Abend- Ausgabe Nr. 78 B 37 50. Jahrg. Redaktion and Verlag, Verlin SW 68. Lindenstr. 3 Sttntprecfcet.«17«lml DSnhoN 292 M» 297 Sdcitanaalccffci Sojlatttmolro) B-rsw BERLINER VOLKSBLATT MITTWOCH 15. Februar 1933 In Groß- Verlin 10 Pf Auswärts... 10 Pf Bezugsbedingungen und Anzeigenpreis, siehe Morgenausgabe Jentvawega« der Sozialdemokratischen Oavtei Neutschlands Go wirtschaften ostelbifche Äunker Aus dem großen Sumpf der Osthilfeskandale Keine Wahlen mehr! Drohung an nationaloo�iahstische>Väh1er Stahlhelmführer und Nationalsozialisten versichern umwechselnd, nach dem 5- und 12. März werde es„so bald nicht wieder" oder iiberhaupt keine Wahlen mehr geben. Der erste Zweck dieser Ankündigung ist es wohl, die tiefe Enttäuschung zu bannen, die sich bei allen denen eingefressen hat, die von einer Regierung Hitler-Hugenberg als großes erstes Werk etwas anderes erwartet hatten als gerade Wahlen, von denen man angeblich vorher schon genug hatte und die unsere Wirtschaft„nicht zur Ruhe kommen lassen". Die weitere Absicht ist eine Drohung an alle parlamentarischen Parteien vom Zentrum bis zu den— in diesem Falle wohl bis zu den Kommunisten— die mit dem Reichstags- Präsidenten Göring der Meinung waren, daß „der Reichstag die einzige Stätte ist, an welcher der Wille des Volkes zum Ausdruck kommt". Eine ganz besondere Drohung aber liegt in dieser Ankündigung an alle national- sozialistischen und deutschnatio- n a l e n Wähler, und dies ist eigentlich der Kern der Frage. Auch für alle diese Wähler kommt einmal, sei es in sechs Monaten, sei es in zwei Iahren, sei es später oder früher, einmal kommt auch für sie der Tag, wo sie sich die Frage vorlegen: Haben die Männer, denen ich damals mein Vertrauen bezeugte, die ich in der Regierung durch meine Stimme bestätigte, haben sie mein Ver- trauen gerechtfer tigt oder haben sie mich bitter enttäuscht? Einmal kommt auch für sie der Tag, wo sie Antwort geben, wo sie Abrechnung halten wollen, wo sie je nach ihren Erfahrungen vielleicht sagen werden wie einst der alte Heydebrandt im vierten Kriegsjahr im Hauptausschuß des Reichstags: „Wir sind belogen und betrogen worden" und wo sie denen, die sie täuschten, energisch den Laufpaß geben wollen. Sie sind es, die heute schon die Ankündigung beachten müssen: Lieber Freund, dann hast du nichts mehr zu sagen, dann wird nicht mehr„gewählt", dann heißt es Maul halten— warum warst du so einfältig, denen in den Sattel zu helfen, die nicht mehr herunter wollen? Jetzt hast du dein Staatsbürgerrecht weggeworfen, nun sieh zu, wie du es wiedererlangst! Denn ein sachlicher Anlaß zu diesen Drohungen liege für die unvorsichtigen Kün- der eigentlich nicht vor. Das Zentrum war bereit, eine Hitler-Regierung zu tolerieren und wird es auch in Zukunft sein. Auch für eine sozialistische Auf- b a u a r b e i t, wie viele Anhänger der Nazi- Partei sie erwarten, bestehen keine gefähr- lichen parlamentarischen Schwierigkeiten. Das Sofortprogramm der Nationalsozialisten vom Juli 1932 versprach eine großzügige öffent- liche Arbeitsbeschaffung. Sie würde im neuen Reichstag eine große Mehrheit finden. Es oerlangt eine Verstaatlichung des Bank- wefens, dafür ist zwar nicht mit Hugenberg, aber mit Sozialdemokraten und Kommunisten eine große Mehrheit vorhanden. Will man solche Programmpunkte der Na- tionalsozialisten erfüllen, dann braucht man in aller Zukunft keine Wahlen zu fürchten, dann kann man jederzeit wieder vor das deutsche Volk treten. Was ist also der Grund, weshalb man die heutigen nationalsozialistischen Anhänger nie mehr wählen lassen will? Weshalb diese An- tündigung von deutschnationalen und natio- nalsozialistilchen Führern? Fürchtet man die Enttäuschung, die Em- pörung der Zukunft? Ist man seiner eigenen Wahler auf die Dauer nicht sicher? Wir setzen unsere Veröffentlichungen über die Osthilfeskandale fort. Die osf- elbischen Junker werden der Offenlegung dieser Skandale nicht entgehen! Ein besonders„kostbares" Kapitel ist die Ge- schichte des Rest gutes Bönkheim, das ein Herr Botho Braun im Jahre 1927 von der Begüterung Romitten, Kreis Preußisch-Eylau für 275 Ml) Mk. erworben hat. Braun behauptete, 110 000 Mk. Vermögen zu besitzen. Dennoch konnte er nicht einmal die Anzahlung von 3 0 M0 M k. l e i st e n, die weiteren Anzahlungen blieb er der Einfachheit halber ganz schuldig. Hier gewährte ihm schon die O st preußenhilfe erste materielle Stütze. Sie zahlte durch die Lan- desbank für die Provinz Ostpreußen das Rest- k a u f g e l d aus und gewährt« ihm eine ver- größerte Hypothek. Außerdem erhielt Braun aus dem Betriebsficherungs- f o n d s erhebliche Mittel. Auf diese Art finanziert, konnte Braun früh- lich wirtschaften, zumal es ihm gelungen war, bei dieser ersten Umschuldung erhebliche Schulden„abzuschütteln". Dabei ging er ganz objektiv vor: es wurde alles abgeschüttelt, was irgend ging, darunter sogar die Verpflichtung eines Altenteils. Die Inhaberin dieses Ausgedinges hakte keine andere Möglichkeit, als bei der Treuhandstelle unker Schilderung ihrer Rotlage um eine Hilfe zn bitten. Braun wirtschaftete fröhlich drauf los. Seine Ueberzeugung konnte ihm niemand rauben: an seiner Scheune schlug er ein Schild an mit der sinni- gen Inschrift:„Deutschland erwache"! Dazwischen fand er Zeit, sein Gut erneut herab- zuwirtschaften. Das gesamte Getreide, einschließ- lich Saat und Deputatgetreide, wurde verkauft, die Waldung wurde niedergeschlagen, das ergab 1M0 Kubikmeter Holz, die ebenfalls verkauft wurden. Das Herdbuchvieh wurde verschleudert, der Schweinestall wurde leer gemacht, der Motorzug wurde erst einmal aus Kredit überholt und dann verkauft. Alles, was sonst an persönlichen Bedürfnissen wünschbar erschien, wurde, wenn es irgend ging, gepumpt, und wenn es nicht mehr ging, wurden dafür Wechsel gcschrie- den. So fielen zum Beispiel Rechnungen über 186 M. Marzipan, Wein, Zigarren, Gramms- phon- und Silberschrank alles in die gleiche Kate- gorie— es wurde auf Wechsel geschrieben. In der Zwangsversteigerung, die dann notwendigerweise kam, bereinigte sich Herr Braun ganz wesentlich von seinen Schulden. So- Das von der Berliner Parteiorganisa- tion herausgegebene Wahlflugblatt„Noch vier Jahre Not" ist vom Polizeipräsidium beschlagnahmt worden. Nachdem der Wahlaufruf des Partei- Vorstandes wegen Hochverrat kon- fisziert worden war, worüber das Reichsgericht morgen entscheiden wird, erfolgt die neue Beschlagnahme wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Solche Verbrecher sind wir Sozialdemokraten! Und so tüchtig ist der Polizei- Präsident von Berlin! Unsere Antwort beginnt am 3. März und wird dann fortgesetzt. Herr Melcher wird sich noch wundern! Verboten! Unsere parteiblätter in Köln und Magdeburg. die..Rheinische Zeitung" und die„Volks- stimme", sind für sechs und fünf Tage verboten worden. weit die Wechsel bezahlt werden mußten und die Gläubiger nicht auf ihre Forderungen verzichteten, erfolgte die erneute Umschuldung aus öffentlichen Mitteln. Die Treuhandstelle übernahm das Gut zum Preise der ersten Hypo- thek; sie bezahlte die bevorrechtigten Forderungen im Betrage von 26 000 Mk. Das Gut wprde mit einem neuen beachtlichen Viehbestand ausgerüstet. Dazu kam selbstverständlich noch das laufende Wirtschaftsgeld. Und wer erhielt dann das Gut? Die kleinen unmündigen Kinder des Herrn Botho Braun. Er hat von seinen Kindern Vollmacht und wirtschaftet weiter. Diese Tatbestände sind bereits im Jahre 1931 der Landesbank der Provinz Ostpreußen unter Namensnennung und Zeugenangabe mitgeteilt worden. Man mußte annehmen, daß eingegriffen worden wäre, aber weit gefehlt. Die Landesbank schrieb hochnäsig:„Was den Inhalt Ihres Schrei- Kens anbetrifft, so haben wir Nachforschungen an- Ä)»« ifl der neue Sonderkommissar für den Westen, Polizeikommandeur Stieler von Heydekamp. Der Grund für das Verbot der„Rheinischen Zeitung" wird gesunden in mehereren Artikeln. die sich besonders„in persönlich herabwürdigender Meise" mit dem bekannten Entschluß des Herrn Reichskanzlers befassen, sein Geholt für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen." Dazu ist zu bemerken, daß amtlich über das Gehalt des Reichskanzlers gar nichts bekannt ist. Erst wurde von nationalsozialistischen Mahl- agitaloren behauptet, er habe aus sein GeHall „verzichtet". Zetzt, nachdem festgestellt ist, daß ein solcher Verzicht rechtlich gar nicht zulässig ist. heißt es wieder, er habe es„für wohltätige Zwecke zur Verfügung gestellt". was Hitler mit seinem Gehalt macht, gehl keinen etwas an. Taktvoll wäre es. davon zu schweigen! Besehlagnahint! Der Frankfurter„Doltsfreund" ist von der Polizeiverwaltung m Frankfurt(Oder) wegen angeblicher„Beschimpfung und Verächtlich- gestellt und behalten uns unsere Maß- nahmen vor, ohne Sie hiervon wei- ter zu benachrichtige n." Wir fragen das Reichskommiffariat für die Ost- Hilfe, ob dieses Gut noch weiter unter Sicherung?- schütz bleiben soll und ob es aus Osthilfemittel» umgeschuldet wird? Wir ftagen weiter, ob ihr etwas darüber bekannt ist, daß Braun bestimmte persönliche Beziehungen zu bestimmten Osthilfe- stellen hat, die dafür ausreichen, um immer wie- der für ihn gutes Wetter zu machen? Regierungsausschuh ?ur Osthilfe-Untersuchung? Die dem jetzigen Wirtschaftsminister Hugenberg nahestehende„Telegraphen-Union" verbreitet folgende Nachricht: „Durch die Auflösung des Reichstags und seiner Ausschüsse entfällt die parlamentarische Möglichkeit, die von der Linken erhobenen A n- klagen betreffend die Handhabung der Osthilfe weiter zu verfolgen Es besteht aber bei der neuen Reichsregierung selbst- v e r ,1. a n d l i ch ein lebhaftes Interesse, die a n- geblichen Mißstände im Osthilfe- und Sied- lungswesen gründlich zu untersuchen und in jeder Hinsicht zu klären. Der Reichstommissar für die Osthilfe, Reichsminister Dr. H u g e n- b e r g, beabsichtigt daher, zu diesem Zweck einen besonderen Ausschuß einzusetzen, der in der Hauptfache aus Mitgliedern des mit dem Reichs- tag ausgelösten Untersuchungsausschusses be- stehen soll." Sollen die„angeblichen Mißstände" wirtlich schnell und gründlich geklärt werden, dann wird der neue Ostkommissar seinen„beabsichtigten" Aus- fchuß sofort berufen und ihm die Akten' über alle vorliegenden Fälle aushändigen müssen. Mit einer Verschleppung, wie sie jetzt wieder durch die Ver- Hinderung der Tagung des Ueberwachungsaus- fchufses herbeigeführt wurde, ist der Oeffentlichkeit nicht gedient. Auch ist es nötig, daß wirklich die im bisherigen Ausschuß tätigen Sachverständigen in den neuen Ausschuß, der eine parlamenta- rische Untersuchung nie ganz ersetzen kann, be- rufen werden, wenn das Vertrauen zu seinen Er- gebnissen nicht von vornherein erschüttert werden soll. Wir haben von der A b s i ch t des Ostkommissars Hugenberg gehört— wir sehen der prompten Ausführung der Absicht entgegen. machung" der Polizeibehörde beschlagnahmt worden. Der Erfolg dieser Beschlagnahme war aber sehr gering. Der größte Teil der Auflage befand sich bereits in den Händen der Leserschaft. Der„Volkssreund" hatte den Polizeibericht über die blutigen Ausschreitungen der Nazis kritisiert. Bezeichnend ist, daß selbst der Oberbürgermeister in einer Besprechung mit Vertretern der Eisernen Front zugeben mußte, er sei von der Polizeidirektion nicht richtig informiert worden. Das Befmden des am Montagabend schwer oerletzten 62jährigen Arbeiter- samariters Pietack, dem die Nationalsozia- listen trotz der deutlich erkennbaren Samariter- uniform den Schädel eingeschlagen haben, ist hoffnungslos. Aufbau beginnt 194Z Erst wird der Marxismus vernichtet Gestern hielt Reichskanzler Adolf Hitler an die SA.- und SS.-Führer«ine Ansprache, die laut „Volk. Beobachter" in dem Satz gipfelte, ,chaß dem Wiederaufbau einer deutschen Macht- Politik die Vernichtung des Marxismus voran- gehen müsse. Da für die Vernichtung des Marxismus amt» Melcher und WaMelheit Berliner LBD.