Morgen- Ausgabe Nr. 99 A 42 50. Jahrg. Redaktion and Verlag, Derltn SW 68. Lindenstr. 3 Serniptffflf i Ä l Ami CSnboft 292 bu 287 CcicsionmabRff» eojutbcmotrsi Brill« BERLINER VOLKS BLATT DIENSTAG 28. Februar 1933 _ In Groß• Werlin lü Pf. Auswärts....... 15 Pf. Jientvalovgan der Sozialdemotvatische« Oavtei Deutschlands Riesenbranö im Reichstag (gestern in cler?ehnden braei» im Keicli»ta?sxebs.u«le an mehreren Ltellen?ux!eich ein Kiessnizranci aus. Das Feuer ergriff den Sitzungssaal und schlug bald zur Kuppel heraus. Die Feuerwehr aus ganz Berlin wurde zusammengezogen. Der Sitzungssaal brannte vollständig aus. Eis liegt Brandstiftung vor. Flammen empor, der heftige Wind trieb einen gewaltigen Funkenregen auf den Platz der Re- publik nieder. Die weitere Umgebung des Reichs- tages war in kurzer Zeit mit Tausenden von Schaulustigen gefüllt. Mehrere Hundettfchafien Schupo nahmen Absperrungen vor, Ss wurde eine scharfe Kontrolle durchgeführt, da die Polizei glaubte, daß sich noch Kmnplicen dez bereits fest- genommenen Brandstifters innerhalb der, Ab- fperrungszon« befinden könnten. Der Schadkn dürfte sich nach einiger vorsichtigen Schätzung auf einige hunderttausend Mark be- laufen. Er dürfte aber noch bedeutend höher fein, wenn der gesamte Kuppelbau von Grund.auf, erneuert werden müßte.'/'' Kuppel gefährdet Die Eisenkonstruktion der großen Mittelkuppel hat sich oerbogen und ist teilweise eingestürzt. Ein Täter Maurer van der Luebbe aus Leyden Polizeiverdacht gegen Kommunisten MTB. 12 Uhr 15 Miu.- Die Berliner Polizei, sowohl die doli- tische Polizei als auch die Jchnhpolizei, sind aus Anlaß des Reichstagsbrandes in die höchste Alarmstufe ver- seht worden. Im Polizeipräsidium ist eine Ton- derkomurission für den Reichstags- braud gebildet worden,' die eine weitere Vernehmung des Täters durchgeführt hat. Ban der Luebbe, der 24 Jahre alt ist, ist von Beruf Maurer und stammt aus Lehden. Er bleibt auch jeht dabei, die Tat allein begangen zu haben. Man rechnet noch für die kommende Rächt mit energischen Maßnahmen der Polizei. Insbesondere mit weiteren Per» Haftung e n. Das gründet sich besonders darauf,»aß mau nicht daran gläubt, Luebbe habe seine Tat allein begangen. Ter Befund im Reichstagsgebäude zeigt, daß der Täter «ine gute Lritskenntnis gehabt haben tuuß, so daß die Meinung vorherrscht, er habe in führenden Kommunisten. die im Reichstage ein- und ausgehen, Helfershelfer. Feuer eingekreist Gegen 1 Uhr nach!» erfahren wir. daß der Brand endgültig um 0,25 Uhr e i n- g e k r e i st ist. Die Gefahr eines weiteren Umsichgreifens besteht nicht mehr. insgesamt sind von dem Riefenseuer s o l- g»ode Räume erfaßt worden: der Plenar- iitzuugssaa! mit fömtttchen TriUllnen, rir>zr<»e Gänge um den Plenarsitzungssaal. einzelne Presse. zimmer, der Reichsratsvorsaal und fast die gesamten Restauratiousräume sowie verschiedene Abgeordnetenzimmer Im zweiten Obergeschoß. Polizei sichert auch den bandtag kurz vor Mitternacht besetzten mehrere Polizeiposten das in der Prinz-Albrecht-Slraße geleg-ne Londtagsgebäude. Karl-Marx-Kundgebung ausgelöst Nlan darf nicht sagen: Ein Antimarxist braucht nichts zu wissen! Der Reichstag brennt! Ungläubig wird die Nachricht aufgenom- men. Möglich, daß i m Reichstag etwas brennt. Aber der Reichstag, dieses un- geheure steinerne Gebäude? Man sucht einen Aussichtspunkt, das Dach eines hohen Gebäudes— da sieht man, daß dort, wo bei Tageslicht sonst die berühmte vergoldete Kuppel zu sehen ist, eine steile Flamme emporsteigt. DerReichstagbrennt! Wilde Gerüchte durchschwirren die Stadt. Man sagt, es se« Brandstiftung. An vier oder sechs Stellen des Gebäudes sind Brand- stellen. Niemand darf hinein, niemand darf heraus. Man sucht die Täter. Wird man sie finden? Wenn die Gerüchte recht haben, wenn es wirklich Brandstiftuug ist. so müssen die Täter in Kreisen zu suchen sein, die durch ihre Tat ihren Haß gegen das parla- m ent arische System Ausdruck verleihen wollten Soll es„ein Signal" sei»? Wahrhaftig, man möchte es wünschen! Man möchte wün- scheu,, daß dieser Brand dem ganzen d'e u t s ch e n Volk ein Licht aufstecken würde. Durch Deutschland wütet der Wahn'nn der Selbstzerstörung! Wer gebietet ihm Einhalt? Der Reichstag wird wieder aufgebaut wer- den. Die Demokratie wird wieder aufgebaut werden. Und wer Brand stiftet, der wird seine Strafe haben. Das arbeitende Volk wird es schon schassen! Der Reichstag brennt! Sitzungssaal in Flammen— Brandstiftung Ein Riesenseuer rötet« in den gestrigen Abend- stunden den graub«deckten Himmel in der City blutrot. Die Riefenkuppol des Reichstags, eines der Wahrzeichen der Reichshouplstodt. stand in hellen Flammen. Im Innern des großen Ge- bäudes brannte der Sitzungssaal lichterloh, an- sänglich war das Schlimmste für. das Riefenhaus zu befürchten. Der aufopfernden Arbeit der Ber- >i»er Feuerwehr gelang es. in zweistündiger, aufreibender Tätigkeit den Brand einzukreisen Die Feuerwehr und Polizei haben Brand- st i s t u n g festgestellt An mehreren Stellen wurden Brandherde entdeckt. Oer erste �larm Kurz nach 21 Uhr ertönte im Reichstag das Feuersignal. Im Restaurant war Feuer aus- gebrochen und auf den Alarm eilten zunäckift S Löschzüge an die Brandstelle. Di« Flammen konnten bald erstickt werden und während die Feuerwehrleute noch in den Restaurationsräumen die Auiräumungsarbeiten vornahmen, loderten a n verschiedenen anderen Stellen die Flammen empor. In einer unglaublich kurzen Zeil brannte der groß« Sitzungssaal des Reichstages in feinem ganzen Umiange lichterloh Das Feuer, das an den Abgeordnetensitzen. Pulten und den hölzernen Wandverkleidungen überaus reich« Nahrung fand, griff wie rasend um sich. Die Feuerwehren, die inzwischen mit 15, Löschzügen auf 15. Alarmstufe am Reichstagsgebäude unter Leitung des Oberbranddirektors Gempp er- schienen waren, nahmen die Bekämpfung des Riefenfeuers von allen Seiten aus. Schlauchleitung aus Schlauchleitung wurde an die Motor- spritzen angeschlossen. Ueber zahlreiche mechanische Leitern und über die Treppen aller Portale drangen die Löschtrupps nach oben vor. Zunächst war es wegen der ungeheuren Hitze, die dem Feiteqneer entströmte, überhaupt nicht mögt ich, andenbrennendenSitzungs- saal heranzukommen. So muhte man sich zuerst daraus beschränken, ein Weitergreifen des Brandes zu verhindern. Das ist glücklicherweise im vollen Maße gelungen. Allerdings konnte nicht verhin- dert werden, daß ein Teil der Wandel- g ä n g e und die Garderobe von dem Feuer schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Während oben in furchtbarer Hiye die Löschtrupps ihr schwieriges Werk vollführten, trafen in unmittelbarer Folge die Spezialfahrzeuge der Feuerwehr und des Städtischen Rettungsamtes am Reichstag ein. Ablösungsmannschaften mit Rauchfchutzgeräten und Gasmasken ausgerüstet, versuchten gegen 22.15 Uhr weiter gegen den brennenden Sitziingrsaal vorzustoßen. Das erwies sich aber bald als ganz unmöglich, denn es konnte jeden Augenblick ein Einsturz der Reichstagskuppel, die fast zwei Stunden einer enormen Hitze ausgefetzt war, er- folgen. Die brennende Kuppel nahm sich wie ein Fanal aus, das bis weithin hinein in die Außenbezirke zu erkennen war. Meterhoch schlugen die Elve Gedenkfeier der Berliner Sozialdemo- traten znm 50. Todestage von Karl Marx! Wer die Masten im Sportpalast überblickte, der halte den Elndrwt: hier find gewiß— jeder einzelne von den vielen taufenden Arbeitern, Angestellleu und Beamten— politisch geschulte. denkende, reise Eigenpersönlichkeiten. aber sie sind wie ein Block, rin einziger unerschütterlicher, nicht zu zerschlagender Block! * Drinnen im Sportpalast der schon lange vor 19 Uhr bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt ist, grüßt das rote Banner der Berliner Sozialdemo- kratie, mahnt es in riesigem Transparent: „Proletarier Deutschlands, vereinigt euch!" Da stehen die Träger der roten Banner, und auf der weißen Leinwand erscheinen die Mahnungen: „Am 5. März nur Liste 2!"(Stürmischer Beifall.)..Bleibt dem„Vorwärts" treu trotz aller Verbote."(Neuer stürmischer Beifall.) Die Kundgebung beginnt Franz Künstler grüßt die Massen mit Freiheit. Die vielen Tau- sende erheben sich und es ist eine weihevolle Mi- nute tiefsten traurigen Schweigens, als er sagt: „Wir wären schlechte Freiheitskämpfer, wenn wir nicht der Opfer gedachte», idie in so großer Zahl gefallen sind für die Freiheit, hingemordet und hingestreckt. Wir wären schlechte Frciheitskämpser, wenn wir nicht auch bereit wären, das Leben für die Frecheit zu opfern Die Fahnen hoch!" Musik aus Beethovens„Egmont" ertönt. Dann spricht begeisternd und begeistert Martha John Wladimir, Kirrilows hymnische Dichtung„Karl Marx", in der Uebertragung von Max Barchel: „Es kommt die Zeit, da brechen alle Schranken, Dann hören alle Völker deinen Schrei: „Ihr Unterdrückten aller Länder, macht euch frei!" Du feuriger Titan geflügelter Gedanken" Arbeitersänger des Berliner Lendoai-Chors, des Neuköllner Sängerchors des Sängerchors Berlin 1900 und das Orchester des Berliner Konzertver- eins intonierten Uthmanns„Heiliges Feuer". Dann sprach, hämmernd in Herzen und Hirne, Alexander Stein die Grabrede, die Friedrich Engels am 17. März 1883 aus dem Friedhof zu Highgate Karl Marx gewidmet hat. Das Kampflied der Arbeit„Wir sind die Kraft" klingt aus. Dann sprach Friedrich Stampfer: Ein Gespenst geht um in Deutschland— das Gespenst des Marxiemus. Alle Mächte der Ber- gangenhett haben sich zu einem heiligen Krieg gegen dieses Gespenst verbündet. Täglich wird zu seiner Ausrottung, zu seiner Vernichtung aus- gefordert. An allem hat der Marxismus schuld. Daß der Krieg verloren wurde, das war nicht die Schuld derer, die bis zum Tage der Niederlage Deutschlands Politik und Deutschlands Heere geführt hatten, es war die Schuld des Marxismus! Daß die d e u t s ch e Währung vor 10 Jahren ins Bodenlose sank, das war nicht die Schuld derer, die den Krieg und den nachfolgenden Ruhr- krieg mit Schuldenmachen geführt hatten, um den Besitz zu schonen, es war die Schuld des Marxismus! Und daß in Dentschland, wie in der übrigen Welt, die Maschinen stillstehen, daß Millionen Arbeitsloser lungern und hungern müsien, mäh- rend die Technik jede Möglichkeit bietet, alle Menschen mit allem Nötigen reichlich zu versorgen— auch das ist nicht die Schuld der kapita- listifchen Wirtschaft, sondern es ist die Schuld des Marxismus! Die ganze Politik ist damit auß hie denkbar einfachste Formel gebracht. Das deutsche Volk ist arm und unglücklich. Es braucht nur den Marxismus auszurollen und zu vernichten, um reich und glücklich zu sein!