das, was nach der Verfassung und dem Strafgesetz geschehen müßte! Protest der Deutschen Volkspartei Wie wir erfahren, hat der Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. Dingelde y, nach Bekanntwerden der Vorgänge im Ueberwachungsausschuß des Reichstags, wo der volksparteilich e Abgeordnete Morath tätlich angegriffen wurde, sofort telegraphisch beim Reichstagspräsidenten Göring und beim Vorfizenden der nationalsozialistischen Reichstagsfrattion, dem Reichsinnenminister Dr. Frid, schärfsten Einspruch erhoben und volle Genugtuung verlangt. Pünktlich 12 Uhr eröffnete der Vorsitzende des leberwachungsausschusses, Abgeordneter ( Soz.), die Sigung. Sofort begann durch die Nationalsozialisten ein systematisches Gebrüll, und gemeinste Beschimpfungen wurden gegen den Genossen Löbe ausgestoßen. Er war nicht imstande, den Nachruf für die Opfer des furchtbaren Neunfirchener Unglüds zu beginnen. Der Abgeordnete Heines von den Nationalsozialisten gebärdete sich besonders aufgeregt, er schlug dauernd sinnlos mit der Faust auf den Tisch und schnitt dabei Grimassen. Die übri= gen nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten brüllten Schimpfworte und tobten, wie es von ihrer Parteileitung befohlen war. Der Abgeordnete Frank II( Njoz.) erhob sich, brüllte aufgeregt, daß der marristische Verleumder Löbe kein Vorsitzender des Ueberwachungsausschusses mehr sei. Jezt seien andere Zeiten gekommen, die Nazis seien das deutsche Volk. Daraufhin ging er durch den Saal auf Löbe zu, stieß ihn von dem Vorstandsplah weg, schlug auf die Klingel und erklärte, daß er die Sihung eröffne. Daraufhin verließen unter wüstem Schimpfen der Nazis die Mitglieder der bürgerlichen Parteien, der kommunisten und Sozialdemokraten den Sitzungsfaal; nur der Abgeordnete Hergt von den Deutschnationalen blieb bei den Nationalsozialisten. Der volksparteiliche Abgeordnete Morath wurde von den nationalsozialistischen Abgeordneten überfallen mit dem Rufe: ,, Mach daß du hinaustommst, du Margist!" Er erhielt heftige Schläge in den Rücken und das Gesicht und wurde aus dem Saal hinausgeprügelt. Daraufhin versuchten die Nationalsozialisten, ihre Fraktion und den Abgeordneten Hergt als Ueberwachungsausschuß tagen zu lassen, was wegen der Abwesenheit aller anderen Parteien mißlang. Verfaffung gebrochen! Die sozialdemokratischen Mitglieder des Ueberwachungsausschusses erklären: Die nationalsozialistischen Mitglieder des Ueberwachungsausschusses haben bereits am 7. Februar 1933 eine Sihung des Ueberwachungsausschusses durch gewaltsame Störungen verhindert. Der Vorsitzende des Ausschusses hat daraufhin den Reichstagspräsidenten ersucht, auf Grund seiner präsidialen Befugnisse die weitere Tätigkeit des Ausschusses zu ermöglichen. Trotzdem haben heute die nationalsozialistischen Mitglieder des Ueberwachungsausschusses, die ordnungsgemäß einberufene Sihung abermals un ter Anwendung von körperlicher Gewalt gegen den Vorsitzenden des Ausschusses und tätlichen Angriffen gegen den Abg. Morath der Deutschen Volkspartei gesprengt. Diese Handlungsweise stellt das Berbrechen nach§§ 105 und 106 des Reichsstrafgesetzbuches dar. Wir stellen fest, daß der Herr Reichstagspräsident, obwohl er von den Drohungen der nationalsozialistischen Ausschußmitglieder, alle fünftigen Sitzungen des Ausschusses gewaltsam zu verhindern, in kenntnis gefeht war, nichts zum Schuhe des Ausschusses getan hat. Durch diese Vorgänge ist erwiesen, daß das verAusfaffungsmäßige Recht des schusses, die Rechte der Volksvertretung zu wahren, nicht mehr gewährleistet und damit die Berfaffung gebrochen ist. Neue Blutschuld der SA. Nazis schießen auf Demonstrationszug- Passive Polizei Eigener Bericht des ,, Vormärts" Frankfurt a. d. D., 14. Februar. Zu schweren, von den Nationalsozialisten hervorgerufenen Ausschreitungen kam es gestern abend anläßlich einer von Tausenden besuchten Kundgebung der Eisernen Front, der ein Demonstrationszug voraufging. Die Nazis hatten nachgewiesenermaßen ihre Störungs= attion vorbereitet und warteten, mit schweren Rnüppeln bewaffnet, am Marktplatz zu Hunderten auf den Zug, der aber von der Polizei umgeleitet wurde. Durch das weitere passive Verhalten der Polizei den nationalfozialistischen Sprengkolonnen gegenüber kam es dann an der Oderbrücke zu einem schweren Zusammenstoß, als die Nazis in den Zug schossen, zwei Arbeitersportler trafen, mehrere andere Demonstranten durch Schläge mit Eisenstangen und Knüppeln schwer verletzten, unter anderen einen 62jährigen Arbeitersamariter. Letzterer hat eine so schwere Schädelwunde erhalten, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Im weiteren Verlauf der von den Nazis fortgeführten Tumulte wurden wiederum trotz herab= Jalousien die gelassener Schaufenster= scheiben der der Volksfreund" Buchhandlung zertrümmert, ein den Betrieb verlafsender Maschinenseger, der Partei= sekretär und ein weiterer ,, Volksfreund" Angestellter niedergeschlagen und schwer Derlegt. Außerdem zerschlugen die Nazis fämtliche Schaufensterscheiben eines Schuhgeschäftes. Die Empörung der Massen über diese Ausschreitungen und das passive Verhalten der Polizei machten sich in der Riefenversammlung, = in der Reichstagsabgeordneter Reißner Berlin sprach, spontan Luft. Opfer der SA. Das Befinden des Genossen Arras Das Befinden des 51jährigen Genossen Karl Arras, der in der Nacht zum Montag in Wilmersdorf bei dem SA.- Feuerüberfall auf das Parteilokal an der Ecke Laubacher und Varziner Straße niedergeschossen und durch einen Lungenschuß lebensgefährlich verletzt wurde, iſt nach wie vor ernst. Genosse Arras liegt im Gertraudten- Krankenhaus danieder. Wir wir aus dem Krankenhaus erfahren, ist in dem Zustand des Patienten nach einer schlechten Nacht heute vor= mittag erfreulicherweise eine leichte Besserung zu verzeichnen. Die Aerzte hoffen, daß sie Arras am Leben erhalten werden. SA.- Gemeinheit in Halle Küche für Erwerbslose zerstört! Halle, 14. Februar. In Halle wurde eine küche der kommuniffischen JA H. von Nationalsozialisten mit Beilen und Feldipaten demoliert. 30 Fensterscheiben und Türen wurden völlig vernichtet. Die Lebensmittel wurden, soweit sie nicht gestohlen worden waren, ungenießbar gemacht. Nationalsozialist gesteht Meuchelmord Dortmund, 14. Februar. Die Ermittlungen wegen der politischen Bluttat in Dortmund- Affeln am Sonntagmittag, bei der der Kommunist Albert Banitau mit einem Taschenmesser er st och en wurde, haben zur FestTaschenmesser erstochen wurde, haben zur Fest nahme des 43jährigen Invaliden Sengotta aus Dortmund- Wickede geführt. Sengotta legte nach hartnäckigem Leugnen ein Geständnis ab. Er habe sich auf Banikau gestürzt und ihm einen Stich in den Rücken beigebracht; dann sei er mit seinem SA.- Sturm weitermarschiert und habe unterwegs das Messer fortgeworfen. Von Nazis ermordet Eigener Bericht des ,, Vorwärts" Chemnik, 14. Februar. Der bei dem Nazifeuerüberfall in Leisnig vor einigen Tagen durch einen Knieschuß verletzte 22jährige erwerbslose Reichsbannerkamerad Kurt Schumann ist seinen Verlegungen erlegen. Nicht schnell genug Todesstrafe! Braunschweig, 14. Februar. Am Dienstag ist in Braunschweig auch die 62jährige Witwe Reinede ihrer Berwundung erlegen. Die Erschossene wollte am Sonntag auf Aufforderung eines Polizeibeamten ihre Fenster schließen, weil sich der Zug der SA. ihrer Straße näherte. Anscheinend hatte fie die dazu notwendigen Handbewegungen nicht schnell genug ausgeführt, so daß ein Polizeibeamter Zeit hatte, seinen Karabiner abzufeuern. Verboten! Das in Erfurt erscheinende kommunistische ,, Thüringer Boltsblatt" ist auf die Dauer von fünf Tagen verboten worden, weil es, wie es in der Verbotbegründung heißt, in seinen Veröffentlichungen zum Streit aufreizte und die Reichsregierung verächtlich macht. Donnerstag Reichsrat Protest der preußischen Staatsminister Der Reichsrat, dessen ursprünglich vorgesehene Sizung am 9. d. M. wegen der ungeklärten Lage bezüglich der Vertretung der preußischen Stimmen im Reichsrat abgesagt worden war, ist nunmehr für Donnerstag, den 16. d. M., einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen kleinere Vorlagen. Die preußischen Staatsminister der alten Regierung stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß es sich in diesem Falle nicht um eine rechtsgültige Sigung des Reichsrats handeln könne, zumal gerade auch diese Frage erst durch den vor dem Staatsgerichtshof schwebenden Prozeß geklärt werden solle. In maßgebenden Kreisen der alten preußischen Regierung ist man auch der Ansicht, daß die Reichsratsbevoll mächtigten anderer großer Länder diese Meinung teilen und bei der Reichsregierung Borstellungen wegen der Gültigkeit dieser Reichsratssitzung erheben werden. Länderkonferenz am Mittwoch Am Mittwoch um 15 Uhr findet in Berlin auf Grund einer gemeinsamen Vereinbarung eine Konferenz der Ministerpräsidenten bzm. Staatspräsidenten der süddeutschen Länder einschließlich der Länder Sachsen und Thüringen und der Hansa städte statt. Thema der Besprechung ist die Stellung nahme der Länder im Reichsrat. Heßlüge zerstört Grzesinski und die Rotters Genosse Grzesinski hat der Deutschen Zeitung" folgende Berichtigung geschickt: In der Beilage der Nr. 31b Ihrer Zeitung vom 6. Februar 1933 findet sich in einem Artikel ,, Grzesinskis Freibrief für die Rotters" ein sich auf meine Person beziehender Abjazz folgenden Wortlautes: ,, Es gehört zu dieser Groteske, daß der Berliner Polizeipräsident, dessen Nachfolger jetzt nach den Flüchtigen gefahndet hat, daß Herr Grzesinsti selbst ihnen vor zwei Jahren diesen Zufluchtsort verschaffte. Denn damals wurde in Liechtenstein die Einbürgerung auf Grund eines Führungsattestes bewilligt, das vom Berliner Polizeipräsidium ausgestellt worden war. Das Verfahren ist, wenn solche Empfeh lung vorliegt, nur noch vom Gelde abhängig.. Es ist nicht wahr, daß ich den Rotters vor zwei Jahren den Zufluchtsort Liechtenstein verschafft habe. Wahr ist vielmehr, daß weder das Polizeipräsidium Berlin noch ich selbst als damaliger Chef dieser Behörde mit der Einbürgerung der Rotters in Liechtenstein irgend etwas zu tun gehabt habe. Es ist auch nicht wahr, daß die Rotters ein Führungsattest zum 3med ihrer Einbürgerung in Liechtenstein verlangt und erhalten haben. Wahr ist vielmehr, daß jedermann Anspruch auf Ausstellung eines polizeilichen Führungszeugnisses, hat und daß ihnen, da ihre Perjonalblätter keinen Strafvermerk enthalten, auf ihr Verlangen, unter dem Namen Schaie, unter dem sie polizeilich gemeldet sind und der auch ihr richtiger Name ist, das einfache polizeiliche Führungszeugnis ausgestellt wurde, welches sie be= anspruchen konnten und das, wie üblich, von dem zuständigen Registerführer des Meldeamtes unterschrieben wurde. Wintergewitter! In den Morgenstunden des Dienstag ging über der Reichshauptstadt ein Wintergemitter nieder, das von starkem Schneetreiben begleitet war. In der Nähe des Alexanderplates schlug der Blih in einen Straßenbahnmast. Troz mehrfacher Bligschläge ist weiterer Schaden nicht angerichtet worden. Reichsbannerlager aufgelöft Erst Naziüberfälle- dann Auflösung Eigener Bericht des Vorwärts" Braunschweig, 14. Februar. Auf Betreiben der Nazis hat die braunschweigische Regierung das vom Reichsbanner in Wolfshagen bei Langelsheim einge richtete Arbeitslager für jugendliche Freiwillige auf Grund der Notverordnung aufgelöst. Zur Begründung des Vorgehens wird behauptet, daß dieses Lager, von dem dauernd Ueberfälle und Schlägereien ausgegangen seien, als eine Quelle von Unruhen und Ausschreitungen angesehen werden müßte. Wieder holt feien Nationalsozialisten von den Lager infassen verprügelt und niedergeschlagen. In Wahrheit ist es gerade umge tehrt. Die jugendlichen Reichsbannerkameraden waren dauernd dem Terror der Nazibanden aus: gesetzt, die erst fürzlich zu nächtlicher