-Flugblatt beschlagnahmt Hitcherseits eine Zeit von zehn Jahren in Aus sicht genommen ist, dürfte mit dem Beginn des Wiederaufbaues für das Jahr 1943 zu rechnen sein. Spiewock kann es auch Ueber eine Rede des Pg. Spiewod in den Hohenzollernfälen in Charlottenburg berichtet der ,, Bölt. Beobachter" wörtlich: " Im weiteren Verlaute seiner Rede erklärte Pg. Spiemod, daß der Ursprung des Klaffenhasses in der französischen Revolution erblickt werden könnte. Dieses Gift des Klaffenhaffes wurde durch die Theorien eines Marr dem deutschen Bolte infiziert. Die Margiften haben unser Bolf durch den von ihnen bewußt hervorgerufenen scharfen Kampf um das tägliche Brot von jedem nationaler Gedanten abgelenkt. ( Internationale Verbrüderung) Während auf der anderen Seite die zum größten Teile unter der Führung von Juden bestehende kapitalistische Schicht den Klassenhaß durch besondere Maßnahmen wie B Zahlung niedriger Löhne usw., usw. schürten.( Zusammenhalten des Kapitals.) Als Verschulden dieter rein materialiftisch eingestellten Kreise sei es auch anzusehen, daß zur Zeit 8% Millionen Hektur des deutschen Bodens brachliegen und mir gezwungen sind, Weizen usw. aus dem Auslande einzuführen. Warnung von der Gaar Energischer Protest gegen die nationale Diffamierung Herr von Papen ist in Saarbrücken von den Vertretern der Breffe, die fünf Sechstel der Bevölkerung vertritt, gemieden worden. Die Presse des Zentrums veröffentlicht dazu eine Erklärung, in der es heißt: ,, Nicht nur wir, sondern der weitaus überwiegende Teil der Saarbevölkerung hat mit tiefem Bedauern und Entrüstung in der legten Zeit von den zahlreichen Ministerreden des gegenwärtigen Reichs fabinetts in Parteiversammlungen Kenntnis ge= nommen, in denen immer micder dem Teil der Bevölkerung, die ihre politische Heimat nicht im Papen- Hugenberg- Lager haben, die nationale und vaterländische Gesinnung abgeftritten wird. Diese dauernde Diffamierung weitester Volkstreise durch die gegenwärtige Reichsregierung, die Ist das nicht, als hörte man den Meister selber sich als die Regierung der nationalen Konzensprechen? Außenminister Göring Liebeserklärung an Italien Der Reichsluft- und kommissarisch- preußische Innenminister Göring hat mit größter Energie auch die Geschäfte der Außenpolitik in seine Hand genommen. Er eröffnete gestern, wie schon furz gemeldet, eine Ausstellung der jungen italienischen Kunst. Er erklärte stolz zu sein, daß er für die neue nationale Regierung die Ausstellung eröffnen tönne. Unentwegt habe er, Göring, an einer Neu- und Umgestaltung der ziehungen zu Italien gearbeitet, denn ,, der Faschismus sei in seiner geiffigen und weltanschaulichen Einstellung der nationalsozialistischen Bewegung aufs engste verwandt." Immer wieder betonte der Minister diese ,, enge Verwandtschaft". Die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern müßten sofort enger gestaltet" werden. Die ausgestellten Bilder begrüßte er pathetisch als Werke der faschistischen Kunst". Herr Göring schloß mit dem Wunsche, die beiden Länder mögen so fest von freundschaftlichen Banden umschlungen sein, daß nichts mehr diese Bande zu trennen vermag." ,, Bande" ist natürlich im Sinne von Verbindung gemeint. Diese Verbindung soll so fest sein, daß nichts, auch nicht der Schrei des gequälten Südtirols, fie trennen fann. Die Rede Görings wird im Bölkischen Beobachter" wörtlich wiedergegeben. Dann heißt es meiter: Nach der großen Festrede des Reichsministers Göring gab auch der italienische Botschafter, Exzellenz Vittorio Cerruti, seinem Dant für das Zustandekommen der Ausstellung, besonders an Geheimrat Justi, Ausdruck. Der internationale Anstand hätte geboten, auch die Antwort des Botschafters wörtlich wiederzugeben. Die Art, wie der Völkische Beobachter" sie behandelt, ist eine starte Ingezogenheit. Diese Ungezogenheit läßt sich mur damit erflären, daß offenbar die knappe und diplomatisch forrette Antwort, die Herr Cerruti dem stürmischen Reichsluftminister erteilte, als ertältend empfunden wurde. Neuer Wechsel Der Rundfunk als Versorgungsanstalt Nachdem dieser Tage erst der technische Reichsrundfunkkommissar Staatssekretär Bre dom aus durchsichtigen Gründen seinen Abschied genommen hatte, ist gestern der politische Reichsrundfunk kommissar Oberregierungsrat Con rad, der seit dem Rücktritt von Ministerialrat Scholz die politische Aufsicht über den deutschen Rundfunk führte, nach einer Besprechung mit Reichsinnenminister Frick sofort seines Amtes enthoben worden. Nachfolger Conrads wurde sein persönlicher Referent Kruckenberg. Krudenberg war von Scholz in die Reichsrundfunkgesellschaft geholt worden; er ist früherer Offizier und National= fozialist. * Der Reichsminister und Preußenkommissar Göring hat einen nationalsozialistischen Journalisten zu seinem persönlichen Referenten" in das preußische Ministerium des Innern berufen und ihn zugleich zum Oberregierungsrat befördert. 3 Berschüttete geborgen Das Grubenunglück bei Hindenburg Hindenburg, 15. Februar. Bon den auf dem Ostfeld der Königin- LouiseGrube gestern abend verschütteten zehn Bergleuten find bis heute früh drei lebend geborgen worden. Man hofft bis Mittag zwei weifere reffen zu fönnen. An der Rettung der übrigen fünf Berschütteten wird unausgefeht gearbeitet. Einer von ihnen gibt klopfzeichen. tration" bezeichnet, hat begreiflicherweise gerade die Saarbevölkerung fatt Die Parteien, die hinter der gegenwärtigen Reichsregierung stehen, haben in den letzten Wahlen, die die Saarbevölkerung am 13. November 1932 tätigte, ganze 12,4 Proz. der faarländischen Stimmen aufbringen können. Diesen 12,4 Proz. nationalsozialistischer und deutschnatio naler Wähler steht die gesamte übrige Bevölkerung des Saargebietes gegenüber. Die ganze Politik der Saarbevölkerung während der Jahre der Fremdherrschaft war darauf angelegt, den 3u sammenhalt der Sacrbepolterung und die Zusammenfassung aller Kräfte für die zu erwartende Boltsabstimmung ficherzu stellen, die uns wieder dem deutschen Volkskörper zurückgeben soll. Nach den Aeußerungen des Herrn von Papen und anderer Mitglieder der gegenwärtigen Reichsregierung ist nur derjenige Deutsche wahrhaft national, der zu den schwarz- weiß- roten Parteien steht, insgesamt demnach nur 12,4 Prozent der Bevölkerung. Kann der weitaus überwiegende Teil des Saarvolfes, der seine politische Vertretung in anderen Parteien hat, sich diese fortgesetzte politische Diffamierung gefallen laffen? Nein! Wir haben es nicht nötig, weil wir in der Bergangenheit unsere nationale Pflicht erfüllt haben und das auch heute und in aller Zukunft tun werden, ganz unabhängig davon, wer in Deutschland regiert. Die in dieser Weise von der Weitere Opfer von Eisleben Zwei verletzte Kommunisten gestorben Halle, 15. Februar. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, find 3 wei der bei den Eislebener Borgängen schwer verletten kommunisten in der vergangenen Nacht gestorben. Inzwischen hat die Untersuchung des getöteten Nationalsozialisten Paul Bert ergeben, daß er von zwei Schüssen getroffen worden ist, von denen ein Brustschuß, von unten nach oben laufend, zur inneren Verblutung führte. Die gefundenen Kugeln haben ein anderes Kaliber als die von der Polizei gebrauchte Munition. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen. Zur Zeit werden die in den Krankenhäusern liegenden Berfonen vernommen. Die NationalFrage an die Hitler- Regierung Im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags ist am 20. Januar ein sozialdemokratischer Antrag angenommen worden, wonach die durch Notverordnung den Kranken auferlegte Kran tenschein und Rezeptgebühr wieder aufgehoben werden soll. Bisher ist noch nichts darüber bekanntgeworden, ob und wann die Regierung diesen Beschluß ausführt. Ohne Zweifel gehört die Krantenschein- und Rezeptgebühr zu den Lasten der breiten Massen, deren Aufhebung unbedingt wieder erfolgen muß. Wird die Regierung Hitler diese Belastung der Kranten ruhig weiter bestehen laffen? Noch mehr Schnee? Es soll kälter werden Der Winter hat noch einmal Schnee und Frost geschickt. Fast aus dem ganzen Reich liegen Meldungen über große Schneefälle vor. Berlin hatte in der vergangenen Nacht 4 Grad Kälte, morgens gegen 8 Uhr waren es noch 2 Grad und mittags um 12 Uhr war die Queckfilbersäule über den Nullpunkt gestiegen. Damit ist fozialisten behaupten immer noch, daß zuerst aus dem Haufe des„ Klaffenkampf" geschoffen worden jei. Nazi- Brandstifter Eigener Bericht des„ Vormärts" Liegnik, 15. Februar. Das Schwurgericht verurteilte am Montag den Nationalsozialisten Ostar Ressel aus Braunau, Kreis Lüben, wegen versuchter Brandstif. tung und Versicherungsbetrug zu sechs Monaten Gefängnis. Ressel hatte in seiner Woh nung einen Brand angelegt, um sich durch die hohe gegenwärtigen als gegenwärtigen Reichsregierung weniger national zuverlässig gekennzeichnete Mehrheit der Saarbevölkerung wird auch die erdrückende Mehrheit derjenigen stellen, die bei der Abstimmung im Jahre 1935 durch den Stimmzettel die BieberVaterland eingliederung in unser deutsches fordern. Weil dem so ift, tann diese Mehrheit der Saarbevölkerung aber auch nun endlich es sich verbiffen, von den zur Zell herrschenden Mächten in Deutschland immer wieder in der gefennzeichneten Weise beleidigt zu werden. Das ist der Grund, warum sämtliche des Saargebiets Sentrumszeitungen neben der sozialdemokratischen Preffe dem heutigen Empfang beim Vizekanzler von Papen ferngeblieben sind. Dieser Protest schien uns notwendig, damit man endlich einmal an den maßgebenden Stellen in Berlin einfieht, wohin es führen muß, wenn statt der von uns immer an= gestrebten Sammlung aller inneren Kräfte immer wieder die Parteien verdächtigt und beleidigt werden, die in den schweren Jahren nach dem Zusammenbruch, den wir nicht verschuldet haben, die größte und undankbarste Wiederaufräumungsarbeit geleistet haben." schlagnahmt wurde, erreichte Lange, daß er bereits am nächsten Tage als Eigentum seiner Frau freigegeben wurde. Ungeachtet dieses peinlichen Bor falls besuchte das Ehepaar Lange nach wie vor das Erbansche Café Tfing- Tfing und meldete fogar im August das Ehepaar Erban bei sich als Untermieter an.' Als dann gegen Erban und Genossen die Ermittlungen wegen ausgedehnter Autodiebstähle und Hehlereien eingeleitet wurde und Lange als Erbans guter Bekannter hinzugezogen wurde, hielt er es nicht für notwendig, Frau Erban, die fich am gleichen Tage bei ihm und seiner Frau aufhielt, nach dem Verbleib ihres Mannes zu fragen, Frau Erbans Besuch verschwieg er sowohl dem Stettiner Kriminalkommissar Opiz als auch seinem direkten Borgesetzten. Erst auf deren energische Vorhaltungen hin gab er den Besuch zu. Lange versucht heute für sein Berhalten harmlose Erklärungen zu finden. Bersicherungssumme auf billige Weiſe ſeine: Todesfahrt in die Gpree Schulden zu entlepigen. aber feineswegs ein lebergang zu mildem Better zu erwarten, denn aus dem Norden fluten fühle Luftmassen heran, die in den nächsten Stunden bereits einen abermaligen empfindlichen Temperaturrüdgang zur Folge haben dürften. Gleichzeitig wird die Schneeneigung fortbestehen. Süddeutschland meldete heute 7 bis 8 Grad und Schlesien durchschnittlich 6 Grad Kälte. Auch in den Bergen schneit es zur Zeit. * Zur Beseitigung des Schnees in Berlin find neben dem Stammpersonal der Städtischen Straßenreinigung etwa 1000 Hilfskräfte eingesetzt worden. 