Nr. 97 8-9 50. Jahrg. Reboktion und Verlag? Berlin 8W68. Ltndenstt 3 N»r»Ipr«ch«r A' Ami Dönhoff A? btB'291 SoUgrammabrefie Sojtalbomotroi Borlm Der.Sonntoa-Sormärls" erschetnl jeden Sonntag mit de? Illustrierten Beilag» .Bolt und �eit" Monatsdezug 5S Pf in Berlin frei Haus einschließlich a Pt Zustellgebühren, im voraus zahlbar Postbezug monatlich bö Pi(einschließlich 8 Pf Postzeitungs. gebühren! und 6 Pi Postbestellgebllhren. Sonntag- Wählt Liste � Ur.�lAsJUuXtUtatC* fg* MIT WOCHEN- UEBERSICHT 26. Februar 1933 In Groß- Berlin 1 5 Pf. Auswärts...... 20 Pf. Bezuesbebwgungen und An�e'genpreise siehe am SchluK des redaktionellen Teils Die Not wächst! D!e kreise steigen weiter Die �rizeitsIosiZlLeit nimmt zw Die Zeichen zunehmender Not häufen sich. Vom 8. bis 15. Februar war zum ersten Male seit langer Zeit der Großhandelsindex wieder gestiegen und zwar von 90,5 auf 91,2 Prozent. Der Index für Schlachtvieh war um 7,9, der für Vieherzeugnisse(siehe Schmalz) um 3,3 Prozent gestiegen. Die Verteuerung war also bei den Lebensmitteln besonders stark. In der Woche vom 15. zum 22, Februar ist der Großhandelsindex weiter gestiegen und zwar von 91,2 auf 91,7 Prozent. Die Lebensmittel sind von neuem stark verteuert worden. Der Schlachtviehindex stieg um neue 5,2 Prozent; ebenso stiegen die Preise für Butter, Speck und Talg. Die Preissteigerung ist die Folge der neuen Zollerhöhung. Steigende Preise bedeuten neue Aushöhlung der Kaufkraft. Die Not muß infolgedessetf wachsen, Gleichzeitig mit den Preisen steigt die Arbeitslosigkeit. Die erste Februarhälfte brachte im Reich 33 000, davon in Berlin allein 7000 neue Arbeitslose. Es sinkt also auch das Arbeitseinkommen. Das Tempo der wachsenden Not muß sich infolgedessen verschärfen. Kampf gegen die wachsende Not! Das arbeitende Volk muß zusammenstehen! Gemeinsam am 5. März für Liste 2 Ein Rekordtag Beschlagnahmen beim Bezirksvorstand Berlin Der Erlaß des Herrn Minister G ö r i n g. der die Polizei zu größerem Eiser stl.der Beschlag- nähme von Druckschriste» anipornt, ist sichtuch nicht ohne Ersolg geblieben Die Äriminalpolizei, die seit Tagen in den Räumen des Berliner Be- zirksvorstandes ein ständiger Gast ist, beschlag- nahmte gestern aus dem Werbematerial der Partei nicht weniger als sieben verschiedene Druckschrislen, darunter auch eine Aarikatur, die seit dem Dezember vorigen Jahres nicht mehr oerbreitet wurde und das schon weltbekannte Berschen über Salzsteuer und SchmalzzoU. l h e l m- S t r a ß e, die Bebelstraße H u s a- renstraßc und der Leffingplätz Sieges- platz heißen sollen. wie in Peking verlaule«. soll der dortige j a p a. nisch« Gesandte abberufen worden sein. Eins amtlich« Bestätigung dieser Nachricht liegt noch nicht vor. ERSTE BEILAGE SONNTAG, 26. FEBRUAR 1933 Webstuhl Es märe ihnen immer so leidlich gegangen, meinten die W eher von Nomames, allzuviel hätten sie allerdings nie in die Milch zu brocken gehabt, aber jetzt sei es doch wie abgeschnitten. Nicht die ältesten Leute können sidi erinnern, jemals solche Jammerzeit durchgemacht zu haben wie heute.„Gut. Aber jeder Städter stellt sich dodi unter einem Weber erstmal einen bitterarmen Mann vor, man denke nur an Gerhart Hauptmanns„Weber"?"—„Diese Meinung über uns Weber kennen mir" antroortete der Geschäftsführer der Filiale Nomames des Deutschen Textilarbeiter-Verbandes. Ein Zufall hat es gefügt, daß sich das schlichte Büro in dem gleichen alten Weberhause befindet, in dem er als junger Mann noch am Webstuhl gesessen hat.„Aber— fährt er fort— unsere Kollegen von Langenbielau und Petersmaldau hatten es mohl auch besonders schlecht, bei uns mar es so: man konnte auf Jacquard-Muster mitunter 50 Mk. in der Woche verdienen und dann saß man auch wieder mit 12 Mk. in der Woche da. Manchmal rissen sidi die Fabrikanten um uns und einer bot immer 10 Pf. mehr an Lohn für den Meter Stoff, ein andermal konnten mir uns die Hacken ablaufen und bekamen nicht einen Meter Arbeit. Es mar ein ständiges Auf und Ab, aber heute geht es ja nur bergab." Es war einmal Da wir gerade bei den alten Zeiten sind: Nowawes ist noch sehr jung, eine seit 1752 be- stehende Siedlung wegen ihres Glaubens ver- triebencr Weber aus Böhmen. Zn der Tschechoslowakei gibt es noch ein Nowawes: manchmal velaufen sich deshalb die Briese, sie sahren dann erst im Böhmerwald spazieren, ehe sie nach Nowawes bei Berlin zurückfinden. Bon diesen alten weberhäusern stehen noch genug. In der Mitte war die Haustür und rechts wohnte eine Weberfamilie und links eine Jede hatte zwei Stuben, eine große»ach der Straße, da stand der Webswhl und eine kleine nach dem Hof, da schlief der Weber und die Weberin. Die Kinder schliefen neben dem Webstuhl ai/f der Erde— das war so Mode, sagten dieser Tage die alten Weber— und in der Dachkammer schliefen die Gesellen. Durch. die Dächer schienen Sonne, Mond und Sterne.. „Als ich noch Geselle war, damals in den neun- ziger Jahren— erzählt unser Gewährsmann— da war ich eines Morgens vollkommen eingc- schneit. Ich mußte erst den Schnee vom Bett fegen, so hatte es in meine Kammer geschneit. Manchmal waren bei uns in Nowawes bis zu 8 Mark in der Woche bei unseren Meistern in halber Kost und Logis. Also schlafen auf dem Dach oder besser gesagt unter dem Dach, morgens Kaffee und Schrippen und Mittagbrot. An Lohn gab es zwei Drittel vom Gesamtlohn, den der Meister erzielte Ein Drittel bekam der Meister für Stuhl und Haus. Das Fertigprodukt ging nach Berlin an die Fabrikanten. Wieviel Tuch wir damals geschafft haben? Nun, ein Hausweber macht etwa 6 Meter Tuch pro Tag: ein ganzes Stück ist immer 36 Meter lang, so daß man an einem Stück iimner eine Woche zu tun hatte. Dazu kommen allerdings noch umfangreiche Borrichtungsarbeiten. ver alte Kollege Schröder sifst heule noch an seinem Webstuhl, er schafft mit seinen 71 Iahren noch vier Meter Krimmer je Tag.(Krimmer ist eigentlich das Fell neugeborener Lämmer aus der Krim, heute eine Plüschart mit Locken und Kräuseln als Pelzersatz.) Je Meter erhält der alte Herr von seinem Fabrikanten aus Berlin 72 Ps." 4 mal 72 sind 288 Kupferpfennige und das scheint selbst für einen 71iährigen alten Herrn ein magerer Tagelohn zu sein, aber, sagt man, so hätte die Partie bis in die neunziger Jahre nicht gestanden. Sondern die Frage lautete so: wer hatte 50 Taler zur Hand, wer konnte mit zwei Mann die 14 Tage Vorbereitungsarbeit für neue Muster durchhalten, wer hatte 75 Mark für einen Jacquardstuhl und für Geschirr, Harnisch, Litzen und Blatt und allem anderen wornoglich noch Letzter Tag ...>VaKIerlisten einsehen Heute, Sonntag, ist letzter Tag zur Ein- ficht der Wählerlisten. Kein Wähler darf versäumen, sich sein Wahlrecht zu sichern. Nur wer in die Wählerliste ein» getragen ist oder sich auf Grund seiner Eintragung einen Stimmschein hat aus- stellen lassen, kann am si. März abstimmen. Stimmscheine ftir Reisende Wer sich am 5. März außerhalb seines Wohn- sitzes aufhält, lasse sich rechtzeitig durch die Ge- meindebehörde seines Wohnorts einen Stimm- schein ausstellen. Besonders wichtig ist die Besorgung von Sttmmscheinen für Seeleute, für die Besatzung der Binnenschiffe, für Angehörige der Reichsbahn, der Reichspost wie aller Ber- kehrsunternehmungen. Auf Grund des Stimm- scheins kann in jedem beliebigen Stimmbezirk des Deutschen Reichs abgestimmt werden. Der Stimm- schein ermöglicht auch die Stimmabgabe im Reise- verkehr aus den größeren Durchgangsbahn- Höfen sowie a n B o r d der für die Abstimmung in Betracht kommenden Seeschiffe. einmal 75 Mark dazu. Wer das Haue, der konnte den Spitzenpreis der Mode abfangen und 56 Mark in der Woche einstreichen. Wer zu spät kam, er- zielte dann nur noch 36 Mark und wer zuletzt aufstand gar nur 25 Mark in der Woche. Es muß damals ähnlich zugegangen sein wie heute bei der Jagd nach dem Spitzenpreis für Frühgemüse. Wer damals gar kein Geld hatte, der ging zum Pfarrer Koller, der pumpte dann 16 Taler als Einrichtungskredit. In den Wintermonaten war es dann mitunter sehr schmal; es mußte mit 6 bis g Mark die ganze Familie durchgebracht werden. Und diese alten Hausweber bildeten den Gründer- stamm des Deutschen Textilarbeiter-Berbandes. Das Trümmerkeid So wie alle hatte auch der alte Michaelis in der Priesterstraße angefangen. Gleich das Nachbarhaus neben dem Verband. Heute existiert noch die Teppichweberei Michaelis u. Behrendt mit 266 Arbeitern. Dazu noch eine Garngesell- schaft mit 156 Beschäftigten, die Netzfabrik von Franz Klinder mit ebenfalls rund 156 Beschäftig- ten und dazu ein paar Kleinbetriebe. Das ist die � ganze Textilherrlichkeit, die in Nowawes noch übrig geblieben ist. Und Nowawes hat es in 186 Jahren immerhin auf 29 666 Einwohner ge- bracht. Die nur noch mit ostdeutschen Grenzstädten vergleichbare, aber doch wohl beispiellose Verlust- liste der Textilindustrie von Nowawes sieht so aus: einst Beschäftigte rund Ad. Pitsch, Wollworenfabrik.. 866 stillgelegt Norddeutsche Kammgarnspin- nerei(Lahusen)..... 766„ Jute-Spinnerei u. Weberei.. 566 Seidenweberei Michels... 266„ K. Hozak, Teppichweberei.. 166„ Dazu noch eine Reihe kleinerer Betriebe. NU- gends rührt sich mehr eine Hand, verlassen und verödet liegt das Fabrikenviertel von Nowawes da. Als erster machte Michels zu, das war noch während der Rheinland-Besatzung und hing damit zusammen. Da Michels Hoflieferant war, hatte er in Nowawes einen Musterbetrieb errichtet mit Speise- und Baderäumen. Heute werden dort Schallplatten fabriziert. Ansang 1926 machte die Jutespinnerei ihren Betrieb zu. Diese Stillegung, die mit Absatzschwierigkeiten gar nichts zu tun hatte, ist eines der trübsten Kapitel aus der Geschichte des Jutekapitals. Da sitzen im Jute-Kartell ein paar Magnaten und je nachdem es ihre Quotenkämpfe erfordern, be- schließen sie eines Tages: das Werk Nowawes wird stillgelegt und 566 fleißige Männer und Frauen sitzen hungernd aus der Straße. Die Pro- duktion wurde nach Meißen verlegt und jetzt ist das Meißner Jutewerk mit seinen 666 Ar- beitern an der Reihe, von den Jutemagnaten ab- gewürgt zu werden. Wie damals Nowawes würde nunmehr Meißen durch die Stillegung wie von einer Katastrophe getroffen werden, ein ganzer Stadtteil wäre dem Ruin verfallen, aber der Profit und die Quote stehen den Könzerngewalti- gen höher als jene 666 Familienväter. 1928 schloß der Lahusen- Betrieb seine Tore. Ein an- derer Konzern wollte dann in den Räumen eine Weberei einrichten, aber das waren nun erst Athleten: als sie die Webstühle in die Arbeitssäle trugen, bog sich die Decke Denn Webstühle sind schwerer als Spinnmaschinen, genauer gesagt, auf den Raum, der einer Spinnmaschine Platz gibt, kommen vier Webstühle, die Spinnmaschine ver- teilt mehr die Last. Ehe jedoch die Decken gerade gebogen waren, hatte der andere Konzern bereits das Zeitliche gesegnet: es war die„Toga". Und die Tuchfabrik von Adolf Pitsch ging 1928 mit 866 fleißigen Männern und Frauen zu Ende. Man wandelte noch den Betrieb in eine Aktiengesellschaft um und versuchte mit 266 Mann weiterzuarbeiten, aber das war Ende 1936 dann auch aus. Als sich schließlich der Nachfolger des alten Pitsch, der selber schon alte Levi einer Schuldenlast von 7 Millionen Mark gegenllbersah, nahm er einen Revolver und schoß sich tot. Und der alte Hozak, der mal mit 166 Arbeitern die feinsten Teppiche knüpfte— z. B. für die Riesen- säle von Potentaten oder die Luxusdampfer des Lloyd und der Hapag—, dieser Mann läuft auf seine alten Tage herum und sucht Aufträge für Flickarbeit heranzuholen. Von den 29 666 Einwohnern der Stadt samt Säuglingen und Greisen sitzen heute rund 6666 auf dem Arbeitsnachweis. Dennoch bekennen sich von den bisherigen Z2 Stadtverordneten 15 zur Sozialdemokratie. Die armen Nowaweser werden sich auch am 5. und 12. März tapser für die Frei- heit schlagen. Das ist gewiß. Karl Marx 1883-1633 Gedenkfeier zum 50. Todestag Die Sozial de m akratische Partei ver- anstaltet am Montag, dem 27. Februar, im Sport- palast zur 56. Wiederkehr des Todestages von Karl Marx eine große volkstümliche Feier. Die Gedenkrede: Der lebendige Marx hält Ge- nosse Artur C r i s p i e n. Das Programm weist folgende Nummern aus: Beethovens Musik zu „Egmont"(Orchester). Karl Marx, Hymnische Dichtung von Wladimir Kirrilow, übersetzt von Max Barthel. Das heilige Feuer, Männerchore von Uthmcmn mit Qrchestcrbegleitung. Friedrich Engels Rede ain Grob« von Karl Marx, 1883. Sprecher Alexander Sie i n. Kampslied der Arbeit, Männerchor von Lendvai mit Orchesterbegleitunq Lied der Gemeinschaft, Gedicht von Max Barthel. Trotzige Faust, Männerchor von Otto Siegel. Worte von Taess. Aus dem Kommunistischen Manifest von Karl Marx und Fr. Engels, ge- sprachen von einer Gruppe Einzelsprecher. Das Volk will..., eine Dichtung von Walter Dehme! (Sprechgruppe). Die Internationale von Degaytsr, gemeinsamer Gesang. Es wirken mit: Chöre des Arbeitersängerbundes, Berliner Lendoai-Ehor, Neuköllner Sänger- chor, Sängerchor Berlin 1966 sowie das Orchester des Berliner Konzertvereins. Dirigent der Chöre und des Orchesters Georg Oskar Schumann. Karten zu 56 Pf. und für Erwerbslose 25 Pf. sind noch im Bezirksverband und an der Abend- kasse zu haben. Für Freiheit, Volk und Sozialismus Auf zur Massenkundgebung des Sozialistischen Kulturblindes am Heutigen Sonntag vor- mittag 11 X- Uhr(Einlaß von 1014 Uhr an) in der Neuen Welt, Hasenheide. Redner: Kultusminister Grimme, Chefredakteur Stampfer, Dr. Kurt L ö w e n st e i n. Einlaß 36 Pf. feproin-Wanührten Diese gegenwärtig interessanteste Serie finden Sie in allen CliUB und föUUttBßWy Packungen. 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Die Eiserne Front, die Einheitsfront des Proletariats, hatte zu 17 Uhr nach dein Reuterplatz gerufen. Sie hatte die Parole verkündet, die zog, weil sie ziehen mußten Für die Freiheit der Arbeiterklasse! Da waren sie zur Stelle, vorn die forsche Neuköllner Reichsbannerkapelle, dann die Abteilungen mit den Fahnen, jung und alt, Frau und Mann, dann unsere trefflichen Musikanten von der SAH., Mädels und Burschen, und dann wieder und wieder Fahnen und Züge, in einem Keifte geeint. Bei dem Anmarsch der SA. zur Fontanealles war sehr viel Schupo zur Stelle, bei dem Marsch der Neuköllner Proletarier war weniger Schupo notwendig. Bei dem Anmarsch der Braunen war wenig Volk zu sehen, bei dem Zug der Neu- köllner Eisernen Front stand das Volk dichtge- drangt auf den Bürgersteigen. Von der Bord- schwelle bis zu den Schaufenstern der Läden, den Wänden der Häuser Menschen, Menschen, Men- schen! Und immer wieder ertönte stürmiche Zü- stimmung, rief alles mit, wenn es hieß:„Berlin bleibt rot!" Aber mit noch viel größerer Be- geisterung nahmen die Neuköllner in den Zügen Nach fast vierstündiger Beratung verkündete candgerichlsdirektor Truppner das Urteil in dem Meineidspro zeh gegen Brolat. Es lautete: Der Angeklagte Brolat wird wegen Meineid» zu einem Zahr Gefängnis und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von 2 Zahren verurteilt. Ein Monat von der erlittenen Unlerfuchungshasl wird aus die Strafe angerechnet. Der hastbesehl bleibt wegen der höhe der Strafe und dem dadurch begründeten Fluchtverdacht bestehen. In der Urteilsbegründung führte Land- gerichtsdircktor Truppner u. a. aus: Wohl selten ist in einem Versahren in der Oeffentlichkeit so viel für und gegen den Angeklagten Stimmung gemacht worden wie in diesem Falle. Der klar« Sachverhalt des dem Angeklagten zur Last ge- legten Meineids rechtfertigte in keinem Falle ein derartiges Interesse der Oeffentlichkeit. Die Cr- klärung dafür ist in dem Zusammenhang dieses Verfahrens mit der S k la r e k- A f f ä r e zu suchen. Es ist aber'v o l l k o m me n irrig. wenn in der Oeffentlichkeit gegen den Angeklagten Partei ergriffen wurde, als gehöre er zu den Sklarek-Schädlingen und wenn er als jemand hingestellt wird, der mit den Sklareks zusammen die Allgemeinheit schwer geschädigt habe. Wollen Sie nicbf RJ« auch gern Ihren"lUSTCn loswerden? Sie wissen doch wohl, daß Sie mit ihrem husten alle Personen in Ihrer Umgebung an- stecken können? Warum wollen Sie noch länger eine Quelle der Gefahr für Ihre Familie und Ihre Freunde fein, wenn Sie durch Ansy husten- sirup Befreiung von Ihren Beschwerden finden können? Ansy(dreifach konzentriert), welches die heilenden Eigenschaften»der Fichtennadel und anderer wertvoller Bestandteile enthält, liegt in allen Apocheken zum Preise von 2 Mark zum Verkauf aus. 