(Große Heiterkeit!) Bielleicht ist es aber auch in diesen Tagen er- Die Macht der Gewerkschaften Tarifvertrag in der Textilindustrie für 600 000 loubt, den Dingen etwas tiefer auf den Grund zu gehen. Vielleicht ist es in diesen Tagen, in denen sich der Todestag von Karl Marx zum ftinfzigsten Mal« jährt, immer noch erlaubt, etwa» genauer nachzuforschen, was denn das eigentlich ist: der Marxismus und ein Marxist. Und da, meine lieben Genossinnen und Gc> nassen, gestatten Sie mir ein persönliches Be- kenntnis. Als ich noch ein junger Mensch war, da nannte ich mich wohl mit Stolz einen Sozial» demokraten. Aber einen Marxisten nannte ich mich nicht. Ich meinte nämlich damals: Wer sich einen Marxisten, einen Schüler des Riesen- aeiste» Karl Marx nennt, der müßte«ine unendlich größere Fülle philosophtscher, historischer und nationalökonomischer Kenntnisse besitzen, als ich sie mir selber Mraut«. Ich bin auch heute noch der Meinung, daß man, um ein wirklicher Marxist zu sein, ungeheuer viel wissen muß. Aber«ins Hab« ich inzwischen hinzugelernt: Um ei« Antimarxist zu sein— dazu braucht man gar nichts zu Missen! Wir lassen hier den weileren Texi. der Rede, die Genosse Ltampser halten wollte, in seinem vollen Wortlaut folgen: Karl Marx war am S. Mai 1818 als Sohn eines Advokaten in Trier geboren. Er stammte also aus einem gutbllrgerlichen Hause. Und da der Makel des Judentums nach den Begrifsen der da- maligen Zeit durch die Taufe ausgeglichen war, stand einer glänzenden Karriere des hochbegabten jungen Mannes nichts im Wege. Als Schwager eines echten preußischen Junker, der später sogar Minister des Innern wurde, hätte Karl Marx alles mögliche werden können: Professor der National- ökonomie an der Universität oder königlicher Polizeiprüsideni in Berlin. Aber der junge Marx wollte das alles nicht. Es.zog ihn nicht nach jenen Sphären der Gefell- jchaft, die sich selber als die„oberen" bezeichnen. Es zog ihn zu den Massen der Tiefe, zu den armen verachteten, rechtlosen, unwissenden, hilf- losen Proletariern seiner Zeit. Um ihnen zu helfen, bewaffnete er sich mit einer glänzenden Rüstung aus den geistigen Waffen- 'ammern aller Jahrhunderte. Er erforschte die Gesetze, nach denen die Wirtfchafts- und Gesell- ichaftsforme» der Menschheit entstehen und ver- gehen. Er studierte die Kämpfe, die die oerfchie- denen Gesellschaftsschichten vergangener Zeiten gegeneinander geführt hatten und erkannt«, daß alle Geschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen ist. Er zeigte die Gesetz« auf, nach denen sich in der kapitalistischen Gesellschaft die Praduktions mittel in der Hanb einer kleinen Minderheit ver» einigen und nach denen im Zyklus der kapitalistischen Produktion immer neue Stockungen ent- stehen, Wirtschaftskrisen, die immer iurmwarer werden, bij sie W« Exisleuz der kapi tnlistischen Gesellschaft selbst in Frage stellen. Er zeigte die Notwendigkeit der proletarischen Solidarität >u> Kampf gegen die Brutalität der kapitalistischen Ausbeutung und er verkündet« das End« der Klassenkämpfe durch den Sieg des Sozialismus und die Entstehung einer klassenlosen Gesellschaft. Karl Marx war einer der größten Geister aller Zeiten. Seine Lehre unternahm einen Siegeszug um die ganze Welt. Es ist eine große Ehre für Deutschland, daß dieser Mann ein Deutscher war. Aber es ist ein« blutige Schande für das reaktionär« Deulfchland des IS. Jahrhunderts, daß es diesen Mann hinausjagte, steckbrieflich verfolgte, im Aus. land hungern und sterben ließ. Heute bekennen sich Millionen und aber Mil- l'onen zu ihm. Und jetzt, wo der Marxismus gehetzt und verfolgt und mit Ausrottung bedroht ist, nennen wir uns alle mit Stolz Warxislen. Alles was wir erleben, ist eine Bestätigung der marxistischen Lehre: die Konzentratton des Kapitals, die zunehmende Wucht der Wirtschaftskrisen, die wachsende Proletarisierung des ganzen Volkes, die Verschärfung der Klassenkämpfe—— wer kann das alles noch leugnen, in dieser Zeit! Was wir heute von denen erleben, die den Klassenkampf leugnen— was ist er den» andere» als Klassenkamps? Lassen Sie mich in dieser Stunde nur von einem reden. Sie brauchen nur eine Liste der deutschen Regierungen seit Bismarck an- zusehen, um zu studieren, wie sich Klassenkämpfe an der Spitze abspielen. Sie sehen dann, daß Deutschland in der Kaiser- �eit von Fürsten, Grafen und Baronen t friert war. Spärliche bürgerliche Namen zeige» ih icn die Schwäche des deutschen Bürgertums. Sie sehen dann, wie nach dem S. November als Folge des sogenannten Novemberverbrechens auch Männer aus dem Arbeiterstande bis zur Spitze des Staates emporsteigen. Damals, als die feinen Leute in alle Schlupfwinkel verschvxin- den, da waren die marxistisch geschulten Sattler. S' lasser, Tisckler und Buchdrucker gut genug, die gröbste Arbeil zu machen. S» beginnt die Ar- l>eiterklasse, vorsichtig das Terrain abtastend, die Konnuandohöhen der Politik zu besetzen. sStürmtsehe Heiterkeit und tosender Beifall.) liier erfolgte die Auflösung! Im ersten Augenblick wußte niemand recht. warum die Versammlung aufgelöst war. Wer war beleidigt, wer war angegriffen? Dann er- hoben sich die Tausende, um immer und immer wieder in die Rufe„Freiheit" und„Berlin bleibt rot" auszubrechen. Franz Künstler verschafft sich das Wort:„Genossinnen und Genossen! Hört auf mich, euren Vertrauensmann und Führer, der auch aus euch hört. Seid ruhig, seid besonnen. Zeigt euch als wahre Kämpfer. Laßt euch nicht provo- ziere n." Gemeinsam bringen Stampfer und Künsller den Freiheitsruf aus, der sich dann immer wiederholt, immer wiederholt, immer wiederholt. Di« Massen weichen, langsam und sich immer wieder umwendend und Freiheit, Freiheit, Frei- heit rufend. Und auf den Straßen setzt sich der Freiheitsruf fort. Volk in Not, aber ein Volk. das sich der Freiheit zugeschworen hat, Volk, das kämpfen und siegen wird! Trotz alledeni! Später erfolgen Rückschläge. Di« Arbeiter- tlasse, durch innere Kämpfe zerrissen, wird von der Macht zurückgedrängt. Der bürgerliche Ein- fluß steigt. Dann kommen auch die feinen Leute wieder, und die Arbeiter werden wieder behandelt wie in früheren Zeiten. Löhne und Sozialunter- stlltzungen sinken rapide— und die Rechtlosigkeit wächst. Wer, der das alles miterlebt hat und noch mit- erlebt, will noch leugnen, daß die Geschichte unse- rer Zeit eine Geschichte von Klassenkämpfrn ist? Wie aber könnten wir das Andenken von Karl Marx besser ehren als dadurch, daß wir den Kampf ausnehmen und ihn mit eiserner Ent- schlossenheit durchführen! Und daß das, was jetzt ist, nicht ewig dauern wird und daß der Sieg schließlich unser sein wird, das wissen wir heute schon! Man kann in Deutschland den Marxismus nicht vernichten, ohne die deutsche Arbeiterklasse zu ver- Nichten. Und man kann die deutsch« Arbeiterklasse nicht vernichten, ohne Deutschland zu vernichten! Man kann uns aber auch nichts anhaben, weil die Idee marschiert, wenn auch einzelne ihrer Anhänger fallen. Es muß für Karl Marx«in beglückendes Ge- fühl gewesen sein, als er den berühmten Satz niederschrieb: Di« Proletarier habe» nicht» zu ver- lieren als ihre Ketten. Tic haben ein« Welt z« gewinnen. Hat der Kampf eine gewisse Höhe gewonnen, dann wird einem frei und leicht. Wa» kann uns denn geschehen? Amtlich wird mitgeteilt: 3n der Wontags- sitzung des Reichstabinells wurde der Entwurf einer Verordnung gegen verrat am deutschen Volk und hochverräterische Umtriebe verabschiedet. 3n diesem Entwurf ist eine wesentliche Verschärfung der bisherigen Strasbestimmungen für Landesverrat sowie eine Erleichterung der Verfolgung und des Strasver- sahrens vorgesehen. Die Strasbestimmungen beziehen sich auch auf Nachrichten, die im Ausland verbreitet werden. Ferner verabschiedet« das Reichskabinett eine Verordnung über die Bezüge der Bor- standsmitglieder und leitenden Beamten in den vom Reiche subventionierten Betrieben, durch die die Möglichkeit für eine Herabsetzung unverantwortlich hoher Gehälter und Vergütungen geschaffen wird. Hierbei ist der Begriff der finanziellen Bechllfe des Reiches sehr weit gefaßt worden. Weilerhin beschloß das Reichskabinett die Auf- Hebung des Beschlusses vom 15. August 1S3Z. wonach den Beamten außerdienstlich das Tragen von Dienftkleidting bei politischen Veranstaltungen verboten war. Schließlich wurde eine Aenderung des Milch- gesetzes beschlossen, die sich ans die Neuregelung der Handelsspannen für Trinkmilch mit Ausnahme von Marken milch und Vorzugsmilch bezieht. Todesstrafe auf Landesverrat Die Telegraphen-Union teilt mit: Der vom Kabinett verabschiedete Entwurf einer Mrordnung gegen Verrat am deutschen Volk« und hochverräterische Umtriebe sieht in den Fällen, in denen es sich um schweren Verrat militärischer Geheinmiss« handelt, zum Teil die Uns wird mitgeteilt:„Tie Mitglieder des Slrbeitgeberverbandes der deutschen Textilindustrie e. B. einerseits und der Deutsche Textilarbeiterverband, der Zen- tralveebanb der christliche« Textilarbeiter Deutschlands, der Gewerkverein der deut- schen Textilarbeiter sHirsch-Tuncker) und der Zentralverband der Maschinisten und Heizer andererseits haben sich unter Zu- riietstellnng beiderseitiger Wünsche im Znteresse einer ruhigen Fortentwicklung der Wirtschast entschlossen, eine S t a b i- lisierung der derzeitigen Ar- beitsbedinguugen für einen län- geren Zeitraum vorzunehmen. In der ge- troffencn Vereinbarung werden die Lohntarifverträge mst einer M i n- de st laus zeit bis zum 3 1. Januar >334, die M a n t e l v e r t r L g e und Mehrarbeitszeitabkommen b i s zum 3 0. April 1934 verlängert. In den zur Zeit tariflosen Bezirken Leben wir, so wollen wir unserer heiligen. großen Sache leben. Sterben wir, so nützen wir ihr durch unseren Tod vielleicht noch mehr als durch unser Leben! Ich grüße unseren tapferen Genossen Kurt Löwen st ein und beglückwünsche ihn zu seiner Rettung. Die Wählerinnen und Wähler Berlins sollen wissen, daß er am S. März wieder unser Reichstagskandidat ist. Sie werden gegen diese ungeheuerlichen Zustände am besten protestieren, indem sie die Liste wählen, auf der er steht. Ich gedenke der vielen Toten, die für das Prole- tariat und den Sozialismus gefallen sind, mit Ehr- furcht und Dankbarkeit. Und ich rufe die Lebenden. ich rufe sie, in dieser Zeit der wichtigsten Lehre von Karl Marx eingedenk zu sein. Zeigt nicht jeder neue Tag mit neuer Deutlichkeit, daß Spaltung der Arbeiter- klasse Wahnsinn und Verbrechen ist? Daß diese Spaltung die Arbeiterklasse lähmt und dem Gegner nützt? Und daß nur Einigkeit Kraft verleiht und zum Siege führt? Es ist keine Zeit mehr zu verlieren! Die ihr von nutz gegangen seid, well ihr meintet, einen besseren Weg zu wissen, kommt zu uns und reicht uns die Hand! Proletarier aller Länder— und vor allem ihr Todes st rase, zum Teil lebenslängliches Zuchthaus vor. Der Verordnungsentwurs enthält weitere Vor- schriften gegen landesverräterisch« Fäl- s ch u n g e n. In den bisherigen Strafbestim- mungen ist insofern«ine Verschärfung eingetreten, als bei Verrat militärischer Geheimnisse jetzt aus Todesstrafe anstatt auf Zuchthaus erkannt werden kann. Was die Verbreitung von Falsch- Meldungen im Auslande angeht, so wendet sich die entsprechende Verordnung besonders gegen die- jenigen, die b e st i m m t e Nachrichten in der Auslandspresse oeranlassen und dort in kleiner Ausmachung erscheinen lassen, um sie dann wieder in großer Aufmachung nach Deutschland zurückbringen. Zersetzungshochoerrat, der sich gegen den Bestand des Staates richtet, wird in Zukunft anstatt mit Festung mit Zuchthaus geahn- d e t. Wer in Druckschriften zum gewaltsamen Kampf gegen die Staatsgewalt auffordert oder anreizt, oder wer aus politischen Beweggründen zum Streik in einem lebenswichtigen Betrieb auffordert oder anreizt, wird mit Gefängnis bestraft. Grsolgreiche Gemelnöewahl Eigener Bericht de»„Vormärtt" Dresden, 27. Februar. 3a hermsdorf bei Dresden fand am Sonntag eine Vemeindeverordnetenwahi statt, dle notwendig geworden war, weit die letzte Wahl vom tZ. November vorigen 3ahre» wegen Formfehler für ungültig erklärt worden war. Die Wahl endete mit einem schönen Erfolg der SPD. Sie erhielt 261 Stimme» gegenüber 236 an 13. No- werden die jetzt gültigen Arbeitsbediugun- gen zum Tarifvertrag erhoben. Diese Vereinbarung regelt die Arbeitsbedin» gungen von etwa tittst 33» Arbeit» n e h m e r n." Man kann wohl sagen, daß der'Abschluß dieses Abkommens gerade in der Textil« i n d u st r i e und gerade in diesem Augen» blick wie eine Sensation ersten Ranges wirken muß. Die Textilindustriellen sind als Scharf» macher und Lohndrücker bekannt. Wenn sie jetzt, wo gewisse schwankende Gestallen schon die gelben Suntpfpflän.zche>i, die>m Schatten der Unter- nehmer kümmerlich vegetieren, als die kommenden Organisationen der Arbeiterschaft betrachten, dieses Abkomme» treffe», so zeigen die Umernehmer damit, die die t a t s ä ch l i ch e Macht der Ge- werkschaften aus jahrzehntelangen Kämpfen kennen, wie sie die Unkenrufe und das Geschrei gewisser Leut« einschätzen. Di« Macht der Gewerk- schasten— das mögen sich gewisse Leute gesogt sein lassen— ist ungebrochen! vcmber 1SZ2. Die Stimmen der KPD. sanken von 180 auf 151. Die NSDAP, erhielt 243 tZ0Zt Stimmen aus Kosten der L ärgerlichen, die auf St(SS) Stimmen zurückgingen. Die INondalsver- leilung ist ziemlich nnveriindert geblieben. SPD. und KPD. erhielten je 3 Mandate, ebenso die NSDAP. Z gegenüber 2. Dafür haben die Bürgerlichen ihr bisheriges Mandat verloren. Verboten! Sundesorgan des Reichsbanners,„D a» Reichsbanner", drei Monate. Die„M e t a l I ar b e i l e r- Z e i t u u g", Organ des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, bis zum 15. März. Der„Aufwärts". Berliner Sewerklchafts- blatt. bis zum 31. März. „volkszeitung"- Dortmund mit zwölf Nebenausgaben auf drei Tage. „volk»blatt".Spandau lSPV.s bis zum 2. März. ..Bornimer Tageblatt" sSpv.j bis zum 2. März. „Sönlgsberger Volkszeitung"(SPD.) bis zum 5. März. „Freie presse" Elbing sSPV.) bis zum 5. März. Kreiszeitung Heidelberg-Gutstodt teiligungen abstoßen. Daß Letiow trotzdem für die Bemag eine Bürgschaft in Höhe von ISO 00» M. für eine Magdeburger Müllgesellschaft übernom- men hatte, hält Reuter für unzulässig Zu äußerst erregten Auseinandersetzungen kam es bei Erörterung der Umstände, unter denen Lettow im Laufe mehrerer Wochen als Direktor von der Bemag an die Vipa 150 000 M. als Vorschuß bei der Anzahlung des Kaufpreises für das Grundstück in der Monumentenstraße abgeführt hat. Diese Angelegenheit mit den ISO 000 W. hatte die Entlassung Lettows zur Aolge; sie bildet auch einen der Antlagepunkte Während Lettow behauptet, der damalige Stadtrat Reuter habe den Vorschuß in dieser Höhe ausdrücklich ge- nehmigt, bestritt der Zeuge Reuter dies in der gestrigen Verhandlung mit aller Entschiedenheit. Er erklärte: Nach Uebernahme der Aktienmajori- tat habe man auch erwogen, ob man nicht unter Umständen den Fuhrbetrieb der Viktoria Park A.