50 Schneepflüge und 35 Sandstreuwagen waren die ganze Nacht über im Betrieb. Der gestrige Schneefall hat der Stadt etwa 9000 M. geloftet. Die Gesamtausgaben in diesem Winter haben damit eine Höhe von 25 500 M. erreicht. Diese Summe bleibt jedoch hinter der des Borjahres weit zurüd. Am Holsteiner Ufer tam der 5 Jahre alte Gordon Hillmann aus der Rheinsberger Straße 22 auf tragische Weise ums Leben. Das Rind rodelte an der Böschung der Spree, plötzlich faufte der Rodelschliffen mit dem Jungen ins Waffer. Sofortige Rettungsversuche blieben er folglos. Die kleine Leiche ist später durch den Reichswasserschuh geborgen worden. Berliner Wahlvorschläge Der preußische Minister des Innern( Kommissar des Reichs) hat durch seinen soeben eingegangenen Erlaß vom 7. Februar bestimmt, daß die Wahlvorschläge der Stadtverordneten und Bezirksverordneten in Berlin spätestens am 25. Februar 1933 und die Erklärungen über Berbindungen von Wahlvorschlägen spätestens am 1. März 1933 den Wahlleitern einzureichen sind. Der Straßenverkehr hat sich im Berlin tros Alpenflug ohne Motor der vielfach vereisten Fahrdämme ohne nennens= merte Störungen abgewickelt. Der Grban- Kreis Kriminal- Assistent und Autoschieber und Die Suche nach dem berüchtigten Berliner Kaffeehausbefizer, Autofchieber Hehler Erban ist bisher erfolglos geblieben. Das Verfahren gegen ihn und feine Komplicen die Autodiebe auch Affeffor Kiewit und Referendar Für Freiheit, Volk u. Sozialismus! Noad find bekanntlich in die Affäre verwickelt in Der Sozialistische Kulturbund, dem alle großen Arbeiterorganisationen angeschlossen sind, ruft für Sonntag, den 19. Februar, 112 Uhr, zu einer Massenkundgebung der Volksbühne auf. Programm: Botschaft von Thomas Mann; Ansprachen von Peter Graẞmann, Vorsitzender des ADGB., Kultusminister Grimme und Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Außerdem Rezitation und Gesang unter Mitwirkung des Neuköllner Sängerchors( Leitung Georg Oskar Schumann) und der VortragsEinlaßkarten künstlerin Martha John. zum Preise von 30 Pf. sind in der Buchhandlung Dietz, Lindenstr. 2; Arbeiterbank, Wallstr. 65, und Volksbühne, Linienstr. 227, sowie an den bekannten Stellen zu haben. nähert sich dem Ende. Heute stehen vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte Frau Erban wegen Pfandbruchs, der Kriminalaffiftent Cange und dessen Frau wegen Beihilfe zum Pfandbruch außerdem auch wegen Begünstigung des flüchtigen Erban. Kriminalaffiftent Lange hatte 1922 dienstlich mit Erban zu tun. Zwischen Frau Erban und Frau Lange bildete sich ein Freundschaftsverhältnis heraus. Das Ehepaar besuchte zuweilen das Café Erbans, man duzte sich. Die Beziehungen setzten eine Zeitlang aus. Im Jahre 1931 erfchien aber Frau Erban bei Frau Lange und flagte ber Freundin ihr Leid: sie wolle sich von ihrem Manne scheiden lassen. Lange verhalf ihr zu einem Anwalt, die Ehescheidungsflage murde eingeleitet. Im Mai 1932 bat Frau Erban Frau Lange, für fie 3000 m. aufzubewahren. Kurze Zeit darauf übereignete sie auf den Namen der Frau Lange ein Auto. Als aber im Juli der Wagen beMailand, 15. Februar. Das Flugzeug des Fliegers Freß, das am Montag mit dem Segelflugzeug des Fliegers Farner im Schlepptau in Zürich gestartet war, ist um 16.15 Uhr über Mailand eingetroffen. In etwa 2000 Meter Höhe gelang es, das Segelflugzeug aus dem Schlepptau zu lösen. Frezz landete sofort auf dem Flugplaz Taliedo, während der Apparat Farners 10 Minuten zur Landung benötigte. Farner erklärte, der Flug sei gut verlaufen, doch hätten die allgemeinen atmosphärischen Bedingun gen und das Gewicht der mitgenommenen Bost von 55 Kilogramm die Loslösung des Segelflugzeugs start erschwert. Der zu Dienstag nachmittag bei gutem Wetter angetretene Rückflug war jedoch nicht vom Glüd begünstigt. Als erste Strede war Arosa vorgesehen, auf das Frez mit Farner über den St. Gotthard, der Führer eines Begleitflugzeuges, Auerhofer, über den St. Bernhard zusteuern wollten. Bei dem Verfuch, auf dem Flugplatz von Chur zu landen, geriet Auerhofer mit seinem Flugzeug in eine Boe, so daß bei der Landung die Maschine zu Bruch ging. Nach den bisher vorliegenden Meldungen haben jedoch Auerhofer und die beiden an Bord befindlichen Journalisten feinen Schaden genommen. Aber auch Farner und der ihn schleppende Freh haben ihr 3iet nicht erreicht. Bei Ueberquerung der Lucumagno- Alpengruppe gerieten sie bei Klarstem Wetter plötzlich in eine Windboe. Das Segelflugzeug geriet in die schwierigste Lage, so daß man sich entschloß, von dem Weiterflug Abstand zu nehmen und zu landen. Die Landung ist auf einem Feld bei Bellinzona glüdlich erfolgt. Die Persönlichkeit Sie verneint sich selber Der kommissarische Kultusminister Ruft äußerte sich am Dienstag in seiner Universitätsrede auch Wer die Persönlichkeit als Problem, und zwar erklärte er: Wir lehnen von unserem Standpunkt die Gleich st ellung aller Menschen aK Es gibt auch keine Gleichheit inner- halb einer Rasse. Die schöpferische Per- sönlichkeit steht im Mittelpunkt unseres Lebens. Ihr gilt die Pflege aller Maßnahmen des Kultusministeriums. Am Schlüsse seiner Rede aber bekannte Ruft nach dem Bericht der„Vossischen Zeitung": Er(Ruft) wisse, daß er nicht dank be- sonderer Leistungen zu seinem jetzigen Amte gekommen sei(also doch als„Exponent einer Machtgruppe"?— Red.), aber er wisse auch, daß nur die Verbindung mit den U r- kr ästen der deutschen Nation den deutschen Geist wieder starkmachen könne. Und wo bleibt nun die schöpferische Per- sönlichkeit? Der verprügelte Morath oder: «OßdTH_ ~ /yf' Nationales Morath-orium Eiserne Front in Mohlsdorf Mahnung zur Einigkeit Zu einet wuchtigen Kundgebung gestaltete sich die Versammlung der Eisernen Ztont In Mahledorf. die am Dienstag eine Stunde nach dem siL-Uebetfall, über den wir bereits heute morgen berichteten, in dem Lokal von Anders abgehalten und ohne Störung zu Ende geführt wurde. Genosse Dr. M i s ch l e r warnte zunächst vor überellten Aktionen. Und wenn es jetzt auch An- feindungen und Bekämpfungen schwerster Art gibt, wir werden den Kampf siegreich bestehen, wenn wir diszipliniert und entschiosien sind und wenn wir die Einheit der Arbeiterklasse wieder herstellen. Das Beispiel Italien? mahnt! Wir sind keine Illusionisten, wir wissen. daß die Wiedervereinigung nicht von heute auf morgen kommt, aber mir wollen heute einen Strich unter das Vergangene machen und im gemein- samen Abwehrkamps zusammenstehen. Mit tosen- dem Beifall stimmte die Versammlung den Wor- ten des Redners zu, und beifällig wurde auch die Erklärung eines kommunistischen Redners aufgenommen, der unter dem Ein- druck der vorausgegangenen Schlägerei mit den Nazis die Arbeiter zur Einigtest und zum Schutz der Versammlung beider Arbeiter» Parteien oufsorderte. Zum Schluß wurde von der Versammlung einstimmig eine Entschließung angenommen, in der die empörte Bevölkerung Mahledorfs gegen die Unsicherheit protestiert, die durch die Einquartierung ortsfremder SA.-Stürme in Mahlsdorf hervorgerufen ist. Die Bevölkerung ist entschlossen, all« erlaubten Mistel gegen den Terror und die Bürgerkriegsdrohungen der Ratio- nalsozialisten anzuwenden. Mit dem Freiheiterus der Eisernen Front, den Rot-Front-Rufen der kommunistischen Arbeiter und dem gemeinsamen Gesang der Internationale" fand die imposante Kundgebung ihr Ende, in der Bekundung der Ein- hell und dem Willen zur entschlossenen Abwehr der nationalsozialistischen Ueberfäll« eine deutliche Warnung an die Nazis darstellend. Die jugoslawische Diktatur hat nack der B e r- , a n n u n g zahlreicher Kroatensührer in mtlegene Orte nun angeblich auch einen Dafsenschmuggel nach Dalmatien aufge- »eckt, der von Emigranten in dem italienischen J a r n a betrieben worden sei. Eine Menge Lciitc änd deswegen verhaftet worden. Der italienische Lehrer Richichi wurde in Paris zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. -v-il er im Januar 1932 den Versuch aemachl laste, den italienischen Generalkonsul in pari», Ventile, zu erschießen. „Im Reiche du Rellame" h-ibt die«eranstalning des RellamevcrbandeK. die Sonnabend im Zo? stast. finde: Farbenraujch. teinc Tombola, mii Spenden. S-alkarten im Borverkauf in den Theaterkasse» und Unter den Linde» öS», H. Land ohne herrschenden Marxismus .Arbeltslosenelend in USA.— Kinder auf der Landstraße 3n USA. hat noch nie der Marxismus geherrscht oder auch nur ein Marxist mitregiert. Darum gibt es dort auch keine ösfentlich-recht- lich gesicherte Arbeitslosenversicherung oder-für- sorge. Die Folgen dieses Regierens ganz ohne Marxismus zeigten sich jetzt in der furchtbaren Dauerkrise, die auch dort den größten Umfang erreicht hat. Die Stadtverwaltungen und Polizeibehörden der Vereinigten Staaten von Nordamerika haben kürz- lich ein Memorandum herausgegeben, worin sich genaue Angaben finden über die Zahl der Ob- d a ch l o s e n, die über die Landstraßen Amerikas ziel- und heimatlos ziehen. Aus diesem Material ergibt sich, daß es den Behörden jetzt gelungen ist, 209 900 obdachlose Kinder zu erfassen. Allerdings geben auch die Verfasser des Memorandums zu, daß es noch ganze Massen Obdachloser gibt, die sich aus verschiedenen Gründen nicht statistisch erfassen ließen. Die 200000 erfaßten Obdachlosen sind meistens Jugendliche, die selbst oder deren Estern Opfer der Wirtschaftskrise geworden sind. Diese Jugendlichen wollen sich mit dem Unglück, das über ihre Familien hereingebrochen war, nicht ab- finden, und ziehen in die Welt hinaus, um ihr Glück auf eigene Faust zu suchen. Mit der Zest jedoch fällt von ihnen alles Bürgerliche ab, und sie unterscheiden sich in nichts mehr vom namenlosen Heer der Landstreicher. Virileicht regt sich in ihnen wieder der Instinkt ihrer Vorfahren, die, ebenso vagabundierend, ihr Glück suchten. So wandern sie z u Fuß aus den Eisenbahnkörpern oder sie fahren— wenn sie Glück haben— als blinde Passagiere Sehr häufig trifft man auch ganze F a- Milien auf der Wanderschaft. Der Vater hat seinen Erwerb verloren, die Not kam, vielleicht gibt es noch in einem anderen Staate ein wenig Arbest und Brot. So kommt es vor, daß sich eine ganz« sechs- bis achtköpfige Familie in ihren„vorsintflutlichen" Ford setzt und durch die Staaten zieht.'Aber Arbeit ist kaum zu finden, und bald muß auch der Wagen verkaust werden. Sie ziehen dann zu Fuß weiter und kommen immer mehr her- unter. Dann sehen sie ein, daß es besser ist, einzeln zu wandern, sie trennen sich, die F a- mi l i« hat s i ch a u f g e l ö st. Besonders in den Nordstaaten sind die Landstraßen von Obdachlosen bevölkert. Landstreicher mit Bildung Die meisten dieser Obdachlosen gehören zur ehe- maligen Intelligenz. Darüber erhalten wir in dem erwähnten Memorandum einigen'Aufschluß. In das Asyl der Heilsarmee in Washing- t o n meldeten sich im letzten Monat 200 Leute mit Universitätsbildung und über 2000 Jugendliche mit Reifezeugnis. In A t- lantic City waren unter Z000 Obdachlosen 2600 Kolleg-Studenten gezählt. Und alle diese Unglücklichen erzähsten die gleich«, fast stereo- type Geschichte ihres Lebens. Hat so ein Land- „MenscLen im Hotel" Sieben Stars im Capitol Der größte Erfolg des amerikanischen Films im Jahre 1932 wird auch in Berlin in ganz großer Aufmachung gezeigt All der amerikanische Klimbim, der bei solchen Gelegenheiten ausgespielt wird, ist auch bei uns große Mode geworden. Wichttger ist, daß diese deutsche Uraufführung zu- gunsten der Wohlfahrtseinrichiungen der Bühnen- genosienschaft vor sich geht: mit großen Sängern und Sängerinnen und dem Staatsoperballest. Das Neue an dem Film ist, daß außer der Greta Garbo sechs weitere Stars des Metro- Goldwyn-Mayer-Konzerns aufgeboten sind. Die Hauptaufgabe des Regisseurs G Sulding war es also, jedem zu feinem Recht zu verhelfe« und doch ein Ensemblespiel, in dem sich keiner vor- drängt, zu ermöglichen. Es ist ihm recht gut ge glückt, aber er hat dem Roman der Vicki Baum. der die Grundlage des Films bildet, keine über- wälligende filmische Note gegeben. Menschen im Hotel— ein ewiges Gehen und Kommen— immer neue Gesichter— aber im Grunde immer dasselbe. Das ist so die Quin- tessenz des Romans und des Filmes. In dem Durchschnitt der von dem Hotelpublikum(und auch von den Hotriangestellten) gegeben wird, werben einige Schicksale verfolgt und zu einem kunstvollen Gewebe verknotet. Dazu ist sehr viel Dialog er- forderlich. Der Film ist ein reproduziertes