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Ueber dem Platz war ernstes, würdiges Schwei- gen, als Harnisch unserer Toten gedachte. Das Schweigen ward zu heiligem Gelöbnis, als er darauf hinwies, daß über unsere Gefallenen hin- aus wohl noch manches Leben sich der Freiheit opfern müsse. Das stille Gelöbnis ward fei-rlichs Bekundung, als die Tausende die Fäuste erhoben zum Rufe, zum weithin hallenden Rufe:„Freiheit! Freiheit! Freiheit!" Der rote �VedeHnx Der rote Wedding stand Freitagabend im Zeichen der Freiheitspfeile. VierKundgebungender Eisernen Front waren angesetzt und alle vier waren außerordentlich stark besucht, teilweise Der Angeklagte hat in diesem Verfahren einzig u n d a l l e i n im Verdacht gestanden, einen Meineid geleistet zu haben, wenn auch in einem Verfahren, das mit der Sklarek-Affäre in einem inneren Zusammenhang steht. Das Gericht hat sich fragen müssen: Was hat der Angeklagte bei der vierstündigen Vernehmung vor dem Untersuchungsführer Tapolski gesagt: was wollte er sagen; entsprach das, was er gesagt hat, der W a h r h e i t: wenn es der Wahr- heit nicht entsprach, so hatte er die Unwahrheit unter seinem Cihe wissentlich oder fahrläsig gesagt. Landgerichtsdirektor Truppner befaßt« sich dar- auf«ingehend mit den drei dem Angeklagten zur Last gelegten Punkten und gelangt« zu dem Er- gebnis, daß er in allen drei Punkten bewußt falsch ausgesagt hat. Das Motiv der falschen Aussagen vor dem Regierungsrat Tapolski liegt klar aus der Hand, es erhellt ans dem Verhalten des Angeklagten bei der Vernehmung. Es war ihm peinlich, sich vernehmen zu lassen, er hat des- halb den Untersuchungsführer nun gefragt, ob er verpflichtet fei, auszusagen und was ihm geschehen könnte, falls er seine Aussage verweigern würde. Es war ihm eben außerordentlich peinlich, sich über die Beziehungen zu den Sklareks und zu Bankdirettoren zu äußern. Sein wiederholtes Anerbieten, sich von neuem vernehmen zu lassen, erklärt sich durch die Hetze gegen ihn in der Preise. Der Angeklagte war auf Grund des§ 154 wegen Meineids zu verurteilen, es stand ihm aber der Z 157 zur Seite, da er durch eine wahr- heitsgemäße Aussage sich in einem Punkte selbst der strafbaren Handlung bezichtigt hätte. Welch« Strafe war nun für den Angeklagten Brolat angemessen? Auf Meineid steht Zuchthaus von 1 bis 10 Iahren. Die mildeste Strafe konnte hier nicht in Frage kommen, denn so milde liegt der Fall nicht. Auch die Persönlichkeit des Ange- klagten rechtfertigt nicht die mildeste Strafe. Er hat sich auf Grund seiner Tüchtigkeit und In» telligenz von kleinen Anfängen zum Direktor der BVG. emporgearbeitet. Eine solche Persönlichkeit hätte bei der hervorragenden Rolle, die er in der Oeffentlichkeit spielte, der Wahrheit die Ehre geben und einen Eid leisten müssen, der der Ehre seiner Stellung entsprach. Das Gericht hat des- überfüllt. Dicht gedrängt saß die Menge und lauschte den Worten der sozialdemokratischen Redner. In den überfüllten Pharussälen sprach Max heydemann. Er geißelte die Haltung der Nationalsozialisten, die sie jetzt als Regierungspartei einnehmen, und zeigte die Stellung, die sie einst der Regierung Papen ge- genüber eingenommen hatten. In den A t- lantiksälen am Bahnhof Gesundbrunnen fanden zugleich zwei Kundgebungen statt. Der Genosse Maderholz erinnert« an die Vor- gänge von 1318 und trat energisch der Dolchstoß- lüge entgegen. Kein Dolchstoß war es, der den Zusammenbruch herbeiführte, sondern die Oberste Heeresleitung selbst hat auf den beschleunigten Abschluß eines Waffenstillstandes gedrängt. Im oberen Saale sprach Genosse G i l l m e i st e r. Die Nazis haben gesagt, wenn wir die Macht er- greifen, dann kommt der Sozialismus. Aber in der Regierungserklärung haben wir davon kein Wort gelesen. Und auch die weiteren Taten der Regierung können wir nicht gerade sozialistisch nennen. Im Gesellschaftshaus Swine- münder Straße fand ebenfalls eine über- füllte Kundgebung statt. Unser alter Genosse S zu mann nahm Bezug aus die Regierungser- klärungen, in denen so viel vom Glauben die Rede ist. Auch wir glauben, aber unser Glaube ist Wissen. Genosse Fritz Schröder stellte fest, was die Nationalsozialisten nicht getan haben, seit sie in der Regierung sitzen, und was sie uns vor- her versprochen haben, hier im roten Wedding soll unsere Parole von 1933 verwirklicht werden: Berlin bleibt rot! halb eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren für an» gemessene Sühne gehalten, es hat diese Strafe aus Grund des§ 157 auf«in Drittel gekürzt und die 3 Monate Zuchthaus in 1 Jahr Gefängnis umgewandelt. Das Gericht hat dem Angeklagten 1 Monat Untersuchungshaft angerechnet(Brolat hat zwei Monate Untersuchungshaft hinter sich). Versührerische Klrchengelder 22 000 Mark unterschlagen— Ein Jahr Gefängnis Eigentlich hatte der Mann allen Grund, zu- frieden zu sein. 27jährtg verlieh er die Reichs- wehv mit dem Berforgungsfchein in der Tasche, bekam eine Anstellung im e v a n g«! i's ch e n K o n s i st o r i u m und war lebenslang versorgt. Die Gemeinde der Jerusalemer Kirche wählte ihn zwei Jahre später zum Kirchen- k a s s i e r e r: seiner vorgesetzten Behörde v«r- schwieg er die Wahl, und als ihm die Genehmigung zur Bekleidung des Kassiererpostens versagt wurde, behielt er ihn trotzdem. Das Gehalt war hier nur gering— 50 Mark monatlich. Er hatte nur zwei» bis dreimal wöchentlich auf eine Stunde das Pfarramt aufzusuchen und besaß unbegrenztes Vertrauen. Zuerst verfügte er gemeinsam mit dem Pfarrer über den Schlüssel zum Kassenschrank, dann ging der Schlüssel in seinen olleinigen Besitz über, er tonnte schalten und walten nach Herzens- lust und hatte eben erst seinen Kassiererposten übernommen, als er auch schon die Gemeinde- gelder in seine Taschen wandern ließ. Es waren in der hauptjache Mietgelder von den der Jerusalemer Kirche gehörenden Häusern und von Begräbnisplätzen: in 2lA Jahren brachte der Herr Konsistorialsekretär 22 000 Mark durch. Mit seinen ersten Geldentnahmen deckte er hohe Arzt- rechnungen; er fand aber am fremden Geld Ge- fallen, fuhr täglich von Niederschönhausen im Auto hin und zurück zur Arbeitsstelle sah gern Gäste bei sich, machte seinen Freunden Geschenke usw. 5200 Mark kosteten im Laufe von 2 Iahren allein die Autofahrten, 2000 Mark die Geschenke für seine Freunde. Wieso waren aber die Unterschlagungen solange Zeit hindurch unentdeckt geblieben? Ee gab eben bei der Gemeinde der Jerusalemer Kirch« über- Haupt so gut wie gar keine Kontrolle. Der Ge- meindekassierer ließ einfach die einkassierten Gelder ungebucht oder nabm falsche Buchungen vor. Erst als der Pfarrer eines Tages ganz zu- fällig eine Summe ungebucht fand, brachte eins Revision die Verfehlungen des Kassierers ans Tageslicht. Vielleicht wäre es nur beim Dtszipli- narverfahren geblieben, wenn nicht eine anonyme Anzeige die Strafbehörde in Bewegung gebracht hätte. Die Sachverständigen fanden zwar beim Ange- klagten irgendeine komplizierte beginnende Ge- Hirnkrankheit, glaubten aber nicht, ihm den Z 51 zuerkennen zu müssen. Das Gericht verurteilt« den Konsistorialsekretär zu 1 Jahr Gefängnis. In wenig Worten Die Dortmunder Raubmordaffär« zieht weitere Kreise. Schulte, einer der Haupt- täter bleibt dabei, daß Scheer und Pieper ihn aus Rache belastet haben. An seiner führenden Beteiligung an den grauenhasten Morden, denen die Witwe Schur, die Hausangestellte Emma Schneider und der Holzgroßhändler Narowski zum Opfer fielen, kann nicht im geringsten gezweifelt werden. Scheer hat inzwsichen eingestanden, in sechs weiteren Fällen Raubmorde an Frauen in allen Einzelheiten vorbereitet zu haben, die an unvorhergesehenen Zwisch-nfällen scheiterten. Die Aussage Scheers wird durch die betreffenden Frauen bestätigt. * In dem von München kommenden über Statt- gart nach Saarbrücken rollenden belchleunigten Personenzug 900, der kurz vor elf Uhr in Statt- gart einlief, ist im E i s e n b o b n p o st w a g e n Feuer ausgebrochen, das aber rechtzeitig ent- deckt wurde. Nach der Ankunft auf dem Stutt- garter Bahnhof wurde de-- brennend« Wagen abgekoppelt und auf ein freistehendes Gleis ge- schoben. Wohl über 1000 Pakete dürften fast aus- nahmslos durch Feuer und Wasser gelitten haben. Das Feuer ist vermutlich durch Selbstentzündung eines feuergefährlichen Gegenstandes in einem Paket entstanden. * In dem sowjetrufsischen Kohlenbergwerk in Grumant-City hat sich am Mittwochvormittag eine Explosion ereignet, bei der zehn Berg- leute ums Leben kamen. Die Bergungsarbeiten waren erst am Donnerstag von Erfolg begleitet, als der Eisbrecher„Lenin" mit Gasmasken aus Barensburg auf Spitzbergen eintraf. * In den Bunkeranlagen der stillgelegten Nieder- schelde-hütte etablierten Dutzende von Kindern nach dem Vorbild der„nationalen Organi- sationen" Soldatenvereine, die sich erbitterte Schlachten lieferten. Der„Soldatenklub Adolf" kämpfte mit Luftbüchsen. Steinen und holzsäbeln gegen den„Augusta-Klub" Als Erwachsene hin- zukamen.- waren zehn Kinder bereits erheblich verletzt und muhten in ärztliche Behandlung gebracht werden. * In London erscheint seit kurzem eine„hör- z e i t u n g". die hauptsächlich für Blinde gedacht ist und täglich in Form von drei bis vier doppel- seitigen Schallplatten erscheint, auf denen alle Tagesereignisse festgehalten sind. Diese Ergänzung zu den Rundfunknachrichten ist allerdings nicht so billig wie eine gewöhnliche Tageszeitung. Eine wirksame Maßnahme zur Beseitigung von Verdauungsbeschwerden. Verdauungsbeschwerden sind eine so allgemeine Krankheitserscheinung, daß viele Leute das erste beste Mittel anwenden um ihnen ein Ende zu bereiten. Sehr häufig nimmi ma» doppel-kohlen- saures Natron, ohne daran zu denken, daß, ob- wohl hierdurch die Schmerzen gestillt werden, es für die Magenwände außerordentlich schädlich ist und sogar Magengeschwüre verursachen kann. Das beste, sicherste und zuverlässigste Mittel gegen Berdauungsbeschwerden ist etwas Biserirte Magnesia in einem Glas mir etwas Wasser nach den Mahlzeiten. Dies gehl nicht allein dem Uebel an die Wurzel, sondern es wirkt gleichzeitig lin- dernd, heilend und schützend auf die Magenwände. Sobald Sie Biserirte Magnesia nehmen, wird die überschüssige Säure neutralisiert, Gärung ver- hindert und auf diese Weife die Verdauungs- ftörunqen beendet. Biserirte Magnesia wird in allen Apotheken in Pulver- sowie in Tabletten- form zum Preise von 1.33 Mark verkauft. Ber- suchen Sie es und beenden Sie Ihre schmerzhafte Verdauung. grau e 1 1 f e d . 34 Pf, e r n w&lßer, dauniger 095 Gänserupf..... � 4M Seht chlnom. fl Monopol Rupf...... /" •Halbdaunen 350 Daunen... 5'* Monopol- öeitfüHungsn stammen vom Gefieder der chinesischen Ente. Seit 47 Jahren bewährt und von vorzüglicher Füll kraft Fertige Betten Stand 1 Un%rbeU f Q90 2 36" 1 Kissen*um. 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Das erste durch das Reichsgericht, das ausdrücklich bestätigte, von Hochverrat könnte in dem Aufruf des Parteivorstandes keine Rede sein. Auch der Oberreichsanwalt hat ein Verfahren gegen den verantwortlichen Redakteur des Vorwärts ausdrücklich abgelehnt Das zweite Verbot mußte von dem kommissarischen Innenminister in Preußen, dem nationalsozialistischen Abgeordneten G ö r i n g, selbst aufgehoben werden, weil in seinem Ministerium versäumt worden war, die gegen das Verbot eingelegte Beschwerde der Vorschrift der Notverordnung entsprechend innerhalb fünf Tagen an das Reichsministeriura des Innern weiterzuleiten. Die„ielbstauf- hebung" des Verbotes wurde dem„Vorwärts" jedoch erst zugestellt, als die Verbotsfrist ohnehin schon abgelaufen war. Während dieser Zeit haben auch die Leser der Sonntagsausgabe ihr Blatt nicht erhalten können. Wir hoffen jedoch, daß ihre bewährte Treue dem„Vorwärts", als dem Kampfblatt des Berliner schaffenden Volkes, auch weiter erhalten bleibt und daß die Verbotspraxis sie veranlassen wird, auch für die Zukunft neue Leser für den„Vorwärts" zu werben. Die erste Gelegenheit, die Antwort auf Zeitungs- und Versammlungsverbote zu geben, bieten die Wahlen am 5. und 12. März. Kein Leser des„Vorwärts" wird dabei fehlen wollen! r 33000 f �sammk ""�Pivngunge� }Si 0 \\ »m-., Eine sehr weltliche Schule, in der praktischer Anschauungsunterricht erteilt wird. Aufruf: An alle! Prangert den nationalkonzentrierten Schwindel an! Noch nicht genug! Die Presseerlasse Görings Der Reichskommissar siir das preußische Innenministerium, Reichsminister Göring, hat einen neuen Erlaß über die Anrven- hung der Notverordnung vom 4. Februar 1933 gegen die Presse herausgegeben. Der Reichskommissar findet, daß nicht mit der nötigen Schärfe und Unnachsichtlichkeit gegen die Presse, gegen Flugschriften und Plakate vorgegangen werde. Er fordert von den Beamten mehr Diensteifer im Verbieten, sonst— Disziplinarverfahren! Gemessen an der Vorstellung vom Umfang der Anwendung der Pressenotoerordnung, die der Reichskommissar Göring desttzt, hat sich also der polizeiliche Apparat als nicht leistungsfähig oder als organisatorisch unzu- länglich erwiesen. Der neueste Erlaß des Reichskommissars Göring setzt zu seiner Durchfährung nun eine doppelte Or- g a n i s a t i o n voraus. Erstens behördliche Organe, die die Presse auf das peinlichste beobachten und Maßregeln gegen die Presse anordnen, zweitens Organe, die ebenfalls die Presse beobachten— noch peinlicher beobachten! Mit der noch peinlicheren Beobachtung der Presse aber ist die Aufgabe dieser zweiten Art von Organen noch nicht er- schöpft! Sie mästen mit der gleichen Pein- lichkeit die Behörden der Presse- polizei beobachten und darüber ur- teilen, ob nach ihrem Ermessen diese Be- Hörden peinlich genug gelesen und gesucht haben. Erstens die Kontrolle der Preste, zweitens die Kontrolle der Pressepolizei! Wer die zweite Funktion ausüben soll, wissen wir nicht, über die Kräfte des Reichskom- mistars allein dürfte sie hinausgehen. Ueber der Presse hängt demnach nicht nur das Schwert, das die bekannten prestepolizeilichen Behörden in Händen haben, sondern auch noch das Urteil und der Wille einer zweiten kontrollierenden Instanz, «iner unbekannten Behörde. Ueber den presse- polizeilichen Behörden hängt die Drohung der D i s z i p l l n i e r u n g, wenn die kon- trollierende Instanz mit chnen nicht zufriaden ist. Es ist selbstverständlich, daß die Leid- tragende dabei in erster Linie d i e Presse ist! Sie ist nämlich im Gegensatz zum Reichs- tommistar der Meinung, daß nicht zu wenig, In Bremen haben die Nazis wieder den gefälschten Ausruf der Bolksbeaus- tragten oerbreitet. Unsere Genossen haben ihn als Fälschung gebrandmarkt. Darauf haben die Schwindler behauptet, er fei echt, weil niemand von den B olksbeauftragten selber die Echt» heit be st ritten habe. Um auch den letzten Ausreden die Spitze abzubrechen, er- .lassen die beiden ehemaligen Bolksbeaus- tragten D i t t m a n n und Scheide- mat?n toigende Erklärung: Der von den Nallonalsozlallfien verbreilele an- gebliche Ausruf des Rates der Volksbeanflragten, der mil den Worten„An alle" beginnt und mit dem Ausrus„Es lebe die wellrevolt'lion!" fchließl, ist eine„plumpe Fälschung", wie das Reichsinnenministerium schau früher fest- gestellt Hai. Der angebliche Ausruf ist vom g. November sondern daß viel zu viel ver- boten wird. Sie steht mit dieser Mei- nung keineswegs allein, sie kann sich auf d a s Reichsgericht berufen. Tatsache ist. daß vom Reichsgericht Zeitungsverbote serienweise aufgehoben worden sind. Tatsache ist aber auch, daß die Ein- engung der Wahlfreiheit, die jedes Verbot bedeutet, durch eine nachträgliche Aufhebung eines Verbotes durch das Reichsgericht nicht wiedergutgemacht werden kann. Es bleibt der Presse nur der Weg der Schadenersatz- klage. Aber einen Schadenersatz für ent- gangene Frecheit, für ideelles Unrecht gibt es nicht. Die Stellung des einzelnen Beamten in der Pressepolizei ist also so: er Hai zu beachten die R o t o e r o r d n u n g, die Durch- führungsbe st immun gen, den Erlaß über die R o t w e n d i g k e i t der S t r e n g e, die Rechtsprechung des Reichsge- g e r i ch t s und nun neuerdings auch noch die Rechtsprechung der Diszipli- nargerichte und des Reichsdijziplinar- gerichtshofs in Füllen nicht genügender Strenge, wofür allerdings noch kein Prä- zedenzfall vorliegt. Diese Situation scheint uns rechtlich und verwaltungsmäßig reichlich kompliziert zu sein! In der Geschichte der Presse und der Presiefreiheit aber werden die Gröningschen Erlaste einst einen besonderen Vfotz einnehmen!