-G. und ihr großes Hauptdepot in der Monu- mentenstraße erwerben sollte. Falls der Kauf«zu- stand« gekommen wäre, hätte die Vipa bei Ver- rechnungen vielleicht einen Ueberjchuß von 150 000 Mark erzielt. Lettow drängte bereits Anfang des Jahres 1929 daraus, daß die Sache in Ordnung gebracht werde. Bei den Besprechungen mag auch von Ratenzahlungen die Red« gewesen fein. Es wurde aber Lettow immer wieder gesagt, daß ohne Genehmigung des Arbeitsaus- s ch u f s e s die Angelegenheit nicht entschieden wer- den könne, er müsse sich eben bis zum Herbst ge- dulden und sich mit der Verzögerung, die durch die Amerikareise des Zeugen und durch die Ferien entsteht, zufriedengeben. Im gleichen Sinne fiel die Unterredung im Juli aus, nach Rückkehr des Zeuge» Reuter aus Amerika 3m herbst 1929 wurde festgestellt, daß Lettow von der Bemag an die Bipa 150 000 ZN. ad- i geführt hatte. Schießerei in FaZkenfee Zwischen Nationalsozialisten und Reichsbanner Da» westlich von Spandau gelegene Falken- s e e war wieder einmal der Schauplatz eines blutigen Zwischenfalles. Wie der„V o r w ä r t s" kürzlich berichtete, wurden nachts gegen die Woh- nung eines Reichsbannermannes in Faltensee Explosivstoffe, vermutlich Handgranaten, geschleudert, die erhebliche Zerstörungen anrichte- ten. In derselben Nacht wurden auch auf das Landhaus des Genossen Sie ring, der in einer Nachbartolonie wohnt, mehrere Schüsse abgegeben. In beiden Fällen blieb es bei Sachbeschädigungen. Es wurde bald darauf von der Polizei mitgeteilt, daß man einen Täter gefaßt habe und den Kom- plicen auf der Spur sei. Seitdem hat man nichts mehr über den Gang der Untersuchung ver- nommen. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag spielte sich in der Kruppstraße in Faltensee ein neuer Zwischenfall ab, über dessen Hergang aus Falkensee folgendes mitgeteilt wird: Drei Reichsbannerleute wurden von mehreren uniformierten Rationalsozialisten mit dein Ruf angehalten:„Hände hoch!" Gleichzeitig krachten auch schon mehrere Schüsse. Die Reichsbannerleute griffen in der Abwehr ebenfalls zur Schußwaffe Dabei wurden drei Rationalsozialisten getroffen. 3nzwischen sollen in Aalkensee mehrere SPD.» und SPD.-Aunktionäre wegen des nächtlichen Zwischenfalles sestgenommcn und in das Eharloltenburger polizeigesängnis eingeliefert worden sein. Eine Bestätigung dieser Rachricht war jedoch nirgends zu erhalten. Wie weiter erst jetzt berichtet wird, ist tn der Nacht zum Sonntag vor dem K a r l- L i e b- k n e ch t- H a u s ein 26 Jahre alter Erich Rex T- von einem Polizeibeamten durch einen Schuß niedergestreckt worden. Der Perletzte wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er an den Folgen einer Halsoerletzung gestorben ist. Bei dem Erschossenen soll es sich, nach dem Bericht eines Berliner Spät- abendblattes, um einen Nationalsozia- l i st e n handeln. Der hakenkreuzler sei aus den Beamten aus noch unbekannten Gründen eingedrungen und in berechtigter Abwehr hätte der Beamte seinen Gegner durch einen Schuß kampfunfähig gemacht. Von der Pressestelle des Berliner Po- lizeipräsidiums war über den Vorfall, obgleich er schon über 46 Stunden zurückliegt, ein Bericht noch nicht zu erhalten. Auf Anfrage wurde die Ant- wort gegeben,„daß der Vorfall noch untersucht wird bzw. erst geklärt werden muß". Sine alte Straße Noch immer nicht kertiz Zwischen der Schönhauser Vorstadt und W e i ß e n s e e, von der Schönhauser Allee bis zur Greifiwalder Straße, zieht sich die über zwei Kilometer lange Carmen-Syloa-Straße hin. Von der Prenzlauer Allee ab war sie lange Zeit buch- stäblich mit Brettern oernagelt. Der Bretterzaun fiel erst, als der zweite Baublock der Wohnstadl Carl Legien mit etwa 1100 Wohnungen im Juli 1930 bezogen wurde. Bon der Grellstraße bw zur Hosemannstrahe führt die Carmen-Sylva- Straß« durch Laubengelände und dieser Teil der Straße befindet sich bei schlechtem Wetter in einem üblen Zustand. Beleuchtung fehlt voll- ständig. Mit einigen Afü-Arbeitern wäre es längst möglich gewesen, auch diesen Teil der Car- men-Sylva-Straße in kurzer Zeit begehbar zu machen, der die Verbindung mit den Autobus- Der Zeuge machte ihm daraus Vorhaltungen, es sei eine unmögliche Situation, das Geld müsse zu- rückgezahlt und Sicherheiten geleistet werden. Lettow war die Sache sichtlich unangenehm, er oersprach die Rückzahlung. Diese eindeutige Dar- stellung des Oberbürgermeisters Reuter führte zu erregten Auseinandersetzungen. Die Verteidigung besteht darauf, daß eine Anzahl Fragen an den Zeugen gerichtet und seine Antworten proto- kolliert werden: sie hält ihm u. a. aus einer Aktennotiz Lettows vor, Reuter habe bei der letzten Unterredung mit Lettow gewissermaßen zugegeben, die Vorschußzahlung von 150 000 M. genehmigt zu haben, die Vereinbarung sei ihm jedoch jetzt unbeguem, Lettow müsse das Geld zu- rückzahlen. Die Staatsanivoltschaft stellte fest, daß Lettow diese Aktennotiz in der Voruntersuchung nicht vorgelegt habe. und der Zeuge Reuter erklärt, es sei völlig ausgeschlossen, daß er Lettow etwas ähn- liches gesagt habe; er se> gewohnt, die Verant- wortung für seine Handluv gen stets selbst zu tragen. Die Verteidigung tritt nach der energi- schen Abfuhr durch den Zeugen den Rückzug an; sie will von ihm nur noch die Frage beantwortet wissen, ob Lettow nicht vielleicht in dem Glau- den gewesen sein könne, daß er berechtigt sei, auf Grund der vorausgegangenen Unterredungen das Geld an die Bipa abzuführen. Dann war eben dieser Glaube durch nichts gerechtfertigt, er- klärt der Zeuge. Im übrigen habe er ja auch Lettows Handlungsweise nicht als Betrug erachtet, sonst hätte er ganz andere Schritte unter- nommen; er habe sich mit der Entlassung bemügt. Aber entlassen wurde er deswegen, stellt der Vor- sitzende fest. Oberbürgermeister Reuter soll in der nächsten Woche noch zu einem anderen Punkte der An. klage vernommen werden. und Straßenbahnhaltestellen in der Gveisswalder Straße bedeutet. Doch bis jetzt hat sich außer, der Mieterkommission noch niemand darum geküm- mert. Es darf wohl erwartet werden, daß endlich auch dieser Teil der Straße mit dem poetischen Namen in einen straßenähnltchen Zustand gebracht wird. Geflügel beim Siedler Eine Nebenerwerbsmöglichkeit? Die Nebenerwerbsmöglichkeiten im Siedler- betrieb, dieses für den Laubenkolonisten und Stadtrandsiedler interessant» Thema behandelte der Siedlungsberater v Bülow-Jeserig in einem Vortrag, der als letzter der vier Vortragskurs« für Geflügelzüchter in der Landwirtschaft- lichen Hochschule abschloß. Der Vortragende, de- besonders den Neben- erwerb als Geflügelzüchter berücksichtigt«, hat die von ihm gemachten Vorschläge zum Teil selbst in der Siedlung Jeserig-Schenkenberg erprobt. Er stellt jedem Nebenerwerb die fünf Grundregeln voraus: Kein« großen Kapttalsanlagen. Im richtigen Maßstabe anfangen, nicht zu groß und nicht zu klein Keine Zersplitterung, der Siedler soll nicht von allem etwas anfangen, was unbe- dingt zu einem Mißerfolg führen wird. Auch die Tiere kommen bei dem Vielerlei nicht zu ihrem Recht. Die Absatzverhältnisse vorher genau prüfen. Auf Arbeitsverteilung achten, das heißt, den Nebenerwerb so in eine passende Zeit eingliedern. daß der Haupterwerb nicht durch ihn aufgehalten oder gestört wird Der Vortragende empfahl zu- nächst die G ä n s e m a st im kleinen Umfang, etwa 6 bis 12 Tiere, die in Schnellmast herangefüttert werden, so daß sie bis Pfingsten, also zu einer Zeit, in der der Markt nicht mit Gänsen beschickt wird, verkauft werden und einen guten Preis bringen. Dasselbe gilt auch für die Jung- e n t e n m a st, die bekanntlich in acht bis zehn Wochen abgeschlossen sein soll Für Enten und Gänse jedoch lohnt sich nur die Mast, wenn die Siedler durch gemeinsamen Einkauf des Futters ihre Unkosten verbilligen, bei dem Stand der Futtermittelpreise kommt man sonst nicht zurecht. Eigenartig war der Vorschlag, Fasanen zu züchten, die einen verhältnismäßig kleinen Raum beanspruchen und auch im Futter sehr genügsam sind Die Fasanen werden von Jagdbesitzern zum Aussetzen im Iagdgelände sehr begehrt. Auch dt? anderen Vorschläge, ein o st f r i e s i s ch« s Milchschaf zu halten, Angorakaninchen oder Nutria(Sumpfbiber) zu züchten, liegen im Rahmen einer Siedlerbetäligung im kleinen. Ein Vorschlag für die Zucht von Rasiehunden erscheint ziemlich abwegig. In wenig Worten Der Reichskommissar für das preußische Kuin.s- Ministerium hat. wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, durch einen Erlaß die Schul- stundendauer wieder allgemein auf 45 Minuten (statt wie bisher 50 Minuten) sestgeseizt. Die Zeppelinhalle Staaken wird im Rahmen des Arbettsbeschaffungsprogramms der Stadt Berlin instand gesetzt. Es sind dafür 120 000 Mark vorgesehen. * In Alhama in Spanien sollte ein Masken- zug, dessen Mitglieder sich als Jesuiten ver- kleidet hatten, von der Polizei aufgelöst werden. Den Beamten wurde Widerstand geleistet, so daß sie von der Schußwaffe Gebrauch machen mußten. Mehrere Personen wurden schwer oerletzt. » Am Montagnachmittag stürzte das Reklame- slugzeug„V 659" des Luftdien st es B r e s- l a u in einem Walde nordöstlich Barschau bei Raubten ab. Der einzige Insasse, der Flugzeug- führer, war sofort tot. * In der Nähe von P l a u e n im Vogtland geriet ein mit Mitgliedern des Plauener Ar- beiterturnoereins„Eiche" besetztes Last- auto ins Schleudern und stürzt« einen Abhang hinunter. Einer der Insassen wurde getötet, vier erlitten schwere, fünf leichte Verlegungen. Die Leipziger Frühjahrsmesse IgZZ beginnt Sonntag, den 5. März. Es schließen; die Textil» messe Mittwoch, den 8. März, die Möbelmesse, die Sportartikelmesie. die Bürobedars- messe „Iaegerhos" und die Sonbermesse Photo. Optik. Kino Donnerstag, den 9. März, die übrigen Zweig« der Mustermesse in der Innenstadt Sonn- abend, den 11. März, und die Große Technische Messe und Baumesse aus dem Ausstellungsgelände Sonntag den 12 März. Der Verkehr zwischen Berlin und Leipzig wird durch Sonderzllge verstärkt werden. Neben den fahrplanmäßigen Zügen werden folgende Sonderzllge verkehren: In Richtung nach Leipzig: Vom 4. b i s 9. März täglich ein Sonder- O-Zug 1)3514, ab Berlin 7.57, an Leipzig 9.59 Uhr; am 4.. 