Theater- stück, aber mit den größeren szenischen Möglich- ketten des Films(er wirb in Deutschland sowohl im englischen Originaltext mit oder ohne deutsche Tftri und auch in einer deutschen gut geglückten Syncronisierung vorgeführt). Allee kommt auf die Darstellung an, die un« für die Menschen und ihre Geschicke Interessieren sollen. Grria Garbo, als Gleiche unter Gleichen und keineswegs starmäßig bevorzugt, überragt sie doch alle. Denn sie gibt uns wundervolle jeelssch« Ein- blicke in diese berühmte russische Tänzerin, die Objektiver Dienst Politik für Rundfunkhörer Von? Freitagabend bis Sonntagnachmittag brachte der Berliner Rundsunk, teils mit, teils ohne Auslagezwang. sieben Ministerreden, dar- unter viermal die Rede Hillers. Es scheint jedoch, daß trotzdem Berlin, gemessen an den übrigen Sendebezirken, nach mäßig mit notionalsozia- lsstischer Propaganda bedacht wird. Selbstverständlich versäumt auch der Drahtlose Dienst es nie, außerdem eine breste Jnhallsangabe der entsprechenden Regierungssendungen zu brin- gen. Auch sonst betätigt er sich sehr zeitgemäß. Von den Vorgängen im Ueberwachung-ausschuß des Reichstages erfuhr der Hörer ausführlich— durch den Brief des Naziabgeordneten Frank U, in dem dieser„Auskunft über die Vorgänge gibt". Der Vorsitzende Löb«, so wurden die Hörer also ..insormiert", sei ohne weiteres zurückgetreten, und infolge der„Verhinderung" Löbes habe dann er. Frank II, den Vorsitz übernommen. Erbaulich ist auch die vom Haupts chrtsUetter des Drahtlosen Dienstes, Dr. Fritzsche, abgehaltene Zeitungsschau. Hier gibt es ein großes Treffen der regierungshosfählgen Blätter! allerdings wird in sehr vielen Fällen die politische Einstellung der betressenden Zeitung verschwiegen, besonders bei den zahlreich Merten nationalsozialistischen und streicher etwas ausgefressen und ist v o r b e st r a f t, dann erst beginnt sein richtiger Leidensweg. Als ein Gezeichneter schleicht er herum, findet nirgends Arbeit, auch die Wohstättgkeitsvereine nehmen sich seiner nicht an. Und dieser Zustand ist der geradeste Weg zum Verbrechen. Was birgt die Zukunft? Die immer mehr wachsende Zahl der Obdach- losen setzt die Behörden in Unruhe. Das Gros dieser Armen ist kaum 24 Jahre alt. Zu- nächst worden in allen größeren Zentren Amerikas Asyle eröffnet. Dort bekommen Obdachlose eine Woche lang Unterkunft und Nahrung. Aber diese Asyle können nur einem Bruchteil der Be- dürftigen helfen. Reuerdings wird eine Kampagne betrieben, um besitzende Familien zu bewegen, sc einen dieser Unglücklichen aufzunehmen, wenigstens zeitweise. Aber die Besitzenden sind nicht so leicht dafür entflammt. So entschloß sich denn die Liga für Jugendhilfe zu einer ge- steigerten Propaganda in dieser Richtung. Sic überflutete das Land mit feurigen Aufrufen, reich an Warnungen und Ermahnungen. Als auch das nichts nutzte, griff die Liga nach dem letzten Mittel, sie malte den Teufel an die Wand: schaurige Berichte über den Schrecken der Be- sprisorny in Rußland! Und die Ameri- kaner werden vor die Alternative gestellt: ent- weder zu helfen oder zusehen zu müssen, wie auch in Amerika diese Plage russische Ausmaße an- nehme. E. L. müde und ohne rechten Erjolg an sich leidet und durch das Liebeserlebnis mit dem Holeldieb neue Lebensfrische bekomnit. Wi« wird sie mst einen: Schlage wieder elastisch und jung� wie blühen neue Pläne in der berests lebensüberdrüssig Ge- wordenen! Der Hoteldieb, ein etwas dekadenter Baron, wird von John Barry möre verkörperr, unvergeßlich, einzigartig, sympathisch. Prachtvoll ist die Brutalität und das Emporkömmlingstum des Generaldirektors, der durch die Berhästnisse zum Schwindler wird und sich als Liebhaber ver- sucht, tzurch Wallace B e« r y widergegepen. Den größten Namen hat neben der Garbo unter den Darstellern Lionel Barry mar«. Er gibt eine höchst eindrucksvoste Figur: den durch die lange Sklaverei oerbrauchten Buchhalter Kringriein, der — ein Sterbekandidat— die Reize des Lebens entdeckt und sogar gegen seinen Generalgewclltigen sein Menschrecht zu verteidigen wagt. Ein nawra- lsstischer Schauspieler ersten Ranges, ein Charak- teristiker des Details, aber ein wenig aufdringlich und jede Pointe unterstreichend. Ganz schlicht und natürlich ist Jean H e r s h o l t der Typ des viel- beschäftigten Portiers, der— Vaterfteuden erlebt. Lewis Stone markiert den philosophierenden Doktor, der im Kriege für Lebenszeit gezeichnet ist. Mehr- Maske als Jnhast. Sehr gespannt war man auf die große Konkurrentin der Garbo Ivan C r a w f o r d. Ihre Stenotypistin, die nicht abgeneigt.ist, auch Liebesaufträge entgegenzunehmen. ist eine mutige Leistung, eine Mischmig von Anziehendem und Abstoßendem, die über die allerstärksten Millri des Ausdrucks verfügt. Dieser Film gibt keine neuen Offenbarungen, weder von den Darstellern noch im Aufgabenkreis des Filmes, aber er ist einer der interessantesten der letzten Jahre und beweist vor allem, daß auch die Stars im Ensemblespiel nicht zu verlieren brauchen. I). nationalistischen Provinzblättern, die über ihren Bezirk hinaus völlig unbekannt sind. Diesmal be- handelte Herr Fritzsche pflichtgemäß auch den Fall Schweden. Unsere Leser wissen, welches un- freundliche Aufsehen wegen Görings Eingreifen in die schwedischen Pressemeinungen in Schweden entstanden ist. Herr Fritzsche hatte drei schwedische Zeitungen gefunden, deren Stellungnahme für die Ohren der Rundsunkhörer geeignet war.— lz. kleinen Zwischenfall mit«mem edlen ilnterwestler gehabt hat. Georg Alexander spiest den reichen Sohn. Diesmal ist er erfreulicherweise von der Schablone seines Lächelns erlöst. Liane Haid ist als Baroneß die übliche Abend kleidfigur. Szöke S z a k a l l gibt den Fabrikanten auf komisch, Adele S a n d r o ck muß sich selbst stets wiederholen und Fritz K a m p« r s ist ein kraftmeiernder Klemmaxe. Dem Regisseur Böse scheint es nicht mehr zu gelingen, sich aus dem Kitsch zu retten, aber an die Zukunft des künstlerischen Films, der auch der Arbeiterschaft etwas zu sagen hat, wollen wir trotzdem glauben. e. b. Faust 11 in neuer Besetzung Die von Gustav Lindemann geleitete Faust- Inszenierung unseres Staatsthea ters hat Neubesetzungen aufzuweisen, die sich gestern zum erstenmal präsentierten: einen neuen Faust, einen neuen Mephisto und«ine neue Helena. Walter Franck kann sich als Faust neben und nach seinem berühmten Vorgänger durchaus sehen lassen. Freilich, ein Jdeal-Faust ist er auch nicht, aber ein guter Sprecher, der das Gedanklich« meistert, und ein glaubhafter Liebhaber in den Helena-Szenen. G r a n a ch s Mephisto weckt das Hauptinteresso. Vor chm tritt ja auch im zweiten Teil der Dichtung Faust selbst an manchen Stellen zurück. Es ist ein verdammt irdischer Teufel. schwer,'erdhast, einer, der von unten kommt. Das Elegante, Spielerische, Ueberlegene ist weniger seine Sache. Hier muß er noch Lichter aussetzen. Aber es ist eine Figur aus einem Guß, der das Gefäß mit dem kostbaren Inhalt zu servieren weih. Cr bleibt stets verständlich, muß sich aber vor dem Ueberschreien hüten. Eine schöne Er- scheinung ist Hildegard Bühren als Helena. Leider ist ihre Sprachtechnik noch nicht voll ent- wickelt. Der Faust II wird für die Bühne immer ein Problem sein. Auch Lindemanns Inszenierung kann nicht voll befriedigen. Es wird immer noch zuviel unlebendiges Gut mitgeschleppt, das man noch viel mdikaler ausmerzen sollte. Die Szenen am Kaiserhof, die Helenahandlung mst den Chören und die katholische Schlußoper vermstteln starke Bühneneindrückc. K. H. D. Lebensfremder Film Atrium Der Regisseur Carl Böse hat unbestreitbare Verdienste um den Film. Cr war der erste ein- drucksstarte und künstlerisch bedeutende Milieu- schilderer. Hernach wurde er verspiest, und jetzt ist er sträflich langweilig geworden. Noch dazu, wo er an ein solches Manuskript wie„Eine Frau wie Du" geriet. Da reißt mal wieder eine entzückende Baroneß vor chrer Verlobung aus, um— huch, wie volkstümlich— keinen Baron ehelichen zu müssen Sie landet pronrpt in den Armen eines unermeßlich reichen Fabri- kantensohnes, nachdem sie vorher noch— zur kitzelnden Anregung träger Gemüter—«inen Die größte Stadt des alten Gallien. Etwa 3 Kilometer von Clermont Ferrand in Mittel- frankreich stieß man ganz unerwartet auf einer freiliegenden Hochebene auf die Trümmer einer gallischen Stadt, die zweifellos als die größte der vorrömischen Zeit Galliens zu gelten hat. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat man es hier mst den Ruinen der Stadt Gergovia zu tun, der alten Hauptstadt, wo Julius Cäsar im Jahre 32 v. Chr. seine empfindlichste Niederlage durch Bercinge- torix erlstt. Bisher nahm man an, daß Gergovia ein paar Meilen weiter zu suchen sei. .Kamps der Tertia", das erfolgreiche Kinderstück, gc- lang! Mittwoch nachmittag 4 Uhr zum 50. Mqle im Deutschen Künstlertheater zur Ausfuhrung. Grete Moeheim au der Voltebühac. Grete Mosheim wurde von Heinz Hilpert für die Rolle der„Bea- t r i c c" in„Viel Lärm um nicht s" an die Volksbühne verpflichtet. Die Direttio» Achaz-Nest beginnt ihre Tätigkeit wi Deutschen Theater am l. März mit der Ver- liner Uraufführung von Hofmannsthals„Das große W e l t t h e a t c r. Rciichardt führt die Regie. Attila Hörbiger, dem durch eine einstweilige Verfügung aus Antrag eines Wleuer Theaters untersagt werden sollte, weiter den„S ch i« d e r h a n n e s" in der Volksbühne zu spielen, hat Einspruch erhoben und wird bis zur Entscheidung des Landesarbeitsgerichts weiter in der Bolksbühnc austreten. BBG. verurteilt Entlassung war Willkürakt Nur in wenigen Fällen ist die BVG. vom Arbeitsgericht verurteilt worden, Arbeitnehmer, die fie aus Anlaß des Streiks entlassen hat, weiter zu beschäftigen oder ihnen eine Entschädigung zu zahlen. Aber die BVG. will, wie es scheint, durchaus triumphieren, und sie glaubt wohl, daß fie das mit Hilfe des Landesarbeitsgerichts erreichen fann und legt deshalb Berufung gegen ihre Berurteilungen ein. Der erste Fall dieser Art wurde am Sonnabend vor dem Landesarbeitsgericht unter Vorfiz des Landgerichtsdirektors Ruben verhandelt. Der Kläger, ein Schaffner, hatte sich am Sonnabend, dem 5. November, zur Aufnahme der Arbeit gemeldet, er ist in die Liste der Arbeitsbereiten eingetragen worden, fonnte aber nicht sogleich beschäftigt werden, weil der Betrieb erst zum Teil im Gange war. Er ist auch am folgenden Tage nicht in den Betrieb eingereiht worden, sondern er erhielt seine Ent= laffung wegen angeblicher Arbeitsperweigerung. Das Arbeitsgericht hat dem Kläger für den Fall seiner Nichtwiedereinstellung 1000 m. als Schadenersaß zugesprochen. Vor dem Landesarbeitsgericht gab der Personalchef Heidenreich an, daß anläßlich des Streifs etwa 4000 Entlassungen ausgesprochen worden sind, daß aber ein großer Teil der Entlassenen wieder eingestellt ist. Augenblicklich sind noch 1600 nicht wieder eingestellt. Der Vorsigende fragte, wer denn jetzt die Arbeit dieser 1600 verrichte. Der Oberinspektor der BVG. antwortete, die seien überzählig und würden nicht mehr gebraucht. Nach welchen Richtlinien die Entlassenen ausgewählt wurden, fragte der Borsitzende und der Zeuge Heidenreich antwortete, nach ihrer Führung und Leistung, die an Hand der Personalaften festgestellt worden sei. Wer es vorgezogen habe, gegen die BVG. zu flagen, bei dem sei eine Einstellung nicht in Frage gefommen. Der Vorsitzende wollte wissen, warum denn gerade der Kläger, der sich doch zur Ar= beit gemeldet habe, nicht wieder eingestellt wurde. Herr Heidenreich griff zu den Personalakten und fand, daß der Kläger vor längerer Zeit mehrere Berweise erhalten hatte. Ueberzeugend war die Angabe dieses Grundes gerade nicht. Man hatte vielmehr den Eindruck, die BVG. wollte einen nicht unerheblichen Teil ihrer Belegschaft loswerden, dazu bot ihr der Streif eine willkommene Gelegenheit und die Auswahl derer, die auf der Strecke bleiben mußten, erfolgte wie es gerade traf. Das Landesarbeitsgericht wies die Be= rufung der BVG. zurüd mit der Begründung, der Kläger sei ganz willkürlich zur Entlaffung ausgewählt. Es gebe feine Erklärung dafür, warum gerade der Kläger herausgegriffen sei. Die Angabe der BBG., der Kläger habe andere zum Streit zu veranlassen gesucht, sei nicht erwiesen. Die Entlassung sei eine unbillige Härte. Neue Nazi- Ueberfälle 2 Kommunisten in Spandau verletzt Wie erst jetzt bekannt wird, sind in der Nacht zum Dienstag in Spandau wieder zwei fommunistische Arbeiter von Nationalfozialisten beschossen und schwer verletzt worden. Der Ueberfall spielte sich gegen 2 Uhr an der Ecke Fischer- und Wasserstraße in Spandau ab. Die Nationalsozialisten feuerten auf die beiden Kommunisten, den 31 Jahre alten Karl Haferlach und den 21jährigen Karl Glöckner, die in Spandau wohnen, vier Schüsse ab. Haferlach erhielt zwei Schüsse in den Hinterkopf und Glöckner wurde von einer Kugel in den rechten Unterschenkel getroffen. Die Verletzten fanden im Spandauer Krankenhaus Aufnahme. Wie Zeugen beobachtet haben, sind die Täter, fünf uniformierte SA.