_ JapanischeEntscheidung Die Vollversammlung ves Vnlkerbuitdes hat jetzt den Ausschußantrag gegen Japans Gewaltpolitik in China.pnn Beschluß des Völkerbundes erhoben. Runmehr sind alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, den Talmistaat misiars Ruft zu protestieren. Der Sladtgemeinde» ausschuß nahm mit den Stimmen der Kom- munislen und Sozialdemokraten bei Stimmenchal- tung der Nazis einen sozialdemokratischen Antra? an, der den Oberbürgermeister ersucht, die Preußenregierung aufzufordern, die Karl-Marx- Schule in ihrer Eigenart und Organisation zu erhalten und den ohne Benehmen mit den zuständigen Selbstverwallungskörperschasten be» urlaubten Oberswdiendirektor Karfen wieder in sein Ami zurückzuberufen.— In einer Anfrage forderten die sozialdemokratischen Vertreter vom Oderbürgermeister Aufklärung wegen der An- kündigung des Rcichskommislars, die S o m m e l- schulen auszulösen und an den Berufs- sowie Fachschulen den Religionsunter- r i ch t als ordentliches Lehrfach einzuführen Der Oberbürgermeister soll Auskunst geben, ob bereits Besprechungen über die geplanten Maß nahmen stattgesunden haben und ob er als Vertreter der Stadl darauf hingewiesen habe, daß die Einführung des Religionsunterrichts an den Berufs- und Fachschulen die Stadt mit neuen A u s g a b en belasten würde, ohne daß dir berufliche oder sachliche Ausbildung der Schüler eine Förderung erfahren könnt«. I9l8 dotiert. Dabei wurde der Rak der Volks- beauslraglen erst am 10. November 1318 gebildet. Schon daraus ergibt sich die Fälschung. Niemals ist vom Rai der Volksbeauflragten dieser oder ela ähnlicher Ausrus veröffent- licht worden. Unser wirklicher Aufruf stammt vom 12, November 1918. 3n Ihm haben wir den Be- lagerungszustand, die Zensur und die Gesinde ordnuagen beseitigt, de Arbeiterschuhgesetze wieder in Kraft gesetzt, die Erwerbelosenunler- stühuag erstmalig in Deutschland eingeführt, an Stelle des 10- und ll-Stunden-Tages den S- Stunden-Tag und das srete Wahlrecht für olle in Reich, Ländern und Gemeinden dckrekierl. Zu diesen„Novemberoerbrechen" bekennen wir uns mit Stölzl Berlin, 25. Februar 1933. Diltmau», Scheidemann. Linksruck in Norwegen Pechtsregiernng gestürzt Oslo. 25. Februar Die Regierung Hündfeld ist durch das Mißtrauensvotum der Benstre-Partei(Linke), das von der Regierungspartei unterstützt wurde, mjt 80 gegen 67 Stimmen gestürmt worden. Heute vormittag wird Hundseid dem König das Rück- trsttsgesuch vorlegen. Daraus wird der Führer der Benstre-Partei, M o w i n k e l, berufen werden. um die neue Regierung zu bilden. Entgegen der bisherigen Annahme, daß wahrscheinlich ein reine? Benstre-Kabinett gebildet würde verlautet jetzr daß wahrscheinlich auch Mitglieder de-- Arbeiter- parte! in die neue Regierung eintreten werden Mandschukuo nicht anzuerkennen, es werden zur Mitarbeit an der Lösung des Konflikts in Ostasien Sowjetruhland und die Vereinigten Staaten von Amerika eingeladen. Durch die Annahme des Lytton-Be- nichts hat der Völkerbund den japanischen Raubkrieg grundsätzlich wie sein« barbarische Durchführung endlich verurteilt. Die japanische Abordnung hat nach dem Be- schluß unter Protest die Versammluna verlassen. Es heißt, daß Japan den Wlkerbund nun wirk- lich von seiner Mitgliedschaft befreien will. Einst- weilen ist von einer urteilsgemäßen Strafe gegen Japan keine Rede. Inzwischen aber häuft Japan immer neue Gewalttaten auf die schon eingeheimste Beute. Da die Zerstörung vieler Ortschaften an der Großen Mauer durch Granaten und Flieger- bomben die Verteidigungsarmee an der Grenze der Provinz Jehol nicht erschüttern konnte, hat man diese Provinz emsach zu einem Teil Mand- schukuos„erklärt", um die Chinatruppen als Freibeuter behandeln und die Ge fackgenen„rechtens" morden zu können. Japa- Nische Kriegsschiffe sind wieder in Schanghai und Anwy eingelaufen, um neuen Erpressungen an China donnernden und verheerenden Nachdruck aus Schiffsgeschützen zu geben. Aus Sem Rathaus Protest in» Stadtgemeindeausscliuß Der Kommissar des Reiches für das preußische Unterrichsmtnisterium Ruft hat die Umorgani- fation der Ka rl- Ma r x> S chu l e und die Beurlaubung ihres Leiters, des Oberftudien- direktors Dr. Kaisen, anMovdnet. Die letzte Sitzung des Stadtgemeindeausschusses, der jetzt als„Ersatz" für die aufgelöste Statt- verordnetenoersammlung fungiert, wurde von den Sozialdemokraten benutzt, mn schärsftens gegen die Maßnahme« des nationattoziafistischen Kon»- Bunte Chronik Nachrichten aus aller Welt Auf dem Schienenweg der Hamburger Bahn in der Nähe von N au e n wurde von einem Streckenläuser die Leiche eines junge» Mannes gesunden, die außer einer Schußver. letzung auch zahlreiche Wunden auswies. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, konnte nicht aufgeklärt werden. Ein Teil der Mctallwerke Julius und Albert Hirsch in Luckenwalde i. d M wurde durch Großseuer eingeäschert. ii Der Polizeipräsident von Berlin, der Rational- sozialist v. Levetzow. hat die Berliner republi- kanische Wochenzeitschrift„Alarm" bis zum 31. März verboten. ic Als der Berliner D-Zug den Bahnhof D e v. t s ch- E y l a u in Ostpreußen verlassen hatte. brach der Lokomotivführer infolge eines Herz- schlags auf der Maschine tot zusammen. Dem Heizer gelang es, den Zug in longsamer Fahrt nach Osterode weiterzuführen. ■k An der dalmatinischen Küste in Jugoslawien wüten schwere Schneestürme. Im Gebirge liegt derSchneebiszulMeterhoch Im Bonat Wrbas wurde unter Schneemassen verschüttet die Leiche eines 26jährigen arbeitslosen deutschen Wanderers Gerhard Groner ge sunden. ♦ Norditalien ist von einem ungeheuren S ch n e e s o I l heimgesucht worden. Zwischen Florenz und Bologna haben sich Schneehöhen von über 2 Meter ergeben. Die großen Nachtschnell- züge von Rom nach Venedig, Trieft und Mailand blieben in Florenz liegen. * Ein portugiesisches Kanonenboot versenkte an der portugiesischen Küste den spa- nischen Fischdampfer„Segunda", der unerlaubter» weise in den portugiesischen Gewässern gefischt hatte. Der Spanier hatte versucht, ein von dem portugiesischen Kriegsschiff ausgesetztes Boot zu rammen, worauf das Feuer eröshtef und der Spanier verfenkt wurde. »> In der Näh« des Hafens Reykjavik (Island) wurde ein isländisches Fischerboot vlm dem deutschen Fischdampser„Brigitte Sturm" überranni. Das Boot sank sofort: 9 Mann«r- tranken. 8 würben gerettet. * Das große Schwurgericht m Münster w Westfalen oerurteilte den 26jLhrigen Theodor Beisemann wegen Morde? in zwei Fällen zweimal zum Tode. In der Nähe von G u t t a 1 bei Heiligenblut in Kärnten wurden zwei Wmtengafbe aus Ham- Willschaft weniger Wochen Zollerhöhimgen— Preissteigerungen— Mehr Arbeitslose ctn'» Arn Fenster erschossen Bei einer Schießerei, die sich in der Donners- tagnacht in der Wriezener Straße, im Norden Berlins, abspielte, wurde der 29jährige Arbe-ter Walter P a ch e am Fenster seiner Wohnung von einer verirrten Kugel getroffen und durch«inen Kopfschuß getötet. hlord vor dem Kriminalgericht In Moabit ist ein junger Parteigenosse, der an der Ecke der Werststrohe und Alt-Moabit am Kriminalgericht den„Freiheit- kämpf", die Wahl- zeitung der Berliner Sozialdemokratie, oerte'ite, das Opfer eine» feigen Ueberfalls geworden. Der Zeitungsoerteiler, der 26jährige Kurt Gott- s ch a l k aus der Wolline'' Str. 11. wurde von einem poiittschen Gegner über den Haufen geschossen. Schweroerletzt wurde Gollschalk Ins Moabiter Krankenhaus gebracht, wo er an den Folgen eins» Bauchschusse» nach der Operation gestorben ist. Die Kugel hatte innere Zer- reißungen verursacht, so daß keine Hilfe mehr möglich war. Chrenhaftigkest zweckmäßig das ent- scheidende Gewicht zu legen. Dabei ist Ehrenhaftigkeit nicht bloß im allgemein bürgerlichen Sinn aufzufassen. Zur Ehren- haftigkeit eines Beamten gehört u n b e- dingter Respekt vor Gesetz und Verfassung und vollkommene Unparteilichkeit bei der Aus- Übung seines Amtes. Für jede Po- lizei, die ihren Namen verdient, ist es selbst- verständlich, daß sie Leben und Eigentum aller Staatsbürger ohne Ansehen der Per- son in gleicher Weile zu schützen hat. Das aber ist. wie jedermann zugeben wird. für die Kandidaten der Hilfspolizei eine Aufgab«, die sie völlig u n v o r b e- reitet trifft Kein Wunder, daß man sich in breiten Volkskreisen über die neue Hilfspolizei seine Gedanken macht. Was uns betrifft, können wir nur die Worte Görings unterstreichen- Hier ist in der Tat die höchste Wach» samteit geboten. dem des November zurückblieb der Flaschenmilch» oerbrauch sogar um 5,3 Proz. Im ganzen Jahr« 1932 sind 20 Proz. Frischmilch weniger abgesetzt worden als im ganzen Jahre l930. Warum dieser Verbrauchsrückgang erfolgt, wissen die Arbeitslosen aus eigener Erfahrung nur zu gut. Die Arbeitslosigkeit steigt Vom 30. Januar bis zum!5 Februar ist die Zahl der Arbeitslosen um 33 000 gestiegen, in Berlin allein um neue 7000. Die Vermehrung der Arbeitslosigkeit geht mit einer Erhöhung des Preisniveaus Hand in Hand. In der Woche vom 8. zum 15. Februar ist zum ersten Male seit jehr langer Zeit der Großhandelsindex wieder gestiegen, und zwar von 90,5 aus 9!, 2 Proz Das geschah Haupt» sächlich durch die Erhöhung der Lebensmittel» preise. Der Zusammenhang zwischen Arbeits» losigkeit, Preissteigerung und Zollerhöhungen liegt aus der Hand. Verschlechterter Export Auch mit dem Export geht es immer schlechter. Bon 1929 bis 1932 hat nach einer Feststellung der halbamtlichen Zentrale für Heimatdienst der Rückgang der F e r t i g w a r e n a u s f u h r IX Millionen Menschen A- b e i t und Brot gekostet. Diese Entwicklung hat sich im Januar fortgesetzt. Die Einfuhr sank gegen De» zember um 55 auf 368 Millionen, die Ausfuhr aber um 100 auf 390 Millionen. Der Ausfuhr» Überschuß ging von 68 auf 23 Millionen Mark zurück. Mit einem so niedrigen Ausfuhrüberschuß ist Deutschland kaum in der Lage, die Roh- sioffe zu bezahlen, die es vom Ausland braucht, von der Bezahlung der deutschen Auslands- schulden gor nicht zu sprechen. Am 5. März wird aus diesen Tatsachen die Konsequenz gezogen durch die Wahl der Liste 21 Sozialer Randblick Auch diesmal erstreckt sich unser sozialer Rund- blick auf zwei Wochen, da der„Vorwärts" de» kanntlich eine Woche lang am Erscheinen ver» hindert war. Auch diesmal müssen wir sagen, daß unser sozialer Rundblick deshalb nicht um- fangreicher wird Von sozialpolitischen Maß- nahmen sind nur zwei Ankündigungen der Reichs- regierung zu verzeichnen. Die erste Ankündigung betrifft gewisse Erleichterungen bei Anrechnung von Doppelrenten. Um uns ein Urteil darüber bilden zu können, müssen wir den Text der für den 1. April angekündigten Notverordnung ab- warten. Nach Mitteilungen der Regierungspresse sollen diese Erleichterungen jährlich etwa 2 9 Millionen ausmachen. Die Abstriche an den Renten und Unterstützungen betrugen je- doch weit über eine M>ll'orde Mark! Als zweite Maßnahme ist angekündigt worden eine Herabsetzung der Krankenscheingebühr auf 26 Pfennig und die Ernennung eines Reichs» kommissars für die Krankenkassen. * Auf lohnpolitischem Gebiet ist auf An- Weisung des Reichskommissars der Tarisoertrag für die Angestellten der Stadt Berlin zum Zweck einer weiteren Gehalts- türzung gekündigt worden. Weiter hat das Reichsoerkehrsministerium dos Lohnabkommen für die Wasserbauarbeiter gekündigt und eine Lohnkürzung von 7 Pfennig pro Stunde verlangt. W'e„Der Deutsche" mitteilt. hat sich die christliche Wasserbaugewerkschast deshalb mit einem Schreiben an den Reichskanzler Adolf Hitler gewandt mit der Bitte, einzugreilen. um die Kürzung dieser bereit» so niedrigen Löhne hintanzuhalten. Eine Antwort hat die chrislliche Gewerkschaft bisher nicht erhalten. * Wie mitgeteilt wird, sollen»ür den A r» b e i t» d i e n st drei Reichskommifsare ernannt werden. Der Reichsarbeitsminister Seidte soll danach die Oberleitung al» Reichskommissar für den Arbeitsdienst erhalten, und ihm sollen bei» geordnet werden Mahnken vom Stahlhelm und Oberst a. Dr. Hierl, der Reichsleiter für Arbeits- dienstpflicht der NSDAP. * Erfreulich ist. daß innerhalb der Gewerkschaften der Wille zur E i n h e i t» s r o n> sich immer mehr Geltung verschafft. In den Iahresgeneraloer- sammlungen der Ortsoerwaitungen. die während der legten zwei Wochen statifaniden, find die b i s- herigen Leitungen meift einstimmig wiedergewählt worden So bei den Zimmerern, den Maschinisten und Heizern, den Herrenmaß- schneidern, im Nahrungsmittel- und Getränke» arbeiterverband und in der Sektion Gejundhstts» wesen im Gesamtverband * Vom 15. bi» 18. Februar fand toi Aschinge?» Konzern die Betriebsrotswahl statt. Bis- her gab es dort eine Mehrheit der RGO. Nun- mehr ist die Mehrheit aus die freien Gewerk- schaften übergegangen. Der Berriebsrat setzt sich jetzt zusammen au, 8(bisher 7> Freigewerb- schaftern, 4(8) RGO.-Leute» und 2 Nazis. Was sich in Berlin begab leiten auf dem Modemarkt bieten. Aus der V i st r a f a f e r, einer chemisch erzeugten Spinn- safer, hat die JG.-Farbenindustrie nun ein neu- artiges Gewebe erzeugt, das sich durch Weichheit, schönen Fall und gute Farbtönung auszeichnet. Auf einer Modenschau konnte man diese neu- artigen Stoffe, die eine vielseitige Verwendungs- Möglichkeit besitzen, zu Kleidern verarbeitet sehen. Der Stoff wird, je nach Art der Verwendung, durch Zusatz von Wolle zu einem festen Gewebe, Vom Schmalz zum Mchl Steigende Preise für Fett, Fleisch, Mehl und Eier Die Berliner Hausfrauen verfolgen mit von Tag zu Tag wachsender Sorg« die E n t w i ck- lung der Lebensmittelpreise In der Reich-hauptstadt. Und es ist dabei in den ein- zelnen Haushaltungen kein Unterschied, ob der Familienvater nun ein Erwerbsloser oder ein Kurzarbeiter ist, die Lage ist sür alle gleicher- maßen verzweifelt. Einmal glaubten die Haus- frauen sogar schon wieder ausatmen zu können, . als nämlich die Svprozentig« Verteuerung der Kartoffeln aus dem Monat Januar ihrem Ende entgegenging und dieses wichtigste Nahrungsmittel aller Armen wieder seinen alten Prei-istand von 39 Pf. für je 10 Pfund einnahm. Aber wie wurden sie enttäuscht, als plötzlich Fett und Schmalz im Preise in die Höhe kletter- ten. Und es ist vor allem noch kein Ende zu sehen. In der hinter uns liegenden Woche, in der der„Vorwärts" verboten war, sah es z. V. mit den Großhandelspreisen für Schweineschmalz folgendermaßen aus: am 10. Februar schwankte dieser Preis für 100 Kilo noch zwischen 110 und 116 M.; am 13. Februar jedoch schon zwischen 116 und 118 M., und am 16. Februar gar stand der Preis zwischen 124 und 126 M. Die Folge waren jene Sechser, die die Hausfrauen dann im Kleinhandel sür«in Pfund Schmalz mehr be- zahlen mußten. Zusätzliche 5 Pfennige haben die Berliner Hausfrauen aber nicht, sie können sie höchstens bei anderen Ausgaben einsparen, und wem so das Schmalz verteuert wird, der wird morgen keine Milch mehr kaufen. Ueberhaupt scheint es am Viehmarkt von Tag zu Tag heiterer zu werden. So schreibt die „Deutsche Tageszeitung", das Blatt der Groß- agrarier, in ihrer Ausgabe vom 13. Februar: „Die Verringerung der Zufuhren zu den Schlacht- viehmärkten, die schon in der Vorwoche festzu- stellen war, hat in der Berichtswoche ihren Fort- gang gefunden. Di« Landwirte können offenbar infolge der schlechten Witterung nicht liefern(!) und auch die Hoffnung, daß die von der Re- gi«rung erlassenen und noch zu erwartenden Zoll- erhöhungen eine bessere Verwertung für Schlacht- vieh bringen werden, mag vereinzelt mitspielen.. Di« am IS. Februar in Kraft getretene Erhöhung des Zollsatzes für Lebendvieh, Fleisch und Schmalz gab dem Marktgefchäft ebenfalls eine ftimmungs- mäßige Anregung.... Eine nicht unbeträchtliche Preiserhöhung in allen Schlachtoiehgattungen war die Folge." Soweit die Großagrarier. Auf dem Schlochtviehmarkt in Berlin sah diese„Zurückhaltung der Landwirtschaft" dann so aus: in der«rsten Februarwoche wurden noch rund 24 000 Schweine angeliefert, in der dritten jedoch nur noch rund 19 500, also 4S00 Tiere weniger. Oder die Rinder: in der ersten Woche dieses Monats eine Anlieserung von 4200 Rin- dern, in der dritten Woche nur noch von 3100 Rindern, also über 1000 Tiere weniger. Bei Kälbern und Schafen war es nicht so erheblich, hier blieben die Lieferzifsern im wesentlichen stabil. Die Zeche war dann aber auf dem Fleischgroßmarkt zu be- zahlen. Hier notierten je 50 Kilo Fleisch am 13. Febr. 16. Febr. 20. Febr. (in Mark) Schweinefleisch. 