5. und 6 M ä r z ein Vorzug zum O 32, ab Berlin 9.05, an Leipzig 11.07 Uhr; an diesen drei Tagen fährt der Hauptzug l) 32 ab Berlin erst um 9.12, an Leipzig 11.14 Uhr. Am 5. März Sonder-Tilzug K 3508, ob Berlin 7.24, an Leipzig 9.46 Uhr. In Richtung nach Berlin: Vom 5. bis 9. März ein«ander- i)e" einen der gröhten Namen in ber sranzösi- schen. ia, in der Weltliteratur errang gab sich im Politischen gern storkkonleroativ. Umsturz? Bürger- krieg? Revolution? Um chimmelsroiueni Unter. tan sein der Obrigkeit pries er als erste aller Tugenden und predigt» Achtung vor den Gesetzen. nicht wel, sie gut. sondern weil sie Gesetze waren; bei einer gewaltsamen Umwälzung rauschte man nach seiner Meinung einen Zustand, der vielleicht n.chts taugt«, gegen einen anderen ein, von dem man nicht wußte, ob er besser war Daß die Gegenwart allen Lobes ermangelte, blieb Man- taign« nicht sreind, da Frankreich von Macht- kämpsen unter religiöser Berkleidung zerrissen wurde, seuszte er über die.kranke Zeit", aber er hielt sich abseits und nahm nicht Partei; er war k in mutiger Bekenner wie sein jüngerer Zeit- gmosi«. der Dichter Azrippa d'Aubignä, der cls eingefleischter hugenottischer Ketzer viermal zum Tode verurteilt ward« und in der Derban- l'.ung starb; der behagliche Lebensgemeßer Man- ! a i g n e verspürte keinerlei Sehnsucht nach Galgen und Scheiterhause». Don Drang nach öftentiicher Betätigung lebte nicht» in ihm; den ehrenvollen Posten des Bürgermeisters von Bordeaux, den er vier Jahre bekleidet», mußte man ihm ausnötigen, und richtig wohi fühlt« er sich nur. wenn er sich ein ganz privater Mensch, in seinem Schloß Montaigne in Pörigord hinter Lücher- mauern verschanzte und all-n Scharfsinn seines beweglichen Geistes in seine..Essais" einströmen ließ; wichtiger, ei» wohlgeformtes Buch zu hinterlassen als ein gutgeratenes Kind. Aber da Montaigne trotz sein z feudalen Namen» im Bürgertum wurzelte— dos Der- mögen, das der Familie Adelssttz und Adelstitel verschaffte, hatte sein Großvater durch den Handel mit gesalzenen Stockfischen erworben—, führt ihm die bürgerliche Auflehnung gegen die überkommen«. noch halb mitte!oli«rlich« Welt bW Fc�-r. Schon daß er der erste und ausgesprochenste Ichmensch seines Jahrhunderts war,«ß seil« amüsanten und glänzend stilisierten P audereien > nur um die Achse seines Ich» kreisten. d>.ß er sein eigenes Wesen belauschte, behorchte, bejchlich. um Vi) selber aus die Spur zu kommen, lag(u.i dieser Linie. Denn wenn die seudal-absolutistisch Ord- nung nur Stände kannte, stellt« die bür;>,rlich« Gesellschaft eine Vielheit von Individuer von Einzelwesen dar. Den Menschen derart, vor allen Bindungen losgelöst, ois einzelnen zu nehm, n und den Rückzug auf da? eigene Och als da» töchste Glück zu verkünden, wie es M o n t a i g n ohne Unterlaß tat, grenz,« im IS. Jahrhundert schon fast an revolutionäre Gesinnung. Zumal da er über seiner ur erbittlichen Selbst- beobachtung n'cht zur Erkenntnis ewiger Wahr- heilen gelangt«, außer der einen, daß es keine ewigen Wahrheiten gib Sein Spott trai dl« anerk-.nnten und abgestempelten Philosophen, die von einem göttlichen, einem Naturrecht schwatzten. Zeichen eines Natur-echt», das der eingeborenen Natur de» Menschen entsprach, war doci) wohl die allgemeine und allseitige Aner» kennung. In Wirklichkeit hatten jede Zeit, isde» Land, jedes Volk ihr eigenes Recht, ihre eigene Sitte, ihr« eigene Wahrheit. Eine unveränderlich«, «ine ewige Wahrheit, wenn sie jenseits der Bergs schon als Lüge galt? Laßt euch nicht auslachen! ..Nichts ist", stellte Montaigne fest,„steter Vewegung so unterworfen wie die Gesetze: seit meiner Geburt habe ich sie bei unseren englischen Nachbarn dreimal oder viel mehr wechsln sehen. nicht nur auf politischem Gebiet, wo man B«- ständlgkelt nicht voraussetze 1 kann, sondern im Wichtigsten, nämlich der Re tgion" Der mit der tlasstschen Bildung de» Humanismus Gepanzerte schüttelte auch Beweise au» der alten Geschichte und der lateinischen und griechisaien Dichtung nur so aus dem Aermel. umdieR latioitätaller menschlichen Erschein ingen und Ein- richtungen darzutun; welche Posten er auch zusammenzählte, Endergebnis blieb da» achsel- zuckend«: W a, weiß ich?, da» kwr Wappenspruch seine» Wertes war. So leicht und sast frivol, so weltmännijch und lächelnd sich dies« Skepli» auch zeigte, vor ih»-m: Wa» weiß ich? zerbröckelten oll« Autoritäten Me nur durch blinden, dogmatischen Glauben zu de- stehen vermochten. Riemal» mischte sich Man- taigne unter die reformierten Ketzer: all» katho- sischen Gepflogenheiten macht« er mit di» zu der ?tzten. bei seinem Tob«, der ihn am 13. September 1 02 ereilte, eimn Priester zu bemühen. Gleich- m. hl oerraten die..Essais", daß er im Grund« sürer Seele ein fröhlich z o tt l o j e r Heid« uar Gr durchschaut«, daß die Götter nichts als > Zpiegelbilder menschlichen Sinnen» und Trachten» oaren; für die Philosophie hotte sein» Welt» rnschauung, di» er freilich nie in ein ge'chlösiene« System zusammenfaßte, ein warme» Plätzchen. teine» für die Religion Darum feierte ihn oo den konsequenten Materialisten des 18. Jahrhundert» de Ia M e t t r t e als den ersten ftran- zolin, der es gewagt habe, zu denken und wäh- rend der Reoolution nel Camille De»moulln, in seinem„Bleux Tordelier" als er von dem nahen „schönen Tod" des Katholizismus schwärmte, den Verfasser der„Esiais" als Schwurzeugen an. da er die Kirchen als Anstalten sür Schwachsinnige betrachtet habe, die man bis zur allgemeinen Ver- brestung der Vernunft bestehen lasten müste. aus Angst, daß sonst die Narren tobsüchtig würden Aber auch irdische Dinge, an denen kaum ein Zeitgenosse zweifelte, löste dieser Zerdenker er- erbter Wertbegrisse im Scheidewasser seines Zweifels auf Die Rechtspflege, käuflich und verderbt, wie sie war. hatte keinen Bestand vor seinem prüfenden Auge, er verwarf Folter und Todesstrafe, und der Krieg dünkte ihn ein schreckliches Uebel. eine Pest der Menschheit. Der seines Steinleidens wegen die Väder der Schweiz. Deutschlands und Italien» aufsucht«, liebte es, zu reisen, weil es eine sehr nützliche gegenseitige Rei- bung der kjirne mit sich bringe und sein Denken war ganz kosmopolitisch:.Lch schätze all« M e n- schen als meine Landsleute und drücke einen Polen wie einen Franzosen an die Brust. denn der allgemeinen und gemeinsamen Bindung ordne ich die national« Bindung unter." Leicht ge- neigt, die ganze Gesellschaftsordnung, die Zivili- jor.on als solche zu verneinen, bestritt er seinesgleichen sogar das Recht, die Wilden Wilde zu he:ß«n. weii sie andere Sitten und Gebräuche halten. Di« Erzählung von einem Besuch dreier loicher Kannibalen oei Karl IX in Rouen benutzte er. einen seiner spitzesten Pfeile von der Sebne zu schnellen, er berichtete, sie hätten aus die Frage, was ihnen bei den Weißen am meisten ausfalle, geantwortet: daß es hier Menschen gebe, voll- gepfropft mit allem Luxus, und andere, bettelnd an deren Tür, abgezehrt von Hunger und Armut, .und sie fänden es merkwürvig. daß diese Be- dürftigen eine solche Ungerechtigkeit duldeten, an- statt die anderen an der Gurgel zu packen oder Feuer an Ihre Muser zu legen". Der in der Betrachtung der meisten Dinge seine Zeitgenosten weit hinler sich ließ, rührte hier..i� keineswegs konservativen Sinn an die soziale Frage kommender Jahrhunderte. Wo i|l die Rechnung? Humoreske/ Ton Ztiis lUüller Marienkirchen So leicht vergesse ich die erste Mathematitstund« nicht. Der Professor kam hereingejchossen wie zu einem Sturmangriff Aus einem verknitterten Gesicht sah ein böse» Auge:„Ich weiß es", schrillte er,„Mathematik liebt man nicht. Ich seh's euch an, am liebsten tilgtet ihr sie au» dem Stunden- plan. Well sie unbequem ist. Weil sie alle anderen Fächer überragt. Wa» ist Deutscher Aufsatz!— Phrasendrescherei Was ist Beschichte?— Kaleidoskop für Kinder. Wa» ist Geographie?— Flüste, welche heute so und morgen anders laufen. Be- stand allein hat meine Wistenfchaftl Was sind Lehrer anderer Fächer? Maurer. Bestenfalls Poliere. Der Mathematiker allein Ist Architekt. In das Herz der DNnge sieht er. unerbittlich ist er.— Der erste in der ersten Bank. Begreifft du da»?" „Nein", sagte der Hausmann. ./sah' ich mir gedacht", höhnt« der Schrillende, .cher zweit« rn der dritten Bank, versiehst du es?" .La", sagt« der Schwegerl. Der Schrill« wurde milder: ,F>och einer. Kinder, haltet sest: Wenn ihr heut« vor den Richtersbuhl des Höchsten trätet und er fragte euch:„Was stt gewiß?"— was gäbst du ihm zur Antwort, Hausmann?" „N— ntchts", sagte Hausmann. ..Mb' ich mir gedacht. Und was gäbst du zur Antwori, Schwegerl?" „Die Mathematik." „schön— nun wollen wir ins Reich der Zahl eintreten, wo die Logik herrscht und jeder Irrtum auc-geschiosten ist. Alles lügt, nur wer lügt nicht. Hausnwnn?" „3— ich." „Unsimr!" „Sie." „Blödsinn!— Schwegerl, wer lügt nicht?" ,L>>e Zahl." „Gut, Schwegerl, lies die Regeldetriaufgabe auf Seit« dreizehn." „3Ü0 Maurer bauen einen Palast tn 270 Tagen de, neunstündiger Arbeitszeit. Wieviel Maurer bauen den gleichen Palast in 30 Tagen bei zehn» stündiger Arbeitszeit?" .chausmamr, weißt du, wie man das heraus- bringt?" „Man— man probiert's." „Was probiert man?" „Dos Bauen." „Rettungslos!— Schwegerl, an die Tafel, zeig's ihm." Der Schwegerl zeigte es ihm an der Tafel mit hageldichten Kreidezifsetn: 2430 Maurer. „Siehst du, Hausmann, so was braucht man nicht probieren, so wa» macht man aus dem Hand- gelenk und haargenau mit Zahlen, die—' „— nicht lügen" ergänzte Hausmann gehorsam, aber mit einem heimlichen Zwinkern in den Augen,„darf ich noch was sragen. Herr Professor?" „Fragel" „M u ß das Resultat bei allen eingesetzten Zahlen stimmen?" „Wie oft muß ich dir noch sagen: Zahle» irren nicht!" „Und wenn man den Palast tn � in einem Tag« bauen wollte, Herr Professor?" „So braucht man eben soviel Leute mehr. Ein- mal wirst du'» doch begreifen— an die Tasel!" Hausmann ging an die Tafel, rechnete und verkündete:„In einem Tage wird der Palast gebaut von zweiundsiebzigtausend neunhundert Maurern." „Stimmt", sagte der Schwegerl. .Am', sagte der Prosefsor. „Und in einer Stunde, Herr Profestor, nein in einer halben?" Schwegerls Kreide hagelt«:„Sine Million vierhundertachtundfünfzigtau'end Maurer" ver- kündet« er. „Darf ich noch was sragen, Herr Professor?" sagte der Hausmann scheinheilig. „Wir kommen jetzt zu anderen Dingen", sagt« der Profestor eilig. „Ob ich noch was fragen darf?" beharrte der Hausmann. Friedrich tberl »um Qed&chlnis an feinen Todestag am 28, Sebruar 1925 Wir tragen alle da» gleiche Gewand, Und keiner ist geringer unter den Brüdern; Denn alle sind wir geboren unter der gleichen Sonne. Wer mehr sein will alt der andere, Optert den Göttern der Vergangenheit. Gleich Redliche» tun, da» eine, wat dich grofi macht und deine Gestalt schönt, deutsche Republik, Ist uns gegeben, Und tausend Bautag' hinzu für die ewige Heimat: Recht und Freiheit(Ur allel So wie der Genius einherführt alle großen Gedanken der Ueber die deutsche Erde, Menschheit Und der Wind tränkt Glauben und Träume: So ist's einer aus der Masse, Der aufwächst im Tal und mahr gibt, alt er genommen, Nämlich alles, sein Leben, teine Kraft Für uns.~i Einer von den vielen, der Betten einer, Voll Hingabe, selbstlos und treu: Nicht Worte gibt et. dies Herrliche zu preisen! Er gab dem Volk, wat des Volkes Ist, Damit es ordne seine Geschicke selbst Und Richter sei über Gerechte und Ungerechte. So ward er der rechte Steuermann In des Reiches Gefahr Friedrich Ebert, erster Präsident der Republik! Millionen Herren schtuoen für fhn; Gedenken wir, nicht d»ß wir trauern. Auch uns ist h*« beschenkt, Ein Tun In Tapferkeit und Traue. Weither a. Oeehiieweki „Die ewige Fragerei!