- Leute, in der Richtung des Julius- Turmes geflüchtet. Die Suche des alarmierten Ueberfallkommandos nach den Mordschüßen blieb ergebnislos. Ein zweiter Feuerüberfall wurde in der letzten Nacht auf das K K D. Lokal in der Galvanistraße in Charlottenburg verübt. Ein Radfahrer in Zivilkleidung feuerte drei Schüsse auf die Gastwirtschaft ab. Eine Kugel zertrümmerte die Schaufensterscheibe und fiel im Laden nieder, ohne jemand zu verlegen. Ein zweites Geschoß landete in der Ladentürscheibe eines nebenliegenden Geschäftes. Auch in diesem Falle gelang es dem Täter, zu entkommen. Im Gefängnis erhängt Kurz vor der Verhandlung Vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte war heute auf 13 Uhr die Verhandlung gegen den 62jährigen Schneider Friedrich Lieste wegen Heiratsschwindelei im Rückfall angesezt. Mehrere tausend Mark waren dem gewiegten Betrüger in die Hände gefallen. Gegen 12 Uhr fand man den Angeklagten erhängt in seiner Zelle auf; furze Zeit vorher hatte er noch gearbeitet. Lieste war ein Mann mit schweren Borstrafen. Wegen versuchten Mordes hat er nicht meniger als 12 Jahre 3uchthaus verbüßt. Auch wegen Heiratsschwindel war er bereits beftraft. Was ihn zum Selbstmord veranlaßt hat, fteht im Augenblick nicht fest. Gewerkschaften und Staat Die Rede Leiparts in der Hochschule für Politik Im Rahmen einer Vortragsreihe ,, Politik in der Praxis" sprach Dienstag abend in der Hochschule für Politik der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Genosse Leipart, über„ Die Stellung der Gewerkschaften in Staat und Wirtschaft". Einleitend wies der Referent darauf hin, wie sich die gewerkschaftliche Idee nach dem Weltkrieg über die ganze Erde verbreitet hat, die Struktur der Gewerkschaften in den einzelnen Ländern aber noch sehr unterschiedlich sei und damit auch ihre Stellung zu Staat und Wirtschaft ganz verschieden sind. Der straffe Zentralismus der deutschen Gewerkschaften ist deren hervorstechendstes Merkmal gegenüber den Gewerkschaften anderer Länder. Als Organisationen der Lohnarbeiter sind die Gewerkschaften feine zufälligen Gebilde, sondern eine universelle Erscheinung. Kein moderner Staat kann sich zu den Gewerkschaften gleichgültig verhalten. Er muß vielmehr versuchen, irgendein Berhältnis zu ihnen zu finden. Die Gewerkschaften find in vielfacher Form die kollektiven Mittelspersonen zwischen den von ihnen vertretenen Volksschichten und der Leitung des Staates geworden. In der Vorkriegszeit war der Staat zu den Gewerkschaften feindlich eingestellt, was allerdings zu einer Gestaltung und Entwicklung der Gewerkschaften führte, die den Absichten des Staates entgegenstand. Das Verhältnis des Vorkriegsstaates zu den Gewerkschaften zeigte sich z. B. ganz deutlich, als der damalige Führer der freien Gewerkschaften Deutschlands, Carl Legien, im Jahre 1912 in Amerika die deutsche Botschaft auf-. suchte und ihm erklärt wurde, der deutsche Botschafter kenne feinen Reichstagsabgeordneten Legien. Erst der Krieg hat darin Wandel ge= schaffen. Durch die Abkehr von seiner feindlichen Einstellung hat der neue Staat anerkannt, daß der Arbeiter ein Stück der Verfassung des Staates ist. Mit dieser Anerkennung steigerte sich auch das Ansehen der Gewerkschaften in Staat und Wirtschaft. Ihre Vertreter nahmen Einfluß auf die soziale Schutzgesetzgebung, die Arbeitsgerichtsbarkeit, das Schlichtungswesen usw. Mit ihrer gesetzlichen und tatsächlichen Eingliederung in Staat und Wirtschaft haben die Gewerkschaften fein Privileg erlangt, wie es fälschlicherweise von gewisser Seite behauptet wird, sondern nur die Stellung, die einer so bedeutungsvollen Volksschicht wie der er organisierten Arbeiterschaft zukommt. Ein Staat ruht auf schwachen Grundpfeilern, wenn glaubt, die unteren Schichten des Volkes, die Arbeiterschaft ausschalten zu können. Dann sprach Genosse Leipart die in der heutigen Morgenausgabe veröffentlichte Mahnung aus, die Eingliederung der Arbeiter in den Staat nicht wieder zu zerstören und dadurch einen Kampf auf Leben und Tod heraufzubeschwören. Genosse Leipart erörterte hierauf die wirtschaftspolitischen Forderungen der Gewerkschaften, in denen der Umbau der Wirtschaft, vor allem eine andere Verteilung der Arbeitsgelegenheit und der erzeugten Güter verlangt wird. Es sei falsch, die Sozialpolitik anzuflagen, weil der Staat und die Kommunen zu großen Armenpflegern an den Opfern der Wirtschaft geworden sind; dafür ist die heutige Wirtschaft verantwortlich. Genosse Leipart erklärte zum Schluß seines oft durch stürmische Beifallstundgebungen unterbrochenen Vortrages, daß es den Gewerkschaften auch in der jetzigen Zeit nicht an Mut und Zu= bersicht fehle und sie alles tun werden, was die Stunde von ihnen fordert. Jugendweihen Für Sozialisten, Freidenker und Gewerkschafter Für die Jugendweihen werden noch Anmeldungen in den nachstehend aufge= führten Lebensfundekursen entgegengenommen. ( Einschreibegebühr 50 Pf.): Adlershof: Mittwoch von 15%-17% Uhr, Schule Bismarckstraße. Berlin in folgenden Schulen: Gotenburger Straße 8-12, Montag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr; Banfftr. 20-22, Dienstag und Donnerstag von 16-18 Uhr; Lütticher Str. 4, Donnerstag und Freitag von 16-18 Uhr; Danziger Straße 33, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 16-18 Uhr; Sonnenburger Str. 20( Jugendheim), Dienstag von 16-18 Uhr; Driesener Str. 22, Montag und Mittwoch von 16-18 Uhr; Waldenserstraße 20-22, Dienstag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr; Bromberger Str. 13/14, Montag von 16-18 Uhr, Mittwoch von 16½- 18% Uhr; Andreasstr. 16, Eingang Koppenstraße, Mittwoch, Musik im Tigerkäfig Zwei Wiener Pianisten spielen in dem füdamerikanischen Zirkus Stala, der gegenwärtig in Wien gaftiert, ein Duo am Doppelflügel inmitten von Tigern, die dem Spiel gespannt und verwundert lauschen. In einer Versammlung von Braunjaden würden die Pianisten wahrscheinlich nicht so friedlich spielen können. Theater. Lichtspiele usw. Staats Theater Mittwoch, den 15. Februar Staatsoper Unter den Linden 19% Uhr Eine Nacht in Venedig Staatliches Schauspielhaus 191 Uhr Faust II. Teil VOLKSBUHNE Theater am Bülowplatz Täglich 84 Uhr D1 Norden 6536 Letzte Aufführungen Schinderhannes von C. Zuckmayer. A. Hörbiger. C. Spira, Brausewetter, Greid, Halden, Kurz, Marlow Winter Stadt. Oper Garten+ 8 Uhr 15. Flora 3434. Rauchen erl. Gsovsky Ballett Medini- Trio Rassana Lotte Werkmeister Die lustigen Weintraubs usw. Charlottenburg Fraunhofer 0231 Mittwoch, 15. Febr 20 Uhr Turnus II Die Entführung aus dem Serail Jlliard a. G., Pfahl, Ludwig, Kandl, Herrmann a, G., Guttmann. Dirig. Breisach Donnerstag und Freitag von 16-18 Uhr; Linden straße 4, v. I( Jugendheim), Dienstag und Donnerstag von 17-19 Uhr; Köpenicker Str. 125, Mittwoch und Freitag von 16-18 Uhr; Bouchéstraße 75( Treptow), Freitag von 16-18 Uhr; Offenbacher Str. 5a( Friedenau), Mittwoch von 16-18 Uhr; Ringstr. 55( Stegliz), Donnerstag von 16-18 Uhr; Parchimer Allee( Briz), Montag von 16-18 Uhr. Charlottenburg: Dienstag und Freitag von 16-18 Uhr, Jugendheim, Spreeftr. 30. Köpenid: Donnerstag von 16½ bis 18 Uhr, weltl Schule, Freiheit 15. Lichten= berg: Dienstag ab 17 Uhr in folgenden Schulen: Scharnweberstraße, Marktstraße und Schlichtallee. Neukölln: Donnerstag und Freitag von 16 bis 18 Uhr im Jugendheim Bergstr. 29. Pantom: Dienstag von 16-18 Uhr, Gemeinschaftsschule, Niederschönhausen, Bismardstr. 11. Spandau: Montag von 16-18 Uhr im Jugendheim Lindenufer 1. Tempelhof: Freitag von 16-18 Uhr, Schule Mariendorf, Königstraße. Weißensee: Montag( vierzehntäglich) Schule Bartstr. 82/83. Krieg im Urwald Luftkampf über dem Amazonas Bogota, 15. Februar. General Vasquez Cobo, der Oberbefehlshaber der folumbischen Streitkräfte, die sich auf mehreren Kanonenbooten und Transportschiffen im Oberlauf des Amazonenstroms befinden, gibt befannt, daß peruanische Flugzeuge auf sein Bomben Kanonenboot„ Cordoba" abge= worfen hätten. Kolumbische Flugzeuge hätten daraufhin eingegriffen und den Gegner nach einem Luftkampf vertrieben. Kolumbianische Truppen sollen die peruanische Stadt Tarapaca bei Leticia eingenommen haben. Wetter für Berlin: Noch etwas tälter, wechselnd woltig mit einzelnen leichten Schneefällen, mäßige nördliche Winde. Für Deutschland: Im Nordoften weitere Schneefälle und Verschärfung des Frostes. Auch im übrigen Deutschland Frostwetter ohne nennenswerte Niederschläge. Rundfunk am Abend Mittwoch, 15. Februar Berlin: 16.15 Wir jagen Füchse im Winterwald( E. v. Kapherr). 16.30 Aus Hannover: Vorspiele zu vergessenen Opern. 17.30 Dürfen wir Ihnen raten? 17.45 Die junge Generation im Buch. 18.05 Lieder. 18.30 Günter Eich: Eigene Prosa. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Zum musikalischen Programm. 19.20 Denken Sie mal feste mit! 20.20 Aus der Philharmonie: W. A. Mozart. 20.50 Tages- und Sportnachrichten. 21.05 Aus der Philharmonie: Anton Bruckner. 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen: 16.00 Lebenswert und sportliche Erziehung( Dr. C. Krümmel). 16.30 Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.10 Streifzüge durch das Straf- und Bürgerliche Gesetzbuch..17.30 Gott und Welt in der deutschen Dichtung des Mittelalters. 18.00 Tägliches Hauskonzert. 18.30 Einheitskurzschrift. 18.55 Wetterbericht. 19.00 Französischer Sprachunterricht. 19.30 Das Gedicht. 19.35 Ausschnitt aus der Eröffnungssitzung des Internationalen Kongresses der Kraftverkehrswirtschaft. 20.00 Aus Breslau: Volkstümliches Konzert. 21.00 Aphorismen zur Lebensweisheit. 21.15 Alte italienische Streichermusik. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45 Seewetterbericht. Sonst: Berliner Programm. Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Herbert ge père; Lotales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin Verlag: Vorwärts- Verlag G. m. b H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstr 3. 1 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen- Ausgabe des Vorwärts" veröffentlicht. HAUS VATERIAND NURFORST 7460 Das exynugungs Restaurant Berlins BETRIEB KEMPINSKI CASINO- THEATER 814 Uhr. Lothringer Str. 37 Kurfürstend- Th. Stettiner Sänger Das Theater ohne Sonntags auch 4 Uhr Reichshallen- Th., Dōnhoffpl. 8.15, Sonntags 3.30 zu ermäßigten Preisen Das große Februarprogramm: ,, Karneval" Bon- Wirtschaft Kurfürstendamm 209 Bism. 1400 8% Uhr Glückliche Reise Operette von Künneke Preise von 0.60 bis 6.-M. 814 Uhr. Buntes Theater: ,, Der Fürst von Pappenheim" Dazu erstklassiges Programm! Gutschein 1-4 Personen: Parkett 0,60. Fauteuil 0,75. Sessel 1,25Besonders wirksam sind dh Kleinen Anzeiges " Hierzu 1 Beilage. Rose- Theater B. B. B. Tel. Weichsel E7 3422 Große Frankfurter Straße 132 Bendows Bunte Bühne Kottbusser Straße 6 Oberbaum 3500 814 Uhr 5.15, 8.30 Uhr Der Hasen- Sonntag auch 1/24 U. fellhändler Wilhelm Bendow Der scharfe Löwe Alice Hechy Schiller Bismarckstr.