Stunde auf das Schullandheim der weltlichen Schule, in dem die Arbeitsfreiwilligen schliefen, einen Feuer überfall verübten und das Heim zer stört e n. Statt gegen die mirklichen Stören. friede und Verbrecher vorzugehen, murde die Auflösung des Reichsbannerlagers verfügt! Neuvergoldung aus Reichsmitteln Ein besonderes Kapitel der Osthilfeskandale sind jene Sanierungen, die sichtbarlich nur um des Namens willen erfolgen und wirtschaftlich vollständig finnlos find. In den guten, alten Zeiten, da noch ein Kaiser in Deutschland herrschte, wurden Vermögen, die irgendwie vermöbelt oder verjurt worden waren, in adligen Kreisen auf die Art wieder aufgefüllt, daß der sogenannte Träger des Namens irgendwie reich heiratete. Dabei waren auch Ehen mit Jüdinnen zulässig, wenn die Jüdin genug Geld mitbrachte. Wenn heute ein vornehmer Herr durch seine vornehme Lebensweise das Bermögen seiner Väter verwirtschaftet hat, wird er aus der Osthilfe saniert. Ein besonders typischer Fall dieser Art ist der des Herrn von Hohberg und Buchwald, Dulzen, Kreis Preußisch- Eylau. Dieser Befizz von 1900 Morgen ist schon mehrere Male umgeschuldet und aus den verschiedensten Quellen saniert. Sein Besizer ist ein sehr befannter Rennreiter, der es auch schon zum Vorsitzenden des Rennvereins gebracht hat. In den Zeitschriften der sogenannten vornehmen Gesellschaft erscheint er als Repräsentant dieser hauchdünnen Oberschicht der feinen Leute. Von der Landwirtschaft scheint dieser Herr meniger zu verstehen als von Finanzen, Hypotheken und Wechseln. Bisher hat er et ma 500 000 Mart Ost= preußengelder auf dem Umwege über seinen Gutsbesitz ausgegeben. Fragen an das Osthilfekommissariat Wir fragen das Reichskommissariat für die Osthilfe: Welche fachlichen landwirtschaftlichen Gründe bestehen dafür, daß Herr von Hohberg und Buchwald sich noch heute im Sicherungsverfahren befindet? Lauten die Gutachten über den Betrieb dieses Herrn so, daß eine Umschuldung irgendeine Aussicht auf wirtschaftlichen Sinn hat? Wieviel wird voraussichtlich bei einer etwa beabsichtigten Umschuldung an öffentlichen Mitteln verloren gehen und wieviel würden die Gläubiger des Herrn von Hohberg und Buchwald verlieren? Immer wieder muß betont werden, daß auch in der Nachbarschaft von Dulzen sich eine Menge Landwirte befinden, die keine Schulden haben oder, soweit sie welche haben, diese ehrlich verzinsen und tilgen. Die Empörung über den Fall Dulzen iſt ganz allgemein und wird offen besprochen. Hier muß mit eisernem Besen schleunigst gereinigt werden. Der Wahlsped Das Reichsfabinett wird heute nachmittag zusammentreten, um Verordnungen über einen sehr weit ausgedehnten Vollstreckungsschutz für bäuerliche Wirtschaften, über die Stadtrandsiedlungen und die Milderung von Rententürzungen zu beschließen. Die betreffenden Beschiüsse merden hauptsächlich mit Rücksicht auf die Wahl gefaßt. Am Stößensee ermordet? Bauarbeiter aus der Gartenstraße verschwunden Die Mordinspektion der Berliner Kriminalpolizei ist gegenwärtig mit der Aufklärung des Berschwindens eines Berliner Bauarbeiters beschäftigt. Es handelt sich um den 50 Jahre alten Karl Holl aus der Gartenstraße 29 im Norden Berlins, der seit langem vermißt wird und bisher nicht aufgefunden werden konnte. Die Affäre ist noch völlig ungeklärt und durch seltsame Vorgänge verdunkelt. Karl Holl, der aus Sassenreuth stammt fam vor etlichen Jahren mit seiner Frau nach Berlin. Er war früher Bergarbeiter und fand hier bei dem Ausschachtungen der Untergrundbahn Beschäftigung. Dabei zog er sich eines Tages einen schweren Unfall zu und mußte in eine Heilanstalt in Wuhlgarten gebracht werden. Die U- Bahngesellschaft setzte ihm eine Rente aus, die während seines Aufenthalts in der Heilanstalt seine Frau erhielt. Nachdem er längere Zeit im Sanatorium zugebracht hatte, holte ihn sein Pfleger wieder heraus. Die Rentengelder waren nunmehr bei der Rentenkasse abzuholen. Man wunderte sich dort, daß Holl nichts von sich hören ließ, auch nicht seine Frau schickte, um die Rente zu kassieren vielmehr erschien eines Tages ein Mann, um für Holl das Geld abzuholen. Man verweigerte es ihm. Das war bereits Ende Juni 1930. Mit dem 20. Juni 1930 mar Holl schon spurlos ver schwunden. Alle Bemühungen seines Bfle= gers, ihn ausfindig zu machen, blieben erfolglos. Die Polizei beschäftigte sich mit dem Fall, konnte aber auch keine Spur von H, entdecken. Bis plötz lich ein seltsamer Fund, der gegen Ende vergangenen Jahres gemacht wurde, die Suche nach Holl erneut aufleben ließ. In einem Briefkasten in der Nähe des Stettiner Bahnhofs hatte man nämlich einen beschriebenen Zettel gefunden, der folgenden Wortlaut hatte: „ Karl Holl lebt nicht mehr! Er wurde ermordet und seine zerstüdelte Leiche am Stößenjee vergraben!" Die Post setzte die Kriminalpolizei in Kenntnis Es stellte sich heraus, daß knapp vier Woche:: nach dem Verschwinden des Holl ein Bekannter der Frau H., ein gewisser Wendorf, verstorben, war, dessen Beschreibung völlig auf die des Fremden paßte, der nach der Entlassung Holls aus der Heilanstalt bei der Rentenkasse Holls Gelder ab= holen wollte! Wendorf hatte sich Ende Juli 1930 in seiner Wohnung mit Beronal vergiftet. Nachrichten, die zur Aufklärung des Verschwindens des Arbeiters Holl dienen können, sind an die MordInspektion im Präsidium zu richten. über fängnis verurteilt worden war, und nach Verbüßung von 2 Jahren sich weiter auf Betrügereien gelegt hatte, versuchte es gelegentlich auch mit einer Erpreffung, um auf diese Weise zu Geld zu kommen. Er schrieb an einen Ministerialdirektor aus dem Innenministeruim und an einen Studenten Briefe, in denen er unter An drohung, gewisse intime Dinge in die Deffentlichkeit zu bringen, Geld forderte. In der Verhandlung erklärte der Angeklagte, er befize für seine Behauptungen teine Unterlagen, er habe damit nur den 3wed verfolgt, zu Geld zu gelangen. Das Gericht verurteilte den früheren Justizoberfekretär megen versuchter Erpreffung zu 10 Monaten Gefängnis. Tödlicher Borhieb Ernie Schaaf erlegen New York, 14. Februar. Der deutsch- amerikanische Borer Ernie Schaaf ift an den Folgen eines Niederschlages, den er in einem Bogfampf mit Primo Carnera empfing, im Krankenhaus gestorben. Schaaf war in dem Treffen am vergangenen Freitag auf einen Schlag Wie sie gelogen haben! Die Schmalzverteurungssoldaten entlarvt Im ,, Völkischen Beobachter" vom Donnerstag, den 6. August 1931, schrieb ein Dr. von Rentelen, Referent in der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Reichsleitung der NSDAP. ,, Wir Nationalsozialisten würden als Träger des Staates einen Volksfrieg gegen den Todfeind des Volkes gegen die Armut. entfesseln. Und das Volk wird sich auf dieser Front schlagen, wie fich ein nationalsozialistisches, ein sozialistisches Bolt nur schlagen kann. Davon ahnt der Novembergeist gar nichts. Denn wir Nationalsozialisten führen den Kampf nicht für Kapitalisten, mögen sie ausländisch oder inländisch sein. Wir führen ihn zur sozialen Befreiung, zur des Entproletarisierung werftätigen deutschen Volfes. Das mögen sich in dieser Stunde alle noch einmal gesagt sein lassen: Davon gehen wir nicht um Haaresbreite ab. Auch ein. mal als Staatsträger nicht. Niemals!" Das war einmal! Jegt marschieren die Nationalsozialisten gemeinsam mit den Kapitalisten Hugenbergscher Prägung, und ihr Kampf gegen die Armut beginnt mit der Schmalzver= teuerung! Carneras zu Boden gegangen und so hart mit dem Kopf aufgeschlagen, daß er das Bewußtsein Derloren hatte. Trotz einer sofortigen Operation fonnte der Borer, der bis zu seinem Tode das Bewußtsein nicht wiedererlangt hatte, nicht mehr gerettet werden. Die Polizei untersucht im Augenblick die Handschuhe der beiden Borer. Explosion im Gaswerk Glück im Unglück Eigener Bericht des Vorroärts" and Frankfurt a. M., 14. Februar. In dem Gaswerf Oft ereignete sich am Montag eine Explosion in einer im Bau befindlichen Gasreinigungsanlage. Ein Deckel von etwa 30 Tonnen Gewicht wurde in die Höhe geschleudert; er stürzte auf einen Maschinenteil. Der Schaden ist durch Versicherung gededt. Personen wurden nicht verletzt. 500 000 M.- Gewinn gezogen In der heutigen Ziehung der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie wurde das große Los Don 500 000 m. gezogen. Es fiel auf die Lpsnummer 367 374, die in der 1. Abteilung in Achtellofen in der Provinz Brandenburg, in der 2. Abteilung in Achtellofen in Berlin gespielt wird. Nach 37 Stunden! Daladiers Finanzvorlage angenommen Paris, 14. Februar. Nach 37% ffündiger Sihung hat die Kammer die Finanzvorlage der Regierung um 23.20 Uhr mit 359 gegen 235 Stimmen angenommen, nachdem die Regierung Daladier die Vertrauensfrage gestellt hatte. Nach dieser Höchstleistung hat die Kammer sich auf Freitag, 15 Uhr, verlagt. Zum Schluß der Aussprache über die Finanzvorlage erklärte Herriot namens der Mehrheit, daß sie die Verantwortung für die nicht zu umgehenden Maßnahmen bewußt übernehme. Diese Mehrheit habe in acht Monaten den Haushalt immerhin um etwa neun Milliarden entlastet. Der sozialistische Abgeordnete Renaudel unterstrich, daß die Sozialisten für die Finanzvorlage stimmten, um Schlimmeres zu vermeiden Mit dieser Bemerfung wandte er sich gegen die Gefängnis für Grprefferete, der er aggressiven Nationalismus und Affäre eines Ministerialdirektors Eine nicht uninteressante Erpressungsaffäre, in die ein Ministerialdirektor aus dem preußischen Innenministerium verwickelt ist, fam in Moabit zur Verhandlung. Der frühere Justizobersekretär H., der im Jahre 1929 wegen Unterschlagung von 350 000 Mark aus der Hauptkasse Berlin- Mitte zu 3 Jahren Ge Rückschrittlichkeit auf sozialem Gebiet vormari. Die Linksmehrheit sei, so schloß er, dieser Gefahr gegenüber nie fester gewesen als heute. Auf Anregung des Hauptberichterstatters des Finanzausschusses wurde dem Kammerpräsidenten Bouisson von links her lang anhaltender einstimmiger Beifall für die 37½stündige unparteilide Zeitung der Sigung gezollt. 2e Abgeordneten erhoben sich non ihren Sitzen. Ministerpräsident Daladier schloß sich namens der Regierung diesem Dank an den Kammerpräsi denten an. Er dankte ferner der Mehrheit, indem er betonte, daß die Regierung währnd der artikelweisen Lesung kein einziges Mal gezwungen war, die Vertrauensfrage zu stellen. Er schloß mit einem Bormurf gegen die Rechte, die sich der Reformarbeit mibersege. Im Berlauf der an schwerwiegenden Berhandlungen zwischen den Fraktionen jo reichen Sigung hat es sich immer wieder gezeigt, daß es nicht nur um eine finanzpolitische Frage ging, sondern gleichzeitig um das Schicksal der Mehrheit. Die Stamera zeigt bis Tonnerstag den Südsee- Film Murnaus Zabu", außerdem ben Tierfilm ,, Tiere sehen Dich an"; ab Freitag läuft Fejos' Confilm Mensch hinter Gittern". " In der Gesellschaft für Eugenit spricht heute, 8 Uhr, im Harnad- Hause, Prof. Babin über Eugenit und Weltanschauung. Der Berliner Aerzte- Chor tonnte am 13. Februar auf ein 20jähriges Arbeiten unter Leitung seines Gründers Dr. Kurt Singer zurüdbliden. Das Festkonzert findet erst im März statt. Vorträge. Dr. C. F. W. Behl spricht über ,, Gerbart Sauptmann und i beatersenfur" im Deutschen Bühnenklub". Joachimsthaler Str. 9, heute, 8.30 Uhr. Gäste willkommen. Wir Vaterlanbslosm! Eine Antwort auf das Geschrei der Harzburger Patentnationaien Was keine deutsche Regierung gewagt hat, seit in den Jahren löl�t bis 1918 Hunderttausende von sozialdemokratisch und gewerkschaftlich organisier- ten Proletariern ihr Leben für Deutschland ge- lassen haben, hat sich das Hakenkreuz-51abinetl herausgenommen: die vielen Millionen, die für seine Rallenfängermelodie taube Ohren haben, als ,.undeutsch", als„anational"�„antinational" oder „international" zu verfemen. In noch schrilleren Kreischtönen preist die Hugenberg- und Hitler-Presse die Harzburger