— was noch?" „In der Geschichte haben wir gehabt, daß an einer ägyptischen Pyramide oft viele Königs- geschlechter gebaut haben." JKa, und?" „Wenn an unserm Palast 430 Jahre gebaut worden wäre, kann man da auch die Maurer- zahl...?" „Natürlich kann man— wir kommen jetzt zur KeUenrechnung, Kinder—* „Können wir nicht vorher die 450 Jahr«—* „Ich hab's!" schrie der Schwegerl, der'» schon vorgerechnet hatte, ,Mr Palast würde in 450 Jahren von— von— Er stockt«. Hausmann sah ihm ins Heft und ergänzte ehern: ,won Rull Komma fünf Maurern gebaut werden." Der Proststor wurde neroös. Gut, daß es läutete. Wa» der Hausmann und der Schwegerl mit» einander in der Pause disputierten, ist eine Geschichte für sich. Nur meinen Traum in dieser Nacht muß ich noch erzählen. An einem Palast sah ich eine Million viermal- hundertachtundfünszigtausend Maurer bauen. S:e wuhrllen durcheinander, untereinander, übe:« i- ander. Sie traten einander auf die Huhne: aug«" Sie schrien und. ichwangen ihre Mörtelkellen. Ein furchtbarer Kamps drohte auszubrechen. Da er- schien auf einmal ein einziger Maurer, nein, ein halber Mautsr:»Ihr seid entlasten. Ich allein werde den Btu ausführen." „Wie!" brt llten die anderthalb Millionen Maurer,.chu— du allein?" „3a, ich kann in der bewilligten Bauzeit das- selbe leisten wie chr all« zusammen" „Er ist verrückt— völlig oerrückt!" „Ich bin nicht oerrückt", sagte gemesten der halbe Maurer,„ein Mann aus dem Weste» ist zum Pharao gekommen und hat es ihm berechnet." »Wo— wo ist die Rechnung?" Da hob der halbe Maurer«in Blatt Papier in die Höhe. Ich konnte es im Traume deutlich sehen. Unsere legt« Regelditriausgad« stand darauf. Und unterschrieben war sie mit: Theobald Kienzel» mann, Professor und vbermaurer am Ludwige- gymnastum in München. Da ergrifs die anderthalb Millionen Maurer ein fürchterlicher Zorn und sie erhoben sich und— Gut, daß die Mutter mich gerade weckte. ZfCiflorffche VHnfaluren D i e treffende Bibel stelle. Pius IX., der große Gegner Bismarck» im Kulturkampf, der während seines Pontifikat» wohl die schwersten Kämpfe gegen revolutionäre und staatliche Mächte zu sühren hatte, von denen die Geschichte der neueren Päpste weiß, und der die Sache des Katholizismus mit Festigkeit und Ener- gie zu vertreten wußte, war im Privatleben ein welcher und gutmütiger Mensch. So bracht« er es zum Beispiel nicht über sich, auch nur einem der zahlreichen sungen Maler, die ihn porträt'eren wollten, eine Absage zu erteilen— auch dann nicht. wenn der betressende Künstler von der Muse nicht eben gesegnet war. So hatte ihn denn wieder einmal«in wenig hoffnungsvoller Jüngling der edlen Malkunst tonterfelt, und man konnte nicht behaupten, daß da» in schreienden Farben prangend« Bildnis ähnlich geraten war Dennoch bat ih» der Maler, das Bild mit einer persönlichen Widmung zu ver» sehen— er hoffte, daß die Unterschrift de» Papste» seine Karriere fördern werde Piu» IX., der sich über die mangelhaft« Qualität de» Werte» vollkommen im klaren war. weigert« sich zunächst, tonnt« aber dann dem inbrünitige» Bitten doch nicht widerstehen. Heiter lächelnd schrieb er unter da» Bild: „Eo Marci, Kap. 8. Ber» 50 Pius lX." Freudestrahlend eilte der Künstler noch Haufe, schlug erwartungsvoll seine Bibel aus- und las: „Ich bin«s, fürchtet euch nicht! Pius IX." Mecfcer. Modewaren Kleiderpassen moderM Ftntat* Cfl-. Stoffe Seüek... UißR* Kleiderblenden 10 i J in verschied,«ödem. ,4 AosAkriMtr 2.45,1.15| Kleiderkragen j eifweitif Mit Schleife 445 I I StOck 2.25.....| rX&l '•j"t:/ 1 ju�endl. Kleid Cr4pe, Weste I u. 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Brunnen. st-aßa 0*. hcdU% UeiJU est/ Heute demonstrieren die Kreise: Unsere nächsten öffentlichen Partei- und Betriebs-Veranstaltungen: Dtentlag, 28. Februar: AEG., Hennigsdorf: 16 Uhr, Lokal Wolter, Hennigsdorf, Kirche). Allgemeine Belegschaftsversammlung. Hauptstr. 28(gegenüber der _Them8; Volksrecht oder Herrenrecht."Referent: Dr. Klotz. Arbeitsamt Süd: 19,30 Uhr, Im Restaurant Schulz, Marlendorfer Str. 5. Fraktionsversammlung mit Sympathisierenden. Thema: Der Klassenkampf oder die Arbeiterschaft. Referent; H. Marx. Arbeitsamt Berlin-Nord: Eiserne-Front-Kundgebung aller Arbeiter, Angestellten und Beamten um 16,30 Uhr im gelben Saal der Hochschulbrauerel, Seestr. Thema: Die politische Lage und die Wahlen am 5. März. Referent: Gen. Scharf- schwerdt. Arbeitsansialt und Waisenhaus Rummelsburg: Kundgebung aller Arbeiter, Angestellten und Beamten um 16 Uhr bei Nikusch, Lichtenberg, Hauptstr. 83. Thema: Volksrechte oder Herrenrechte. Referent: Erich Bührig. Bezirksamt Lichtenberg: Eiserne-Front-Versammlung um 19,30 Uhr im Cecilien-Lyzeum, Rathausstr Referent; Karl Dresse). Bezirksamt WeiBensee; Eiserne-Front-Kundgebung um 19,30 Uhr im Restaurant„Pferdemarkt", Weißensee, Schönstr. Thema: Volksrechte oder Herrenrechte. Referent: Gen. Kreutziger. Ehrich u. Graetz: Eiserne-Front-Kundgebung um 16,80 Uhr bei George, Treptow, Elsenstraße(früher Rennbahn). Referent; Dr. Otto Frlediander. SPD.-Fraktion der Heil- u. Pflegeanstalt Herzberge und Wuhlgarten: Fraktionsversammlung mit Sympathisierenden um 20 Uhr im Lokal Tempel, Gudrun- Ecke Wagnerstr. Thema: Der 5. und 12. März und die Arbeitnehmer der Stadt Berlin. Referent: Karl Hetzschold. Stralauer Glashütte: Kundgebung um 16,30 Uhr bei Hoffmann, Markgrafendamm Ecke Stralauer Allee. Referent: Hans Marx. Deutsche Niles-Werke: Kundgebung der Eisernen Front um 16 Uhr im Sporthaus Weißensee, Berliner Allee 193. Referent; Hermann Harnisch, M. d L. 8. Kreis— Spandau: Kundgebung um 20 Uhr in der„Markthalle", Pichelsdorfer Straße 87. Referent: Rudolph Wisse». 11. Kreis— Schöneberg: Um 20 Uhr im Gesellschaftshaus des Westens, Schöneberg, Hauptstr. 30.„Frauen, kämpft für eure Rechte". Referentin: Anna Geyer, Rezitationen: Elfriede Wollmann. Tugendchor des Berliner Volkschors. 12. Kreis: Oeffentliche Kundgebung um 20 Uhr Im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Straße 13/14. Referent: K. Heinig. 18. Kreis: Oeffentliche Wählerinnenkundgebung um 20 Uhr In Tohannisthal in der Autoklause, Friedrichstr. Referent in: Paula Kurgaß. Thema: Her zur sozialistischen Aktion. 13. Kreis— Tempeihof: Kundgebung um 20 Uhr bei Lierse, Festsäle, Marienfelde, Berliner Ecke Dorfsfr. Referent: Dr. Lohmann. >6. und 97. Abt; Kundgebung um 19 Uhr in der Aula der Albrecht-Dürer-Oberreal- schule, Neukölln, Emser Str. 134. Referent; Karl Lltke, M. d R. 108. und 108a Abt— Köpenick: Kundgebung um 19,30 Uhr Im Lokal Uhlenhorst, Köpenick, Mahlsdorfer Straße. Referent; Fritz Schröder. 129. Abt: Kundgebung im Konzerthaus Gsell, Pankow, Breite Str. 34. Beginn 19,30 Uhr. Referent: S. Aufhäuser. Mittwoch, 1. Mörz: Bezirksamt Wedding, Betriebsfraktion der SPD.: Saal der Versuchs- und Lehrbrauerei, fried Aufhäuser, M. d. R. AVK.: Kundgebung der Eisernen Front um 16,30 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Thema: Volksrechte oder Herrenrechte. Referent: Dr. Otto Suhr. Zentrale Verwaltung: Versammlung um 19,30 Uhr im Hackaschen Hof, Rosenthaler Straße 40/41. Thema: Wahlen und kommunale Arbeitnehmer. Referent: Stadfverordnetenvorsteher 3oh. Haß Teiefunken A.-G. und NAG.: Betriebsversammlung um 16,15 Uhr im Strandschloß Oberschöneweide, Ostendstr. 12. Referent: Otto Tost. W. Büchsenstein: Belegschaftsversammlung um 16,30 Uhr in den Kammersälen, Teltower Str. 1—5. R.efe rentin: Gertrud Hanna. Sehering. u. Xahlbaum, Adlershof: Betriebsversammlung um 16,30 Uhr bei Lehm- grübner, Bismarckstr. 2. Thema: Gemeinsames Leidl Gemeinsame Abwehr! Referent: Emil Barth. Verband sozialer Baubetriebe: Betriebsversammlung um 17 Uhr im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Referent: Gutschmidt. Arbeitsamt West: Eiserne-Front-Versammlung um 20 Uhr in der Sängerklause, Kaiserin- Augusta-Allee 90. Referent: Deutschkorn. 5. Kreis— Wedding: Kundgebung um 19,30 Uhr Im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42 Referent: Georg Breuer. Kundgebung um 19,30 Uhr in der Hochschulbrauerei, Amrumer Ecke Seestr. Referent; Dr. Lohmann. Kundgebung um 19.30 Uhr In den Atlantik-Sälen, Behmstr. am Bahnhof Gesundbrunnen, Referenten; Karl Litke, M. d. R. und Urich. 16,15 Uhr Wahlkundgebung im großen Amrumer Ecke Seestr. Referent: Sieg- «u 8 Kreis— Friedrichshain: Frauenkundgebung um 20 Uhr in Bakers Festsälen, Weberstraße, großer Saal.„Der Kampf der Sozialdemokratie"—„Die Frau und der Sozialismus". Referentinnen: Käthe Kern und Erika Riedel. Mitwirkung der Aktuellen Kleinkunstbühne. 8. Kreis— Spandau: Rentnerversammlung um 15 Uhr in Haaks Germaniasälen, Stresowplatz. Thema; Die Notlage der Rentenempfänger. Referent: Stadtverordneter Rohda. 16 Uhr auf dem Rathausplatz. Die in Spandau arbeitenden Groß-Berliner Mitglieder der Eisernen Front nehmen an dieser Demonstration teil. 10. Kreis— Zehlenderf: Kundgebung um 20 Uhr im Lindenpark, Berliner Ecke Gartenstraße. Referent: Dr. Otto Friedländer. 17. Kreis: Warbeumzug durch Lichtenberg. Stellplatz; Wühlischplatz, Spitze Sonntag- Straße. Abmarsch 18 Uhr. 18. Kreis— Weißensee: Kundgebung im Schloßpavillon, Berliner Allee, Beginn 19,30 Uhr. Referent: Erich Kuttner, M. d. L. 84. Abt— Lankwitz: Oeffentliche Wählerkundgebung um 19,30 Uhr in Lehmanns Festsälen, Kaiser-Wilhelm-Stf 29/31. Referent- Klausener, M. d. L. 88. und 98. Abt.; Oeffentliche Wählerkundgebung, 19,30 Uhr, In der 5. Gemeinde- , schule, Mariendorfer Weg(Neukölln). Referent: Georg Maderholz, M. d. L. 98. Abt.: Oeffentliche Wählerkundgebung um 19,30 Uhr im Lokal Bärwinkel, Dammweg-Siedlung, Stelnbockstr. 7. Referent: Weiner, M. d. L. 94. Abt.: Oeffentliche Wählerkundgebung um 19,30 Uhr im Lokal Bergschloßhöhe, Karlsgartenstr. 6/11(großer Saal). Referent: Dr. Ernst Fränkel. Mitwirkung des Tambourkorps der SAT.- Neukölln und der Spielgruppe „Q u e r s c h n i 1 1". 99a Abt.: Mitgliederversammlung mit eingeführten Gästen um 20 Uhr im Lokal„Buschkrug", Britz, Rudower Str. Referent: Brockschmidt. 109. Abt.: Demonstration mit anschließender Kundgebung auf dem Marktplatz in Friedrichshagen. Treffen 18� Uhr Bahnhof Friedrichshagen(Kurparkseile). Referent; Gen. Hetzschold. III. Abt. Bohnsdorf: Oeffentliche Kundgebung um 19,30 Uhr bei Heimann, Bohnsdorf, Waltcrsdorfer Str. 100. Referent: Karl Dresse). 151. Abt.— Niederschönhausen; Kundgebung um 19,30 Uhr bei Pfeifer, Niederschönhausen, Blankenfelder Str. 20. Referent: Dr. W. Pähl. 155. Abt.— Buchholz: Kundgebung um 19,30 Uhr bei Kähne, Buchholz, Berliner Str. 59. Referent: Heydemann, M. d. L. 155. Abt— Karow: Kundgebung um 19,30 Uhr bei Tagemann, Karow. Referent: Otto Meier, M. d. L. 158. Abt: Kundgebung im Lindengarten, Hermsdorf, Berliner Str. 134. Referent: H. Lüdemann. 159. Abt.: Kundgebung um 20 Uhr im Strandschloß Tegel, Uferstr. Referent; Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Mitwirkung der Spielgruppe„Galgen- Y ö g e|". 141. Abt.— Rosenthal: Oeffentliche Kundgebung um 20 Uhr bei Manthey, Rosenthal, Hauptstr. 1. Referent: Max Fechner, M. d. L. 8. Kreis Spandau: 16 Uhr auf dem Rathausplatz. Die In Spandau arbeitenden Groß- Berliner Mitglieder der Eisernen Front nehmen an dieser Demonstration teil. Wie wird das Wetter? 3n Bettin: Teil« wolkig, teils tteiter, nachts kalt, am Tag« Temperaturen etwas höher als bis- her, südöstliche Winde— 3u Deuf'chland: In: Often noch tagsüber leichter Frost. In West- und Mitteldeutschland Taqestemperaturen über Null steigend, nachts, abgesehen vom äuhersfen Westen, allgemein recht kalt. Im äußersten Westen und im Südosten meist bedeckt, sonst vielfach auf- heiternd. DiaUcoctlien bei Tietz Die Firma Tietz zeigt in der Lebensmittel- obteilung ihrer Häuser Leipziger Straße und Alexander platz Küchengeheimnisse für die sparsame Hausfrau, das heißt, es wird ge- zeigt, wie man mit wenig Geld doch gut und vor" allem nahrhaft kochen kann. Cs gibt da eine ganze Menge praktischer Kniffe und Rezepte, von denen viele Hausfrauen nichts wissen und deren Kenntnis für die Gestaltung einer bekömmlichen und nahrhaften Kost unendlich wichtig ist. Das Wissen um die Begriffe Kalorien und Vitamine genügt nicht allein, es handelt sich vor allem um deren praktische Nutzanwendung. Dazu gehört einmal das richtige Koche», bei dem die so außerordentlich lebenswichtigen Zusatzstoffe nicht verlorengehen, dami das Wissen um den Nährwert der verschiedenen alltäglichen Nahrungs- mittel und noch vieles andere. In Form von Vorträgen und praktischen Vorfüh- rungen, die täglich von 10 bis 1 Uhr und von 33? bis 6 Uhr stattfinden, kann man also viel Wissenswertes erfahren. Man sieht Diätküchen und ihre Zubereitung, z. B. gewürzarme, flüssig- keitsbeschränkte Kost des Nierenkranken, daneben den Eßtisch des G t ch t l e i d e n d e n, dem alles tierische Eiweiß, vor allem also das Fleisch, vorenthalten bleibt, der den Genuß von Hülsenfrüchten, Spinat usw. meiden muß. Der Magen- und Darmkranke muß eine leichte, reizlose Nahrung, diese fein zerkleinert, zu sich nehmen, und der Gallenkranke end- lich muß fettlose, breiige, leicht verdauliche Speisen essen. Auch der Tisch des Rohköstlers ist vorhanden. All diese praktischen Ratschläge'olien starke Beachtung finden, denn gerade Ernäh- rungsfehler und die damit verbundenen krank-. haften Erscheinungen spielen im menschlicken Krankhettsregister eine große Rolle. D« Osterhase hat entzückende Uederrasckmnaen in den Schaufenstern uon Kaisers Katscegeschäft ausgestellt, z. 95. reizende Kiirderbecher mit Teller, ein apartes Sammel- .edeck, die schiine, aeslllle Porzellanbanbannter», die llhiche Packung der Osteepralinen u. a IN. Ader aus >ie treuen Helfer und stumnien Freunde, Kaisers braune Rabattmarken, sei besonder» hingewiesen. »fendaagen kür diese Rubrik find 1 1 1 1■ 8® es Linden Irr aße I Parfetna$rid)ten0�für Groß-Berlin st«»» sn da» 8(|tct*|(tr(t«ta. >. S»s. 2 Treppen recht», zu richte» Arbeiisgemeinschofl sozialdemokratischer Lehrer u. Lehrerinnen. Bezirksgruppe Berlin. Unser Senosse Oitar Stoße, Rektor der 2S3. weltlichen Ochule, böte»- burger Straße, ist im id. Sebenosahre»o» der«rippe dahingerafft worden. Di-»InSscherung findet Mittwoch, t. Rar,, 19 Uhr, im Krematorium Sericht- ftraßc statt. Veginn aller Veranstaltungen Lifst, Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! t. Krel«. Abt. U die 31. Heute, 17 Uhr. an bekannter Stelle Erwerb«. lasen, ufamm-nkunst Unlerhaltungsnachmitlag. 