( Knie) Steinpl.( C1) 6715 Täglich 8 Uhr Paul Heidemann in Die Männer sind mai so Theater Carow's Lachbühne Weinbergsweg 20 Tel. D 2, 2174 Beginn 712 Erfinder Komödienhaus Vorwärtsstrebende Schiffbauerdamm 25 Tel. D2 Weid. 6304-05 Täglich 814 Uhr Achtung, Auch heute noch Über Nacht z.Reicht. Kostenlose Aufklär. sof. fordern von F.Erdmann& Co. in der Gesamt- Auflage billig frisch gestrichen Berlin SW. 11. des Vorwärts und trotzdem MITTWOCH, 15. FEBRUAR 1933 BEILAGE VskWrks föilin und der ffiorfchen Sindrüche vom Stande des nordböhmüchen �Kohlenbeckens/ S£. Steinhold Im Spätabend kam Fritz Doppelauge, der junge Arbeiterreisende aus Sachsen, nach B i l i n. Bilin, die runde Kleinstadt mit den roten Dächern im lieblichen Tale der Biela vor den aus- steigenden grünen Kuppen des Böhmischen Mittel� gebirges; der stolze Fels Barschen, der größte Klingsteinblock Europas; der Biliner Sauer- brunnen. em gefangener Säuerling, der aus Flaschen abgezogen und in alle Welt versandt wird; das find drei Begrisse, die untrennbar zu- einander gehören. Bilin liegt vor dem Barschen, der Barschen gehört zu Bilms Stadtbild, und der Sauerbrunnen hat den Namen Bilin der Welt bekannt gemacht. Bilin, die Stadt, ist hart am Rande des nord- böhmischen Kohlenbeckens. Die IdOlX) deutschen und tschechischen Einwohner gehen dem Berg- bau nach. Aber die Stadt hat nicht das Gesicht der Kohlenstädte. Die Straßen sind hell. Bäume stehen überall. Die Häuser sind weiß und ohne Kohlenflecken. Nur die Menschen tragen die deut- lichen Zeichen derer vom Schacht. Links vom breiten Markt thront auf einem Felskegel ein Schloß mit dicken Mauern. Das ist das Bezirksamt. In den weiten Sälen wird das Geschick des Biliner Bezirkes bestimmt. Schreiber und Paragraphenmenschen kritzeln in den engen, hohen Zimmern. Auf den langen Gängen treffen sich die Menschen der Umgebung: Städter, Dörfler, Arbeiter, Angestellte, Bauern, Häusler, Gastwirte, Unternehmer, Anwälte, Beamte, Gendarmen und Militärs Oben, in den riesigen Böden, und unten, in den kallen Kellern, lagern verstaubte Akten, die viel von der Geschichte Bilins sagen können. Große Prozesse sind aus- gefochten worden um die Schürfrechte des kohle- hcfltigen Bodens. Hunderttaufende Gulden und Kronen haben Gerichte und Anwälte verschlungen, ehe die Erde nach Kohle aufgebrochen werden konnte. Der Kampf um die schwarze Erde ist fast vergessen. Nur schwere Aktenbündel, zum Teil schon vergilbt, lassen die Erinnerung an das Ber- gangene aufkommen. Heute geht der Kampf nicht mehr um den Boden. Heute wird um die Kohle und ihren Markt gekämpft! Jhifflieg In einem der kleinen Hotels, die im Schatten des Sanatoriums des Bades Biliner Sauer- brunnen existieren, verbrachte Fritz Doppelauge in hohen, weichen Betten die Nacht. Und noch ehe die Nebel von den taunassen Wiesen ausstiegen, wanderte er auswärts, dem Felsen B o r s ch e n zu. Grau war noch das Geäst der schlanken Buchen am Wege, aber die hellen Stämme zäher Bergbirken ließen den Frühling ahnen. Lebhaftes Bogelvolk lärmte in niederen Büschen. Bon den steilen Wänden des Felsens polterten schwere Steine. Ueber glitschige Rinnen stürzte graues Schmelzwasser. Eine dunkle Wolke schob sich über den Gipselrand. Der Weg nach oben führt über schattige Schroffen und wackelige Felstrümmer. Schütterer Laub- wald weicht dunklen Tannen und hellen Zirbeln. Schräg fallen hartgrasige Matten von felsigen Buckeln. Felsnadeln zacken auf. Blöcke werden zu Bergen. Der Barschen wird zum Gebirge. Ein Berggang ist freudvolles Tun Fritz Doppelauge sprang nach der Höhe, auf der erste Sonnenstrahlen rot aufzitterten. Im Schutz- haus am Weftabfall schlafen die Barschen- wanderen Die festen Fensterladen waren ge- schlössen. Nur in der Küche schaffte die Bergwirtin. Vom Schornstein kräuselte weiß femer Rauch. Bergdohlen strichen krächzend, futterlockend um das Haus. Da ist der plattige Gipfel! Nicht hoch, nur wenig über fünfhundert Meter über dem Nordfee- spiegel. Aber ein Gipfel seltener Schönheit. Und welch eine weite, köstliche Sicht! Fritz Doppelaulge trank das Bild. Ties und schwer atmete er und öffnete weit beide Arme, als wollte er die Landschaft rings zu seinen Füßen umfassen. Die kühnen und spitzen Basaltgipsel des Böhmischen Mittelgebirges. Den Fürsten der mittelböhmischen Berge, den M i l l e s ch a u e r oder Donnersberg. Den langen Rücken des hohen G e l tz s ch. Die dunklen Burgruinen auf stolzen Kegeln. Den weiten Mischwald Die dampsenden Wiesen und Aecker Die roten Bur- gen der mittelgebirglerischen Bauern. Das schmale glitzernde Band des E g e r f l u s s e s. Und das tiefliegende Kohlenbecken, unfaßbar groß, ver- schwömmen, dunstig grau. Den noch schneeigen Kamm des Erzgebirges im Morgenlicht. Dohlengekrächz schreckte ihn aus, und ein Plötz- licher heftiger Wind ließ ihn erschauern. Die nasse Kühle des Morgens war durch die Kleider ge- drunzen. Er fror und zitterte, daß er aufsprang und Arme schlagend in den Windschatten hoher Blöcke eilte. aDnn lag er faul und dösig im aus- steigenden, wärmenden Sonnenlicht. Unter ihm zog stolz ein Stößer weite Kreise über einer fernen Beute. Grünes Käfergetier raschelte in gelben Kratzbeergebllfchen. Junge Eidechsen lugten hinter schmalen Felsplatten. Und tiefer, im Walde, lockte ein erster Kuckuck. Ein Landmann war von seinem Gehöft hinter einem Erdbuckel gekommen. Lärmend, ein win- ziger Mensch auf weitem Felde, sperrte er zwei helle Pferde vor einen Pflug. Dann ackerte er. Furche um Furche. Schweigend. Gebeugt. Auf und ab. Unverdrossen. Nur manches Mal, wenn die Pferde nach lästigen Fliegen schlugen, richtete er sich auf. Mit einem roten Taschentuch rieb er sich den Schweiß. „Der muß sich sputen! Der Frühling kommt mit Macht!" murmelte Fritz Doppelauge und besann sich seines Weges. Jibflicy Pfadlos stieg er zu Tal. Langsam, unendlich langsam. Schritt für Schritt. Ungern, denn die Höhe hatte es ihm angetan. Oben war köstliche Stille und klare Luft, Reinheit und Wärme. Trotz kahler öder Felsen. Oder kahler öder Felsen wegen. Unten wartet schmerzender Lärm, Staub und stickiger Qualm, Schmutz und Kälte. Trotz ge- schästiger Menschen. Oder eben der Menschen wegen! So ist es: der Abstieg ist der Sinn des Berg- fahrens. Erst der Abstieg weist den Weg zu den Höhen. Der Aufstieg ist das Flüchten, das Ent- rinnenversuchen, die Gipfelraft das Entspannen, das Sammeln, das Einsehen vergebenen Tuns, das Wecken der Liebe zur Tiefe, der Abstieg dann Der Autobus fuhr über den Potsdamer Platz, am Brandenburger Tor stand er eine Weile still. Drüben glänzte golden die Kuppel des Reichs- tagsgebäudes. Erich hatte oft Bilder davon ge- sehen. Er wollte bald, schon in den nächsten Tagen einmal hingehen. Unter den Linden fuhr er jetzt entlang. Ein Strom von Menschen wogte aus dem breiten Fuß- weg zur Rechten und in der Mittelallee. Autos huschten ununterbrochen an dem viel größeren Autobus vorüber. In Scharen kamen sie angerast, wurden an der Kreuzung durch das rote Licht auf- gehalten, der Motor ratterte nervös, gelbes Licht blinkte auf, und ehe das grüne Licht noch die Fahrt freigegeben hatte, waren die ersten schon wiede'- aus und davon. Der Schaffner klopfte ihm auf die Schulter. „Sie wollten hier aussteigen" „Danke" sagte Erich. Er kletterte die Treppe herunter, sprang ab, als wäre er das so gewöhnt. Er empfand etwas merkwürdig, der Autobus im- panierte ihm gar nicht. Der Verkehr interessierte ihn, aber er konnte die Begeisterung der Zeitungs- leute nicht verstehen, die in überschwänglichen Tönen davon berichteten. Er suchte die Nummernschilder der Häuser ab. Dort drüben mußte es sein Eine große Torein- fahrt, die Nummer stimmte. Eine Menge mittel- großer Blechschilder waren an beiden Seiten der Tür angebracht. Da fand er auch schon den Namen; Großantiquariat Buch und Bild, 2. Hof III. links. Jetzt klopfte das Herz doch. Die seltsame Er- regung, in der er sich seit seiner Ankunft befand, war einer ängstlichen Spannung gewichen. Er durchschritt den ersten Hof und schaute an den Wänden hoch. Der Hof war schmal wie ein Schacht. Das Gebäude war fünf Stockwerke hoch, die Sonne schien gerade noch bis zum dritten Stock. Er ging langsam die Treppe hoch. Auf jedem Absatz blieb er kurze Zeit stehen, um sich zu ver- schnaufen und sah durch das Fenster auf den Hof. Sein Herz klopfte zum Zerspringen. Er versuchte sich einzureden, daß die schnelle ungewohnte Fahrt, das Lausen und überhaupt der ganze Betrieb daran schuld seien. Aber er wußte ganz genau, woran es lag. Cr hatte Angst. Es war genau so wie damals, als er in die Schule gebracht wurde. Die Angst war damals um so unsinniger, als er ja wußte, es sollte nur eine Zuckertüte geben und damit war für den Tag die Schule aus. Er hatte ja auch gar keine Angst vor der Schule gehabt, es war einfach das Unbe- kannte, Fremde, das ihn ängstigte. Er hatte das Empfinden, einem ganz neuen Leben gegenüber zu stehen. Bisher war fein Leben die Straße ge- wesen, die alten Kameraden, die Eltern. Das war jetzt aus, wie ihm schien. Die Mutter konnte er unmöglich jeden Tag mit in die Schule nehmen, darüber war er sich völlig klar. Was weit schlimmer war; die alten Kameraden würde er in der Schule auch nicht mehr vorfinden. Deswegen hatte er sich ja auch so sehr er konnte davor gesträubt in die Bürgerschule zu gehen. Alle anderen Jungens wird zur Erkenntnis; das Leben ist an die Tiefe gebunden! Auf den ersten Matten pflückte Fritz Doppelauge blaue Blumen, Boten des Frühlings, Kinder des Barschen, die er mitnahm in die Dörfer vor Brüx, der Hauptstadt des Kohlenbeckens 3)urch das Kul der töieln Steil stand die Sonne in, blauen All, als er fest ausschritt auf der geschotterten Straße im Tale der Biela. Kleine Dörfer liegen zu Seiten des Flusses. Rissige Lehmhütten ducken sich um große Herrenhausziegelbauten. Maschinen stehen auf den sumpfigen Höfen der Großgüter. Auf den Feldern der Häusler aber mühen sich Mann, Frau und Söhne mit primitiven Geräten und Werkzeugen nach der Maschinenarbeit auf des Gutsherrn Felder ab. Im Großgutstalle scharren die Pferd«, muhen und brüllen die Milchkühe, klöken die Schafe, grunzen die Schweine. Die Häuslerkuh ist Milch- tier und Zugkraft. Im engen Stall meckern weiße Ziegen, und ein Schwein, auch zwei, wühlen hinten im Jauchepfuhl im kleinen Hos. Gänse, der Reich- tum der kleinen Dörfler, schnattern auf Wiesen und Wegen, am Flusse und am grünen Dorfteich. Ihre Federn sind weiß und weich. Des Winters, nack) dem herbstlichen Federnrupf, gehen die Häuslerfrauen reihum, die Federn flink und ge- schickt zu schleißen in gefprächsvoller Arbeitskooperative. In dichten Säcken werden die markt- fertigen Federn nach den mittelböhmischen sollten in die Bergschule kommen. Das war nur eine einfache Volksschule. Aber es half ihm alles nichts,„er sollte es einmal besser haben" hatte der Vater gesagt, und damit war das letzte Wort ge- sprachen. Diese Angstgefühle hatte er dann bei allen ähn- lichen Anlässen immer wieder bekommen. Jedes Jahr, wenn man in der neuen Klasse einen an- deren Lehrer bekam, war das Gefühl leise da. Und die Nacht vor dem Tage, an dem er seine Lehrzeit begann, war schlaflos und qualvoll gewesen. So, da war er endlich. Eine Klingel war hier nirgends, er konnte also gleich eintreten. Die schwere eiserne Tür schlug hinter ihm zu. Ein etwa siebzehnjähriges Mädchen kam und sah ihn fragend an. Er nannte seinen Namen. „Ach so, Sie sind der neue Gehilfe. Herr Berg- mann erwartet Sie bereits." Sie klopfte an eine der Türen, trat ein und kam nach kurzer Zeit wieder heraus, eine Mappe mit Briefsachen in der Hand. Sie ließ die Tür offen und sagte mit einer Handbewegung;„Herr Bergmann läßt bitten." Erich strich seine Jacke glatt, legte Mantel und Hut auf einen Stuhl und ging hinein. Ein