50—53 55— 59 58— 62 Hammelfleisch. 64— 65 66— 70 70— 74 Kalbfleisch.. 66—78 71—83 73—85 Ochsenfleifch.. 55—57 56-58 58—62 Wenn die Preise weiter so springen, stehen den Hausfrauen noch erbauliche Dinge bevor mit dem Ergebnis, daß dann eben kein Fleisch mehr ge- gessen werden kann. Die Butter ist nämlich äugen- blicklich ein Schulbeispiel dafür, daß bei dem jetzigen Zustand der Kaufkraft nicht einmal mehr Preisermäßigungen nützen, um zum erhöhten Kauf anzureizen. So heißt es in einem Berief;! über den Futtermartt.„Eine besonders ungünstig« Wirkung übte aber der Umstand aus, daß auch nach Senkung der Kleinhandelspreise eine Zu- nahm« des Verbrauchs nicht erfolgte, vielmehr der Verbrauchsrückgang in keiner Weise unterbrochen wurde. Unter diesen Umständen war es nicht möglich, die Notierungen an den Buttermärkten in der bisherigen Höhe zu halten, in Berlin san- ten die Butternotierungen um weitere SM...." Inzwischen scheint aber alles außer Rand und Band zu geraten, in jener Woche, in der der„Vor- wärts" verboten war, begannen am Berliner Markt sogar die Mehlpreise zu klettern Am 14. Februar schwankte der Preis für einen Doppelzentnersack Weizenmehl noch zwischen 22,50 und 25,75 M., am 20. Februar jedoch zwischen 23,25 und 26,60 M., immerhin ein« Steigerung um 75 Pf., von der wir nicht hoffen wollen, daß sie sich etwa im Gebäckpreis auswirkt. Denn ebenso stieg der Preis für Roggenmehl von 13,50 aus 20,40 M. für die geringste Qualität, hier also gar um 90 Pf. Ja, nicht«inmal die Eier sind von der Aufwärtsbewegung der Lebensmittelpreise ver- schont geblieben. So unfaßbar es klingt, in der j«tzigen Zeit, ein paar Wochen vor Ostern, da hat man es fertig gebracht, den Preis je Ei um einen Pfennig zu erhöhen.„Ueberall scheinen die Hühner unter der vergangenen Frostperiode so gelitten zu haben, daß die Legetätigkeit auch für die nächste Zeit kaum... den erwarteten Auf- jchwung erfahren dürft«." Das Ende vom Liede wird fejn: es werden eben weniger Eier gekauft. Brief aus der Grenzmark bleiben 6er eltea Lechs treu" Wir sind in der Lage, aus dem Brief eines Parteigenossen aus der östlichen Grenzmark an seinen Berliner Freund folgende Stellen zu ver- öffentlichen, aus denen hervorgeht, mit wie lächer» lichsn Mitteln dort oben gearbeitet wird. Es leuchtet aber auch weiterhin das unerschütterliche Vertrauen unserer Parteifreunde zur Sache des Sozialismus aus diesen Zeilen: „Auch kommen die Wahlen wieder hertxi. Mit unserem Herrn ist nun gar nicht mehr auezukom- men. Er ist letzt mit seinem Hitler obenauf. Er erzählte den Arbeitern, daß Braun und Severing Unterschlagungen gemacht haben und sie kämen vor dils Kriegsgericht. Und die ganzen Führer d«r SPD. sind keinen Schuß Pulver wert. Es wird nachher mit allen reiner Tisch gemacht werden. - Auch der Vertrauensmann von unserem Bezirk liegt ihm sehr auf dem Magen von jeher. Der hat ihm schon so oft was zu schaffen gemacht.— Ach, wenn das Volk doch nur treu zur Sozial- demokratie hielte, damit uns die mühsam erkämpf- ten Rechte nicht wieder verloren gingen. W• r bleiben unserer alten Sache treu und hoffen auch beim Entscheidungskampi den Sieg davonzutragen." Bluttat eines 15 jährigen In der Heidebrinker Straße 3 verübte gestern nachmittag der 15 Jahre alte Kurt K. aus der Lortzingstraße ein M e s s e ra tt« n t at auf die 46 Jahre alte Frau Else Glas. K. war gegen 16 Uhr in der Wohnung der Frau erschienen und nach einem kurzen Wortwechsel stürzte er sich mit einem Messer auf sie. Frau G. versuchte den jungen Attentäter abzuwehren, dabei erlitt sie jedoch schwere Stichverletzungen am Hals. Auf ihr« Hilferufe eilten Hausbewohner hinzu, die den Täter überwältigten und ihm da» Messer fort- nahmen. K. wurde der Polizei übergeben. Das Motiv zu dem Ueberfall Ist noch nicht gänzlich geklärt. Der Fünfzehnjährige war früher bei Frau G. als Laufbursche beschäftigt. Wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten war er aber entlassen worden. Man glaubt danach, daß e» sich um einen Rache- a k t handelt. 135 goldene Uhren Ein Mädel in den Händen eines Schurken 3n einem Hotel in der Nähe de» Schlesischen Bahnhofs wurde der 34 Jahre alte frühere Bank- direktor Herbert Paget verhaftet, p. hatte die 13 Jahre alte Kontoristin einer Berliner Uhrenfabrik, Else X„ dazu verleitet, sür ihn im Lause der Zeit 135 wertvolle Uhren zu stehlen, die von p. verseht wurden. Die Fabrik wurde dadurch um etwa 15 000 M. geschädigt. Die Ausdeckung der großen Diebstähle brachte eigenartige Umstände an» Tageslicht. Von der Kriminalpolizei war in letzter Zeil beobachtet worden, daß in zahlreichen Versatz- häufern im Zentrum Berlins und auch in ande- r«n Gegenden Uhren einer bekannten Fabrik ver- setzt worden waren. Die Stücke hatten oft'«inen Wert von etwa 250 M, Jedeeinal war auf der Pfandleihe der Name des Verf«tzers mit Herbert Pagel angegeben. Man wußte nicht, ob die Uhren— es waren 135 Stück, die die Kriminalbeamten aufgestöbert hatten— aus einem Einbruch stammten. Im Chefbüro der Uhren- fabrik, wo man anfragte, war man aufs höchste überrascht. Man halte nämlich bei einer Bestands- aufnahm« im Januar festgestellt, daß rund 135 Uhren im Werte von etwa 15 000 M. fehlten, und wußte nicht, wie sie verschwunden waren. Man entsann sich jetzt, daß Mitte Januar eine Kontoristin erkrankt war. Als Gehaltszahlungen fällig waren, erschien bei der Firma ein Mann, der sich Pagel nannte und das Gehalt für die Kontoristin abholen wollt«. Da» Mädchen, jetzt zur Rede gestellt, erzählt« unter Tränen, daß Pagel sie veranlaßt habe, die 135 Uhren nach und nach zu stehlen, Durch Zufall hatte sie ihn kennengelernt. Pagel hatte früher bei einer Ber- liner Eitybank eine wichtige Position und unter- schlug 1926 bei der Bank 300 000 M Ende vergangenen Jahres machte er die Bekannt- fchaft der Elfe X., die sich in der Fabrik vom Lehrmädchen zur Kontoristm emporgearbeitei hatte, und forderte sie eines Tage» auf, ihm eine Kommission von Uhren zu überlassm, die er einem Freund verkaufen wollte. Das war alles Schwindel: er versetzte die Uhren. Bald war das Mädchen dem Schurken ganz verfallen und tat alles, was er von ihr verlangte. Ohne daß es in der Firma sonderlich auffiel, stahl sie eine Uhr um die ander«. Heue chemische Gewehe Man kann heute schon behaupten, daß die Stoffmode nicht mehr ausschließlich in den Moden- atelier», sondern auch in den Laboratorien der chemischen Industrie gemacht wird. Hier werden durch die verschiedenartigsten Ver- suche neue Rohstoffe gewonnen, die dann der Textilbranche neue Anregungen und Möglich- li�eictisbAimer! Das Platzkonzert des Reichsbanners findet heute um 14 Uhr auf dem Leopoldplatz(Wedding) statt. Die geplanten Aufmärsche bleiben verboten. das sich für Borhänge, Läufer, Tijchdecken, Wäsche und Sportkleidung eignet, während es durch Zu- satz von Seide zu Spitzenstosfen, leichten Wäsche- und Kleiderstoffen verarbeitet wird. Die Vistra- safer, der Grundstoff des neuen Gewebes, wird in einem Spezialverfahren hergestellt, damit Vistragarn entstehen kann, müssen die Vistraslocken erst in einem mechanischen Spinnverfahren— analog dem Spinnprozeß der Baumwolle— gesponnen werden. England im Schnee öereits vier Menschen umgekommen London, 24. Februar. Ganz Großbritannien mit Ausnahme eines schmalen Streifens an der Oflküstc wurde von einem furchtbaren Schnee stürm heimgesucht, der den Straßen- und Eisenbahnverkehr lahmlegte und große Störungen in den telephoni- scheu und lelegraphlschen Verbindungen ver- ursachle. Ganze Bezirke wurden durch den Schnee abgeschnitten. Da» Geschäftsleben lag an vielen Orten vollkommen still. � Der Schneesturm hat bisher oierMenschen- leben gefordert. Sechzig Schulkinder aus Wales, die in einem Ueberlandomnibus reisten, wurden über 24 Stunden lang vermißt und konnten erst in den Abendstunden des Freitag auf freier Land- straße aufgefunden werden, wo der Omnibus in dem hohen Schnee stecken geblieben war. Der Schneefall wird als der stärkste feit fünf- zig Jahren bezeichnet. In manchen Dörfern in Wales erreichte die Schneedecke die Höhe niedriger Häuser, so daß sich die Bewohner müh- sam einen Weg ins Freie schaufeln muhten. Der Sturm riß in manchen Kreisen in Wales die Dächer weg, so daß die Bewohner flüchten mußten. Der Eisenbochnverkehr zwischen London und Westengland war vollkommen lahmgelegt. In der Zeit von Donnerstagabend b's Freitag- abend traf ein einziger Zug aus Südwales in London ein, alle anderen waren auf der Strecke liegen geblieben. Der Fernsprechverkehr in West- england ist bis zu 40 Proz. lahmgelegt, da die Telephonleitungen auf große Strecken von dem Schneesturm zerstört worden sind. Wie wird das Wetter? In Berlin: Wieder zeitweise heiter, leichter bis mäßiger Frost, keine wesentlichen Schneefälle, oft- liche Winde.— In Deutschland: Nur im Süd- osten strichweise geringe Schneefälle, sonst allge- mein zeitweise heiter, überall Frost. 'teil 1S7& 4. A/«« /«/c/i CJ I DqmL Der Bfistenbalter wird In allen unseren Filialen und In den Gescbilten von Obersky& Lewandowski unverbindlich anprobiert I in größter Auswahl vorrätig! u- e a h n h o f h e p m a n n p l a r z• d f r k a r s' t a'd t b a h n h o f WERTHEIM Ausnähme- In dieser wocfte preise Herren-Sportanzug reine Wolle, engl. gem. Stoff, 3tlg., Knickerb. undlangeHose Herren-Sakkoanzug reinet Kammgarn, moderne Muster, gute Verarbeitung Damenwäsche Taghemd qc mit Stickerei und Motiv.»,,. Nachthemd weiß mit hübscher cc farbiger Garnitur........ 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M16 Mittwoch, I.März 8 Uhr Erstaufführung Das große Welttheater von Hugo v. Hof- mannsthal Regie. Max Reinhardt Oemsdies KOnsienlieaiei Th. d. Schauspieler Bsrbaiossa 0403 Täglich 8V, Uhi Anfomalen- Bflieil Komödie mit Musii Agnn Straub, Stobrawa, Heitingar, Trenk-Irebihth Sonntag 4 Uhr KaoiDl der Tertia R.«.« Zauber JmMmqsstilum Wegen der bevorstehenden Wahl bleibt das Theater vom Montag. dem 27. Februar bis einschl. Mittwoch, dem 8. März, geschlossen Stettiner Sänger Reidishallen-Th., Dönhoffpl 8.15, Sonntags 3.30 zn ennHBIgten Preisen � Das große Februarprogramm „Kamevar BETRIEB A KEMPINSKI¥3 •/HEUEOWEIK- n E Irnold Schal,- U-Bahn Hermannplatz— Haienhaide IQt, Großes Bockbierffest hei > u tl 6 Kapellen— Einlaß 5 Uhr DI E X&T.4 G, I3KX ÄS F E B K U A K 1 Ofti Große Schweinebraterei u. rrämlierun3 des schöns en u tiefsten Qckenauss hnltts. 4 Geldpreise 40,�0.20, 10 RM Schiller ßismarckstr.(Knie) Steinpl.(CD 6715 Täglich 8*4 Uhr Louis Graveure singt in „LaVaiii�re" Preise I bis6M Theater St Kleines Th. Unter d Linden 44 Merkur 1624 Truppe 1931 Wer Ist der» Dümmste« Preis 7.5 P/. h.-f.- AI. Sonntag nachm. SV, ifieme Preist; Rose-Tbeaier ärobe frauttonir Mrili 132 Tal Weichsel E7 342? 2.30 Uhr Tanz- Matinee 5.30, 8.45 Uhi Der Hasenfellhändler Rartfirstend-Tii. üasTheaier ohne Bon-Wirtschaft KorfSrstendtram 209 Bism. 1400 8-/, Uhr Glückliche Reise Unerelte von KQnneke Preist von 0.60 bis 6.- M. B» Ba Ba ■ endowu rfnnte Bühm ottbasser StraOe Uberbaum 3500 8-4 Uhi Sonntag auch' ,4 u Wilhelm Bendow Der scharfe Löwe Allee Hechy Gewiuuauszug 5. Klaffe 40. Preußisch-Süddeutsche Staats- Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Ans jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer In den beiden Abteilungen 1 und ll 16. Ziehungstag 25. Februar 1933 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 406 M. gezogen 6 Vebnane ju 5000 M. 165785 297373 336267 24®«n>ran»»u 3000 M. 58103 62437 79613 108905 120526 140044 178962 220017 244601 321408 341957 361704 50 fflcmimiz a« 2000 M. 5019 8644 24203 30687 53880 67850 98639 127931 131239 131341 137489 149865 153687 154589 158780 228814 241973 293496 310409 310611 326657 329694 351762 373267 398251 106«-winn- au 1000 M. 1970 5131 6507 22678 32197 37219 40078 45523 43322 94302 95753 103577 116924 123374 125335 127709 144260 146330 153741 160886 168487 137435 135160 135548133531 207153 216092 237093 244455 254945 257853 263621 283086 283655 233485 291782 300278 303863 323057 323615 333236 348716356507 362032 362363 364157 366043 378616 362600 333638 332008 336438 336593 216 Gewinns au 500 M. 2363 3320 6266 7330 17272 33723 37337 42373 44433 45432 46533 50520 54735 57674 53417 63171 68475 75196 78320 83657 85072 85780 36335 36885 36913 33343 103232 114411 119140 131362 133171 140323 146341 143712 150405151614 1 51 71 2 170076 176776 173046 130031 132333 134555 130204130854 133482 137373 201304 202415 204363 210353 215530 224738 225323 223584 230640 230746 241074 245430 243415 250330 255040 257733 253572 253358 253832 260261 260332 264067 272741 273773 274443 274464 277156 230830 237013 238332 305681 303313 303110303278 315555 313236 324036 325000 327011 327316 330333 333338 334343 333237 345108 352333 354554 356341 36I63I 361311 362263 366332 363330 372872 375325 375057 382556 336526 383636 333372 336676 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. » gezogen 2 Sabrina» au 50000 M. 318139 4«.«»tnna Hl 10000 M. 155963 158377 6(Bcmtnna au 6000 M. 46935 205827 253787 12©ammna au 3000 M. 62840 1 12220 1 83620 258525 303351 333201 54»-Minna ,u 2000 M. 21747 51135 56317 57054 61234 61419 70332 85658 33761 33210 I0504I 114799 116763 118601 129928 142802 148920 165092 174474 181971 234819 238267 246881 333349 333651 359787 382721 116»tminna an 1000 M. 1532 1688 11532 16938 21764 23066 27366 32637 44333 43231 53610 61535 63503 84123 71018 97543 106104 103331 103883 117200 113361 123133 123353 131442 134303143803 156026 160333 163735 164344 170451 171532 174575 173210214283 237355 242735 243466 245301 252020 270535 276336 276312 286303 230363 236362 301415 205036 307314 322063 325373 226321 240316 241 123 273241 381457 230777 334878 124»amenna>- 500 M. 2577 3410 5573 3322 3377 12168 28177 31130 31445 33181 41236 42534 42333 54132 50844 63263 35224 83237 100283 101538 112394 124663 142704 153234 183722 185877173700 179643 131235 181603 189267 183596 131374 215400 221623225743 228355 232125 254403 257354 260253 272703 275731 277413 273426 232524 234323 236312 307436 310333 311236 334337 333422 344028 245454 357456 363017 366435 376700 276300 381834 236853 Im Gewtnnrade verbtieden: 2 Prämien zu je öOUOOO. 2 Gewinne zu je 2 eine kommunistische Wache lag, unter den Schlafpritschen eine Falltür, durch die man über eine Leiter in einen Keller räum kam. Pon diesem Kellerraum aus geht ein Labyrinth von Gängen nach allen Rich- tungen. Jerner schließt sich ein unterirdischer Gang zur Bartelstraße an, der dort in einem Hause endet und das unbemerkte Betreten und B«rlassen des Karl-Liebknecht-Hauses ermöglichte. In den unterirdischen Räumen liegen viele hun- dert Zentner hochverräterischen Materials, das aus den Druckmaschinen im Karl-Liebknecht-Haus gedruckt worden sein dürfte. . In de» Druckschriften wird zum bewaffneten Untsturz, zur blutigen Revolution ausgerufen. Schriften über die russische Reoolu- tion dienen zur Anlernung und Ausbildung der kommunistisch�» Staffelführer. Es wird gezeigt, wie zunächst bei Ausbruch einer Revolution über- all angesehene Bürger festgenommen und er- schössen werden sollen. Andere Schriften enthalten weitere Ratschläge und Anordnungen. Die gc- sundenen Geheimräume waren von den der Polizei bekannten Kellern des Hauses auf ge- -schickte Weise getrennt worden. Man hatte sie mit uerkleideten Türen, Regalen und großen Zeitungs- ballen verrammelt, so daß sie be« den zahlreichen Durchsuchungen des Hauses bisher nicht bemerkt .würden. Interessant ist, daß im ganzen Karl-Liebknecht- Hause ein raffiniertes Alarmsystem besteht, durch das bei jeder Durchsuchung sofort alle im Hause befindlichen Personen gewarnt wur- den. An der Außenfront des Haufes liegt zunächst der W a ch r a u m, dessen Fenster durch Z e i- tungsballen und Matratzen barrikaden- artig verbaut sind. Daneben liegt ein Psörtner- räum, der durch Spiegel so gesichert ist, daß der Psörtner alle Vorgänge vor dem Hause be- merken kann, ohne selbst gesehen zu werden. Die große Einfahrt ist durch mehrere eiserne Tore gesperrt, wie auch im hause an wichtigen Stellen eiserne Tore eingebaut sind. Zm houpteingang fand man in der por- tierloge unter dem Ladentisch an der kante einen Alarmknops und aus dem Auhboden eine Alarmklingel. Mit Hilfe des Knopfes konnte bei Erscheinen der Polizei unauffällig die Zugangstür zum Hause automatisch versperrt werden, während die Alarmklingel den Hausinsassen das Erscheinen von Polizei ankündigte. Die Polizei war bei den Durchsuchungen meist gezwungen, die automatisch versperrten. Türen durch Schlosser öffnen zu lassen.