14. Kreit Freitag, 3. RSrz. U Uhr, Erwerd-Idsenzusammenfunft an b«. kannler Stell». Wirtschalt und Menschen vor 300» Jahren. Referent: Kurt Bigiug. z. Abt Mitta-ach, 1. MSrz, Mitgliederversammlung an bekannter Stelle. Thema und Ret-rent werden in der' Beranstaltung bekanntgegeben. 8. Abt. Mittwoch Mitgliederversammlung. eine Stund- vorher. Zahlabende In den bekannten Lakaien. 33. Abt. Mittwoch Zahlabende in den S. Mörz■ IBVH Uhr, Funtionärsitzung. 84. Abt. Heut., i# Uhr, Funktianllrflhüng _____,............ an bekannter Stelle. 8«. Abt..Mittwoch, 1 Mtir, Funktienärversainuiluna »». Abt. Mittwoch, 1. März Fahlabend« der 138., 157., 158., 159. Be,. bekannter Stelle. Referent: Hans Marx. 157. Abt. Mittwoch, pünktlich 181z Uhr, Treffpunkt aller Parteimitglieder zur Wahlkundgebung Oranle- Ecke Berliner S trabe. 128. Abt. Achtung, die 129. Abt. hat heute Wählerkundgebung! 145. Abt. Mittwach, 1. März, Versammlung im Lindengarten in Hermsdars, 19 Uhr kurze Varstandssitzuna mit den Bezirkssiihrern. Dannerstag, 2. März, 18V4 Uhr, Anschlagsaul, vraniendamm. Waidmannsluster marschieren gemeinsam nach Lübars. Bezirlosührer laden ein. Schwanebeck. Oeffentliche Wahlkundgebung nicht Donnerotag. sondern Mi». wach, 1. März. 29 Uhr, bei Klemmer in Alpenberge. Bebert vom Bau. gewerksbund spricht. Frauenveranstalf uagen: 118. Abt. Unser Frauenabeud findet nicht bei Tempel, sandern bei Hartmann, Lrenrn» Ecke Rosenselder Strah«, statt. 127. Abt. Heut«, 2V Uhr, Frauinabend bei Schiebe, Berliner Str. 97. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. Mitte. Abt. lkrnst Taller. Mittwach Iungsalken. Dannerstag Bat» Falken. Sonnabend alle Falken. Sannabend pünktlich Probe mit de: SAS. Karten dafür sind nach bei eurem Helfer zu haben. Kreuzberg. Achtung, Mittwoch Falkenappev im Heim des Singe. kreise» für Jungfalken und Rote Falken um 18 Uhr! Abt. Köpenick. Iungsalken und Rate Falken morgen. Mittwach, 18 bis 18 Uhr, Balkstiinzc. Anschließend Lichtbilder nur für Rote Fasjen. Ende 20% Uhr. Dannerstag, il I Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an da» Iugendsekretariat Berlin SW. 68. Lindenstraß, 2 vorn l Treppe rechts. Di« Adteilaageu Neukölln VU mS Charlattlnburg-Westend, Friedrichshain und ___________._ lien»och Delegierte und Iugeirdbcirat melde«! Pullover gesunden aus der Mitgliederversammlung im Orpheum! Manchen-Kursus fällt am kommenden Sonnabend aus! heute. Dienstag. 28. Februar, 20 Uhr: Arkoaaplatz! Heiterer Abend— Newerkschaftsdaus! Zugendschutz und Zugendrecht.— Stofenthalcr Vorstadt! Seschichte der Revolution, II.— gen- trum: Arbeitsgemeinschaft, IV.— Brunncnplatz: Sexuelle Fragen.— Ge- sunddruaaeu I: Kommunistische« Manifest, Iii.— Sesundbruanea Ii! Unsere Werbung.— HumdoldihaiN! Mitgliederversammlung.— Schillerpark! SAJ.. Kirche.— Wedviug! Lichtbildcrabend! Wien.— Vedding-Rord! Dir Sowset. Union.— Arnimplatz! Heimabend. Karl Marx. II.— Araawalder Platz l! Neue Gesellschaftsspiele— Nordost l: Mitgliederversammlung. — Seaeselderplatz: Wie diskutier« ich mit meinem Gegner?— weitzense«: Einführung in den Sozialismus.— Franlsurter Viertel! Funktianärsitzung.— Hascuheidc! Tagespolitik— Köpenicker Viertel: Bunter Abend.— Reichen- berger Vierteil Bunte« Monatsende— Südwest: China und Japan.— Friedenau: Heimabend.— Schönebcrg lt>ch«ibnng»- kämpf Re:er,nl«ollege Pen» Sdtxt. BeNluiaue» Ericheinen aller MNgueder wird erwartet Zutritt nur gegen Mitgliedsbuch. Erwerbslose DMV.-Mlijlleder! Es:ft deabfichngt, ad 1. AUirz dl» auf weiteres Mittwochs und Eonnade». s voll» bändig tolltmoic Führungen durch das Pergawon-Muleum zn veranstalten Znieressierte Ziolleoea lönnen Teilnehmer- larlen lllr iich und ihre Angeddrigen Uder >4 Jahre im Büro. Eisalser Straße»s/ijL, in Emvlang nehmen. Ohne Teilnehmer» larie lann BeierNguna nicht n allfinden Trefipun.t 12 Uhe Granitichaie un Lust- qauen Ais Führer ,ur diele Besiaitigung hat fich dir iöenosse Heinrich SIlerbrate zur Verfügung geflellt. vi« 0rt»vatM»Itnng. ileutsdier Wm Verwallongssiellc Berlin Todesanz elge Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unter Kollege, der Schlosser Albert Trommler geb.21 Okiobcr 1882, am 25 rebruai gestorben ist* Ihre•einem Andenken! Die Einäscherung findet ,jm Don- nerstao, dem 2. März, 18 Uhi, im Krematorium Baurrschuien- weg statt Rege Beteiligung erwanei Ute Orinreiwaltang. Bankpleite in Mecklenburg Nach jahrelanger Mißwirtschaft— Staatshilfe zugesagt Gewinaauszug 5. Klasse 40. Preutzisch-Süd deutsch« Staats-Lottene. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewina» gesallen. und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in de» beiden Ableilungen I und II 17. Ziehungstog 27. Februar 1333 ?n der heutigen Vvrmittagszichung wurden Gewinne über 499 M. gezogen 2 Vttsna« in 10000 M. 395602 4»vnwne zu 5000 M. 182243 283047 16•ortaiu»n 3000 SB. 13658 86943 131580 143928 190128 363532 381256 396671 48»-Wim,« au 2000 SB. 6412 13602 22217 35745 42316 44313 121421 142410 163858 173717 194089 20SI18 221313 224354 227848 287640 293661 319581 324555 329075 331345 347319 370074 373219 106 s-winn, an 1000 M. 16430 21031 24820 26103 32961 34772 42771 43739 48552 50200 52380 55217 63080 73295 80408 88247 93065 113035 117833 132821 138974 143589 146535 158802 159778 171725 178612 180247 180635 188450 188676 202374 212238 212963 232594 236230 239802 248220 246243 257953 266230 268096 269831 271624 276013 290719 291157 293021 374441 390457 394314 394730 1 88»eminn« au 500 SB. 21119 22634 24756 25764 39628 42693 42834 51 762 56367 70685 74621 79233 82453 90512 91906 92423 94556 95356 99674 100271 106057 107989 110373 116040 117738 123923 132358 132339 139005 133494 142319 143240 143260145061 153767 154141 182626 167442 175776 177008 178666 179356136100 197523 201782 203548 204072 210334 214347 217426 222295 224791 226744 229041 23IS36 232632 233765 245713 246601 243101 251433 252136 270493 271173 271520 275427 281406 234330 287921 289620 290677 297023 298286 306368 306498 316845 321952 328535 329004 329209 334901 335475 339284 345788 358020 364152 364346 371400 374560 375808 384222 384582 387148 394640 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2»ewinn« zu 200000 SB. 121427 2««Winne>n 10000 SB. 98691 4»-wmn- ju 5000 SB. 324464 352815 18»«Binn. an 3000 SB. 18663 81100 94645 96717 160259 220979 253322 253727 265359 46»«Binn« an 2000 SB. 68302 71590 120202 121551 129642 140740 143009 156269 161096 168015 173127 199641 227028 231601 267979 279786 280938 301944 322553 339124 341947 349074 350621 78®cBintit an 1000 SB. 3526 4333 1 1524 38849 43943 46902 107957 110201 112744 117264 122339 157270 157914 183328 166740 176139 178763 192 139 192505 205322 209560 217424 233353 276569 284941 298699 293834 300092 310465 313824 339327 341959 363263 370500 376837 378834 379781 395546 156®«n>inn« an 500'Ii. 1186 8024 12286 13069 14078 22038 22763 24303 25756 45343 50363 33210 37004 91542 96339 98662 108072 129053 134035 136 129 137783 139996 148344 151405 154681 154903 161079 164032 16L935 172945 136362 187824 139112 191403196903 196552 200661 205107 210321 211262 213635 218312 22000? 223159 224782 225660 230386 235579 238577 244980 245049 248527 210141 265412 286310 271663 273915 279967 283075 287918 295992 296955 304629 312996 317171 319073 323488 332190 342659 354433 358147 358169 360365 366533 368395 382962 395317 397342 Im Geiviiinrade verblieben: L Prämien zu je SiXXX», 4 Gewinne zu je l««lM. i zu je 750 0, 4 zu je SOiO), IS zu je 2600). 80 zu je lOOoü, 214 zu ie 5000. 402 zu je 8000, 1103 zu je 2000, 2414 zu je 1030. 31104 zu je 500. 11700 zu je 400, und 100 Schlußprämien zu 8000 Mark. Wer hat Deutschland ruiniert? a»» großkapitalistische Verbrechen. Lahusen-Prozeß darf erst nach der Wahl stattfinden In den Katakomben äT Die ersten Christen Roms versammelten sich in unterirdischen Gewölben, den Katakomben Am 28. Februar sollte der Prozest ge- gen den groftkapitalistischen Wirtschafte- »erbrechet Lahusen beginnen. Tie Mahren Ursachen der verheerenden Dauer der Krise in Deutschland und der Zer- rüttung des llreditsystems sollten vor Ge- richt aufgerollt werden. «aHusen ist kein Marxist! Lahusen ist kein Novemberverbrecher! Lahusen war der Leiter eines der feinsten und größten kapitalistischen Kon- zerue. Lahusen ist ein Kapitalist vom reinste« Wasser. Lahusen ist ei» natio- naler Mann. Aber sein Prozeß ist nun plötzlich auf den 14. März, bis nach der Nrich». tagswahl, vertagt worden! Märe in der deutschen Oeffentlichkeit noch eine tlare Vorstellung von den verheerenden Folgen des N o r d w o l l e- Zu fa m m e n b ru che s »arhanden, würde man sich noch erinnern, wie führende kapitalistisch« Blätter im Sommer lSSI das Ende des Kapitalismus prophezeiten, so würde mancher wohl über die Wahlparole der national Konzentrierten, der Marxismus sei an allem schuld, ganz anders denken! Wir wollen im Fall Lahusen das Ge- dächtnis der Leffentlichteit auffrischen! Der Fall Lahusen steht nicht vereinzelt da! Eine lange Serie von kouzernzu- sammenbrüchen hat das Gefiige des deutschen Kapitalismus in seinen Grundfesten erschüttert. Aber keine ltonzer»pleite hat derartig weittragende Folgen für das ganze deutsche Volk, für das deutsche Ansehen und für den deut- scheu Kredit in der Welt gehabt wie das Verbrechen der Bremer Patrizier La- Husen. Die Nordwoll« stellte den mächtigsten Textil- konzern des europäiischen Kontinents dar. D'« olleinigen Konzernbeherrscher waren die Brüder Lahusen. Für das Ausland, mit dem engste wirtschaftliche Bindungen bestanden, stellte der Nordwolle-Konzern schlechthin die deutsche Wirt- schaft dar. Der aus heiterem Himmel kommende Zusammenbruch dieses gewaltigen Konzerns, der durch millionenschwer« Dividendenzahlungen jähre. lang eine Scheinblüte vorgetäuscht hatte, enthüllte einen beispiellosen Skandal. Techs Jahr« laug habe« die Konzern- beherrsche« systematisch Btlanzfalschun- gen, Falschbuchungen und Kapitalver- schiebnngen in größtem Umfange vor- genommen. Dutzende und aber Dutzend« Millionen van Bankkrediten wurden um« Vorspiegelung falscher Tatsachen angelockt. Jakob Goldschmidt, der Generaldirektor der Danatbonk, die im Zusammen- hang mit der Lahusen-Pleite ihren Best bekam, prangerte aus der letzten Generalversammlung seiner Bank die Betriebeiührung der Brüder Lahusen als«in„wahres System betrügerischer Manipulationen" an. der Brüder Lahusen gegeben hat. In national- sozialistischen Kreisen darf nicht davon gesprochen werden, dah 270 Millionen Mark Volksvermögen von gewissenlosen wirtschaflsführern«er- geudei wurden. daß über IS 000 Texlilarbeiler durch den Zusammenbruch der Nordwolle ans das Pflaster flogen. daß die Betrugsmanöver der Dohnsen der Massenflucht des ausländischen Kapitals den lehlen Anstoß gaben. und'damit die Massenarbeitslosigkeit ins ungemessene steigerten! Hier sind die Kräfte ausgezeigt, die Deutschland ruiniert haben! Gebt ihnen am 5. März die Antwort! Kaas gegen Kulturfchanbe Line mutige Erklärung Frankfurt a. Main, 27. Februar. 