Front soweit von einer Front die Rede sein kann, als waschecht national und in der Wolle gefärbt deutsch an und sucht dem Rest, das ist: der übe r- wiegenden Mehrheit des deutschen Volkes, den Makel des„Marxismus", des „Materialismus", des„Internationalismus" an- zuhängen. Die Methode ist schäbig, aber nicht neu. Wie jedes, aber auch jedes Schlag- wort, das diesen merkwürdigen„Er- neuerer»" Teutschlands aus dem Gehege der Zähne springt, aus der Mottenkiste einer unholden Vergangenheit heraus- gekramt ist, so auch diese Jnfamierung politisch Andersdenkender. Bismarck schon ächtete alle Gegner seiner Pläne, Zentrum, Freisimi und Sozialdemokratie, als.Lteichsfeinde", Wilhelm II. behandelte die Millionen Deutscher, die den Fahnen der Arbeiter- Partei folgten, als„vaterlandslose Gesellen", und wellert heute der Osaf-Kanzler gegen den „Marxismus", wie er ihn versteht, glaubt man die alten abgespielten Grammophonplatten des 1914 selig entschlafenen„Re ichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemo- t r a t i e" zu vernehmen. Sich gegen solche abgeschmackte Vorwürfe ernst- hast zu verteidigen, hieße die große Sache herab- würdigen, der wir dienen. Wenn einer von den heillos Betörten. die auf die leeren Magen die national- sozialistischen Phrasen wie ein Rausch- gift schlucken, sich einmal zu eigener Tenktätigkeit aufraffte, käme er ja sehr bald von selber darauf, daß etwas an den Artikeln und Aufrufen, die ihm unter dröhnenden Paukcnschlägen der- seht werden nicht stammen kann. Die da blaurot anlaufen, wenn sie nur das Wort national aussprechen, haben öfter als oft des Preußen Friedrich Wilhelms l. und Fried- richs II. als ihren Jdealstaat angepriesen. Damals aber gab es noch keine Ration und keinen Ratio- nalismus, sondern nur eine Dynastie, die dynastische Zwecke verfolgte, und Untertanen, die sich stumm und gehorsam unter den Krückstock ihrer angestammten Despoten duckten. Erst einem weltgeschichtlichen Ereignis, das denen um Hitler ein Scheust und Greuel ist. der F r a n z ö s i s ch e n Revolution, entsprang die Nation als Be- griff und Tatsache: das Nationale im modernen Sinn ist, im Rotwelsch des„Völkischen Beob- achter?" zu reden, eine„westlerischc Erfindung": Nation und Demokratie sind Z w i l- lingsgeschwister. Eine demokratische Partei wie die So- zialdemokratie, die daraus ausging, 99 Prozent des Volkes hinter sich zu sammeln, mußte von Anfang an natio- nal sein. i „Ein zwiefaches Ideal", bekannte Wilhelm Liebknecht 1872 vor seinen Leipziger Richtern, „hat mir von Jugend an vorgeschwebt: das freie und einige Deutschland und die Emanzipation des arbeitenden Volkes: für dieses Doppelziel werde ich kämpfen, sola-ige noch ein Hauch in mir ist", und A u g u st Bebel führte 1891 auf dem Erfurter Parteitag aus:„Ich habe für den Fall eines Angriffskrieges gegen Deutsch- land gesagt: Wir sind Deutsche so gut wie die Herren von der Regierung... Der deutsche Boden, das deutsche Vaterland gehört uns, den Masten, ebensogut und mehr wie jenen... Greift Rußland Deutschland an, um es zu zer- stückeln und zu vernichten, so sind wir so gut und mehr interessiert wie diejenigen, die an der Spitze Deutschlands stehen und werden dem entgegentreten!" Nach diesen Grundsähcn handelte die deutsche Sozialdemokratie im Weltkrieg. Mit Recht hat sich darum vor wenigen Tagen dqr Führer eines der hinter dem Kabinett Hitler stehenden Verbände, der Stahlhclm-Cbcrstleutnant Tuesterberg, da auch im Zentrum und in den Links- Parteien Hunderttausende von alten Frontsoldaten seien, dagegen verwahrt. daß diesen Männern„von ausgesprochc- nen Trückebergern und Jugendlichen. die während des Weltkrieges noch in den Windeln lagen oder die Schulbank drückten", mangelnde Vaterlandsliebe vorgeworfen werde. Wie es sich aber mit dem Internationalismus der Sozialdemokratie verhält, hat am treffendsten nach dem Kriege einer der„marxistischen No- vemberverbrecher", Otto Landsberg, Volks- beauftragler von 1918, formuliert:„Die Inter- nationale Gesinnung geht aus von der Liebe zum eigenen Volk. Westen Herz von dieser Liebe erfüllt ist. der begreift, was den Angehörigen anderer Nationen ihr Volkstum be- deutet. Er sieht in jedem Volk eine Kulturform. deren Vernichtung einen Verlust für die Mensch- hell bedeuten würde. Das schöne Wort von I a u r e s:„Die Nationen sind die Schatzkammern der Kullur" ist der Ausgangspunkt des Bekennt- nistes zum internationalen Prinzip". Aber noch in einem höheren und tiefe- rcn Sinn erweist sich die Sozialdemo- tratie als die nationale Partei schlecht- hin. Eine Nation ist desto mehr Nation, je mehr Volksgenossen Anteil haben an der nationalen Kultur und Anteil nehmen am nationalen Leben. Herrgott, wie Sudermann vergrämt starb! Keinen guten Faden ließ er an sich selber und noch weniger an der Mitwelt, besonders der litera- rischen. Er war ein großes Talent, vielleicht im künstlerischen Gewisten zu leichtfertig, obwohl er seine Werke oft und oft aus der Kladde ins Reine überschrieb. Und so täuschte er sich, die nach seinem Tode veröffenllichten Briefe beweisen es, über das Gewicht der allzu vollmäuligen Worte, die er so gern gebrauchte. Hätte er seinen Hang zur großartigen Rhetorik gedämpft, man würde manche Problematik seiner Stücke noch heute er- tragen. So spielte er sich selber von der lebendigen Bühne weg, die wir brauchen, mehr als jemals brauchen in diesem Augenblick, wo wiederum die verdammte, verlogene Pathetik von frisch ge- backenen und schon wild gewordenen Staats- theaterdramaturgen zur Ausrottung des Seelen- dramas aufgerufen wird. Aber Rollen Halle dieser Sudermann in der Phantasie, nach denen sich die Schauspieler olle zehn Finger ableckten. So ist auch eine Bomben- figur, ein echt Sudermannscher„Sturmgeselle", der vier Akte lang die Weiber zum Jubeln und zum Flennen bringt, dieser ostpreußische Baron, den die adlige Verwandschast um sein Erbe be- trügt. Von Ar und Halm und Schloß und Wein- keller wird der Mordskerl gejagt. Eine von Hurrapatrioten auf Kosten des Plebs gespendete Oschilfe gab es noch nicht, als Sudermann diesen Baron erfand. Daher kommt der geschickte Aristokrat mächtig aus den Hund. Zunächst wird er Gütermakler und Roßtäuscher, aber zu häusiger Suff mischt sich ins Geschäft. Er muß die adlige Gallin im Bettlerbctt sterben lasten. Er muß die Tochter an einen schweren Spitzbuben verkaufen. Schlichlich hausiert er mit Hasenfellen, die er auf „Holländer" neu einstudiert Ltacltiscke Oper Es ist schön, es ist notwendig, den Holländer ohne Pause zu spielen. Nur so ist das Eigentliche des eigentümlichen Werks zu erfassen, das(trotz des Titels) gor keine drciaktige romantische Oper ist, sondern eine gespenstisch vorüberjagende Ballade, auftauchend aus dem fahlen Licht nörd- licher Meere, aus tückisch brauendem Nebel und endlosem Sturm. Caspar N e h e r, der Bühnen- bildner, ist ein Meister des Unheimlichen, ein Meister jener Zwielichtatmosphäre, auf die es hier so sehr ankommt— so glückten ihm die Alpträume der Meer- und Nebelbilder; und auch die Spinn- stube noch war kein idyllisches, sondern ein balladeskes Bild im Bann angstvoller Unheils- ahnung. Vollendet Eberts Regie: wunderbar die Lösung der Spinnstubenszene, der Matrosen- chöre des letzten Bildes. Teilung, Belebung, sinn- volle Bewegung des Chors, drastische Realistik im einzelnen, ohne die Phantastik des ganzen zu ge- fährden.. Der Holländer war Rode, herrlich im Spiel, in der Formung, den Umrißlinien, den Akzenten des Gesangs, dessen Fülle er freilich schuldig bleiben muß, A n d r 6 s e n(stark indis- paniert) ein prächtiger Daland. Maria N e m e t h ist eine liebliche Senta: ein visionäres Geschöpf mit dem zweiten Gesicht, dem Unheimlichen ans- geliefert, dem ewig Ruhlosen angstvoll verfallen— sie spielt das gut: und singt im Rahmen ihrer Mittel kultiviert und wunderschön. Burg- Winkel versagt bei dem Versuch, aus dem Erik eine Bühnenfigur zu machen— nun das Zauberkunststück trifft ja keiner. Jenseits der Einzelheiten: es ist eine in sich ge- Ichlostene, von S t i e d r y musikalisch ausgezeichnet vorbereitete und geleitet Aufführung— die fabelhaft sicheren und sauberen Chöre verdienen be- sondere? Lob—, deren berechtigter Erfolg der instinktsicheren Ausgewogenheit szenischer und musikalischer Faktoren zu danken war. A.W. „Damen auf Tage" Tribüne Madame vermietet junge Damen auf Tag». Aber keineswegs für dasjenige. Für wesentlich harmlosere Dinge. Etwa: ein Amerikaner möchte seiner transozeanen Braut(die Affäre spielt selbst- Jm absolutistisch-patriarchalischen Staat galten die Massen, analphabetisch und von allen politi- schen Rechten ausgeschlossen, nur als die „Hintersassen der Ratio n", und ginge es nach dem Willen der ostelbischen Junker und ihrer Gesinnungsgenossen, wie sie durch die national- sozialistische Bewegung heute wieder aus die Sitze der Macht geschwemmt worden sind, die Masten wären nach wie vor„Hintersassen der Nation". Die Sozialdemokratie hat sie diesem trüben Los entrissen. Indem sie für Hebung der Volksschule und für Verkürzung der Arbeitszeit kämpfte, in- den Höfen erschachert. Von den 5?öjen jagen ihn die Hunde, sogar die Hunde der eigenen Vor- wandtschaft. Die Straßenjungen johlen um den Säuser, der im Rinnstein liegt. In der Spelunke nur kann er hausen, wo ein gutmütiges Weib ihn durchfüttert und beflickt. Und er läßt sich nicht zerquetschen, er kämpft und krakeelt, bis die Erb- ichleicher entlarvt sind, bis der Erbschleicherhäupt- ling des Todes abgeht. Wieder ist der Hasensell- Händler ein richtiger Baron. Aber da ist es auch für das Kraftungeheuer schon zu spät. Das Manns- und Weibsgesindel, dos mit chm luderte, es krallt ihn ein, es will ihn um jeden Preis in den Dreck zurückziehen. Die adlige Sippschaft meidet seine Reudigkeit. Selbst die Lakaien kündigen ihm den Dienst auf. Er wäre im Riesen- schloß wie in einem Riesengrab. Bor solchem Krepieren will er sich retten. Wieder auf die Landstraße hinaus! Doch die Kraft ist erschöpft. und er verröchelt. Das Rose-Theater spielt diesen verblüffenden Kulissennaturalismus, der ein Dutzend der saftig- sten Theatertypen fordert. Die Brüder, Vettern, Schwäger und Ehefrauen der prachtvollen Komö- diantenjamilie Rose überanstrengen sich etwas bei der Darstellung. Trotzdem rettet sie aus ihre volkstümliche und derbe Manier das Stück, das plötzlich in Berlin Heimatrecht gewinnt, nachdem der Stöckeagent es anderchalb Jahrzehnte long allen Luxus- und Plettebühnen vergeblich ange- boten hatte. Dicke Tränen werden weggewischt. und die dankbarsten Theaterbesucher merken gar nicht, daß ihr Liebling, daß Alwin R e u ß, der Träger der Hauptrolle, im Weinerlichen bester ist als in den Gewaltszenen, mit denen der Effekt- achlet Sudermann sein Publikum in Grund und Boden schütteln wollte. Hochdorf. verständlich in Paris) die Aussteuer mitbringen: er benötigt eine Probiererin von gleichem Wuchs und Gewicht. Oder: ein reiches Herrschaftspaar, das trotzdem in Arbeit erstickt, soll.zu den Heiter- leiten des Nicht-tuns geführt wenden. Ilm derlei handelt es sich. Um eine leicht getrüffeltc Variante des berühmten Spiels mst dem Feuer. Es gibt ober keinen Unglücksfall, nur Funken mid allerlei Wortblitze, immer just an, Ge.zwinker vorbei. Schließlich riecht es doch beinahe brenzlich: die Paare chassieren verdächtig durcheinander, zwe. Ehen und eine Verlobung verwackeln. Doch schon stehen drei srisch gefügte Hochzeiten bereit. Es endet also alles neufranzösisch, das heißt: solide bürgerlich. Die von Hein,; W i n g e geleitete Aufführung der burlesken, beinahe geistelnden Amüsiererei. deren Fertiger, Robert Blum, zwei Welsche, Paul Armont und Marcel Gerbidon. nutzt«, hatte zwar störende Längen, doch war sie im übrigen flott sorgenfrei und abwechslungsreich ausgezogen. U. Br. Wagner im Rundfunk Am Sonntagvormittag stand