---.- In der Zwischenzeit hatten die im Haus« tätigen Personen genügend Zeih belastendes Material oerschwinden zu lassen und durch de» unter- irdischen Gang das Haus zu verlassen. 3m fünften Stock fand man an der Front des Hauses einen etwa einen halben Meter hohen Kanal, der von den einzelnen Zimmern aus durch Abnehmen von Holzverkleidungen zugänglich gemocht werden konnte. Durch diesen Kriechgang konnten gesuchte Personen ebenfalls im Falle der Rot verschwinden, serner wurden Geheimakten in diesem Gange gefunden. Die Besetzung des Karl-Liebknecht-Hauses wird noch längere Zeit andauern. Es wird kein Raum und kein Schriftstück ohn« eingehende Durch- suchung und Prüfung bleiben. Dazu ist eine Arbeit von Wochen nötig. Der Terror Ein Telegramm an den Reichspräsidenten Eigener Bericht des„Vorwärts" Schwerin. 25. Februar. von dem Terror in Mecklenburg zeugt nachfolgendes Telegramm, das der fozialdemokra- tische Bezirksvorstand und das Reichsbanner Schwerin an den Reichspräsidenten gesandt haben: „Sonntag maßte sich SA. in Doberan. Amt Rostock, Polizeigewalt an und forderte vom Büc- germeister Auflösung de» polizeilich genehmigten Umzuges der Eisernen Front. Als der Bürger- meister die Auslösung ablehnte, erklärte nach dem Bericht der nationalsozialistischen Zeitung die SA.. daß sie selbst den Zug auslösen würde. Die SA. unternahm dann zwei Feuerübcrsälle mit Pistolen aus den polizeilich erlaubten Zug. Einen Toten undlt durch Schüsse verletzte hatte das Reichsbanner. Donnerstagabend wurde iu Rostock das Gewerkjchastshaus„Phil- Harmonie" von SA. überfallen, die dort schlimmer als in Fein de stand hausten. Frei- lagabend wurden in Rostock eine Anzahl von sozialdemokratischen Funktionären von SA. über- fallen. U. a. wurde der örtliche Vorsitzende des Fabrikarbeiterverbandes durch einen Schuh schwer verletzt. Polizei offenbar machtlos, wir ersuchen dringend um ausreichenden Schutz der republikanischen Be- völkerung." Lchusse auf Reichsbannerleute— ein Toter Reiße, 25. Februar. wie die Regierungsprejsestelle mitteilt, wurden in der vergangenen Rächt aus Reichs- bannerleule drei Schüsse abgegeben, durch die ein Arbeiter, der sich unter den Reichsbannerleuten befand, tödlich verletzt wurde. Die Schützen konnten bisher nicht ermittelt werden. �vei SA.-Leute erschossen Köln, 25. Februar. Amtlich wird mitgeteilt: Der SA.-Mann woller Spangenberg wurde gestern abend gegen tl Uhr 45 an der Ecke Hansaring- Kuempchenshof von unbekannten Tätern aus dem HinterHoll beschossen. Kurz nach der Einliefe- rung ins Krankenhaus erlag er seinen vec- letzungen. Mehrere verdächtige Personen, die der Kommunistischen Partei angehören, wurden festgenommen. Auf dem E igelst ein wurden gestern abend kurz vor Mitternacht von einer Versammlung heimkehrende Rationalsozialisten durch Angehörige der SPD. übersallen und beschossen, hierbei erhielt der SA.-Mann Johann Winterberg einen Bauchschuß, an dessen Folgen er starb. Fünf an der Tat beteiligte Kommunisten wurden festgenommen. Der SA.-Mann Robert Ressig erhielt in der Straße Unter Sahlenhausen bei einem Uebersall durch Kommunisten einen Beinschuß. Aus der flaft entlassen Eigener Bericht des„Vorwärts" Breslau, 25. Februar. Das von der reaktionären Presse sensationell auf» gemachte Hochverratsoerfahren gegen die Teilnehmer des freigcwerkschaft» lichen Bildungslehrgangs in Kalten- brunn ist kläglich zusammengebrochen. Die am Mittwoch festgenommenen Kursusteilnehmer wur- den am Sonnabend aus der Haft ent- lassen. Die beschlagnahmten Schriftstücke des Kursusleiters Dr. Stammer wurden von den Schweidnitzer Gerichtsbehörden vorläufig zurück- gehalten. Das Berfahren gegen die freigelassenen Gewerkschaftler und Sozialdemokraten soll noch eine formal-juristische Fortsetzung finden. Es steht jedoch schon heute außer Zweifel, daß auch diese Aktion wie ein Schlag ins Wasser enden wird. Die Festnahme der sozialdemokratischen Kursus- teilnehmer erfolgt« in der Art, wi« man bis an die Zähne bewaffnete Schwerverbrecher aushebt. Die Beamten stellten sich in großer Zahl mit ent- sicherten Schuhwaffen um das Haus auf und drangen mit erhobenen Revolvern und unter dem Ruf„Hände hoch, es wird geschossen!" in den Kursus ein. Nach l�stündigem.Warten wurden die Festgenommenen trotz schärfster Kälte aus offenen Lastkraftwagen nach Schweidnitz geschafft. Verboten! „volkszeituug" in Liegnitz aus Z Tage. „Der Roke Ruf" in Hirschberg aus Z Monate. „Rote Funken" in Glogau aus Z Monate. „Oberschlesisches Volksblatt" in Gleiwitz aus 3 Tage. „Ehristlicher Volksdienst" in Sornlal(Württemberg) aus Z Tage. Leschlagnahmt von der„Internationalen Gewerkschasts-presse- korrespondenz"(Organ des IGB.) wurden die Rummern tZ und l4 der deutschen Ausgabe polizeilich beschlagnahmt, ohne konkrete Angabe der Gründe. Ferner„Westsälische Allgemeine Volkszeitung" Nr. 48 in Dortmund sowie 20 000 Exemplare vom „Rot«n Pfeffer" in Berlin. „Tempo"-Verbot aufgehoben Da» siebentägige verbot des„T e m p o" ist vom Reichsgericht aufgehoben worden. Die kosten trägt der Staat. Abgekürzte Verbote Die Beschwerde der„S ch l e s w i g- H o l- stcinischen Volkszeitung" in Kiel gegen das vom Ob«rpräsidenten ausgesprochene 14tägige Verbot des Blattes ist vom Reichsgericht kosten- pftichtig abgewiesen worden, die Verbots- dauer jedoch um drei Tage verkürzt worden. * Wie die Redaktion der Zeitung„Berlin am M o r ge n" mitteilt, hat das Reichsgericht das Verbot von„Berlin am Morgen" so abgekürzt, daß die Zeitung am Sonntag, dem 26. Februar, erscheinen kann. Ursprünglich war das Blatt bis einschließlich 28. Februar verboten. Polizei gegen Einheitsfront Köln, 25. Februar. Die Regierungspressestelle teilt mit: Bestimmte Anzeichen deuten darauf hin, daß die KPD. an Kundgebungen der Eisernen Front und der SPD. teilzunehmen beabsichtigt, um dadurch das KPD.-Umzugsoerbot zu umgehen. Der Minister des Innern hat aus diesem Grunde angeordnet, Versammlungen unter freiem Himmel und Um- züge der Eisernen Front, der SPD. und sonstiger diesen nahestehender Organisationen bei G e- fahr der Beteiligung von Kommu- nisten zu verbieten und mit allen polizei- lichen Machtmitteln zu verhindern. fps c.0 SOWEIT, VORRAT! ETWAS GANZ AUSSERGEWÖHNLICHES! 12 aus bestem Material handgearbeitete SUMATRA- SANDBLATT-Z'öARREN zu 1 im voraus zahlbar Postbezug.?.!)? M einschließlich 60 Pl Postzeitung» und 72 Pf. Postbestellgebühren. Auslandsadonnenient 6,6- M pro Monat: für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto 4 6.7 M?ei A- Stall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten au! Erfaß, i Anzeigenpreise: Die e i n I v a 1 1 i g e Millimeter.zeile ÜO Pf. isteklumezeile 1,50 M..Kleine Anzeigen- das fettgedruckte Wort 20 Pf jedes weitere Wort 10 Pf Rabatt laut Tarif Worte über tä Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Millimeterzeile 26 Pf. Faniilienanzeigen Millimeterzeile t6 Pf Anzeigenannahme im H au p t g e f ch a' 1 Lindenstr. 3. wochentäglich von S'A bis 17 Uhr Der Verlag behält sich da» Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I Verantwortlich für Politik: Rudolf Brrndrmühl: Wirtichaft: G Klivgelhöfer: Gewerkschaftsbewegung- Z. Steiner: Feuilleton: Serbert ----.----■ lin. I 53,-~-------....-*....-------------«------ W'" Lepare: Lokales und Sonstiges: Fritz Sarstädt: Anzeigen: Otto Sengst: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag®. m. b. H. Berlin. Druck: Borwärts-Luchdruckerei und Berlagsanstall Paul Singer u. Do. Berlin SW 66 Lindenstr Z. �tsIieTlcappe mottiskts Hakslzsumps, moderne A Garboform, in sich farbig abgetönte AyO Garnitur, mit Agraffe............... (wie Abb.) Modellkopie ausd.mmod.Mattg-flecht„Ceitaaal", neueste Scholtengarnitur mit Glas-><75 agraffe, neue Frünjahrsfarben....... KJmmmm Reinwollener Hahnentritt der neue frühjahrsstotf, in verschie- 1 75 denen Farbzusammenstellungen, Mtr. 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Sie verlangen, der Reichsbahn in stärkcrem Mahe als bisher gesetzlichen Schutz an- gedeihen zu lassen, damit auf diese Weise der wirtschaftlich notwendige Bestand der deutschen Eisenbahnen und damit auch die Existenzgrundlage von etwa 2 Millionen Volksgenossen sichergestellt wird Die Eingabe ist nicht zuletzt eine Auswirkung der Rede des Reichskanzlers bei der Erösf- nung der Berliner Automobilaus- st e l l u n g. Diese Rede hat bei den Eisen- bohnern große Lersti mm u n g hervorge- rufen, und die Verbandsblätter der organisierten Eisenbahner beschästigen sich eingehend mit Hitlers Eröffnungsansprache. ,,Der Deutsche Eisenbohne r". die Ver- bondszeuschrift des Einheitsverbandes, erblickt in dieser Rede ein„eindeutiges Bekennt- nis zum Individualismus und zur k a p i t a l i- st i s ch e n Wirtschaftsweise". Hitlers Behauptung, Noch eine Woche Bis zu den Wahlen Fassen wir all das, was sich im Februar bisher ereignet hat, zusammen, dann besteht für die frei- gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmerschaft kein Zweifel mehr darüber, um was es bei den Wahlen am Sonntag geht. Die Tatsachen sprechen eine so deutlich« Sprache, daß wir sie, ohne viele Worte darüber zu verlieren, sehr gut verstehen. Auch die verbotenen Zeitungen belehren uns darüber, eindringlicher noch als ihr Inhalt, was wir am nächsten Sonntag zu tun, wie wir zu wählen haben Verboten ist das Organ des Gesamtver- bondes der Arbeitnehmer der öffentlichen Be- triebe und des Personen- und Warenverkehrs, die „Gewerkschaft", bis zum 26. März. Verboten ist das Organ des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands,„Der Proletarier", bis zum 18. März. Verboten ist das Wochenblatt des Deutschen Pougewerksbundes, der„Grundstein", bis zum 1. Mai. Verboten sind also die Gewerkschaftszeitun- gen für rund 1 1- Millionen Gswerkschaftsmit- glieder, oerboten während der Wahlbewe- g u n g. Was sonst noch alles während des Wahl- kalnples verboten wurde an sozialdemokratischen Tageszeitungen, an Broschüren und Flugblättern, die in der Rechtspresse schon nach Gewicht re- gistriert werden, an Kundgebungen und Rednern, was an Versammlungsstörungen verübt wurde, all das wird einmal später zusamniengezählt werden, zumal die Verbotsperiode noch keineswegs beendet ist. Die Gewerkschaftsmitglieder wissen trotz aller Verbote, was ihnen ihre Gewerkschastspresse, was ihnen die sozialdemokratische Parteipresse zu den Wahlen am Sonntag zu sagen hat: Wählt Liste 2 Die Beamtenpolittt Oer AOB. an den Reichspräsidenten Der Allgemeine Deutsche Beamtcnbund hat an den Reichspräsidenten ein Schreiben gerichtet, wo- rin er die Amisenthebung von Fachbeamten aus politischen Gründen beklagt. „In den krisenerschütterten Iahren der Nach- kriegszeit hat sich das � deutsche Berufsbeamtentum, allen Stürmen trotzend, als fest er Pfeiler der staatlichen Ord- nung bewährt Immer und immer wieder ist von den verantwortlichen Männern in Reich und Ländern mit Dank und Anerkennung die geschicht- liche Leistung des Beamtenrums für den Wiederausbau unseres schwer ringenden deutschen Vaterlandes gewürdigt worden. Erfüllt von unbedingter Versassungs- und Pflichttreue und durchdrungen von echter Staatsoesinnung, hat das Beamtentum in treuer Hingabe an Volk und Reich im Kraftwagen und im Flugzeug habe der Mensch Verkehrsinstrumente erhalten, die wieder dienende Mittel zum Zweck werden, entspreche nicht den verkehrswirtschaftlichen Tatsachen. Gerade der gewerbsmäßige Kraftwagenverkehr fühle sich nicht als dienendes Glied der Verkehrswirtschaften. sondern sei Selbstzweck kapitalistischer Unter- nehmer. Die Eisenbahnen betätigten sich in west stärkerem Maße als der Kraftwagenverkehr als dienendes Glied der Gesamtwirtschast, und gerade deshalb sei ihre Position im Wettkampf mit dem Kraftwagen schlecht. Die staunenswerte Entwicklung des Lastenverkehrs auf der Land- straße verdanke man nicht der privaten Initiative der Automobilindustrie, sondern sie sei vor allem darauf zurückzuführen, daß die Eisenbahn bisher nicht von ihren Bindungen befreit worden sei, und weil man es versäumt habe, den Kraftwagenver- kehr frühzeitig in das nationale Verkehrssystem einzugliedern. Die Eisenbahner seien nicht gegen den technischen Fortschritt, aber sie wehrten sich dagegen, daß die Entwicklung auf kosten eines leistungsfähigen und bewährten Verkehrsmittels. wie es die Eisenbahnen seien, vor sich gehe. Der hemmungslose Kampf der verschiedenen Verkehrs- mittel um möglichst große Anteile am Verkehrs- volumen müsse aushören und einem System gegenseitiger Ergänzung und Unterstützung Plag als Diener der Gesamcheit den Gedanken einer von Recht und Gerechtigkeit getragenen Verwal- tung gefestigt und so ein im Volke fest ver- ankertes Fundament des Staates errichten helfen. Die Wirrnisse und Fluten der politischen Leiden- schaften, die unser durch die große wirtschaflliche Rot schwer geprüftes Volk im tiefsten ausgewühlt haben, drohen nun auch dieses Fundament zu untergraben.... In großem Umfange werden über den be- grenzten Kreis der politischen Beamten hinaus auch sonstige Fachbeamte aus politischen Gründen ihres Amtes entsetzt und, bis in die Schichten der mittleren und unteren Beamten hinein, wegen Ausübung des verfassungsmäßigen Rechtes der Freiheit der politischen Gesinnung und der ver- einiaungsfreiheit in ihrer Existenz als Beamte bedroht." Gozialwahlen oertagt Die sozialen Wahlen(nicht auch die Betriebs- rätewahlen), die in den nächsten Monaten fällig gewesen wären, sind aus Grund der dem Reichs- arbeitsminister durch die Verordnung vom 8. Dezember 1931 erteilten Ermächtigung erneut um ein halbes Jahr, d. h. bis Ende des Jahres vertagt worden. Erörterungen über diese Vertagung haben bereits unter der vorigen Regierung stattgefunden. Der„Hauptausschuß nationaler Industrie- arbeiter- und Berufsvevbände", desien Vorsitzender der Führer des gelben Reichsbundes vater- ländischer Arbeiter- und Werkvereine ist, hat die Aussetzung dieser Wahlen bis nach dem 1. Juli 1933 beantragt. Die Gewerkschaften hatten an der ersten Vertagung der Wahlen in der Sozialoersicherung um ein halbes Jahr keinen Anteil. Noch mehr stehen sie selbstverständlich dem Beschluß der Hitler-Regierung fern, der übrigens unter dem Einfluß der gleichen Kreise zustande gekommen ist, die in der ersten Vertagung ein Verschleppungs- Manöver der Gewerkschaften zu sehen vorgaben. Die Gewerkschaften hätten damals wie heute keine Sorge gehabt, ihre Positionen in den Körper- schaften der Sozialversicherung zu behaupten. Wohl aber scheinen heute die gelben Ver- bände die Hoffnung zu haben, im Lause eines halben Jahres so hoch gepäppelt zu sein, daß sie alsdann mit größerem Erfolg den Wahlkampf gegenüber den Gewerkschaften bestehen können. Denn, wie man weiß, ist ja die erneute Ver- tagung in erster Linie auf den Einfluß dieser gelben Verbände zurückzuführen. Ihre in Aus- sicht gestellte Anerkennung als Gewerkschaften. wahrscheinlich auch die innigen Beziehungen, die sie zu den derzeitigen Regierungsparteien unter- halten, lassen ihnen augenscheinlich die Zukunft hoffnungsvoll erscheinen. Für die Gewerkschaften bestand kein Grund, einer sofortigen Entscheidung im sozialen Wahl- kämpf auszuweichen. Andererseits brauchen sie auch die Vertagung nicht zu fürchten. Wird doch im Lause der kommenden Dreioierteljahre viel- machen. Wenn Hiller sage, dem Auto und dem Flugzeug gehöre die Zukunft, so sei das seine per- sönliche Meinung. Emstweilen und noch sehr lange würden die Eisenbahnen dos Rückgrat des öffentlichen Güter- und Personenverkehrs bleiben. Die Ausführungen des Reichskanzlers könnten die Eisenbahner in ihrem Kampf um eine Neuord- nung der deutschen Verkehrswirtschaft und damit um die Sicherung der Existenzbasis des Reichsbahnpersonals