3n einer großen Zenlrumskundgebung in Frankfurt a. Matn sprach der Ientrumsführer Prälat Saas: „Da, ganze Leben ist heilig, und da, Leben eines armen Kommunisten ist uns genau so wertvoll wie da, Leben irgendeines anderen Deut- scheu, auch eines der uns nahesteht sLravoruse). Unsere Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie hat die wellanschaulichen Spannungen nicht beseitigt. Aber lassen Sie mich gerade als Priester sagen: Ich wünsche den geistigen Kampf bis zum letzten. Aber dlefen Kampf der Stuhlbeine, der Revolver und der langen Messer halte ich für eine große Svlturschande!- Wie gut, daß die Polizei Neros noch so wenig auf der Höhe war! „Novemberverbrecher Zum achten Todestage von Friedrich Ebert Der Reichskunfimart Dr. Erwin Redslob ist vom Reichsinnenministerium mit sofortiger Wir» kung beurlaubt worden; den Angestellten seines Büros wurde'gleichzeitig die Kündigung ausge- sprachen. Damit ist das Amt eines Reichskunst- warts, wenigsten» vorläufig, abgeschafft. Beistten wehrmach'sgetst und verstärkte Diszi plln. wie man Pas«reicht, soll ein hollän- d i s ch e r Ausschuß unter dem Präfidenten des Obersten Militärgerichtshof«» studieren. Heute jährt sich zum achten mal der Todestag von Friedrich Ebert. Was an ihm sterblich war, ruht in der südwestdeutschen Erde seiner geliebten Heimat. Sein Name, seine Persönlichkeit und sein Wirken leben und sind für alle Zeiten untrennbar ver- woben mit der deutschen Arbeiterklasse, mit der deutschen Demokratie und der Geschichte des deutschen Volkes. Eine Schlammflut von Lüge, Haß und er- bärmlicher Niedertracht umspült heute das Grab und das Wert dieses großen Toten und exsten Reichspräsidenten. In seiner Per- son war alles verknüpft, was jetzt seine Ver- leumder glauben ausrotten zu können: den „Marxismus": die Freiheit und Gleichheit alles dessen, was Menschenantlitz, trägt: die deutsche Arbeiterbewegung'. .Landesverräter"/..Novemberverbrecher". „marxistische Verderber Deutschlands" kreischt Wie gehetzt wirb! „Völkischer Beobachter" gegen Löwenstein Im Laufe weniger Jahre« waren rund 270 Millionen Mark, also die jährliche Lohnsumme einer ganzen Armee von Arbeitern, verpulvert. Noch in den Jahren 1926/28, als von dem 7Z-Milllvnen-Kapital bereits mehr als ein Dritie: als unwiederbringlich verloren angesehen werd-n muhte, wurden noch hohe Dividenden zwischen 8 und 12 Proj. ausgeschüttet. Di« Selbstbereich«. rung der Brüder Lahusen war einfach phantastisch. In den Jahren 1926/30 hoben die beiden Brüder Karl und Heinz rund 17,9 Millionen Mark als persönliche Entnahmen dem Betriebskapital entzogen. Hierbei sind nicht eingerechnet ihr Generaldirek- torengehalt und Tantiemen von 3 14 bis 4 Millionen. Zlls im Soinmer 1931 die Lahusen ihren ausländischen Bankgläubigern den wahren Zustand ihres Konzerns beichten mußten, schlug dies in der ausländischen Finanzwelt, besonders im Lon- doner Bankviertel, wie eine Bombe ein. Die schon lange im Fluß befindlichen Kreditkündi- g u n g e n mißtrauischer Auslandsgläubiger ste.- gerten sich zu einer panikartige», Massenftucht des Aus- landskapitale aue Deutschland, die ohne die drakonischen Maßnahmen der Aeichsregierung das gesamte deutsch« Kreditgebäude uiti> damit die ganze deutsche'Wirtschaft zum Einsturz ge- bracht hätte. Es ist die Schande der muionatiozioiiitijche!' -Tkesse, daß sie ihren Lesern bis heute noch nicht lfklärung über diese« fluchonirbig« Verbrechen Der„Völkische Beobachter" schrieb in Nr. 47 vom 16. Februar 1933: „Einer der gefahrlichsten Vertreter des marxisti- schen Herrschastsklüngels war und ist noch immer der jüdisch« Neuköllner Schuldezer- n e n t Dr. K a r l ö w- L ö w e n st e i n. So ist sein wirklicher Name, er nennt sich aber gewöhn- lich kurzweg Läwenstein. Gefährlich ist er um deswillen, als er schon bei der unmündigen Iu- gend die Entdeutschung mit allen Mitteln jüdischer Rabulistik, mit allen international-paziststischen Verdummungsmethoden zu bewirken bestrebt ist. Obgleich er niemals Lehrer war. ist er dennoch erster Vorsitzender des Hauptvorstandes sozialdemo- kratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands. Außerdem fühlt er sich als Reichspräsident der sozialistischen Kinderrepublik... Mit welch verbrecherischer Absicht Löwenstein darauf ausging, den Schülern den Landesverrat zu glorisizieren, zeigt schlagend die Berufung des Dr. Grelling Sohn, dessen Vater da« berüchtigte Buch„.J'accuse" anonym schrieb. das die französische Regierung zu Hunderttausenden üb« und hinter der deutschen Front durch Kriegsflieger abwerfen ließ, um die deutschen Soldaten zur Meuterei aufzusordern. Angestrafte Hetzer 5o wird es gemacht! Da» in heiibrona orgaa durste dieser a. Zt. erscheinende Ztazi- Tage folgenden v e r- brechertschenErguß verössenllichen. ohne daß die für Ruhe und Ordnung verontlvortlichen Znstanzen bisher dagegen vorgegangen wären: „An Viele! Tagtäglich laufen Briese bei der Kreisleitung der NSDAP, ein. tn denen un- geduldige Schreiber ihrer Enttäuschung darüber Ausbruck gebe», daß den Heilbronner unbelehr- baren Widersachern und verbissenen Feinden des Führers und Reichskanzlers Hitler und seiner Bewegung immer noch erlaubt wird, ungestraft ihr Gift zu verspritzen, als od nicht seit dem 30. Januar diese» Jahre« ein« neue Zeit an- gebrochen, sondern alles beim alten wäre. Be- sonders Ungeduldig« verlangen, daß ungesäumt mit dem„Neckar-Ccho" so verfahren würde, wie «» die Studenten mit der Berliner Kunstakademie gemacht haben: Anmarsch, Besetzung, Entfernung aller unliebsamen Personen, Vernagelung ihrer Arbeitsräume usw. Andere Briesschreiber lassen durchblicken, daß sie das„Neckar-Echo" nicht stir das einzige abbaureife Unternehmen halten, und einige temperamentvolle Briesschreiber bezeichnen uns den Oberbürgermeister Beutringer als einen Mann, für dessen beschleunigtes Ver- schwinden wir zu sorgen hätten. Die Fülle solcher Zuschriften läßt es nicht zu, an eine Einzelbeantwortung zu denken. Die Kreis- leitung bittet deshalb die betrefsenden Korrespon- denten, ihre begreiflichen Aufräumungswünsche noch eine kurz« Zeillang zu zügeln. Außerdem scheint es für die Gründlichkeit der bevorstehenden Abrechnung ruht wertvoll, daß gewisse Leute unter dem Alpdrucke ihres Ahnungsoermögens von den kommenden Dingen ihre Selbstbeherrschung bis zu einem Grade verloren haben, daß ste voll-Ver- zweislung ganz aus sich herausgehen und ihre ureigenste Wesenshaftigkeit sozusagen im Geburts- tagskleidchen zur Schau stellen Bei dieser aus Verzweiflung geborenen Unbedachtsamkeit enthüllt sich noch mancher' bishöt oorsichtig Maskierte als gemeinjchädlicher Petroleur und die bereits oon uns Angekreideten echöhen ihr Strafregister Gemach, also, ihr Ungeduldigen, die oon euch ersehnte Reinigung kommt in allernächster Zeit. Die wenigen Nächte bis zum 5. März mögt ihr ruhig schlafen. Es gibt genug Leute, die der Schlaf bis dahin noch fliehen wird, alldieweil ihnen das sanft« Ruhekissen sehlt, das bekanntlich nur von einem guten Gewissen gestopft werden kann. A ii f den Tag!" Es fand sich bisher kein behördliches Organ, das gegen dies« Ausgeburt einer krankhaften oder oerbrecherischen Phantast« eingeschritten wäre. es straßauf und straßab durch alle Städte und Dörfer. Jeder Kriegsdrückeberger und Kriegsgewinnler ruft es ins Grab Friedrich Eberts, der zwei seiner Söhne in die deut- schen Massengräber des Weltkrieges sin- ken sah. Wie sollte aber die vereinigte Reaktion bestehen, wenn berichtet würde, daß schon im Winter 1317/18 in Deutschland die Menschen vor Hunger auf den Straßen und an den Werkbänken umgefallen sind: daß alle Kirchenglocken beschlagnahmt waren, daß es keine Tür gab mit einer Messingklinke, keine Eisenbahnlokomotive mit einem Kupferrohr? Das war das von Friedrich Ebert und den. Volksbeauftragten übernommene und von den Verderbern Deutschlands im Stich gelaffene„blühende Reich": ein einziger un geheurer Trümmerhaufen. Zwölf Millionen aus Krieg und Kaserne zurückgekehrte Sol- daten waren ohne Arbeit und ohne Brot: die feindlichen Armeen mit zwei Millionen frisch über den Ozean transportierten ame- ritanischen Soldaten wälzten sich über den Rhein. Deutschland war ein einziges Chaos- Ordnung und Ruhe. Arbeit und Brot zu schaffen und Deutschland zu er-> halten, das war die Aufgabe, die den Marxisten hinterlassen war und die sie mit Friedrich Ebert an der Spitze zur Bewunde- rung der gesamten Welt gelöst haben. Das war es. was am 28. Februar 1923 Freund und Feind gezwungen hat, das Haupt zu neigen vor der Bahre dieses ehemaligen Sattlergesellen, in dem sich das GenK des neuen deutschen, demokratischen und repu- blikanischen Volksstaates verkörperte, die Kraft und die Größe der einst so entrechteten und verachteten„marxistischen" Voltsteüc der deutschen Arbeiterklasse und ihrer Organisationen. Das Leben, die Entwicklung und der Aus stieg Friedrich Eberts, das war das Leben, die Entwicklung und der Aufstieg der arbei- tenden Klassen, deren einziges Adelsprivileg ihre Arbeit und ihre Intelligenz gewesen ist, ihr Können, ihr Solidaritätsbewußtsein und ihr Opfermut für die Allgemeinheit. Ihr Studium war das Leben und der Klassen- kämpf von oben: ihre Schule die jahrzehntelange gewerkschaftliche und politische Er- Ziehung in den Organisationen des„Marxis- mus". Deutschland wurde vor dem Chaos und der Vernichtung gerettet, weil das alte Herrschaftsgerümpcl hinweggeräumt und in einem Volksstaat die Bahn frei wurde, bis zur höchsten Spitze, für alle lebendigen und wertschafsendett Kräfte des Volkes und der Arbeiterklasse Die Mittel hierzu? Das waren das allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen, das allgemeine Koalitionsrecht für Arbeiter. Angestellte und Beamte, die ge- sellschaftliche Freiheit und Gleichheit für alle Deutschen ohne Unterschied der Person und des Standes. Das waren zugleich die„N o- vemberverbrechen" der Sozialdemo- kratie und ihres Führers Friedrich Ebert. Je schwärzer die Nacht, desto heller der neue kommende Tag in dejsen Strahlen auch der Name Friedrich Ebert gleich einem un vergänglichen Symbol leuchten wird. Einheitsfront für Recht und Freiheit Die �fdeiterscksit muß entscheiden Heute und morgen finden in der Bewag und den Städtischen Gaswerken die Betriebs- ratswahlen statt. Sie werden für Berlin eine gewisse Borschau aus die Wahl am kommenden Sonntag bilden. Eine Bor- schau insofern, als man aus dem Ergebnis dieser Betriebsratswahlen wird seststillen können, ob und wie weit sich die klassenbewußte Arbeiterschaft darüber klar geworden ist. daß heute die Grundbedingung für die Ausrech lerhaltung ihrer Freiheiten und ihrer Rechte die Einheitsfront in den Gewerkschaften und tn der Sozialdemokratischen Partei ist. Diese Betriebsratswahlen werden weiter auf- zeigen, ob und wie weit alles was wir in diesen Tagen und Wochen in Deutschland erlebt haben. dazu angetan ist, um innerhalb der Arbeiterschaft Eroberungen hir den Nationalsozialismus zu machen. Wir haben nicht nötig, unseren Lesern klar zu machen, was heute auf dem Spiele steht. Sic wissen es. Sie müssen es aber auch ihren Kalle- gen in der Werkstatt und im Büro klar machen. Am Sonntag war eine Kundgebung der Stahl- helm-Selbsthilfe, d. h. einer Organisation inner- halb des Stahlhelus, die seit Jahren bemüht ist, mit Hilfe der Unternehmer die Gewerkschaften zu ocrdrängen. Aus dieser Kundgebung, der auch der Bundessührcl des Stahlhelm, Reichsarbeits- minister S e l d t e, beiwohnte, wurde unter un- geheurem Beifall mitgeteilt, daß der Stahlhelm bei seinem BundessuHrer als Reichsarbeitsmi, ister den Antrag gestellt ha». die Gewerkschaft m unter Staatsaufsicht zu stellen. und zwar unter emer Staatsaufsicht,„die ihnen nahelegt, ein Beitrags- und Leistungswesen einzuführen, wie es ihnen die Stahlhelm-Selbsthilfe feit vier Jahren vorexerziert". Der Reichsleite- der nationalsozioliftischen Be- triebszellenorgani>atinn hat kürzlich in einer Wahl- rode angekündigt, daß man nach den Wahlen den Kampf gegen die Gewerkschaften ausnehmen würde. Er teilte weiter mit— wir haben diele Rede aus Grund eines Berichts der „Kölnischen Zeitung" veröffentlicht—, daß dem Reichskanzler Hitler vorschwebe. an die Stelle der Gewerkschaften die nationalsozialistisch-/ Betriebszellenorgonisatio zu sehen, und daß über ollen Betrieben die Hakenkreuz- fahile ausgepflanzt werden müsse. Wie„Der Deutsche" mitteilt, hat der Bundcs- sührer d.