in, Programm der Berliner Funkstunde ein« Darbietung„Dich- t u n g der Zeit", in deren Rahmen auch Günther Birkenfeld Gedichte lesen sollte. Statt dessen hörte man noch einmal die Nazikund- gebung im Sportpalast, konserviert auf Schall- platten, in chrer anderthalbstündigen Länge. Am Sonntagnachmittag war im Programm des Deutschlandseittiers Lyrik von Hermann B u r t e angesetzt: aber auch hier machte Hitler dem Dichter Konkurrenz. Anläßlich des 59. Todestges von Richard Wagner gab es einige mehr und weniger ge- lungen« Gedenkvsranstaltungen am Sonntag und Montag. Die„R e i ch s s e n d u n g" aus B o y- reuth wirkte sehr blaß. Sie verzichtete sowohl auf die Gestaltung eines historischen Lebensbild«? als auch auf musikalische Einschaltungen, lind be- gnügte sich mit einer gefühlsselig verschwommenen Schilderung. Berlin ließ wenigstens, wenn auch leider nicht in unmittelbarem Anschluß, ein kleines, stimmungsvolles Wagner-Konzert folgen. Am Montagabend sandten sowohl Berlin als auch der Deutschlandssnder Wagner- Opern, die aus dem Dresdener und dem Char- lottenburgsr Operichaus übertragen wurden. Das war sicher die einfachst« Art. einer repräsentiven Pflicht zu genügen, aber wohl kaum die beste, dem sie sich um Weckung und Befriedigung kuttu- reller Bedürfnisse bei den Masten bemühte, indem sie durch chre Propaganda Millionen von der Ofenbank aufscheuchte und für die Ausgaben der Nation erwärmte, indem sie schließlich der Demo- kratie, das ist: der Teilnahme eines jeden an den Arbeiten der Nation, die Bahn ebnete, hat sie mehr als eine andere Bewegung den Begriff der Nation mit Blut und Leben er- füllt und national gewirkt. Mein die von den „Marxisten" und„Novemberparteien" bewirkte Vermehrung der Stimmberechtigten— 44,9 Mil- lionen gegen 14,4 Millionen im Jahre 1912!—, welch gewaltige Intensivierung des Begriffs der Notion bedeutet sie! Wenn wir also angesichts des wilden Gekläffs: Internationalisten! den Kläffern zurufen: Natio- nal? Jhroderwir? können wir in Seelen- ruhe die Antwort der Geschichte auf diese Frage abwarten. Hermann Wendel. wenn es darauf ankam, einer möglichst großen Hörerschar Wagner in seiner Bedeutung vorzu- stellen. Man hätte gewünscht, daß der anregende Vortrag von Dr. B e i dl e r:„Richard Wag- n e r u n d w i r" im Rahinen eines wirklich volks- tümtichen Wagner-Abends gelialten worden wäre. Dr. Beidlers Hinweis, daß Wagners musikdrama- tisches Schaffen in unmittelbarer Darstellung erlebt werden muß, um ganz gewürdigt werden zu können, und feine Forderung nach einer immer ausgedehnteren Lolkstheaterbewegung hätten bei solcher sinnvollen musikalischen Ilmrahmuinz sicher einen besonders großen Kreis verständnisvoller Zuhörer gefunden. Dr. Beidler gelang es ausge- zeichnet, den Künstler und Menschen Wagner in der Verstochteicheit mit den geistigen und künst- lerischen Strömungen seiner Zeit zu zeigen und so den Weg zum wirklichen Begreifen von Wagners Größe zu öffnen.— H. Ein Puszta-Fiim Gloria-Palast Die Wiener Blöderei scheinen wir nun glücklich los zu sein, dafür wird uns jetzt Ungarn serviert. „... und es leuchtet die Puszta" heißt ein seit- sames Produkt aus verstaubter Sentimentalität, militärischen Parade» und dem übliäzen Operetten- schmus. Wenn nicht die guten, frellich nicht in die Handlung verwobenen Landschaften und die im Spiel und Tanz gleich flotte Rose B a r s o n y wären, möchte man das ganze mit Schweigen zu- decken. Der Regisseur Heinz Hille weiß autt, mit den Darstellern dieser unsäglichen Sache nichts anzufangen Ein Schwank von Zlnno dazumal, mit Rllhrfeligkcit dick überzuckert. Man zeige uns die echte Puszta— aber weder aus dem Gesichtswinkel der Operette noch des königlich üngarischen Patriotismus! r. Zwei Temperamente Tänze in der Volksbühne Erika Lindner und Lotte Goslar, die ge- meinsam die vierte Volksbühnentanzmatinee dieser Saison bestritten, sind zwei grundver« schiede»« menschlidie und künstterische Tempe- rameitte. Es war ein Wagnis, ihre Darbietungen in einem Programm zu vereinen, und es war ein doppeltes Wagnis, sie in bunter Folge zu zeigen. Daß das Publikum trotzdem in immer wachsender Begeisterung mitging, spricht für das starke Könne» der beiden Künstlerinnen: es be- weist aber auch, welck) tanzverständiges Publikum in diesen Volksbühnenmatineen sid) zusammenfindet. Lotte Goslar tanzt« ausschließlich Parodien. Sie hat den Mut zur bedingungslosen Häßlichkett in Maske und Kleidung, und dies und die über- wältigcnde Komik ihrer Gesten ist mehr als nur tänzerische Clownerie, wenigstens in den meisten ihrer Darbietungen.'Die affektierte Tanzraserei im„M o t t o", die manchmal fast schmerzliche Komik der„W a n d e r z i r k u s t ä n z e r i n". die gepfefferte Sanftmut der„Angelika" beweifen, daß Lotte Goslar eine Karikaturistin von hohen Graden ist. Erika L i n d n e r s stärkste Tänze waren ihr altes„W i e g e n l i e d", dessen rührende mütter- liche Zartheit immer wieder aufs stärkste ergreift. und„V o r s r e u d e". ein toller Freudenwirbel eines bäuerlichen Mädchens. Je unklomplizierter die Themen der Lindner sind, je einfacher in der Ausführung, desto reiner, desto echter entfaltet sich ihre Kunst. Leider ist das der Tänzerin wohl noch nicht klar bewußt: sie weitet häufig ihre Tänze ungebührlich aus und erschövft sich in an- strengenden Gebärden. So beginnt ihr„W a s s e r- lieh" mit einer wunderbar weiten, weichen Sprache, löst sich aber auf in schöne, dünn Ivielerffche Bewegungen und klingt aus als ge- schmackvolles Salonstück. Erika Lindner ist eine Tänzerin von ungewöhnlicher Innerlichkeit. Darin ickieint eigentlich die Gewähr zu liegen, daß sie sich nicht an Unechtes verliert. 8—?. Wagner-Feieru überall. In der ganzen Welt fanden gestern Feiern zur Erinnerung an Wagners 59. Todestag statt. Besonders festlichen Charakter nahmen sie in München— im Nationol- theater—, in Bayreuth Wien und A m st c r d a m an. In allen großen Städten Italiens fanden Festkonzerte statt.— Wagner- Ausstellungen wurden in Frankfurt am Main und Mainz eröffnet. Ein nachgelassener Sudermann Rose-Theater:„Der Hasenfellhändler" Das GA.- Verbrechen in Eisleben Haupthetzer- Gutsbesitzer von Alvensleben Eigener Bericht des„ Vorwärts" Eisleben, 14. Februar Das Befinden der drei schwerverletzten Kommu nisten, die im Stadtkrankenhaus Eisleben liegen, ist inzwischen noch hoffnungsloser geworden. Die blutigen Zusammenstöße in Eisleben sind das Resultat einer systematischen natio= nalsozialistischen Hezze. Seit 1930 ist Eisleben innerhalb des Regierungsbezirks Merieburg die Stadt mit den häufigsten und schwersten nationalsozialistischen Ausschreitungen. Wiederholt mußte die Merseburger Regierung eingreifen und für längere Zeit starke Polizeikommandos in Eisleben stationieren. Zeitweise wurde dem örtlichen Polizeiverwalter die tatsächliche Polizeigewalt entzogen und ein Offizier der Staatspolizei damit betraut. Die Eislebener Anhängerschaft der Eisernen Front verwirft ausnahmslos Gewalttätigkeiten Sie rekrutiert sich restlos aus erfahrenen und ruhigen Gewerkschaftlern. Aber auch die Eis= lebener Kommunisten sind überwiegend besonnene Elemente. Ihnen macht schon die verhältnismäßig schwache Organisationsbasis in der Stadt Eisleben und den angrenzenden Mansfelder Landkreisen größere Aktionen unmöglich. Dagegen besteht das Gros der Mansfelder NSDAP. aus gewalttätigen Leuten. In den Reihen der Eislebener NSDAP. hahen sich die berüchtigsten Schläger der Stadt ihre politische Heimat gesucht. Trotzdem wären Erzesse nicht an der Tagesordnung, wenn die Mansfelder nationalsozialistische Kreisleitung der gewalttätigen Gesinnung ihrer Parteiuntertanen entgegengewirkt hätte.. Der Mansfelder NSDAP.- Kreisleiter, Gutsbefizer von Alvensleben, ist aber wiederholt führend an Ausschreitungen beteiligt gewefen. Zahllos sind seine massiven Drohungen, die er teilweise in Gegenwart der überwachenden Polizei ausgestoßen hat. Vor mehreren Monaten gehörte zu seiner Tagesbeschäftigung, mit der Reitpeifsche in der Stadt herumzulaufen und einzeln gehende Gegner, darunter fogar Mitglieder linksgerichteter Jugendorganisationen, zu mißhandeln. Am Sonntag, unmittelbar nach dem Blutbad. ließ er auf dem Marktplatz eine neue Hezz- und Drohrede vom Stapel, die sinngemäß die Vorfälle PROGRAMM für die Zeit vom 14. bis 16. Februar BTL BTL Potsdamer Str. 38 Hochzeitsreise zu Dritt mit Brigitte Helm Das Geheimnis des blauen Zimmers mit Else Elster, H. A. v. Schlettow W. ab 5 Uhr BTL Turmstraße 12 nur als den Anfang der nationalsozialistischen Reinigung bezeichnete. Am Montag drohte die SA. der sozialdemokrafischen Buchhandlung in Eisleben das gleiche Schicksal an. Funktionäre der Eisernen Front wurden mit der Ankündigung bedacht, daß sie das nächste Mal an die Reihe kämen. Die Erzeßlust der Nazischläger hat sogar vor der Polizei nicht halt gemacht. Vor wenigen Tagen flüchtete ein verfolgter Jugendlicher in den Schutz eines Polizisten. Der Bearte hielt seinen Arm über den Jugendlichen. Die Nazis schlugen nunmehr mit Dolchen und Gummifnüppeln auf die Arme des Poli: zisten ein. Wenn die Polizeiverwaltung von Eisleben energisch eingegriffen hätte, wäre der Umfang der nationalsozialistischen Ausschreitungen unmöglich geworden! Die Einseitigkeit der Polizeiaktion nach dem Blutsonntag ergibt sich daraus, daß ausschließlich bei Kommunist en Haussuchungen vorgenommen wurden. Uni formierte SA.- Leute zeigten den Beamten die Wohnungen, es wurden ausschließlich Arbeiter in den Straßen der Stadt angehalten und nach Waffen durchsucht, während die Nazis von dieser Maßnahme verschont blieben. Regierungspresse! So berichtet sie über Eisleben! Nachdem die Leser des Vorwärts" die Wahrheit über Eisleben fennengelernt haben, wird es für sie nicht uninteressant sein, zu erfahren, was die nationalsozialistische Regierungspresse schreibt. Wir zitieren ein Beispiel für viele den ,, Westdeutschen Beobachter": Als die Kolonnen in die an der Geschäftsstelle der KPD. sich abzweigende Nebenstraße einbogen, wurden aus der sich hinter dem Lokal befindlichen Turnhalle des marristischen Turnvereins ein regelrechtes Schüzenfeuer aus Gewehren, Pistolen, Maschinenpistolen und aller Wahrscheinlichkeit nach sogar aus einem Maschinengewehr eröffnet. Aus den Fenstern der Geschäftsstelle der KPD., die im Borderhause liegt, wurden ebenfalls Schüsse abgegeben. Zwanzig SA.- Männer fanfen, von den Kugeln getroffen, zu Boden. Die Sturmführer wollten mit ihren Stürmen sofort die rote Mordzentrale angreifen. Unglaublicherweise hinderte der die Aufsicht führende Polizeioberinspektor die SA. an diesem notwendigen Aft. Nachdem dann der Sturmbannführer trotzdem Befehl zum Sturm gegeben, passiert nun folgendes: Die roten Schüßen zogen sich nach Eindringen der SA.- Männer in die Turnhalle zurück, wo sie sich hinter Geräten verbarrikadierten. Die fommunistischen Schüßen, denen es nicht mehr gelungen war, die schützenden Barrikaden zu erreichen, zwangen die anscheinend zu diesem Zweck ebenfalls in der Turnhalle versammelten Kinder, sich schützend vor sie zu stellen; über die Köpfe der Kinder hinweg feuerten die roten Mordbuben fniend Schuß auf Schuß auf die eindringenden SA.- Männer. Im Völkischen Beobachter" sieht die Sache so aus: Die Kommunisten hatten sich mit Schußwaffen und sonstigen Waffen ausgerüstet und gingen beim Anrücken der SS. und der Polizei hinter den Köpfen einer Gruppe von eigens zu diesem Zwede herbeigeholfen unschuldigen Kindern ( im Alter von 6 bis 12 Jahren) in Deckung und beschossen aus dieser Stellung die SS. und Polizei. Hierbei wurde ein Kind durch den Schuß eines fommunistischen Verbrechers schwer verletzt. Die Wahrheit ist, um es noch einmal kurz zu sagen, folgendes: 1. Die Kommunisten feierten ein Kinder= fest und dachten an feinen Angriff. 