nicht irre machen. In Baden hat der Landtag ein Arbeits- beschafsungsprogramm aufgestellt, das als Haupt- arbeiten unter anderem die E l e k t r i f i z i e- rung der badische» Bahnen vorsah. Die badische Regierung hat ihr Programm den zuständigen Stellen der Reichsregicrung vorgelegt, und der badische Finanzminister war persönlich beini Reichskanzler Hitler vorstellig geworden. Das Ergebnis des badischen Schrittes war jedoch durchaus unbefriedigend. Wie der Finanzminister mitteist, zeigte sich der Reichskanzler in der Frage der Elektrifizierung der badischen Bahnen unzu- gänglich: er meinte, zur Förderung des Fremden- Verkehrs, der für Baden von großer Bedeutung sei, sei wohl der Ausbau von Auto- straßen zweckdienlicher. Wo soll aber die Reichsbahn bleiben? leicht noch manchem, der heute im neuen Kurse mitmarschiert, die Erkenntnis darüber dämmern, w o seine Arbeitnehmerinteressen in Wahrheit ver- treten werden. Der Schiedsspruch Für die hloheltransportarheiter Der' Berliner Schlichtungsausjchuß hat am Sonnabend im Tarifstreit des Möbeltransport- gewerbes einen Schiedsspruch gefällt, der im wesentlichen folgendes besogt: Die W o ch e n l ö h n e der ständigen Arbeiter (Kutscher, Packer usw.) werden von 44.19 Mark auf 4 2 Markhe rabgesetzt, die der Stall- leiste und Wächter von 39,79 Mark auf 3 7 Mark und die T a g e l ö h n e der unstän- digen Arbeiter von 8,59 Mark auf 7,29 Mark. Als neue Verschlechterung sieht der Schiedsspruch eine Bezahlung von halben Arbeitstagen für unständige Ar- bester in Höhe von 4 Mark vor. Bisher gab es eine derartige HaMägsbezahlung nicht. Die Zuschläge für Transporte von Geld- schränken und eisernen Aktenschränken sollen in Zukunft fortfalle' n, die übrigen Sonderzu- schlüge gleichfalls gekürzt werden. In dein Manteltarifvertrag nimmt der Schieds- spnich einen Abbau d e s U r l a u b s in der Spitze von 12 auf 9 Tage vor sowie die Ver- kürzung der Bezugsdauer des tariflichen Kranken» geldzuschusfes von 18 auf 12 Werktage. Das Lohnabkommen soll bis zum 31. Oktober 1933 und der Manteltarif bis zum 28. Februar 1934 gelten. Di« im Gesamtverband organisierten Berliner Möbeltransportarbeiter nehinen a m Montag m einer Volloersammlung zu dem Schiedsspruch Stellung, für den eine Erklärungs- frist bis zum 4. März festgesetzt ist. * Die Unternehmer hatten eine„Anpassung der Löhne" an die Verhältnisse des Gewerbes gefor- dert, das infolge feiner ungewöhnlichen Ueber- fetzung durch unzählige wild« und Gelegenheits- Unternehmer in Not geraten sei. Gewiß, die große Arbeitslosigkest samt den Lohn- und Gehalts- kürzungen führt dazu, daß die Mehrzahl der meist gezwungen Umziehenden auf möglichst billige Umzugskosten bedacht sein muß und auf der anderen Seite viele Arbeitslose stehen, die. zu jeder gelegentlichen Beschäftigung bereit sind. Allein, die Lohnkürzung, die der Schiedsspruch vorsieht, ändert an den Dingen nichts. Schließlich haben ja auch die Möbeltransportarbeiter ein Interesse daran, daß ihr Gewerbe nicht umgangen wird. Auch die st ä n d i g e n Arbeiter haben nicht ständig Beschäftigung. Ihre Arbeit ist sehr schwer und kann von schlecht oder gar unterernährten Menschen nicht geleistet werden. Der Schiedsspruch wirft die Auffassung über den Hausen, als ob mit den Lohnkür- zungen nun endlich Schluß sei. Ob er den Auftakt bildet zu einer neuen Lohnkürzungs- kampagne unter dem neuen Reichsarbeitsminister, das wird sich bald zeigen. Borher und nachher Was die NLOAR. für Kriegsopfer tat Ein Flugblast der NSDAP., überschrieben „2 Millionen deutsche Kriegsopfer", wendet sich an die Kriegsbeschädigten. In nicht wiederzu- gebeirden Ausdrücken wird dort hegen die„Mar- xisten" losgezogen. Dann wird hervorgehoben, was die NSDAP, für die Kriegsopfer getan hat. Wir zitieren wörtlich: „Unsere Reichstagsfraktion brachte im Plenum des Reichstags in der Sitzung am 9. D e z e m- der 1932 folgende Anträge ein: 1.„Der Reichstag wolle beschließen: die Reichs- regierung zu ersuchen, die aus dem Reichsoerjor- gungsgeseiz von 1929 und den seither erlassenen Novellen fließenden Leistungen des Reichs für die Opier des Krieges in vollem Um- fang wieder herzu st eile n." 2.„Der Reichstag wolle beschließen: 1. die mit den sozialen Versicherungen begründeten Ai»- sprüche der Kriegsopfer auch beim Bezug von Renten aus der Reichsversorgung anzuerkennen und die augenblicklich ruhenden Leistungen in vollem Umfang wiederherzustellen�?, die durch den natürlichen Abgang in der Reichs- Versorgung eingesparten Etats mittel zur Sicherung einer gerechten Altersversorgung des deutschen Fronst'oldaten bereitzustellen." 3.„Der Reichstag wolle beschließen: Die Pflichten der deutschen Nation den Opfern des Krieges gegenüber sind in den Opfern und Lei- stungen des deutschen Soldatentums so ausschließ- lich begründet, daß kein Staats Notstand dazu berechtigt,-Me Gegenlefftungen der Nation den Kriegsopfern gegenüber durch Not- Verordnungen einzuschränken." In der«itzung des Haushaltsausschusjes des Reichstages 00 in 2 4. Januar 1933 wurde nachstehender Antrag unserer Fraktion ein- st immig angenommen: „Der Ausschuß wolle beschließen: die Reichs- regierung zu ersuchen, bei der O st s i e d l u 11 g geeignete Kriegsbeschädigte stärker als bisher zu berücksichtigen und hierzu den Kriegsbeschädigten Kapital abfindungen zu bewilligen." Woraus hervorgeht, daß die Marxisten Erkleck- liches für die Kriegsopser geleistet haben, diele Leistungen jedoch durch Notverordnungen von N i ch t m a r x i st e n erheblich abgebaut worden sind. Woraus weiter hervorgeht, daß die Reichs- tagsfraktion der NSDAP, beantragt hat— vor dein 30. Januar—, diese von M a r x i st e n be- schlössen«» Leistungen w i e d e r h« r z u st e l l e n. Woraus schließlich hervorgeht, daß das Kabinett Hitler, das seit vier Wochen im Amt ist, diese und ähnliche Anträge und Beschlüsse nicht durch- geführt hat. SozialpolM „Eine erhebliche Verbesserung" Die Telegraphen-Union teist mit: „In der Linkspresse ist behauptet worden, daß die Ermäßigung der Krankenscheingebühr auf 25 Pfennig nur eine geringe Verbesserung bringe, da schon die Verordnung von 1939 die Her- at'segung der Krankenscheingebühr aus 25 Pfennig für Personen, die unter 4 Mark täglich verdienen, vorsehe. Von zu st ändiger. Stelle wird dazu er- klärt, allerdings enthalte die Verordnung von 1939 eine solche Vorschrift. Dies sei jedoch nur eine Kann-Vorschrist, von der zahlreiche Orts- krankenkassen keinen Gebrauch gemacht hasten, so daß die allgemeine Senkung der Krankenschein- gebühr auch für die Arbeitnehmer mit geringem Arbeitsverdienst eine erhebliche Ver- b e s s e r u n g bedeute." Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion l>at die Aufhebung der gesamten Notverordnung sowie insbesondere auch der Notverordnung voni 14. Juni 1932 beantragt, und die Vertreter der Nationalsozialisten haben s ü r diesen Antrag ge- stimmt. Nachdem aber jetzt„von zuständiger Stelle" erklärt wird, die Herabsetzung der Kranken- scheingebühr auf 25 Pfennig bedeute nicht eine geringe, sondern eine erhebliche Verbesse- rung. kann es über diesen Punkt selbstverständlich eine Meinungsverschiedenheit nicht mehr geben. Die Saarbahnen haben 259 Arbeiter wegen Zugehörigkeit zur RGO. ent- lassen. Eine Betätigung in der Roten Gewerk- schastsopposition sei mit den Pflichten, die jeder Bedienstete mit dem Eintritt in den Dienst einer staatlichen Verwaltung übernehme, nicht ver- einbar. Toumay-Velour-TepiJiche Bettumrandungen JfiteSIÄ, aus bestem Haargarn, moderne Muster �------!,vwhr.r � 25.-138:146:155-176: CO. -160' 240i _... flusVollvoUettkunstseiäep* BKituii.nervorraaQ'.«/ p Smyrna, schwere mechaafluolitat ÄSJPSÄ» ca 75*155 mtranse�f» ca75*155m.FrarKe i«/» HirarvniiocrabitKho2 Benin C 2/Spandauer Strasse Schutz dem(Möbriefträger Eine dunkle Liste durch viele Jahre/ Von Hans Hyan 2er berühmte Schufter Wilhelm Voigt alias Hauptmann von Köpenick adreffierte im Ansang feiner„Laufbahn" an sich selbst kleinere Geldbe- träge, vervollständigte diese durch Hintansetzung einer Null oder Vorauszeichnung einer Eins und behob so die gefälschte Postanweisung an der Post- kafse. Das ist etwa fünfzig Jahre her. Diese Art des Poftbetruges war damals so häufig geworden, daß man wesentlfch aus diesem Grunde die Be- stellung ins Haus einführte. Heute die Abholung an der Poftkaffe wieder einzuführen, wäre um fo verfehlter, als dadurch an gewissen Tagen des Monats, wo die Postämter z. B. durch Renten- empfänger förmlich blockiert werden, die recht- zeitige Abholung des Geldes durch Private oder Geschäftsleute fast unmöglich gemacht würde. Wie wichtig aber der Schutz der Geldbriesträger heute ist und wie wenig kleinliche Sparsamkeit ihn ver- hindern darf, dafür will ich in diesen Zeilen einiges Material beibringen. Der erste Leldbrlektresermorci geschah in den achtziger Jahren. Der Täter war ein gewisser S o b b e. 1906 wurde der Geldbries- träger Rübner in Leipzig durch Hammerschläge betäubt und um die Summe von 8750 Mark be- raubt. Der Täter war Friedrich K o p p i u s aus Leipzig. Dieser und sein Bruder Wilhelm er- mordeten 1908 das Ehepaar Friedrich in Leipzig nur zu dem Zweck, den Geldbriefträger Froberg zu töten und zu berauben, was ihnen aber nicht gelang. Am 8. September 1918 hatten sich zwei Brüder, Dietrich und Adolf v. S t u b e n r a u ch in der Spandauer Straße in Berlin bei einer Frau Rühle eingemietet. Sie schickten die Frau weg und überfielen den in der Zwischenzeit eintreffenden Geldbriefträger, den sie ermordeten. Da Frau R. zu früh wiederkam, wurde sie ebenfalls ein Opfer der Verbrecher. Der eine der'beiden Täter, er hieß Blume, überfiel im Jahre 1919 im Hotel Adlon zu Berlin den Geldbriefträger Lange und erwürgte ihn: er erbeutete einen sehr bedeutenden Geldbetrag, etwa sechzigtausend Mark. Aber weder bei dem erste» Mord noch bei diesem Ueberfall wurde Blume gesaßt. Erst als er im Jahre 1922 in Frankfurt a. M. wieder einen Geldbriefträger Uberfiel, konnte er ergriffen werden. Der angegriffene Postbeamte warf den Mörder über das Treppengeländer und verletzte ihn schwer. Ich habe nun aus meinem Archiv, das nicht den Anspruch aus absolute Voll- ständigkeit machen darf, Ueberfälle, Mordversuche und Mordtaten an Postbeamten für die Jahre 1939 und 1931 zusammengestellt Ansang Fe- 6 mar 1930 wurden die beiden Postschassner G r ä tz und Fitzmann aus Triebe! überfallen und uni 8999 Mark beraubt. Am 14. März wird das Postauto bei Grenzburg in Oberfchlesien von zwei Wegelagerern attackiert: geraubt werden 1425 M. Am 21. März wird der Geldbriesträger B. in Leipzig von zwei Männern niedergeschlagen: ge- raubt werden 4000 Mark. Und am 22. März wird bei Allenstein die Frühpost angefallen, der Postschaffner gefesselt und ein Beutel mit Militär- rentengeldern erbeutet. Im Juni überfällt in der Jmmanuelkirchstraße in Berlin ein Kaufmann Willi Preuß einen Geldbriefträger: er wird vertrieben und erschießt sich. Am 8. August über- fallen in Halenfee drei Burschen den Geldbrief- träger Kleue. Der Raub mißlingt, zwei Täter werden verhaftet. Am 14. August wird bei Magde- bürg ein Geldbriefträger mit einer Eisenstange niedergeschlagen und beraubt. Am gleichen Tage wird in Schönebeck(Elbe) der Chauffeur eines Postautos zu Boden geschlagen: geraubt wurden 12 999 Mark,. Mm 27. November wird in Berlin in der Treskowstraße 27 das Fräulein Anna Matschte ermordet, weil der Täter den Geld- briefträger erwartete, um ihn zu berauben. Am 29. Dezember wird der Postbeamte Weber bei Walddorf-Eldershausen erschossen und um 199 M. beraubt. Die Verbrechen der letzten Jahre 1931 geschieht der erste Mord auf einen Geld- postboten am 29. April. Der Maurer R e i n s erschlägt den Geldbriesträger Schwan und geht mit 6359 Mark davon. Am 22. Mai wird in Duisburg der Geldbriefträger Müller von zwei Burschen inedergeschlagen. Sie werden verhaftet. Am 29. Mai wird in Königsberg i. Pr. ein Geldbriefträger vor dem Elisabeth-Krankenhaus über- fallen: geraubt sind 9009 Mark. Am 18. Juni überfallen in Berlin in der Kopernikusstraße 10 zwei Bengel den Geldbriefträger A f f a tz k. Der Beamte schießt, die Räuber entfliehe»— ein Beweis, wie wichtig Pistolenbewaffnung für die Geldbriesträger ist. Am 26. Juli schlagen zwei junge Leute, die sich in der Augustastraße einge- mietet hatten, den Geldbriefträger V. mit einem Hammer nieder. Der Beamte konnte um Hilfe rufen, die Täter flüchteten. Am 4. September wird der Arbeitslose Paul K u r t a in Hannover von einem Kriminalbeamten erschossen. Kurta hatte mehrfach Postanweisungen an sich ansge- geben: er wollte ganz offenbar einen Geldbrief- träger ernwrde». Am 20. Oktober wird in Hassel- darf ei» Geldbriefträger von zwei Motorrad- fahrern angefallen. Der Beamte verdrischt sie der- artig, daß sie flüchten. Am 21. Oktober wird in Pankow der Geldbriefträger F! n k e i f e n von zwei Motorradfahrern überfallen und mit dem Messer attackiert. Die Täter erbeuten 899 Mark und Wertbriefe. Am Heiligabend wird der Geld- briefträger Otto Draht in Saarbrücken von zwei Männern feiner Geldtasche beraubt. Den einen ergriff man und stellte ihn als den italieni- sehen Fliegerossizier Gross! fest. Das ist die Bilanz der Morde und Raubüber- fälle auf deutsche Postbeamte in zwei Jahren. Aas Pflegekind Man kann bei der Wahl der Pflegeeltern nicht vorsichtig genug sein, hauptsächlich dann, wenn die Betreuung nicht unentgeltlich, also nicht ganz reinen Herzens zu erfolgen braucht. Wer kann aber min in der Seele tiefste Tiefen blicken und ergründen, wo die Liebe aufhört und der Gefchäftsgeit beginnt? Die menschliche Psyche daraufhin zu ergründen und mit diesem Studium gleichzeitig ein gutes Geschäft zu verbinden, verhalf einem findigen Gauner zu folgender Idee: Er gab den Katzen- freunden seiner Stadt durch dl« Zeltung kund und zu wissen, daß er ein liebevolles Heim für eine niedliche Katze suche und hierfür einen einmaligen, größeren Pflegebeitrag entrichten wolle. Die Zahl der bei ihm einlaufenden An- geböte erreichte etliche Tausend und nun wählte der Pfiffikus mit Muße und Gerissenheit d>e- jenigen Adressen, deren Schreiber ihm durch die nötige Bereitwilligkeit und Gutgläubigkeit als die geeigneten Opfer erschienen. Diese in die engere Wahl gezogenen Tierfreunde— etliche Hundert an der Zahl— erhielten nun von ihm die be- glückende Mitteilung, daß sie zu den aussichts- reichsten Kandidaten des vierbeinigen Pflegekindes zählten und daß ihrem künftigen Katzenglück nur mehr die für des Pfleglings Wohl und Wehe not- wendigen Recherchen vorangehen müßten. Diese Bemühungen, die sich hauptsächlich aus die Fest- stellung einer wirklich und wahrhaftig vor- Handenen„Tierliebe" bezögen, bezifferte der Schreiber mit dem Betrag von einer Mark. In de» nächsten Tagen regnete es Geld auf des Schuldigen Postscheckkonto. Nun wartete» die Ein- zahler freudigen Herzen auf den heißerfehnten. bereits vorhonorierte» Liebling: aber weder er, noch ihre Einzahlung ließen sich blicken. Da wurden die Tierfreunde erstmal stutzig und dann wild, sie liefen zum Richter, der den Findigen vor seinen Stuhl zitierte. Hier erwies sich der Brief- schreiber als der Helfershelfer der eigentlichen die Wette, sich reinzuwaschen. Die Frau erklärte Katzenmutter und nun versuchten diese beide» um sich selbst als das Opfer tierquälerifcher Nachbarn, die ihren Liebling vor weiterer Unbill bewahren wollte und ihren gerissenen Sozius als den edlen Ritter, der ihr hierbei beistand. Der Richter hatte für dieses Märchen entschieden nicht die not- wendige phmitasievolle Begabung und verurteilte die beiden Gauner zu einigen Mußestunden hinter schwedischen Gardinen. Das Finanzamt Gesundbrunnen verlegt am 27. und 28. Febmar seine Diensträume von Friedrichstraße 129 nach Berlin N 24, Friedrich- straße 107.(Siehe Inseratenteil.) Sine srohe Botschaft für Ziaucher stellt das in der heutigen Nummer veeonentlichte Sonderangebot 1933 der als besonders leistungsfähig bekannten Zigarren-Jmport- firma Otto Börnicke, Berlin W. 6, ZranZöstsche Straße 21, dar. welches vorwiegend mit hochwertigem Material gearbeitete Enmatra-Sandblatt-Zigarren von 19 bis 19 Pf. enthält, die ohne Rücksicht auf den normalen Herstellungspreis weit unter Marktpreisen abgegeben wer- den, also eine beträchtliche Ersparnis bieten. Cinlendungcn für iitefe Rubrik ftnd Bert«» TB SS Lindenllraße 1. parteinachrichten für Groß-Verlin stet»»n da» Bezirkssetretartat i. Hot, 2 Treppen rechts, zu richten Arbeiterbildunzsschule. Das Seminar N a p h t a l i fällt am Montag wegen der M»t;-?eier au». Beginn aller Beranstaltungen I9ü Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe? Sonntag, 2b. Februar. 