-s Stahlhelms. Reichsarbeitsminister Seldte, der Mitteilung, die wir oben wieder- geben, sehr lebhast und mit vielsagendem Lächeln z u g e st i m in t.„Der Deutsche" schreibt dazu unter anderem: „Tie Gewerkschaften sind und bleiben ein Machtsoktar. mit dem auch die heutige Reichs- regierung rechnen muß Und die Macht der Ge- werkschasten ist nicht durch einen Staaiskom- missar zu brechen. Möge der Ruf nach der «taatsaufsicht eine Forderung des Stahlhelms bleiben, wir nehmen sie nicht tragisch, sie könnte es erst dann werden, wenn sie bei der Reichsregierung Gehör finden würde. Menschen»ich Gebilde� die sich w-ederholt als stärkste Stützen des Staates.— wir meinen nicht als Stützen der Regierungen—, bewährt haben, stellt man nicht unter Staatsaussicht, wenn man den Staat selbst nicht ernsllich in Gefahr bringen will. Mögen Frontsoldaten starke Worte gebrauchen, für den Staatssührer dürfen sie nicht maßgebend sein. Das Reich ist kein Schützengr-.ben." „Der Deutsche", das sehr gemäßigte Organ der christliche» Gewerkschaften, hat oft und heftig, ja selbst unsachlich gegen die freien Gewerkschaften und gegen die Sozialdemotratte Stellung ge- nommen. Es ist deshalb um so erfreulicher, daß auch die christlichen Gewerkschaften und die mit ihnen sympathisierenden Arbeiter begriffen haben, um was es heule geht. Sind die Berliner Arbeiter etwa weniger„helle"? Heute und morgen und am nächsten Sonntag entscheidet sich nicht, auf welchem Wege am besten die Sozialisierung durchgeführt werden kann. Heute, morgen und am nächsten Sonntag fallen die ersten Entscheidungen im Kampf um die Freiheit der Arbeiter Auch die Ardeiter und Angestellien, die aus Ungeduld oder aus einer begreiflichen Erbitterung heraus für die Kommunistische Partei gestimmt haben, müsien begreisen. daß olles davon abhängt, ob die Arbeiter- fchaft sich in einer Einheitsfront zusammenfinde», um ihre Rechte, ihre Freiheiten, um die Demokratie und die Republik zu verteidigen und zu sichern. Wer auch noch vor wenigen Wocken und Monaten mit Geringschätzung von der Republik und der demokratischen Freiheit gesprochen haben mag, er wird jetzt chren Wert und ihre Bedeutung für die Arbeiterklasse ermesien. Sie sind der traditio- nelle Kampfboden der Arbeiterklasie Um sie haben wir Jahrzehnte gerungen und gekämpft. Die Rechte und die Freiheit der Arbeiterklasse sind untrennbar mit der Republik und der Demokratie verbunden. Mit ihnen wollen wir siegen! in geheimer Abstimmung beschloß dt«„revl» lutionäie" Belegschaft mit ollen gegen nur 3 Stimmen, der rote Betriebs- rat sei zu entlassen' Die B-, legschast»- mitglieder erhielten seder eine G e l d st r a s e von 2 Mark wegen unerlaubten Beriosscns der Arbeit auierlegt: dann erst durften sie wieder arbeiten. Es ist uns peinlich, diese bclchämcnde Wahr- heit festzustellen. Es ist aber notwendig, die Arbeiterschaft vor falschen Parolen zu warnen. Endlich Einheitsfront! Di« Berliner Ortsoerwallung des V e r b a n- des der Maler hiell am Sonntag im Dres- dener Garten ihre Iahresdelegierten- Versammlung ab. Auch diese reine Gewerk- schastsversammlung bot wie alle gewerkschaftlichen Kundgebungen der letzten Wochen ein Bild vor- züglicher Disziplin und K a m p f e n t- schlossenheit. Der l. Vorsitzende der Ortsoerwaltung Genosse Bosse gab zunächst den Rechenschaftsbericht für 1932. Wie trostlos die Befchäftigungslage im Malergewerbe im vorigen Jahre war und auch jetzt noch ist, ging am deullichsten aus seinen Angaben über die Arbeitslosigkeit hervor. Das Jahr 1332 begann in Berlin mit 1l) lbb eingetragenen arbeitslosen Berufsangehörigen und schloß mit 9232. Diese scheinbar« Abnahme der Arbeitslosigkeit im Malergewerbe ist auf die Notverordnungen des vorigen Jahres zurückzuführen, durch die eine Unmenge von Er- werbslofen„unsichtbar" gemacht wurden. Der Organisationsleitung war es auch im vorigen Jahr möglich, die Lohn- und Ar- beitsbedingungen tariflich zu regeln, wenn es auch nicht gelang, eine Verschlechterung zu verineiden. Genosse Bosse betonte zum Schluß die Notwendigkeit des einheitlichen Zusammen st ehens aller Verbands- und Berufsangehörigen im Kampfe um die Freiheit der Arbeiterschaft und den Bestand der Arbeiterorganisationen. Jeder M e i- nungsstreit müsse jetzt unterbleiben, zumal die Maler, deren Reichslohntarif zum 31. März gekündigt ist. auch beruslich mit ernsten Auseinandersetzungen zu rechnen haben werden. Der Appell zur Einigkeit fand daher in der Tele» giertenversammlung einmütige Z u sk. m- m u.n g. Bei den Neuwahlen der Verbandskörper- schaften wurde der 1. Vorsitzende Genosie Bosie e i n st i m m i g und die übrigen gleichfalls „reformistischen" Mitglieder der Ortsverwaltung mit erdrückender Mehrheit wiedergewählt. Zluf die wenigen kommunistischen Vorschläge zur Ortsverwaltung entfielen nur 1 bis 4 Stimmen. Ein„Generalstreik" Bombastisch ist in der kommunistischen Presse über einen Streik in den Schrauben- und Mutternwerken in Peine berichtet wor- den. Der Betrieb ist seit längerer Zeit eine Hoch- bürg der Kommunisten. Die Berufung Hitlers zum Reichskanzler bot nach Ansicht des„roten" Betriebsrats die beste Gelegenheit zur Ausrufung des Generalstreiks. Die Arbeiterschaft wollte aber nicht reckst glauben, daß Hiller ausgerechnet durch einen Streit bei den Schrauben- und Mullern- werken in Peine aus dem Sattel gehoben werde: deshalb wurden noch einige andere Forderungen ausgestellt. Für diese Forderungen wurde ein Tag„Generalstreik" gemacht. Am anderen Morgen meldete die kommunistiiche Press«, daß unter der alleinigen Führung der RGO. fast sämüich« Forderungen bei der Be- triebsleitung durchgedrückt worden seien. Und die Wirklichkeit? Der Betriebsleiter forderte vor Arbeitsaufnahme die Entlassung des Borsitzenden des„roten" Betriebsrots und— Die ArbeUsdienstpflicht Projekts un6 Erwaxiiusea Wie bereits mitgeteilt, sind für die Organisie- rung der Arbeitsdienstpflicht drei Reichs- k o m m i f f a r e vorgesehen. Trotz dieser Bielheit der Kommissare und obwo',! der Reichskanzler in feiner bekannten Erklärung im Rundfunk als einzige vorgesehene wirtschasi liche Maßnahme neben der Siedlung die Arbeit»- dienslpflicht angesehen hat ist man bis jetzt über Erwägungen nicht hinausgekommen. Der Plan des Reichskommissars und Obersten a. D. Hierl. den er seinerzeit in der Technischen Hochschule in Charlottendurg entwickelt hat ging dahin, zunächst alle Männer, später aber auch alle Frauen vom 17. bis 30. Lebensjahr zwei Jahre Arbeitsdienstpflicht machen zu losten, an die sich, für die Männer. die frühere M i l i t ä r d t e n st p f l i ch t an- schließen fall. Es gill nur zwei Klippen zu umschiffen: 1. die Finanzierung. 2. die Arbeit«- b e f ch a f f u n g. Auch wenn der gegenwärtige Reichsfinanzminister Graf von Schwerin-Krosigk etwa Herrn Feder Platz machen mühte, so würde die Finanzierung des Projekts nur kurze Zell überbrückt werden können, d. h. über einer Brück«, unter der der Abgrund sich besäi-d«, in den unsere Währung stürzen würde. Man erwägt deshalb. wie die Einführung der Arbeitsdienstpflicht er- möglicht werden könnte, ohne daßdem Staat die Geschichte allzu teuer werden würde. Das könnt« nur über die Frage der Arbeit.-- befchaffung gefunden werden. Zunächst hat man daran gedacht, die Arbeitsdienftpflichttgen in der Landwirtschast unterzubringen, d. h. an Stell« der freien Landarbeiter Zwangsarbeit e r zu setzen. So verlockend dieses Pro- jekt— wenigstens für die Großgrundbesitzer— ist, so scheiten es an der Tatsache, daß die lanA wirttchaklliche Arbeit im hervorragenden Maße Saisonarbeit ist. Gewisse Kreise erwägen gegci wärttg deshalb, gewist« Arbellen in öffentiichen Diensten durch Arbeit-dienstpstichtige ausführen zu lasten, weil sich die Prioatunlernehiner en>?r- gisch gegen die Ausführung von anderen Arbene-: zur Wehr setzen. Hierzu 2 Beilagen U> Zeit-. K-»ug»ps,t>«. ÄSchriuiich Ii Z>>„ monullid) S-i-i iii»davon«"/ PI monaliich lüi ZuMUung IN> SwiU) nem.-nl 5,65 M pro Mona«: für Lilnde» mit rimähiglrm Drucksache nporlo 4 6.', M Bei il»«all o-r Li'«», un« a-esen Iiöherer Dewai! b.sirhi kein Änipriich der iibonnenbn auf Srtatz Zsnz»ig-noreis»: Die« i n i» a I«, g- IHiHimtletjeU» Sfc PI Seflam-jeilt 1,50 31.» I» i»» S n z»>«« n da«-eiigedruckl- Varl PI iedes wriler» War! U- Vi-Habalt loui Tarii Wori» übe- 15 Duchltaben ilhlen föt jmei•Borte Ardeiismar« MillimeierzeUe» Pf. iZamillenanzelae» Millimeler-ile 18 P> Anzrtgeiiannuhine tm Sauptgeschtl-I yindenfit 3, wochenräglich wen bis 17 Übt Der L>rlag dedäii sich da- Rich« der Adl-bnuni, nich! gruehmer Anzeigen vor. I Berantwocilich für Politik: fibolt Brenden, kdl: Birtichasl: v»iingeldiser: Gewerlfchaiizbeaiegung- Z. Steiner: Zeuill.Ion: Krrbert r.o ee: Lokaie» and Sonstig?»: Zeig Larftädt: Anzeigen: Otto Sengst: sämtlich tn Berlin. I«erlag: Parwärt».B»rIag®. m d S>. Berlin Druck: BorinSrt». Buchdrucker», und B,rIag»anNalI Paul Singer u So Berlin EN 6« Sindensir 1 Der.Boraxtr«»' ecicheint lNocheniaairch zweimal Sannlag» und Montag» einmal alluftrierte Sonntagsdeitagi Polt und_ im oor.ru» zauNiar Postdezug 3.0," M einschließlich 60 Pt Poftzeilung. und 72 Pf. Posidestellgebühren Au»ianbsabonnemenl 5,65 SR. pro rmafl befiehl kein Aniprucks der Ahonnenien auf Ersaß., Anzeigenpreise: Die»inipaltig» MillimeierzeUe S>i Pf Kalbskamm 1 Schweine- ohne Beilage, oder H» Sappenfleisch|»s«" PM. von■ obn* Mi 0,48. 0,66 Kassier miJd. Pfd. von 0,68 SB Oampfwnrst Ptd 0,68 Margarine Pfd von 0,24 Preise nur Dienstag und Mittwoch.— Lebensmitteizusendung von 5 Mark an.— Mengenabgabe vorbehalten.~ Verkauf soweit Vorrat. 40 Fische u.Raucherw. Wurstwaran Bratschollen 3 Pfd. von 0,20 Grüne Heringe 3 Ptd.v 0,25 Seelachs grucs, o. Kopf. im ganzen Pfd vonü,»® Kabliou gro«, 0 Kopf. im ganzen Pfd von 0,22 Schellfisch i g». Pfd von 0.24 Rotbars,«anz., Pfd von 0,24 Kabliaufiie» pnivod 0.35 Bücklinge.pm 0.18 Schellfisch gn..pm 0.38 Seelochs K»r....... pick 0,38 Sprotten.... Pfd 0.22 Lachsheringe stieb 0,15 Speck(»tt...... Pfd 0.78 Mettwurst Br An. Pfd 0-84 Deutsches Kraftfleisch (Co med boef Pfd von 0,88 ff. Leberwurst pfd vo» 0.98 Zervelatu.SalamipfdT 1.05 Kofoniatworen Linsen. pfd 0.14 Weisse Bohnen Pfd 0,12 Backobst pid. von 0,32 Aprikosen pfd. von 0,28 Eierbandnudeln m 0.35 Kaffee frisch gebr. F 1 v 1,90 Frisches Ffeisch Kalbsbrust od.rück.Pfd.v 0,54 Schw.-Schulterbl.n.E,«b 0,68 SchmorfleiscIiKsti«.».«.pfd ,0.72 Rinderherzen pfd 0 42 Rinderbacken a En, Pfd 0,38 Schweineköpfen.Sukt.Pfd 0,38 Konfitüren ff.Vollm.-Mufl-Schok.ij! 0,22 5 Riegel Schokolade 0.22 Pralinen-Misch. Kartun 0.45 Katzenzungen 2 Kart 0.45 Haush.-Schok.% FM.4i»k 0.45 Prolinen-Miseh. Kanoo 0,90 Kose und Fette Obst und Gemüse Molkereibutter pfd 0,98 Kokosfett 3 Pfd 0,88 AI Ig.Stangenk. pm 0,36 Tilsiter vollfett. Pfd 0.66 Dan. Schweiz, wv Pt: 0,56 Konserven.(iDose Haushaltgemüse tn» getrockneten Erbsen 0,34 Karotten gesebnitten 0.26 Schnittbohnen....... 0,39 Brechbohnen........ 0,46 Gemüseerbsen....... 0.50 Pflaumen 0,48 | Kallinchen geatreltt und anKgeworfen. Pfd von 0.68 Fastnacht- Pfannkuchen mit verschiedenen Füllungen Dutzend 0.601 Apfelsinen...3 Pfd 0.44 Jaffa-Apfeisinensptd 0.62 Tafeläpfel,........ pfd 0,25 Zitronen.......... du 0.28 Musäpfel...... 2 Pfd 0,35 Erdnüsse...... pfd 0.25 Kartoffeln_____ to Pfd 0.26 Kohlrüben...... 3 Pfd 0,10 Möhren.......... pm 0,05 Zwiebeln....... 3 ptd 0,20 Sellerie......... 2 Pfd 0.15 Rotkohl........... ptd 0.04 Weisskohl... pfd 0.04 Suppenhühner frisch. Pfd von 0,68 Hühner gefroren. Pfd von 0.64 j Wildragout„.„.0.30„| t-aipziger Strosse AUSSTELLUNGEN felexonderptatz Küchengeheimnisse der sparsamen Hausfrau (Kniffe und Rezepte, die nicht jede Hausfrau kennt) in Verbindung hiermit zeig» der Lette-Vefein in unseren Häusern« Alexanderplatz eine Ausstellung Hitiagstlsch für eine Woche (Wie man gut und sporsam koche) eipziger Strasse eine Ausstellung Diät im Haushalt räglich wechselnde Ausstellung von Tages- -jeköstigungen in verschiedenen Diätto'men. 1 Erläuternde Vorträge vormittags von 10 bis I Uhr, nachmittags von bis 6 Uhr --- Rekord-Tage 22- 45- 90-1« l" 2" Z' 4" Oietc bekannte aross- Veranstaltung unsarer Firma bietet für Jedermann eine selten günstige Kaufgelegenheit!