2. Der Zug der SA. wurde gegen die Abrede mit der Polizei zu der Turnhalle geführt, in der die Kinder spielten. 3. Die Halle wurde von der SA. ange= griffen.( Das Geständnis, daß der Sturmbannführer von Alvensleben den Sturm befohlen hatte, ist wertvoll.) 4. Der Oberinspektor der städtischen Polizei, Ueberschär, versuchte pflichtmäßig, wenn auch mit unzureichenden Mitteln die Berübung eines schweren Verbrechens zu verhindern. 5. Der Oberinspektor ist jetzt ,, beurlaubt". Zahlreiche Kommunisten sind verhaftet, von der SA. niemand. Für etwa 25 000 m. Felle erbeuteten Einbrecher, die die Lagerräume der Pelzfirma Zlotower in der Potsdamer Str. 31 aufsuchten. Rundfunk am Abend Dienstag, 14. Februar Berlin: 16.15 F. C. Roegels: Eigene Prosa. 16.30 Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30 Interessantes aus der Strafjustiz ( B. Köhler). 17.45 Fahrt in den Orient ( H. Dähn). 18.05 Robert Schumann. 18.30 Bücherstunde. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Hilfe für die Erwerbslosen. 19.40 Die Hochzeit. Ein Fragment von Richard Wagner. Unterhaltungsmusik. 20.50 Zeitfunk. 21.00 Wie man Rennfahrer wird.( Hörspiel von Manfred von Brauchitsch). 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Aus Hamburg: Spätkonzert. Königswusterhausen: 16.00 Für die Frau. 16.30 Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.10 Zeitdienst. 17.30 Tägliches Hauskonzert. 18.00 Volkswirtschaftsfunk. 18.30 Einführung in die„ Eroica"_von_Beethoven. 18.55 Wetterbericht. 19.00 Das Drama der Griechen und der Mensch der Gegenwart. 19.30 Das Gedicht. 19.35 Politische Zeitungsschau. 20.00 Aus Leipzig: Militärkonzert. 21.00 Gedanken zur Zeit. 21.40 Lieder von Ludwig Spohr. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45 Seewetterbericht. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im ,, Volksfunk", monatl. 96 Pf. durch alle ,, Vorwärts" Boten oder die Postanstalten. Seminar für Wohlfahrtspflege. Heute, 20 Uhr, im 3dA.- Verbandshaus, Hedemannstr. 12, großer Saal, Ausspracheabend über Geburtenregelung vom Standpunkt der Fürsorge aus". Referent: Genosse Dr. Georg Löwenstein. Wetter für Berlin: Wechselnd bewölft, nur noch vereinzelt Schauer; Temperaturen weiterhin etwas sintend, abflauende nördliche Winde. Für Deutschland: Ueberall ziemlich faltes, veränderliches Wetter. Im Süden stärkere Schneefälle, im übrigen Reiche, besonders im Osten, noch einzelne Schneeschauer. Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbe wegung: J. Steiner; Feuilleton: Herbert Lepère; Lotales und Sonstiges: Friz Karstadt; Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin Verlag: Vorwärts- Verlag G. m. b H., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 1 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen- Ausgabe des Vorwärts" veröffentlicht. KINO TAFEL Franziskaner E. Friedrichstr Rheinschloß- Lichtspiele Georgenstraße, Um 9. 12, 3, 6, 9 Uhr beginnend: Mädchen in Uniform mit Dorothea Wieck, Herta Thiele u. a. Um 10.30, 1.30, 4.30, 7.30, 10.30 Uhr beginnend: Rheinstr. 60. Woch. 5, Stg. 3 Uhr Hans Albers Neukölln F. P. 1 antwortet nicht mit Excelsior Wochentags 6 Uhr Tonbeiprogr. Jugendliche haben Zutritt! Schöneberg Ab 10 U. letzte 94 Unter den Dächern von Paris Flora- Tageskino Neueste Ton- Wochenschau F. P. I antwortet nicht mit Kolonnaden- Kino Tageskino TonfilmHans Albers, Syb. Schmitz Paul Hartmann Jugendliche haben Zutritt! W. 5, 7, 9 Uhr BTL Alexanderstr. 39 ( Passage) F. P. 1 antwortet nicht mit Hauptstr 144. Wenn die Liebe Mode macht mit Renate Müller-Amateurpolizisten Tageskino Titania Schöneberg Leipziger Str. 58 Ab 9 Uhr vorm. Madame verliert ihr Kleid mit Lily Damita Glückliche Kindheit Wochenschau Moabit H. Albers, Sybille Schmitz, Artushof Wochent. ab 6 Uhr Paul Hartmann Jugendliche haben Zutritt! Wochent.: Den ganzen Tag geöffnet Alhambra Müllerstr 136. Ecke Seestraße. Kaiserwalzer m. M. Eggerth W. Eichberger An heiliSonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29. 2 Großtonfilme: Filmverrückt mit Har. Lloyd Marschall Vorwärts mit P. Wegener Charlottenburg gen Wassern mit K. Hardt Schlüter- Theater Beginn. Jugendliche haben Zutritt! Wochentags ab 4.30 Uhr Odeon.PotsdamerStr.75 Grün ist die Heide mit Cam. Spira, Peter Voß, Theodor Loos Das gute Beiprogr. Jugendliche haben Zutritt! W. 5, 7, 9 Uhr Germania- Palast Charl.. Wilmersdorfer Str. 53/54 Tarzan, der Herr des Urwaldes, mit Johnny Weismüller Tod über Schanghai mit G. Maurus, Th. Loos W. ab 5 Uhr Kant- Lichtspiele Charl. Kantstr 54 Ein Mann mit Herz mit Gust. Fröhlich, Maria Solveg Eine Tür geht auf mit Hermann Speelmans W. ab 5 Uhr Primus- Palast Potsdamer Straße 19 Ganovenehre mit Fritz Kampers, Rotraut Richter, Paul Heidemann Wo. 5, 7.10 9.15 Uhr Friedrichstadt Die Kamera Unter der Linden 14 Beginn 3. 5. 7. 9 Uhr F. W. Murnaus: Tabu( Neuauff.) F. Eipper: Tiere sehen dich an Jugendliche haben Zutritt! 5, 6, 9 U. Schlüterstr. 17. S. 3 Uhr: Jug.- Vorst. Die Herren von Maxim mit Lee Parry Testament Cornelius Gulden mit Magda Schneider Atrium Wilmersdorf Wochent. 7, 94 U. Stg 5, 7, 914 U Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Uraufführung: Eine Frau wie du mit Liane Haid, Georg AlexHauptstr. 49. W. 4.30, letzte 9, S. ab 3 Das Blaue vom Himmel mit Herm. Thimig- An heiligen Sonntags 4 Uhr Kaiser- Friedrich- Straße 191 Tarzan mit Johnny Weißmüller Kampf mit Manfred von Brauchitsch Kukuk Wochentags 6 Uhr Sonntags 4 Uhr Kottbusser Damm 92 Stella- Palast Köpenicker Straße 12/14 Wochent. 6.15 Uhr, Sonntags 3 Uhr Kaiserwalzer mit Martha Eggerth, Sz. Szakall An heiligen Wassern Sieg der Liebe mit Karin Hardt Jugendliche haben Zutritt! Treptow Unmögliche Liebe mit Asta Treptow- Sternwarte Nielsen Kintopp vor Jahren mit Ansager 25 W. 6, 8% U. Wassern- Jugendl. haben Zutritt Mercedes- Palast 6 Turma Wochent. 5, letzte 94 U. Sonntags ab 3 Uhr Hauptstr. 144. F. P. 1 antwortet nicht mit H. Albers, Syb. Schmitz Tonbeiprogr. Jugendl. haben Zutritt Mariendorf Mariendorfer Ma- Li Tonlichtspiele S. 5. 7, 9 Chausseestr. 305. Baby Hermannstr. 212. 2 Großtonfilme: Eine Stadt steht Kopf mit H. Thimig, Jugo An heiligen Wassern mit Karin Hardt Primus- Palast W. 6, 8.30 U. Sonnt. 3 Uhr W. 7, 9, Am Hermannplatz. Urbanstr 72/76 Die Herren v. Maxim mit Lee Parry- Im Banne des Eulenspiegels mit Anny Ondra Kampf mit M. v. Brauchitsch Kurfürst Tempelhof W. 7, 9, Sbd. Stg. 5, 7, 9 Stg 3 Uhr. Jgd.- Vorst Dorfstraße 22 Ecke Berliner Straße Madame wünscht keine Kinder mit Liane Haid Tonbeiprogramm ander Tonfilmbeiprogramm Tivoli Zeli Zehlendorf- Mitte Beg. tägl. 5, 7, 9 10 Uhr Sonnt. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Straße 30. Das Blaue vom Himmel mit Martha Eggerth, Hermann Thimig- Tonbeiprogramm Steglitz Titania- Palast Stg.4.6.30, 90. Steglitz. Schloßstr 5. Ecke Gutsmuthsstr Der Rebell mit Luis Trenker Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt! Friedenau Kronen- Lichtspiele Rheinstr. 65 Täglich 5 7. 9 Uhr, Sonnt. ab 3 Uhr Ein blonder Traum mit Lilian Harvey, Fritsch. Forst- Beiprogramm Jugendliche Zutritt Täglich: 5, 7, 9 Uhr Mittwoch 8 Uhr, Donnerstag 8 Uhr: Stürme über dem Montblanc Der gewaltige Tonfilm! Osten Germania- Palast Frankfurter Allee 314 Der große Kriminaltonfilm: Spione im Savoyhotel ( Die Galavorstellung der Fratellinis) mit Olga Tschechowa, Alfr. Abel Wenn du noch eine Tante hast mit Marie Dreßler Wochent. 6, Sonnab. 5, Sonnt. ab 3 U. Luna- Palast Woch 5 Uhr Hierzu 1 Beilage. PROGRAMM 1971 für die Zeit vom 14. bis 16. Februar Flora- Lichtspiele Allee 40/41 W. 5.30, ca. 7. 8.30 Uhr, Stg. ab 3 Uhr Die unsichtbare Front mit C. L. Diehl, Trude v. Molo 1000 für eine Nacht mit Cl. Rommer Volks- Kino Königstadt Schönhauser Allee 10 W. 5, 7, 49 U. S. 3 U. Jugd.- Vorst. Tarzan( Der Herr des Urwaldes) Im mit Johnny Weißmüller Banne des Eulenspiegels Neu- Lichtenberg Kosmos- Lichtspiele W.5.7. Lückstr. 70 ca. 9 U. So 2: Jgd.- Vorst. F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers- Gutes Tonbeipr. Jugendliche haben Zutritt! Pankow Palast- Theater W. 7 u. 8.30 U. Stg. ab 4.30 U. Breite Str. 21a. Wenn die Liebe Mode macht mit Renate Müller- Ein Mann mit Herz mit Gustav Fröhlich Wochentags 6.30, 9 Uhr Stg. ab 3 U. Tivoli Sbd., Sonnt. ab 4.30 Uhr Stern, Hermannstraße 49 Im Banne des Eulenspiegels W. 6 Uhr, Stg. 4 Uhr Eine Tür geht auf 1000 für Große Frankfurter Str. 121. mit U. Grabley Z. 48. mit Eugen Klöpfer Steckbrief Frankf eine Nacht mit Clare Rommer Schwarzer Adler Allee 99 Südosten Sonnt.: 3. 5. 7. 9 Uhr Deutsch- Amerik. Theater Berliner Straße 97. Ein Mann mit Herz mit Gustav Fröhlich Iglu, das ewige Schweigen Südwesten Köpenicker Str. 68. W. 4%, 6%, 7 9 Unmögliche Liebe mit Asta Nielsen- Wenn du noch eine Tante hast Film- Palast Kammersäle Filmeck Wochent. 6.15. 9 Uhr Teltower Str. 1. W. ab 5%, S. ab 3½ 2 Tonfilme: Kaiserwalzer mit M. Eggerth- Der fliegende Tod( Das Geheimnis des schwarzen Falken) Palladium Baerwaldstr. 17 W. 5 letzte 9 Uhr S 3, letzte 9 Uhr Unmögliche Liebe mit Asta Nielsen Der falsche Hund mit Ehrlich, Bendow- Bühne: 3 Alfredos Rivoli Film und Bühne Bergmannstraße 5/7. W. 5.30, letzte 9 U. S. 3.30. letzte 9 U. Großtonfilm: F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers- Beiprogramm Jugendliche Zutritt Sonnt. ab 3 Uhr Am Görlitzer Bahnhof Hochzeitsreise zu Dritt mit Brig. Helm. Oskar Karlweis W. 5, 7. ca. 9 Uhr. S. 3, 5, 7, 9 Uhr F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers Tonwoche Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt! Jedes Kind erhält bei Lösung der Eintrittskarte einen Modellierbogen von der F. P. 1 gratis Viktoria- Theater Woch. ab 5 Stg. ab 3 U. Frankfurter Allee 48 Die unsichtbare Front mit C. L. Diehl, Tr. v. Molo Eine Minute vor 12 mit Tom Mix Friedrichsfelde Das Lied der schwarzen Berre Kino Busch mit Ita Rina Luisen- Theater Reichenberger Str. 34. W. ab 5 Uhr Stg. ab 3 Uhr Abenteuer im Engadin Dorothea Wieck Hans Stüwe in dem Tonfilm- Schauspiel Trenck Mont.- Donn. 6 U. Freit- Stg. 5 Uhr Alt- Friedrichsfelde 3 Die blonde Venus mit Marlene Dietrich- Der Hochtourist mit 0. Wallburg, Trude Berliner, Maria Solveg Nordosten W. 5.15, 7, 9.15 Uhr , Elysiums. 3. 4.45, 7. 9.15 Uhr Prenzlauer Allee 56 F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers Berliner Str. 27. Großtonfilm: F. P. 1 antwortet nicht mit Hans Albers- Tonbeiprogramm Jugendl. Zutritt Tegel Filmpalast Tegel W. 6 Uhr S. ab 4 Bahnhofstr. 2. Stg 2 U.: Jgd.- Vorst. Sehnsucht 202 mit M. Schneider- Der gr. Trick mit H. MoGr. Beiprogramm ser Film Kosmos Bühne Hauptstr. 6. W ab 6 Uhr Stg. ab 4 Uhr 2 Großtonfilme: Das Gespensterschiff mit Harry Piel Scampolo, Kind der Straße. mit D. Haas Union- Theater Wocht. 6, 8% S. 4. 6. 8% Hauptstraße 3. Abenteuer im Engadin mit W. Riml Geheimnis um Johann Orth mit C. Diehl Hennigsdorf Filmpalast Bea W 6. 8.30 Uhr Stgs 44 6. 