7. Zkrei». Die Karten für die Veranstaltung im Pircadisty sind Zh Stunde vor Beginn abzurechnen. 9. Krei». Gemeinsame Demonstration der westlichen Kreise. Treffpunkt Uta Uhr Eisackstraße(Innsbrucker Platz). 28. Abt. Die Genossen sind eingeladen zum„Bunten Abend" der Kinder- freunde Abt. Bauvolk, heute um 19 Uhr im Altersheim Danziger Straße. Eintritt frei. Montag, 27. Februar. 14. fteeio. Erwerbslosenzusammenkunft um 15 Uhr im Heim Kanner Str. 43. Thema:„Was muß ich vom Arbeitsrecht wissen?" Referent: Otto Bach. Dienstag, 28. Februar. 5. Krei». Arbeiterwohlfahrt: Erwerb-l-fenzufammenkunst an bekannter Stelle um 15 Uhr. Referat Marie Hirsch:„Umbau der Wirtschaft". Genosse Wollmann: Rezitationen. Blaue Kontrollkarten. Abt. Mitgliederversammlung bei Kulka, Uhland- Ecke Lauenburger Straße. Referent: Genosse Mermuth. 114. und 115. Abt. Iüngerenzusammenkunft an bekannter Stelle. Thema: „Politische Einstellung, politisches Verständnis der Bevölkerung und ihre Erklärung auf Grund der Soziologie". Referentin: Lola Meper. 131. Abt. Erwerbslosenzusammenkunft au bekannter Stelle. nassen Tietgens:„Reise d 139. Abt. Funktionärsitzung an Reise durch England' bekannter Stelle. Bortrag des Ge- (mit Lichtbildern). Mittwoch. 1. März. 5. Krei». Arbeiterwohlfahrt: Erwerbslosenzusammenkunft an bekannter Stelle um 15 Uhr. Referat: Markwitz. Genosse Wollmann: Rezitationen. Rote Kontrollkarten 14. Krei». Erwerbslosenzusammenkunft im Heim Kanner Str. 43, 15 Uhr. Unterhaltung: Lutz-Häderich. 4. Abt. Mitgliederversammlung um 21) Uhr. " nft an bekann: ..... I____ Referent: Heinrich 3». Abt. Iüngerenzusammenkunft an bekannter Stelle um 29 Uhr. '27. Abt. Iüngerenzusammenkunft an bekannter Stelle. Thema:„Der Kamps um die politische Macht". Referent: Heinrich Iakubowicz. 44. Abt. Iüngerenzusammenkunft an bekannter Stelle um 29 Uhr. Thema: „Indien". Referentin: Schulze-Gävernitz. 51. Abt. Zahlabend an bekannter Stelle. 57. Abt. Mitaliederoersammluno an bekannter Stelle. 82. Abt. Funltionärsitzuna an bekannter Stelle. 99. Abt. Buckow-West. Mitgliederversammlung bei Dieherich, Dorfstr. 1. Referent: Dr. Eberlein. 194. Abt. Erwerbelosenzusammenkunft an bekannter Stelle. Bortrag mit Schall- platten. Beginn 19 Uhr. 149. Abt. Mitgliederversammlung im Lokal Ernst. Ecke Konradstraße. Referent: Genosse Hanebuth. Thema:„In letzter Stunde im Kampf um die Macht". Frauenveranstaltungen „Zrauenwelt-'Rachmittag., ... die Ansprache Plätze im Wintergarten aor- An Stelle der Genoistn Sender wird Senafsin Böhm- halten. Es wurden mehr, Karten ausgegeben, als Plätze i Händen sind. Da diesmal die Karten restlos verkauft worden find, müssen wir die Frauenleiterinnen bitten, dafür zu sorgen, daß von jeder Abteilung 2 Karten zurückgegeben werden. Wir müssen aus diese Bitte bestehen, da sonst die Zu- letztkommenden keinen Einlaß mehr fänden. Da- Frauensekeetariat. Montag, 27. Februar. Di« Franen-dende fallen in folgenden Abteilungen an«! 14., 18., 28., 33., 43., 45.. 46., 48., 77., 94., 97., 98., 197., 119., 139., 140. 55. Abt. Frauenabend an bekannter Stelle. Diskusflonsabend. 99. Abt. Frauenabend im Lokal Filmeck, Ehansseestr. 39(früher Raddatz). Hitler". Referent: I. P. Mayer. Thema:„Marx oder. Dienstag. 28. Februar. 19. Abt. Franenabend bei Leufchner, Ackerstr. 119. Thema:„Hitlers Pro- -ramm. Referentin: G. Hanna. 27. Abt. Frauenabend im Sportrestanrant Eantianstraß«. Thema;„25 Jahre Frauenbewegung". Referentin: Math. Wurm, M. b. R. 59. Abt. Franenabend bei Lierfch, Kantstr. 62. Thema:„Die Frauen und die Wahlen". Referentin: Frieda Licht. „Frau und Politik' 125. Abt.-'' 75. Abt. Die Franengrnppe nimmt an der Feierstunde der Kinderfrennde teil. 90. Abt. Frauenabend bei Echabeiko, Weichfelstr. 5. Thema:„Politische Lage". Referentin: Marie Kunert. 194. Abt. Frauenabend bei Pamp, Hasselwerderstr. 42. Thema:„Arbeitslosigkeit in der Familie". Referentin: M. Lehmann. 118. Abt. Frauenabend bei Tempel, Sndrnnftr. 7. Referent:®. Reese. 122. Abt. Franenabend in den Schiller-Sälen, Königstr. 120. Thema:„Wir Frauen und die Wahlen". Referentin: Gertrud Eisfelder. 122». Abt. Franenabend bei Döring. Köpenicker Landftr. 189—191. Thema: nd Politik". Referint: Ge». Schenkakowski. ffl«>u»nabend im Berliner Hot, Anlonvlah. Znahe Kino),' Thema: ohl entgegen". Referentin: Helene Schini 134. Abt. Franenabend bei Göpfert, Buch. Themar.„1 Reserentin: Räder. Großmann. Mittwoch, t. März. 21. Abt. Der Frauenabend fällt ans. 24. Abt. Franenabend bei Heibntzii, Danziger Str. 46. Referent: 3. P. Mayer. Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft. 192. Abt. Franenabend bei Falkenhagen(Nen-Tivoli), Treptow, Reue Krug. -See 59. Arbeitsgemeinschafl der kinderfreunde. Das neue Elternblatt„Freundschaft" Rr. 2 ist da. bekannter St<~■...... Fronen und die. Wahlen". Mitte: Helfersitzung an Stelle. Pünktlich erscheinen.— Matteotti: Dienstag. 1714 Uhr, Rote Folien„Bnb und übel".— Die Nestsalken der Abt. Toller, Matteotti und Pappel. platz Turnen jeden Dienstag von 1714 bis 1914 Uhr in der Schule Elifabethkirchstr. 19.— Abt. Ernst Toller: Achtung, Falken! Die heutige Fahrt findet nicht statt.— Voranzeige! Am Sonnabend, 18. März, findet mit der SAg.„R. V." unsere IngendveranftaUnng statt. Karten zum Preise von 19 Pf. sind bei den Helfern zu haben. Alle Falken müssen regelmäßig zum Ueben erscheinen. Prenzlauer Berg: Heute, 19 Uhr, im Altersheim Danziger Str. 62,„Bunter Abend" für Eltern und Parteigenossen. Eintritt frei!— Abt. Freiheit und Hermann Müller: Montag und Freitag fallen sämtliche Srnvvenveranstaltnngen wegen der Wahlversammlungen ans. Dienstag für beide Abteilungen Baden. Turnen fällt ans. Die Inngfalkengrnppe findet ausnahmsweise Mittwoch, Eonnenburger Str 29, statt. Abt. Hohenschönhausen: Heute Fahrt. Treffpunkt 714 Uhr Falkenecke und Uhr Siedlung der Kinderreichen. 99 Pf. Fahrgeld mitbringen. Die neue ternzeitschrift ist erschienen. Versicherung und Beitrag ist zu zahlen.— Abt. Elternzeitschrist Weißensee: Dienstag, 28. Februar,»an 1714 bis 1914 Jugendheim Cafeler Straße. hr, Gruppenabend im Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 47. Abt. Unser langjähriger Genosse Wilhelm Lenchert, Skalitzer Straße 74, ist im Alter von 92 Iahren am 24. Februar verstorben. Die Ein- ------ findet am Mittwoch, 1. März. I814 Uhr, Baumschulenweg, statt. aschernna undet am Mittwoch, 1. Marz. I814 Uhr, Baumschulenweg, statt. 74. Abt. Am 23. Februar verstarb plötzlich an Gehirnschlag unser lang» jähriger Parteigenosse Otto Graßhoff im 99. Lebensjahr. Ehre feinem Andenkenl Einäscherung am 28. Februar, 19 Uhr, Krematorium Baumschulen. M~)etr"'■ mii weg. Um rege Beteiligung wird geheten. 81. Abt. Unsere alte Senosstn Emma Talle ist kurz vor Vollendung 79. Leden-iahre« gestorben. Ehre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet am Montag, 27. Februar, 1714 Uhr, im Krematorium Gerichtstratze statt. Es wird zahlreiche Beteiligung erwartet. 199. Abt. Am 21. Februar verstarb unser alter Genosse und Förderer der Kinderfrennde Emil Schöne. Gbre seinem Andenken! Schöne gehörte der Partei fett 1. Dezember 1889 an. Elnäscherung am Mittwochs 1. März, 1414 Uhr, im Krematorium Banmschnlenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. IIISozialistischeArbetterMendGroß-Verlin Slnsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendsekrekariak Berlin SW. 68. Lindenstroße 2 vorn 1 Treppe rechts. SStb.l Morgen, 17 Uhr, wichtige Sitzung an bekannter Stelle. Die Abteilungen Arnimplatz, Charlottenbürg-Rord,.Westend. Friedrichs- Hain, Karow. Renkälln VN, Nordost II, Petersburger Viertel und Schoneweide I müssen noch Delegierte und Zngendbeieat melden! heule, Sonntag: Gesundbrunnen RF.! Heimabend.— Bedding-Rord: Fahrt. 8 Uhr See- Ecke Müllerstraße. Demonstration 14 Uhr Leopoldplatz. 18 Uhr Heimabend.— Humboldthain: Demonstration 1214 Uhr Rote Allee.— Faliplatz v: Heimabend. — Vtralauer Viertel: Besuch der Sternwarte.— Hallesche» Tor: 914 Uhr Rote Ecke. Kartellveranstaltnng.— Spandau: Schallvlattenabend, Kabarett.— Lichter- selbe: Demonstration 1314 Uhr U-Bhf. Hauptstraße.— Britz: 19 Uhr: Ans der Sozialistenzeit— Friedrichshagen: Volkstanzabend.— Köpenick II: Heimabend. — Tegel: Heimabend 18 Uhr— Reinickendorf. West: Heimabend.— Wedding RF,..Nord, Schillerpark: Platzkonzert und Demonstration 13 Uhr Leopoldplatz. Heimabend an bekannter Stelle. Werbebezirt Krevzberg: Generalprobe lOH Uhr Reichenberger Straße. B.'Sitznng 18 Uhr an bekannter Stelle. WB.-Beranstaltung:„Rundfunk 1983", 19 Uhr. Werbebezirk Lichtenberg: 19 Uhr Lichtbildervortrag Uber„Ehile" in Karls- Horst. Werbebeziei Tempelhos: Heimabend in T. Morgen, Montag, 20 Uhr. Arnswald««' platz I; Hoppla, Auafatwtzchramfc.________ boldthain: Sportplast. Kundgebung. 18li U!>r Rote Allee.— N-edostea II:. Lichl- bildev: Der Kampf um die Rohstoffe.— Schönhauser Vorstadt! Tagespolitik.— Ttralaner Liertet: Bunter Abend.— Lnisenpadk: Wie gefällt dir der„Bor- Ipärts"?— Eharlottenburg-Süd: Arbeitsgemeinschaft.— Lichterfelde: Beteiligung an der Marx.Feier im Sportpalast.— Baumschulenweg: Liederabend.— Johannisthal: Kampfliederabend.— Friedrichsfclde: Kampflied erabend.— Kaelshorsti Miliz, fa oder nein?— Tegel, Freie Scholle: Japan und China.— Pankow Hl RF.: Ich verklage meinen Arbeitgeber. SSS. Westen: 1? Uhr Karl. Marx. Feier. Werbebezirt Tiergarten: Karl-Marr-Gedenkfeier, 1814 Uhr Kleiner Tiergarten. Werbebezirk Osten: Karl-Marr-Gedenkfeier, 1714 Uhr für Läufer, 18 Uhr für Fahrer Hochbahnhof Warschauer Brücke. Seebebeziek Tempelhof: Karl-Marr-Gedenkfeier, 1811 Uhr Bhf. Tempelhof. Werbebezirk Schäneberg: Esperantakurfus. �uaendoruppe k>es'„>?entrawerbani»es der Anaestettten fjeute, Sonntal olgende Ingen_______ v_________|_______________....__________..>W lottenbueg van 1914 bis 22 Uhr Jugendheim Wallftr. 76; Spandau von 19 bis 22 Uhr Jugendheim Linbenufec 1.— Morgen, Montag, finden Veranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Tnriner Ecke Secflratze. Ausspracheabend.— Nordost II: Jugendheim Schänlanker Str. 11. Arbeitsgemeinschaft: Die Kulturen der Völker(2. Abend: Die Knltnr des Kapitalismus). Leiter: Weigelt.— Urban: Iugendbei:,: Hobrecht» Ecke Eanderstratze. Arbeitsgemeinschaft: Selbst. erziehnng der Jugend. Leiter: Rachow.— Die„Freie Angestelltenbank e. G. m. u. H." tagt heute von 1914 bis 22 Uhr im Verbandshaus, Hedemann» straße 12.— Aebeitskeei» Südwest: Verbandshaus, Hedemannstr. 12, Liederabend- Berliner Gewerkschaf tssclmie. Der nächste Wirtschastspolitische Ausspracheabend findet statt am Di 28. Februar, 19 Uhr, im S a a 1 1 1 des Gewerkschafshaufes. Engelnfer Das Thema lautet:„Siedlung— Sin Ausweg au» der Keife?" Die des Abends hat der Genosse Dr. Otto Enhr. Dienstag, ■-t 24—25. Leitung Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14 Sedastianstr. 87—38 Hot 2 Tr. lauer Berg(Iungba): Dienstag, 28. Februar, gnfammenkünfte lekannter Stelle.— Feiebrichshai»(Bortrnpp): Mittwoch, 1. März, 1904 Uhr. Jugendheim Ebertystr. 12.— Steglitz iOrtsverein): Diens- tag, 28. Februar, 1914 Uhr. Saalschutz im Parkrestaurant Südende.— Mittwoch. 1. März, 1914 Uhr, Saalschutz Lehmanns Festsäle, Lankwitz, Kaifer-Wilhelm. Straße.— Reutölln-Beitz, 1 Kameradschaft, 2. Zug: Montag, 27. Februar, 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Düben, Weferstr. 41— Wasserlpcrtabtei. ''' WM iafln».... Jugendheim Tieckstraße. Die Fredika, Geschäftsstelle: 33. Flaerie, Berlin 638.19,«urftr. 32, Tele- n■— Ihr, Mitgliederversammlung bei Düben, Weferstr. 41.— Dassersportabtei- , Zug Tegel: Sonntag, 29. Februar, Mitgliederversammlung>m Bootsbaus. 0. Wichtige Tagesordnung.— Ritte, Iungbanner: Montag, 27. Februar, porgefchriltene " inzöstfch~ -22 Uhr. Englisch itlince Gesellschaft sä« Geschichte der Ratnrwissenschast, Rediii» und f'S. ffl. 197. Slyung Freiraq. 3. März. 20 Uhr, im Hygienischen Institut. jeenstr. 28ü, nahe Nene Wilhelmstraße. Tagesordnung: P" Berliner Technik E. B Dorotheenstr. 285, nahe'Nene Äilhelmftraße. Tägesordnnng: Prof. Dr. P. Diepgen: Richard Wagner im Spiegel der zeitgenössischen Medizin, anläßlich der 59. Wiederkehr seines Tadestges(13. Februar 1883).— Vortrag des Herr» Dr. F. E. Wille: Ueber das AU-Berliner Hospital- und Krankenhausweseir und seine Bedeutung für die Entwicklung der Medizin. Mit Lichtbildern. Gäste, de- fonders auch Damen und Studenten, willkommenl Entomologisch« Vereine Groß-Berlins. Sonntag, 5. Mär», von 9 bis 14 Uhr, in Haveelands Festsälen, Nene Friedrichstroße 33, Eingang Rochstraße, Insekte». Tanlchbörse und sehenswerte Schau. Gelegenheit für Kauf und Tausch von Schmetterlingen,»äjecn und anderen Inselten. Deutsch. Feanzöstsche Gesellschaft. Mittwoch, saal Bayerischer Platz 2, I, Vortragsabend über Guy de Pourtales, Paris. Gesang: Orthmann. l. März, 2914 tlhr, Vortrags. .Wagner«t I» renn-«". Redner: Helene Orthmann. Am Flügel: Selma GROSSE BERLINER MIT FILM- UND SPORT-BILDERN A RETTE Kl.- PABRI DIE EXTRA LANGE ZIGARETTE MIT GOLD UND O./M. A UND IO STÜT k.BRAVaUR'- BERUM CK- PACKUNG DRITTE BEILAGE SONNTAG, 26. FEBRUAR 1933 Vier Wochen neue Regierung Eine wirtschaftliche und soziale Bilanz— Nüchterne Tatsachen sprechen Die Regierung Sjitier ist nahezu vier Wochen an der Arbeit. Diese vier Wochen wiegen um so schwerer, als es die entscheidenden Wochen vor der Wohl sind,'n denen die Regierung natürlich besondere Anstrengungen macht, um den Wahlwettergott für sich günstig zu stimmen. Was haben diese vier Wochen Re- gierungsarbeit gebracht? Die Tatsachen mögen ihre nüchterne, unbestechliche Sprache sprechen. Der Vollstreckungsschuh wurde so weit ausgedehnt, daß er einem General- Moratorium für die ganze Landwirtschaft nahe- kommt. Das ist für die Landwirtlschaft selbst ein Danaergeschenk: es droht ihren Kredit für lange Zeit zu zerstören Ausschaltung aus der Kreditwirtschaft heißt ungeheure Erschwerung der Fortführung des Betriebes und die Unmöglichkeit, betriebliche Verbesserungen vorzunehmen. Die Ge- sundung der Landwirtschaft wird gefährdet. Die Verschärfung des Vollstreckungsschutzes trifft am schärfsten den gewerblichen Mittel- st a n d: seine Kredite sind eingelroren: die Gewerbetreibenden kommen ihrerseits in Zah- lungsschwierigkeiten. Ihr Geschäft mit den Land- Wirten wird auch für die Zukunft verdorben, da diese Kreditgeschäfte zu unsicher sind. Die verordneten Zollerhöhungen sind für die Landwirtschaft zum Teil u n° wirksam, weil die städtische Bevölkerung ent- weder höhere Preise nicht zahlt oder weniger kaust. Die Erhöhung des S ch m a l z z o l l e s, die den ärmsten Schichten der Bevölkerung eine Sondersteuer bis zu 20 Pf auf das Pfund auf- erlegt, bringt wegen der Entwertung der Schweinezucht der Landwirtschaft keinen Vorteil. Unbestreitbar ist als Folge der Zoll- erhöhungen die Gefahr neuer Exportverluste für den I n d u st r i e e x p o r t und der Ber- mehrung der Arbeitslosigkeit. Die Regierung hat eine Reihe vor. Positionen im deutsch-französischen Handelsvertrag g e k ü n- d i g t. wofür Frankreich Kompensationen ver- langen wird. Der deutsch-schwedische und der deutsch-holländische Handelsvertrag sind a b g e- laufen. Die Verhandlungen mit Holland sind unterbrach �n, Schweden hat bereits Zoll- erhöhungen, die zum größten Teil gegen Deutsch- land gerichtet sind, vorgenommen. Die Ausfuhr Deutschlands nach diesen drei Ländern betrug aber im Jahre 1932 1343 Mil- lionen Mark, das ist nahezu ein Viertel der ge- samten deutschen Ausfuhr. Reue Stühungsmaßnahmen für Getreide sind angekündigt. Magazinierung von Ge- treide ist ein sehr zweifelhaftes Geschenk. Sie schafft einen dauernden Preisdruck, weil die Magazine irgendwann auch geleert werden müssen. Auch tostet das sehr viel Geld. Roch kostspieliger und im allgemeinen auch kaum wirkungsvoller wäre die Ausgabe von Einfuhrscheinen. Die Getreidepreise auf dem Weltmarkt sind so niedrig, daß das deutsche Getreide bei der Ausfuhr fast verschenkt werden müßte— auf Kosten der deutschen Steuerzahler. Das System der veimischungszwönge soll weiter ausgebaut werden: auf Fette(Marga- rinel), Häute(Leder) und Zellulose(Papier). Die Butterbeimischung hat schon klar gemacht, welche Gefahren mit diesen Beimischungszwängen ver- bunden sind, ohne dauernden Nutzen für die Land- Wirtschaft. Der Schwerindustrie soll ein besonderer Schutz für die Eisen- erzeugung zuteil werden. Die Cisenpreise sind ohnehin vom Weltmarkt völlig abgehängt, und jahrelang wurde die Ueberhöhung der Eisen- preise mit Recht für die Verschärfung der Wirt- schaftskrise mitverantwortlich gemacht. Die angekündigte Senkung der Kraftsahr- zeugsteuer beschränkt sich im wesentlichen darauf. daß die Krostfahrzeugsteuel statt für zwölf nur für acht Monate zu bezahlen wäre. Das bedeutet nur für die wohlhabenderen Fährzeug- besitzer eine Ermäßigung, die ihr Fahrzeug das ganze Jahr über benutzen, nicht aber für die Kaustraftschwächeren, die ihr Fahrzeug aus Er- sparnisgründen über den Winter aus dem Ver- kehr ziehen. wenig für den Mittelstand. Der gewerbliche Mittelstand w'rd, wie schon erwähnt, direkt durch die Ausdehnung des Boll- streckungsschutzes geschädigt. Die Schmalzteunmg— denkt daran! 