unter- setzter dicker Mann saß hinter einem Schreibtisch, stand halb auf und gab ihm die Hand. „Also, Herr Feldmann—." Dann wartete er, offenbar wußte er nicht, was er weiter sagen sollte. Erich hatte eine kleine Verbeugung gemacht und war schweigend stehen geblieben. „Nehmen Sie erst einmal Platz." Der Dicke war also sein neuer Chef. Sein Be- werbungsschreiben lag auf dem Schreibtisch, der Dicke hatte seine kurzen Finger gespreizt darüber gelegt. Das sah aus wie ein Kranz kleiner Wärst- chen. Der Dicke holte jetzr offenbar zu einer längeren Rede aus. Schließlich mußte er ihm ja wohl auch etwas über feine zukünftige Tätigkeit sagen. „Also, Herr Feldmann—. Sie sind ja eigentlich Verlagsbuchhändler. Hm. Da wird Ihnen die Ar- beit wohl zunächst etwas fremd fein. Aber schließ- lich— wir haben hier fast ausschließlich Versand nach auswärts. Hm. Auch so ähnlich wie im Verlag." Dann brach er ab und fragte unvermittelt und etwas lauernd; „Wie haben Sie sich Ihre Arbeit eigentlich gedacht?" Erich schrak zusammen. Eigentlich hatte er sich gar nichts gedacht. Er war froh, als er auf seine Bewerbung eine zustimmende Antwort erhielt. Er stammelte etwas. „Ja, ich weiß nicht. Ich kenne ja den Betrieb noch nicht." „Natürlich, natürlich" hakte der Dicke darauf ein „Also wir kaufen in größeren Posten ein, Rest- auflagen, Auktionsware, und verkaufen weiter an die Buchhändler und auch an Stroßenhändler. Das Geschäft geht jetzt schlecht, ich habe in der letzten Zeit nur allein gearbeitet mit einer Stenotypistin. einem Lehrling und einem Volontär. Ja, also ich Federn Handelszentralen, nach L o b o- s i tz und Leitmeritz an der Elbe, gebracht. Der Erlös aus dem Federnverkauf muß oft das notwendige Bargeld des Jahres bringen. Die fetten Gänse wandern in die Küchen der kauf- kräftigen Stadtleute und nur eine, selten auch zwei, braten die Häuslersrauen selbst. Fritz Doppelauge sah die Menschen der Dörfer am Rande des nordböhmischen Kohlenbeckens: erd- verbundene, hohe Gestalten mit harten, schwieli- gen Fäusten und faltigen Gesichtern. Breithüftige Frauen, tiefäugig vom Sitzen im Dunkeln am Federnschleißtisch, gebeugt vom Tragen schwerer Lasten, abgearbeitet und müde zuweilen. Kinder, lebhaft und lustig, aber blaß und früh arbeitend. Und: Gutsherren, ausrecht, rot im Gesicht, einen eigenen harten Zug um die Augen und ein zu- friedenes, selbstbewußtes Lächeln um den Rtund. Landstraße ermüdet. Nur die Vielheit der Landschaft niacht das Wandern auf Landstraßen erträglich. Die Straße nach Brüx führt um Berge und Hügel, auf und ab, gegen Westen. Fritz Doppelauge schritt rüstig aus. Das Straßengehen wurde ihm zur Qual, denn Autos und Fuhrwerke wirbelten toll grauen Staub auf, der in die Kleider drang und zum Niesen reizte. Ein Lastwagen überholte chn. Die Fahrer winkten ihm zu, ehe sie laut hupend an einer Nebenstraße, die zu einem großen Dorfe führte, hielten. Das Lastauto Holle Landarbeiter und Kleinbauern ab, die nach Brüx wollten zu einem letzten Gange mehrerer vor Tagen von einer wütenden Soldateska erfchosiener Brüder vom Schacht. Umflorte rote Fahnen brachten sie mit und ihre Kleidung war dem Ernst der Fahrt entsprechend. Fritz Doppelauge hockte mit auf. Die rüttelige Fahrt dann nach der Trauerstadt Brüx wurde ihm zum Erlebnis der Verbunden- heit mit den Arbeitern Mittelböhmens. verlange von meinen Angestellten natürlich, daß sie alle Arbeiten machen. Emen Packer kann ich mir jetzt nicht leisten, das muß der Lehrling machen. wenn viel zu tun ist, muß der Volontär helfen. Sie werden die ganze Geschichte leiten, sobald Sie sich etwas eingearbeitet haben. Ich bin oft auf Reisen, da verludert der ganze Betrieb, die Bande faulenzt, wenn ich nicht da bin. Sie werden also vielseitig beschäftigt werden, und, hm, sind ja noch jung, können viel lernen dabei." Erich sah den Mann währenddessen an und dachte sich sein Teil. Da schien er ja in eine schöne Bruchbude geraten zu sein. Der Dicke sah unsym- pathisch aus. Ein brutales Gesicht. Seine Art zu sprechen war unglaublich roh und gewöhnlich. „Haben Sie sich schon ein Zimmer genommen? Na, da suchen Sie sich erst mal eins hier in der Nähe, damit Sie nicht erst noch zu fahren brauchen. Mit Ihrem Gelds werden Sie sparsam sein müssen. Gehalt bekommen Sie einhundertzehn Mark. Das sind zehn Mark mehr al? der Tarif vorschreibt. Aber Sie sollen ja eine leitende Stellung ein- nehmen. Später werde ich Ihnen mehr geben. Sie können sich auch Provision verdienen, wenn Sie mal einen größeren Posten verkaufen." „So, nun suchen Sie sich«in Zimmer. Morgen brauchen Sie nicht zu kommen, damit Sie Zeit genug haben." Erich stammelte etwas von Danke und sehr liebenswürdig und stand aus. Der Dicke verab- schiedete ihn, rief ihn aber noch einmal zurück, als er schon halb draußen war. „Ja, und— einen andern Anzug ziehen Sie doch an, wenn Sie herkommen, es gibt viel Staub hier, und es ist auch mal eine schmutzige Arbeit zu machen." Auf der Straße atmete Erich erst einmal tief auf. Die Luft da drin war stickig und dumpf gewesen. So, das wäre also überstanden. Der Eindruck, den er von seiner neuen Arbeitsstätte hatte, war nicht gerade überwältigend. Aber jetzt nachdenken darüber. Er mußte sich ein Zimmer suchen, und erst einmal etwas essen. Morgen hatte er ja den ganzen Tag Zeit. Die Beklemmung hatte er jetzt überwunden. Er schlenderte die Straße entlang, blieb vor den Aus- lagen der Läden stehen, betont gleichmütig. Er spürte das Brausen der Stadt, sein Blut pulsiert« rascher. Nur sich nicht hingeben, dachte er, Distanz halten. Gleichgültig tun, überlegen und die Dinge an sich herankommen lassen. Nur nicht zeigen, daß einem noch alles neu ist. So tun, als sei man lange schon zugehörig So ging Erich Feldmann im Strome der Men- schen auf der Friedrichstraße, krampfhast hiell er an sich, um nicht an jedem Schaufenster stehen zu bleiben und hinter den verschiedensten Typen von Menschen, die an ihm vorübergingen, herzusehen. Er tat so, auch sich selbst gegenüber, als imponiere ihm gar nichts. Dabei hatte er ständig das Ge- fühl, daß man chn beobachte, und daß chm an der Stirn geschrieben stehe, wer er sei: ein junger Mann aus der Provinz. Junger W.ann aus der Shisste/ Ton S. Sachlenröder Umschau Was der Tag bringt Sich in der Wirtschaft zurechtfinden, wird immer schwerer. Gestern las man auf einem Stand in der Automobilausstellung: zwölfmal verkauft nach Süd-Kalifornien, fünfmal verkauft nach Nord- Afrika, fünfmal verkaust nach Süd-Amerika! Es handelt sich um Traktoren für die Landwirt- schaft. Ein gutes Geschäft für die Autofabrik, die diese Zugmaschinen, übrigens große, sicher nicht billige Maschine», herstellt Eme ganze Menge Arbeit für die Arbeiter dieser Fabrik. Und außerdem freut man sich über das Vertrauen, das deutscher Arbeit entgegengebracht wird. Im Weitergehen kam mir dann aber auch in den Sinn, welcher Unsinn doch die autarkischen Wirt- schaftsbestrebungen sind, die Deutschland von der Welt abschließen wollen. Autarkie gibts nicht einmal im kleinsten Dorf: da trinkt der Bäcker fein Glas Bier bei dem Gastwirt, der ihm Brot und Semmeln abkaust... * Das erzählte mir neulich ein Erwerbsloser: Bei seinem täglichen„Erholungs"-Spaziergang kommt er am Sportplatz vorbei. Guckt ein bißchen durch den Zaun, geht hinauf auf den Platz und freut sich, wie Jugendliche Ball spielen. Es waren noch mehr solcher„Spaziergänger" da. Auch einer, der sehr sauber und gediegen gekleidet war. Der fragt plötzlich die Erwerbslosen: Kinder, wollen wir nicht auch Fußball spielen? Ja, womit denn, sragen die zurück? Laßt nur, ich hole einen Ball! Sprachs, ging fort und kam bald mit einem funkelnagelneuen Fußball zurück. Frisch aus dem Laden! Und dann ging ein feines Fußballspiel los, fünfe gegen fünfe und der gediegen Gekleidete machte als Torsteher tüchtig mit. Am Schluß fanden alle, daß das eine seine Abwechslung war, ordentlichen, ehrlichen Hunger hatten sie von der Arbeit bekommen. Der gediegene Herr kaufte noch für jeden ein paar Zigaretten und dann verab- schiedete er sich und sagte: Kinder, ich bin Arzt, es geht bei mir noch mit der Praxis und nächste Woche kommt ihr alle wieder und bringt noch welche mit, damit die Mannschaften vollständig werden und dann spielen wir wieder! Unsere Arbeitersporller sollten das mit ihren erwerbslosen Klassengenossen auch machen. Einige Vereine haben damit im. vergangenen Sommer schon begonnen. * 2tls< Berliner Wintersportler hat man es nicht leicht. Schnee und Eis sind bei uns Raritäten geworden. Ganz besonders in diesem Winter, der sogar im Gebirge ausfiel. Wenn man schon in Innsbruck den Schnee von weither zusammen- tragen muß, um die Skiläufe auf einer schmalen Bahn austragen zu können, wenn man den Schnee auf den Sprungschanzen mit großen Plänen be- decken muß, damit er wenigstens bis zum nächsten Tage noch hält, dann ist das doch allerhand. Da müssen wir Berliner zufrieden sein mit den paar Brocken, die vom Himmel fielen. Hoffentlich bleiben sie uns noch bis zum Sonntag erhalten— wenn noch etwas hinzukommen würde, wären wir glücklicher! als die Gebirgler! Wer wird Berliner Faßballmeister? Zum Endspiel am Sonntag in der Christianiastraße Der kommende Sonntag soll im 1. Kreis des Arbeiter-Turn- und Sportbundes die Entscheidung um die Fußballmeisterschaft bringen. Adler 08, der Meister des Nordbezirks, und Hertha- Luckenwalde, der Meistsr des Süd- bezirks, stehen sich auf dem Sportplatz in der Christianiaftraße, in der Nähe des Bahnhofs Gc- sundbrunnnens, gegenüber. Wie sind die Aus- sichten der Mannschaften in diesem Spiel? Adler 08 hat in der Berliner Arbeiter-Fußball- bewegung einen guten Namen. Jahrelang kämpften die Pantower um die Spitze in Berlin, aber erst einmal, 1928, ist es ihnen gelungen, Meister zu werden. Und nicht nur Berliner Meister wurden die Adlerleute, auch die Bundes- fußballmeisterschaft kam in diesem Jahr zum erstenmal zu ihnen in die Reichshauptstadt. Im vergangenen Jahr blieb Adler gegen Eintracht- Remickendors nur knapp geschlagen. In der Serie 1932/33 eilten jedoch die Pankower wieder von Sieg zu Sieg. Nachdem die Bezirksmeisterschaft einwandfrei gewonnen wurde, schlug Adler den Meister des S. Bezirks ebenfalls glatt. Adler hat eine äußerst zähe erste Mannschaft, die in so manchem Kampf erprobt ist. Einer fchlagsicheren Hintermannschaft ist eine Aufbauarbeit leistende Läuferreihe vorgesetzt. Nur im Sturm klappt es nicht immer so, wie es sein sollte. Im Angriff zeigen die Stürmer stets eine gute Kombination, wenn es aber zum Torschuß kommen soll, fehlt meist der sichere Schuß. Und diese Unsicherheit kann den Pankowern sehr leicht den Sieg kosten. Hertha-Luckenwalde greift in diesem Jahr zum erstenmal in die Endspiele um die Kreismeister- schaft ein. Wohl befanden sie sich stets mit an der Spitze der Tabelle, zu einer Meisterschaft reichte es aber nie. Hertha besitzt ebenso wie Adler eine sehr gute Hintermannschaft. In der Läuferreihe sind die Luckenwalder nicht ganz so stark besetzt, wie ihr Gegner, dafür besitzen sie aber im Sturm eine sehr gefährliche Waste. Dieser Swrm weiß die Schwächen des Gegners zur rechten Zeit aus- zunutzen. Das mußte Nowawes ebenso erfahren, wie Normannia. Nur eine kleine Schwäche der Adler-Hintermannschaft, und Herthas Sturm ist blitzschnell am Ball, bevor Torwart und Verteidi- gung zum Eingreifen kommen, sitzt der Ball im Netz. Damit hat Hertha schon so manches Spiel für sich entscheiden können. Für Adlers Hinter- Mannschaft heißt es also aufpassen, dem Gegner keine Schwächen zeigen. Beide Mannschaften haben die gleichen Chancen Kreismeister zu werden Wenn wir aber Adler ein kleines Plus zuschreiben, dann nur deshalb, weil sie die bessere Läuferreihe besitzen, die Zer- störungs- wie Aufbauarbeit in gleicher Weise zu leisten imstande ist. Nicht nur Berlin, auch ein Teil der anderen Kreise des Arbeiter-Turn- und Sportbundes stellt am Sonntag