834 U. Berliner Str. 59. S. 2 U.: Jug,-Vorst. Grün ist die Heide mit Camilla Spira, Th. Loos, Kampers, Voß Erste Instruktionsstunde mit P. Heidemann BEILAGE Vorwärts Auf dem Meeresgrund Bericht von den Tauchern Kamschatkas/ Von Dr. Sten Bergman Diesen Abschnitt entnehmen wir mit Erlaubnis der Verlagsbuchhandlung Strecker und Schröder in Stuttgart dem Buch des bekannten Forschungsreisenden: ,, DieTausend Inseln im fernen Osten", der Inselkette, die sich von Japan nach Kamtschatka zieht und als Heimstätte von Erdbeben und Vulkanausbrüchen berüchtigt ist. ,, Es ist ein Viertel nach sechs, Herr" Mit diesen Worten und einer Schale Tee weckte mich Fudschimoto am 20. Juli. Sonst weckte er mich immer um sieben Uhr, aber an diesem Tag hatte ich be= sondere Pläne. Ich rieb mir den Schlaf aus den Augen und erinnerte mich, daß ich am Tag vorher beschlossen hatte, einen Teil des Tages auf dem Meeresgrund zu verbringen. Dorthin zu tommen ist ja nicht schwer, wenn man am Meer wohnt, aber ich wollte gern wieder lebendig herauf kommen, und das machte die Sache weniger einfach. Ich brauchte mit anderen Worten eine Tauchausrüstung nebst Zubehör Wir befanden uns gerade im Dorf Tomari. Zehn Minuten weit liegt das Dorf Uennai, Mittelpunkt der Muschelfischerei. Eine Anzahl Motorboote, mit sechs bis zehn Japanern bemannt, liegen vom 1. Juli bis zum letzten November draußen, um Muscheln zu sammeln. Das geschieht hauptsächlich mit Hilfe von Tauchern, die sie in Negkörben vom Meeresgrund heraufholen. Zusammen mit einem uniformierten Polizisten wurden wir in einem Ruderboot zu dem in der Bucht verankerten Motorboot hinausgebracht. Nach zwei Stunden Fahrt in hauptsächlich nördlicher Richtung sah man am Horizont einige Punkte, das waren die Fangboote. Nachdem wir verschiedene Fangboote passiert hatten, tamen wir zu dem, bei dem ich an Bord gehen wollte. Es hatte mit den beiden Tauchern, von denen der eine getaucht war, eine Besagung von sechs Mann. Die Besatzung hatte keine Ahnung von unserer Absicht, sie zu besuchen und machte große Augen, als ein Europäer an Bord stieg. Aber Fudschimoto gab die nötigen Erklärungen, und sie zeigten alle die größte Freundlichkeit. Gespräche mit Tauchern. Am meisten interessierte mich der Taucher, ein ungewöhnlich großer und fräftiger Japaner. Ich setzte mich neben ihn und forderte ihn auf, von seiner Arbeit zu erzählen. Die Fangboote, bc= richtete er, fahren um zwei Uhr in der Nacht von Uennai weg, und nach drei Stunden sind sie bei den Fangplägen. Auf jedem Boot sind. immer zwei Taucher; jeder von ihnen ist abwechselnd anderthalb Stunden von fünf Uhr früh bis zum Einbruch der Dunkelheit auf dem Meeresboden. Gegenwärtig arbeiteten sie bis acht Uhr abends, also fünfzehn Stunden am Tag. Jeder Taucher verbringt demnach sieben und eine halbe Stunde am Tag auf dem Meeresgrund. Nach zweitägigem Aufenthalt auf den Fangplägen fahren sie mit der Beute heim; wenn sie einen guten Fang gehabt haben, so bringen sie etwa zehntausend Muscheln nach Hause. Nach der Heimkehr schlafen sie nur zwei bis drei Stunden, dann fahren sie wieder hinaus. Die Tiefe, in der sie Muscheln sammeln, schwankt zwischen zehn und dreißig Metern. Die Stelle, an der sich das Boot jetzt befand, war dreizehn Meter tief. Mein Gewährsmann war schon zwölf Jahre bei dieser Arbeit, fünfunddreißig Meter war die größte Tiefe, in die er getaucht hatte; aber dort fönne man es nur zehn bis zwanzig Minuten aushalten, erklärte er. Nach einer Stunde gab der Taucher auf dem Meeresgrunde das Zeichen, daß er herauf wolle. Mehrere Männer zogen aus Leibeskräften, und in furzer Zeit kam er an die Oberfläche. Der foeben Heraufgekommene nahm den Platz des anderen an der Feuerstelle ein, zündete sich eine 3igarette an, begann ein paar Muscheln zuzubereiten und warf fragende Blicke auf mich. Ich setzte mich zu ihm, und nachdem wir eine Weile gesprochen hatten, fragte ich ihn, ob er mir seine Taucherausrüstung zum Hinabsteigen leihen wolle, ich würde gerne die Muscheln bezahlen, die er während dieser Zeit verliere. Sowohl der Taucher als auch alle anderen an Bord waren sehr neugierig und lachten von Herzen über meinen Vorschlag. Eine Weile ver= handelten sie untereinander und dann erklärte der Taucher, daß er es nur auf meine eigene Gefahr tun könne. Er begann sich sofort zu entkleiden. Unter dem Taucherkleid trug er viele dicke Unterkleider, teils wegen der Kälte, teils um den Druck zu mildern. Er lieh mir die dicken Wolkleider, um sie über meinen Sportanzug zu ziehen, und darüber kam die Taucherausrüstung, die aus einer Art Gummistoff war. An die Füße bekam ich ein Paar schrecklich schwere Schuhe mit Bleisohlen. Zu jedem Boot gehört nur ein Taucherhelm und eine Luftpumpe, und ich konnte daher erst hinabsteigen, wenn der andere herauffam. Daß er drunten lebte und arbeitete, bewies jede vierte oder fünfte Minute, wenn ein Nezforb mit fünfzig Muscheln herauffam. Er verriet auch seinen Aufenthaltsort durch Luftblasen, die ständig aufstiegen, wenn er die verbrauchte Luft durch ein Ventil im Helm abließ, das er hie und da durch einen Druck mit dem Hinterkopf öffnete. Wenn man das Ventil nur genügend rasch drückt, fann das Wasser nicht eindringen. Der Weg hinab. Anderthalb Stunden waren vergangen, und der Taucher gab das Zeichen, daß er herauf wolle. Er war verblüfft, als er gleich darauf mich statt seines japanischen Gefährten im Taucheranzug auf der Leiter sah. Die Bleigewichte wurden mir umgehängt, und nachdem ich belehrt worden war, wie ich das Luftventil behandeln müsse, und nachdem mir ein Strick um den Leib gebunden worden war, wurde der Helm zugeschraubt. Der ganze Taucheranzug samt Zubehör wog nach ihrer Angabe fünfundsiebzig Kilogramm, wovon ich, als ich alles anhatte, vollkommen überzeugt war. Im Helm fauste die Luft, die durch einen Motor eingepumpt wurde. Ich kletterte die Leiter hinab, bis mir das Wasser an den Hals reichte, dann waren die Stufen zu Ende. Mit einem festen Griff um die Leine, die mir um den Leib ge= bunden war, stieg ich in das Unbekannte hinaus. Ich hatte die strenge Weisung erhalten, darauf zu achten, daß ich nicht das Gleichgewicht verliere. Der Oberkörper ist nämlich am schwersten belastet, so daß man leicht topfüber hinabkommt, wobei es schwer ist, drunten wieder zurechtzukommen. Hat man das Gleichgewicht verloren, so lassen sich die Bewegungen des Kopfes im Helm nicht kontrollieren, und wenn der Kopf am Ventil anliegt, strömt Meerwasser ein, und man ist verloren. Das Seil wurde nachgelassen, und ich sank in das graugrüne Wasser. Wir hatten ausgemacht, daß man mich sofort herauf hole, wenn ich mehrere Male an dem Seil ziehe. Ich sah die Wasseroberfläche über mir schimmern. während ich mich immer mehr von ihr entfernte; auch der Schiffsboden war deutlich zu sehen. Schon einige Meter unter der Oberfläche begannen Sch mer= zen in den Ohren, und es wurde schlimmer, je tiefer ich sant. Schließlich waren die Schmerzen ganz unleidlich. Ich begann zu fürchten, daß das Trommelfell reißen würde. Ich fühlte, daß ich jeden Augenblick das Bewußtsein ver= lieren könnte und war gezwungen, an der Leine zu ziehen. Das Signal wurde sofort verstanden, und nach einer Weile war ich wieder an der Oberfläche. Ich kletterte die Leiter hinauf, um welche alle neugierig versammelt waren. Der Helm wurde abgehoben, ich erklärte die Ursache meines Heraufkommens und fragte, ob es etwas gebe, um die unheimlichen Schmerzen zu vermeiden. Sie konnten mir jedoch keinen Rat geben, sondern erklärten, daß man sich langsam ge= wöhnen müsse, um bis zum Meeresboden tauchen zu können. Ich beschloß, einen neuen Versuch zu machen, und bat sie, den Helm wieder zuzuschrauben. Dieselben fürchterlichen Schmerzen stellten sich ein; ich biß die Zähne zusammen und versuchte sie zu ertragen, gleichzeitig gab ich hie und da dem Ventil einen Stoß, wobei jedesmal sausend Luft entwich. Ich sank immer tiefer, die Schmerzen waren schrecklich, und ich erwartete jeden Augenblick das Bewußtsein zu verlieren. Auf dem Meeresgrund. Blöglich schlug ich mit den Füßen auf dem Meeresboden auf. Im Kopf spürte ich eine starke Erleichterung, und auch die Schmerzen in den Ohren nahmen sogleich ab. Mit gierigen Blicken betrachtete ich die sonderbare Landschaft um mich. Ein Wald von Algen mit gekräuselten Blättern umgab mich von allen Seiten. Dieser Pflanzenwuchs machte dadurch einen sehr eigentümlichen Eindruck, daß er nicht stille stand, son= dern in weichen Wellenbewegungen hin und her Die Braut des Diebes Kriminaljkizze Von Heinz Liepmann Die Nacht fiel schnell herab, der Schnee wurde stumpf und schattig. Der Dieb Mar Slawek blieb stehen und sah sich um; da lagen schief und in alle Ewigkeit verlaufend die dunklen Schatten seiner Füße auf dem Trottoir. Schnell trabte er weiter, bog schräg über den ver= schneiten Weg und gelangte auf die Fahrbahn, die, von vielen Fahrzeugen in den Nachmittagsstunden befahren, fast vereist war. Ein Schuhmann überholte ihn. Slawek sah ihn schief von unten an, einen Augenblick lang gingen fie nebeneinander. Der Polizist sagte: ,, Na, Slawek?" Slamet wollte beteuernd die Hände ausbreiten, machte ein möglichst harmloses Gesicht und sagte: ,, Nichts, Herr Wachtmeister, nichts, gar nichts". unterließ es aber, die Hände auszubreiten, denn unter beiden Achseln steckten die Blusen: Seide, die eine weiß und lila gestreift, die andere weißer Grund mit lila Tupfen, die letzte Mode, wie Erna, seine Braut, sie sich gewünscht hatte. Der Polizist sah ihn an, dann bog er links ein; Slamet blieb stehen und atmete tief. Sein noch harmloses Gesicht wurde starr und blaß. Es ist das letzte Mal!" sagte er sich.„ Das letzte Mal! Das letzte Mal!" Als er nach Hause kam er mußte sich bücken, um durch die niedrige Tür einzutreten und die Stube war dunkel, überkam es ihn, Erna, deren leise, singende Stimme er aus dem Dunkeln vernahm, auf ihre Frage zu antworten: ,, Nichts, es ist schief gegangen." Darauf verstummte Erna. Er stand in der finsteren Stube und er wußte auf einmal nicht mehr, ob er sich sehen sollte oder nicht; in diesen Stuhl oder auf jenen, den samtbezogenen, grünen; ob er die Schuhe ausziehen sollte oder zum Beispiel Licht machen. Er blieb stehen und er empfand plötzlich, daß dies nicht seine Heimat war, obgleich ihm alles gehörte, was hier war: die Stühle und die Lampe, das Bett und sogar die Kornblumen in der Base vor dem verhangenen Fenster Erna stand auf und machte Licht. Sie schlenderte gleichmütig, so wie sie es im Film gesehen hatte: mit den Hüften schlenkernd, an ihm vorbei, sah ihn dann verachtend über die Schulter an, stieg, das Kleid raffend, auf den Stuhl, auf dem er immer zu sitzen pflegte, den mit dem grünen Samt, und zündete den Gasstrumpf an. Slamet bewegte sich. Er sah sie an, sein Herz wurde schwer. Er zog unter den Armen die seidenen Blusen hervor. warf sie ihr hin, drehte sich um und ging hinaus. Draußen blieb er stehen. Nein, sie kam nicht nach. Er ging fort. Er ging langsam durch die alten Gassen, vorbei an schmalen, mintligen Häusern. Er bog um Eden breiter, lärmender Hauptstraßen mit schreienden Autos, elektrischen Bahnen, gestikulierenden Menschen, Lärm und Bewegung er bog wieder ein und nun fam er an einer sehr hohen Kirche vorbei, die still am Abend hinter weißen Gärten stand und meit ihre Pforten öffnete: kleine Kinder spielten an Sommertagen davor, auf dem Rasen, dachte er. Es trieb Slawet, hineinzugehen, er machte einige Schritte zu ihr, aber dann drehte er sich schnell um und ging weiter. Warum? dachte er voll Schmerz. Und er sagte zu sich: Morgen gehe ich hin, am Tag, wenn Licht ist. Jezt ist es dunkel in der Kirche und ich allein mit der lautlosen Dunkelheit ich schäme mich... " Spät abends kam er nach Hause, es hatte wieder zu schneien begonnen. Er machte kein Licht, tappte geradeaus und sagte plöglich leise, aufs Geratewohl ins Dunkle hinein: Du...", und als die Stille feine Antwort gab, fuhr er fort: ,, ich habe Arbeit gefunden." Sie antwortete nichts. Er sprach weiter, seine Stimme flehte:... ,, es ist auf einem Neubau... Die Gerüste stehen schon... ich habe dem Vorarbeiter gefallen." Nun stand Erna wieder wie vorhin auf, ging dicht an ihm vorbei, daß er ihren Duft spürte, stieg auf einen Stuhl und zündete das Gaslicht an. Er sah sie an. Sie zuckte mit den Schultern und sagte:„ Das kannst du halten wie du willst. Meinetwegen kannst du morgen früh um sechs aufstehen und zur Arbeit gehen. Aber wecke mich nur nicht! Uebrigens: die Bluse, die ich haben wollte, die ich dir, Dummkopf, im Laden extra ge= zeigt habe, die lila mit den weißen Streifen, die ist es wieder nicht..." Pause. Slawek setzte mehrmals zum Sprechen an, er gestikulierte hilflos mit den Händen. ,, Erna, du hast doch gesagt, wir wollten doch aufhören, wenn du die Bluse hast; ich konnte die, die du