60 Millionen Mark zahlen die Aermsten mehr Am 15. Februar ist der»chmalzzoll von 10 aus 50 Mark erhöht worden. Eine Woche nach der Zollerhöhung war der Großhandelspreis für ausländisches Schmalz um 23 Mark je 100 Kilo gestiegen. Die Ladenpreise haben bereits erheblich angezogen: je nachdem ob noch alte Vorräte vorhanden sind oder nicht, kostet das Schmalz jetzt 54 b»s 60 Pfennig je Pfund, während es vor der Zollerhöhung 46 Pfennig gekostet hat. Um 14 Pfennig ist das Schmalz bereits teurer geworden. Die Zollerhöhung hat auch die Preise für in- ländisches Schmalz schon herausgetrieben. Während vor dem 15. Februar die Großhandels- preise zwischen 112 bis 113 Mark schwebten, wird jetzt deutsches Rohschmalz bereits mit 126 Mark gehandelt Sobald die vor der Zollerhöhung noch einge- führten Schmalzmengen ausgebraucht sind, wird sich der Zoll voll auswirken. Der Schmalz- preis wird dann um 20 Pfennig steigen. Eine 15 Millionen Mark, die im Laufe von 5 Iahren für gewerbliche Gläubiger im Oschilsegebiet auf- gewendet werden sollen, sind ein Tropfen auf einen heißen Stein. Weitere 30 Millionen, die zur Sanierung von Kreditgenossenschaften bereitgestellt wurden, waren schon unter der Regierung Schleicher zugesagt. Uebrigens helfen solche Subventionen immer nur einzelnen: das Gewerbe als ganzes leidet weiter durch den Druck der neuen Maßnahmen der Regierung auf die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung. Immerhin ist für den gewerblichen Mittelstand ein besonderer Staatssekretär ge- schassen. Aufträge wären besser Die große Masse der Arbeiter. Angestellten und Beamten, die Mehrheit des deutschen Voltes, scheint im Drange der Geschäsle vergessen worden zu sein. Oder doch nicht: sie werden ja die Wirkungen der Zollerhöhungen und Bei- mischungszwänge, der Magazinierungen und Ein- fuhrscheine, der Subventionen und Steuer- senkungen für die anderen zu spüren bekommen. Eine Erleichterung ihrer Lage ist daraus kaum zu erwarten. Mit den Erleichterungen für die Kriegs- beschädigten werden sage und schreibe 2 Proz. der vom Reichstag einschließlich der Nazis verlangten Rentenerhöhungen durchgeführt, und die Ermäßigung der Kranken- s ch e i n g e b ü h r aus 25 Pfennig bedeutet etwas mehr als die Preiserhöhung bei einem einzigen Pfund Schmalz. Damit ist die Bilanz der wirtschaftspolitischen Regierungstaten abgeschlossen Das ist der Be- ginn des großen nationalen Rettungswerks. Ueberbrückung aller Klassengegensätze, gleich- mäßige Berücksichtigung der Interessen aller Volkskreise versprach diese Regierung seit dem Beginn ihrer Herrschast. Konzentration nahezu aller Regierungsmaßnahmen auf die Landwirt- fchaft auf Kosten aller übrigen Volkskreise, auf Kosten besonders der arbeitenden Bevölkerung und der Exportindustrie, das ist das Resultat. Der Landwirtschaft bringen die Maß- nahmen aber keine wirkliche Hilfe, da sie den Ast absägen, auf dem sie sitzt, nämlich die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung. Der Arbeiter- s ch a f t aber nimmt diese Wirtschaftspolitik ungeheuer viel, und auf der anderen Seite ver- sagt man ihr die Erhöhung der aus ein Elends- Minimum gesunkenen Sozialrenten, man versagt ihr die Senkung der untragbar gewordenen Wohnungsmieten, man versagt ihr Er- leichterungen der immer drückender gewordenen Steuern und man beginnt ihr auch schon— wie die Schiedssprüche der letzten Wochen be- weisen— den Schutz der auf ein Minimum gesenkten Löhne zu versage». Ueberparteiliche klassenoersöh- nende Politik? DerStimmzettelhat die Antwort zu geben. T'oter Kapitalmarkt Schrumpfung des Pfandbriefumlaufs Die völlige Erstarrung auf dem Kapitalmarkt hat auch im Dezember angehalten. Von einer Belebung, die in Finanzkreisen im Hinblick auf die Besserung der Rentenkurse erhofft wurde, war noch nicht das gering st e zu spüren. Im Gegenteil, der Schrumpfungsprozeß hat sich im letzten Monat des vergangenen Jahres in ver- ftärttem Tempo fortgesetzt. Der Bruttoabsatz an Pfandbriefen ist zwar von 22,9 auf 30,5 Mill. M. gestiegen, aber diese Ent- wicklung ist durch das Anlagebedürfms zum Jahresullimo bedingt, stellt also keine echte Be- lebung des Kapitalmarktes dar. Dagegen sind die Rückflüsse durch Tilgungen und Rücktzcchlungen mit 91,6 Mill. M. um rund 30 Millionen höher als im November. Der Reinabgang an Pfandbriefen erreicht damit im Dezember 56,3 Millionen Mark. Bei den Kommunal-Schuld- verschreibungen erreicht der Reinabgang 23,7 Niil- lionen. Im ganzen Jahr 1932 ist der Gesamtumlaus an Pfandbriefen und Schuldverschreibungen von 12,44 auf 11,90 Milliarden Mark gefallen. Die Schrumpfung des Umlaufes erreicht damit 542 Millionen. Auf Pfandbriefe allem entfällt em Rückgang von 458 Millionen Mark auf ins- gesamt 9,28 gegen 9,74 Milliarden Umlauf Anfang Januar 1932. Dieser Entwicklung entsprechend ist der Bestand an Hypotheken, Kommunal- und sonstigen Darlehen um 737 Millionen auf 13,88 Milliarden gesunken. Zu diesen nüchterneu Zahlen kommt die völ- lige Erstarrung des deutschen Kapitalmarktes zum Ausdruck. Der kleine Dauer, der Handwerker und TNittelstand muß sich nach geringfügigen Le- leihungen für sein Grundstück vergeblich die hacken ablausen, wie llegen denn die Dinge??m Jahre 1932 erreichten unter den autoritären Regierungen die Reuemissionen an Pfandbriefen usw.. aus denen die Mittel für Grundstücksbeleihungen fließen, den Rekordties st and von 700 Mil- lionen. im Jahre 1928 waren es unter der Re- gierung Hermann Müller noch 4,66 Milliarden! Auf weniger als ein Sechstel seiner Leistungs- sähigkeit ist der Kapitalmarkt unter dem autori- »ären Regime geschrumpft. Finanzdiktatur in USA. Bankenkrise frißt weiter Der Sturm der Einleger und Sparer auf die Bankdepositen in der Millionenstadt Baltimore hat einen derartigen Umfang angenommen, daß jetzt auch in dem Staate Maryland der Gouverneur eine allgemeine Zahlungssperre ver- hängt hat. Somit besteht jetzt bereits in zehn Staaten der USA. eine allgemeine Zahlungssperre und bei der weiter um sich fressenden Unruhe in der Bevölkerung muß mit einer Verschärfung der Banken- und Zahlungskrise gerechnet werden. Welche Bedeutung allein die neue Zahlungssperre im Staate Maryland hat, beweist die Tatsache, daß von ihr 205 Banken mit Gesamtaktiven von 31-l- Milliarden Goldmark betroffen werden. Der Senat hat bereits ei» Bankennotstandsgefetz angenommen, das sämtliche Nationalbanken in den einzelnen Staaten unter die Kontrolle der Staats- gouverneure stellt Mit der Verabschiedung dieses Gesetzes ist in den Vereinigten Staaten d i e Finanzdiktatur errichtet. Diese für das m a r x i st e n r e i n e Nordamerika ungeheuerliche Tatsache zeigt anz deutlichsten, für wie ernst die Regierung und die gesetzgebenden Körperschaften die Bankenkrise halten. Bertiner Schahanweisungen. Die Umtausch- und Zeichnungsfrist auf 20 Millionen bprozentige Schatzanweisungen der Stadt Berlin ist b i s z u in 10. März 1933 verlängert worden(ver- Fragen um Tack Orthopädus Preisausschreiben .*;<»« ßertiM soll äHfworfenli i\ Familie, die bisher für einen Monatsverbrauch von 6 Pfund Schmalz 2,80 Mark aufwenden mußte, muß künftig 4 Mark für dieselbe Menge bezahlen, oder wenn sie das nicht kann, darf sie künfti statt 6 Pfund nur noch 4 Pfund verzehren. Den Verbrauchern wird durch die Verteuerung des Schmalzes ein Betrag von 60 Millionen Mark aus der lasche gezogen, von dem allein 40 Millionen aus die Verbraucher von ausländischem Schmalz entfallen. Und ge- tragen wird diese Teuerung von den Aermsten. Dem Volk wird allein durch die Erhöhung des Schmalzzolles mehr als doppelt so viel ge- nommen, al» durch die teilweise Aushebung der Rentenkürzung gutgemacht worden ist. Um höchstens 29 Millionen wurden die Elendsrenten wieder erhöht, mehr als 60 Millionen beträgt die Belastung der breiten Schichten durch die Schmalz Verteuerung. Denkt daran am S. März. Verlockende ve�innchoncen? Lssiditigsn Sie bitte unsere Schaufenster. Bedingungen sind " der Berliner (Jackfiliale kosten- ' �,os zu haben. gseiche die Anzeige). Die neuen Schatzanweisungen werden den Inhabern der am l April 1333 zu 110 Proz. rückzahlbaren Sprozentige Schatzanweisungen der Stadt Berlin zum Umtausch angeboten. Sie sind auf Femgoldbasis spätestens am 1. April 1938 zu 108 Proz. rückzahlbar Bei dem Umtausch werden die neuen Schatzanweisungen zum Kurse von 100 Proz. abgegeben, so daß die Umtauschenden eine Barauszahlung von 10 Proz. erhalten. &-ise ohne Beispiel Auf einem vom„Bund geistiger Berufe' ver» anstalteten Vortragsabend sprach Professor L e d e r e r über die Frage, ob die derzeitige Krise des kapitalistischen Wirtschaftssystems am Wende» punkt angelangt sei. Wesentlichste Feststellung des Vortragenden war, daß diese Krise infolge ihrer Schärfe und ihrer Dauer grundsätzlich verschieden sei von den Krisen des Vorkriegskapitalismus. Sie erfülle nicht wie früher die Funktion der Reinigung, nach deren Ablauf automatisch die Wiederbelebung eintreten müsse. Auf keinem der für den Wiederanstieg entscheidenden Gebiete seien heute die Voraussetzungen für eine Besserung gegeben. Einstweilen ist mit einer Krisenwende also nicht zu rechnen, zumal die politischen Gegen- sätze in aller Welt krisenverschäriend wirkten. Die anschließende Diskussion war leider u n e r- freulich und unergiebig. Das Thema wurde plötzlich in einer den Redner herabjetzen- den Weise verschoben, indem Lederers Dis- kussionsgegner nicht mehr von der kapitalistischen Krise, sondern von der D a s e i n s b e r e ch t i- g u n g des Kapitalismus sprachen Zuzugeben ist allerdings, daß Lederer sich selbst unnötiger- weise in eine schiefe Position brachte, weil er an einer verunglückten Formulierung festhalten zu müssen glaubte. r OroSeTrfiurlnö-fabnK- verkauft direkt an Private fugenlose Trauringe garantiert masitv, vollkargtig i R I n g 333 gestemp. nur 4.S0 Bis 7.SO MK Katalog gratis 585 585 585 900 900 900 leicht mittel schwer leicht mittel schwer 8.- tl.JO 13,7* 13.50 »0.30 27.— Oes. geschützt Handilsellerle Traurtnoe. mtkl. 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April 1933 zu 1 I000|o Umtausch angeboten, so daß die Umtauschenden eine Barauszahlung von 100/o erhalten. Die neuen Schatzanweisungen können auch gegen Barzahlung zum gleichen Kurse bezogen werden. Die Schatzanweisungen werden spätestens bis zum 1. April 1938 getilgt Die Tilgung erfolgt vom Jahre 1934 ab alllährllcb mit 10% des ausgegebenen Gesamtbetrages durch freihändigen Ankauf oder durch Auslosung, im letzteren Falle zu 108% des Nennwertes. Die Rückzahlung des bis zum 1. April 1938 nicht getilgten Betrages erfolgt an diesem Tage ebenfalls zu 108% des Nennwertes. Zuteilung; Die im Umtausch gegen alte Schatzanweisungen gezeichneten Stücke werden voll zugeteilt Für Zeichnungen gegen Barzahlung behalten sich die Zeichnungsstellen die Höhe der Zuteilung nach Schluß der Zeichnung vor. Bezahlung der gegen Barzahlung gezeichneten Stücke hat bis 30. März d. Js. zu erfolgen. Die Auszahlung des Aufgeldes von 10% auf umzutauschende alte Schatzanweisungen erfolgt am l. April d. Js. Zinstermine: 1. April und 1. Oktober j. Js.; der erste Zinsschein wird am I. Oktober 1933 fällig. Berlin, den 23. Februar 1933, Preußische Staatsbank (Sacbandlung) Gebr. Arnhold Berliner Stadtbank Girazentrtle der Stadt Berlin Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G. Deutsche Bank und Dtsconto-Gesellscbaft Berliner Handels-Gesellschaft Commerz* und Privat-Bank A.G. Dresdner Bank Jacquier& Securius 8. Bleichröder Delbrück Schickler& Co. J. Dreyfus& Co. Lazard Spever-Ellissen Komm.-Ges.«. A Brandenburgische Provinzialbank und Girozentrale Deutsche Girozentrale — Deutsche Kommunalbenk— Hardy& Co. G.m.b.H. Reichs-Kredit-Gesellschaft a. G. In bester zentraler Lage am Belle* Alllanca* Platz 7—8 3 Zimmer u. Küche 6«.. mit Zubehör s »»»»»» sofort preiswert zu vermieten, evtl. auch als BUroräume. Antragen erbeten an die LINDENHAUS A.-G.. Hausverwaltung Berlin SW 68, Llndenstr. 3 Feioprecher: A 7. 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Schwiegervater. Grollvater, Schwager und Onk.1. Wilhelm Leuchert im 63. Lebensjah reim Namen der Hinterbliebenen E friede Leuchert geb. Eckenbrccfat und Kinder. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem l.März. 18«/- Uhr. im Krematorium Baumschulenweg statt. Ich bln sehr zufrieden mit Ihrem Knoblauchsaft, schreibt uns Frau Klara verw. Graf, Oelsmg i. V.i Ich litt an Arterienverkalkung und Herz- beschwerden und kann bestä- tigen, daß Ihr Knoblauchsast Wuilder an mir wirkte. Ich habe den Knoblauchsast schon vielen empfohlen. 174344 Zinsser-Knoblauchsast ist appetitanregend, reinigt Blut und Darm, schafft gesunde Säfte und leistet bei Arterien- Verkalkung, zu hohem Blut- druck, Magen-, Darm-, Leber- und Gallenleiden, bei Grippe, Asthma, Rheuinatismus und allen Stoffwechselstörungen gute Dienste. Flasche M. 3,—, Versucheslasche M. 1,—. Geruchlos und ohne Ge- schmack sind Zinsier-Knoblauch- öl-Kapseln und Knoblauch-Ta- bletten. Schachtel je M. 3,—. Knoblauch- Vonbons Beutel 50 Pf. 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Februar, verschied ganz unerwartet, mitten aus der Arbeit, mein geliebter Mann und tapferer Lebenskamerad, unser lieber, guter Vater, OroBvater, Bruder. Schwager und Onkel Otto Graßhof Ein treuer, verantwortlicher Mensch mit unbeirrbarem Gerechtigkeitssinn, ein guter Sozialist ist nicht mehr.— In tiefstem Schmerz Zehlendorf. Grunewaldallee 158. Ww. Emilie Grahhof geb. Böhm Familie Georg G ahhoi Familie Willi Grahboi and alle Acgcbörigcn Die Einäscherung findet statt am Dienstag, dem 28 Februar, abends 7 Uhr, im Krematorium Baum- >chulenweg. U)oiinungen~1 Umzöge Fuftrumsen ] Autoumzüge, Elektro- Meister-, l Elektriker-, Auto- Radio- techniker-, Kinovor. füHrer-Kurse: La- boratorium, Berlin, Friedrichstrafte 21. Dönhoff 9004. Frei. Prospekt.- Neubauwohnungen. 2Vi Zimmer, Bad, Loggia, 04,—! zwei grosse Zimmer 55,—, mit Loggia 50,—: ein Zimmer, ge- nteinschaftkiches Bad, 35,—, mit Loggia 40,— M Baugenossenschaft -„Vaterland-, Friedrichsfelde, Delbrück- strafte 17. 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Mära, nachmittags �3 Uhr im Krematorium Baumschulen weg einfenstriges, mö- bliertes Vorder- zimmer, Iakobikirch- strafte 9. m links. Möbliertes 22,— vermietet Strack, Friedrich, strafte 422. Arn 20. Februar 1934 starb Emil Schöne im Alter von 69 Jahren. Wir betrauern in ihm einen lieben Kollegen, der seit dem 16, Dezember 18H9 gewerkschaftlich organisiert, viele Jahre ehrenamtlicher Funktionär und Angestellter des Verbandes war. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am 1. März, nachmittags 1�3 Uhr, in Baumschulenweg. Zahlieiche Beteiligung erwarten Der Vorstand und die Angestellten des Hauptbüros des Gesamt'Verbandes Ndbllerles Zimmer Das Finanzamt Gesundbrunnen verlegt von Fri»! am 77 and 28. Frledrichitrafte 129 nach sträße 107. Am 27. zebruar 1933 leine Diensträume lerlin N 24, Friedrich- Südosten, bei Parteigenossen gesucht Offerten unter 284" an„Vorwärts"- Verlag, Berlin, Lindenstraße 3, erbeten. 3e 107. Fernsprechanschluft Aeidendamm(D 2) 0016. t. d. 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