die Meister fest. In Nordbayern stehen sich Nürnberg-Gostenhof und Bayreuth-Alt- stadt, in Sachsen der Dresdener Ballspieloerein und Gornsdorf, in Württemberg Stuttgart-Ost und Neckargartach und in Baden-Pfalz der Fußball- klub Ludwigshasen und Mannheim-Neckarau gegenüber. Auch Schweden bei der Europafußballmeister- jchasl. Die schwedische Arbeiter-Sporf-Union (AJU.) hat bei dem Fachausschuß für Fußball der Sozialistischen Arbeiter- Spartinternationale (SASJ.) in Leipzig ihre Bereitwilligkeit zur Teilnahme an der Europafußballmeisterschaft an- gemeldet. Schweden gehört zwar ebenso wie Nor- wegen noch nicht offiziell der SASJ. an, doch bestehen in der SASJ. keine Hindernisse für eine Teilnahme an dem großen internationalen Weit- bewerb. Arbeit am Volk Jahresversammlung der FTGB. Vor einigen Tagen fand die gutbesuchte Jahresversammlung der Freien Turner- schaft Groß-Berliu statt. Aus den Berichten war zu ersehen, daß der Verein mit seinen 1500 Mit- gliedern und der aus eigener Kraft geschaffenen ideellen Werte auf gute Grundlage steht. Trog der Wirtschaftskrise hat im verflossenen Geschäftsjahr die Freikörperkultursparte das Gelände in Groß- Besten käuflich erwerben können, der Kanubezirk einen allseitig anerkannten Film herausgebracht und der Bau des Bootshauses für die Ruderer fertiggestellt werden können. Aus dem Sportplatz Friedrichshain und Schönhauser Allee konnten 21 Wochen lang Erwerbslosenspiele auf Vereins- kosten unter Leitung der Vereinstechniter durch- geführt werden. Auch Jugendliche, die keiner Organisation angehörten, nahmen an diesen Kursen teil und so hat die Organisation für das Wohl erwerbsloser Jugendlicher beigetragen. Der Verein hat auch Vorführungen in der Aus- ftellung„Sonne, Luft und Haus" gezeigt, wodurch einer größeren Oeffentlichkeit Arbeitersport demon- striert wurde. Das Vereinsspielfest in Hohenschön- Hausen brachte eine noch nie dagewesene Teil- nehmerzahl. Bei allen anderen Veranstaltungen des Kreises, des Kartells usw. trat der Verein stets mit der größten Teilnehmerzahl an und trotz dieser vielen Arbeit ließen es sich die Techniker nicht nehmen, die Schulungsarbeit durch Abhaltung von Kursen zu fördern. Dieses Wirken fand seine Krönung in der vorbildlich aufgezogenen Winter- gartenveranstaltung. Die Versammlung nahm einen Vortrag über das Thema„Der Sinn der Leibesübungen" von Benedix-Leipzig, dem Leiter der Bundesschule, mit Interesse entgegen. Der Vorstand und die Haupttechniker wurden einstimmig wiedergewählt, die Besetzung der übrigen Funktionärposten brachte keine Schwierig- keiten. Ohne Widerspruch nahm die Versammlung in einer Resolution Stellung gegen die Schaffung eines Arbeitersportabzeichens. Der Aufforderung des Vorstandes, sich für die Erhaltung kultureller Errungenschaften der sozialistischen Arbeiterschaft einzusetzen, an den polnischen Geschehnissen regen Anteil zu nehmen und sich in die Abwchrsront gegen den Faschismus einzureihen, wurde mit einem begeisterten Freiheit zugestimmt. Bekenntnis zum ATSB. Und zugleich ein Urteil über den Bund Am 1. Juni 1932 beschloß der aus'dem bürger- lichen Deutschen Fußball-Bund zur kommunistischen„Kanipfoemeinschaft"(KG.) übergetretene Er- furter Ligaverein„Schwarz-Wcih", auszutreten und sich dem Arbeiter-Turn- und Spartbund an- zuschließen. Nach mehr als halbjähriger Mitgliedschaft im ATSB. hat„Schwarz-Weiß" in der sozialidemokratischen„Tribüne"-Ersti.rt ein Urteil über seine Erfahrungen im Bund abgegeben. Dem Urteil voraus geht die Feststellung, daß dem Ver- ein in der KG. übel mitgespielt wurde. Dan» heißt es: „Zwei Wege standen uns ossen. Entweder mit einem Gnadengesuch ins bürgerliche Lager oder zum Arbeiter-Turn. und Sporlbund. wir wählten den letzteren weg. Obwohl es viele Skeptiker innerhalb unseres Vereins gab, die behaupleten. wir kämen mit unseren Uebertritt von dem Regen in die Traufe. Ihre Behauptungen haben sich als ungerechtsertigt erwiesen. Wir lernten den Arbeiter-Turn- und Sportbund als xine große, moralisch und wirt- schastlich sauber arbeitende Organisation kennen, der in jeder Beziehung mit dem bürgerlichen DIB. konkurrieren kann, wir wünschen und hoffen, daß jeder zur Opposition übergetretene Verein einmal zu unserer Erkenntnis kommt und den weg zu seiner Multer- arganisation zurückfindet." Lindenhof wirbt 'Alle Sportarten, die von einem modernen Arbestersportaerein getrieben werden, will Luiden- Hof, eine'Abteilung des ASB. Schöneberg, zeigen. Gymnastik, Spiele, Staffeln und das Turnen wer- den Anregung geben, wie man jpielerisch und doch systematisch den Körper durcharbeiten kann. Auch die Sondervorführungen der Frauen und der Männer werden trotz des beschränkten Raumes ihre Wirkung nicht verfehlen. Der Beginn der Veranstaltung am Donnerstag, 10. Februar, ist um 20 Uhr in der Turnhalle Lindenhof. Meldungen aller Klassen, von Mannern, Frauen, den Jugendlichen und den Altersturnexn sind ab- gegeben. Alt und jung wollen im friedlichen Welt- kämpf am Reck, Barren, Pferd und an den Ringen die Kräfte messen. Erfreulich ist. daß auch recht zahlreich die Altersturner und-turnerinnen mit dabei sind. Alle Anhänger der schönen Turn- kunst werden Gelegenheit haben, zu beobachten, daß das Geräteturnen marschiert. Wie keine andere Sportart, braucht das Turnen an den Ge- räten forafältiae Vorbereitung. Die Darbietungen teilen sich in Pflicht- und � Kurübungen. Der Eintrittspreis betrögt 0,20 Mark. Wir berichten Slubmeisterfchaftsenlscheidungen im republikanischen Freien Keglerbund. Der Bezirk Westen hat als erster Bezirk seine Klubmeisterschaft auf Bohle entschieden. In der Sporthalle Leichter- Spandau ging der SKK. Gemütlicher Stamm mit 7268 Holz als Meisterklub durchs Ziel. Den zweiten Platz in der B-Gruppe belegte Bundes- treue mit 7256 Holz, gefolgt von Halt« Fest 7213, Frohsinn-Moabit 7225 und Pallas 7165 Holz. In der ö-Gruppe befinden sich Corso mst 7161 Holz vor Ilster Stamm 27 7137, Scharfe Kant« 27 7069, 'Allegro 6911, Lustige Brüder Westen 6890 Holz. Die Scherenklubmeisterschaft im Bezirk Süden er- rang SKK. Schöneberg-Südwest mit 1012 Holz. Einzelmeister Ruthe(Hohe Kante) 316 Holz vor Schmidt(Solide) 339 Holz. Die Asphaltklub- Meisterschaft ging an SKK. Hellas mit 1301 Holz. Einzelmeister W. Wenzel(Hellas) 281 Holz vor Behrends(Mariendorf) 278 Holz. Sportpalast-Boxprogramm fertig. Der schon mehrfach verschobene Boxobend des Berliner Sportpalastes soll nunmehr am Freftag, 17. Februar, steigen. Einleitend kämpfen List- Zwickau und Schäfer-Dortmund eine Ausscheidung zur Fliegengewichtsmeisterschaft. Dann folgt das Weltergewichtstreffen zwischen dem deutschen Meister Eder-Dortmu»d und Volkmar-Berlin. Als drittes Paar steigen Riethdorf-Berlin und Metzner- Köln in den Ring zum Kampf um die Deutsche Bantamgewichtsmeisterschaft. Nach der Pause kommt der Hauptkampf zwischen Schwergewichts- meister Hein Müller-Köln und Hans Schönrach- Krefeld und zum Schluß will Hinzmann-Königs- berg versuchen, gegen Hower-Köln ein bessere- Resultat herauszuholen als am letzten Freitag gegen Wallner. Lernt Ringen und heben. In der Turnhalle Wattstraße 16 hat der Berliner Arbeiterachleten- verein„Alt-Wedding" den Traintngsbetrieb feiner 'Abteilung Nord eröffnet. Zu dem in den nächsten Tagen beginnenden neuen Kursus im Ringen, Heben und Jiu-Jitsu werden Schüler, Jugendliche, Gewerkschafter, Parteigenossen und Sportler gern aufgenommen.'Ausgezeichnete Trainer stehen dem Verein zur Verfügung, für eine gediegene Ab- teilung ist somit Sorge getragen. Die llebungs- stunden sind jeden Dienstag und Freitag von 19.30 bis 21.30 Uhr. Das Kreis-Geräteturnen Am Sonntag, 19. Februar, 11 Uhr, werden in der Zentralturnhalle Prinzenstraße 70 die ge- übteren Arbeiter-Turner und Turnerinnen des 1. Kreises sich ein Stelldichein geben. Zahlreiche Schwarzes Brett flottcObcju:! Wcdding. Donnerstag, 18. Februar, nach dem Haben der Äartell.Soortabteilung, Versammlung um Uhr bei Saalh, Lunorstr. 10. Montag, 20, Februar. »artelloorstandssitzung ebenda. Fragebogen noch heute absenden an Aarl Müller, Reinickenborser Etr. 4?. Vollssport Wcdding. öonnabend,>8. Februar, nach dem Baden. Beisammensein im Vercinslokal. Mittwocks. 22. Februar, ISIz Uhr. Dcreinsratssitzung. Arbeiter-Turn- und Sportbund>..»reis. Mittwoch, Ib. Februar, 20 Uhr, Kainplrichterühnng der Turnkpartr, Kreisgefchaftsstelle. OO K iHimiiiiiiiiiMiimiiiimMiiiiiiiiiiiiimiimiiiiiiiiniiiiiiiiiiiniiiiiniMiiiiiiiiiiuniiiiiiiiiioiiniiniiiiiiiiiiiMiMiiiiiMiiiiiiiiiniiiMiiiiiMiniiiiiiiiiiiniiiiiiiiiniiiMuniiiiiiiiuiiii Kreuxworträtsel u. 12. Gruß der Eisernen 11. besitzlos. Waagerecht: 1. Schlangenart: 3. westind. Krähenart: 5.„Äatz", engl.? 8. Motorradmarke: 9. Ort-veränderungill. „Ehe",poet.:1ö.Zeit- messer: 18. geistes- krank: 17. Mannes- stolz.— Senkrecht: I.Nahrungs- mittel: 2. Baumteil: 3. griech. Göttin: 4. asiatisches Hoch land: 6 deutsch.Sol- bad: 7. Augenteil: 8.Märchengestalt:10. Front: 13. Tonart: bx. Vertauschte Herzen Hasen, Dunst, Schlummer, Geber. Schwips. Sekte, Eimer, Biene, Schicht, Stadion, Vorgang. In jedem der vorstehenden Wörter ist der Mittel- buchstabe durch einen anderen so umzutauschen, daß die Wörter eine andere Bedeutung erhalten. Di« neuen Herzen nennen, aneinandergereiht, einen deutschen Dichter. R. Bl. Zitatenrätsel 1. Ernst liegt das Leben vor der ernsten Seele. Schiller. 2. Blüte edelsten Gemütes ist die Rücksicht. Storni. 3. Laß, Bater, genug sein, das grausame Spiel. Schiller. 1. Wer mit dem Leben spiest, kommt nie zurecht. Goethe. 5. Lern heiter blicken und dich selbst oerstehu. Geibel. 6- Lust und Liebe sind die Fittiche zu große» Taten. Goethe. 7. Die Kunst ist Freude on sich, am Dasein, an der Allgemeinheit. Wagner. Jedem der vorstehenden Zitate ist ein Wort zu entnehmen. Aneinandergereiht ergeben diese sieben Wörter ein Zitat aus Schillers„Wallenstein." st. LI. Bübeurätsel A ar be da e eb el feld ser ho id ja krast lip lu mie ne nsp no no nu nus ob on pe pla ri ri ro ro schnup je ser skop stern stro ta ti to to tun um va va zi. Aus vorstehenden Silben sind 14 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, den Namen eines be. deutenden Sternforschers ergeben. 1. Monat: 2. Stornwarte: 3. Schicksalsdeutung: 1. Himmels künde: 5. Planet: 6. neuer, plötzlich auftauchender Stern: 7. Sternbild: 8. kleiner Meteor: 9. Raum, in dem eine Krast wirksam ist: 10 Form der Erd- bahn: 11. kleiner Wandelstern: 12. Der Morgen- stern: 13. Naturerscheinung: 14. Crddrehung. ah. Konigszug V crwand lungsrätscl Torte, Forke, Genf, Ernst, Lava. Lanze. Mode, Spier, Motor, Wende. Koran, Tuff, Harke, Park, Meute. Mark, Saft,- Wange, Most, Granne. Die vorstehenden Wörter wandele man durch die Per« ändernng pp» je zwei(im letzten Wort drei) nebeneinanderstehenden Buchstaben zu neuen Wörtern um. Die gefundenen Buchstaben ergeben. richtig geordnet, ein Zitat von Goethe. alc. Die richttge Lösung ergibt einen indischen Spruch. �uklösunZen der letzten Rätselecke Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Robe: 3. Etat: 6. Leib; 8. Hebe: 9. Leder: 11. Lenin: 14. Ural: 15. Rote: 10. Rabe: 17. Nero.— Senkrecht: 1. Rolf: 2. Beil: 1. Tuer: 5 Teer: 7. Bebel: 8. Hedin: 10. Ruin: 11. Laub: 12. Rone: 13. Meto. Silbenrätsel: 1. Diele; 2. Jller: 3. Erna: 4. Meute: 5. Arno: 0 Code: 7. Henkel: 8. Taifun; 9. Secento: 10. Othello. 11. Lothar: 12. Lore: 13. Hierodule: 11. Aid«: 15. Niere: 10. Donner. „Die Wacht soll handeln und nicht regen." SilbönkreuzWortratsel. Waagerecht: 3. Palisade: 4 Richter: 0. Nappli: 9. Pelikan: 12. Etöül 13. Spnn«; Ig. Mechaniker.~ Senkrecht: 1. Kali: 2. Hederich: 3. Patina: 5. Terrain: 7. Pope: 8 Lilie: 10. Kanton: 11. Bison: 14. Ne- mesis: 15. Anker: 17 Niger. Buchstabenrätsel: 1. Ebert: 2. Infant: 3. Straße: 1. Eros: 5. Rinds: 0. Role— Eiserne Front! 1l m st e l l a u s a a b e: Tula; Ungarn: Ruder- klub: Garonne: Eremit: Jtana: Jude: Emigrant: Wolga. Turgenjew