mir ge= zeigt hast, nicht erwischen, da stand andauernd die Berkäuferin, und jetzt hast du doch zwei, und sie sind ganz ähnlich... wir wollten doch ehrliche Menschen... Erna", wiederholte er, wir werden ehrliche Menschen, wir werden ruhig, wir werden glücklich; Geranien vor's Fenster und vielleicht später ein fleines Häuschen irgendwo im Vorort, und," er sprach ganz leise und tippte sie am Aermel, ,, wie wär's, vielleicht ein kleines Mädchen, he...?" Erna ging, die Arme in die Hüften gestemmt, im Zimmer auf und ab. Sag doch was!" flehte er. Sie blieb vor ihm stehen. ,, Das kannst du ja nun halten wie du willst," sagte sie, aber erst die Bluse. " ,, Nun gut," sagte er. Er zog langsam den Rod aus ,,, dann werde ich eben erst übermorgen zur Arbeit gehen, und morgen hole ich die Bluse." Ihr Gesicht veränderte sich plötzlich, wurde strahlend, weich; ihre Augen glänzten, thr Atem DIENSTAG, 14. FEBRUAR 1933 schwankte. Große Schwärme von Garnelen und Fischen schwammen in und über dem Algenwald. Hie und da gab es Lichtungen in diesem Wald und am Grunde dieser Lichtungen lagen, zur Hälfte im Bodenschlamm steckend, die großen weißen Kammuscheln, das Ziel der mühevollen Arbeit der Taucher. Ich begann auf dem Meeresgrunde zu wandern. Dabei schreckte ich immer wieder große Flundern auf, die auf dem Boden lagen. Sie schwammen ein Stück weit und legten sich dann wieder auf den Boden. Wenn sie fortschwammen, sah es aus, als ob ein Teil des Meeresbodens plötzlich verschwinde, so glich ihre Oberseite dem Boden. Es war recht hell hier, und ohne Schwierigheit hätte ich ein Buch, wenigstens eins mit großen Buchstaben, lesen können. Außer Kammuscheln gab es auf dem Meeresgrund auch einige her 3muscheln und verschiedene Arten Don Schnecken. Ich hatte jetzt bei meinem Aufenthalt am Meeresboden kein besonderes Unbehagen im Kopf und genoß in vollen Zügen den Anblick des Lebens, das sich um mich regte. Der Druc auf dem Körper war zwar ein wenig quälend, da ja nur das Gummizeug und meine Kleider mich vom Wasser trennten Der einzige Körperteil, der mit dem Wasser unmittelbar in Berührung fam, waren meine Hände. An den Gelenken hinderten fest anliegende Gummibänder das Eindringen des Wassers. Meine Hände waren ganz kreide weiß, offenbar hatte der starke Druck des Wassers alles Blut unter der Haut verdrängt. Ich beugte mich nieder, um eine Muschel aufzuheben, aber im selben Augenblick verloren meine Füße den Halt, und ich merkte, daß ich ohne mein Dazutun nach oben unterwegs war. Der Helm wurde abgenommen, Fudschimoto lief mit einem Taschentuch herbei, denn Blut strömte aus meiner Nase. Die Bleigewichte wurden abgehoben, dann half man mir aus den Schuhen und dem Taucheranzug. Es brauste in den Ohren, und wenn man mit mir sprach, schienen die Laute aus weiter Ferne zu kommen. Das Nasenbluten hörte bald auf, aber beide Ohren waren wie verschlossen, und es dauerte drei Tage, bis ich mein Gehör wieder hatte. Ich fand mich jedoch gern in dieses Unbehagen, weil ich einen Einblick in die wunderbare Welt erhalten hatte, in der die japanischen Taucher ihre Tage verbringen. flog: fie stürzte auf ihn zu, drückte ihn an sich, fest, warm, heimatlich, fühlte er.„ Ja!" flüsterte sie an seiner Brust. Geh' übermorgen zur Arbeit! Morgen holst du mir die Bluse. Am Sonntag gehen wir aus, wir fahren mit der Straßenbahn und dann laufen wir ein ganzes Stück und was du da sagst mit den Geranien." Ihr Kopf lag an seiner Brust, er spürte den Duft ihrer Haare, ihrer Zartheit, ihres Daseins, nicht war er mehr ver= loren; die Kirchentüren standen nicht mehr leer und weit, Orgeln brausten gewaltig und mild durch den Raum. Nur noch einmal dachte flüchtig verlöschend der Dieb Mar Slawek, dann bin ich gut... Am nächsten Tag ,, holte" er die Bluse. Es ging gut. 3war glaubte er einen Augenblid lang, man sähe ihn an, hier und dort und überall dieser dunkle elegante Mann mit den weißen Gamaschen, jene alte Frau mit den wirren Falten im Gesicht, ein langsam und wachsam vorbeispazierender Wachmann, ein Auto, das knirschend hinter ihm hielt; sein Atem flog, seine Gedanken zitterten, aber nein, alles ging gut. Er brachte die Bluse, ja, es war die richtige. Sie zog sie gleich an. Wie wunderschön. Sie stand vor dem Spiegel und be= trachtete sich, sie wiegte sich in den Hüften; er saß stumm und vergessen hinter ihr auf dem Stuhl mit dem grünen Samt. Die Kornblumen vor dem Fenster hatten wieder mal fein Wasser be= kommen, er sah von ihr fort, er ging auf den Zehenspitzen zu der Vase, um sie mit Wasser zu füllen; er blickte aus dem Fenster. er ,, Eigentlich," sagte sie wie zu sich ,,, eine kleine Brosche müßte man dazu haben." Und nun jah es ganz genau erinnerte sie sich an ihn; sie blickte sich um, sie näherte sich ihm, sie tam dicht an ihn heran, ganz dicht; sie sah zu ihm auf; ihr Gesicht lag dicht und voll und groß unter dem ſeinen. ,, Was meinst du?", sagte sie zärtlich und weich, und füßte ihn wie ein kleiner Hauch auf die Bartstoppeln, ne kleine Brosche?" Slamet ging aus der Tür, wobei er sich bücken mußte; draußen war Tauwetter, er ging langsam durch die hellen Straßen, er fam an der Kirche vorbei, die Türen waren mit eisernen Riegeln geschlossen. Langsam kam der Polizist von gestern vorüber und blieb neben ihm stehen. Dann gingen sie zusammen mit kleinen Schritten.„ Nun?" sagte der Polizist gewohnheitsmäßig. Slamet blieb stehen, der Wachmann auch. Nehmen Sie mich fest!" sagte Slawek und fügte leise hinzu... ,, ich kann nicht dagegen an!" Der Polizist sperrte den Mund auf, schlug sich auf die Schenkel und ging fort. Slamet fah ihm nach sein Gesicht verfiel, bis der Polizist in der Ferne verschwand. -Slawet drehte sich um und betrat das Jumeliergeschäft. Zeigen Sie mir Broschen!" sagte er. Der Verkäufer lächelte, er hatte braune Augen und eine weiße Narbe quer über die rechte Wange, nur wenig Haare Es wird ihm nicht weh tun, dachte Slawek, und: vielleicht hat er auch eine Braut mie ich. Dann schlug er zu. Immer schneller! 160 Kilometer auf Skiern Es fährt sich so gemütlich auf der Pferdebahn... Das war auch einmal wahr! Ob wirklich die Leute damals mehr Zeit hatten oder ob sie sich nur mehr nahmen? Heute fährt uns die Elektrische und die Untergrund zu langsam, die D- Züge merden vom„ fliegenden Hamburger" ersetzt, das Fahrrad bekommt einen Motor eingebaut und mer ja noch laufen muß, der tut es im Eilschritt. Selbstverständlich ist das mit den Autos auch so. Wenn heute ein Auto eine Höchstgeschwindigkeit von 70 Kilometern in der Stunde entwickelt, dann genügt das nicht mehr; selbst in der Stadt gehts los, daß dem armen Fußgänger Hören und Sehen vergeht. Ob es wirklich wahr ist, daß der Appetit mit dem Essen kommt? Anzunehmen ist es schon, daß so ein Motor dazu verführt, immer schneller zu fahren. Aber Chambell, der Engländer, muß dann einer sehr großen Appetit haben, der ist nun glüdlich mit seinem Rennwagen soweit, daß die Raserei wieder losgehen kann. Bis auf über 400 Rilometer hat er den Stundenweltrekord im vorigen Jahre geschraubt, jetzt sind die Motoren noch stärker geworden und noch größer soll die Geschwindigkeit werden. Er hat ungefähr soviel Kraft in seinem Wagen wie zwei Schnellzuglokomotiven haben und 480 Stundenkilometer will er fahren. Das ist natürlich nichts für die Pragis; menn er mit heilen Knochen davon kommt, darf er glücklich sein. Glaube nur nicht, lieber Wintersportler, daß bu Stilaufen fannst. Das, was du auf deinen Brettern betreibst, ist elende Stümperei, deine ,, Saufefahrt" den sachten Abhang hinab besteht als Leistung nur in deiner Einbildung; nach St. Moriz mußt du gehen, da fannst du Stiläufer bewundern. Da gibt es eine Konkurrenz, die heißt ..Silometer lancé". Es ist das schnelle Rennen, was auf Brettern gelaufen wird. Geraft ist besser gesagt. Denn die Leute fahren die steilsten Abhänge hinab. 1930 fuhr der Gustav Lantschner aus der Familie der berühmten Schneeschuhläufer schon 101 Kilometer Stundengeschwindigkeit heraus. Leo Hasperl holte im Vorjahr 122 Kilometer heraus, auf den letzten 50 Metern sogar 136 Kilometer. Diesmal will er noch schneller sein. Er hat sich besondere Rennifi gebaut, die sind 40 Pfund schwer und 2,50 Meter lang. Er fauert sich ganz tief hernieder, hält sich noch an Riemen fest, die an den Brettern befestigt sind, auf dem teuren Haupt hat er eine Sturzkappe und sein Hinterteil verlängert er durch einen Papptrichter in stromlinienform, damit der Luftwiderstand ge= ringer wird. Am Mittwoch gedenkt er 160 Stundenfilometer zu erreichen. Guten Appetit! Lichtenberg im Rampenlicht Der Bezirk Lichtenberg der Freien Turnerschaft Groß- Berlin veranstaltet am kommenden Sonnabend in der Aula in der Schlicht- Allee seine diesjährige Bühnenschau, die unter dem Titel Lichtenberg im Rampenlicht" startet. Man entsinnt sich gern der Schau des Vorjahres, bei der Hunderte Zuschauer schon lange vor Beginn der Vorführung nicht mehr Einlaß fanden. Und dabei fand die Veranstaltung ebenfalls in der Aula statt, die mehr als 1200 Sizplätze hat. Wenn die Lichtenberger das Versprechen abgeben, genau mie im Vorjahr wieder mit einem auserlesenen Programm aufzuwarten, so versprechen sie nicht zu viel. Rennen wir einige Programmpunkte. Da sei zuerst die hohe Schule der Gymnastik ge= nannt, die von den Frauen und Jungmädchen vorgeführt werden. Das Redturnen der Männer und vor allen Dingen das Barrenturnen der Jungmädchen wird wie stets, wenn Lichtenberg in der Geräteserie turnt, die Begeisterung der Zuschauer wecken. Auch die Kinder, Knaben und Mädchen, zeigen, daß für sie der rechte Platz in den Reihen der Arbeitersportler ist. Den Abschluß bildet in diesem Jahr das Jugendfestspiel ,, Die Welt übersonnt", eine Erstaufführung für Berlin, in dem ein Sprech, ein Gesangs- und ein Bemegungschor mitwirken. Beginn 19.30 Uhr, da die Aula um 22 Uhr geräumt werden muß, wird pünktlich begonnen. Theater. Lichtspiele usw. Stants Theater Dienstag, den 14. Februar Staatsoper Unter den Linden 191 Uhr Die Zauberflöte Staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Faust II. Teil CASINO- THEATER 814 Uhr. Lothringer Str. 37 8 Uhr. Sonntags auch 4 Uhr Buntes Theater: ,, Der Fürst von Pappenheim" Dazu erstklassiges Programm! Gutschein 1-4 Personen: Parkett 0,60, Fauteuil 0,75, Sessel 1,25 Motorräder auf der Autoschau Auch hier: Wegen Steuerersparnis kleine Motoren Dicht neben den Automobilen stehen in der Halle 1 der Internationalen Automobilausstellung die Motorräder. Schmucke, schöne Modelle hiben die Firmen herausgebracht, die Stände sind besonders dicht umlagert, denn im Zeichen des teuren Fahrgelds ist ein Leichtmotorrad immer noch ein guter Ersatz für Eisen- und Straßenbahn. Kleinsträder für 175 M. Wunderschöne Fortbewegungsapparate haben beispielsweise NSU., die Wanderer merke, die Viktoria werke und Triumph gebaut. Es sind stärker gebaute Fahrräder mit über dem Vorderrad liegenden kleinen Motoren, die im Notfall auch als Fahrrad benutzt werden können. NSU. hat dem Motor 63 Kubikzentimeter Hubraum gegeben, Biftoria von 75 bis 150 Kubikzentimeter. Die Preise betragen für NSU. 175, für Biktoria 276 bis 465, für Triumph 308 und 375 M. Die ebenfalls steuer- und führerscheinfreien Motore um die 200- Rubikzentimeter- Grenze herum sind von den Firmen meist ganz groß faroffiert worden. Dem Bestreben, dem Fahrer größtmöglichsten Komfort zu bieten, geht bei Ardie soweit, daß hier Motor, Getriebe, Ketten, Tant vollkommen in Blech verkleidet sind. Doch hat man dabei den gleichen Eindruck wie bei den Kleinstwagen, daß nämlich Kraft und Rassigkeit vorgetäuscht werden, womit der Zwed, recht billig zu sein, oft hintan gestellt wird. Doch entscheidet dabei der Geschmack des Käufers. Viktoria bringt eine steuerfreie Viertaktmaschine für 810 M. Her= aus, während Zündapp, Triumph, Ardie, DK W., Stod und andere Firmen bei den kleinen Maschinen beim Zweitakter bleiben. Die großen Maschinen. Die Bayrischen Motorenwerke sind mit den marktgängigsten vier Typen vertreten. BMW. ist seinem Konstruktionsprinzip treu ge= blieben; die Zweizylinder- Biertaktmotoren haben quergestellte Zylinder, während Viktoria die Winterarbeit Der Spartentag der Wasserfahrer Im Bootshaus des RV. Vorwärts fand vor 106 Delegierten aus Berlin und der Mark Brandenburg der Spartentag der Ruderer und Kanufahrer im 1. Kreis des ArbeiterTurn- und Sportbundes statt. Als Vertreter des Bundes erschienen Reichsspartenleiter Stügimaier und der Wassersportspartenleiter Buck von der 3K. Der Geschäftsbericht des Vorsitzenden Szumann ließ noch einmal die großen Veranstaltungen des Jahres Revue passieren und er erwähnte besonders den Selbstbau von Paddel- und Faltbooten in den Vereinen. Die eingeleitete Werbeaktion hatte Erfolg, denn der größte Verein des Deutschen Wassersportverbandes, der RV. Mannheim ist zum ATSB. übergetreten. Einige Berliner Vereine des DWV. haben sich ebenfalls dem Bund zu= gewandt. hintereinander liegenden bevorzugt. Ein Stromlinienbeiwagen der Bayern findet in seiner fabelhaften Ausführung viel Beachtung, die Weltrekordmaschine( 750 Rubikzentimeter), mit der Henne den Weltrekord mit 244,400 Kilometer hält, wird viel bestaunt. Auch DKW. zeigt seine 250- Rubitzentimeter- Weltrekordmaschine, die immerhin 149,500 Kilometer schaffte. Zündapp ist mit seinen 200, 400- und 500- Rubikzentimeter- Maschinen zum Kardanan= trieb übergegangen und baut die größeren Motoren auch als Viertakter. Sie fosten immer noch so um eineinhalbtausend Mark herum, die großen Maschinen, aber die Ausstattung bringt dafür auch alles erdenkliche. Viktoria hat in feiner 600- Rubikzentimeter einen Doppelvergaser, Umlaufschmierung, Hand- und Fußkoppelung, Vierganggetriebe, ferner am Lenker und auf dem Tank Armaturen in einer Fülle, daß man sich auf einen Lokomotivführerstand versetzt glaubt. Für das alles find 1550 m. nicht zu viel, aber... fiehe Kleinstwagen! Preßstahlrahmen an Stelle der Rohrrahmen find fast allgemein eingeführt, die Sicherheit des Fahrers geht über alles. Seitenwagen sind für alle Zwecke gebaut worden, afferfühlung sieht man nur bei der 600- Kubitzentimeter- Zweitaktmaschine von DKW., die eine Spitzengeschwindigkeit von 110 Kilometern hat. Was den Betriebsstoffverbraud) anlangt, so geht er von 2 Liter auf 100 Kilometern bis auf etwa 6 und 8 Liter bei den größten. Mit einem Kleinstmotorrad also 100 Kilometer für rund eine Mart Betriebskosten zu fahren, ist wirklich eine Verbilligung des Verkehrs, wie er besser nicht mehr denkbar ist. Selbst die Eisenbahn nimmt dafür rund 3 M. und viel schneller fährt ein gewöhnlicher Personenzug auch nicht als 35 Kilometer in der Stunde. Im Stadtverkehr ist die Verbilligung gegenüber den Massenverkehrsmitteln natürlich noch größer. an. part Rehberge einen Waldlauf. Während des Laufes treten acht Mannschaften der Wasserfahrer zu einem Handball- Bligturnier Es sind bisher etwa 100 Meldungen eingelaufen. Programm 0,10 M., das gleichzeitig als EintrittsParte gilt. Die Serienringkämpfe Nordost unterliegt gegen Sparta Um die Aufstiegsberechtigung zur A- Klasse standen sich im fälligen Serienringkampf die beiden B- Mannschaften der bundestreuen Arbeiterathletenvereine Nordost und Sparta gegenüber. Die erste Begegnung der beiden Staffeln im Herbst gewannen die Spartaner knapp mit 7: 5 Punkten, in der jetzt ausgetragenen Rückrunde hatte Nordost das Pech, gleich 4 Punkte tampflos an die Neuköllner abgeben zu müssen, mit 9: 5 Punkten fiel auch die Rückrunde an Sparta. Die Sparta- Ringer Blüschke und Präfte wurden fampflos Sieger; im Federgewicht siegte SchmidtSparta über Müller- Nordost in der 4. Minute. Der leichte Steinife- Sp. fonnte Kluge- ND. nach einer etwas fürzeren Ringzeit bezwingen. GaftNO. warf Schramm- Sp. in 3,50 Minuten. Der Halbschwere Karlischek- Sp. machte mit SchülerNO. ein Unentschieden und im Schlußkampf warf Nagel- NO. den schweren Gesch- Sp. nach 3,10 Minuten Kampfzeit. Anschließend gaben der Ruder- und Kanutechniker ihre Berichte. Stüglmaier gab einen Ueberblick über den Bootsbestand der Rudersparte. 4 Renn, 375 Ruder-, 645 Paddel-, 350 Falt-, 125 Motor- und 45 Segelboote kann der 1. Kreis als Bootsbestand buchen. 1544 Boote im Arbeitersport und wieviel liegen noch in den bürgerlichen Vereinen? Bei der Vorstandswahl wurde zum 1. Vorsitzenden der bewährte alte Vorsitzende Szumann wiedergewählt. Bei der Beratung der Anträge murde beschlossen, die Kreisregatta am 2. Juli vor den Regattatribünen in Grünau qbzuhalten. Ferner sprachen sich die Wasserfahrer gegen die Einführung eines Sportabzeichens aus. Der Spartentag schloß mit dem Kampf- und Eishockey, Boxen, Radrennen Mahnruf Freiheit". * Die Ruderer und Kanufahrer veranstalten am Sonntag, 19. Februar, 14 Uhr, im Stadion BoltsWinter Garten 8 Uhr 15. Flora 3434. Rauchen erl. Gsovsky- Ballett Medini- Trio Rassana Lotte Werkmeister Die lustigen Weintraubs usw. Stettiner Sänger Reichshallen- Th., Dōnhoffpl. 8.15, Sonntags 3.30 zu ermäßigten Preisen Das große Februar. programm: ,, Karneval" Während der Internationalen Automobil- Ausstellung wartet der Berliner Sportpalast mif einem großen, vielseitigen und abwechslungsreichen Programm auf. Für Mittwoch und Donnerstag sind internationale Eishoden kämpfe vorgesehen, am Freitag ist Borgroßkampftag, während am Sonnabend zum ersten Male in Berlin ,, die Nacht", ein 9- Stunden- Mann= fchaftsrennen nach Sechstageart, stattfindet. Besonderes Interesse beanspruchen die Eishockeybegegnungen der Amerikaner mit der deutschen Nationalmannschaft bzw. dem Berliner Schlittschuhklub. Die Massachusetts Rangers, die USA. bei der Eishoden- Weltmeisterschaft in Prag ver treten, sind bereits in Berlin eingetroffen, um sich noch an Ort und Stelle auf die Kämpfe vorbereiten zu können. Aber auch der Kunstlaufsport wird ganz hervorragend vertreten sein. So werden neben den ausgezeichneten Wiener Läuferinnen, Hilde Holowski und Lieselotte Landbeck, auch die Meisterpaare Papez- 3wat und Rotter Szollas ihr Kürprogramm der Weltmeisterschaft an beiden Abenden zum Vortrag bringen. Jung und froh ist die Bohnsdorfer Jugend Der diesjährige Elternabend, den der Bezirk Bohnsdorf des Arbeitersportvereins Eiche Köpenick veranstaltete, stand unter einem wenig günstigen Stern. Die Grippe hat auch die Bohns dorfer in Mitleidenschaft gezogen; ein großer Teil der Kinder fonnte deshalb die Vorführungen nicht mitmachen, so daß sich eine wesentliche Umstellung im Programm in legter Minute notwendig machte, Aber trotzdem können die Bohnsdorfer mit dem sportlichen wie mit dem propagandistischen Erfolg zufrieden sein. Viele Neuaufnahmen belohnten die Arbeit. Die Kinder jung und froh zu machen und zit erhalten, war das Motto der Veranstaltung. Und das ist den Veranstaltern in vollem Maße ge= glückt. Nicht nur die Kinder, auch die Erwachsenen vergaßen für einige Stunden die Sorgen und Mühen des Alltags, wenn die Kleinen auf dem Parkett hin und her wirbelten. In flottem Tempo wurde das reichhaltige Programm abgewickelt. Bald erfreuten die Knaben, bald die Mädchen mit gymnastischen Uebungen, Volks- und Reigentänzen. Dann wieder kam das Geräteturnen am Barren zur Geltung. Besondere Freude schaffte aber die kleine Hauskapelle mit ihrem Miniaturtapelmeister, der sich auf der Bühne benahm, als wäre er einer der ganz Großen. Die zahlreichen Freunde und Anhänger der Bohnsdorfer sparten denn auch nicht mit dem Beifall. BSC. Hanja 31 fucht für 19. Februar pormittags Gegner für zwei Mannschaften innerhalb Berlin. Umgehende Angebote an Heinrich Fabig, Reinickendorf- Ost, Genfer Str. 43. oder telephonisch Donnerstag ab 20 Uhr D 6 2465. Schwarzes Brett Freie Lichtbildner Hohenschönhausen. Dienstag, 14. Februar, 20 Uhr, Arbeitsabend bei kloß, Berliner Str. 70: Bom Amateur bis zum vollendeten Photographen( mit Anschauungsbilder). Gäste willkommen. Freie Schwimmer Charlottenburg 04. Sigung Dienstag, 14. Februar, bei Stresow, Wilmersdorfer Ede Ranalstraße, 20 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Tennis Rot Groß- Berlin, Abt. Westen. Lichtbildervortrag Bille" Mittwoch, 15. Februar, bei Margot Lew, Schöneberg, Meraner Str. 6. Tennis Rot Groß- Berlin. Donnerstag, 16. Februar, 20 Uhr, Vortrag: Megitanische Mufit" mit Schallplatten, Jugendheim Frankfurter Allee 307. Touristenverein ,, Die Naturfreunde". Dienstag, 14. Februar. Mitte: Johannisstr. 15: Lichtbildervortrag. Webding: Willdenowitr. 5: Generalversammlung. Humboldt hain: Willdenowstr. 5: Amerita. Gesundbrunnen: PantEde Wiesenstraße: Kritische Stimmen der Gegenwart. Norden; Sonnenburger Str. 20: Lebensreform. Fried richshain: Frankfurter Allee 307: Moderner Strafvollzug. Often: Ebertyftr. 12: Warum imperialistischer Krieg? Donnerstag, 16. Februar. Photo- Arbeitsgemeinschaft Nowad: Johannisstr. 15. Naturkundliche Abteilung: Johannisstr. 15: Vortrag. Rosenthaler Borstadt: Weinmeisterstr. 16-17: Naturwissenschaft. Humboldthain: Bant. Ecke Wiesenstraße: Singetreis. Prenzlauer Berg: Danziger Str. 62: Diskussion. Südwest: Yordstr. 11: Musitabend. Arbeitsgemeinschaft Lindenhof: Jugendheim Lindenhof: Literarischer Abend. Neukölln: Bergstr. 29: Liederabend. Lichtenberg: Gunterstr. 44: Spiel und Gang. Binetaplaz- Schönhauser Borstadt: Rote Schule, Butbuffer Str. 22: Was geht in Deutschland vor? Berliner Ortsgruppen- Generalversammlung Mittwoch, 15. Februar, 19% Uhr. Cinlaß nur gegen Vorzeigung der vollständig geklebten Mitgliedstarte. Freie Lichtbildner Berlin- Nord( früher Freie PhotoVereinigung Berlin). Donnerstag, 16. Februar, 20 Uhr, Schule Bant Ecke Wiesenstraße: Kurzreferate. Städt. Oper Schiller VOLKSBUHNE Kurfürstend.- Th. Deutsches Charlottenburg Fraunhofer 0231 Dienstag, 14. Febr. 1912 Uhr Turnus II Bismarckstr.( Knie) Steinpl.( C1) 6715 Täglich 8% Uhr Paul Heidemann in Undine Die Männer sind mal so Theater Nettesheim, Schirach, Maucher, Cavaram. Hüsch, Gombert, Kandi, Baumann, Pechner. Dirig.: Breisach Berliner Theater Charlottenstr. 90 Dönhoff 625 8 Uhr Rose- Theater zum letzen Male: Tel. Weichsel E7 3422 Die Große Frankfurter Straße 132 Marneschlacht von Paul Joseph Cremers. Gastspiel des Mannheimer Nationaltheaters 8.15 Uhr Der Hasenfellhändler B. B. B. Bendows Bunte Bühne Komödienhaus Kottbusser Straße 6 Schiffbauerdamm 25 Tel. 02 Weid. 6304-05 Täglich 814 Uhr Achtung, Oberbaum 3500 84 Uhr Sonntag auch 14 U Wilhelm Bendow Der scharfe Löwe frisch gestrichen Alice Hechy Theater am Bülowplatz Das Theater ohne Täglich 84 Uhr D1 Norden 6536 Schinderhannes von C. Zuckmayer. A. Hörbiger, C. Spira, Brausewetter. Greid, Halden, Kurz, Marlow HAUS VATERLAND von Im Palmensaal Tank Tee AddRheinterrasse Familien Koffer mit Künstler Konzert BETRIEB KEMPINSKI Garow's Lachbühne Weinbergsweg 20 Tel. D 2, 2174 Beginn 7% Bon- Wirtschaft Kurfürstendamm 209 Bism. 1400 814 Uhr Glückliche Reise Operette von Künneke Preise von 0.60 bis 6.- M. Theater Schumannstr. 13 a Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr Iphigenie auf Tauris von Wolfgang von Goethe Nach der Inszenierung von Richard Beer- Hofmann Helene Thimig. Hart, Balser, Liebeneiner. v. Winterstein Schöne Kränze liefert preiswert Erfinder Vorwärtsstrebende Blumen- Meier Auch heute noch Prenzlauer Allee 222 Über Nacht z.Reicht. Tel, Humboldt 0652 Kostenlose Aufklär sof. fordern von F.Erdmann& Co. Inserieren Berlin SW. 1. bringt Erfolg! FONTANEN- ZAUBER IM Blumenstr 10 RESI Die größte Wasser Feerie der Welt KAPELLE Für freien Rundfunk mit Europaprogramm und Geräteversicherung Vielseitiger Jnhalt enscheint jeden Freitag Probenummer kastenlas VOLKSFUNK Zu beziehen durch sämtliche Ausgabestellen des ,, Vorwärts" und deren Botenfrauen. monatlich 96 Pfg frei Hans Einzelheft 25Pfg. die Funkillustrierte